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ZEITSCHRIFT für Südtiroler in der Welt
39100 BOZEN/ITALY
Oktober 2014
Die Pergl im Herbst
Foto: © Gärten von Schloss Trauttmansdorff
Gärten von Schloss Trauttmansdorff:
2
THEMA
H&W | Oktober 2014
50 Jahre Diözese Bozen-Brixen
Seit 1964 entsprechen die Grenzen der Diözese den Provinzgrenzen
n Vor 50 Jahren, am 6. August 1964, wurden die Diözesangrenzen von Bozen-Brixen und Trient an die Grenzen der Länder Südtirol und
Trentino angepasst. Innsbruck wurde zu einer eigenen Diözese erhoben. Dieses Jubiläum feierten die drei Tiroler Diözesanbischöfe bei einem
Gottesdienst im Dom von Brixen.
Am 6. August 1964 hat Papst Paul VI. in
seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo
drei Bullen unterschrieben: Die Bulle „Quo
aptius“ besagt, dass jene Gebiete der Erzdiözese Trient, die in der Provinz Bozen
lagen, der Diözese Brixen angeschlossen
werden, die seitdem als „Diözese BozenBrixen“ bezeichnet wird. Damit kam der
sogenannte deutsche Anteil der Erzdiözese
Trient zu Bozen-Brixen. Die Bulle „Tridentinae Ecclesiae“ errichtete die neue Kirchenprovinz und ordnete die Diözese Bozen-Brixen dem Erzbistum Trient zu. Die
Bulle „Sedis Apostolicae“ erhob die Administratur Innsbruck-Feldkirch zur
selbstständigen Diözese Innsbruck, die der
Kirchenprovinz Salzburg zugewiesen
wurde.
Josef Innerhofer, Zeitzeuge und langjähriger Chefredakteur des „Katholischen
Sonntagsblatts“, schreibt in einem geschichtlichen Rückblick, dass Bischof Joseph Gargitter „die ersten Dutzend Jahre
seines Bischofsamtes zielstrebig auf eine
kirchliche Einheit im Lande hingearbeitet
hatte“. Nach der ursprünglichen Idee,
zwei Diözesen zu schaffen, siegten doch
die irredentistischen Kräfte in Trient und
Rom. Unmut gab es auch in der Bevölkerung, vor allem weil der Erzbischof von
Trient, Allessandro Maria Gottardi, kein
Wort Deutsch sprach. Er wurde 1963 Erzbischof und sowohl beim Jugendtag in Bozen als auch bei Priesterexerzitien in Lichtenstern ließ man ihn den Unmut spüren.
Er war es dann auch, der seinen Einfluss
geltend machte und die Einigung der Diözese vorantrieb. Josef Innerhofer schreibt
über seinen Einsatz: „Es zeugt von der realistischen Sicht des Erzbischofs und seiner Bereitschaft, die seelsorglichen Bedürfnisse über jene von Macht und Besitzstreben zu stellen“.
Organisatorische Umstellung
Für den Klerus und die Gläubigen italienischer Sprache wurde im Bistum BozenBrixen ein eigener Generalvikar ernannt.
Die Priester wurden in jene Diözese eingegliedert, in der sie ihren Dienst ausübten. Die Bischöfe konnten jedoch auf
Wunsch Änderungen vornehmen. Heinrich Forer war Weihbischof der Diözese
Trient und wurde mit der Neuregelung der
Diözesen Weihbischof der Diözese BozenBrixen.
Die Diözesanregelung sah zudem vor, dass
der Bischofssitz von Brixen nach Bozen
verlegt wurde. Bischof Joseph Gargitter
hat zunächst einige Tage in der Woche in
einer gemieteten Wohnung in Bozen verbracht. Im Jahr 1972 übersiedelte er in die
Propstei Bozen und überließ 1974 die
Brixner Hofburg dem Diözesanmuseum.
Das Domkapitel blieb in Brixen.
Am 7. Oktober 1975 wurde die damalige
Propsteikirche von Mariä Himmelfahrt in
Bozen zur Konkathedrale, das heißt zur
Bischofskirche. Seitdem sind der Dom von
Brixen und der Dom von Bozen Bischofs­
kirchen.
Ladinischsprachige Dekanate
Aufgrund des Papsterlasses fielen die
Grenzen der Erzdiözese Trient und der
Diözese Bozen-Brixen mit den Provinzgrenzen zusammen. Dies bedeutete, dass
Brixen die Dekanate Buchenstein (Livinallongo, Col di Lana) und Cortina
d'Ampezzo an die Diözese Belluno abtreten musste. Dies geschah, ohne die Bevöl-
Die Bischöfe der drei Diözesen: Bischof Manfred Scheuer von Innsbruck, Bischof Ivo Muser
von Bozen-Brixen und Erzbischof Luigi Bressan
von Trient.
Foto: www.bz-bx.net
kerung zu informieren oder zu befragen.
Von der betroffenen Seite wurde dies als
ein willkürlicher Akt empfunden, da die
alte Diözesaneinheit mit Ampezzo und Fodom (Buchenstein) zur Diözese Brixen
aufgelöst wurde. Die beiden Dekanate
wurden der Diözese Belluno einverleibt,
die jahrhundertelange Zugehörigkeit zu
Brixen wurde damit zunichte gemacht.
Geschichte der Diözese
Das Christentum fasste in Tirol im 5. und
6. Jahrhundert Fuß. Im 8. Jahrhundert
wurden dann diözesane Grenzen gezogen,
die fast unverändert bis Anfang des 19.
Jahrhunderts so blieben. Der Osten Nordtirols und ein Großteil Osttirols gehörten
zur Erzdiözese Salzburg, das mittlere und
westliche Inntal zur Diözese Säben bzw.
Brixen, das Außerfern zur Diözese Augsburg. Der Südtiroler Vinschgau mit Nauders sowie das hintere Paznaun waren
dem Bischof von Chur unterstellt, das
Burggrafenamt, Bozen und das Unterland
dem Bischof von Trient.
Seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts war
H&W | Oktober 2014
Tirol nur noch auf die Diözesen Brixen,
Salzburg und Trient aufgeteilt. Nach dem
Ersten Weltkrieg und der Teilung Tirols
lag der Großteil der Diözese Brixen, zu
der auch Vorarlberg gehörte, auf österreichischem Gebiet, während der Bischofssitz samt Verwaltung, Priesterseminar und
Bischöflichem Gymnasium in Italien lag,
das mehr und mehr die Verbindungen in
den Norden kappte. So wurde 1921 die
Apostolische Administratur InnsbruckFeldkirch errichtet, zuerst in Abhängigkeit von Brixen, 1925 wurde sie direkt
dem Heiligen Stuhl unterstellt.
Jubiläumsfeier in Brixen
Erzbischof Luigi Bressan von Trient, Bischof Manfred Scheuer von Innsbruck und
Bischof Ivo Muser von Bozen-Brixen feierten am 6. August im Dom von Brixen
mit Vertretern der drei Diözesen und zahlreichen Gläubigen einen feierlichen Gottesdienst zu diesem Jubiläum.
Bischof Muser gedachte mit Dankbarkeit
all jener, die in den vergangenen fünf Jahrzehnten die Ortskirche geprägt und mitgestaltet haben, aber auch „allen stillen,
treuen, betenden, oft so unscheinbaren
Menschen, die keine Schlagzeilen machen,
die aber unverzichtbar sind für die Weitergabe der anvertrauten Botschaft im
Heute und für das Morgen.“
Die Predigt teilten sich Erzbischof Luigi
und Bischof Manfred auf: Erzbischof Bressan hob hervor, dass vor allem das Zweite
Vatikanische Konzil wesentlich zur Diözesanregelung beigetragen hatte – zum ei-
3
THEMA
nen habe das Konzil die Möglichkeit geboten, dass sich die Bischöfe öfters treffen
konnten, zum anderen habe es eine neue
Sicht der Rolle einer Diözese aufgezeigt.
Die inzwischen gewachsene Zusammenarbeit – im Bereich der Medien, in der Jugend- und Familienpastoral, im missionarischen Bereich und im Einsatz für die
Schöpfungsverantwortung – möge weiter
ausgebaut werden, sagte Bressan.
Verarmung für Nord- und Osttirol
Bischof Scheuer hat darauf hingewiesen,
dass die Diözesanregelung von 1964 dazu
geführt hatte, dass Jahrhunderte lange Beziehungen und Zugehörigkeiten durchschnitten wurden – „die Loslösung von
Brixen war eine Verarmung für uns in
Nord- und Osttirol“ – und etwas Neues
entstehen sollte. „Je nach Blickpunkt – so
Bischof Scheuer – kann man diese 50
Jahre als eine Bilanz des Erfolgs, des Aufstiegs oder auch als ein Szenario des
Scheitern und des Untergangs betrachten.
