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AUSGABE
FEBRUAR 2015
ABSCHIEDSKONZERTE
SCHWANENGESANG
KRIEGS-SATIRE
Vivaldis letzte Violinkonzerte
mit Fabio Biondi
Franz Xaver Richters Requiem
auf SUPRAPHON
Havergal Brians The Tigers
erstmals auf CD
PRESSE
BESTSELLER
NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC FEBRUAR 2015
1
ORFF: CARMINA BURANA
Immerseel/Anima Eterna Brugge
ZZT 353
2
MONTEVERDI: MARIENVESPER
amarcord/Katschner/Lautten Compagney
CAR 83394
10
MUSIC AM HOFE ZU CARLSRUHE
Kares/Karlsruher Barockorchester
CHR 77391
3
KINDERLIEDER AUS DEUTSCHLAND UND EUROPA
Schindler/Vokalhelden der Berliner Philharmoniker
CAR 83017
11
POSTCARDS
The King’s Singers
SIGCD 393
4
GLASS: DIE KLAVIERETÜDEN
Maki Namekawa
OMM 0098
12
GRASS: DAS TREFFEN IN TELGTE
Grass/RIAS-Kammerchor/Capella de la Torre
DGCD 21089
5
HAYDN: SINFONIEN NR.1, 39 & 49/GLUCK: DON JUAN
Antonini/Il Giardino Armonico
ALP 670
13
DEBUSSY: IMAGES/PRÉLUDES II
Marc-André Hamelin
CDA 67920
6
VERACINI: ADRIANO IN SIRIA
Biondi/Prina/Hallenberg/Invernizzi/Guagliardo/
Europa Galante
FB 1409491
14
GOUNOD: REQUIEM/DVOŘÁK: MESSE IN D
Joost/Rundfunkchor Berlin/Polyphonia Ensemble Berlin/+
CAR 83386
7
SCHÜTZ: WEIHNACHTSHISTORIE
Rademann/Dresdner Kammerchor/
Dresdner Barockorchester
CAR 83257
15
SCHÜTZ:PSALMEN DAVIDS
Rademann/Mields/Dresdner Kammerchor/Dresdner
Barockorchester/+
CAR 83255
8
HÄNDEL: MY FAVOURITE INSTRUMENT –
KONZERTE/SONATEN/ARIEN
Löffler/Schöder/Batzdorfer Hofkapelle
ACC 24295
16
BACH: KLAVIERKONZERTE BWV 1052-1058
Kronenberg/Zürcher Kammerorchester
GEN 14323
9
DIE MUSIK DES HABSBURGER REICHS
Letzbor/Musica Antiqua Austria
PC 10311
RAMEAU: LES FÊTES DE L’HYMEN ET DE
L’AMOUR
Niquet/Le Concert Spirituel
GLOSSA –
GCD 921629
„Niquet
„
setzt … auf
ein facettenreiches,
stets herrlich leuchtendes … Klangbild.
Wie schön,
Wi
hö ddass di
die R
Rameau-CD-Bibliothek
auf diesem Niveau immer umfangreicher
wird.“ Rondo
BACH: DIE KUNST DER FUGE BWV 1080
Angela Hewitt
HYPERION – CDA 67980
„„Mit … verinnerlichter Leidenschaft
lässt Hewitt sich auf
die strukturellen
und die spirituellen Dimensionen
dieser hhochkomplexen
di
hk
l
Musik
M
ein. Rundum
empfehlenswert …“ BR Klassik
ORFF: CARMINA BURANA
Immerseel/Anima Eterna Brugge/+
ZIG ZAG TERRITOIRES – ZZT 353
„„Die ‚Carmina
Burana‘ klingen in
Immerseels Neuaufnahme aufregend
neu, voll glitzernder
Farben und stets
ddurchhörbar.“
hhö b “ RBB K
Kulturradio
OFFENBACH: FANTASIO
Elder/Orchestra of the Age of Enlightenment/+
OPERA RARA –
ORC 51
„Aus
„
dem ausgewogenen
g
Ensemble …
ragen die koloraturg
gewitzte
Brenda Rae
undd di
die bbeweglich-samtige
li h a
Sarah Connolly
hervor.“ FonoForum
HAYDN: KLAVIERKONZERTE NR.3, 4 & 11
Bavouzet/Takacs-Nagy/Manchester Camerata
CHANDOS – CHAN 10808
„„… entfalten die
Konzerte ebenso
sanft swingende
Romantik wie Brio
und Witz. Eine supperlative Aufnahme
für viele
fü
i l schöne
hö Hö
Hörstunden.“
t
hifi & records
ALLEN SHAWN: KLAVIERWERKE
Julia Bartha
COVIELLO – COV 91414
„„Julia Bartha hat
hier eine ganz
wunderbare CD
eingespielt, mit der
man sich lange und
intensiv beschäftigen
sollte.“
ll “ Pi
Piano N
News
NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC FEBRUAR 2015
ABSCHIEDSKONZERTE
Vivaldis letzte Reise führte im Sommer 1740 nach Wien, wo er sich lukrative Opernaufträge, vielleicht aber auch die Protektion Karls
VI. erhoffte. Der plötzliche Tod des Kaisers am 20. Oktober 1740 sollte jedoch alle Hoffnungen zunichte machen, zumal im Zuge
der Trauerzeit alle Theater für ein Jahr geschlossen wurden. Eines der letzten Lebenszeichen Vivaldis ist eine Empfangsquittung vom
28. Juni 1741, die den Verkauf von Kompositionen an den Grafen Vinciguerra Collalto (1710-1769) bestätigt. Mit gerade mal zwölf
Dukaten erhielt der Graf die betreffenden Werke geradezu zu einem Schleuderpreis, was ein deutliches Indiz für die prekäre Lage des
Komponisten in seiner letzten Lebensphase ist. Schon vier Wochen später, am 28. Juli 1741, vermerkt das Totenbuch von St. Stephan
den Tod Vivaldis. Das erhaltene Noteninventar der Musikaliensammlung der Familie Collalto aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, das
heute zusammen mit den Beständen in Brno aufbewahrt wird,
verzeichnet in der Tat sechzehn Werke des Komponisten, von
denen sich leider lediglich acht vollständig erhalten haben (die
Sinfonia zur Oper Bajazet und sieben Violinkonzerte). Sechs
der Konzerte, die hier vom Vivaldi-Spezialisten Fabio Biondi
und Europa Galante für GLOSSA eingespielt wurden, sind
eindrucksvolle Beispiele für den Spätstil des Komponisten, der
unter anderem eine deutliche Hinwendung zu Tartini und Locatelli erkennen lässt und genaueste Tempoanweisungen (z.B.
„Allegro ma poco poco“ in RV 367 oder „Allegro non molto e
pianissimo“ in RV 189) aufweist. Die Werke bestechen durch
ihre lebhafte und meisterlich gezeichnete Bilderwelt und bieten
so etwas wie ein letztes umfassendes Kompendium der Violintechnik Vivaldis.
EBENFALLS ERHÄLTLICH:
IL DIARIO DI CHIARA
KKonzerte & Sinfonien von Vivaldi, Porpora,
Martinelli u.a.
M
BBiondi/Europa Galante
GGLOSSA GCD 923401, CD + Bonus-DVD (T01),
22013, 8424562234017
„Fabio Biondi und Europa Galante spielen mit der für die
italienischen Ensembles kennzeichnenden Direktheit. Rhythmische Motorik hier und eine Art verhaltene Kantabilität dort
sind nichts Abwertendes, sondern werden verlangt von der
Musik.“ FonoForum
ANTONIO VIVALDI
I Concerti dell’Addio
Violinkonzerte RV 189/273/286/367/371/390
Biondi/Europa Galante
GLOSSA
GCD 923402
CD (T01)
8424562234024
2014
8 424562 234024
3
4
NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC FEBRUAR 2015
FASZINIERENDE TRANSPARENZ
FRISCHE MADRIGALE
Arthur Schoonderwoerds Neuerkundung von Mozarts Klavierkonzerten schreitet weiter voran und wendet sich diesmal zwei Werken
aus dessen Salzburger Zeit zu. Für diese Aufnahme orientiert sich der
Künstler bei der Besetzung des Orchesters am verfügbaren originalen
Stimmenmaterial aus der Erzabtei Sankt Peter. Streicher und Bläser
sind einfach besetzt, woraus sich eine ausgewogene Balance zwischen
Orchester und Solo-Instrument ergibt. Einmal mehr besticht Schoonderwoerd durch
die faszinierende
Transparenz seiner Interpretation.
Dazu trägt auch
die
sorgfältige
Wahl des Instruments (ein Tangentenflügel nach
Späth & Schmahl
1770) entscheidend bei.
Luca Marenzio (1553/54-1599) gilt als einer der besten Komponisten seiner Zeit, der in seinen Madrigalen die gesamte Bandbreite des musikalischen Ausdrucks von Freude über Schmerz bis hin
zu erotischer Sinnlichkeit musikalisch abzudecken versteht. Seine
Madrigale zeichnen sich durch elegante Melodik und Klarheit des
Rhythmus' aus. Die profunde Repertoirekenntnis und der reiche
Erfahrungsschatz hindern die herausragende Compagnia del Madrigale nicht, den
Miniaturen von
Marenzios Quinto Libro di Madrigali a sei voci
(1591) neugierig
zu begegnen. So
wirkt die Musik
nie museal, sondern auch nach
über 400 Jahren
wie neu.
WOLFGANG AMADEUS MOZART
Klavierkonzerte KV 238 & 246/Konzertarien 209 & 210
Schoonderwoerd/Cristofori
ACCENT
CD (T01)
ACC 24296
LUCA MARENZIO
Quinto Libro di Madrigali
Compagnia del Madrigale
2014
4015023242968
GLOSSA
GCD 922804
4 015023 242968
CD (T01)
8424562228047
2014
8 424562 228047
PERFEKT
VORGÄNGER BACHS
MYTHISCHE SÄNGER
Die abendländische Musik gründet sich
wesentlich auf den Pioniertaten von
Guillaume de Machaut (ca.1300-1377).
Nur wenige Ensembles reichten mit ihren
Interpretationen bislang an die Perfektion
des Orlando Consort heran, die Essenz
des Machautschen Musikschaffens so überzeugend einzufangen, zu interpretieren und
wiederzugeben. Dies ist die zweite Folge ihrer Machaut-Edition bei HYPERION.
Seit 1616 Thomaskantor in Leipzig, war
Johann Herrmann Schein (1586-1630)
einer der herausragenden Vorgänger von
Johann Sebastian Bach in diesem Amt. Die
vorliegende CD mit dem Ensemble InAlto
setzt die Musik Scheins in den Kontext zu
seinen Zeitgenossen und Nachfolgern bis
Bach. Wie immer bei RAMÉE gehen dabei
Musik, Interpretation, Information und
Gestaltung eine gelungene Synthese ein.
