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1
Lateinisches zum 1. Weltkrieg S. 7
Neues zur neuen Reifeprüfung S. 5
Sprache und Grammatik S. 9
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666
Nummer 2 / 2014
Herausgegeben von der Sodalitas
November 2014
_______________________________________________________________________________________________
Wilhelmine Widhalm Kupferschmidt - 20.11.1950 – 29.05.2014
Dieses Heft ist dem Gedenken der am 29.5.2014
verstorbenen, langjährigen Präses der Sodalitas,
Wilhelmine Widhalm-Kupferschmidt, gewidmet. Wir
drucken die laudationes funebres von LSI Dr.
Friedrich Lošek, gehalten beim Begräbnis am
17.6.2014 in Wien, Aspern, und von LSI Dr. Michael
Sörös, gehalten beim Auferstehungsgottesdienst am
1.7., außerdem den Nachruf des Zentralausschusses
von Dr. Oskar Mayer, dem ZA-Vorsitzenden 1979–
1991 (S 2f.) und den Nachruf der Gesellschaft der
Freunde Carnuntums, deren Vorstandsmitglied
Wilma Widhalm war.
Die Lücke, die Wilma Widhalm hinterlässt, ist nicht
leicht zu schließen. Die Nachrufe, die auf sie gehalten
wurden, zeugen von der Vielfältigkeit ihrer Interessen, von ihrem Engagement und ihrer enormen Arbeitskraft.
Ihre Funktionen in der Sodalitas mussten vom Vorstand trotzdem interimistisch nachbesetzt werden. Wie bereits im
IANUS angekündigt, übernimmt Renate Oswald die Funktion der praeses, Regina Loidolt die der vicaria. Ein neuer
Vorstand wird auf der nächsten Generalversammlung im Februar gewählt (am 28.2. in Salzburg, s. S. 12).
Das Circulare wird in Hinkunft von Renate Oswald und einigen steirischen Kolleg/-innen gestaltet.
Die von ihr geleiteten Arbeitsgruppen zur Kompensationsprüfung und zur Semestrierung, deren Arbeit Wilma
Widhalm ohnedies schon zu einem vorläufigen Ende geführt hatte, werden von Renate Glas weiterbetreut. Als
Itemwriter für L6 folgt ihr Walter Freinbichler nach.
Eine Seelenmesse für Wilhelmine Widhalm-Kupferschmidt findet am 24.11. um 18.00 im Stephansdom statt.
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Danke, Wilma!
An Wilma:
„Auf einer langen gemeinsamen Zugfahrt im Jahr
2001, ich war gerade dein Stellvertreter in der
Bundesarbeitsgemeinschaft der klassischen Philologen
geworden, haben wir über unsere Ziele und Visionen
für die nächsten Jahre philosophiert: Neuer Lehrplan,
neue Beurteilung, vielleicht sogar eine neue Matura.
Jetzt ist deine Zugfahrt durch das Leben viel zu früh zu
Ende gegangen. Aber mit dir als Zugpferd, als
Lokomotive hat eine immer größer werdende Mannschaft viele unverrückbare Meilensteine gesetzt,
wichtige Stationen errichtet. So besteht heute ein
weit verzweigtes lateinisches Streckennetz, das du
von der Spitze der Sodalitas aus gelegt, gepflegt und
gelenkt hast. Die klassischen Sprachen sind auf
Schiene, die Passagierzahlen an den Schulen steigen
und steigen. Das ist dein Erbe und Auftrag, das ist, was
du uns, deinen engsten Vertrauten in allen neun
Bundesländern, hinterlässt, und für die ich mich jetzt
stellvertretend auch von dir verabschieden muss:
Michael, Regina und Annick in Wien; Regina, Irmi und
Günther vom bifie; Walter D. im Burgenland und
Walter F. in Salzburg; Andrea an der PH in Niederösterreich und Günter S. an der Uni Klagenfurt; Ulrike,
Harald und Martin in Niederösterreich; Renate und
Walter in Kärnten; Renate, Alfred und Ulrike in der
Steiermark; Peter in Oberösterreich und Harti in
Vorarlberg; Anna, Florian und Hermann in Tirol.
Und Benedikt und Anna in Berlin. Bei unserem letzten
gemeinsamen internationalen Projekt, dem neuen
Stowasser - es sollte die Krönung deiner vielen Projekte werden - bist du mitten aus der Arbeit gerissen
worden. Dass dein letzter Eintrag gerade uxor war, hat
uns alle noch betroffener gemacht. Du wirst uns nicht
nur dabei fehlen. Aber wir werden es als dein
Vermächtnis, als Vermächtnis an dich zu Ende führen.
Mit den Eigenschaften vor Augen, die dich geprägt
und uns alle immer so beeindruckt haben: Höchste
Fachkompetenz, unendlicher Fleiß, ungebrochener
Optimismus, absolute Loyalität, und gelebter
Humanismus. Und so bleibt mir, im Namen aller,
denen die klassischen Sprachen und die
humanistische Bildung am Herzen liegen, dir, liebe
Wilma, ein letztes gratias, ein letztes vale zu sagen.
Requiescas in pace!“
(F. Lošek)
Lieber Helmut! Liebe Familienmitglieder!
Liebe Trauergäste! Liebe Freund/-innen und
Wegbegleiter/-innen von Wilma!
Unser Freund Fritz, HR Lošek, hat bei seiner laudatio
funebris vor 2 Wochen die Metapher vom Zug des
Lebens verwendet.
Ich will hier jetzt nicht dasselbe Bild verwenden, aber
gerade mit unserer lieben Freundin Wilma verbindet
auch mich dieser Zug des Lebens. Ich habe es noch
genau vor mir, als ich im September 1984 als damals
ganz junger Lehrer als Beisitzer bei ihr meine
allererste Wiederholungsprüfung erlebt habe.
An die Prüfung selbst kann ich mich nicht mehr
erinnern, aber es sind ja meistens nicht Fakten an die
man sich lange erinnert, sondern Menschen und
deren Haltung.
Die Haltung, die ich von Wilma damals vorgelebt
bekommen habe, war für mich immer prägend, wie
man als verantwortungsvolle Pädagogin mit gerade
mit schwachen Schüler/innen umgeht. Da war keine
Spur von Überheblichkeit, keine Spur von Herablassung, keine Spur von „Niederprüfen“, sondern eine
fördernde, unterstützende und wertschätzende
Einstellung gegenüber dem Geprüften zu spüren, die
in der Tat ein gutes Vorbild für unsere pädagogische
Arbeit abgeben kann.
Ich überspringe 24 Jahre, in denen mich mit Wilma ein
intensiver Kontakt von Lateinlehrerin zu Lateinlehrer
verbunden hat, aber auch einer von einer früheren zu
einem aktuellen Personalvertreter.
Also fast ein Vierteljahrhundert weiter: Als ich im
September 2008 mit der Funktion eines LSI betraut
wurde, bekam ich unter anderem die Begleitung und
Betreuung der klassischen Sprachen übertragen.
Schon in der ersten Orientierungsphase in Bezug auf
diese eng verknüpfte Community, mit der ich in den
Jahren als Schulleiter weniger Kontakt hatte, hat mir
gezeigt, dass es keine relevante Entwicklungsgruppe
gab, an der nicht Wilma Widhalm – Kupferschmied
beteiligt war.
Und das ist für mich, aber nicht nur für mich, ein
weiterer Charakterzug, mit dem du, liebe Wilma,
immer in meinem Herz weiterleben wirst:
Du hast wahre Innovationsbereitschaft geradezu
verkörpert, und hast dir doch immer eine gerade für
Schulentwicklung
so
notwendige
„Korrekturoffenheit“, um es mit Prof. Neuweg auszudrücken,
bewahrt!
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Prof. Mag. Wilhelmine Widhalm-Kupferschmidt
Ich möchte zwei Zitate verwenden, die dich und deine
(20.11.1950 – 29.05.2014) – Eine große StandesLebenseinstellung, wie wir Kolleg/innen und Freund/vertreterin
innen sie erlebt haben, ideal beschreiben:
Vielen Kolleginnen und Kollegen, vor allem jenen mit
„Du musst den Weg gehen, damit der Weg entsteht,
dem Fach Latein, war Wilhelmine Widhalmauf dem man gehen kann.“
Kupferschmidt österreichweit ein Begriff als
„Vergeude nicht die Zeit mit der Suche nach einem
engagierte, kenntnis- und ideenreiche Anwältin eines
Hindernis. Vielleicht ist gar keines da.“
zukunftsorientierten Unterrichtes in den klassischen
Getreu diesen Sprüchen von Luise Rinser bzw. Franz
Sprachen. Allein diese Verdienste würden reichen,
Kafka hast du die Hauptverantwortung dafür
Wilma, wie wir sie alle nannten, unter die ganz
getragen, dass unsere klassischen Sprachen Latein
Großen unseres Berufsstandes zu reihen.
und Griechisch heute als die didaktisch fortschrittZu erinnern ist jedoch auch an die zwölf Jahre, in
lichsten im gesamten schulischen Fächerkanon
denen sie als Mandatarin der ÖPU im Zentraldastehen! Dafür werden wir dir, unserer langjährigen
ausschuss wirkte. Nach den PersonalvertretungsVorsitzenden der Sodalitas, immer dankbar und mit
wahlen 1979 zog sie in das höchste Organ der
unseren Herzen verbunden sein.
Standesvertretung ein, 1983 wurde sie zur
Was diese Bereitschaft zur Unterrichtsentwicklung an
Schriftführerin des ZA gewählt und 1987 – zeitgleich
dir besonders sympathisch gemacht hat, war deine
mit Mag. Walter Holub – zur stellvertretenden
freundliche und geduldige Art im Umgang mit jenen
Vorsitzenden. Während dieses Zeitraums erhöhte sich
Menschen, denen dieses Entwicklungstempo zu
die Zahl der zu Vertretenden von rund 15.000 auf
schnell war oder denen überhaupt die Entwicklungs18.000 (mittlerweile sind es 22.000).
richtung nicht gefallen hat.
Vielfältig waren die Schwerpunkte von Wilmas
Du hast in ganz besonderer Weise Beharrlichkeit auf
Tätigkeit. Da war naturgemäß der Einsatz für die
beschrittenen Wegen mit Rücksichtnahme auf LangInteressen der Kolleginnen – so war z.B. die freiwillige
samere in dir vereint!
Teilzeitbeschäftigung (anfangs für Pragmatisierte) ein
Und da schließt sich für mich der Kreis zu der
mühsam erkämpfter Fortschritt - und für das Fach
erwähnten Wiederholungsprüfung 1984: Du, liebe
Latein, dessen Existenzberechtigung in jener Zeit
Wilma, hattest ganz einfach ein Gespür für Menschen
wahrlich nicht außer Frage stand. Sie nahm darüber
und ihre Bedürfnisse, aber auch für den Gang der Zeit,
hinaus – der ZA hatte Beobachterstatus – an den
der nun einmal sich nicht anhalten oder gar
Sitzungen des Eltern- und des Schülerbeirates beim
rückgängig machen lässt!
