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Manuskript: Kopfschmerzen - ein vielfältiges Volksleiden

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SWR2 MANUSKRIPT
ESSAYS FEATURES KOMMENTARE VORTRÄGE
SWR2 Wissen
Kopfschmerzen - ein vielfältiges
Volksleiden
Neue Erkenntnisse und Behandlungsmethoden
Von Peggy Fuhrmann
Sendung: Mittwoch, 4. Februar 2015, 08.30 Uhr
Redaktion: Sonja Striegl
Regie: Autorenproduktion
Produktion: SWR 2015
Bitte beachten Sie:
Das Manuskript ist ausschließlich zum persönlichen, privaten Gebrauch bestimmt. Jede
weitere Vervielfältigung und Verbreitung bedarf der ausdrücklichen Genehmigung des
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MANUSKRIPT
SOUND: Pochen
Wort-Take 1 - Anselm Schnippenkötter:
Ich habe während der Pubertät sehr sehr heftig unter Schmerzen gelitten, unter
Kopfschmerzen. Und da ist Unterschiedlichstes diagnostiziert worden von der
Sonnenallergie bis zu chronischer Nebenhöhlenentzündung. Mir sind sogar
deswegen die Nasenscheidewände operiert worden. Nur auf die eigentliche
Krankheit Migräne ist niemand gekommen. Und dann bin ich die 10, 20 Jahre
danach eigentlich nur sehr wenig zu Ärzten gegangen, in der Annahme, mir kann da
sowieso keiner helfen. Das verlief ja alles im Sande.
Sound: Pochen kurz hoch
Wort-Take 2 - Uwe Reuter:
Ich denke, dass dies so war früher. Es hat sich sicherlich verändert durch die
Einführung von besserer Akuttherapie und zum Zweiten auch durch neue
vorbeugende Medikamente. Und heutzutage kann sicherlich jeder Patient behandelt
werden, nicht allein durch Medikamente, sondern der Patient muss auch selbst was
dazu beitragen. Aber alleingelassen ist man sicherlich nicht mehr.
Sound: Pochen weg
Autorin:
„Kopfschmerzen - ein vielfältiges Volksleiden - Neue Erkenntnisse und
Behandlungsmethoden“. Eine Sendung von Peggy Fuhrmann.
ATMO 1: (Kopfschmerzambulanz: Stimmen - Schritte - Patient wird aufgerufen)
Autorin:
Berliner Charité, Kopfschmerzambulanz. In dem karg möblierten, neonbeleuchteten
Vorraum sitzen nur wenige Personen. Hier muss niemand lange warten, denn die
Ärzte reservieren für jeden Patienten eine halbe Stunde Zeit. Einer von ihnen ist der
30jährige Andreas Becker. Er hat bereits eine lange Leidensgeschichte hinter sich.
Wort-Take 3 - Andreas Becker:
Die Kopfschmerzen sind seit dem 15. Lebensjahr da, damals war die Häufigkeit bei
weitem nicht so wie jetzt. Ich bin damals als junger Mann nicht zum Arzt gegangen.
Ich kannte Migräne aus der Familie. Und da die Symptome sehr ähnlich waren,
wusste man schon, womit man es zu tun hat. Und somit bin ich erst zum Arzt
gegangen als es langsam unerträglich war. Als die Kopfschmerzen mehrmals die
Woche aufgetreten sind, ich langsam keinen anderen Ausweg gesehen habe. Da bin
ich zum Arzt gegangen.
Autorin:
Bis zu diesem Zeitpunkt - und damit etwa zehn Jahre lang - behandelte Andreas
Becker die Kopfschmerzen selbst mit starken Schmerzmitteln. Inzwischen nimmt er
Triptane. Diese Medikamente helfen bei Migräne und Clusterkopfschmerz, nicht bei
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anderen Kopfschmerzen. Sie lindern sowohl die Schmerzen als auch
Migränesymptome wie Übelkeit. Triptane gelten als sehr wirksam.
Wort-Take 4 - Andreas Becker:
Aber bei meinen Kopfschmerzen schlagen auch die Migränemedikamente nicht so
an wie sie sollten. Das bedeutet, selbst wenn ich die Triptane einnehme, sind die
Kopfschmerzen nicht komplett verschwunden. Sondern es ist besser geworden. Aber
unter Schmerzen leide ich trotzdem noch. Abhilfe ist Triptane, Schmerzmittel und
möglichst schlafen. Und wenn man aufwacht eben hoffen, dass es vorbei ist.
