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Latücht Nr. 13 - de

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Inhaltsverzeichnis:
Vorwur"l
SeHe 3
chrysanthemen 1904 Sei Le 4
De Drelnfohrer
Seite 5
Vicrliinder Alphabet Seite 6
Dichter-Spende
Seite 7
Witze vertell'n
Seite 7
Termine
Seite 8
Suchbild
Seite 8
Heimatfest
Seite 9
Bäume am Heerweg Seite 9
Maikäfer
I Se~te 11
Okologischer Landtlau SeIte 12
Denkmalschutz
I
Seite 13
Christopher-HarmsStiftung
Seite 14
Das Titelbild dieser Ausgabe
zeigt die Drelnfohrer an der
oberen Dove-Elbe, ,gezeichnet
von Willy F. H. Senweitzer.
Bezug der "Latücht" ist für Nichtmitglieder auf schriftliche Anforderung
möglich. Bezugskosten zur Zeit: jährlich 11,20 DM zuzügl. 5,60 DM Porto
Impressum:
Herausgeber:
Kulturkreis-Verband
Vierlande von 1987 e. V.
(KKVV)
Redaktion:
Rolf Kiehn, Rolf Wobbe, Hellmuth Bierkarre, Hermann Timmann, Peter von Essen
Anzeigen:
Rolf Wobbe
Druck:
Bergedorfer Buchdruckerei
ßankverbindung des KKVV:
Vierländer Volksbank e. G.
Vereins-Konto 170 00
Sonderkonto "Latücht" 17027
BLZ 201 903 01
Anschrift der Redaktion:
Rolf Wobbe
Neueng. Hinterdeich 139a
2050 Hamburg 80
ab 1. Juli
21037 Hamburg
Tel. 7 23 19 02
Redaktionsschluß für die
nächste Ausgabe:
1. August
Helmut Küster
Lebensmittel
Spi rituosen
Weine
Hamburg-Curslack
Curslacker D~ich 133
Telefon 7 23 11 64
Dieser schöne, kurzc plattdeutsche
Spruch, den ich selbst gern mal bei
einigen Situationen anwende, sagt
mehr als ein ganzer, langer hochdeutscher Satz. In dIesem Spruch steckt
eine eindeutige Aussage mit Humor,
hintergründigem Witz, Schlagfertigkeit und was sich alles - vielen nicht
bekannt - in der niederdeutschen umgangssprachliCh "Plattdeutsch"
genannt - Sprache verbirgt. Im
Sprichwort liegt die plattdeutsche
Philosophie.
Die Pflege und Anwendung der plattdeutschen Sprache bedeutet für einen Menschen Identifizierung mit
seiner Heimat. Deshalb bitten wir
mit einer Eingabe an die Bezirksversammlung Bergedorf - basierend auf
unserem Beschluß im KulturkreisVerband Vierlande - sich mit allen
zur Verfügung stehenden Möglichkeiten dafür einzusetzen, daß an den
Schulen
unseres
Heimatgebiets
Lehrpläne zum Erlernen und zur
Pflege der plattdeutschen Sprache
eingerichtet werden mit ausreichend
Unterrichtsstunden. Diese Unterrichtsstunden sollten für Schülerinnen und Schüler zumindest als Wahlfach einmal wöchentlich angeboten
werden.
Mir scheint eines jedoch unabdingbar, nämlich, daß die Lehrer selbst
wirklich Platt sprechen können. In
dieser Hinsicht dürfte es vielleicht in
den Schulen, auch im Landgebiet
Schwierigkeiten geben.
Der Erhalt der plattdeutschen Sprache und ihrer verschiedenen Mundarten unseres Heimatgebietes können helfen, den Zusammenhalt der
hiesigen Bevölkerung gegen allzu
rasch voranschreitende Verstädterung weiter zu bewahren.
Da das Umfeld für die heute stark
medienbezogenen Kinder vom Hochdeutschen geprägt ist und die Vermittlungs-Tradition in der Familie
immer mehr abbricht, bleibt unserer
Ansicht nur die Schule als Übermittler. Hierfür fehlt jedoch bisher noch
ein Erlaß des Hamburger Senats.
Die Harburger SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Helga Weise wollte mit
einer Kleinen Anfrage den Senat der
Freien und Hansestadt Hamburg am
24. Februar 1993 dazu bringen, mehr
für die Pflege der plattdeutschen
Sprache zu tun. Es müsse geprüft
werden, ob dem Schutz und der
Pflege der plattdeutschen Sprache
nach dem Beispiel Mecklenburg -Vorpommerns auch in Hamburg Verfassungsrang eingeräumt werden könne.
Auf zweieinhalb Seiten in Platt (mit
Übersetzung ins Hochdeutsche) erläuterte der Senat am 9. März 1993 die
Antwort (Original Wortlaut der
Drucksache 14/3649): "För de plattdüütsche Spraak is dat keen Help,
wenn man bloots föddern deit, dat se
ni eh ünnergaan schall. De plattdüütsehe Spraak mutt snackt warrn. Dor
ward all'n Barch för doon. Mehr doon
will de Senat nich."
Nach meIner Ansicht begründet sich
die ablehnende Haltung des Senats
aus der Angst vor etwaigen Kosten.
Es dürfte aber keine Frage des Geldes sein - wie man bei den Mecklenburg ern sieht - sondern der Prioritäten-Setzung.
In den Vier landen hat das Plattdeutsche auch heute noch seinen festen
Platz, und zwar in allen Schichten der
Bevölkerung. Das gesprochene Plattdeutsch, besonders bei der älteren
Generation, ist dennoch nicht einheitlich und zeigt in den vier Kirchspielen unter sich mancherlei Unterschiede. Hierbei weicht das in Kirchwerder bei der Kirche gesprochene
Plattdeutsch in seinen lautlichen
Verhältnissen nicht unerheblich von
dem im übrigen Teil Kirchwerders
und in den drei anderen Kirchspielen
üblichen ab.
Wenn de eenen seggt "wi hebbt",
denn seggt de annern "wü hefft";
"antogen" hett de een den Rock,
"antrocken" un "antreckt" de annern. De een hett sien "Bain an'
Stain" stött, de anner sien "Been an
Steen" un noch anner sien "Boin an
Stoin".
Auch der alte Wortschatz büßt in der
Gegenwart immer mehr von seinem
alten Gut ein. Dabei wird unbewußt
ein Ausgleich mit dem Hochdeutschen herbeigeführt. Manche Ausdrücke sind in der jüngeren Generation bereits unbekannt (siehe auch
unser plattdeutsches "Vierländer
Alphabet", S. 6).
Leider sind die sprachlichen Verhältnisse bis auf die Altengammes, über
die eine eingehende und aufschlußreiche Arbeit vorliegt (H. Larsson,
"Lautstand der Mundart der Gemeinde Altengamme", Mitteilung aus
dem Deutschen Seminar zu Hamburg, 1917) bis heute noch nicht
wissenschaftlich erforscht.
Der Kulturkreis-Verband Vierlande
hat es sich u. a. zur Aufgabe gemacht,
die plattdeutsche Sprache als ältestes Kulturgut unseres Gebiets lebendig zu erhalten. Denn um die
Vierländer Kultur zu kennen, muß
man bereit sein, plattdeutsch zu denken und zu fühlen. .
Es sind keine verlorenen Stunden,
wenn man sich mit der plattdeutschen Sprache auseinandersetzt, sie
pflegt und anwendet mit Redewendungen, Sprichwörtern, Rätseln und
Aussprüchen.
Der Plattdeutsche liebt es nicht, in
vollständigen, geschliffen formulierten Sätzen zu sprechen. Man hat für
vieles eine Redensart bereit, die oft
das sagt, was man meint und denkt.
Laßt uns ihre Redewendungen, ihre
Sprüche merken und vor allen Dingen anwenden, den Alltag würzen
mit "Een Mundvull Platt"! Die Hochdeutschen werden sich in acht nehmen müssen: "Wo veel klook snackt
ward, is nix överleggt!". Deshalb:
"Snackt Platt mit'nanner!"
RoljWobbe
(2. Vorsitzender)
3
Aus unserem Archiv - für unser Archiv
Chrysanthemum-Kulturen 1904
Entnommen aus: Möllers Deutsche Gärtner-Zeitung, Erfurt
Zentralblatt für die gesamten Interessen der Gärtnerei
~entra(b(atft
für die gesamfenJnteressen
oer Gärtnerei.
unter Mitwirkung der hervorragendsten
Ludwig Möll er· Erfurt.
Erscheint wöchentllcb Sonnabends. - AbonnementspreIS für D e" t s c bl a n d und 0 c s tc r r e 'c b - U n gar n balbjährlicb 5 Mark
für das Au ,I a n d balbjährlicb 6 Mark. Erfüllungsort: Erfurt.
•
.... Erfurt, den 10. Dezember 1904.....
Nr.50.
Unter den weißen Sorten behaupten
einige schon alte Formen immer noch
ihren Platz, wie die uralte unverwüstliche Niveus, die dankbare und
frühe Mme. G. Henry (1896) und die
etwas später blühende, edelgeformte
Western King (1898). Zu diesen gesellten
sich dann die mittelfrühe großartige
Schaublumensorte Princesse AUce de
Monaco (1901) und die herrliche, perlweiße Miss Alice Byron (1901), die aus
Maistecklingen noch zu sehr schönen
niedrigen, verzweigten Topfpflanzen
heranwächst. Sie ist nicht gerade
frühblühend, ebenso wie die riesenblumige wirkungsvolle Sada Yacco
(1902) mit ihren im Aufblühen grünlich angehauchten, gelockten und
durcheinandergewirrten
Blumenblättern. - Eine seltener zu sehende
Sorte ist die wunderschöne weiße
Duchesse d'Orleans (1899) mit grünlicher
Mitte und langen Blütenblättern. Ganz neu und anscheinend wertvoll
ist die Marquis de Pins'sche Mme.
