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Januar / Februar 2015 - Theater und Orchester Heidelberg

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THEATER-MAGAZIN
Ausgabe Nr. 12 – Januar/Februar 2015
Aufbruch ins Neue
Uraufführungen am Theater und
Orchester Heidelberg
2
THEATER-MAGAZIN – JANUAR/FEBRUAR 2015
Politisches in Wort und Ton
Zweitägiges Symposion zum politischen Musiktheater
Von Julia Hochstenbach
Im Anschluss an die Uraufführung
von „Abends am Fluss/Hochwasser“
unternimmt das Theater und Orchester Heidelberg mit einem zweitägigen Symposion unter dem Titel „Ich
wandte mich und sah an alles Unrecht, das geschah unter der Sonne …
– Musiktheater heute: Politisches Musiktheater?“ den Versuch einer Standortbestimmung des zeitgenössischen
Musiktheaters. Als „Kraftwerk der
Gefühle“ wurde die Oper von Alexander Kluge umschrieben, doch wie politisch ist sie, und worüber definiert
sich ein zeitgenössisches politisches
Musiktheater? Diesen und anderen
Fragen wird das Uraufführungs-Regieteam um Peter Konwitschny gemeinsam mit dem Komponisten
Johannes Harneit und zahlreichen
Referenten nachgehen – darunter der
Komponist Helmut Lachenmann, die
Komponistin Chaya Czernowin und
der Regisseur Achim Freyer.
Im Symposion wird das Politische
im zeitgenössischen Musiktheater
untersucht, befragt, diskutiert – im
Sonderkonzert zum Abschluss des
Symposions wird es klanglich leibhaftig. Entlang vierer sehr unterschiedlicher Werke aus dem 20. und
21. Jahrhundert spürt das Konzert
der Spannbreite politischen Ausdrucks, politischen Engagements in
PROGRAMM
Symposion „Musiktheater heute:
Politisches Musiktheater?“
13. Februar 2015
19.30 Uhr Vorstellung
„Abends am Fluss/Hochwasser“,
UA, Marguerre-Saal
14. Februar 2015
10.30 bis 18 Uhr
Symposion, Alter Saal
10.30 bis 12 Uhr
Form, Botschaft, intendierte
Wirkung – Komponisten
12.15 bis 13.45 Uhr
Bilder, Räume, Sprache – Regie,
Dramaturgie, Bühne
15.15 bis 16.30 Uhr
Gesang, Spiel, Körpertheater –
Sängerdarsteller
16.45 bis 18 Uhr
Chancen, Risiken, Perspektiven –
Institution und Rezeption
Im Rahmen des Symposions ist auch der Kammeropern-Abend „In meiner Nacht“
mit Opern des 20. und 21. Jahrhunderts zu sehen, darunter A. Schönbergs
„Erwartung“ mit Hye-Sung Na. Foto: Annemone Taake
Verschmelzung mit genuin musikalischen Prozessen nach. Mit einem A-capella-Gesang Luigi Nonos und einem
Werk Bernd Alois Zimmermanns auf
Zitate aus der Bibel und Dostojewskijs „Die Brüder Karamasow“ erklingen Werke zweier explizit politisch engagierter Meister des 20. Jahrhunderts;
in Kompositionen der Israelin Chaya
Czernowin – hier: dem Sextett „Dam
sheon hachol“ („Das Stundenglas
rinnt noch“) – finden sich gesellschaftliche und politische Aspekte als Antei-
le menschlicher Identität wieder; und
die eigens für diesen Anlass vom Theater und Orchester Heidelberg in Auftrag gegebene „Symphonie“ Johannes Harneits setzt sich aktiv mit dem
Widerstand gegen musikalische oder
auch gesellschaftliche Formen – oder
deren Erfüllung – auseinander.
>Symposion, 13.–15. Februar
>Podiumsdiskussionen, 14. Februar,
10–18 Uhr, Alter Saal
>Sonderkonzert, 15. Februar,
11 Uhr, Alter Saal
17.45 bis 18 Uhr
Abschlussdiskussion
20 Uhr Vorstellung
„In meiner Nacht“:
„Twice Through the Heart“
von Mark-Anthony Turnage,
„Death Knocks“ von Christian Jost,
„Erwartung“ von Arnold Schönberg, Regie: Clara Kalus, Zwinger 1
15. Februar 2015
11 Uhr Sonderkonzert,
Alter Saal
In Zusammenarbeit mit der
Fachzeitschrift OPERNWELT
Mit freundlicher Unterstützung
der Deutschen Bank AG Heidelberg
Meister des Klangs und der Szene
hol. Johannes Harneit (*1963) ar- Komponist erhielt Johannes Harbeitete als Dirigent mit zahlreichen neit zahlreiche KompositionsaufträOrchestern im In- und Ausland. Als ge, u. a. von der Alten Oper Frankfurt, dem NDR Hannover, der IGMN
Basel und dem Beethovenfest Bonn.
Seine Partituren wurden von einer
Vielzahl namhafter Musiker und
Ensembles aufgeführt. Johannes
Harneit arbeitet zur Zeit an einer
Oper für Kinder und Erwachsene
für das Theater&Philharmonie Thüringen (UA April 2015) und ist in der
Spielzeit 2014/15 „Komponist für
Johannes Harneit. Foto: Barbara Auermüller Heidelberg“.
IMPRESSUM
Das Theater-Magazin ist eine
Sonderveröffentlichung der
Rhein-Neckar-Zeitung.
Titelfoto: Erik Spruijt
(Hieronymus B.)
Redaktion: Julia Hochstenbach
Mitarbeit: Katharina Hollerwöger
Gestaltung: Artem Bathauer
Anzeigen: Andreas Miltner
(verantw.)
Druck: Heidelberger Mediengestaltung HVA GmbH
Peter Konwitschny arbeitet freischaffend als Regisseur an vielen
deutschen Bühnen und im Ausland,
u. a. in München, Basel, Paris, Kopenhagen, Amsterdam, Moskau oder
Tokio. 2008 bis 2011 war er Chefregisseur der Oper Leipzig und inszenierte oft an der Hamburgischen
Staatsoper und am Opernhaus Graz.
Seine Neuinterpretationen von Werken Händels und Wagners erlangten
theatergeschichtliche Bedeutung.
Konwitschny ist Honorarprofessor
an der HfM „Hanns Eisler“ Berlin,
Preisträger zahlreicher renommierter Preise und Mitglied mehrerer
Kunstakademien.
Peter Konwitschny. Foto: Werner Kmetitsch
Sängerporträt
jh. Vom kämpferischen Agit-PropLied über die komplex-verschlüsselte
Stellungnahme zur politischen Geisteshaltung einer Nation reicht das Spektrum politischer Aussage in Musik. In
der beliebten Reihe der „Sängerporträts“ werden die Ensemblemitglieder
Elisabeth Auerbach und Ipca
ˇ Ramanovic´ und der Komponist Johannes Harneit diese sängerisch beleuchten – mit
Liedern und Vokalkunst von Hanns
Eisler, Johannes Harneit und anderen.
Es moderiert Heribert Germeshausen.
>„Sängerporträt“: „Ein politisch Lied,
ein garstig Lied“, 22. Februar, 11 Uhr, Heimliche, verspielte, verzweifelte Liebe: Claude Debussys Oper „Pelléas et Mélisande“
steht auf dem Spielplan des Theaters und Orchesters Heidelberg. Foto: Annemone Taake
Alter Saal
THEATER-MAGAZIN – JANUAR/FEBRUAR 2015
Aufbruch zu neuen Ufern
Zur Uraufführung von Johannes Harneits Opern „Abends am Fluss“ und „Hochwasser“
Die Lockungen des Konsums: auch im Kaufrausch spiegelt sich deutsche Gesellschaft. Malerin Lisa Kottinger bemalt den
Prospekt der Kaufhausfassade, BühnenbiId von „Abends am Fluss“. Foto: Annemone Taake
Von Bettina Bartz
Eine Uraufführung ist immer aufregend. Niemand hat die Musik je vorher gehört, niemand hat das Stück
BühnenbiId-Modell der Kaufhausfassade
Fluss“. Foto: Annemone Taake
je vorher gesehen. Sänger, Musiker,
Regisseur und Bühnenbildner schöpfen ohne Vorbilder, sie müssen ein
eigenes Verhältnis zu dem Werk finden, es gemeinsam er-finden, nicht
nur zusammensetzen wie ein vorgefertigtes IKEA-Regal, sondern selber
hobeln, sägen, schleifen – was für ein
Riesenspaß!
Früher war das ja immer so, die barocken Fürstenopern waren immer
Uraufführungen, von Hofkomponisten für das erlauchte Publikum eigens komponiert, einstudiert, dann
applaudiert oder kritisiert, auf jeden
Fall aber sofort von der nächsten
Neuigkeit verdrängt.
Diesen Hunger nach Neuem scheint
es beim Publikum aber immer weniger zu geben. Im gleichen Maße, wie
die Opernhäuser ein Kernrepertoire
herausbildeten und alte Komponisten wie Mozart oder Verdi die Spielpläne bestimmten, verlor der Zeitgenosse die Lust auf Zeitgenössisches
im
Opernhaus.
Im
internationalen Opernbusiness
herrscht das Paradox: trendig ist
das
Altbewährte
und altmodisch ist
es, Neues zu versuchen.
Ganz gegen diesen
Strom schwimmt
nun das Heidelberger Ensemble
mit der Uraufführung von „Abends
am Fluss“. Peter
Konwitschny hat
das Werk vor 6
Jahren in Auftrag
gegeben und der
in „Abends am Komponist Johannes Harneit etwa
ebenso lange daran gearbeitet. Beide kennen sich aus
der gemeinsamen Arbeit an „Al gran
sole carico d'amore“ von Luigi Nono,
einem großartigen, hochpolitischen
Klassiker der Moderne, und bringen
die nötige Portion gegenseitigen Vertrauens mit für ein solches Wagnis.