Unterrichtsministerium teil. So konnte sie nicht nur
In diesem Sinne sage ich dir DANKE für alles, was wir
für uns Interessantes berichten, sondern in zahllosen
mit dir erleben durften und verspreche dir im Namen
informellen Gesprächen bei den Schulpartnern für
so vieler Lehrer/innen der klassischen sprachen, dass
unsere Anliegen werben. Ihre verbindliche, unaufgewir deine Arbeit so fortsetzen werden, dass du dich
regte und mit feinem Humor gewürzte Art trug ihr
nicht für uns genieren müsstest, sondern mit Stolz auf
allseits Respekt und Sympathie ein.
dein Lebensweg zurückblicken kannst, wenn du es
Stets bestens vorbereitet und kritisches mit
denn – von wo auch immer - weiter verfolgst.
konstruktivem Denken verbindend, wirkte Wilma an
Und tröstlich mag in dieser Stunde des Abschieds
den großen die AHS betreffenden bildungspolitischen
unser gemeinsames Weltbild sein, wonach du nicht
Projekten jener Zeit mit: Neue Oberstufe mit
weg gegangen bist, sondern nur dorthin
Wahlpflichtgegenständen, novellierte Reifeprüfung,
vorausgegangen bist, wo wir alle früher oder später
Unterrichtspraktikum statt Probejahr. Der ZA konnte
hingehen werden!
ja über Vorberatungen und Begutachtungsverfahren
die Expertise der Lehrerinnen und Lehrer einbringen,
In diesem Sinne, liebe Wilma, ave atque vale!
eine Expertise, welche die Politik, so scheint es,
Michael Sörös
damals eher zu würdigen bereit war als heute.
Für die Wertschätzung und Zuneigung, die der
Lehrerin und Standesvertreterin Widhalm-Kupferschmidt entgegen gebracht wurden, zeugt die große
Trauergemeinde auf dem Asperner Friedhof.
Dr. Oskar Mayer, ZA-Vorsitzender 1979–1991 (ÖPUNachrichten, 45. Jahrgang, Ausgabe 3 (September
2014), S. 20
4
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liche Reifeprüfung aus Latein und Griechisch an AHS I
PROF. MAG. WILHELMINE WIDHALMund II" und Obfrau der Sodalitas – BundesarbeitsKUPFERSCHMIDT In memoriam
gemeinschaft klassischer Philologen und AltertumsMit großer Betroffenheit und Trauer nehmen wir
wissenschafter in Österreich.
Abschied von unserem langjährigen VorstandsIhr Fachwissen und ihre pädagogischen Fähigkeiten
mitglied, Frau Prof. Mag. Wilhelmine Widhalmmanifestieren sich in ihren zahlreichen Publikationen,
Kupferschmidt, die nach schwerer Krankheit am 25.
wie etwa in den Bänden Livius, Sallust, Vergil der
Mai 2014 verstorben ist. Sie hat über viele Jahre die
Reihe Lateinlektüre aktiv. Ferner oblag ihr die
verantwortungsvolle Aufgabe als Schriftführerin der
Redaktion der von der Sodalitas herausgegebenen
Gesellschaft wahrgenommen.
Zeitschrift Circulare, in der sie regelmäßig auch
Nach dem Studium der klassischen Philologie und
einschlägige eigene Artikel veröffentlichte.
Geschichte an der Universität Wien begann
Trotz dieser beruflichen Auslastung hat sie stets Zeit
Wilhelmine Widhalm-Kupferschmidt 1973 ihre berufgefunden, seit dem Jahr 2000 ihre Funktion im
liche Laufbahn als Professorin am BernoulliVorstand der Gesellschaft der Freunde Carnuntums
Gymnasium in Wien.
als Schriftführerin wahrzunehmen, an der Redaktion
Dass sie eine überaus engagierte und geschätzte
unserer Mitteilungen mitzuwirken und an den
Lehrerin war, die sich mit großem Fachwissen und
Veranstaltungen der Gesellschaft teilzunehmen.
unermüdlichem Engagement für das Unterrichtsfach
Wir haben nicht nur eine über viele Jahre
Latein einsetzte, lässt die große Zahl ihrer
verdienstvolle Schriftführerin der Gesellschaft
Veröffentlichungen und ihrer Funktionen in verschiedverloren, sondern auch einen liebenswerten
ensten Gremien erkennen.
Menschen, dem die Gesellschaft ein großes Anliegen
Sie war Mitglied des Zentralausschusses für AHS
war. Dafür sind wir ihr besonderen Dank schuldig. Die
Lehrer/innen, Vorsitzende der BundesarbeitsGesellschaft wird ihr stets ein ehrendes Andenken
gemeinschaft der klassischen Philologen in Österreich,
bewahren.
Mitglied der Arbeitsgruppe des BMUKK zum Projekt
Christa Farka (Acta Carnuntina 4/2/2014)
"Standardisierte und kompetenzorientierte schrift-
Der heilige Gaudentius (+ 1044 n. Chr.) ist der Schutzpatron des Ortes Osor, des antiken Asoros, und der Inseln Cres
und Lošinj. In Osor wird alljährlich am 1.6. eine Messe mit Prozession entlang der Stadtmauer gefeiert, danach
findet ein fröhliches Volksfest statt. Hier die Hymne auf den Heiligen und seine heilkräftigen Reliquien:
Quis tuos umquam memoret
triumphos,
Debitos digne celebretque honores,
Dive Gaudenti, meritasque dicat
Carmine laudes?
Confluunt circum populi, tuumque
Floribus laeti tumulum decorant,
Atque non notis feretrum coruscat
Undique signis.
Suaviter corpus redolet, micanti
Lumine extinctae subito refulgent
Lampades, pulsus Satanas suorum
Corpora linquit.
Omnium late sanies medentur,
Deficit miles, refugitque praedo,
Et tuis inter superas cohortes
lpse videris.
Nuncque, Gaudenti, pius Absarensum
Annue ex coelis precibus, tuaeque
Sentiant omnes celebrentque semper
Munera dextrae.
Efferant celsis populi per orbem
Laudibus Patrem genitumque Natum
Quodque non impar ab utroque spirat
Flamen Amoris.
Amen.
V. Ora pro nobis S. Gaudenti.
R. Ut digni efficiamur promissionibus Christi.
5
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Neues zur Neuen Reifeprüfung
Die Standardisierte kompetenzorientierte schriftliche
Reifeprüfung Latein – Griechisch beim Haupttermin
2013/14 (Schulversuch und Optionenmodell)
Am 13. und 14. Mai fand die Generalprobe für die
standardisierte schriftliche Reifeprüfung aus Latein
und Griechisch statt. 192 Kandidatinnen und
Kandidaten aus 27 verschiedenen AHS traten im 6jährigen Latein an, 319 Kandidatinnen und Kandidaten
aus 47 AHS im 4-jährigen Latein (insgesamt waren in
Latein 55 verschiedene Schulen vertreten). Zwei
Gymnasien, das BG Piaristengasse Krems und das
Akademische Gymnasium Innsbruck, beteiligten sich
am Schulversuch in Griechisch. Die Übermittlung der
zentral erstellten Prüfungspakete durch das Bifie Wien
erfolgte ohne Pannen und auch die Klausuren
verliefen an den einzelnen Standorten reibungslos.
Um 15.00 Uhr des jeweiligen Prüfungstages wurden
die Korrekturhefte und parallel dazu der OnlineHelpdesk des Bifie freigeschaltet, der auch heuer
wieder von zahlreichen Kolleginnen und Kollegen
konsultiert wurde. Dies trägt maßgeblich dazu bei,
dass die Korrektur zu einem höheren Grad
standardisiert abläuft.
Die Aufgabenpakete können unter
https://www.bifie.at/node/2653 (Latein 6-jährig),
https://www.bifie.at/node/2652 (Latein 4-jährig) bzw.
https://www.bifie.at/node/2655 (Griechisch)
eingesehen werden.
Im 6-jährigen Latein wurde der ÜT dem Liber
Epistolarum (ep. 12, gekürzt) der italienischen
Dichterin und Humanistin Olympia Fulvia Morata
(1526–1555) entnommen; der zur Übersetzung
vorgelegte Liebesbrief ist an ihren Verlobten und
späteren Ehemann, den Arzt Andreas Grundler,
adressiert. Der IT ist eine Passage aus den Saturnalia
(7, 16, 2–3, gekürzt) des spätantiken Autors
Macrobius (um 400) und setzt sich mit dem
bekannten „unlösbaren Problem“ auseinander: Was
war zuerst da: die Henne oder das Ei?
Im 4-jährigen Latein übersetzten die Kandidatinnen
und Kandidaten die Beschreibung des „Festes der
Weißen“ am Hof des Mongolenherrschers Kublai Khan
aus einer lateinischen Version des Reiseberichts des
Venezianers Marco Polo (1254–1324) (Marco Polo, De
regionibus orientalibus 2, 15). Die Arbeitsaufgaben
zum IT bezogen sich auf die Verwandlung des
Ascalaphus in einen Uhu, wie sie Ovid in seinen
Metamorphosen (5, 534–539 und 542–550) schildert.
Philosophische Tipps zur Vermeidung von Ärger, zur
Bewahrung von Haltung und zur Urteilsfindung bot ein
Auszug aus Epiktets Encheiridion (4 und 5, gekürzt),
der ÜT im Griechisch-Paket. Eine zentrale Passage aus
Homers Ilias (18, 78–87 und 94–96) diente als
Ausgangstext für die Interpretationsaufgaben.
Die breite Streuung hinsichtlich Textgattungen,
Themen und Epochen gibt einen guten Eindruck von
der Reichhaltigkeit des lateinischen und griechischen
Schrifttums.
Zur Vorbereitung der künftigen Maturantinnen und
Maturanten sind auf der Bifie-Homepage zahlreiche
Dokumente veröffentlicht. Der Bifie-Newsletter
informiert regelmäßig über neue Entwicklungen
(Registrierungsmöglichkeit auf der Bifie-Homepage).
Wir bedanken uns bei allen Kolleginnen und Kollegen
für die wertvollen Rückmeldungen.
Regina Fless-Klinger, Günther Lackner, Hermann
Niedermayr, Anna Pinter, Irmtraud Weyrich-Zak
Nächster Redaktionsschluss für das Circulare 1/2015: 15.2.2015
Wir bitten um nicht formatierte Beiträge,
Fotos bitte nicht in den Text einbauen!
renateoswald@aon.at
6
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Walter Dujmovits
Die Römische Bernsteinstraße im Burgenland und ihr Fest
Am 16. Oktober 2014 feierte der „Verein zur
Erhaltung der Römischen Bernsteinstraße“ im Rathaus
von Oberpullendorf sein 25-jähriges Bestehen.