Marie Carrere, eine mächtige milchweiße, im Aufblühen leicht grün überhauchte Blume mit breiten Blumenblättern. Der Wert der Marquis de
Pins'schen Neuheiten scheint mir besonders darin zu liegen, daß sie meistens prächtige, dicht gefüllte, gehaltreiche Blumen mit gesundem
niedrigem Wuchs verbinden, weswegen sie zu Verkaufspflanzen besonders geeignet erscheinen. - Als herArchivarien jeder Art, die dem
KKVV zur Verfügung gestellt werden, sind bei Katenleiter Carsten
Timm (Tel. 7231447) oder beim
1. Vorsitzenden Rolf Kiehn (Tel.
723 38 59 oder 72311 40)
geben.
4
abzu-
Chrysanthemen
vorragende weiße Sorte bewährt sich
aber die vorjährige MlIe. Lude Duveau,
dIe gesund, früh- und reichblühend
ist und deren Blumen sich stolz in
edelster Form tragen. Sie steht zu
Allerheiligen in reichster Blüte.
Die roten Sorten sind Schmerzenskinder; es gibt ihrer sehr viele, und
doch geht man mit dem äußersten
Interesse auf jede Neuerscheinung
zu, weil man mit keiner der vorhandenen recht zufrieden ist. Die alte
sichere und gesunde William Seward
verfärbt sich, bevor sie ganz erblüht
ist, und hängt. - G. W. Chilels ist schon
eine alte, sehr schöne, feurigdunkelrote Sorte, wenn sie gelingt, aber - sie
gelingt oft nicht, ist aber als reich sich
verzweigende Topfpflanze immer
noch sehr zu schätzen. Sehr viele
andere Sortenverfärben sich oder
sind undankbare Wachser. - Unter
den neueren beansprucht Mys. E. G.
Fox (1902), sammetig dunkelscharlach
mit fahlgelber Rückseite, einiges In-
teresse; sie bleibt niedrig und ist als
Topfpflanze im Aufblühen sehr
schön. - Leuchtender, mit goldiger
Rückseite, großblumig und ebenfalls
von niedrigem Wuchs wird wohl Godfrey's King (1903) erstere schon wieder
verdrängen. - Die nicht neue, aber
wunderschöne Lady Roberts (1902),
blutrot mit goldglänzender Rückseite, ist wie manche andere ihrer Art
sehr undankbar. - Wieder andere
schöne, rote Sorten sind durch die
eigentümlich gefärbten Rückseiten
wohl auffallend, ohne dabei Zuneigung zu erwecken, wie z. B. die
ballförmige W. R. Church (1902), dunkelrot mit grünlichgoldiger Rückseite.-
** *
So war es früher. Wie ist es heute? Wer
etwas über die Chrysanthemen-Sorten
und ihre Weiterentwicklung ;;tU berichten
weiß, wird gebeten, sich mit Carsten
Timm, Tel. 72314 47, in Verbindung zu
setzen.
De Drelnfohrer
von Herben Dahm
August Knoop betätigte die weithin hörbare Signalmuschel.
Hermann Eggers, den letzten Grobbäcker in unserem
Heimatgebiet und letzten Zeitzeugen aus jener Zeit, lernte
ich in der Mitte der achtziger Jahre kennen. Zuletzt teilte
ich ein Krankenzimmer im Bergedorfer Krankenhaus mit
ihm. Hermann war ein freundlicher und mitteilungsfreudiger Zimmergenosse. Ihm verdanke ich zum Teil diese
Aufzeichnungen. 1957 gab er seine Grobbäckerei auf und
widmete sich der Aufzucht der Maiblumenkeime und
Paonien.
Der Vater, Heinrich Eggers, hatte 1852 eine Grobbäckerei
gegründet, die nur Schwarzbrot herstellte und auch für
andere Leute backte. So weiß ich von drei Bauern aus
Neuengamme Niederwärts, daß sie ihr selbstgemachtes
Schwarzbrot, nachdem die Grobbäckerei in der Foortstegel
im September 1928 abgebrannt war, nur hier bei Eggers
backen ließen. Die Bäckerei lag am Anfang der Dove Eibe
außendeichs, etwa in Höhe des Marschbahndamms. Hier
konnte das Hochwasser aber nicht hingelangen. Vermutlich
füllte ihn sein Beruf nicht aus. Denn er kaufte sich einen
kleinen Ewer, um die landwirtschaftlichen Erzeugnisse wie
Obst und Gemüse links und rechts vom Ufer der oberen
kleinen Eibe, also aus Neuengamme Oberwärts und Altengamme Niederwärts bis zur Blauen Brücke an Bord zu
nehmen. Bis 1910 wurde in der Schipperstegel bei Gülzau
übergeladen. Die Ware wurde dann weiter mit dem Ewer
nach Hamburg gebracht. Zu Heinrich Eggers gesellte sich
Heinrich Knoop. Er hatte binnendeichs, schräg gegenüber
sein Haus und hatte auf der Peute Schiffszimmermann
gelernt. Er baute für die Gesellschaft drei flache Kähne.
Später kam noch Henning Schröder dazu. Es dauerte aber
nicht lange, daß er wieder ausschied: Er heiratete zur
andern Elbseite ins Hannoversche hinüber.
Hermann Eggers, der Sohn von Heinrich Eggers, sollte die
Schipperei übernehmen. Nur, er hatte keine Lust zu diesem
Beruf, was er mir selber erzählte. Er gab seinen Anteil an
Ebbe und Flut. Zu Anfang mußte die Frauen der Schipper
die Kähne im ersten Teil der Eibe von Land aus schleppen,
was auch den Leuten ihren Namen einbrachte. Plattdeutsch heißt e~ "DreInfahrer". auf hochdeutsch nannte
man es "treideln", auf französisch "trailler", englisch
"trail", niederländisch "treilen". Später staute man die
große Wetterung :mf, die g:mz von dQr Borghorst hQranfließt, und öffnete die Schotten, wenn die DreInschipper
einen höheren Wasserstand brauchten. An manchen Stellen
wurden im Unterlauf unserer kleinen EIbe Schlick und
auch Manngrundbänke weggebaggert. Aber dadurch beschleunigte sich der Wasserablauf noch mehr, die Schipper
hatten oben noch weniger Wasser. Hermann Albers,
genannt "Hermann Tied", erzählte mir, daß gerade die
großen Schlammbänke aus den Sielgräben das Wasser
zurückhielten. Zuletzt beluden die Dreinfahrer ihre Kähne
bis etwa zum ersten Bauern am Curslacker Deich. Vom
Bauern Bardowieck in Neuengamme war es ein langer Weg.
Deshalb nannten sie den Anleger in Curslack "Mecklenburg".
August Knoop hatte immer eine Signalmuschel dabei und
stieß hiermit einen weit hörbaren Ton aus. Das sollte
bedeuten, daß die Obst- und Gemüsebauern ihre Ware an
die Anlegestellen bringen sollten. Es war immer interessant
anzusehen, wenn die Kähne fast lautlos durch die kleine
EIbe gestaakt wurden. Viele Kinder schauten dabei zu und
neckten auch mal die Schipper. Die Kinder riefen: "Schipper, geef mi mol een Eerbeer!". Darauf die Schipper: "Nee
mien Deern, de eet wü sülms gern". Bis zur Blauen Brücke
ging der Bezirk der Dreinfahrer. Von hier aus ging es in
flotter Fahrt abwärts, zuletzt bis zur Grooten Stegel zu
Meyns und GÜlzau. Hier wurde die Ware auf die Motorschute "Dove EIbe" übergeladen. Sie wurde dann direkt
zum Deichtarmarkt gebracht. Bevor die Dreinschipper
zurückfuhren, bekamen sie von den Familien Meyns und
Gülzau noch einen kräftigen Imbiß.
Gustav Bünning kaufte sich in den 20er Jahren noch einen
Außenbordmotor. Nur wurde er von der Zeit eingeholt. Am
16. Juni 1926 bekam das Fuhrunternehmen Richard Peters
aus Neuengamme die Genehmigung, Obst und Gemüse
direkt vom Erzeuger nach Hamburg zum Markt zu bringen.
Auch er machte zu Anfang noch Fehler: Der Anhänger war
noch mit Hartgummi bereift. Bis Hamburg war es ein
langer Weg über die mit Kopfsteinen gepflasterten Straßen. Die Erdbeeren waren unterwegs schon zu Marmelade
geworden, was gewiß nicht beabsichtigt war.
Noch heute heißen in den Vierlanden die Lastwagenfahrer,
die die an den Deichen abgestellte Ware zum Markt fahren,
"Schipper" .
seinen Nachbarn Gustav Bünning ab. Heinrich Knoop, der
Schiffszimmermann, übergab seinem Sohn August Knoop
die Schipperei. So ist sie dann bis 1930 geblieben.
Die größte Schwierigkeiten hatten die Dreinfahrer mit dem
Wasserstand unserer kleinen Eibe. Zu dieser Zeit bis 1932
war unsere Eibe nicht abgeschleust, es gab hier immer noch
Jung und alt waren damit beschäftigt, die Kähne zu beladen.
