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Faschingszug-Vorbericht

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LOKALES
DIETFURT
DK Nr. 34, Mittwoch, 11. Februar 2015
Erst der Wagen, dann das Motto
Stammtisch Fröhliche Runde ist für seine kreativen Faschingsfahrzeuge bekannt – Besuch aus dem All
Von Katrin Hradetzky
Dietfurt
(DK)
Unzählige
Hightech-Wagen haben sie bereits gebaut und zur Freude der
Besucher am Unsinnigen durch
die Stadt gezogen. Die Teilnahme am Chinesenfasching ist
für den Stammtisch Fröhliche
Runde mit ein Höhepunkt im
Vereinsleben. Seit Wochen
schon wird nun in der Werkstatt wieder getüftelt, gewerkelt, gesägt und gebastelt.
Wie viel schweißtreibende,
körperliche Arbeit, aber auch
Denkleistung dahinter steckt,
kann sich der Zuschauer am
Straßenrand oft gar nicht vorstellen. Dreimal pro Woche, sogar am Wochenende, treffen
sich die Stammtischbrüder mit
durchschnittlich sechs Mann
nun seit rund fünf Wochen.
Dass es immer wieder so kreative Wagen gibt, liegt neben
einer natürlich gesunden Verrücktheit für den Fasching vor
allem aber auch an den Begabungen einzelner Stammtischmitglieder. So sind es
Techniker aller Art, Meister für
Metall, Holz oder Pinsel, Mathematiker, Ingenieure, kaufmännische Angestellte, Selbstständige oder auch ganz pfiffige Beamte, welche die jeweilige
Idee in die Tat umsetzen. Meist
im Dezember brüten die
Stammtischbrüder über den
ersten Ideen, erzählt der VizeVorsitzende Peter Appelsmeier.
Die Fragen „Was bauen wir?
Was ist überhaupt machbar?“
tauchen zuerst auf, noch bevor
das Motto entschieden wird,
denn dieses ergibt sich dann
beim Wagenbau selbst: „Unterm Bauen kommt uns dann
das Motto“, bestätigt Hans
Kugler, ebenso zweiter Vorsitzender der eingefleischten
Männerpartie. Meistens ist es
chinesisch. Ein Hauptanliegen
sei es, bei den technischen Wagen wieder eine Attraktion für
das Publikum zu schaffen.
Spektakuläre und fantasievolle,
sehr sicher gebaute Wagen
sorgten bei den Zuschauern des
Chinesenfaschings immer wieder für Staunen: Realisiert wurde schon eine Teufelsdrehscheibe, ein „Hau den Lukas“,
ein riesiger Toboggan – ein Personenförderband
entsprechend dem Oktoberfest-Exemplar. Außerdem ein originelles Hamsterrad, bei dem
durch Muskelkraft Strom erzeugt wurde und oben ein
Lamperl brannte sowie viele
weitere kreative Wagen. Materialien sind meist Holz für den
Grundaufbau und dann Metall.
Bei so viel schöpferischer Kraft
und investierten Arbeitsstunden wäre es doch schade, diese
genialen Konstruktionen nach
dem Umzug einzustampfen?
Zum Teil ist dies aus Platzgründen nötig, aber immer
wieder werden auch einmal
Teile im Dinauer-Stadl aufgehoben und wieder verwendet.
Auch in diesem Jahr gehen
wieder 35 bis 40 Teilnehmer mit.
Heuer musste man sogar von
einer Spezialfirma eine Maschine zum Biegen ausgesprochen langer Rohre ausleihen.
Im Endspurt: Seit
Wochen bauen Wendelin Semmler, Robert Hiemer, Hans
Kugler und Peter Appelsmeier (oben, von
links) vom Stammtisch Fröhliche Runde
an ihrem Themenwagen, hier sind sie gerade bei der Inspektion ihres Gyroskops.
Der Kopfschmuck
und die Ausrüstung
müssen noch gebastelt werden. In der
Werkstatt bastelt,
sägt, spritzt und
föhnt die Fröhliche
Runde noch die ausgefallenen Hüte für
den großen Tag.
Fotos: Hradetzky
Reine Männersache
Dietfurt (khr) Der Stammtisch Fröhliche Runde wurde
1981 im Gasthaus „Irrler Mina“
aus der Taufe gehoben. Der
Umzug
zum
Gasthaus
Scheippl erfolgte, nachdem
krankheitsbedingt das Gasthaus Tratz Mitte der 1980er
Jahre aufgegeben werden
musste.
