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LESESTOFF: DIE ZWEI SEITEN DER SKIREGION ERZGEBIRGE | ZEITGESCHEHEN
FreiePresse
REICHENBACHER ZEITUNG
Montag, 9. Februar 2015
Theaterball
gibt sich ganz
französisch
LOKALES
LENGENFELD
Fasching: Hoheiten
für eine Saison
Ein Stückchen Paris mitten in Westsachsen konnten am Samstag im
Zwickauer Konzert- und Ballhaus
„Neue Welt“ die rund 450 Gäste des
18. Theaterballs des Theaters Plauen-Zwickau erleben. Unter dem
Motto „Heut gehn wir ins Maxim“
drehte sich in dem 1903 errichteten,
schon ohne Dekoration zum Thema passenden Terrassensaal beim
Galaprogramm alles um die SeineMetropole – vom titelgebenden
Operetten-Gassenhauer über den
Can-Can (im Bild Julia Ebert) bis zu
Chansons der Piaf. Der Zwickauer
Ball markiert in diesem Jahr zugleich den Übergang des Theaterensembles in seinen rund einmonatigen Freizeitausgleich, den es wegen
des noch geltenden Haustarifvertrags erhält. Zwei Tage vorm Ball
hatte, wie zuvor der Plauener, auch
der Zwickauer Stadtrat dem neuen
Grundlagenvertrag des fusionierten
Theaters zugestimmt, mit dem wieder zur Bezahlung nach Tarif übergegangen werden soll. FOTO: R. KÖHLER
Die Faschingsfreunde in Lengenfeld kennen Bettina Pippig und
und Steffen Weigel als Bettina II.
und Steffen II.. Sie treten im Jubiläumsjahr des Lengenfelder Carneval Clubs als Prinzenpaar auf.
Auch am vergangenen Wochenende war das so. Einer der Höhepunkte steht aber noch bevor: Der
Club wird anlässlich seines 44jährigen Bestehens einen Festumzug mit anschließendem Bühnenprogramm unternehmen. (sia)
Seite 9: Bericht
REICHENBACH
Isabel Varell singt
im Neuberinhaus
Isabel Varell hat im Neuberinhaus
Reichenbach mit dem Programm
„Da geht noch was“ ihre Zuschauer begeistert. Die Sängerin und
Entertainerin präsentierte vor allem Lieder, die zum Nachdenken
anregten und berührten. Die
Künstlerin hatte viele Texte aus
dem eigenen Leben gegriffen, ließ
sie wissen. Zwischendurch gelang
ihr ein Dialog mit dem Publikum.
Eine Einbahnstraße werde der
Abend nicht, hatte sie zuvor geSeite 11: Bericht
sagt. (dien)
IN DIESER AUSGABE
Krisengipfel in Minsk soll
der Ukraine Frieden bringen
Das zähe Ringen um eine
Lösung ging auch am
Wochenende weiter. Einen
Hoffnungsschimmer bringt
das Treffen am Mittwoch.
Wirtschaft Punktesammeln
beim Einkaufen – die
Payback-Karte wird 15
Ratgeber Angst vor dem
Vergessen – Expertenrat
zur Demenzerkrankung
MÜNCHEN/MOSKAU — Nach zehn Mo-
FOTO: KRISTIN SCHMIDT
SPORT AM MONTAG
Gierisch fliegt und siegt
Vor gut 1000 Zuschauern gewann
Dreispringerin Kristin Gierisch vom
LAC ihr Heimspiel beim 17. Internationalen Chemnitzer Hallenmeeting
der Leichtathleten.
naten Krieg mit mehr als 5400 Toten
soll ein Vierergipfel eine Friedenslösung für die Ostukraine bringen. In
der weißrussischen Hauptstadt
Minsk wollen Kanzlerin Angela
Merkel und Frankreichs Präsident
François Hollande am Mittwoch
Kremlchef Wladimir Putin und den
ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko treffen. Gestern besprach
das Quartett in einer Telefonkonferenz, wie der vor fünf Monaten in
Minsk vereinbarte und bislang ignorierte Friedensplan überarbeitet
werden kann.
Ein Knackpunkt in den Verhandlungen ist die Waffenstillstandsli-
nie. Poroschenko bestand auf den im
September im Minsker Friedensplan vereinbarten Verlauf. Strittig
ist auch der Status für das umkämpfte Gebiet Donezk-Lugansk. Die Bergbauregion ist für die Energieversorgung der Ukraine wichtig.
In den vergangenen Wochen eskalierten die Kämpfe im Donbass
zwischen Regierungstruppen und
prorussischen Separatisten. Dabei
konnten die Aufständischen, die
nach Einschätzung des Westens
massiv von Russland unterstützt
werden, große Geländegewinne verbuchen. Scheitern die Minsker Gespräche über einen neuen Friedensplan, drohen eine Verschärfung des
Krieges und noch mehr Tote.
Putin knüpft das Zustandekommen des Gipfels in Minsk daran,
dass bis Mittwoch eine Reihe von Positionen angeglichen werden, wie er
der Agentur Interfax zufolge sagte.
Poroschenko ließ mitteilen, er erwarte dort eine „sofortige und bedingungslose Waffenruhe“.
Skispringen Richard Freitag
beim Weltcup in Titisee auf
dem achten Platz
Fußball
MSV Duisburg –
Chemnitzer FC
3:0
WETTER VOR ORT
6 Uhr 10 Uhr 14 Uhr 18 Uhr
1°
1°
Morgen
2°
1°
2°
Einzelpreis 1,00 Euro
1°
Übermorgen
3°
-3°
Ausführliches Wetter: Seite 8
10007
Bei der Münchner Sicherheitskonferenz forderte Poroschenko erneut westliche Waffenlieferungen
für die Kämpfe gegen die Separatisten. Unter anderem die USA schließen nicht aus, der Bitte nachzukommen. Merkel warnte vor einer Aufrüstung der Ukraine. US-Vizepräsident Joe Biden beschwor die Allianz
mit Europa: „Wir müssen geschlossen und einig bleiben.“ Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte, er
stehe hinter der Diplomatieoffensive Merkels und Hollandes. Russlands Außenminister Lawrow wies
in München erneut jede Verantwortung für den Konflikt zurück. (dpa)
Seite 4: Leitartikel und Berichte
Friedensschritte zur Lösung der Ukraine-Krise
Zur Lösung des Konflikts hatten ukrainische Führung und prorussische
Separatisten im September 2014 Friedensschritte vereinbart. Der Aktionsplan soll jetzt wiederbelebt werden.
Waffenruhe: Eine Feuerpause sollte
die Gewalt in den Gebieten Donezk
und Lugansk beenden. Doch die
Kämpfe flammten immer wieder auf.
Pufferzone: Eine entmilitarisierte
Zone ohne schwere Geschütze mit einem Kaliber von mehr als 100 Millimetern sollte umgesetzt werden.
Kontrolle: Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa sollte die Lage überwachen.
200 Beobachter sind im Einsatz.
Abzug ausländischer Kämpfer:
Kampfverbände und Technik auf beiden Seiten sollen vom Gebiet der Ukraine abgezogen werden.
Gefangenenaustausch: Zwar tauschten die Konfliktparteien bereits Gefangene aus, doch halten beide Lager
angeblich noch Hunderte Menschen
fest. (dpa)
Notarzt in Not
PROTESTE
Legida darf heute
nicht demonstrieren
BERLIN — In mehreren Städten sind
heute wieder Kundgebungen von
Ablegern der „Pegida“-Bewegung
und Proteste dagegen geplant, unter
anderem in Chemnitz und Dresden.
Dagegen war die geplante „Legida“Demonstration in Leipzig von der
dortigen Stadtverwaltung wegen
„Polizeinotstandes“ untersagt worden, worüber ein Streit entbrannte.
Gestern hatte in Dresden erstmals
die Abspaltung „Direkte Demokratie für Europa“ um die ehemalige
„Pegida“-Sprecherin Kathrin Oertel
demonstriert. (epd) Seite 2: Bericht
LUFTVE RKEHR
Warnstreiks an drei
deutschen Airports
BERLIN/STUTTGART — Zehntausende
Passagiere an drei deutschen Flughäfen müssen sich heute auf Verzögerungen einstellen. Im Tarifkonflikt
der Sicherheitsbranche rief die Gewerkschaft Verdi das Sicherheitspersonal an den Airports in Stuttgart,
Hamburg und Hannover zu ganztägigen Warnstreiks auf. Die Arbeitgeber bezeichneten die Warnstreiks
als ungerechtfertigt. Die Lufthansa
streicht wegen des Streiks insgesamt
18 Flüge auf den Routen Frankfurt/Hamburg und München/Hamburg. (dpa/rtr)
Weil er ein Leben retten wollte, steht ein Mediziner aus Bayern jetzt vor Gericht – Im Internet gibt es Protest
Diesen Tag im April des vergangenen Jahres wird der Mediziner Alexander Hatz aus Neuburg an der Donau wohl nicht vergessen. Gerade
erst war der Notarzt nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“
von einem schwierigen Einsatz zurückgekehrt, bei dem er ein zweijähriges Kind nach einem Verkehrsunfall wiederbelebt hatte, wurde er
schon wieder zu einem Einsatz gerufen: ein zweieinhalbjähriges Mädchen hatte Schnellkleber verschluckt und drohte zu ersticken.
Also raste der 51-Jährige mit Blaulicht und Martinshorn in den zehn
Kilometer entfernten Unglücksort.
Zwei Wochen später informierte
ihn die Polizei, dass eine Anzeige we-
gen Verkehrsgefährdung gegen ihn
vorliege. Ein Autofahrer habe sich
beschwert, er habe durch den entgegenkommenden und überholenden
Notarzt scharf bremsen und auf den
Randstreifen ausweichen müssen.
Notarzt im Einsatz.
FOTO: DPA
Alexander Hatz soll 4500 Euro Strafe
zahlen und für ein halbes Jahr den
Führerschein abgeben. Weil er die
Strafe des Gerichts nicht akzeptiert,
kommt es nun zum Prozess.
Während der Anwalt des Mediziners die Sache zunächst für einen
Witz hielt, macht sich im Internet
breite Solidarität mit dem Notarzt
breit. Eine von einem Mann aus
Hamburg initiierte Online-Petition
für einen Freispruch des Notarztes
hatte bis gestern Abend bereits rund
180.000 Unterstützer gefunden. Der
Arzt zeigte sich dem „Donaukurier“
gegenüber tief beeindruckt vom Zuspruch.
Er sei gefahren wie immer in solchen Fällen: mit Blaulicht, Martins-
horn und Lichthupe. Paragraf 38 der
Straßenverkehrsordnung gibt ihm
recht. „Blaues Blinklicht zusammen
mit Einsatzhorn darf nur verwendet
werden, wenn höchste Eile geboten
ist, um Menschenleben zu retten...“
Alle übrigen Verkehrsteilnehmer
haben sofort freie Bahn zu schaffen.
Die Geschichte könnte zum Präzedenzfall werden, sollte der Notarzt
wegen seines lebensrettenden Einsatzes den Führerschein verlieren.
(mit dpa)
Dietmar Bartel
DIE ONLINE-PETITION für
den Notarzt können Sie aufrufen, wenn Sie diesen Code mit
Ihrem Smartphone scannen.
» www.freiepresse.de/notarzt
FUSSBALL
FC Erzgebirge droht
empfindliche Strafe
AUE — Nach Nazi-Vergleichen seiner
Anhänger droht dem Fußball-Zweitligisten FC Erzgebirge eine empfindliche Strafe. Der DFB-Kontrollausschuss leitete am Sonnabend ein
Ermittlungsverfahren gegen die
Auer ein. Beim Sachsenderby hatten
Fans der Gastgeber RB-Boss Dietrich
Mateschitz und den Leipziger Verein
mit Plakaten und Spruchbändern
diffamiert. FCE-Präsident Helge
Leonhardt verurteilte die Vorfälle
auf das „Allerschärfste“. (om)
Sport: Bericht & Kommentar
4 190933 001000
Die Zeitung im Internet:
www.freiepresse.de
53. Jahrgang, Nr. 33, VERLAG UND REDAKTION:
09111 Chemnitz, Brückenstraße 15, Tel. 0371 6560
SERVICE-TELEFON: 0800 80 80 123
MONTAG BIS FREITAG: 6.00–18.00Uhr | SAMSTAG: 6.00–13.00 Uhr
Telefonische Anzeigenannahme | Abo-Service | Ticket-Service
2 Freie Presse
SACHSEN
Montag, 9. Februar 2015
Ein Hauch
von Alaska in
Mittelsachsen
NACHRICHTEN
DOPPELHAUSHALT
Mehr Geld für Unis
und Studentenwerke
Das 21. Internationale Schlittenhunderennen hat am Wochenende im
DRESDEN — Im neuen Doppelhaus-
halt für 2015/2016 soll mehr Geld an
Hochschulen und Studentenwerke
in Sachsen fließen. Der Mittelbau an
Hochschulen solle gestärkt werden,
teilte das Wissenschaftsministerium in Dresden mit. Von den jährlich
56 Millionen Euro an nun freien
Bafög-Mitteln – die seit Jahresbeginn vom Bund übernommen werden – sollen 13 Millionen Euro
(2016: 12 Millionen) der Lehre zugutekommen. Ziel sei vor allem, Nachwuchswissenschaftlern eine Karriereperspektive zu bieten. Die Studentenwerke sollen pro Jahr rund zehn
Millionen Euro bekommen – das ist
fast doppelt so viel wie bisher. Der
Landtag muss dem Haushaltsplan
noch zustimmen. (dpa)
erzgebirgischen Nassau (Landkreis
Mittelsachsen) Hunderte Besucher
angelockt. Drei Tage lang lieferten
sich rund 60 Teilnehmer packende
Rennen. Unter ihnen war auch Raimo Pohlmann aus Freital (im Foto),
der sein Achtergespann auf die Strecke schickte. Das Spektakel fand in
Regie des Schlittenhundesportverbandes Sachsen statt. Bei Kaiserwetter erlebten die Zuschauer Siberian
Huskys, Malamuten, Grönländer
und Samojeden in ihrem Element.
Während die kleineren Gespanne
mit zwei oder vier Tieren meist in
der Kategorie Sprint (Strecken bis
15 Kilometer) starteten, gingen die
große Gespanne mit acht bis zwölf
Hunden über die rund 35 Kilometer
lange Mitteldistanz in die Spur. Abseits des Renngeschehens war das
Fahrerlager ein beliebter Anlaufpunkt der Besucher. Dort genossen
die Schlittenhunde jede Menge
Streicheleinheiten.
LANDESPARTEITAG
AfD will bei Wahlen
wieder mitmischen
FOTO: ECKARDT MILDNER
BELGERN — Die Vorsitzende der säch-
Demo-Verbot für Legida löst
hitzigen Streit um Absage aus
Land mietet Heim
von Ex-Republikaner
Die Stadt Leipzig und das
Innenministerium schieben
sich gegenseitig die Schuld
für das Kundgebungsverbot zu. Die Dresdner
Pegida-Abspaltung hat
derweil kaum Zulauf.
DRESDEN — Bei der Unterbringung
VON RALF HÜBNER UND JENS EUMANN
FLÜCHTLINGE
von Flüchtlingen profitieren in
Sachsen offensichtlich auch Immobilienbesitzer aus dem rechten
Spektrum von der allgemeinen
Raumnot. So sei die Landesdirektion
vor einigen Wochen auf ihn zugekommen und habe ihm ein Angebot
gemacht, sagte ein Hotelier in Böhlen (Kreis Leipzig) gestern. Der früher aktive Republikaner lässt nach
eigenen Angaben seine Mitgliedschaft in der rechtsgerichteten Partei derzeit ruhen. Etwa 100 Flüchtlinge seien bei ihm untergekommen. Das Innenministerium wollte
sich zu dem Vorgang zunächst nicht
weiter äußern. (dpa)
AUSTRITTE
Kirche verliert
12.000 Mitglieder
DRESDEN — Die sächsische Landes-
kirche hat 2014 etwa 12.000 Kirchenaustritte verzeichnen müssen.
Das waren mehr als doppelt so viele
wie 2013. Dagegen seien rund 600
Personen in die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens eingetreten, teilte das Landeskirchenamt
in Dresden mit. Im Jahre 2013 waren
es den Angaben zufolge knapp 5000
Personen, die aus der evangelischen
Kirche in Sachsen ausgetreten waren. Insgesamt gehören zur sächsischen Landeskirche derzeit rund
730.000 Mitglieder. (epd)
AUTOBAHN
Stromausfall
legt Tunnel lahm
massiver
Stromausfall hat den Verkehr auf
der Autobahn E55 Dresden-Prag gestern komplett zum Erliegen gebracht. Die Tunnel Libouchec und
Panenska auf tschechischer Seite
mussten gesperrt werden, weil Beleuchtung und Belüftung ausfielen,
wie die örtliche Verkehrspolizei mitteilte. Starker Schneefall und ein
feststeckender Lastwagen blockierten auch die übliche Umleitungsstrecke über Landstraßen. Die Behörden empfahlen, die Stelle weiträumig zu umfahren. (dpa)
LEIPZIG/DRESDEN — Wenig Zuspruch
für Pegida-Abtrünnige und Frust bei
Legida: Nach Spaltung der islamkritischen Pegida-Bewegung hat der daraus entstandene Verein „Direkte
Demokratie für Europa“ (DDfE) bei
seiner ersten Kundgebung gestern
in Dresden nur geringen Zulauf erhalten. Unterdessen löste das von
der Stadt Leipzig verhängte Verbot
einer Kundgebung des Pegida-Ablegers Legida eine heftige politische
Debatte aus. Dabei geht es im Kern
um das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit, das Parteivertreter in
Sachsen inzwischen als gefährdet
sehen. Gleichzeitig wiesen sich die
Führung der Messestadt und das
Dresdner Innenministerium gegenseitig die Verantwortung für die Entscheidung zu. Die fünf ebenfalls für
heute angemeldeten Gegendemonstrationen wurden genehmigt.
Die Stadt Leipzig verteidigte gestern das Demo-Verbot für Legida.
Die Situationsbeschreibung der Po-
lizei sei eindeutig gewesen, sagte
Stadtsprecher Matthias Hasberg.
„Das Ordnungsamt hatte keine andere Wahl, als die Demonstration
abzusagen.“ Die Polizei habe mitgeteilt, dass die zugesagten acht Hundertschaften weder für die Absicherung einer Kundgebung von Legida
noch für einen Aufzug ausreichten.
Hasberg zufolge hatte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) Innenminister Markus Ulbig (CDU)
schon am vergangenen Freitag über
die drohende Absage informiert.
„Wir haben den Eindruck, dass er die
Lageeinschätzung seiner Polizei
nicht liest“, sagte Hasberg. Sonst sei
nur schwer zu erklären, warum er
öffentlich das Gegenteil von dem sage, was seine Polizei mitteile. Das Innenministerium hatte das Demonstrationsverbot am Samstag als
„nicht gerechtfertigt“ bezeichnet
und von rund 1000 Beamten gesprochen, die zur Verfügung stünden.
Kritik kam von den Landtagsfraktionen und den Polizeigewerkschaften. „Sachsens Bürger können
sich endgültig nicht mehr sicher
sein, dass sie ihr Grundrecht auf Versammlungsfreiheit jederzeit ausüben können“, warnte der Innenexperte der Grünen, Valentin Lippmann. Nachdem schon am 19. Januar in Dresden sämtliche Demonstrationen wegen einer nicht vollständig geklärten Bedrohungslage verboten worden seien, schränke nun
ein „Polizeinotstand“ die Versammlungsfreiheit erneut ein. Aus Sicht
der CDU-Innenpolitikers Christian
Hartmann kann von einem „Polizeinotstand“ keine Rede sein. Die Demonstrationen könnten mit 1000
Beamten hinreichend abgesichert
werden. Die Linken sprachen von
„einem erneuten schweren staatlichen Angriff auf das hohe Verfassungsgut der Versammlungsfreiheit.“ Die Legida-Organisatoren bezeichneten die Absage als „staatliche
Willkür in Reinkultur“.
In Dresden folgten gestern laut
Polizei rund 500 Menschen dem
Aufruf der Pegida-Abspaltung „Direkte Demokratie für Europa“ um
die einstige Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel zu einer Demonstration
vor der Frauenkirche. Dabei kündigte Oertel an, aus einer Protestbewegung eine Reformbewegung ma-
Neustart nach der Trennung: Kathrin
Oertel.
FOTO: CHRISTIAN DITSCH/IMAGO
chen zu wollen. Zuvor ging sie klar
auf Distanz zu den früheren PegidaMitstreitern um Cheforganisator
Lutz Bachmann. Zwar verfolge man
die gleichen Ziele, die auch Pegida
formulierte, nicht gleich indes seien
die Mittel und Wege, so Oertel. Die
37-Jährige trat Gerüchten entgegen,
sie habe Pegida verlassen, weil sie bedroht oder staatlicherseits bestochen worden sei. Aber nicht allein
der Streit mit Bachmann sei Grund
für die Trennung von Pegida. Auch
einige Äußerungen und Parolen von
Demonstranten habe sie nicht teilen können. Oertels Ansage, weitere
Unterstützung durch Kreise der
NPD sei unerwünscht, erntete verhaltenen Applaus.
Unterschiedlich stark fiel der Beifall der Menge bei den von Oertel genannten Punkten aus, die das Bündnis aus dem Gemenge der PegidaForderungen nun besonders akzentuieren will: Mehr direkte Demokratie auf Bundesebene, damit „das
Volk“ auch an nationalen und internationalen Entscheidungen teilhabe – Beifall. Rücknahme der Polizeireform 2020 für mehr Sicherheit –
stärkerer Beifall. Bei der Forderung
nach einem Einwanderungsgesetz
und nach Reform der Asylgesetze
brandete allseits Applaus auf. Am
stärksten indes wurde geklatscht, als
Oertel von westlicher „Kriegstreiberei gegen Russland“ sprach. Die
nächste Demonstration des verbliebenen Pegida-Kreises ist für heute
vorgesehen. (mit dpa)
„Heute Show“
macht Linke
zur Rechten
Moderator entschuldigt
sich bei Politikerin
GÖRLITZ — Das
ZDF-Satiremagazin
„Heute Show“ wollte sich in seiner
Sendung am Freitag über die AfD
lustig machen und
hat dazu fälschlicherweise die sächsische Linken-Politikerin
Marlena
Schiewer (Foto) als
Rechtspopulistin
dargestellt. In einer
verkürzten Wiedergabe ihres Interviews sagte die jugendpolitische
Sprecherin des Kreisverbandes Görlitz: „Ich möchte nicht mehr die
NPD wählen, weil die mir zu rechtsextrem ist. Deswegen wähle ich AfD.
Also ich sag immer, das ist die NPD
in freundlich.“ Die 16-Jährige hatte
aber vorausgeschickt: „Hier auf dem
Dorf gibt’s ziemlich viele Leute, die
rechter Meinung sind, und die sagen
...“ Das hatte die „Heute Show“ weggelassen. Das ZDF und Moderator
Oliver Welke baten Schiewer um
Entschuldigung für den Fehler und
kündigten eine Richtigstellung in
der Sendung am 13. Februar an.
Schiewer sagte, sie akzeptiere die
Entschuldigung, sofern die Richtigstellung erfolge. (te mit dpa)
FOTO: DIE LINKE GÖRLITZ
sischen Alternative für Deutschland
(AfD), Frauke Petry, hat ihre Partei
auf die Bürgermeister- und Landratswahlen in diesem Jahr eingeschworen. „Ziel muss es sein, diese Wahlen
erfolgreich mitzugestalten“, sagte
sie auf einem Landesparteitag am
Samstag in Belgern (Nordsachsen).
Eine Zielvorgabe in Zahlen machte
sie nicht. Der Termin für den ersten
Wahlgang ist der 7. Juni. Von ihm
kann im Einzelfall abgewichen werden. Neben dem Bericht der Fraktion und einem Finanzbericht stand
am Samstag die Wahl von Delegierten für den Bundesparteitag auf dem
Programm. (dpa)
DEN FILM der „Heute Show“
und die kompletten Äußerungen können Sie sehen, wenn
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» www.freiepresse.de/heuteshow
Feuerwehrmann stirbt bei Löscharbeiten
Ein Großbrand schreckt
die Geringswalder aus der
Wochenendruhe. Es ist bereits der vierte. Besonders
tragisch: Ein 50-Jähriger
überlebt den Einsatz nicht.
PRAG/DRESDEN — Ein
VON MARION GRÜNDLER
GERINGSWALDE — Ein Großbrand hat
in der Nacht zum Sonntag in Geringswalde gewütet. Seit November
2013 ging in der mittelsächsischen
Kleinstadt bereits zum vierten Mal
eine leerstehende Brache in Flammen auf – dieses Mal an der Arraser
Straße. Die Polizei geht von Brandstiftung aus, die Kripo ermittelt.
Auch einen Zusammenhang zu den
vorangegangenen Bränden schlie-
ßen die Ermittler inzwischen nicht
mehr aus.
Erstmals endete der Einsatz jedoch in einer Tragödie: Während
der Löscharbeiten musste einer der
Geringswalder Feuerwehrleute, die
mit der Koordination des Einsatzes
am Rande des Brandherdes beschäftigt waren, medizinisch versorgt
werden. Der 50-Jährige verstarb wenig später im Krankenhaus. Zur Todesursache konnte die Polizei zum
gegenwärtigen Zeitpunkt keine näheren Angaben machen. „Fremdeinwirkung schließen wir aus“, teilte
ein Beamter gestern mit. Aktuell gehe man von einer natürlichen Todesursache aus. Gestern erinnerte
ein Blumenschmuck an den Verstorbenen, Passanten säumten den Weg.
Einen Tag zuvor nahm das Unglück ab gegen 22.15 Uhr seinen
Lauf. Kurz nachdem das Feuer in
dem zweistöckigen Backsteinbau
ausgebrochen war, eilten vier Ortswehren mit 70 Feuerwehrleuten
und elf Fahrzeugen zum Einsatzort.
Wehren aus Leisnig und Waldheim
leisteten technische Hilfe. Zum Ein-
satz kamen zudem Polizei und Rettungskräfte des Deutschen Roten
Kreuzes.
Die Flammen zerstörten das Gebäude. „Als wir am Einsatzort anka-
Bis in den frühen Sonntagmorgen haben mehr als 70 Feuerwehrmänner gegen die Flammen in einem leer stehenden Fabrikgebäude in Geringswalde
gekämpft. Der Dachstuhl brannte völlig nieder.
FOTO: HAERTELPRESS
men, stand der gesamte Dachstuhl
in voller Ausdehnung in Flammen.
Starker Westwind erschwerte die
Löscharbeiten, da der aufs Gebäude
gerichtete Wassernebel teils weggetrieben wurde“, sagte Gemeindewehrleiter Dietrich Haas. Der Brandherd war schlecht erreichbar – Bäume mussten gefällt und Gestrüpp
entfernt werden. Anwohner versorgten die Einsatzkräfte mit Kaffee
und Essen.
Im Ort zweifelt mittlerweile
kaum noch einer, dass ein Feuerteufel sein Unwesen treibt. Vize-Bürgermeister Falk Horn (Freie Wähler)
zeigte sich besorgt: „Diese Taten sind
eine Riesenschweinerei.“
EINE BILDERGALERIE zum
Brand können Sie ansehen,
wenn Sie diesen Code mit
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» www.freiepresse.de/geringswalde
ZEITGESCHEHEN
Montag, 9. Februar 2015
Freie Presse
3
Aufstieg in die Alpenliga
Das Erzgebirge hat seine
ersten Drei-KilometerAbfahrten. Allerdings auf
böhmischer Seite. In der
Top-Skiregion um Fichtelberg und Keilberg geben
schon seit einiger Zeit die
Tschechen das Tempo vor.
Oberwiesenthal hat die
breiteren Pisten, tut sich
aber schwer mit neuen
Investitionen. Gemeinsam
könnten beide Seiten noch
mehr erreichen.
Top-Skigebiet im Erzgebirge
Mehr als 40 Kilometer Pisten und
gut 25 Liftanlagen gibt es rund um
die beiden höchsten Gipfel im Erzgebirge, den 1215 Meter hohen Fichtelberg auf sächsischer Seite und den
Klinovec/Keilberg (1244 Meter) auf
böhmischer Seite. Bislang sind die
Pisten aber nicht direkt verbunden
und es gibt kein Ticket, mit dem man
alle Anlagen nutzen kann.
Die Inter-Skiregion Fichtelberg–
Klinovec deckt mit 33 Pistenkilometern, neun Schleppliften, sechs Sesselliften und der Schwebebahn den
größten Teil des Gebiets ab. Pro Stunde können insgesamt fast 22.000 Skifahrer befördert werden. Ab anderthalb Tagen gibt es für die Inter-Skiregion ein länderübergreifendes Ticket.
Zwischen den beiden Gipfeln und Boží
Dar verkehrt ein kostenloser Skibus.
VON OLIVER HACH
Kaiserwetter auf dem Keilberg: Der neue Vierer-Sessellift bringt die Skifahrer aus Jáchymov/Sankt Joachimstal auf den höchsten Gipfel des Erzgebirges.
Es
herrscht Kaiserwetter im Winterwunderland. Minus fünf Grad, Sonne und ein halber Meter Schnee –
auf diese Bedingungen hat man hier
oben in dieser Saison lange gewartet. Unter dem Bürofenster von René
Lötzsch schleppen Feriengäste aus
Berlin und Brandenburg ihre Skier
und Snowboards an den Hang. „Die
Berliner sind mir die liebsten“, sagt
Lötzsch, „die haben nicht so viel zu
meckern wie die Sachsen.“
Der 42-jährige Oberwiesenthaler,
Geschäftsführer der Fichtelberg
Schwebebahn GmbH, ist Herr über
den alpinen Skizirkus am Fichtelberg. Wenn der läuft, kommen die
Touristen: Die 4000 Gästebetten
in Deutschlands höchstgelegener
Stadt sind nahezu ausgebucht, vor
der Schwebebahn hat sich an diesem Freitagvormittag eine dicke
Menschentraube gebildet. Lötzsch
hofft auf eine bessere Saison als im
total verkorksten Winter 2013/14,
als man es mit viel Kunstschnee auf
90 Skitage und 169.000 Liftnutzer
brachte. In guten Wintern drehen
sich hier die Lifte an 130 bis 140 Tagen und Lötzsch verkauft doppelt so
viele Tickets. Doch ein Rekordjahr
wird es auch heuer nicht werden.
Drüben am Keilberg dauert die
Saison oft ein, zwei Wochen länger.
Auf den schmalen, von Wald gesäumten Nordost-Hängen schmilzt
der Schnee nicht so schnell wie am
Fichtelberg. Der hat dafür die breiteren, vielleicht schöneren Abfahrten.
Lötzsch sagt: „Die Leute sind mit unseren Pisten top zufrieden und ziehen uns deshalb vor.“ Von Konkurrenz zu den Tschechen mag er nicht
reden, schließlich arbeite man gut
zusammen in der Inter-Skiregion
Fichtelberg–Klínovec und profitiere
davon gegenseitig. Aber in Oberwiesenthal habe man eben zuletzt stets
mehr Gäste gehabt als die Nachbarn
am Keilberg. Dabei gibt das dortige
Skiareal schon seit einiger Zeit bei
neuen Investitionen das Tempo vor.
Zu Weihnachten ging an der Südseite des Keilbergs eine Vierer-Sesselbahn in Betrieb, die die Wintersportler aus Jáchymov/Joachimstal
auf den höchsten Gipfel des Erzgebirges bringt. Die 150 Millionen
Kronen (5,5, Millionen Euro) teure
OBERWIESENTHAL/BOŽÍ DAR
Mit einer Skischaukel sollten Fichtelberg und Keilberg direkt verbunden werden. 2002 stellte ein Ingenieurbüro Varianten vor, später entwickelten zwei private Initiatoren die in
Oberwiesenthal umstrittenen Pläne
weiter und suchten Geldgeber für das
20-Millionen-Euro-Projekt. Umgesetzt
wird es wohl nicht. Auch die Privatleute zogen sich inzwischen zurück.
—
Auf dem Pleßberg/Plešivec, nur
knappe 15 Kilometer von Oberwiesenthal entfernt, ist in diesem Winter
ein völlig neues alpines Skigebiet in
Betrieb gegangen. Um den 1028 Meter hohen Gipfel wurden drei ViererSesselbahnen sowie mehrere
Schlepp- und Kinderlifte errichtet.
Auf einer Höhenlage zwischen 710
und 1020 Metern nahe der Ortschaft
Abertamy/Abertham gibt es elf Kilometer leichte, mittelschwere und
schwere Pisten. Die längste ist mehr
als drei Kilometer lang. (oha)
Großer Skizirkus auch in Oberwiesenthal: Hier entschied man sich für den Erhalt der 90 Jahre alten Schwebebahn.
Anlage der privaten Betreibergesellschaft aus Prag ersetzt einen 50 Jahre
alten Einer-Sessellift, mit dem man
auf einer Zwölf-Minuten-Fahrt oft
durchgefroren oben ankam. Bergab
geht es jetzt auf einer teilweise neu
angelegten, drei Kilometer langen
Piste, die 500 Höhenmeter überwindet. Das hat Alpen-Niveau.
In Oberwiesenthal indes wurde
lange um die Zukunft der Fichtelberg-Schwebebahn gerungen. Statt
einer modernen Achter-KabinenBahn entschied man sich für den Erhalt der inzwischen 90 Jahre alten
Traditionsbahn. In neue Liftanlagen
wurde in den letzten Jahren nichts
investiert. Nun soll ein Schlepper
am nordöstlichen Hang, der Himmelsleiter, durch eine 8,5 Millionen
Euro teure Sechser-Sesselbahn ersetzt werden. „Als ich 2011 Geschäftsführer wurde, habe ich das
Projekt sofort in Angriff genommen“, berichtet Lötzsch. Doch die
Umsetzung lässt auf sich warten:
Ende 2013 wurden die Planungsunterlagen eingereicht, seit Mitte Januar liegen die Baupläne im Rathaus
aus. Fertig sein wird die Anlage wohl
auch in der Saison 2015/16 nicht.
Und: Eine große Lösung, wie am
Keilberg, wird es an der Himmelslei-
ter nicht geben. Pläne, den neuen
Lift bis hinunter nach Neudorf zu
führen und so eine drei bis vier Kilometer lange Abfahrt zu schaffen,
wurden zu den Akten gelegt. Der
Forst sei dagegen, die Waldfläche zu
zerschneiden, hieß es. Und dem
Schwebebahn-Chef sind die zusätzlichen Investitionen zu hoch.
frieden in die weiß-blaue Winterlandschaft. In die alte Bergstadt Gottesgab, wo der größte erzgebirgische
Heimatdichter Anton Günther lebte
und begraben liegt, ist bescheidener
Wohlstand eingekehrt. Auch in Boži
Dar mit seinen 200 Einwohnern
und 2000 Gästebetten brummt der
Wintertourismus. Eine Snowtube-
René Lötzsch
Jan Horník
Geschäftsführer der
Fichtelberg Schwebebahn GmbH in Oberwiesenthal
Bürgermeister
von Boží Dar/
Gottesgab
FOTO: BERND MÄRZ
FOTO: OLIVER HACH
„Auf tschechischer Seite gibt es
Fördermittel“, sagt Lötzsch. So wurde die neue Sesselbahn am Keilberg
zu 60 Prozent aus EU-Mitteln finanziert. Die Fichtelberg Schwebebahn
GmbH hingegen müsse alles aus eigenen Rücklagen bezahlen. Mit der
Landesgrenze hat das jedoch nichts
zu tun. Auch auf deutscher Seite hätte es Finanzhilfe gegeben – wenn die
Betreibergesellschaft nicht wie in
Oberwiesenthal eine hundertprozentige Tochter der Stadt wäre.
In Boži Dar hinterm Fichtelberg
schaut Bürgermeister Jan Horník zu-
Anlage und ein weiterer neuer Skilift auf der Wiese hinauf zum ehemaligen Grenzübergang wurden in
Betrieb genommen.
Anfang der 1990er-Jahre gab es
drei Gaststätten im Ort, heute sind
es 25. In der Crêperie gegenüber
dem Rathaus bestellt der Bürgermeister Palatschinken und Milchkaffee und erzählt: „In der Tschechoslowakei hatte man uns wegen des
Waldsterbens schon abgeschrieben.“ Heute sei man eine Alternative
zu Riesengebirge und Böhmerwald
geworden. „Die Tschechen haben in
FOTOS: BERND MÄRZ
den letzten Jahren alles gesehen,
sagt der Bürgermeister von Boži Dar,
„jetzt kommen sie zurück zu uns.“
Und die Deutschen, die seien ja
schon die ganze Zeit da. So wie Katharina Böhlke aus Schwerin, die
mit ihrem Begleiter am Nachbartisch Platz genommen hat. Die
27-Jährige berichtet, sie komme
schon seit zehn Jahren jeden Winter
zum Ski fahren nach Boži Dar – erst
mit den Eltern, jetzt mit den eigenen
Kindern und Freunden. „Es hat sich
hier alles sehr positiv entwickelt.“
Horník fühlt sich bestätigt: „Ja, über
die Familien funktioniert das.“
Der 60-Jährige, der auch im Senat
des tschechischen Parlaments in
Prag sitzt, reiste schon 1988 zu einer
Tourismusmesse nach Frankreich
und ließ sich von einer kanadischen
Firma Entwürfe für ein Wintersportzentrum nach dem Vorbild von
Alpen-Orten machen. Der neue Lift
von Jáchymov zum Gipfel beruhe
auf den alten Ideen, sagt er. Auch in
Tschechien wird eben nicht von
heute auf morgen gebaut. Das sieht
man auch auf dem Gipfel des Klínovec. Dort rotten die Reste des alten
Keilberghauses seit Jahrzehnten vor
sich hin. Der historische Aussichtsturm konnte im Herbst 2013 nach
Rekonstruktion wiedereröffnet werden. Für den Rest des Geländes sucht
Boži Dar einen Investor – allein sei
der Aufbau nicht zu stemmen.
Auf böhmischer Seite der Skiregion kämpft Horník für ein einheitliches Liftticket. Er stößt aber auf
Konkurrenzdenken – etwa zwischen den Betreibern des großen Klínovec-Areals und denen im Skigebiet Neklid zwischen Gottesgab und
Keilberg. Dort sind die Tageskarten
fünf Euro günstiger. Als die Keilberg-Chefs kürzlich vor der Einfahrt
zum Neklid-Parkplatz ein Werbeschild für ihr Skigebiet mit einem
Geradeaus-Pfeil aufstellten, rückten
die Mitbewerber mit Pistenraupen
an und ließ einen riesigen Schneehaufen als Sichtsperre errichten.
Horník schüttelt den Kopf über
diese Engstirnigkeit. Er will die gesamte Skiregion um Fichtelberg und
Keilberg noch besser vernetzen.
Selbst das Projekt Skischaukel, auf
deutscher Seite längst beerdigt, hat
er trotz Klimawandels noch nicht
ganz aufgegeben. Er plädiert für eine
kleinere Lösung – eine Bahn vom
Fuß des Kleinen Fichtelbergs hinüber an den Osthang des Keilbergs.
„Ich glaube, dass die zwei Berge eine
große Zukunft haben.“
Ein reiselustiger Roboter stürzt sich in den Karnevalstrubel
„Hitch-Bot“, der
6000 Kilometer durch
Kanada getrampt ist, geht
jetzt auf abenteuerliche
Tour durch Deutschland.
VON SABINE DOBEL
MÜNCHEN — „Currywurst“ und „Feierabend“ kann er schon sagen. Der
reiselustige Roboter „Hitch-Bot“ aus
Kanada bereitet sich auf seine Tour
durch Deutschland vor. „Damit ich
mich in Übersee auch vernünftig
unterhalten kann, habe ich angefangen, Deutschunterricht zu nehmen“,
erläutert er auf seiner Homepage.
Am Freitag startet „Hitch-Bot“ von
München aus seine zehntägige Tour.
Der Fernsehsender Pro Sieben mit
seiner Wissenssendung „Galileo“
hat ihn eingeladen. Das Startdatum
Freitag, der 13. beunruhigt ihn
nicht. „Ich glaube, Roboter sind
nicht abergläubisch, sondern sehr
optimistisch“, sagt Frauke Zeller von
der Ryerson Universität in Toronto,
die „Hitch-Bot“ mit kreierte.
Kurz vor dem Flug arbeiten seine
Erfinder an der Spracherkennung.
„Damit er dann, wenn man ihn
fragt: „Wer bist du?“ nicht antwortet:
,Ich möchte eine Currywurst‘“, sagt
Zeller. Er soll ein bisschen von seiner
Kanada-Reise erzählen können und
hat Hobbys, über die er plaudert:
Fußball, Hockey, Backen, Reiten.
Er muss sympathisch wirken –
denn er ist auf Hilfe angewiesen. Er
kann sich nicht bewegen; Autofahrer müssen den knapp acht Kilogramm schweren Typen ins Fahrzeug heben. Aufladen an der Steckdose ist „lebenswichtig“, und Übernachtungseinladungen sind willkommen. Ganz wetterfest ist der
elektronische Abenteurer nämlich
nicht. So groß wie ein sechsjähriges
Kind ist „Hitch-Bot“ mit seinem
Fass-Körper, Beinen aus Schwimmwürsten, rosa Gummistiefeln und
Mülltonnendeckel auf dem Kopf ursprünglich ein Kunstprojekt.
„Normalerweise bauen wir Robo-
ter, damit sie uns helfen. Wir wollten das umdrehen“, sagt Zeller. Anstatt „Können Menschen Robotern
vertrauen?“ fragten die Wissenschaftler: „Kann ein Roboter den
Menschen vertrauen?“ Hauptfrage
der Forscher: „Wie ist das Verhältnis
zwischen Mensch und Maschine
und inwieweit vergessen Menschen,
dass sie einen Roboter vor sich haben?“ Informatiker sehen in ihm ein
wertvolles Experiment. „Vom reinen
Technologieaspekt ist er vollkommen uninteressant“, sagt Florian
Röhrbein, Informatiker an der Technischen Universität München.
„Aber er kann beitragen, Ängste abzubauen. Er ist interessant im Sinne
eines soziologischen Experiments
für die Roboter-Mensch-Beziehung.“
Es gebe viele Vorbehalte, Roboter etwa in der Pflege einzusetzen. Dabei
könnten sie das menschliche Personal sehr gut entlasten.
In Kanada jedenfalls nahm der
Roboter sehr menschlich am Leben
der Menschen teil. Ureinwohner
holten ihn zu sich, er fuhr auf einem
Motorrad mit, wurde zum Essen eingeladen. Die Gastgeber überlegten
sich das Menü genau und servierten
einen Teller mit Schrauben und Maschinenöl. Er durfte mit zum Camping – und sogar auf eine Hochzeit.
Nun steigt die Spannung, wie es
ihm in Deutschland ergeht. Auf der
Reiseliste stehen unter anderen
Schloss Neuschwanstein, Berlin,
Sylt, Görlitz – und er muss Spezialaufgaben erledigen: Er soll ein Selfie
mit einem Weltmeister machen und
auf einem Wagen beim Kölner Rosenmontagszug mitfahren. (dpa)
„Gestatten, Hitch-Bot: Darf ich mitfahren?“
FOTO: RYERSON UNIVERSITY/DPA
KOMMENTAR & HINTERGRUND
Montag, 9. Februar 2015
LEITARTIKEL
IM FOKUS
Ratlos in
München
US-Moderator
beim Lügen ertappt
MATTHIAS SCHIERMEYER
ÜBER DIE KRISE DER
SICHERHEITSPOLITIK
Brian Williams führte mit Irakkriegs-Story
Millionen Zuschauer an der Nase herum
FOTO: JUSTIN LANE/DPA/ARHCIV
4 Freie Presse
newsdesk@freiepresse.de
E
s sieht so aus, als könnte 2015
erneut ein Unglücksjahr für
die internationale Sicherheit
werden. Alle im Vorjahr entflammten Großkonflikte sind ungelöst.
Die bekannten Brandherde drohen
sich auszudehnen, neue tun sich
auf. Der Krieg in der Ukraine, die
Ausbreitung des Islamischen Staates, die Blutspur von Boko Haram in
Afrika – die Weltordnung scheint
aus den Fugen zu geraten. Damit
einher gehen terroristische Aktivitäten und enorme Flüchtlingsströme,
die jeweils unsere Lebenswirklichkeit unmittelbar berühren.
Lange nicht mehr waren Frieden
und Stabilität an vielen Stellen rund
um den Globus so fern. Selbst die
Münchner Sicherheitskonferenz –
ein Hort der Krisenbekämpfungspolitik – hat vor einem Jahr über den
Maidan in Kiew geredet, die Aggression Russlands und Tausende von
Toten in der Ostukraine aber nicht
kommen sehen. Man hat überlegt,
wie Syriens Diktator Assad entmachtet werden kann, die größere
Bedrohung durch den islamistischen Terror aber nicht wahrgenommen. Am Wochenende wurden
in München die Scherben zusammengekehrt. Die Ratlosigkeit bezüglich möglicher Lösungen war greifbar.
Nach dem Versagen der Frühwarnsysteme wie der Vereinten Nationen, von OSZE oder Nato-Russland-Rat stehen die westlichen Regierungen ohne Kompass da. Mit
den Mitteln der Diplomatie kommen sie meist nicht weit. Die Wirkung ihrer Worte ist begrenzt, wie
sich mit Blick auf den IS-Terror gezeigt hat. Ohne Luftangriffe der USA
und ohne Aufrüstung der irakischen Streitkräfte sowie der kurdischen Peschmerga-Kämpfer (auch
durch Deutschland) stünden weite
Teile des Irak schon unter der brutalen Knute der Dschihadisten.
Es ist eine Binsenweisheit, dass es
in keinem Konflikt einfache Lösungen gibt. Zudem sind die Krisen eng
miteinander verstrickt. So sind vielfältige Strategien nötig. Militärische
Optionen müssen genauso einkalkuliert werden wie ökonomische
Hilfen und Druckmittel. Zugleich
muss in Afrika und den arabischen
Ländern eine krisenorientierte Entwicklungshilfe betrieben werden,
um auf Parlamente und Zivilgesellschaften einzuwirken. Es gilt, das
Herz der Menschen zu erreichen.
Die bedrohten Länder müssen sich
von innen heraus verändern.
IMPRESSUM
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KARIKATUR: TOMICEK
„Ich denke, er hat es verstanden, Madame.“
Der US-Sender NBC hat eine Untersuchung gegen den beliebten Nachrichtenmoderator Brian Williams
eingeleitet, nachdem dieser beim
Lügen ertappt worden war. Sowohl
seine Berichterstattung aus dem
Irak 2003 als auch die über Hurrikan
„Katrina“ 2005 würden untersucht,
berichteten US-Medien am Wochenende unter Berufung auf interne
NBC-Angaben.
Williams hatte mehrfach behauptet, er sei 2003 im Irakkrieg in
einem Hubschrauber gewesen, der
von einer Panzerfaust abgeschossen
wurde. Dann kam jedoch heraus,
dass Williams in einem anderen
Hubschrauber saß, der erst eine
Stunde später bei dem verunglückten Helikopter landete.
Williams hatte sich daraufhin
entschuldigt. „Ich weiß nicht, wie
verdreht mein Kopf gewesen sein
muss, dass ich die beiden Hubschrauber verwechselt habe.“ Auch
bei seiner Berichterstattung über
„Katrina“ gibt es zahlreiche Ungereimtheiten. Seine Nachrichtensendung schauen täglich rund neun
Millionen Menschen. (dpa)
EIN VIDEO mit den Berichten
von Williams können Sie aufrufen, wenn Sie diesen Code
mit dem Smartphone scannen.
» www.freiepresse.de/williams
DAS THEMA: UKRAINE-KRISE
Letzter Ausweg Minsk
Die deutsch-französische Friedensinitiative besteht den ersten Praxistest auf der Münchner Sicherheitskonferenz nicht.
Das entscheidende Treffen findet am Mittwoch statt. Davor bespricht sich Merkel noch mit US-Präsident Obama.