Autorin:
Bei einem Migräneanfall weiten sich die Blutgefäße der Hirnrinde, das löst
Schmerzen aus. Triptane verengen die Blutgefäße wieder, und sie hemmen die
Ausbreitung von Schmerzreizen über die Hirnrinde. Viele Kopfschmerzgeplagte, die
in die Ambulanz kommen, haben Migräne. Aus welchen Gründen sie diese spezielle
Sprechstunde besuchen, schildert die Neurologin Dr. Heike Israel:
Wort-Take 5 - Heike Israel:
Da geht es hauptsächlich darum, dass Patienten im Verlauf von Jahren oder
Monaten eine Häufigkeitszunahme der Attacken haben. Das ist bei den
Migränepatienten das häufigste Problem, dass man versuchen muss, sie
prophylaktisch, also vorbeugend zu behandeln.
Autorin:
Vorbeugende Medikamente können die Häufigkeit oder Stärke der Attacken
reduzieren. Es gibt verschiedene Arten von Medikamenten, die dafür infrage
kommen. Auch Andreas Becker hat einige dieser Mittel ausprobiert. Ihm hilft ein
leichtes Antidepressivum am besten:
Wort-Take 6 - Andreas Becker:
Das ist auch ein Mittel, was einen so ein bisschen entspannen lässt. Auf jeden Fall
geht es damit ein bisschen besser, vor allem, weil diese Tabletten dazu beitragen,
dass, wenn die Kopfschmerzen nachlassen, man schneller zum Schlaf findet. Sonst
ist immer noch das Problem, dass ich nicht einschlafen kann. Und selbst wenn der
Hauptschmerz weg ist, bleibt diese Aura stundenlang, dass mein Kopf wie ein
Glashaus ist. Es ist empfindlich. Man darf sich nicht bücken, nicht so viel laufen,
sonst fangen die Kopfschmerzen wieder von vorne an. Und die einzige Lösung ist
da, schnell Schlaf zu finden.
Sound: Pochen
Autorin:
Auf Kopfschmerzen spezialisierte medizinische Zentren gibt es heute in mehreren
deutschen Städten. Die meisten gehören zu Unikliniken. Neben Migränekranken
besuchen diese Einrichtungen vor allem Patienten, die bereits wirkungslose
Therapien hinter sich haben: Heike Israel beschreibt die typische Klientel:
Wort-Take 7 - Heike Israel:
In der Regel sind das Patienten, die schon ambulant vom Facharzt gesehen wurden
und wo es in der Behandlung bei der genauen Zuordnung der zugrunde liegenden
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Kopfschmerzerkrankung Schwierigkeiten gibt. In der Regel ist es etwas einfacher bei
Patienten, die Migräne haben. Aber zum Beispiel Erkrankungen, die seltener sind,
wie etwa der Clusterkopfschmerz, da dauert es schon im Schnitt bis zu 8 Jahren, bis
Patienten die tatsächliche Diagnose bekommen.
Autorin:
Clusterkopfschmerzen sind extrem heftig. Die Attacken dauern maximal drei
Stunden, treten vor allem nachts auf und sind immer einseitig. Unter dieser Art von
Kopfschmerz leiden in Deutschland weniger als 0,2 % der Bevölkerung. Wesentlich
häufiger kommen Spannungskopfschmerzen und Migräne vor - sowie Mischformen
aus beiden. Gelegentlich wiederkehrende Spannungskopfschmerzen kennt fast
jeder. Und jeweils etwa 15 % der Bevölkerung leiden an mehr als einmal im Monat
wiederkehrenden Migräneattacken oder Spannungskopfschmerzen. Gemeinsam ist
allen Kopfschmerzarten, dass ausschließlich die Hirnhaut schmerzt, so der Leiter der
Kopfschmerzambulanz der Berliner Charité, Dr. Uwe Reuter. Denn:
Wort-Take 8 - Uwe Reuter:
Die Hirnhaut ist das einzige Organ innerhalb des Schädels, das von Schmerznerven
durchzogen wird. Und nur diese Schmerznerven können das Signal Kopfschmerz an
unsere Hirnrinde senden. Und um einen Kopfschmerz zu haben, müssen Sie immer
die Schmerzfasern in diesen Strukturen angeregt, aktiviert haben.
