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EU und Athen wollen Chaos verhindern

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HF1
71. JAHRGANG / 7. WOCHE / NR. 34 / 2,40 EURO
Bund will fehlende
HSBC-Kontodaten
Deutschland ersucht Frankreich
um Hilfe bei Steuerermittlungen
sw
is
sl
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ks
München – Die Bundesrepublik möchte die gestohlenen Kundendaten der HSBC Schweiz
breiter auswerten. Das
zuständige Bundeszentralamt für Steuern werde bei den französischen Behörden um entsprechende Dokumente bitten, teilt das Bundesfinanzministerium mit. Im Jahr 2010 hat Deutschland
bereits Unterlagen aus Frankreich bekommen. Französische Ermittler hatten bei einem ehemaligen Mitarbeiter der Schweizer Tochter der Großbank HSBC gestohlene Dokumente beschlagnahmt, die in zig
Fällen Steuerhinterzieher überführten.
Die damals an Deutschland übergebene Liste umfasste allerdings nur 1136 Personen.
Nach Recherchen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR gibt es in den HSBCDaten jedoch bei 2106 Namen Bezüge zu
Deutschland. Die fast 1000 fehlenden Personen wollen die Finanzbehörden nun
überprüfen. Das Bundeszentralamt für
Steuern verteilt in solchen Fällen die Daten
aus dem Ausland an die zuständigen Behörden in den Bundesländern, die dann regional ermitteln. sz
Seiten 4 und 6
Zur Erinnerung
Ein Besuch beim letzten lebenden
Verwandten von Anne Frank, ihrem
Cousin Buddy Elias. Und eine Recherche:
Wem gehört das Gedenken?
Die Seite Drei
BR-Chefdirigent fühlt sich
„zum Narren gehalten“
FOTO: AP
(SZ) Die Schöpfungsmythen der Welt gleichen einander, sind in den Details jedoch
der Region verpflichtet, in der sie entstanden. Der Bibel zufolge wurde der erste
Mensch aus Lehm gemacht. Im Kulturraum der Maya ist für diesen Akt das
„Popol Vuh“ heranzuziehen. In dem Epos
wird von den Göttern Tepeu und Gucumatz berichtet, die sich zunächst an allerlei Rohstoffen versuchten, darunter übrigens auch Lehm, doch die daraus geformten Menschen waren ein Schlag ins Wasser. So ging das eine Weile weiter, bis die
Götter in den Wäldern von Paxil und Cayala das ideale Material fanden. Es war gelber und weißer Mais, und daraus machten
sie Balam-Quitzé, Balam-Acab, Mahucutah und Iqui-Balam, die ersten funktionierenden Menschen. Junge Leute, die Mais
nur als Popcorn kennen, würden an dieser
Stelle wahrscheinlich fragen, ob es bei der
Produktion der vier Prototypen auch tüchtig „Popp“ gemacht habe.
Die Herstellung von Popcorn ist mit der
Leistung von Tepeu und Gucumatz in keiner Weise zu vergleichen, aber dennoch
eine Art von Schöpfungsakt. Da liegt also
so ein Puffreiskorn in der gefetteten Pfanne, nimmt von unten die Hitze der Herdplatte in sich auf, platzt dann plötzlich auf,
schwillt zu einem vielfach größeren Gebilde von bizarrer Gestalt und an Styropor erinnernder Substanz an und springt gleichzeitig weit in die Höhe, wobei es sich in faszinierender Virtuosität mehrmals um die
eigene Achse dreht: Hätte Stanley Kubrick
das verfilmt, wäre als Hintergrundmusik
wieder nur der weiß Gott kosmisch dröhnende Sonnenaufgang aus Straussens „Zarathustra“ infrage gekommen.
