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Die erste und die letzte Liebe - ePaper

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14
SCHÜLER MACHEN MEDIEN
MONTAG, 16. FEBRUAR 2015 | BERLINER MORGENPOST
Wochenzahl
102
Minuten sehen Zwölf- bis 19-Jährige an Wochentagen (montags bis freitags) im Durchschnitt fern.
Das ist ihre Selbsteinschätzung. (JIM-Studie 2014, Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest).
Eventtipp
QuizMal
Die Show „Disney On Ice – Das zauberhafte
Eisfestival“ ist vom 19. bis zum 22. Februar im
Velodrom zu sehen. Dabei dreht sich alles um
die Welt der Eiskönigin Elsa.
Wie alt ist die Video-Plattform YouTube?
10 Jahre
12
15
Auflösung: www.morgenpost.de/schueler
Schüler machen Medien ist ein Projekt der Berliner Morgenpost, an dem sich Klassen aus Grund- und Oberschulen beteiligen können.
Junge Journalisten sind eingeladen, Artikel für diese Seite und für Morgenpost Online zu schreiben.
Was denkste?
„Wenn ich tanze, fühle
ich mich frei, bin ich in
meiner eigenen Welt“
Von Augustinus Aurelius stammt der
Satz: „Ich lobe den Tanz, der alles fordert und fördert - Gesundheit und klaren Geist und eine beschwingte Seele“.
Auch wenn Augustinus die Worte vor
vielen Jahrhunderten gesagt hat, beschreibt er meine eigenen Gefühle gut:
Beim Tanzen empfinde ich Freiheit und
Ruhe, Lebensfreude und Ausgeglichenheit. Am Anfang ist es schwierig, den
inneren Schweinehund zu besiegen.
Aber wenn ich dann in meinem Element
bin und nur noch Musik und Rhythmus
spüre, fühle ich mich unendlich frei,
vergesse Raum und Zeit. Dann bin ich in
meiner eigenen kleinen Welt.
Tanzen verbessert nachweislich das
Herz-, Kreislauf- und Lungensystem.
Auch das Gehirn ist gefordert, da gute
Aufmerksamkeit und das Gedächtnis
wichtig sind. Darüber hinaus sollte man
nicht vergessen, dass Tanzen die soziale
Kommunikation verbessert – wer tanzt,
kann neue zwischenmenschliche Beziehungen knüpfen.
Bei Kindern und Jugendlichen ist es
momentan sehr angesagt, Hip-Hop und
Streetdance, Breakdance oder auch
Ballett zu tanzen. Ältere Menschen
wählen eher die klassischen Tanzstile
wie Tango, Salsa, Disco-Fox oder Walzer.
Modernere Tanzformen wie Zumba und
Bauchtanz werden überwiegend von
Jüngeren genutzt.
Ich möchte Menschen empfehlen, die
gerne tanzen würden, einfach mal zu
schauen, welche Tanzrichtung die richtige für sie ist. Dazu sollten sie sich in
verschiedenen Tanzschulen umschauen.
Auch die Volkshochschulen bieten günstig Kurse mit engagierten Tanzlehrern
an. Ich selbst habe mehrere solcher
Kurse, einen Hip-Hop & StreetdanceKurs sowie mehrere Zumba-Kurse besucht – und Glücksmomente erlebt.
Juliane Biewald, Anna-Freud-Schule,
Charlottenburg
Pilotprojekt: Ab jetzt
gibt es Science Slams
auch in der Schule
In dieser Woche fällt der Startschuss für
das Projekt „ScienceSlam@School“: an
der Marie-Elisabeth-Lüders-Oberschule
(Melo) in Schöneberg. Nach dem Vorbild
der großen Science Slams, bei denen Wissenschaftler kurz und unterhaltsam Forschungsergebnisse präsentieren, sind am
19. Februar Schüler beim Tag der offenen
Tür aufgerufen, Unterrichts- oder Praktikums-Inhalte in spannenden Kurzvorträgen darzustellen. Die Regeln sind dabei
die gleichen wie bei den Science Slams im
Kreuzberger SO 36. Ein Vortrag dauert
zehn Minuten, und am Ende stimmt das
Publikum ab, wer gewinnt. Die MeloSchüler werden dabei unterstützt von
den Science-Slam-Experten der Agentur
„policult“. Innovative Wissensvermittlung und Wissenschaftsbegeisterung, das
wolle ScienceSlam@School sein, sagt die
Agentur.