Sich als Sänger bei der Rezitation von Epen
und Lyrik auf der Lira da braccio selbst zu
begleiten, stellte den Interpreten der Renaissance in die mythologische Tradition
von Orpheus und Apollon. Das mit ausgewiesenen Spezialisten besetzte Ensemble
Le Miroir de Musique spürt auf seiner CD
dieser alten Praxis nach, die als einer der
Vorläufer der Monodie gilt und damit auch
die frühe Oper vorbereitet.
GUILLAUME DE MACHAUT
JOHANNN HERRMANN SCHEIN
SULLA LIRA – THE VOICE OF ORPHEUS
The Dart of Love
Ich will schweigen
Werke von Demofonte, Tromboncino, Caccini u.a.
Orlando Consort
Werke von Schein, Heinrich Bach, Scheidemann u.a
Le Miroir de Musique
Colson/InAlto
HYPERION
CD (T01)
CDA 68008
034571280080
2014
0
34571 28008
RAMÉE
0
RAM 1401
CD (T01)
2014
4250128514019
4 250128 514019
RICERCAR
RIC 354
CD (T01)
5400439003545
2014
5 400439 003545
5
NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC FEBRUAR 2015
EMPHATISCHES DEKLAMIEREN
Die gefeierte Schütz-Edition bei CARUS präsentiert als Hauptwerk der
nunmehr elften Folge die Matthäuspassion SWV 479. Schütz’ Passionen
nach den Evangelisten Matthäus, Lukas und Johannes sind allesamt
Auftragskompositionen für den Dresdner Hof und sollten offenbar ältere Werke von Johann Walter, Antonio Scandello und Matthäus Le
Maistre ersetzen. Mit seinen drei reinen A-cappella-Passionen beschließt
Schütz die Reihe seiner biblischen Historienvertonungen. Dabei handelt es sich um textorientierte Kompositionen von hohem handwerklichem Anspruch und zugleich dichter, verinnerlichter Expressivität. Sie
sind reife Alterswerke, mit denen eine ganze Musikepoche ihren krönenden Abschluss zu finden scheint. Als letzte der drei Passionsvertonungen entstand 1666 die nach dem Evangelisten Matthäus. Besonders
in diesem Werk schwebte dem Komponisten ein emphatisches Deklamieren des gesungenen Bibeltextes vor, was eine lupenreine Intonation
und perfekte Textverständlichkeit erfordert. Voraussetzungen, die der
exzellente Dresdner Kammerchor unter Hans-Christoph Rademann
natürlich mühelos erfüllt. Die Litania SWV 458, die Psalmvertonung
In dich habe ich gehoffet, Herr SWV 128 sowie O du allersüßester und
liebster Herr Jesu SWV 340 ergänzen das Programm der CD auf ideale
Weise.
HEINRICH SCHÜTZ
Matthäuspassion SWV 479/+
Rademann/Dresdner Kammerchor/+
CARUS
CAR 83259
CD (T01)
4009350832596
2014
4 009350 832596
MUSIKALISCHE JURISTEN
BEGRÜSSENSWERT
GOLDENES ZEITALTER
Auch im 18. Jahrhundert boten Universitätsstädte jede Menge Verführungen, die
vom eigentlichen Studium ablenkten, wobei die Musik bestimmt noch zu den harmlosesten Vergnügungen zählte. Offenbar
zog es die besonders musikalischen Studenten in Scharen nach Leipzig, wo sie sich in
den Gottesdiensten der Hauptkirchen, aber
auch im 1701 vom Jurastudenten Georg
Philipp Telemann gegründeten Collegium
musicum einbringen konnten. Die CD mit
L’arpa festante und Rien Voskuilen vermittelt einen hörenswerten Eindruck vom
hohen musikalischen Niveau der Universitätsstadt Leipzig zu Beginn des 18. Jahrhunderts, als Telemann, Heinichen und
Graupner vermutlich wohl eher nebenbei
in Leipzig Jura studierten.
Johann Pachelbel (1653-1706) ist fast
ausschließlich als Komponist von Instrumentalmusik bekannt (wer kennt nicht
den berühmten Kanon?). Die überaus begrüßenswerte Wiederveröffentlichung der
CHRISTOPHORUS-Aufnahme von geistlichen Vokalwerken Pachelbels mit Arno
Paduch und dem Johann RosenmüllerEnsemble ist von unverändert hohem Repertoirewert und macht beispielsweise in
der beeindruckenden Choralkantate Christ
lag in Todesbanden deutlich, wie extrem einflussreich Pachelbels Musik für den jungen
Johann Sebastian Bach gewesen ist. Neben
der Choralkantate bietet die Aufnahme
noch Gelegenheit, zwei reich instrumentierte Psalmkonzerte und ein Magnificat des
Komponisten kennenzulernen.
Die CD von Harry Christophers und The
Sixteen nimmt den Hörer mit ins Sevilla
des 16. Jahrhunderts, als der Ort eine der
größten, reichsten und kosmopolitischsten
Städte Europas war. Weshalb diese Epoche
das „Goldene Zeitalter“ der spanischen
Musik gewesen ist, wird dabei selbst dem
unvoreingenommenen Hörer schon nach
den ersten Takten klar. Die hier vorgestellten Werke von Francisco Guerrero (15281599) und Alonso Lobo (um 1555-1617)
erstaunen immer wieder durch die Vielfalt
ihrer Stimmungen: von mystischer Ekstase,
Freude über tiefste Verzweiflung bis hin zu
andächtigem Innehalten. Freilich bedarf es
Interpreten wie Christophers und seines
Vokalensembles, um dies so perfekt umzusetzen wie hier.
ICH HEBE MEINE AUGEN AUF
JOHANN PACHELBEL
FLIGHT OF ANGELS
Telemann, Heinichen & Graupner in Leipzig
Geistliche Festmusik
Werke von Francisco Guerreo & Alonso Lobo
Voskuilen/L’arpa festante
Paduch/Johann Rosenmüller Ensemble
Christophers/The Sixteen
CARUS
CAR 83337
CD (T01)
4009350833371
2014
4 009350 833371
CHRISTOPHORUS
CHR 77385
CD (T01)
4010072773852
2002
4 010072 773852
CORO
COR 16128
CD (P01)
828021612824
2014
8
28021 61282
4
6
NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC FEBRUAR 2015
NEAPOLITANISCHE BLOCKFLÖTE
PRIVATKONZERT FÜR KARL VI.
Im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts erlebte die Musik für Blockflöte in Neapel eine letzte, ebenso kurze wie intensive Blüte, die angesichts des längst stattfindenden Siegeszugs der Traversflöte schon ein
wenig erstaunlich war. Die Blockflötisten sind heute dafür freilich
äußerst dankbar, und der Musikliebhaber kann wunderbare Werke genießen, die immerhin zum Teil aus der Feder der führenden
Komponisten der Neapolitanischen Schule stammen. Inês D’Avena
und La Cicala präsentieren hier eine
Auswahl an virtuosen Sonaten und
Konzerten aus der
„Hauptstadt der
Musik“ (so der
französische Reisende Charles de
Brosses).
Das Programm der vorliegenden CD mit Raffaella Milanesi und dem
G.A.P. Ensemble präsentiert Komponisten, die auf verschiedenste
Weise mit dem Habsburger Hof und Kaiser Karl VI. in Verbindung
stehen. Dazu gehören der heute nahezu unbekannte Giovanni Piani,
der einst der bestbezahlte Musiker der Hofkapelle war, oder Antonio
Caldara, der Lieblingskomponist des Kaisers. Anhand von Sonaten
und Kantaten entsteht so ein Bild eines privaten Kammerkonzerts
für den Musik liebenden Kaiser, der
lt. Zeitzeugen bei
einem Zusammentreffen mit Vivaldi
in fünfzehn Tagen
mehr geredet haben
soll als mit seinen
Räten in zwei Jahren.
DOLCE NAPOLI
Blockflötensonaten & -konzerte von Leo, Fiorenza, Sarri, Mancini u.a.
D’Avena/La Cicala
I MUSICISTI DELL’IMPERATORE
Werke von Piani, Caldara, Vivaldi & Scarlatti
Milanesi/G.A.P. Ensemble
PASSACAILLE
PAN CLASSICS
PAS 1007
CD (T01)
5425004140074
2013
5 425004 140074
PC 10324
CD (T01)
7619990103245
2014
7 619990 103245
VERFEINERUNG
PRAGER BLÜTEZEIT
Der Codex Chantilly ist eine der bedeutendsten musikalischen Quellen für die „Ars subtilior“ (1377-1420), die sich u.a. durch komplexe
Rhythmik, Einbeziehen entfernter Töne und eine kunstvolle, ja bisweilen sogar manierierte Notation auszeichnet. Die Musik spiegelt
den hohen Grad künstlerischer und kultureller Verfeinerung am
französischen Hof des 14. Jahrhunderts wider. Für ARCANA hat das
Ferrara Ensemble
unter
Crawford
Young zwischen
1995 und 2010
insgesamt vier Alben mit kunstvollen Liedern aus
dem Codex Chantilly eingespielt, die
hier in einer ebenso
preiswerten wie ansprechenden Box
zusammengefasst
werden.
1583 verlegte Kaiser Rudolph II. seine Residenz von Wien nach
Prag, wo der kunstsinnige Monarch die besten Künstler und Gelehrten versammelte und die Stadt dadurch schnell zu einem der
kulturellen Zentren der Spätrenaissance machte. Im Mittelpunkt der
Aufnahme des hochkarätig besetzten Ensembles Cappella Mariana
(u.a. mit Hana Blažíková und Tomás Král) steht die achtstimmige Missa Confitebor
tibi Domine des
Hofkapellmeisters
Philippe de Monte, des letzten großen Vertreters der
franko-flämischen
Schule. Es sind
aber auch einige
weniger bekannte
Raritäten zu hören,
die hier teilweise
erstmals eingespielt
wurden.
PRAGA MAGNA
Werke von de Monte, Orologio, Zanchi, Regnart u.a.
Semerád/Cappella Mariana
FIGURES OF HARMONY
Lieder aus dem Codex Chantilly (ca.1390)
Young/Ferrara Ensemble
ARCANA
A 382
4 CD (Z200)
3760195733820
1995/1996/1998/2010
3 760195 733820
SUPRAPHON Artevision
AV 0001
8590233004422
CD (T01)
2014
8 590233 004422
NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC FEBRUAR 2015
CORONATION MUSIC FOR CHARLES II
Werke von Locke, Byrd, Humfrey, Lawes u.a.