VON MICHAEL FISCHER
Fünf Tage im Leben der Kanzlerin
Angela Merkel (CDU) ist bekannt dafür, dass sie viele Termine in kurzer
Zeit wahrnimmt. Ein Blick auf ihren
Terminkalender in diesen Tagen:
MÜNCHEN — Hoffnung und Zuver-
sicht? Davon war drei Tage lang wenig zu spüren in München. Stattdessen gab es im Hotel Bayerischer Hof
ganz andere Töne: Spaltung Europas, Bruch des Völkerrechts, Krieg.
Dies war eine der wichtigsten Sicherheitskonferenzen seit dem Ende des Kalten Krieges vor 25 Jahren.
Aber am Ende des dreitägigen Treffens von mehr als 400 Politikern und
Experten aus etwa 90 Ländern blieb
vor allem das flaue Gefühl, dass in
der Ukraine alles noch viel schlimmer kommen könnte, als es ohnehin schon ist.
„Wir sind von einer politischen
Lösung des Ukraine-Konflikts auch
nach dem letzten Verhandlungswochenende weit entfernt“, lautete die
ernüchternde Bilanz von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier am gestrigen Mittag.
Ein Hoffnungsschimmer
Kurz darauf gab es dann aber doch
noch einen neuen Hoffnungsschimmer. Für den kommenden Mittwoch
streben Bundeskanzlerin Angela
Merkel, der französische Präsident
François Hollande und die Präsidenten Russlands und der Ukraine, Wladimir Putin und Petro Poroschenko,
ein Gipfeltreffen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk an. Darauf
verständigten sie sich telefonisch.
Es ist das dritte, aber mit Abstand
wichtigste Treffen in dieser Zusammensetzung seit dem Beginn der
Donnerstag, 5. Februar: Vormittags
Treffen mit dem Astronauten Alexander Gerst. Nachmittags kurzfristig
Flug nach Kiew, um mit Frankreichs
Staatschef François Hollande die Friedensinitiative im Ukraine-Konflikt zu
starten. Nachts Rückkehr nach Berlin.
Der ukrainische Präsident Poroschenko zeigte russische Pässe – als angeblichen Beweis, dass seine Truppen auch gegen Moskau kämpfen. FOTO: T. HASE/DPA
Krise. Die Kämpfe zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Regierungstruppen im Osten
des Landes haben sich in den vergangenen Wochen immer weiter
verschlimmert. Die Zahl der Toten
ist auf weit über 5000 gestiegen. Alle
diplomatischen Bemühungen der
Außenminister um Deeskalation
sind kläglich gescheitert.
Angesichts der verzweifelten Lage machten Merkel und Hollande
die Krisendiplomatie am vergangenen Donnerstag zur Chefsache und
reisten nach Kiew und Moskau, um
einen neuen Friedensplan vorzubereiten. Dass schon weniger als eine
Woche später ein Gipfeltreffen stattfindet, erhöht den Druck auf die
Konfliktparteien immens. In München schalteten Kiew und Moskau
aber noch auf stur. Den eindrucksvollsten Auftritt legte Poroschenko
hin. Wie schon vor zwei Wochen in
Davos nutzte der ukrainische Präsident das internationale Forum, um
bei Europäern und Amerikanern
um Unterstützung für seinen
Kampf gegen die prorussischen Separatisten zu werben. In der
Schweiz hatte er ein Trümmerteil eines zerschossenen Busses dabei.
„Ich bin kein Kriegspräsident“
In München präsentierte der Ukrainer russische Pässe als – so sagte er –
Beweis dafür, dass seine Truppen
auch gegen Moskau kämpfen. „Ich
bin ein Präsident des Friedens, kein
Kriegspräsident“, beteuerte Poroschenko. Gleichzeitig forderte er
aber Waffen vom Westen.
Samstag, 7. Februar: Auftritt bei der
Münchner Sicherheitskonferenz.
Sonntag, 8. Februar: Mittags Flug
nach Washington, nachts Gespräche
mit Vertreten aus der Politik.
Freitag, 6. Februar: Morgens Empfang des irakischen Premiers Haider
al-Abadi, Pressekonferenz, Flug nach
Moskau. Friedensoffensive Teil II.
Montag, 9. Februar: Innerhalb von
zwölf Stunden Frühstück mit Führungskräften, Gespräch mit US-Präsident Obama, Pressekonferenz, Besuch bei der Weltbank, Flug nach Ottawa, Gespräch mit Premierminister
Stephen Harper, Pressekonferenz.
Dienstagmorgen dann Rückflug nach
Berlin. Nach Ankunft Fahrt ins Kanzleramt. (dpa)
Der russische Außenminister
Sergej Lawrow wiederum hatte sich
für die Münchner Konferenz vor allem eins vorgenommen: dem Westen die wirklich vollständige Schuld
für das Desaster in der Ostukraine
zu geben. Barsch und schmallippig
kritisierte der Russe insbesondere
die „amerikanische Obsession“ der
Raketenabwehr in Europa und hielt
den USA vor, damit globale Dominanz erreichen zu wollen.
Die beiden Reden klangen so, als
wenn in den Tagen zuvor nichts gewesen sei. Keine Pendeldiplomatie
von Merkel und Hollande, kein neuer Friedensplan – nichts.
Merkel war in München vor allem damit beschäftigt, die in den
USA immer lauter werdenden Forderungen nach Waffenlieferungen
abzuwehren. Putin werde sich auch
von einer hochgerüsteten ukrainischen Armee nicht beeindrucken
lassen, sagte sie. „Militärisch ist das
nicht zu gewinnen, das ist die bittere
Wahrheit.“ Heute will die Kanzlerin
bei einem Kurzbesuch in Washington US-Präsident Barack Obama von
ihrer Linie überzeugen (siehe Text
unten).
Ziel des Treffens am Mittwoch ist
ein neuer Friedensplan, oder besser
gesagt: eine überarbeitete Neuauflage des Abkommens von September,
das von den Konfliktparteien nicht
eingehalten wird. Die entscheidende Frage ist dabei: Wie geht man mit
den Gebietsgewinnen der Separatisten um? Eins ist klar: Schwammige
Kompromisse kann es nicht mehr
Leitartikel
geben. (dpa)
„Richtig wichtig“: Merkel und Obama suchen gemeinsame Linie
Beim Besuch von Merkel in Washington und Ottawa überlagert die Ukraine-Krise alles – doch der Kurztrip ist auch sonst von Tragweite
BERLIN — Die Gespräche der Kanzle-
rin dauern nicht lang. Mit Obama
sind gut 90 Minuten eingeplant, mit
Kanadas Regierungschef Stephen
Harper 30. Plus Essenzeit. Das muss
reichen, die Themen von der Ukraine-Krise bis zur IS-Terrormiliz zu erörtern. Die „Freie Presse“ beantwortet wichtige Fragen zu den Treffen.
Welche Erwartungen bestehen
an Merkels nur eintägige Reise?
Hohe. Ursprünglich sollte der Besuch vor allem zur Vorbereitung des
G-7-Gipfels im Juni unter deutscher
Präsidentschaft dienen. Es geht um
Krieg, Terror, Klimaschutz, EbolaEpidemie, Freihandel, Frauenrechte.
Abstimmung ist da vonnöten. Doch
die Treffen mit US-Präsident Obama
und Kanadas Regierungschef Stephen Harper sollen angesichts der
Dramen in der Welt auch das klare
Signal transatlantischer Eintracht
senden. Merkel spricht bei der
Münchner
Sicherheitskonferenz
von „besorgniserregenden Herausforderungen“.
Kann Merkel die USA von Waffenlieferungen an die Ukraine
abhalten?
Merkels Wort hat für Obama Gewicht. Das Verhältnis zu Deutschland sei ihm „richtig wichtig“, sagt
Heather Conley, Europa-Direktorin
bei der US-Denkfabrik CSIS. Sie betont, gerade gegenüber Russlands
Staatschef Wladimir Putin wollten
sich die USA unbedingt geschlossen
mit Europa präsentieren. Die US-Regierung sagt, sie wolle das ukrainische Militär nicht aufrüsten. Aber
vor allem republikanische Senatoren dringen darauf.
Belastet die NSA-Geheimdienstaffäre das Verhältnis noch?
Gesprächsbedarf: Angela Merkel und
Barack Obama.
FOTO: KAY NIETFELD/DPA
Sie schlummert. Die weltweiten Krisen drängen den Vertrauensbruch in
den Hintergrund. Mit seiner massenhaften Überwachung von Daten,
dem Abhören von Merkels Handy
sowie
Spionageangriffen
auf
Deutschland hat der US-Geheimdienst das Vertrauen in die USA erschüttert. Und die USA haben weder
die von Merkel geforderte Aufklärung geleistet noch Zusagen gemacht, nicht mehr zu spionieren.
Die Spannungen in der NSA-Affäre
hätten etwas nachgelassen, der
Druck zur Kooperation sei weiter
gewachsen, sagt Fran Burwell, Vizepräsidentin des Transatlantik-Instituts Atlantic Council in Washington. Und aus deutschen Regierungskreisen verlautet, 2014 habe es so
viele enge Abstimmungen mit Obama gegeben wie nie zuvor.
Was können Obama und Merkel
noch für das geplante und so umstrittene Freihandelsabkommen
der EU mit den USA (TTIP) tun?
Weiter werben. Beide hielten schon
flammende Reden für die Entstehung des mit 800 Millionen Verbrauchern weltgrößten Wirtschaftsraums. Doch vor allem in Deutschland herrscht Skepsis. Bürger haben
Angst, dass hohe deutsche Standards preisgegeben und ausländische Investoren Staaten vor privaten Schiedsgerichten verklagen
können, wenn ihnen Gesetze nicht
passen. Haben die Verhandlungen
2015 keinen Erfolg, droht Stillstand.
Denn dann beginnt in den USA der
Wahlkampf – der Anfang vom Ende
der Präsidentschaft Obama.
Und wie sieht es mit dem Freihandelsabkommen der EU mit
Kanada (Ceta) aus?
Mäßig. Die Verhandlungen zu Ceta
wurden 2014 zwar abgeschlossen.
Die Mitgliedstaaten können nun
Stellung nehmen. Die Bundesregierung hat aber noch Änderungsbedarf. Kanadas Regierungschef Stephen Harper warnte Berlin bereits,
das Abkommen aufs Spiel zu setzen.
Und Ceta gilt als Blaupause für das
TTIP-Abkommen. (dpa)
POLITIK
Montag, 9. Februar 2015
NACHRICHTEN
SICHERHEITSLAGE
Kämpfe: Nigeria
verschiebt Wahlen
ABUJA — Die Präsidenten- und Parlamentswahl in Nigeria ist wegen der
prekären Sicherheitslage in dem
westafrikanischen Land um sechs
Wochen verschoben worden. Die
Wahlkommission teilte mit, die Sicherheitskräfte hätten darauf hingewiesen, dass sie wegen des Kampfes
gegen die im Nordosten aktive islamistische Terrorgruppe Boko Haram den Schutz der Wähler nicht garantieren könnten. Die eigentlich
für Samstag geplante Abstimmung
soll nun am 28. März stattfinden.
Kritiker sehen in dem Aufschub ein
Manöver von Präsident Goodluck
Jonathan und seiner regierenden
Volkspartei, um eine mögliche
Wahlniederlage abzuwenden. (dpa)
BUNDESWEHR
Pannen-Helikopter
bleibt am Boden
BERLIN — Die Bundeswehr muss ihre
Transporthubschrauber vom Typ
NH90 aus Sicherheitsgründen am
Boden lassen. Wegen notwendiger
technischer Nachbesserungen seien
Routineflüge vorläufig ausgesetzt,
teilte die Bundeswehr mit. Hersteller Airbus hatte gewarnt, wegen eines Fehlers beim Auslösen der Feuerlöschtechnik des Triebwerks könne es zu einem Kurzschluss kommen. Hintergrund ist ein Zwischenfall mit einem NH90 im Juni 2014,
als ein Hubschrauber in Usbekistan
wegen eines Triebwerksschadens
notlanden musste. (dpa)
Freie Presse
5
SPD sucht den Weg aus der Sackgasse
zu viel aus dem Bauch heraus. Die
Vermögenssteuer – ein Lieblingsprojekt der SPD-Linken – erklärte er
für tot. Beim Freihandelsabkommen
mit Kanada und den USA warnt er
seine SPD vor ChlorhühnchenAngst und Blockade.
Jüngster Aufreger: das PegidaThema. Gabriels Besuch bei einer
Pegida-Diskussion in Dresden sei
nicht wirklich abgesprochen gewesen, heißt es. Zudem stieß er diejenigen in der SPD vor den Kopf, die sich
um Flüchtlinge kümmern und Gegendemonstrationen organisieren.
Die Edathy-Affäre belastet
die Glaubwürdigkeit der
SPD, in Umfragen klebt
sie bei 25 Prozent. Die
Stimmung könnte besser
sein – eine Klausur der
Parteispitze um Sigmar
Gabriel soll das ändern.
VON GEORG ISMAR
NAUEN — Erst erschießt ein Bauer ei-
nen Mitarbeiter des Veterinäramtes,
weil der ihm 25 Rinder wegnehmen
sollte. Und dann kommt auch noch
die Bundesspitze der SPD. Dabei sei
doch sonst nicht viel los in Behnitz,
sagt die Dame von der Pension.
Und nicht nur die Parteispitze ist
gestern ins Havelland gekommen,
auch die Bundesminister und Ministerpräsidenten der SPD sind im
„Landgut A. Borsig“ dabei. Die zweitägige Klausur dient auch der Sinnund Rezeptsuche. Denn die Partei ist
nervös und auch ratlos, warum in
Umfragen bisher nicht honoriert
wird, dass man große Wahlversprechen, wie 8,50 Euro Mindestlohn
und teure Rentengeschenke, eingelöst hat. Aber da sind auch dunkle
Schatten wie die Edathy-Affäre, die
die Glaubwürdigkeit der SPD erschüttert, weil sich die Partei nur bedingt aufklärungsbereit zeigt.
SPD-Chef Sigmar Gabriel äußert
sich zum Klausurauftakt erstmals
zur Aussageverweigerung des Bundestagsabgeordneten Michael Hartmann im Edathy-Ausschuss. Es gab
Erst hochgelobt, jetzt umstritten: Nicht jeder in der Partei ist glücklich mit SPD-Chef Gabriel. FOTO: MAURIZIO GAMBARINI/DPA
zuvor neue Zeugenaussagen, Hartmann habe den damaligen SPDAbgeordneten Sebastian Edathy
vor Kinderpornografie-Ermittlungen gewarnt. „Das ermöglicht jede
Form von Verschwörungstheorie.
Deswegen wäre es besser, wenn Michael Hartmann sagen würde, was
er weiß“, mahnt Gabriel.
Neues Zauberwort
Hat der Parteichef einen Plan, wie es
insgesamt vorwärts gehen kann?
Das neue Zauberwort der SPD lautet:
„Arbeitende Mitte“. Bei den 30- bis
50-Jährigen, der „Gehetzten Genera-
tion“, hat die Partei viel Zustimmung verloren. Nun wird über neue
steuerfinanzierte Teilzeitmodelle
für Väter und Mütter und mehr Kinderbetreuung nachgedacht. Neben
Job und Kindern müssen oft noch
Eltern gepflegt werden. „Für diese
Fragen richten wir ein weiteres Themenlabor ein, das Familienministerin Manuela Schwesig leiten wird“,
sagt Generalsekretärin Yasmin Fahimi. Gabriel meint zu dem komplexen Thema: „Es ist die Aufgabe von
Parteien, sich großen Baustellen zu
widmen.“ Generalsekretärin Fahimi
warnt die Partei vor Hektik und The-
menhopping. „Bei aller Schnelllebigkeit unserer Zeit sind wir nicht
gut beraten, wenn wir uns von den
demoskopischen Umfragen tagespolitisch treiben lassen.“ Vertrauen
stärke man, indem die SPD klaren
Kurs halte. Doch der ist vielen Bürgern nicht klar.
Intern wächst der Frust. Dabei
hatte es zunächst viel Lob dafür gegeben, wie Gabriel die Genossen in
die Große Koalition gelotst und was
er der Union alles abgetrotzt hatte.
Er mache einen fantastischen Job,
hieß es. Jetzt ist man in der SPD wieder in der Lästerphase: Er entscheide
Diffuses Profil
Der Bundeswirtschaftsminister hat
nicht mehr viel Zeit, sein Image so
zu drehen, dass die Bürger einen
Kanzlerkandidaten Gabriel für eine
Alternative zu Angela Merkel (CDU)
halten. Das größte Problem aber:
Seit Jahren ist das Profil diffus. Mal
wird linke Politik gemacht, mal
heißt es: mehr Wirtschaft.
Gabriel kann rhetorisch mitreißen und hat ein Gespür für die Sorgen der Bürger. Aber der Druck auf
ihn wächst. Er läuft Gefahr, sich zu
viel aufzuhalsen. Damit wächst die
Gefahr von Fehlern. Ein Gegenentwurf zu ihm ist Olaf Scholz: Unaufgeregt, strategisch, verschwiegen.
Kanzlerin Merkel schätzt die Zuverlässigkeit des Hanseaten, etwa
bei der Reform der Bund-Länder-Finanzbeziehungen. In einer Woche
wird Scholz Gabriel in Hamburg den
schönsten Wahlsonntag seit langem
bescheren. Holt er gar wieder die absolute Mehrheit, wird er aber garantiert auch eine Frage gestellt bekommen: Die nach einer Kanzlerkandidatur. (dpa)
KINDERERZIEHUNG
Vatikan-Kommission
kritisiert Papst
ROM — Die neue päpstliche Kinder-
schutzkommission hat die Aussage
von Papst Franziskus zum Schlagen
von Kindern kritisiert. „Man schlägt
Kinder nicht“, sagte Kommissionsmitglied Peter Saunders, der selbst
Missbrauchsopfer ist, in Rom. „Wir
müssen mit dem Papst reden, denn
Millionen Kinder werden weltweit
körperlich misshandelt.“ Der Vorsitzende der vom Papst einberufenen
Expertengruppe, Kardinal Sean Patrick O’Malley, kündigte an, man
wolle Franziskus in dieser Beziehung Ratschläge geben. (dpa)
A N ZE I G E
Verdacht auf
Kriegsverbrechen
Deutsche sollen als IS-Kämpfer Zivilisten getötet haben
BERLIN — Die
Bundesanwaltschaft
ermittelt nach einem Zeitungsbericht in mindestens zwei Fällen gegen mutmaßliche IS-Terroristen –
auch wegen Kriegsverbrechen. Dabei handele es sich um den Berliner
Ex-Rapper Denis Cuspert und den
Deutsch-Algerier Fared S. aus Bonn,
berichtet die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf Justizkreise. Dem
Bundeskriminalamt lägen Erkenntnisse vor, wonach beide Dschihadisten im vergangenen Jahr an der Ermordung syrischer Soldaten und Zivilisten beteiligt gewesen sein könnten. Die Ermittlungen beträfen daher auch das Völkerstrafgesetzbuch
zu Kriegsverbrechen gegen Personen. Bei einer Verurteilung drohe lebenslange Haft. (dpa)
HOMOSEXUELLE
Referendum in der
Slowakei gescheitert
BRATISLAVA — Ein Referendum, das
die Rechte Homosexueller in der
Slowakei dauerhaft beschneiden
sollte, ist klar gescheitert. Nach den
offiziellen Ergebnissen erreichte die
von der kirchennahen „Allianz für
die Familie“ durchgesetzte Abstimmung nur eine Beteiligung von 21,4
Prozent. Um gültig und damit zugleich bindend für das Parlament zu
sein, hätten über 50 Prozent der
Stimmberechtigten
teilnehmen
müssen. Die Initiatoren hatten verlangt, gleichgeschlechtliche Ehen
sowie Kinderadoption durch Homosexuelle zu verbieten. (dpa)
PROTESTKUNDGEBUNG
131 Festnahmen
in Ludwigshafen
LUDWIGSHAFEN — Bei Aktionen gegen eine Kundgebung von Hooligans und Sympathisanten des rechten Lagers in Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) sind gestern mindestens
131 Gegendemonstranten festgenommen worden. Ihnen werden
Landfriedensbruch, Sachbeschädigung und Verstöße gegen das Vermummungsverbot vorgeworfen.
Ein Anhänger des rechten Lagers
wurde festgenommen, weil er einem Polizisten geboxt hatte. Zu den
sechs Demonstrationen gegen die
Kundgebung des Vereins „Gemeinsam-Stark Deutschland“ – einer Abspaltung des Netzwerks „Hooligans
gegen Salafisten“ – waren laut Polizei etwa 2000 Menschen gekommen, rund 500 zu den Rechten. (dpa)
Athen besteht auf
Neuverhandlungen
Griechenlands Premier
Tsipras hofft weiter auf
eine Einigung mit den
Geldgebern – allerdings zu
neuen Konditionen.
VON ANDREAS KRAUSE
ATHEN — Griechenlands
Ministerpräsident Alexis Tsipras hält trotz
bestehender Vorbehalte in EU-Ländern eine Einigung in der Schuldenkrise für möglich. Griechenland
werde seinen Partnern ein Überbrückungsprogramm bis Juni vorschlagen, sagte Tsipras während seiner
Regierungserklärung gestern in
Athen. Der Linkspolitiker kündigte
seinen Landsleuten tiefgreifende Reformen, mehr soziale Gerechtigkeit
sowie einen harten Kampf gegen
Korruption und Steuerflucht an.
„Das bisherige Sparprogramm
wurde durch seine eigenen katastrophalen Ergebnisse und das Urteil
des Volkes am 25. Januar (die Parlamentswahl) abgeschafft“, sagte Tsipras. Deshalb wolle die neue Regierung bis zum Sommer das Programm zur Bewältigung der griechischen Schuldenkrise insgesamt neu
aushandeln. „Griechenland will seine Schulden bedienen“, kündigte er
an. Seine Regierung sei entschlossen, alle ihre Wahlkampfversprechen umzusetzen. Vordringlich sei
es, den Schwächsten im Lande beizustehen. Tsipras stellte klar, dass
weder das Rentenalter erhöht noch
Pensionen gekürzt würden. Die Mittel für zusätzliche Ausgaben will die
Regierung beispielsweise durch Abschaffung von Dienstwagen sowie
anderer Vergünstigungen für Staatsdiener einsparen. Große Auslandsvermögen sollen überprüft werden.
Zugleich soll es ein Wachstumsprogramm für die Wirtschaft geben.
Alexis Tsipras
Ministerpräsident
Griechenlands
FOTO:YANNIS KOLESIDIS/DPA
Tsipras ging auch auf ein
Deutschland betreffendes Wahlversprechen ein. Seine Regierung werde von der Bundesrepublik Wiedergutmachung für Zerstörungen während des Zweiten Weltkrieges sowie
die Rückzahlung eines Zwangskredits fordern, der Griechenland für
die Besatzungskosten abgenötigt
worden war. Berlin hat wiederholt
signalisiert, dass die Reparationsfrage für Deutschland erledigt sei. (dpa)
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6 Freie Presse
NACHRICHTEN
WIRTSCHAFT
Montag, 9. Februar 2015
Handwerkskunst in Leipzigs Messehallen
BÖRSENWOCHE
Schuldendrama,
nächster Akt
EINZELHANDEL
Einkaufssonntage als
Chance für Läden
VON BARBARA SCHÄDER
BERLIN — Im Konkurrenzkampf mit
dem boomenden Onlinehandel
hofft der deutsche Einzelhandel auf
mehr Einkaufssonntage. Deswegen
fordert der Handelsverband (HDE)
die Kommunen auf, die gesetzlichen
Möglichkeiten für verkaufsoffene
Sonntage im Handel stärker zu nutzen. „Liberalere Ladenöffnungszeiten sind ein Schritt hin zu mehr
Chancengleichheit zwischen den
unterschiedlichen Verkaufskanälen“, sagte der HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der „Wirtschaftswoche“. Die Öffnungszeiten
an Sonn- und Feiertagen sind im Ladenöffnungsgesetz je nach Bundesland unterschiedlich geregelt. (dpa)
D
SPARPROGRAMM
Bestandsschutz für
deutsche VW-Werke
WOLFSBURG — VW-Chef Martin Winterkorn will als Teil des Sparprogramms in Deutschland keine Werke schließen. „Manche vermissen
vielleicht die großen, symbolträchtigen Aktionen“, zitierte das Fachblatt
„Automobilwoche“ den Manager.
„Aber ich sage: Wir werden keine
Werke schließen.“ Dies habe Winterkorn vor Führungskräften erklärt, hieß es. In den kommenden
Jahren sollen die Kosten allein bei
der Hauptmarke VW um fünf Milliarden Euro gesenkt werden. Insidern zufolge will VW die Ausgaben
über alle zwölf Marken hinweg um
zehn Milliarden Euro drücken. (rtr)
SCHULDENSTREIT
Ratingagentur stuft
Griechenland ab
LONDON — Nächster
Nackenschlag
für die neue griechische Regierung:
Wegen ihres Konfrontationskurses
mit den Geldgebern senken die Ratingagenturen den Daumen über
Athen. Die Agentur Standard &
Poor’s (S&P) stufte die Bonitätsnote
des Landes von „B“ auf „B-“, wie S&P
mitteilte. Zudem droht S&P kurzfristig mit weiteren Herabstufungen
der Kreditwürdigkeit („Creditwatch
Negative“). Kein anderes Land der
Eurozone wird von S&P so schlecht
bewertet. Auch Moody’s drohte dem
Land mit einer Herabstufung. Die
derzeitige
Bonitätsbewertung
„Caa1“ sei unter Beobachtung gestellt worden, teilte Moody’s mit.
Die Bewertung ist ohnehin eine Stufe schlechter als bei S&P. (dpa)
FERNBUS
Dein-Bus plant
Preisanhebung
OFFENBACH — Der bisher nicht genannte neue Investor des im Herbst
gestrauchelten
Fernbuspioniers
Dein-Bus aus Offenbach heißt eigenen Angaben zufolge Tillmann
Raith. Er sei bei der Firma nach der
Pleite im November mit einer „niedrigen siebenstelligen Summe“ eingestiegen, sagte Raith laut „Wirtschaftswoche“. Raith erklärte, DeinBus solle mit mehr Service, neuen
Strecken und Partnern im benachbarten Ausland aus der Krise kommen. Auch die Preise sollen steigen.
Die Firma hatte wegen des harten
Preiskampfes in der Branche Insolvenz anmelden müssen. (dpa)
SACHSEN-WIRTSCHAFT
Hotelbranche tritt
Dachverband bei
DRESDEN — Die Hotel- und Gastrono-
miebranche im Freistaat hat sich als
neues Mitglied der Vereinigung der
sächsischen Wirtschaft (VSW) angeschlossen, teilte der Branchenverband Dehoga Sachsen gestern mit.
Als Spitzenorganisation der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände
vertritt die VSW die Wirtschaft im
Freistaat bei verschiedenen politischen Themen gegenüber Regierung, Parteien, Gewerkschaften und
Institutionen des öffentlichen Lebens. (fp)
Wie vielfältig und abwechslungsreich das Hand-
werk in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt ist, zeigt seit Samstag die Mitteldeutsche
Handwerksmesse in Leipzig. Dort präsentieren
auch die angehenden Maler- und Lackiererinnen Stefanie Böhndel (li.) und Sandra Bornkessel ihre Arbeiten zur Oberflächengestaltung aus
dem ersten und zweiten Lehrjahr. Die Messe, an
der sich laut Veranstalter 245 Handwerksbetriebe beteiligen, findet gemeinsam mit der Verbraucherschau „Haus-Garten-Freizeit“ statt und
endet nächsten Sonntag. FOTO: HENDRIK SCHMIDT/DPA
Punkte sammeln fürs Mühlen-Set
25 Millionen Menschen
haben sie in der Tasche:
Die Payback-Karte ist
nach EC- und Kreditkarte
die meistverbreitete Plastikkarte in Deutschland.
15 Jahre nach dem Start
setzen aber neue Konkurrenten zum Angriff auf das
Bonusprogramm an.
VON DANIELA WIEGMANN
MÜNCHEN — „Haben Sie eine Pay-
back-Karte?“ In etlichen Supermärkten, Kaufhäusern und Tankstellen
gehört diese Frage für die Kassierer
zum Alltag. Und immer häufiger
lautet die Antwort „Ja“. 25 Millionen
Verbraucher in Deutschland haben
eine Payback-Karte, mit der sie bei
Rewe, dm, Kaufhof, Real, Aral oder
anderen Geschäften Punkte sammeln können. 15 Jahre nach der
Gründung ist das Münchner Unternehmen Payback damit Marktführer bei den Kunden-Programmen vor der Deutschlandcard (Edeka,
Marktkauf, Esso) mit mehr als 14
Millionen Karten. Konkurrenten
wie die neue Einkaufs-App Shopkick wollen den beiden Platzhir-
schen nach dem Erfolg in den USA
aber auch in Deutschland das Leben
schwer machen.
Verbraucherschützer sehen die
massenhafte Verbreitung der Kundenprogramme per Kundenkarte
oder Smartphone-App allgemein
kritisch. „Miese Prozente und
schlappe Rabatte im Gegenzug für
die Kundendaten – das ist das Geschäftsmodell“, sagt Georg Tryba
von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Für Einkäufe im
Wert von 1000 Euro erhalten die
Kunden mit Bonuskarten im
Schnitt 10 Euro zurück – das entspricht gerade einmal einem Prozent Rabatt. „Lohnen kann sich eine
Kundenkarte allenfalls in Verbindung mit Sonderaktionen, zum Beispiel mit Gutscheinen über fünf
oder zehn Prozent“, rät Tryba.
Bei Kaufhof erhalten PaybackKunden meist zehn Prozent Rabatt
auf einen Großteil der Produkte. Sieben Millionen Kunden setzten ihre
Payback-Karte laut einer Sprecherin
2014 ein. Einen kleinen Teil dieses
Umsatzes muss Kaufhof an Payback
zahlen. Das Geschäft lohnt sich für
die Kaufhauskette trotzdem. „Ziel ist
es, den Kunden für sie relevante Botschaften über besondere Sortimente
und Aktionen zukommen zu lassen.“ Dafür sei Payback ein geeignetes Instrument. Die Tierhandelskette Fressnapf will noch 2015 einsteigen. Damit zieht Payback nach Rewe
einen weiteren mächtigen Mitspieler ins Boot. Den Kunden macht die
Punktejagd anscheinend Spaß: Im
Jahr 2014 verschickte Payback 1,5
Millionen Prämien an die Kunden.
Besonders beliebt: Ein Set aus Salzund Pfeffermühlen, eine Gartenschere und ein Wasserkocher.
„Lohnen kann sich
eine Kundenkarte
allenfalls in
Verbindung mit
Sonderaktionen,
zum Beispiel mit
Gutscheinen.“
Georg Tryba Verbraucherzentrale
Derzeit testet Payback den Einstieg
in mobile Bezahlsysteme, mit denen
die Kunden beim Zahlen per Handy
gleichzeitig Punkte sammeln können. „Das Smartphone wird als Ergänzung zur Payback-Karte eine
zentrale Funktion einnehmen“, sagt
Geschäftsführer Bernhard Brugger.
Schon heute nutzen 4,5 Millionen Menschen eine Payback-App,
um mobile Coupons abzurufen. Im
nächsten Schritt könnte der Kunde
beim Betreten des Geschäfts per
Handy geortet werden und aktuelle
Angebote des Geschäfts direkt am
Regal erhalten. „Wir wollen die Kunden nicht nerven, sondern ihnen für
sie relevante Angebote machen“, so
Brugger. Konkurrenten wie Shopkick gehen noch einen Schritt weiter: Dort erhalten die Kunden schon
beim Betreten der Geschäfte Punkte
gutgeschrieben. Seit Oktober ist
Shopkick hierzulande aktiv – mit
dabei sind die Douglas-Parfümerien,
die Elektromärkte Media-Markt und
Saturn, Karstadt und die Baumarktkette Obi. In den Geschäften wird an
jedem Eingang eine Box angebracht,
die Signale an Smartphones sendet.
Bei Payback befindet sich eine
ähnliche Lösung in der Testphase.
Die Frage nach der Payback-Karte an
der Kasse bleibt aber trotzdem erhalten. Brugger sieht darin kein Problem. „Viele Kunden freuen sich darüber, weil sie es sonst vergessen würden.“ Beim Kurznachrichtendienst
Twitter sieht manch einer das aber
anders. Auf einer Hitliste mit nervigen Sprüchen (#FiveWordsToRuinADate) ist die Payback-Frage schon
dabei. Die Ausdauer der Kassierer
nötigt einem Tankkunden aber immerhin Respekt ab: „Gegen die Frau
von Aral, die mich seit 1867 Tagen
unbeirrt fragt, ob ich eine PaybackKarte habe, hatte Sisyphos eine laxe
Arbeitsauffassung.“ (dpa)
Briten setzen auf deutschen Bahnverkehr
National Express Rail
hofft, 2015 weitere Ausschreibungen zu gewinnen.
Vorige Woche bekam die
Firma den Zuschlag für die
S-Bahn Nürnberg.
NÜRNBERG — Der
britische Eisenbahnbetreiber National Express Rail
will nach seinem Erfolg bei der Ausschreibung des Nürnberger S-Bahnnetzes weitere große Strecken hierzulande gewinnen. „Wir werden uns
in diesem Jahr an weiteren und teils
noch größeren Ausschreibungen beteiligen“, sagte Tobias Richter, Chef
von National Express in Deutschland, der „Wirtschaftswoche“. Interessiert sei er unter anderem am
Rhein-Ruhr-Express, der ab 2018 das
Rheinland und Westfalen enger verknüpfen soll. Für einige kleinere Regionalverbindungen in Nordrhein-
Noch fährt hier die Deutsche Bahn: Eine S-Bahn im Bahnhof in Nürnberg. Im
Jahr 2018 wird National Express Rail übernehmen.
FOTO: DANIEL KARMANN/DPA
Westfalen hat die National Express
Rail bereits den Zuschlag bekommen – die Linien Krefeld-Köln-Rheine und Wuppertal-Solingen-Bonn.
National Express will diese ab Ende
dieses Jahres betreiben.
Vorige Woche hatte die Entscheidung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft für Aufsehen gesorgt, den
Betrieb des Nürnberger S-Bahn-Net-
zes ab 2018 bis 2030 nicht der Deutschen Bahn, sondern National Express Rail anzuvertrauen. Das SBahnnetz besteht aus fünf Linien
und wird von rund 20 Millionen
Fahrgästen jährlich genutzt.
Die Vergabe an die Tochter des
britischen Konzerns sorgt für Diskussionsstoff in der Politik. Die Bayern-SPD wirft der CSU-geführten
Staatsregierung den Ausverkauf
bayerischer Interessen vor. Sie forderte die Regierung auf, bei Ausschreibungen bestehende Tarifverträge zur Grundlage zu machen.
„Die Tariftreue gehört ohne Wenn
und Aber rein in die Vergabebedingungen“, so Bayern-SPD-Chef Florian Pronold. Weil in Nürnberg nun
Tür und Tor für Dumpinglöhne geöffnet seien, gehe bei den 700 Mitarbeitern die Angst um, sagte Pronold
und fügte hinzu: Bei öffentlichen
Ausschreibungen trügen nur noch
Sachsen und Bayern den Wettbewerb auf dem Rücken der Beschäftigten aus.
Mit der Sorge, dass auch bei der
Ausschreibung des Verkehrsverbundes Mittelsachsen über den Betrieb
der Strecken Dresden–Hof und
Chemnitz–Elsterwerda der Wettbewerb nur über die Personalkosten
entschieden wird, hatte sich kürzlich die Gewerkschaft GDL an die
Öffentlichkeit gewandt. (dpa/jdf)
as griechische Schuldendrama steuert auf einen
neuen Höhepunkt zu: Nach
seiner Europa-Tour nimmt der neue
Ministerpräsident Alexis Tsipras am
Donnerstag erstmals an einem EUGipfel teil. Ursprünglich war das
Treffen dem Kampf gegen den Terrorismus gewidmet, doch nun werden
sich die Staats- und Regierungschefs
wohl oder übel mit den griechischen Forderungen nach einer Umschuldung auseinandersetzen müssen. Die Börsianer werden allmählich unruhig, der Aktienindex Dax
gab nach wochenlanger Rekordjagd
am vergangenen Freitag leicht nach.
Denn das Hilfsprogramm für Hellas
läuft zum Monatsende aus, und eine
Anschlussfinanzierung ist bislang
nicht in Sicht.
Die Suche nach einer Lösung
wird die Märkte die ganze Woche in
Atem halten – schließlich dürfte das
Thema schon beim Treffen der G20Finanzminister in Istanbul heute
und morgen zur Sprache kommen.
Auch der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland und die damit
verbundene Rubelkrise werden die
Gruppe der 20 führenden Industrieund Schwellenländer beschäftigen.
Mit Spannung werden außerdem
die Zahlen zum Wirtschaftswachstum der Eurozone im vierten Quartal erwartet, die am Freitag veröffentlicht werden. Analysten erwarten für Deutschland ein Plus von 0,4
Prozent, für Frankreich und Italien
dagegen kaum Wachstum. Eine anhaltende Konjunkturschwäche in
der zweit- und drittgrößten Volkswirtschaft der Währungsunion
würde den Sorgen über deren Zukunft neue Nahrung geben.
Zündstoff bietet auch die Bilanzsaison: Morgen und am Donnerstag
werden die Schweizer Großbanken
UBS und Credit Suisse den Anlegern
erklären müssen, wie sie auf die Aufwertung des Franken reagieren wollen. Schließlich werden die beiden
international tätigen Geldhäuser für
ihr Auslandsgeschäft in Franken gerechnet geringere Einnahmen verbuchen, während die hauptsächlich
im Inland anfallenden Verwaltungskosten gleich bleiben.
IG Metall
erhöht Druck
in Tarifrunde
Gewerkschaft kündigt
weitere Warnstreiks an
(MAIN) — Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie erhöht die IG Metall vor den
nächsten Verhandlungsrunden den
Druck auf die Arbeitgeber. Dazu will
die Gewerkschaft ihre Warnstreiks
unvermindert fortsetzen, wie sie
gestern ankündigte. „Wir brauchen
flächendeckend Bewegung bei den
Arbeitgebern beim Entgelt, einer
verbesserten Altersteilzeitregelung
und für eine zukunftsweisende Bildungsteilzeit“, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Detlef Wetzel.
Die IG Metall fordert für die bundesweit mehr als 3,7 Millionen Beschäftigten unter anderem 5,5 Prozent
mehr Geld für die nächsten zwölf
Monate. Die Arbeitgeber haben bislang 2,2 Prozent angeboten.
Die Verhandlungen in dritter
Runde werden heute in Bayern fortgesetzt. Es folgen am Mittwoch Tarifgespräche in Baden-Württemberg
und der Mittelgruppe (Hessen,
Rheinland-Pfalz und Saarland), am
Donnerstag für Norddeutschland
sowie am Freitag in Niedersachsen.
Gestreikt werden soll heute auch
in Südwestsachsen. Die Gewerkschaft hat die Beschäftigten des
Leuchtmittelherstellers Vosla in
Plauen zum Warnstreik aufgerufen.
Die Verhandlungen für die rund
175.000 Beschäftigten in Sachsen gehen am 13. Februar weiter. (dpa/fp)
FRANKFURT
KULTUR
Montag, 9. Februar 2015
Freie Presse
Zärtliche Geste im Liebessektor
NACHRICHTEN
AUSSTELLUNG
Keanu Reeves
würdigt Gauguin
FOTO: GEORGIOS KEFALAS/DPA
RIEHEN — Ein Hollywoodstar und ein
zu Lebzeiten verkannter Maler –
was verbindet sie? Keanu Reeves
(50) sprach anlässlich der Eröffnung
einer großen Ausstellung mit Werken des Spätimpressionisten Paul
Gauguin (1848-1903) in der Schweizer Fondation Beyeler in Riehen bei
Basel über seine eigenen Erfahrungen
mit der polynesischen Kultur. Er
könne Gauguins
Enttäuschung über
die Verwestlichung
und Kolonialisierung Tahitis gut
nachvollziehen, sagt der Schauspieler, der selbst polynesische Wurzeln
hat. Die Ausstellung zeigt bis 28. Juni rund 50 Gemälde und Skulpturen. Im Mittelpunkt stehen Gauguins auf Tahiti entstandenen Werke. Gegen Ende seines Lebens hatte
der Künstler viele Jahre in der Südsee gelebt. (dpa)
» www.fondationbeyeler.ch
ALGERIEN
Autorin Assia Djebar
ist gestorben
PARIS — Sie galt galt als „Grande Da-
me“ der französischen Literatur des
Mahgreb: Assia Djebar. „Mein Ziel
war, die bleierne Stummheit der algerischen Frauen spürbar zu machen, die Unsichtbarkeit ihrer Körper“, sagte die algerische Autorin,
Historikerin und Filmemacherin,
als sie im Jahr 2000 in Frankfurt am
Main den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt. Am Freitag starb Assia Djebar im Alter von
78 Jahren in einem Pariser Krankenhaus, wie am Wochenende bekannt
wurde. Djebar studierte in Paris, in
das sie 1980 zurückkehrte – „weil es
nur noch Männer auf den Straßen
von Algier gab“. Aber sie reiste häufig nach Algerien, wo sie auch ihre
letzte Ruhestätte findet. Die Autorin
wird in ihrem Geburtsort Cherchell
bestattet. (epd)
LITERATUR
Apartheid-Gegner
Brink ist tot
JOHANNESBURG — Der
südafrikanische Schriftsteller und ApartheidGegner André Philippus Brink ist im
Alter von 79 Jahren gestorben. Der
Autor schrieb seine Werke auf Englisch und Afrikaans. Sein Roman
„Kennis van die Aand“ (deutsch:
„Blick ins Dunkel“) ist von der
Apartheid-Regierung verboten worden. Der 1979 erschienene Roman
„A Dry White Season“ („Weiße Zeit
der Dürre“) wurde 1989 mit Marlon
Brando, Donald Sutherland und Susan Sarandon verfilmt. (dpa)
Uschi Brüning und
Manfred Krug samt
ausgezeichneter Band
erinnern in der Stadthalle
Chemnitz an die großen
Zeiten ihrer musikalischen
Karriere – zur Freude des
Publikums.
VON MARIA PÖLLNITZ
ANNABERG-BUCHHOLZ — Nach Konzerten vieler Bands ist man völlig
durchgeschwitzt vom vielen Tanzen, Springen und Schreien – wenn
man denn der Typ dafür ist. Fast
high von der Stimmung und der
Musik verlässt man den Saal, als
würde einem die ganze Welt gehören. So war es bei Annen-May-Kantereit (AMK) am Samstagabend in
der Alten Brauerei in AnnabergBuchholz nicht. Es war besser.
Als Vorband begrüßte Von Wegen Lisbeth das Publikum mit ihrem
süßen Indie-Pop. Vom Kind bis zum
Mitfünfziger haben die überraschend bunt gemischten Zuhörer
die sechs Jungs aus Berlin wärmstens empfangen und ihnen den
Tourauftakt an der Seite von AMK
erleichtert. Annen-May-Kantereit
kommen gegen 22 Uhr auf die Bühne. An der Gitarre steht Christopher
Annen, der auch Mundharmonika
spielt. Gesang, Klavier und Melodica
übernimmt Henning May, und Severin Kantereit sitzt am Schlagzeug.
Mit dabei ist auch Lars Lötgering am
Bass. Man sieht den vier Jungs ihre
Nervosität an, aber auch ihre Vorfreude auf ihren Auftritt, der eineinhalb Stunden dauern sollte.
CHEMNITZ — Uschi Brüning ist eine
Rückkehr in die „Täterätä“
Manfred Krug liebte schon immer
den schlagerhaften Jazz. Er singt ältere und neuere Lieder, oft englischen Originalen nachempfunden,
mit deutschen Texten, die nicht gerade
Bachmann-Preis-verdächtig
sind, auch wenn es natürlich irgendwie mal gesagt werden muss, dass es
nicht leicht ist, „so grün zu sein“, wie
es in „Frösches Lied“ heißt. Wozu die
Bühne der Stadthalle passenderweise in grünes Licht getaucht wird.
Eine Perle ist noch immer das Duett „Mach’s gut, ich muss gehen“,
nach dem Klassiker „Baby, it’s cold
outside“ von Frank Henry Loesser.
Hier, wie auch in all ihren anderen
Songs kann Uschi Brüning brillie-
Andeutungen genügen, um sich gemeinsam daran zu freuen, dass man zusammen älter geworden ist und dass es Erinnerungen gibt, die einem keiner nehmen kann: Manfred Krug und Uschi Brüning in Chemnitz. FOTO: WOLFGANG SCHMIDT
ren, die mit großartiger Stimme ohne große Gesten auskommt. Die ausgezeichnete Band macht jedes Lied
zu einem Kleinod.
Manfred Krug überzeugt am
meisten in den beiden kurzen Lesestücken – eine Story aus dem
deutsch-deutschen Grenzverkehr, in
der eine Aktentasche voller Stoffwechselendprodukte in der S-Bahn
eine Hauptrolle spielt, und eine Anekdote aus dem Leben galizischer
Küstenwächter, die wortreich versuchen, eine US-amerikanische Flugzeugträgerbesatzung zu überzeugen, dass das spanische Festland
dem Schiff nicht ausweichen kann.
Manfred Krug liest die Geschichten pointierter und wortgewaltiger
als er singt. Dazwischen kokettiert
er immer mal wieder mit der „Täterätä“, wie er die DDR mal nennt, mit
der er sich „verkracht“ habe, um
dann aber zurückzukommen, „mit
den Okkupanten“. Fast drei Stunden
lang schwelgen Brüning, Krug und
Band in Erinnerungen. Klug und
sympathisch arrangiert, jeder Musiker bekommt sein Solo, mit dem sie
allesamt überzeugen.
Artig widerspricht Uschi Brüning jeder Anspielung Manfred
Krugs auf Altersschwächen – da
könnte man sich auch etwas mehr
Souveränität wünschen. Man muss
sich auch gar nicht entschuldigen,
wenn man mit 78 Jahren musikalisch noch im „Liebessektor“ unterwegs ist, wie der Schauspieler-Sänger Manfred Krug den Inhalt seiner
Lieder umschreibt.
Eine Erzählung vom Älterwerden
Es ist ein manchmal trauriges,
manchmal schönes, auch ironisches
Lese-Konzert. Es ist eine Erzählung
von gemeinsamen Erlebnissen und
vom Älterwerden, vom „Auser-
wählt“-Sein, wie einer der neueren
Titel heißt, das für jeden gilt und das
jenes Aufgehoben-Sein einschließt,
das viele in der kleinen wie in der
großen Welt vermissen und das sich
auch über Konzerte wie dieses realisiert, mit dem man einander sagt:
Du bist mir wichtig, schön, dass es
dich gibt. Was im harten Leben auf
dem Marktplatz der Wachstumsprognosen nicht so oft vorkommt.
Am Ende applaudieren viele stehend, und Manfred Krug samt Mitstreitern freut sich über die „süße,
fast zärtliche Geste“ – die nicht zuletzt ein vorfristiges Geschenk zu
seinem 78. Geburtstag war, den er
gestern feierte.
EIN INTERVIEW mit Manfred
Krug und Uschi Brüning sehen
Sie, wenn Sie diesen Code per
Smartphone scannen.
» www.freiepresse.de/manfredkrug
Wie ein Film Vater und Sohn verbindet
Das Berlinale-Ereignis:
Der Chinese Ai Weiwei
dreht in Berlin einen Film
– und führt dabei Regie
von Peking aus.
VON NADA WEIGELT
BERLIN — Seit vier Jahren darf Ai
Weiwei, einer der wichtigsten
Künstler weltweit, China nicht verlassen. Sein sechsjähriger Sohn Ai
Lao lebt inzwischen mit seiner Mutter in Berlin, für den Vater unerreichbar. Nur per Skype können die
beiden noch miteinander reden.