Nun ist der Mensch freilich weder willens noch in der Lage, ein Schöpfungswunder wie dieses ständig anzuschauen und zu
bewundern, schon gar nicht, wenn er das
Popcorn im Kino aus mittelgroßen Eimern
frisst. Ihm genügt es zu wissen, dass es die
Körner vorher mit einem „Popp“ zerrissen
hat, und zwar alle, damit er sich nicht am
Ende einen Zahn ausbeißt. Wie dieses Geräusch entsteht, war der Welt bisher fast so
gleichgültig wie die Frage, woher die Löcher im Käse kommen. Allgemein wird angenommen, dass es „Popp“ macht, wenn
die Schale des Maiskorns zerplatzt. Dem
ist nicht so. Französische Wissenschaftler,
die sich nun des Problems angenommen
haben, sind zu der Einsicht gelangt, dass
der schlagartig aus dem Maiskorn entweichende Wasserdampf für das „Popp“ verantwortlich ist. Bei dieser Forschung kam
auch heraus, dass die in die Höhe springenden Körner in der Regel je einen Salto von
480 bis 500 Grad, also von eineinhalb Umdrehungen schlagen. Das ist mehr, als wir
von Miroslav Klose jemals zu sehen bekamen. Erklären lässt sich das nur so, dass
Klose zwar der bei weitem Popcornartigste
unter den großen Fußballspielern ist, dass
er aber, was seinen Schöpfungskern angeht, nicht aus Mais ist.
MÜNCHEN, MITTWOCH, 11. FEBRUAR 2015
EU und Athen wollen Chaos verhindern
Premier Tsipras arbeitet mit den europäischen Geldgebern an einem Kompromiss: Er möchte 70 Prozent
der Reformauflagen erfüllen und Reiche stärker besteuern. Brüssel sucht Ersatz für „Troika“
von cerstin gammelin
und claus hulverscheidt
Brüssel/Istanbul – Im Streit zwischen der
griechischen Regierung und ihren europäischen Geldgebern bemühen sich beide Seiten fieberhaft um eine Annäherung. Ziel ist
es zu verhindern, dass nach dem Auslaufen des bisherigen Hilfsprogramms Ende
Februar Chaos auf den Finanzmärkten ausbricht und die gesamte Währungsunion
ins Wanken gerät. Erste Eckpunkte einer
möglichen Vereinbarung sollen an diesem
Mittwoch bei einem Sondertreffen der
Euro-Finanzminister vorgestellt werden.
Eine Einigung wird noch nicht erwartet.
Der griechische Premier Alexis Tsipras
hatte nach seinem Wahlsieg erklärt, er werde Reformzusagen der Vorgängerregierung ignorieren, die Tilgung von Hilfskre-
diten aussetzen und die verhassten Kontrolleure der Troika aus EU-Kommission,
Europäischer Zentralbank und Weltwährungsfonds nicht mehr ins Land lassen. Seine Hoffnung, unter den Euro-Ländern Verbündete zu finden, scheiterte jedoch. Um
die Fronten aufzuweichen, hatten sich Vertreter Griechenlands und der Euro-Gruppe am Sonntag vertraulich getroffen. Am
Dienstag telefonierte Tsipras mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.
Dem Vernehmen nach hat der Premier
mittlerweile zugesagt, 70 Prozent aller Reformzusagen zu erfüllen. 30 Prozent lehnt
er aus sozialen Gründen ab. Umgekehrt
sind auch die Euro-Staaten, einschließlich
der Bundesregierung, zu Zugeständnissen
bereit, solange Athen prinzipiell auf Reformkurs bleibt. Sollten sich etwa geplante
Privatisierungen als nicht sinnvoll erwei-
sen, dürften sich die Griechen auch auf anderem Wege Geld beschaffen, etwa durch
ein entschlosseneres Vorgehen gegen Steuerbetrug, hieß es in Verhandlungskreisen.
Auch könne der Begriff „Hilfsprogramm“
durch „neuer Vertrag“ ersetzt werden,
wenn Tsipras das helfe. Zudem müsse es
nicht mehr die ungeliebte Troika sein, die
über die Umsetzung der Reformen wache.
Bis ein „neuer Vertrag“ steht, könnte es
zunächst eine Brückenfinanzierung bis August geben. Unterhändler in Brüssel warnten jedoch vor voreiligem Optimismus,
noch sei „überhaupt nichts entschieden“.
Grundlage jeder weiteren Vereinbarung
sei das bisherige Hilfsprogramm. Zudem
gelte weiter das Prinzip, dass es finanzielle
Hilfe nur gegen Reformen geben könne.