Am 17. November haben die Proben
begonnen und die Tatsache, dass der
Komponist auch selbst dirigiert und
bei den Proben dabei ist, macht die
wechselseitige Inspiration bis zum
letzten Ton möglich. Alle beteiligten
Künstler erleben ein seltenes Glück.
Was hier gemeinsam geschaffen wird,
ist nicht nur eine neue Oper, es ist sogar ein neues Genre mit Elementen
der Revue, der Tragödie und Komödie, mit Groteske und Varieté. Die
Interpretation auf der Bühne ist Teil
des neuen Werkes. Ein anderes Theater würde es vollkommen anders interpretieren. Das Libretto von Gero
Troike macht dies möglich. Es ist ein
geheimnisvoller Text, nach vielen Seiten offen assoziierbar. Der Regisseur
Peter Konwitschny und sein Team
bekamen bis auf die Erwähnung des
Heidelberger Professors Karl Jaspers
und seiner Schrift zur Schuldfrage
der Deutschen keine Hinweise des
Autors. Doch dieser Wegweiser erwies sich, zusammen mit einem Zitat
von Rosa Luxemburg, als Schlüssel für die theatralische Umsetzung.
Der Bühnenbildner Helmut Brade
zaubert mit der Opernmaschinerie
eine abendliche Flusslandschaft auf
die Bühne des Marguerre-Saals, in
der historisch bekannte Archetypen
angeschwemmt werden, die unaufhörlich alt-neue deutsche Familiengeschichten erzählen: der schuldig gewordene Großvater, die tote
Frau, das Wunderkind, der schlafende Hund, ein linker und ein rechter
Spitzel …
Mit „Hochwasser“ folgt dann das Satyrspiel im historischen Alten Saal.
Dem absurden Dialog zweier Koffer merkt man die literarische Verwandtschaft zu Ionesco und Beckett
schmunzelnd an. Als stilgebendes
musikalisches Mittel verwendet der
Komponist zwei um einen Viertelton
versetzt gestimmte Klaviere, denen
jeweils ein Kammerorchester zugeordnet ist. Durch den Chor, der hier
das den Keller überschwemmende
Hochwasser symbolisiert, ist die Koffer-Unterhaltung mit dem anderen
Stück verbunden.
> Premiere „Abends am Fluss/
Hochwasser“, 6. Februar,
19.30 Uhr,
Marguerre-Saal/Alter Saal
Weitere Termine: 13., 20.,
28. Februar, jeweils 19.30 Uhr
3
WILLKOMMEN!
Hochverehrtes Publikum!
Das neue Jahr 2015
beginnt am Theater Heidelberg mit
Höhepunkten in allen Sparten. Sei es
im Jungen Theater
die Uraufführung
„Rico, Oskar und
der Diebstahlstein“
nach dem Bestseller von Andreas
Steinhöfel für alle ab neun Jahren.
Oder im Schauspiel die Premiere
von Friedrich Schillers Trauerspiel
„Maria Stuart“, das lange nicht in
Heidelberg zu sehen war und das der
junge Regisseur Ingo Berk für Sie inszeniert – mit Nicole Averkamp und
Christina Rubruck in den Hauptrollen. Oder im Tanztheater das von
der stets wachsenden Fangemeinde
schon sehnsüchtig erwartete neue
Stück von Nanine Linning, „Hieronymus B.“ zum fünfhundertsten Todestag Hieronymus Boschs, für das
wie bei ihrem „Requiem“ das Künstlerduo „Les Deux Garçons“ die Ausstattung entwirft. Der größte Coup
erwartet Sie im Musiktheater: Starregisseur Peter Konwitschny inszeniert die Uraufführung zweier Opern
von Johannes Harneit. Und nicht nur
das: Im Anschluss an die Premiere
gibt es am Theater Heidelberg ein
zweitägiges Symposion: „Musiktheater heute: Politisches Musiktheater?“ mit Johannes Harneit, Peter
Konwitschny und anderen. Dieses
Programm zum Jahresanfang beweist aufs Schönste die einzigartigen
Möglichkeiten und die ganze Bandbreite eines Mehrsparten-Theaters,
wie wir es in Heidelberg haben.
Gründe genug, um voller Vorfreude
ins neue Jahr zu starten, findet
Ihr Holger Schultze
VORSCHAU
Themen des Theater-Magazins
März-April 2015
Festival
„Heidelberger Stückemarkt“
24. April-3. Mai
Musiktheater
Premiere „Cabaret“,
von John Kander, ab 12. April
Schauspiel
Premiere „Die Kassette“
von Carl Sternheim, ab 29. März
Premiere „Ella“ von Herbert
Achternbusch, ab 1. April
Premiere „These little town blues
are melting away“ von Pipsa Lonka,
ab 24. April
Junges Theater
Premiere „Vom Fischer und seiner
Frau“ (UA) nach den Brüdern
Grimm, ab 12. April
... und vieles andere mehr
4
THEATER-MAGAZIN – JANUAR/FEBRUAR 2015
„BotenStoffe“
im Doppelpack
sm. Im Rahmen der Reihe „BotenStoffe“ präsentieren die Assistenten
des Theaters gemeinsam mit Schauspielern des Ensembles ihre eigenen
Arbeiten. Egal ob Klassikerinszenierung, Performance oder Installation –
die Zuschauer haben die Möglichkeit
ganz unterschiedliche Handschriften
und Ästhetiken von jungen Theatermachern zu erleben. Im Januar präsentieren die Assistenten sogar gleich
zwei Abende:
Jessica Weisskirchen inszeniert mit
„Soulfood“, einer Uraufführung von
Andrea Schmidt, zum ersten Mal
außerhalb des Zwingers. Sie füllt
die Leitstelle im Dezernat 16 mit
einem brodelnden Schlagabtausch;
im Anschluss beschallt dann das
DJ-Kollektiv „Endlos“ mit elektronischer Musik. Ein Mord ist geschehen: Um den wahren Tathergang zu rekonstruieren, suchen die
Freunde John und Dave nach der
Wahrheit. Britta Ender inszeniert
einen packenden Einakter von Enda
Walsh über die menschliche Psyche.
> „Soulfood“ von Andrea Schmidt,
17. Januar, 21 Uhr, Leitstelle im
Dezernat 16
> „Fraternity“ von Enda Walsh,
23. Januar, 21 Uhr, Zwinger 1
Der Charakter der Macht
Ingo Berk bringt Schillers „Maria Stuart“ auf die Marguerre-Saal-Bühne
Von Sonja Winkel
Der Streit zwischen Königin Elisabeth I. von England und ihrer
Rivalin um den Thron, der schottischen Königin Maria Stuart, währt
seit Jahren. Nun hat ein Gericht
die inhaftierte Stuart wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Doch
Elisabeth sorgt sich um ihr Ansehen und zögert, das Hinrichtungsurteil zu unterschreiben. Während
Lord Burleigh auf die Vollziehung
des Urteils drängt, wirbt Lord
Shrewsbury für Verständnis für die
aus ihrem eigenen Land geflohene
Königin. Und während Elisabeth
noch zögert, plant der in religiösem Fanatismus verrannte Mortimer ihre Ermordung und die Befreiung der katholischen Königin.
Der Mordanschlag auf die Königin
misslingt, und Schiller lässt den
Polit-Krimi schließlich in einer Begegnung der Königinnen gipfeln,
die es historisch so nie gegeben hat.
Betrug sei „die Grundlage politischer Macht“, schrieb etwa der
amerikanische Schriftsteller Ambrose Bierce 1911 in „Des Teufels
Wörterbuch“. Immer wieder wurde
im Laufe der Jahrhunderte die politische Macht herausgefordert und
ins Wanken gebracht. Menschen
gingen und gehen auf die Barrikaden. Gegen tyrannische Herrscher,
für bessere Arbeitsbedingungen,
gegen die Abholzung eines Parks,
gegen den Bau eines Bahnhofs –
die Liste ließe sich endlos verlängern. Mancher Machthaber wurde
vom Aufbegehren seiner Untergebenen zu Fall gebracht, die Macht
selbst, jene Fähigkeit, das Verhalten von anderen zu kontrollieren,
schwindet nicht. Warum und was
sie ausmacht, sind spannende FraEine Postkarte mit diesem Motiv findet gen über die Philosophen, Psychosich in vielen Heidelberger Cafés!
logen, Neurowissenschaftler und
Künstler kontrovers diskutieren.
Grafik: Jens Richter, Jens Mogler
Zu ihrer Zeit sind sich die Königinnen Elisabeth und Maria nie begegnet – Friedrich Schiller wagt das Experiment des Aufeinandertreffens. Rechts: Maria Stuart,
anonymer Maler nach Nicholas Hilliard. Links: Das „Darnley Porträt“ von Elisabeth
I. von England. Fotos: anonyme Maler, beide aus der National Portrait Gallery, London.
Schillers Trauerspiel spinnt ein
feinmaschiges Netz an Beziehungen, in denen unterschiedliche
Facetten von Macht eine Rolle
spielen: Macht durch Belohnung,
Beziehungsmacht, Expertenmacht
und Macht durch Legitimation.
Nicht allein die Königinnen bilden das Duo eines Machtkampfes,
sondern jede von Schillers Figuren
verfolgt ein ureigenes Interesse.
Der Großteil der Interessen zielt
auf die Vergrößerung des eigenen
Einflussbereiches oder die Durchsetzung der eigenen Mittel. Sein
Blick auf die politischen Mittel der
Macht ist dabei schonungslos und
zeigt eine Machtelite, in der Betrug
und Lügen, Mordanschläge und
genötigte Zeugen den finsteren Gegenpol darstellen zum nach außen
gewahrten Schein.