Schulen, die das Format ebenfalls einführen wollen, können sich bei policult
melden und informieren. Mehr Infos gibt
es im Internet unter „www.policult.de“
und unter „www.scienceslam.net“. Auch
die Schule hat eine Website: „www.meloberlin.de“.
hub
KONTAKT Online: jugend@morgenpost.de,
im Internet findet Ihr weitere Schülerartikel und
Bildergalerien unter www.morgenpost.de/schueler
Adresse: Redaktion Berliner Morgenpost,
Schüler machen Medien, Andrea Huber,
Kurfürstendamm 21-22, 10 874 Berlin,
Telefon: 25 91-73 627, Fax: 25 91-33 627
Wenn das Handy Freundschaften zerstört
Schulpsychologe
erklärt, wie schnell
man vom Smartphone
abhängig wird und
welche Strategien
dagegen helfen
Bist Du süchtig nach Deinem Handy?
1
Auswertung
Wofür benutzt Du Dein Handy hauptsächlich?
Für die Kommunikation über soziale Netzwerke
Um Spiele zu spielen
Nur, um damit zu telefonieren
Ich nutze alle Funktionen
2A
keine B < 500 MB
3A
Ich ärgere mich darüber, dass ich nicht online sein kann
Wie viele mobile Daten verbrauchst du pro Monat?
Paul besitzt eines der neusten
Smartphones. In jeder freien Minute ist
er mit seinem Handy beschäftigt. In der
Schule hat er sein Handy immer griffbereit unter dem Tisch. Wenn der Unterricht langweilig ist, chattet er mit
Freunden oder spielt auf seinem
Smartphone. Er kennt alle Trends in
den sozialen Netzwerken, da er dank
des mobilen Datenvolumens immer
online sein kann. Seine Freunde bezeichnen ihn deshalb als süchtig oder
abhängig. Aber was ist da genau der Unterschied – und wie definieren es die
Experten? Um das herauszufinden, haben wir ein Interview mit dem Schulpsychologen Dr. Wolfgang Steininger
und dem Lichtenberger Kontaktlehrer
Rainer Bäth geführt. Wenn Ihr selbst
herausfinden wollt, ob ihr süchtig seid,
könnt ihr danach den Selbsttest auf dieser Seite machen.
David Hofacker: Wie zeichnet sich eine
Handysucht aus?
Wolfgang Steininger & Rainer Bäth:
Manchmal ist es schwierig zu bestimmen, ob jemand schon oder noch nicht
abhängig ist. Die Abhängigkeit ist das
letzte Stadium einer Sucht, in dem es
meistens zu einem vollkommenem
Kontrollverlust kommt.
Wie erkennt man eine Sucht?
Das Problem ist, dass der Betroffene
immer noch glaubt, er hätte die Kontrolle, obwohl er auf dem Weg ist, sie zu
verlieren. Meistens erkennen Menschen aus dem näherem Umfeld zuerst
die Sucht.
Gibt es Entzugserscheinungen?
Es kann passieren, dass der Süchtige total neben sich steht, weil er glaubt, dass
ihm etwas „Lebenswichtiges“ fehlt.
Wie kommt es zu einer Sucht?
Es gibt Menschen, die empfänglicher
für eine Sucht sind als andere. Man ist
nicht von heute auf morgen süchtig
nach etwas – es tritt eher unmerklich
ein.
Was genau können Gründe für eine Sucht
sein?
Oft sind Gründe für eine Sucht mit anderen sozialen Problemen verkoppelt.
Wenn man zum Beispiel bereits sozial
isoliert ist, ist man möglicherweise anfälliger für eine Sucht.
Wie kann einem geholfen werden?
C < 1 GB D > 1GB
IOIIOOIOOII
Du hast Dein Handy zu Hause vergessen. Wie reagierst Du darauf?
B Mich stört es nicht weiter
C Sehr gut, dann kann ich ein bisschen abschalten
D Ich ärgere mich, dass ich nicht erreichbar bin
4
Du sitzt in der U-Bahn und langweilst Dich.
Welche Möglichkeit wählst Du?