5
Ein Vierländer Alphabet
In dieser Ausgabe veröffentlichen wird den dritten Teil un:lere:l "Alphabets". Für diese Zusammenstellung haben wir eine Vielzahl
von Quellen "angezapft" , vom " Finder" bis hin zu mündlichen Uberlieferungen. Mancher Ausdruck mag in Altengamme eine
andere Bedeutung qehabt haben als Im Westen von Kirchwerder, in ZOllenSpiel<er anders als in Curslack. Mancher Begriff ist
auch aus anderen Gegenden des plattdeutschen Sprachraums bekannt. Die "Latücht"-Redal<tion würde sich freuen , wenn
jemand sich meldet. der einen Ausdruck vermißt oder der eine weitere Bedeutung eines genannten Begriffs kennt. Vielleicht
können wir vom KKVV dann spMer ei nmal ein erweitertes "Vierländer Alphabet" herau:lbringen, um auch den Sprachgebrauch
frOherer Zelten der Nachwelt zu überliefern. Denn die Original-Liste bleibt gespeichert. wird ständig ergänzt.
G
Gaarnport: Gartenpforte.
Gäss: Hefe.
Gageis: Zahnfleisch.
gamsen: etwas von geringem Wert stehlen.
gasseln: halbgares Brot bestreichen.
gastereeren: bei einem Gastmahl viel aufwenden, auftischen.
Gedühr: Geduld.
Geelgöschen: Goldammer.
geelriep: halbstark bei Menschen, vorreifer Zustand bei
Früchten.
Geil un Goor: Wachtum fördernde Kraft des gedüngten
Landes.
Geiter: Gießkanne.
gereed: leicht, bequem.
gierig: breit mit dem Pflug abschneidens.
gissen: vermuten, in Verdacht haben.
Glärholt, Glirrholt: Unterlage, auf der sich der Langbaum
eines Pferdewagens hin und her bewegt.
glarig: durch Frost verdorben.
Glaßhoben: Glasgefäß.
glatt: geputzt, ansehnlich, hübsch.
Glimmerworm: Johanniskäfer.
Glimmstingel: Zigarette.
glören: glimmen.
Glubtog: günstige Gelegenheit.
Gnadjebrummer: immer mißgestimmter Mensch.
gnagen: nagen.
gnaschen, gnassen: Knirschen.
gniedeln, gniegeln: glätten, plätten.
Gniedelsteen: Stein zum Glätten.
gniesen: verschmitzt lächeln, grinsen.
Gnitte: winzige kleine Stechfliege.
gnostern: etwas Festes essen.
Gnuff: Rippenstoß.
Göps: Hohlraum zwischen den nebeneinandergelegten
Händen.
Gottsgeleih: Glück.
Gottskind: Marienkäfer.
Gottspeerd: Libelle.
gradig: schnell, behende.
grall: hellblickend, vergnügt, munter.
grapsen: etwas von geringem Wert stehlen.
Gras an de Mütz: nicht ganz normal.
grepsch: raffgierig.
Greunhöker: Gemüsegärtner .
gries: grau, schmutzig, unzuverlässig, durchtrieben.
grimmelieh vull: dicht besetzt mit.
Grippen: Rigolen.
Grösen: Gänsehaut.
großbetansch: überheblich, anmaßend, großspurig, angeberisch.
grummeln, wellern: in der Ferne donnern.
günt Siet: andere Seite.
H
hacheln, hachpachen: hastig atmen, hecheln.
Hackelloh: Häcksel zum Schneiden.
Hackeis: Häcksel.
Häls: Halfter aus Hanf.
halbig: um die Mitte, zwischen.
lIaHseelen: der dritte Teil vom bäuerlichen TagQwli!rk.
halfsleeten: verschlissen, stark abgenutzt .
haltern: bändigen, bewältigen, halten.
lIamp: Griff, H enkel.
handgau: schnell, gewandt, fingerfertig.
hardgrepsch, hartgrepsch: kräftig zufassend.
6
Hartüch: Haarzeug, Geräte zum Dengeln von Sensen und
Sicheln.
Hau: Heu.
haukehren: Heu wenden.
hebeln: ausgelassen sein.
hebenschattig: wolkenschattig.
hechen: haften.
Heek: Hecht.
heel: sehr.
heelboimig: plump, ungewandt, steif, hölzern.
heelendeels: ganz und gar.
Heeten: innerer Antrieb.
Heidfast: Reetdach-First aus mit Erde und Moos durch setzten Heideplaggen, befestigt durch Weidenzweige und
Holzpflöcke.
Heikendräger: Verleumder, Mantelträger.
helbeumig: groß, gewaltig.
Hellbessen: redegewandtes, doch auch arbeitsames Mädchen.
Hester: junge Eiche oder Buche.
hiemen: keuchend, pfeifend atmen.
hild hebben: viel zu tun haben.
Hilgland: Flaschenboden.
hiller: zeitlich um, gegen.
Hiln: Raum über dem Kuh- oder Pferdestall.
Himpenkiep: großer Weidenkorb.
hißbirsen: geschäftig hin und her laufen.
Hittebütel, Hittelbüdel: unruhiger, unsteter Mensch.
höllisch: überaus, sehr.
högen: still freuen .
Höög: Freude.
hojaken, hojapen: gähnen.
Holster: Geschlechtsteil des Wallachs.
Honsworm: Vogelmiere.
Hopack: Huckepack.
hopacken: auf die Schultern (Huckepack) nehmen.
Hühn un Perdühn: Durcheinander von nicht zusammengehörenden Dingen geringen Werts.
Hüll: Eigentliche Kopfbedeckung der Frauentracht über
der Haube, der Huuv.
Hünkenbütel: ungeschickter Trottel.
Hürland, Hurland: Pachtland.
Huller: Rudel, Anzahl, Menge.
hullern: albern sein.
Hungerbeen: Kerngehäuse.
Hungertitt: Niednagel, Entzündung des Nagelfleisches.
Hunkenbüll: schwächlicher Mensch.
Hunnköst: Tanzvergnügen der Dienstboten auf dem Flett
oder der großen Diele.
Hupphei: aus wenig viel machen wollen.
Hurk, Hurrik, Hurriken: Niederhocken mit zusammengezogenen Knien, Hocke.
Huschnusch, Hußnusch, Hußnuß: zusammengesuchter
Kram, Rest e von geringer Bedeutung.
Husgäbel: Hausgiebel.
Huuv: Haube.
I
Hk: Iltis.
Immengeleitsgeld: Gebühr für Bienenvölker, die die erste
Hälfte des .Jahres in der Marsch verbrachten.
Immentuun: Bienenza un, den früher fast alle Höfe besaßen.
inbuchten! ins Gefängnis setzen.
Inlegger: Mitbewohner, Mieter.
inoisen: einhaken, unterfassen.
insöhlen: sieh beschmutzen.
Instippels: Tunke .
inwinnen: eintragen, einbringen.
Wird fortgesetzt
DeDusender
De Gnharrl heU Geburtsag hattweer'n scheune Fier, gleuv mi dGl .
As se laend, deit Gerd rutfinnen:
In d' Gtistbook sreihr rwee Riemels
binnen:
"De Dichter, de kam dichrer
un as de Dichter dichter weer,
dar wen dlll g()r keen Dichter mehr. ((
" De Neger, de käm neger,
un as de Neger neger weer,
dor weer dGl Rar keen Neger mehr!"
Un keen 'ne drütte Strophe finn,
kriggt dusend Mark, dat steiht darbin.
De Gerhard Scheel is gar nich fuhl.
he wischt siek tweemal över d' Muul,
dinkt hier, dinkt dar - dat duurt nieh
lang,
dar fung he al to schrieven an.
"De Lichter, de wor'n lichter,
un as de Lichter lichter weer,
dor wörn dat keene Lichter m ehr!"
He löppt na d' Telefon as mall:
" De dusend her - iek hefl dat all!"
Un Richard de wer ganz verdattert,
dat he to 'n B 'tolen ward vergattert.
" Wat wullt du mit dat ganze Geld? "
he över'n Droht in d'Ohr em bölkt.
"Hest sülben doch genoog in d'Schapp ,
meenst nich - Schwamm över, loot wi
dat? "
Doch Gerhard seggt: "Nee, in Veerlannen,
dor is so een Verband vörhannen,
de kümmert siek um de Kultur,
de könn ' dat bruken, gleuv' mi nur.
Dan'n schenk iek dat, Um to erholen
wie fröher leevt hebbt uns 're Oien. "
Hier steiht de Vörstand vun 'n Verband
un schüttelt dankbar di de Hand.
Für Disch un Stöhl hier in den Katen
wöll'd wi de dusend glieek verbraten.
Noch eenmol Dank ju all mit'nanner
seggt de Kulturkreis de Veerlanner.
Ralf Kiehn
Sie übergaben die " Schweine-Spende" mit dem Tausender an den KKVV: Richard Dien
(links) und Gerhard Scheel.