Konsequenterweise hat Schiller
in seinem Stück den historischen
Gang der Ereignisse auch nicht
anders entschieden als die Wirklichkeit. Am Ende legt Maria ihren
Kopf auf den Henkerblock. Aber
bis es so weit ist, entspinnt sich
eines der spannendsten Intrigengeflechte der Theatergeschichte. Ingo
Berk wird es in Heidelberg auf die
Bühne bringen, mit Nicole Averkamp in der Titelrolle und Christina Rubruck als Königin Elisabeth.
> Premiere „Maria Stuart“,
27. Februar, 19.30 Uhr,
Marguerre-Saal
Reise in den Wilden Osten
Einblicke in das Leben von Maria Stuart
sw. In Wolfgang Herrndorfs Kultbuch
„Tschick“ erleben die beiden Helden
eine wilde Reise durch das, was mal
„der Osten“ war. Auch Wolfgang Büscher hat diesen Osten erkundet. Und
kaum ein Autor schreibt so schön
über das Reisen – die Menschen, das
Essen, das Vorankommen, die Landschaft – wie Wolfgang Büscher. In
der Januar-Lesezeit liest der gebürtige Dresdner Benjamin Nowitzky
aus dessen Reisebeschreibungen aus
Brandenburg und Sachsen. Für sein
Buch „Deutschland, eine Reise“ unternahm Büscher eine dreimonatige
Reise an der Grenze Deutschlands
entlang. Mal diesseits, mal jenseits
der abstrakten Linie einer nationalen
Grenze reiste er zu Fuß, per Bus und
per Anhalter.
> 29. Januar, 16.30 Uhr, Stadtbücherei. Benjamin Nowitzky liest aus „Deutschland, eine Reise“. Foto: Florian Merdes
Der Eintritt ist frei.
Dominik Lindhorst liest aus Stefan Zweigs Biografie
sw. Über wenige Frauen der europäischen Geschichte ist so viel Unterschiedliches zu Papier gebracht
worden wie über die hingerichtete
Schottenkönigin Maria Stuart. Eine
der fulminantesten Schilderungen
dieser 44-jährigen Lebensgeschichte
ist Stefan Zweig gelungen. Aus Sicht
von Gender Studies, Psychologie und
Geschichtswissenschaft ist seine Biografie mit Sicherheit nicht auf dem
aktuellen Stand der Forschung, umso
mehr besticht sie durch seine ganz
persönliche Leidenschaft für Maria
Stuart. Schillers Trauerspiel über
Maria und Elisabeth hat am Folgetag
Premiere im Marguerre-Saal.
> 26. Februar, 16.30 Uhr,
Dominik Lindhorst liest aus „Maria
Stadtbücherei. Der Eintritt ist frei. Stuart“. Foto: Philipp Ottendörfer
THEATER-MAGAZIN – JANUAR/FEBRUAR 2015
5
Das Glück ist nicht immer lustig
Rainer Werner Fassbinders „Katzelmacher“ in der Regie von Isabel Osthues
Von Lene Grösch
ellen
Sehnsüchten
und der kollektiVon Freunden und Filmexven Stilisierung des
Fremden als Bedrohperten wird er nur RWF genannt: Rainer Werner Fassung, die bei Katbinder, Schauspieler, Autor,
zelmacher in FremRegisseur, Außenseiter, Mydenhass und Gethos. Seine Filme gehören
walt mündet. Seine
zu den Meilensteinen des
Figuren sind die
europäischen Kinos, in weVerworfenen
einer
nig mehr als zehn Jahren
Gesellschaft, die jeprägt er maßgeblich das Gemanden finden, der
noch ärmer dran ist
sicht des „Neuen deutschen
als sie, und an dem
Films“ in den 70er-Jahren
sie ihren Hass und
– und fasziniert nicht nur
ihre
Frustration
durch seine künstlerische Als Gäste nun regelmäßig in Heidelberg zu sehen: Bertram Maxim Gärtner, Viola Pobitschka und Jan Krauter
Handschrift, sondern vor al- als Franz, Elisabeth und Erich. Fotos: Florian Merdes, Annemone Taake
wunderbar loswerlem durch seine anarchische
den können. Mehr als
Kreativität und seine selbstzerstöre- die mehr schlecht als recht ihr Le- en den Kopf. Und so muss der männ- vierzig Jahre seit der Uraufführung
rische, alles fordernde Energie. Bevor ben vor sich hin lebt, zwischen grau- liche Teil der Gruppe natürlich dafür scheint dieses Phänomen alles andeFassbinder mit „Katzelmacher“ sei- er Arbeit und kleinen Träumen. Alle sorgen, dass die Ordnung wiederher- re als Kraft verloren zu haben. Mehr
nen ersten großen filmischen Durch- haben irgendwelche Beziehungen gestellt wird, und sei es mit Gewalt.
denn je kämpft das Einwanderungsbruch hat, arbeitet er jahrelang am miteinander, alle wollen ein besseres „Über nichts als über Menschen weiß land Deutschland mit Vorurteilen und
Theater, spielt, schreibt, inszeniert – Leben, aber niemand kann seine Ge- ich Bescheid“ behauptete Fassbinder, Fremdenfeindlichkeit. Fassbinder erund schart in dieser intensiven Zeit fühle artikulieren. Stattdessen geht der in seiner Verfilmung 1969 selbst zählt dabei klugerweise kaum etwas
eine Handvoll Künstler um sich he- ihr Leben den desillusionierenden die Rolle des Jorgos als gesellschaft- über Jorgos, den eigentlichen Auslörum, die später als Fassbinder-Fami- gewohnten Gang der Perspektiv- licher Außenseiter par excellence ser für die Sprengung der Normalität.
lie berühmt werden sollte.
losigkeit – bis plötzlich Jorgos, der spielte. Menschliche Beziehungen Stattdessen wirft er einen präzisen
Vor dem Film „Katzelmacher“, in Gastarbeiter, in den 60er-Jahren ab- beschreibt er als hoffnungslos falsch, und nachdrücklichen Blick in den
dem unter anderem Hanna Schy- wertend ‚Katzelmacher‘ genannt, in und trotzdem tut er es angetrie- beklemmenden Denkkosmos der Eingulla mitspielte, gab es bereits das ihr Leben platzt und es gründlich ben von einer überraschenden und heimischen.
Stück „Katzelmacher“, entstanden auf den Kopf stellt. Nicht nur, dass erschreckenden Ehrlichkeit. Fass- > Premiere „Katzelmacher“,
am Action-Theater 1968. Ein Frem- er einem von ihnen den Arbeitsplatz binder erzählt in lakonischen und 13. Februar, 20 Uhr, Zwinger 1
der dringt in die abgeschlossene wegnimmt, er verdreht durch seine nachdrücklichen Momentaufnahmen Weitere Termine: 8. März, 19 Uhr,
Provinzwelt einer Sandkastenclique, Andersartigkeit auch noch den Frau- von Gruppenbewusstsein, individu- 23. Mai, 20 Uhr
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Der Heidelberger Stückemarkt –
Gastland Mexiko
kh. Bereits zum 32. Mal findet vom
24. April bis 3. Mai 2015 der „Heidelberger Stückemarkt“ statt und
präsentiert an zehn Tagen wieder
ein dichtes Programm aus neuen
Stücken und Gastspielen von Uraufführungen aus dem gesamten
deutschsprachigen Raum. Dabei
möchte der Stückemarkt den Autorenbegriff erweitern und der Vielfalt
an künstlerischer Textproduktion
und unterschiedlichen Verhältnissen
von Text und Darstellung Rechnung
tragen. Mit dem Autorenwettbewerb
im Zentrum fördert das Festival
auch weiterhin bislang nicht etablierte Autoren, deren neue Stücke
in Lesungen vorgestellt werden. Besonders gespannt sein darf man auf
die Inszenierungen und Stücke aus
Mexiko, die im Rahmen des Gastlandprogramms präsentiert werden
sowie auf interessante Begegnungen mit mexikanischen Autoren und
Theatermachern!
> „Heidelberger Stückemarkt“,
24. April - 3. Mai 2015
www.heidelberger-stueckemarkt.de
Der Vorverkauf für die Heidelberger
Schlossfestspiele beginnt
ek. Seit über 40 Jahren finden
jeden Sommer die traditionsreichen „Heidelberger Schlossfestspiele“
statt. Spannende Neuproduktionen der
Opern- und Schauspielsparte werden
auch dieses Jahr das Schloss erobern.
Die berühmteste Liebesgeschichte der
Welt, Shakespeares „Romeo und Julia“,
zieht vom Veroneser Balkon in Heidelbergs romantische Ruine, im Dicken
aTurm geht zeitgenössischer Tanz eine
waghalsige Verbindung mit Akrobatik
ein. Wie bereits im letzten Jahr prallen
der anmaßende Sprachforscher Henry
Higgins und das Blumenmädchen Eliza
in „My Fair Lady“ aufeinander – Happy End eingeschlossen – und festliche
Konzerte füllen den Schlosshof mit Musik – vom Barock zur Romantik und bis
Hollywood. Karten für die „Heidelberger Schlossfestspiele“ sind ab 15. Januar erhältlich.
> „Heidelberger Schlossfestspiele“
24. Juni – 2. August 2015
Ein Traum
in Seide
Mieder-, Wäsche-, Bademoden
Neugasse 13 · 69117 Heidelberg
Tel. 0 62 21 / 2 42 95 · www.maja-dessous.de
Marguerre-Saal und FOYER
Do
01.01.15
Alter Saal und
PROBEBÜHNE Friedrich5
Zwinger
1
Zwinger
3
Stadthalle Heidelberg,
Rokokotheater Schwetzingen
und andere Orte
18 Uhr
NEUJAHRSKONZERT
Hello America!
Fr
02.01.15
bis
So
11.01.15
Vom 2. bis 11. Januar sind Theaterferien. Die Theaterkasse ist am 1. und 6. Januar geschlossen,
sonst gelten die gewohnten Öffnungszeiten (Mo-Sa von 11-18 Uhr).