Stammtischwirtin
wurde Elsl Dinauer bis zu ihrem Tod im Jahre 2007. Daraufhin übernahm Xaver Dinauer die Wirtschaft und betreut die Fröhliche Runde mit
seiner Lebenspartnerin GerMaschinenbautechniker Xaver
Dinauer war bei der Umsetzung dieser raffinierten Metallkonstruktion federführend
dabei. Das Motto lautet heuer:
„Ma(r)ssmännchen oder auch
Masstronauten“ und Lundlum
(Rundrum). Diese hegen das
ehrgeizige Ziel, für den Kaiser
traud. Die Fröhliche Runde ist
ein reiner Männerstammtisch,
der sich jeden Donnerstag
trifft, um die Geselligkeit zu
pflegen. Kartenspiele sind tabu, alle sitzen um einen großen
Tisch in der Wirtsstube. Wer
sein Handy während der Treffen benutzt, muss eine GoaßMaß zahlen. Neben dem Fasching waren in den 1980er
und 1990er Jahren noch rassige
Fußball-Pokalturniere
mit
dem Stammtisch Germania,
den Pfenningfuchsern und
dem Wum-Club oder Ausflüge
mit dem Stammtisch der Hooderlumpn Höhepunkte im
Vereinsleben. Fest eingebürgert haben sich das Dreitagesfest im Labertal, das Maibaumaufstellen im Scheipplhof, die Teilnahme am Bayrisch-Chinesischen Sommer
sowie der Gedenkgottesdienst
für die bis heute hoch geschätzte Wirtin Elsl Dinauer.
Galt es vor etwa 25 bis 30 Jahren, in einer gewissen Zeit,
Wein- und Bierfässer zu leeren,
so genießt man es zunehmend,
Abende in geselliger Runde zu
einen geeigneten Nachfolger zu
finden. Wie es sich für Außerirdische geziemt, benötigen die
Männchen einen wieder einmal sehr originellen, kecken
Wagen, der mit einem Gyroskop, welches man auf der Ferieninsel Mallorca entdeckt hat,
ausgestattet ist.
Mehr wird nicht verraten. Die
meisten Dietfurter Stammtischbrüder sind bereits seit ihrer Kindheit dabei. Was treibt
sie an? Wendelin Semmler sieht
sich als Dietfurter in der Verpflichtung gegenüber dem Chinesenfasching, gegenüber der
Tradition. „Das Zusammen-
Eine närrische Chorprobe
Dietfurter Sängerinnen und Sänger feiern ausgelassen die fünfte Jahreszeit
Dietfurt (gtz) Einen beschwingten Abend haben die
Sänger des Kirchenchors Dietfurt beim Chorfasching verbracht. Zu den Gästen zählte
auch Wolfgang Amadeus Mozart. Für musikalische Unterhaltung sorgten die Tenöre
Herbert Amler, Hans Heß, Ulrich Roider, Sepp Schweiger und
Josef Weigl. Zu flotten Melodien
berichteten sie von freien Plätzen bei der wöchentlichen
Chorprobe, Problemen mit dem
Sängernachwuchs, von Kurzproben, die sich dann doch verlängern, und Liedern mit vielen
Strophen, die Chorleiter Armin
Reinsch singen lässt.
Frierende
Altsängerinnen
Zur Musik von Elisabeth Staudigl und Karl Mayerhöfer ließ sich die Faschingsgesellschaft gern zum Mitsingen einladen.
Foto: Götz
und seltene Probengäste wurden ebenfalls besungen, ersucht
wurde um gemeinsames Ausgehen nach der Probe und starke Beteiligung beim Chorausflug. „Atemlos durch die Nacht“
erschallte es dann aus vielen
Kehlen. Mit Wiener Liedern erfreute Solist Sepp Schweiger die
Gesellschaft. Elisabeth Staudigl
und Karl Mayerhöfer steuerten
auf dem Akkordeon Stimmungslieder bei. Ehrendirigent
Max Bauer griff ebenfalls zum
Akkordeon und animierte zum
Schunkeln. Resi Pickl hatte eine
Tombola organisiert, bei der jedes Los zu einem Glas Sekt mit
einem Scherzartikel oder Textilem erfreute.
verbringen, fein zu speisen
und beisammenzusitzen.
Dass auch die Dichtkunst
groß geschrieben wird, zeigen
die alljährlichen Versmaße
beim Kappenabend oder deftige Gstanzel bei runden Geburtstagen von Stammtischbrüdern. Der Versuch, auch
Damen aufzunehmen, scheiterte Ende der 1990er Jahre
kläglich. „Männer reden unter
ihresgleichen anders und verstehen sich auch anders“, so
die einhellige Meinung der
Stammtischbrüder.
kommen, die Gemeinschaft, das
ist es, was es ausmacht“, berichtet er voller Stolz. Außerdem warteten die Leute schon
gespannt darauf, was die Fröhliche Runde in diesem Jahr –
ebenso wie einige andere berühmte Stammtische und Vereine – für einen Wagen baut.