Foto: Hermann Timmann
Dichter-Spende
Ein Sparschwein, gefüllt mit tausend
Mark, nahm unser KKVV -Vorsitzender Rolf Kiehn in der Kulturkate am
Horster Damm entgegen. Das Geld
ist eine "Spätfolge" vom 60. Geburtstag des "Piepenclub"-Vorsitzenden
Gerhard Scheel vom Neuengammer
Hinterdeich. Er hatte in seinem Gästebuch nach der Geburtstagsfeier
unter den vielen netten Gratulationsworten auch zwei plattdeutsche
"Riemels" von Richard Dien gefunden:
"Oe Dichter, de käm dichter
un as de Dichter dichter weer,
dar wär dat gor keen Dichter mehr. "
"Oe Neger, de käm neger,
un as de Neger neger weer,
dar weer dat gor keen Neger mehr!"
Dem "Erfinder" einer dritten Strophe sollte ein runder Tausender winken. Gerhard Scheel überle~te nicht
lange, beim Blumenschnelden im
Treibhaus waren ihm bald vier entsprechende Zeilen eingefallen:
"Oe Lichter, de wor'n lichter,
un as de Lichter lichter weer,
dar wörn dat keene Lichter mehr! "
Richard Dien und seine Frau Heike
waren überrascht über Gerhard
Scheeis Idee. Sie einigten sich, das
Geld dem KKVV zu spenden. KKVVVorsitzender Rolf Kiehn hatte zur
Übergabe ein launiges plattdeutsches
Gedicht verfaßt, das er verlas. Bei
Tee und Gebäck gab es nach der
Ubergabe noch einige Erzählungen
aus früheren Zeiten, die die KKVVChronisten notierten.
Witze vertell'n
Von Hellmuth Bierkarre
Lisa harr inlod to'n Konfilium. Nahberslüüd un
Bekannte seten üm den groten Disch. Man harr
good to eeten kregen, un dat ok wat to drinken
up'n Disch stünn, dat weer sass to marken.
Mandus kreeg dat na den sößten Grog jümmers
mit dat Witze vertell'n. As Kassierer bi "Rein
Gas" keem he wiet noch rüm, un keen anner
kunn so veel beholln, un he harr bi all de
Festivitäten de nigesten parat. Mandus füng
denn ok an:
"In'n Kaschott seeten twee Knastologen un
harrn nix as Langewiel. Dor kernen se up den
Gedanken, mol wat to speel'n. Inköpen, dat
weer doch mol wat. De een, de sett sick achter
den Disch un speel de Verköper. De anner güng
na de Döör, klopp an, k eem trüch un sä: ,Goden
Dach, ick harr geern twee Buddels mit Suurkruut.' De achtern Disch kiekt em verbiestert
an un seggt: ,So geiht dat doch nich. Fang man
noch mol vun vörn an!' De anner kummt
wedder rin: ,Twee Buddel mit Suurkruut harr
ick geern.' - ,Du büst doch to dösig', seggt de
achtern Disch. ,Ick will di dat mol wiesen, wie
dat geiht.' Se wesselt den Platz un nu kummt de
anner vun de Döör: ,lek müch geern twee Pund
Suurkruut.' Dor frogt de achtern Disch: ,Rebben Se ok Buddels dorbi?'"
Oma Meta harr nipp tohöört. Se seet ganz still
an'n Disch, un as das Gelächter vörbi weer, frog
se ganz dröög: "Weer'n dat Bekannte vun jü? "
Dormit weer de Obend loopen. Keeneen kreeg
sick wedder in vör Lachen. Blots Oma Meta
güng beleidigt to Bett. Noch hüüd, veele Johrn
later , ward noch mennigmol frogt: "Weer'n dat
Bekannte vun jü?"
7
VeranstaltWlgen in Wld um Vierlanden
JUNI
bi1\ 18. Schießen um die Wilhelm-June-Pukule UUl dem
Stand der Vierländer Schützengesellschaft.
2..Juni bb 15. Juli; AUlistellung mit "amnesty international"
zur Tudeli~tru.re; .J-Iüri uul. laßt mich Luft holen ... " im
Dokumentenhaus der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.
:i. 15 Uhr: Vogelschießen des UnLerhuILuIJg:scluu:s "FIUld"
;1II r rlpr Wipsp von HrlflS Timmann am Neuengammer
Hausdeich beim Marschbahndamm.
20 Uhr: Geburtstagsball des Damensingkreises "Loreley"
im "Norddeutschen Haus" Altengamme.
6. 11 Uhr: Stadtrundgang der Initiative zur Erhaltung
historischer Bauten durch Bergedorf: "Von Kaffee Möller
zum ,alten' Bahnhof" ab Kirche St. Petri und Pauli.
9. 19.30 bis 21 Uhr: KKVV-Treff in der Kate, Anmeldung
unter' 7231447 oder 7235957 erbeten.
13. 7 Uhr: Begehung mit Herbert Dahm: "Auf dem
Footpadd von Neuengamme nach Zollenspieker" ab G.
Rehder, Neuengammer Hausdeich 379.
16 Uhr: Monatsschießen der Vierländer Schützengesellschaft auf dem Schießstand.
14. 20 Uhr: KKVV -Vorstands- und Sparten-Sitzung im
"Corslaker Landhuus".
16. 16 bis 19 Uhr: DRK-Blutspendetermin in der Zentralschule Kirchwerder, Kirchwerder Hausdeich 341.
18. bis 20. Niederwärtser Heimatfest bei der Schiefen
Brücke in Curslack und Neuengamme.
19. 11 Uhr: Stadtrundgang der Initiative zur Erhaltung
historischer Bauten durch Bergedorf: "Mit Schute und
Eisenbahn - die Industrialisierung Bergedorfs" ab Bahnhof.
21 bis 25. Pokalschießen des Landesverbandes auf dem
Stand der Vierländer Schützengesellschaft.
25. bis 27. Fahrturnier des Reit- und Fahrvereins Vierlanden auf dem Turnierplatz am Neuengammer Hausdeich.
27. 16 Uhr: Preisschießen zum Schützenfest der Vierländer
Schützengesellschaft auf dem Schießstand.
JULI
2. 19 Uhr: Ausmarsch der Schützen zum Kommers im
Schützenhof ab Corslaker Landhuus.
20 Uhr: Schützenfest-Disco im Festzelt am Schützenhof
Neuengamme.
3. 14 Uhr: Ausmarsch der Schützen ab Gasthof "Stadt
Hamburg" Neuengamme (mit Kreisschützenfest).
20 Uhr: Schützenball mit Siegerehrung der Wettbewerbe
um die Wilhelm-Jone-Pokale im Festzeit am Schützenhof.
4. 13 Uhr: Ausmarsch der Schützen zum Abholen der
Könige ab Grashof.
20 Uhr: Schützenball mit Proklamation im FestzeIt am
Schützenhof.
Suchbild
Heute zeigen wir eine Gruppe von
fünf Altengammern unterschiedlichen Alters- aus der Sammlung von
Herbert Dahm. Das Bild wurde am
Altengammer Elbdeich aufgenommen. Das ist aber auch das einzige,
was Herbert Dahm bisher dazu weiß.
Wer kann Näheres zu der Aufnahme
sagen: Wen stellt sie dar? Wo genau
wurde das Bild aufgenommen? Informationen bitte an die Redaktion der
"Latücht", p. Adr. Rolf Wobbe, Neuengammer Hinterdeich 139a.
Zu dem Suchbild in "Latücht" 11, das
einen als Schornsteinfeger verkleideten Jungen zeigt, haben wir keine
Informationen erhalten.
Liebe Leser!
Bevorzugt unsere Inserenten im
Wirtschaftsgeschehen. Denn sie
suehen nicht nur den alleinigen
Werbe-Effekt, sondern sie sind
Defürworter und Förderer unseres Kulturlebens.
8
12. 20 Uhr: KKVV - Vorstands-Sitzung im "Corslakgr Landhuus".
14. 19.30 bis 21 Uhr: KKVV-Treff in der Kate, Anmeldung
untgr 723 14 47 oder 723 59 57 erbeten.
18. 16 Uhr: Monatsschießen der Vigrländer Schützengesellschaft.
11. bis 15. August: Intgrnationalgs Workcamp der Initiative
zur Erhaltung historischer Bauten am Lohbrügger Wasserturm.
AUGUST
8. 16 Uhr: Monatsschießen der Vierländer Schützengesellschaft.
11 19.30 bis 21 Uhr: KKVV -Treff in der Kate, Anmeldung
unter 7231447 oder 7235957 erbeten.
14. Wrauste1' Schützenfest in der Fünfhausener Gaststätte
"Bei Hobby".
Vorverlegtes Laternenfest "Die EIbe brennt" am Hauptdeich beim Kiebitzdeich.
16. 20 Uhr: KKVV-Vorstands- und Sparten-Sitzung im
"Corslaker Landhuus" .
28. 18.30 Uhr: Kirchenführung und Orgeldemonstration in
der Kirchwerder Kirche St. Severini.
SEPTEMBER
8. 19.30 bis 21 Uhr: KKVV-Treff in der Kate, Anmeldung
unter 7231447 oder 7 2359 57 erbeten.
12. Tauzieh-Wettbewerb bei der FF Warwisch mit vielen
Aktionen im Beiprogramm im Feuerwehr-Stützpunkt
Fünfhausen.
16 Uhr: Monatsschießen der Vierländer Schützengesellschaft mit Vereinsmeisterschaften auf dem Schießstand
beim Schützenhof.
14. 20 Uhr: KKVV - Vorstands-Sitzung im "Corslaker Landhuus".
26. 11 Uhr: Stadtrundgang der Initiative zur Erhaltung
historischer Bauten durch Lohbrügge: "Wasser für SandeVom Schachtbrunnen zum Wasserturm - Einführung der
zentralen Wasserversorgung in Lohbrügge/Sande" ab
Bahnhof Bergedorf, Lohbrügger Seite.