Genau über diese Situation dreht
Ai Weiwei derzeit einen Kurzfilm –
per Fernregie von Peking aus. Am
Wochenende wurden die Dreharbeiten während der Berlinale live
übertragen – und zwar auf eine Leinwand am Potsdamer Platz. Die
Hauptrollen spielen der chinesische
Systemkritiker und sein Sohn. Auch
Til Schweiger macht mit, nach Angaben von Co-Produzentin Edda Reiser als eine „Art Magier“, der mit
dem Sohn in Kontakt steht. „Ich will
den Jungen nicht benutzen, um mir
selbst zu helfen“, sagte Ai Weiwei
bei einer Pressekonferenz in Berlin,
zu der er live dazugeschaltet ist. „Es
ist einfach eine Geschichte über
Menschen, die getrennt sind und
trotzdem miteinander kommunizieren wollen – so geht es sehr vielen
Menschen auf der Welt heutzutage.“
Das Skript zu dem Acht-Minuten-Film hat Wang Fen, Mutter des
Sohnes und unabhängige Filmemacherin, geschrieben. Die beiden waren vor einem halben Jahr nach Berlin gezogen, um hier Deutsch und
Englisch zu lernen. „Wir sind keine
Familie im rechtlichen Sinne, aber
in Peking habe ich meinen Sohn
acht bis zehn Stunden am Tag gesehen“, erzählt Ai Weiwei. „Er ist ein
sehr reifer Junge. Er war zwei, als ich
verhaftet wurde – deshalb versteht
er so viel.“ Der Künstler war damals
wegen seiner Kritik am Regime in
Ein harter
Kern in
einer jungen
Schale
Toller Abend mit der Band
Annen-May-Kantereit
in Annaberg-Buchholz
VON MATTHIAS ZWARG
Diva in Jeans. Stolz und selbstbewusst, mit kräftig-sensibler Stimme
singt sie „Alright, okay, I’m in love
with you“ – und meint das Publikum am Freitagabend im etwa zur
Hälfte gefüllten Großen Saal der
Stadthalle Chemnitz, Manfred Krug
und die Band gleichermaßen.
Das ist wie eine halbwegs verschworene Gemeinschaft. „Was haben wir hier nicht alles erlebt“, erinnert die Sängerin an die großen Zeiten der Stadthalle… Die Andeutungen genügen, um sich gemeinsam
daran zu freuen, dass man zusammen älter geworden ist und dass es
Erinnerungen gibt, die einem keiner
nehmen kann. Manfred Krug
kommt langsam, leicht gebeugt auf
die Bühne, genesen nach einigen gesundheitlichen Problemen.
Er ist nicht mehr ganz der große,
selbstsichere Entertainer, aber ganz
Gentleman, höflich und dankbar,
dass ihm sein Publikum geblieben
ist und auch die musikalischen Partner. „Alle aus der Zone“, freut er sich,
der die DDR 1977 verlassen hatte,
nachdem er eine Petition gegen die
Ausbürgerung Wolf Biermanns unterschrieben hatte und mit einem
Berufsverbot bestraft worden war.
Mit dem Schlagzeuger Wolfgang
„Zicke“ Schneider hat Krug schon
vor Jahrzehnten zusammen gearbeitet. Der Pianist Matthias Bätzel
glänzt in verschiedenen Jazzformationen wie Bassist Tom Götze, der
aber auch bei Dekadance spielt,
während Saxophonist Andreas Bicking vom Pop kommt.
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Der Junge Ai Lao und sein Vater, der chinesische Konzeptkünstler Ai Weiwei,
bei den Film-Dreharbeiten, die bis heute während der Berlinale auf einer
Leinwand am Potsdamer Platz in Berlin zu sehen sind.
FOTO: LUKAS SCHULZE/DPA
Peking für 81 Tage verschleppt und
seines Passes beraubt worden.
Die Geschichte über das VaterSohn-Schicksal soll Teil des Films
„Berlin, I Love You“ werden, den die
Produzenten Claus Clausen und Josef Steinberger gemeinsam planen.
Zehn weitere Regisseure, darunter
etwa Jan Ole Gerster („Oh Boy“), sollen ihre Liebeserklärungen an Berlin
beisteuern. Die auf etwa acht Millionen Euro veranschlagte Produktion
ist eine Fortsetzung der erfolgreichen und teils hochkarätig besetzten Episodenfilme „Paris, je t’aime“
(2006), „New York, I Love You“
(2009) und „Rio, Eu Te Amo“ (2014).
Wie ausgerechnet Til Schweiger für
das Projekt gewonnen wurde, wollten die Macher nicht so recht verraten. „Til Schweiger ist der deutsche
Superstar, der deutsche Hugh
Grant“, sagte Co-Regisseur Clausen
nur. „Wenn ein Film über eine Liebesgeschichte gemacht wird, darf er
nicht fehlen.“ Ai Weiwei ließ sich
dagegen von der Prominenz seines
Mitspielers nicht beeindrucken.
„Ich glaube nicht, dass China ihn
kennt. Und ich glaube auch nicht,
dass China sich darum kümmert.“
Bis zur Berlinale 2016 soll der
Film fertig sein. Ob Ai Weiwei, auf
den auch noch eine Ehrenprofessur
in Berlin wartet, den Kinostart selbst
erleben kann? Die Behörden hätten
ihm – wie allerdings schon mehrfach – versprochen, dass er seine Papiere „sehr bald“ zurückbekomme,
berichtete Ai Weiwei. „Ich hoffe, eines Tages meinen Pass zu haben und
dann mit meinem Sohn durch Berlin zu stromern ... Ich bin sehr optimistisch.“ (dpa)
Lieder über Liebe und Leben
Annen, May und Kantereit machen
schon seit der Schule zusammen
Musik, nur vier Jahre ist das jetzt her.
Sie sind mit ihren Instrumenten in
Köln unterwegs, spielen auf der Straße und jamen in Parks, wo sie
schließlich Lars kennen lernen.
2013 nehmen sie in Eigenregie ihr
erstes Album auf, die Releaseparty
in Köln wird zum vollen Erfolg. Inzwischen waren sie als Vorband mit
den Beatsteaks, Kraftklub und Clueso unterwegs und haben sich so und
durch diverse Auftritte bei Festivals,
eine ordentliche Fangemeinde aufbauen. Einer breiteren Masse wurde
sie bekannt durch einen Auftritt in
der Show „Circus Halligalli“, dem sie
bestimmt auch den einen oder anderen Besucher bei ihrer derzeitigen
Tour verdanken, die vielerorts, wie
in Annaberg, ausverkauft ist.
Bei Hennings ersten Tönen reagiert das Publikum mit Erstaunen
und ist sofort gefesselt, denn seine
markante tiefe, raue Stimme, die etwas an den Kings-of-Leon-Sänger
Caleb Followill erinnert, passt nicht
zu seinem jungen Äußerem. Obwohl sein Gesang sehr hart wirkt,
nimmt man ihm jedes Wort ab,
wenn er über Liebe und Leben singt.
Melancholische Texte
Die Texte sind melancholisch – wie
in „Oft gefragt“, ein „Liebeslied an
meinen Vater“, wie Henning es vorstellt. Durch den Indiesound
(„James“) und den Einsatz von Melodica und Mundharmonika treten sie
aber aus der Ecke des mittlerweile
zu oft gehörten Singer/SongwriterStils und liefern den Annabergern
Musik, die „zum Tanzen einlädt“,
wie die Band sagt. Besonders bei den
bekannteren Liedern „21, 22, 23“,
„Barfuss am Klavier“ und „Wohin du
gehst“ überraschen die Konzertbesucher mit sicherer Textkenntnis
und lassen sich mitreißen, auch als
man sie in einem von drei improvisierten Stücken auf wunderbar ironische Weise darauf aufmerksam
macht, die Handys wegzulegen und
sich auf die Musik zu konzentrieren.
Und so verlässt man das Konzert
nicht völlig überdreht, sondern mit
einer inneren Zufriedenheit, Teil
dieses Abends gewesen zu sein.
That’s what music is about!
Wer es jetzt bereut, nicht in Annaberg dabei gewesen zu sein: Annen-May-Kantereit sind auch dieses
Jahr wieder auf dem Kosmonaut Festival am 26./27. Juni in Chemnitz
mit von der Partie.
8 Freie Presse
AUS ALLER WELT
Montag, 9. Februar 2015
Ein Auto für den 33-Kilometer-Mann
KURZ NOTIERT
Rom erhält Rotlichtviertel
ROM — Rom soll ein erstes Rotlichtviertel bekommen. Im Stadtteil Eur,
das einst Diktator Benito Mussolini
außerhalb des Zentrums entwerfen
ließ, soll Prostitution in einer oder
zwei Straßen ab April toleriert werden. Zudem soll es eine Einsatztruppe zum Schutz gegen Zuhälterei
und Ausbeutung geben, berichtete
die Nachrichtenagentur Ansa. In Italien sind Bordelle verboten. Seit langem schwelt ein Streit über die Legalisierung von Prostitution. (dpa)
A 9 stundenlang gesperrt
ALLERSBERG — Eine Unfallserie mit
30 beteiligten Autos hat gestern den
Verkehr auf der A 9 in Mittelfranken
zum Erliegen gebracht. Innerhalb
kürzester Zeit war es bei Allersberg
zu mehreren Auffahrunfällen gekommen. Drei Menschen wurden
verletzt, die Autobahn musste Richtung München stundenlang gesperrt werden. Die Unfallursache
war zunächst nicht klar. (dpa)
Gewinnzahlen
Lotto am Samstag
12, 13, 14, 23, 25, 47,
Superzahl: 9
Spiel 77: 2648479
Super 6: 179702
ihm ein örtlicher Autohändler einen Wagen.
Zugleich kamen bei einer Spendenaktion für
den Mann über 300.000 Dollar (265.000 Euro) zusammen, wie die „Detroit Free Press“
berichtete. Robertson wurde zur nationalen
Berühmtheit. Erst vor wenigen Tagen war
sein Schicksal landesweit bekannt geworden. Robertson konnte sich mit seinem Stundenlohn von knapp elf Dollar keinen eigenen Wagen leisten – sein altes Auto hatte vor
zehn Jahren den Geist aufgegeben. Einen
funktionierenden Busverkehr gibt es in Detroit nicht. Er konnte daher nur einen Teil der
langen Arbeitsstrecke mit dem Bus fahren.
FOTOS: R. COOK/REUTERS; RYAN GARZA/DPA
LEUTE HEUTE
Psychologie der bunten Bildchen
Euro-Jackpot
Ziehung vom 6. Februar: 3, 19, 22, 37,
39, Eurozahlen: 5, 10
Die Zeit, als Tattoos vor allem im Knast- oder Hafenmilieu zu finden waren, ist
längst vorbei. Heute werde
die Haut quer durch die
Gesellschaft als Medium
zur Selbstdarstellung
genutzt, sagt der Autor
einer Tattoo-Doktorarbeit.
Glücksspirale
Endziffer(n): 9: 10 ¤, 53: 20 ¤, 196:
50 ¤, 7213: 500 ¤, 92909: 5000 ¤,
150907, 700887: 100.000 ¤, 9800650,
2548040: monatliche Sofortrente von
7500 ¤
Tele-Bingo
7. Februar: Vier Ecken: B1, B4, B6, B13,
I18, I25, I28, I29, I30, N33, N41, N43,
G46, G47, G49, G51, G53, G56, G59, O63,
O64, O65, O66, O69, O70, O72, O75
Das Kreuz: B8, B9, N32, N34
Der Rahmen: I19, I21, I24, N42, N44,
G52, G60, O62, O67
Full House: B7, G48, G50, G54, G55,
O68, O73
Tätowierten oft um die Ästhetik der
Bilder und Schriftzeichen. Aber
auch Narzissmus spiele eine große
Rolle: „Narzissmus ist dabei keineswegs negativ gemeint“, betont der
Wissenschaftler. Narzissmus sei
eben auch die Liebe, die ein Mensch
sich selbst entgegenbringe.
Häufig ließen sich Menschen ihre Tattoos in besonderen Situationen stechen. „Das können auch Krisen sein.“ Dann dienten Tattoos dazu, das Unaussprechliche mit einem
Symbol zum Ausdruck zu bringen.
VON CARSTEN GRÜN
DUISBURG — Mal zeigen sie chinesi-
sche Schriftzeichen, mal Tiere – und
auch das „Arschgeweih“ ist noch
nicht ganz verschwunden: Etwa jeder zehnte Deutsche trägt ein Tattoo. Tobias Lobstädt ist fasziniert
von der Psychologie hinter den bunten Bildchen. In seiner Doktorarbeit
hat sich der Erziehungswissenschaftler an der Universität Duisburg-Essen mit Tattoos beschäftigt.
„Tätowierung, Narzissmus und
Theatralität“ hat er die Dissertation
genannt. Vordergründig gehe es den
Keno
Ziehung vom 7. Februar: 1, 3, 6, 7, 9, 12,
15, 20, 23, 28, 30, 32, 38, 42, 44, 59, 60,
62, 64, 65
Zusatzlotterie Plus 5: 90205
Ziehung vom 8. Februar: 2, 7, 9, 11, 12,
21, 22, 23, 24, 25, 31, 32, 33, 34, 37, 57,
59, 62, 67, 68
Zusatzlotterie Plus 5: 31108
Alle Angaben ohne Gewähr
Tätowiert von Stirn bis Kinn: Teilnehmer des Internationalen Tattoo-Festivals, das im Januar in Venezuela
stattfand.
FOTO: JORGE SILVA/REUTERS
Diese Erfahrung hat auch Manfred Heise gemacht, der seit Jahren
als Tätowierer arbeitet. „Wenn Veränderungen im Leben mit starken
Emotionen verknüpft werden – etwa, wenn ein geliebter Mensch gestorben ist – lassen sich immer mehr
Kunden ein Porträt mit dem Geburts- oder Sterbedatum stechen“,
sagt er. Generell hätten Tattoos oft
eine besondere Symbolik. „Die Leute
versuchen durch Bilder von Tigern
oder Ähnlichem einen Begleiter zu
schaffen, der Eigenschaften hat, die
man selbst nicht hat.“
Gut 6,3 Millionen Menschen in
Deutschland sind laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK)
tätowiert. Der Bundesverband der
Tätowierer spricht sogar von bis zu
acht Millionen. Damit trägt mindestens jeder Elfte ab 16 Jahren ein Tattoo (neun Prozent). Bei den 25- bis
34-Jährigen sind es doppelt so viele
(22 Prozent).
Die eigene Inszenierung und
Selbstdarstellung werde immer
wichtiger, sagt Wissenschaftler Lobstädt. „Ein schnell wechselnder Bekanntenkreis und neue Arbeitsumfelder erfordern eine schnelle Selbstdarstellung über den Körper“, er-
klärt er. „Der Körper wird generell
zum Darstellungsmedium. Das
kann der schicke Anzug oder die
teure Uhr sein, oder eben auch das
Tattoo.“
Doch das schöne Tattoo kann
nach einigen Jahren auch zu einem
großen Problem werden. Fünf bis 15
Prozent aller Tattoo-Träger bereuen
die Bilder auf ihrer Haut, wie die GfK
im vorigen Jahr ermittelt hat. Sei es,
weil ein Tattoo an eine längst verflossene Liebe erinnert oder weil das
früher stärker verbreitete „Arschgeweih“ die weiblichen Trägerinnen
heute eher stigmatisiert. Immer
neue Technologien werden erprobt,
um die Farbpigmente unter der
Haut wieder zu entfernen.
Eine klare Altersbeschränkung
für das Stechenlassen eines Tattoos
gibt es in Deutschland nicht. Die
meisten Studios aber verlangen von
unter 18-Jährigen die Einverständniserklärung der Eltern, um sich
rechtlich abzusichern. (dpa)
EIN VIDEO übers Tätowieren können Sie aufrufen,
wenn Sie diesen Code mit
Smartphone oder Tablet scannen.
» www.freiepresse.de/tattoo
Til Schweiger (51), Regisseur, erfreut am Erfolg seines Kinofilms
„Honig im Kopf“ vor allem der Zuspruch von Familien. „Ich bekomme
viele Briefe, in denen Zuschauer mir
schreiben, dass Eltern, Großeltern
und Enkelkinder
gemeinsam im Kino waren“, sagte
Schweiger. „Der Erfolg ist das eine.
Dass man so viele Menschen berührt, zählt jedoch wirklich.“ (dpa)
FOTO: DPA
roit Tag für Tag insgesamt 33 lange Kilometer zur Arbeit und zurück laufen – jetzt
kommt der 56-Jährige zu einem Auto. Wie
die Lokalpresse der Stadt berichtet, schenkte
Meret Becker (46), Schauspielerin,
muss sich an die „Knarre am Körper“
erst noch gewöhnen, wie sie nach
ihrem ersten „Tatort“-Dreh sagte.
Lieber trägt sie Spitzenkragen des Berliner Modelabels
„Rita in Palma“ –
bei der Berlinale in
Creme zu einem
schwarzen Kleid.
Die mit Häkel- und
Nähnadeln gefertigten Accessoires
der Designerin Ann Kathrin Carstensen gefallen Becker so, dass sie eine Dokumentation darüber gedreht
hat. Im März soll Becker erstmals im
Berliner „Tatort“ zu sehen sein. (dpa)
FOTO: DPA
Jahrelang musste James Robertson aus Det-
GEWONNEN?
Karte: Westermann Schulbuchverlag
DAS WETTER AM MONTAG
Noch Schnee oder Regen
5
3
4
1
Hoyerswerda
-1
-2
Riesa
Leipzig
Görlitz
2
Rochlitz
-3
Mittweida
Dresden
Bautzen
Freiberg
2
Chemnitz
2
-1
Glauchau
Marienberg
Zwickau
Annaberg-Buchholz
Auerbach
Aue
Plauen
Klingenthal
Fichtelberg
1215 Meter
-5
35
Wind in km/h
09.02.2015
Heute: Der Himmel bleibt heute
wolkenverhangen. Stellenweise fällt
Regen oder Nieselregen, in den höheren Lagen vor allem anfangs Schnee.
Dabei kann es mancherorts zu Behinderungen kommen. Die Temperaturen steigen bei mäßigem bis
frischem Nordwestwind auf 2 bis
5 Grad. In der kommenden Nacht
nieselt oder regnet es bei 1 bis 3 Grad
nur noch selten.
Oslo
Aussichten: Morgen hat die Sonne
gegen Wolken selten eine Chance.
Die Höchsttemperaturen betragen
3 Grad, die Tiefstwerte der kommenden Nacht minus 3 Grad. Der Wind
weht schwach, in Böen mäßig aus
West. Danach setzt sich vorübergehend trockenes Wetter durch.
Biowetter: Blutdruckstörungen ziehen ein allgemeines Unwohlsein
nach sich. Wetterfühlige Menschen
neigen dabei zu Kopfschmerzen, Migräneattacken sowie Schwindelgefühlen. Kreislaufbeschwerden können ebenfalls auftreten.
Dublin
Helsinki
Stockholm
Kopenhagen
London
Berlin
Warschau
Prag
Paris
Basel
Wien
Budapest
Sonnenaufgang:
Sonnenuntergang:
Mondaufgang:
Monduntergang:
07:32 Uhr
17:14 Uhr
23:10 Uhr
09:28 Uhr
Biarritz
Lissabon
Bukarest
Madrid
Rom
Tunis
Kanarische Inseln
Istanbul
Athen
Algier
Rostock
Hamburg
Berlin
Vorschau für Chemnitz
Di
3
Mi
3
2
0
0,5
-3
0
4
heiter
sonnig
wolkig
Do
5
-2
0
7,5
Fr
5
-3
0
7
Sa
3
0
4
0,5
Höchstwerte in °C
Tiefstwerte in °C
Niederschlagsdauer in h
Sonnenscheindauer in h
SchneeRegenNebel
Regen
stark
Schneeschauer
schauer
bewölkt
regenbedeckt
SprühGewitter schauer SchneeSchnee
regen
regen
Temperaturen gestern 12 Uhr:
Aue
-1 Grad
Berlin
3 Grad
Carlsfeld
-6 Grad
Chemnitz
-2 Grad
Dresden
1 Grad
Fichtelberg
-8 Grad
Gera
0 Grad
Görlitz
0 Grad
Leipzig
2 Grad
Plauen
-1 Grad
Zinnwald
-6 Grad
-15°C
-10°C
-5°C
0°C
5°C
Wetterlage: An der Ostflanke von Hoch Gabriela weht kalte Luft weit nach
Süden und bringt selbst in Griechenland mancherorts Schnee. An der Ägäis
und in der Westtürkei schneit es örtlich heftig. Auch in Mitteleuropa fällt in
höheren Lagen örtlich Schnee, in tieferen Lagen etwas Regen.
Köln
Chemnitz
Frankfurt
Nürnberg
München
10°C
15°C
20°C
25°C
30°C
35°C
Temperaturangaben bilden die Höchst- und Tiefstwerte des 24-Stunden-Tages ab.
Reisewetter heute
9°
Regen
Athen
15° Regenschauer
Antalya
13°
heiter
Barcelona
1°
Schnee
Budapest
6°
Regen
Istanbul
22°
sonnig
Kairo
7°
sonnig
Kopenhagen
16°
sonnig
Lissabon
9°
sonnig
London
Moskau
Nizza
Palma d. M.
Paris
Prag
Rom
Stockholm
Tunis
Varna
Wien
-3°
14°
15°
8°
4°
8°
5°
12°
3°
4°
bedeckt
sonnig
wolkig
wolkig
Regen
wolkig
wolkig
wolkig
Schnee
Schneeregen
REICHENBACHER ZEITUNG
Freie Presse
Montag, 9. Februar 2015
MOMENT MAL
Heute von 10 - 12 Uhr
für Sie am Telefon:
UWE SELBMANN
037421 560-15440
red.ovl@freiepresse.de
Seite 9
Schnee deckt Straßen und Schilder im nördlichen Vogtland
Protz-Bremsen
Anfang März öffnet der Genfer Auto-
salon seine Pforten. Im Internet
gibt‘s jetzt schon einen Vorgeschmack auf die schnuckeligen Karossen. Allerdings dürfte man speziell das teure Blech auf Rädern in der
hiesigen Region kaum zu Gesicht
bekommen. Sicherlich gibt es auch
hier genügend Wohlhabende, die
für so ein Vehikel schon mal einen
Kaufpreis hinblättern würden, für
den Unsereins ein Eigenheim bekommt. Aber was nützt den Wohlbetuchten so ein Nobelschlitten,
wenn sie damit nicht fahren können, weil sie mit den tiefer gelegten
Protzlauben ständig im Krater eines
Schlagloches hängen bleiben. (awo)
Die meisten leben in
Plauen und stammen aus
Vietnam und Rumänien
VON MANUELA MÜLLER
REICHENBACH/PLAUEN — Welcher Po-
NACHRICHTEN
AKTION
Gesprächsabend zu
Flüchtlingen geplant
REICHENBACH — Ein Gesprächsabend
unter „Miteinander reden – Ängste
abbauen“ wird am 19. Februar,
19 Uhr im Gemeindesaal der Evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Reichenbach, Friedrich-EngelsPlatz 9, stattfinden. Das hat Pfarrer
Andreas Alders angekündigt. Anlass
ist das Vorhaben des Reichenbacher
CVJM, Räume an der Dr.-Külz-Straße
an das Landratsamt zu vermieten,
damit dort eine Unterkunft für Asylsuchende entstehen kann. Es sollen
Strategien zum Abbau von Ängsten
gefunden werden. Die Veranstaltung wende sich an alle, die am
„konstruktiven Dialog“ interessiert
seien. Reichenbachs Oberbürgermeister Dieter Kießling (CDU) werde dabei sein, auch Christina Uhlenhaut, Dezernentin des Vogtlandkreises für Recht und Sicherheit, Veronika Glitzner, die Ausländerbeauftragte des Vogtlandkreises, sowie Pfarrer
Andreas Gräser vom Arbeitskreis
„Migration und Integration“ und
Frieder Strobel vom CVJM. (lk)
VERKE HR
Autofahrer bei
Unfall verletzt
NEUMARK — Ein Autofahrer hat bei
einem Unfall auf schneeglatter Fahrbahn am Freitag in Neumark leichte
Verletzungen erlitten. Das hat die
Polizei gestern gemeldet. Der 54-jährige Fahrer eines Skoda Roomsters
fuhr auf schneebedeckter Fahrbahn
in Richtung Neumark. Kurz vor der
Ausfahrt der Bundesstraße 173 kam
er nach rechts von der Fahrbahn ab.
Er stieß mit seinem Wagen frontal
gegen die Leitplanke, wobei er verletzt wurde. Am Auto entstand Totalschaden in Höhe von etwa 10.000
Euro. Die Reparatur der Leitplanke
schlägt mit 500 Euro zu Buche. (lk)
Landkreis:
44 Ausländer
bekommen
BRD-Pass
Die ständig wechselnden Witterungsverhältnisse verlangten gestern den Autofahrern gute Nerven und viel Geduld ab. Auch die Mitarbeiter
des Winterdiensts waren gefordert. Das klappte
aber bisher in der Region um Reichenbach. Die
Regel für Autofahrer bei Glätte, Geschwindigkeit vermindern und Abstand vergrößern,
konnte so manchen Unfall verhindern. Auch
auf verwehte Verkehrszeichen, wie beispielsweise im Gewerbegebiet Heinsdorfergrund entdeckt, mussten sich die Autofahrer in der RegiFOTO: FRANKO MARTIN
on einstellen. (ffm)
Hoheiten für die fünfte Jahreszeit
Bettina Pippig und Steffen
Weigel übernehmen beim
Lengenfelder Carneval
Club die Rolle des Prinzenpaares. Die Regattasegler haben sich beim Sport
kennengelernt.
VON SILVIA KÖLBEL
zu tun. Aber man musste mich nicht
überreden, die Rolle des Prinzen zu
übernehmen. Ich habe gleich zugesagt“. Sogar die Rede hat Steffen Weigel selbst geschrieben und zuhause
mit seiner Partnerin geprobt. „Bei
den Abendveranstaltungen trägt
Steffen die Rede vor, bei den anderen
Veranstaltungen mache ich das“,
sagt Bettina Pippig.
Die fünfte Jahreszeit spannt das
Paar immer ganz schön ein, denn
auch, wenn Bettina Pippig nicht als
Prinzessin auf der Bühne steht, ist
sie am Programm beteiligt. „Früher
habe ich bei der Prinzengarde getanzt. Heute gehöre ich zu den Old
Ladys. Bei deren Programm konnte
ich dieses Jahr allerdings nicht mitmachen. Das hätte ich mit dem Umziehen nicht geschafft“.
Drei Abendveranstaltungen sind
in diesem Jahr zu bewältigen, dazu
einmal Kinder- und einmal Familienfasching. Beim Plauener und natürlich beim Lengenfelder Faschingsumzug ist das Prinzenpaar
des LCC mit dabei. Am Wochenende
LENGENFELD — Im Jubiläumsjahr des
Carneval Clubs (LCC), der sein 44jähriges Bestehen feiert, hat sich Bettina Pippig, die seit 33 Jahren Mitglied ist, einen Wunsch erfüllt: Sie
ist Prinzessin für eine Faschingssaison und begleitet die Veranstaltungen des LCC gemeinsam mit ihrem
Partner Steffen Weigel als Prinzenpaar Bettina II. und Steffen II. Am
Wochenende hat das Paar wieder
zur Freude hunderter Faschingsfans
auf der Bühne gestanden.
„Diese Rolle wollte ich schon immer gern einmal übernehmen, aber
möglichst in einem Jahr, in dem
auch ein Umzug stattfindet“, berichtet die Lengenfelderin, die jetzt in
Plauen wohnt. Steffen der II. ist auch
im Alltag ihr Partner und zwar einer,
mit dem sie eine weitere Leidenschaft teilt: das Segeln. „Beim Segeln
haben wir uns kennenglernt“, berichtet Steffen Weigel, der in Sachen
Fasching eher ein Quereinsteiger ist.
„Bevor ich Bettina kennengelernt
habe, hatte ich mit Fasching wenig
nach Rosenmontag lädt der Club zu
einer Gala-Veranstaltung für geladene Gäste ein. „Das ist eine Dankeschön-Veranstaltung für unsere vielen Helfer und Sponsoren“, so Bettina Pippig, die außerdem im Vorstand des Vereins mitarbeitet.
„Diese Rolle wollte
ich schon immer
gern einmal übernehmen.“
Bettina Pippig Faschingsprinzessin
Ist die Faschingssaison dann vorbei,
können sich Bettina Pippig und Steffen Weigel wieder ihrem zweiten
Hobby, dem Segeln widmen. „Wir
sind den Sommer über viel unterwegs und fahren auch Regatten mit,
unter anderem auch bei den Sächsischen Meisterschaften“, sagt die Karnevalistin. Für weitere Hobbys ist
kaum Platz, denn beruflich sind die
Beiden ebenfalls immer beschäftigt,
sie als Selbständige mit einem Büroservice, der auch Gebäude verwaltet
und er als Projektleiter bei einer Heizungs- und Sanitärfirma.
Für eine Faschingssaison ist es korrekt: Bettina Pippig und Steffen Weigel
treten als „Königliche Hoheiten“ auf.
FOTO: SILVIA KÖLBEL
DER FESTUMZUG des Carneval Clubs beginnt am 14. Februar, 13 Uhr. Etwa 300 Mitwirkende starten am Bahnhof und ziehen
durch die Innenstadt bis zum Markt. Dort beginnt ein Bühnenprogramm.
litiker steht für die Ostverträge? Fragen wie diese nach Willy Brandt
mussten im vergangenen Jahr die 44
im Vogtland lebenden Ausländer
richtig beantworten, die einen deutschen Pass bekommen haben. Das
sind elf weniger als im Jahr zuvor.
Die meisten der eingebürgerten
Menschen stammen aus Vietnam
(10), gefolgt von Rumänien (6) und
Syrien (4). Auch Finnen, Italiener,
Algerier und Somalier mit Wohnsitz im Vogtland haben einen deutschen Pass erhalten. Das teilt das
Landratsamt mit.
Die Schwelle für die Menschen
liegt hoch. Sie müssen eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis besitzen,
mindestens acht Jahre rechtmäßig
in Deutschland leben und die Sprache sprechen. Zudem dürfen sie
nicht wegen einer Straftat verurteilt
worden sein und müssen ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten – sowohl für sich als auch für die Angehörigen, ohne auf Hartz IV oder Sozialhilfe angewiesen zu sein. Bei
Ausländern mit deutschem Ehemann oder deutscher Ehefrau gilt eine Frist von drei Jahren, wobei die
Ehe mindestens zwei Jahre dauern
muss. Zudem gibt es Sonderregelungen für anerkannte Flüchtlinge.
Eine weitere Hürde ist der Einbürgerungstest mit Fragen zur Gesellschaftsordnung und einem Bekenntnis zum Grundgesetz. Gründe
für einen Antrag auf die deutsche
Staatsbürgerschaft sind unterschiedlich, so Kerstin Kraus als zuständige Sachbearbeiterin
für
Staatsangehörigkeit in der Kreisverwaltung. Bei jüngeren Menschen gehe es meist um die Chancen am Arbeitsmarkt, bei älteren um ein Zugehörigkeitsgefühl. „Man möchte
eben auch Deutsch sein“, sagt Kraus.
Bei Ausländern, die seit langem in
Deutschland leben, habe der Schritt
auch bürokratische Gründe. „Man
will nicht immer wieder seinen Pass
verlängern lassen müssen“, sagt die
Sachbearbeiterin.
Die Behörde nimmt die Einbürgerungen selbst vor und recherchiert dazu unter anderem beim
Verfassungsschutz, beim Bundesamt für Justiz, beim Landeskriminalamt und im Finanzamt.
DIE STÄDTE MIT DEN MEISTEN EINBÜRGERUNGEN: Plauen: 18; Auerbach: 5;
Weischlitz und Treuen: je 3.
Tischendorf-Jubiläum: Bibelschätze im Museum
Nachkommen des Forschers waren zur gestrigen
Ausstellungseröffnung
nach Lengenfeld gekommen. Das älteste Buch der
Schau wurde vor mehr als
300 Jahren gedruckt.
VON SILVIA KÖLBEL
LENGENFELD — Der 200. Geburtstag
Annegret Siebert (links) und ihre
Mutter Rosemarie Siebert, sie sind
Nachfahren des Forschers und Theologen Constantin von Tischendorf,
haben sich die Bibelschätze schon
angeschaut.
FOTO: FRANKO MARTIN
von Constantin von Tischendorf,
des berühmten Sohns der Stadt Lengenfeld, ist jetzt Anlass für eine Bibelausstellung im städtischen Museum: Seit der gestrigen Eröffnung
können 80 Bibeln und Gesangsbücher, die vorwiegend von Einwohnern zur Verfügung gestellt wurden,
besichtigt werden. Die älteste Bibel
der Schau ist 316 Jahre alt.
Zur Eröffnung kamen auch Tischendorfs Ururenkelin Annegret
Siebert und ihre Mutter Rosemarie
Siebert. Der berühmte Ahne war
1874 59-jährig nach einem Schlaganfall gestorben. Die 83-jährige Urenkelin aus Oldesloe (SchleswigHolstein) kennt aber noch Geschichten aus Tischendorfs Leben,
die man sich in der Familie erzählt.
So stand bereits für den 18-jährigen
Studenten fest, dass seine Berufung
die Suche nach alten Bibelabschriften sein wird. Im Hörsaal widersprach er einem bibelkritischem
Professor, der nicht mehr an die
Existenz alter Bibeln glaubte. Tischendorf wollte anhand möglichst
alter Bibeln herausfinden, inwieweit die damaligen Schriften mit
dem Originaltext übereinstimmten.
Im Lengenfelder Museum gibt es
nur wenig Exponate, die auf Tischendorf hinweisen, berichtete
Museumsleiter Thomas Petzoldt.
Deshalb kam man auf die Idee, die
Bürger an der Zusammenstellung
der Ausstellung zu beteiligen, was
auf großes Interesse stieß.
300 Bücher wurden dem Museum angeboten. In den Vitrinen fanden jedoch nur 80 Platz. Dafür konnte von der Markus-Gemeinde in
Plauen, ein Original-Möbelstück,
ein Stuhl Tischendorfs, und der
Wappenteller der Familie ausgeliehen werden. „Für den Teller hatte
ich gar keine Vitrine mehr frei“, erzählt Petzoldt, und: Als der Teller abgeholt werden sollte, fand sich kein
Schlüssel für die Vitrine, „da haben
wir den Teller mit samt der Vitrine
mitgenommen und unser Platzproblem war gelöst.“
Ein wertvolles Schriftstück besitzt das Museum aber doch: einen
Original-Brief Tischendorfs. Es
könnten weitere Stücke dazu kommen, so Bürgermeister Volker Bachmann (Pro Lengenfeld). Aus der
Sammlung des Forschers Alexander
Schlick will die Stadt einen Nachdruck des Codex Sinaiticus erwerben. Schlick will der Stadt behilflich
sein, weitere Exponate bei Auktionen, die zum Thema Tischendorf
passen, zu erwerben.
Dass Tischendorf sich nicht allein auf seine Forschungsarbeit konzentrieren konnte, sondern immer
wieder finanziellen Zwängen und
diplomatischen Verwicklungen ausgesetzt war, die bis in die Neuzeit reichen, lässt erahnen, welchen Wirbel
seine Forschung ausgelöst haben
muss. „Erst als der Eiserne Vorhang
fiel, das ist gerade einmal 25 Jahre
her, tauchte die in Russland verschollene Schenkungsurkunde des
Codex Sinaiticus der Mönche an den
russischen Zaren wieder auf, die belegt, dass Tischendorf kein Kunsträuber war.“ Diese Behauptung hielt
sich hartnäckig über viele Jahrzehnte. Der frühere ägyptische Staatspräsident Husni Mubarak forderte den
Codex Sinaiticus von Großbritannien zurück. Prinz Charles war geneigt, den Forderungen nachzugeben. „Meine Tochter hat sich damals
mit Prinz Charles in Verbindung gesetzt. Der Codex Sinaiticus ist rechtmäßig nach Großbritannien gekommen. Dort soll er auch bleiben“, so
erzählte es Rosemarie Siebert.
DIE SCHAU ist bis zum 8. März zu sehen. Öffnungszeiten: Sonntag, 14-17 Uhr; Dienstag,
10-16 Uhr; Mittwoch, 10-13 Uhr; Donnerstag,
10-16 Uhr.
10 Freie Presse
REICHENBACHER ZEITUNG
Montag, 9. Februar 2015
Faschingsfans
feiern bunten
Carnevalsball
RAT & HILFE
NOTRUF
Polizei 110
Feuerwehr und Rettungsdienst 112
Giftnotruf 0361 730730
Die Närrinnen und Narren von
ALLGEMEINMEDIZIN
Reichenbach, Mylau, Netzschkau,
Lengenfeld, Neumark, Limbach,
alle dazugehörenden Ortsteile
sowie Heinsdorfergrund:
19 - 7 Uhr, Rufbereitschaft, 116117,
03741 457222
Heinsdorfergrund haben am Samstagabend im Gemeindezentrum beschwingt und farbenfroh den Faschingsball des Carnevalsvereins
der Feuerwehr Hauptmannsgrün
gefeiert. Das Motto lautete dementsprechend: „Sport macht fit und
munter – beim FCV wird’s immer
bunter“. Einen großen Auftritt hatten dabei unter anderem die Tänzerinnen der Funkengarde (Bild
oben). Sie präsentierten beispielsweise ein Medley zu Hits deutscher
Rockmusik. Einen vergnüglichen
Sketch zum Thema Angeln zeigten
Sylke, Sarah und Marie (Bild unten,
links). Sie stellten dar, was alles so
am Hauptmannsgrüner Mühlteich
geschehen kann. Viel Beifall gab es
auch für die ganz jungen Darstellerinnen: Sie zeigten einen Mix aus
turbulenten Box-Szenen (Bild unten, rechts). Die Saison geht in
Heinsdorfergrund weiter: Weiberfasching, Kinder-, Senioren- und Familienprogramme werden geboten.
FOTOS: FRANKO MARTIN
(ffm)
AUGENARZT
Plauen: 19 - 7 Uhr, Rufbereitschaft,
Vladimir Velchev, 03741 4913254,
0157 38508683
KINDERARZT
Reichenbach: 19 - 22 Uhr,
Dr. Wolfgang Reiher, Markt 18,
03765 12138, 03765 63476,
03741 457222
Ab 22 Uhr Rettungsstelle Klinikum
Obergöltzsch Rodewisch, 03744
36171115 oder Notfallambulanz der
Kinderklinik Greiz, 03661 463850
APOTHEKEN
Mylau: Schloss-Apotheke, Markt 9,
03765 34615
TIERARZT
Mylau: Dr. Moxter, 03765 392600
Auerbach: Kleintierklinik Vogtland
Dr. Roland Zeißler, Kaiserstraße 66,
03744 212471
BLUTSPENDEN
Reichenbach: Caféteria der Paracelsus-Klinik, Plauensche Straße 37,
13.30 - 17 Uhr
VERANSTALTUNGEN
Reichenbach: Hospizverein Vogtland,
Nordhorner Platz 3, Treffen der
AGUS-Trauerselbsthilfegruppe für
Angehörige um Suizid,
17 - 19 Uhr, 03765 612888
WIR GRATULIEREN
Reichenbach: Rainer Gerbeth 70 Jahre, Anna Hazak 102 Jahre, Horst Stölzel 87 Jahre, Maria Stölzel 80 Jahre
Unterheinsdorf: Willi Gorlt 81 Jahre
Oberheinsdorf: Christa Ott 83 Jahre,
Renate Stebich 86 Jahre
Mylau: Brigitte Künzel 73 Jahre
Netzschkau: Annemarie Bartlog 84
Jahre
BLITZTIPPS
Heute: Netzschkau, Plauensche Straße; Lauschgrün, B 173.
Morgen: Plauen, Liebknechtstraße,
Bismarckstraße, Wettinstraße; Bad
Elster, Bahnhofstraße; Mühlhausen,
Brambacher Straße.
Schwitzen fürs Steuersäckel:
Anstieg der Saunapreise droht
Das Finanzministerium
verlangt ab Juli 19 Prozent
Mehrwertsteuer statt wie
bisher 7. Vogtländische
Hitzeliebhaber müssen
deshalb vermutlich bald
tiefer in die Tasche greifen.
VON JULIA KELLER
REICHENBACH/PLAUEN — Bäderster-
ben, erhebliche Preiserhöhungen
und weniger Saunabesucher – der
deutsche Saunabund fürchtet, dass
dies ab 1. Juli auf Deutschland zukommen wird. Denn dann erhöht
das Bundesfinanzministerium die
Mehrwehrtsteuer auf Saunabesuche: 19 Prozent statt wie bisher 7
müssen die Betriebe dann abführen.
Unter diesen Umständen lässt
sich eine Preiserhöhung nicht vermeiden, sagt Ronny Adler, der Geschäftsführer der Plauener Freizeitanlagen und somit Chef des Stadtbades. Erst zum Monatsbeginn wurden in der Einrichtung die Eintrittspreise angehoben. Um einzuschätzen, ob das bald wieder nötig ist, beobachtet die Badleitung nun bis Mai,
wie sich die Kosten für Material und
Instandhaltung entwickeln. Und ob
die Umsatzsteuererhöhung tatsächlich kommt. Denn noch hofft Adler,
dass sich diese noch abwenden lässt.
Anlass dazu gibt ihm eine Protestaktion des Saunabundes: Unter den
Saunagästen wurden bis 20. Januar
Unterschriften gesammelt. Auch
das Plauener Stadtbad beteiligte
sich. „230 Unterschriften sind hier
zusammen gekommen“, so Adler.
Beim Saunabund würd noch gezählt und noch sind nicht alle Listen
am Sitz des Vereins angekommen.
Etwa 125.000 Unterschriften aus
rund 230 Bädern sind der aktuelle
Zwischenstand. Was man mit der
Sammlung am Ende macht, weiß
Sprecher Hans-Jürgen Gensow noch
nicht. Das wolle sich der Verein
überlegen, wenn die Auszählung
durch ist. „Wir wollten mal wissen,
wie‘s an der Basis aussieht“ Wie
hoch die Erfolgsaussichten der Aktion sind, möchte man im Finanzministerium nicht prognostizieren.
Im Zeulenrodaer Waikiki sind
viele Gäste über die geplante Steuererhöhung aufgebracht, sagt Marketingleiterin Silke Kusturica. „Sie verstehen nicht, wie so eine Entscheidung getroffen werden kann, wenn
Gesundheitsprävention propagiert
wird.“ Noch hofft man aber auch in
Thüringen, dass es sich das Finanzministerium noch einmal anders
überlegt. Wenn nicht, „dann werden
wir nicht drum herum kommen, es
an die Gäste weiterzugeben“, so Kusturica.
Die Betreiber der Kurbäder Bad
Elster und Bad Brambach teilen Kusturicas Hoffnung ebenso wie Claus
Müller. Er ist Geschäftsführer der
Stadtwerke Hof und somit auch für
das städtische Bad inklusive Sauna
verantwortlich. Kurz vor dem 1. Juli
ist in seiner Firma Aufsichtsratssitzung, erst dann wird entschieden, ob
der Eintritt ab Juli teurer wird. Falls
ja, kann Müller sich vorstellen, dass
einige Gäste in Zukunft seltener in
die Sauna gehen.
Das Waldbad Brunn und der IfaPark Schöneck waren bis Redaktionsschluss nicht für eine Äußerung
zu erreichen.
Neumark:
Protokolle
sollen her
Aufzeichnungen aus dem
Gemeinderat gewünscht
Ermäßigter Steuersatz nicht mit EU-Recht vereinbar
Anfang 2013 entschieden Bund und
Länder, die Mehrwertsteuer auf Saunabesuche anzuheben.
Grundlage war eine Entscheidung
des Bundesfinanzhofes. Dieser urteilte 2005, dass der ermäßigte Steuersatz nicht mit EU-Recht vereinbar ist.
Ermäßigt versteuert werden deshalb nur noch Maßnahmen, die ärzt-
lich verordnet werden können. Dazu
müssen sie der Behandlung einer
Krankheit oder einer anderen Gesundheitsstörung dienen.
Seit Mai 2014 wussten die betroffenen Verbände Bescheid, sagt ein Ministeriums-Sprecher. Ursprünglich
sollte die Erhöhung schon zu Jahresbeginn kommen, wurde dann aber
auf Juli verschoben. (kej)
Die aktuellen Saunapreise einiger großer Bäder
im Vogtland (ohne Sonderpreise)
Stadtbad Plauen
Sauna
2 Stunden
Tageskarte
Sauna + Bad
Tageskarte
Erwachsene
8,00 €
11,00 €
Erwachsene
13,50 €
Ermäßigt
7,00 €
9,00 €
Ermäßigt
11,50 €
Waldbad Brunn
Sauna
3 Stunden
Tageskarte
Erwachsene
10,00 €
12,00 €
Ermäßigt
9,00 €
11,00 €
Kind 4 bis 15 Jahre
5,00 €
7,00 €
Sächsische Staatsbäder Bad Elster und Bad Brambach
Sauna + Bad
Tageskarte
14,50 €
Ifa Ferienpark Schöneck
Sauna + Bad
2 Stunden
3 Stunden
4 Stunden
Tageskarte
Erwachsene
10,00 €
11,00 €
12,50 €
17,00 €
Sauna und Bad Hof
Sauna + Bad
4 Stunden
Tageskarte
Erwachsene
15,00 €
17,00 €
mark soll sich von der Kommunalaufsicht des Vogtlandkreises über
die Anfertigung von Protokollen der
Gemeinderatssitzung aufklären lassen. Das hat Gemeinderat Günter
Franke (FDP) vorgeschlagen, nachdem Andreas Fritzsch (CDU) die
wörtliche Niederschrift der Aussagen in der Sitzung gefordert hatte.
Frankes Vorschlag fand Zustimmung. Die Bestätigung des Protokolls der vorhergehenden Gemeinderatssitzung wurde vertagt.
Bürgermeister Ralf Fester (FDP)
erklärte, dass bei den Sitzungen lediglich Beschlussprotokolle angefertigt werden, da der Aufwand für
ein komplettes Protokoll zu groß sei.
Die Gemeindeverwaltung zeichnet
die Sitzungen auf. Da jedoch bisweilen mehrere Gemeinderäte gleichzeitig reden würden und auch Nebengeräusche auftreten, seien die
Aussagen manchmal nicht zu verstehen. (pstp)
AUFTRITT
Kind 4 bis 14 Jahre
7,50 €
9,00 €
10,00 €
13,50 €
Ermäßigt
11,00 €
13,00 €
Waikiki Zeulenroda
Sauna + Bad
Erwachsene
Kind bis 14 Jahre
Tageskarte
19,90 €
14,90 €
Wochenend- und Feiertagszuschlag: zuzüglich 1,50 € pro Person auf alle Preise
Ariane Bühner
NEUMARK — Der Gemeinderat Neu-
Quelle: Bäder
Ute Freudenberg
singt in Reichenbach
REICHENBACH — Die Sängerin Ute
Freudenberg präsentiert am 22. Februar im Neuberinhaus Reichenbach
ihr Programm „Lieder, die ich mag“.
Das Konzert beginnt 17 Uhr. Seit
zehn Jahren hat sich die Künstlerin
den besonderen Wunsch erfüllt: Sie
singt die Lieder, die nicht nur ihr zu
Herzen gehen, sondern auch das Publikum berühren. (lk)
Frauenchor im Gewandhaus
Sängerinnen aus Reichenbach werden im weltberühmten Konzerthaus
in Leipzig auftreten.
Mitwirkende sind noch
gesucht.
REICHENBACH — Der Frauenchor Reichenbach wird als einer der Hauptchöre zum nächsten Adventssingen
im Großen Saal des Leipziger Gewandhauses das Festprogramm mitgestalten. Das hat jetzt Chorleiter
Wolfgang Horlbeck mitgeteilt.
Das Adventssingen ist einer der
Höhepunkte im Veranstaltungskalender des Sächsischen Chorverbandes. Viele Chöre aus dem Freistaat
bewerben sich jedes Jahr um die
Teilnahme und stellen sich eine
Stunde vor Veranstaltungsbeginn
auf allen Etagen des Gewandhauses
mit kleinen Beiträgen vor. Zum
Hauptprogramm versammeln sich
alle, einschließlich des Leipziger Publikums, im Großen Saal, wo etwa
fünf Hauptchöre vor etwa 2000
Singefreudigen ein großes Festprogramm gestalten.