Bescheiden, wie Vereine solcher Art sind, rechneten
die Verantwortlichen mit maximal 60 Besuchern,
hofften auf knapp 100 – und 180 kamen, um zu
gratulieren.
Kurz nachdem am Nationalfeiertag des Jahres 1988
die Wanderstrecke von Strebersdorf nach Raiding
entlang der Bernsteinstraße eröffnet worden war,
wurden erste Überlegungen angestellt, wie dieser
Weg im Bezirk Oberpullendorf wirtschaftlich und
touristisch genutzt werden könnte. Mit der Gründung
des Vereins unter Obmannschaft des burgenländischen Landesarchäologen Dr. Karl Kaus wurden
die Weichen in die richtige Richtung gestellt. Bald
konnten etliche Gemeinden als Partner gewonnen
werden, welche mit dem Verein die acht Schaupulte
auf Gemeindegebiet entlang der Bernsteinstraße in
Strebersdorf, Großmutschen, Nebersdorf, Großwarasdorf, Raiding, Horitschon, Neckenmarkt und Deutschkreutz erhalten. Jede dieser Tafeln informiert über
ein einschlägiges Thema („Handel und Reise in
römischer Zeit“, „Römisches Militär und Waffen“ oder
die „Tabula Peutingeriana“), wobei die Texte in guter
burgenländischer Tradition in Deutsch, Kroatisch und
Ungarisch verfasst sind. Seit der Erweiterung der
Wanderstrecke zu einem Radwander-weg im Mai
2002 wird den Gästen in der Lutzmannsburger
Thermenregion ein touristisches Schmankerl geboten.
Heute sieht der Verein eine seiner Hauptaufgaben in
der intensiven Zusammenarbeit mit dem „Österreichischen Archäologischen Institut“ unter Grabungsleiter Univ.-Doz. Dr. Stefan Groh. Die Forschungsgrabungen haben schon beachtliche Erfolge gebracht:
2007 wurden in Strebersdorf/ Frankenau ein
römisches Lagerdorf (Vicus) und drei Militärlager
entdeckt, die der unter Tiberius von Dalmatien nach
Pannonien verlegten Ala Pannoniorum zugerechnet
werden. Und dem Verein „PannArch“ gelang im
August 2014 die Freilegung des Grabes eines
Legionärs, der als „Wiedergänger von Unterloisdorf“
bezeichnet wird. Da sein Leichnam mit einer
Pflugschar beschwert und seine Beine mit einem
Gürtel zusammengebunden wurden, nimmt man an,
dass seine Rückkehr aus dem Grab auf diese
drastische Weise verhindert werden sollte.
Sport? Tourismus? Forschung? Es gibt vielfältige
Gründe, die Römische Bernsteinstraße im Mittelburgenland zu mögen und zu nutzen. Dem Verein, der
sich ihre Erhaltung zum Ziel gesetzt hat, ist zu danken
und zu gratulieren. Ad multos annos!
Gürtelschließe aus Emaille
Obmann Hans Artner, Tourismuslandesrätin Michaela
Resetar, Obfrau der Kulturvereinigung Oberpullendorf
Ingeborg Pammer-Freyler und Obmann-Stv. Oswald Gruber
Grabbeigaben aus Keramik
7
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Wolfgang J. Pietsch
Lateinisches zum 1. Weltkrieg:
Die Grabinschriften des Thronfolgerpaares
100 Jahre Ausbruch des 1. Weltkrieges – die Medien
sind voll davon. Mit Recht, ist es doch die
„Urkatastrophe Europas schlechthin im 20. Jahrhundert“, wie vielfach behauptet wird. Dazu gibt es
zahlreiche Bezüge zum Lateinischen oder zur
lateinischen Literatur. Als herausragendes, aber viel
zu wenig bekanntes Beispiel bringe ich hier die
Grabinschriften, die auf den Sarkophagen des
ermordeten Thronfolgerpaares angebracht wurden.
Sie befinden sich in der Gruft der Familie Hohenberg
in Artstetten nahe Pöchlarn an der Donau (Bezirk
Melk, Niederösterreich). Dort auch das Schloss
Artstetten, das heute das Erzherzog-Franz-FerdinandMuseum birgt, während die Familien-gruft östlich
davon etwas unterhalb der Kirche liegt. Diese Gruft
hatten der Erzherzog und seine Gattin Sophie schon
1909 errichten lassen, da die Kapuzinergruft wegen
der morganatischen Ehe für sie nicht in Frage kam.
Unmittelbarer Anlass dafür war die Totgeburt ihres
Sohnes im Jahre 1908. Später wurde die Gruft
mehrfach umgebaut und erweitert und erhielt ihre
endgültige Gestalt Mitte der 1950er Jahre. Im Zuge
des Museums- und Schloss-Besuches kann nun die
Sonder-ausstellung zum 1. Weltkrieg (als Ergänzung
zur Ausstellung auf der Schallaburg) zusammen mit
der Gruft besichtigt werden. Die Schmalseiten der
beiden Sarkophage tragen folgende Texte:
H(IC) S(ITVS) E(ST)
FRANCISCVS FERDINANDVS
ARCHIDVX AVSTRIAE-ESTE
NATVS DIE XVIII. M(ENSIS) DECEMBRIS A(NNO)
MDCCCLXIII.
VXOREM DVXIT DIE I. M(ENSIS) IVLII A(NNO) MCM.
OBIIT DIE XXVIII. M(ENSIS) IVNII A(NNO) MCMXIV.
Hier liegt bestattet
Franz Ferdinand, Erzherzog von Österreich-Este,
geboren am 18. Dezember 1863.
Er heiratete am 1. Juli 1900 (und) verstarb am 28. Juni
1914.
Auf dem rechten Sarkophag:
H(IC) S(ITA) E(ST)
SOPHIA DVCISSA DE HOHENBERG
NATA DIE I. M(ENSIS) MARTII A(NNO) MDCCCLXVIII.
NVPTA FRANCISCO FERDINANDO ARCHIDVCI
DIE I. M(ENSIS) IVLII A(NNO) MCM.
DEFVNCTA DIE XXVIII. M(ENSIS) IVNII A(NNO)
MCMXIV.
Hier liegt begraben
Sophie, Herzogin von Hohenberg,
geboren am 1. März 1868.
Sie heiratete Erzherzog Franz Ferdinand am 1. Juli
1900
(und) verschied am 28. Juni 1914.
8
____________________________________________________________________________________________
Die
Sarkophag-Ecken
schmücken
ChristusMonogramme. Unter der Inschrift das jeweilige
Wappen der Ermordeten, flankiert von Alpha und
Omega, dem Symbol für Anfang und Ende.
Auf dem gemeinsamen Sockel steht der HexameterVers (dieser ästhetische Mehrwert weder von
Aichelburg noch von Lauro erkannt):
IVNCTI CONIVGIO FATIS IVNGVNTVR EISDEM
Durch die Ehe verbunden vereint sie dasselbe Geschick
Der Vers könnte von Ovid oder Vergil stammen.
Tatsächlich stammt – nach Aichelburg – die gesamte
Textierung von Professor Dr. Eugen Bormann (18421917), dem Althistoriker und Epigraphiker der
Universität Wien. Man beachte die elegante
symmetrische Anordnung in jeweils sechs Zeilen, die
klassisch-antike Formulierung Hic situs bzw. sita est
und auch die klassische Wendung für heiraten:
uxorem ducere (vom Mann aus gesehen) bzw. nubere
(von der Frau aus gesehen). Dazu noch die Subtilität
des Verschweigens: Bei uxorem duxit fehlt der Name –
etwa weil die Eheschließung mit Sophie nicht
standesgemäß war? Bei ihrer Grabinschrift wird
hingegen sehr wohl gesagt, für wen sie „sich in den
Brautschleier gehüllt hat“. Schließlich kein Wort von
der schrecklichen Tatsache, dass die beiden einem
grausamen politischen Mord, einem nationalistischen
Attentat zum Opfer gefallen sind: Die Ausdrücke obire
und defungi und der Vers könnten auch sug-gerieren,
dass das Thronfolger-Ehepaar etwa einem tragischen
Verkehrsunfall erlegen sei. Auch kein Wort davon,
dass ihre Ermordung dann unmittelbarer Anlass für
den Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde – was bei der
Neugestaltung der Gruft mitten im Krieg (lt.
Aichelburg zwischen Oktober 1916 und April 1917) ja
längst bekannt war. Also Verdrängung auf höchster
Ebene. Aber gerade auch deshalb verdient die
Inschrift als historisches Zeugnis ersten Ranges
Beachtung.
Literaturhinweise:
Wladimir Aichelburg, Erzherzog Franz Ferdinand und Artstetten,
Wien 2000.
Dehio Niederösterreich nördlich der Donau, Wien 1990 (= Die
Kunstdenkmäler Österreichs).
Brigitta Lauro, Die Grabstätten der Habsburger. Kunstdenkmäler
einer europäischen Dynastie, Wien 2007.
Kurt Smolak, Eherner Ton. Zu Europas lateinischer
Inschriftensprache. - In: Gerhard Fischer (Hrsg.), Denn die Gestalt
dieser Welt vergeht, Wien 1996 (Daedalus), S. 387 – 403.
Dank an Frau Brigitte E. Leidwein für die Bereitstellung
von Fotos und Literatur:
Erzherzog-Franz-Ferdinand-Museum
Schloss Artstetten BetriebsGmbH
Schlossplatz 1
3661 Artstetten
Tel: 0043-7413-8006-0, Fax-DW 15
www.schloss-artstetten.at
Schloss Artstetten ist ein TOP-Ausflugsziel
(www.ausflug.at)
Achtung!
Hat sich Ihr Name oder Ihre Adresse geändert?
Konnten Sie neue Mitglieder für die Sodalitas gewinnen?
Wir bitten um Mitteilung an
renateoswald@aon.at
9
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Peter Glatz
Wortschatz und Grammatik als Brücken zum Textverstehen
oder: Über heilige Kühe und (doch nicht so) erstaunliche Erkenntnisse
Ein Blitzlicht – oder besser Highlight – vom DAV-Kongress in Innsbruck vom 22.-26. April
2014, basierend auf dem Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Peter Kuhlmann
Unter den zahlreichen interessanten Vorträgen des
imposanten Programms des diesjährigen DAVKongresses stach für den Verfasser der Vortrag von
Peter Kuhlmann hervor: Zum Einen traf der Titel des
Beitrags punktgenau ein zentrales Problemfeld der
täglichen Unterrichtsarbeit, das dringend der
Reflexion bedarf, zum anderen wurde dieses von
Peter Kuhlmann eindrucksvoll und zugleich mit dem
nötigen Augenzwinkern den Zuhörern vermittelt. Der
Referent verstand es blendend, der vorher im Saal
erhobenen Meinung zu bestimmten Problemfeldern,
seine durchaus überzeugenden Thesen gegenüberzustellen und so Nachdenklichkeit zu provozieren.