Becu/Oltremontano
FRANZ XAVER RICHTER
Requiem/De profundis/Sinfonia con fuga g-Moll
Cafourková/Cruková/Champion/Procházka/Valék/
Czech Ensemble Baroque
SUPRAPHON
SU 4177
CD (T01)
099925417727
2014
0
99925 41772
ACCENT
7
ACC 24300
CD (T01)
4015023243002
2014
4 015023 243002
SCHWANENGESANG
PRACHTVOLL
Franz Xaver Richter (1709-1789) gehört zu den prominentesten Vertretern der „Mannheimer Schule“. Womöglich hätten das sowohl seine Zeitgenossen als auch er selbst anders beurteilt. Innerhalb dieses
„Versuchslabors“ der Klassik scheint der Komponist während seiner
Mannheimer Zeit mit seinem vergleichsweise konservativen Stil nämlich fast ein wenig isoliert gewesen zu sein, obwohl auch bei ihm ein
gewisser Modernisierungsschub festzustellen ist. Immerhin wurde er
als Pädagoge und Kapazität in Sachen Kontrapunkt sehr geschätzt.
Nach 21 Jahren als Mitglied der berühmten Mannheimer Hofkapelle
wechselte Richter 1769 als Kapellmeister an das Straßburger Münster.
Hier gehörte die Komposition geistlicher Musik zu seinen Hauptaufgaben, und auch sein Kompositionsstil fand offenbar mehr Anklang,
zumal Richter hier nicht mehr nur einer unter vielen war, sondern eine
Position innehatte, die seinem Können entsprach. Doch gerade sein
geistliches Schaffen ist diskografisch leider nur wenig erschlossen. Das
hier erstmals auf historischen Instrumenten eingespielte Requiem sowie
die Psalm-Vertonung De profundis gehören zu seinen besten geistlichen
Kompositionen. In ihnen lässt sich ansatzweise eine Verschmelzung
älterer Kompositionstechniken mit der neuen klassischen Musiksprache feststellen. Das Requiem soll Richter angeblich für sich selbst geschrieben haben. Ob das rührende Sterbeszenario, wie es uns Christian
Friedrich Daniel Schubart berichtet, den Tatsachen entspricht, wonach
Richter bei einer nochmaligen Durchsicht seiner Totenmesse friedlich
in seinem Lehnstuhl verschied, lässt sich nicht mehr verifizieren. Doch
gilt hier, wie Giordano Bruno es einst formulierte: Se non è vero, è ben
trovato. („Wenn es nicht wahr ist, so ist es doch gut erfunden.“).
Die Krönung Charles’ II. war die glorreiche Feier der „Stuart-Restauration“, die nach dem Commonwealth unter dem Lordprotektor Oliver
Cromwell in England die Monarchie erneut etablierte. Ihre Wiederherstellung (Restauration) wurde zu einer der bedeutenden Epochen
Englands. Charles II. gilt dabei als letzter englischer König, der als
absoluter Alleinherrscher regierte, ehe die „Glorious Revolution“ erstmals so etwas wie eine konstitutionelle Monarchie einführte. Charles‘
Rückkehr wurde Anfang Mai 1660 besiegelt, so dass der Ankunft des
Königs am 29. Mai (seinem Geburtstag) in einer umjubelten Prozession in London nichts mehr im Wege stand. Die nahezu ein Jahr später in der Westminster Abbey stattgefundene offizielle Krönung, ein
großes politisches Schauspiel und patriotisches Statement, bildete den
Abschluss eines Jahres voller Feiern, bei denen Musik selbstverständlich eine wesentliche Rolle spielte. Das Ganze sollte den Zeitgenossen
ein Bild des Überflusses, des Reichtums und der königlichen Macht
demonstrieren. Zuschauer wie Samuel Pepys oder John Evelyn, die
uns beide als genaue und aufschlussreiche Tagebuchschreiber bekannt
sind, zeigten sich von dem Zeremoniell stark beeindruckt. Zwar haben
sich nur wenige der damals gespielten Werke erhalten, doch finden
sich im zeitgenössischen englischen Repertoire eine Reihe Kandidaten,
die prädestiniert sind, die fehlende Musik sinnvoll zu ergänzen. Oltremontano stellt hier einige der Stücke vor, die einen Eindruck von den
glanzvollen Feierlichkeiten vermitteln. Das Programm der Einspielung
spannt den Bogen vom prunkvollen Einzug Charles‘ in London über
die feierliche Krönung in der Westminster Abbey bis hin zur abendlichen Masque zur Unterhaltung des Hofstaates nach der Krönung.
EBENFALLS ERHÄLTLICH:
EBENFALLS ERHÄLTLICH:
JA DISMAS ZELENKA
JAN
RRequiem d-Moll/Miserere c-Moll
VVálek/Ensemble Baroque 1994/
CCzech Chamber Choir
SSUPRAPHON SU 0052, CD (P01), 1994
0099925005207
G
GIOVANNI
GABRIELI
SSacrae Symphoniae
BBecu/Oltremontano
AACCENT ACC 24282, CD (T01), 2012
44015023242821
7
8
NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC FEBRUAR 2015
NEUBEWERTUNG
„Ich weiß nicht, ob ich mich irre, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass
später, wenn ich nicht mehr bin, [meine Werke] von unvoreingenommenen Musikern und Kritikern aufgegriffen werden und dass eine
Gesinnungsänderung zu meinen Gunsten stattfinden wird! Ich werde
nicht mehr dabei sein und es genießen können, aber das ist egal, es ist
ein schöner Gedanke! […] Inmitten all der Dinge, die ich zurücklassen
werde, wird man sicherlich genügend Gutes finden, um mir Gerechtigkeit widerfahren zu lassen!“ Dies schrieb der Komponist Théodore
Dubois (1837-1924) 1922 in sein persönliches Tagebuch. Die Nachwelt hat sich damit zwar Zeit gelassen, aber es gibt nunmehr tatsächlich
Anzeichen für eine Neubewertung seiner Musik. Rückwärtsgewandten
Akademismus hat man Dubois früher vorgeworfen, weil er z.B. 1861
den als reaktionär verrufenen Prix de Rome gewann und 1896 Direktor
des Pariser Conservatoire wurde. Die drei CDs entwerfen das Bild eines
zugegebenermaßen Konservativen, der aber alles andere als einfallslos
war und deshalb eine Neubewertung verdient hat. Die Portrait-Serie bei
EDICIONES SINGULARES bietet Gelegenheit, sich anhand eines
kleinen Querschnitts durch sein Schaffen selbst ein Bild von der Musik
von Dubois zu machen und dem Komponisten tatsächlich Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.
THÉODORE DUBOIS
Geistliche Werke/Sinfonische Musik/Kammermusik
Santon/Vidal/Roth/Les Siècles/Niquet/Brussels Philharmonic/+
EDICIONES SINGULARES
ES 1018
3 CD (Z220)
9788461723652
2014
9 788461 723652
NEUE SEITEN
DREI MEISTERWERKE
ERSTFASSUNG
Die Musik von Anton Bruckner ist schon
lange kein Neuland mehr für Ensembles
aus dem Bereich der historisch informierten
Aufführungspraxis. Nach ihrer vielbeachteten Einspielung der ersten Sinfonie in der
Fassung von 1865/66 (FB 1310322) stellen Philipp von Steinaecker und Musica
Saeculorum nun auf FRA BERNARDO
Bruckners Motetten vor und gewinnen den
scheinbar altbekannten Werken tatsächlich
neue Seiten ab. Eingespielt wurden hier sowohl A-cappella-Werke als auch solche mit
Instrumentalbegleitung. Mit perfekter Intonation, rhythmischer Präzision und minutiös austarierter Klangbalance erschließt
sich hier auch in den weniger bekannten
Stücken die ganze Qualität des Brucknerschen Motetten-Kosmos.
Gleich drei Meisterwerke von Modest Mussorgsky vereint diese SACD mit Valery
Gergiev und dem Mariinsky Orchester.
Die sinfonische Dichtung Eine Nacht auf
dem kahlen Berge erklingt dabei in der Originalfassung des Komponisten statt in der
weitaus populäreren Orchestrierung von
Rimsky-Korsakoff. Dieser benutzte das Material des Kollegen lediglich als Grundlage
und entschärfte die radikalen Kühnheiten
Mussorgskys. Solist im 1962 von Dmtri
Schostakowitsch kongenial orchestrierten
Zyklus Lieder und Tänze des Todes ist kein
Geringerer als Ferruccio Furlanetto. Über
die Bilder einer Ausstellung muss man nicht
viele Worte verlieren, hier erweist sich Gergiev erneut als derzeit bester Anwalt russischer Musik.
Die den meisten Aufführungen und Einspielungen derzeit zugrunde liegende
Werkfassung der Bachschen MatthäusPassion (BWV 244) stammt von 1736.
Doch gibt es auch eine Frühfassung (BWV
244b) aus dem Jahr 1729. Die Unterschiede betreffen beispielsweise die noch nicht
endgültige Teilung der Chöre, Besetzungsdetails (Laute statt Gambe als obligates Instrument in „Komm, süßes Kreuz“) oder
die großangelegte Choralbearbeitung „O
Mensch, bewein dein Sünde groß“ (Nr.35),
an deren Stelle in der Erstfassung noch der
schlichte Choral „Jesum lass ich nicht von
mir“ erklingt. Die hochkarätig besetzte
Einspielung bei SIGNUM CLASSICS
(u.a. mit Charles Daniels als Evangelist)
rekonstruiert die Erstfassung von 1729.
