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Analyse Mediane SOC-Studie

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STUDIE ÜBER EFFEKTE MONOMODALER UND MULTIMODALER ANSÄTZE IN BEZUG AUF
DEN KOHÄRENZSINN
Ausführend :
Janine Bergmann, Florian Giesenhagen, Jessica Löcken, Thomas Meyer ( 2014)
( Hygiagogik-Zentrum Nordwest, Oldenburg )
Fragestellungen :
- Wie unterscheiden sich die Effekte somatosensorischer ( leiblicher ) Stimuli von denen
metakognitiver ( intentionaler ) Herangehensweisen hinsichtlich des "Sense of Cohearance"
( S.O.C. - nach Antonowsky ) ?
- Sind multimodale Ansätze diesbezüglich effektiver ?
- Führt die leibliche Aufnahme von Wissen, die "Einleibung", zu nachhaltigerer Veränderung ?
- Wird Erkenntnis durch eine Kombinatorik von Leiblichkeit und Intentionalität internalisiert ?
- Lässt sich der Kohärenzsinn durch taktile Kommunikation verbessern ?
- Ist auch nach dem 30.Lebensjahr der Kohärenzsinn noch veränderbar ?
( Lässt sich die These Antonowskys, dies sei nicht möglich, falsifizieren ) ?
- Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede im Hinblick auf die Modalität der
Herangehensweise ?
Modus Operandi :
Die Studie wurde 2014 von diplomierten Hygiagogen konzipiert und im Oldenburger HygiagogikZentrum Nordwest(b) durchgeführt.
Das hygiologische Konzept(a) lehnt sich an Maurice Merleau-Ponty an und verweist auf dessen
Menschenbild der Leiblichkeit, Intentionalität und Ambiguität.(1)
Die strukturontologischen Arbeiten Heinrich Rombachs finden in der kritischen Betrachtung in
Bezug auf dessen Philosophie der Konkreativität Gewichtung.(2)
Für den leiblichen Aspekt wurden somatosensorische Stimuli gewählt, die mit Tuina-Praktik(a)
durchgeführt wurden. Der Vergleichbarkeit wegen wurde eine "Massage nach dem Wettkampf"
angewandt. - Taktile Kommunikation
Für den intentionalen, metakognitiven Aspekt wurde mit dem ressourcenorientierten,
hygiographischen Profil(a) gearbeitet.Hierbei kamen u.a. Fragestellungen nach Konstitution (
Reiz/Reaktion, Somatotyp nach Sheldon, Temperament nach Strelau ) und Habitus ( Bourdieu,
Elias ) zur Anwendung, anhand derer Ressourcen der Teilnehmer erörtert wurden. Gesprächsführung
Mit der multimodalen Gruppe wurde zunächst gesprächsführend ( intentional ), danach
somatosensorisch ( leiblich ) gearbeitet.Diese Reihenfolge wurde der Versuchsanordnung wegen
eingehalten, stellt sich aus unserer Sicht aber als nicht zwingend dar und kann individuell dem im
Rahmen der Konstitution beschriebenen Temperament angepasst werden.
Aus dem multiperspektivischen Assessment(a) wurde der Teil Lebensorientierung/S.O.C.
herangezogen. Die drei Items Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit wurden wie
der Gesamtwert in der hygiogenetischen Evaluation(a) prä-und postevaluiert.(3)
EVALUATION ALLER TEILNEHMER ( alters - und geschlechtsübergreifend ) :
a.) Steigerung der Mediane Gesamt ( alle Teilnehmer ) :
1. Metakognition + Somatosensorik
2. Metakognition
3. Somatosensorik
+ 11,13 %
+ 1,27 %
+ 0,28 %
b.) Steigerung der Einzelkategorie ( alle Teilnehmer ) :
- Verstehbarkeit
1. Metakognition + Somatosensorik
2. Somatosensorik
3. Metakognition
+ 6,5 %
+ 2,3 %
+ 1,9 %
- Handhabbarkeit
1. Metakognition
+ 4,9 %
2. Metakognition + Somatosensorik
+ 1,8 %
--------------------------------------------------------------------------3. Somatosensorik
- 9,7 %
- Bedeutsamkeit
1. Metakognition + Somatosensorik
+ 14,6 %
2. Somatosensorik
+ 7,1 %
---------------------------------------------------------------------------3. Metakognition
+/- 0 %
c.) Steigerung innerhalb der Modalitäten ( alle Teilnehmer ) :
- Somatosensorik ( Leiblichkeit ) :
1. Bedeutsamkeit
+ 7,1 %
2. Verstehbarkeit
+ 2,3 %
--------------------------------------------------------------------------3. Handhabbarkeit
- 9,7 %
- Metakognition ( Intentionalität ) :
1. Handhabbarkeit
+ 4,9 %
2. Verstehbarkeit
+ 1,9 %
--------------------------------------------------------------------------3. Bedeutsamkeit
+/- 0 %
- Metakognition + Somatosensorik ( Multimodalität ) :
1. Bedeutsamkeit
2. Verstehbarkeit
3. Handhabbarkeit
+ 14,6 %
+ 6,5 %
+ 1,8 %
Beschreibung und Kritik der Ergebnisse :
Der Kohärenzsinn lässt sich alters - und geschlechtsunabhängig mit somatosensorischen
( Leiblichkeit fokussierenden ), metakognitiven ( Intentionalität fokussierenden ) und multimodalen
( Internalisierenden, Leiblichkeit und Intentionalität integrierenden ) Stimuli verbessern.