Autorin:
Warum diese Schmerzfasern bei Kopfschmerzpatienten so häufig aktiv sind, ist noch
unklar. Doch wie sich die Kopfschmerzarten unterscheiden, wissen Mediziner:
Wort-Take 9 - Uwe Reuter:
Es gibt für die Migräne ganz eindeutige Diagnosekriterien. Um eine Migräneattacke
zu haben, muss der Kopfschmerz bestimmte Charakteristika haben. Und zwar,
hämmernd, klopfend, pulsierend, einseitig betont und es ist absolut obligat, dass man
auch vegetative Symptome hat, das sind Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Lichtoder Geräuschempfindlichkeit.
Autorin:
Beim Clusterkopfschmerz und der häufigsten Kopfschmerzart, dem
Spannungskopfschmerz, fehlen Übelkeit und Erbrechen.
Wort-Take 10 - Uwe Reuter:
Und der Kopfschmerz beim Spannungskopfschmerz ist natürlich auch kein
hämmernder sondern ein dumpfer ziehender Kopfschmerz, der auch nicht so stark
ist. D. h., an diesen Kriterien können Sie die Kopfschmerzarten eigentlich gut
unterscheiden. Häufig treten die natürlich auch zusammen auf. Und das macht es
dann für uns schwierig.
Autorin:
Noch vor wenigen Jahrzehnten galten Kopfschmerzen als geringfügiges Leiden, das
nicht einmal als Krankheit anerkannt war. Doch heute stehen sie bei der WHO in
einer Liste von 290 weltweit vorkommenden Krankheiten an siebter Stelle. Diese
Rangfolge belegt, wie häufig die jeweilige Krankheit vorkommt und wie sehr sie das
Leben der Patienten beeinträchtigt. Bei den Kopfschmerzen hängt es vom
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Kopfschmerztyp und der Häufigkeit der Attacken ab, ob die Betroffenen ein normales
Leben führen können, so die Einschätzung von Professor Peter Kropp. Er leitet an
der Uni Rostock das Institut für medizinische Psychologie und ist außerdem
Vizepräsident der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft:
Wort-Take 11 - Peter Kropp:
Meine täglichen Dinge werden viel stärker beeinträchtigt durch einen Migräneanfall
als durch einen Spannungskopfschmerz. Ich kann mich beim
Spannungskopfschmerz immer noch durchquälen, kann immer noch was machen,
aber ich spüre halt den Schmerz. Bei der Migräne kann ich nichts mehr machen.
Autorin:
Weil Migräne das Leben so massiv beeinträchtigen kann, suchen von allen
Kopfschmerzgeplagten Migränekranke am häufigsten ärztlichen Rat. Migräne gehört
wie Clusterkopfschmerz und Spannungskopfschmerz zu den primären
Kopfschmerzen, unter denen insgesamt 80 % aller Kopfschmerzpatienten leiden. Die
übrigen haben sekundäre Kopfschmerzen, die durch eine andere Erkrankung
verursacht werden oder auch als Nebenwirkung von Medikamenten wie der AntiBaby-Pille und bestimmter Herzmittel auftreten können. Bei sehr feiner
Differenzierung kommen Fachleute so auf insgesamt etwa 200 verschiedene
Kopfschmerzarten.
Einige Krankheiten, die Kopfschmerzen auslösen, sind gefährlich. Wer solche
Kopfschmerzen bekommt, muss sofort einen Arzt aufsuchen, rät Uwe Reuter:
Wort-Take 12 - Uwe Reuter:
Was sind gefährliche Kopfschmerzen? Zum Beispiel solche mit Hirnblutungen in
Verbindung oder mit Gefäßerkrankungen des Kopfes und des Gehirns. Oder kleine
Gefäßwandeinrisse, all diese können mit Kopfschmerzen einhergehen. Aber das sind
in der Regel neu aufgetretene Kopfschmerzen mit zusätzlichen Begleitsymptomen.
Also in so einem Fall ist es dann typisch, dass der Kopfschmerz explosionsartig
auftritt mit einer Lähmung von Armen oder Beinen. Oder dass der Kopfschmerz
langsam an Intensität über Tage und Wochen und Monate zunimmt, möglicherweise
dann mit Gesichtsfelddefekten.
ATMO 2: (Kopfschmerzambulanz Warteraum: Stimmen - Schritte)
Autorin:
In der Kopfschmerzambulanz der Berliner Charité hat der behandelnde Arzt Andreas
Becker auf seinen Medikamentenverbrauch angesprochen. Weil Triptane seine
Migräneattacken nicht stark genug dämpfen, nimmt er zusätzlich weitere
Schmerzmittel. Und da er inzwischen mehrmals in der Woche unter Migräne leidet,
beide Medikamente ebenfalls mehrmals pro Woche.