Nach 2002 und 2007 wurden die
Reichenbacher zum dritten Mal eingeladen. „Wir freuen uns. Das ist eine höchst ehrenvolle Aufgabe und
Anerkennung unserer Arbeit, aber
auch eine immense Herausforderung für uns“, so Chorleiter Horlbeck. Der Chorleiter wünscht sich
zudem noch mehr sangesfreudige
Mädchen und Frauen aus Reichenbach und Umgebung für sein Ensemble: „Wir laden zum jetzt günstigen Zeitpunkt interessierte Sängerinnen ganz herzlich ein, sich bei
unserem Chor zwanglos zu melden
und mitzusingen. Wir haben Platz
in allen Stimmlagen.“ (lk)
DER CHOR trifft sich zu den Proben jeden
Montag, 19.30 bis 21 Uhr im Probensaal des
Neuberinhauses.
» www.frauenchor-reichenbach.de
Der Frauenchor Reichenbach ist unter der leidenschaftlichen Leitung von
Wolfgang Horlbeck weithin bekannt geworden.
FOTO: FRANKO MARTIN/ARCHIV
REICHENBACHER ZEITUNG
Montag, 9. Februar 2015
KURZ GEMELDET
Treff der Jagdgenossen
Freie Presse
Isabel Varell begeistert Publikum
NEUMARK — Die Mitglieder der Jagd-
genossenschaft von Neumark kommen morgen um 18 Uhr im
Sport- und Vereinshaus Neumark
am Badsteig 4 zusammen. Bei der
Versammlung soll unter anderem
ein neuer Jagdvorstand gewählt
werden, wurde zu dem Treffen mitgeteilt. (lk)
Autorin liest in Salzgrotte
REICHENBACH/NETZSCHKAU — Die
Netzschkauer Debüt-Autorin Antje
Böhm liest am Freitag, 19 Uhr in der
Salzgrotte in Reichenbach (Eingang
Humboldtstraße). Sie stellt dort ihr
Buch „Whiskykuss und Saitenwechsel“ vor. (lk)
EINTRITTSKARTEN gibt es in der Salzgrotte
Reichenbach, Solbrigstraße 18, Telefonruf
03765 3875477.
Beste Vorleser gesucht
AUERBACH — Zum Ende der Winter-
ferien ist Auerbach wieder Gastgeber für den Vorlesewettbewerb der
Schüler im östlichen Vogtland. Wie
die Stadtverwaltung mitteilt, wird
der Vorlesewettbewerb am 21. Februar von der Stadtbibliothek und ihren Kooperationspartnern in der Nicolaikirche ausgerichtet. (fak)
KALENDERBLATT
Vor 10 Jahren
VEREIN GEGRÜNDET — In Falkenstein
wird der Falkensteiner Heimat- und
Museumsverein gegründet. Wichtigstes Ziel der Gründungsmitglieder ist es, dem Heimatmuseum neues Leben einzuhauchen. Initiatorin
ist Sylvia Schlenker, die sich nach einem Pressebericht über den drohenden Untergang der musealen Einrichtung Mitstreiter gesucht hat,
um deren Aus zu verhindern. Sie
wird zur Vereinsvorsitzenden gewählt.
Die Sängerin und Entertainerin hat mit ihrem Programm „Da geht noch
was“ im Reichenbacher
Neuberinhaus Station gemacht. Der Abend blieb
keine Einbahnstraße.
REICHENBACH/PLAUEN — Der
REICHENBACH — Der Fasching scheint
seinen Tribut zu fordern: Nicht wenige Plätze im kleinen Saal des Reichenbacher Neuberinhauses blieben am Samstagabend unbesetzt.
Wer sich jedoch dorthin aufmachte,
hatte offensichtlich viel Spaß. Isabel
Varell gastierte mit ihrem aktuellen
Tour-Programm „Da geht noch was“.
An ihrer Seite griff Christian Heckelsmüller in die Piano- und Keyboard-Tasten und beteiligte sich mit
seiner Stimme.
Isabel Varell führte bei ihrem Auftritt auch ein Zwiegespräch mit ihren Zuschauern.
Zwei Stunden erlebte das Publikum die Vielfältigkeit der Sängerin,
Schauspielerin, Fernsehmoderatorin und Musicaldarstellerin. Was sie
bewegte, erschütterte, rührte. Mit
ausdrucksstarker Stimme erzählte
Varell von ihrer Liebe zu Paris und
der französischen Lebensart. Sie
sprach mit Hochachtung von Lady
Diana und Kate Middleton, setzte ihrem Ex-Ehemann, Drafi Deutscher,
ein musikalisches Denkmal und
„Goodbye Johnny“ von Hans Albers
neu in Szene. Zwischen den Titeln
ließ Isabel Varell ihre einjährige
Hauptrolle in der Telenovela „Rote
Rosen“ Revue passieren. Es waren Erinnerungen an „kein richtiges“, aber
„trotzdem schönes Leben“ während
dieser Zeit, sagte sie und meinte 14Stunden-Drehtage, 140 Seiten Text
lernen pro Woche und Filmküsse als
„richtig harte Arbeit“.
Vom Küssen
Um der Vorstellungskraft ihres Publikums auf die Sprünge zu helfen,
suchte und fand Varell ein „Opfer“ in
den Sitzreihen. Letztendlich blieb es
bei der Ankündigung, eine BeispielKussszene nachzustellen. Man verlor sich in verbalen Beschreibungen.
FOTO: FRANKO MARTIN
Komponist, Dirigent, Musicaldarsteller und Gesangslehrer Christian Heckelsmüller ist seit Ende der
1990er-Jahre Isabel Varells musikalischer Wegbegleiter. „Da haben wir
beide zusammen auf der Reeperbahn gearbeitet“, berichtete sie von
den Anfängen und stellte vorsichtshalber sofort klar: an seriösen Musicals.
SERVICE Thomas „Rups“ Unger & Band sind
mit dem ersten Solo-Album „Alles was ich
brauch“ am Samstag im Neuberinhaus zu
Gast. Beginn ist 19.30 Uhr. Karten kosten im
Vorverkauf 16,40 Euro.
Vor 50 Jahren
MISCHT FUTTER — Die
Weischlitzer Mühle läuft zwar immer noch, hat aber längst eine andere Aufgabe bekommen als früher:
Sie mischt Futter, und das wird zum
Teil für 10.000 Schweine in Reißig
bei Plauen verwendet. Anfangs sind
es 7 Tonnen am Tag gewesen. Die
Menge konnte jedoch auf 20 Tonnen
täglich erhöht werden. Der Güterboden ist Umschlagplatz für Zuckerrübenschnitzel aus Halle, Sojaschrot
aus Japan, Erdnussrückstände aus
Indien und viele andere Produkte.
Die werden nach Rezeptur zum Futter gemixt.
WEISCHLITZ
Erneut Brand in Altchrieschwitz
Trotz regelmäßiger Polizeistreife am Rande Plauens
musste die Feuerwehr am
Wochenende ausrücken.
Es war bereits das siebte
Mal binnen kurzer Zeit.
Samstag, 7. Februar: kurz vor Mitternacht, Brand im Nebengelass,
Möschwitzer Straße 91
Sonntag, 25. Januar: 1.15 Uhr, Feuer
im Stall (Nr. 91)
Freitag, 16. Januar: Mitternacht,
Flammen in Scheune (Nr. 91)
PLAUEN — Die Bewohner der Mösch-
BROT TEURER — Am 8. Februar hat die
Plauener Bäcker-Innung eine Erhöhung des Brotpreises auf 18 Pfennige pro Pfund beschlossen. Als Grund
wird die Steigerung des Mehlpreises
angegeben. Zudem legten die Mitglieder ein einheitliches Gewicht
von 75 Gramm für eine Doppelsemmel fest, die für fünf Pfennige abgegeben wird. Pro Kopf ist in den Bäckereien nur noch der Verkauf von
vier Pfund Brot und Mehl pro Woche erlaubt. (pa)
witzer Straße kommen nicht zur Ruhe. Am Samstag hat es im Plauener
Stadtteil Altchrieschwitz kurz vor
Mitternacht erneut gebrannt. Diesmal war die erste Etage eines Nebengelasses des Vierseithofes betroffen
– dorthin musste die Feuerwehr bereits mehrfach ausrücken.
Es ist schon das siebte Mal seit
Mitte November, dass es in Altchrieschwitz gebrannt hat. Bewohner gehen davon aus, dass ein Feuerteufel sein Unwesen treibt. Die Poli-
Spaziergang zur abgebrannten Scheune an der Möschwitzer Straße: Sensationslustige kamen nicht nur gestern mit dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad.
Samstag, 10. Januar: 5.30 Uhr, Feuer in einer Scheune, Polizei geht von
Brandstiftung aus (Nr. 93)
FOTO: ELLEN LIEBNER
zei hält sich bedeckt. Nach dem
jüngsten Vorfall sagte eine Sprecherin: „Wir ermitteln wegen Brandstiftung.“ Auch die Anwohner der
Möschwitzer Straße halten sich inzwischen lieber mit öffentlichen
Äußerungen zurück. „Ich bin stinksauer. Meine Angst ist zur Wut geworden“, so einer der Bewohner gestern. Man wolle sich überlegen, ob
eine Belohnung zur Ergreifung des
Täters ausgesetzt wird. Anwohner
und Spaziergänger machten sich
Gedanken. „Das ist ein Verrückter.
Dem muss unbedingt das Handwerk
gelegt werden“, hieß es gestern hinter vorgehaltener Hand.
Hinweise zur Tat: Zeugen wenden sich an
die Kripo Zwickau, Telefon 0375 4284480.
Seniorenbeirat des Vogtlandkreises veranstaltet vom 25. Mai bis zum darauffolgenden Freitag eine Seniorenwoche in Plauen. Es ist die dritte Seniorenwoche, die von dem Gremium
auf die Beine gestellt wird. Eine dieser Wochen fand bereits in Auerbach, die andere in Reichenbach
statt. Hintergrund: „Ein Drittel der
Menschen im Vogtland ist über 60
Jahre alt“, erklärt die Seniorenbeauftragte des Vogtlandkreises, Dagmar
Nauruhn. Diese Altersgruppe soll
während der Seniorenwoche im
Mittelpunkt stehen. „Sie sollen zeigen, was sie können, aber auch sagen, was ihnen nicht passt, was vielleicht geändert werden muss.“
An den fünf Tagen sind zahlreiche Veranstaltungen geplant. So
wird es am ersten Tag eine Wanderung zum Parktheater geben. Die
Plauener Straßenbahn gewährt am
26. Mai einen Blick in ihren Betriebshof und bietet zwei Stunden lang eine Rundfahrt mit der neuen Tram
sowie mit zwei Bussen. Eine Besichtigung der Baustelle Haltepunkt
Mitte steht ebenfalls auf dem Programm.
Am Abschlusstag stellen sich
Vereine auf dem Gelände der Parkeisenbahn im Syratal und im Schalander der Sternquellbrauerei vor. Vereine und Einrichtungen, die sich
während der fünf Tage noch einbringen wollen, können sich noch
bei Dagmar Nauruhn melden. (pa)
KONTAKT: Seniorenbeauftragte Dagmar
Nauruhn ist erreichbar im Landratsamt des
Vogtlandkreises, Neundorfer Straße 94/96 in
Plauen, Telefon 03741 3923399, oder auch per
E-Mail: nauruhn.dagmar@vogtlandkreis.de.
ZUSTELLUNG
Wann es brannte:
VON SABINE SCHOTT
Vor 100 Jahren
Senioren
suchen
Mitstreiter
Ende Mai zahlreiche
Veranstaltungen geplant
VON SYLVIA DIENEL
Zum Nachdenken
Der Abend werde keine Einbahnstraße, gab Isabel Varell eingangs zu
verstehen. Und richtig: Das unmittelbare Zwiegespräch mit dem Publikum riss allenfalls dann ab, wenn
sie gesungen hat. Ihre oft mitten aus
dem eigenen Leben gegriffenen Titel
kreisten um Liebe und Freundschaft, Abschiede und Neuanfänge,
Gott und die Welt, Kriege und Hunger. Oft verpackt in gefühlvollen Balladen, in Chansons, Schlager, Pop,
Musical. Die Zuhörer durften mitträumen – und nachdenken. Unter
anderem darüber, warum Varell Begegnungen mit anderen Menschen
als Horizonterweiterungen interpretiert und, so der Titel eines ihrer
Lieder, „Vorurteile böse Geister auf
der Jagd“ sind.
11
Mittwoch, 31. Dezember 2014:
7 Uhr, es brennt zum dritten Mal an
der ehemaligen Bäckerei (Nr. 89)
Samstag, 20. Dezember 2014: 6.30
Uhr, zweites Feuer im Anbau der ehemaligen Bäckerei.
Samstag, 15. November 2014: 5.45
Uhr, ehemalige Bäckerei, Feuer im
Anbau (sasch/kej)
Amtsblatt: Künftig
nur noch ausgelegt
NETZSCHKAU — Die Einwohner von
Netzschkau werden ab März kein
Amtsblatt mehr in ihren Briefkästen
finden können. Darüber informierte
Bürgermeister Mike Purfürst (Gewerbeverein). Die Stadtanzeiger sollen künftig bei örtlichen Händlern
und Gewerbetreibenden ausgelegt
werden. Im Februar werde das Amtsblatt aber noch an die Haushalte verteilt. Es wird den Hinweis enthalten,
dass die Frei-Haus-Lieferung künftig
entfällt. Grund für die Veränderung
sei der Wegfall der bisherigen Verteilerstruktur, die der Stadt die Dienstleistung noch zu einem günstigen
Preis ermöglichte. Die jetzt angefragten Anbieter hätten jedoch einen fast vier Mal so hohen Preis verlangt. Da die Stadtverwaltung nicht
zum Austragen verpflichtet sei, werde das Auslegen in den Geschäften
angesichts dieser Preissteigerung bevorzugt. (pstp)
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12 Freie Presse
VORSCHAU
WOHIN
Montag, 9. Februar 2015
Fotos und Gemaltes aus „Nah und Fern“
hat. Die Unternehmer haben ihre
Gebäude unverwechselbar gestaltet“, sagte er. Heute sehe dagegen jeder Industriebau in den Gewerbegebieten gleich aus.
Bilder mit Reichenbacher
Motiven und von der
kontrastreichen Insel
Island sind jetzt im
Neuberinhaus zu sehen.
VON PETRA STEPS
CD-VERLOSUNG
Mitch Ryder singt
im Malzhaus Plauen
PLAUEN — Am Freitag, 21 Uhr, gas-
tiert Mitch Ryder im Malzhaus
Plauen. Begleitet wird er von der
Bluesband Engerling. Kurz vor seinem 70. Geburtstag wird der als
William S. Levise geborene und in
Detroit aufgewachsene amerikanische Musiker an sein bewegtes
Künstlerleben erinnern.
Dieses verlief in den Vereinigten Staaten eher unspektakulär.
Ganz anders dagegen sollte der
Karriere-Startschuss in Europa
sein. Sein Auftritt beim WDRRockpalast im Oktober 1979 wurde zur Legende. Die Begleitumstände waren recht außergewöhnlich. In der Garderobe gab es zuvor
Streit und eine nach ihm geworfene Gitarre verfehlte nur knapp das
Ziel. Der Künstler erschien nach einer Zechtour, die auch eine Minibar eines Hotelzimmers arg strapazierte, mit einer halb leeren Flasche Whiskey bei den Gastgebern.
Interview-Fragen konnte der
Mann nicht beantworten. Trotzdem gab er kurz danach auf der
Bühne alles…
Engerling begleitet Mitch Ryder
bei seinen alljährlichen Europatouren im Winter. (roby)
VERLOSUNG „Freie Presse“ verlost zehn
Alben mit dem Titel „Detroit Ain’t Dead Yet
(The Promise)“ von Mitch Ryder. Wer gewinnen will, schreibt bis Mittwoch eine E-Mail
mit dem Betreff „Mitch Ryder“ an die Adresse: red.plauen@freiepresse.de oder eine
Postkarte an: „Freie Presse“, Postplatz 7,
08523 Plauen. Die Gewinner werden benachrichtigt.
BÜHNE
Bad Elster: Paracelsus Klinik Am Schillergarten, Martin-Andersen-Nexö-Straße 10,
Kabarett der Besonderen Art mit Stefan Linke,
19.30 Uhr
MUSIK
Bad Elster: Kurhaus, Badstraße 25, Romantische Träumereien - Klavierabend im Kerzenschein mit Radim Vojir, 19.30 Uhr
KINDER UND FAMILIE
Plauen: Fanprojekt Plauen, Dobenaustr. 9,
Offener Jugendtreff, 9-15 Uhr
Jugendzentrum Oase, Dr.-Karl-Gelbke-Str. 1,
Oase-Keller, offener Treff, 15-20 Uhr;
O-Ton-(studio), 17 Uhr
Kinder- und Jugendhaus eSeF, Seminarstraße 4, Kinderzentrum, Töpfern, 14-18 Uhr;
Jugendzentrum, Fußball in der Halle
(ab 10 Jahre), 18 Uhr
Markuskeller, Morgenbergstraße 34,
Kindertreff (6-13 Jahren), 13-19 Uhr
Treff „Quartier 30“, Bahnhofstraße 30,
Zumba Kids, 16.45 Uhr; Zumba, 18 Uhr
Adorf/V.: Arbeiterwohlfahrt Mobile Jugendarbeit, August-Bebel-Straße 8, Ferienmittagessen, anschließend Krach-Instrumente
für Fasching selbst gebastelt, 11-15 Uhr
Auerbach/V: ASB Begegnungsstätte
(Hochhaus), A.-Schweitzer-Straße 34,
Nachhilfe für Schüler, anschließend Spiele- und
Bastelnachmittag, 14-17 Uhr
Awo Jugendzentrum High life, Eisenbahnstraße 49, HL kreativ: Playing the guitar,
15-17 Uhr
Schülerfreizeitzentrum, A.-Schubert-Str. 19,
Wii-Nachmittag, 10-18 Uhr
Bad Brambach: Fahrbibliothek,
Grundschule, 9-10 Uhr
Falkenstein: Tiergarten, Allee 9, 188 verschiedene Tiere, darunter 111 Säugetiere in
22 Tierarten, Tropenhaus mit 77 Tieren in
39 versch. Arten, 10-16 Uhr, 03745 5421
REICHENBACH — Im Reichenbacher
Neuberinhaus ist bis zum 16. März
eine Gemeinschaftsausstellung mit
Fotos von Viola Unger-Bauer und Jonas Klemm unter dem Titel „Nah
und Fern“ zu erleben.
Mit Bauchlandung begonnen
Jonas Klemm hat seine fotografische
Karriere als Autodidakt mit einer
glatten Bauchlandung begonnen.
Das gestand er dem Publikum bei
der Vernissage. Was war geschehen?
„Mit einer analogen Kamera meiner Eltern war ich nach Norwegen
gereist, um Polarlichter zu fotografieren.“ Allerdings war keines der
Bilder zu gebrauchen. Und das stachelte seinen Ehrgeiz an. Jetzt lernt
der 26-jährige Reichenbacher an der
Fachoberschule für Gestaltung in
Leipzig und will anschließend Fotografie studieren.
Im Neuberinhaus lässt er die Betrachter nun durch seine Fotos an einer Island-Reise mit dem Titel „Island – Insel der Kontraste“ teilhaben. „Mich hat damals der feste Wille gepackt, und ich habe mir viel fotografisches Wissen einfach autodidaktisch angeeignet“, erklärte er.
Viola Unger-Bauer und Jonas Klemm laden zur Ausstellung ins Reichenbacher Neuberinhaus ein.
FOTO: FRANKO MARTIN
Jonas Klemm ist außerdem inzwischen auf digitale Fotografie umgestiegen und interessiert sich für
Feuerfotos. Shootings mit Feuerkünstlern an interessanten Plätzen
der Erde sind sein größter Wunsch.
Viola Unger-Bauer dokumentiert
mit ihren Fotos unter der Überschrift „Stuck zu Stuck“ ein Stück
Reichenbacher Baugeschichte. Dafür hat sie über 1200 Bilder geschossen und besondere Stuckelemente
sowie Ornamente festgehalten. „Die
Ausstellung ist nicht vollständig,
sondern nur eine kleine Auswahl“,
machte sie deutlich und regte an,
mit offenen Augen durch Reichenbach zu gehen.
Die Stadt sei überhaupt nicht
langweilig, so Viola Unger-Bauer, es
gebe viel zu entdecken. Laudator
Wolfgang Richter setzte die Detailfotos in Verbindung zur historischen Entwicklung der Industriearchitektur. „Die schönen Details
stammen aus einer Zeit, in der man
Industriearchitektur verschönert
KINDERKINO
GITARRENKLÄNGE
MALZHAUS-KINO
Wo die Wettiner sich Mustang Spirit als
es gut gehen ließen
Held des Filmes
Der Schwede aus
Dresden im Kurort
Der Sinn des Lebens Von Träumerei zum
auf dem Prüfstand
Faschingsschwank
BAD ELSTER — Bei einer historischen
Stadtführung in Bad Elster können
sich Teilnehmer heute Nachmittag
auf die Fährte des sächsischen Herrscherhauses begeben. Die Wettiner
hinterließen in ihrem Lieblingskurort reichlich Spuren, die es beim
Rundgang zu entdecken gilt. Start ist
15 Uhr an der Touristinformation
im Königlichen Kurhaus. Teilnahmegebühr 3 Euro, Anmeldungen
unter Telefon 037437 53900. (hagr)
REICHENBACH — Morgen gibt es zwei
Vorstellungen von „Spirit, der wilde
Mustang“ im Neuberinhaus Reichenbach. Die erste beginnt um 10
Uhr, die zweite um 16 Uhr. Dem
Mustang Spirit wird eines Tages seine große Neugierde zum Verhängnis, als er auf Menschen trifft und
von diesen nach einer turbulenten
Verfolgungsjagd eingefangen wird.
Sie bringen ihn fort, um ihn zu zähmen. (ike)
BAD ELSTER — Der schwedische Singer/Songwriter Stefan Johansson ist
morgen zum wiederholten Mal in
Bad Elster zu erleben. Auf seiner
„The Door to the Unknown Tour“ ist
der in Dresden lebende Musiker ab
19.30 Uhr in der Kunstwandelhalle
zu Gast. Bei Klängen, die von Bruce
Springsteen, James Taylor oder Tracy Chapman inspiriert sind, begleitet ihn Krishn Kypke (Gitarre. Gesang, Sitar). Eintritt: 12 Euro. (hagr)
PLAUEN — „Zero Theorem“ ist der Na-
BAD ELSTER — Romantisch soll es
me eines SciFi-Films von 2014: Heute und morgen ist das Drama ab
20 Uhr im Malzhaus-Kino zu erleben. Das exzentrische Computergenie Qohen Leth lebt zurückgezogen
in der Ruine einer Kirche. Für eine
anonyme Firma arbeitet er an der
Lösung des „Zero Theorem“, einer
mathematischen Formel, die die
Antwort auf die Frage nach dem
Sinn des Lebens enthält. (sasch)
heute Abend im Königlichen Kurhaus Bad Elster zu gehen: Pianist Radim Vojír aus Eger verspricht diese
Stimmung mit Werken wie Robert
Schumanns „Träumerei“ oder seinem „Faschingsschwank aus Wien“,
aber auch mit Kompositionen von
Frederik Chopin oder Johannes
Brahms: dem Präludium e-Moll oder
den Walzer cis-Moll. Konzertbeginn
ist 19.30 Uhr, Karten: 6 Euro. (hagr)
Hermsgrün: Fahrbibliothek, Pension
Rudert, 13.30-14.15 Uhr
Klingenthal: Tierpark, Amtsberg 22,
Einheimische Tiere und exotische Wildtiere,
10-16 Uhr, 037467 22397
Leubetha: Fahrbibliothek, Bushaltestelle,
11-11.30 Uhr
Leubnitz: Schloss, Am Park 1, Wildkatzentheater - Mitmach- und Erlebnistheater
für die ganze Familie, 14 Uhr
Markneukirchen: Kinder- und Jugendtreff, Wernitzgrüner Straße 38, offener Treff,
13.30-19.30 Uhr
Oelsnitz: Jugendzentrum „Halle“,
Alte Reichenbacher Straße 27, Tanzkurse:
8 bis 12 Jahre, 15-16 Uhr; 13 bis 18 Jahre,
16.30-18 Uhr
Kinderzentrum „Goldene Sonne“, RudolfBreitscheid-Platz 1, Offener Treff, 13-18 Uhr
Zoephelsches Haus, Grabenstraße 31,
Kreativtreff: Gestalten von Schmuckgehängen,
9.30 Uhr
Wohlbach: Fahrbibliothek, Bushaltestelle,
12.30-13 Uhr
ab 6 J, 17 Uhr; Bibi und Tina ..., 14 Uhr; Blackhat,
16.45, 19.45 Uhr; Der kleine Drache Kokosnuss,
14.30 Uhr; Frau Müller muss weg!, ab 6 J,
20.15 Uhr; Fünf Freunde 4, 14.30, 17 Uhr; Honig
im Kopf, ab 6 J, 14, 16.30, 19.45 Uhr; Jupiter
Ascending 3D, ab 12 J, 14, 17, 20 Uhr; Let’s be
Cops - Die Partybullen, ab 12 J, 20.15 Uhr; Mortdecai - Der Teilzeitgauner, ab 6 J, 17 Uhr; Mr.
Turner - Meister des Lichts, ab 6 J, 17.15,
20.15 Uhr; Paddington, 14.30 Uhr; The Interview, 17, 20 Uhr; Malzhaus, Alter Teich 7 - 9,
03741 15320; The Zero Theorem, ab 12 J, 20 Uhr
Hof: Central-Kino, Altstadt 8, 09281 142488;
96 Hours - Taken 3, ab 16 J, 20 Uhr; Annie,
14.15 Uhr; Baymax - Riesiges Robowabohu,
ab 6 J, 14.15 Uhr; Baymax ... 3D, ab 6 J, 14.15,
17 Uhr; Bibi und Tina - Voll verhext, 14.30 Uhr;
Blackhat, 17, 19.45 Uhr; Die Entdeckung der Unendlichkeit, 17 Uhr; Jupiter Ascending 3D, ab
12 J, 14, 17, 20 Uhr; Let’s be Cops - Die Partybullen, ab 12 J, 20 Uhr; Mortdecai - Der Teilzeitgauner, ab 6 J, 17.15 Uhr; Ouija - Spiel nicht mit dem
Teufel, ab 16 J, 20.15 Uhr; Paddington,
14.30 Uhr; The Interview, 17.15, 20.15 Uhr
Scala-Kinocenter, Wörthstr. 4 - 6,
09281 3684; 3 Türken und ein Baby, ab 12 J, 14,
18.45 Uhr; Da muss Mann durch, 16.45,
20.45 Uhr; Frau Müller muss weg!, ab 6 J, 17,
19 Uhr; Fünf Freunde 4, 14.30, 16.45 Uhr; Honig
im Kopf, ab 6 J, 14, 17, 20 Uhr; John Wick, ab
16 J, 20.15 Uhr; Nachts im Museum - Das geheimnisvolle Grabmal, ab 6 J, 14 Uhr; The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben, ab 12 J,
20.45 Uhr
Auerbach/V: Eberhard Gütter, Feldstr. 27,
Modellbahnausstellung, komplette Sammlung
der deutschen Eisenbahngeschichte in HO,
60 Züge, 14.30-18 Uhr
Bad Elster: Kurhaus, Badstr. 25, Auf königlichen Spuren, historische Stadtführung, 15 Uhr
Erlbach: Brauhaus, Klingenthaler Straße 12,
Führung durch die handwerkliche Schaubrauerei, 14 Uhr
Klingenthal: Vogtland-Arena, Falkensteiner Straße 133, 10-17 Uhr, 037467 280860
Oelsnitz: Café Biene, Otto-Riedel-Straße 3,
Seniorensport für Alle, 10 Uhr; Spielenachmittag Wortwerkstatt, 14 Uhr
Syrau: Drachenhöhle, Höhlenberg 10, Einzige Schauhöhle Sachsens, in 16 m Tiefe gibt es
unterirdische Schönheiten wie Sinterschmuck,
kristallklare Seen und Lehmkegel an den Höhlenwänden, 10-16 Uhr, 037431 3735
Treuen: Begegnungsstätte Kirchgemeinde, Pfarrstraße 4 b, Filmveranstaltung: Berührungsängste, Veranstaltung des Hospizvereins
Vogtland, mit anschließender Diskussion,
19 Uhr
STADTF ÜHRUNG
A N ZE I G E
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Mitch Ryder gastiert am Freitag im
FOTO: ROLAND BARWINSKY
Malzhaus.
Reichenbachs schöne Bauten
Bei den Detailfotos von Reichenbacher Gebäuden interessierten die Besucher vor allem die Lokalisierung
und der jetzige Bauzustand. Viele
wünschen sich, dass die Schmuckelemente erhalten oder restauriert
werden. „Bei der Post glaube ich erst
an die Sanierung, wenn ich das Ergebnis sehe“, sagte eine etwas kritischere Besucherin.
Die Umrahmung der Vernissage
hatte Christian Unger übernommen. Der zur Feuerkünstler-Truppe
Freaks on fire gehörende Mann bot
eine Indoor-Show-Variante. Bei dieser wurde das Feuer durch spektakuläre Lichtelemente ersetzt.
Die Schau wird noch durch einige gemalte Bilder von Sarah D. Bauer
ergänzt. Die Fünftklässlerin hat zum
Beispiel eine Halloweenmaske gestaltet oder ihre Katze verewigt. Die
blutjunge Künstlerin ist die Tochter
von Viola Unger-Bauer.
Diese wiederum hatte bereits am
Fotowettbewerb zur Landesgartenschau in Reichenbach erfolgreich
teilgenommen sowie an einer Keramikausstellung.
In ihren Begrüßungsworten hatte sie es zudem auf den Punkt gebracht: „Malen, basteln, fotografieren und Keramikgestaltung – das
sind meine Hobbys.“
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AUSSTELLUNGEN
Plauen: Vogtlandkonservatorium,
Theaterplatz 4, „Im Unruhestand“ - Werke
von Wilhelm Mühsam, 8-15 Uhr
Bad Elster: Kurhaus, Badstr. 25, Schöne
Welt, Malerei und Collagen des Familien- und
Kulturzentrums Schöne Welt Plauen, 9-17 Uhr
Leubnitz: Schloss, Am Park 1, Natur- und
Jagdausstellung; Wildkatzensprung - Rückkehr
auf Leisen Pfoten, Einblicke in die heimliche
Welt der Wildkatzen, 9-13 Uhr
Markneukirchen: Catgut, Gewerbepark 18,
Skisport im oberen Vogtland, zusammengestellt von Thorald Meisel, 8-16 Uhr
Hüttels Musikwerkausstellung Wohlhausen, Hauptstraße 10, Mechanische Musikinstrumente, von der Singvogelspieldose bis zur
großen Karussellorgel, 9.30-16 Uhr
Mehltheuer: Kleinstes Musikinstrumenten-Museum, Hohe Straße 9, 1500 Raritäten
inklusive 350 historischer Musikinstrumente,
Vorführung mechanischer Musikinstrumente,
Schauwerkstatt für Zupf-, Streich- und Zungeninstrumente, 9-12 Uhr, 037431 4159
Morgenröthe-Rautenkranz: Raumfahrtmuseum, Bahnhofstraße 4, Deutsche Raumfahrtausstellung, 10-17 Uhr, 037465 2538
Oberlauterbach: Natur- und Umweltzentrum, Treuener Straße 2, Wildkatzensprung Rückkehr auf leisen Pfoten, Eintritt frei,
9-15.30 Uhr, 03745 751050
Oelsnitz: Zoephelsches Haus, Grabenstr. 31,
Erzählende Buchstaben, Malerei und Schriftbilder von Jo Schütt, 9-16 Uhr
KINO
Plauen: Capitol Filmtheater, Bahnhofstr. 33,
03741 1469050; 96 Hours - Taken 3, ab 16 J,
20 Uhr; Annie, 14.15 Uhr; Baymax - Riesiges Robowabohu, ab 6 J, 14.15 Uhr; Baymax ... 3D,
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KLAVIERKONZERT
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SONSTIGES
Plauen: Alaunbergwerk „Ewiges Leben“,
Reichsstraße (gegenüber Commerzbank),
Plauen unter Tage erleben, telefonische Voranmeldung: 03741 529426
Demenzfachstelle des Caritasverbandes
Vogtland, Bergstraße 39, Themenabend,
„Wer darf was?“ - Rechtssichere Entscheidungen rund um die Pflege bei Menschen mit
Demenz, 19 Uhr, 03741 222832
Schaustickerei, Obstgartenweg 1, Vorführungen an Stickmaschinen, 10-17 Uhr,
03741 443187
» www.neuberinhaus.de
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WINTERSPORT
Auerbach/V: Loipen rund um Auerbach,
Zinsbach-, Sonnen-, Grünheider Rundloipe
sowie kleine Rundloipe am Sportplatz Beerheide befahrbar, Vogtlandsee-, Röthelsteinund Eulenberg-Loipe bedingt befahrbar
Erlbach: Loipen, Loipen gespurt, Schneetelefon 037422 6125 oder www.kegelberg.de
Skilifte am Kegelberg, Schneetelefon
037422 6125, 9-17 Uhr
Grünbach: Loipen, Loipen gespurt, bis
20 Uhr beleuchtet, Anschlussloipe zur Kammloipe (Einstieg Dorfplatz Muldenberg) sowie
Sonnenloipe (Einstieg an der Turnhalle)
gespurt, Schneetelefon 03745 5303
Hammerbrücke: Loipen, Bergland-Rundloipe mit Anbindung an Kammloipe sowie
Ortsloipe gespurt; Nachtloipe beleuchtet,
Einstieg an der Grundschule, gespurt,
17-21 Uhr
Klingenthal: Loipen, Sonnenloipe gespurt,
Schwarzbergloipe teilweise präpariert,
Schneetelefon 037467 22494
Skilift Jägerstraße, Informationen unter
0176 27148167, 17-21 Uhr
Mühlleithen: Loipen, Kammloipe und Kielloipe gespurt, Schneetelefon: 037467 22494
Skilift, B 283, Schneetelefon: 037467 22494,
10-17 Uhr
Schneckenstein: Loipe, Kammloipe
gespurt, www.kammloipe.com
Schwaderbach (Bublava): Skilifte, Bleiberg, Schneetelefon 00420 352696830,
9-20 Uhr
Schöneck: Loipen, Ortsloipen und Kammloipe gespurt
Skiwelt, Hohe Reuth, Lifte, Schneetelefon
037464 82000 oder www.schoeneck.eu,
9-18 Uhr
Zauberteppich, 9-17 Uhr
Tannenbergsthal: Loipen, Ortsloipe
gespurt
REICHENBACHER ZEITUNG
Montag, 9. Februar 2015
Freie Presse
Droht Angelverbot an der Pirk?
Zuständige lassen Angler zappeln
NACHRICHTEN
GEWE RKSCHAFT
Heute Warnstreik
bei Vosla geplant
PLAUEN — Die
Beschäftigten des
Plauener Unternehmens Vosla sind
für heute zum Warnstreik aufgerufen. Dieser soll am Haupteingang an
der
Louis-Ferdinand-SchönherrStraße 15 über die Bühne gehen. Mit
dem Warnstreik unterstützen die
Beschäftigten laut Pressemitteilung
die Forderungen der IG Metall in
den laufenden Tarifverhandlungen
der Metall- und Elektroindustrie.
Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine Lohnerhöhung von 5,5
Prozent. In den vorigen Wochen fanden bereits in Westsachsen Warnstreiks statt. Dabei beteiligten sich
knapp 4500 Beschäftigte. Für die
kommenden Tage sind weitere
Warnstreiks geplant. (nd)
DORF-URLAUB
Tourismusfachleute
tagen in Jößnitz
JÖßNITZ — Eine Tagung der Touris-
mus Marketing Gesellschaft Sachsen findet am 25. Februar in der Berufsgenossenschaftlichen Bildungsstätte im Plauener Ortsteil Jößnitz
statt. Die Gesellschaft hatte das Projekt „Sachsens Dörfer“ gestartet, das
Lust auf Landurlaub machen soll
und für ausgewählte Orte im Freistaat Werbung betreibt. Jößnitz ist
einer dieser Orte. Im Vorfeld der Tagung werde es auch einen Rundgang
durch den Staatlich anerkannten Erholungsort geben, informierte Ortschaftsrat Wolfgang Eckardt. (pa)
KURZ GEMELDET
Infos zum „Historikus“
PLAUEN — Das Plauener Seniorenkol-
leg lädt für Mittwoch zu einem Vortrag mit Andreas Krone ein. Er ist
Herausgeber der Zeitschrift „Historikus“ und stellt seine Arbeit vor. Der
Vortrag beginnt um 14 Uhr im Hörsaal des TGZ Plauen, Morgenbergstraße 19. (nd)
Bei Hobby-Anglern der
Region schrillen Alarmglocken: Angeblich droht
ihnen ab 2015 ein Angelverbot an der Talsperre
Pirk. Mehr als 1000 Unterschriften gegen die Pläne
sind schon gesammelt.
VON CHRISTIAN SCHUBERT
OELSNITZ — „Angeln verboten!“, so
steht es auf manchen Hinweisschildern an Gewässern. Gibt es
mehr davon auch bald an der Talsperre Pirk? Mitglieder des Fischereivereins Pirk befürchten es. Und
sie laufen gegen die bisher nicht dementierten Pläne Sturm.
Die Hobbyangler befürchten ein
„Angelverbot“ für die kommende
Saison auf den gepachteten Flächen
der Naherholung Talsperre Pirk
GmbH. Das, so heißt es, würde sie in
der Ausübung ihres Hobbys massiv
einschränken. Anfang des Jahres
sickerte die Absicht durch, dass die
Naherholungsgesellschaft während
der Campingsaison nur noch auf
150 Metern der Hauptsperre Angeln
zulassen wolle – von 3500 Meter Gesamtlänge des Uferbereichs.
Petition gegen Pläne gestartet
„Das Angelverbot würde den kompletten Badebereich betreffen“, erklärt Frank Zierath, Vorsitzender des
Fischereivereins Pirk. Als Grund des
Ärgernisses vermutet er, dass sich
vereinzelt Badegäste und Bungalowbesitzer darüber beschwert haben,
dass es unter einigen Anglern zu
laut zugeht und immer öfter Müll
hinterlassen werde: „Wir vermuten,
dass einige Bungalowbesitzer uns
hier nicht haben wollen. Wenn man
sich so umhört, dann scheint es, als
ob Verantwortliche der Naherho-
Mehr als 30 Angler aus dem Vogtland und dem Landkreis Zwickau haben sich am Samstag an der Talsperre Pirk getroffen, um auf das ihnen drohende „Angelverbot“ aufmerksam zu machen: Von 3500 Metern Ufer sollen künftig nur
noch 150 Meter für ihr Hobby zur Verfügung stehen, heißt es.
FOTO: CHRISTIAN SCHUBERT
lung mit der Fischereigenossenschaft, die für das Gewässer verantwortlich ist, darüber schon gesprochen haben. Es war auch schon von
Verbotsschildern die Rede“, sagt Zierath. Und René Poller, der mit weiteren Angelfreunden die Interessengemeinschaft Natur und Angeln Vogtland gegründet hat, sagt: „Wir fühlen uns einfach übergangen – zumal
zwischen uns und der Naherholung
GmbH bis jetzt leider kein Dialog
zustande kommt.“ Dabei werbe die
Gesellschaft auf ihrer Internetseite
sogar für das Angeln an der Pirk.
Die Hobbyangler haben eine Petition gegen die Pläne gestartet. „Bis
jetzt kamen mehr als 1000 Unterschriften zusammen. Es wurden
über 50 Angelvereine aus Westsachsen informiert“, sagt René Poller.
Frank Zierath schätzt, dass ungefähr
800 organisierte Angler die Pirk regelmäßig für ihr Hobby nutzen. „Da
sind 150 Meter einfach zu wenig. Es
gibt Leute von auswärts, die haben
sich für das Angeln auch extra einen
Bungalow gemietet. Die wissen jetzt
noch gar nicht, was uns hier droht.
Und bis auf die Talsperren Pöhl und
Dröda gibt es im Vogtland nicht viel
mehr weitere Möglichkeiten zum
Angeln“, erklärt Zierath.
René Poller ergänzt: „Wir bringen
uns auch mit Arbeitseinsätzen hier
ein. Obwohl wir nicht dazu verpflichtet sind, sorgen wir hier für
Sauberkeit, zudem bezahlen wir für
das Angeln an der Pirk 80 Euro Jahresbeitrag.“
Politiker bieten Vermittlung an
Die Naherholung Talsperre Pirk
GmbH, von der das Angelverbot ausgehen soll, hält sich auf Anfrage der
„Freien Presse“ mit Aussagen bedeckt. „Wir sind in der Angelegenheit nur ein Gesprächspartner“, sagt
Geschäftsführerin Ilona Kühner
und verweist auf die Fischereigenossenschaft Plauen. Deren Geschäftsführer, Matthias Weinhold, äußerte
sich ebenfalls nur kurz: Von einem
Angelverbot könne nicht die Rede
sein. „Da hören einige das Gras
wachsen“, so Weinhold. Für Ende Februar sei ein Treffen mit allen Verantwortlichen geplant, „bei dem wir
die Diskrepanz zwischen Badegästen und den Anglern besprechen
wollen“, sagt Weinhold. Zierath zufolge sind die Hobbyangler bisher
nicht dazu eingeladen. Das ärgert
ihn: „Wenn ein Verbot erstmal durch
ist, gibt es kein Zurück mehr.“
Die Wut der Angler erreichte die
Politik: Der Oelsnitzer Oberbürgermeister Mario Horn (CDU) bot an,
als Schlichter zu fungieren. Auch
der Landtagsabgeordnete des Wahlkreises, Andreas Heinz (CDU), ist informiert. Er vermutet: „Hier liegt die
Wahrheit, wie oft in solchen Fällen,
vermutlich irgendwo in der Mitte.“
Er will versuchen, bei dem Treffen
Ende Februar dabei zu sein, um „für
beide Seiten eine Lösung zu finden,
mit der alle leben können“.
13
Jubiläum:
Film zeigt
Trabi-Konvoi
Uraufführung
am 23. Februar in Hof
PLAUEN/HOF — Zum Mauerfall-Jubiläum am 9. November 2014 wurde
deutschlandweit über den an diesem Tag nachgestellten Trabi-Konvoi von Plauen nach Hof berichtet.
Filmemacher Klaus Beer hat das Ereignis in einem Film festgehalten.
Zeitzeugen schilderten zudem vor
der Kamera ihre Empfindungen.
Die Uraufführung des rund
30-minütigen Streifens erfolgt am
23. Februar, 19.30 Uhr im FernwehDiner in Hof am Graben 26. Zu Beginn wird Klaus Beer, Initiator des
Projekts „Fernwehpark Signs of Fame“, über die Dreharbeiten und den
Fernwehpark berichten, der am
9. November 1999 errichtet wurde –
zehn Jahre nach dem Mauerfall, als
Zeichen für grenzenlose Freiheit
und für Völkerverständigung. Nach
der Filmpräsentation erzählt der
ehemalige Hofer Grenzpolizist Alfred Eiber über die Grenzöffnung in
der Hofer Region. (bju)
UM VORANMELDUNG wird gebeten bei
Steffi Behncke, Kulturreferat der Stadt
Plauen E-Mail: steffi.behncke@plauen.de,
Telefon: 03741 291-2342
KARNEVAL
Faschingsumzug:
Landesbischof dabei
PLAUEN — Der Bischof des Bistums
Dresden-Meißen, Heiner Koch,
mischt am kommenden Sonntag
beim großen Faschingsumzug des
Vereins Vogtländischer Carnevalisten in Plauen mit. Darüber informierte gestern Mitorganisatorin Birgit Scheibe. „Als Rheinländer fühlt
sich Bischof Koch dem Karneval verpflichtet. In Düsseldorf geboren, hat
er Fasching quasi im Blut“, so Scheibe. Der Umzug startet am Sonntag
um 14 Uhr. (nd)
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Nähe überreichen wollen? Nein?
Dann empfehle ich Ihnen als Präsent heute einmal Tickets, die sie für
zahlreiche Veranstaltungen vor Ihrer Haustüre, aber auch darüber hinaus, in unseren Geschäftsstellen und
im Onlinehshop erhalten. Ganz besonders ans Herz möchte ich Ihnen
dabei die neue Holiday-On-Ice-Show
„Passion“ legen, die bis zum 15. Februar in der Stadthalle Zwickau gastiert. Als Inhaber der Pressekarte erhalten Sie die Eintrittskarten mit einem Rabatt von 20 Prozent. Übrigens: Am 12. Februar geben Giovanni Zarella, Tom Marks und Inan Lima, die mit ihrer Band Vintage Vegas
zu den Stargästen der aktuellen Holiday-On-Ice-Produktion gehören,
von 12 bis 13.30 Uhr in der Geschäftsstelle der „Freien Presse“ in
der Hauptstraße 13 in der Zwickauer
Innenstadt fleißig Autogramme.
Selbstverständlich signieren die Musiker ihre aktuelle CD und die Holiday-One-Ice-Tickets. Ein Ticket mit
Star-Widmung dürfte bei Ihren Lieben für zusätzliche Freude sorgen.
EMPFEHLENSWERT
KONZERT
Ray Wilson kommt
nach Bad Elster
BAD ELSTER — Ray Wilson, der Ex-
Sänger von Genesis, präsentiert am
27. Februar ab 19.30 Uhr mit seinem
Quintett die größten Hits der Bandgeschichte im besonderen Ambiente des König Albert Theaters in Bad
Elster. Mit seinem Projekt „Genesis
Classic“ erfüllt sich der Schotte dabei nach Angaben der Organisatoren einen ganz persönlichen Traum:
die erfolgreichsten Hits von Genesis
auf großer Bühne in Originalversion
„unplugged“ zu spielen. Im Repertoire hat Ray Wilson selbstverständlich alle Hits wie „Follow You, Follow Me“, „No Son Of Mine“, „Not About Us“ oder den Welthit „I Can’t
Dance“ – aber auch Solo-Hits von
seinen ehemaligen Bandkollegen
Peter Gabriel („Solsbury Hill“), Mike
& the Mechanics („Another Cup Of
Coffee“) und Phil Collins („Another
Day in Paradise“). Inhaber der Pressekarte erhalten beim Ticketkauf in
den Geschäftsstellen der „Freien
Presse“ einen Rabatt von zwei Euro
pro Ticket. (cw)
Montag, 9. Februar 2015
Mit der Harley der Sonne entgegen
Mit den kultigen Maschinen von Harley Davidson
in einer Gruppe Gleichgesinnter im Westen der
USA der Sonne entgegen –
bei einer 13-tägigen Motorradreise kann dieser
Traum für „Freie Presse“Leser wahr werden.
Inhaber der Pressekarte
erhalten einen Rabatt.
VON CHRISTIAN WOBST
CHEMNITZ — Wer hat nicht schon ein-
mal davon geträumt, mit dem Motorrad der untergehenden Sonne
entgegen zu rollen, auf einem Highway, den irgendwo in der Ferne der
Horizont verschluckt, warmen
Wind auf der Haut zu spüren mit
dem Gefühl im Bauch, alles Glück
dieser Welt zu besitzen? Bei einer
13-tägigen Motorradreise durch den
Westen der USA kann dieser Traum
vom 16. bis 28. Oktober für Leser der
„Freien Presse“ wahr werden.
Die Tour startet in Los Angeles,
wo gleich am zweiten Reisetag zunächst eine Stadtrundfahrt ansteht.
