close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Berliner Morgenpost 04.02.2015

EinbettenHerunterladen
4.2.2015
Schulabgänger: Jeder zehnte Berliner geht ohne Abschluss von der Schule - Berlin - Berliner Morgenpost
Jobs Immobilien Archiv ePaper Apps Abo­Service
Suchen
http://www.morgenpost.de/berlin/article137097811/Jeder­zehnte­Berliner­geht­ohne­
Abschluss­von­der­Schule.html
04.02.15, 10:36 SCHULABGÄNGER
Jeder zehnte Berliner geht ohne Abschluss von der
Schule
Im Schuljahr 2013/2014 haben 9,2 Prozent der Berliner Schüler die Schule ohne Berufsbildungsreife ­ also ohne
Hauptschulabschluss ­ verlassen. Die Quote ist im Vergleich erneut stark angestiegen.
Von Andreas Abel
Mobilnutzer gelangen hier zur Karte
Annähernd jeder zehnte Berliner Jugendliche hat im vergangenen Schuljahr 2013/2014 die Schule ohne Berufsbildungsreife, also ohne
Hauptschulabschluss, verlassen. Das geht aus einer Erhebung der Senatsbildungsverwaltung hervor. Der Wert von 9,2 Prozent liegt deutlich
über der Quote des Vorjahres (7,9 Prozent). Sie stellte bereits eine Steigerung dar, im Schuljahr 2011/2012 wurden 7,4 Prozent Schulabgänger
ohne Abschluss registriert.
Die Verwaltungsdaten zeigen auch, dass zwischen den Berliner Bezirken erhebliche Differenzen bestehen. In Mitte schaffte etwa jeder sechste
Schulabgänger nicht die Berufsbildungsreife, in Neukölln jeder achte. In Steglitz­Zehlendorf lag diese Quote nur bei 3,8 Prozent, in Tempelhof­
Schöneberg und Charlottenburg­Wilmersdorf bei sechs Prozent. In allen Bezirken ist der Anteil der Jungen ohne Abschluss höher als der der
Mädchen, berlinweit sind es 10,5 Prozent männliche und 7,9 Prozent weibliche Jugendliche.
Zudem werden in allen Bezirken große Unterschiede zwischen Jugendlichen deutscher und nichtdeutscher Herkunftssprache deutlich. In
Friedrichshain­Kreuzberg zum Beispiel verlassen 4,7 Prozent der deutschen Schüler die Schule ohne Hauptschulabschluss, aber 15,3 Prozent
der Schüler nichtdeutscher Muttersprache. In Pankow liegt das Verhältnis bei 5,6 zu 21,8 Prozent.
Förderung an Brennpunkten
Die Erhebung der Bildungsverwaltung ist die Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des Neuköllner SPD­Abgeordneten Joschka
Langenbrinck. "Das ist bedrückend, wir sind von unserem selbstgesteckten Ziel, den Bildungserfolg von der sozialen Herkunft der Jugendlichen
zu entkoppeln, weit entfernt. Es zeigt aber, wie wichtig unser Brennpunktschulen­Programm ist", sagte Langenbrinck zu den Zahlen.
Die SPD­Fraktion wolle dieses Programm ausweiten. Wie berichtet, können Schulen mit hoher sozialer Belastung seit dem vergangenen
Schuljahr bis zu 100.000 Euro pro Jahr zusätzlich erhalten. Voraussetzung ist, dass mindestens 50 Prozent der Schüler von der Zuzahlung zu
Lernmitteln befreit sind. Langenbrinck empfahl außerdem, die Ganztagsschulen kontinuierlich auszubauen. "Sie sind Motoren der Integration und
fördern die Jugendlichen am besten", sagte der SPD­Politiker.
Auch die Bildungsverwaltung zeigte sich mit der Entwicklung nicht zufrieden. "Ein zentrales Ziel der Berliner Schulen ist und bleibt es, alle
Schüler zu einem Schulabschluss zu führen. Die Steigerung der Zahl der Schüler ohne Berufsbildungsreife im vergangenen Schuljahr zeigt uns,
dass es noch nicht gelingt, dieser Herausforderung umfassend gerecht zu werden", sagte Ilja Koschembar, Sprecher von Bildungssenatorin
Sandra Scheeres (SPD). Es handele sich um den ersten noch nicht vollständigen Abschlussjahrgang der Integrierten Sekundarschule. Die
Verwaltung werde die Ergebnisse für jede Schule analysieren und mit den Schulen daran arbeiten, die gefährdeten Schülergruppen erfolgreicher
zum Abschluss zu führen, so Koschembar. Dies könne etwa mit Dualem Lernen und Praxislerngruppen möglich sein.
Mädchen sind die besseren Schüler
Die Daten der Bildungsverwaltung zeigen auch, dass der Anteil der Mädchen mit Abitur in allen Bezirken höher ist als der der Jungen. In
Charlottenburg­Wilmersdorf zum Beispiel liegt das Verhältnis bei 58,4 zu 46,2 Prozent, in Neukölln bei 34,9 zu 27,9 Prozent. Berlinweit machte
fast jedes zweite Mädchen ihr Abitur (45,7 Prozent), aber nur gut jeder dritte Junge (36,6 Prozent). In Berlin erlangten insgesamt etwas mehr als
41 Prozent aller Schulabgänger die allgemeine Hochschulreife. Bei den Schulabgängern nichtdeutscher Herkunftssprache waren es allerdings
nur 27,3 Prozent.