Marguerre-Saal und foyer
So
01.02.15
Mo
02.02.15
17 Uhr, Treffpunkt Foyer
THEATERFÜHRUNG
Di
03.02.15
Mi
04.02.15
Do
05.02.15
Sa
07.02.15
Mo
12.01.15
20 Uhr
TSCHICK
von W. Herrndorf
Di
13.01.15
20-21.20 Uhr, UA
AMI GOES HOME
von N. Wurman
Mi
14.01.15
9.15 + 11.30 Uhr, ab 6 Jahren
DER ZAUBERER VON OZ
nach L. F. Baum
Do
15.01.15
9.15 + 11.30 Uhr, ab 6 Jahren
DER ZAUBERER VON OZ
nach L. F. Baum
18.45 Einführung
19.30-21.45 Uhr
DIE HEILIGE JOHANNA DER SCHLACHTHÖFE
von B. Brecht
20 Uhr
TSCHICK
von W. Herrndorf
9-10.30 Uhr, UA, ab 11 Jahren
THEMENPAKET:
Ludunija – RÄTSELHAFTE SPUREN
11.15-13.15 Uhr, UA, ab 13 Jahren
THEMENPAKET: (OHN)MÄCHTIG GEWALTIG
11-12 Uhr, ab 12 Jahren
CYBER CYRANO
von I. Tasnádi
9-10.30 Uhr, UA, ab 11 Jahren
THEMENPAKET:
LUDUNIJA – RÄTSELHAFTE SPUREN
11.15-13.15 Uhr, UA, ab 13 Jahren
THEMENPAKET: (OHN)MÄCHTIG GEWALTIG
15-17 Uhr, ab 5 Jahren
ELTERN-KIND-WORKSHOP
18.15 Uhr Einführung
19 Uhr, Premiere, UA
HIERONYMUS B.
von N. Linning
Mo
19.01.15
17 Uhr
THEATERFÜHRUNG
Mi
21.01.15
19-21 Uhr, Friedrich5
TANZATELIER
20-21.45 Uhr
TROMMELN IN DER NACHT
von B. Brecht
19-24 Uhr
TANGODESEOS
Práctica y milonga
Do
22.01.15
Fr
23.01.15
18.45 Einführung
19.30 Uhr, UA
HIERONYMUS B. von N. Linning
So
25.01.15
11 Uhr, Foyer
EINFÜHRUNGSMATINEE
Abends am Fluss/Hochwasser
14.15 Einführung
15-17.30 Uhr
LA TRAVIATA von G. Verdi
Mo
26.01.15
19.30 Uhr
Rnz-Forum
Ist unser Steuersystem gerecht?
19 Uhr
TSCHICK
von W. Herrndorf
19-21 Uhr, Friedrich5
TANZATELIER
20 Uhr
TSCHICK von W. Herrndorf
20 Uhr
TSCHICK
von W. Herrndorf
20 Uhr
TSCHICK
von W. Herrndorf
Di
27.01.15
20-21.30 Uhr, Treffpunkt Bühnenpforte
VHS-THEATERWERKSTATT
Die heilige Johanna der Schlachthöfe
Mi
28.01.15
20-21.20 Uhr, UA
AMI GOES HOME
von N. Wurman
Do
29.01.15
Fr
30.01.15
18.45 Einführung
19.30 Uhr, UA
HIERONYMUS B. von N. Linning
Sa
31.01.15
19.30-22 Uhr
LA TRAVIATA
von G. Verdi
Mi
11.02.15
Do
12.02.15
21 Uhr, Gastspiel
in der Leitstelle im Dezernat 16
BOTENSTOFF EXTRA
Soulkitchen
11-12 Uhr, ab 12 Jahren
CYBER CYRANO
von I. Tasnádi
19 Uhr Einführung
19.30 Uhr, DE, Rokokotheater Schwetzingen
FETONTE von N. Jommelli
11-12.20 Uhr, UA, ab 12 Jahren
BIN ICH HÄSSLICH?
Ein Ensembleprojekt
20 Uhr
TSCHICK
von W. Herrndorf
Anschließend Studentenstammtisch
11 Uhr
TSCHICK von W. Herrndorf
21 Uhr
BOTENSTOFFE
Fraternity, Eintritt frei!
Sa
24.01.15
Di
10.02.15
Fr
13.02.15
Sa
14.02.15
So
15.02.15
19.30-21 Uhr
THE BLACK RIDER
von Burroughs, Waits und Wilson
19.30-21 Uhr
THE BLACK RIDER
von Burroughs, Waits und Wilson
Di
20.01.15
Mo
09.02.15
9-11 Uhr, UA, ab 13 Jahren
THEMENPAKET: (OHN)MÄCHTIG GEWALTIG
11.45-13.15 Uhr, UA, ab 11 Jahren
THEMENPAKET:
LUDUNIJA – RÄTSELHAFTE SPUREN
9.15 + 11.30 Uhr, ab 6 Jahren
DER ZAUBERER VON OZ
nach L. F. Baum
Zum letzten Mal!
Sa
17.01.15
So
18.01.15
So
08.02.15
19 Uhr Einführung
19.30, DE, Rokokotheater Schwetzingen
FETONTE
von N. Jommelli
Mo
16.02.15
Di
17.02.15
Mi
18.02.15
19.30-21 Uhr
THE BLACK RIDER
von Burroughs, Waits und Wilson
19.30-21 Uhr
THE BLACK RIDER
von Burroughs, Waits und Wilson
19 Uhr Einführung
19.30 Uhr, DE, Rokokotheater Schwetzingen
FETONTE
von N. Jommelli
Zum letzten Mal!
18.45 Einführung
19.30 Uhr
ABENDS AM FLUSS / HOCHWASSER
von J. Harneit
Fr
20.02.15
Sa
21.02.15
Zwinger
Zwinger
20 Uhr
TSCHICK
von W. Herrndorf
20-21.20 Uhr, UA
AMI GOES HOME von N. Wurman, z. l. M.
15-16 Uhr, WA, UA, ab 3 Jahren
BIS SPÄTER
von B. Studlar
10-11.30 Uhr, UA, ab 10 Jahren
»WEIL WIR KEIN DEUTSCH KONNTEN«
nach M. Zaeri-Esfahani
9-10.30 Uhr, UA, ab 11 Jahren
THEMENPAKET:
Ludunija – RÄTSELHAFTE SPUREN
9 + 11 Uhr, UA, ab 3 Jahren
BIS SPÄTER von B. Studlar
18.30 Einführung
19-20.40 Uhr
IN MEINER NACHT
von Turnage, Jost und Schönberg
15-16.30 Uhr, UA, ab 10 Jahren
»WEIL WIR KEIN DEUTSCH KONNTEN«
nach M. Zaeri-Esfahani
1
19-21 Uhr, Probebühne Friedrich5
TANZATELIER
18.45 Einführung
19.30-21.45 Uhr
DIE HEILIGE JOHANNA DER SCHLACHTHÖFE
von B. Brecht
18.45 Einführung
19.30 Uhr, UA, Premiere
ABENDS AM FLUSS / HOCHWASSER von J. Harneit
19 Uhr Einführung
19.30-21.10 Uhr, UA
Endless
von N. Linning, zum letzten Mal in Heidelberg!
11 Uhr, Foyer
EINFÜHRUNGSMATINeE
Maria Stuart
19 Uhr, Gastspiel
123. ZUNGENSCHLAG
Das Heidelberger Kabarett
18.45 Einführung, UA
19.30 Uhr
19-21 Uhr, Probebühne Friedrich5
HIERONYMUS B.
TANZATELIER
von N. Linning
18.45 Uhr Einführung
19.30-22.30
PELLÉAS ET MÉLISANDE von C. Debussy
11.30-13 Uhr, ab 9 Jahren
PÜNKTCHEN UND ANTON von E. Kästner
19.30 Uhr FREUNDESKREIS-TALK
20 Uhr, Probebühne Friedrich5
Traces of Afghanistan
18.45 Einführung
19.30 Uhr, UA
HIERONYMUS B. von N. Linning
18.45 Einführung
19.30 Uhr, UA
ABENDS AM FLUSS / HOCHWASSER von J. Harneit
10-18 Uhr
18.45 Einführung
musiktheater heute:
19.30-21.45 Uhr
DIE HEILIGE JOHANNA DER SCHLACHTHÖFE Politisches Musiktheater
Vorträge
von B. Brecht
14.15 Einführung
11 Uhr
15-16.50 Uhr
WIR SIND NOCH EINMAL DAVONGEKOMMEN SONDERKONZERT
von T. Wilder, zum letzten Mal!
19.30 Uhr, Premiere, Gastspiel
Frauentausch im Paradies
von Thomas Barth
Do
19.02.15
10-11.30 Uhr, UA, ab 10 Jahren
»WEIL WIR KEIN DEUTSCH KONNTEN«
nach M. Zaeri-Esfahani
Alter Saal und
probebühne Friedrich5
18.15 Einführung
11 Uhr
19-21.15 Uhr
2. KAMMERKONZERT
DIE HEILIGE JOHANNA DER SCHLACHTHÖFE mit Werken von Mozart und Cassado
von B. Brecht
Fr
06.02.15
Fr
16.01.15
Februar
THEATER-PROGRAMM
Januar
18.45 Einführung
19.30-21.45 Uhr
16-20 Uhr, Probebühne Friedrich5
DIE HEILIGE JOHANNA DER SCHLACHTHÖFE TANZATELIER INTENSIV
von B. Brecht
11 Uhr
18.15 Einführung
SÄNGERPORTRÄT
19-21.30 Uhr
Ein politisch Lied, ein garstig Lied
LA TRAVIATA
11-15 Uhr, Probebühne Friedrich5
von G. Verdi
TANZATELIER INTENSIV
3
Stadthalle heidelberg, Rokokotheater Schwetzingen, Peterskirche
und andere Orte
19.30 Uhr, Rokokotheater Schwetzingen
VALER SABADUS: A MUSICAL BANQUET
mit V. Sabadus und A. Wolf
19.30 Uhr, Rokokotheater Schwetzingen
DIE REISEN DES MARCO POLO ODER
NichtS über China
mit Eva Mattes, Wu Wei und der Lautten
Compagney Berlin
9 + 11.30 Uhr, von 6-18 Jahren
WORKSHOP FÜR GRUPPEN
20 Uhr, Premiere
KATZELMACHER
von R. W. Fassbinder
19.30 Einführung
20-21.40 Uhr
IN MEINER NACHT
von Turnage, Jost und Schönberg, z. l. M.