Besucht werden die bekanntesten
Ecken der „Stadt der Engel“. Die
„Freie Presse“-Leser Christina und
Olaf Brauer haben im September
vergangenen Jahres mit 18 Gleichgesinnten die Motorradtour durch
den Westen der USA bereits absolviert. Sie schreiben: „Downtown,
Hollywood mit demWalk of Fame,
Beverly Hills, Santa Monica Beach
sowie der Sunset Strip und -Boulevard wurden von uns ausgiebig unter die Lupe genommen.“
Was kann es für Motorradenthusiasten schöneres geben, als mit der Harley Davidson durch den Westen der USA zu fahren? Im Oktober kann dieser Traum bei
FOTO: VERANSTALTER
einer Reise unter dem Titel „Western Express“ wahr werden. Inhaber der Pressekarte erhalten einen Rabatt auf den Reisepreis.
Von Los Angeles geht es weiter
auf dem legendären Highway 1, vorbei an Santa Monica und Malibu
Beach, Richtung Bakersfield. „Höhepunkt des Tages ist die Durchquerung der wunderschönen Gebirgslandschaft am Los Padres National
Forest“, sagt Reiner Volker, der die
Reise mit seinem Unternehmen organisiert. Am vierten Tag wartet
schließlich einer der Höhepunkte
der Reise: das „Death Valley“. „Die
Fahrt durch das Tal des Todes, eine
Wüste mit Lufttemperaturen bis zu
52 Grad Celsius und ohne jeglichen
Schatten, fordert auf den meilenlangen Strecken geradeaus ein Maximum an Aufmerksamkeit und Konzentration“, schreiben die beiden Leser in ihrem Reisebericht. Auf die
Wüste folgt das glitzernde Kontrastprogramm der Glücksspielstadt Las
Vegas. „Bei einer nächtlichen Tour
auf dem Las-Vegas-Strip sind wir aus
dem Staunen kaum herausgekom-
men – soviel Licht und Geflimmer
und das größte Hotel der Welt mit
rund 8000 Betten und der Nachbildung verschiedener weltbekannter
Metropolen innerhalb des Gebäudes
raubten uns den Atem“, schreiben
Christina und Olaf Brauer. Am siebenten Tag geht es in das Valley of Fire, dessen Felsformationen wie glühendes Lavagestein aussehen und
die deshalb mehrfach als Filmkulisse für die Filme rund um das Raumschiff Enterprise genutzt wurden.
Bei einer Reise durch den Westen
der USA darf der Besuch eines der
größten Naturwunder der Erde, des
Grand Canyon Nationalparks, natürlich nicht fehlen. „Nach einer
Stunde Fahrt haben die Teilnehmer
die Möglichkeit, einen Helikopterrundflug über den atemberaubenden Grand Canyon zu unternehmen. Die einzigartige Geschichte
dieses Nationalparks bekommt man
zudem hautnah im Imax-Kino zu se-
hen“, sagt Reiseveranstalter Reiner
Volker.
„Den neunten Tag unserer Tour
verbrachten wir fast ausschließlich
auf der historischen Route 66. Die
erste Station war Seligman mit seinen zahlreichen Souvenirshops und
dem sagenumwobenen Friseursalon von Angel Degadillo, dem Mr.
Route 66. Danach ging es über die alte Tankstelle von Hackberry, das
Open-Air-Museum für Route-66Fans, weiter über zahlreiche Serpentinen bis nach Oatman, einer alten
Goldgräberstadt mit historischem
Flair“, schreiben Christina und Olaf
Brauer weiter. Palm Springs heißt
das letzte größere Ziel der Motorradtour vor der Rückkehr nach Los Angeles. „Auf dem Weg dorthin fuhren
wir entlang der Mojave-Wüste, einer
faszinierenden Landschaft bis nach
Twentynine Palms, dem Tor zum
Joshua-Tree-Nationalpark. Die Weiterfahrt auf dieser atemberauben-
den Bergstrecke bis ins San-Bernadino-Tal war für alle ein tolles Erlebnis. Über Interstate und Highways
gelangten wir letztendlich wieder
nach Los Angeles“, fassen Christina
und Olaf Brauer ihre Eindrücke zusammen. Von der kalifornischen
Metropole aus ging es für das Ehepaar und die anderen Motorradenthusiasten mit vielen tollen Eindrücken im Gepäck wieder zurück nach
Deutschland.
BEI EINEM INFOABEND wird die Reise
„Western Express“ am 24. Februar ab
18 Uhr im Druckzentrum der „Freien Presse“
an der Winklhoferstraße 20 in Chemnitz ausführlich vorgestellt. Unter der gebührenfreien
Servicehotline 0800 8080123 kann ein kostenloser Prospekt zur USA-Reise mit allen
wichtigen Informationen angefordert werden.
Zudem wird unter der Nummer um eine
unverbindliche Anmeldung für den Reisevortrag am 24. Februar gebeten. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.
Trommelgewitter soll begeistern
Bezaubernder Walzer
Japanisches Ensemble Tao am 27. Februar zu Gast in Chemnitz
An einem Nachmittag in Chemnitz zum Wiener Hofball
CHEMNITZ — Explosiv und dennoch
CHEMNITZ — Die österreichische Met-
klassisch. Ursprünglich und trotzdem modern. Millionen Menschen
konnte das 1993 gegründete japanische Trommel-Ensemble Tao bereits
bei Gastspielen weltweit begeistern.
Am 27. Februar ist das Ensemble in
der Stadthalle Chemnitz zu Gast.
Die furiosen Rhythmen, die sich
zu einem aufpeitschenden Trommelgewitter steigern, dargeboten
mit außerordentlicher Präzision,
Wucht und Ausdauer, haben eine –
im wahrsten Sinne des Wortes –
durchschlagende Wirkung. Tao ist
nach Angaben der Veranstalter
nicht nur ein atemberaubendes
Klangerlebnis, sondern gleichzeitig
ein Symbol überquellender Lebendigkeit und enormer Musikalität.
Die einzigartige Performance – eine
Um die imposanten Trommeln
mit einem bis zu 1,70 Meter großen
Durchmesser zum Klingen zu bringen, wird dem elfköpfigen Ensemble neben einem ausgesprochenen
Rhythmusgefühl vor allem eines abgefordert: voller körperlicher Einsatz. (cw)
Das Ensemble von Tao in Aktion.
FOTO: VERANSTALTER
Mischung aus musikalischer Meditation und wilder Kampfkunst –
werde gekrönt von einer perfekt abgestimmten Choreografie.
IN EINEM GEWINNSPIEL verlost die
„Freie Presse“ 5x 2 Freikarten für das TaoGastspiel in Chemnitz. Einfach bis Montag,
9. Februar, die 0137 8801120 anrufen und mit
ein bisschen Glück gewinnen. Der Anruf kostet
50 Cent aus dem Festnetz der Deutschen Telekom. Preise aus dem Mobilfunknetz können
abweichen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden informiert. Inhaber
der Pressekarte erhalten ihre Tickets ab
39,30 Euro in den „Freie Presse“-Shops.
» www.freiepresse.de/tickets
ropole Wien ist die Stadt der großen
Bälle und vor allem die Heimat des
unsterblichen Walzers. Die Tradition des Tanzes und der Zauber der dazugehörigen Ballgarderobe sollen
am 22. März ab 16 Uhr in der Stadthalle Chemnitz lebendig werden.
Solo-Tänzerinnen und Tänzer
ausgesuchter Ballettensembles entführen das Publikum nach Angaben
der Veranstalter in die einzigartige
Atmosphäre der berühmten Wiener
Hofbälle. Prächtige Kostüme und
Ballettkunst der Spitzenklasse sollen im funkelnden Lichterspiel der
Bühnendekoration begeistern.
Aber Wien ist weit mehr als das
Schloss Schönbrunn und seine Bälle. Wien lebt auch von den Heurigenlokalen in Sievering oder Grin-
zing und der so viel besungenen
Wiener Gemütlichkeit mit viel
Charme und Weinseligkeit an lauen
Sommerabenden. Da erlebt das Publikum den nimmermüden Leopold
als Heurigenwirt und Franzi, seine
Tochter, die brav Tag um Tag und
Nacht für Nacht mit ihren drei Musikern die Gäste beim Weine mit lieblichen Liedern von der Glückseligkeit unterhält. Doch Franzi träumt
von den Bällen im Schloss und
möchte selbst einmal dabei sein.
Tanzen und singen kann Franzi, also
muss nur noch der Traum in Erfüllung gehen. (cw)
INHABER DER PRESSEKARTE erhalten ihre Tickets für die Wiener Walzer Nacht in den
Geschäftsstellen der „Freien Presse“ ab 41,45
Euro.
» www.freiepresse.de/shop
SHOW
Schattenspiele
in den Stadthallen
CHEMNITZ/ZWICKAU — Gewaltige Ele-
fanten und unberechenbare Kleinwürmer, flüchtende Wassertöpfe
und rasende Lastwagen, bewaffnete
Menschenfresser und zwischen allen ein zartes, liebenswertes Mädchen mit Hundekopf – die Show
„Shadowland“ will am 20. März in
der Stadthalle Chemnitz und einen
Tag später in der Stadthalle Zwickau
einmal mehr die Besucher in ihren
Bann ziehen. Verblüffend sind dabei
nicht nur die Figuren, die aus
menschlichen Körpern entstehen.
Spektakulär sind auch die Effekte,
die das Pilobolus Dance Theatre
durch verschiedene bewegliche
Leinwände auf mehreren Ebenen erzeugt. Es entstehen Bilder jenseits
des Schwerpunktes. Mit Akrobatik
und Poesie zeigen die Tänzerinnen
und Tänzer, dass der Mensch auch
Tier, Pflanze, eine Landschaft und
das Universum schlechthin sein
kann. Inhaber der Pressekarte erhalten ihre Tickets ab 53,50 Euro in allen Geschäftsstellen der „Freie Presse“. (cw)
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3591061-10-1
SPORT AM MONTAG
Freie Presse
Montag, 9. Februar 2015
Seite S1
Biathlon
Dahlmeier und
Hildebrand
feiern Doppelsieg
in Nove Mesto
Seite S5
FUSSBALL
2. Bundesliga
Greuther Fürth
VfR Aalen
Erzgebirge Aue
FC Union Berlin
SV Sandhausen
Braunschweig (A)
Karlsruher SC
FSV Frankfurt
1860 München
- FC Ingolstadt
0:1
- SV Darmstadt (N)
0:0
- RB Leipzig (N)
2:0
- VfL Bochum
2:1
- FC St. Pauli
0:0
- FC Kaiserslautern
0:2
- Fort. Düsseldorf
1:1
- 1. FC Nürnberg (A) 2:1
- Heidenheim (N) heute
1. FC Ingolstadt
20
2. FC Kaiserslautern
20
3. Karlsruher SC
20
4. SV Darmstadt (N)
20
5. Eintr. Braunschweig (A) 20
6. Fort. Düsseldorf
20
7. RB Leipzig (N)
20
8. FC Union Berlin
20
9. 1. FC Nürnberg (A)
20
10. FC Heidenheim (N)
19
11. FSV Frankfurt
20
12. VfL Bochum
20
13. SpVgg Greuther Fürth 20
14. SV Sandhausen
20
15. VfR Aalen
20
16. 1860 München
19
17. Erzgebirge Aue
20
18. FC St. Pauli
20
33:14
29:19
29:17
25:15
28:22
30:23
22:14
24:30
22:30
28:20
26:34
29:30
22:24
15:25
15:25
24:31
18:29
22:39
43
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27
27
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18
17
17
17
3. Liga
Stuttgarter Kickers - Hallescher FC
ausg.
Preußen Münster - VfL Osnabrück
2:0
Bor. Dortmund II - SG Großaspach (N) ausg.
Hansa Rostock
- Jahn Regensburg
2:2
Cottbus (A)
- Holstein Kiel
0:2
Dresden (A)
- Rot-Weiß Erfurt
0:1
MSV Duisburg
- Chemnitzer FC
3:0
Unterhaching
- FSV Mainz II (N) ausg.
VfB Stuttgart II
- Wehen Wiesbaden ausg.
Fortuna Köln (N) - Bielefeld (A)
3:0
24
23
24
23
24
24
24
24
23
23
24
24
23
23
22
23
23
24
22
24
37:25
42:26
35:22
38:26
36:30
31:27
29:17
26:24
36:34
37:28
30:24
23:24
28:32
28:36
33:41
24:31
26:37
32:49
22:39
24:45
45
43
42
41
40
38
37
37
35
34
33
31
29
27
26
22
21
21
21
16
Zuschauer halten am Freitagabend in der Auer Fankurve Spruchbänder mit der Aufschrift „Ein Österreicher ruft und ihr folgt blind, wo das endet weiß jedes Kind. Ihr wärt gute Nazis gewesen!“ in
FOTO: HENDRIK SCHMIDT/DPA
die Höhe. Der DFB leitete umgehend ein Ermittlungsverfahren gegen den FC Erzgebirge ein und verurteilte den Nazi-Vergleich.
Nach Nazi-Vergleich droht Aue harte Strafe
ZITAT DES TAGES
„Mach‘ et, Otze!“
Trainer Erich Rutemöller, der gestern
seinen 70. Geburtstag feierte, am 7. Mai
1991 zu seinem Spieler Frank Ordenewitz
(„Otze“) im Halbfinale des DFB-Pokals zwischen dem 1. FC Köln und dem MSV Duisburg (3:0).
LEUTE HEUTE
FOTO: JOHN G. MABANGLOFOTO/DPA
Bode Miller, bei der Ski-WM
schwer gestürzter US-Skirennfahrer,
hält das Ende seiner Karriere für
sehr wahrscheinlich. In einem Interview mit dem TVSender NBC bekräftige Miller die Absicht, seine Laufbahn zu beenden.
„Ich tendiere ziemlich stark in die
Richtung,
nicht
mehr auf die Piste
zurückzukehren“, sagte er nach dem
spektakulären Sturz am Donnerstag
im Super-G in Beaver Creek. Miller
hatte sich eine Sehnenverletzung
zugezogen und musste operiert werden. (dpa)
FOTO: TOBIAS HASE/DPA
Sepp Lenz, langjähriger Bundestrainer der deutschen Rennrodler,
feierte gestern seinen 80. Geburtstag. Mit seinen Athleten gewann er
vor und nach der
Wende 96 Medaillen bei Olympischen
Spielen,
Welt- und Europameisterschaften.
Zu seinen Schützlingen
gehörten
auch die Oberwiesenthaler Weltmeisterinnen Gabi
Kohlisch und Sylke Otto. Seine Leidenschaft konnte auch ein schweres
Unglück nicht abschwächen, als
Lenz Ende 1993 auf der Bahn in
Winterberg beim Schneefegen von
einem Schlitten erfasst wurde und
einen Unterschenkel verlor. „Ich
war halt eine Sekunde zu spät“,
meinte er lapidar und stand weniger
als zwei Monate später in Lillehammer beim Olympiasieg von Georg
Hackl wieder an der Bahn. (dpa/sg)
Der erste Zweitligasieg
des FC Erzgebirge nach
fast vier Monaten, das 2:0
gegen RB Leipzig, geriet
zur Nebensache. Anhänger
des Fußball-Zweitligisten
haben ihren Verein in die
Bredouille gebracht. Der
DFB ermittelt.
VON OLAF MORGENSTERN
AUE — „3 Punkte gewonnen, doch
am Ende eine Menge Ansehen und
Anerkennung verloren!“ Diesen
Satz twitterte der FC Erzgebirge Aue
am späten Freitagabend nach dem
verdienten 2:0-Sieg gegen RB Leipzig. Da ahnten die Verantwortlichen
des abstiegsbedrohten FußballZweitligisten wohl schon, dass die
Anhängerschaft in der Auer Fankurve mit ihren Aktionen kräftig über
das Ziel hinausgeschossen waren
und eine empfindliche Strafe auf die
Veilchen zukommen wird.
Während des Sachsenderbys
präsentierten Fans ein Plakat, auf
denen Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz diffamiert wurde. Der Österreicher wurde in Nazi-Uniform dargestellt. Mateschitz und seine Firma
stehen hinter dem Projekt RB Leipzig, das von vielen Fußballfans in
ganz Deutschland kritisch gesehen
wird. Außerdem entrollten AueAnhänger Spruchbänder, auf denen
stand: „Ein Österreicher ruft und ihr
folgt blind, wo das endet weiß jedes
Kind. Ihr wärt gute Nazis gewesen!“
Es blieb nicht bei diesen Entgleisungen. Kurze Zeit nach dem Abpfiff, als die Messestädter von ihrem
Trainerteam zum Auslaufen geschickt worden waren, bewarfen
Zuschauer die Spieler mit Schneebällen. Einige kletterten über die
Zäune hinweg in den Stadioninnenraum, wurden aber von Security-
Mitarbeitern zurückgehalten. Die
Leipziger mussten das Auslaufen
abbrechen. Sie flüchteten umgehend in die Kabine.
In einer offiziellen Stellungnahme verurteilte der FC Erzgebirge am
Sonnabendvormittag die unsportlichen Parolen und Spruchbänder
„auf das Allerschärfste! Mit Leuten,
die Plakate und Banner mit derart
verabscheuungswürdigen Inhalten
in unser Stadion bringen und
zeigen, wollen wir nichts zu tun
haben!“, hieß es in der Mitteilung,
die Präsident Helge Leonhardt im
Namen des Vereins unterzeichnete.
Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) leitete
umgehend ein Ermittlungsverfahren gegen den sächsischen Traditionsverein ein. „Der DFB verurteilt
diesen Vorfall. Nazi-Vergleiche sind
unter keinen Umständen zu tolerieren. Wir erwarten nun von Erzgebirge Aue, dass der Verein diese Vorgänge umgehend und lückenlos aufklärt und die Verantwortlichen
ermittelt“, erklärte Rainer Koch,
1. DFB-Vizepräsident für Recht- und
Satzungsfragen, auf der offiziellen
Internetseite des DFB. Der FCE hat
die Möglichkeit, die Täter zu identifizieren. Ein Großteil der Gesichter
sind auf Fotos der Pressefotografen
gut zu erkennen.
Die Aufarbeitung der Vorkommnisse läuft auf Hochtouren. Nach
Informationen der „Freien Presse“
ist für heute, 17.00 Uhr, ein Treffen
Tomislav
Stipic
Aue-Trainer
FOTO: PICTURE POINT
zwischen dem Präsidium und Fanvertretern geplant. Am Freitagabend
hatte FCE-Präsident Leonhardt den
handfesten Skandal so kommentiert: „Das ist das Allerletzte. Wir
hatten in der Winterpause eine gute
Zusammenarbeit mit RB Leipzig
aufgebaut. Auch als Unternehmer
schätze ich die erfolgreiche Arbeit
von Herrn Mateschitz sehr.“
Bei den Auer Fans rief die Aktion
unterschiedliche Reaktionen her-
vor. Der Fanclub „Sauberger Kommando“ schrieb auf seiner Facebook-Seite: „Ihr Deppen habt unserem Verein wieder einmal geschadet! Ihr seid KEINE Aue-Fans!“ Andere Anhänger betonten, dass es sich
bei den Plakaten um Satire gehandelt habe. Von Seiten des DFB müssen die Auer mit harten Sanktionen
rechnen. Die könnten von einer
empfindlichen Geldstrafe bis hin zu
einem Geisterspiel reichen. RB Leipzig hat die Geschehnisse am Wochenende analysiert und ausgewertet. Die Messestädter wollen voraussichtlich heute eine Stellungnahme
dazu abgeben.
Sportlich gesehen, legten die
Auer mit dem 2:0 einen starken Jahresauftakt hin. Es war der erste Sieg
der Elf von Trainer Tomislav Stipic
seit dem 19. Oktober des vergangenen Jahres. Doch das interessierte in
Anbetracht der Begleitumstände am
Wochenende keinen mehr. „Das ist
nicht schön, das belastet mich. Das
macht mich nachdenklich“, kommentierte Stipic die dummen und
wahrscheinlich auch teuren Aktionen der eigenen Fans. (mit dpa)
Leonhardt: Wir können uns von einigen wenigen das gute Image nicht kaputt machen lassen
Welche Auswirkungen befürchtet FCEPräsident Helge
Leonhardt nach
den Vorkommnissen
am Freitag? Olaf
Morgenstern sprach
gestern mit ihm.
FOTO: PICTURE POINT
1. Preußen Münster
2. Arminia Bielefeld (A)
3. MSV Duisburg
4. Stuttgarter Kickers
5. Rot-Weiß Erfurt
6. Dynamo Dresden (A)
7. Holstein Kiel
8. Energie Cottbus (A)
9. VfL Osnabrück
10. Wehen Wiesbaden
11. Fortuna Köln (N)
12. Chemnitzer FC
13. Hallescher FC
14. VfB Stuttgart II
15. SpVgg Unterhaching
16. Bor. Dortmund II
17. FSV Mainz II (N)
18. Hansa Rostock
19. SG Großaspach (N)
20. Jahn Regensburg
Freie Presse: Wie haben Sie die
provokanten Spruchbänder in der
Fankurve am Freitagabend erlebt?
Helge Leonhardt: Diese Aktion war
von unseren Plätzen aus nicht einsehbar. Ich habe erst eineinhalb Stunden
nach dem Spiel davon erfahren. Für
andere waren die Plakate nur kurz zu
sehen, da sie durch unser Handeln
sofort wieder entfernt wurden.
Der DFB fordert vom Verein eine
umgehende und lückenlose Aufklärung. Hat der FCE am Wochenende
damit schon begonnen?
Ja, sofort, noch am Freitagabend.
Unser Geschäftsführer Michael Voigt
und unser Ehrenratsmitglied Alexander Lindner, ein Rechtsanwalt, waren
auch über das gesamte Wochenende
an diesem Thema dran. Mit vereinzelten Fangruppen wurde bereits gesprochen. Am Montag sind weitere
Gespräche geplant.
Wie groß ist der Imageschaden für
den FC Erzgebirge Aue?
Derartige Aktionen können und werden wir nicht tolerieren. Die Vorfälle
vom Freitagabend müssen aufgeklärt
werden. Als Vereinspräsident werde
ich mich aber nicht an irgendwelchen
Spekulationen beteiligten. Ich sage
klar und deutlich: Das ist nicht Aue.
Wir haben saubere, ehrliche und traditionsbewusste Fans. Wir können uns
von einigen wenigen das gute Image
nicht kaputt machen lassen. Es ist
sehr schade, dass durch diese Provokationen die starke sportliche Leistung unserer Mannschaft in den Hintergrund getreten ist.
Das DFB-Strafmaß reicht von Geldstrafe bis hin zum Geisterspiel ...
Das Strafmaß haben wir rechtlich
noch nicht beurteilen lassen. Wir werden die Vorfälle aufklären und nach
Auswertung konsequent handeln.
Befürchten Sie Auswirkungen auf
die sportlichen Leistungen der
Mannschaft?
Hoffentlich nicht. Das sind alles
Profis, die sich auf den Fußball konzentrieren sollen.
KOMMENTAR
Dumm und
beschämend
VON THOMAS TREPTOW
thomas.treptow@freiepresse.de
F
ür die negativen Schlagzeilen
aus dem Fußball-Osten waren
bisher meist randalierende
Chaoten anderer Vereine verantwortlich. Doch jetzt haben sich
auch Auer Anhänger ins Abseits
manövriert, geradewegs in die rechte Ecke. Dass sie die Fans einer anderen Mannschaft mit Nationalsozialisten und einen Vereinsmäzen mit
Adolf Hitler vergleichen, ist nicht
nur ein schlechter Scherz. Es ist
dumm, beschämend und hat mit
Satire, mit verstecktem oder überspitztem Spott, rein gar nichts zu
tun. Diese Aktion erfüllt den Bestand einer Straftat, die schnell aufgeklärt und hart geahndet werden
muss.
RB ist zweifellos ein Verein, an
dem sich die Geister scheiden. Die
einen erfreuen sich an Fußball, den
sie in Leipzig nur noch vom Hörensagen kannten, und begrüßen das
Engagement des millionenschweren Brauseherstellers. Andere gehen
auf die Barrikaden, stempeln den
Verein als Retortenklub ab, boykottieren Testspiele und beschimpfen
die eingekauften Rasenballsportler
wahlweise als Verräter oder überbezahlte Legionäre. Das mag geschmacklos sein, aber das müssen
sie aushalten.
Was jedoch in Aue passiert ist,
sprengt den Rahmen des Erträglichen. Grenzen wurden überschritten. Zudem muss der FCE damit
rechnen, dass er auch als Gesamtverein in die rechte Ecke gestellt wird.
Das ist viel schlimmer als eine Geldstrafe. Schadensbegrenzung kann er
nur leisten, wenn er offensiv hilft,
die Täter zu finden.
S2 Freie Presse
NACHRICHTEN
VFL WOLFSBURG
Super-Auftakt für
André Schürrle
WOLFSBURG — Mit Neuzugang André
Schürrle hat der VfL Wolfsburg
noch mehr Offensiv-Power. Beim 3:0
gegen Hoffenheim funktioniert das
Zusammenspiel bereits bestens.
„Das war ein Super-Auftakt“, urteilte
Schürrle selbst. 630 Tage nach seinem bis dahin letzten Bundesligaspiel für Bayer Leverkusen spielte
der 24-Jährige bei seinem ersten Auftritt für den VfL so, als tue er dies
schon immer. Von Abstimmungsproblemen war nichts zu sehen.
„Gute Spieler zusammen gesteckt,
das geht meistens“, kommentierte
Wolfsburgs Manager Klaus Allofs
mit einem Lächeln. Vor allem mit
Kevin De Bruyne funktionierte das
Zusammenspiel prächtig. Die einstigen Chelsea-Reservespieler sind seit
dieser Woche in Wolfsburg wieder
vereint, weil die VW-Tochter VfL im
Januar 2014 knapp 22 Millionen Euro für De Bruyne und nun wohl
rund 32 Millionen Euro für Schürrle
nach London überwies. (dpa)
FC AUGSBURG
Eintracht Frankfurt
stoppt Höhenflug
AUGSBURG — Eintracht Frankfurt hat
mit einer Aufholjagd den Höhenflug
des FC Augsburg in der Fußball-Bundesliga ein wenig gebremst. Die Hessen kamen gestern nach einem 0:2Rückstand noch zu einem 2:2-Unentschieden beim FCA. Stefan Aigner (45.+2 Minute) und Alexander
Meier egalisierten vor 27.122 Zuschauern die Augsburger Führung
durch die Tore von Ragnar Klavan
(7. Minute) und Raul Bobadilla (37.).
Augsburg ist mit 34 Punkten weiterhin überraschender Vierter der Bundesliga. Die Frankfurter rangieren
mit 25 Zählern auf dem neunten
Platz. Für Augsburg war es im
20. Spiel das erste Remis dieser Saison überhaupt. (dpa)
REAL MADRID
Pleite gegen Atletico
im Stadtduell
SPORT
Montag, 9. Februar 2015
Klopp und seine Dortmunder
sind wieder mit sich im Reinen
Die Borussia ist wieder da.
Der Krisenclub lässt in
Freiburg endlich seine
Klasse aufblitzen. „Es war
ein Kopfproblem“, erklärte
Doppeltorschütze
Pierre Aubameyang.
VON ULRIKE JOHN
FREIBURG — Beim 1:0 ballte Jürgen
Klopp die Faust, beim 2:0 klatschte
er nur, beim 3:0 fiel er seinem Assistenten Zeljko Buvac um den Hals.
Die ganz großen Gefühlsausbrüche
zeigte der 47-jährige Trainer bei Borussia Dortmunds Befreiungsschlag
nicht. Seinen Profis aber verordnete
er kollektiven Jubel: „Ich habe der
Mannschaft schon vor dem Spiel gesagt, dass sie sich verdammt noch
mal richtig freuen soll, wenn wir gewinnen – und nicht nur erleichtert
sein soll. Wir waren zuletzt die einzige Fußball-Mannschaft der Welt,
die sich nicht mehr richtig freuen
konnte“, sagte Klopp nach dem 3:0
beim SC Freiburg.
„Wir haben heute
einfach ein furchtbares Spiel
gemacht.“
Christian Streich Trainer des SC Freiburg
Der bis dato größte Krisenclub der
Fußball-Bundesliga kann doch noch
gewinnen. Mit dem ersten Erfolgserlebnis nach zuvor fünf sieglosen
Spielen kletterte Dortmund vom
letzten Tabellenplatz auf den Relegationsrang; es war zugleich der
höchste Saisonsieg für den Champions-League-Teilnehmer.
„Um in den entscheidenden Momenten mutig zu sein, muss man
auch nach drei, vier, fünf Monaten,
in denen wenig geklappt hat, an seine Stärken glauben“, erklärte Klopp
die Wende. „Heute haben wir einen
ersten wichtigen Schritt in diese
Richtung gemacht. Die Mannschaft
hat heute bis zur 90. Minute das
durchgezogen, was wir uns vorgenommen haben.“
Von der ersten Sekunde an zeigten sich die Dortmunder gewillt,
den so ersehnten Dreier zu erzwingen. Wie wild jagten sie Ball und
Gegner hinterher. So kamen die
übernervösen Freiburger kaum dazu, mal vernünftig nach vorne zu
spielen. Mike Frantz leistete sich zudem einen haarsträubenden Fehlpass, als er in der 9. Minute das Leder
Pierre-Emerick Aubameyang in die
Füße spielte. Der Stürmer aus Gabun umkurvte Torhüter Roman Bürki und Marco Reus brauchte nur
noch zum 1:0 einzuschieben.
„Dieses Tor war natürlich wahnsinnig bitter, das ist schlimmer als
ein Eigentor“, klagte Freiburgs Trainer Christian Streich, der nach dem
Abpfiff ziemlich verzweifelt war:
„Wir haben heute einfach ein
furchtbares Spiel gemacht. Wir hatten einen sehr, sehr schwachen Tag.
Wir waren chancenlos.“
Wie ein Absteiger agierte der
Sportclub. Der einzige Schuss bei
sieben Versuchen, der überhaupt
aufs Tor kam, gelang Kapitän Oliver
Sorg kurz vor der Pause. Hingegen
ballerte die Borussia 22 Mal Richtung Bürki, der ein Debakel verhinderte.
Vor 24.000 Zuschauern im ausverkauften Schwarzwald-Stadion
erinnerten die Gäste daran, welche
Klasse in ihren Protagonisten wie
Reus, Mats Hummels – und vor allem Aubameyang steckt. Der 25-jährige Stürmer aus Gabun enteilte seinem bedauernswerten Bewacher Pavel Krmas (34) ein ums andere Mal
und durfte seinen ersten Doppelpack in dieser Saison feiern: In der
56. und 72. Minute erhöhte er auf 2:0
und 3:0 – der zweite Auswärtssieg
der Dortmunder in dieser Spielzeit
war perfekt. (dpa)
FC Bayern präsentiert sich
beim 2:0 in Stuttgart noch
nicht meisterwürdig
VON ELMAR DREHER
STUTTGART — Der erleichterte Pep
Guardiola wusste nach einer nicht
gerade titelreifen Vorstellung seines
FC Bayern, bei wem er sich in erster
Linie zu bedanken hatte. „Die Qualitäten von Robben und Alaba waren
der große Unterschied“, lobte der
Trainer des deutschen Rekordmeisters nach dem befreienden 2:0 (1:0)
beim Lieblingsgegner VfB Stuttgart
seine beiden Kunstschützen, die den
Tabellenführer nach zwei Spielen
ohne Dreier wieder auf Titelkurs geführt hatten.
Arjen Robben bewertete seinen
genialen Volleyschuss zur überraschenden und auch schmeichelhaften Führung in der 41. Minute bescheiden als „wichtig“. Er freue sich,
Arjen Robben
Stürmer des FC Bayern
FOTO: IMAGO
Ein Dortmunder Freudenknäuel mit Lukasz Piszczek und Mats Hummels nach
FOTO: SAMPICS
dem Sieg in Freiburg.
MADRID — Real Madrid hat das Top-
Spiel der spanischen Primera Division beim Meister und Stadtrivalen
Atlético deutlich verloren. Auch der
nach einer Rot-Sperre zurückgekehrte Superstar Cristiano Ronaldo
sowie die deutschen Weltmeister
Toni Kroos und Sami Khedira konnten das bittere 0:4 (0:2) nicht verhindern. Tiago (14.), Saul Niguez (18.),
Antoine Griezmann (67.) und der
ehemalige Bayern-Stürmer Mario
Mandzukic (89.) trafen für die Gastgeber im Vicente-Calderón-Stadion.
Real wartet seit sechs Pflichtspielen
auf einen Sieg gegen den Angstgegner aus dem Süden Madrids. Iker Casillas und Karim Benzema baten die
Fans um Verzeihung. Cristiano Ronaldo verlor die Contenance. „Du
bist nicht intelligent“, schnauzte der
Weltfußballer nach der historischen
0:4-Pleite einen Journalisten beim
Gang aus der Kabine an. (dpa)
Der neue Hertha-Coach will kein Zauberer sein
Der Trainerwechsel bei den Berlinern ist von Erfolg gekrönt – 2:0-Erfolg im Abstiegsduell beim FSV Mainz
MAINZ — In nur zwei Tagen hat Pal
Dardai aus einem verunsicherten
Haufen wieder eine Mannschaft mit
Biss gemacht. Das habe nichts mit
Magie zu tun, versicherte der neue
Trainer von Hertha BSC nach dem
2:0 (2:0)-Sieg seiner Berliner beim
FSV Mainz 05. „Ich bin kein Zauberer“, betonte Herthas Rekordspieler.
„Ich habe nur versucht, die mentale
Stärke ein bisschen aufzufrischen
und für bessere Laune bei den Jungs
zu sorgen. Ich wollte in erster Linie
Mentalität und Kampfgeist sehen
und das hat gut geklappt“, meinte
der Nachfolger des am Donnerstag
Robben und
Alaba
machen den
Unterschied
entlassen Jos Luhukay bescheiden.
Alles richtig gemacht konnte auch
Manager Michael Preetz nach einer
turbulenten Woche sagen. Seit fünfeinhalb Jahren ist der einstige Vollblut-Stürmer im Amt. Dardai ist der
siebte Trainer seiner Ägide – plus
drei Interims-Lösungen – und wohl
auch der letzte, wenn der Klassenverbleib nicht gelingt.
Preetz verteidigte im ZDF-Sportstudio die Trennung von Luhukay.
„Die positive Entwicklung hat gefehlt. 2014 haben wir nur 31 Punkte
geholt. Die ersten zwei Rückrundenspiele waren verkrampft“, erklärte
der 47-Jährige. Preetz ist es bisher
trotz der vielen Trainer und reichlich investierten Millionen nicht gelungen, den Hauptstadtclub zu einen etablierten Bundesligisten mit
Perspektive für vordere Plätze zu
machen. Der erste Dreier im neuen
Jahr ist nur ein Anfang auf dem Weg
Baumgartl, Niedermeier, Sakai - Romeu (V/58.
Maxim) - Klein, Leitner, Gentner, Hlousek (72.
Kostic) - Ibisevic.
Bayern München: Neuer - Benatia (V), Dante,
Alaba - Xabi Alonso - Weiser (46. Müller),
Schweinsteiger, Bernat - Robben (88. Rode),
Lewandowski, Götze.
Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf), Zuschauer:
60.000 (ausverkauft), Tore: 0:1 Robben (41.),
0:2 Alaba (51.).
Hamburger SV - Hannover 96 2:1 (1:0).
Hamburger SV: Drobny - Westermann (46.
Götz), Djourou, Rajkovic, Marcos (78. Kacar) Díaz, van der Vaart (46. Jiracek) - Nicolai Müller, Stieber, Jansen (V) - Olic.
Hannover 96: Zieler - Sakai (46. João Perei-
Pal Dardai
Trainer von
Hertha BSC
FOTO: IMAGO
zum Liga-Erhalt. Preetz sieht aber
auch noch Defizite. „Man hat in der
zweiten Halbzeit gesehen, dass die
Mannschaft immer noch nicht frei
ist“, betonte der Manager.
Der Ungar, der auch noch die Nationalelf seines Landes betreut und
erst in drei Monaten seinen Trainerschein erwirbt, war überrascht, wie
gut sich seine Spieler präsentierten.
„Die Mannschaft ist besser, als ich
gedacht habe“, sagte Dardai. „Dieser
Sieg gehört auch Luhukay und seinem Team. Sie haben immer alles
gegeben für den Verein“, erklärte Abwehrspieler Peter Niemeyer. (dpa)
dass er getroffen habe. „Aber nicht
nur für mich, vor allem für die
Mannschaft.“ Nach dem schlechten
Rückrundenstart sei „es Zeit für drei
Punkte“ gewesen, konstatierte der
quirlige Niederländer nach seinem
zwölften Saisontor. „Tor-des-Monats“-würdig war auch der traumhafte Freistoßtreffer von David Alaba aus rund 26 Metern zum 0:2 (51.).
Abgesehen von erdrückendem
Ballbesitz sowie ineffektivem Hinund-Her-Geschiebe zwischen eigenem Sechzehner und Mittellinie
war vom haushohen Favoriten lange nichts zu sehen. Die geschickt
verteidigenden und gut gestaffelten
Stuttgarter ließen den behäbigen
Bayern kaum Raum zur Entfaltung.
Aber „unseren ersten Fehler nutzte
Arjen super aus“, bemerkte VfB-Trainer Huub Stevens nach der Schlüsselszene der Partie anerkennend.
Dass Robben einen besonderen
Stellenwert im Star-Ensemble genießt, unterstrich Torhüter Manuel
Neuer: „Wir sind dank Arjen in die
Spur gekommen. Er ist sehr wichtig
für die Mannschaft.“ Gar als „einen
der wichtigsten Spieler“ der Bayern
lobte Guardiola den längere Zeit verletzt fehlenden Alaba. „Er kann
überall spielen.“ Der Spitzenreiter
wirkte gegen das neue Schlusslicht
alles andere als titelreif. Die Weltmeister Bastian Schweinsteiger, Mario Götze und der nach der Pause
eingewechselte Müller konnten keine Akzente setzen. Taktgeber Xabi
Alonso versteckte sich häufig als Libero alten Stils. Und Robert Lewandowski blieb als Torjäger alles schuldig. (dpa)
FUSSBALL-BUNDESLIGA – 20. SPIELTAG
FC Schalke 04 - Borussia Mönchengladbach
1:0 (1:0).
FC Schalke 04: Wellenreuther - Höwedes, Matip, Nastasic - Kirchhoff - Uchida, Höger, Barnetta (85. Aogo/V), Fuchs - Choupo-Moting
(72. Sane), Boateng.
Bor. Mönchengladbach: Sommer - Jantschke,
Brouwers, Dominguez, Wendt - Nordtveit, Xhaka - Herrmann (75. Hrgota), Hazard - Raffael,
Kruse (63. Traoré).
Schiedsrichter: Stark (Ergolding), Zuschauer:
61.973 (ausverkauft), Tor: 1:0 Barnetta (10.).
SC Freiburg - Borussia Dortmund 0:3 (0:1).
SC Freiburg: Bürki - Sorg, Krmas (84. Höfler),
Torrejón, Günter - Klaus, Frantz (V), Darida,
Schmid (46. Philipp) - Petersen (46. Schahin),
Møller Dæhli.
Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek
(V), Subotic, Hummels, Schmelzer - Sahin,
Gündogan (80. Ginter) - Kampl (68. Blaszczykowski), Kagawa (V), Reus (80. Mchitarjan) Aubameyang.
Schiedsrichter: Brych (München), Zuschauer:
24.000 (ausverkauft), Tore: 0:1 Reus (9.), 0:2
Aubameyang (56.), 0:3 Aubameyang (72.).
1. FC Köln - SC Paderborn 0:0.
1. FC Köln: Horn - Olkowski, Maroh, Wimmer,
Hector - Halfar, Lehmann (V), Vogt, Svento
(71. Nagasawa) - Ujah (58. Osako), Finne (57.
Risse).
SC Paderborn: Kruse - Heinloth, Rafa, Hünemeier, Brückner - Bakalorz, Rupp - Koc (71.
Wemmer), Meha (V/88. Pepic), Stoppelkamp
(V) - Kachunga (77. Lakic).
Schiedsrichter: Dingert (Lebecksmühle), Zuschauer: 49.500.
FSV Mainz 05 - Hertha BSC 0:2 (0:2).
FSV Mainz 05: Karius - Brosinski, Bell, Jara
(V/46. Bungert), Bengtsson - Baumgartlinger
(V), Geis - De Blasis (72. Allagui), Malli, Clemens (34. Kapino) - Okazaki.
Hertha BSC: Kraft - Pekarik, Hegeler, Brooks,
Plattenhardt - Lustenberger, Skjelbred (V/66.
Hosogai) - Beerens (78. Wagner/V), Stocker
(63. Niemeyer), Schulz - Schieber (V).
Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach), Zuschauer: 26.756, Tore: 0:1 Hegeler (35./Foulelfmeter), 0:2 Beerens (42.). Gelb-Rote Karte:
Lustenberger (58./wiederholtes Foulspiel),
Rote Karten Karius (32./Notbremse).
VfL Wolfsburg - 1899 Hoffenheim 3:0 (2:0).
VfL Wolfsburg: Benaglio - Vieirinha (73. Guilavogui/V), Naldo, Knoche, Rodriguez - Luiz Gustavo, Arnold - Caligiuri (66. Jung), De Bruyne
(87. Schäfer), Schürrle (V) - Dost.
1899 Hoffenheim: Baumann - Beck, Strobl, Bicakcic, Kim - Amiri, Polanski (V), Schwegler
(65. Modeste), Elyounoussi (46. Zuber) - Volland, Roberto Firmino.
Schiedsrichter: Drees (Münster-Sarmsheim),
Zuschauer: 26.356, Tore: 1:0 Dost (3.), 2:0 De
Bruyne (28.), 3:0 De Bruyne (84.).
VfB Stuttgart - Bayern München 0:2 (0:1).
VfB Stuttgart: Ulreich - Schwaab (46. Harnik),
Tabelle
1. (1.)
2. (2.)
3. (6.)
4. (4.)
5. (3.)
6. (5.)
7. (7.)
8. (11.)
9. (9.)
10. (8.)
11. (10.)
12. (13.)
13. (12.)
14. (17.)
15. (14.)
16. (18.)
17. (15.)
18. (16.)
Bayern München
VfL Wolfsburg
FC Schalke 04
FC Augsburg
Bor. Mönchengladbach
Bayer Leverkusen
Hoffenheim
Werder Bremen
Eintr. Frankfurt
Hannover 96
1. FC Köln (N)
Hamburger SV
FSV Mainz
Hertha BSC
SC Paderborn (N)
Borussia Dortmund
SC Freiburg
VfB Stuttgart
20
20
20
20
20
20
20
20
20
20
20
20
20
20
20
20
20
20
15
12
10
11
9
8
7
7
6
7
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3
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1
6
8
5
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4
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3
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3
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7
9
8
9
6
11
8
11
8
10
45:9
41:19
31:22
28:24
27:17
30:22
31:33
32:41
38:41
23:30
19:23
14:22
25:26
26:38
21:34
21:27
21:30
20:35
49
41
34
34
33
32
26
26
25
25
24
23
22
21
20
19
18
18
28:3
25:7
18:9
22:14
19:10
18:10
20:17
17:11
22:21
11:11
4:8
9:11
14:10
11:16
15:14
9:10
12:14
4:19
28
29
24
22
21
18
17
18
15
16
8
14
13
13
13
11
11
5
17:6
16:12
13:13
6:10
8:7
12:12
11:16
15:30
16:20
12:19
15:15
5:11
11:16
15:22
6:20
12:17
9:16
16:16
21
12
10
12
12
14
9
8
10
9
16
9
9
8
7
8
7
13
ra), Marcelo, Schulz (63. Sobiech), Albornoz Schmiedebach, Sané - Briand, Stindl, Kiyotake
(85. Bittencourt) - Joselu.
Schiedsrichter: Gräfe (Berlin), Zuschauer:
51.779, Tore: 1:0 Marcelo (26./Eigentor), 2:0
Jansen (50.), 2:1 Sobiech (66.). Besonderes
Vorkommnis: Drobny (Hamburger SV) hält
Foulelfmeter von Joselu (23.).
Werder Bremen - Bayer Leverkusen 2:1
(2:1).
Werder Bremen: Wolf - Gebre Selassie, Gálvez
(50. Lukimya), Vestergaard, Sternberg - Bargfrede - Fritz (V), Kroos - Junuzovic (86. Garcia) - Selke (63. Öztunali), Bartels.
Bayer Leverkusen: Leno - Hilbert, Toprak (V),
Spahic, Wendell (V) - Bender, Castro (V) - Bellarabi, Calhanoglu (46. Son), Brandt (85. Papadopoulos) - Kießling (69. Drmic).
Schiedsrichter: Sippel (München), Zuschauer:
39.653, Tore: 1:0 Selke (17.), 2:0 Junuzovic
(29.), 2:1 Calhanoglu (43.).
FC Augsburg - Eintracht Frankfurt 2:2 (2:1).
FC Augsburg: Manninger - Verhaegh (18. Callsen-Bracker)/V, Kohr (V), Klavan, Feulner Baier - Bobadilla (83. Djurdjic), Højbjerg (V),
Altintop, Werner (75. Caiuby) - Ji.
Eintracht Frankfurt: Trapp - Chandler (V),
Zambrano (V/90.+2 Madlung), Anderson (59.
Piazón), Oczipka - Hasebe, Russ - Aigner, Inui
(46. Kittel) - Seferovic (V), Meier.
Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg), Zuschau-
er: 27.122, Tore: 1:0 Klavan (7.), 2:0 Bobadilla (37.), 2:1 Aigner (45.+2), 2:2 Meier (70.).
Torschützenliste
14 Tore: Alexander Meier (Eintracht Frankfurt).
12 Tore: Arjen Robben (Bayern München).
9 Tore: Eric Maxim Choupo-Moting (FC Schalke 04), Franco Di Santo (Werder Bremen).
8 Tore: Karim Bellarabi (Bayer Leverkusen),
Shinji Okazaki (FSV Mainz 05), Kevin De Bruyne (VfL Wolfsburg).
7 Tore: Mario Götze (Bayern München), Robert Lewandowski (Bayern München), Thomas
Müller (Bayern München), Max Kruse (Bor.
Mönchengladbach), Pierre-Emerick Aubameyang (Borussia Dortmund), Haris Seferovic
(Eintracht Frankfurt), Raúl Bobadilla (FC
Augsburg), Klaas-Jan Huntelaar (FC Schalke
04), Joselu (Hannover 96).
Nächster Spieltag:
Freitag, 13. Februar: Borussia DortmundFSV Mainz 05 (20.30 Uhr).
Sonnabend, 14. Februar: Bayern München Hamburger SV, Bayer Leverkusen - VfL Wolfsburg, Bor. Mönchengladbach - 1. FC Köln,
1899 Hoffenheim - VfB Stuttgart, SV Werder
Bremen - FC Augsburg (alle 15.30 Uhr), Eintracht Frankfurt - FC Schalke 04 (18.30 Uhr).
Sonntag, 15. Februar: Hertha BSC -SC Freiburg (15.30 Uhr), Hannover 96- SC Paderborn 07 (17.30 Uhr).
SPORT
Montag, 9. Februar 2015
A N ZE I G E
Freie Presse
S3
Union Berlin siegt für schwer erkrankten Benjamin Köhler
3573218-10-1
FUSSBALL
2. Bundesliga
Erzgebirge Aue - RB Leipzig 2:0 (1:0).
VfR Aalen - Darmstadt 98 0:0.
Schiedsrichter: Perl (Pullach), Zuschauer:
5287.
Greuther Fürth - FC Ingolstadt 0:1 (0:1).
Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne), Zuschauer:
10.620, Tor: 0:1 Groß (30.).
1. FC Union Berlin - VfL Bochum 2:1 (0:1).
Schiedsrichter: Weiner (Ottenstein), Zuschauer: 19.015, Tore: 0:1 Gündüz (32.), 1:1 Kobylanski (50.), 2:1 Kreilach (86.).
SV Sandhausen - FC St. Pauli 0:0.
Schiedsrichter: Schriever (Dorum), Zuschauer:
7364.
Eintracht Braunschweig - 1. FC Kaiserslautern 0:2 (0:1).