ANTON BRUCKNER
MODEST MUSSORGSKY
JOHANN SEBASTIAN BACH
Motetten
Bilder einer Ausstellung/Lieder und Tänze des Todes/
Matthäus-Passion (Erstfassung von 1729) BWV 244b
Steinaecker/Musica Saeculorum
Eine Nacht auf dem kahlen Berge
Daniels/Harvey/Seymour/Yorkshire Baroque Soloists/+
Furlanetto/Gergiev/Mariinsky Orchester
FRA BERNARDO
FB 1501271
CD (T01)
4260307432270
2014
4 260307 432270
MARIINSKY
MAR 0553
SACD hybrid (M01)
822231855323
8
2014
22231 85532
SIGNUM CLASSICS
3
SIGCD 385
2 CD (N02)
635212038529
6
2014
35212 03852
9
NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC FEBRUAR 2015
BAROCKES BÜHNENSPEKTAKEL
HENRY PURCELL
Dido & Aeneas
Genaux/Neven/Dumestre/
Le Poème Harmonique/+
Regie: Cécile Roussat/Julien Lubek
Regionalcode: 0
Bildformat: NTSC 16:9
Sound: Stereo/Dolby Digital 5.1
Sprache: Englisch
Untertitel: Französisch/Deutsch/
Englisch/Spanisch/Japanisch
Spielzeit: 1:20
ALPHA
DVD-Video (Z200)
ALP 706
3760014197062
2014
Trotz ihrer Kürze und der sparsamen Mittel ‒ das Stück dauert gerade mal eine knappe Stunde und erfordert im Orchester lediglich
Streicher und Basso continuo ‒ kann man Henry Purcells um 1689
entstandenes Bühnenwerk Dido & Aeneas getrost als „große Oper“
bezeichnen. Mit seiner konzentrierten Intensität ist es gewiss einer
der Höhepunkte des barocken Musiktheaters, der das Publikum,
aber auch die Akteure auf der Bühne, stets aufs Neue begeistert. Das
Werk, in dessen Zentrum die tragische Figur der karthagischen Königin Dido aus Vergils Versepos Aeneis steht, die von dem trojanischen
Helden Aeneas verlassen wird, liegt zwar in zahlreichen CD-Einspielungen vor und steht regelmäßig auf den Spielplänen, als DVD-Produktion fristet es aber eher ein Schattendasein. Vincent Dumestre
und sein Ensemble Le Poème Harmonique sind ausgewiesene Experten für die Musik des 17. Jahrhunderts und haben bereits mit
mehreren Produktionen ihre Bühnentauglichkeit bewiesen. Ihre historisierenden Inszenierungen der beiden Meisterwerke Le Bourgeois
Gentilhomme (ALP 700) und Cadmus et Hermione (ALP 701) boten
faszinierende Einblicke in die barocke Theaterwelt. Für sein PurcellProjekt hat sich Dumestre jedoch etwas Neues einfallen lassen: Mit
Cécile Roussat und Julien Lubek, deren Wurzeln im Bereich der
Zirkusartistik liegen und die bei der Pantomimen-Legende Marcel
Marceau studiert haben, wurde ein Regiekonzept entwickelt, das
Gesang, Tanz, Pantomime und Akrobatik mit barocker Musik kombiniert. Schon bei dem Bühnenprogramm „Carnaval Baroque“ war
man mit einem vergleichbaren Ansatz gemeinsam erfolgreich. Ein
weiteres Highlight dieser Inszenierung ist die grandiose Vivica Genaux, die sich ganz dem kreativen Konzept der Regisseure geöffnet hat
und hier eine wahrhaft bewegende Dido gestaltet.
3 760014 197062
TOD MIT HAPPY END
Im Gegensatz zu den ersten idealisierten musikalischen Dramen
des 17. Jahrhunderts in Florenz und Mantua und noch weiter entfernt von dem stark moralisch geprägten Theater Roms unter Papst
Urban VIII. setzte man in Venedig, wo 1637 mit dem Teatro San
Cassiano weltweit das erste öffentliche Theater eröffnet wurde, auf
Prachtentfaltung und Provokation. Die 1644 dort uraufgeführte
Oper L'Ormindo von Francesco Cavalli (1602-1676) bildet da keine
Ausnahme. Sie war das dritte Musikdrama, das der ungemein erfolgreichen Zusammenarbeit Cavallis mit seinem Librettisten Giovanni
Faustini entsprang. Die Geschichte, die ganz den von Faustini neu
entwickelten dramatischen Konventionen folgt, erzählt die wechselhaften Erlebnisse der beiden Liebespaare von unerwarteten Ereignissen über Verkleidungen hin zu einem vorgetäuschten Tod (für
den Cavalli eine seiner ergreifendsten Lamentoszenen überhaupt
schuf). Letzterer führt als unverzichtbarer „coup de théâtre“ einen
Gesinnungswandel herbei, der schließlich zum Happy End der Oper
führt. In der Aufteilung der Rollen brillieren die weiblichen Charaktere durch ihren Wagemut und ihre Entschlossenheit. Sie sind
zweifelsohne die Motoren der verzwickten Handlung. Jérôme Correas und Les Paladins haben dieses Meisterwerk in einer erlesenen
Besetzung (u.a. mit Sandrine Piau und Howard Crook) für PAN
CLASSICS eingespielt. Die 2006 entstandene, von der Kritik allseits
hochgelobte Produktion wird jetzt in neuer Gestaltung wiederveröffentlicht.
FRANCESCO CAVALLI
L’Ormindo
Piau/Crook/Oro/Visse/Correas/Les Paladins
PAN CLASSICS
PC 10330
2 CD (I02)
7619990103306
2006
7 619990 103306
9
10
NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC FEBRUAR 2015
GEWINNER
HORNFESTIVAL
Wenn Sie nördlich von Uppsala durch die Tiefen des schwedischen
Waldes wandern, und es schallen ungewohnte, nichtsdestoweniger
wohltönende Klänge hinter dem nächsten Baum hervor, dann könnte statt des zu vermutenden Elchs vielleicht eher die Posaune von
Lars Karlin dahinterstecken...! Der Gewinner des Deutschen Musikwettbewerbs präsentiert sich erstmals bei GENUIN im Zentrum
des
Geschehens.
Gemeinsam
mit
Musikerfreunden
spielt er sich durch
die nordische Komponistenlandschaft
und die unterschiedlichsten Stile: Romantik und
Klassizismus, Jazz
und Multiphonics.
Ein Muss nicht nur
für Freunde der Posaune.
Wem Mussorgskys Das große Tor von Kiew immer noch zu klein ist,
dem empfehlen wir, sich das Stück einmal in der Fassung für acht
Hörner plus Schlagzeug-Verstärkung, interpretiert von german hornsound, zu Gemüte zu führen. Nach ihrem erfolgreichen Verdi-Wagner-Portrait „Siegfried und Violetta“ kommen die Weltklassehornisten auf ihrer zweiten GENUIN-CD im Breitwandformat 8.1 daher.
Bevor sich der Hörer allerdings vom Klang des Großen Tors „föhnen“
lassen kann, reist er
durch einen regelrechten musikalischen Jurassic-Park:
Gruseln mit dem
Gnom, Hexensabbat auf dem Kahlen Berge, morbide
Walzer-Drehungen
und
gefühlvolles
Leiden mit Romeo
und Julia.
A SWEDISH TROMBONE WILDERNESS
Werke von Hillborg, Larsson, Lindberg, Pöntinen u.a.
Karlin/Wieczorek/Trombone Unit Hannover/+
PICTURES – MUSIK FÜR ACHT HÖRNER UND SCHLAGZEUG
Werke von Mussorgsky, Prokofieff, Schostakowitsch u.a.
german.hornsound 8.1
GENUIN
GENUIN
GEN 15337
CD (T01)
2014
4260036253375
4 260036 253375
GEN 15340
CD (T01)
4260036253405
2014
4 260036 253405
QUERSCHNITT
SCHARF KONTURIERT
Das grandiose Trio Ex Aequo bietet auf seiner dritten Einspielung
für GENUIN einen Querschnitt durch Beethovens Schaffen für Klaviertrio. Vom genialen Frühwerk bis zum reifen Geistertrio und den
köstlichen Variationen über das Singspiel-Lied Ich bin der Schneider
Kakadu. Die Klangfarbenpalette des Trios ist groß und wird den spieltechnischen und interpretatorischen Anforderungen der drei Werke
in jedem Augenblick gerecht. Man
weiß gar nicht, was
man zuerst wieder
hören möchte: die
fahlen Klänge, das
feine Gespinst des
Geistertrios oder
die Heiterkeit der
Variationen, die in
Beethovens Œuvre
ihresgleichen sucht.
Es muss nicht immer die Orchesterversion sein(!), wie die vorliegende CD mit Mendelssohns traumverhangener Hebriden-Ouvertüre
und dem jugendlich-sprühenden Streichoktett, vom Komponisten selbst für schwarze und weiße Tasten und vier Hände bearbeitet, beweist. Da verwandeln sich bunte Malereien in dramatische
Schwarzweißbilder, Strukturen treten anders und schärfer konturiert hervor als in
den Original-Versionen ‒ noch
dazu, wo die hervorragend aufeinander eingespielten und sensiblen
Pianisten Babette
Hierholzer
und
Jürgen Appell des
Duo Lontano sich
der Stücke annehmen.
LUDWIG VAN BEETHOVEN
Klaviertrios Op.1 Nr.2/Op.70 Nr.1/Variationen Op.12a
Trio Ex Aequo
GENUIN
GEN 15344
CD (T01)
4260036253443
FELIX MENDELSSOHN
Werke für Klavierduo
Oktett Op.20/Hebriden-Ouvertüre Op.26/+
Duo Lontano
2014
4 260036 253443
GENUIN
GEN 15359
CD (T01)
4260036253597
2014
4 260036 253597
11
NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC FEBRUAR 2015
VERBLÜFFEND
ERSTMALS KOMPLETT
Nach dem vielbeachteten Fasch-Projekt startet das amerikanische AlteMusik-Ensemble Tempesta di Mare aus Philadelphia eine zweiteilige
Reihe mit französischer Instrumentalmusik des 17. und 18. Jahrhunderts. Die erste Folge präsentiert drei der bedeutendsten, vor allem aber
auch schönsten Orchestersuiten dieser glanzvollen Epoche der französischen Musik. Schrieb Marin Marais 1706 in Alcyone eine der ersten
Sturmmusiken der
Musikgeschichte,
so verblüfft sein
Zeitgenosse JeanFéry Rebel in Les
Éléments
(1737)
mit seiner Darstellung des Chaos
durch eine grelle
Dissonanz, die auch
heutige Hörer noch
aufhorchen
und
wohlig schaudern
lässt.
Mit dieser Einspielung des herausragenden Brodsky Quartets liegen
erstmals alle Streichquartettkompositionen von Alexander Zemlinsky (1871-1942) auf Tonträger vor. Bei der Gesamtaufnahme wurde nämlich auch dessen bereits 1893 im Wiener Tonkünstlerverein
aufgeführtes, aber erst 1997 veröffentlichtes Streichquartett e-Moll
berücksichtigt. Die Produktion macht mit einem der bedeutendsten
und faszinierendsten Streichquartettœuvres des Wiener
Fin du Siècle bekannt, das sich in
seiner originellen
Eigenständigkeit
stilistisch dennoch
keiner Richtung der
Klassischen
Moderne im 20. Jahrhundert eindeutig
zuordnen lässt.
COMÉDIE ET TRAGÉDIE – ORCHESTERMUSIK FÜR DAS THEATER
Werke von Lully, Marais & Rebel
Tempesta di Mare Philadelphia Baroque Orchestra
ALEXANDER ZEMLINSKY
Die Streichquartette
Brodsky Quartet
CHANDOS
CHANDOS
CHAN 0805
CD (T01)
2014
095115080528
0
95115 08052
8
CHAN 10845
2 CD (T02)
095115184523
2014
0
95115 18452
3
ERSTRANGIG
FRÜHE CHORWERKE
AUS BIRMINGHAM
Die CD mit dem formidablen Choir of St.