Die Ebenen des Textverstehens: vom Wort zum Text
Die Botschaft des Satzes
Lehrer frisst Schülerin
auf Schulhof
scheint vorerst gleichermaßen syntaktisch wie
inhaltlich korrekt formuliert, wenn auch einigermaßen
irritierend. Nehmen wir an, das sei eine Schlagzeile
auf der Titelseite der Bildzeitung. Das Wort
„Schülerin“ kann nur als O4 zu „frisst“ gedeutet
werden. Kommt nun überraschend – z.B. beim
Aufklappen der Titelseite – eine Ergänzung dazu,
Lehrer frisst Schülerin
auf Schulhof
Butterbrot weg
sieht die Sache schon anders aus. „Schülerin“ kann
nun nur mehr als O3 zu „frisst … weg“ verstanden
werden. Der Satz bekommt einen völlig anderen –
wenn auch immer noch etwas irritierenden – Sinn.
Worauf kommt es also beim Weg vom Text zum Sinn
an? Folgende Tabelle diene der Veranschaulichung:
Linguistische Mentale Repräsentation:
Ebene
Dekodierung im Kopf
Lexik
Semantik: Vokabeln verstehen >
Rekodierung
Morphologie
Funktion der Morpheme verstehen
Syntax
Bezüge verstehen, Wortgruppen
ermitteln > (satzwertige) Propositionen/Sätze bilden
Text
Bedeutung des Textganzen ermitteln
Pragmatik:
Vorwissen
Kulturelle Schemata aktivieren
In unserem Beispiel vom gefräßigen Lehrer kommt es
also wesentlich auf das Verstehen von Bezügen bzw.
das Erfassen von Wortgruppen an.
Die Vorgangsweise, bei der Lexik zu beginnen, wird
mit mit „bottom up“ beschreiben. Im Gegensatz dazu,
hieße einen Text „top down“ zu erschließen, vom
Vorwissen über kulturelle Schemata, Situationen,
Autoren, Textsorten, Gattungen etc. auszugehen. Als
der Satz „Deinde (Catilina) se ex curia proripuit“ (Sall.,
Cat. 32,1) von einem Schüler mit „darauf stürzte sich
Catilina von der Kurie herunter“ übersetzt wurde,
fehlte es offensichtlich nicht an lexikalischen,
morphologischen oder syntaktischen Einsichten,
sondern am kulturellen Vorwissen, an der Zuordnung
eines kulturellen Schemas.
Es gibt also drei Ebenen des Textverstehens, wie sie in
der folgenden Übersicht dargestellt werden:
Lexikalische Information
Textverstehen
Grammatik
Welt-/Vorwissen
10
____________________________________________________________________________________________
die Verbformen. Anschließend wurde Hygin, fab. 43 in
Vokabelverstehen und Grammatikverstehen an
vier Versionen präsentiert.
Textbeispielen
Es ist nicht immer eine klare Trennlinie zwischen
Vokabel- und Grammatikverstehen zu ziehen. Dies ist
leicht an sowohl lexikalisch als auch morphologisch
mehrdeutigen Formen zu demonstrieren: duces,
soles, ara, regna, …
Dennoch bleibt die entscheidende Frage: Ist Vokabelverstehen wichtiger als Grammatikverstehen oder
umgekehrt? Dies demonstriert Kuhlmann an
eindringlichen Beispielen:
Text 1:
Es war einmal ein Kaul urdens Darbis und eine Kaulin
urdens Prysta. Die hatten fluff Stritze: Der hurzere
wurde Quarxes, der harzere aber Lytro geschlimpft.
Darbis nun wurde fersch und fühlte das Zumpf
striesen. Daher rief er nach seinen glumpfen Stritzen,
von denen der hurzere ohnehin zufällig in der Fuhle
ahlte.
13 der 51 Wörter dieses Textes sind unbekannt,
syntaktisch ist der Text fehlerfrei.
Text 2:
Theseus auf Insel Naxos Schiff stranden; Theseus
denken Ariadne Schande in Heimat sein werden; daher
Ariadne schlafen auf Insel verlassen; dann Dionysos
kommen und sich verlieben, Ariadne heiraten. Theseus
aber, während segeln, vergessen schwarze Segel
auswechseln, daher Aigeus sein Vater glauben
Theseus von Minotaurus gefressen, in Meer stürzen.
Daher Meer genannt.
Die Vokabel des Textes (50 Wörter) sind alle bekannt,
syntaktisch ist der Text sehr fehlerhaft.
Es ist wohl damit eindeutig gezeigt, dass für die
Erstellung einer sinnvollen Paraphrase die Vokabeln
entscheidend wichtiger sind als die Syntax. Die
derzeitige unterrichtliche Praxis dürfte hingegen in
der überwiegenden Mehrzahl den Schwerpunkt auf
Übungen zur Grammatik legen.
Welche Wortarten sind wichtig?
Um die Frage zu beantworten, welche Wortart für das
Textverstehen am wichtigsten sei, ließ Kuhlmann im
Auditorium abstimmen. Es gab eine klare Mehrheit für
Originaltext:
Theseus in parva insula Dia ingenti tempestate
retentus
cogitavit,
si Ariadnem in patriam portasset,
sibi magnum opprobrium futurum esse.
itaque in illa insula dormientem reliquit;
quam Liber deus cupidissimus inde sibi in coniugium
abduxit.
Theseus autem cum iter celeri nave faceret,
oblitus est vela atra mutare,
itaque Aegeus vetus pater eius credens
Theseum a crudeli Minotauro esse consumptum
in mare se praecipitavit.
Text 1: ohne Substantive/Eigennamen
------ in parva ------ ---- ingenti ------ retentus
cogitavit,
si ----- in ------ portasset,
sibi magnum ------ futurum esse.
itaque in illa ------ dormientem reliquit;
quam ----- ------ cupidissimus inde sibi in ------abduxit.
------ autem cum ---- celeri ----- faceret,
oblitus est ----- atra mutare,
itaque ----- vetus ----- eius credens
------ a crudeli ------- esse consumptum
in ------- se praecipitavit.
Text 2: ohne Verbformen
Theseus in parva insula Dia ingenti tempestate ----------,
si Ariadnem in patriam -----,
sibi magnum opprobrium futurum -----.
itaque in illa insula ----- -----;
quam Liber deus cupidissimus inde sibi in coniugium -----.
Theseus autem cum iter celeri nave -----,
----- vela atra ------,
itaque Aegeus vetus pater eius ----Theseum a crudeli Minotauro -------in mare se -----.
11
____________________________________________________________________________________________
Text 3: ohne Adjektive
Der fehlende Wortschatz ist also das entscheidende
Problem. Dieser Befund deckt sich im Übrigen mit den
Theseus in ----- insula Dia ----- tempestate retentus
Ergebnissen der Feldtestungen im Vorfeld der
cogitavit,
Entwicklung der Aufgabenstellungen zur SKRP in
si Ariadnem in patriam portasset,
Latein in Österreich.
sibi ----- opprobrium futurum esse.
Daraus ergibt sich eine dringende Anfrage an die
itaque in illa insula dormientem reliquit;
Fachdidaktik in Bezug auf die Vermittlung des
quam Liber deus ----- inde sibi in coniugium abduxit.
Wortschatzes – und der Handhabung des WörterTheseus autem cum iter ---- nave faceret,
buches – im Unterricht bzw. in den Lehrbüchern.
oblitus est vela ----- mutare,
Möglicherweise ist auch die gewaltige Reduktion des
itaque Aegeus ---- pater eius credens
Basiswortschatzes in den Grundlehrgängen der letzten
Theseum a ----- Minotauro esse consumptum
zwei Jahrzehnte kritisch zu hinterfragen. Nach wie vor
in mare se praecipitavit.
erstaunlich ist für den Verfasser dieser Zeilen z.B. die
Tatsache, dass der imponierende Ansatz von
Als übereinstimmender Befund des Referenten und
Wirth/Seidl/Utzinger („Rondogramme“)1 bis dato
des Auditoriums ergab sich, dass die Substantive am
weder in Deutschland noch in Österreich nennenswichtigsten für das Textverstehen sind, danach die
werten Eingang in die Schulbücher gefunden hat.
Verben und zuletzt die Adjektive. Es ließe sich nun
einwenden, dass das Ergebnis diesem einfachen
Fazit: Vokabel- und Grammatikkönnen
narrativen Text geschuldet sei. Selbstverständlich sind
Im Sinne der Kompetenzorientierung stellt Kuhlmann
die Verbformen – besonders z.B. bei Texten mit
abschließend fest, was das Können jeweils ausmacht:
überraschenden Wendungen (Horaz, Ovid, …) –
wichtig, dennoch lässt sich generell eine klare
Präferenz für die Wichtigkeit der Substantive vor den
Vokabeln:
Verben für die Schullektüre seriös begründen.
• bei Mehrdeutigkeit im Kontext richtig übersetzen
Adjektive
spielen
diesbezüglich
eine
eher
(studere z.B. als „sich um etwas bemühen“ und
untergeordnete Rolle.
nicht „studieren“)
Leistungsmessung bei Schularbeiten (Wert von
Übersetzungsmethoden)
Nach der beispielhaften Besprechung einiger
Schülerperformanzen ergab sich für die Zuordnung
von Fehlertypen zur Notenskala folgendes Bild:
Note
dominierende Fehler
(Dtld.):
1-2
Vokabel
selten Formenfunktionen
Vokabel
3-4
daraus resultierende Grammatikfehler
Formenfunktionen
Formenfunktionen
5-6
• (mittels des Wörterbuches) auf die richtige
Grundform zurückführen (z.B. duces auf dux und
nicht auf duco)
• mit dem richtigen kulturellen Schema verbinden
(vgl. oben auf der ersten Seite das Beispiel ex curia
proripuit = „er stürzte aus der Senatsversammlung
hinaus“ und nicht „er stürzte sich von der Kurie
herab“)
Grammatik:
• Erkennen der Formfunktionen (Morphologie)
• Wortgruppen richtig abtrennen und für sich
übersetzen, wobei hier die Kongruenz eine
wichtige Rolle spielt
• die Struktur des Satzgefüges (HS/NS) richtig
verstehen und entsprechend wiedergeben
Satzbau/Konstruktionen
Vokabel
1
Wirth, Seidl, Utzinger, Sprache und Allgemeinbildung.
Neue und alte Wege für den alt- und modernsprachlichen
Unterricht am Gymnasium, Zürich, 2006.
12
____________________________________________________________________________________________
sollten. Das wird in der Leistungsbeurteilung
Schülerinnen und Schüler können des Öfteren
NEU in Österreich ja bereits so gehandhabt.
Einzelformen richtig bestimmen, im Kontext hilft das
letztlich dann doch nicht entscheidend weiter –
• Es wird auf einen interessanten Aspekt
semantisches und analytisches Verstehen sind
hingewiesen: „Kein Leseverstehen ohne
offensichtlich getrennt.