Taktile Kommunikation verbessert Gesamtwert, Verstehbarkeit und Bedeutsamkeit.
Die eklatant größte Verbesserung ( + 11,13% ) wird mit einer multimodalen Vorgehensweise
erzielt.
Metakognitives Vorgehen ( + 1,27 % ) führt zu einer etwas höheren Verbesserung als
Somatosensorisches Vorgehen ( + 0,28 % ).
Verstehbarkeit verbessert sich durch jede der drei Modalitäten, am deutlichsten durch
multimodale Ansätze ( + 6,5 % ).
Handhabbarkeit wird durch metakognitive ( + 4,9 %) und multimodale Ansätze ( + 1,8% )
verbessert, durch rein somatosensorische Ansätze sinkt dieser Wert ( - 9,7 % ).
Bedeutsamkeit verbessert sich durch multimodale ( + 14,6 % ) und somatosensorische ( + 7,1%
) Ansätze, durch rein metakognitive Ansätze bleiben die Werte unverändert, bzw. sind die Werte
nicht zu verändern.
Monomodale Herangehensweisen können nur Einzelkategorien des Kohärenzsinnes verbessern.
Leibliches, somatosensorisches Herangehen verbessert Bedeutsamkeit ( + 7,1 %) und
Verstehbarkeit ( + 2,3 %), die Handhabbarkeit sinkt ( - 9,7 %).
Intentionales, metakognitives Herangehen verbessert Hanhabbarkeit ( + 4,9 %), und
Verstehbarkeit ( + 1,9 %), die Bedeutsamkeit wird dadurch nicht verändert.
Einzig internalisierendes, Leiblichkeit und Intentionalität integrierendes, multimodales
Herangehen verbessert neben dem Gesamtwert auch die Werte aller drei Einzelkategorien.
Wir sehen durch die Ergebnisse einen multimodalen Ansatz in Bezug auf den Kohärenzsinn
gerechtfertigt. Implizit wird dieser Ansatz in Bereichen der Handhabbarkeit und der
Bedeutsamkeit. Der Bereich Verstehbarkeit wird auch durch rein leibliche, bzw. intentionale
Ansätze verbessert, allerdings deutlich geringer.
Die Leiblichkeit scheint in Bezug auf den Kohärenzsinn eine Rolle zu spielen (
somatosensorische Ansätze verbessern den Gesamtwert um 0, 28 % ), vor allem in den
Bereichen Bedeutsamkeit und Verstehbarkeit findet man leiblichen Zugang. Im Bereich der
Handhabbarkeit scheint dieser Ansatz nicht auszureichen ( Wert sinkt um - 9, 7 % ) und ist durch
Intentionalität zu erweitern. Auch ein Wechsel der Modalität von Leiblichkeit auf Intentionalität
verspricht in dieser Kategorie Erfolge.
Interessant erscheint uns diesbezüglich die Kritik Rombachs am Konstrukt des Begriffes
Kreativität als scheinbar individuell angelegter, isoliert und intrinsisch motivierbarer,
schöpferischer Komponente.
Die Ergebnisse bestätigen aus unserer Sicht dessen These, daß Kreativität eines intentionalen
Momentes bedarf. Wir folgen ihm daher in der Begriffsbildung Konkreativität.
