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- Beatrice Hess

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AKTUELL
Zürich 2
IN KÜRZE
Unispital baut
Das Universitätsspital Zürich
(USZ) und der Zürcher Heimatschutz (ZVH) haben sich in der
Auseinandersetzung um die provisorischen Bauten im Spitalpark
vertraglich geeinigt: Der ZVH
zieht seine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen die Baubewilligung des Modulbaus im Spitalpark zurück. Das USZ seinerseits
wird den ZVH in die Planung und
Realisierung der baulichen Gesamterneuerung des Spitals regelmässig mit einbeziehen.
Familien-Initiative
Der Regierungsrat lehnt die am
8. März zur Abstimmung gelangende eidgenössische FamilienInitiative ab. Mit den erst kürzlich erhöhten Abzügen seien die
Sonderlasten von Kindern bereits
ausreichend berücksichtigt. Die
finanziellen Folgen wären massiv: Landesweit sei mit Steuerausfällen von rund einer Milliarde Franken zu rechnen. Der Kanton Zürich und seine Gemeinden
wären mit jährlichen Ertragsausfällen von mindestens 115 Millionen Franken erheblich betroffen.
Mietpreise
Im Januar sinken die Angebotsmieten im Kanton Zürich um 0,17
Prozent auf einen Indexstand von
116 Punkten. Betrachtet man den
Vorjahresmonat, so resultiert ein
Anstieg von 1,49 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt der Angebotsmietsindex, der vom Immobilienportal homegate.ch in Zusammenarbeit mit der Zürcher Kantonalbank erhoben wird. Er misst
die monatliche Veränderung der
Mietpreise anhand der aktuellen
Marktangebote.
Nationalrat
Der Regierungsrat hat den Landwirt Rudolf Winkler aus Ellikon
an der Thur als Mitglied des Nationalrats gewählt. Der 60-Jährige folgt auf den per sofort aus
dem Nationalrat ausgeschiedenen
Lothar Ziörjen (Bürgerlich-Demokratische Partei).
Bevölkerung wächst
Der Kanton Zürich zählte Ende
2014 rund 1 443 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Damit hat
die Bevölkerungszahl im Lauf des
vergangenen Jahres um beinahe
22 000 Personen zugenommen.
Dies zeigt die jüngste Bevölkerungserhebung des Statistischen
Amts. Die Zahl der ausländischen
Staatsangehörigen belief sich Ende 2014 auf gut 370 000. Dies
entspricht einem Ausländeranteil
von 25,7 Prozent, 0,5 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
Mehr Geld für Sport
Der Sportfonds soll künftig 30
Prozent des Ertrags aus der
Interkantonalen Landeslotterie/
Swisslos erhalten. Heute sind es
nur 21 Prozent. Die Erhöhung
beschloss der Kantonsrat, der mit
148 gegen 19 Stimmen eine entsprechende Motion der CVP unterstützte. Dagegen waren nur
die Grünen.
Nr. 7
12. Februar 2015
3
AUF
EIN WORT
FRIEDENSRICHTER-WAHLEN
«Was war Ihre härteste Lebensprüfung?»
Für die FriedensrichterWahlen am 8. März stehen
offiziell drei Personen zur
Auswahl: Es sind dies (in
alphabetischer Reihenfolge): Beatrice Hess
(FDP), Harry Marines-Carl
(parteilos) und Sabine
Ziegler. «Zürich 2» hat
ihnen (schriftlich) vier
Fragen gestellt.
Elke Baumann
Beatrice Hess (54) kandidiert für
die FDP. Die Schulpflegerin und
freiberufliche Organisationsberaterin hat zwei Söhne.
Fotos: zvg.
Warum wollen Sie Friedensrichter/in
werden?
Beatrice Hess: Als Friedensrichterin
kann ich meine Lebenserfahrung als
Mutter und Schulpflegerin und mein
Fachwissen als Beraterin einbringen.
Und es reizt mich, beruflich nochmals etwas Neues anzupacken – jetzt,
wo die Kinder selbstständig sind. Eine Friedensrichterin hat mit der ganzen Vielfalt des Lebens zu tun und
kann viel dazu beitragen, Konflikte
zu einem raschen und guten Ende zu
bringen. Wenn ich mit geschickter
Gesprächsführung und glaubwürdiger Allparteilichkeit dazu beitragen
kann, dass weniger Fälle vor Gericht
verhandelt werden müssen, hilft das
den Beteiligten und spart auch der
Öffentlichkeit Kosten. Wenn sich zum
Beispiel Nachbarn dank einer fairen
Schlichtung auf dem Friedensrichteramt wieder grüssen, ist allen gedient.
Harry Marines-Carl: Ich will Friedensrichter werden, weil dieses Amt
eine wesentlich ausgleichende Funktion im Zusammenleben erfüllen
kann. Aufgrund meiner beruflichen
und privaten Erfahrungen habe ich
mir die notwendigen Kenntnisse (Organisator, Mediator) angeeignet und
meine persönlichen Fähigkeiten weiterentwickelt. So kann ich allparteilich und lösungsorientiert mit Konflikten umgehen. Dieses Wissen und
Können möchte ich nun als Friedensrichter, zugunsten der Allgemeinheit
einbringen.