VierHinder Liedertag, ausgerichtet durch den Damensingkreis "Loreley" im "Norddeutschen Haus" Altengamme.
OKTOBER
L 10 bis 16 Uhr: Beginn der Winter-Öffnungszeit dienstags
bis sonntags im Hieckhaus.
3. 14 Uhr: Erntedank-Umzug ab Zollenspieker Marktplatz
zur Kirchwerder Kirche st. Severini.
4. 20 Uhr: Lesung mit Werncr Schröder: ",Dat Scheckheft'
un anne1' lustig Geschichten" im "Norddeutschen Haus"
von Karl-Hermann Dietrich am Altengammer Elbdeich.
Die "Niederwärtser" lassen sich ihr Heimatfest nicht verwässern
"Und gießt es Kübel..."
Aus den Berichten in der "Bergedorfer Zeitung" im August 1954
Aus der guten Kameradschaft der Liedertafel "Amieitia"
von 1874 und de:s Schießklub:s "Vierlandria" von 1910 ist das
Nip.dp.rwiirtser Heimatfest eben vor den Toren Bergedorf:s
entstanden. Es sollte am vergangenen Wochenende zum
drittenmal gefeiert werden. Und es wurde gefeiert! Trotz
des beinahe unheimlichen Regens, der den Sonntagmorgen
beherrschte, trotz der Feuchte und Kühle, die den Sonntagnachmittag und -abend kennzeichnete. Hier die Berichte
unserer zum Feste abgeordneten Mitarbeiter:
(0) Bei der Schiefen Brücke in Neuengamme-Curslack ging
es am Sonnabend gegen 20 Uhr lebhaft zu. Unter einem
Girlandenbogen versammelten sich die Initiatoren des
Niederwärtser Heimatfestes, Sänger der Liedertafel "Amicitia" von 1874, Schützen vom Schießklub "Vierlandria"
von 1910 und selbstverständlich auch Zuschauer, deren
größter Teil von Vierlandens Schuljugend gestellt wurde.
Unter den fröhlichen Klängen ihrer Spielmannszüge marschierten die beiden Vereine über die Schiefe Brücke zu
dem unmittelbar dahinter liegenden FestzeIt. Hier war
schon eine Stunde vorher alles in Erwartung. Die Garde
weißbekittelter Kellner teilte die Tischreviere ein, die
Männer vom Festausschuß trafen letzte Anordnungen, am
Eingang postierten sich die ehrenamtlichen Kassierer mit
Eintrittskarten und Wechselgeld, und zwischen a11 diesen
Vorbereitungen wurde immer wieder besorgte Worte laut:
"Mit de Wettermakers is dat sIecht bestellt dit Joar."
Aber dann hatten die "Wettermakers" doch ein Einsehen.
Als der klingende Zug anmarschierte, regnete es ausnahmsweise nicht. Sie hatten kaum ihre Plätze besetzt, als
der offene Zelteingang schon geschlossen wurde - von
dichten Menschentrauben. Die "Niederwärtser" strömten
in Scharen zum großen Auftakt ihres Festes.
"Min lewe Froonslüüd, min leewe Mannslüüd" - so begann
Willy Timmann, der Vorsitzende des Festausschusses, seine
B,egrüßungsrede, in der er den Niederwärtsern einen
Uberblick über die dreijährige Geschichte ihres Heimatfestes gab. "Da die Vierländer gewohnt sind, mit Wind und
Wetter zu kämpfen, werden sie sich auch durch den Regen
ihr Fest nicht verdrießen lassen." Er wies auf den tieferen
Sinn eines Heimatfestes hin: Verbundenheit mit der
engeren Heimat bedeutet letztlich Verbundenheit mit der
großen deutschen Heimat. Er dankte allen, die zum
Gelingen des Festes beizutragen bemüht waren, darunter
dem Bezirksamt, das in Oberinspektor Guse einen Vertreter zu diesem Eröffnungsabend geschickt hatte.
Damit begann der "Sommernaehtsball", der zwar kein
sommerliches, aber dafür fröhliches Gepräge hatte. Das
Bergedorfer Bla:sorche:ster spielte zum Tanz auf.
(ea) Als wir gestern nachmittag nach Neuengamme fuhren,
um uns von den Fortschritten des Niederwärtser Heimatfestes zu überzeugen, glaubten wir, allenfallS ein paar
seßhafte Männer und Frauen anzutreffen, die ihren Kummer im Zelt von OUf oder bei Herta Timmann begossen.
Weit gefehlt! Und wieder einmal neu bewiesen: die
Vierländer lassen sich auch bei stundenlangem Platzregen
nicht abhalten, ein einmal angesagtes Fest zu feiern. Um
sechs Uhr wurde geweckt - genau wie im Programm
vorgesehen. Daß die "Wecker" einen Teil ihrer Rundreise
dann in einem Autobus machten, weil der Regen die
Trommeln gefährdete, ist eine andere Sache. Der Festzug
allerdings mußte ausfallen.
Aber die Feuerwehr von Curslack war an der Schiefen
Brücke zur Stelle und führte unter Führung ihres Chefs
Heitmann Löschverfahren mit Wasser, Schaum und Stickstoff vor. Bei dieser Gelegenheit bezog ausgerechnet der
Initiator des Niederwärtser Heimatfestes und Vorsitzende
und Chorleiter der "Amicitia", Willy Timmann, eine unprogrammäßige Dusche aus einem platzenden Schlauch. Der
nimmermüde Freund des Liedes und des Feierns akzeptierte sie mit Humor und lachte noch Stunden später
darüber.
Der Festtrubel des Vorabends im Zelt am Ufer der Dove
EIbe wurde gestern nachmittag fortgesetzt. Die "Amicitia"
sang, die Kinder des Roll- und Schlittschuh-Vereins
Kirchwerder zeigten, was sie im Rollschuhlaufen können,
und wurden mit Beifall überschüttet, das Bergedorfer
Blasorchester musizierte, die Kinder tanzten und wetteiferten mit allerlei Spielen um leckere Preise - bis endlich
am Abend der Tanz der "Großen" dies Heimatfest beendete, das unter dem Unstern des Regens stand, dennoch aber
so gemütlich und vergnügt, so abwechselnd und unterhaltend verlief, daß jedermann, der es mitmachte, sich schon
heute auf das "Niederwärtser Heimatfest" 1955 freut.
Die Bäume am Heerweg
Als Ergänzung zu dem Bericht "Der
Curslacker Heerweg" in der "Latücht " Nr. 10 wurde der folgende
Artikel der Redaktion zugeleitet.
Der Curslacker Heerweg ist eine
Einfallstraße in die Vierlande. In
alten Zeiten wurde hier das Vieh
im Herb~.t aus Jütland durchg"etrieben. Uber Zollenspieker ging
es dann weiter nach Holland.
Den Heerweg zwischen Holtenklinke und Curslacker Deich
mußten die vier Gemeinden
Curslack, Altengamme, Neuengamme und Kirchwerder unterhalten. Um zu dokumentieren,
welche Gemeinde welche Wegstrecke zu erhalten hatte, wurden Linden gepflanzt.
***
Wir wollen hoffen, daß Petrus - wie bei den meisten "Niederwärtser
Heimatfesten" bisher- es nicht so schlecht mit den "Niederwärtsern " und
ihren Gästen meint wie 1954, wenn sie zwischen dem 18. und 20. Juni an
der Schiefen Brücke feiern, diesmal auf der Curslacker Seite.
So waren alte Linden bei den
Häusern 274 usw. und auch zwischen dem Achterschlag und
Wasserwerk. Jüngere Linden
standen vor den Häusern 232
usw. Alle diese Linden wurden
1945 abgeholzt. Vor dem Haus
214 standen drei Kastanien. Zwei
von ihnen hat damals der Bauherr gepflanzt und eine mein
Bruder, Ernst August Passow,
der im Krieg gefallen ist. Als die
Kastanien gefällt werden sollten, hat man sie auf mein Bitten
verschont. Die jetzt dort stehenden Linden wurden am 5. November 1948 gepflanzt.
U. Stich weh, geb. Passow
Fühnmgen
Die Erläuterungen der Orgel in der
Kirchwerder Kirche st. Severini im
vergangenen Jahr wurde ein Erfolg.
Kirchenmusikerin Ebba Wachler hat
sich bereiterklärt, die Orgel ein weiteres Mal am Sonnabend, 28. August,
zu erläutern. Ihre Orgel-Vorführung
beginnt um 18.30 Uhr. "Ich werde
nicht nur Musikalisches sondern auch
Technisches sowie die interessante
Geschichte unserer Orgel erläutern",
verspricht sie. Eine Einführung zur
Geschichte der Orgel brachten wir in
der "Latücht" Nr. 10. Auch für Besucher der ersten Orgel-Vorführung
dürfte sich diese zweite Führung
lohnen: Anschließend zeigt und erläutert Pastor Joachim Sach das Innere der Kirche St. Severini, berichtet aus der Geschichte des Gotteshauses.
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Was ist mit dem Maikäfer los?
von Hermann Timmann
Im Kampf gegen die "Seuche Maikäfer" hat man einen
meßbaren Erfolg erzielt: In Niederösterreich sammelten
freiwillige Helfer innerhalb von einigen Tagen nicht
weniger als 1,5 Milliarden dieser Land- und Forstwirschaftsschädlinge ein. Die Insekten wurden getrocknet und
fanden als Tierfutter für Schweine, Fbche und Vögel eine
sinnvolle Verwendung.