19-20.45 Uhr
TROMMELN IN DER NACHT
von B. Brecht
19-24 Uhr
TANGODESEOS Práctica y Milonga
20-21.45 Uhr, UA
LUPUS IN FABULA
von H. Dushe
20 Uhr
KATZELMACHER
von R. W. Fassbinder
18-19.30 Uhr, ab 9 Jahren
PÜNKTCHEN UND ANTON
von E. Kästner
So
22.02.15
15-16.30 Uhr, ab 9 Jahren
PÜNKTCHEN UND ANTON
von E. Kästner
Mo
23.02.15
20 Uhr
KATZELMACHER
von R. W. Fassbinder
Di
24.02.15
20 Uhr
KATZELMACHER
von R. W. Fassbinder
9.15 + 11.30 Uhr, UA, ab 9 Jahren
RICO, OSKAR UND DER DIEBSTAHLSTEIN
von A. Steinhöfel
Mi
25.02.15
20 Uhr
KATZELMACHER
von R. W. Fassbinder
10 Uhr, UA, ab 9 Jahren
RICO, OSKAR UND DER DIEBSTAHLSTEIN
von A. Steinhöfel
19.15 Einführung
20 Uhr, Stadthalle Heidelberg
4. PHILHARMONISCHES KONZERT
mit Werken von ter Schiphorst, Mozart
und Prokofjew
20 Uhr
TSCHICK
von W. Herrndorf
10-11.30 Uhr, UA, ab 10 Jahren
»WEIL WIR KEIN DEUTSCH KONNTEN«
nach M. Zaeri-Esfahani
16.30 Uhr, Stadtbücherei
LESEZEIT
Dominik Lindhorst liest aus „Maria Stuart“,
Eintritt frei!
9.15 + 11.30 Uhr, UA, ab 12 Jahren
BIN ICH HÄSSLICH?
Ein Ensembleprojekt
11-12.20 Uhr, UA, ab 12 Jahren
BIN ICH HÄSSLICH?
Ein Ensembleprojekt
11-12 Uhr, ab 12 Jahren
CYBER CYRANO
von I. Tasnádi
16.30 Uhr, Stadtbücherei
LESEZEIT
Benjamin Nowitzky liest aus „Deutschland,
eine Reise“, Eintritt frei!
19.30 Uhr, Schlosskapelle Schwetzingen
MUSICA BELLISSIMA Konzert der
Stipendiaten der Austria Barock Akademie
Do
26.02.15
Fr
27.02.15
Sa
28.02.15
18.45 Einführung
19.30 Uhr, UA
HIERONYMUS B.
von N. Linning
18.45 Einführung
19.30 Uhr, Premiere
MARIA STUART von F. Schiller
18.45 Einführung
19.30 Uhr, UA
ABENDS AM FLUSS / HOCHWASSER
von J. Harneit
11 Uhr, von 0-3 Jahren
PICCOLOKONZERT
von M. Ende und W. Hiller
15 Uhr, UA, Premiere, ab 9 Jahren
RICO, OSKAR UND DER DIEBSTAHLSTEIN
von A. Steinhöfel
11-12.20 Uhr, UA, ab 12 Jahren
BIN ICH HÄSSLICH?
Ein Ensembleprojekt
20 Uhr, Gastspiel
BOJIM SE DA SE SADA POZNAJEMO
vom Gavella Theater, Zagreb
10.30-12.30 Uhr, ab 5 Jahren
ELTERN-KIND-WORKSHOP
8
THEATER-MAGAZIN – JANUAR/FEBRUAR 2015
Reisender, Komponistin, Lautenist
„Winter in Schwetzingen“ lockt mit spannendem Konzertprogramm
Von Julia Hochstenbach
Vielfarbige Geschichten sind es,
die das Konzertprogramm des
Barock-Fests „Winter in Schwetzingen“ in diesem Jahr erzählt –
entlegen, bezweifelt, verheimlicht,
verlockend, und immer eine Entdeckung: ob sie den Bogen nach China schlagen, von ungewöhnlichen Künstlerbegegnungen künden,
Komponistinnen der Vergessenheit
entreißen; durchweg aber erzählt
von glänzenden Sängern und Musikern. Frauen und Komponieren?
Diese Frage war auch im Zeitalter
des Barock brisant, und so komponierten vor allem Frauen, die in
irgendeiner Form eine Sonderstellung oder Randposition in der Gesellschaft hatten: Nonnen, Kurtisanen,Virtuosinnen. Das hochbegabte
junge Vorarlberger Geschwistertrio ConCorda und die junge montenegrinische Ausnahmesängerin
´ allesamt PreisträOlivera Ticevic,
ˇ
ger der Austria Barock Akademie,
widmen ihr Konzert unter dem Titel „Musica Bellissima“ („Schönste
Musik“) barocken Komponistinnen
– unbeachtet, vergessen, vernachlässigt. Und fördern Musik von tatsächlich großer Schönheit zutage:
ein Plädoyer für die Italienerinnen
Barbara Strozzi und Isabella Leonarda und die Französin Elisabeth-
Star-Countertenor Valer Sabadus singt Eva Mattes begibt sich gemeinsam mit
auch dieses Jahr wieder in Schwetzin- der Lautten Compagney Berlin auf die
gen. Foto: Uwe Arens
Spuren von Marco Polo. Foto: Ida Zenna
Jaquet de la Guerre. Nach einem
gefeierten Auftritt im vergangenen Jahr kehrt Star-Countertenor
Valer Sabadus nach Schwetzingen
zurück und verführt mit geschmeidiger stimmlicher Brillanz und
hochemotionaler Ausdruckskunst.
Die innigen Lieder aus dem „Musical Banquet“ von 1610 des englischen Renaissance-Komponisten
und königlichen Lautenisten Ro-
Verschenken Sie
Information. Orientierung. Unterhaltung.
bert Dowland, Sohn des berühmten John Dowland, wählte er sich
diesmal aus; mit ihnen wendet er
sich der zartesten, intimsten Seite
der Kammermusik zu, begleitet allein vom obertonreichen Klang der
Laute. Zum Abschluss der Konzertreihe „Winter in Schwetzingen“
präsentiert das Programm des Barock-Ensembles Lautten Compagney unter Wolfgang Katschner mit
„Die Reisen des Marco Polo oder
Nichts über China“ eine Art musikalischen culture clash. Zwanzig
Jahre verbrachte Marco Polo bei
den Mongolen und Chinesen – oder
behauptete das zumindest: schon
die Zeitgenossen zweifelten an der
Wahrheit seiner Reiseberichte. Der
Faszination seiner farbigen Schilderungen aus dem „Reich der Mitte“
tat das keinen Abbruch. Die bekannte Schauspielerin Eva Mattes
begibt sich auf die Spuren des berühmten Venezianers, dessen Name
noch heute eine kulturelle Brücke zwischen Europa und China
schlägt. Diese aufgreifend, schuf
die Lautten Compagney eine faszinierende Fusion aus europäischer
Barock- und traditioneller chinesischer Musik – gemeinsam mit Wu
Wei, dem bekanntesten Virtuosen
auf der Mundorgel Sheng und einem Grenzgänger zwischen den
Kulturen von Ost und West. Laut
Presse „absolut hitverdächtig“!
>„Musica Bellissima“, 31. Januar,
19.30 Uhr, Schlosskapelle
Schwetzingen
> „Valer Sabadus – A Musical
Banquet“, 1. Februar, 19.30 Uhr,
Rokokotheater Schwetzingen
>„Die Reisen des Marco Polo oder
Nichts über China“, 8. Februar,
19.30 Uhr, Rokokotheater
Schwetzingen
Lust auf … neue Erlebnisse?!
Exklusives Freundeskreisprogramm
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ct. Das neue Jahr beginnt im Theater mit einem Highlight: Die Uraufführung von Nanine Linnings
neuster Choreografie „Hieronymus
B.“ feiert am 18. Januar Premiere.
Während Tanz-Fans es schon jetzt
kaum noch erwarten können, sind
die Mitglieder des Freundeskreises des Theaters und Orchesters
Heidelberg wieder ein Stück näher dran: Bereits zur Probe am 13.
Januar sind sie exklusiv eingeladen und erleben so die Entstehung
dieses Tanzabends hautnah mit.
Die Anmeldung zu diesem Probenbesuch wird erbeten an: caroline.
thiemann@heidelberg.de. Zur feierlichen Premiere findet zudem wie
gewohnt die „Freundeskreis- und
Paten-Lounge“ im Alten Saal statt,
im Rahmen derer Nanine Linning
gemeinsam mit Intendant Holger
Schultze allen Mitgliedern bei einem Glas Sekt eine kurze persönliche Einführung in den Abend gibt.