A
B
C
D
5
6
0–5 Punkte: Du hast keine Probleme.
Wenn Du so weiter machst, kommst Du
nicht einmal in die Nähe einer
Handysucht.
Ich höre über mein Handy Musik
Ich lese ein Buch
Ich fange an, unterschiedliche soziale Netzwerke zu checken
Ich fange an, auf meinem Handy zu spielen
6–12 Punkte: Du bist nicht süchtig
nach Deinem Handy, denn Du kannst es
auch einfach mal weglegen. Aber
aufgepasst. Wenn Du Dein Handy
häufiger benutzt, kann sich daraus eine
Sucht entwickeln.
Du stehst an einer Kreuzung und weißt nicht,
in welche Richtung Du musst. Was tust Du?
A
B
C
D
Ich frage jemanden höflich nach dem Weg
Ich suche im Internet nach dem Weg
Ich rufe meine Mutter an
Ich schaue im Internet nach, schweife ab und lande bei Facebook
13–19 Punkte: Du bist süchtig nach
Deinem Handy. Du hast es immer
dabei, auch wenn es gar nicht nötig ist.
Wenn Du es nicht bei Dir hast, machst
Du Dir Sorgen, dass Du etwas verpasst.
Es könnte sich daraus sogar eine
Abhängigkeit entwickeln.
Du machst Hausaufgaben und plötzlich bekommst Du
eine Nachricht. Wie reagierst du?
A
B
C
D
Für die erste Frage gibt es keine Punkte
Frage 2:
a) 0 Punkte; b) 1 Punkt;
c) 2 Punkte; d) 3 Punkte.
Frage 3:
a) 0 Punkte; b) 2 Punkte;
c) 1 Punkt; d) 5 Punkte.
Frage 4:
a) 4 Punkte; b) 0 Punkte;
c) 0 Punkte; d) 1 Punkt.
Frage 5:
a) 1 Punkt; b) 0 Punkte;
c) 3 Punkte; d) 3 Punkte.
Frage 6:
a) 4 Punkte; b) 1 Punkt;
c) 0 Punkte; d) 0 Punkte.
Du greifst sofort zum Handy, um zu gucken, wer Dir geschrieben hat
Du machst Deine Hausaufgaben zu Ende, bevor Du die Nachricht liest
Du lässt Dich gar nicht ablenken
Du stellst Dein Handy lautlos
Infografik:
H. Anders, H. Aßmann
Testentwicklung:
David Hofacker, Jan Hendrik Ostrop
Mehr als chatten und spielen
Mit Handy lernen Wer
über Handysucht
spricht, denkt an Menschen, die mit dem
Smartphone vor allem
spielen und chatten.
Doch das Handy lässt
sich auch fürs Lernen
nutzen. Wer Referate
oder größere Präsentationen vorbereitet, kann
Interviews mit Experten
aufzeichnen. Oder Videos drehen. Themen
aus dem Fachunterricht
lassen sich auch in einem
Hörspiel verarbeiten –
für das Aufzeichnen
eignen sich Smartphones sehr gut.
Apps Beim Recherchie-
Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Erst
einmal ist es wichtig, professionelle Hilfe anzunehmen, wie zum Beispiel die der
Schulseelsorge, die eines Schulpsychologen oder die eines Vertrauenslehrers.
Das Problem ist, dass es sehr schwierig
sein kann, einer Sucht entgegen zu wirken. Denn auch wenn man es geschafft
hat, eine Sucht zu bekämpfen, kann es
ren helfen Apps wie etwa
die der öffentlichen
Bibliotheken (ekz.bibliotheksservice), die es
kostenlos sowohl für
Apple- wie auch für
Android-Geräte gibt. Für
fast alle Fächer von
Biologie über Geschichte bis hin zu Sprachen
sind gute Apps erhältlich.
Druck setzt. Eine Chat-Nachricht muss
nicht immer umgehend beantwortet
werden, man kann auch mal eine Stunde später darauf reagieren. Wer immer
gleich antwortet und dafür andere Tätigkeiten unterbricht, bereitet sich
selbst Stress – das ist eine Dauerbelastung. Es lohnt sich daher, auch über einen Handy-freien Tag nachzudenken.
Welche Gefahr stellt eine Sucht dar?