John’s College Cambridge unter Andrew
Nethsingha vereint mehrere Meisterwerke
französischer Chormusik des 20. Jahrhunderts. Hauptwerke der Produktion sind die
beiden spätromantisch angehauchten Messes solennelles von Vierne und Langlais, die
durch Werke von Messiaen und Poulenc
ergänzt werden. Die Aufnahme offenbart
einmal mehr die Erstrangigkeit des Chores.
Das Oratorium The Dream of Gerontius ist
zwar das bekannteste symphonische Chorwerk von Edward Elgar, aber natürlich
bei weitem nicht das einzige. Sir Andrew
Davis macht hier mit zwei in Deutschland
zwar eher unbekannten, in England aber
sehr populären frühen Chorwerken des
Komponisten bekannt, die beide maßgeblich zur Reputation Elgars als führendem
Komponisten Englands beitrugen.
Mit Birmingham ist Mendelssohn durch
Aufenthalte in den 1830er und 1840er
Jahren, besonders aber durch die Uraufführung seines Oratoriums Elias verbunden, so dass man von einer MendelssohnStadt sprechen kann. In der historischen
Town Hall fanden auch die Aufnahmen
zur Gesamteinspielung der Sinfonien mit
dem City of Birmingham Symphony
Orchestra unter Edward Gardner statt.
O SACRUM CONVIVIUM – GEISTLICHE CHORMUSIK AUS
EDWARD ELGAR: Scenes from the Saga of King Olaf/
MENDELSSOHN IN BIRMINGHAM VOL.3
FRANKREICH
The Banner of Saint George
Sinfonie Nr.2/Meeresstille und glückliche Überfahrt
Werke von Vierne, Langlais, Poulenc & Messiaen
Birsan/Banks/Opie/Davis/Bergen Philharmonic Orchestra
Bevan/Bevan/Hulett/Gardner/City of Birmingham
Nethsingha/Choir of St. John’s College Cambridge
and Choir/+
Symphony Orchestra and Chorus
CHANDOS
CHANDOS
2 SACD hybrid (U02)
CHSA 5149
095115514924
CHAN 10842
CD (T01)
095115184226
2014
0
95115 18422
6
0
2014
95115 51492
CHANDOS
4
CHSA 5151
SACD hybrid (U01)
095115515129
0
2014
95115 51512
9
12
NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC FEBRUAR 2015
RUSSISCHER BRAHMS
L'ESPRIT FRANÇAIS
Im Œuvre von Sergey Taneyev (1856-1915) gibt es noch immer
viel hörenswerte Musik zu entdecken. Der hundertste Todestag des
„russischen Brahms“, wie er genannt wird, in diesem Jahr ist ein geeigneter Anlass, sich einmal mit dem Werk dieses spätromantischen
Komponisten auseinanderzusetzen. Seine beiden Klavierquintette
können getrost zu den bedeutendsten Werken der russischen Klavierkammermusik vor
Schostakowitschs
Klavierquintett
von 1940 gezählt
werden. Nur die
Extravaganz
der
technischen Anforderungen
des
Klavierparts könnte
begründen, warum
es die beiden Werke nicht ins gängige
Standardrepertoire
geschafft haben.
Sein überwältigender Erfolg als Dirigent mit seinem Orchester Anima Eterna Brugge könnte unter Umständen vergessen lassen, dass
Jos van Immerseel auch ein hervorragender Solist und Kammermusiker ist. In dieser Rolle bringt er sich uns als exzellenter Partner der Klarinettistin Lisa Shklyaver in Erinnerung. Für die vorliegende Aufnahme mit französischen Werken für Klarinette und
Klavier spielt Immerseel auf einem
sorgfältig restaurierten BechsteinFlügel von 1870
aus seiner eigenen
Sammlung.
Die
Produktion markiert übrigens den
Beginn des Jubiläumsjahrs von Jos
van Immerseel, der
im November siebzig Jahre alt wird.
SERGEY TANEYEV
Die Klavierquintette
Vinokur/Martinů Quartet/+
FRANZÖSISCHE MUSIK FÜR KLARINETTE UND KLAVIER
Werke von Poulenc, Debussy, Milhaud u.a.
Lisa Shklyaver, Klarinette
Jos van Immerseel, Klavier
SUPRAPHON
SU 4176
2 CD (P02)
2013/14
099925417628
0
99925 41762
ZIG ZAG TERRITOIRES
8
ZZT 358
CD (T01)
2014
3760009293588
3 760009 293588
MUSIKALISCHER DRAMATIKER
ÜBERZEUGENDES PLÄDOYER
Der Berlioz-Zyklus von Valery Gergiev und dem London Symphony Orchestra auf LSOlive geht in die nächste Runde und stellt diesmal zwei weniger bekannte Werke des großen Franzosen vor. Begegnet man der „symphonie à programme avec alto principal“ Harold
en Italie zumindest gelegentlich im Konzertsaal und auf Tonträger,
so ist die dramatische Kantate La Mort de Cléopâtre eine echte Rarität. Auch hier ist
Berlioz ganz leidenschaftlicher
Romantiker, vor
allem aber begnadeter musikalischer
Dramatiker.
Als
Solisten brillieren
der
französische
Bratscher Antoine
Tamestit und die
schottische Mezzosopranistin Karen
Cargill.
Die Gesamteinspielung der Klavierwerke von Bedřich Smetana mit
Jitka Cechová ist die bislang umfassendeste Beschäftigung mit diesem leider viel zu wenig beachteten Teil seines Œuvres. In der siebten Folge stellt die tschechische Pianistin einige frühe Werke aus den
Jahren 1845/46 vor, von denen manche hier sogar erstmals auf CD
eingespielt wurden. Einige wurden übrigens später überarbeitet bzw.
in anderen Kompositionen wiederverwendet. Cechová
gelingt ein überzeugendes Plädoyer
für das Klavierwerk
Smetanas, der den
Vergleich mit vielen
weitaus bekannteren Klavierkomponisten seiner Zeit
nicht zu scheuen
braucht.
HECTOR BERLIOZ
Harold en Italie/La mort de Cléopâtre
Tamestit/Cargill/Gergiev/London Symphony Orchestra
BEDŘICH SMETANA
Klavierwerke Vol.7
Sonate g-Moll/Rondos/Notturno Es-Dur/Märsche/+
Jitka Cechová, Klavier
LSOlive
SUPRAPHON
LSO 0760
SACD hybrid (M01)
822231176022
2013
8
22231 17602
2
SU 3847
2 CD (I02)
099925384722
2014
0
99925 38472
2
13
NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC FEBRUAR 2015
LECKERBISSEN
EINE OFFENBARUNG
Die Erkundung des romantischen Cellokonzertrepertoires bei HYPERION geht in die sechste Runde und beweist diesmal, dass auch
Geiger dankbare und reizvolle Celloliteratur zustande bringen können. Mit den beiden Konzerten von Vieuxtemps sind zwei Werke zu
hören, die von Cellisten und Kennern gleichermaßen geschätzt werden. Und dennoch führen sie sowohl im Konzert als auch auf Tonträger eher ein Schattendasein. Dabei
bestechen sie wie die
Violinkonzerte von
Vieuxtemps durch
weite Melodiebögen und effektvolle
Virtuosität.
Ein
Leckerbissen für
Alban Gerhardt,
der uns auch zwei
kurze Konzertstücke von Eugène
Ysaÿe vorstellt.
Es war ein lang gehegter Wunsch von Angela Hewitt, mit Liszts
H-Moll-Sonate eines der Highlights des romantischen Repertoires
aufzunehmen. Ihre Anmerkungen zur Aufnahme beschreiben die
Offenbarung für die blutjunge Künstlerin, als sie das Meisterwerk
zum ersten Mal eingehender studierte. Hewitt legt eine herzerfüllte
Aufnahme vor, in der dieses Wunder für den Hörer nachvollziehbar
wird. Vervollständigt wird die CD
durch vier Stücke
aus den Années de
pèlerinage: die drei
Petrarca-Sonette und
die noble Dante-Sonate. Letztere komponierte Liszt 1839
ursprünglich
als
„Fundraising-Beitrag“ für das Bonner
Beethovendenkmal.
HENRI VIEUXTEMPS: Cellokonzerte Nr.1 & 2
EUGÈNE YSAŸE: Meditation Op.16/Sérénade Op.22
Gerhardt/Caballé-Domenech/Royal Flemish Philharmonic
HYPERION
CD (T01)
CDA 67790
FRANZ LISZT
Sonate h-Moll/Dante-Sonate/Drei Petrarca-Sonette
Angela Hewitt, Klavier
2013
034571177908
0
HYPERION
34571 17790
8
CDA 68067
CD (T01)
034571280677
2014
0
34571 28067
7
EXPANSIVE MINIATUREN
JUWELEN
FESSELNDE SCHÖNHEIT
„Poème“ bezeichnet bei Skrjabin sowohl
symphonische Gebilde als auch eine Reihe
kleiner Klavierstücke. Ihre Inspirationen
sind ebenso mannigfaltig wie ihre Titel ‒
von schwarzer Magie bis zu kosmischem
Streben ‒, und sie bieten einen Schlüssel
zur inneren Welt des Komponisten. Erwartungsgemäß erweist sich der amerikanische
Pianist Garrick Ohlsson hier als optimaler
Interpret für diese expansiven Miniaturen.
Aufgenommen 1985, ist dieses Album des
Westminster Cathedral Choir unter David Hill ein wahres Juwel, waren es doch
die ersten Aufnahmen mit Musik eines
Francisco Guerrero und Alonso Lobo. Diese Einspielungen entstanden auf einem der
Höhepunkte in der Geschichte dieses weltberühmten Chores und sind bis heute unübertroffen. Ein weiteres Highlight in der
Helios-Reihe bei HYPERION.
Die CD vereint zwei der charakteristischsten Werke Finzis. Dies natalis, eine Vertonung von Texten des Dichters Thomas
Traherne (17. Jahrhundert), ist ein Werk
sublimer Harmonie, das die Vision von
kindlicher Unschuld lebendig macht. Intimations of Immortality ist im Gegensatz
hierzu eine Klage über die verlorenen Freuden von Trahernes idealisierter Kindheit,
ein Werk von fesselnder Schönheit.