Sprechen und Schreiben“.1
Gezielte Wortschatzarbeit ist also für Peter Kuhlmann
das Gebot der Stunde. Weiters hält er das „Einlesen“
in einen Text für wichtig, um das entsprechende
Vorwissen aufzubauen.
Abschließend stellt er die Relevanz der gängigen
Übersetzungsmethoden grundsätzlich in Frage und
eröffnet damit eine intensive Diskussion, deren
wesentliche Aussagen im Folgenden genannt seien:
•
•
•
•
•
•
Für schwierige/lange Perioden sind die
gängigen Übersetzungsmethoden durchaus
brauchbar.
Die Konstruktionsmethode hat auch Vorteile.
Die kolometrische Gliederung ist eine sehr
gute Methode (Kuhlmann).
Die Übersetzung vom Deutschen ins
Lateinische taucht wieder in den Schulbüchern auf, was durchaus zur Reflexion
Anlass geben sollte (Kuhlmann). Braucht diese
ja keineswegs Prüfungsmaterie sein, so wäre
ihr didaktischer Ertrag doch wiederum zu
überdenken.
Die Diathese wird generell überbewertet.
Korrektur: es stellt sich die Frage, ob Lexik und
Grammatik nicht getrennt bewertet werden
Ein wirklich spannender Vortrag vor zahlreichem
Publikum, der den Erwartungen, die der Titel weckte,
vollauf gerecht wurde. Bleibt anzumerken, dass der
Untertitel als Kommentar des Verfassers zu verstehen
ist, der großen Nutzen aus dem Vortrag gezogen hat.
Die heilige Kuh der Grammatik – wohlgemerkt, sie ist
heilig und soll es bleiben – müsste etwas weniger
gefüttert werden, dies zu Gunsten der „doch nicht so
erstaunlichen Erkenntnis“, dass Vokabeln für eine
Sprache das Um und Auf sind.
Bleibt als persönliches Fazit von Innsbruck 2014:
tolles Programm, kompetente und eloquente
Referentinnen und Referenten, hervorragende
Organisation, inspirierendes Campusfeeling, viele
Kontakte, spannende Gespräche in einer lebendigen
Szene, engagierte Diskussionen, riesiges Verlagsangebot, beeindruckende Teilnehmerzahl, viele junge
Klassische Philologen, zahlreiche Inspirationen und
jede Menge Motivation für das eigene Tun.
Die Woche nach Ostern 2016 ist bereits für Berlin
reserviert …
1
Vgl. dazu den gleichnamigen Beitrag von Michaela
Krell, in: Forum Classicum, 2, 2006, S. 109-121 bzw.
http://www.altphilologenverband.de/forumclassicum/
pdf/FC2006-2.pdf [18.5.2014].
Generalversammlung der Sodalitas
Wann: Samstag, 28.2. 2015, 11.00
Wo: PG St. Ursula Salzburg, Aignerstr. 135, 5061 Salzburg
Wünsche für die Tagesordnung an den Schriftführer der Sodalitas, Mag. Martin Seitz seitz_martin@web.de
Wahlvorschläge für einen neuen Vorstand an OStR Mag. Dr. Hermann Niedermayr (hermann.niedermayr@tele2.at)
13
____________________________________________________________________________________________
Herbert Graßl
FIEC – Kongress in Bordeaux
Vom 25. bis 30. August 2014 fand in der Hauptstadt
Aquitaniens der 14. Kongress der FIEC, der
internationalen
Vereinigung
altertumswissenschaftlicher Verbände, der auch die Sodalitas
angehört, statt. 218 Redner/innen, darunter auch eine
kleine Abordnung aus Österreich, haben ihre
wissenschaftlichen Thesen einem aus allen Erdteilen
angereisten Publikum vorgestellt; dabei fiel die
Teilnahme einer dichten jüngeren Forschergeneration
positiv auf. In 17 Sektionen waren alle Teildisziplinen
der Altertumswissenschaften vertreten, Themen der
klassischen Philologie setzten traditionell das
inhaltliche Schwergewicht. Die französischen Veranstalter gaben sich alle Mühe, im Rahmen-programm
die bekannte Weinregion zu präsentieren. Der
weltumspannende wissenschaftliche Austausch, die
Vorlage neuester Fachpublikationen und Erfahrungen
zur Situation der klassischen Studien auch außerhalb
Europas zählen sicherlich zu den bleibenden
Eindrücken, die diese Großveranstaltung hinterlassen
hat.
Als Delegierter der Sodalitas konnte an der 31.
Generalversammlung der FIEC, zu der 68 nationale
altertumswissenschaftliche
Verbände
und
15
internationale Vereinigungen geladen waren, an
zukunftsweisenden Beschlüssen mitgewirkt werden:
der Vorstand der FIEC wird auf 10 Personen erweitert,
die nächste Delegiertenversammlung 2017 in Leiden
ausgerichtet, der nächste FIEC-Kongress in London.
Eine längere Anreise nach Bordeaux auf den Spuren
von Cäsars Bellum Gallicum bot Gelegenheit, die
Präsentation antiker Geschichtsstätten in Frankreich
in Augenschein zu nehmen. In dieser Hinsicht kann
dem Land ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt werden:
Alesia, Bibracte oder Gergovia sind auch für ein
breiteres Publikum anschaulich erlebbar und
außerordentlich gut besucht. Auch die museale
Aufbereitung ist didaktisch hervorragend gelungen,
was auch für kleinere Fundplätze wie Heiligtümer
oder römische Villen gilt. Eine entsprechende
Werbung und ein attraktives Besucherangebot zeigen
hier ihre Wirkung. Die Rückreise von der Provence
erfolgte auf den Spuren des Hannibalzuges und
berührte bedeutende
Oppida (Narbonne, Ensérune, Beziers, Ambrussum),
die Cottischen Alpen, Susa und Turin. Auch hier
verdichtete sich das gewonnene Bild: das kulturelle
Erbe und hier insbesondere die Stätten antiker Kultur
stehen im Focus einer breiten Öffentlichkeit, die durch
moderne Formen der Vermittlung, wozu auch
museale Neubauten (z.B. in Nîmes) gehören,
eingeladen wird, die Antike in lebendiger Form zu
erleben. Erfreulich ist auch die Präsenz des
Lateinischen in der Öffentlichkeit, etwas im neuen
Besucherzentrum am Pont du Gard. Einziger
Wermutstropfen: deutschsprachige Literatur zu den
Fundstätten ist nur selten erhältlich.
Rezensionsangebote für IANUS
Anforderung der Rezensionsexemplare
Sodalitas-Mitglieder mögen unter Angabe von
Dienst- und Privatanschrift per Mail den / die
gewünschten Titel beim Schriftleiter des IANUS
anfordern:
Martin M. Bauer, Novalisgasse 3, 8042 Graz
martin.bauer@edu.uni-graz.at
Das Buch geht nach zugesandter Rezension in das
Eigentum des Rezensenten / der Rezensentin über.
Der Umfang der Rezension soll maximal 400 Wörter
betragen. Es wird gebeten, jede Rezension in einer
eigenen Datei (unformatiert) zu übersenden, versehen
mit einem Kurztitel sowie dem Namen des
Rezensenten / der Rezensentin, der Dienst- und
Privatadresse. In der Rezension mögen der aktuelle
Buchpreis sowie die Seitenanzahl angegeben werden.
14
____________________________________________________________________________________________
BRAUMÜLLER:
- Hermann Niedermayr/Renate Oswald: Latein –
Alles im Griff! Wortschatzarbeit, Wien: Braumüller
2012, 138 S., 15,90 €.
- Fabian Eder: Griechenland blüht. Eine Odyssee
durch das andere Griechenland, Wien: Braumüller
2013, 127 S., 14,90 €.
BUCHNER:
Bamberger Bibliothek:
- Ulf Jesper: Buchners Anfangslektüre. Ein Mann im
Fisch, eine Frau in der Fremde – die Geschichten
von Jona und Rut, Bamberg: Buchner 2014, 48 S.,
9,90 €.
Campus:
- Campus. Ausgabe A. Lehrermappe 1, Bamberg:
Buchner 2012, 96 S., 29,90 €.
- Campus Ausgabe A. Vokabelkartei 1, Bamberg:
Buchner 2012, 755 Vokabelkarten in der Box,
15,30 €.
- Campus Ausgabe A. Lesen 2. Die Abenteuer des
Odysseus, Bamberg: Buchner 2012, 52 + 16 S, 8,20
€.
- Campus Ausgabe A. Prüfungen 2, Bamberg:
Buchner 2012, 48 + 24 S., 9,20 €.
- Campus Ausgabe A. Training 2. Mit Lernsoftware,
Bamberg: Buchner 2013, 72 + 22 S. + CD-ROM,
15,80 €.
- Campus Ausgabe A. Lehrermappe 2, Bamberg:
Buchner 2014, 90 S. + CD-ROM, 29,90 €.
Cursus Brevis:
- Gerhard Fink/Friedrich Maier (Hrsg.): Cursus
Brevis. Texte und Übungen, 2. Aufl. Bamberg:
Buchner 2013, 181 S., 26,95 €.
Felix neu:
- Gerhard Hey/Ulf Jesper: Felix neu. Differenziert
Unterrichten, Bamberg: Buchner 2013, 247 S. +
CD-ROM, 24,00 €.
prima.nova:
- Martin Biermann u.a.: prima.nova. Lehrerheft 1,
Bamberg: Buchner 2013, 268 S., 25,80 €.
- Johanna Butz: prima.nova. Prüfungen 2, Bamberg:
Buchner 2013, 44 + 15 S., 7,40 €.
- Roswitha Czimmek/Antje Sucharski: prima.nova.
Arbeitsheft 2, Bamberg: Buchner 2013, 72 + 24 S.,
15,00 €.
- Michael Lobe: prima.nova. Lesen 2. Die Abenteuer
des Äneas, Bamberg: Buchner 2013, 64 + 20 S.,
7,90 €.
- Elfriede Wohlgemuth/Barbara Zeller: prima.nova.
Freiarbeit 1, Bamberg: Buchner 2011, 102 + 20 S.,
19,30 €.
- Elfriede Wohlgemuth/Barbara Zeller: prima.nova.
Freiarbeit 2, Bamberg: Buchner 2012, 94 + 20 S.,
-
19,30 €. (bevorzugt gemeinsam mit Band 1 zu
vergeben)
Gerhard Hey/Ulf Jesper: prima.nova. Differenziert
unterrichten, Bamberg: Buchner 2012, 175 S., inkl.
CD-ROM, 20,80 €.
Johanna Butz: prima.nova. Spielen und Rätseln 1,
Bamberg: Buchner 2012, 84 + 12 S., 15,20 €.
prima.nova. Vokabelkartei 2, Bamberg: Buchner
2012, 817 Vokabelkarten in der Box, 15,30 €.
prima.brevis:
- Clement Utz/Andrea Kammerer (Hrsg.):
PRIMA.BREVIS. Unterrichtswerk für Latein als
dritte und spätbeginnende Fremdsprache.