Eine Sucht ist immer schädlich. In Falle
einer Handy-Sucht dominiert das
Handy die Freizeit. Das heißt, dass andere Freizeitbeschäftigungen vernachlässigt werden. Darunter können zum
Beispiel Freundschaften leiden.
wieder zu einem Rückfall kommen. Deswegen ist es wichtig, sich eine Alternative oder eine Ablenkung zu suchen.
Gibt es eigentlich viele Handy-Süchtige?
Viel öfter kommt Internet-Sucht vor,
die aber mit Handys zu tun haben kann.
Haben Sie konkrete Tipps?
Beispielsweise kann man für sich beschließen, die Handy-Zeiten zu begrenzen. Man sollte auch aufpassen, dass
man sich nicht selbst ständig unter
David Hofacker, Jahrgang 9, FriedrichEbert-Gymnasium, Wilmersdorf. Den
Selbsttest hat David zusammen mit Jan
Hendrik Ostrop, Jahrgang 9, ArndtGymnasium, Dahlem, entwickelt
Hilfe! Von meinem Tag ohne Internet . . .
Unfreiwillig offline: Jugendreporterin erzählt von ihren überraschenden Erfahrungen
T VON NINA SASSENROTH, 14
Gerade bin ich dabei, ein YouTube-Video zu gucken, als es plötzlich stockt.
Ich warte, nichts passiert und plötzlich
erscheint auf dem Bildschirm eine Albtraum-Anzeige: „Internetverbindung
nicht verfügbar.“ Ich beschließe, stattdessen Musik zu hören, öffne den
Streamingdienst „Spotify“ und klicke
auf „Play“ – doch nichts passiert. Ich
fluche, trenne die Verbindung, stelle sie
wieder her. Ziehe alle Kabel und stecke
sie wieder rein, ich versuch es sogar mit
einer Problem-Diagnose an meinem
Computer. Alles ohne Erfolg. Ich beschließe einfach zu warten, bis sich das
Problem von allein erledigt.
nes Buches wird nach einer Stunde
langweilig. Aus lauter Ratlosigkeit fange ich an zu malen. Dabei versuche ich
sonst, das möglichst zu vermeiden. Tatsächlich ist das Malen dann amüsanter
als gedacht. Ich zeichne ein Modellauto
Auch meine Mutter wird nervös,
denn sie kann ihr Bedürfnis, E-Mails
sofort zu lesen, nicht befriedigen. Verzweifelt ruft sie unsere Nachbarn an
und fragt, ob diese ebenfalls Probleme
mit dem Internet haben. Als klar wird,
dass wir die einzigen sind, rufen wir
den Provider an. Erst haben wir nur
nervige Roboterstimmen an der Strippe, landen dann in einer nicht enden
wollenden Warteschleife. Als sich nach
einer gefühlten Stunde endlich ein echter Mensch meldet, ist der Rat nur:
„Probieren Sie es doch mal mit einem
neuen Router.“ Doch es ist Sonntag . . .
Völlig genervt versuche ich, eine Beschäftigung zu finden. Aber im Fernsehen läuft nur Schrott, und das Lesen ei-
Nichts los Nina ohne Internet
+
KRAUTHÖFER
ab, und so vergeht eine halbe Stunde.
Am Ende dieses unfreiwilligen Experiments ist mir klar geworden, wie abhängig ich vom Internet bin. Doch ist
das generell etwas Schlechtes?
Seitdem ich einen eigenen Laptop
habe, gucke ich fast gar kein Fernsehen
mehr, sondern nur noch ein paar YouTube-Videos. Ich erledige Hausaufgaben im Nullkommanix, weil ich schnell
Infos im Netz finde und kann meine
Lieblingsmusik kostenlos und legal hören. Trotz solcher Vorteile habe ich mir
für die Zukunft aber überlegt, öfter zum
Buch oder zum Stift zu greifen, da ein
Leben „offline“ wesentlich entspannter
sein kann. Der Druck, auf keinen Fall
etwas verpassen zu dürfen, schwindet.