Beim Treffen der Finanzminister der 20
wichtigsten Wirtschaftsnationen in Istan-
bul wurden die Euro-Staaten aufgefordert, ihre internen Streitereien endlich beizulegen. Vertreter der USA, Großbritanniens, Japans und anderer Staaten erklärten,
der Konflikt sei eine schwerwiegende Bedrohung für die gesamte Weltwirtschaft.
Damit steigt der Einigungsdruck – auch
auf Deutschland. Ohnehin hat Berlin derzeit kaum Mittel, Tsipras auf Kurs zu zwingen. Anders nämlich als oft behauptet
wird, wäre Griechenland keineswegs sofort bankrott, wenn das bisherige Hilfspaket am 28. Februar einfach ausliefe. Da die
Athener Regierung – wenn man die Zinsausgaben herausrechnet – derzeit mehr
einnimmt, als sie ausgibt, könnte sie womöglich monatelang ohne Hilfe über die
Runden kommen. Allerdings wären die Risiken einer solchen Entscheidung für die
gesamte Euro-Zone enorm. Wirtschaft
HEUTE
Meinung
Steuerhinterziehung als
Geschäftsprinzip? Wie man
Banken bestrafen kann
4
Politik
Hamburg ist eine Stadt voller
Gegensätze. Wer hier regieren
will, muss das beachten
5
Wissen
Zum Wohl? Viele Studien
verharmlosen die Gefahr
von Alkoholkonsum
14
Wirtschaft
Vernetzt im Alter:
Wie die Digitalisierung
Senioren hilft
22
Sport
Arkadij Naiditsch, Deutschlands
bester Schachspieler, strebt in
Richtung Weltspitze
25
Medien, TV-/ Radioprogramm
Forum & Leserbriefe
München · Bayern
Rätsel & Schach
Familienanzeigen
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31007
4 190655 802404
Der Apparat, um den es hier geht, für
manch einen scheint er ein Heilsbringer zu
sein. „Kinderleicht“, „deutlich genauer“,
„einfach der Wahnsinn“, so die Kommentare in Internetforen wie dem „Insulinclub“.
Gemeint ist das Messgerät des amerikanischen Unternehmens Abbott für den Zuckergehalt im Körper. Es heißt Freestyle
Libre, wobei sich das Freiheitliche darauf
bezieht, dass sich ein Diabetiker nicht
mehrmals am Tag in den Finger stechen
muss, um den Zuckergehalt zu ermitteln.
Stattdessen bringt er einen Sensor, so groß
wie ein Zwei-Euro-Stück, am Oberarm an,
ein Lesegerät nimmt die Daten auf und
speichert sie; nach zwei Wochen muss der
Sensor ausgewechselt werden. Auch Diabetes-Ärzte loben das Gerät, das in Deutschland seit Oktober vergangenen Jahres auf
dem Markt ist. Wäre da nicht die heikle Frage nach dem Datenschutz.
Der Markt für Blutzucker-Messgeräte
ist hart umkämpft. Etwa 1,3 Millionen
Nicht von Zucker
Messgerät für Diabetiker übermittelt Daten an US-Hersteller
Menschen in Deutschland müssen täglich Insulin spritzen und dafür ständig ihre Werte ermitteln. 2012 lag der Umsatz
von Messgeräten weltweit bei neun Milliarden Euro. Die Amerikaner drängen mit
dem Freestyle Libre mit Macht in das Geschäft. „Abbott hat ein ganz offensives
Marketing betrieben“, sagt der Essener Diabetologe Frank Best. Mit Anzeigen, Radio-, Fernsehspots und einem Preis weit
unter dem anderer Anbieter. Im Sommer
will die Krankenkasse DAK den Zuckermesser an 1000 ihrer Kunden verteilen.
Best hält das Gerät selbst für „klasse“,
doch was im Hintergrund geschieht – es
irritiert ihn. „Das ist ein Schlag ins Kontor.“ Lädt ein Kunde die zum Gerät gehörige Software, die die Messdaten des Gerä-
tes speichert und als Krankentagebuch
fungiert, werden große Teile der Angaben
auf einen Server in den USA übertragen.