Die Geschichte unserer Diözese ist nicht
einfach ein lineares Wachstum, auch keine
reine Erfolgs- oder Siegergeschichte.“
Die Diözese Innsbruck feiert ihr 50-JahrJubiläum heuer mit zahlreichen Initiativen
unter dem Motto „Aufbrechen“. Mit Gottesdiensten, Kunstprojekten, Pilgerwanderungen, Diskussionsrunden und Wallfahrten sollen die Lebendigkeit und Aktualität
der Botschaft Jesu sichtbar gemacht werden. Mehr zu den Feierlichkeiten auf der
Website www.aufbrechen2014.at
> Ingeburg Gurndin
Die Grenzen der
Diözesen nach der
Regelung von 1964.
Quelle: Katholisches Sonntagsblatt, Nr. 33/34, 2014
Inhalt
THEMA
50 Jahre Diözese Bozen-Brixen
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SÜDTIROL AKTUELL
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8
9
Kurzmeldungen
Anliegen Grenzpendler, Vorwort
Museen, KVW-Jahresthema, Trauttmansdorff
Landesförderungen, Buchtipp
Südtirol innovativ
Waaghaus, SüdtirolToGo
EXPERTEN
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Krankenversicherung, Heiraten
Florenz, Anerkennung Abitur
INTERN
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13
14
15
16
Zürich, Niedersachsen
NRW, München
Gemeinschaftswanderung, Heimatfernentreffen Planeil
Volksbühne München, Nürnberg, Kalender
H E I M AT U N D W E L T
Monika Hofer
IMPRESSUM
HEIMAT & Welt
Herausgeber und Eigentümer:
Südtiroler in der Welt
Verantwortlich für den Inhalt: Dr. Hans Gamper
Schriftleitung: Ingeburg Gurndin
Redaktion: Stephan Raffeiner
alle: 39100 Bozen, Pfarrplatz 31, Postf. 463
Tel. (0039) 0471 309176
Fax (0039) 0471 982867
Internet: www.kvw.org/suedtiroler-welt
E-Mail: suedtiroler-welt@kvw.org
Eingetragen beim Landesgericht Bozen unter 7/72
Druck: Lanarepro Ges.m.b.H., I-39011 Lana
Ausgaben:
„Heimat & Welt” erscheint monatlich
(insgesamt 11mal jährlich)
Bei Unzustellbarkeit zurück an:
Arbeitsstelle für Südtiroler in der Welt,
39100 Bozen, Pfarrplatz 31, Postf. 463
Redaktionsschluss:
Am 15. des Monats
Bankverbindung:
Südtirol und Italien: Südtiroler Sparkasse
Waltherplatz, 39100 Bozen
IBAN IT68A 06045 11601 000000371000
BIC CRBZIT2B001
Mitfinanziert von der Autonomen Provinz Bozen
AUTONOME PROVINZ BOZEN - SÜDTIROL
PROVINCIA AUTONOMA DI BOLZANO - ALTO ADIGE
PROVINZIA AUTONOMA DE BULSAN - SÜDTIROL
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SÜDTIROL AKTUELL
H&W | Oktober 2014
Kurz notiert
Meldungen aus Südtirol
n SPORT
ein mit Informationen versehenes Element den Meilenstein
in Erinnerung rufen.
<
Cagnotto gewinnt EM-Gold
Die Bozner Wasserspringerin
Tania Cagnotto gewann bei der
Schwimm-EM in Berlin ihren
fünften Europameistertitel.
Insgesamt war es das 20. Edelmetall der jungen Südtirolerin
bei kontinentalen Meisterschaften. Das ist ein absoluter
Rekord, den die Boznerin in
dieser Hinsicht aufgestellt hat.
Gold vom 1-m-Brett hat Cagnotto ansonsten 2009 und
2011 in Turin, 2010 in Budapest, sowie im Vorjahr in Rostock geholt.
Nach der Goldenen für den
Sprung vom Ein-Meter-Brett
gewann Cagnotto im Synchronspringen der Damen vom
Drei-Meter Brett, gemeinsam
mit der Trentinerin Francesca
Dallapè die zweite Goldmedaille bei der EM.
<
n GESELLSCHAFT
Bruneck ist „glücklichste
Kleingemeinde Italiens“
Im Rahmen einer Studie des
Forschungszentrums „Sintesi”
für die Wirtschaftszeitung „Il
Sole 24 Ore“ wurde an 48 Indikatoren gemessen, welche
Stadt in Italien sozioökonomisch am „glücklichsten“ ist.
Unter die Lupe genommen
wurden 176 Kleingemeinden
in ganz Italien. Der Pusterer
Hauptort Bruneck hat aufgrund der hervorragenden Ergebnisse in Sachen Lebensqualität, Ausbildung und Kultur
sowie Umweltbewusstsein gewonnen. Und auch Platz zwei
der „glücklichsten Kleingemeinden 2014“ ging an eine
Südtiroler Gemeinde, nämlich
an Sterzing. Auch hier sei ein
n ALPIN
Tamara Lunger am K2
Bruneck, die glücklichste Kleingemeinde. Foto: Hannana/pixelio.de
optimaler Mix zwischen Wirtschaft, Umwelt und Wohlergehen erzielt worden. Nach Sirmione am Gardasee folgt die
Überetscher Gemeinde Eppan
auf Platz vier.
<
n GESCHICHTE
Römische Meilensteine
in Obervintl gefunden
Beim Abbau von Schotter sind
in Obervintl nicht weniger als
vier Meilensteine zutage gefördert worden, von denen zumindest zwei aus dem dritten
Jahrhundert nach Christus
stammen und an der Römerstraße durch das Pustertal gestanden haben. Mit den vier
Neufunden erhöht sich die
Zahl der im Pustertal entdeckten römischen Meilensteine
auf 15. Das Landesamt für Bodendenkmäler hat ein neues
Ausstellungskonzept für die
Meilensteine vorgelegt. An vier
Orten im Pustertal werden
demnach Tafeln über die wichtigsten Etappen der römischen
Geschichte in Südtirol informieren. Die Originale der Meilensteine werden in einheitlicher Form in einem öffentlichen Gebäude der Fundgemeinde ausgestellt, Kopien dagegen an einem leicht zugänglichen, zentralen Ort in der
Nähe der Fundstelle. Am
Fundort selbst wird schließlich
Der K2 ist der zweithöchste
Berg der Welt und gilt als der
schwierigste Achttausender.
Am 26. Juli 2014 stand Tamara Lunger als erste Südtirolerin auf dem Gipfel des K2,
zusammen mit ihrem Seilpartner Klaus Gruber. Bei ihrer Besteigung verzichteten sie auch
an den schwierigen Gipfeletappen auf Sauerstoffflaschen und
die Hilfe von Hochträgern.
Nur 14 Bergsteigerinnen konnten bisher diesen „Berg der
Berge” erklimmen.
ler Robert Musil hat den Ersten Weltkrieg auch an der Südtiroler und der Trentiner Front
erlebt. Die Sonderausstellung
auf Schloss Tirol befasst sich
mit den biografischen und gesellschaftlich-historischen Hintergründen, zeigt aber in erster
Linie auf, wie Musil selbst die
Erfahrung an der Front verarbeitet hat. Neben den literarischen Kriegsbildern in Musils
Prosa geben Tagebücher und
Briefe Einblick in seinen Umgang mit dem Erlebnis des
Krieges, persönliche Objekte
und audiovisuelle Materialien
veranschaulichen die biografischen Stationen. Die Ausstellung ist bis zum 30. November
2014 geöffnet.
<
n GESELLSCHAFT
Verdienstmedaille für
Josef Trafoier
Tamara Lunger am K2
Foto: Tamara Lunger
Tamara Lunger ist außerdem
erst die zweite Italienerin auf
dem K2 - und das fast auf den
Tag genau 60 Jahre nach der
Erstbesteigung des Berges
durch eine italienische Expedition.
<
Am 15. August erhielt Josef
Trafoier, neben weiteren Geehrten aus Südtirol, die Verdienstmedaille des Landes Tirol. Ausgezeichnet wurde er in
Innsbruck für die Verdienste
um die Vinschger Grenzpendler und die Dorfgemeinschaft
von Schluderns.
Josef Trafoier ist seit vielen
Jahren Sprecher der Vinschger
Grenzpendler und Mitorganisator der jährlichen Grenzpendlertagung.
<
n KULTUR
Robert Musil und
der Erste Weltkrieg
Auf Schloss Tirol wurde eine
neue Sonderausstellung unter
dem Titel „Der Gesang des Todes” über Robert Musil und
den Ersten Weltkrieg eröffnet.
Der österreichische Schriftstel-
Josef Trafoier bei der Grenzpendlertagung 2014.
H&W | Oktober 2014
SÜDTIROL AKTUELL
Anliegen Grenzpendler
VORWORT DER LANDESRÄTIN
Treffen mit dem NISF/INPS
n Vorsprache von Parl. Abg.
Albrecht Plangger und Erich Achmüller (Vorsitzender Südtiroler in
der Welt) bei NISF/INPS Direktor
Dr. Helmuth Warasin in Bozen.
Am Treffen nahmen auch Veronika Meraner und Evelyn Tappeiner
teil. Ansuchen um Kindergeld
sollen zügig abgewickelt werden.
