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ART Innsbruck 2015: Neues und Bekanntes in ausgezeichneter Qualität
Ein solides und breites Angebot an zeitgenössischer Kunst und Antiquitäten
Johanna Penz: Wichtig ist, dass
das ganze „Package“ stimmt
ART Innsbruck 2015 vom 20. bis zum 23. Februar 2015
Johanna Penz, Direktorin und Gründerin der ART
Innsbruck, weiß, was sie ihrem Publikum schuldig
ist. Seit Jahren ist die Messe eine feste Größe im
internationalen Kunstkalender. Aber wie läuft das
eigentlich? Die Auswahl der Galerien? Welche
Kunst kann, darf, muss ich präsentieren? Und
warum? Wir fragten nach und erhielten erhellende Antworten von der Direktorin - und zwar
zum Funktionieren dieses „verrückten“ Marktes,
zum Verhältnis von Angebot und Nachfrage und
der großen Herausforderung, stets eine neue,
erfolgreiche Messe zu konzipieren, und das Jahr
für Jahr aufs Neue.
ARTPROFIL: Welche Anforderungen muss aus
Ihrer Sicht eine Kunstmesse erfüllen, damit sie sich
erfolgreich im Kunstmarkt positionieren kann?
Johanna Penz: Den Interessens- und Geisteshaltungen des Publikums Rechnung zu tragen,
aktuelle Trends im Kunstgeschehen einfließen zu
lassen und gleichzeitig wichtige richtungsweisende
Strömungen aufzuzeigen. Das hat sich in den fast
zwanzig Jahren der ART Innsbruck, in einem zum
Gründungszeitpunkt nicht unbedingt kunstfreundlichen Umfeld, konstant bewährt.
ARTPROFIL: Aus Ihrer langjährigen Erfahrung:
Welche Kunst verkauft sich gut? Welche weniger
gut? Warum?
Johanna Penz: Das Tafelbild bleibt allen Postulaten neuer Kunstformen zum Trotz der ungebremste „Dauerbrenner“. Dies können sowohl
Gemälde, als auch Originalgrafiken sein, wobei
auch das Interesse am Bereich Fotokunst oder
Videostills interessant zu beobachten ist. Installationen, Kunstfilme und Performances finden wohl
Beobachterinteresse und sind als solche eher dem
musealen Bereich zuzuordnen oder den „Hardlinern“ unter den Kunstfreaks.
ARTPROFIL: Für die Messe des Jahres 2015 haben
Sie auch explizit Kunst und Antiquitäten des 19.
Jahrhunderts mit aufgenommen. Wie wichtig sind
(beständige) Neuerungen - sowohl im künstleri-
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ARTPROFIL
ne, wobei neben seinen herausragenden Grafiken
auch Designklassiker des letzten Jahrhunderts,
welche längst in die Kulturgeschichte eingegangen
sind, präsentiert wurden.
ARTPROFIL: Die Messelandschaft hat sich in den
letzten Jahren sehr verändert: Die Kunst selbst
bringt ständig viel Neues hervor, die Interessen
der Kundschaft befinden sich in einem Wandel.
Können Sie das bestätigen? Falls ja, woran erkennen Sie dies?
Robert Hammerstiel; New York - Park Avenue;
2013, Acryl auf Leinwand, 60 cm x 60 cm
© Galerie Gerlich, Salzburg, Österreich
schen Angebot als auch im Rahmenprogramm?
Johanna Penz: Die ART Innsbruck war in den vergangenen 18 Jahren sehr puristisch ausgerichtet
auf den Zeitraum 1960 bis in die Gegenwart. Der
Wunsch zur Ausweitung des Messeprogramms
auf das schillernde Gründerjahrhundert wurde
jedoch schon seit längerer Zeit sowohl von langjährigen Ausstellern als auch aus den Reihen
unseres Stammpublikums an mich herangetragen.
Die Zeit war jetzt reif für einen Relaunch, wobei
ich als Kunstmessemacherin nie eine besondere
Anhängerin der ständigen „Neuheiten“ war,
sondern eher danach trachtete, das bestehende
und nachgefragte Angebot für die Sammler solide
zu vertiefen. Diese Konstante wurde und wird von
unserem Publikum sehr geschätzt. Ein besonderes Augenmerk finden hingegen die kuratierten
Sonderschauen, welche meist das Œuvre eines
international bedeutsamen Künstlers zeigen oder
eine besondere Thematik beleuchten, wie z.B. auf
der ART Innsbruck 2014 „Le Corbusier & Authentic
Icons“, einer der schillerndsten Ikonen der Moder-
Johanna Penz: Dieser Trend geht meines Erachtens einher mit der allgemeinen Entwicklung
unserer Gesellschaft, deren übergreifenden Lebenseinstellung und dem daraus resultierenden
„cross-over“-Einkaufsverhalten. Die Zielgruppen,
um es salopp zu formulieren, sind nicht mehr so
eindeutig definierbar. Liebhaber nostalgischer
Ausrichtung kaufen auch schon mal spontan
Produkte neuzeitlicher Provenienz und umgekehrt.
natürlich auch im Genre von Kunst und Kultur.
Das Sammlerpublikum in unseren Breitengraden
war interessenmäßig immer schon relativ breit aufgefächert und für „Überraschungen“ zu haben,
sodass der Wandel sozusagen die Grundkonstante
Domenico Colanzi; Toro infuriato;
2010, Bronze, 120 cm x 93 cm
© Galleria Il Segno, Mailand, Italien
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Kunst und Fotos
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