Hier werden ebenfalls deutliche Unterschiede zwischen den Berliner Bezirken deutlich. In Pankow betrug der Anteil der Abiturienten
nichtdeutscher Herkunftssprache an allen Schulabgängern lediglich 16,1 Prozent, in Treptow­Köpenick 39,3 Prozent. Auch in Lichtenberg und
Marzahn Hellersdorf lag der Anteil der Abiturienten aus diesen Familien klar über dem Durchschnitt.
Es sind diese Differenzen zwischen den Bezirken mit guter und weniger guter Sozialstruktur sowie zwischen Kindern aus deutschen und nicht­
deutschen Familien, auf die Joschka Langenbrinck sein besonderes Augenmerk richtet. "Die Zahlen zeigen, wie wichtig unser Programm zur
Förderung der Brennpunktschulen ist", sagte der SPD­Politiker der Berliner Morgenpost. Die Wahrscheinlichkeit steige, einen Schulabschluss zu
erreichen, wenn das Kind eine Kita besucht hat und nicht die Schule schwänzt. Daher sei auch das Programm der Bildungsverwaltung gegen
Schuldistanz wichtig.
Zudem, so Langenbrinck, erlebe er bei Schulbesuchen, wie wichtig häusliche Vorbilder sind. Kinder, deren Eltern von Hartz IV leben, litten häufig
unter Perspektivlosigkeit. Der Abgeordnete erneuerte die Forderung der Neuköllner SPD nach einer finanziellen Zulage für Lehrer an
Brennpunktschulen. Diese sei allerdings aus rechtlichen Gründen schwer durchzusetzen. Möglich sei auch, die Unterrichtsverpflichtung dieser
Lehrer zu reduzieren, das sei aber "eine Frage des Geldes". Wie berichtet, hatte auch die Vereinigung Berliner Schulleiter vor wenigen Tagen
Anreize für Lehrer an Brennpunktschulen gefordert. Hintergrund sind die Probleme dieser Schulen, genügend Personal zu finden.
"Praxisbezug fehlt häufig"
Katrin Schultze­Berndt, Bildungsstadträtin in Reinickendorf und Schulexpertin der CDU, wollte die Daten der Schulverwaltung vor einer
detaillierten Stellungnahme zunächst erst genau analysieren. Allerdings zeigten die Zahlen zu den Schulabgängern ohne Abschluss, dass die
erst 2010 in Berlin eingeführte Integrierte Sekundarschule "nicht alles richtet". Um die gefährdeten Jugendlichen müsse man sich intensiv
http://www.morgenpost.de/berlin/article137097811/Jeder-zehnte-Berliner-geht-ohne-Abschluss-von-der-Schule.html#
1/4
4.2.2015
Schulabgänger: Jeder zehnte Berliner geht ohne Abschluss von der Schule - Berlin - Berliner Morgenpost
kümmern. Leider sei der starke Praxisbezug der früheren Hauptschule heute nicht mehr in dieser Form vorhanden. Schultze­Berndt riet dazu, die
Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben zu intensivieren, etwa Schulpatenschaften von Firmen zu fördern. So könnten Jugendlichen
berufliche Perspektiven aufgezeigt werden.
© Berliner Morgenpost 2015 ­ Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN
morgenpost.de
Deutsche trinken erstmals seit Jahren mehr Bier
107 Liter: So viel Bier trank jeder Deut sche im vergan genen Jahr. Damit ist der Pro­Kopf­K onsum in der
größten Braue rei­Na tion Europas erst mals seit 2011... mehr
morgenpost.de
Gestrandete Finnin will weg aus Berlin
Seit Monaten lebt eine psychisch kranke Finnin auf Berliner Flughäfen und irrt durch die Stadt. Dabei
wird sie mitt ler weile von Neugie rigen verfolgt. Deshalb... mehr
Gleitsichtbrille für 229 Euro statt über 700 Euro
Aktion von brillen.de ermög licht Sensa ti ons preis beim Optiker vor Ort mehr
ANZEIGE
morgenpost.de
Gericht verbietet Großbordell an der Potsdamer...
Der Bezirk Tempel hof­Schö ne berg gewinnt vor Gericht den Streit gegen einen Bordell­Be treiber, eine
Beru fung wurde nicht zuge lassen. Damit sind auch... mehr
morgenpost.de
Zwei Berliner CDU-Politiker laufen zur SPD über
Die beiden Poli zisten verlassen die CDU ­ aus Enttäu schung über Senator Henkel und das ihrer Ansicht
nach schlechte Klima in der Partei. In Spandau verliert... mehr
Typisch Ford:
mit leuch tendem Beispiel voran mehr
ANZEIGE
powered by plista
NEWS-TICKER
TOP-THEMA
10:29 Alpecin ist in
China ein Renner
10:23 Dax pausiert
nach Rekordjagd
10:18
Die besten
Berlin­Videos
Das sind die Youtube­
http://www.morgenpost.de/berlin/article137097811/Jeder-zehnte-Berliner-geht-ohne-Abschluss-von-der-Schule.html#
2/4
Autor
Document
Kategorie
Uncategorized
Seitenansichten
2
Dateigröße
1 810 KB
Tags
1/--Seiten
melden