Textband und Begleitband, Bamberg: Buchner
2014, 175 S., 22,40 €.
- Clement Utz/Andrea Kammerer (Hrsg.):
PRIMA.BREVIS. Unterrichtswerk für Latein als
dritte und spätbeginnende Fremdsprache.
Begleitband, Bamberg: Buchner 2014, 159 S.,
18,40 €.
ratio express:
- Georg Leber: Das Ende einer Dynastie. Tacitus,
Annales, Bamberg: Buchner 2014, 56 S., 10,00 €.
- Michael Lobe/Christian Müller/Stefan Müller:
Erzählte Geschichte. Livius, Ab urbe condita,
Bamberg: Buchner 2014, 64 S., 11,20 €.
- Christian Zitzl: Das Prinzip Wandel. Ovid,
Metamorphosen, Bamberg: Buchner 2014, 48 S.,
10,00 €.
scala. Lektüre für den binnendifferenzierten
Unterricht:
- Verena Göttsching/Ingvelde Scholz: Freunde
finden und gewinnen. Meilensteine und
Stolpersteine der Freundschaft in Ciceros De
amicitia, Bamberg: Buchner 2013, 48 S., 9,90 €.
Studienbücher Latein:
- Sabine Doff/Stefan Kipf: English meets Latin.
Unterricht entwickeln – Schulfremdsprachen
vernetzen, Bamberg: Buchner 2013, 212 S.,
21,80 €.
- Stefan Kipf: Integration durch Sprache. Schüler
nichtdeutscher Herkunftssprache lernen Latein,
Bamberg: Buchner 2014, 148 S., 20,80 €.
- Peter Kuhlmann: Lateinische Grammatik
unterrichten. Didaktik des lateinischen
Grammatikunterrichts, Bamberg: Buchner 2014,
184 S., 21,80 €.
15
____________________________________________________________________________________________
Xenia:
- Otmar Kampert/Wolfgang Winter (Hrsg.), XENIA.
Griechische Grammatik, Bamberg: Buchner 2013,
196 S., 23,60 €.
BUSKE:
- Klaus Weddigen: Sermo. Lateinische Grammatik,
Hamburg: Buske 2014, 389 S., 48,00 €.
HPT:
- Klug/Kurz/Zins: Lege et intellege.
Anfangsunterricht, Wien: Hölder-Pichler-Tempsky
2011, 224 S., 19,80 €.
KREMSER HUMANISTISCHE GESELLSCHAFT:
- Kremser Humanistische Blätter, 15.
Jahrgang/2011, Krems 2013, 120 S., 12,00 €.
PHILIPP VON ZABERN:
- Filippo Carlà (Hrsg.): Caesar, Attila und Co. Comics
und die Antike, Darmstadt: WBG/Philipp von
Zabern 2014, 141 S., 24,95 €.
- Rainer Nickel: Der verbannte Stratege. Xenophon
und der Tod des Thukydides, Darmstadt:
WBG/Philipp von Zabern 2014, 144 S., 29,95 €.
- Andrew Robinson: Wie der Hieroglyphen-Code
geknackt wurde. Das revolutionäre Leben des
Jean-François Champollion, Darmstadt:
WBG/Philipp von Zabern 2014, 328 S., 24,95 €.
- Konrad Vössing: Das Königreich der Vandalen,
Darmstadt: WBG/Philipp von Zabern 2014, 207 S.,
24,95 €.
RECLAM:
- Herodot: Historien. 4. Buch.
Griechisch/Deutsch. Üs. und hrsg. von Kai
Brodersen, Stuttgart: Reclam 2013, 221 S.,
7,00 €.
- Sophokles: Elektra. Griechisch/Deutsch. Üs.
und hrsg. von Kurt Steinmann. Mit einem
Nachwort von Markus Janka, Stuttgart:
Reclam 2013, 197 S., 6,20 €.
THEISS:
- Stefanie Krämer/Veronika Lobe: Die römische
Stadt. Entdeckungsbuch für junge Leser,
Darmstadt/Stuttgart:
-
-
WBG/Theiss/Landesmuseum Württemberg
2014, 48 S., 14,95 €.
Landesmuseum Württemberg: Ein Traum von
Rom. Stadtleben im römischen Deutschland,
Darmstadt/Stuttgart:
WBG/Theiss/Landesmuseum Württemberg
2014, 372 S., 29,95 €.
Henry Wansbrough: Der Bibel-Guide,
Darmstadt: WBG/Theiss 2014, 288 S., 29,95 €.
Karl-Wilhelm Weeber: Lernen und Leiden.
Schule im Alten Rom, Darmstadt: WBG/Theiss
2014, 143 S., 19,95 €.
VERITAS:
Medias in res:
- Wolfram Kautzky: Medias in Res! Texte:
Mythos, Liebe und Humor, Linz: Veritas 2010,
120 S., 14,40 €.
- Wolfram Kautzky/Oliver Hissek: Medias in
Res! Texte: Europa, Politik, Philosophie und
Fachliteratur, Linz: Veritas 2010, 152 S., 15,67
€. (bevorzugt gemeinsam mit dem anderen
Textband zu vergeben)
- Wolfram Kautzky/Oliver Hissek: Medias in
Res! Texte: Europa, Politik, Philosophie und
Fachliteratur. Serviceteil für LehrerInnen, Linz:
Veritas 2011, 20 S., 2,90 €. (nur gemeinsam
mit dem dazugehörigen Textband zu
vergeben)
WBG:
- Lysias: Reden, übers. u. komm. v. Ingeborg
Huber (= Bibliothek der Antike), Darmstadt:
WBG 2013, 269 S., 29,90 €.
WBG/auditorium maximum:
- Ulrich Graser: Mythos Antike. 10 Populäre
Irrtümer (Audio-CD), Darmstadt: WBG 2014,
12,95 €.
WINTER:
- Alexander Kirichenko: Lehrreiche Trugbilder.
Senecas Tragödien und die Rhetorik des
Sehens, Heidelberg: Winter 2013, 304 S.,
45,00 €.
- Melanie Möller: Ciceros Rhetorik als Theorie
der Aufmerksamkeit, Heidelberg: Winter
2013, 397 S., 64,00 €.
16
____________________________________________________________________________________________
Fortbildungsveranstaltungen in den Bundesländern
Niederösterreich (Mag. Martin Seitz)
Bereits geplante Fortbildungsveranstaltungen Latein
bis Herbst 2015 in NÖ, Anmeldung noch möglich
(Ausnahme Bundesseminar)
Hagiographische lateinische Texte und sakrale Kunst
Ikonologische Interpretation sakraler Kunst;
Hagiographische Texte als Grundlage für
Bildinterpretation
17. 2. 2015
KHM Wien
Mag. Manuel Kreiner, Mag. Martin Seitz
in Kooperation mit der AG Wien:
- Raffael und die Philosophen (Möglichkeiten, anhand
der „Schule von Athen“ lateinische Texte einzusetzen
und fächerübergreifend zu arbeiten.
- „In pictura poesis“ - Lateinische Texte in Bildwerken
der Renaissance“ (verschiedene Martial-Epigramme +
kunstgeschichtliche Einordnung mit Umsetzung im
Unterricht)
- optional: Ovid-Rezeption in Strauss-Opern
thematische Ergänzungen vorbehalten
23. und 24. 3. 2015
Wien bzw. St. Pölten
(verschoben von 24. bzw. 25. Nov. 2014),
Prof. Michael Hotz
G-Tagung Latein
„Das Weltbild im Wandel der Zeit“
16. April 2015
BG Lilienfeld
MMag. Dr. Sonja Martina Schreiner
Intensivkurs Latein für Schüler der 4. Klassen AHS in
Carnuntum
27. April bis 1. Mai 2015
Bad Deutsch-Altenburg
Mag. Michael Strobl, Mag. Martin Seitz et al.
Bundesseminar Latein
- Literaturdidaktik: Latein auf dem Grenzgang
zwischen Sprach- und Kulturfach; Kanonfrage für - -
Anfangsunterricht; Möglichkeiten der
Texterschließung;
- Das neulateinische Epos;
- Lateinische Texte zur Staatsphilosophie, der Mensch
als zôon politikón
30.8. bis 2.9. 2015
Prein an der Rax
Prof. Dr. Stefan Kipf, assoz. Prof. Dr. Florian
Schaffenrath, PD Mag. Dr. Alfred Dunshirn
Salzburg (Mag. Peter Rettenegger)
Salzburgs steinerne Zeugen
21.10.2014
Univ.Prof. Maximilian Fussl, Christoph Brandhuber
Viribus unitis 13
Vm: Von Ovids ars amatoria zum Gegenwartslatein
Nm: Novissima zur SKRP – Kompensationsprüfung,
mündliche Prüfung
01.12.2014 Wolfram Kautzky, Paul Dienstbier
Frühjahrstagung
- Zum interpretatorischen Umgang mit Räumlichkeit in
lateinischen Texten.
- Technopaignia und Abracadabra, von sprachlichen
Spielereien, Kunststücken und der Magie des Wortes .
-„Severitatem comitatemque miscere“: Wie Plinius in
den Briefen sein Selbstporträt konstruiert - Effiziente - Grammatikarbeit: Grammatikstoff einführen und
üben
- Christliche Literatur und Kultur in Rom: Texte zur
Religion im Römischen Reich interpretieren
Michaelbeuern 16.2. – 18.2.2015
Gottfried Kreuz, Margot Neger, Peter Kuhlmann
Web 2.0, Anwendungen und neue e-learning Formen
im Lateinunterricht
11.03.2015
Sonja Dworzak
17
____________________________________________________________________________________________
20.11.2014, 9.00 – 17.00
Kärnten (Mag. Astrid Eder)
Bildungshaus Schloss Puchberg
Mag. Peter Glatz, Mag. Alfons Koller, Mag. Katharina
5. und 6. März 2015: Zweitägige Fortbildung in
Musil
St.Georgen am Längsee
Schnittstelle Reifeprüfung - Anforderungen, Beiträge,
Erwartungen
Dr. Stefan Büttner (Universität Wien):
- Euripides der "tragischste aller Dichter" (Aristoteles)
oder der "Zerstörer der Tragödie" (Nietzsche)
- Orestes oder Terrorestes - ein "degenerierter Held"?
- Medea- eine Frau mit zwei Gesichtern. Die
Darstellung der Leidenschaft in der Medea des
Euripides und der des Seneca.
- Die Affekttheorie bei Seneca
- Euripides im frühen Humanismus: Lateinische
Euripides - Übersetzungen und - Kommentare an
ausgewählten Beispielen.
Kamingespräch mit Dr. Stefan Büttner zum Thema:
"Theorie der Unbildung" (K.P.Liessmann) - Was
unserer Absolventen wissen (müssen)?