Im Rahmen der alljährlichen
Grenzpendlertagung war wiederholt Kritik an der etwas
schleppenden Ausfertigung des
Formulars E411 laut gewor-
len und den Grenzpendlern die
(oft mehrmalige) Fahrt nach
Meran zu ersparen.
Laut NISF-Direktor Warasin
kann die Außenstelle von
Schlanders aufgrund von Personalknappheit weiterhin nur
an einem Wochentag besetzt
werden. Die Bearbeitung der
rund 140 Ansuchen von
Grenzpendlern erfordere je
nach deren Komplexität unterschiedlich viel Zeit. Am raschesten könnten die Anträge
jener Grenzpendler ausgefer-
V.l. Erich Achmüller, Veronika Meraner, Evelyn Tappeiner, Dir. Helmuth
Warasin, Parl.Abg. Albrecht Plangger.
den. Die Grenzpendler sind
verpflichtet, dieses Formular
ihrem Schweizer Arbeitgeber
auszuhändigen. Es gibt Aufschluss darüber, in welchem
Staat (Italien oder Schweiz)
jemand Anrecht auf Kindergeld hat. Wer z.B. in Italien
keinen Anspruch auf Kindergeld hat, erhält in der Schweiz
das volle Kindergeld ausbezahlt. Wer hingegen in Italien
Kindergeld beziehen kann
(oder dessen Lebenspartner/
in), erhält in der Schweiz nur
mehr die Differenz ausbezahlt.
Die Grenzpendler würden sich
wünschen, wenn die NISF-Außenstelle von Schlanders in die
Lage versetzt würde, das Formular E411 vor Ort auszustel-
tigt werden, die in Italien keinen Anspruch auf Kindergeld
haben. Diese könnten auch direkt vom Büro in Schlanders
erledigt werden. Die übrigen
Ansuchen, vor allem rückwirkende, beanspruchten eine längere Bearbeitungszeit.
Direktor Warasin versprach jedoch, die Aufklärungsarbeit
dahingehend zu intensivieren,
dass die Formulare seitens der
Betroffenen bzw. seitens der
Patronate möglichst korrekt
und vollständig vorgelegt werden. Dies, um unnötige zeitliche Verzögerungen zu vermeiden. Auf der nächsten Grenzpendlertagung kann ein entsprechendes Informationsblatt
zu Verteilung gelangen.
<
Maßnahme zur
Beschäftigung
Liebe Südtirolerinnen und Südtiroler in der Welt!
Nach einem etwas trüben Sommer hoffen wir alle auf einen schönen Herbst. Im Etschtal ist die Apfelernte angelaufen, und auch in der Landesregierung können wir
schon die ersten Früchte einer langen und sorgfältigen Vorarbeit herzeigen. Die Frucht, die mich als Landesrätin für
Arbeit besonders freut, ist folgende: Die Landesregierung
mit Landeshauptmann Arno Kompatscher an der Spitze
hat eine wirtschaftspolitische Maßnahme zur Beschäftigung gesetzt, die besonders für die Akademiker unter den
Südtirolerinnen und Südtirolern in der Welt interessant
sein dürfte. Wie es in diesem Blatt zu lesen ist, fördert das
Land Südtirol die Anstellung von hoch qualifizierten akademischen Fachkräften in heimischen Betrieben, und zwar
ganz konkret: Schafft nämlich ein Südtiroler Unternehmen
eine neue Stelle für hoch qualifizierte Mitarbeit (zum Beispiel Ingenieur), dann bezahlt das Land zwei Jahre lang
einen guten Teil der Personalkosten, und zwar bis zu 50
Prozent. Es wird spannend sein zu sehen, welche und wie
viele Südtiroler Betriebe mit dieser Starthilfe den nächsten
Schritt in Richtung Innovation und Qualität machen.
Genauso hoffe ich, dass Südtirolerinnen und Südtiroler,
die heute in der ganzen Welt hoch qualifizierte Jobs haben, diese Chance nutzen können, um eine entsprechende
Herausforderung in Südtirol anzunehmen. Ich bin mir bewusst, dass in meinem Ressort Gesundheit einige junge
auszubildende Fachärzte darauf warten, dass sich für die
eigene berufliche Weiterentwicklung eine Rückkehr lohnen
würde. Wir arbeiten daran, und steigen dem Staat, der in
der Sanität die Gesetze macht, mit unseren autonomen
Bergschuhen ordentlich auf die Füße.
Bis zum nächsten Mal, B’hüt Euch Gott (Pfiat Enk Gott),
Eure Martha Stocker
Besuchen Sie uns im Internet:
www.kvw.org/suedtiroler-welt
Werden Sie Fan auf Facebook:
www.facebook.com/suedtirolerinderwelt
Schreiben Sie uns eine E-Mail:
suedtiroler-welt@kvw.org
5
SÜDTIROL AKTUELL
Museen in Südtirol
Neue kompakte Info-Broschüre
n128 Südtiroler Museen,
Sammlungen und Ausstellungsorte auf einen Blick präsentiert die
neue handliche, aktualisierte Broschüre der Landesabteilung Museen mit Südtirolkarte. Im Büchlein sind alle Museen mit Kurzbeschreibung, Öffnungszeiten und
Kontaktdaten beschrieben.
Die überarbeitete und erweiterte Broschüre „Museen in
Südtirol” beschreibt in deutscher, italienischer und englischer Sprache 128 Museen,
Sammlungen und Ausstellungsorte in Südtirol: Ladinische Einrichtungen sind auch
in ladinischer Sprache beschrieben. Die Broschüre informiert über die Ausstellungsund Sammlungsschwerpunkte,
Öffnungszeiten, Kontakte und
Erreichbarkeit der einzelnen
Für ein soziales Südtirol
KVW mit neuem Jahresthema
nMit dem neuen Jahresthema
2014-2015 „Stark im Miteinander – für ein soziales Südtirol“
richtet sich der KVW (Katholische
Verband der Werktätigen) an seine Mitglieder und die Ehrenamtlichen in Südtirols Ortschaften.
Die aktuellen Themen Verteilungsgerechtigkeit und Spar­
zwang haben Auswirkungen
auf Gemeindeebene. Davor
dürfen und wollen wir nicht
die Augen verschließen. Vor
allem in Hinblick auf die Gemeinderatswahlen im Frühjahr
sieht der KVW Landesvorsitzende Steiner die Ehrenamtlichen vor Ort gefordert.
Auch auf Landesebene ist es
wichtig, die Entwicklung im
Auge zu behalten und das Ziel
eines „sozialen Südtirols“ nicht
aus den Augen zu verlieren.
Josef Stricker erklärte, dass
das Soziale aus zwei Perspektiven gesehen werden muss.
Das eine ist die ökonomische
Dimension, also die Absicherung gegen Verarmung.
Die zweite Dimension des Sozialen ist die nicht ökonomische, die geistige: die Zivilgesellschaft ist herausgefordert,
findet Stricker. Staat und Land
sind nicht mehr in der Lage,
alle Bedürfnisse abzudecken.
Der Wert des Ehrenamtes, des
Volontariates muss wieder erkannt werden.
<
V.l. Werner Atz, Werner Steiner und Josef Stricker stellten das neue
Jahresthema des KVW bei einer Pressekonferenz vor.
Einrichtungen und gibt Auskunft über besondere Vermittlungsprogramme und die Service-Angebote wie barrierefreie Zugänge, Museumshops,
Parkmöglichkeit und gastronomische Angebote. Die Museen,
Sammlungen und Ausstellungsorte sind geografisch von
Westen nach Osten geordnet,
die Themenschwerpunkte Kultur, Kunst, Natur und Technik
sind mit unterschiedlichen Farben übersichtlich gekennzeichnet.
Ergänzt wurden in dieser Ausgabe die Ausstellungsorte der
zeitgenössischen Kunst in Südtirol als wichtiger Teil der Kulturlandschaft. Die Museen und
Sammlungen sind lebendige
Orte der Kultur, Bildung und
Forschung und das Herz der
kulturellen Landschaft.
H&W | Oktober 2014
Die rote Broschüre „Museen in
Südtirol“ liegt in allen Museen,
Sammlungen und Ausstellungsorten sowie in den Tourismusvereinen Südtirols kostenlos zum Mitnehmen auf. <
Neues Glashaus
Tropen-Gewächshaus in Trauttmansdorff
nIn den Gärten von Schloss
Trauttmansdorff in Meran wurde
das neue Tropen-Gewächshaus
für Besucher und Interessierte
geöffnet.
Mit dem Gewächshaus sind die
Gärten von Schloss Trauttmansdorff um eine Attraktion
reicher. Möglichst harmonisch
in das Schloss- und Gartenensemble eingefügt und unregelmäßig geformt soll der Bau an
das Panorama der Texelgruppe
erinnern, die für das milde
Klima in Meran verantwortlich
ist. Im Gewächshaus bekommen die Besucher Einblick in
die Welt exotischer Nutzpflanzen, deren Früchte zwar in unseren Küchen zum Einsatz
kommen, von denen aber
trotzdem kaum jemand weiß,
wie sie aussehen. Neben einem
Blick in die tropische Pflanzen-
vielfalt können Besucher auch
einen solchen in die (Klein-)
Tierwelt werfen. In einem Terrarium werden beispielsweise
Blattschneiderameisen und deren Bau mit Pilz-, Futter- und
Abfallkammern samt Verbindungswegen gezeigt. Verwirklicht wurde das Terrarium mit
Hilfe des Tiergartens Schönbrunn und des Alpenzoos
Innsbruck.
