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6. Abend: Mittwoch, 28.01.2015
„Was ich als Christ von Juden und vom Judentum gelernt habe“
Ein persönlicher Lernweg
Dr. Michael Volkmann, Bad Boll
Dr. Volkmann schreibt zu seinem Vortrag:
„Paulus beschreibt in seinem Ölbaumgleichnis (Röm 11) Juden und Christusgläubige aus den Völkern als Teile eines einzigen Organismus. Mit dem
Gleichnis versucht er vergebens, der Entfremdung zwischen Juden und
Christen entgegenzuwirken. Der jüdische Religionswissenschaftler David
Flusser sagte, das Christentum brauche das Judentum, um eine humane
Religion zu werden. Ich kann nur Christ sein als Teil des Ölbaums und
versuche das in vielfältiger Weise zusammen mit Juden und von Juden zu
lernen und in meiner christlichen Praxis für andere wahrnehmbar und
nachvollziehbar zu machen. Davon möchte ich berichten.“
Michael Volkmann ist Pfarrer und Dr. der Sozialwissenschaften. Er ist Beauftragter der Evangelischen Landeskirche in Württemberg für das Gespräch zwischen Christen und Juden in Bad
Boll, früher Kloster Denkendorf. Er ist u.a. Geschäftsführer der Arbeitsgruppe „Wege zum
Verständnis des Judentums“ im Bereich der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Die Abende finden jeweils mittwochs von 19.00 bis 21.30 Uhr statt.
Veranstaltungsort: Ev. Gemeindehaus der Friedenskirche BietigheimSand, Bolzstraße 14
Verbindliche Anmeldung bis spätestens 20. Nov. 2014
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an das Pfarramt 1 der Stadtkirche Bietigheim:
Tel.: 07142 / 4 20 38 - E-Mail: pfarramt.bietigheim.stadtkirche-1@elkw.de
oder: Pfarramt der Martin Luther Kirche Bissingen, Tel.: 07142 / 55358
E-Mail: pfarramt.bissingen.martin-luther-kirche@elkw.de
oder: Dieter Petri, Tel.: 07142 / 44158 - E-Mail: Petri.Dieter@t-online.de
Anmeldungen sind möglich für die gesamte Reihe oder getrennt für Runde 1 und
Runde 2.
Seminarbeitrag:
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Teilnahme an Runde 1 oder 2:
18 €
Teilnahme an beiden Runden:
30 €
Bezahlung des Seminarbeitrags jeweils am 1. Abend der Runde in bar
Teilnahme an Einzelabenden auf Nachfrage möglich.
7. Werkstatt Theologie Bietigheim-Bissingen
„Die Wurzel trägt dich!“ (Röm 11,18)
Zum Verhältnis Juden - Christen
November 2014 bis Januar 2015 im Gemeindehaus der
Friedenskirche Bietigheim
Veranstalter: Evangelische Gesamtkirchengemeinde Bietigheim, Evangelische
Kirchengemeinde Bissingen/Enz und Evangelische Kirchengemeinde Metterzimmern
Die 6. Werkstatt Theologie mit dem Thema „Christen
und Juden - Aspekte einer spannenden Geschichte"
stieß bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf so
großes Interesse, dass der Wunsch laut wurde, eine
zweite Runde zu diesem Thema anzubieten. Deshalb
wird sich die 7. Werkstatt Theologie erneut mit dem
Thema Juden-Christen befassen. Auch dabei werden
Themen behandelt, die das spannungsreiche Verhältnis
von Juden und Christen in Geschichte und Gegenwart
zur Sprache bringen. Eine der wichtigen Fragen, mit
denen sich die 7. Veranstaltungsreihe der „Werkstatt
Theologie“ beschäftigt, ist die Frage, welche Bedeutung das Judentum und insbesondere das „Ältere Testament“ für uns Christen hat. Es ist uns wieder gelungen, namhafte auswärtige Referenten für dieses
Thema zu gewinnen. Selbstverständlich kann die ganze
Breite des Themas nicht an sechs Abenden dargestellt
werden. Aber die zur Sprache kommenden Themen
wollen dazu anregen, sich auch weiterhin mit dem
Thema Juden und Christen zu befassen. Wir gehen
davon aus, dass dies für uns Christen unerlässlich ist
und zum besseren Verständnis unseres Glaubens
beiträgt.
Die Wurzel Jesse (15. Jh.)
Sie sind herzlich eingeladen! Wir freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen und die Beiträge
der Referenten.
Ihre Kirchenrätin Elvira Feil-Götz, Pfarrerin Steffi Gauger, Schuldekan i.R. Dieter Petri,
Pfarrer Axel Rickelt, Pfarrer Bernhard Ritter
Themen und Referenten
Erste Runde: Nov./Dez. 2014
1. Abend: Mittwoch, 26.11.2014
Paulus schreibt an die Christen in Rom:
So frage ich nun: Hat denn Gott sein Volk verstoßen? Das sei ferne! Denn ich bin auch ein
Israelit, vom Geschlecht Abrahams, aus dem Stamm Benjamin. Gott hat sein Volk nicht
verstoßen, das er zuvor erwählt hat.