Dem hat der Kunde zwar bei der Installation über den Akzeptieren-Knopf zugestimmt. Doch wer liest diese Bestimmungen schon? Wann immer das Programm
dann gestartet wird, werden Messprotokolle und Einträge etwa zum Ess- oder
Sportverhalten transferiert. Zwar anonymisiert, aber auch ohne dass der Benutzer
darüber gesondert informiert wird. Die
Daten würden zur „Weiterentwicklung
unserer Produkte“ übertragen, sagt Abbott und will an der Praxis nichts ändern.
Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter in Schleswig-Holstein, hält das Vorgehen von Abbott für bedrohlich: „Dass ein
Patient durch die Nutzung seine Einwilligung zum Datentransfer gibt, das reicht
nicht.“ Einmal in den USA, würden zudem
die dortigen Schutzbestimmungen gelten. Und die sind wesentlich laxer.
Der Fall Abbott ist nur ein weiteres
Symptom unter vielen. Sei es über das
iPhone oder spezielle Apps, immer mehr
Menschen erheben sogar freiwillig sensible Daten über ihren Lebenswandel – vom
Gewicht bis zu der Zahl ihrer Schritte pro
Tag. Gleichzeitig versuchen Krankenkassen, Firmen wie Google oder Pharmaunternehmen zunehmend, an Gesundheitsdaten zu gelangen. Big Data gilt in
der Branche als eines der großen Geschäfte der Zukunft. Doch weder Ärzte und
Krankenhäuser noch die Gesetze seien in
Deutschland darauf eingestellt, sagt
Weichert. Mit kaum absehbaren Folgen.
„Gerade Medizindaten sind von hoher
Sensibilität – deshalb gibt es doch die ärztliche Schweigepflicht.“ jan heidtmann
Heftige Gefechte gefährden Friedensbemühungen
In der Ostukraine kämpfen Separatisten und Regierungstruppen um jeden Meter Boden – und um gute Ausgangspositionen
Berlin/Wien – Kurz vor dem geplanten
Gipfel zur Ukraine-Krise in Minsk haben
beide Seiten den Einsatz noch einmal erhöht und mit militärischen Offensiven versucht, Gelände zu gewinnen. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko teilte in
Kiew mit, ukrainische Truppen hätten die
prorussischen Milizen bei Mariupol am
Asowschen Meer zurückgedrängt. Umgekehrt sollen die Separatisten das Hauptquartier der ukrainischen Armee in Kramatorsk sowie umliegende Siedlungen mit Raketen beschossen haben.
Das bedeutet eine weitere Ausweitung
der Kampfzone. Von Kramatorsk aus wird
die Kiewer „Anti-Terror-Operation“ gelenkt. Es liegt kilometerweit hinter der
Front auf ukrainischem Gebiet. Separatisten brüsteten sich am Dienstag damit, den
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Jegliche
Ring um das eingekesselte Debalzewe geschlossen zu haben. Und auch Russland
zeigte sich am Dienstag kampfbereit: Russische Soldaten hielten Manöver auf der
Krim ab – unweit des Kriegsgebiets in der
Ostukraine.
Nicht nur militärisch, sondern auch verbal nahmen die Drohungen vor dem für
Mittwoch geplanten Gipfel zu. Das Treffen
war durch die Besuche von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen
Präsidenten François Hollande in Kiew
und Moskau sowie bei einer Visite Merkels
in den USA und Kanada vorbereitet worden. Der Chef des Nationalen Sicherheitsrats in Moskau, Nikolaj Patruschew, warnte, sollte Washington Waffen an Kiew liefern, dann wäre das „eine weitere Bestätigung“ dafür, dass die USA ein „unmittel-
barer Teilnehmer des Konflikts“ seien. Eine Verschärfung der Krise sei dann nicht
zu verhindern. Laut der russischen Nachrichtenagentur RIA erwartet der Kreml
nicht, dass in Minsk ein neues Abkommen
unterzeichnet wird. Vielmehr werde es
wohl nur eine „gemeinsame Erklärung“ geben. Moskau setze auf eine demilitarisierte Zone unter Kontrolle der OSZE und direkte Kontakte zwischen Kiew und den Separatisten.