<
Foto: Gärten von Trauttmansdorff
6
H&W | Oktober 2014
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SÜDTIROL AKTUELL
Förderung für „Hochqualifizierte”
Das Land Südtirol übernimmt fünfzig Prozent der Personalkosten
nSüdtiroler Unternehmen, die
„hochqualifizierte” MitarbeiterInnen einstellen, können in Zukunft
auf die finanzielle Unterstützung
des Landes zählen.
0,25 auf 1.000 Beschäftigte
gelten in Südtirol als hochqualifiziert, im Trentino sind es
0,47, in der Lombardei gar
0,84.
Südtirol hinkt seit Jahren in
den Bereichen Forschung und
Innovation andern Ländern
hinterher. Diesem Problem
rückt die Landesregierung mit
einer stetigen Steigerung der
Förderungen von Innovation,
Forschung und Entwicklung
zuleibe. Nun hat man einen
weiteren Schritt gesetzt und
eine Unterstützung von heimischen Unternehmen auf den
Die Anstellung von Physikern, Chemikern usw. werden vom Land Südtirol
gefördert.
Foto: Tim Reckmann / pixelio.de
Weg gebracht, die Hochqualifizierte einstellen: „In solchen
Fällen sehen wir die Übernahme von bis zur Hälfte der
Personalkosten durch die öffentliche Hand vor, und zwar
für zwei Jahre“, erklärte Landeshauptmann Arno Komptscher. Insgesamt 1,6 Millionen
Nahversorgung sichern
Öffentliche Hand fördert Betriebe
nDamit die Grundversorgung
auch in kleinen Ortschaften oder
der städtischen Peripherie erhalten bleibt, wird das Land Südtirol
in Zukunft einen Teil der Betriebskosten privater Einzelhändler
übernehmen.
Mit der Förderung von Nahversorgungsbetrieben, den so­
genannten. „Tante-Emma-Läden” möchte die öffentliche
Hand einen Beitrag zur Erhaltung der Lebensqualität, zur
Sicherung von Arbeitsplätzen
und zur Verhinderung von Abwanderung leisten.
Unter die Arme gegriffen wird
demnach kleinen Handelsbetrieben in ländlichen Gebieten
und peripheren Stadtvierteln,
die meist sehr geringe Umsätze
und damit (wenn überhaupt)
noch kleinere Gewinne erzielen. Ziel ist es in erster Linie
die Schließung von Geschäften
zu verhindern.
Für bestehende Betriebe ist ein
jährlicher Beitrag von bis zu
9.000 Euro vorgesehen, für die
Neueröffnung ein einmaliger
Beitrag in Höhe von bis zu
15.000 Euro.
Als Nahversorger gilt dabei
der „Detailhandel mit einer
großen Auswahl an Lebensmitteln und Gütern des täglichen
Bedarfs”. Die Mindestentfernung zum nächsten Laden
muss drei Kilometer betragen,
die Ortschaften müssen mindestens 150 Einwohner haben,
der Umsatz darf 400.000 Euro
nicht überschreiten.
<
Euro stehen für diese Maßnahme bereit.
Als „hochqualifiziert” gilt Personal mit einem Fachlaureat
(oder Doktorat) in technischwissenschaftlichen Disziplinen
(von der Architektur über Bio-
logie, Biotechnologie und Chemie bis zu Informatik und Mathematik) und einer mindestens fünfjährigen Berufserfahrung. Gefördert wird auch nur,
wenn ein entsprechender Job
neu geschaffen wird.
Diese Maßnahme soll zum einen Beschäftigung schaffen,
zum anderen garantiert die
Einstellung hochqualifizierter
MitarbeiterInnen einen Innovationsschub in den Unternehmen, weil neues Wissen, neue
Motivation und neue Energie
eingebracht werden.
Durch diese Landesunterstützung sollen zudem kluge Südtiroler Köpfe, die im Ausland
arbeiten wieder zurückgeholt
werden.
<
BUCHVORSTELLUNG
111 Orte in Südtirol,
die man gesehen
haben muss
Atemberaubende Panoramen, spektakuläre Berge, idyllische Wanderwege und smaragdgrüne Bergseen
− so kennt man Südtirol. Für die
Deutschen beginnt hier der Süden,
für die Italiener der Norden …
Doch das Land der Knödel, Krapfen
und Kaminwurzen bietet weit mehr
als heimische Traditionen. Wo
brach Sigmund Freud die letzten
Tabus? Wo hinterließ Luis Trenker
seine gesammelten Erzählungen? Über welchem Kloster dreht sich der Halbmond noch heute im Wind?
Spannende, skurrile Geschichten werden von zwei außergewöhnlichen Kennern der Region in lebendigen Texten erzählt.
„111 Orte in Südtirol, die man gesehen haben muss“
von Peter Eickhoff und Sabine Gruber,
Emons Verlag, 2014
ISBN 978-3-95451-318-5
8
Südtirol innovativ
SÜDTIROL AKTUELL
H&W | Oktober 2014
Mit Wasserstoff in die Zukunft
n Unsere Gesellschaft und unser
Landschaftsbild wandeln sich immer schneller. Die wirtschaftliche
und kulturelle Entwicklung in Südtirol hat in den letzten Jahrzehnten mächtig an Fahrt aufgenommen und uns in eine hochmoderne Umwelt geführt. Vordenker,
findige Geschäftsleute und Kreative erzählen ihre Geschichte.
Nach vielen Jahren Vorlaufzeit
hat in Bozen Süd das erste Wasserstoffzentrum eröffnet. Wir stellen Ihnen das zukunftsweisende
Projekt „H2 Südtirol” vor.
Zur Erzeugung von Wasserstoff wird neben der technischen Ausrüstung eine nachhaltige Energiequelle benötigt, wie z.B. Wasserkraft, Sonnenenergie, Windkraft und Biomasse. Wasserstoff bietet für diese Energiequellen einen unschlagbaren Vorteil: er kann
die produzierte Energie speichern und zu einem gewünschten Zeitpunkt an einem gewünschten Ort wieder freisetzen. Speziell die
Stromwirtschaft steht vor dem Problem, dass (mit Ausnahme von Speicherkraftwerken) die Energieproduktion von äußeren Faktoren wie Wasserverfügbarkeit, Sonneneinstrahlung, Wind etc. abhängig ist, und nicht vom aktuellen Bedarf. Die Speicherung
von elektrischer Energie in relevanten Mengen ist mit bisherigen Mitteln wirtschaftlich nicht möglich.
Durch die Wasserstoff-Produktion können regenerierbare Energiequellen wesentlich effizienter genützt werden. Zudem kann Wasserstoff auf dem mobilen Sektor Erdöl (und auch Erdgas) als Treibstoff ersetzen. Damit werden nicht nur die mit der Erdölverwendung einhergehenden Probleme hinsichtlich Umwelt und Gesundheit
vermieden, sondern es wird auch die Abhängigkeit von den Ölimporten
verringert und eine lokale Wertschöpfung wird gefördert.
Südtirol hat sich als Vorreiter der Wasserstoff-Produktion in Italien gut
positioniert: Das erste Wasserstoffzentrum an der Autobahnausfahrt in
Bozen Süd hat nun offiziell seinen Betrieb
aufgenommen.
Der Wasserstoff wird mittels Elektrolyse
durch Strom aus erneuerbaren Ressourcen
gewonnen, gereinigt, komprimiert und in
Drucktanks zwischengespeichert. Von den
Drucktanks werden dann verschiedene Applikationen mit Wasserstoff versorgt. Derzeit
können 180 Normkubikmeter Wasserstoff
pro Stunde erzeugt werden. Das bedeutet:
Die Produktionsanlage kann mehrere hundert Pkws am Tag versorgen – oder zwischen 15 und 20
Busse. Ein Wasserstoffauto verbraucht etwa 10 Normkubikmeter auf 100 Kilometer, ein Wasserstoffbus hingegen 100 bis 120 Normkubikmeter. Ein Pkw kann derzeit 600 Kilometer zurücklegen, ein
Wasserstoffbus hingegen 300 bis 350 Kilometer. Fünf Wasserstoff-Busse sind bereits seit November
2013 im Bozner Stadtverkehr unterwegs.
Wasserstoff spricht für eine positive Umweltbilanz: Die Wasserstoffproduktionsanlage kann jährlich
etwa 525.000 Liter Benzin ersetzen – und damit bis zu 1,2 Millionen Kilogramm an klimaschädlichem Kohlendioxid einsparen.
Wasserstoff-Fahrzeuge sind zwar abgasfrei und leise aber noch sehr teuer ... ab Juli können private
Betriebe Wasserstoff-Autos in Bozen auch mieten. Die Kosten belaufen sich auf etwa 900 bis 1000
Euro im Monat. Diese Autos sind bisher aber Einzelanfertigungen. Erste serienmäßig produzierte
Fahrzeuge sollen im Jahr 2017 auf den Markt kommen.