Mag. Ingeborg Wiener:
- exempla trahunt - Dramapädagogische Aspekte für
den Unterricht in den klassischen Sprachen
- de arte agendi - Beiträge der Dramapädagogik für die
Präsentation der VwA
MMag. Romy Schmid:
- Das Kreuz mit der Tabelle - Tipps und Tricks zur
Korrektur der schriftlichen Reifeprüfung
Oberösterreich (Mag. Peter Glatz) PH der Diözese Linz
Lektüreschularbeiten erstellen
mithilfe des neuen Schularbeitengenerators
22.10.2014, 10.00 – 23.10.2014, 17.30
Bildungshaus Schloss Puchberg
Mag. Peter Glatz, Mag. Andrea Hörmanseder, Mag.
Sieglinde Ortmayer, Dr. Andreas Thiel
In der ersten Einheit wird ein völlig neu
programmiertes Tool zur Erstellung von
Lektüreschularbeiten vorgestellt, das eine wesentliche
Zeitersparnis bei der Erstellung von Lektüreschularbeiten bringen wird. Anschließend erarbeiten die
Teilnehmer/-innen mithilfe des Tools eine
Lektüreschularbeit.
Herbsttagung der Arge LATEIN OÖ
Jährliche Dienstbesprechung der schulischen
Argeleiter
VWA in Latein und Griechisch
Die Entwicklung der Fragestellung begleiten
20.11.2014, 14.00 – 21.11.2014, 16.30
Bildungshaus Schloss Puchberg
Ref.: Mag. Alfons Koller, Mag. Katharina Musil
Antike im Film
Spartacus – Die frühen Christen – Spätantike
4.3.2015-5.3.2015
Zukunftsakademie SPES, Panoramaweg 1, 4553
Schlierbach
Mag. Dr. Walter Perné
Texte aus der Vulgata und lateinischen
Märtyrerakten
Kompetenzorientierte modulare Lektüre
17.3.2015, Bildungshaus Schloss Puchberg
Dr. Maximilian Fussl, Mag. Eva Fussl
Studienreise in die Africa proconsularis
29.3.2015 bis 5. 4.2015 (Osterferien),
Reiseleitung Dr. Walter Perné
PHOÖ – Pädagogisches Hochschule des Bundes in OÖ
Fachdidaktik konkret: Neulateinische und
zeitgenössische lateinische Texte
11.11.2014 bis 12.11.2014
Bischöfliches Gymnasium Petrinum Linz, Mag. Peter
Glatz
In bewährter Weise entsteht bei der Veranstaltung
das Vorbereitungsskriptum für die 30.
Landesolympiade Latein und Griechisch im Jahr 2016.
Dieses Skriptum wird danach auf www.lateinforum.at
allen Kolleginnen und Kollegen für die Verwendung im
Unterricht zur Verfügung stehen.
Kompetenzorientierte Lektüre:
Ut pictura poesis – Raffaels Schule von Athen
Raffael und die Philosophen
3.12.2014 und 4.12.2014
Ort: Bildungshaus Schloss Puchberg
Dr. Michael Hotz, München
18
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Mag. Peter Glatz, Dr. Andreas Thiel
Kompetenzorientierte Lektüre: Fragen des römischen
Zuerst wird ein völlig neu programmiertes Tool zur
Rechts in Ciceros Reden
Erstellung von Lektüreschularbeiten vorgestellt,
14.1.2015, Bildungshaus Schloss Puchberg
Dr. Christoph Schmetterer
Arbeiten mit Textverarbeitungsprogrammen werden
Anhand verschiedener Reden Ciceros werden
geklärt. Anschließend Erstellung
ausgewählte juristische Fragen zu den Bereichen
von Schularbeiten.
Staatsrecht, Zivilrecht, Strafrecht und Verfahrensrecht
behandelt.
Burgenland (Mag. Walter Dujmovits)
Matura NEU: programmunterstützte Erstellung von
Lektüreschularbeiten
19.1.2015 - 20.1.2015, Bildungshaus Schloss Puchberg
Mag. Peter Glatz, Mag. Andrea Hörmanseder, Mag.
Sieglinde Ortmayer, Dr. Andreas Thiel
Christoph Ransmayr – Die letzte Welt.
Fachwissenschaftliche und fachdidaktische Aspekte
26.2.2015 -27.2.2015
Zukunftsakademie SPES, Panoramaweg 1, 4553
Schlierbach
Ref.: Univ.-Prof. Dr. Herwig Gottwald, Mag. Eva
Gottwald, Mag. Peter Glatz
Die „Letzte Welt“ wird in ihrem komplexen epischen
Gefüge, in den zahlreichen intertextuellen Verweisen,
vor allem aber in ihrem grundlegenden Bezug zu Ovids
Metamorphosen erläutert. In einem zweiten Teil
werden Möglichkeiten interdisziplinärer
Zusammenarbeit ausgelotet.
Emblematik - Diskurs über das Verhältnis von Wort
und Bild
8.4.2015, Landesbibliothek OÖ, Schillerplatz 2, 4020
Linz
Univ.-Prof. Dr. Martin Hochleitner
Unsere heutige Welt wird von Logos und Emblemen
bestimmt. Das Seminar in der Landesbibliothek geht
auf Spurensuche nach den Quellen und den
Traditionen von Bildkulturen und stellt den 1531 in
Augsburg erschienen Emblematum Liber von Andreas
Alciatus in den Mittelpunkt eines Diskurses über das
Verhältnis von Wort und Bild.
Bundesseminar
Leistungsbeurteilung NEU: Erstellung von
kompetenzorientierten Lektüreschularbeiten
Vorstellung eines neu entwickelten
Unterstützungsprogramms
11.3.2015 - 12.3.2015, Bildungshaus Schloss Puchberg
- "Checkpoint" - kurz vor der ersten standardisierten
Klausur in Latein
Information über Korrektur, Helpdesk etc.
-"Das Projektmodul: Neues zum Neulatein
Anmeldefrist: 15.10.-15.11.2014
13.4.2015 Oberschützen "
Mag. Walter Dujmovits,
Dr. Wolfram Kautzky, Wien
Steiermark (Mag. Christof Lamot)
Latein-Griechisch aktuell: IKM;
Kompensationsprüfung, Semestrierung
18.11.2014 Graz, Dr. Renate Oswald
Matura neu – Input und Workshop
2.12.2014, Mag. Christof Lamot
Latein ist und bleibt jung – junge Wissenschafter
machen Schule
2.-3.3. Retzhof (Mag. M. Bauer, R. Lichtensteiner, F.
Feldhofer u.a.)
Methodik im altsprachlichen Unterricht: Umgang mit
Lehrbüchern, kompetenzorientierte
Hausübungsgestaltung
13.4.2014 Graz Mag. Christof Lamot, Dr. Renate
Oswald
Wien (Mag. Regina Loidolt, Mag. Annick
Danner)
Anmeldung über PH online der KPH Wien/Krems von
01.11.-30.11.2014)
Sprechende, singende und tanzende
Vergleichsmedien für die mündliche RP Latein
Di., 20.01.2015, Singerstraße 7/ 4,
Michael Bauer, Eric Schliegel
Kompetenzorientierte Fragen zur mündlichen
Reifeprüfung aus Latein
Do., 12.02.2015, Stephansplatz 3/3,
Annick Danner, Regina Loidolt
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Rezeption lateinischer Texte in der bildenden Kunst:
Zwei Überblicke über die römische Geschichte im
„In pictura poesis“ und „Raffael und die
Vergleich: Die Praefatio des T. Livius und die
Philosophen“
Schildbeschreibung in Vergils Aeneis.
Mo., 23.03.2015, pGwkRg7 Mater Salvatoris, Kenyong.
Di., 17.02.2015, pG1, Schottengymnasium, Niklas
4, Michael Hotz
Holzberg
Aktualitätsbezüge lateinischer Texte: Wie können wir
Transfer- und Reflexionsfähigkeit der SchülerInnen
stärken?
Mi., 08.04.2015, Stephansplatz 3/3, Julia Leitner
Reise in die Gallia Cisalpina
29.04.2015 bis 03.05.2015
Vercelli, Ivrea, Aosta, Turin, Pavia, Mailand, Monza,
Como, Bergamo, Sirmione, Mantua,
Reiseleitung: Franz Joseph Grobauer
Peter Glatz
Schularbeitengenerator 1.0
Zur Erstellung von Lektüreschularbeiten NEU wurde an der PH der Diözese Linz ein leicht zu bedienendes Programm
entwickelt, das zahlreiche Arbeitsschritte automatisiert bzw. erleichtert und derzeit in der ß-Version getestet wird.
Voraussetzung: Word 2010
Entwicklungsteam:
Mag. Peter Glatz, Dr. Andreas Thiel, Konzept, Qualitätssicherung, Durchführung
Sophie Andexlinger, Programmierung
Pflichtige Eingabe der Kerndaten
nach Öffnen der Dokumentvorlage
Danach ist das entsprechende
Lehrplanmodul zu wählen:
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Erst dann ist der Button „Fertig“ aktiv und die Eingabe kann abgeschlossen werden. Anschließend öffnet sich das
Dokument vollständig. Die eingegebenen Daten werden automatisch in der Kopfzeile angegeben. Die
Standardvorlage für ÜT und IT sowie das Kontrollblatt werden angezeigt.
Durch Klick auf die Registerkarte „Schularbeitengenerator“
öffnet sich das entsprechende Menü.
Dem Arbeitsablauf entsprechend erscheinen von links nach rechts folgende Befehle:
21
____________________________________________________________________________________________
Vokabelangaben/Sachangaben für ÜT und IT
Händisches (Nach-)Nummerieren entfällt. ☺
Wörter zählen
Die Wörter in ÜT und IT werden automatisiert zusammengezählt.
Bausteine
Die Bausteine werden nach Kompetenzen sortiert per Klick ausgewählt und
automatisch nummeriert. Die Beurteilungskriterien können ein/ausgeblendet werden, werden aber nicht gedruckt.
LEX/MORPH/SYNT einfärben
Die eingetragenen Checkpoints werden per Klick in den Sinneinheiten
eingefärbt. Das ist vor allem bei Erstellung und Korrektur der
Schularbeit sehr hilfreich.
Abkürzungsverzeichnis
Die per Klick ausgewählten Abkürzungen werden automatisch in das
Korrekturblatt übertragen.
Namen und Punkte vergeben
Die im Popup eingetragenen Bezeichnungen der Aufgaben-stellungen
sowie die Punkte werden automatisiert ins Korrekturblatt übertragen.
Punkte der Arbeitsaufgaben zusammenzählen
Per Klick wird die Summe automatisiert ins Korrekturblatt übertragen.
Wenn die Zahl rot angezeigt wird, ist die Summe der Punkte nicht 24.
Friedrich Maier, Warum Latein? 10 gute Gründe. 2. überarbeitete und
aktualisierte Auflage. Stuttgart: Philipp Reclam 2014 (= RUB 19256)
Das handliche und jetzt auch optisch attraktive Heftchen hat sich längst als
ein idealer Begleiter für alle diejenigen, die an Elternabenden oder in
Rundschreiben Werbung für Latein machen wollen, bewährt.