Am 11. Februar lädt der Freundeskreis seine Mitglieder ein zum
zweiten „Freundeskreis-Talk“ dieser Saison. Gast ist Kammersänger
Winfrid Mikus, der zu diesem Anlass aus dem Nähkästchen plau-
dert und dabei sicher die eine oder
andere unterhaltsame Anekdote
aus dem Leben eines Opernsängers ans Tageslicht bringt. Letzter
Programmpunkt im Februar ist
schließlich die „Freundeskreis- und
Paten-Lounge“ zur Premiere von
„Maria Stuart“ mit Regisseur Ingo
Berk am 27. Februar. Alle Informationen zum Freundeskreis und der
Mitgliedschaft sowie weitere Termine finden Sie unter www.freundeskreis-heidelberg.de .
> Probenbesuch, 13. Januar,
19 Uhr, Marguerre-Saal
> Freundeskreis- und Paten-Lounge,
18. Januar, 19.30 Uhr, Alter Saal
> Freundeskreis-Talk, 11. Februar,
19.30 Uhr, Alter Saal
> Freundeskreis- und Paten-Lounge,
27. Februar, 19 Uhr, Alter Saal
THEATER-MAGAZIN – JANUAR/FEBRUAR 2015
9
Den Garten der Lüste durchtanzen
Nanine Linning zelebriert mit „Hieronymus B.“ das Werk des Malers Hieronymus Bosch
Von Phillip Koban
Tief einzutauchen, mitgerissen zu
werden und faszinierende Welten
sinnlich zu entdecken – diese Erfahrung möchte Choreografin Nanine Linning ihrem Publikum auch
mit ihrer neuesten Produktion
„Hieronymus B.“, die am 18. Januar 2015 im Marguerre-Saal zur Uraufführung kommt, ermöglichen.
Der niederländische Maler Hieronymus Bosch steht für Gemälde, die den Betrachter weit über
die Grenzen der Realität führen
in einem Spiel der Imaginationen,
Ängste, Hoffnungen, Sünden und
Freuden. Seit mehr als 500 Jahren
ist die Faszination der farbprächtigen Meisterwerke ungebrochen,
die von fantastischen Kreaturen
schier überborden: Sie kriechen
und springen aus tiefen Löchern,
aus dunklen Ritzen oder fallen vom
Himmel herab. Bosch wusste Profanes und Religiöses, Natur und
zivilisatorische Errungenschaften
in seinen Bildern zu verbinden, die
die Aufmerksamkeit auf das Undenkbare und doch Mögliche lenken. Der inspirierenden Kraft dieses Malers will Nanine Linning mit
ihrer Tanzkompanie ein lebendiges
und zeitgemäßes Denkmal setzen.
Der Granatapfel: Bei Bosch Symbol der Verführung als auch des Seelenheils.
Foto: Wessel Oostrum
„Bosch hat meine Fantasie schon
immer befeuert“, bemerkt die
Choreografin, „ich denke, er war
ein wundervoller Maler in einer
wundersamen Zeit. Einer Zeit zwischen Mittelalter und Renaissance, in der die Welt entdeckt wurde und herauskam, dass sie nicht
flach, sondern rund war, in der die
Menschen von fremden Kulturen
und fremdartigen Wesen erfuhren.
Kirche und Weltbild änderten sich
radikal. Als ich erfuhr, dass 2016
aufgrund des Jubiläums seines Todesjahres das Bosch-Jahr sei, sagte
ich mir: Okay, jetzt ist wirklich der
Moment gekommen, mich mit ihm
Das Künstlerduo Les Deux Garçons in einer Produktion intensiv zu besteckt die Tänzer in eigene Variationen schäftigen“.
der Mischwesen Boschs. Foto: Erik Spruijt Und so entsteht am Heidelber-
So tanzen die Profis!
pk. Intensives Training ist für anspruchsvolle und abendfüllende
Produktionen wie die der Choreografin Nanine Linning Voraussetzung, rund sechseinhalb Stunden
täglich trainiert die Kompanie in
ihrem Studio in der Friedrichstraße 5. In dieser Arbeitsatmosphäre
der Profis kann auch das Publikum
im sogenannten „Tanzatelier“ das
tänzerische Repertoire körperlich
selbst erkunden: Tanzpädagogin
Gaëlle Morello führt alle Interessierten ab 18 Jahren aktiv in
Choreografien und Themen des
aktuellen Spielplans der Dance
Company Nanine Linning / Theater Heidelberg ein. Tänzerische
Vorkenntnisse sind hierzu keine
ger Theater ein Triptychon ganz
eigener Art. Michel Vanderheijden van Tinteren und Roel Moonen, die als „Les Deux Garçons“
schon Linnings „Requiem“ ausstatteten, schaffen hierfür ihren
„Garten der Lüste“: Zwischen
riesigen, belebten Reliefs etwa,
die Bildausschnitte der Gemälde
in die Dreidimensionalität überführen, begegnet das Publikum
in einem begehbaren Abschnitt
der drei Teile des Abends hautnah
Teufeln, allerlei Mischwesen und
verlorenen Seelen. Für „Hieronymus B.“ mussten alle Werkstätten
des Theaters Hand in Hand arbeiten: So waren an einem der infernalischen Kostüme – halb Bock,
halb Fisch mit Flügeln – Plastiker,
Maler, Kostüm- und Maskenbildner gleichermaßen beteiligt. Nur
so gelingt es, die Visionen Boschs
wirklich bewegte Realität werden
zu lassen. Eine derart aufwendige
Produktion verdankt ihr Entstehen auch der Unterstützung durch
die Produktionspaten des Bürgerkomitees. Ferner ist „Hieronymus
B.“ eine Koproduktion mit der
Veranstaltungsreihe „Jheronimus
Bosch 500“, die anlässlich des Jubiläumsjahres in Boschs niederländischer Heimatstadt ´s-Hertogenbosch unter anderem ein
umfangreiches
Kulturprogramm
auf die Beine stellt, in dessen Rahmen „Hieronymus B.“ ein Jahr
später im Februar 2016 mit einem
Gastspiel seine Niederlande-Premiere haben wird. Musikalisch begleitet den Tanz zwischen Himmel
und Hölle das Philharmonische
Orchester unter der Leitung von
Dietger Holm, neben Auftragskompositionen von Michiel Jansen
mit Werken von Dowland, Scarlatti, Händel und Purcell. Auch
Countertenor Artem Krutko ist
nach „Echnaton“ erneut in einer
Produktion Nanine Linnings zu
hören. Diese hofft, dass nicht nur
für sie in der Auseinandersetzung mit dem Œuvre Boschs ein
Traum wahr wird: „Es fühlt sich
sehr vertraut an, sehr nahe, nicht
nur auf künstlerischer Ebene. Und
ich denke, vielen Menschen geht es
so. Ich hätte dieses Thema wahrscheinlich nicht gewählt, wenn ich
mich nur für mich damit beschäftigen würde. Ich glaube, dass es
viele andere ebenfalls anspricht
und berührt, dass wir sie damit
anregen und erfreuen können.
Das ist meine Motivation als
Künstlerin.“
> Premiere „Hieronymus B.“,
18. Januar, 19 Uhr, Marguerre-Saal
Weitere Termine: 24., 30. Januar
und 9., 12., 26. Februar,
jeweils 19.30 Uhr
Die Liebe zieht weiter …
pk. Nomen ist hier wahrlich Omen:
nötig, lediglich Freude an Musik,
Auch nach ihrer letzten VorstelBewegung und daran, gemeinsam
lung im Marguerre-Saal gelangt
in der Gruppe Neues zu entdeNanine Linnings Erfolgsprodukcken, sollte bestehen. Das Tanztion „Endless“ nicht an ihr Ende,
atelier zu „Hieronymus B.“ wird
sondern wird noch vier Mal in Folim Februar an zwei Abenden soge am Stadttheater von Ingolstadt
gezeigt. Insgesamt wird der Abend
wie
als Wochenend-Workshop
um die Erfahrungen von großer
(inklusive einer Vorstellungskarte) angeboten. Anmeldung und
Liebe und herbem Verlust dann seiInformationen unter tanzatelier@
ne zwanzigste Aufführung gehabt
theater.heidelberg.de
haben. Die sechzehnte am 7. Feb> „Tanzatelier“, 2., 9. Feb., 19-21 Uhr
ruar bietet in Heidelberg die letzte
Gelegenheit, das „Must have seen“
(Teilnahmegebühr jeweils 12,-€,
erm. 10,-€)
der vergangenen Spielzeit (Mann> „Tanzatelier“, 21., 22. Feb., 16-20 Uhr
heimer Morgen) live zu erleben.
bzw. 11-15 Uhr (Teilnahmegebühr
> „Endless“, 7. Februar, 19.30 Uhr,
50,-€ inkl. Vorstellungsbesuch von
Marguerre-Saal und 19., 20.,
„Hieronymus B.“ am 26. Feb.),
„Endless“ bald als Gastspiel in Ingol- 21., 22. Februar, Stadttheater
Friedrich 5
stadt. Foto: Kalle Kuikkaniemi
Ingolstadt
10
THEATER-MAGAZIN – JANUAR/FEBRUAR 2015
Rico und Oskar erobern ab Februar die
Zwinger 3-Bühne!
Die Helden der Romantrilogie von Andreas Steinhöfel werden im Theater lebendig
Von Viktoria Klawitter
Andreas Steinhöfel ist Autor, Übersetzer und schreibt Drehbücher, u. a.
für die Kinderserie „Löwenzahn“.
Aber er ist vor allem durch seine Kinder- und Jugendbücher bekannt, z. B.
„Die Mitte der Welt“ und „Beschützer
der Diebe“. Er ist mit vielen Preisen
geehrt worden, unter anderem hat er
den Deutschen Jugendliteraturpreis
bekommen und 2013 hat er diesen
sogar für sein Gesamtwerk erhalten. Was Steinhöfel ausmacht, ist,
dass seine Romanhelden starke Kinder- und Jugendfiguren sind, obwohl
sie nicht in problemlosen, harmonischen Verhältnissen aufwachsen. Er
schreibt keine Problemgeschichten.
Auch die beiden Helden seiner „Rico
und Oskar“-Romane sind lebenskräftige, schlaue und liebenswerte Kinder.