Projektträger des Wasserstoffzentrums ist das Institut für Innovative Technologien Bozen Kons. GmbH (IIT). Als Gesellschafter
beteiligt ist die Autonome Provinz Bozen (20 Prozent), die Brennerautobahn AG (20 Prozent), die Leitner AG (20 Prozent), die
SEL AG (20 Prozent) und mehrere kleine Forschungseinrichtungen und Gesellschaften.
Fotos: IIT <
H&W | Oktober 2014
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SÜDTIROL AKTUELL
Projektraum Waaghaus
„SüdtirolToGo”
nIm historischen Waaghaus
am Kornplatz in Bozen wurde im
August das Projekt „Weigh Station for Culture“ vorgestellt und
der neue, temporäre Raum für
junge Kreative und Kulturschaffende eröffnet.
nNeben neuen, präziseren Bezeichnungen für viele Bushaltestellen gibt es jetzt eine optimierte Fahrplanabfrage übers Internet
und die neue Smartphone-App
SüdtirolToGo.
Schaufenster für Kreative
„Weigh Station” im historischen Waaghaus in Bozen ist
bis Dezember 2014 das Haus
für junge Kreative, Künstler,
Musiker und Fotografen. Es ist
ein Schaufenster in dem Handwerker und Designer ihre Pro-
dukte ausstellen können und
eine Ideenschmiede mit der
Möglichkeit, neue Start-ups im
kreativen Bereich zu ermöglichen. Außerdem werden Expertengespräche, Workshops
zu Themen wie Fundraising,
EU-Projektmanagement und
viele andere Veranstaltungen
zu den drei Hauptbereichen
Musik, Kunst und Fotografie
organisiert.
Das Projekt entstand, so die
Sieger des Ideenwettbewerbes,
aus der Überzeugung, dass
Kreativität, Kultur und Ideen
bei der Entwicklung der Gesellschaft mitwirken, sowohl
auf lokaler Ebene als auch immer mehr auf nationaler und
internationaler Ebene.
Das temporäre Büro für den
Kunst- und Kultursektor und
für junge Arbeitssuchende im
Bereich Kultur und Kreativität
ist von Montag bis Freitag von
15.30 bis 19 Uhr und am Donnerstag von 10 bis 13 Uhr geöffnet.
<
Optimierte Fahrplanabfrage und App
Auf der Internetseite www.suedtirolmobil.info“ und über
die neue App „SüdtirolToGo”
sind die Fahrpläne überall und
jederzeit auf dem aktuellsten
Stand abrufbar und auch kurzfristige Änderungen sind einsehbar.
Durch die Breitbandanbindung
der öffentlichen Verwaltung
und die digitale Verwaltung
des Südtirol Passes wolle das
Land den Bürger auch im Bereich der Mobilität immer
mehr öffentliche Dienste online anbieten.
„SüdtirolToGo“ richtet sich an
alle, die bewusst mit Bus und
Bahn im Land unterwegs sind
und bündelt erstmals alle Datenbanken zum öffentlichen
Verkehrsnetz, also alle Bahnli-
nien und erstmals sowohl die
überörtlichen als auch die
städtischen Buslinien. Die Applikation sucht von jeder beliebigen Ausgangsadresse bzw.
Zieladresse die jeweils bequemste oder schnellste öffentliche Verkehrsanbindung samt
entsprechender Kurs- oder Liniennummer, samt erforderlichem Fußweg und mit minutengenauer Zeitangabe.
<
Jahresbeitrag 2014 für Heimat&Welt
Für die Länder Deutschland, Schweiz, Österreich, Italien: bitte verwenden Sie beigelegten Zahlungsvordruck
oder überweisen direkt an untenstehende Bankverbindung.
Spendenbeitrag 2014
Heimat&Welt
Für alle anderen Länder: Überweisen Sie den Betrag bitte an untenstehende Bankverbindung.
Schicken Sie uns bitte keine Schecks. Die Bankspesen sind fast so hoch wie der Jahresbeitrag selbst.
20 Euro
25 CHF
Kennwort: Heimat & Welt 2014
Bankverbindung „Südtiroler in der Welt“: Südtiroler Sparkasse Bozen
IBAN: IT68 A060 4511 6010 0000 0371 000 - BIC: CRBZIT2B001
Neben dem Spendenbeitrag für die Heimat&Welt können Sie auch die kostenlose Beratungstätigkeit
der Arbeitsstelle mit einer finanziellen Spende unterstützen. Vielen herzlichen Dank!
Ihre Mitarbeiterinnen, Rose & Evi
und
Spende für die
Beratungstätigkeit
der Arbeitsstelle
___ Euro
10
?
NÜTZLICHES
H&W | Oktober 2014
Sie fragen, Experten antworten
Krankenversicherung bei Studentenjob im Ausland
Ich studiere in Österreich und arbeite dort geringfügig und unregelmäßig neben dem Studium. Meinen Wohnsitz habe ich noch in Südtirol. Mein Arbeitgeber verlangt von mir nun den Nachweis, dass ich krankenversichert bin. Ich habe beim Gesundheitssprengel in Südtirol
angefragt, damit dieser mir eine Bestätigung ausstellt, dass ich in Südtirol krankenversichert bin. Nun verweigert mir der Gesundheitssprengel in Südtirol die Ausstellung des Nachweises und teilt mit, dass ich mich in Österreich krankenversichern muss. Bisher war das nicht so.
Können Sie mir mitteilen, wie ich mich verhalten soll bzw. was es damit auf sich hat.
Im Frühjahr ist es zu einer
Neuerung bzw. restriktiveren
Vorgangsweise
bezüglich
Krankenversicherung in Südtirol gekommen.
Studenten und weitere Personen, die sich nur zeitweilig im
EU-Ausland befinden und
dort einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgehen
(auch geringfügige Arbeiten),
müssen sich künftig, bei oder
trotz Hauptwohnsitz in Südtirol, im Land der Arbeitstätig-
keit krankenversichern.
Dem liegt die EU Verordnung
883/2004 zugrunde, die besagt: „eine Person, die in einem Mitgliedstaat eine Beschäftigung oder selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt,
unterliegt den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats.“
Dies hat zur Folge, dass jegliche Beschäftigung im Ausland
dem Sanitätsbetrieb in Südtirol gemeldet werden muss und
zu einer Stilllegung der Ge-
sundheitskarte in Südtirol
führt. Damit sind die betroffenen Personen verpflichtet, im
Ausland eine Krankenversicherung abzuschließen.
In Südtirol sind diese Personen
über die ausländische Krankenversicherung auslandsversichert.
Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses kann sofort wieder um die Eintragung in den
Gesundheitsdienst in Südtirol
über den zuständigen Gesund-
heitssprengel angesucht werden. Die Eintragung erfolgt
unverzüglich.
Bei einer Nichtbeachtung dieser Regelung und ungerechtfertigter Inanspruchnahme medizinischer Leistungen über
die italienische Gesundheitskarte, kann es zu einer Rückerstattungforderung kommen.
> Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt
Heiraten im Ausland
In bestimmten Fällen ist es
sehr wohl nötig, die genaue
Kopie des Geburtsscheins, den
man in der Geburtsgemeinde
erhält, in die Sprache des Landes übersetzen zu lassen, in
dem man heiraten will. Die
Übersetzung muss dann vom
Regierungskommissariat in Bozen beglaubigt werden und
auch vom Übersetzer unterschrieben werden.
In Frankreich hingegen reicht
auch bereits der internationale
Geburtsschein.
Diesen können Sie bei Ihrer
Geburtsgemeinde in Südtirol
beantragen. Sie müssen dazu
auch nicht extra nach Südtirol
kommen, sondern können den
internationalen Geburtsschein
auch postalisch anfordern
Foto: JMG / pixelio.de
Ich bin eine gebürtige Südtirolerin, seit vielen Jahren im Ausland ansässig und möchte nun in Frankreich heiraten. Dafür habe ich nun
einen Geburtsschein von meiner Heimatgemeinde in Südtirol beantragt, wobei mir mitgeteilt wurde, dass dieses Dokument im Ausland
nur dann gültig sei, wenn es mit einem Stempel des Regierungskommissariats Bozen versehen ist. Stimmt das? Können Sie mich darüber
aufklären?
(wichtig: frankierten Rück­
umschlag mitschicken).
Nachdem der internationale
Geburtsschein mehrsprachig
ist (auch französisch), bedarf
es bei Frankreich keiner Übersetzung und Beglaubigung
durch das Regierungskommissariat.
Generell erhält man Auskunft
darüber, ob der internationale
Geburtsschein ausreicht oder
eine Übersetzung und die anschließende
Beglaubigung
durch das Regierungskommis-
sariat in Bozen nötig ist, bei
den zuständigen Behörden im
Ausland und zum Teil auch bei
der Geburtsgemeinde in Südtirol.
> Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt
H&W | Oktober 2014
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NÜTZLICHES
Sprachkurs in Florenz
Junge Südtiroler in der Welt lernen Italienisch
nSchon zum zweiten Mal reiste
auch heuer eine 10-köpfige
Gruppe nach Florenz, um in der
Schule „Leonardo da Vinci“ Italienisch zu lernen und nebenher
das italienische Lebensgefühl am
eigenen Leibe erfahren zu dürfen.
Während wir am Vormittag
drei Stunden damit verbrachten, unsere sprachlichen Fähigkeiten auszubauen, besuchten
wir am Nachmittag Museen,
von denen es in Florenz so viele
gibt. Darunter
waren beispielsweise die Uffizien, die Galleria
dell’Accademia
oder der Palazzo
Pitti. Wir hielten
– ganz dem italienischen Lifestyle entsprechend – Siesta aufgrund der teilweise unerträglichen Hitze, oder besuchten die
vielen Geschäfte um den Dom
herum. Auch am Wochenende
waren wir nicht untätig – Wanderungen in Cinque Terre, Reisen nach Pisa oder Livorno,
oder Stadtbesichtigungen in
Florenz standen auf dem Pro-
gramm. In diesen drei Wochen
haben wir wirklich viel gemeinsam unternommen, wir haben
uns als Gruppe außerdem sehr
gut verstanden und freuen uns
schon sehr auf nächstes Jahr!
> Carolina Donà
Anerkennung deutsches Abitur
Ich habe in diesem Sommer mein Abitur in Deutschland erfolgreich bestanden. Da ich nicht weiß, was die Zukunft für
mich bereit hält, würde ich gerne mein deutsches Abitur auch
in Italien anerkennen lassen. Können Sie mir Genaueres dazu schreiben?
In der Regel ist eine Anerkennung des deutschen Abiturs
nur notwendig, wenn Sie in
Südtirol oder dem restlichen
Italien studieren wollen.
In diesem Fall brauchen Sie
eine Wertigkeitserklärung für
ihr deutsches Abitur.
Dies gilt für alle Personen, die
ihren Schulabschluss nicht in
Italien erworben haben.
Die Wertigkeitserklärung kann
bei einer diplomatischen Vertretung des italienischen Staates in Deutschland (Konsulat
oder Botschaft) beantragt werden.
Die Wertigkeitserklärung bescheinigt, dass der Sekundarschulabschluss/Abitur oder
Fachabitur (für die Zulassung
zu den Bachelorstudiengängen) oder der akademische
Grad (für die Zulassung zu
den Masterstudiengängen) des
Antragstellers für die Zulassung zu einem Universitätsstu-
dium oder einem weiterführenden Studium in Deutschland
berechtigt. Die Wertigkeitserklärung sollte so früh wie möglich beantragt werden, da die
Behörden oft lange Bearbeitungszeiten haben.
In den meisten Fällen verlangt
das Konsulat eine beglaubigte
Übersetzung des Abschlusszeugnisses (eine Liste mit zugelassenen Übersetzern kann
im Konsulat erfragt oder auf
deren Webseite eingesehen
werden). Das Italienische Generalkonsulat in München
stellt allerdings auch Wertigkeitserklärungen ohne die Vorlage einer Übersetzung aus.
Die Bewerbung an der Universität kann ohne Wertigkeitserklärung erfolgen, sie muss jedoch bis zur jeweiligen Immat­
rikulationsfrist vorliegen.
> Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt
Du hast Fragen zum Wohnsitzwechsel
nach Deutschland, zu Steuer, Rente oder
Krankenversicherung ... ?
Du arbeitest oder studierst in München
und Umgebung?
Dann komm zum
Infotreffen der „Südtiroler in der Welt” und Südstern
am 29. Oktober 2014
in der Kath. Stiftungsfachhochschule München,
Preysingstraße 83, Hörsaal F102
Beginn ist um 19 Uhr
Referenten sind:
Elisabeth Scherlin (Patronat KVW-ACLIi),
Martin Matscher (Sanitätsdienst Bozen),
Armin Hilpold (Steuerberater - Bozen).
Informationen bei Südtiroler in der Welt,
Tel. 0471 309176 oder suedtiroler-welt@kvw.org
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H&W | Oktober 2014
INTERN
Familien-Anlass in der Waldhütte Fehraltorf
Südtiroler in Zürich und Umgebung
n Wie die Jahre vorher fand
auch dieses Jahr der Familienanlass in Fehraltorf bei Zürich statt.
Schon um 11 Uhr haben die
Organisatoren für den Anlass
vorbereitet, so dass - wie auf
der Einladung angekündigt um 14 Uhr die Teilnehmer und
Freunde Südtirols empfangen
werden konnten.
Es ist immer wieder erfreulich
bei einem Anlass Freunde und
Bekannte mit fröhlichen Gesichtern empfangen und begrüßen zu können. Man sitzt zusammen und unterhält sich
über Vieles, was so in der Welt
geschieht.
Es gab wieder jede Menge
Speckknödel, gekocht von
Luisa Wey, sowie Kuchen und
Salate, die die Teilnehmer gebracht haben. Aus der Heimat
mitgebrachter Speck und Wein
durften nicht fehlen. Auch der
Grill wurde rege benutzt.
Es kam Stimmung auf in der
Waldhütte, so wurden wieder
Südtiroler Lieder gesungen. Es
ist zur Tradition geworden
dass das Südtiroler Lied „Wohl
ist die Welt so groß und weit“
bei jedem Anlass gesungen
wird. Ein Zeichen der Verbundenheit zu unserer alten Heimat Südtirol.
Die Zeit bleibt nicht stehen so
Ein Fest für die Familien in Zürich und Umgebung.
dass man nach mehreren Stunden wieder den Heimweg antreten musste.
An alle Helferinnen und Helfer, die an diesem Anlass mitgewirkten und die Aufräumarbeiten in die Hand genommen
haben, möchte ich ein herzliches Vergelt's Gott sagen.
Danke auch an Sepp Lerchner
mit Trudi, dass er uns die
Waldhütte zur Verfügung gestellt hat.
> Franz Kasseroler
Fahrt nach Quedlingburg
Südtiroler in Niedersachsen
n Zu einer kulinarischen Fahrt
mit einer Stadtbesichtigung Quedlinburgs hat der Verein der Südtiroler in Niedersachsen seine
Mitglieder als Tagesausflug eingeladen.
Um 9 Uhr trafen sich bei herrlichem Sommerwetter 45 Mitglieder um die Reise anzutreten. Nach ca. zweieinhalb
Stunden war die Stadt Quedlinburg im Ostharz erreicht.
Der gut erhaltene sowie vielfach neu restaurierte Stadtkern
beeindruckte mit seinen Fachwerkhäusern.
Dort wurde erst einmal ein
kleiner Rundgang über den
wunderschönen Marktplatz
unternommen. Das Mittagessen gab es beim Südtiroler
Gastwirt Piercarlo Perli, der
aus dem oberen Vinschgau
stammt und das erste italienische Restaurant in Ostdeutsch-
land nach der Wende eröffnete. Auf der reichhaltigen
Speisekarte mit Südtiroler
Spezialitäten war für jeden etwas dabei.
Als Überraschungsteilnehmer
kam der erste Vorsitzende
Manfred Saurer zusammen mit
seinem Bruder. Beide waren
extra zu diesem Anlass mit
dem Motorrad aus dem Norden angereist. Er begrüßte die
Mitglieder und bedankte sich
bei dem Wirt für die Vorbereitung zu dieser Fahrt.
Als Dank und Erinnerung an
diesen Tag wurde dem Gastwirtpaar eine Tasse mit
Vereins­
emblem und Namen
überreicht.
Nachdem man sich gestärkt
hatte, wurde eine zweistündige
Stadtführung durch Quedlinburg unternommen. Die Zeit
bis zur Abfahrt um 17 Uhr
konnte jeder noch zur freien
Besichtigung der Stadt: historische Gassen und viele Fachwerkhäuser.
Verfügung nutzen. Gegen 19
Uhr war man wieder zu Hause
angekommen. Von allen Mitfahrenden war zu hören, dass
Nächster
dies ein sehr gelungener Ausflug war.
> H. Medtge/M. Saurer
TREFF•Heimat
Infonachmittag zum Thema Steuern
Zeit: Donnerstag, 13. November um 15 Uhr
Ort: Bozen, KVW Bezirksbüro, Südtiroler Straße 12
Informationen bei Südtiroler in der Welt,
Tel. 0471 309176 oder suedtiroler-welt@kvw.org.
H&W | Oktober 2014
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INTERN
Sommerfest an der Sieg
Südtiroler in Nordrhein-Westfalen
n Die einen fahren im Sommer
über den Brenner nach Süden, die
anderen fliegen auf eine große
Insel im Mittelmeer, die Südtiroler
in NRW zieht es zu Beginn der
Ferien an die Sieg, um dort ihr
Sommerfest zu feiern.
Der erste Vorsitzende Gerd
Heinze hatte wiederum das
Gelände der Kanuabteilung
des STV Siegburg in Beschlag
nehmen können und zwei Tage
lang herrschte emsiges Treiben
an den Ufern der Sieg.