Eine weitere Erfolgsmeldung: In Deutschland sammelte
man in einer bestimmten, verhältnismäßig kleinen Fläche
von 1750 Hektar etwa 22 Millionen dieser braunen Käfer
ein. Geht man davon aus, daß sich darunter nur etwa zehn
Millionen Maikäfer-Weibchen befanden, und daß jedes von
ihnen nur 50 Eier legt (es sind oft mehr), dann sind Wald und
Flur vor dem Fraß von etwa 500 Millionen Engerlingen
bewahrt worden.
Na, wenn das kein Erfolg ist! Ja, wenn!?! Denn die beiden
Nachrichten stammen aus den jahren 1911 und 1912. Da
erhebt sich die Frage: "Was ist mit dem Maikäfer los?"
"Hilfe, die Maikäfer sterben aus?", klagen Naturschützer.
"Alarm, die Krabbelviecher fressen unsere Wälder kahl! " ,
unken Gift-Fabrikanten. In Schokolade geformt finden die
Käfer in abstrusen Formen reißenden Absatz. Kaum einer
weiß heute noch, wie sie wirklich aussehen.
Noch nie haben Maikäfer Wälder vernichtet. Die Vernichtungs-Behauptung ist eine Legende, eine Lüge. Eine
andere: Insektengifte hätten sie ausgerottet. Wer spritzt
schon Laubwälder, Alleebäume, Wiesen mit Gift? Schuld
am Aussterben sei vielmehr das Pflügen der Acker, heißt
es. Dies töte die in etwa zwanzig Zentimeter Tiefe lebenden
Larven (Engerlinge), meinen andere "Experten". Jedoch
der einstige "Spielzeug-Käfer" legt seine Eier vorwiegend
auf Wiesen und Waldböden, die nie gepflügt werden. Also
auch dies eine Lüge.
Schuld am Untergang sei die Vernichtung von Futterpflanzen für die Engerlinge, mutmaßen andere. Aber die
Hauptnahrung sind Löwenzahn-Wurzeln. Ausgerechnet
diese sprießen~!ll fetten Gras überdüngter Wiesen in bisher
nie gekannter Uppigkeit. Noch eine Lüge also.
Flugzeug-Ingenieure haben mathematisch exakt berechnet, daß der Maikäfer garnicht fliegen kann. Da er es aber
unzweifelhaft doch tut, müssen unsere Ilugtechnischen
Theorien unzureichend sein.
Vor dem Start pumpt sich der Käfer mit Luft auf. "Er macht
sich leichter", steht in Schulbüchern. Aber er ist ohne Luft
schwerer als Luft, damit also auf keinen Fall leichter.
Wieder alles falsch!
Mystisches geschieht im Winter. Nach drei bis fünf Jahren
unterirdischer Wühlarbeit verpuppt sich der Engerling und
schlüpft in seiner Erdkammer als Käfer schon im November. Hier legt er sich mit dem Kopf zum erdmagnetischen
Nordpol. Verdreht man ihn, schwenkt er wie eine Magnetnadel auf dem Kompaß wieder nach Norden.
Warum, ist noch nicht erforscht. Aber es soll auch Menschen
geben, die nur dann gut schlafen, wenn ihr Kopf in Richtung
Norden liegt.
Wird der Maikäfer in Massen wiederkommen? Auch
Wüstenheuschrecken waren vor Jahren totgesagt worden.
Trotzdem sind sie heute zahleicher denn je. Dies nur, damit
man mich demnächst nicht ebenfalls der Lüge bezichtet.
Der Maikäfer könnte ein Symboltier des menschlichen
Wissensmangels sein.
Es gibt ihn also noch, den Maikäfer. Aber "Wann?" , "Wo?"
"Weshalb?" und "Weshalb hier nicht, aber dort immerhin
noch?", diese Fragen stellen sich nicht nur Wissenschaftler
sondern auch naturverbundene Menschen, die in dem
Krabbeltier mit den miserablen Flug-Eigenschaften
Glücksbringer, Frühlingsboten oder hochinteressante Beobachtungs-Objekte sehen.
Uns wurde schon als Kindern beigebracht, wie man
Männchen und Weibchen unterscheidet: Die einen haben
sieben große, die anderen sechs kleine Fühlerblätter, die
wie Fächer aussehen.
Etwa drei Jahre - manchmal sind es auch vier oder fünf ganz nach Klima. Bodenbeschaffenheit und anderen Faktoren dauert die Entwicklung des Tieres. Der Flug setzt
gegen Ende April oder Anfang Mai ein und dauert etwas
mehr als einen Monat. Die ausfliegenden Käfer orientieren
sich nach Geländemarken und fliegen gewöhnlich die
höchsten Silhouetten innerhalb ihres Gesichtsfeldes
Ein selten gewordener Anblick: Mehrere Maikäfer krabbeln auf
einem Ast.
an. Bevorzugte Fraßbäume sind Eiche, Ahorn und Buche.
Hier paaren sich die Käfer auch. Die Männchen haben
schnell ihre Schuldigkeit getan und sterben bald darauf.
Ganz anders die Witwe. Sie frißt sich nach der Hochzeit erst
einmal ein paar Tage lang rundherum satt, ehe es für sie an
die anstrengende Ei-Ablage geht. Zwischen 15 und 25
Zentimeter tief buddelt sie die Eier ein und das meistens in
der Gegend, in der sie ihre eigene Jugend verbracht hat.
Man kann daraus schließen, daß die Tiere einen recht gut
entwickelten Orientierungssinn besitzen.
Nach sechs bis acht Wochen ist es soweit: Aus den Eiern
schlüpfen die Larven, also etwa im Juli. Noch im Herbst
häuten sich diese zum zweiten Larven-Stadium und
verkriechen sich dann in 30 oder oft mehr Zentimeter Tiefe,
von wo sie sich erst im kommenden April in die Wurzelregionen hinaufquälen, in denen sie ihre Nahrung finden.
Im Juni/Juli häuten sie sich zum dritten und letzten
Larven-Stadium. Nun wandern die Engerlinge in die Tiefe
und verpuppen sich in einer kleinen Erdhöhle. Rund vier
Wochen später SChlüpfen bereits die Käfer, bleiben aber
noch bis zum April/Mai des folgenden Jahres in ihrer
"Wohnung".
Daß es nun bald hinaus in die Ferne gehen kann, spüren sie
an der sich allmählich einstellenden Boden-Erwärmung.
Sie beziehen höhere Etagen des Erdreichs und warten hier
den günstigen Zeitpunkt für den Ausflug ab.
Beim Fliegen selbst können sich die Maikäfer nicht gerade
Eleganz und große Reichweite bescheinigen lassen. Ziemlich plump ziehen sie brummend ihre Bahn und scheinen
froh zu sein, wenn sie den nächsten Fraßbaum erreicht
haben. Schnell sind sie hier auch nicht. Ganze acht
Kilometer könnten sie in der Stunde zurücklegen - wenn
sie so lange fliegen könnten.
Wo die Maikäfer-Welt noch einigermaßen in Ordnung ist,
können die Brummer immer wieder einmal in Massen
auftreten. Periodische Schwankungen hat es immer gegeben. Für den Kanton Zürich z. B. lassen sie sich über einen
Zeitraum von 220 Jahren lückenlos verfolgen. Bis zum
Beginn unseres Jahrhunderts fällt dabei auf, daß Zeiten mit
starkem Befall zwischen zwölf und 15 Jahre dauerten,
während die Perioden schwachen Auftretens zwischen
zwölf und 30 Jahren schwankten. Ähnliche Beobachtungen
stammen aus dem Kanton Bern und aus SchleswigHolstein.
Natürliche Vorgänge haben sehr großen Anteil an den
Schwankungen des Auftretens . Ein Ende des gegenärtigen
Tiefstands ist also zu erwarten. Allerdings nur dort, wo die
Maikäfer-Welt noch halbwegs in Ordnung ist.
11
Ökologischer Landbau
auf dem Hof Eggers in der Ohe
von Georg Eggers
VOll 19GB bili 1900 machte ich meine landwirtschaftliche
LeIJre auf einem 70-Hektar-Hof bei Ottern dorf. Es war ein
vielseitiger Betrieb. Auf dem Acker wurden angebaut:
sämtliche Getreidearten, Kleegras , Rüben, Kohl, Kartoffeln. Es gab 20 Milchkühe mit Nachzucht und Ochsenmast.
Obwohl schon vier Traktoren vorh anden waren, wurden
noch vier Arbeitspferde gehalten. Die letzte Furche am
Graben wurde mit vier Pferden "vom Ufer" gepflügt.
Nicht zuletzt wurden noch zwölf Hektar Obstbau betrieben. Auf dem Hof waren fünf ständige Tagelöhner
beschäftigt und zu meiner Zeit vier junge Leute angestellt.
Der Hof war damals also noch annähernd so, wie man sich
einen richtigen Bauernhof allgemein vorstellt: vielseitiger
Anbau, an die Fläche angepaßte Viehhaltung und ein
ausreichender Arbeitskräfte(AK)-Besatz.
Das Un(Bei-)kraut im Ackerbau wurde noch mechanisch
kurzgehalten (Striegel, Egge). Im Obstbau wurde allerdings
schon bis zu zwölfmal gespritzt . Di e Düngung mit Grunddünger und Stickstoff im Ackerbau war verhalten. Die
Außendeichsflächen wurden garnicht gedüngt.