Schiedsrichter: Zwayer (Berlin), Zuschauer:
22.775, Tore: 0:1 Hofmann (35.), 0:2 Ring
(73.).
FSV Frankfurt - 1. FC Nürnberg 2:1 (1:1).
Schiedsrichter: Osmers (Hannover), Zuschauer: 9152, Tore: 1:0 Roshi (21.), 1:1 Hovland
(41.), 2:1 Grifo (60.).
Karlsruher SC - Fortuna Düsseldorf 1:1
(0:0).
Schiedsrichter: Hartmann (Wangen), Zuschauer: 15.806, Tore: 1:0 Hennings (55./Foulelfmeter), 1:1 Fink (60.). Gelb-Rote Karte: Tah
(Düsseldorf39./wiederholtes Foulspiel).
Heute: 1860 München - 1. FC heidenheim
(20.15 Uhr/live auf Sport1 und Sky).
Nächster Spieltag:
Freitag, 13. Februar: VfL Bochum - Eintr.
Braunschweig, 1. FC Heidenheim - Karlsruher
SC, Fortuna Düsseldorf- FC Erzgebirge Aue (alle 18.30 Uhr).
Sonnabend, 14. Februar: 1. FC Kaiserslautern - VfR Aalen, FC Ingolstadt - SV Sandhausen (beide 13 Uhr).
Sonntag, 15. Februar: RB Leipzig - FSV
Frankfurt, SV Darmstadt 98 - TSV 1860 München, 1. FC Nürnberg - 1. FC Union Berlin (alle
13.30 Uhr).
Montag, 16. Februar: FC St. Pauli - SpVgg
Greuther Fürth (20.15 Uhr).
3. Liga
MSV Duisburg - Chemnitzer FC 3:0 (3:0).
Dynamo Dresden - Erfurt 0:1 (0:0).
Schiedsrichter: Reichel (Stuttgart), Tor: 0:1
Czichos (88.).
Hansa Rostock - Jahn Regensburg 2:2 (1:2).
Schiedsrichter: Storks (Velen), Zuschauer:
9500, Tore: 0:1 Kurz (31.), 1:1 Ziemer (38.),
1:2 Königs (45.+1), 2:2 Ruprecht (63./Foulelfmeter).
Preußen Münster - Osnabrück 2:0 (0:0).
Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart), Zuschauer: 14.300, Tore: 1:0 Bischoff (64.), 2:0 Bischoff (75./Elfmeter).
Energie Cottbus - Holstein Kiel 0:2 (0:1).
Schiedsrichter: Siewer (Drolshagen), Zuschauer: 5884, Tore: 0:1 Wahl (9.), 0:2 Heider
(90.).
Fortuna Köln - Arminia Bielefeld 3:0 (1:0).
Schiedsrichter: Göpferich (Bad Schönborn),
Zuschauer: 4912, Tore: 1:0 Glockner (28.),
2:0 Dahmani (53.), 3:0 Rahn (79.).
Abgesagt: Dortmund II - Großaspach, Stuttgarter Kickers - Hallesher FC, Unterhaching FSV Mainz II, VfB Stuttgart II - Wehen Wiesbaden.
Nächster Spieltag:
Freitag, 13. Februar: FSV Mainz 05 II - Bor.
Dortmund II, VfL Osnabrück - Fortuna Köln
(beide 19 Uhr).
Sonnabend, 14. Februar: Chemnitzer FC Stuttgarter Kickers, Hallescher FC - SpVgg Unterhaching, FC Rot-Weiß Erfurt - Preußen
Münster, Holstein Kiel - SG Dynamo Dresden,
SG S. Großaspach - FC Hansa Rostock, SV Wehen Wiesbaden - FC Energie Cottbus, Jahn Regensburg - VfB Stuttgart II (alle 14 Uhr).
Sonntag, 15. Februar: Arminia Bielefeld MSV Duisburg.
Als Kapitän Damir Kreilach kurz vor Schluss
mit seinem Tor das Spiel gedreht hatte, jubelte er nur in Richtung Tribüne. Dort hatte der
schwer erkrankte Benjamin Köhler mit seiner Familie eine hochemotionale ZweitligaPartie erlebt, in der Siegen oder Verlieren
nicht die Hauptrolle spielten. „Wir als Mannschaft wünschen ihm und seiner Familie viel
Kraft in dieser Situation. Wir hoffen, dass er
Coach im TV-Sender Sky: „Wir sind vielleicht in der Tabelle nicht top. Aber was zwischenmenschlich passiert, da sind wir
Champions League.“ Für die „Eisernen“ stand
das erste Pflichtspiel 2015 ganz im Zeichen
der Solidarität für Köhler. Der Berliner Verein hatte den Vertrag mit dem Mittelfeldspieler bereits unmittelbar nach dessen Krebsdiagnose verlängert. In der siebenten Minute
demonstrierten alle Union-Profis und Fans
ihre Unterstützung für Köhler. Die Spieler
streiften sich Trikots mit Köhlers Nummer 7
über, die Zuschauer zeigten ein Transparent
mit der Aufschrift: „7 – eine Zahl für Zuversicht und Glück“. Spieler, Trainer und das Betreuerteam entrollten am Ende ein Banner:
„Eisern bleiben Benny“. Köhler konnte seine
Tränen nicht verbergen. FOTO: OLIVER MEHLIS/DPA
CFC: Sechs-Minuten-Blackout
besiegelt Pleite in Duisburg
Die Auswärtsschwäche
der Himmelblauen in der
3. Fußball-Liga setzt sich
fort. Das 0:3 beim MSV
Duisburg bedeutete die
siebente Auswärtspleite
ohne Tor in Folge und die
höchste Saisonniederlage.
VON JENS WOHLGEMUTH
CHEMNITZ/DUISBURG — Abwehrchef
Marc Endres und seine Kollegen waren mit einer Portion Zuversicht in
den Bus nach Duisburg gestiegen.
Beim Aufstiegsaspiranten sollte mit
dem Sieg gegen Fortuna Köln im
Rücken weiter gepunktet werden.
Doch bei den zu Hause noch ungeschlagenen Duisburgern hielt der
CFC nur eine halbe Stunde gut mit
und hätte sogar in Führung gehen
können, ja müssen. Nach einem
missratenen Rückpass von Rechtsverteidiger Feltscher tauchte Anton
Fink frei vor Torhüter Ratajczak auf,
aber mit einer Blitzreaktion verhinderte der Duisburger den Rückstand
(13.). „Das muss ich einfach reinmachen. Da gibt es keine Ausreden“,
sagte Fink zu seiner verpassten Torchance. Das Mitwirken des Chemnitzer Kapitäns hatte wegen einer
Schulterverletzung lange am seidenen Faden gehangen. Schließlich gaben die Ärzte grünes Licht.
Eine entscheidende Szene spielte
sich dann fünf Minuten später ab.
Nach einem Zusammenprall mit Kevin Conrad musste MSV-Mittelfeldspieler Hajri vom Feld. Für ihn kam
Grote. Das sollte letztlich die Partie
zugunsten der Hausherren entscheiden. Fast aus dem Nichts besorgte
der Ex-Bochumer die Führung und
legte schnell nach (30./32.). Zweimal
hatte ihn Janjic bedient. Einmal
schickte er ihn steil und dann legte
der einst beim FC Erzgebirge glücklos gebliebene Regisseur uneigennützig quer. Der frühere U21-Nationalspieler Grote (27.), der sein Potenzial zu Erstliga-Zeiten in Bochum zu
selten ausschöpfte, verwandelte
zweimal eiskalt.
Endgültig auf der Verliererstraße
war Chemnitz nur weitere vier Mi-
nuten später. Wieder war Grote beteiligt. Diesmal passte der Linksfuß
nach einer missratenen Abwehr von
Marc Endres auf Onuegbu, der aus
Nahdistanz Torhüter Philipp Pentke
keine Chance ließ (36.). Die oft hoch
gelobte CFC-Defensive agierte in
diesen Spielsituationen insgesamt
einfach zu harmlos. „Auch wenn die
beiden Tore zum 1:0 und 2:0 gut herausgespielt waren, sind sie durch
unsere Passivität absolut begünstigt
worden. Dort sind unsere Aggressivität und unser Zweikampfverhalten unzureichend gewesen“, resümierte Trainer Karsten Heine.
Nach diesem Sechs-MinutenBlackout beruhigte sich die Partie.
Duisburg verwaltete ruhig und souverän den Vorsprung. Chemnitz bemühte sich um den Anschluss, er-
STATISTIK: Duisburg: Ratajczak - Feltscher,
Bajic, Meißner, Dum (V) - Hajri (19. Grote),
Dausch - Klotz (70. Gardawski), De Wit, Janjic Onuegbu (80. Schnellhardt). Chemnitz: Pentke - Conrad (V), Endres, Röseler, Poggenberg Karlik (46. Türpitz/V), Cecen (46. Danneberg)
- Stenzel, Lorenzoni (V), Fink (82. Ziereis) - Löning. Schiedsrichter: Treiber (Königsbrunn),
Zuschauer: 11.260, Tore: 1:0 Grote (30.), 2:0
Grote (32.), 3:0 Onuegbu (36.).
Anton Fink scheitert in dieser Szene an Duisburgs Torwart Michael Ratajczak.
FOTO: PICTURE POINT/PETZSCHE
wies sich vor dem Tor aber zu harmlos. Bei einem Drehschuss des eingewechselten Philipp Türpitz lenkte
MSV-Keeper Ratajczak die Kugel
noch über die Latte (66.). Das war die
beste Chance der Himmelblauen
und hätte zumindest einen moralischen Teilerfolg gebracht. So hält die
Serie ohne Auswärtstor weiter an.
Mittlerweile sind es 765 Minuten.
Heftige Debatten um verweigertes Tor
Die Eispiraten Crimmitschau sind am Wochenende sieglos geblieben. In
Bad Nauheim und gegen
Tabellenführer Bietigheim
gab es Niederlagen.
KURZ GEMELDET
FSV Zwickau gewinnt Test
Fußball-Regionalligist
FSV Zwickau hat am Sonnabend ein
Testspiel gegen die SpVgg Greuther
Fürth II (Regionalliga Bayern) mit
3:1 (2:0) gewonnen. Torschützen für
den FSV waren Stiefel, Genausch
und Eggert. Der 1. FC Magdeburg
entschied einen Test gegen Regionalliga-Konkurrent Union Berlin II
mit 2:1 (1:1) für sich. Germania Halberstadt verlor dagegen gegen den
FC Oberlausitz mit 0:1 (0:0). Der OFC
erwartet Zwickau im Halbfinale des
Sachsenpokals. (rr)
bald wieder gesund wird“, sagte der nach seinem Tor mit den Tränen kämpfende Kreilach. „Das war natürlich kein normales
Spiel“, unterstrich auch Berlins Trainer Norbert Düwel nach dem 2:1 (1:1) seines Teams
am Samstag gegen den VfL Bochum. „Was
hier abgegangen ist, zeigt die Wichtigkeit
dieser Dinge. Es ist nicht immer nur der Fußball, die drei Punkte“, betonte der Union-
ZWICKAU —
Crimmitschaus Matthew MacKay
setzt sich hier gegen Max Prommersberger durch.
FOTO: ANDREAS KRETSCHEL
BAD NAUHEIM/CRIMMITSCHAU — Die
Crimmitschauer hatten gestern
Abend den Sieg schon in der Hand.
Doch nach einem von Campbell
verwandelten Penalty in der
Schlussminute und einem Treffer
von Frosch in der Verlängerung zogen die Eispiraten in Bad Nauheim
noch mit 5:6 den kürzeren. Auch am
Freitagabend gab es keine Beute. Sie
kassierten im Heimspiel gegen Spitzenreiter Steelers Bietigheim-Bissingen eine 4:6 (1:2, 3:2, 0:2)-Niederlage.
Schiedsrichter Steffen Klau (Bremen) zog sich den Unmut der 1706
Zuschauer zu, weil er einem Treffer
von Matthias Forster im letzten Drittel die Anerkennung verwehrte. In
der 54. Minute standen die Hausherren in Überzahl auf dem Eis und
bauten großen Druck auf. Nach einem Durcheinander vor dem Steelers-Kasten drückte Forster die
Scheibe über die Linie. Der Referee
zeigte auf „Tor“, Spieler und Fans bejubelten den vermeintlichen 5:5Ausgleich. Rund 20 Sekunden später
korrigierte Klau nach Rücksprache
mit seinen Assistenten die Entscheidung. Er gab den Treffer wegen eines
angeblichen Handpasses nicht.
Eispiraten-Coach Chris Lee diskutierte nach der Partie lange mit
dem Schiedsrichter über die strittige
Situation. Er informierte über das
Gespräch: „Der Schiedsrichter hat
die Szene selbst nicht gesehen. Ein
Linienrichter meldete sich bei ihm,
weil einer unserer Spieler gesagt haben soll, dass es vor dem Tor einen
Hand-Pass gab“. Trotz der Niederlage
haben die Eispiraten-Cracks erhobenen Hauptes die Eisfläche verlassen.
Sie konnten dem Spitzenreiter lange
die Stirn bieten. (hof)
STATISTIK: Crimmitschau – BietigheimBissingen 4:6 (1:2, 3:2, 0:2). Tore: 0:1 Cabana (2.), 0:2 MacKnight (3.), 1:2 Forster (6.), 2:2
Walsh (21.), 3:2 Forster (24.), 3:3 Pinizzotto
(27.), 4:3 Lampe (33.), 4:4 St. Jacques (35.), 4:5
Skalbeck (45.), 4:6 Heatley (60.). Strafminuten: Crimmitschau 12, Bietigheim 18 plus 10
(Disziplinarstrafe Sommerfeld). SR: Klau (Bremen). Zuschauer: 1706.
Bad Nauheim – Crimmitschau 6:5 (2:1, 1:2,
2:2, 1:0) n.V. Tore: 1:0 Helms (3.), 1:1 MacKay
(4.), 2:1 Aab (5.), 3:1 Lange (32.), 3:2 Heinisch
(36.), 3:3 MacKay (38.), 3:4 Walsh (46.), 4:4
Baum (48.), 4:5 MacKay (55.), 5:5 Campbell
(60./Penalty). 6:5 Frosch (65.). Strafminuten:
Bad Nauheim 8, Crimmitschau 12 plus 10 (Disziplinarstrafe Lampe) plus 10 (Disziplinarstrafe Heinisch). Zuschauer: 2217. SR: Schmidt
(Brackwede).
Dynamo
verliert
Geisterspiel
Erfurt gewinnt 1:0 –
Rangeleien vorm Stadion
DRESDEN — Am Ende traf das Geister-
spiel in Dresden den Gegner aus Erfurt beinah ebenso hart wie Dynamo selbst. Denn zum Feiern des
wichtigen 1:0-Auswärtserfolges für
Fußball-Drittligist FC Rot-Weiß Erfurt fehlten die Fans. Die Musik in
der Kabine wurde daher nach Spielschluss umso lauter aufgedreht, um
den Siegtreffer von Rafael Czichos
(88.) kurz vor Spielschluss zu zelebrieren. Die Strafe des DFB, die Dynamo Dresden nach wiederholten
Ausschreitungen der Anhänger getroffen hatte, empfanden Spieler
wie Trainer beider Teams als „komisch“ und „eigenartig“. „Der DFB
sollte doch irgendwelche anderen
Mittel finden“, wünschte sich Dresdens Torjäger Justin Eilers, der nach
einem fiebrigen Infekt nicht auf hohem Niveau spielte.
Während im Rund gespenstische
Stille herrschte, blieb es vor der
Dresdner Arena nicht ganz ruhig.
Rund 300 Dresdner Anhänger hatten sich dem Aufruf des Vereins,
dem Stadion fern zu bleiben, widersetzt. Ihre Fangesänge waren drinnen ebenso deutlich zu vernehmen,
wie mehrere Böller. Die Dresdner Polizei war mit mehr als 300 Beamten
im Einsatz, es kam zu Rangeleien.
Steine und Flaschen flogen auf die
Polizisten. Am Ende standen 22 Anzeigen wegen Körperverletzung und
dem Abbrennen von Pyrotechnik
sowie ein Haftbefehl gegen Dynamo-Anhänger zu Buche. (dpa)
FUSSBAL-REGIONALLIGA
Zuschauerrekord
in Aachen
AACHEN — Die Regionalliga-Fußballer von Alemannia Aachen genossen die Rückkehr an die Tabellenspitze und durften sich dafür vor einer Rekordkulisse in der viertklassigen West-Staffel feiern lassen. Die
30.313 Zuschauer im ausverkauften
Aachener Tivoli-Stadion sorgten am
Samstag für einen Rekordwert in der
Regionalliga. In dem Match wurde
die Bestmarke von 24.795 Besuchern
beim Spiel 1. FC Lok Leipzig - RB
Leipzig aus der Saison 2012/13 übertroffen. In der Regionalliga West
sind gute Zuschauerzahlen keine
Seltenheit. Knapp 10.000 Fans besuchten diese Saison im Schnitt die
Essener Heimspiele. Aachen konnte
rund 7400 Zuschauer begrüßen. Für
die beiden Traditionsclubs ist diese
Unterstützung wichtig. Alemannia
und RWE mussten mehrere Abstiege und wirtschaftliche Defizite verkraften. (dpa)
S4 Freie Presse
NACHRICHTEN
SPORT
Montag, 9. Februar 2015
BSV Sachsen
zurück in der
Erfolgsspur
Deutsche Shorttracker in Dresden im Sturzpech
BASKETBALL
Dezimierte Niners
verlieren Ostderby
Pro-A-Liga-Basketballer
der BV Chemnitz 99 haben am
Sonnabend das Ostderby in Jena mit
74:94 (45:46) verloren. Das Hinspiel
war mit 76:67 an die Chemnitzer
gegangen. Durch Verletzungen war
der Kader der Niners erneut dezimiert. Dennoch führte man über
weite Strecken der ersten Halbzeit.
Das änderte sich nach der Pause. Die
Jenenser bauten ihren Vorsprung
systematisch aus und fuhren am
Ende einen sehr deutlichen Erfolg
ein. Hendrik Bellscheidt hatte sich
schnell fünf Fouls eingefangen, was
die Chemnitzer Rotation auf den
deutschen Positionen empfindlich
störte. „Wir haben Probleme bekommen. Unsere Würfe fielen nicht.
Und dazu konnten wir Jena mit
unserer Defensive nicht stoppen.
Dann war es für sie vor der Kulisse
ein Selbstläufer“, sagte Trainer Kai
Buchmann. (jz)
2. Handball-Bundesliga:
Zwickau gewinnt deutlich
JENA — Die
BV: Wilson (14), Matthews (12), Mixich (5), Simon (8), Bassl, Osborne (11), Knutson (9), Bellscheidt (2), Cardenas (13), Mahfouz.
ROLLSTUHLBASKETBALL
Zwickau schafft
Einzug in Playoffs
KAISERSLAUTERN — Der BSC Rollers
Zwickau hat drei Spieltage vor Abschluss der Bundesliga-Hauptrunde
sein wichtigstes Saisonziel erreicht.
Mit dem 73:62 (20:16, 39:31, 59:49)Sieg beim Aufsteiger FCK Rolling
Devils machte die Mannschaft um
Kapitän Rostislav Pohlmann den
Einzug in die Meisterschafts-Playoffs perfekt. „Wir haben ein sehr gutes Spiel gezeigt“, freute sich Trainer
Sinclair Thomas. „In Richtung Saisonhöhepunkt kommen wir immer
besser in Schwung.“ Damit kann
Zwickau am 22. Februar unbeschwert das Ostderby mit dem Team
Thüringen in Angriff nehmen. (tc)
STATISTIK Zwickau: Kenyon (4), Sealy (6),
Doody (12), Mayer (2), Pohlmann (26), Erben,
Schuldes (2), Möller (19), Polacek (2)
TISC HTENNIS
Ovtcharov gewinnt
nach Energieleistung
BAK — Dimitrij Ovtcharov hat mit
einer Energieleistung den ersten
Europa-Top-16-Cup in Baku gewonnen. Der favorisierte TischtennisEuropameister gewann gestern das
Endspiel gegen Portugals TeamEuropameister Marcos Freitas mit
4:3-Sätzen. Der Hamelner lag bereits
mit 1:3 zurück, ehe er seine Kräfte
nochmals mobilisierte. (dpa)
ZWICKAU — Die Zweitliga-Handballe-
Lokalmatadorin Anna Seidel (r.) aus Dresden
stürzt während des Shorttrack Weltcups im
Viertelfinale über 1000 m zusammen mit der
Südkoreanerin Ji-SooJeon in die Bande. Seidel
sowie und Torsten Kröger hatten in der EnergieVerbund Arena gestern dennoch für die besten
deutschen Platzierungen gesorgt. Die 16-Jährige
und der Rostocker kamen jeweils auf Rang
zwölf über 500 m. Wie schon die deutsche
Damen-Staffel büßte auch der Dresdner Christoph Schubert vor 2845 Zuschauern durch eine
Disqualifikation eine bessere Platzierung ein.
Der 20-Jährige war über 1500 m der einzige
deutsche Athlet, der in einer Einzeldisziplin ein
B-Finale erreichte, jedoch wegen der Behinderung eines anderen Läufers mit einer Strafe belegt wurde und damit am Ende nur auf Rang 14
landete. Die deutsche Damen-Staffel hatte sich
durch einen Sturz und eine Disqualifikation im
Halbfinale um den Einzug ins A- oder B-Finale
gebracht. Die Siege über 500 m und 1500 m der
Männer sicherten sich die beiden russischen
Läufer Dmitri Migunow und Semjon Jelistratow. Die 500 m der Frauen gewann die Italienerin Arianna Fontana, über 1500 m gab es durch
Shim Hee Shuk und Kim Alang einen südkoreaFOTO: THOMAS EISENHUTH/DPA
nischen Doppelerfolg.
Grippe schwächt „Katzen“
In der Basketball-Bundesliga verloren die ChemCats aus Chemnitz gegen
Halle 53:70 (26:33). Nationalspielerin Tina Menz
konnte krankheitsbedingt
nicht auflaufen.
VON JENS ZEIDLER
CHEMNITZ — Im Laufe der Woche
wurden die Schweißperlen auf der
Stirn der Verantwortlichen bei den
Chem-Cats immer größer. Vor dem
Bundesligaspiel der Chemnitzer
Korbjägerinnen gegen Halle, das die
Gäste vor 300 Zuschauern mit 70:53
(33:26) gewannen, war schnell klar,
dass die „Katzen“ mit dem letzten
Aufgebot antreten mussten. Die
Grippe ging um unter den Basketballerinnen. Zwei Deutsche müssen
laut Reglement immer auf dem Parkett stehen. Und da Tina Menz und
die talentierte Fine Böhmke ausfielen, kam sehr viel Einsatzzeit auf
Natalija Bondarenko und Mary Ann
Mihalyi zu. „Die Woche war sehr
schwer. Von Mary und mir wurde
viel erwartet. 40 Minuten zu spielen,
ist schon hart. Irgendwann geht einem die Puste aus und es fehlt die
Kraft“, sagte Bondarenko. Und die
23-Jährige fügte hinzu: „Halle hat die
einfachen Würfe getroffen. Und sie
haben es uns in der Offensive
schwergemacht. Wir mussten uns
jeden Korb hart erkämpfen.“
Bondarenko und Mihalyi hielten
das ganze Spiel durch. Nur ganz am
Ende kam Ester Borchers zu einigen
Sekunden Einsatz. Auch die 17-Jährige hatte schon einen aufregenden
Tag hinter sich. Mit dem dezimierten Oberligateam gewann sie in Jena
und musste dort ebenfalls nahezu
durchspielen. Kurz vor dem Ende
steckte sie noch einen Schlag auf die
Nase weg. Das hielt Borchers aber
nicht davon ab, zu betonen: „Es war
ein schöner Tag. Es macht viel Spaß
Praxis zu sammeln.“
Die aus Bielefeld gekommene
Korbjägerin wird noch reichlich
zwei Jahre in Chemnitz das Abitur
machen und Basketball spielen. „Ich
muss noch viel lernen. Es war klar,
dass ich in der Bundesliga immer
nur am Ende spiele. Wir sind fünf
junge Akteurinnen. Da geht das in
Ordnung“, sagte sie nach dem dritten Einsatz in der höchsten Spielklasse. Als Borchers aufs Feld kam,
hatten die „Katzen“ die Partie schon
verloren. Dabei sah es trotz aller
Widrigkeiten im ersten Viertel danach aus, als ob man sich ein Stück
Mary Ann
Mihalyi
Chemnitzer
Basketballerin
FOTO: ANDREAS SEIDEL
absetzen kann. Die von ihrer Schulterverletzung genesene Lettin Liene
Priede und Molly Schlemer punkteten gut. Doch schon in den zweiten
zehn Minuten präsentierten sich die
Gäste immer stabiler. Halle traf zuverlässig.
Das änderte sich auch nach der
Pause nicht. Chemnitz holte nur
noch einmal bis auf drei Zähler auf,
brachte sich aber durch unglückliche Aktionen wieder um den Lohn
der Arbeit. So jubelten die Damen
WINTERSPORT
Biathlon
Weltcup in Nove Mesto, Herren, Verfolgung:
1. Fak (Slowenien) 37:24,9 min/1 Schießfehler; 2. Schempp (Uhingen) 4,4 s zur/1;
3. Fourcade (Frankreich) 13,3/0; 4. Semenow
(Ukraine) 20,3/0; 5. Smith (Kanada) 24,1/0;
6. Garanitschew (Russland) 45,6/1; 7. Birnbacher (Schleching) 46,8/0; 8. Lesser (Frankenhain) 54,7/1; 9. Peiffer (Clausthal-Zellerfeld)
1:01,9/2; Sprint: 1. Fak 24:09,9 min/0;
2. Schempp 12,8 s zur/0; 3. Béatrix (Frankreich) 26,0/0; 4. Fourcade 26,3/1; 5. Slesingr
(Tschechien) 26,7/0; 6. Schipulin (Russland)
29,5/0; ... 9. Peiffer 42,3/1; 11. Böhm
50,3/0; 13. Lesser 59,5/1; Stand: 1. Fourcade 663 Pkt.; 2. Schempp 657; 3. Schipulin
(Russland) 600; ... 13. Lesser 351;
Damen, Verfolgung: 1. Domratschewa (Weißrussland) 35:22,3 min/4; 2. Mäkäräinen
(Finnland) 6,8 s zur/4; 3. Dahlmeier (Partenkirchen) 14,9/3; 4. Hinz (Schliersee) 24,0/2;
5. Soukalova (Tschechien) 33,2/2; 6. Glasyrina (Russland) 34,5/3; ... 12. Kummer (Frankenhain) 56,8/1; Sprint: 1. Dahlmeier
21:33,4 min/0; 2. Hildebrand 1,0 s zur/0;
3. Vitkova (Tschechien) 13,9/1; 4. Domratschewa 23,0/2; 5. Habert (Frankreich)
26,9/2; 6. Semerenko (Ukraine) 28,8/1; ...
12. Hinz 54,4/0; Stand: 1. Mäkäräinen 750;
2. Domratschewa 723; 3. Semerenko 579; ...
5. Hildebrand 504; 11. Preuß 395.
Eisschnelllauf
Weltcup in Heerenveen, Herren, 500 m, 1.
Lauf: 1. Kulischnikow (Russland) 34,94 s;
2. Was (Polen) 34,97; 3. N. Ihle (Chemnitz)
35,11; 2. Lauf: 1. Kulischnikow 34,62 s;
2. Bum (Südkorea) 34,94; 3. N. Ihle 35,06;
1000 m, 1. Lauf: 1. Nuis (Niederlande)
1:08,76 min; 2. Kulischnikow 1:08,97; 3. N.
Ihle 1:09,06; ... 8. Schwarz (Berlin) 1:09,55;
20. Dressel (Erfurt) 1:11,50; 2. Lauf: 1. Nuis
1:08,81; 2. Kulischnikow 1:08,82; 3. Groothuis (Niederlande) 1:09,38; 4. N. Ihle1:09,50; ...
9. Schwarz 1:10,09; 17. Dressel 1:11,62;
Damen, 500 m, 1. Lauf: 1. Richardson (USA)
37,82 s; 2. Kodaira (Japan) 38,14; 3. Bowe
(USA) 38,21; ... 8. Hesse (Erfurt) 38,48; 2.
lauf: 1. Hesse 38,19; 2. Hwa (Südkorea)
38,21; 3. Oenema (Niederlande) 38,23; 1000
m, 1. Lauf: 1. Richardson (USA) 1:14,87 min;
2. Bowe (USA) 1:15,38; 3. Qishi (China)
1:15,89; ...13. Hesse (Erfurt) 1:17,82; 2.
Lauf: 1. Bowe 1:15,63 min; 2. Leenstra (Niederlande) 1:15,75; 3. Erbanova (Tschechien)
1:15,98; ... 9. Hirschbichler (Inzell) 1:18,15.
Ski alpin
WM in Beaver Creek, Herren, Abfahrt:
1. Küng (Schweiz) 1:43,18 min; 2. Ganong
(USA) 1:43,42; 3. Feuz (Schweiz) 1:43,49;
4. Nyman (USA) 1:43,52; 5. Fayed (Frankreich) 1:43,57; 6. Svindal (Norwegen)
1:43,63; ... 17. Sander (Ennepetal) 1:44,31;
22. Ferstl (Hammer) 1:44,86; 27. Brandner
(Königssee) 1:45,62;
Damen, Abfahrt: 1. Maze (Slowenien)
1:45,89 min; 2. Fenninger (Österreich)
1:45,91; 3. Gut (Schweiz) 1:46,23; 4. Schmidhofer (Österreich) 1:46,92; 5. Vonn (USA)
1:46,94; 6. Görgl (Österreich) 1:46,95; ...
10. Rebensburg (Kreuth) 1:47,24; 31. Hronek
(Unterwössen) 1:50,43.
Bob
Weltcup in Innsbruck-Igls, Viererbob:
1. Lettland 1:42,01 min (50,83/51,18 s);
2. Deutschland (Friedrich, Bauer, Grothkopp,
Margis) 1:42,14 (50,96/51,18); 3. Deutschland (Walther, Hübenbecker, Bredau, Poser)
1:42,31 (50,87/ 51,44); 4. Russland 1:42,47
(51,15/51,32);
5.
Schweiz
1:42,48
(51,05/51,43); 6. Deutschland (Arndt, Bermbach, Rödiger, Heber) 1:42,49 (51,21/
51,28); Stand: 1. Melbardis 1510; 2. Friedrich 1310; 3. Kasjanow 1284; 4. Arndt 1210;
5. Walther 1203.
Shorttrack
Weltcup in Dresden, Herren, 500 m: 1. Migunow (Russland) 41,066 s; 2. Hamelin (Kanada) 41,326; 3. Gy (Südkorea) 41,412; ...
12. Kröger 1000 m: 1. Jelistratow (Russland)
1:24,806 min; 2. Grigorew (Russland)
1:24,899; 3. Knegt (Niederlande) 1:25,092;
... 13. T. Kröger (Rostock); 24. H. Kröger (Rostock); 1500 m, 1. Rennen: 1. Woon (Südkorea) 2:24,438 min; 2. Yeong (Südkorea)
2:24,615; 3. Dequan (China) 2:24,707; ...
6. Knoch (Ungarn) ; ... 15. Schubert (Dresden); 34. Rietzke (Dresden) 2. Rennen: 1. Jelistratow (Russland) 2:14,013 min; 2. Seungsoo (Südkorea) 2:14,147; 3. Hamelin (Kanada)
2:14,236; ... 14. Schubert (Dresden); 29. Kröger (Rostock) 5000 m-Staffel: 1. Niederlande
6:52,001 min; 2. Ungarn 6:52,008; 3. China
6:55,225; ... Deutschland (Kröger, Kröger,
Kaufmann-Ludwig, Schubert); Damen, 500 m:
1. Fontana (Italien) 43,551 s; 2. Christie
(Großbritannien) 43,613; 3. Kexin (China)
43,763; ... 12. Seidel (Dresden); 23. Grassow
(Dresden); 1000 m: 1. Alang (Südkorea)
1:30,368 min; 2. Kexin (China) 1:30,451;
3. St-Gelais (Kanada) 1:30,466; ... 16. Walter
(Dresden); 1500 m, 1. Rennen: 1. Minjeong
(Südkorea) 2:29,791 min; 2. Hee (Südkorea)
2:30,592; 3. Sereikaite (Litauen) 2:30,621; ...
15. Seidel (Dresden); 22. Grassow (Dresden);
2. Rennen: 1. Hee (Südkorea) 2:28,927 min;
2. Alang (Südkorea) 2:28,959; 3. Tao Jiaying
(China) 2:29,119; ... 17. BWalter (Dresden);
3000 m Staffel: 1. Kanada 4:13,293 min;
2. Italien 4:14,452; 3. Frankreich 4:14,557;
... 8. Deutschland (Seidel, Grassow, Jacobs,
Walter/Dresden).
Skispringen
Weltcup in Titisee-Neustadt, Einzel, Großschanze, Sonntag: 1. Fannemel (Norwegen)
285,2 Pkt. (135,5/143,5 m); 2. Stoch (Polen)
274,8 (130/137,5); 3. Koudelka (Tschechien)
273,3 (131,5/140,5); 4. Ito (Japan) 272,8
(135,5/134); 5. Kraft (Österreich) 271,9
(133,5/132); 6. Velta (Norwegen) 270,4
(129,5/139); ... 8. Freitag (Aue) 266,1
(134/133); ... 13. Neumayer (Oberstdorf)
255,4 (128/130); 15. Eisenbichler (Siegsdorf) 252,8 (124,5/131,5); 22. Kraus (Ober-
audorf) 240,5 (133/118,5); 39. Leyhe (Willingen) 108,3 (121,5); Freund (Rastbüchl)
disqualifiziert; Samstag: 1. Freund 299,4
(138,5/140); 2. Kraft 288,0 (134/139);
3. Prevc (Slowenien) 285,8 (141,5/131,5);
4. Stoch 282,0 (136/133,5); 5. Koudelka
281,0 (136/132); 6. Kasai (Japan) 279,9
(137,5/132,5); ... 12. Eisenbichler 263,1
(130,5/129,5); 16. Kraus 253,4 (127,5/
134); 24. Neumayer 245,0 (126/130,5);
32. Leyhe 117,0 (124); 36. Freitag 113,8
(122); Stand: 1. Kraft 1208; 2. Prevc 1150;
3. Koudelka 1021; 4. Freund 1013; ...
11. Freitag 546;
Weltcup in Rasnov, Damen, Normalschanze, Sonntag: 1. Takanashi (Japan) 121,4 Pkt.
(95); 2. Englund (USA) 118,3 (94); 3. Iraschko-Stolz (Österreich) 116,9 (91,5); 4. Jahr
(Norwegen) 115,6 (94,5); 5. Seyfarth (Ruhla)
112,1 (93); 6. Pinkelnig (Österreich) 112,0
(96); ... 12. Vogt (Degenfeld) 108,0 (89);
14. Gräßler (Klingenthal) 104,8 (87);
17. Würth (Baiersbronn) 102,9 (88); 19. Althaus (Oberstdorf) 102,3 (87); 29. Häfele
(Willingen) 91,8 (83); Samstag: 1. IraschkoStolz 239,1 (94/92,5); 2. Takanashi 234,9
(94/94); 3. Lundby (Norwegen) 230,9
(94,5/89); 4. Pinkelnig 229,0 (94/91); 5. Rogelj
(Slowenien)
220,5
(89,5/89,5);
6. Vtic (Slowenien) 219,7 (92,5/88,5); ...
8. Vogt 219,2 (92/89,5); 9. Seyfarth 215,1
(88/90); 11. Gräßler 213,2 (87/89); 16. Althaus 211,5 (89/88,5); 21. Würth 202,7
(87/84); 29. Häfele 190,7 (83,5/83,5);
Stand: 1. Iraschko-Stolz 782; 2. Takanashi
673; 3. Vogt 622; ... 9. Althaus 288.
Eishockey
DEL 2, 45. Spieltag: Kassel - Bad Nauheim
2:5 (0:1,2:2,0:2); Kaufbeuren - Riessersee
4:5 n.V. (2:1,1:2,1:1); Landshut - Heilbronn
7:2 (3:1,2:1,2:0); Rosenheim - Frankfurt 5:2
(3:1,1:0,1:1); Lausitzer Füchse - Ravensburg
4:3 (1:1,1:1,2:1); Bremerhaven - Dresden 6:5
n.P. (2:1,1:4,2:0); Crimmitschau - Bietigheim
4:6 (1:2,3:2,0:2).
aus Sachsen-Anhalt am Ende mit
ihrem Anhang über den Erfolg. „Wir
sind nicht davon ausgegangen, dass
wir auf einen angeschlagenen
Gegner treffen. Wir wollten den
Derbysieg und haben ihn erreicht.
Das klappte, weil wir als Team zusammengespielt haben und jeder
Verantwortung übernommen hat“,
meinte Christina Schnorr, die auch
schon für die Chem-Cats spielte.
In den Chemnitzer Reihen hofft
man jetzt, dass sich das Krankenlager lichtet, alle wieder mittrainieren
und sich auf die Sonntagsbegegnung im Saarland vorbereiten können. „Wir haben in Saarlouis eine
Chance, wenn alle ihre Leistung abrufen wie heute“, schätzte Natalija
Bondarenko ein. Und sie gibt auch
gleich noch das Ziel für die letzten
fünf Partien aus: „Wir kämpfen um
die Playoffplätze.“ Dennoch bleibt es
in der Tabelle eng. Die Meisterrunde
der besten acht Teams ist ebenso
drin wie das erneute Abrutschen auf
einen Abstiegsplatz.
rinnen des BSV Sachsen Zwickau haben nach zwei Niederlagen in Folge
wieder ein Erfolgserlebnis verbuchen können. Gegen den SV Allensbach gingen die Muldestädterinnen
am Samstagabend als 28:17 (16:7)Sieger vom Parkett der Sporthalle
Neuplanitz. Ein gelungener Einstand für den neuen Vereinspräsidenten Winfried Hermann.
„Die Mannschaft hat Geschlossenheit gezeigt und die Vorgaben
gut umgesetzt“, lobte Trainerin
Daniela Filip. „Die Aggressivität und
Zusammenarbeit in der Deckung
waren deutlich besser als in den letzten zwei Spielen.“ Den Grundstein
zum Erfolg legte die starke Abwehrleistung in der ersten Halbzeit, als
der BSV nur sieben Gegentreffer zuließ, davon vier Siebenmeter. Der
6:0-Defensivriegel der Sachsen fing
etliche Bälle ab und leitete Konter
ein – das beste Rezept gegen die Allensbacher 3:2:1-Deckung. Die Gäste
gestalteten die ersten 20 Minuten
nach der Pause ausgeglichen, ehe die
Muldestädterinnen zum Endspurt
ansetzten, „Wir haben alles probiert,
was geht. Aber Zwickau ist eben um
einiges stärker als wir“, gestand
SVA-Trainer Oliver Quarti. (tc)
STATISTIK BSV: Kurzke, Neagoe; Hessel (1),
Starcek (2/1), Aleksandraviciute (5), Kracht (2),
Stein (1), Martinkova (1), Hopp (1), Pruß (6),
Bachrata, Choinowski (6), Majer (1), List (2)
Zuschauer: 580. Siebenmeter: BSV 2/1, SVA
4/4. Zeitstrafen: BSV 6, SVA 2 min. Schiedsrichter: Dedens/Geckert (Magdeburg)
HANDBALL
HC Leipzig
ohne Chance
PODGORICA — Die Handballerinnen
CHEM-CATS: Peak (5), Mihalyi (10), Borchers,
Bondarenko (2), Priede (14), Dzinic, Davidson
(9), Schlemer (13).
des HC Leipzig haben im zweiten
Spiel der Champions-League-Hauptrunde die erste Niederlage kassiert.
Das Team von Norman Rentsch unterlag gestern beim Vorjahresfinalisten Buducnost Podgorica in Montenegro deutlich 21:28 (7:16). Vor rund
4500 Zuschauern war Kapitän Karolina Kudlacz mit sieben HCL-Toren
am erfolgreichsten. Trotz der Niederlage bleibt Leipzig in der Tabelle
auf Rang drei. Die vier besten Teams
der Gruppe qualifizieren sich für das
Viertelfinale. Leipzig erzielte beim
1:0 die einzige Führung während des
gesamten Spiels. (dpa)
HANDBALL
LEICHTATHLETIK
Bundesliga
17. Internationales Hallenmeeting
Frauen, 14. Spieltag: Berlin - Koblenz/Weibern 35:25 (16:10); Bad Wildungen - Bietigheim 22:28 (11:12); Celle - Oldenburg 22:23
(12:10); Trier - Göppingen 26:21 (13:10);
Männer, 21. Spieltag: HC Erlangen - HBW Balingen-Weilstetten 28:27 (16:14).
in Chemnitz, Frauen, 60 m: 1. Roleder (LAZ
Leipzig) 7,34 s; 2. Kielbasinska (Polen) 7,37;
3. Wesolowska (Polen) 7,60;
Dreisprung: 1. Gierisch (LAC Erdgas Chemnitz) 14,18 m; 2. Demut 1983 (LC Jena)
14,16; 3. Veldakova (Slowakei) 13,85; ...
6. Mickenautsch (LAC) 12,76;
weibliche Jugend, U 20:
60 m: 1. Grünert (LV 90 Erzgebirge) 7,85 s;
800 m: 1. Röhner (SG Leipzig) 2:13,94 min;
Männer, 60 m, Männer, A-Finale: 1. Blum
(TV Wattenscheid) 6,56 s; 2. Kilty (Großbritannien) 6,57; 3. Reus (TV Wattenscheid)
6,60;
B-Finale: 1. Knipphals (VfL Wolfsburg) 6,78;
2. Kosenkow (TV Wattenscheid) 6,82; 3. Neubauer (ASV Erfurt) 6,86;
400 m: 1. Maslak (Tschechien) 45,82 s;
2. Onelko (Polen) 46,68; 3. Lennon-Ford
(Großbritannien) 47,74; 4. Hamich (LAC)
48,06;
800 m: 1. Schembera (Bayer Leverkusen)
1:47,80 min; 2. Repcik (Slowakei) 1:47,90;
3. Keiner (Erfurter LAC) 1:48,00; aufg.:
Schirrmeister (LAC);
60 m Hürden: 1. Balnuweit 1988 (LAZ Leipzig) 7,61 s; 2. Svoboda (Tschechien) 7,72;
3. John (LAZ Leipzig) 7,72;
Hochsprung: 1. Younes (Sudan) 2,20 m;
2. Rivera (Mexico) 2,20; 3. 42 Günther (LG
Frankfurt) 2,17; ... 5. Erfurth (LAC) 2,14; 7.
Schenker (LAC) 2,10;
Stabhochsprung: 1. Czerwinski (Polen) 5,50
m; 2. Caspari (Bayer Leverkusen) 5,40;
3. Renner (Slowakei) 5,20;
Weitsprung: 1. Strzalkowski (Polen) 7,97 m;
2. Heß (LAC) 7,80; 3. Camara (Bayer Leverkusen) 7,72; ... 5. Vogel (LAC) 7,46; 8. Bauer
(LAC) 7,11;
männliche Jugend, U20:
200 m: 1. Schlegel (LAC) 22,11 s;
800 m: 1. König (SG Leipzig) 2:01,16 min;
60 m Hürden: 1. Elger (LAC) 7,88 s.
Champions League
Frauen, Hauptrunde, 3. Spieltag: Thüringer
HC - Dinamo Wolgograd 30:33 (13:14); Buducnost Podgorica - HC Leipzig.
EHF-Pokal
Frauen, Achtelfinale, Hinspiel: Leverkusen Buxtehude 31:29 (15:15).
BASKETBALL
Bundesliga
Damen, 17. Spieltag: Chem-Cats Chemnitz SV Halle 53:70 (26:33); Herner TC - BC Marburg 66:54 (34:31); NB Oberhausen - RheinMain Baskets Langen 59:82 (30:48); USC
Freiburg - TSV Wasserburg 61:84 (25:51); TV
Saarlouis - BG Rotenburg-Scheeßel 80:55
(39:37); BG Donau-Ries - TuS Bad Aibling
83:72 (44:32);
Tabelle:
1. TSV Wasserburg
2. Herner TC
3. TV Saarlouis
4. BG Donau-Ries
5. BG Rotenburg
6. SV Halle
7. USC Freiburg
8. BC Marburg
9. Chem-Cats Chemnitz
10. Rhein-Main Baskets
11. NB Oberhausen
12. TuS Bad Aibling
1395:1017
1236:1056
1255:1108
1213:1125
1218:1191
1104:1127
1110:1189
1027:1149
1122:1285
1099:1250
1163:1236
998:1207
34
28
26
22
18
18
16
12
10
8
8
4
SPORT
Montag, 9. Februar 2015
NACHRICHTEN
TENNIS
Damen um Petkovic
im Fed-Cup weiter
STUTTGART — Die deutschen Tennis-
Damen haben im Fed-Cup das Halbfinale erreicht. Andrea Petkovic gewann gestern in Stuttgart das vierte
Einzel gegen Jarmila Gajdosova mit
6:3, 3:6, 8:6 und holte damit im Erstrunden-Duell mit Australien den
entscheidenden dritten Punkt. Zuvor hatte Angelique Kerber im Spitzeneinzel Samantha Stosur mit 6:2,
6:4 besiegt. Nach dem ersten Tag hatte es 1:1 gestanden, weil Kerber gegen Gajdosova verloren und Petkovic gegen Stosur gewonnen hatte. In
der Vorschlussrunde muss Deutschland im April in Russland antreten,
das in Polen gewann. (dpa)
Freie Presse
DAS THEMA: 17. INTERNATIONALES CHEMNITZER HALLENMEETING
Spaß, Spannung, großer Sport
Nach drei Jahren Pause bekamen die Leichtathletik-Fans einiges geboten: Packende Duelle,
einen Sieg von Lokalmatadorin Kristin Gierisch und einen famosen Auftritt von Christian Blum
VON SANDRA DEGENHARDT
Ryan Whiting mit
Jahresbestleistung
BOSTON — Der US-Amerikaner Ryan
VOLLEYBALL
Dresdnerinnen
besiegen Thüringer
DRESDEN — Die
Bundesliga-Volleyballerinnen des Dresdner SC haben
den 19. Sieg im 19. Spiel gefeiert. Das
Team von Trainer Alexander Waibl
setzte sich am Samstag vor 2547 Zuschauern klar mit 3:0 (26:24, 25:13,
26:24) gegen die VolleyStars Thüringen durch. Gut möglich, dass der
deutsche Meister damit den sportlichen Abstieg der Thüringerinnen
besiegelte. Denn sollte Köpenick gegen den VC Olympia Berlin klar mit
3:0 oder 3:1 gewinnen, sind die VolleyStars bei zwei ausstehenden Partien nicht mehr zu retten. (dpa)
RADSPORT
Degenkolb verpasst
Gesamtsieg in Dubai
DUBAI — Radprofi John Degenkolb
hat den Gesamtsieg bei der DubaiTour dem britischen Sprint-Star
Mark Cavendish überlassen müssen. Der Brite feierte am Samstag auf
der vierten und letzten Etappe seinen zweiten Tagessieg. Dank der
zehn Bonussekunden für den Erfolg
zog er noch an Degenkolb vorbei,
der nach 123 Kilometern zum welthöchsten Gebäude Burj Khalifa nur
Neunter wurde. Der 26-Jährige belegte mit sechs Sekunden Rückstand
Rang zwei der Gesamtwertung vor
dem Spanier Juan José Lobato. Am
Freitag hatte Degenkolb mit seinem
ersten Saisonsieg die Gesamtführung übernommen. (dpa)
In Finale über 60 m Hürden hielt der Leipziger Erik Balnuweit (l.) den tschechischen Klassemann Petr Svoboda (vorn) in Schach.
VON THOMAS TREPTOW
CHEMNITZ — Als Cheick-Idriss Gon-
schinska, Cheftrainer im Deutschen
Leichtathletik-Verband (DLV), von
„Freie Presse“ gefragt wurde, was das
Beste am 17. Internationalen Meeting in Chemnitz gewesen sei, musste er nicht lange überlegen: „Das Beste ist, dass es wieder stattfindet. Und
nach dem Feedback, welches ich
von den Organisatoren bekommen
habe, soll es weiter aufgebaut werden. Das klingt sehr gut“, sagte er.