Der Wettergott meinte es zuerst nicht so gut mit uns, doch
dann hatte er ein Einsehen, so
dass die traditionelle Kanufahrt
in Angriff genommen werden
konnte – sehr zum Vergnügen
der Kleinsten in unserem Verein. Vorher hatte man sich mit
den selbst gebackenen Kuchen
den nötigen Energievorrat angesammelt – die besten Voraussetzungen für eine zünftige
Bootstour. Zwar erlaubte der
Wasserstand der Sieg nur einen
beschränkten Radius, aber das
konnte dem Tatendrang keinen
Einhalt gebieten.
Während die einen auf der Sieg
paddelten, machten sich die andern daran, den Platz für das
Grillfest herzurichten. Auch die
Camper brachten ihre Zelte
und Wohnwagen in die richtige
Position für die Nacht.
Nun stand einer zünftigen Feier
Preiswatten
Die Gruppen waren gebildet,
die Karten gemischt, die Regeln
bekannt. Am Ende blieben
noch die Teams Hermann Nocker und Karl Maier, Cilla Happak und Waltraud Longhi,
Kandidus Patzleiner und Franziska Patzleiner sowie Michael
Auf dem Bild die besten vier Teams.
nichts mehr im Weg. Die Köstlichkeiten vom Grill (vor allem
Gottfrieds Forellen) und der
dazu servierte Rote ließen die
Stimmung auf den Höhepunkt
klettern und der Gesang von
Tiroler Liedern durchbrach die
nächtliche Stille am Fluss und
lockte die neugierigen Enten an
das Ufer der Sieg, um das
feucht-fröhliche Treiben aus
nächster Nähe zu begutachten.
Am nächsten Morgen wartete
die Sonne auf uns, und dem
Duft des vorzüglichen Frühstücks konnten auch die hartnäckigsten Schläfer nicht widerstehen. So gestärkt konnte
man getrost die Heimreise antreten – im Gepäck die Erinnerung an zwei schöne und
lustige Tage an der Sieg.
> Egon Santer
Radltour zum Museum
Südtiroler in München
n Mitte Mai traf man sich zum
jährlichen Preiswatten des Vereins
in der Korbinianstube.
Mit dem Kanu der Sieg entlang.
Südtiroler in München
Gasser und Bruno Kaneider. Es
war ein spannendes Finale, in
dem Kandidus und Franziska
Patzleiner die Oberhand behielten und das Turnier für sich
entscheiden konnten. Spannend
bis zum Schluss. Zweiter
wurde das Team Cilla Happak
und Waltraud Longhi und
dritte Michael Gasser und
Bruno Kaneider.
> Gerhard Sapelza
Wir starteten pünktlich um
8.30 Uhr am Parkplatz vorm
„Technomarkt“ in Gräfelfing
mit 15 Teilnehmern. Fuhren
entlang der Würm bis Planegg
über Forsthaus Kasten weiter
über Buchendorf - Brotzeitpause und fuhren dann nach
Hohenschäftlarn ins Museum.
Sepp Arnold führte uns für
etwa eine Stunde durchs Museum, und wir starteten dann
Mit dem Rad zum Bauernmuseum.
zum Mittagessen in die
Schäftlarer Einkehr TSV.
Gut gestärkt ging die Heimfahrt über Baierbrunn - Buchenheimm über den Forstenrieder Parkplatz nach Hause.
Es kamen alle wieder glücklich
und zufrieden heim. Es war für
alle ein schöner Tag, vor allem
der Wettergott war uns gut gesinnt.
> Helmut Stadler
14
INTERN
H&W | Oktober 2014
Gemeinschaftswanderung der Vereine
Südtiroler in Albstadt, Bodensee-Oberschwaben-Allgäu, Stuttgart, Südbaden
n Bereits seit 2001 treffen sich
die Südtiroler im äußersten Südwesten zu einer Frühjahrswanderung, wobei im jährlichen Wechsel ein anderer Verein für Ziel
und Durchführung zuständig ist.
In diesem Jahr traf es turnusgemäß den Verein der Südtiroler in
Albstadt. Der Vorstand konnte
eine stattliche Teilnehmergruppe
von ca. 50 Personen begrüßen.
Die Verantwortlichen hatten
keine Mühe, ein interessantes
Ziel anzubieten, ist doch gerade der Südwesten voll von
Zeugen der Zeitgeschichte von
den Römern bis in die Neuzeit.
So traf man sich in Stein bei
Hechingen zum Besuch der
Villa Rustica, die den Kern einer römischen Siedlung bildet
und seit der Entdeckung und
nach umfangreichen Grabungen zu einem Freilichtmuseum
ausgestaltet wurde. Dies
wurde möglich, da die Reste
der prächtig ausgebauten Villa
sehr gut erhalten blieben. Zum
Einstieg der Besichtigung
zeigte ein Film die Entstehung
der Villa unter der Ausbreitung des römischen Machtbereiches von der Donau Richtung Nordosten. Anschließend
erhielten wir eine informationsreiche Führung durch den
Gebäudekomplex, der den hervorragenden Stand der damaligen Baukunst offenbarte. Danach gab es noch Gelegenheit,
das weite Gelände mit Ausgrabungs-Ansätzen, mit Kinderspielplatz und Souvenier-An-
geboten zu besichtigen. Tatsächlich verließen gegen 12
Uhr einige Kinder ausgerüstet
als junge Gladiatoren mit der
Besuchergruppe das Gelände.
Um 13 Uhr war das Mittagessen im Restaurant „Museum“
in Hechingen angesetzt, das
jeder nach Belieben auswählen
konnte. Mittlerweile hatte sich
Herr Götting, offizieller Stadtführer zu uns gesellt und
stellte in einem kurzen Vortrag
das Zollern- Städtchen vor,
ehe er uns zu den Sehenswürdigkeiten führte, an denen es
in Hechingen nicht mangelt.
Bekanntlich macht so eine Besichtigungstour müde, besonders wenn sie unter strahlender Sonne stattfindet. So versammelten wir uns noch einmal beim Restaurant „Museum“ bei Kaffee, Kuchen oder
Eis um nach einem erlebnisreichen Tag gemütlich voneinander Abschied zu nehmen.
Das Fazit dieser Unternehmung ist, den Zusammenhalts
dieser Nachbarvereine weiterhin zu pflegen.
<
Treffen der Ausgewanderten und Weggezogenen
Heimatfernentreffen in Planeil (Mals)
n Zum Heimatfernentreffen sind
am 5. und 6. Juli 2014 rund 100
gebürtige Planeilerinnen und Planeiler in ihr Heimattal zurückgekehrt. Organisiert hatten das
gelungene Treffen Serafin Punter,
Roswitha Pazeller, Markus Blaas
und Martin Pazeller in Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen.
Am 5. Juli wurden die Heimatfernen auf dem Platz vor dem
Dorfsaal herzlich begrüßt und
empfangen. Viele nutzten die
Gelegenheit, sich durch das
kürzlich errichtete Kraftwerk
an der Puni führen zu lassen.
Am Abend, nach den Ansprachen der Organisatoren und
des Bürgermeisters der Gemeinde Mals, Ulrich Veith,
wurden im Dorfsaal Filme und
Bilder von der Unwetterkata­
strophe zu Pfingsten 1983 sowie von den Dorfbränden in
den Jahren 1985 und 1986 gezeigt. Für Speis, Trank und Unterhaltung war bestens gesorgt.
Der Höhepunkt am 6. Juli war
ein Gottesdienst mit dem aus
Langtaufers stammenden Pfarrer Ludwig Patscheider auf der
Planeiler Alm mit anschließendem Fest und Unterhaltung,
das von der Freiwilligen Feu-
erwehr organisiert wurde.
Pfarrer Patscheider hatte sieben Jahre in Planeil gewirkt.
Die Teilnehmer am Treffen hatten auch dank des guten Wetters ein schönes Wochenende
in Planeil verbringen können,
die Organisatoren waren froh,
dass es ein gelungenes Fest
wurde und zeigten sich sichtlich überrascht, dass auf Anhieb so viele ausgewanderte
Planeilerinnen und Planeiler
der Einladung gefolgt sind. <
H&W | Oktober 2014
Zu Besuch in Augsburg
Südtiroler Theaterbühne München
n Kaum vor den Toren Münchens und schon in der zweiten
nördlichsten italienischen Stadt
Deutschlands – in Augsburg. Diese geschichtliche Feststellung
machten die Mitglieder der Südtiroler Volksbühne bei ihrem diesjährigen „Dankesausflug“ für den
geleisteten Einsatz.
Sie erfuhren dabei, dass Augsburg für seine vorbildliche
Wasserversorgung
durch
71000 m Kanäle mit 700 Brücken das Weltkulturerbe-Siegel
verliehen bekam und somit sogar Venedig überbieten konnte.
Das Rathaus mit seinem historischen Goldenen Saal zieht
den Besucher ebenso in den
Bann wie die Fuggerei, die im
Jahre 1517 von Jakob Fugger
als Wohnsiedlung für bedürftige Bürger ins Leben gerufen
15
INTERN
wurde. Mit 140 Wohnungen in
67 Häusern gilt sie heute als
älteste Sozialsiedlung der Welt
und wird nach bald 500 Jahren
immer noch gemäß dessen Stiftungsrichtlinien unterhalten.