Ab 1960 änderte sich die Situation. Der AK-Besatz konnte
in der Art nicht aufrechterhalten werden, er wurde zu
teuer. Ich erinnere mich noch gut an ein Buch, welches mir
mein Lehrherr zu Weihnachten schenkte. Es hieß: "Der
vereinfachte Betrieb". Der Grundtenor dieses Buches war:
"Den Betrieb extensiv organisieren, aber intensiv wirtschaften".
In der Praxis bedeutete dieses ein bis zwei Betriebszweige,
diese soweit wie möglich zu mechanisieren und mit
zugekauften Betriebsmitteln Höchsterträge zu erwirtschaften. Diese Art wurde ebenso wie d er Familienbetrieb
Leitbild der Agrarpolitik der 60er, 70er bis in die 80er Jahre
hinein. Ab Mitte der 80er J ahre stellte sich heraus, daß
diese Agrarpolitik eine Sackgasse ist. Die Berge der mit
hohem Aufwand produzierten Agrarprodukte wurden
immer höher. Zuerst sollte das Prinzip "wachsen oder
weichen" das Problem lösen, damit weniger Bauern auf
größeren Betrieben höhere Einkommen erwirtschaften
können. Ab 1988 gibt es das Flächen-Stillegungs-Programm; allerdings auch keine längerfristige Lösung.
Auf den Landwirtschafts-Schulen, in der Beratung, in den
landwirtschaftlichen Fachzeitungen wurde die moderne
Landwirtschaft gelehrt und verbreitet.
So hatte auch ich mich für diese Richtung entschieden, als
ich ab 1967 den elterlichen Hof wieder bewirtschaftete.
Vorher war er zwölfeinhalb J ahre verpachtet. Moderne
Maschinen waren nicht vorhanden. Die Stallungen mußten
erneuert werden. Die Investitionen mußte ich also gezielt
vornehmen. Die Wirtschaftseinheiten mußten eine bestimmte Größe haben, damit sich die Investitionen rechneten. Ich hatte mich für Ackerbau und Sauen-Haltung
entschieden. Im Laufe der Jahre wurde der Ackerbau
durch Zupacht von 52 auf 120 Hektar erweitert, die
Sauenhaltung von 35 auf 55 Sauen aufgestockt. Anfangs
habe ich den Hof mit meiner Mutter und einem Erntehelfer
bewirtschaftet, dann mit meiner Frau und einem Lehrling
bzw. Praktikanten/-tin. Das sind rechnerisch zwei AK.
Ende der 70er Jahre setzten bei mir erste Überlegungen
ein, ob die eingeschlagene Wirtschaftsform die richtige sei.
Durch den hohen Düngemittel-Einsatz wurden wieder
vermehrter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (Halmfestiger, Fungieide) notwendig, die dann jeweils nach ein paar
Jahren überholt waren, weil die Schadpilze resistent
geworden waren. Auch machten sich die ersten sichtbaren
Folgen bemerkbar. Die Rebhühner waren hier ausgestorben, die Hasen wurden seltener, ebenso die Störche. Dem
Kleingetier ist das häufige Spritzen sicherlich auch nicht
gut bekommen. Veränderungen sind hier zwar nicht so
auffällig. Dennoch war mir vom Gefühl her nicht wohl bei
den häufigen Spritzarbeiten.
Meine Antwort darauf war, daß ich 1982 in Zusammenarbeit mit der Umweltbehörde ökologische Ausgleichsflächen anlegte . Wir haben dann auch Versuche auf einer
Fläche gestartet, wieweit in der Marsch unter Beibehaltung der Wirtschaftsform auf die Pflanzenschutzmittel
12
Georg Eggers prüft die Qualität seines nach ökologischen Methoden
angebauten Weizens.
Foto : Peter von Essen
verzichtet werden kann. Ab 1988 habe ich eine größere
Ackerfläche mit der Umweltbehörde unter Vertrag genommen, auf der zwar noch gedüngt, aber kein Pflanzenschutz
angewandt werden durfte . Um einen höheren Preis für das
Getreide zu bekommen, wurde "Aurora Urweizen" angebaut. Mein Angebot, sämtliche Ackerflächen ökologisch zu
bewirtschaften, wurde abgelehnt.
Auf den rapiden Preisverfall bei Getreide, der ab 1988
einsetzte, habe ich dann mit Rotations-Brache reagiert.
Im Spätsommer 1990 las ich einen Artikel im Bauernblatt
über ökologischen Landbau, der mich veranlaßte, mich mit
zwei Verbänden in Verbindung zu setzen. Nach Teilnahme
an einem Seminar habe ich mich entschlossen, den ganzen
Betrieb einschließlich Schweinehaltung umzustellen. Dieses ist Voraussetzung, wenn Extensivierungs-Förderung
aus Brüssel in Anspruch genommen wird. Die UmstellungsHilfe wird für fünf Jahre gezahlt. Der ökologische Landbau
wurde in den 70er und 8Der Jahren von modernen
Landwirten häufig als Spinnerei abgetan. In Wahrheit ist es
der klassische Landbau, wie er über Jahrhunderte von
Bauern betrieben wurde, erweitert um die Technik und
züchterische Fortschritte.
Ab Herbst 1991 arbeitete ich nach den "NATURLAND "Richtlinien. Im Folgenden auszugsweise dargestellt:
Pflanzliche Erzeugung: Boden, Pflanze, Tier und Mensch - das ist
eine Kette, die zusammenhängt. Der Boden ist die Grundlage für
den Erfolg . Gezielte Humuswirtschaft ist der oberste Grundsatz
der Bodenbewirtschaftung. Zwischenfrucht-Anbau und Gründüngung - wirksam unterstützt durch schonende Boden-Lockerungfördern die Durchwurzelung , verbessern das Porenvolumen und
das Wasserhaltevermögen des Bodens. Die organische Düngung
- mit Festmist, aufbereitetem Flüssigmist, Ernteresten , Gründünger oder Kompost - sichert in lebendigen Böden die PflanzenErnährung. Anders ausgedrückt: Der Boden wird ernährt, nicht
die Pflanze. Das Bodenleben schließt die Nährstoffe für die
Pflanze paßgerecht auf. Überdüngung, Verbrennen, Nitratfrachten spielen so keine Rolle mehr. Die Fruchtfolge muß vielseitig
und ausgewogen sein und auf lange Zeit die Fruchtbarkeit des
Bodens erhalten. Leguminosen (Schmetterlingsblütler) werden
gezielt zur biologischen Stickstoff-Bindung eingesetzt. Wildbegleitpflanzen (Unkräuter) werden vorbeugend durch Fruchtfolge,
Düngung , Bodenpflege und Sortenwahl kurz gehalten. Bei Bedarf
können sie durch Striegeln, Hacken , Eggen, notfalls durch
Abflammen reguliert werden . Pflanzenschutz erfolgt bei Bedarf
mit natürlichen Mitteln wie Kräuterbrühen, -jauchen , Steinmehlen
und Naturkalken.
Und das ist verboten: chemisch-synthetische Stickstoff-Verbindungen, leichtlösliche Phosphate, hochprozentige und chlorhaltige Kalidünger, Herbizide, chemisch-synthetische WachstumsRegulatoren (Halmverkürzer, Fruchtausdünner, Reifebeschleuniger) , Boden-Desinfektionsmittel , Welkemittel, synthetiSChe Pesti zide aller Art.
Fortsetzung S. 13
Ökologischer Landbau auf dem Hof Eggers in der Ohe
Fortsetzung von S. 12
Tierhaltung: Der Mensch muß die Verantwortung gegenüber den Tieren übernehmen und ihre natürlichen Bedürfnisse
berücksichtigen. Das heißt beispielsweise. daß "NATURLAND"- Tiere Weidegang
oder Auslauf bekommen sollen. Bei der
Züchtung steht nicht die Höchstleistung
sondern die Lebemjlei:;tung de:; Tiere::> im
Vordergrund. Tiere werden mit selbst
erzeugten Futtermitteln gefüttert wie
Gras, Heu, Rüben oder Getreide. Die
Tierhaltung ist flächengebunden, das
heißt. es dürfen maximal zwei Rinder pro
Hektar gehalten werden.
Und das ist verboten: Massenhaltung in
engen Ställen, Vollspaltenböden, Zukauf
von Importfuttermitteln, Zukauf von Futtermitteln aus herkömmlich wirtschaftenden Betrieben, Fütterung von Tiermehlen
und anderen Abfallprodukten, Wachstumsförderer.
Fütteru ngs-Antibioti ka,
vorbeugende Medikamentierung.
Die Einhaltung der Richtlinien wird
durch unabhängige Prüfer mehrmals
im Jahr überwacht.
In der Praxis bedeutet dieses auf
meinem Hof von 111 Hektar Acker:
36 ha Grünbrache, 75 ha Getreide,
Ackerbohnen, Erbsen und Kartoffeln. Das absolute Grünland wird
über vier Mutterkühe mit Nachzucht
und durch Schafe genutzt. Die Sauenhaltung wird zunächst in leicht
verminderter Anzahl beibehalten
und die Ferkel über "Nordfleisch"
vermarktet. Solange Umstellungsgetreide vorhanden ist, welches nicht
den Preis der anerkannten Ware hat,
rechnet sich dieses. Inzwischen wird
die Vermarktungs-Schiene für ökologisch produzierte Mastschweine aufgebaut, die dann mindestens 50 %
teurer als konventionell erzeugte
Tiere sein müssen.