2012 fand das letzte Sportfest statt.
Finanzielle Gründe zwangen zu einer dreijährigen Pause, jetzt geht es
weiter. Gonschinska und die Athleten freut es. „Es hat großen Spaß
gemacht und zeigt, dass man nicht
unbedingt so viel Geld in die Hand
nehmen muss, um ein gutes Meeting auf die Beine zu stellen“, meinte
Erik Balnuweit vom LAZ Leipzig.
Der Sieger über 60 m Hürden freute
sich zudem über die kurze Anreise.
Dieses Privileg besaßen die Starter des gastgebenden LAC Erdgas
am Sonnabendnachmittag exklusiv.
Max Heß oder Kristin Gierisch etwa
kennen die Anlage im Sportforum
aus dem Effeff. Das bedeutet
andereseits nicht, dass sie automatisch einen Heimvorteil besitzen.
Die 25-jährige Dreispringerin, die
kürzlich in Düsseldorf mit einem
Satz auf 14,30 m für Furore gesorgt
hatte, musste vor gut 1000 Zuschauern richtig hart kämpfen, um die
zehnfache deutsche Meisterin Katja
Demut (Jena) in Schach zu halten.
Zwei Zentimeter Vorsprung gaben
den Ausschlag zugunsten von Kristin Gierisch. „Ganz zufrieden bin ich
nicht. Ich wollte weiterspringen, habe aber ein paar kleine technische
Fehler gemacht. Der letzte Versuch
hatte sich besser angefühlt“, sagte
die Lokalmatadorin.
„Das Beste
am Chemnitzer
Meeting ist, dass es
wieder stattfindet.“
Cheick-Idriss Gonschinska, Cheftrainer
im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV)
14,18 m und weitere zwei Sprünge
über die 14-m-Marke standen für die
LAC-Athletin zu Buche. Katja Demut freute sich über 14,16 m und die
Norm für die Hallen-Europameisterschaften in Prag (5. bis 8. März) sowie einen guten Wettkampf. „Natürlich will ich nie verlieren, aber die
Konkurrenz im eigenen Land kann
doch nur gut sein. Das puscht uns
und ist noch dazu gut für die Zuschauer“, sagte die 31-Jährige mit
Blick auf die Siegerin aus Sachsen.
Diese versuchte unter den Augen
von Verwandten, Bekannten und
Freunden alles, das erkannte auch
Trainer Harry Marusch an. „Ich bin
sehr zufrieden“, sagte er und kommentierte die zwei ungültigen Versuche von Kristin Gierisch so: „Das
gehört zu unserer Philosophie, immer das Maximum zu versuchen.“
Nicht ganz das Maximum schaffte
Max Heß, der im Weitsprung mit
seinen 7,80 m den zweiten Rang hinter dem Polen Adrian Strzalkowski
(7,97 m) verbuchte.
Für den 18-jährigen Chemnitzer,
der ein wenig mit seinen ungültigen
Versuchen haderte, war es dennoch
die zweitbeste Weite seiner Karriere.
Wenn jetzt nichts mehr schief geht,
dann gehört Max Heß zum deutschen Aufgebot für die Hallen-EM.
In Prag wird er dann auch andere
Sieger von Chemnitz wiedersehen.
Zum Beispiel Pavel Maslak aus
Tschechien, der die 400 m in der
starken Zeit von 45,82 s gewann. Da
wäre auch Cindy Roleder (LAZ).
Die EM-Dritte im Hürdensprint versuchte sich in ihrer Geburtsstadt
Hülkenberg-Team
bangt um Tests
BERLIN — Der
Christian Blum und das Lächeln des
Gewinners.
FOTO: KRISTIN SCHMIDT
te einfach nicht aus dem Gesicht
von Christian Blum weichen, obwohl das Finale über 60 m längst
vorbei war. „Ich habe gerade eben
Spaß ohne Ende. So eine Zeit zum
Abschluss einer Wettkampfserie
von drei Rennen in zehn Tagen, das
ist schon sehr, sehr ordentlich. Jetzt
bin ich einfach nur happy“, strahlte
der Sieger vom TV Wattenscheid.
Mit 6,56 s stürmte der 27-Jährige zu
einer neuen persönlichen- und deutschen Jahresbestzeit in der Halle,
unterbot als erster DLV-Athlet in
dieser Saison die 6,60-s-Grenze und
näherte sich dem Hallenrekord des
Berliners Sven Matthes aus dem Jahr
1988 (6,63 s).
Dessen nicht genug, bezwang
der gebürtige Neubrandenburger
den amtierenden Hallen-Weltmeister Richard Kilty. Der bullige Brite
schlug sich in dem spannenden
Rennen gut. Kilty hielt den deut-
über 60 m flach und siegte prompt
in der neuen persönlichen Bestzeit
von 7,34 s. Da wäre auch Erik Balnuweit, der in einem packenden Endlauf über 60 m Hürden Petr Svoboda
(Tschechien), den Hallen-EM-Dritten von 2009, und seinen Vereinskameraden Alexander John bezwang. „Das waren interessante
Duelle für die Deutschen, die sich
mit internationalen Spitzenathleten
messen konnten“, urteilte CheickIdriss Gonschinska zufrieden. Ein
Lob, welches sich die Organisatoren
um Meetingchef Thomas Schönlebe
ans Revers heften dürfen. Immerhin
mussten sie im Vergleich zu den üppigen Jahren etwa mit der Hälfte des
Budgets auskommen. Kleiner Etat
und trotzdem großer Sport.
Hallenhockey-WM: Beide
Titel an die Niederlande
Dreisprungsiegerin Kristin Gierisch und ihr Trainer Harry Marusch hatten
sichtlich Spaß bei ihrem Heimspiel.
FOTO: KRISTIN SCHMIDT
Sprintass Christian Blum schlägt den Briten Kilty und nähert sich deutschem Rekord
CHEMNITZ — Das Dauergrinsen woll-
FOTO KRISTIN SCHMIDT
NOVE MESTO — Klare Kampfansage:
Die deutschen Biathleten sind vier
Wochen vor der Weltmeisterschaft
in toller Form. Erst der Sprint-Doppelerfolg durch Laura Dahlmeier
und Franziska Hildebrand, dann
schaffte Dahlmeier gestern noch
Platz drei in der Verfolgung von Nove Mesto. Platzierungen, die zeigen,
dass das Damen-Team trotz Neuaufbaus schneller als erwartet auch in
Einzelrennen siegfähig ist. Simon
Schempp setzte mit Rang zwei in
Sprint sowie Verfolgung seine beeindruckende Erfolgsserie fort und
ist nun einer der WM-Favoriten.
„Wenn’s läuft, dann läuft’s. Es ist
wirklich gigantisch“, fasste Dahlmeier das Erfolgsrezept nach dem
ersten Weltcupsieg und dem insgesamt dritten Podest ihrer Karriere
zusammen. Sie steht exemplarisch
für die Stimmung im jüngsten deutschen Damen-Team der Geschichte:
Akribisch und fokussiert arbeiten,
an sich glauben und nicht von außen verrückt machen lassen. „Insgesamt sind wir auf einem guten Weg.
Wir versuchen, das zu stabilisieren“,
sagte Damen-Bundestrainer Gerald
Hönig dem MDR.
Nach dem ersten Damen-Doppelsieg seit vier Jahren – Dahlmeier hatte am Samstag eine Sekunde vor ihrer Zimmerkollegin gelegen – zeigte
die Bayerin im dichten Schneetreiben beim letzten Schießen ihre bekannte Nervenstärke. Sie zog auf der
Schlussrunde noch an der Tschechin Gabriela Soukalova vorbei.
Dass die deutschen Damen inzwischen an Selbstbewusstsein gewonnen haben, zeigte auch die Reaktion von Hildebrand. „Das sollte
nicht passieren, aber es passiert. Das
muss ich abhaken“, sagte die 27-Jährige und lächelte trotz eines folgenschweren Fehlers. Beim letzten Anschlag schoss sie auf die falschen
Scheiben und landete nach einer zusätzlichen Zeitstrafe nur auf Rang
50. (dpa)
Penalty-Pech
für Gastgeber
im Finale
Das Lächeln des Weltmeister-Besiegers
FORMEL 1
Formel-1-Rennstall
Force India bangt auch um eine
komplette Teilnahme mit dem neuen Wagen am letzten Test vor Saisonbeginn. Der stellvertretende
Teamchef Bob Fernley bekräftigte
beim britischen Sender BBC zwar,
dass der indische Rennstall beim
Auftakt-Grand-Prix am 15. März in
Melbourne starte. Offen sei allerdings, wie viel man vom letzten Test
vom 26. Februar bis 1. März bestreiten könne. Das Team hat bereits den
Auftakt in Jerez ausgelassen, weil
der neue Wagen noch nicht fertig
ist. Hülkenberg ist einer von nur
noch drei deutschen Piloten in der
Motorsport-Königsklasse. (dpa)
Deutsche
Biathleten
bereits in
WM-Form
Ein Sieg und drei weitere
Podestplätze beim Weltcup
in Nove Mesto
LEICHTATHLETIK
Whiting hat am Samstag beim Hallen-Grand-Prix-Meeting der Leichtathleten in Boston eine Weltjahresbestmarke im Kugelstoßen erzielt.
Der Vizeweltmeister von 2013 gewann den Wettbewerb mit 21,43
Meter. Whiting unterstrich im Reggie Lewis-Center bei seinem Rekordstoß im vierten Versuch seine TopForm. Schon im Vorjahr war der 1,92
Meter große und 134 Kilogramm
schwere Hüne aus Harrisburg/Pennsylvania Hallenweltmeister geworden. Whiting gilt bei der FreiluftWM im August in Peking als einer
der großen Herausforderer des
Chemnitzers David Storl. (dpa)
S5
schen 100-m-Rekordmann Julian
Reus (5,60) in Schach, musste sich
am Ende aber mit 6,57 Sekunden
Christian Blum knapp geschlagen
geben. „Das soll jetzt nicht überheblich klingen, aber dass ich den Weltmeister geschlagen habe, ist für
mich nur ein Nebenprodukt. Zuerst
will ich das Beste für mich rausholen“, meinte der Deutsche, der sich
den Blumenstrauß für den Gewinner abholen durfte.
Die Wege in Chemnitz dürfte
Christian Blum noch kennen, 2010
startete er eine Saison für den LAC:
„Diese Bahn ist hier immer eine Reise wert, der Belag ist bekanntlich
schnell“, lobte der dreifache Meister,
der jetzt die Hallen-EM in Prag ins
Visier nimmt: „Ich habe schon vor
der Saison gesagt, dass ich ins Finale
kommen will. Das ist schwer genug,
bleibt aber nach wie vor mein Ziel“,
sagte Christian Blum, natürlich mit
einem Lächeln auf den Lippen. (tt)
Schirrmeisters neuer Job
Als „Hase“ betätigte sich über
800 m Langhürdenmann Silvio
Schirrmeister (LAC). „Über 400 m
hätte ich noch nicht mithalten können. Also habe ich die Jungs gefragt,
ob ich helfen kann“, sagte der 26-Jährige, der ansonsten keine Hallensaison bestreitet.
Der Plan sah vor, Robin Schembera
oder einen anderen Deutschen
zur EM-Norm für Prag zu ziehen. Bis
zur 600-m-Marke drückte Schirrmeister aufs Tempo und stieg dann aus.
Schembera lief als Erster durchs Ziel
und blieb in 1:47,80 Minuten nur eine
Zehntel unter der geforderten Marke.
Der Sieger war trotzdem nicht traurig: „Silvio hat einen super Job gemacht“, wurde der „Hase“ gelobt.
Benjamin Bauer (LAC) feierte während des Meetings, bei dem er im
Weitsprung startete, seinen 18. Geburtstag. Seine Spezialdisziplin ist der
Dreisprung, in der er im vergangenen
Jahr Zweiter der deutschen Jugendmeisterschaften wurde. (tt)
LEIPZIG — Die Vormachtstellung der
deutschen Hockey-Teams in der Halle ist gebrochen. Erstmals in der Geschichte der Hallen-Weltmeisterschaft sind die erfolgsverwöhnten
DHB-Teams beim Kampf um die Titel leer ausgegangen. Spielführerin
Katharina Otte und ihr Team erreichten zwar in Leipzig das Endspiel, mussten sich aber gstern den
Niederlanden nach großem Kampf
0:1 (1:1, 1:0) im Penaltyschießen geschlagen geben. Das bei den vorherigen drei Championaten stets erfolgreiche Herren-Team um die DoppelOlympiasieger Moritz Fürste und
Tobias Hauke patzte einmal und
wurde nach einem 13:2 (5:2)-Torfest
gegen Iran frustrierter Dritter. Dafür
bejubelten die Niederländer im
Finale den 3:2-Sieg über Österreich.
Dennoch können die DHB-Damen stolz sein, denn sie sind bei der
Heim-WM als Hauptattraktion für
das eigentliche Flaggschiff, das Herren-Team, in die Bresche gesprungen. Zurecht wurden die Vizeweltmeisterinnen von den Fans gefeiert.
„Unsere Damen sind als OlympiaSiebte in London und Achte bei der
Feld-WM 2014 viel gescholten worden. Deshalb ist es schön, dass jetzt
auch sie mal im Mittelpunkt stehen“, betonte Abel. (dpa)
S6 Freie Presse
SPORT
Montag, 9. Februar 2015
Ondrej Bank
stürzt bei
Ski-WM schwer
NACHRICHTEN
FUSSBALL
Mindestens 14 Fans
in Kairo getötet
Der Mitfavorit aus Tschechien ist
gestern in der Kombinations-Abfahrt bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Beaver Creak/USA
schwer gestürzt. Ondrej Bank erlitt
Verletzungen im Gesicht, war aber
bei Bewusstsein. Zur Untersuchung
kam er in ein Krankenhaus nach
Vail. Der 34-Jährige verlor kurz vor
dem Zielsprung seinen Ski, drehte
sich und krachte auf den Rücken.
Bank rutschte bis ins Ziel und bewegte sich zunächst nicht. Helfer
bauten sofort einen Sichtschutz auf.
Nach Angaben der Stadionmoderatoren war Bank bei Bewusstsein
und bewegte sich, der Skiweltverband FIS bestätigte das wenig später. Bank habe sich eine Schnittwunde im Gesicht und womöglich
Brüche zugezogen. Daniel Fahrner,
Technik-Trainer der Tschechen, sagte im ORF: „Er ist beim Check, er ist
bei Bewusstsein. Ein gutes Zeichen,
was wir gehört haben über Funk:
Dass er die Beine bewegen kann. Alles andere müssen wir abwarten.
Aber es schaut nicht ganz so
FOTO: JEAN BOTT/DPA
schlimm aus.“
KAIRO — Mindestens 14 ägyptische
Fußballfans sind bei gewaltsamen
Auseinandersetzungen mit Polizisten gestern in Kairo getötet worden.
Ein Arzt in einem Krankenhaus im
Osten der Stadt sagte der Nachrichtenagentur Reuters, 14 Leichen und
acht Verletzte seien in die Klinik gebracht worden. Zu den Auseinandersetzungen sei es gekommen, als die
Sicherheitskräfte Zuschauer daran
gehindert hätten, in das Stadion zu
gelangen. (rtr)
SKELETON
Hermann verliert
Weltcup-Führung
INNSBRUCK-IGLS —
Skeletonpilotin
Tina Hermann aus Königssee hat die
Podiumsplätze bei den zwei Weltcup-Rennen in Innsbruck/Igls verpasst und ihre Führung im Gesamtweltcup verloren. Beim nachgeholten Rennen fuhr sie gestern auf Rang
fünf. Nach zwei Durchgängen hatte
sie 0,59 Sekunden Rückstand auf die
siegreiche Britin Lizzy Yarnold, die
sich damit auch den Europameister-Titel sicherte. Auf Rang zwei
kam die Österreicherin Janine Flock,
die ihre am Vortag übernommene
Führung im Gesamtklassement vor
Hermann ausbaute. (dpa)
TENNIS
Entscheidung über
Kapitän diese Woche
STUTTGART — Die Entscheidung über
den neuen Davis-Cup-Teamchef soll
in dieser Woche fallen. „Wir haben
das Fed-Cup-Wochenende zu internen Gesprächen genutzt, ab Montag
reden wir mit den Kandidaten“, sagte der Vize-Präsident des Deutschen
Tennis Bundes, Dirk Hordorff in
Stuttgart. Der DTB hatte sich am vergangenen Montag von Bundestrainer Carsten Arriens getrennt. Der
45-Jährige war wie schon sein Vorgänger Patrik Kühnen über die Personalie Philipp Kohlschreiber gestolpert. (dpa)
A N ZE I G E
KONTAKTE
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Fauxpas von Severin Freund
trübt Party-Stimmung in Titisee
Der Bayer bremst sich
beim Weltcup in TitiseeNeustadt selbst aus. Einen
Tag nach dem 13. Karrieresieg wird der Skiflug-Weltmeister wegen eines Regelverstoßes disqualifiziert.
VON ERIC DOBIAS
TITISEE-NEUSTADT — Severin Freund
schüttelte frustriert den Kopf und
konnte seinen Fauxpas beim HeimWeltcup in Titisee-Neustadt kaum
fassen. Nur 24 Stunden nach dem
glanzvollen 13. Weltcupsieg seiner
Karriere wurde der Skiflug-Weltmeister gestern als Halbzeit-Spitzenreiter wegen eines zu langen Skis
disqualifiziert und verschenkte damit den zum Greifen nahen Doppelerfolg im Schwarzwald. „Ich war 100
Gramm zu leicht. Das ist ganz klar
meine Schuld“, erklärte Freund enttäuscht. „Mich regt das sehr auf, aber
über mich selber, weil das nicht passieren sollte.“ Der Norweger Anders
Fannemel nutzte die Gunst der
Stunde und schnappte sich mit
135,5 und 143,5 Metern den Sieg.
Zweiter wurde Doppel-Olympiasieger Kamil Stoch aus Polen vor dem
Tschechen Roman Koudelka. Als
bester DSV-Adler landete der Erzgebirger Richard Freitag mit Sprüngen
auf 134 und 133 Meter auf dem achten Rang.
Durchgang mit 137 Metern wieder
klar auf Siegkurs gelegen. „Ich glaube, das war hier mein bester
Sprung“, stellte er fest. Im Nachhinein brachte die 13 dem Bayern also
doch noch Unglück. Am Vortag war
er auf die Anzahl seiner Weltcupsiege noch sehr stolz gewesen. „Jeder
Erfolg ist etwas Grandioses. Das war
ein wahnsinnig schöner Tag für
mich“, sagte Freund nach seiner tollen Flugshow.
In der deutschen Bestenliste
schob er sich auf Rang vier hinter
Jens Weißflog (33), Martin Schmitt
(28) und Sven Hannawald (18). Der
hatte 2001 an gleicher Stätte das
gleiche Schicksal wie Freund erlitten – nur in umgekehrter Reihenfolge. Hannawald war damals im ers-
ten Wettbewerb wegen eines nicht
regelkonformen
Sprunganzuges
disqualifiziert worden und hatte
24 Stunden später als vorerst letzter
DSV-Springer im Schwarzwald gewonnen.
Mit seinem vierten Saisonsieg beendete Freund die 14 Jahre lange
Durststrecke auf der Hochfirstschanze und sprang knapp zwei Wochen vor den Weltmeisterschaften
in die Rolle des Topfavoriten, auch
wenn er die längst ausgebrochene
Euphorie im Umfeld zu bremsen
versuchte. „Durch die Erfolge habe
ich keine besseren Aussichten, bei
der WM eine Medaille zu machen.
Das ist ein eigener Wettkampf, bei
dem man wieder bestehen muss“,
sagte er. (dpa)
Vogts Erfolgsserie gerissen
Die Skisprung-Olympiasiegerin hat
beim Weltcup im rumänischen Rasnov
auch im zweiten Anlauf klar einen
Podestplatz verfehlt. Die 22-Jährige
landete gestern beim wegen zu starken Windes nach einem Durchgang
abgebrochenen Wettbewerb mit 89
Metern nur auf Rang zwölf. Beste
deutsche Springerin war Juliane Seyfarth als Fünfte. Die Klingenthalerin
Ulrike Gräßler wurde 14.
Ein enttäuschter Severin Freund nach der Disqualifikation beim Weltcupspringen in Titisee.
FOTO: PATRICK SEEGER/DPA
Die Japanerin Sara Takanashi kam
mit 95 Metern zu ihrem dritten Saisonsieg. Sie verwies Nita Englund
(USA) und Vortagessiegerin Daniela
Iraschko-Stolz aus Österreich auf die
Plätze. (dpa)
Bobsport: Zweiter Platz im
Vierer hinter Melbardis
INNSBRUCK-IGLS — Mit drei Wochen
Extra-Training will Francesco Friedrich bei der heimischen Bob-Weltmeisterschaft in Winterberg die Dominanz des Letten Oskars Melbardis
brechen. Beim Weltcup in Innsbruck/Igls fehlten gestern noch
13 Hundertstelsekunden zum ersten Weltcupsieg im Viererbob.
Friedrich hatte den Dauerrivalen im
Zweierbob am Freitag noch deutlich
bezwungen. Dritter wurde Nico
Walther aus Riesa. Viererbob-Weltmeister Maximilian Arndt kam auf
Rang sechs. „Ich hatte im zweiten
Lauf einige Fehler, das hat wichtige
Zeit gekostet. Melbardis ist Ideallinie
gefahren und hat verdient gewonnen“, meinte Friedrich. In drei Wochen bei den Titelkämpfen will er
den frisch gekürten Weltcup-Gesamtsieger dann bezwingen.
Die Formkurve von Friedrich
stieg in den vergangenen Wochen
steil an, die überarbeiteten SotschiBobs des Instituts für Forschung und
Entwicklung von Sportgeräten
(FES) sind wettbewerbsfähig. „Ich
habe mein WM-Gerät gefunden.
Wir haben das Hinterteil noch einmal umgebaut, jetzt läuft es“, sagte
Friedrich, der das Weltcupfinale im
russischen Sotschi auslässt. Titelverteidiger Arndt kann nicht so entspannt die WM in drei Wochen angehen. Er ist nach Verletzungsproblemen seiner Stammcrew immer
noch auf der Suche nach der besten
Besetzung. (dpa)
Dreimal Bronze bei vier Starts für Nico Ihle
Beim Weltcup der Eisschnellläufer zeigte sich
der Oberlungwitzer für
die anstehende WM
gerüstet.
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HEERENVEEN — Das erklärte Ziel des
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Gesprächsthema Nummer eins
war aber die Disqualifikation von
Freund. „Ihm ist ein Fehler passiert,
der ihm selbst am meisten wehtut“,
sagte Bundestrainer Werner Schuster. Wie Freund reagierte auch er ein
wenig verwundert darüber. „Unsere
Waage ist eigentlich geeicht“, erklärte er. Freund beteuerte, beim Wiegen vor dem Springen habe das Gewicht noch im vorgegebenen Verhältnis zur Skilänge gestanden. „Die
Waage der FIS war offenbar genauer.
Es hat nicht gepasst. Künftig muss
ich da einfach mehr Reserve einplanen“, räumte er seinen Fehler ein.
„Ob ich jetzt 200 Gramm mehr oder
weniger habe, dadurch springe ich
auch nicht weiter oder kürzer.“ Der
Team-Olympiasieger hatte im ersten
Friedrich holt
vor der WM
weiter auf
Nico Ihle jubelt in Heerenveen.
FOTO: VINCENT JANNINK/DPA
Oberlungwitzers Nico Ihle für die
Einzelstrecken-WM der Eisschnellläuferin ist Edelmetall. Und der
Olympia-Vierte von der Chemnitzer
Skatergemeinschaft (CSG) bestätigte am Wochenende beim Weltcup
in Heerenveen, zwei Monate nach
seinem Berliner Weltcupsieg über
1000 Meter, dass er auch bei den
Weltmeisterschaften um einen Podestplatz mitlaufen kann. Lediglich
im letzten Rennen über den Kilome-
ter verpasste der 29-Jährige gestern
als Vierter um 0,12 Sekunden den
Sprung auf das Treppchen. In
1:09,50 Minuten kam er nicht an
seine Zeit vom ersten Lauf (1:09,06)
heran. Zuvor hatte Nico Ihle in der
WM-Halle dreimal Platz drei (2-mal
500 m, 1-mal 1000 m) belegt.
Über die 500 Meter war der
Schützling von Trainer Klaus Ebert
zuvor in 35,06 Sekunden noch fünf
Hundertstel schneller als am Samstag und bot dem russischen Seriensieger Pawel Kulischnikow lange
Paroli. „Ich bin zufrieden, das war
die schnellste Saisonzeit. Ich habe
mich nicht von ihm beeindrucken
lassen. Das ist ein sehr gutes Zeichen
für nächste Woche“, sagte Ihle mit
Blick auf die WM. Der OlympiaFünfte Samuel Schwarz (Berlin)
kam über 1000 Meter nach über-
standenem Infekt auf die Plätze acht
und neun. Die Siege sicherte sich der
Niederländer Kjeld Nuis.
Auch bei den Frauen klappte die
Generalprobe für die WM am
kommenden Wochenende tadellos.
Judith Hesse konnte gestern über
einen Sieg über 500 m jubeln. Nach
ihrer Bestzeit in der Thialf-Halle
starrte die Erfurterin gebannt auf die
Anzeigetafel, bis das letzte Paar im
Ziel war – dann riss die 32-Jährige
die Arme in die Höhe und strahlte
über den unerwarteten Coup im niederländischen Eisschnelllauf-Mekka. „Ich bin sehr überrascht. Ich habe
gefürchtet, dass die Zeit das letzte
Paar nicht übersteht“, sagte Hesse,
die im drittletzten Lauf 38,19 Sekunden vorgelegt hatte. Doch Olympiasiegerin Lee Sang-Hwa aus Südkorea
blieb am Ende zwei Hundertstel
über der Marke. Dritte wurde die
Niederländerin Thisje Oenema
(38,23). Samstags-Siegerin Heather
Richardson hatte mit Blick auf die
WM wie die drittplatzierte USTeamkollegin Brittany Bowe auf einen Start verzichtet. Hesse dämpfte
für die WM die Hoffnungen auf einen ähnlichen Erfolg: „Realistisch
sollte ein Top-Sechs-Resultat herausspringen.“
Die viel bessere Zeit im Vergleich
zum achten Platz 24 Stunden zuvor
erklärte Hesse mit einem technisch
besseren Rennen. „Ich habe gestern
technische Fehler gemacht, die ich
das ganze Jahr nicht gemacht habe“,
sagte Hesse. Zuletzt hatte die nicht
mehr aktive Jenny Wolf vor knapp
zwei Jahren an gleicher Stelle einen
Weltcup-Sieg über die 500 Meter gefeiert. (dpa/tt)
LOKALSPORT
Montag, 9. Februar 2015
NACHRICHTEN
EISSCHNELLLAUF
Mylauer wird
Sachsenmeister
Freie Presse
RFC zeigt trotz Niederlage in
Glauchau eine achtbare Leistung
CHEMNITZ — Zwei Titel gab es für die
Mylauer Eisschnellläufer bei der
Sachsenmeisterschaft der Altersklassen 11 bis 14 am Wochenende in
Chemnitz. In der Altersklasse 12
konnten die Vogtländer sogar einen
Doppelsieg feiern. Nach vier Streckenerfolgen sicherte sich Manuel
Zähringer klar Rang 1 vor Jacob Seifert. Beide liefen beim abschließenden 1500-Meter-Rennen zudem persönliche Bestzeit. Bei Zähringer
blieb die Uhr nach 2:35,00 Minuten
stehen, Seifert war knapp 1,3 Sekunden langsamer. 5:11,76 Minuten
über 3000 Meter bedeuteten auch
für Lennart Schmidt eine neue Bestleistung sowie den Titel in der Altersklasse 14. Jedoch hatte er mit
Tim Schiekel aus Dresden nur einen
Konkurrenten. Das gute Abschneiden der Mylauer rundete Philipp
Gerbert mit Rang 3 in der Altersklasse 13 ab, Nico Wilfert wurde hier
Siebter. Als einzige Mylauer Teilnehmerin bei den Mädchen konnte Jessy Seifert aufgrund von Krankheit
nach dem ersten Tag gestern in der
Altersklasse 13 nicht mehr an den
Start gehen. (aheb)
HANDBALL
Lengenfeld spielt
sich in einen Rausch
Mit 0:2 haben die Reichenbacher LandesklasseKicker gestern auch ihr
drittes Testspiel verloren.
Zur Generalprobe wird der
1. FC Greiz erwartet.
REICHENBACH — Achtbare Leistung,
dennoch verloren: Der Reichenbacher FC unterlag gestern in seinem
Test beim Fußball-Landesligisten
VfB Empor Glauchau mit 0:2 (0:0).
Damit gingen die Schützlinge von
Trainer Stefan Persigehl auch in ihren dritten Vorbereitungsmatch als
Verlierer vom Feld. Bereits am Freitagabend zogen sie unter Flutlicht
auf eigenen Kunstrasen gegen
den oberfränkischen Bezirksligisten
1. FC Trogen mit 2:3 den Kürzeren
(Tore: Meyer und Krötzsch).
„Das heutige
Testspiel war das
bisher beste in der
Vorbereitung.“
Stephan Persigehl RFC-Trainer
LENGENFELD — In der Handball-Be-
zirksliga der Männer hat der VfB
Lengenfeld gestern den bisherigen
Tabellenzweiten Zwönitzer HSV II
mit 30:19 (15:11) bezwungen. Verlief
die Partie zunächst ausgeglichen, so
spielten sich die Lengenfelder in der
zweiten Halbzeit in einen regelrechten Rausch. Sie halten damit den
5. Platz. In der Kreisliga Vogtland
schlug Lengenfeld II den HC Einheit
Plauen IV mit 36:12 (20:4). (jewi)
TISC HTENNIS
Knapper Erfolg
beim Schlusslicht
Mit Andreas Wolf
und Franz Lanzinger als Nachrücker
hat die 2. Herren-Mannschaft des
VfB Lengenfeld in der 2. Tischtennis-Bezirksliga einen knappen 9:7Auswärtssieg beim Post SV Plauen
erkämpft. Nach 2:1-Doppelführung
konnte die Führung durch Siege von
Daniel Sprenger, Heiko Gerber und
Franz Lanzinger bis zum 5:4 gehalten werden. In der 2. Runde musste
Daniel Sprenger gegen den Ex-VfBSpieler René Dietsch eine Niederlage und den 5:5-Ausgleich hinnehmen. Drei Siege in Serie durch Wolf,
Gerber und Scheibe brachten die
8:5-Führung zugunsten des VfB.
Plauen kam nochmals zurück und
schaffte den 7:8-Anschluss. Im engen Abschlussdoppel siegten Daniel
Sprenger und Heiko Gerber mit
Glück und Geschick 3:1 und machten den Auswärtssieg perfekt. (cag)
LENGENFELD —
Dass bekanntlich Resultate in der
Vorbereitung aber meist Muster ohne Wert sind, das sah auch der Trainer nach dem Abpfiff in Glauchau
so: „Gegen den VfB haben wir uns
sehr ordentlich aus der Affäre gezogen. Gut eine Stunde lang gestatteten wir den Gastgeber in unserer
Hälfte fast nichts. Dann haben wir
mit einfachen Stockfehlern in der
Vorwärtsbewegung praktisch selbst
die beiden Tore mit vorbereitet. Uns
haben noch einige Leute gefehlt.
Das heutige Testspiel war das bisher
beste in der Vorbereitung.“
Lange duellierten sich beide Vereine auf Augenhöhe. Im ersten Abschnitt blieben die Strafräume ver-
Der Reichenbacher Marcel Schwandner (r.) versucht, sich hier im Glauchauer Strafraum gegen Michael Gasser durchFOTO: OLAF MEINHARDT
zusetzen. Doch die Genauigkeit fehlte.
waist, weil beide tief standen und
ihr Hauptaugenmerk auf die Defensive setzten. Torgefahr entwickelte
sich hüben wie drüben keine. Das
änderte sich aber nach Wiederbeginn, als beide offensiver agierten
und es der VfB zunächst ein paar
Mal aus der zweiten Reihe probierte.
Nach knapp einer Stunde schlug
Glauchau das erste Mal zu. Pfoh bekam über links das Leder „zugesteckt“ und ließ den nach der Pause
eingewechselten Hettwer mit einem
Flachschuss keine Chance. Dieser
Treffer erwies sich als der „Dosenöff-
Endstand einzudrücken.
Die Generalprobe für die am
22. Februar gegen Motor Marienberg
beginnende Rückrunde bestreitet
der RFC am kommenden Samstag.
Dann gastiert der thüringische Landesklassist 1. FC Greiz am Wasserturm. (klm)
STATISTIK RFC: Seyfarth (46. Hettwer), Seidel, Reiher, Persigehl, Schwandner, Einsiedel,
Papkalla, Gorschinek, Grunert, Demmler,
Krötzsch (46. Süß). Tore: 1:0 Pfoh (58.), 2:0
Hölzel (83.). Schiedsrichter: Franke (Zwickau). Zuschauer: 85.
Wichtiger Auswärtssieg beim Tabellennachbarn
Tischtennis, Landesliga Herren: Lengenfeld siegt in Pobershau 10:5 – Vogtländer stehen auf Platz 5
LENGENFELD — In der Tischtennis-
Landesliga der Herren hat sich die
1. Mannschaft des VfB Lengenfeld
beim Tabellennachbarn TSV 1872
Pobershau klar durchgesetzt. Das
ungefährdete 10:5 stellte zugleich einen wichtigen Auswärtssieg dar.
Lengenfeld ging gewarnt in die
Partie, denn das Hinspiel im Vogtland gewannen die Erzgebirger
knapp mit 9:7. In den Doppeln führten die Vogtländer diesmal schnell
mit 2:1. Gündel/Meinhold und Dietel/Pippig siegten klar mit 3:0. Zwei
Niederlagen im oberen Paarkreuz
brachten die erstmalige 3:2-Führung
für die Hausherren. Lengenfeld
spielte jedoch konzentriert auf und
erspielte mit vier Siegen in Folge einen wichtigen 6:3-Vorsprung. Po-
bershau kam in der zweiten Einzelrunde durch zwei Siege auf 5:6 heran. Das starke mittlere und hintere
Paarkreuz der Lengenfelder ließ sich
jedoch nicht aus der Ruhe bringen.
Philipp Dietel und Toni Pippig erhöhten zum 8:5. Marco Baumgärtner und Nico Meinhold machten
dann den verdienten Auswärtssieg
perfekt.
In der Tabelle steht Lengenfeld
mit 10:12 Punkten im Mittelfeld auf
Platz 5. In zwei Wochen empfangen
die Lengenfelder den Tabellenführer
aus Hohenstein-Erntthal in heimischer Halle. (cag)
LENGENFELD: Carsten Gündel (0,5), Carsten
Wolf (0), Philipp Dietel (2,5), Toni Pippig (2,5),
Marco Baumgärtner (2), Nico Meinhold (2,5).
Impuls für
Spielstärke
und Teamgeist
Fußball: VfB Auerbach aus
dem Trainingslager zurück
AUERBACH — Nach einer Woche Trainingslager in der Türkei ist der VfB
Auerbach am Samstag wohlbehalten in Deutschland gelandet. Mit etwas Wehmut haben sich die Spieler
schon mal die Bedingungen im Auerbacher VfB-Stadion angeschaut: Es
liegt unter einer Schneedecke. An
Regionalliga-Fußball ist im Moment
kaum zu denken. Am 22. Februar
fällt gegen den Berliner FC Dynamo
der Startschuss für die Liga-Rückrunde. An der türkischen Riviera
waren die klimatischen Bedingungen diesmal besser als je zuvor. Seit
Mittwoch herrschten beinahe sommerliche Temperaturen, auch schon
zuvor strahlte die Sonne – allerdings
störte da noch der Wind. Der beeinflusste auch den ersten Test gegen
die Georgier aus Gori (1:1).
Dieses erste Spiel werten im
Nachhinein alle als aussagekräftiger, da am Dienstag die Beine noch
etwas leichter waren. „Alle, die gespielt haben, haben eine gute Leistung gezeigt“, berichtet Philipp
Kötzsch. Tatsächlich war gegen den
Zweiten der georgischen Eliteliga
trotz zahlreicher Wechsel kein
Bruch zu spüren. Die Einwechsler
zeigten: Mit ihnen ist im Kampf um
die Stammplätze zu rechnen.
Rückschlüsse über die Startformation gegen den BFC Dynamo will
Trainer Andreas Richter nach der einen Woche nicht ziehen. Dafür sei
es zu früh. Testen wollte der VfBCoach seine Spieler trotzdem und
gab allen in etwa die gleiche Anzahl
an Spielminuten. „Jeder sollte auf
seine Einsatzzeiten kommen, weshalb es wichtig war, dass wir gegen
zwei starke Gegner gespielt haben.“
Allerdings war am Freitag den Spielern schon die Müdigkeit deutlich
anzusehen. Gegen die spritzige U 19
von Lokomotive Moskau (0:1) hatten die Auerbacher streckenweise
das Nachsehen. Auch häuften sich
die Meldungen über angeschlagene
Spieler: Kevin Hampf, Jiri Jedinak
und Manuel Hoffmann mussten
sich behandeln lassen.
Ein Trainingscamp bedeutet: Zusammen schwitzen und zusammenschweißen. So stand auch die Teambildung im Vordergrund. Insbesondere für die vier Neuzugänge dürfte
das wichtig gewesen sein. „Deshalb
haben wir darauf bestanden, dass alle vier mit dabei sind“, erklärte Richter, weshalb Danny Wild trotz Mandelentzündung mitreiste und Björn
Lambach nachkam. Die zahlreichen
Erlebnisse neben dem Platz, so ein
Abendessen, bei dem die Verlierer
des Fußballtennis verkleidet antreten mussten, sollten auch in der
schwierigen Situationen im Abstiegskampf weiterhelfen. (masc)
Vorjahressieger triumphieren
LENGENFELD: Daniel Sprenger (2), Mario
Wolf (1,5), Heiko Gerber (3), Jörg Scheibe (1,5),
Andreas Wolf (0), Franz Lanzinger (1).
VOLLEYBALL
Beim Winterbeachvolleyball-Cup der WSG Oberreichenbach haben Patrick
Metzger und Dominik
Schwarz gewonnen.
Oelsnitz erfüllt
die Erwartungen
OELSNITZ — Den erwarteten Heimer-
folg gab es am Samstagabend für
den VSV Oelsnitz. In der VolleyballRegionalliga setzten sich die Vogtländer zu Hause gegen den Tabellenletzten Ohrdrufer SV deutlich 3:0
(25:22, 25:22, 25:18) durch und wurden ihrer Favoritenrolle vor rund
180 Zuschauern gerecht. Diese sahen eine insgesamt relativ schwache Partie, in der es auf beiden Seiten
viele Fehler gab. Die Oelsnitzer waren aber das technisch bessere Team.
Auch das höhere Risiko im Aufschlag zahlte sich aus. Die Vogtländer stehen mit diesem Erfolg weiterhin auf Rang 2 der Tabelle. Da der
Spitzenreiter aus Dresden seine Partie gegen Markkleeberg ebenfalls
deutlich gewann, beträgt der Abstand nach ganz vorn weiterhin
sechs Punkte. In zwei Wochen muss
Oelsnitz dann auswärts zum VSV Jena. (mha)
ner“. Von nun an wogte das Geschehen bis zum Ende hin und her. Der
VfB zeigte sich dabei technisch reifer und zielstrebiger. Den Reichenbachern fehlte es im Vorwärtsgang
an der Genauigkeit beim Finalpass.
Schwandner und Reiher hatten dennoch den Ausgleich auf dem Fuß.
Die sich bietenden Räume nutzte
der VfB zur Vorentscheidung. Einen
schnellen Gegenzug trug Pfoh in
den Strafraum und legte von der
Grundlinie das Streitobjekt auf den
mitgelaufenen Hölzel, der aus freier
Position keine Mühe hatte, zum
S7
VON PETRA STEPS
Die Teams auf den Plätzen 1 bis 3: vorn v. l. die Sieger Dominik Schwarz und
Patrick Metzger, hinten v. l. Erik Winter und Thomas Stackfleth sowie Marcel
Krause und Andreas Muck.
FOTO: JB STEPS
REICHENBACH — Schon zum zweiten
Mal ist der Advents-Beach-Cup der
WSG Oberreichenbach als Winterbeach-Cup ausgetragen worden,
weil vor Weihnachten einfach kein
Termin frei war. Zum zweiten Mal
siegten Patrick Metzger und Dominik Schwarz vom Gastgeberverein,
die seit zehn Jahren zusammen Bezirksliga oder -klasse spielen, aber
sonst beim Beach-Volleyball kaum
in Erscheinung treten.
„Wir machen mit, weil das ein
Turnier unseres Vereins und die Atmosphäre einfach schön ist. Ansonsten sind wir Hallenvolleyballspieler“, sagte Patrick Metzger. Das
Team lieferte sich gegen Erik Winter
(WSG) und Thomas Stackfleth (VSV
Eintracht Reichenbach) ein spannendes Finale. „Das war auch für die
Zuschauer spannend. Beide Teams
hätten gewinnen können“, meinte
Patrick Metzger. Nachdem er mit
Dominik Schwarz den ersten Satz
21:16 für sich entschieden hatte, gab
das Duo den zweiten Satz mit gleichem Ergebnis ab. Nach dem 13:13
patzten die bis dahin Führenden
mächtig. Der Entscheidungssatz
verlief lange ausgeglichen, doch
dann bewiesen die Vorjahressieger
die stärkeren Nerven und verwandelten den ersten Satz- und Spielball
in den Siegerpunkt. „Wir sind eben
beide Zuspieler und deshalb im
Block schlecht“, gestand Erik Winter. „Dafür beweisen wir, dass man
auch aus Konkurrenzvereinen kommen und zusammen Spaß haben
kann“, ergänzte sein Spielpartner.
Auf Platz 3 kam das Team Marcel
Krause (WSG) und Andreas Muck
(SV Erla Crandorf). „Wir wurden vor
fünf oder sechs Jahren einmal zusammengewürfelt und spielen seitdem beim Advents-Beach zusam-
men“, sagte Marcel Krause. Dass
Trainer nicht besser als ihre Schützlinge sein müssen, bewiesen Frank
Sommer und Matthias Esser, die sich
mit Platz 6 achtbar schlugen.
Gespielt wurde in zwei Staffeln
mit je sechs Mannschaften. Die Vorrundenspiele gingen mit jeweils
zehn Minuten auf Zeit, lediglich das
Finale wurde ausgespielt. „Wir haben nur das erste Spiel verloren und
dann alle anderen gewonnen“, freute sich Sieger Patrick Metzger über
den Turnierverlauf.
Am Beach-Cup in der Turnhalle
Am Joppenberg, bei dem lediglich
ein paar Sonnenschirme und Liegestühle an die wunderbar warme
Sommerzeit erinnerten, nahmen
zwölf Teams aus Sachsen, SachsenAnhalt und Thüringen teil – von der
Freizeitmannschaft bis zur Bezirksklasse. „Bei diesem Wettbewerb
steht der Spaß im Vordergrund“, sagte Matthias Esser. In diesem Jahr soll
wieder Anlauf für den AdventsBeach-Cup genommen werden. Die
Organisatoren hoffen, dass vor dem
Jahreswechsel dafür Zeit bleibt.
S8 Freie Presse
LOKALSPORT
Jößnitzer Frauen sind Hallenkreismeister
FUSSBALL
Hallenkreismeisterschaften
Frauen Endrunde
Gruppe A
Taltitz/Leubnitz
Reichenbacher FC
Taltitz/Leubnitz
Schreiersgrün
Erlbach
Schreiersgrün
- Erlbach
- Schreiersgrün
- Reichenbacher FC
- Erlbach
- Reichenbacher FC
- Taltitz/Leubnitz
1. Schreiersgrün
2. Reichenbacher FC
3. Taltitz/Leubnitz
4. Erlbach
Gruppe B
Jößnitz
Rodew./E. Auerb.
Jößnitz
VfB Auerbach
Eichigt
VfB Auerbach
Sp
3
3
3
3
1. Jößnitz
2. VfB Auerbach
3. Rodew./E. Auerb.
4. Eichigt
1:0
0:1
1:2
3:0
0:2
3:1
Tore
P
7: 1 9
4: 2 6
3: 5 3
0: 6 0
- Eichigt
- VfB Auerbach
- Rodew./E. Auerb.
- Eichigt
- Rodew./E. Auerb.
- Jößnitz
Sp
3
3
3
3
7:0
0:1
4:2
3:0
0:2
1:4
Tore
P
15: 3 9
5: 4 6
4: 5 3
0:12 0
Spiel um Platz 7
Erlbach
- Eichigt
1:0
Spiel um Platz 5
Taltitz/Leubnitz
- Rodew./E. Auerb.
0:2
Halbfinals
Reichenbacher FC - Jößnitz
Schreiersgrün
- VfB Auerbach
1:2
2:0
Spiel um Platz 3
VfB Auerbach
- Reichenbacher FC
1:0
Finale
Schreiersgrün
- Jößnitz
0:2
Hallenpokal E-Junioren Vorrunde
Gruppe C
1. VfB Auerbach
2. Schreiersg./Reumteng.
3. Jößnitz
4. Ellefeld
5. Reichenbacher FC
Sp
4
4
4
4
4
Tore
P
22: 0 12
6: 2 9
6:10 6
4: 8 3
1:19 0
Gruppe D
1. VfB Auerbach II
2. Bergen
3. Lengenfeld
4. Pfaffengrün/Treuen
5. Ellefeld II
Sp
4
4
4
4
4
Montag, 9. Februar 2015
Tore
P
18: 1 10
12: 5 9
13: 3 7
2:18 3
1:19 0
Testspiele Männer
Reichenbacher FC - 1. FC Trogen
Reichenba. FC II
- Weißensand
VfB Auerbach II
- Rotschau
Grünb.-Falkenst. - Coschütz
Rebesgrün
- VFC Reichenbach
VfB Emp. Glauchau - Reichenbacher FC
Netzschkau Reser. - Klaffenbach III
VFC Plauen II
- Kottengrün
Fortuna Plauen
- Camburg
Syrau
- Mühltroff
Netzschkau
- Plauen Nord
Schott Jena
- VFC Plauen
2:3
8:3
2:2
1:1
6:0
2:0
0:3
1:3
1:1
3:1
2:0
2:1
Nur vier Gegentore gab es
in der Finalrunde gestern
in Oelsnitz für das Team
von Andrea Kaiser. Auch
die erfolgreichste
Torschützin kommt vom
Landesklasse-Vertreter.
VON THOMAS GRÄF
OELSNITZ — Nicht ganz unerwartet
haben sich die Frauen der SG Jößnitz
gestern den Hallentitel des Vogtländischen Fußball-Verbandes gesichert. Vor 170 Zuschauern in der
Sporthalle Oelsnitz war der Spitzenreiter der Landesklasse die beste der
acht in der Endrunde angetretenen
Mannschaften. Und mit der bundesligaerfahrenen Christiane Gotte hatte er die überragende Spielerin in
seinen Reihen.
„Klar hat Christiane Gotte eine große
Aktie am Titel, aber
auch die anderen
haben sehr gut
gespielt und eine
geschlossene
Mannschaftsleistung geboten.“
Andrea Kaiser Trainerin Jößnitz
Als beste Torjägerin mit 23 Treffern
im gesamten Turnierverlauf stand
die vergangenen Sommer vom USV
Jena nach Jößnitz zurückgekehrte
Gotte ebenso im Allstar-Team des
Turniers wie Schreiersgrüns Anne
Werner als beste Torhüterin. Zudem
wurden Elke Plänitz (Schreiersgrün), Cindy Mäurer (Jößnitz) und
Stephanie Löschner (Auerbach) von
den teilnehmenden Teams als her-
Die Siegermannschaft aus Jößnitz: hinten von links Andrea Kaiser, Claudia Metzner, Susan Degenkolb, Cindy Maurer, Tunlia Wolff und vorn von links ChristiaFOTOS: HARALD SULSKI (2)
ne Gotte, Michele Jakesch, Marie Hoffmann, Christin Richter sowie Marlies Pfaffl.
ausragende Spielerinnen ausgemacht.