ALEXANDER SKRJABIN
SCHÄTZE DER SPANISCHEN RENAISSANCE
GERALD FINZI
Sämtliche Poèmes
Werke von Guerrero, Lobo & Vivanco
Dies Natalis/Intimations of Immortality
Garrick Ohlsson, Klavier
Hill/Westminster Cathedral Choir
Ainsley/Best/Corydon Singers/Corydon Orchestra
HYPERION
CDA 67988
CD (T01)
034571179889
2014
0
34571 17988
9
HYPERION
CD (F01)
CDH 55430
034571154305
1985
0
34571 15430
HYPERION
5
CDH 55432
CD (F01)
034571154329
1996
0
34571 15432
9
14
NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC FEBRUAR 2015
ANSPRECHEND
SPITZENKRÄFTE
Während des Ersten Weltkrieges war Joseph Jongen (1873-1953) gezwungen, mit seiner Familie nach London zu flüchten, wo er nicht
nur das ,Quatuor belge de Londres’ gründete, sondern auch zahlreiche Werke komponierte. Das Orchestre Philharmonique Royal
de Liège unter Jean-Pierre Haeck stellt hier auf dem Speziallabel
MUSIQUE EN WALLONIE einige hörenswerte Orchesterwerke
des Belgiers aus der Zeit seines Londoner Exils vor. Jongens Kompositionen zeichnen sich durch eine
unmittelbar ansprechende spätromantische Tonsprache
aus, die zwar seine
Vorbilder Franck,
Wagner, Debussy
und Ravel erkennen lassen, sie aber
nicht epigonal kopieren.
Johannes Brahms hatte offenbar eine Neigung zu Werkpaaren: Er
komponierte zwei Serenaden, zwei Klavierkonzerte, zwei Streichquintette und darüber hinaus zwei Streichsextette. Das Solistenensemble des Concertgebouw Orchestra Amsterdam stellt die beiden Gattungsbeiträge Brahms‘ für dieses vergleichsweise rare, aber
nichtsdestoweniger reizvolle Genre vor. Bis auf die letzten Pulte ist der
weltberühmte Amsterdamer Klangkörper mit Spitzenkräften besetzt,
die jeweils Solistenstatus für sich in
Anspruch nehmen
können. Entsprechend hochkarätig
sind die verschiedenen Kammermusikensembles des
Orchesters besetzt,
was man der Aufnahme unmittelbar
anhört.
JOSEPH JONGEN: Orchesterwerke
Pages Intimes Op.55/Tableaux pittoresques Op. 56/Suite für Bratsche &
Orchester Op.48/+
Braude/Haeck/Orchestre Philharmonique Royal de Liège
JOHANNES BRAHMS
Streichsextette Opp.18 & 36
Solistenensemble des Concertgebouw Orchestra Amsterdam
MUSIQUE EN WALLONIE
BAYER RECORDS
MEW 1575
CD (T01)
2014
5425008315751
5 425008 315751
BR 100370
SACD hybrid (T01)
4011563103707
2012
4 011563 103707
SECHSFACH
BEGLÜCKEND
Solisten, die dank der modernen Aufnahmetechnik in der Lage sind,
mit sich selbst als Partner zu spielen, sind nicht außergewöhnlich.
Wenn aber der Hornist Joachim Bänsch im Sextett von LouisFrançois Dauprat alle Stimmen selbst bestreitet, ist das schon etwas
Besonderes, zumal das Stück wegen seiner extremen Anforderungen
berüchtigt ist. Die Skala reicht dabei von kantablen bis zu höchst
virtuosen Momenten. Zudem ist
Bänsch in Solostücken und Werken
für zwei und vier
Hörner zu hören.
Auch hier werden
die technisch-musikalischen Möglichkeiten des Horns
ausgelotet und das
Instrument in seine
Grenzbereiche geführt.
Seit ihrem doppelten Erfolg beim ARD-Musikwettbewerb 2005 haben die beiden Schwestern Sanja und Lidija Bizjak weltweite Anerkennung für ihr gemeinsames Musizieren als Klavierduo erlangt. Für
ihr Debüt-Album haben sich die beiden Serbinnen ein interessantes
Programm mit Werken der klassischen Moderne zusammengestellt.
Dem beliebten Doppelkonzert von Poulenc stellen sie das kaum bekannte Doppelkonzert von Martinů
zur Seite, und auch
der Vergleich von
Schostakowitschs
Concertino Op.94
mit
Strawinskys
Sonate ist sehr aufschlussreich. Man
darf gespannt sein,
mit was uns die
Schwestern künftig noch beglücken
werden.
HORN 6
Werke von Dauprat, Bach, Mozart & Höltzel
Joachim Bänsch, Horn
ARS PRODUKTION
ARS 38531
CD (T01)
4260052385319
BIZJAK PIANO DUO
Werke von Martinů, Poulenc, Schostakowitsch & Strawinsky
Bizjak Piano Duo/Szulc/Stuttgarter Philharmoniker
2014
ONYX
4 260052 385319
ONYX 4148
CD (T01)
880040414827
2014
8
80040 41482
7
NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC FEBRUAR 2015
EXPERIMENTELLE AVANTGARDE
Wenn in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts der Name „Bach“
fiel, war keineswegs Johann Sebastian gemeint, sondern vielmehr seine
beiden Söhne Carl Philipp Emanuel (1714-1788) bzw. Johann Christian (1735-1782). Der zuerst Genannte war der zentrale Vertreter des
neuen, vom Geist der Aufklärung geprägten Stils der musikalischen
Empfindsamkeit, der auch für die Komponisten der Wiener Klassik
richtungsweisend wurde. Haydn, Mozart und Beethoven erkoren Carl
Philipp Emanuel Bach zu ihrem Übervater. So sagte Mozart über ihn:
„Er ist der Vater, wir die Bub'n. Wer von uns was Rechtes kann, hat
von ihm gelernt.“ Seine Sinfonien gehören in der Tat zu den interessantesten und bedeutendsten Gattungsbeiträgen aus dem Bereich der
Frühklassik. Die etwa zwanzig erhaltenen Sinfonien lassen sich jeweils
zur Hälfte seiner Berliner und seiner Hamburger Wirkungszeit zuordnen. Besonders in den in der Hansestadt entstandenen überrumpelt
er den Hörer immer wieder mit unerwarteten Wendungen und originellen Einfällen. Zu hören ist hier eine stets aufs Neue faszinierende
Avantgarde aus dem „Experimentallaboratorium“ der Klassik, die den
Hörer auch heute noch ebenso zu verblüffen wie zu fesseln vermag. Im
famosen Orchestra of the Age of Enlightenment erhält diese originelle Musik die denkbar besten Interpreten.
CARL PHILIPP EMANUEL BACH
Sinfonien Wq 179/Wq 182 Nr. 4 & 5/Wq 183 Nr.1 & 3
Miller/Orchestra of the Age of Enlightenment
SIGNUM CLASSICS
SIGCD 395
CD (T01)
635212039526
2014
6
35212 03952
6
BINDEGLIED
RUSSISCHE VARIANTE
TANZENDES HORN
Obwohl die Wirkung der Werke von
Christlieb Siegmund Binder (1723-1789)
hauptsächlich auf Dresden beschränkt
blieb, hat er einen eigenständigen und
bedeutenden Beitrag zur mitteldeutschen
Cembalomusik geleistet. Seine stilistisch
zwischen Barock und Klassik angesiedelte Musik vereinigt sowohl Elemente der
nord- als auch der süddeutschen Schule. Selbst ein virtuoser Cembalist, betraut
Binder in seinen Sonaten das Instrument
mit anspruchsvollen Aufgaben, wobei die
spieltechnische Virtuosität nie allzu sehr
in den Vordergrund gerückt wird. Paulina
Tkaczyk stellt seine 1759 gedruckten Sonaten Op.1 vor und bietet damit die Gelegenheit, einen bedeutenden Zeitgenossen
C.P.E. Bachs kennenzulernen.
Das „Bajan“ ist die russische Variante des
Akkordeons. Unterschiede bestehen dabei hauptsächlich in der Ausführung des
Gehäuses und der Art der Stimmplatten.
Die Stimmzungen eines Bajans sind in
großen Gruppen zusammen auf einer Metallgrundplatte montiert. Das Instrument
wurde nach dem legendären russischen
Barden Bojan benannt. Mittlerweile ist es
in Russland sehr viel weniger verbreitet als
die Harmonika oder das Akkordeon und
wird vor allem von Berufsmusikern mit
einer musikalischen Hochschulbildung
gespielt. Dadurch wurde das Interesse zeitgenössischer Komponisten an diesem Instrument geweckt. Germano Scurti stellt
einige kammermusikalische Hauptwerke
der Gegenwartsmusik für Bajan vor.
Der international bekannte Hornist Radek
Baborák hat für sein neues Album Orquestrina Kompositionen ausgewählt, die durch
den Tanz in seinen unterschiedlichen Ausprägungen inspiriert wurden. Neben Stücken von Astor Piazzolla, Gabriel Fauré und
Maurice Ravel werden dabei auch weniger
bekannte Werke vorgestellt wie z.B. Lev
Kogans in der jüdischen Musik verwurzelte
Tänze und Lieder oder Corrado Sagliettis
Suite für Horn und Streichquartett. Viele
der Stücke werden hier erstmals in eigens
erstellten neuen Arrangements vorgestellt.
Baboráks Ensemble für diese Einspielung
setzt sich aus renommierten Solisten und
Kammermusikern zusammen, welche die
CD durch ihr energiegeladenes Spiel bereichern.
CHRISTLIEB SIEGMUND BINDER
AM HORIZONT – KAMMERMUSIK FÜR BAJAN
ORQUESTRINA
Cembalosonaten Op.1
Werke von Rihm, Gubaidulina, Fedele & Hosokawa
Werke von Piazzolla, Kogan, Fauré, Barborák u.a.
Paulina Tkaczyk, Cembalo
Scurti/Perocco/Ex Novo Ensemble/+
Radek Barborák Orquestrina
DUX
DUX 1153
2 CD (R02)
5902547011530
2014
5 902547 011530
STRADIVARIUS
STR 33999
CD (T01)
8011570339997
2014
8 011570 339997
ANIMAL MUSIC
ANI 044
CD (T01)
8594155992539
2014
8 594155 992539
15
16
NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC FEBRUAR 2015
STILÜBERGREIFEND
KLASSIKER
Die bulgarische Pianistin Donka Angatschewa stellt hier zwei konzertante Werke für Klavier und Orchester von Richard
Addinsell und Nino Rota vor, die auf faszinierende Weise die Sphären der sogenannten „ernsten“ Musik mit der scheinbar so
leichtgewichtigen Filmmusik verbinden. In
ähnlicher Weise „veredelte“ Astor Piazzolla
in seinen Werken den argentinischen Tango zur großen Kunstmusik.
Die Württembergische Philharmonie
Reutlingen stellt hier ein Programm mit
Werken der drei großen Wiener Klassiker
Haydn, Mozart und Beethoven vor, das
einmal auf weniger bekannte Werke dieser
Komponisten zurückgreift: Neben Mozarts Sinfonia concertante KV 297b, deren
Authentizität zuweilen angezweifelt wird,
erklingen eine Sturm-und-Drang-Sinfonie
Haydns und die oftmals unterschätzte Achte Beethovens.