Nach einer ausführlichen Einleitung, die die Rolle des Lateinischen als
Basisfach des Gymnasiums hervorhebt, liefert es die in der Überschrift
genannten 10 guten Gründe und belegt diese gründlich und in leicht
verständlicher Form mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, aber
auch mit Zitaten aus dem Mund von Fernsehgrößen wie Günther Jauch:
Latein – Königsweg zum vertieften Sprachverständnis; Trainingsfeld für die
Muttersprache; Trimm-dich-Pfad des Geistes; Brücke zu den modernen
Fremdsprachen; Labor zur Analyse einer „hinterlistigen“ Rhetorik; Fahrstuhl
zu den Wurzeln Europas; Schatzkammer europäischer Sprachbilder;
Studierstube für europäische Grundtexte; Treffpunkt mit Menschen, die die
Welt veränderten.
R. Oswald
22
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Klaus Bartels
Stichwort „Examen“
„Aber noch lang fort kämpfte die Brust mit fliegendem
Atem, / Und von der Stirne mir troff examinalisches
Nass“: In so reichlich vergossenem Examensschweiß
lässt Eduard Mörike die Handvoll elegischer Verse
ausklingen, mit denen er sich den Schrecken über
einen späten Schultraum von der Seele schreibt:
„Nächtlich erschien mir im Traum mein alter
hebräischer Lehrer, / Nicht in Menschengestalt ... Ein
grammatikalisches Scheusal, / Trat er zur Türe herein
...“
Das „Examen“ kann einen auch im Wachen äffen,
wenn man dem Wort in einem lateinischen
Handwörterbuch nachspürt. Das nennt unter dem
Stichwort examen an erster Stelle die allgemeine
Bedeutung „Schwarm“, und zwar eigentlich „von
Bienen, Wespen oder anderen Insekten“ oder dann
auch übertragen „von jungen Leuten, von
Kümmernissen“, und an zweiter Stelle die besondere
Bedeutung „Zünglein an der Waage“. In diesem Sinne
begegnet das Wort am Ende der Vergilischen
„Aeneis“, wo Jupiter vor dem Zweikampf des Aeneas
und des Turnus die Schicksalswaage „aequato
examine“, „mit justiertem Zünglein“, in der Hand hält
und dann die ungleichgewichtigen Lose der Kämpfer
in die beiden Waagschalen legt. Dieses „Zünglein“
scheint einem Examen schon näher zu kommen; aber
was ist mit den Bienenschwärmen, von den
Kümmernissen ganz zu schweigen?
Examinieren wir dieses examen einmal selbst auf Herz
und Nieren: Da steht am Kopf des Wortes das
geläufige lateinische Präfix ex-, „aus-“, am Schwanz
das gleicherweise geläufige verdinglichende Suffix –
men und dazwischen in der Mitte, da wo eben Herz
und Nieren, Wortstamm und Bedeutung zu suchen
wären, ein nichtssagendes bloßes -a-, und es sieht
ganz so aus, als fände sich das Wort hier selbst in der
unbequemen Lage des Examenskandidaten, der auf
eine Frage keine Antwort weiß und sich vorerst einmal
mit einem verlegenen „Ääh ...“ aus der Patsche zieht.
Kommen wir ihm zu Hilfe: Dieses zwischen dem
Kopfstück ex- und dem Schwanzstück -men
eingeschlossene -a- ist das kümmerliche Überbleibsel
des lateinischen Allerweltsverbs agere mit der
Grundbedeutung „treiben“. Ursprünglich hat dieses
dreiteilige examen einmal ex-ag-men geheißen und
so, Stück für Stück verdolmetscht, ein irgendwo,
irgendwie „ausgetriebenes Ding“ bezeichnet. Damit
finden jene wild ausschwärmenden Bienen und das
fein sich einstellende Zünglein an der Waage zu guter
Letzt doch noch zusammen: Auf der einen Seite
bezeichnet dieses examen den aus seinem
Bienenstock „ausgetriebenen“, ausziehenden Bienenschwarm oder irgendwelche anderen Schwärme, auf
der anderen Seite das je nach der Beschwerung der
einen oder anderen Waagschale aus seiner Justierung
„ausgetriebene“, nach oben oder unten ausschlagende Zünglein an der Waage.
Über dieses „Zünglein an der (Hebel-) Waage“ ist das
lateinische examen schließlich zu seiner dritten
Bedeutung gekommen, zu der sorgfältig das Pro und
Contra „abwägenden“, alle Optionen „erwägenden
Untersuchung“. Für das abgeleitete Verb examinare
und die examinatio ist diese Bedeutung des „Prüfens“
bereits in der Antike fast ausschließlich gebräuchlich
gewesen, und das Grundwort examen lebt im
neuzeitlichen Euro-Wortschatz einzig noch in dieser
dritten Bedeutung fort. Ein eingedeutschtes
„examinieren“ erscheint zuerst bereits im späten
Mittelalter, ein eingedeutschtes „Examen“ zuerst in
der frühen Neuzeit, und in der Folge hat das Wort
seine spezielle schulische Bedeutung einer pedantisch
– ja eigentlich: pedantisch – genauen, selbst im späten
Traumbild noch angstschweißtreibenden schriftlichen
oder mündlichen Prüfung angenommen.
Spätantike Historiker und Kirchenväter haben der
examinatio einen prüfenden examinator zur Seite
gestellt, und der Kirchenvater Augustin dem
männlichen examinator wieder eine weibliche
„examinatrix tentatio“, eine „prüfende Versuchung“.
Aber ein Adjektiv examinalis oder gar einen examinalis
liquor, sein „examinalisches Nass“, hat Mörike aus
keinem noch so ausführlichen lateinischen
Handwörterbuch schöpfen können; das stieg aus
seiner Leier zum ersten Mal ans Licht.
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Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und Küste
Veranstaltung der Klasse für Geisteswissenschaften am 8. September 2014:
„Latein in den Schulsprachen.
Universitäre Erfahrungen und Vorschläge.“
Im Schulministerium von NRW werden Überlegungen
angestellt, die bisher gültigen Latinumsvoraussetzungen für Lehramtsstudenten moderner
Fremdsprachen wie Englisch und Französisch gänzlich
aufzugeben und die Lateinanforderungen für
Geschichte und Philosophie zu verringern. Die Klasse
für Geisteswissenschaften hatte sich bereits im
Februar dieses Jahres in einem Memorandum, das der
Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes
NRW sowie anderen politischen Instanzen des Landes
zugesandt worden war, gegen einen solchen Abbau
der Lateinanforderungen gewandt. Zur Erörterung
desselben Themas vereinte die Klasse am 8.
September im großen Saal der Akademie Professoren,
die die betroffenen Sprachfächer in verschiedenen
Universitäten des Landes NRW vertreten.
Da Professor Hatt, der Präsident der Akademie,
kurzfristig verhindert war, übernahm zunächst
Professor Lebek, der Sekretar der Klasse für
Geisteswissenschaften und zugleich einer der
Vizepräsidenten, die Begrüßung der zahlreichen
Zuhörer. Die Moderation lag dann in den Händen von
Professor Rosen, der dafür sorgte, dass die Diskussion
zügig vonstattenging.
Im ersten Vortrag stellte Professor Lebek, Köln,
nunmehr als Fachvertreter des Lateins, die Ergebnisse
einer Studie zum deutschen Textverständnis von 3200
Studenten verschiedener Fakultäten vor. Die
Studenten mit Latinum schnitten dabei höchstsignifikant besser ab als die Studenten ohne Latinum.
Das Ergebnis deckt sich mit den Daten des
amerikanischen Universitätszugangstests SAT, in
dessen Teil „Englisch“ seit 1997 durchweg die
Lateinlerner an der Spitze liegen.
Für die Germanistik legte Professor Wegera, Bochum,
in einem fesselnden Überblick über die Entwicklung
des Deutschen dar, wie stark das Deutsche durch das
Latein geprägt ist. Ohne Berücksichtigung dieser
Zusammenhänge
ist
eine
wissenschaftliche
Beschäftigung mit der deutschen Sprache nicht
möglich.
Die Anglistikprofessorin Martina Häcker, Siegen,
zeigte eindringlich an Hand vieler Beispiele, dass
deutschsprachige Englischstudenten ohne Lateinkenntnisse englische Texte produzieren, die von
Engländern nicht mehr verstanden werden können.
Für solche Englischstudenten, die aus bildungsfernen
Familien kommen, ist eine Nachrüstung mit Latein
unerlässlich. Ihnen wird nur geschadet, wenn ihnen
vorgespiegelt wird, sie könnten ohne Latein ein gutes
Sprachniveau erreichen. Die deutschen anglistischen
Erfahrungen stimmen frappant mit den Daten
überein, mit denen der amerikanische Universitätszugangstest SAT regelmäßig seit 1997 den hohen
Nutzen der Latein-kenntnisse für die Beherrschung
des Englischen bestätigt.
Den Beschluss machte ein weit gespannter Vortrag
des Romanisten Professor Lebsanft, Bonn. Unter
ständiger Einbeziehung des Französischen, des
Italienischen und des Spanischen, der drei aus dem
Vulgärlateinischen hervorgegangenen und vom
klassischen bis zum Neulatein kontinuierlich relatinisierten romanischen Schulsprachen, zeichnete
Professor Lebsanft anhand konkreter Beispiele aus
Orthographie,
Grammatik,
Wortbildung
und
Wortschatz die sprachlichen Entwicklungslinien bis in
die Gegenwart nach, die immer wieder auch erst
durch die Heranziehung des Lateinischen verständlich
werden.
Die Vorträge verdeutlichten unter verschiedenen
Gesichtspunkten, dass auf das Latein nicht verzichtet
werden kann, wenn das Studium der Schulsprachen
nicht auf ein unvertretbar tiefes Niveau herabsinken
soll. Die Universitätslehrer, die zu der Veranstaltung
zusammengekommen waren, drängten darauf, dem
Universitätstudium der modernen Fremdsprachen für
die Studenten ohne Latinum ein lateinisches
Propädeutikum vorzuschalten, das nicht auf die
Regelstudienzeit angerechnet wird und durch das die
Bafögzahlung entsprechend verlängert wird.
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Bankgeheimnis am Boden: Silvan (swen) Wegmann, Aargauer Zeitung,
21.2.2009
Oliver Schopf, Der Standard: 25.5.2014
Latein im echten Leben, Tobias Wieland, am 24. Januar 2011
Oliver Schopf, 7.6.2011, Der Standard: Juni 2011: Das moderne
Griechenland schreibt im Jahre 2011 zunehmend die altgriechischen
Mythen um und somit auch deren Bilder
Medieninhaber und Herausgeber:
Für den Inhalt verantwortlich:
SODALITAS – Bundesarbeitsgemeinschaft klassischer
Philologen und Altertumswissenschafter in Österreich
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