Im Endspiel hatten die Jößnitzerinnen durch zwei Gotte-Treffer den
stark aufspielenden SV Fronberg
Schreiersgrün 2:0 besiegt. Schon das
Halbfinale gegen Reichenbach (2:1)
war durch zwei Tore der besten Turnierschützin an Jößnitz gegangen.
Der Reichenbacher Treffer gelang Jeruscha Bahmüller. „Wir haben vorher schon mit dem Titel geliebäugelt“, gestand die Jößnitzer Spielertrainerin und Torhüterin Andrea
Kaiser, die in der Endrunde lediglich
viermal hinter sich greifen musste.
„Klar hat Christiane Gotte eine große Aktie am Titel, aber auch die an-
deren haben sehr gut gespielt und eine geschlossene Mannschaftsleistung geboten.“ Den dritten Platz sicherte sich der VfB Auerbach durch
einen Treffer von Stephanie Löschner mit 1:0 gegen den Reichenbacher FC. Titelverteidiger SpG Rodewisch/Auerbach landete diesmal
nach einem 2:0-Erfolg im Platzierungsspiel gegen die SpG Taltitz/Leubnitz auf Rang 5. Die Taltitzerinnen nahmen es gelassen: „Sicher wären wir lieber Fünfter gewesen. Aber wir sind nicht unzufrieden. Zumal die Spielerinnen der anderen Teams fast alle halb so alt sind
wie wir. Das könnten unsere Kinder
sein“, lachte Diana Kahrig.
Nicht zu Lachen gab es für die
Spielerinnen aus Erlbach und Eichigt. Beiden gelang in ihren drei
Vorrundenspielen nicht ein einziges
Tor, sodass man im Match der Staffel-Letzten um Platz 7 aufeinandertraf. Hier gelang zumindest den Erlbacherinnen durch Juliane Stengel
ein Treffer zum 1:0-Sieg. Eichigt
blieb als Letzter in 48 Minuten Hallenfußball gänzlich ohne Torerfolg.
Erlbachs Coach Steffen Schmalfuß
zeigte sich nach dem Auftritt seiner
ja nicht namenlosen Truppe ratlos:
„Ich kann mir nicht erklären, warum hier nichts zusammenlief. Irgendwie fehlte auch das Selbstvertrauen, einfach enttäuschend!“
Beste Torschützin des Turnieres wurde die Jößnitzerin Christiane Grotte.
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3594688-10-1
KIND & KEGEL
Montag, 9. Februar 2015
Seite A1
Zu giftig, zu eng, zu niedrig
NACHRICHTEN
ERZIEHUNG
Kinder haben kein
Ordnungssystem
Bei Ordnung im Kinderzimmer liegen zwischen Eltern und Kindern
oft Welten. Nicht immer gelingt es
Mädchen und Jungen, Spielzeug
wiederzufinden oder sich an ein System zu halten. Es bringt dann nichts,
das Kind seinem Chaos zu überlassen. „Zunächst ist es wichtig, mit
dem Kind ein System zu finden“,
sagt Maria Große Perdekamp, Leiterin der Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung.
Das können Kisten für bestimmte
Spielsachen sein oder das Ritual, jeden Abend vor dem Schlafengehen
aufzuräumen. Ein System bedeute
aber nicht, dass das Kinderzimmer
aus Erwachsenensicht aufgeräumt
aussehen muss. Erst ab etwa acht
Jahren können Kinder wirklich alleine aufräumen. Bis dahin brauchen sie die Hilfe der Eltern. (dpa)
SCHLAFEN
Häufiges Aufwachen
ist bei Babys normal
Babys bis zu einem halben Jahr haben noch keinen geregelten Schlafrhythmus. Die Schlafphasen dauern
meist zwei bis drei Stunden, insgesamt brauchen sie 14 bis 16 Stunden
Schlaf pro Tag. Kurze Aufwachphasen in der Nacht sind völlig normal,
erklärt der Berufsverband der Kinderärzte. Mit etwa einem halben bis
einem Jahr gelingt es den meisten
Babys, zehn Stunden durchzuschlafen. Sind die Kinder etwa 15 Monate
alt, reduzieren sich die Ruhephasen
am Tag: Dann reicht meist ein Mittagsschlaf von ein bis zwei Stunden.
Eltern können den Kindern verdeutlichen, dass nachts Schlafenszeit ist.
Sie sprechen mit gedämpfter Stimme und sorgen für eine ruhige und
dunkle Atmosphäre. Sie nehmen
das Kind möglichst nicht mit in ihr
Bett. Denn dann schafft es nicht
mehr, alleine einzuschlafen. (dpa)
der“ untersucht – von Anthropologen entwickelte Dummys für verschiedene Altersgruppen. Ergebnisse: Manche Sitze sind zu tief.
Schmächtige Kinder bräuchten in
ihnen sitzverkleinernde Kissen. Für
große Kinder seien andererseits einige Rückenlehnen zu kurz. Ihr Kopf
rage über die Lehne hinaus und sei
nicht abgestützt. Zusätzlich sollten
die Fußstützen mitwachsen. Ihre
Länge habe sich nur bei wenigen
Kinderwagen einstellen lassen. Die
meisten Fußstützen seien fest gewesen und so lang, dass kurze Beinchen
in der Luft baumelten.
Beim Kinderwagenkauf ist
für Eltern das Teuerste
gerade gut genug. Aber ist
es auch das Beste? Die
Stiftung Warentest hat es
überprüft – und kann nur
ein Modell empfehlen.
Erlesene Materialien und schickes
Design – für einen guten Kinderwagen zahlen werdende Eltern 1000
Euro und mehr. Sicher und komfortabel fährt ihr Baby in vielen Edelkutschen trotzdem nicht. Denn von
14 Kombi-Kinderwagen mit Sitz
und Tragetasche ist nur einer gut,
fand die Stiftung Warentest heraus.
Zwei seien sogar mangelhaft.
Problem 1: Schadstoffe: Zwei Kinderwagen schnitten wegen hoher
Schadstoffbelastung nur mit mangelhaft ab, so die Stiftung Warentest.
Im Test fiel das Modell Joolz auf. Es
habe polyzyklische aromatische
Kohlenwasserstoffe enthalten. Diese Substanzen könnten nach Auskunft der Tester Krebs erzeugen, das
Erbgut verändern und die Fortpflanzungsfähigkeit schädigen. Beim Modell Stokke wären in den Schiebergriffen kurzkettige Chlorparaffine
nachgewiesen worden. Auch diese
Weichmacher stünden im Verdacht,
Krebs zu erzeugen, so die Warentester. Mütter nehmen den Schadstoff
über die Haut auf und geben ihn etwa mit der Muttermilch an ihr Baby
weiter. Seit 2012 verbiete die EU, diese Substanzen zu verwenden oder in
Verkehr zu bringen. Dass es ohne
Schadstoffe geht, habe Naturkind
bewiesen. Schurwolle statt Polyesterwatte für die Tragetasche. Eine
Echtholzplatte stütze den Rücken.
Die Griffe bestünden aus Kork statt
aus Kunststoff.
Problem 2: Platzmangel: Frei von
Schadstoffen zu sein, reicht nicht
Für ein entspanntes Schläfchen ist auch dieses Modell bald zu klein.
Kindergeld wird nicht an volljährige Kinder selbst ausgezahlt. Die Antwort der Fachanwälte für Familienrecht im Nachbericht des Telefonforums am vergangenen Montag war
falsch. Richtig ist, dass das Kindergeld auch bei volljährigen Kindern,
die nicht mehr im Haushalt der Eltern leben, den Eltern zusteht, besagt das Einkommensteuergesetz.
Die Eltern sind dem Kind unterhaltsverpflichtet. In den Unterhaltsbetrag fließt das Kindergeld mit ein.
Verweigern die Eltern die Unterhaltszahlung, können volljährige
Kinder einen Antrag an die Familienkasse der Arbeitsagentur stellen,
um das Kindergeld selbst ausgezahlt
zu bekommen.
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Dr. Lutz Engelmann ist Chefarzt
der Klinik für Orthopädie am HeinrichBraun-Klinikum Zwickau. Stephanie Wesely sprach mit ihm
über Tragetücher.
FOTO: OLIVER BERG/DPA
für einen guten Kinderwagen. Die
Insassen müssen darin auch komfortabel liegen und sitzen. Doch die
Untersuchungen der Stiftung ergaben, dass an der kindgerechten Gestaltung Naturkind genauso gescheitert sei wie viele andere Modelle. 35 mal 78 Zentimeter Liegefläche
sind nach Expertensicht optimal.
Doch in der Realität hätten den Babys in der Breite oft weniger als 30
Zentimeter zur Verfügung. Ein
sechsmonatiges Kind mit Windel,
Schneeanzug, Fußsack zwängen diese Taschen regelrecht ein. Manche
Aufsätze seien so kurz gewesen, dass
groß geratene Babys schon nach vier
Monaten mit den Füßen anstoßen.
Die Folgen könnte nach Meinung
der Experten sein, dass Babys in diesen Wagen weniger Erholung und
Schlaf finden und unruhig, vielleicht sogar überreizt reagieren.
Viele Kinder hängen mit krummem
Rücken am Körper der Mutter. Das
kann doch nicht gesund sein?
Die Krümmung des Rückens ist unproblematisch und entspricht durchaus einer normalen Haltung bei einem Baby. Problematischer ist die
Längsstauchung. Deshalb ist es wichtig, das Tragetuch richtig zu binden,
also straff und nah am Körper. Mit einer korrekten und gut geschulten
Bindetechnik, zum Beispiel von einer
ausgebildeten Hebamme, beugt man
Fehlhaltungen vor und macht das Tragetuch zu einer angenehmen und gesunden Methode für Mutter und Kind.
reicht da das Material der Tragetücher nicht aus. Denkbar wäre eine
größere Jacke, die man über dem Tragetuch schließen kann. Es gibt auch
spezielle Einsätze, mit denen man
mittels Reißverschluss seine Jacke
entsprechend erweitern kann.
Folgende Eigenschaften sollte ein
guter Kinderwagen laut Stiftung Warentest haben:
Gibt es auch Kinder, für die ein Tragetuch nicht geeignet ist?
In den ersten drei Lebensmonaten ist
das Tragetuch nicht geeignet, ebenso
für Kinder mit einem Geburtsgewicht
unter 2500 Gramm, mit Atemstörungen oder einer Erkältung.
Verstellbar: Bevorzugen Sie verstellbare Fußstützen, die mit dem Kind
wachsen. Auch der Schieber sollte
sich verstellen lassen. Große Leute
brauchen 1,10 Meter Schieberhöhe
und mehr.
Problem 3: Sitzposition: Ist die
Tragetasche zu klein, satteln Babys
auf die Sitzeinheit um. Doch manche Sitze eignen sich erst für Kinder
ab neun Monaten. Kinder lernen
frühestens ab dem siebenten Monat,
sich aufzusetzen. Vorher fehlt ihnen
die Muskulatur, sich selbst aufrechtzuhalten. Erst wenn sie sich allein
aufsetzen, können sie im Kinderwagensitz fahren. Bis dahin sollen Babys flach liegen. Für die Übergangszeit ist es daher wichtig, dass sich der
Sitz möglichst flachlegen lässt. Nur
Babys sind Traglinge
FALSCH & RICHTIG
so schlafen die Kleinen bequem und
rückenschonend. Im Test seien einige Modelle durchgefallen, die Stiftung Warentest nennt Bugaboo,
Joolz und Stokke. Hier sitzen die
Kinder stets im festen Winkel von
rund 100 Grad, kritisieren sie. Eltern
stünden somit vor einem Dilemma:
Sollen sie den Nachwuchs in die Tragetasche zwängen oder verfrüht
hinsetzen?
Die Sitze sind in der Regel für Kinder zwischen sechs Monaten und
drei Jahren ausgelegt. In dieser Zeit
wachsen sie rund 30 Zentimeter. Sowohl den Kleinen als auch den Größeren sollen die Sitze Sicherheit und
Komfort bieten. Die Stiftung Warentest hat sie mithilfe der „Kieler Kin-
Problem 4: Elternrücken: Nicht
nur Kinder, auch Eltern müssen mit
dem Gefährt zurechtkommen. Aufrecht gehen, reichlich Schrittfreiheit, leicht erreichbare Körbe, einfacher Umbau und Transport – das
sind Kriterien, die laut Stiftung Warentest beim Kauf gecheckt werden
sollten. Doch für viele Modelle
müssten sich die Erwachsenen verbiegen. Das fange mit der Schieberhöhe an. Sie eigne sich oft nur für
kleine und mittelgroße Erwachsene.
Menschen über 1,80 Meter hätten
Probleme. Nur zwei Kinderwagen
seien dank verstellbarer Schieber sowohl für kleine als auch für große
Eltern geeignet. Unterwegs im Auto
spielen die Maße des zusammengeklappten Wagens eine Rolle. Peg Perego brauche den wenigsten Platz
und habe sich im Test mit einem
Handgriff falten lassen. Knorr-Baby
und Maxi-Cosi seien zu sperrig.
Der beste Wagen im Test war der
Britax Go für rund 950 Euro. Doch
auch hier fanden die Tester Mängel:
Der Sitz lasse sich nicht flachlegen,
die Fußstütze sei fix, und die Schieberhöhe eigne sich nur für kleine
und mittelgroße Eltern. Trotzdem
gaben die Tester ein „gut“. (sw/rnw)
AUSFÜHRLICHE TESTERGEBNISSE und
Bewertungen finden Sie im Heft 2 von „Test“
der Stiftung Warentest oder online unter
www.test.de.
Checkliste für den Kauf
FOTO: KLINIK
Freie Presse
Fernsehen
Heino Ferch auf
Killer-Suche an
der Ostseeküste
Seite A3
Freie Presse: Die Stiftung Warentest fand nur einen Kinderwagen
gut. Ist das für Sie eine Bestätigung? Sie gelten doch als Verfechter des Babytragetuches.
Dr. Lutz Engelmann: Ja, das ist richtig. Babys sind Traglinge. Die gesündeste Methode, ein Baby zu halten, ist
im Tragetuch. Es fördert eine gesunde Ausbildung der kindlichen Hüften
und schont den Rücken der Mutter.
Das Baby hat ständig Körperkontakt
und ist dadurch ruhiger.
Schützt ein Tragetuch auch im Winter ausreichend vor Kälte?
Die der Mutter zugewandte Seite profitiert von deren Körpertemperatur.
Achten muss man auf die Zugluft auf
der Rückseite des Kindes. Im Winter
Und was ist mit größeren Kindern?
Ein gesundes Kind lässt sich bis zum
dritten Lebensjahr – etwa bis 15 Kilogramm Körpergewicht – so transportieren. Allerdings ist dann das Tragen
auf der Hüfte der Mutter oder des Vaters besser als vor der Brust.
Geräumig: Wählen Sie einen Wagen
mit großer Tragetasche. Die Sitzeinheit sollte sich flachlegen lassen.
Fahrbar: In engen Läden schlängeln
sich schwenkbare Vorderräder geschickt durch die Gänge. Auf unebenem Boden sind große, luftbereifte
Räder mit guter Federung im Vorteil.
Transportabel: Zusammengeklappt
nehmen Kinderwagen unterschiedlich
viel Platz in Anspruch. Lassen Sie es
sich im Laden zeigen.
Lang: Die Rückenlehne des Sitzes
sollte 50 Zentimeter oder länger sein.
Umgebettet: Für einige Modelle gibt
es Adapter für die Autobabyschale.
Das klingt praktisch, ist aber nicht gut
für den Rücken. Legen Sie die Kleinen
in den Kinderwagen, wenn Sie nicht
Auto fahren.
Sichtbar: Kleinere Kinder fahren
gern mit Blick auf Mama oder Papa,
also rückwärts. Größere schauen
gern nach vorn. Gut, wenn der Sitz in
beide Richtungen weisen kann.
Sicher: Den Kinderwagen stets mit
einem sicheren Fahrradschloss anschließen. Die Hausratversicherung
erstattet keine im Hausflur oder unterwegs gestohlenen Wagen. (sw/rnw)
de. Bis dahin würde er es schaffen, in
seinem Zimmer einen geeigneten
Platz für sein Kapital freizuräumen.
Bis dahin hätte er auch wieder Geburtstag und könnte sich einen Tresor wünschen. Nebenbei hätte er damit das Problem gelöst, dass sich seine grausame Mutter gelegentlich
weigert, ihm Schokoriegel zu kaufen. Er würde regelmäßig in Schokolade investieren und wäre zuckerunabhängig von seinem Elternhaus.
Im stillen bete ich ihn an für die
Gedanken, die er sich macht. Es ist ja
so schön, wenn der Mensch nur
beim Geld spart und nicht beim
Denken. Ich wechsle ihm seine
Scheine in einen größeren, sodass er
wieder Luft hat im Sparschwein.
Gibt eh keine Zinsen.
Etwas später kommt sein Vater
nach Hause, sieht den Jungen und
die fette Sau dann sagt er: „Wir sollten es auf die Bank schaffen.“
ÄNGSTE
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3591661-10-1
ein Sohn sitzt am Esstisch, hält sein Sparschwein in den Händen.
Er pult mit Daumen und Zeigefinger
in dem Loch zum Schweinemagen
und zieht einen Schein nach dem
anderen heraus. Wie man das so tut,
wenn man in jungen Jahren zu etwas Geld gekommen ist. Mein Sohn,
der sieben ist, sieht sehr glücklich
aus beim Geldzählen. Ein bisschen
wie der alte Dagobert Duck, wenn er
seinen Tresor öffnet. Mit jedem
Scheinchen fühlt er sich besser.
„Wir sollten es auf die Bank schaffen, damit du wieder Platz im Sparschwein hast“, sage ich. Ein dunkler
Schatten huscht über die Miene des
kleinen Jungen. Er weiß, dass die
Banker auf unser aller Erspartes aufpassen. Nur leider traut er ihnen
nicht. In seiner Vorstellung besitzt
jeder Sparer im Keller der Bank ein
Fächlein. Und vor all den Fächleins
UNTER UNS
Eine Schweinerei
MANUELA MÜLLER
ÜBER IHREN SOHN, DER JETZT AUCH DIE FINANZKRISE KRIEGT
manuela.mueller@freiepresse.de
läuft ein Geld-Aufpasser auf und ab.
Eines Tages wird dieser Geld-Aufpasser schwach bei so vielen Scheinchen. Er stopft sie in seine Hosentaschen, brennt damit durch und lebt
fortan illegal auf einer einsamen Insel in Saus und Braus. Und das auf
unser aller Kosten.
„Nein“, sagt mein Sohn, „ich kann
selbst auf mein Geld aufpassen.“ Ich
versuche, ihm die Vorzüge des Bankenwesens zu erklären. Die Bank
würde ihm sogar etwas dafür zahlen, wenn er sein Geld vorbeibringt.
Zumindest im Prinzip. Sie würde
sein Geld dann jemandem borgen,
vielleicht jemandem, der sich ein
Auto kaufen möchte und knapp bei
Kasse ist. Doch davon bekäme er
nichts mit. Wenn er sein Erspartes
braucht, könnte er es zurückholen.
Leider neige ich zu langen Erklärungen, die in meiner Familie ihr
Ziel verfehlen. Wenn ich fertig bin,
fühlen sich die Kinder in ihrer Theorie bestätigt. Bis zum Jahresende will
mein Sohn nun seine Hausbank aufsuchen und sämtliches Geld abholen, was von seinen Angehörigen
dort jemals für ihn abgegeben wur-
Zauberstein verjagt
Klo-Monster
„Im Klo versteckt sich ein Monster“,
„Wenn ich abschließe, komme ich
nie wieder raus“: Vor allem kleine
Kinder haben viele Ängste, wenn sie
alleine ins Bad gehen. Auch, wenn es
für Erwachsene nach lächerlichen
Gründen klingt: „Für Kinder sind die
oft sehr ernst“, erklärt Ulric Ritzer
Sachs von der Bundeskonferenz für
Erziehungsberatung. Ein erster
Schritt sei, vor der Tür zu warten, damit Kinder nicht abschließen müssen. Gut ist auch, sich mit seiner Vorstellungskraft auf Kinderebene zu
begeben: „Man kann gemeinsam
mit dem Kind das Monster verjagen,
etwa indem man in die Kloschüssel
brüllt oder ihm einen Zauberstein
mit auf den Weg gibt.“ (dpa)
A2 Freie Presse
ROMAN & RÄTSEL
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r schüttelte den Kopf, worauf
sich Béatrice entschuldigte
und ging. Bruno bemerkte,
dass alle Zimmerschlüssel in ihren
Fächern lagen. Schon draußen war
ihm aufgefallen, dass kein einziges
Fahrzeug auf dem Parkplatz stand.
Bruno verstand nicht viel vom Hotelgewerbe, fand es aber seltsam,
dass das Haus offenbar leer war.
Oder lag es daran, dass an einem
Sonntagnachmittag die Wochenendgäste schon abgereist und die
neuen Gäste für die kommende Woche noch nicht eingetroffen waren?
Francette hatte sich Jeans und ein
Sweatshirt angezogen, trug aber immer noch die schicken Schuhe und
eine modische Handtasche, die sie
zusammen mit einem Louis-Vuitton-Köfferchen auf die Ladefläche
von Brunos Transporter legte. Als sie
auf dem Beifahrersitz Platz nahm,
fiel Bruno auf, dass sie dasselbe Parfüm – Shalimar – trug wie Pamela.
„Ich weiß, Sie kamen mit Ihrem
Vater nicht gut zurecht, aber er hat
Sie auf seine vielleicht manchmal
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Martin Walker (aus dem Englischen von Michael Windgassen)
Femme fatale
© 2013 by Diogenes Verlag AG Zürich – Folge 101
etwas verschrobene Art geliebt“, sagte er.
„Ich weiß. Deshalb konnte ich
ihn auch nicht wirklich hassen, obwohl ich ihn verachtet habe“, erwiderte sie. „Sie können sich Ihren
Trost ruhig sparen, Bruno. Ich bin
kein Kind mehr, und Sie brauchen
mir auch keine guten Ratschläge
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Fortsetzung folgt
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hatte, und ging wortlos auf die Haustür zu. Bruno folgte ein wenig später,
klopfte an und betrat die Küche, wo
sich Mutter und Tochter in den Armen lagen. Francettes Augen waren
trocken.
„Ich hab’s ihr gesagt“, sagte sie.
„Danke, dass Sie mich gebracht haben. Wir wären jetzt gern allein.“
„Wenn Sie zum Bestatter fahren
wollen oder Hilfe brauchen, rufen
Sie mich an. Auf der Karte stehen
meine Telefonnummern. Für die Bestattungskosten gibt es übrigens öffentliche Zuschüsse. Ich werde eine
Todesanzeige ans Schwarze Brett im
Bürgermeisteramt hängen müssen.
Lassen Sie mich bitte wissen, wann
die Beerdigung stattfinden soll“, sagte er. „Mein herzliches Beileid zu Ihrem tragischen Verlust.“
Er wollte Francette noch fragen,
wie es zu den Schwellungen in ihrem Gesicht gekommen war, wie
lange sie bei ihrer Mutter auf dem
Hof zu bleiben gedachte und ob es
vielleicht sinnvoll wäre, ihr Weideland an andere Bauern zu verpachten.
Doch all diese Fragen, fand er,
konnten warten.
Zurück im Büro, rief er den Bürgermeister zu Hause an und benachrichtigte ihn von Junots Tod. Dann
schickte er Gilles’ SMS mit dem Foto
von Athénaïs an seine eigene Mailadresse, druckte es mehrmals farbig
aus und steckte jeden Ausdruck in
eine separate Klarsichthülle. Er fand
auch eine Mail von Isabelle, die sie
ihm über ihr Smartphone geschickt
hatte.
„Vermisse Dich und Balzac schon
jetzt.“
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sagte sie. „Und was ich in Zukunft
machen werde, steht noch in den
Sternen.“ Sie wurde still und reagierte nicht auf Brunos Versuche, das
Gespräch in Gang zu halten. Als sie
jedoch Saint-Denis erreicht hatten
und er fragte, ob sie den Leichnam
ihres Vaters noch einmal sehen wolle, sagte sie entschieden: „Nein. Er
wird wohl in ein Armengrab kommen, wenn es so etwas überhaupt
noch gibt.“
Schweigend fuhren sie aufs Plateau hinauf. Bruno fragte sich, wie es
sein konnte, dass eine junge Frau,
die sich einen Louis-Vuitton-Koffer
und teures Parfüm leistete, kein
Geld hatte. Als sie in den Hof einfuhren, wechselte sie von den hochhackigen Pumps in billige Turnschuhe, die sie aus der Handtasche geholt
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mehr zu geben, was meine Rückhand anbelangt. Ich bin von selbst
dahintergekommen, dass Sie meine
Tennisschuhe bezahlt haben, weil
meine Mutter kein Geld dafür hatte.“
„Wir hatten einen speziellen
Fonds…“, stotterte Bruno verlegen.
„Und Sie haben von meinen Eltern auch nie Spritgeld verlangt,
wenn Sie uns zu Auswärtsspielen
gefahren haben.“
„Kommen wir zur Gegenwart zurück“, erwiderte er. „Sie müssen Entscheidungen treffen. Darüber, ob der
Hof behalten oder verkauft werden
soll. Sie scheinen eine gute Anstellung zu haben und wären in der Nähe Ihrer Mutter.“
„Wir haben beide keinen Führerschein, geschweige denn ein Auto“,
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Montag, 9. Februar 2015
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FERNSEHEN & RADIO
Montag, 9. Februar 2015
IM RADIO
POLITIK
Braucht das Land
eine liberale Partei?
Im besten
Fall ist der Liberale ein Spielverderber. Er stellt ideologische Masterpläne in Frage. Das war lange die Rolle
der FDP, bevor sie aus dem Bundestag flog und an Einfluss verlor. Sie
war das parlamentarische Korrektiv.
Doch wer besetzt die liberale Leerstelle im politischen System jetzt?
Wer kümmert sich um die Fragen,
die das Kerngeschäft des Liberalismus ausmachen: Was soll der Staat
regeln, und von welchen Aufgaben
sollte er besser die Finger lassen?
Kaum hatte sich die FDP aus dem
Bundestag verabschiedet, entdeckten diverse Politiker anderer Parteien ihr liberales Herz. Vielleicht ist
der Begriff selbst nicht trennscharf
genug. Vielleicht ist es aber auch
einfach so, dass die liberale Idee gar
keine eigene Partei nötig hat. (fp)
D-RADIO KULTUR 19.30 UHR
Freie Presse
Auf Killer-Suche an der Küste
A3
Eltern
mit sieben
Kindern
Der „Tod eines Mädchens“
bringt viel Unruhe in einen
beschaulichen Ort an der
Ostsee. Stammt der Täter
aus den eigenen Reihen
oder nicht? Ein mit vielen
Stars besetzter Krimi in
zwei Teilen.
„Die Hartmanns“ – eine
Großfamilie auf Achse
gibt es am 11. Februar um 20.15 Uhr)
erinnert in Sachen Plot und Figurenkonstellation stark an den britischen TV-Serienhit „Broadchurch“.
Darin geht es auch um den Mikrokosmos einer scheinbar intakten
Küstenkleinstadt, in den rohe Gewalt einbricht. Angehörige des Opfers, Freunde der Familie, Würdenträger und Sonderlinge der Gemeinde werden nach und nach vorgestellt. Da einiges dafür spricht, dass
das Opfer seinen Mörder kannte,
sind im Prinzip alle verdächtig.
Und in „Broadchurch“ bekommt
eine bodenständige örtliche Kommissarin und Mutter einen anstrengenden Kollegen mit dunkler Ver-
gangenheit vor die Nase gesetzt, der
quasi als Fremder die beschauliche
Kleinstadtgemeinde aufmischt. Heino Ferchs Ermittler erinnert stark an
diese Figur. Verdächtige gibt es ebenso in Schleswig-Holstein zuhauf,
prominent sind die Rollen besetzt.
Als da wären: der kauzige Hotelbesitzer mit Faible für junge Mädchen
(Gustav Peter Wöhler), ein Landadeliger (Johann von Bülow), der offenbar etwas zu verbergen hat, der seltsame Bruder des Opfervaters (Hinnerk Schönemann) oder auch die Familie des toten Mädchens und die
Familie der Kommissarin selbst. So
hatte beispielsweise deren halbwüchsiger Sohn (Chris Veres) offen-
bar mehr Kontakt zum Opfer, als „offiziell“ bekannt war.
Wie Regisseur Thomas Berger
(„Die Flut ist pünktlich“, „Ein weites
Herz“) sein Starensemble in diesem
Krimi in Szene setzt, hat schon eine
gewisse optische Raffinesse. Mit einer bewegungsfreudigen Kamera
fängt der Film schöne Ostsee- und
Küstenlandschaften ein. Das Problem dieses ZDF-Zweiteilers ist eindeutig in seinem biederen Drehbuch zu verorten. Schade! Da können auch starke Darsteller wie Hinnerk Schönemann oder Barbara Auer, amtierende deutsche Meisterin
des Weniger-ist-mehr-Schauspiels,
kaum etwas retten. (tsch)
RTL2 21.15 UHR Geburtenrückgang?
Nicht bei Familie Hartmann. Ganze
sieben Kinder haben Vater Rudi (61)
und Mutter Claudia (42) in die Welt
gesetzt. Und die sorgen natürlich für
allerhand Trubel. Zumal die Hartmanns auch noch ein Platzproblem
haben: Die ehemalige Schaustellerfamilie ist zwar sesshaft geworden,
lebt aber nach wie vor auf ihrem eigenen Campingplatz, auf vier
Wohnwagen verteilt. Da wird es naturgemäß eng – und Konflikte sind
absehbar. Nicht alltäglich ist der
Kinderreichtum, den RTL II in der
neuen Doku-Soap „Die Hartmanns –
Eine Großfamilie auf Achse“ vorführt – ausgerechnet direkt im Anschluss an die Millionärs-Soap „Die
Geissens“ (20.15 Uhr). Schon in der
ersten Folge der „Hartmanns“, so
will es der Zufall (oder wohl eher das
Drehbuch), verkündet Tochter Tatjana, 19: Ich bin schwanger! Vor allem Vater Rudi passt das gar nicht,
zumal er den Erzeuger des Hartmann-Nachwuchses, den 21-jährigen Tino, nicht leiden kann. Als Rudi von der ungewollten Schwangerschaft seiner Tochter erfährt, rastet
er aus – und Tatjana packt ihre Koffer. Wird er sich, trotz aller Wut im
Bauch, mit seiner Tochter wieder
versöhnen? (tsch)
VON ERIC LEIMANN
Der Niederländer
Harry Mulisch schuf mit dem 1959
erschienenen „Steinernen Brautbett“ einen der international bedeutendsten Romane über den Zweiten
Weltkrieg. Er führt einen US-Amerikaner zunächst ins NachkriegsDresden, in eine zerstörte Stadt. Eine
historische Rückblende folgt. (fp)
ZDF 20.15 UHR Die 14-jährige Jenny
Broder treibt tot auf dem Wasser an
der Seebrücke. Ein Gewaltverbrechen setzte dem Leben des jungen
Mädchens ein Ende. Die gepeinigten
Eltern (Anja Kling, Jörg Schüttauf)
werden von einer ebenfalls mitgenommenen Kommissarin (Barbara
Auer) befragt, die mit der Opferfamilie befreundet ist. Auch Hella Christensen ist ein Familienmensch, die
Ermittlerin lebt mit ihrem Mann
(Rainer Bock) und zwei Söhnen nur
einen Steinwurf von Familie Broder
entfernt. Eigentlich soll das Kommissariat des Ferienortes just in diesen Tagen aufgelöst werden. Das
mag erklären, warum ein schroffer
Chefermittler aus Kiel (Heino Ferch)
geschickt wurde, der von nun an
eher unsensibel in der Ostseegemeinde das Zepter schwingt.
Der ZDF-Krimi-Zweiteiler „Tod
eines Mädchens“ (die Fortsetzung
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HÖRSPIEL
Eine literarische
Reise nach Dresden
MDR FIGARO 22 UHR
Simon Kessler (Heino Ferch) und Hella Christensen (Barbara Auer) suchen den Mörder einer 14-Jährigen.
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neues Erbrecht
Wer als Deutscher im europäischen
Ausland seinen Lebensabend verbringt, sollte das Erbrecht seiner
Wahlheimat genau prüfen. Das rät
das Deutsche Forum für Erbrecht.
Der Hintergrund: Am 17. August
tritt die neue EU-Erbrechtsverordnung in Kraft: Ab diesem Zeitpunkt
kommt bei Nachlassfällen das Erbrecht des Landes zur Anwendung, in
dem der Verstorbene seinen letzten
Wohnsitz hatte. Wer nach dem
Recht des Heimatlandes vererben
will, kann dies testamentarisch festlegen. Besteht bereits ein Testament,
sollte er dieses prüfen lassen. (dpa)
GESUNDHEIT
Unglückliche Ehe
macht Herz krank
Eine schlechte Ehe kann vor allem
im Alter die Gesundheit ruinieren.
Forscher der Michigan State University (USA) fanden heraus, dass unglücklich Verheiratete im Alter immer stärker gefährdet sind, an Bluthochdruck und Arteriosklerose zu
erkranken sowie einen Herzinfarkt
oder Hirnschlag zu erleiden. Für die
Studie wurden Daten von 1200
Frauen und Männern zwischen 57
und 85 Jahren ausgewertet, heißt es
in der Zeitschrift „Psychologie Heute“ (Ausgabe 03/2015). (dpa)
INTERNET
Live-Übertragungen
rechtlich bedenklich
Wer Videos aus dem eigenen Leben
ins Netz stellt, kann schnell rechtliche Probleme bekommen. Gerade
bei Jugendlichen sind solche LiveStreams beliebt. Häufig wissen die
Nutzer aber nicht, was dabei erlaubt
ist, warnt die Anwaltskanzlei Wilde
Beuger Solmecke in Köln. Wer im
Unterricht oder auf einer Party filmt
und streamt, verletzt Persönlichkeitsrechte. Denn die anderen wissen in der Regel nicht, dass sie gerade
live im Netz sind. Auch die Veröffentlichung heimlich aufgenommener Gespräche ist verboten. (dpa)
GARTEN
Hautreizung durch
Lebensbaum-Gift
Beim Pflanzen eines Lebensbaums
sind Handschuhe ein Muss. Die
auch als Thuja bekannte Pflanze bildet ein giftiges Öl, das bei Berührung
Hautirritationen hervorrufen kann.
Darauf macht das Blumenbüro in
Essen aufmerksam. Nach dem Kontakt sollten sich Hobbygärtner die
Hände waschen. Grundsätzlich gilt
die Thuja als sehr pflegeleicht. (dpa)
REISEN
Tui will nur noch
acht Hotelmarken
Mehr Übersicht für Tui-Kunden: Der
Veranstalter will sich in Zukunft auf
lediglich acht Hotelmarken konzentrieren. Derzeit hat Tui über 300 eigene Hotels im Angebot, die sich auf
21 Marken verteilen. In den kommenden drei bis fünf Jahren sollen
noch einmal rund 60 Hotels hinzukommen, davon 30 bei Robinson
und Riu. Welche Hotelmarken übrig
bleiben, will der Veranstalter noch
nicht bekanntgeben. (dpa)
RATGEBER
Montag, 9. Februar 2015
Angst vor dem Vergessen
Die Zahl der Dementen wächst auch in Sachsen – Beim Telefonforum holten sich Betroffene und vor allem Angehörige Rat
Ununterbrochen klingelte das Telefon. Drei Ärzte und eine Beraterin beantworteten die vielen Fragen. Redakteurin Stephanie Wesely hat sie zusammengefasst.
mit Ihrer Pflegekasse. Ein gutes Angebot sind auch spezielle betreute
Urlaubsangebote, wo Demenzkranke mitreisen können und vor Ort
fachkundig betreut werden. Außerdem gibt es Seniorenbegleiter und
Nachbarschaftshelfer, die Sie entlasten können. In Angehörigengruppen können Sie sich mit anderen
pflegenden Angehörigen austauschen. Adressen und Ansprechpartner erfahren Sie über Seniorenberatungsstellen oder die Alzheimergesellschaft.
Ich vergesse mitunter Namen
oder verlege meine Schlüssel.
Wann spricht man von Demenz?
Demenz ist eine Hirnleistungsstörung, die zur Einschränkung in der
Alltagsbewältigung führt. Betroffene verlernen zum Beispiel Tätigkeiten, die sie jahrelang zuverlässig ausgeführt haben, zum Beispiel kochen
oder die Fernbedienung benutzen.
Untersuchen lassen kann man sich
zunächst vom Hausarzt, der gegebenenfalls an einen Nervenarzt oder
an eine Gedächtnisambulanz überweisen kann.
Meine Mutter ist 75 und leidet
an Demenz. Ich möchte gerne die
Nachbarschaftshilfe nutzen. Wie
komme ich an solche Angebote
und wer bezahlt das?
Über Ihre Pflegekasse erfahren Sie
Adressen von Nachbarschaftshelfern. Die Bezahlung erfolgt über die
sogenannten zusätzlichen Betreuungsleistungen der Pflegeversicherung in der Pflegestufe Null.
Was ist eine Gedächtnisambulanz?
Das ist eine ambulante Spezialeinrichtung, die Kliniken angegliedert
ist. Dort sind Fachärzte und Psychologen tätig, die sich speziell mit der
geistigen Leistungsfähigkeit und
mit Erkrankungen des Gehirns auskennen. Die diagnostischen und
zeitlichen Möglichkeiten sind an
diesen Ambulanzen meist größer als
bei niedergelassenen Fachärzten.
Meine Mutter ist sehr vergesslich. Wir vermuten eine Demenz.
Aber sie wehrt sich, deshalb zum
Hausarzt zu gehen. Was können
wir tun?
Das ist ein großes Problem und erfordert viel Einfühlungsvermögen.
Möglicherweise können Sie einen
aus anderem Grund geplanten Arztbesuch nutzen, wo der Hausarzt sich
auch dieser Frage widmen kann.
Sinnvoll ist es, den Arzt vorher auf
die Situation anzusprechen. Doch
vielleicht lässt sich Ihre Mutter eher
von einem anderen Verwandten,
dem Enkel zum Beispiel, von einem
Arztbesuch überzeugen. Den eigenen Kindern gegenüber sind ältere
Menschen oft reservierter.
Ich bin Rentner und möchte meine geistige Leistungsfähigkeit so
lange wie möglich erhalten. Hilft
es, oft Kreuzworträtsel zu lösen?
Das ist gut, aber Kreuzworträtsel reichen nicht, weil sie nur das Altgedächtnis fördern. Kombinationen
und logisches Denken, zum Beispiel
mithilfe von Sudoku, sind schon
wirkungsvoller. Seien Sie offen für
Neues, lesen Sie Zeitung und pflegen
Sie soziale Kontakte, das fördert die
geistige Leistungsfähigkeit. Zusätzlich sollten Sie sich auch täglich körperlich bewegen, denn das regt den
Geist an. Kurz gesagt: Lesen, Lieben
und Laufen halten das Gehirn fit.
Mein Hausarzt sagte letztes
Jahr zu mir, ich hätte ein kleines
Gehirn. Ich bin 63 und habe
Angst, dement zu sein, zumal ich
mitunter Termine vergesse. Deshalb nehme ich ein Mittel zur Gehirnstärkung. Ist das richtig?
Mein Vater leidet an Demenz
und hat aggressive Phasen, in denen er sich vor allem gegen die
Körperpflege im Pflegeheim
wehrt. Dabei kommt es zu körperlichen Übergriffen auf das
Personal. Das weist ihn dann in
eine psychiatrische Klinik ein.
Was können wir tun?
Wichtig ist eine liebevolle Zuwendung durch gut geschultes Pflegepersonal. Es sollte überprüft werden, ob die antidementive Therapie
optimiert werden kann. Eine vorübergehende Gabe von Neuroleptika
kann seinen Zustand verbessern
und möglicherweise eine stationäre
Aufnahme vermeiden.
KARIKATUR: BECK
Mit dem Befund, den Sie erhalten
haben, sollten Sie in eine Gedächtnisambulanz gehen und die Diagnose überprüfen lassen. Falls eine beginnende Demenz festgestellt wird,
reichen die frei verkäuflichen Mittel, die Sie nehmen, meist nicht aus.
Ich nehme seit drei Wochen eine
Tablette mit 120 mg Ginkgo pro
Tag, die mir meine HNO-Ärztin
gegen das Rauschen im Ohr emp-
fohlen hat. Kann ich auch ohne
Bedenken zwei Tabletten nehmen? Ich möchte die Leistungsfähigkeit meines Gehirns steigern.
Zur Förderung der geistigen Leistungsfähigkeit sollten sie den
Schwerpunkt auf körperliche und
geistige Betätigung legen. Das hilft
nachweislich. Bezüglich der Änderung Ihrer Medikation und der Dosierung müssten Sie mit Ihrer HNOÄrztin sprechen.
Ich pflege seit fünf Jahren meine
demenzkranke Frau. Erholungsurlaub ist ein Fremdwort für
mich, die Kinder wohnen weit
weg. Welche Unterstützungen
gibt es für Partner von Langzeitkranken?
Es gibt zum Beispiel die sogenannte
Verhinderungspflege, wo Sie sich
während eines Urlaubs von professionellen Pflegekräften vertreten
lassen können. Sprechen Sie dazu
Rat und Hilfe
Informationen zur Demenzerkrankung gibt es bei der Deutschen Alzheimergesellschaft, Telefon 01803
171017.
Gedächtnisambulanzen der Region:
Uniklinik Dresden, Telefon 0351
4582797, Klinikum Chemnitz, Telefon
0371 33312581. Eine Gedächtnissprechstunde bietet das Helios-Klinikum Aue an, Telefon 03771 581536.
Gefragte Experten beim Telefonforum: Prof. Markus Donix, Gedächtnisambulanz Dresden; Dr. Christine Wagner, Gedächtnisambulanz Chemnitz; Ulrike
Duschek, Angehörigengruppe für Demenzkranke, Dresden; Mike Ohnesorge,
Alzheimergesellschaft Dresden (von links).
FOTO: ANDREAS KRETSCHEL
Die Nachbarschaftshilfe Sachsen
hat ihre Koordinierungsstelle in
Chemnitz, Telefon 0371 4710032,
www.nachbarschaftshilfe-sachsen.de
Meine 82-jährige demente Mutter wird in einem Heim betreut.
Das Pflegepersonal nimmt ihr
viele Tätigkeiten ab. Sollten sie
nicht eigentlich ihre vorhandenen Fertigkeiten fördern? Sie hat
Pflegestufe I.
Ziel der Pflege, auch im Heim, ist es,
die Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen so lange wie möglich zu
erhalten. Das hat mit der Pflegestufe
nichts zu tun. Heime, die für gute Betreuung Dementer werben, haben
oft auch mehr Personal, um diese
Aufgabe zu erfüllen. Sprechen Sie
einmal mit der Heimleitung.
Bei Alzheimer soll es Hinweise
auf eine Autoimmunerkrankung
geben, habe ich gelesen. Die Erkrankung beginnt demnach viele
Jahre eher. Ursache sollen Entzündungen sein. Hilft es, vorbeugend Entzündungshemmer einzunehmen?
Richtig ist, dass krankhafte Veränderungen schon Jahre zuvor im Gehirn zu finden sind. Es werden viele
Hypothesen zu Behandlung und
Vorbeugung wissenschaftlich diskutiert. Die Entzündungstheorie ist
eine davon. Man kann daraus aber
noch keine präventiven Empfehlungen ableiten.
Mit Volldampf gegen Falten
Bügelstation oder -eisen?
Egal – wenn der Ausstoß
an Wasserdampf und der
Druck stimmen.
VON TOM NEBE
Nach dem Waschen sind die Klamotten sauber, haben nun aber Falten – und damit fängt die Arbeit erst
richtig an. Dabei geht heute alles
mit Volldampf voran.
„Der Wasserdampf durchdringt
die Textilien und richtet die Fasern
auf“, erklärt Ulrike PfenningsKutsch vom DHB – Netzwerk Haushalt. Durch die Hitze und den Druck
des Bügeleisens verschwinden die
Falten. Teuer sind die Geräte nicht:
Einfache Dampfbügeleisen gibt es
schon für unter 20 Euro, anspruchs-
vollere für fast dreistellige Beträge.
Bügeleisen ohne Dampffunktion
seien nicht mehr verbreitet und allenfalls für Urlaubsreisen gefragt,
sagt Mirko Kaiser, Redaktionsleiter
bei der Zeitschrift „Öko-Test“.
Beim Neukauf sollten sich der
Griff und das Gewicht gut anfühlen,
rät Kaiser. Die Auflagefläche sollte
kratzfest sein. „Denn in Kratzern
sammelt sich Dreck, und darunter
leidet die Gleitfähigkeit.“ Keramik
sei besser als Stahl. Ganz wichtig ist
die Abschaltautomatik. Wird das Eisen auf dem Bügelbrett vergessen,
verhindert der Mechanismus, dass
die Kleidung angeschmort wird.
Nützlich für die Faltenbekämpfung ist die Vertikalstoß-Funktion.
Das Bügeleisen kann hochkant an
einem hängenden Kleidungsstück
entlang geführt werden. Für Menschen, die viel bügeln, kann sich eine Dampfbügelstation lohnen. Sie
sind für ab etwa 100 Euro zu kaufen.
Ihre Tanks fassen ein bis zwei Liter
Wasser – und damit wesentlich
mehr als die Tanks herkömmlicher
Dampfbügeleisen. Je nach Dampfeinsatz könne man damit drei- bis
sechsmal länger am Stück bügeln,
schätzt Ulrike Goreßen, Autorin der
Fachhandelszeitschrift
„Elektromarkt“. Weil der Tank separat ist
und das Eisen über einen Schlauch
mit Wasser versorgt wird, liegt es
leichter in der Hand: „Bei normalen
Dampfbügeleisen muss das Wasser
im Tank mit bewegt werden“, sagt
Goreßen. Während langer Bügelorgien kann das auf die Arme gehen.
Stationen gibt es mit Bügeltisch
oder in einer kompakten Version
nur aus Bügeleisen und Basisstation
mit Wassertank. Vorteil beider Varianten: Sie erhitzen das Wasser extern und können so schon bei niedrigeren Temperaturen Dampf ge-
Viel hilft hier viel.
FOTO: FRANZISKA GABBERT/DPA
ben. Das schaffen nur wenige herkömmliche
Dampfbügeleisen.
Nachteil der klassischen Stationen:
Sie sind sperrig und schwer, brauchen mehr Platz.
Die Kompaktstationen benötigen nicht so viel Raum und sind
günstiger. „Diese lohnen sich schon
für einen kleinen Haushalt, in dem
regelmäßig gebügelt wird“, sagt Goreßen. Dennoch braucht es für diese
Geräte einen stabilen und breiten
Bügeltisch, da sie immer noch um
einiges größer und schwerer als normale Dampfbügeleisen sind.
Egal ob normales Bügeleisen,
kompakte oder große Station: Wichtig für bestmögliche Faltenfreiheit
ist der minütliche Wasserausstoß. Er
wird in der Einheit Gramm pro Minute angegeben. Je höher dieser
Wert ist, desto besser falle meist das
Ergebnis beim Bügeln aus, erklärt
Kaiser. „Minimale Unterschiede
sind beim Kauf aber zu vernachlässigen.“ Das heißt: Ob ein Bügeleisen
60 oder 70 Gramm pro Minute ausstößt, spielt keine Rolle.
Der Dampfdruck gibt an, mit wie
viel Kraft dieser in die Textilien gedrückt wird. Auch hier gilt: Viel hilft
viel. Am besten sei ein Wert zwischen vier und sechs Bar, erläutert
Goreßen. „Ab 3,5 Bar bügeln aber alle Geräte gut.“ (dpa)
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