Rico, 11, ist „tiefbegabt“, das heißt, er
denkt viel, aber es dauert immer etwas länger als bei anderen. Und wenn
er aufgeregt ist, kann es passieren,
dass die Bingokugeln in seinem Kopf
durcheinander kommen. Oskar dagegen ist hochbegabt. Beide wohnen in
Berlin-Kreuzberg, erleben jede Menge Abenteuer und klären schwierige
Kriminalfälle auf. So kommen sie im
ersten Band einem Kinderentführer
auf die Spur und im dritten verfolgen
sie einen gemeinen Dieb bis an die
Ostsee. Die Lektüre macht nicht nur
den Kindern Spaß, auch Erwachsene
haben ihre Freude daran.
Das Junge Theater bringt im Februar
den dritten Teil der Romanreihe auf
die Bühne. Das wird sicher eine große Herausforderung für die Schauspieler, die Rico und Oskar spielen.
Denn die beiden Figuren gehören
mittlerweile wohl zu den bekanntesten Romanhelden. Die „Rico und
Oskar“-Bücher sind zum Teil Schullektüre und im Frühjahr 2014 lief der
erste Teil im Kino. Doch mit Benjamin Nowitzky und Martin Schnippa
hat das Junge Theater die perfekte
Besetzung gefunden. Vielleicht sehen
die beiden in der Fantasie der Leser
anders aus, aber genau das wird das
Spannende sein. Wie setzt das Theater
die Geschichte um? Was ist eventuell
ganz anders als im Buch?
Inszeniert wird „Rico, Oskar und der
Diebstahlstein“ von Corinna Preisberg, die für das Junge Theater schon
bei „Cinderella“ und „Schwestern“
Regie geführt hat.
> Premiere „Rico, Oskar und der
Diebstahlstein“ für alle
ab 9 Jahren, 22. Februar,
15 Uhr, Zwinger 3
Weitere Termine: 24., 25. Februar,
jeweils zu unterschiedlichen Zeiten. Martin Schnippa und Benjamin Nowitzky spielen Oskar und Rico. Foto: Florian Merdes
Ein ganzes Wochenende Theater!
Theater für die Allerkleinsten
2. Heidelberger Kinder- und Jugendkongress im März
vk. Das Junge Theater bietet viele
Möglichkeiten sich auszuprobieren:
Workshops für Gruppen und ganze
Familien oder Spielclubs für alle
Altersgruppen. Ein weiteres Format
findet nun zum zweiten Mal statt:
Der Heidelberger Kinder- und Jugendkongress. Das Wort „Kongress“
klingt wenig nach Theater, treffen
sich auf einer Tagung, die „Kongress“ genannt wird, doch meistens
Experten der Wissenschaft. Doch
hier liegt der Anknüpfungspunkt
ANZEIGE
des Jungen Theaters. In den sieben
Werkstätten des Kinder- und Jugendkongresses kommen Experten
zusammen, sie tauschen sich aus
und erforschen gemeinsam ein Thema. Kinder und Jugendliche haben
spezielles Wissen, mit dem in den
Werkstätten gearbeitet wird. Dabei
bietet das Thema „Wir machen Helden“ jede Menge spannende Fragen,
z. B. welche Superkräfte braucht
man, um ein Held zu sein? Wie sehen
Helden aus und brauchen wir heute überhaupt noch Helden? Kann
jeder ein Held sein? Diesen Fragen
gehen die Teilnehmer mit Hilfe von
Tanz, Fotografie, Illustration, Performance, Kostümbild, Theaterspiel
und kreativem Schreiben auf den
Grund. Zum Abschluss des Kongresses werden die Forschungsergebnisse auf der Bühne des Alten
Saals präsentiert.
>2. Heidelberger Kinder- und
Jugendkongress „Wir machen
Helden“, 6., 7., 8. März,
8-18 Jahre, Informationen und
Anmeldung unter
zwinger3@heidelberg.de
Johanna Wieking, Peter Lindhorst und David Grimaud in „Bis später“.
Foto: Florian Merdes
vk. Seit einigen Jahren findet man
in den Theaterspielplänen vermehrt
Inszenierungen für Kinder unter
sechs Jahren. Damit einher geht eine
veränderte Sichtweise auf Kindheit.
Sie werden nicht mehr als unfertige
Menschen betrachtet, die bestimmte
Fähigkeiten erst erlernen müssen,
bevor man sie in die Gesellschaft
aufnimmt. Kinder verfügen über
Kompetenzen, die ernst genommen
werden. So sind Kinder im Theater
auch nicht mehr nur das Publikum
von morgen, sondern die Zuschauer
von heute. Theatermacher begegnen
ihnen auf Augenhöhe, nehmen ihren
Alltag, ihre Entdeckungslust und
Probleme ernst. Das Junge Theater
tut dies mit der Inszenierung „Bis
später“, die ab Februar wieder zu sehen ist.
>Wiederaufnahme „Bis später“
für alle ab 3 Jahren, 1. Februar,
15 Uhr, Zwinger 3
Weitere Termine: 4. Februar,
9 und 11 Uhr
THEATER-MAGAZIN – JANUAR/FEBRUAR 2015
11
Sampler, Klarinette, Melodien
Schiphorst, Mozart, Prokofjew im 4. Philharmonischen Konzert
Von Stefan Klawitter
Der „Heidelberger Künstlerinnenpreis“ hat Tradition! Auch dieses Jahr wird er wieder verliehen
– Preisträgerin ist die Hamburger
Komponistin Iris ter Schiphorst.
„Zerstören II“ heißt das Werk, das
im 4. Philharmonischen Konzert
zur Aufführung kommt – und es
fasziniert durch die Verbindung
von herkömmlichem Orchesterklang und elektronischen Sample-Zuspielungen. „Der Titel ‚Zerstören II‘ ist extrem vielschichtig“
notiert Iris ter Schiphorst im Uraufführungsjahr 2007, „und er erlaubt viele Assoziationen zu dem,
was offenbar in der Luft liegt: Zerstören als Haltung, als Möglichkeit,
sich auszudrücken (Terrorismus)
oder auch sich durchzusetzen (wie
es mehr und mehr zu einem anerkannten als Politik bezeichneten
Vorgehen wird, Irak-Politik, jüngster Libanon-Krieg etc.), aber auch
in die Richtung, was dabei in uns
geschieht (das Zerstören in uns
oder auch die Veränderung, die wir
in uns erleben, wenn wir diese Vorgänge ernst nehmen ...). Zerstören
kann auch als Wutausbruch, vielleicht sogar als Katharsis begriffen werden.“ Geprägt als Komponistin ist Iris ter Schiphorst durch
ihre langjährigen Erfahrungen als
Musikerin: einerseits musiziert sie
im klassischen Bereich als Pianistin – und andererseits als Bassistin,
Schlagzeugerin, Keyboarderin und
Tontechnikerin in unterschiedlichsten Rock- und Popformationen. Ihr
umfangreiches
Werkverzeichnis
umfasst dabei alle musikalischen
Gattungen. Besonders eindringlich
verspricht die Begegnung mit dem
Klarinettisten Daniel Ottensamer
und Mozarts „Klarinettenkonzert“
Iris ter Schiphorst erhält den Heidelberger Künstlerinnenpreis 2015. Foto: Astrid Karger
KV 622 zu werden. Zum Dahinschmelzen schön die berückende
Melodie der Klarinette: kaum ein
anderes Werk der klassischen Musik ist so oft in Liebesszenen des
Kinos zu hören wie eben Mozarts
berühmtes Konzert. An untermalende Musik hat Mozart natürlich
nicht gedacht, als er das Konzert
1791 kurz vor seinem Tod vollendete. Das „Klarinettenkonzert“ ist
sein letztes Instrumentalkonzert –
Antony Hermus (Dirigent) und Daniel Ottensamer (Klarinette) sind in der Stadthalle
zu erleben. Foto: Michael Kleinrensing, Nancy Horowitz
und das einzige, das er je für dieses
Instrument schuf. Der Klarinettist
Daniel Ottensamer ist als Solist
und Kammermusiker, wie auch in
der Funktion als Soloklarinettist
der Wiener Philharmoniker mit
namhaften Orchestern und bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten in
den wichtigsten Musikzentren der
Welt unterwegs. Zahlreiche Preise
bei internationalen Wettbewerben
begleiteten seinen künstlerischen
Werdegang. Zu den Höhepunkten
der letzten Jahre gehören sicherlich Daniel Ottensamers Auftritte
2012 als Solist in der Tokioter Suntory Hall – mit dem NHK Symphony Orchestra unter Lorin Maazel.
Auch sein Gastspiel beim Simon
Bolivar Symphony Orchestra in
Caracas unter Gustavo Dudamel
gehört zu den Highlights seiner
Karriere. Das dritte Werk des 4.
Philharmonischen Konzerts basiert auf einem der bekanntesten
Dramen der Weltliteratur: Shakespeares „Romeo und Julia“. 1935
schrieb Sergej Prokofjew die berauschende Musik dazu: melodisch,
„auf schlichte und verständliche
Art und Weise“ – ganz nach den
zeitlich bedingten Anforderungen
des „sozialistischen Realismus“.
Der Dirigent des Abends ist Antony Hermus. Mit seiner hochwertigen künstlerischen Arbeit unter
anderem als Generalmusikdirektor
am Anhaltischen Theater Dessau
und als Chefdirigent der Anhaltischen Philharmonie hat er sich in
Deutschland, Frankreich und Benelux bereits etabliert. In den Jahren 2010, 2011 und 2012 wurde er
in der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Opernwelt“ als „Dirigent des Jahres“ nominiert.