… und wenn die Wurzel heilig ist, so sind auch die Zweige heilig. Wenn aber nun einige von
den Zweigen ausgebrochen wurden und du, der du ein wilder Ölzweig warst, in den Ölbaum
eingepfropft worden bist und teilbekommen hast an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums,
so rühme dich nicht gegenüber den Zweigen. Rühmst du dich aber, so sollst du wissen, dass
nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich. (aus Römer 11)
„Kehrt euch zu mir, spricht der HERR Zebaoth, so
will ich mich zu euch kehren“
Jerusalem und Judäa zwischen dem Babylonischen Exil und
der Zeit Jesu
Dr.h.c. Hans Maaß, Karlsruhe
Der Abend beschäftigt sich mit der Entwicklung des Judentums nach
dem babylonischen Exil. Dieser Zeitraum ist uns meist unbekannt,
war aber für die Geschichte des Judentums und auch für Jesus
und das frühe Christentum prägend.
Hans Maaß schreibt zu seinem Vortrag: „War die Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel nach
dem Untergang des Königtums Juda zu Ende? Aus Schriften später Propheten wissen wir, dass
der Neuanfang nach der Rückkehr der Deportierten sehr mühsam war; darüber hinaus lässt uns
die Bibel im Dunkeln. Um diese vier- bis fünfhundert Jahre soll es an diesem Abend gehen.
Einen tiefen Einschnitt für den gesamten Vorderen Orient bedeutete der Zug Alexanders d. Gr.
nach Osten, mehr noch aber der Zerfall seines Reiches unter seinen Nachfolgern. Ein Teil der
jüdischen Oberschicht war in Babylonien geblieben und konnte dort ein geistig reges Leben
entwickeln, das schließlich im Talmud seinen Ausdruck fand. Die ins Land Zurückgekehrten
gerieten unter syrische Herrschaft und waren allerlei Repressionen ausgesetzt, die schließlich
zu den Makkabäeraufständen führten. Als diese zu selbstherrlich wurden, bildeten sich
verschiedene religiöse Gruppierungen, Pharisäer, Sadduzäer und Essener. Schließlich besetzten
die Römer das Land und riefen sowohl Anpassung als auch Widerstand hervor. In diese Epoche
fällt die Wirksamkeit Jesu; einzelne seiner Worte sind teilweise nur im Rahmen dieser
Verhältnisse zu verstehen.“
Hans Maaß war im Ev. Oberkirchenrat Karlsruhe zuständig für den Religionsunterricht. Er ist ein
anerkannter Experte für das Verhältnis Judentum-Christentum.
2. Abend: Mittwoch, 3.12.2014
Verheißung und Erfüllung?
Zum Verhältnis zwischen Altem und Neuem Testament
Prof. Dr. Klaus Wengst, Bochum
Der Abend wird sich mit der Frage beschäftigen, welche Bedeutung das
Alte Testament für die Auslegung des Neuen Testaments und für uns
Christen hat. Prof. Dr. Klaus Wengst schreibt dazu:
„Gegenüber traditionellen Verhältnisbestimmungen von Altem und Neuem
Testament soll ein anderer Zugang unternommen werden, der sich Lernerfahrungen aus dem jüdisch-christlichen Gespräch verdankt. Traditionell
hat das Neue Testament viel mehr Gewicht als das Alte. Es wird als Erfüllung und Überbietung
des Alten gelesen, das damit zum bloßen Vorläufer wird. Gilt in ihm nur das, ‚was Christum
treibet‘? Oder hat es einen Eigenwert auch ohne den Bezug auf Jesus? Was besagt es, dass die
neutestamentlichen Verfasser als Grundlage ihres Schreibens ‚die Schrift‘ hatten, dass sie
‚heilige Schriften‘ kannten, die sie nicht als ‚Altes Testament‘ bezeichneten? Die
Verhältnisbestimmung von Altem und Neuem Testament ist keine nebensächliche Thematik. Es
geht vielmehr um die zentrale theologische Frage, wer für uns Gott ist.“
Klaus Wengst war von 1981–2007 Professor für Neues Testament an der Ruhr-Universität
Bochum. Einschlägige Bücher u.a.: Jesus zwischen Juden und Christen. Re-Visionen im Verhältnis der Kirche zu Israel, Stuttgart 2004; Christsein mit Tora und Evangelium. Beiträge zum
Umbau christlicher Theologie im Angesicht Israels, Stuttgart 2014.