Der ökologische Landbau steht und
fällt mit der Bereitschaft der Bürger,
mehr Geld für ihre Ernährung auszugeben, für Produkte, die umweltschonend und ohne Chemikalien erzeugt sind. Wir sind zuversichtlich,
daß auch in Hamburg mehr und mehr
Familien dieses Angebot nutzen werden. Auch hoffen wir, daß in Zukunft
weitere Großküchen und Kantinen
dem guten Beispiel von Gruner+ Jahr
folgen werden, beispielsweise Behörden-Kantinen.
Meine Frau betreibt einen Hofladen
mit selbsterzeugten Produkten und
zugekauftem Gemüse aus anerkannten Gärtnereien.
Seit zehn Jahren stellen wir unsere
denkmalgeschützten Gebäude für
angemeldete Gruppen zur Verfügung. Gern erinnern wir uns an die
freundlichen und aufgeschlossenen
Landfrauen-Gruppen, die die Vierund Marschländer Rundümwieserinnen zu uns geführt haben.
Unter Denkmalschutz
Das weichgedeckte Hufnerhaus am Kichwerder Hausdeich
42 wurde am 22. März 1993 unter der Hamburger DenkmalListen-Nummer 1013 unter Denkmalschutz gestellt. Der
Wohnteil ist 1555 erbaut worden, um 1700 wurde der
Wirtschaftstrakt neu aufgebaut, wobei man altes Bauholz
wiederverwendet hatte. Hausbesitzer Georg Odemann:
"Untersuchungen des Holzes haben ergeben, daß eine
Dachsparre sogar schon im Jahre 1545 gefällt wurde. Man
hat das Holz also offenbar sorgfältig abgelagert, bevor man
mit dem Bau begann."
Die Holzwissenschaftler hatten für ihr dendrologisches
Gutachten acht Bauhölzer angebohrt (drei Sparren über
dem Kammerfach, einen Höftständer, einen Dachbalken in
der Feuerwand, einen Dachbalken über dem Flett und
beide verstärkten Rähme). Dabei ermittelten sie für sieben
Proben das Jahr 1555, für eine das Jahr 1545, als die Bäume
gefällt wurden. Die erhaltenen Reste zeigen eine reiche
Binnengliederung des Hauses nach dem "Vierländer
Grundriß" mit Vorkammer und Backofen-Raum. Man fand
auch Fragmente der Ofenkuppel. Das 8,50 Meter lange Flett
des Hauses wird durch verstärkte Rähme (waagerechte
Rahmenhölzer) überbrückt, die mit ihren Enden das
Backsteinfachwerk der Feuerwand durchstoßen. Das Flett
hatten die Zimmerleute mit verzapften Längskopfbändern
ausgesteift. Dagegen sicherten Dielenkopfbänder den
Querverband ab. Für die Sparren verwendete man grob
mit dem Beil behauene Hölzer, die noch direkt über den
Unterrähmen auf den Dachbalken fußen. Durch angeblattete Kehlbalken hat man sie gesichert. Die Aufschieblinge
laufen über Streben weit an den Sparrengebinden empor.
Der stark verbaute Wirtschaftstrakt wurde erst um 1700
errichtet. Man verwendete dafür Althölzer, die schon im
alten Wirtschaftsteil des Hufnerhauses verwendet worden
waren. Die ursprünglich 60 Hektar große Hufe ist damals
geteilt worden. Der Wirtschaftsteil hebt sich auch durch
andersartige Zimmermanns-Arbeiten vom Kerngerüst des
Wohnteils ab. Auch die neuen Nummern der Zimmermannszeichen, die hinter dem Flett beginnen, weisen
darauf hin. Über Art und Umfang des alten Wirtschaftstrakts fanden die Forscher nichts mehr heraus. Man
vermutet aber, daß es mindestens acht ausgemauerte
Fache lang gewesen ist.
Georg Odemann hatte vor etwa zwei Jahren die Initiative
ergriffen, sein Haus unter Denkmalschutz zu stellen. Er
sagt: "Es zeigt auch, wie der Untergrund sich verändert. Im
Laufe der Jahre ist der First zum Teil durch Verlagerungen
wie Setzungen bis zu einem Meter aus der Kehre gegangen." Das ist nur bei der Holzbauweise früherer Jahrhunderte ohne Schäden möglich.
Das reetgedeckte Hlffnerhaus am Kirchwerder HmlSdeich wurde im März unter Denkmalschutz gestellt.
Foto : Peter von Essen
13
Eine soziale Einrichtung in den Vier- und Marschlanden:
Christopher-Harms-Stiftung
Seit 1984 gibt es in Kirchwerder die
"Christopher-Harms-Stiftung". Die
Zinsen aus dem Kapital, das der
kinderlose
Schuhmachermeister
Christopher Harms bei seinem Tode
1982 hinterließ, werden zur Unterstützung von Kindern in den Vierund Marschlanden verwendet. "In
jedem Jahr haben wir bisher rund
20 000 Mark für bedürftige oder behindete Kinder in den Vier- und
Marschlanden bereitstellen können" ,
freut sich Adolf Müller, der das
Vermögen der "Christopher-HarmsStiftung" verwaltet.
Der Schuhmachermeister und Kinderfreund Christopher Harms, der in
Kirchwerder bei der Kirche kinderlos lebte, hatte in seinem Testament
bestimmt, daß sein Vermögen mit
hohem Zinsfuß bei der Spar- und
Leihkasse Kirchwärder (jetzt Vierländer Volksbank) anzulegen sei. Die
Zinsen sollten bedürftigen Kindern
im Gebiet der Vier- und Marschlande
zugute kommen. "Gerechte Verteilung erwarte ich vom Amtsgericht",
schrieb Christopher Harms 1977 in
seinem ersten Testament. Darin legte
er noch einen Teil der Zinsen für die
Grabpflege auf dem Kirchwerder
Friedhof fest. Später hat er das
Testament ergänzt, indem eine feste
Summe für die Pflege seines Grabes
festgelegt wurde.
Christopher Harms in seiner Werkstatt am Kirchenheerweg
Gerechte Verteilung
Das Bergedorfer Amtsgericht setzte
1982 nach dem Tode von Christopher
Harms den Bergedorfer Rechtsanwalt Adolf Müller zum TestamentsVollstrecker ein, um seiner Verpflichtung zur gerechten Verteilung
nachzukommen. Nach längeren Verhemdlungen mit der Hamburger Stiftungsbehörde wurde die StiftungsSatzung am 31. August 1984 fertiggestellt. Am 5. November desselben
Jahres hat die Senatskanzlei sie genehmigt. Die ersten Zuschüsse für
Kinder im Bergedorfer Landgebiet
konnten bewilligt werden.
Den dreiköpfigen Vorstand derChristopher-Harms-Stiftung bilden seit. dem ein Vorstandsmitglied der Vierländer Volksbank (erst Ernst-August
Kaiser, jetzt Peter Petersen), ein
Richter am Bergedorfer Amtsgericht
(erst Dr. Howoldt, jetzt Dr. Schröder)
und Testamentsvollstrecker Adolf
Müller. Gemeinsam entscheidet dies
Gremium über die Verwendung der
Zinsen. Adolf Müller: "Wir vergeben
bewußt kein Bargeld sondern Gutscheine, die in bestimmten Bekleidungsgeschäften in Bergedorf für
Schuhe oder sonstige Bekleidung
eingelöst werden können. Diese Geschäfte lassen sich den Empfang der
Kleidungsstücke
quittieren
und
rechnen dann mit der Stiftun~ ab. Um
Namen von Kindern zu erhalten, die
für einen Zuschuß infrage kommen,
schreibe ich Kirchengemeinden,
ürtsamt und Lebenshilfe an. Außerdem geben wir Zuschüsse für Ferienfahrten in den Sommerferien. Die
14
Wer war Christopher Harms?
Christopher Harms wurde am 2.
August 1908 in Kirchwerder bei
der Kirche am Kirchenheerweg 13
geboren. Hier wuchs er mit sechs
Geschwistern auf, lernte bei seinem Vater Christopher das
Schuhmacher-Halidwerk. Am 12.
Dezember 1938 legte er seine Meisterprüfung ab. Nach dem Zweiten Welkrieg kehrte er 1949 aus
Kinder können dann etwa für die
halben Kosten mit der TSG Bergedorf nach Behrensdorf oder mit den
jeweiligen Kirchengemeinden nach
Groß-Wittfeitzen in der Göhrde oder
nach Weihe bei Jesteburg fahren ."
Die Stiftung kann auch Spenden
annehmen, darf dafür steuerlich abzugsfähige Quittungen ausstellen.
russischer Gefangenschaft zurück. Als Ausgleich zu seiner sitzenden Tätigkeit in der Schuhmacher-Werkstatt betrieb er in der
ühe übst- und Gemüsebau. Die
Ehe mit Anne Gimpler, die er am
29. JUlli 1934 in der Kirchwerder
Kirche heiratete, blieb kinderlos.
Christopher Harms starb am 25.
Februar 1982.
Adolf Müller: "Diese Spenden werden für die Kinder verwendet, wie es
der Stiftungs zweck vorsieht: Wir fügen sie zu den Zinsen hinzu, die
jährlich zur Unterstützng verwendet
werden." Das Konto der Christopher-Harms-Stiftung bei der Vierländer Volksbank (BLZ 20190301):
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