> 4. Philharmonisches Konzert,
25. Februar, 20 Uhr, Stadthalle
Aufruhr der Klangfarben
Lindwurm und Schmetterling
Kammerkonzert im Theater
sk. Eine aufregende Geschichte: Der
Lindwurm, der nicht lind, und der
Schmetterling, der nicht schmetter
sein möchte - auf zauberhafte Weise
erzählen Wilfried Hiller und Michael
Ende von einem seltsamen Tausch. Dabei können die kleinsten Zuhörer auf
Teppichen und zwischen bunten Kissen der spannenden und lehrreichen
Fabel lauschen. Das Besondere: sie
werden einigen der Musiker des Philharmonischen Orchesters Heidelberg
einmal ganz nahe sein. Und sie können den Klängen der verschiedenen
Instrumente, die sie spielen, mit offenen Ohren begegnen. In der szenischen
Einrichtung von Magdalena Erhard
spielen Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Heidelberg unter der
Leitung von Timothy Schwarz.
Timothy Schwarz dirigiert das Piccolo- > Piccolokonzert
konzert. Foto: Christian Konyodi
22. Februar, Zwinger 1, 11 Uhr
sk. Richard Strauss: Von den rund
45 Kompositionen für Kammermusik erklingt im 2. Kammerkonzert mit der Sonate für Violine und
Klavier sein Opus 18. Das frühe
Werk ist die einzige Violinsonate,
die er schrieb – und bereits ein
Geniestreich! Kein Geringerer als
der englische Musikmäzen Walter
Wilson Cobbett nannte das Werk
des 23-Jährigen „a riot of musical
colour“, einen Aufruhr der musikalischen Farbe. In geselliger Runde
entsteht Mozarts „Kegelstatt-Trio“.
Teilnehmer sind Anton Stadler, der
Soloklarinettist der kaiserlichen
Hofkapelle, ein Flötist, eine Pianistin, sowie Mozart an der Bratsche
– eine ungewöhnliche Instrumen-
tation. Folglich wirkt der Ton des
Stückes intim und lebt von raschen
Emotionswechseln. Die Cello-Solosuite von Gaspard Cassado, einem
Kompositionsschüler von Manuel
de Falla und Maurice Ravel, sowie
Auszüge aus dem 2013 uraufgeführten Werk „Freiheit“ für Violoncello
und Klavier von Johannes Harneit,
dem Komponisten für Heidelberg
2015, runden das anspruchsvolle
Programm ab. Die Ausführenden
sind Sebastian Eckholdt (Violine),
Horst Düker (Viola), Min-Yung Lee
(Violoncello), Sascha Stinner (Klarinette), Alexander Fleischer und
Marcelo Silva Gama (Klavier).
> 2. Kammerkonzert, 1. Februar,
11 Uhr, Alter Saal
12
THEATER-MAGAZIN – JANUAR/FEBRUAR 2015
Nach Afghanistan
Für die Performance „CONVERSION_2“ recherchierten drei Künstler der costa compagnie in Afghanistan
Von Felix Meyer-Christian
Wir landen zu dritt in Kabul an einem Morgen im Oktober. Das Licht
ist gleißend und warm, die Blätter der
Bäume leuchten gelb. Für das Projekt
„CONVERSION_2 // Nach Afghanistan“ sind wir an den Hindukusch
gereist, um mit Afghanen, Deutschen
und Amerikanern über den Abzug der
Truppen zu sprechen. Noch am Tag
der Ankunft sitzen wir in Vorträgen zu
afghanischer Außenpolitik, vereinbaren zahlreiche Interviewtermine und
werden herzlich mit Tee und Keksen
versorgt. Nachts packen wir aus empfohlener Vorkehrung unsere Notfallrucksäcke. Am Tag darauf erhalten
wir per E-Mail und SMS Auskunft
über die nächtlichen Raketenangriffe,
die Betroffenen und die Konsequenzen für unser Bewegungsverhalten in
den nächsten Stunden. Was wir nun
vor dem inneren Auge sehen, sind vor
allem jene Bilder, die wir von den heimischen Medien bereits mitgebracht
haben: Afghanistan – ein Ort voll von
Gewalt und Interessenskonflikten.
Doch durch die kommenden Fahrten
und Begegnungen in der 4-Millionen-Stadt Kabul oder der Provinzhauptstadt Mazar-e-Sharif und durch
die intensiven Gespräche mit unseren
Interviewpartnern tauschen sich diese Bilder aus. Durch den unbändigen
Willen, dieses Land wieder aufzubauen, durch den Wunsch, die eigenen
In Mazar-e-Sharif vor der Blauen Moschee. Foto: costa compagnie
Menschenrechte über Sicherheitsrisiken und Religion hinwegzuheben,
durch lange Jahre der politischen Betrachtung vom König, zu den Sowjets,
zu den Mujaheddin, zu den Taliban,
zur NATO und zur Selbstbestimmung.
Und durch den Small Talk, die Ro-
Mit Interviewpartnern in Mazar-e-Sharif. Foto: costa compagnie
Scharfe Zunge
Die beliebte Kabarett-Truppe im Heidelberger Theater
an. Brisante, lustige, abseitige oder
absurde Themen, an denen unsere Zeit
so reich ist, nehmen die Heidelberger Künstler des beliebten Kabaretts
„Zungenschlag“ sich vor und lassen sie
sich auf der Zunge zergehen: Clownin
Rosemie Warth, Kabarettist Thomas
C. Breuer, Liedermacher Bernhard
Bentgens, Schauspieler Jean-Michel
Räber, Musikerin Nina Wutman und
Moderator Axel Naumer zusammen
mit immer neuen, bekannten und weniger bekannten Gästen. Und seit nunmehr bald 23 Jahren strömen Besucher
ins Theater, um sich von den immer
neuen Ideen des Stammteams und der
Vielfalt der Gäste überraschen zu lassen. Zu Gast sind diesmal Ingolf Lück
– Schauspieler, Moderator und Comedian („Formel 1“, „Wochenshow“,
„Caveman“) mit seinem aktuellen Programm „Ach Lück mich doch – Eine
TV-Nase packt aus“ – sowie „bartmes“
mit innovativem Electro-Jazz, neuer
CD und besonderer musikalischer Verstärkung.
> „Zungenschlag“,
8. Februar, 19 Uhr, Alter Saal
sengärten, die Höflichkeitsrituale, die
Pferde und den Stolz auf Offenheit.
Im ISAF-Hauptquartier in Kabul treffen wir einen Doktor der Philosophie
und Oberstleutnant, der sich nach
vielen Aufenthalten in Afghanistan
wieder einmal auf die Heimkehr nach
Heidelberg vorbereitet. Die ersten
Tage sage er noch keinem, dass er wieder zurück sei. Zuvor wurde bei einer
Zeremonie der „Gefallenen der Woche“ gedacht. Eine junge Interviewpartnerin in Mazar-e-Sharif dankt
der Bundeswehr und versichert, ihre
Rechte, ihre Bildung und ihre Freiheit
besitze sie nur aufgrund der Waffengewalt der Ausländer. Ein anderer berichtet uns, dass er Chaos und Willkür
empfinde, denke er an die westlichen
Truppen. Im Camp Marmal der Bundeswehr verbringen wir einige Zeit
und betrachten den Prozess des Abbaus und der sich anbahnenden Konversion mitten in der Weite und Ruhe
der Landschaft. Die Gespräche mit
den Soldaten und Soldatinnen sind
mal direkt, mal ausweichend, mal erschütternd, mal alltäglich.
Nach drei Wochen und über 30 Interviews im Land setzen wir uns ein Bild
zusammen – fragmentiert und unvollständig. Es zeigt, dass nach gut 13
Jahren die Bundesrepublik Deutschland fernab der Medienberichterstattung und der gängigen Narrative ein
kleiner Teil Afghanistans geworden
ist und umgekehrt. Es besteht da eine
Verbindung in den Menschen – auch
bei denen, die sie nicht haben wollen
oder denen sie geschadet hat.
„CONVERSION_2“ besteht aus Text,
Tanz, Video und Audio und hat am 8.
Mai 2015 im Marguerre-Saal und im
Alten Saal Premiere. Am 11. Februar
2015 gibt es mit „Traces of Afghanistan“ bereits einen multi-medialen
Einblick in die Recherche in Afghanistan und den Probenprozess.
> „Traces of Afghanistan“,
11. Februar, 20 Uhr, Friedrich 5
RNZ-Forum: Thema Steuersystem
sz. Ist unser Steuersystem gerecht?
Lässt die Justiz die Großen laufen
und nimmt es von den Kleinen? Hat
die AfD Recht, wenn sie gegen den
Euro polemisiert? Und bewegt sich die
deutsche Außen- und Sicherheitspolitik eigentlich noch im Rahmen der
deutschen Verfassung? Über diese und
andere Fragen diskutiert der Staatsund Verfassungsrechtler Prof. Dr. Paul
Kirchhof mit RNZ-Chefredakteur Dr.
Klaus Welzel beim RNZ-Forum im
Heidelberger Theater. Paul Kirchhof
ist Richter, Wissenschaftler und Publizist vielbeachteter Bücher und Aufsätze und Professor für Öffentliches
Recht und Steuerrecht an der Universität Heidelberg. Er hat als Richter am
Bundesverfassungsgericht bei zahlreichen wesentlichen Entscheidungen
mitgewirkt, so unter anderem an den
Karlsruher Beschlüssen zum Euro,
zum Finanzausgleich zwischen Bund
und Ländern, zum Existenzminimum
für Kinder oder zum Schutz der Familien als Berichterstatter. Seine Vorschläge für tiefgreifende Reformen,
für die Vereinfachung des Steuerrechts
sowie für einen radikalen Abbau der
öffentlichen Schulden bestimmen seit
Jahrzehnten die öffentliche Diskussion
entscheidend mit.
> „RNZ-Forum“, 25. Januar,
19.30 Uhr, Alter Saal
Der Eintritt ist frei, Anmeldungen
per Mail an: rnz-forum@rnz.de.
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