Wort-Take 13 - Andreas Becker:
Wenn man am Ertrinken ist, greift man nach allem. Und genauso ist es mit den
Kopfschmerzen. Wenn man merkt, es geht gar nicht, nimmt man mehr, mehr, mehr.
5
Autorin:
Doch Patienten sollten Triptane oder andere Schmerztabletten - so genannte
Analgetika wie zum Beispiel Ibuprofen, Diclofenac oder Paracetamol an höchstens
zehn Tagen im Monat einnehmen, empfiehlt die Deutsche Kopfschmerzgesellschaft.
Denn wer über einen längeren Zeitraum häufiger zu solchen Tabletten greift,
bekommt immer mehr Kopfschmerzen, warnt Heike Israel:
Wort-Take 14 - Heike Israel:
Einfache Analgetika, die man in der Apotheke rezeptfrei bekommt, da wissen wir,
dass sehr häufig die Patienten da einen Dauerkopfschmerz entwickeln, der ähnlich
einem Spannungskopfschmerz ist. Werden aber Triptane übergebraucht, wissen wir,
dass das häufiger dazu führt, dass man mehr Migräneattacken hat. Man kann das
nicht unterscheiden, ob das der Spontanverlauf oder der Medikamenteneffekt ist, das
kann man nur entscheiden, wenn man einen Triptan-Entzug gemacht hat und
danach deutlich weniger Attacken auftreten.
Autorin:
In der Kopfschmerzambulanz der Charité behandeln die Ärzte häufig Patienten, die
seit Jahren zu viele Schmerzmittel einnehmen. So wie Andreas Becker:
Wort-Take 15 - Andreas Becker:
Da haben sie Gespräche mit mir darüber geführt. Aber wenn Sie mit dem Kopf gegen
die Wand laufen, dann werden Sie Schmerzmittel nehmen.
Autorin:
Nur ein Medikamentenentzug kann diese Spirale von häufigem Kopfschmerz und
häufiger Schmerzmitteleinnahme - verstärktem Kopfschmerz und noch mehr
Medikamenten durchbrechen. Doch wie viele Patienten hat auch Andreas Becker
Angst vor einem Entzug. Er befürchtet, den Schmerzen dann vollkommen
ausgeliefert zu sein. Das lässt sich aber verhindern, beruhigt Heike Israel:
Wort-Take 16 - Heike Israel:
Da gibt’s ja die Möglichkeit, das ambulant, also zuhause, zu machen oder stationär.
Wobei man im Rahmen von einem stationären Aufenthalt natürlich besser auf
Entzugssymptome wie Schmerzen oder auch Übelkeit o. ä. eingehen kann oder auch
medikamentös behandeln kann als wenn man jetzt zuhause ist.
Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht, indem man z. B. entzugsbegleitend eine
geringe Dosis von Cortison gibt, weil das die Entzugssymptomatik reduziert. Es ist
allerdings ein Effekt, der ein bisschen umstritten ist, weil er sich auch nicht in allen
Studien, die es dazu gibt, und es gibt nur relativ wenige, wirklich nachweisen lässt.
Aber nach unserer Erfahrung reduziert das die Entzugssymptomatik.
ATMO 3: (Selbsthilfegruppe - leise Musik - Stimmen: „Mir geht’s im Moment
hundsmiserabel, und ich beschäftige mich gerade damit, einen stationären Platz im
Krankenhaus zu bekommen, weil ich im Moment ununterbrochen Migräne habe. Im
Moment muss ich so viele Medikamente nehmen, dass der Verdacht besteht, dass
ich in diesem medikamenteninduzierten Kreislauf drin stecke“ - „Dass die
Medikamente nicht mehr helfen?“ - „dass die Medikamente schon helfen, aber selbst
die Attacken mit auslösen...“)
6
Autorin:
Das Thema Medikamentenentzug beschäftigt auch Anselm Schnippenkötter. Der 62Jährige ist Mitglied einer Selbsthilfegruppe und sucht Rat bei deren Leiterin Lucia
Raeck. Im Wohnzimmer ihrer Wohnung in Berlin-Pankow besprechen sie, wie er die
Medikamente am besten absetzen könnte.