RACHMANINOFF FÜR
ORGEL
Als gleichermaßen versierter Pianist und
Organist hat es Jeremy Filsell schon seit
langem gereizt, die Musik Rachmaninoffs
auch für die Orgel zu erschließen. Hier
stellt er neue eigene Transkriptionen vor,
wobei im Zentrum die Bearbeitung einer
Orchesterpartitur steht. Seine Übertragung
der Symphonischen Tänze Op.45 sorgt in
ihrer Farbigkeit dafür, dass der Hörer das
Orchester nicht vermisst.
RICHARD ADDINSELL: Warschauer Konzert
HAYDN: Sinfonie Nr.44 „Trauer“/MOZART: Sinfonia
SERGEI RACHMANINOFF
NINO ROTA: Concerto soirée
concertante KV 297b/BEETHOVEN: Sinfonie Nr.8
Transkriptionen & Bearbeitungen für Orgel
ASTOR PIAZZOLLA: Cuatro Estaciones portenas/+
Ortega Quero/Manz/Gruber/Plath/Rudner/
Jeremy Filsell, Orgel
Angatschewa/Fraas/Vogtland Philharmonie
Württembergische Philharmonie Reutlingen
ARS PRODUKTION
ARS PRODUKTION
ARS 38168
SACD hybrid (U01) 2014
4260052381687
ARS 38171
4 260052 381687
SACD hybrid (U01)
4260052381717
2014
4 260052 381717
SIGNUM CLASSICS
SIGCD 324
CD (T01)
635212032428
2014
6
35212 03242
8
TEMPERAMENTVOLL
SOPHISTICATED
APHORISMEN
Der international renommierte Geiger
Sebastian See-Schierenberg stellt hier
zusammen mit dem Flamenco-Gitarristen
Ramon Ruiz und der Pianistin Sophia Lisovskaya Werke vor, die durch die Musik
aus Spanien und Lateinamerika inspiriert
wurden. Zu hören sind dabei Stücke von
Albéniz, Tarrega, Piazzolla u.a., die das ganze Temperament und die Leidenschaftlichkeit dieser beiden Kulturen transportieren.
Die Fantasien für Gambenconsort von John
Jenkins (1592-1678) gehören zu den Gipfelwerken der englischen Gambenmusik.
Obwohl für versierte Amateure geschrieben, hat es den Anschein, als sei der englische Begriff „sophisticated“ eigens für diese
Musik erfunden worden. Die Accademia
Strumentale Italiana zeigt, dass diese Musik mit einer kleinen Prise „Italianità“ noch
mehr für sich einzunehmen weiß.
Mit der Sammlung Fleurs d’X wollte Fabio
Selvafiorita eine Reihe kurzer Stücke für Gitarre zusammenfassen, die zwischen 2007 und
2012 entstanden sind. Die „musikalischen
Schnipsel“, wie sie der italienische Komponist
selbst nennt, sind plötzliche Déjà-vus, ausgearbeitete Einfälle verschiedenster Situationen
und Echos eines musikalischen Gedächtnisses,
die Selvafiorita zu musikalischen Aphorismen
geformt hat.
SOUNDS OF SPAIN & THE AMERICAS
JOHN JENKINS
FABIO SELVAFIORITA
Werke von Albéniz, Falla, Granados u.a.
Tis a singing age – Fantasies a 4
Fleurs d’X
See-Schierenberg/Ruiz/Lisovskaya
Accademia Strumentale Italiana
Elena Càsoli, Gitarre
SIGNUM CLASSICS
SIGCD 405
CD (T01)
635212040522
2014
6
35212 04052
STRADIVARIUS
2
STR 37002
CD (T01)
8011570370020
2014
8 011570 370020
STRADIVARIUS
STR 37017
CD (T01)
8011570370174
2014
8 011570 370174
NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC FEBRUAR 2015
SPEKTAKULÄR
CD-PREMIERE
TESTAMENT präsentiert hier erstmals auf Tonträger Havergal
Brians von 1917 bis 1919 entstandene Oper The Tigers. Die Partitur der bissigen Kriegssatire galt seit dem Zweiten Weltkrieg als verloren, ehe sie zufällig im Archiv eines Verlages entdeckt wurde. Mit
Unterstützung der Havergal Brian Society fand 1983 in den Studios
der BBC die Erstaufführung der spektakulär aufwändig besetzten
Oper statt. Musikalisch am ehesten noch mit manchen Bühnenwerken von Strauss
oder Schreker zu
vergleichen, schuf
Brian hier einen
f a s z i n i e re n d e n
Solitär der britischen Operngeschichte. Ein
Muss für neugierige Freunde des
Musiktheaters!
Zu Zeiten des Kalten Krieges waren die kulturellen Verbindungen
zwischen Italien und der Sowjetunion trotz aller Widrigkeiten offenbar besonders gut. Erstmals auf Tonträger veröffentlicht RELIEF
hier eine Aufzeichnung des ersten Gastspiels der Mailänder Scala in
Moskau vom 25.09.1964. Neben Donizettis Lucia di Lammermoor
und Verdis Trovatore erklang damals auch dessen Messa da Requiem
in einer geradezu
luxuriösen Besetzung mit Fiorenza
Cossotto, Leontyne Price, Nicola Zaccaria und
Carlo Bergonzi.
Die Aufnahme des
Moskauer Rundfunks
erscheint
zum Andenken des
im Juli 2014 verstorbenen großen
Tenors.
HAVERGAL BRIAN
The Tigers
Hill Smith/Owens/Caddy/Friend/BBC Singers/BBC Symphony Orchestra/+
GIUSEPPE VERDI
Messa da Requiem
Price/Cossotto/Bergonzi/Zaccaria/Karajan/Chor & Orchester der Mailänder
Scala
TESTAMENT
RELIEF
3 CD (Q03)
SBT 31496
749677149628
1983
7
49677 14962
8
CR 8004
2 CD (H02)
7619934800421
1964
7 619934 800421
ESTNISCHER CHOPIN
PERSÖNLICHE AUSWAHL
Ralf Taal (*1974) zählt zu den herausragenden Pianisten Estlands. Zusammen
mit Mati Mikalai und Marko Martin gehört er einer neuen Generation estnischer
Pianisten an, die früh internationale Karrieren gestartet haben. Der Lehrer an der
renommierten Estnischen Musikakademie
in Tallinn stellt sich hier mit einem Chopin-Programm vor, in dessen Zentrum die
Préludes Op.28 stehen.
Der argentinische Cembalist Mario Raskin studierte am Nationalkonservatorium seiner
Heimatstadt Buenos Aires, wo er schon nach kurzer Zeit das Hauptaugenmerk auf sein
künftiges Instrument legte. An seinem heutigen Wohnort Paris vertiefte der Künstler sein
Studium bei den beiden Cembalogrößen Kenneth Gilbert und Scott Ross. Mittlerweile
kann Raskin auf eine umfangreiche Diskografie unter anderem mit Werken von Antonio
Soler, Jacques Duphly, Jean-Baptiste-Antoine Forqueray und Johann Sebastian Bach zurückblicken, die allesamt beim französischen Label PIERRE VERANY erschienen sind. Auf
den beiden jüngsten Produktionen stellt er eine persönliche Auswahl mit mehr oder weniger bekannten Sonaten von Domenico Scarlatti vor. Den „wilden Blumen am Zaun der
Klassik“ verleiht Raskin das nötige mediterrane Temperament und glutvolle Leidenschaft.
FRÉDÉRIC CHOPIN
DOMENICO SCARLATTI
DOMENICO SCARLATTI
Magic of Sound – Klavierwerke
Cembalosonaten Vol.1
Cembalosonaten Vol.2
Ralf Taal, Klavier
Mario Raskin, Cembalo
Mario Raskin, Cembalo
ESTONIAN RECORD PRODUCTIONS
ERP 8014
4742229004679
CD (T01)
2012
4 742229 004679
PIERRE VERANY
PV 714021
CD (T01)
3325487140214
2014
3 325487 140214
PIERRE VERANY
PV 714051
CD (T01)
3325487140511
2014
3 325487 140511
17
18
NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC FEBRUAR 2015
MEXIKANISCHE WURZELN
ANNÄHERUNG AN DUTILLEUX
Das Arditti Quartet stellt in der vorliegenden Produktion Kompositionen der gebürtigen Mexikanerin Hilda Paredes (*1957) vor. Die
heute in England lebende Künstlerin hat nie ihre Wurzeln verleugnet
und in ihren Werken stets auch Einflüsse der indigenen Bevölkerung
einfließen lassen. Dabei bedient sie keine folkloristischen Klischees,
vielmehr orientiert sich die Komponistin an der Poetik der mexikanischen Sprache. Paredes ist überzeugt, dass die Muttersprache immer
Einfluss auf die
Musik hat, und
setzt mit Vorliebe
die menschliche
Stimme mit all
ihren expressiven
Mö g l i c h k e i t e n
ein. In Canciones
lunáticas
übernimmt der Countertenor
Jake
Arditti
diesen
Part.
Approaching Dutilleux steht für eine Reihe von Aufnahmen, die bei
einem Konzertprojekt im Mai 2014 in London und Cambridge
zustande kamen. Aus Anlass des ersten Todestages des französischen Komponisten Henri Dutilleux (†22.5.2013) beauftragte
The Riot Ensemble fünf aufstrebende junge Komponisten aus aller Welt, Stücke zu komponieren, die von Dutilleux‘ Meisterwerk
Les Citations inspiriert sind. Die CD stellt die fünf Werke mit ihren
verschiedenen Visionen von bzw.
Annäherungen
an Dutilleux vor,
ergänzt von Arlene Sierras Petite Grue, das aus
Anlass von Dutilleux‘ Besuch an
der Universität
Cardiff 2008 entstand.
HILDA PAREDES
Cuerdas del Destino/Canciones lunáticas/Papalote/+
Arditti/Arditti Quartet
AEON
CD (T01)
AECD 1439
3760058360392
APPROACHING DUTILLEUX
Werke von Serrano, Gieshoff, Roe, Schnurr u.a.
The Riot Ensemble
2014
COVIELLO
COV 91503
3 760058 360392
CD (T01)
4039956915034
2014
4 039956 915034
SCHWEIZER AVANTGARDE
HARSCH & SCHIMMERND
PROPHETIE
Der Komponist William Blank (*1957)
gehört mit Michael Jarrell und dem älteren Heinz Holliger zu den bedeutendsten
Vertretern der zeitgenössischen Musik in
der Schweiz. Seine Werke zeichnen sich
weniger durch extreme Vielschichtigkeit
oder zufallsabhängige bzw. improvisierte
Passagen als durch einen „Pointillismus mit
menschlichem Antlitz“ aus. Die CD stellt
Orchesterwerke aus den Jahren 2000 bis
2009 vor.