Sabine Ziegler: Wenn Konflikte
rasch und niederschwellig gelöst
werden, können alle wieder vorwärtsschauen. «Schlichten statt streiten»: Hinter diesem Prinzip stehe ich
privat wie auch im öffentlichen Leben. In bald zwanzig Jahren Politik
habe ich mich intensiv mit unterschiedlichen Menschen und ihren Lebenserfahrungen auseinandergesetzt
und dies schätzen gelernt. Diese Erfahrungen möchte ich als Friedensrichterin einbringen.
pervision, Coaching und Mediation
habe und weil ich parteiunabhängig
bin. Die beiden Kandidatinnen sind
Vertreterinnen grosser Parteien. Sie
werden von diesen unterstützt. Es
besteht eine, wenn auch nicht offensichtliche, Möglichkeit von Abhängigkeit. Wie weit die beiden Kandidaturen aus wahltaktischen Gründen –
wir stehen vor Wahlen in diverse
Parlamente – sozusagen als Wahlvorbereitung dienen, ist nicht klar.
Sabine Ziegler: Ich habe das professionelle Rüstzeug und die menschlichen Qualitäten, die dieses Amt erfordern: Seit 14 Jahren arbeite ich
als Mediatorin in privaten und wirtschaftlichen Fällen. Als Verwaltungsrätin der EKZ (Elektrizitätswerke
Kanton Zürich) bin ich zudem am
Puls der Wirtschaft. Auf diese praktischen Erfahrungen kann ich als Friedensrichterin zurückgreifen.
Und warum sollen die Leserinnen und
Leser Sie und nicht Ihre Kontrahentin/
Ihren Kontrahenten wählen?
Beatrice Hess: Ich bringe das nötige
Fachwissen und die richtige Grundhaltung mit. Seit über 13 Jahren befasse ich mich als Beraterin mit Konfliktsituationen. Ich habe viel Übung
darin, Bewegung in festgefahrene Situationen zu bringen und zusammen
mit den Beteiligten Auswege aus vermeintlichen Sackgassen zu finden.
Den Menschen begegne ich auf Augenhöhe und traue jeder und jedem
etwas zu. Ich kann gut eine Brücke
zu verschiedensten Menschen schlagen und glaubwürdig meine Wertschätzung zeigen. Zudem bin ich lösungsorientiert und hadere nicht mit
Dingen, auf die ich keinen Einfluss
habe. Mir ist wohl in meiner Rolle als
Vermittlerin. Ich halte die Fäden in
der Hand, muss aber nicht selber im
Mittelpunkt stehen.
Harry Marines-Carl: Weil ich Erfahrungen in den Bereichen Gewerbe,
IT, Nachbarschaft, Kunst, sowie Su-
Friedensrichter sehen auch hinter die
Kulissen im Leben, brauchen oft viel
Fingerspitzengefühl. Was war Ihre bisher
härteste Lebensprüfung?
Beatrice Hess: Meine härtesten Lebensprüfungen waren klar im privaten Bereich. Das gehört aber nicht in
die Zeitung, weil es nichts aussagt
über meine Eignung für das Amt als
Friedensrichterin. Aus der Distanz ist
es einfach zu sagen, dass ich daraus
viel über mich und den Umgang mit
Menschen gelernt habe. Aber im Moment war es einfach schlimm. Ich
musste hinnehmen, was ich nicht beeinflussen konnte, und mich neu «erfinden».
Harry Marines-Carl: Von Schicksalsschlägen bin ich Gott sei Dank privat
und beruflich nicht betroffen worden.
Höhen und Tiefen habe ich aber im
Zusammenhang mit meinem beruflichen Werdegang immer wieder erfahren. Der Weg vom Handwerker
zum Qualitätsmanager in einer grossen Unternehmung hat das mit sich
gebracht. Wenn Sie nach der «härtes-
Harry Marines-Carl ist parteilos.
Der ausgebildete Mediator arbeitet
als IT-Spezialist bei der Credit
Suisse im Uetlihof.
Sabine Ziegler war 15 Jahre für die
SP im Kantonsrat. Seit 2009 ist die
selbständige Mediatorin Verwaltungsrätin der EKZ.
2x Kampfwahlen
Wer wird künftig das Büro des Friedensrichters Kreis 1+2 am Tessinerplatz belegen? Am 8. März sind die
Wahlen, zumindest der 1. Wahlgang.
Foto: ls.
Die Stadt Zürich verfügt über
sechs Friedensrichterämter, die
für je zwei Stadtkreise zuständig
sind. Kampfwahlen gibt es im
Wahlkreis 1+2 und im Wahlkreis
3+9. Dort fordert Paul Bühlmann
den bisherigen Thomas Marthaler
heraus. (zh2.)
ten Lebensprüfung» fragen, das kann
ich dies nicht beantworten, denn eine
Lebensprüfung ist immer dann hart,
wenn man gerade in ihr steht und
nicht weiss, wo es hingeht ...