23
50 Gruppen
huldigen
dem Kaiser
Dietfurt (uke) Mit rund 50 angemeldeten Gruppen startet
morgen um 14 Uhr der Faschingszug der Dietfurter Chinesen. Aufstellung ist ab 12.30
Uhr in der Industriestraße. Von
dort führt die Strecke über die
Haupt- und Bahnhofstraße zur
Weiher- und Griesstetter Straße.
Organisatorin Pia Pritschet
weist darauf hin, dass sich der
Zug nicht am Feuerwehrhaus
auflöst, sondern erst am Rathaus. Nur die Wagengruppen
fahren dort weg, der Rest marschiert zurück zur Podiumsgaudi am Rathaus.
Angeführt und abgeschlossen
wird der Dietfurter Faschingszug von zwei Riedenburger
Gruppen. An erster Stelle marschieren die Zigeuner der
Stadtkapelle Riedenburg, abgeschlossen wird er von der
Chinesischen Trinkquelle der
Brauerei Riemhofer. Dazwischen tummelt sich ein lustiges
Völkchen, das zur letzten Audienz des scheidenden Kaisers
gekommen ist. Fritz Koller, seit
15 Jahren als Ko-Houang-Di an
der Spitze von Bayrisch-China,
hat bekanntlich aus gesundheitlichen Gründen im Herbst
vergangenen Jahres seinen
Thronverzicht am Aschermittwoch bekannt gegeben.
Ganz im Sinne der „letzten
Audienz“ beschäftigen sich viele
Gruppen mit diesem Thema: In
jeder vorstellbaren Form wird
nach Mitteilung der Stadt Dietfurt dem Kaiser von BayrischChina gehuldigt. Chinesische
Glücksräder, eine bayrischchinesische
Traumhochzeit
und die chinesische Post feiern
mit. Für den passenden
Marschtritt sorgen mehrere
Kapellen, unter anderem die
Otterzhofener Bergmusikanten,
die Dorfmusikanten aus Seligenporten und die Blaskapelle
D’Spreißler Kelheim. Der Drachenwagen des Kaisers rollt mit
der Startnummer 32 durch die
Straßen. Begleitet wird er von
einem gewaltigen Hofstaat, der
sich aus allen Dietfurter Garden
und Blaskapellen, den kaiserlichen Hofräten und Hofdamen
sowie den Hofmusikanten zusammensetzt.
Bereits ab 13 Uhr stimmt DJ
Mike Checkoff von der Stufenbühne am Rathaus die Zuschauer auf den Zug ein. Dort
beginnt gegen 15.30 Uhr die
Podiumsgaudi mit der Rede des
Kaisers, in der er einen Ausblick
auf zukünftige Kaisergenerationen geben wird.
Hochrangige Gäste aus Politik, Wirtschaft und auch aus
China haben ihr Kommen zugesichert. Erwartet werden laut
Pritschet eine neunköpfige Abordnung des Konfuzius-Instituts in München, außerdem
Staatssekretär Albert Füracker
und der Bundestagsabgeordnete Alois Karl (beide CSU) sowie etliche Bürgermeister der
umliegenden Gemeinden. Die
Vertreter des chinesischen
Konsulats haben sich laut Pritschet entschuldigt, da der Unsinnige heuer mit dem chinesischen Frühlingsfest zusammenfällt.
Im Bus ist noch Platz
CSU fährt am Aschermittwoch nach Passau
Dietfurt (dap) Der CSUStadtverband Dietfurt fährt zusammen mit dem Kreisverband
Neumarkt zum Politischen
Aschermittwoch am 18. Februar nach Passau. Der bayerische Ministerpräsident Horst
Seehofer (CSU) als Hauptredner wird dort die derzeit aktuellen Themen wie die 10-H-Regelung bei Windkraft, die PkwMaut oder die neue Mindestlohnregelung ansprechen.
Für die Fahrt wird ein Bus
eingesetzt, der von Dietfurt über
Breitenbrunn und Parsberg
nach Passau fahren wird. Busfahrt und Eintritt in die Dreiländerhalle sind frei, es werden
Sitzplätze reserviert. Während
der Busfahrt gibt es eine kleine
fleischlose Verköstigung. Für
diese Fahrt sind noch ein paar
Plätze frei. Anmeldungen nehmen Andreas Keckl, Telefon
(0 84 64) 12 55, Andreas Porschert, Telefon (0 84 68) 9 26,
und Josef Köstler, Telefon
(0 94 95) 4 10, entgegen.
Abfahrt ist am Aschermittwoch um 5.50 Uhr in Zell am
Bushäuschen, um 6 Uhr in
Dietfurt am Rathaus, um 6.10
Uhr in Breitenbrunn bei der
Einmündung NM 13 in die
Staatsstraße und um 6.25 Uhr
beim Autohaus Arnold kurz vor
der Autobahneinfahrt. Auch
Nicht-Mitglieder der CSU dürfen mitfahren.
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