Der Belgier Michel Fourgon (*1968) studierte u.a. bei Claude Ledoux und Patrick
Lenfant. In seiner Musik vermeidet er radikale Systematisierungen oder das Ausschließen verschiedener Stile oder Techniken.
Man begegnet hier ebenso harschen wie
schimmernden Klängen. Das Orchestre
Philharmonique Royal de Liège unter
Pascal Rophé stellt hier einige seiner in
den Jahren 2001-2011 entstandenen Orchesterwerke vor.
Der belgische Komponist, Cellist und
Dirigent Jean-Paul Dessy (*1963) ist seit
1997 künstlerischer Leiter des belgischen
Neue-Musik-Ensembles Musiques Nouvelles. Für ihn stellt ein Konzert eine liturgische Handlung dar, Kompositionen sind
Prophezeiungen und Klang ist eine Offenbarung. Der Belgier stellt sich hier mit drei
Kammermusiken vor, von denen O’clock
2006 für das Ensemble Modern entstand.
WILLIAM BLANK
MICHEL FOURGON
JEAN-PAUL DESSY
Reflecting Black/Ebbe(n)/Exodes
Filigranes/Le tracé s’envoie/La Brise de Roseau/
O’Clock/The Return of the Repressed/Subsonic
Lively/Rophé/Orchestre de la Suisse Romande
Cori spezzati
Dessy/Musiques Nouvelles
Rophé/Orchestre Philharmonique Royal de Liège
AEON
AECD 1542
CD (T01)
3760058360422
2014
3 760058 360422
CYPRES
CYP 4641
CD (T01)
2005-2011
5412217046415
5 412217 046415
CYPRES
CYP 4642
CD (T01)
5412217046422
2008/2014
5 412217 046422
NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC FEBRUAR 2015
BAROCKER POP
PRIVATER GLASS
Die franko-amerikanische Sängerin Rosemary Standley verfügt
über eine sanfte, charismatische Stimme, mit der sie sich in einer
faszinierenden Mischung aus Nüchternheit und Eleganz den barocken Gesangsstücken von William Lawes, Henry Purcell u.a. widmet. Begleitet wird sie hier von Helstroffer’s Band, einem Ensemble um den Lautenisten und Gitarristen Bruno Helstroffer, das
sowohl in der Alten als auch der modernen Musik beheimatet ist.
Dadurch muten
die frühbarocken
Lieder wie moderne Popballaden an. Typischer
Crossover? Vielleicht, aber vor
allem ist die CD
ein
klingender
Beweis für die
Zeitlosigkeit sogenannter Alter
Musik.
Die gebürtige Australierin Lisa Moore wurde vom Magazin The
New Yorker zu „New York's Queen of Avant-garde Piano“ gekürt.
In der Tat sind ihre Konzerte in New York, bei denen sie häufig
theatralische Elemente mit einbezieht, legendär. Moore hat mit den
wichtigsten zeitgenössischen Komponisten und Ensembles zusammengearbeitet. In der vorliegenden Aufnahme widmet sie sich einigen bedeutenden Klavierstücken von Philip Glass, darunter Originalwerken wie
Mad Rush und
Me t a m o r p h o s i s
Nos I-V, aber
auch Bearbeitungen wie das Finale seiner Oper
Satyagraha. Keine
Frage, Lisa Moore ist die ideale
Interpretin
für
diese sehr private
Musik.
LOVE I OBEY
Werke von Lawes, Purcell u.a.
Standley/Helstroffer’s Band
PHILIP GLASS
Mad Rush – Klavierwerke
Mad Rush/Metamorphosis I-V/Etude No.2/+
Lisa Moore, Klavier
ALPHA
CD (T01)
ALP 538
3760014195389
2014
ORANGE MOUNTAIN MUSIC
OMM 0099
3 760014 195389
CD (T01)
801837009927
KAMMERJAZZ
ÄTHERISCH
Mit Chamber Jazz setzt sich das Peter Lehel
Quartet um den Saxophonisten und Komponisten Peter Lehel mit dem Musizierideal
der klassischen Kammermusik auseinander.
Durch den Respekt vor der Vorlage der
Kompositionen von Bach, Bartók, Brahms
u.a. gelingt es Lehel, mit seinen jazzidiomatischen Arrangements und Improvisationen
eine eigene Klangwelt und einen persönlichen Gruppensound zu kreieren.
Die Chormusik des jungen lettischen
Komponisten Ēriks Ešenvalds (*1977) begeistert immer mehr Musikliebhaber. Die
hier vom Trinity College Choir Cambridge aufgenommenen Werke – Kompositionsaufträge aus den USA, aus England
und Nordeuropa – sind gleichsam ätherische Umsetzungen arktischer Phänomene,
amerikanische Balladen und Werke in der
anglikanischen Tradition.
2014
8
01837 00992
7
AFRIKANISCHER
BAROCK
Coup Fatal war 2014 eine der musikalischen
Sensationen am Wiener Burgtheater. Das
Projekt des Saxophonisten Fabrizio Cassol,
des Countertenors Serge Kakudji und des
Gitarristen Rodriguez Vangama mixt barocke Musik mit traditioneller kongolesischer
Musik und bietet dabei Liebhabern von
Klassik, Worldmusic und Jazz gleichermaßen
neue Hörerfahrungen.
CHAMBER JAZZ
ĒRIKS EŠENVALDS
FABRIZIO CASSOL/RODRIGUEZ VANGAMA
Arrangements klassischer Musik
Northern Lights – Chorwerke
Coup Fatal
Peter Lehel Quartet
Layton/Trinity College Choir Cambridge
Kompositionen nach Werken von Händel, Bach, Gluck u.a.
Cassol/Kakudji/Vangama
FINETONE
FTM 8034
2 CD (N02)
4260105070186
2013/14
4 260105 070186
HYPERION
CDA 68083
CD (T01)
034571280837
2014
0
34571 28083
7
OUTHERE
CD (T01)
OUT 656
5400439006560
2014
5 400439 006560
19
I M P O RT R ÄT
An dieser Stellle möchten wir Ihn
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nderpreis.
POSTHUMER TRIUMPH FÜR ZELENKA
DIE MISSAE ULTIMAE
Für Jan Dismas Zelenka (1679-1745)
muss es ziemlich demütigend gewesen
sein, als 1733 nach jahrelanger Vakanz
die Stelle des Kapellmeisters in Dresden nicht ihm, sondern Johann Adolf
Hasse angeboten wurde. Obwohl er
seit 1729 als Interimskapellmeister
die Hauptlast dieser Position getragen
hatte, blieb Zelenka lediglich Kontrabassist der Hofkapelle und wurde mit
dem Trostpflaster eines „Hofcompositeurs“ abgespeist, 1735 ergänzt
durch den Titel „Kirchen-Compositeur“. In seinen letzten Lebensjahren plante er offenbar einen Zyklus von sechs Messen, von denen
er aber nur drei (ZWV 19-21) vollenden konnte. Sie stellen den damals äußerst seltenen Fall autonomer Kunstwerke dar, die nicht oder
zumindest kaum an Beschränkungen gebunden sind. In ihnen setzt
echslunggsr
srei
eich
sich der Komponist ungewöhnlich intensiv und abwechslungsreich
h in de
en Solomit dem Messordinarium auseinander. So finden sich
den
nummern Anklänge an den neapolitanischen Stil genauso
auso w
wie
ie virtuose Kontrapunktik in den Chorsätzen. Zelenkas Meisterschaft
ersch
haft sichert
den „Missae ultimae“ einen besonderen Rang in der Geschichte
der Messvertonung. Hört man
Frieder Bernius’ aufregende Interpretation dieses genialen Werks,
dann kann man kaum verstehen,
dass es je in Vergessenheit geraten
konnte. Eine Erklärung könnte
sein, dass man in Dresden sehr
Frieder Bernius (@ Gudrun Bublitz)
wohl wusste, was man an der Musik Zelenkas hatte, und eifersüchtig darauf achtete, dass auch nach
dem Tod des Komponisten weder offizielle noch heimliche Abschriften seiner Werke in Umlauf kamen. Seit den 1970er Jahren hat auch
diskografisch ein Zelenka-Boom eingesetzt, zu dessen treibenden
Kräften spätestens seit den 1980ern Frieder Bernius zählt. Seine Einspielungen geist
sttlilcher Musikk haben uns sei
either diee Werke eine
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dessen Musik und
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ei Patriss ZWV 19 ist un-sere Monatsempfehlung
Monatsempfeh
hl
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für Feb
Februar.
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CD-EMPFEHLUNG
DES MONATS
Nur diesen Monat €9,99*
*UNVERBINDLICHE PREISEMPFEHLUNG INKL. MWST.
JAN DISMAS ZELENKA
Missa Dei Patris ZWV 19
Bernius/Kammerchor Stuttgart/Barockorchester Stuttgart/+
CARUS
CAR 83209
CD (Z580)
4009350832091
1998
4 009350 832091
PRESSESTIMMEN:
„Bernius' Ensembles gestalten mit Präzision und Dezenz den kompositorischen und geistig-geistlichen Kosmos der Partitur aus. Die CD
hätte es verdient, in Ihrer Sammlung auf Dauer ganz weit vorne zu stehen.“
Rondo
„Mit traumwandlerischer Sicherheit bewegt sich der Stuttgarter Kammerchor durch das an vielen Stellen mit komplizierter Chromatik
geradezu verminte Gelände, kostet Dissonanzen und Auflösungen gleichermaßen aus, vermittelt mit großer dynamischer Breite, höchster
Klangkultur und mitreißender Musikalität jede Nuance der Partitur. Eine rundum empfehlenswerte Neuaufnahme.“
Deutschlandfunk
Preis der deutschen Schallplattenkritik Bestenliste 1/2001
IMPRESSUM: note 1 music gmbh . Carl-Benz-Straße 1 . D-69115 Heidelberg . Tel: 06221/720226 . Fax: 06221/720381 . info@note1-music.com . www.note1-music.com
. kohlheyer@note1-music.com
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TEXTE
Bernhard
h d Blattmann
Bl tt
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REDAKTION M
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d Kohlheyer
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PRESSE & REPERTOIRE: Bernhard Blattmann . blattmann@note1-music.com . Tel: 06221/720267 | ADMINISTRATION: Renate Sauer . sauer@note1-music.com . Tel: 06221/720226
GESCHÄFTSFÜHRUNG: Hanno Pfisterer . Sandra Kohlheyer . Michael Sawall
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