Bronzeskulpturen im Maximilianeum, Prachtbrunnen als Friedensdenkmäler und der Reichstagsadler von Augsburg sind
ebenso sehenswert wie der Besuch der weltbekannten Puppenkiste.
Für die Theaterleute besonders
interessant war zu hören und
zu sehen, wie sich das Marionettentheater entwickelte, vor
allem aber - welche Fäden
wann und wo gezogen werden
müssen, um den Puppen „Leben einzuhauchen“.
Ein sonniger, erlebnis- und erfahrungsreicher Tag ging damit
zu Ende.
> eja
VEREINSKALENDER
NOVEMBER 2014
1. November
Südtiroler in Niedersachsen
Südtiroler in der Leoben/Bruck
Törggelen
Allerseelenmesse
2. November
Südtiroler in Oberösterreich
Südtiroler in Hessen
Südtiroler in Liechtenstein
Südtiroler in Graz
Gedenkmesse in Linz
Törggelen in der Grillhütte
Gedächtnisgottesdienst
Allerseelen-Gedenkmesse
5. November
Südtiroler in Salzburg
Südtiroler in Tirol/Kufstein
Totengedenkfeier
Hoangart Kegeln (Sportpark)
6. November
Südtiroler in Tirol/Landeck-Zams
Wallfahrt nach Kronburg (Gedenkmesse)
7. November
Südtiroler in Augsburg
Südtiroler in Tirol/Kitzbühel
Monatstreffen im Vereinsraum
Gedenkmesse Katharinenkirche
8. November
Südtiroler in Albstadt
Südtiroler in Dornbirn
Südtiroler in Liechtenstein
Südtiroler in Hallein
Südtiroler in Tirol/Innsbruck
Törggelen
Gedenkmesse
Kilbi in Triesen
Kastanien-Partie
Törggelen (Pfarrsaal der Schutzengelkirche)
9. November
Südtiroler in Tirol/Innsbruck
Gedenkmesse (Schutzengelkirche)
12. November
Südtiroler in Oberösterreich
Vorstandssitzung mit den Vereinen Linz,
Steyr und Wels
15. November
Südtiroler in Bodensee-O-A
Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen
16. November
Südtiroler in Steyr
Törggelen
19. November
Südtiroler in Stuttgart Südtiroler in Tirol/Innsbruck
Südtiroler in München
Spielenachmittag
Rippelenessen
Kaffeekränzchen im Vereinsraum
22. November
Südtiroler in Augsburg
Törggelen
30. November
Südtiroler im Engadin
Heilige Messe und Klausfeier mit gemütlichem Hock in Zernez
Ausflug nach Ipsheim
Südtiroler in Nürnberg
n Die Südtiroler in Nürnberg
haben zum Sommeranfang - am
21. Juni - einen Ausflug nach
Ipsheim gemacht.
Nach dem Mittagessen im
Gasthof Goldener Hirsch
stand eine Wanderung auf dem
Programm. Einige Teilneh-
merInnen erkundeten auch die
Höhenzüge unterhalb der Burg
Hoheneck. Danach trafen sich
die TeilnehmerInnen zum leckeren Wein und Flammekuchen in der Häckerstube Engel.
Um zirka 17 Uhr gings dann
wieder zurück nach Hause. <
Musik muss sein - auch beim Ausflug nach Ipsheim
Südtirol bietet tolle Möglichkeiten
Monika Hofer, Fachärztin für Neuropathologie in Oxford
n Monika Hofer aus Meransen
verbrachte ihre Studienzeit in
Schottland. Aktuell arbeitet sie als
Ärztin in Oxford und koordiniert
Kurse für MedizinstudentInnen.
Was hat Sie dazu bewogen ins
Ausland zu gehen?
Hofer: Ich habe schon immer
die englische Sprache sehr gemocht, obwohl ich erst mit 15
Jahren meinen ersten Englischunterricht hatte. Ich besuchte
damals das humanistische Gymnasium in Bruneck (altsprachliche Richtung). Als ich dann
noch eher gegen den Willen
meiner Eltern Medizin studieren wollte, stand es fest, dass
ein Medizinstudium in Großbritannien eine gute Kombination
darstellte. Es war mir wichtig,
meinen eigenen Weg zu gehen
und eigene Entscheidungen zu
treffen. Meine Eltern meinten,
dass ich es wohl nicht lange in
Großbritannien
aushalten
würde und bald wieder vor der
Haustür auftauchen würde.
Wie ist es Ihnen dort ergangen?
Was hat sie bewogen im Ausland
zu bleiben? Welche Erfahrungen
haben Sie gemacht?
Hofer: In England musste ich
die „A-levels“ in Biologie, Chemie and Physik (englische Matura in den Naturwissenschaften) nachmachen, um Medizin
zu studieren. Damals habe ich
dann gleichzeitig als Kellnerin
ein Jahr lang in Oxford im recht
bekannten „Randolph Hotel“
gearbeitet. Aber studiert habe
ich dann in Schottland an der
Universität Dundee. Dort lernte
ich meinen späteren Mann kennen, der auch im gleichen Jahr
Medizin studierte.
Ich beendete das Studium
2002, und 2003 ging ich wieder
zurück zur Ausbildung für Basischirurgie in Oxford mit Fokus auf Neurochirurgie. Im Jahr
2005 haben mein Mann Daniel
und ich geheiratet. Im Jahr
2006 stieg ich auf Pathologie
um.
Nun bin ich Oberärztin an unserer Neuropathologieabteilung
und koordiniere seit vier Jahren
den Histopathologie Kurs für
unsere Medizinstudenten hier in
STECKBRIEF
Monika Hofer
- geboren 12.6.1976 in Brixen, aufgewachsen in Meransen
- Grundschule in Meransen, Mittelschule am Herz-Jesu-Institut in
Mühlbach, Matura in Bruneck.
- In Großbritannien: A-Levels in Biologie, Chemie und Physik am
Oxford College of Further Education, Medizinstudium (MBChB
with Honours) und Biomedical Sciences Abschluss (BMSc Hons)
an der Universität Dundee.
- Fachärztin für Neuropathologie und Clinical Lecturer.
- Jetziger Wohnort: Oxford.
- Verheiratet mit zwei Kindern, sieben und fünf Jahre alt.
- Geschwister: Ein Bruder, lebt in London.
Oxford. Es ist eigentlich ein
Traumberuf. Jeden Tag sehe ich
höchst interessante Krankheitsbilder im menschlichen Gehirn,
im Rückenmark, im peripheren
Nervensystem oder der Muskulatur.
Was hat sich Ihrer Meinung nach
in Südtirol (seit Ihrem Weggang)
verändert?
Hofer: Südtirol ist offener geworden. Was sich allerdings
sehr verändert hat ist meine
Einstellung zu Südtirol. Ich
hatte mich immer etwas eingeengt gefühlt. Das sehe ich heute
nicht mehr so. Südtirol bietet
wirklich tolle Möglichkeiten,
wenn man sie sucht. Allerdings
wäre es für mich nicht möglich,
als Neuropathologin eine Arbeit
zu finden. Die gibt es dort
nicht. Ich müsste schon nach
Wien, München, Zürich oder
vielleicht Verona gehen.
Fühlen Sie sich noch als Südtirolerin? Wie würden Sie heute Ihre
Falls unzustellbar bitte zurück an:
Identität beschreiben?
Hofer: Ich fühle mich genauso
als Südtirolerin wie damals, als
ich Südtirol verlassen habe,
vielleicht sogar noch mehr, da
mir durch den Umgang im Ausland bewusster geworden ist,
was das bedeutet. Meine Wurzeln sind nämlich fest in Südtirol verankert und das ändert
sich nicht. Ich fühle mich aber
auch als Engländerin. Das ist
nun meine Wahlheimat und ich
habe kürzlich nach langem
Überlegen die doppelte Staatsbürgerschaft erworben und bin
stolze Besitzerin eines britischen und italienischen Reisepasses.
Was wünschen Sie sich für die
Zukunft Südtirols?
Hofer: Frieden, Gesundheit und
Offenheit. Dass wir unsere
Stärken, wie Ausdauer, Treue
und eine gewisse Eigensinnigkeit mit Offenheit und Toleranz
verbinden können.
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Für Österreich:
Gesamtverband der Südtiroler in Österreich
Für Deutschland:
Zeughausgasse 8
Verband der Südtiroler Vereine
A-6020 Innsbruck
in der Bundesrepublik Deutschland
c/o Caritasverband Köln
Für die Schweiz:
Stolzestraße 1a
Südtiroler Verein Zürich und Umgebung
D-50674 Köln
c/o Arthur Altstätter
Auhaldenstrasse 26
CH-8427 Rorbas
Poste Italiane spa - Versand im Postabonnement - G.D. Nr. 353/2004 • Erscheint monatlich • (konv. in Ges. Nr. 46 vom 27.2.2004) Art. 1, Abs. 2, DCB Bozen
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Seele and Geist
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