EVALUATION DER TEILNEHMER ÜBER 30 JAHRE ( altersspezifisch ) :
a.) Gesamtwert des S.O.C. :
1. Metakognition und Somatosensorik
+ 10,8 %
2. Metakognition
+ 0,7 %
------------------------------------------------------------------------------------3. Somatosensorik
- 0,95 %
b.) Einzelkategorien
- Verstehbarkeit
1. Metakognition + Somatosensorik
+ 7,5 %
2. Metakognition
+/- 0 %
-----------------------------------------------------------------------------------3. Somatosensorik
- 9,4 %
- Handhabbarkeit
1. Metakognition
+ 6,1 %
2. Metakognition + Somatosensorik
+ 3,7 %
----------------------------------------------------------------------------------3. Somatosensorik
- 9,8 %
- Bedeutsamkeit
1. Metakognition + Somatosensorik
+ 14,4 %
2. Somatosensorik
+ 4,4 %
------------------------------------------------------------------------------------3. Metakognition
+/- 0 %
c.) Modalitäten
- Somatosensorik
1. Bedeutsamkeit
+ 4,4 %
------------------------------------------------------------------------------------2. Verstehbarkeit
- 9,4 %
3. Handhabbarkeit
- 9,8 %
- Metakognition
1. Handhabbarkeit
+ 6,1 %
-------------------------------------------------------------------------------------2. Verstehbarkeit
+/- 0 %
Bedeutsamkeit
+/- 0 %
- Metakognition + Somatosensorik
1. Bedeutsamkeit
2. Verstehbarkeit
3. Handhabbarkeit
+ 14,4 %
+ 7,5 %
+ 3,7 %
Beschreibung und Kritik der Ergebnisse :
Der Kohärenzsinn ist auch nach dem 30. Lebensjahr noch veränderbar und zu verbessern.
Multimodale Ansätze führen zu einer Steigerung um 10,8 %, metakognitive Ansätze zu einer
Steigerung um 0,7 %, somatosensorische Ansätze führen zu einer Verschlechterung des
Gesamtwertes um - 0,95 %.
Dies stellt den ersten Unterschied zur altersunabhängigen Auswertung dar. Ab dem 30.
Lebensjahr muss, um den Kohärenzsinn zu verbessern, entweder multimodal oder
metakognitiv/intentional vorgegangen werden, wobei der monomodale, metakognitive Ansatz die
Werte geringfügig verbessert, der multimodale elementar. Desweiteren lässt sich beschreiben,
daß die Steigerungen in Relat zur altersunabhängigen Gruppe geringer und nicht umfassend
ausfallen.
Hierbei lässt sich eine annähernde Proportionalität beobachten, mit den Auffälligkeiten, daß mit
rein somatosensorischem Vorgehen die Verstehbarkeit nicht mehr steigt, sondern sinkt, und mit
rein metakognitivem Vorgehen sich nur noch die Handhabbarkeit verbessern lässt, jedoch
Verstehbarkeit und Bedeutsamkeit sich als nicht mehr veränderbar darstellt.
Lediglich im multimodalen Vorgehen verbessern sich auch hier alle drei Einzelkategorien,
Verstehbarkeit ( + 7,5 % ) und Handhabbarkeit ( + 3,7 & ) sogar deutlicher als in der
altersunabhängigen Vergleichsgruppe ( ein weiterer, nicht-proportionaler Aspekt ).
Die These Antonowskys, der Kohärenzsinn ließe sich nur bis zum 30. Lebensjahr verändern oder
verbessern, lässt sich anhand dieser Ergebnisse nicht validieren, allerdings auch nicht völlig
falsifizieren, denn die Steigerungen fallen in der Gesamtheit geringer aus, was auf einen von
Antonowsky kolportierten Zusammenhang mit dem o.e. Alter hinweisen könnte.
Die Ergebnisse belegen aus unserer Betrachtung jedoch deutlich, daß ein multimodales
Herangehen ab dem 30. Lebensjahr umso erforderlicher ist. Es stellt sich die Frage, ob sich diese
Tendenz allgemein mit steigendem Alter fortsetzt, was wir anhand unserer Studie nicht
evaluieren konnten, da die Teilnehmer eine zu hohe, altersspezifische Heterogenität aufwiesen.
Da der Gesamtwert ab dem 30.LJ mit rein somatosensorischem, leiblichen Vorgehen sich
verschlechtert, wobei er sich altersunabhängig mit diesem Herangehen noch verbessert, sei die
Frage aufgeworfen, ob die Intentionalität, bzw. deren Integration in ein leibliches
Selbstverständnis, ab dieser gesetzten Grenze an Gewicht gewinnt, und ob eine Internalisierung
von Wissen über kombinatorisches, integrierendes multimodales Vorgehen nicht nur
erfolgsversprechender ist, sondern implizit wird.