Angesichts der wachsenden Spannungen war es daher am Dienstagnachmittag
noch immer unklar, ob es überhaupt zu
dem Friedensgipfel in Minsk kommen würde. Seit Montagabend hatten hohe Regierungsbeamte aus Russland, der Ukraine,
Frankreich und Deutschland im Auswärtigen Amt in Berlin intensiv an den Vorberei-
tungen gearbeitet, darunter der deutsche
Staatssekretär Markus Ederer.
Dem Vernehmen nach wurde dabei
über mehrere entscheidende Fragen gesprochen, darunter mögliche Bedingungen für eine Waffenruhe oder gar einen längerfristigen Waffenstillstand. Bis zum Andruck dieser Ausgabe hieß es aber aus dem
Auswärtigen Amt, es sei noch keine abschließende Entscheidung gefallen. Das
anvisierte Treffen in der weißrussischen
Hauptstadt stand bis zum letzten Moment
auf der Kippe. Auch aus diesem Grund versuchte Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Dienstagnachmittag in zwei Telefonaten mit seinen Kollegen in Kiew und
Moskau, noch einmal für ein Treffen und
für mehr Kooperationsbereitschaft zu werben. ck, steb
Seiten 4 und 7
München – In der Münchner Konzertsaaldebatte wird der Ton immer gereizter:
„Wir wurden zum Narren gehalten“, sagte
der Chefdirigent des BR-Symphonieorchesters, Mariss Jansons, zur Entscheidung von Ministerpräsident Horst Seehofer und Oberbürgermeister Dieter Reiter,
auf einen neuen Konzertsaal zu verzichten. BR-Intendant Ulrich Wilhelm wies Seehofers Vorwurf zurück, er habe sich nicht
ausreichend für eine Lösung eingesetzt.
„Wer die Verhältnisse auch nur ein bisschen kennt“, so Wilhelm, „sieht, dass dieser Vorwurf unberechtigt ist.“ Das bayerische Kabinett trieb die Pläne voran, strich
aber die Idee, auch den Münchner Finanzgarten noch als Alternative im Auge zu behalten. sz
Seite 4 und Lokales
Italien rügt, wie Europa
Flüchtlinge behandelt
Rom – Nach dem Kältetod von 29 afrikanischen Bootsflüchtlingen vor Lampedusa
wird in Italien der Ruf nach einem neuen
Umgang mit der Migration in Europa laut.
Die Tragödie laste auf dem Gewissen Europas, sagte Angelo Bagnasco, der Präsident
der italienischen Bischofskonferenz. Die
EU-Mission Triton, die im vergangenen
Herbst die italienische Hilfsoperation Mare Nostrum abgelöst hat, habe zu wenig
Mittel und einen zu engen Aktionsradius,
um im Notfall schnell genug eingreifen zu
können, kritisierte das UN-Flüchtlingshilfswerk. Am Montag war ein aus Libyen
kommendes Boot mit 105 Menschen an
Bord in Seenot geraten, 29 Menschen starben an Unterkühlung. om
Seite 2
Marco Reus
verlängert bei Dortmund
Dortmund – Fußballnationalspieler Marco Reus hält trotz vermutlich zahlreicher
Top-Offerten dem kriselnden Bundesligisten Borussia Dortmund die Treue. Reus
verlängerte seinen bis 2017 datierten Vertrag beim BVB vorzeitig um zwei Jahre und
ließ sogar die Ausstiegsklausel streichen.
„Marco kann in Dortmund eine Ära prägen, so wie es vor ihm Uwe Seeler in Hamburg getan hat“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. sz
Sport
Dax ▲
Dow ▲
Euro ▼
Xetra 17 Uhr
10726 Punkte
N.Y. 17 Uhr
17774 Punkte
17 Uhr
1,1306 US-$
+ 0,59%
+ 0,25%
- 0,0010
DAS WETTER
▲
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8°/ -4°
▼
NACHTS
An der Küste, im Osten aber auch in weiten
Teilen Bayerns halten sich meist den ganzen Tag über graue Wolken. An den Alpen,
im Südwesten und im Westen kann sich
auch mal die Sonne zeigen. Null bis acht
Grad.
Seite 13
Die SZ gibt es als App für Tablet
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