Altsprachen
sind bei Schülern
unpopulär
Experte: „Sie helfen uns, die
Vergangenheit zu verstehen“
Dass sie ihre Wahl noch bereuen würde,
hätte Franziska nie geahnt. Sie war entschlossen gewesen und hatte nicht lange
nachgedacht. Doch später merkte sie,
dass genau diese Unüberlegtheit ihr Fehler gewesen war. So wie Franziska geht es
vielen Jugendlichen, die bald nach Schuljahresbeginn erkennen, dass ihre Fächerwahl eine falsche war. Nur wenige haben
sich vorher ernsthaft mit der Frage auseinander gesetzt, welche Fremdsprache für
sie am meisten Sinn macht.
Auch wir haben Altgriechisch nicht gewählt – weil wir nach jahrelangem Lateinund Englisch-Unterricht die Erfahrung
gemacht haben, dass uns Englisch mehr
liegt. Daraus schlossen wir, dass es für
uns sinnvoller ist, Neusprachen zu wählen. Deshalb haben wir uns für Französisch entschieden. Aus einer Umfrage unter den Unter- und Mittelstufen-Schülern
am Canisius-Kolleg in Tiergarten ging
hervor, dass die Lieblings-Fremdsprache
von 45,7 Prozent der Befragten Englisch
ist. Dagegen stimmten nur etwa halb so
viele Schüler für Latein. Die zweite dort
unterrichtete Altsprache, Altgriechisch,
landete hinter Französisch mit nur 9,7
Prozent der Stimmen auf dem vierten
Platz. Hinzu kommt, dass nur 23,8 Prozent der Jugendlichen aus den Jahrgängen acht und neun Altgriechisch statt
Französisch als Wahlfach hatten. Warum
zeigt die Jugend aktuell ein solches Desinteresse an Altsprachen?
Entscheidungen fallen zu schnell
Oft sind die Meinungen der Schüler allerdings unüberlegt. Markus Gehlen, Lehrer für sowohl Alt- als auch Neusprachen
am Canisius-Kolleg, gab an, dass sehr viel
öfter Schüler vom Wahlfach Französisch
zu Altgriechisch wechselten als andersherum. Die Gründe dafür, von Anfang an
Altgriechisch zu wählen, seien fast ausschließlich Interesse an der Antike, der
Philosophie und der griechischen Mythologie, weniger an der Sprache an sich. Das
jedenfalls ist seine Erfahrung.
Gehlen selbst hält Altgriechisch für eine sehr wichtige Sprache. Sie helfe uns,
die Vergangenheit zu verstehen und mit
diesem Wissen unsere Zukunft zu gestalten. Doch lohnt es sich angesichts der
mangelnden Begeisterung für die Sprache
wirklich noch, diese zu unterrichten?
Viele verstehen den Sinn nicht. Wieso
eine Sprache lernen, die nicht zur Kommunikation und somit dem eigentlichen
Zweck von Sprache dient? Ist es nicht
nützlicher, seine neusprachlichen Fähigkeiten zu verbessern? „In 300 Jahren ist
Deutsch eine Altsprache. (...) Ich vermute, man kann dann mit drei Sprachen die
Welt bereisen: Mandarin, Englisch, Spanisch“, so Kai Schmitz, Investmentbanker, in einer E-Mail an uns. Er ist kein großer Verfechter der Altsprachen. Sein Gedankengang ist wohl den meisten Menschen einleuchtender als Argumente der
Altsprachen-Befürworter.
Diese Einstellung haben auch viele Jugendliche und konzentrieren sich deshalb
in der Schule auf Englisch, während Latein und Altgriechisch von den meisten
links liegen gelassen werden. Befürworter
der Altsprachen sehen darin eine große
Gefahr: Der Facharzt Winfried Voderholzer erklärt beispielsweise, das Erlernen
der Altsprachen trüge zum Verständnis
der eigenen Sprache bei und helfe auch,
andere Fremdsprachen zu verstehen. Gerade für Deutsche ist Latein eine verhältnismäßig einfach zu erlernende Sprache,
da unsere Grammatik in vielem der lateinischen ähnelt. Auch viele Vokabeln lassen sich durch deutsche Fremdwörter
herleiten.
Zwar nimmt die Präsenz des Englischen im Alltag immer mehr zu, doch
trotzdem sollte man bei seiner Entscheidung nicht vergessen, dass auch die Altsprachen wichtig sind und ihr Wert nicht
unterschätzt werden sollte.
Jasper, Emilia & Johannes, Klasse 9c,
Canisius-Kolleg, Tiergarten
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