GESCHLECHTSSPEZIFISCHE EVALUATION :
- Frauen
1.) Gesamtwert des S.O.C.:
1. Metakognition + Somatosensorik
+ 10,4 %
2. Metakognition
+ 2,1 %
-------------------------------------------------------------------------------3. Somatosensorik
- 9,5 %
2.) Einzelkategorien :
2a.) Verstehbarkeit
1. Metakognition + Somatosensorik
+ 12,4 %
2. Metakognition
+ 5,8 %
---------------------------------------------------------------------------------3. Somatosensorik
- 9,4 %
2b.) Handhabbarkeit
1. Metakognition + Somatosensorik
+ 2,8 %
----------------------------------------------------------------------------------2. Metakognition
+/- 0 %
3. Somatosensorik
- 9,6 %
2c.) Bedeutsamkeit
1. Metakognition + Somatosensorik
+ 11,7 %
2. Somatosensorik
+ 2,2 %
---------------------------------------------------------------------------------3. Metakognition
+/- 0 &
3.) Modalitäten
3a.) Somatosensorik
1. Bedeutsamkeit
+ 2,2 %
------------------------------------------------------------------------------------2. Verstehbarkeit
- 9,4 %
3. Handhabbarkeit
- 9,6 %
3b.) Metakognition
1. Verstehbarkeit
+ 5,8 %
---------------------------------------------------------------------------------------2. Handhabbarkeit
+/- 0 %
Bedeutsamkeit
+/- 0 %
3c.) Metakognition + Somatosensorik
1. Verstehbarkeit
2. Bedeutsamkeit
3. Handhabbarkeit
+ 12,4 %
+ 11,7 %
+ 2,8 %
- Männer
( Ausgewertet werden konnte nur die somatosensorische Gruppe, da diese über
eine annähernd ausreichende Quantität verfügte.)
a.) Gesamtwert des S.O.C.
- Somatosensorik
+ 5,1 %
b.) Einzelkategorien
1. Bedeutsamkeit
+ 12,1 %
2. Verstehbarkeit
+ 11,3 %
------------------------------------------------------------------------------------3. Handhabbarkeit
- 9,8 %
Beschreibung und Kritik der Ergebnisse :
Bei Frauen konnte der Gesamtwert multimodal und metakognitiv verbessert werden, mit
somatosensorischem Zugang verschlechterten sich die Gesamtwerte. Da dieser Ansatz
geschlechtsübergreifend noch zu leichten Verbesserungen führte, schlussfolgern wir eine
geschlechtsspezifische Diskrepanz in der Reaktion auf leibliche, monomodale Stimuli. Dies
bestätigt sich durch eine Steigerung des Gesamtwertes der Männer durch diesen Ansatz.
Auch waren bei den Frauen einzig über den multimodalen Zugang Verbesserungen in allen
Einzelkategorien nachzuweisen. Über Metakognition ließ sich nur die Verstehbarkeit, über
Somatosensorik nur die Bedeutsamkeit verbessern.
Auffällig wurde im Rahmen der monomodalen Zugänge eine deutliche Diskrepanz der
Ergebnisse bei rein somatosensorischer, leiblicher Herangehensweise in Bezug auf die
Geschlechter.
Bei Frauen sinken die Werte in der Verstehbarkeit beinahe so drastisch, wie sie bei Männern
steigen.
Dass Männer ein leiblicheres Selbstverständnis aufweisen, und Frauen ein intentionaleres (
Verstehbarkeit steigt durch rein metakognitiven Zugang um 5,8 % ), würden wir an dieser Stelle
mutmaßen müssen, da die männlichen Vergleichsgruppen in den metakognitiven und
multimodalen Ansätzen noch fehlen.
Die Ergebnisse weisen jedoch diese Tendenz auf.
Anhang :
a. A.Wolf ( 1989-2013 ) ; www.hygiagogik-ol.de
b. Hygiagogik-Zentrum Nordwest; Stau 34 ; 26122 Oldenburg - www-hygiagogik-ol.de
1. M.Merleau-Ponty: "Die Phänomenologie der Wahrnehmung ( 1943 ?)
2. H.Rombach: "Der Ursprung"- Die Philosophie der Konkreativität ( 1994 )
3. Fragebogen aus "Salutogenese-NLP"
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