Sabine Ziegler: Ich habe 2003 meinen Lebenspartner in den Tod begleitet und war dabei mit schwierigen
Entscheiden konfrontiert. Nach seinem Tod ging es darum, sein Erbe
fair unter Familie und Freunden aufzuteilen. Ein anspruchsvoller Vorgang, bei dem es galt, sowohl auf
Fakten als auch auf Emotionen einzugehen und gemeinsam Lösungen
zu finden. Gleichzeitig musste ich
auch selber die Ereignisse verarbeiten.
Hand aufs Herz: Mussten Sie auch schon
antraben bei einem Friedensrichter?
Beatrice Hess: Nein. Aber es ist
nichts «Gschämigs». Es gibt verschiedene gute Gründe für den Gang zum
Friedensrichter, sei es als Beklagter
oder als klagende Partei. Als Friedensrichterin wird es meine Aufgabe
sein, faire und menschlich tragbare
Lösungen für alle Beteiligten zu finden.
Harry Marines-Carl: Hand aufs
Herz, ja, ich war beim Friedensrichter, und das ist nicht lange her, letztes
Jahr war das. Ich hatte mich bei einem der amtierenden Friedensrichter kundig gemacht, wie die Praxis
und der Alltag eines Friedensrichters
aussieht. Ich fand es sehr spannend,
mit dem Experten von der Front zu
diskutieren und etwas hinter die Kulissen blicken zu können. Dies hat
mich in meinem Entschluss, Friedensrichter zu werden, bestärkt.
Sonst war ich noch nie beim Friedensrichter.
Sabine Ziegler: Nein, zum Glück
nicht. Doch war ich schon bei der
Mietschlichtung; als Mieterin wie
auch als Vermieterin. Ausserdem war
ich bei der Schlichtungsbehörde einige Jahre selber als Schlichterin tätig.
Von Oscar Wilde stammt das Zitat:
«Die gesamte Geschichte ist nichts
als Klatsch.» Wir fragen uns, wie
die Weltgeschichte wohl ohne
Klatsch und Tratsch aussehen
würde ... Sie wäre langweilig! Also
haben wir uns aufgemacht, die
Wiege des Klatsches zu suchen –
und wurden im Buch der Bücher
fündig. Die Geschichte ist allgemein bekannt: Als Adam und Eva
Probleme mit der Schlange und
dem Apfel bekommen, müssen sie
Knall auf Fall das Paradies verlassen. Aber sie stehen nicht allein
auf dem öden Acker. Die Schlange
ist ihnen gefolgt, und die Schlange
ist der Klatsch.
Schauen wir mal bei den Griechen vorbei. Sie sind ein Volk der
Klatsch und Tratsch
– ohne gehts nicht
Künstler und der reisenden Kaufleute. Ein Künstler braucht Fantasie und ein Kaufmann Zungenfertigkeit – und beides braucht auch
der Klatsch. Erotische Klatschgeschichten aus dem hohen Olymp
erfreuen sich grösster Beliebtheit,
speziell bei Dichtern, Werbern und
Gymnasiasten.
Folgen wir dem Klatsch zu den
Römern. Sie sind kein Volk der
Kaufleute, sondern der Söldner,
und kein Volk der Künstler, sondern der Juristen. Soldaten sind
nicht redegewandt, und Juristen
haben keine Fantasie, also, gibt es
bei den Römern keinen Klatsch sollte man meinen! Das stimmt
nicht! Auch hier wird geklatscht
und getratscht was das Zeug hält!
Als die Römer nach dem kalten
Norden ziehen, bringen sie in ihren Tornistern den Klatsch mit.
Die nüchternen Kelten und Alemannen beeindruckt das wenig,
denn für sie ist Klatschen nichts
Neues!! Kommentarlos stellen wir
fest, dass der Klatsch zwar geächtet wird, aber eine nicht zu unterschätzende Form der Kommunikation ist und uns alle überleben
wird.
CS nicht sehr kulant
Dass die Credt Suisse sich per Ende
April aus Wollishofen zurückzieht, ist
bekannt. Nun hat sich aber eine Leserin beim «Zürich 2» gemeldet und
erzählt, dass die Kündigungsfrist für
ihre Konten nicht angepasst wurde.
«Die CS hat mir gesagt, das im Kleingedruckten vorgesehene halbe Jahr
Kündigungsfrist bleibe unabhängig
von der kurzfristigen Filialschliessung bestehen». So muss die Leserin
drei Monate in die City oder nach Adliswil pendeln, um ihre Bankgeschäfte zu erledigen. (ls.)
Erika Welti informiert
Das Frauenpodium Zürich 2 organisiert im Hinblick auf die Wahlen vom
8. März (und auf die Wahlen/Abstimmungen vom 12. April) eine neutrale
Infoveranstaltung. Am Montag, 16.
Februar, um 9 Uhr informiert die Politkennerin Dr. Erika Welti über die
anstehenden Themen. Die Veranstaltung findet im Parterre des Hauses
der EMK-Kirche (Mutschellenstrasse
188) statt. Infos: 044 482 53 27.
(eing.)
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