3. Abend: Mittwoch, 10.12.2014
Mit einer Jüdin die Bibel lesen
Grundsätze jüdischer Bibelauslegung - mit praktischen Übungen
Rivka Hollaender, Emmendingen
Für Juden ist die hebräische Bibel, insbesondere die Tora (5 Bücher
Mose) in der Ursprache, dem Hebräischen, Grundlage ihres Glaubens. Als
„Altes Testament“ ist sie der umfangreichere Teil unserer christlichen
Bibel.
Ohne Judentum gäbe es kein Christentum und ohne das „Alte Testament“ (AT) gäbe es kein Neues Testament (NT). Als Christen lesen wir das
AT aus der Sicht des Neuen Testaments. Für unser Verständnis der Bibel,
auch des NT, ist jedoch die jüdische Sicht der Bibel wichtig. Wir wollen
daher an diesem Seminarabend biblische Texte zusammen mit der
jüdischen Theologin Rivka Hollaender lesen und verstehen.
Im ersten Teil des Abends wird die Referentin Grundsätze der jüdischen Bibelauslegung
darstellen. Im zweiten Teil werden wir unter Anleitung von Frau Hollaender biblische Texte
lesen und interpretieren. Hierfür benötigen die Seminarteilnehmer eine Bibel.
Die jüdische Theologin Rivka Hollaender lebt in Emmendingen und ist Lehrbeauftragte für
Judentum und Hebräisch an der Ev. Hochschule Freiburg. Sie ist Vorsitzende der Gesellschaft
für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Freiburg. Außerdem ist sie Leiterin des Forums für
Interreligiöse Zusammenarbeit in Freiburg (FIZ). Für ihre Dialog-Arbeit wurde ihr das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
Zweite Runde: Januar 2015
4. Abend: Mittwoch, 14.1.2015
Der jüdische Gottesdienst
Rabbiner Jona Pawelczyk-Kissin, Heidelberg
Rabbiner Jona Pawelczyk-Kissin schreibt zu seinem
Vortrag: „Der jüdische Gottesdienst erfuhr in seiner
Entstehungsgeschichte vielfältige Entwicklungen:
Etwa die Wandlung vom Gottesdienst des Stiftszelts
und des Jerusalemer Tempels zum reinen Gebetsgottesdienst der Synagoge, oder auch die
Herausbildung seiner heute noch bestehenden unterschiedlichen regionalen Riten. Im Rahmen
des Vortrags werden diese Entwicklungen in ihren Grundzügen vorgestellt. Hierbei wird auf die
Struktur der jüdischen Gottesdienste, die Textauswahl sowie die liturgische Musik eingegangen,
wobei der Schwerpunkt auf dem Deutschen Ritus (Nussach Aschkenas) liegt. Der Vortrag wird
durch Hörbeispiele ergänzt.“
Jona Pawelczyk-Kissin ist Stadtrabbiner von Heidelberg und Mitglied der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland. Während seiner Amtszeit führte er den südwestdeutschen Ritus in der
Jüdischen Kultusgemeinde Heidelberg wieder ein. Rabbiner P.-Kissin ist daneben seit vielen
Jahren als Lehrer für Jüdische Religion am Kurfürst-Friedrich-Gymnasium Heidelberg und am
Karl-Friedrich-Gymnasium Mannheim tätig. Da Rabbiner Pawelczyk-Kissin zugleich ausgebildeter
jüdischer Kantor ist, wird er u.a. jüdische Gesänge, die im Gottesdienst wichtig sind, vortragen. So wird an diesem Abend ein lebendiges Bild des jüdischen Gottesdienstes entstehen.
Für Januar ist ein Besuch eines jüdischen Gottesdienstes in Heidelberg geplant.
5. Abend: Mittwoch, 21.1.2015
Juden und Christen im 3. Reich
Schuldekan i.R. Dieter Petri, Bietigheim-Bissingen
Während der Zeit des Dritten Reiches wurden Menschen jüdischen
Glaubens in Deutschland und ganz Europa diskriminiert, verfolgt
und ermordet. Der Referent wird darauf eingehen, wie sich
evangelische und katholische Christen zu diesen ungeheuerlichen
Verbrechen verhalten haben. Er wird darstellen, wie und warum
Christen an der Basis und in den Kirchenleitungen sich nicht
solidarisch gegenüber den Juden verhalten haben. Er wird aber
auch aufzeigen, wie sich einzelne Christen oft unter Lebensgefahr
(z. B. Dietrich Bonhoeffer und Hermann Maas) für Juden eingesetzt haben.
Dieter Petri, Pfarrer der Württembergischen Landeskirche, war lange Jahre Religionslehrer am
Gymnasium Bietigheim und von 1989 bis zu seinem Ruhestand Schuldekan der Kirchenbezirke
Besigheim und Ludwigsburg. Im eigenen Unterricht und im Zusammenhang mit der
Lehrerfortbildung hat er sich eingehend mit den Fragen des Judentums beschäftigt und ist u.a.
Mitautor des "Grundkurs Judentum".
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