ATMO 4: (Selbsthilfegruppe - leise Musik - Stimmen: „Ich würde dir den Tipp geben,
versuche es erst im Hedwigskrankenhaus“ - „Und wieso?“ - „Von der Havelhöhe
habe ich schon von vielen aus der Gruppe gehört, die nehmen dir die Medikamente
weg und du kriegst gar nichts…“)
Autorin:
Anselm Schnippenkötter leidet seit Jahrzehnten unter chronischer Migräne und
nimmt generell zu viele Schmerzmittel. Aus diesem Grund hat er jeweils im Abstand
von einigen Jahren immer mal wieder alle Medikamente abgesetzt.
Wort-Take 17 - Anselm Schnippenkötter:
Ich habe Erfahrungen gemacht mit so genannten kalten Entzügen. Das ist kaum
auszuhalten, weil Sie dem Schmerz voll ausgeliefert sind, ohne dass es irgendeine
Substitution gibt, irgendeine Unterstützung stattfindet. Und ich möchte das nicht mehr
erleben. Ich weiß, dass es heute Entzugsmöglichkeiten gibt durch Substitution von
Cortison. Und da findet der Entzug statt, ohne dass Sie den Schmerzen ausgeliefert
sind. Das klappt ganz gut, die Erfahrung habe ich schon gemacht.
Autorin:
Nach einem Entzug sind die Attacken eine Zeitlang schwächer und die Medikamente
wirken wieder sehr viel besser - so die Erfahrung des 62-Jährigen.
Wie die verschiedenen Kopfschmerzarten zu behandeln sind, regeln heute
medizinische Leitlinien. Unproblematisch sind gelegentlich wiederkehrende
Spannungskopfschmerzen. Sie lassen sich einfach mit einem gängigen
Schmerzmittel bekämpfen. Doch wer häufiger als einmal im Monat unter
Spannungskopfschmerzen oder Migräne leidet, sollte nicht nur bei akutem
Kopfschmerz Medikamente zu sich nehmen. Diese Patienten müssten ihren
Lebensstil verändern, rät Uwe Reuter:
Wort-Take 18 - Uwe Reuter:
Dazu ist bei beiden Kopfschmerzarten, also bei Migräne und
Spannungskopfschmerzen, zum einen der Lebensrhythmus zu harmonisieren: Es ist
wichtig, dass man regelmäßig schläft, sich ausgewogen ernährt, regelmäßig ernährt,
keinen Hunger hat, keinen Durst hat. Es ist auch wichtig, dass man versucht, Stress
zu vermeiden und vorbeugende Maßnahmen dahingehend, zum Beispiel
Ausdauersport zu betreiben, also Schwimmen, Joggen, Fahrradfahren sind
Ausdauersportarten, dreimal pro Woche mindestens 30 Minuten. Sie können aber
auch andere Verfahren anwenden wie Yoga, wie die progressive
Muskelentspannung nach Jacobsen. Das Wichtige ist, dass der Patient es
regelmäßig macht dreimal pro Woche. Sie können keine der Erkrankungen damit
heilen, aber was Sie können mit vorbeugenden Maßnahmen: die Häufigkeit und die
Schwere um ca. 20-30 % reduzieren.
7
Autorin:
Alle Patienten, die trotz solcher Anpassungen des Lebensstils häufiger als acht Tage
im Monat unter Migräne oder Spannungskopfschmerz leiden, sollten zusätzlich ein
vorbeugendes Medikament einnehmen. Damit lässt sich die Zahl der
Schmerzattacken oft reduzieren.
Wort-Take 19 - Uwe Reuter:
Es gibt ganz klassische, ältere vorbeugende Medikamente wie zum Beispiel
Betablocker, also eigentlich ein Blutdruckmedikament, Calziumantagonisten, es gibt
Antiepileptika. Keines dieser Medikamente ist für die Migränetherapie eingeführt
worden. Und was es Neues gibt, das ist auch besonders für Patienten, die mehr als
15 Tage pro Monat Kopfschmerzen, Migräne haben, da gibt es Botulinumtoxin,
Botox, weil es für diese Patientengruppe auch guten Einfluss auf die
Kopfschmerzhäufigkeit hat.
Autorin:
Zwei neuere große US-amerikanische Studien zur Migräneprophylaxe, an denen
Patienten aus mehreren medizinischen Zentren teilnahmen, belegen, dass Patienten
mit chronischen Kopfschmerzen nach Botox-Injektionen deutlich seltener unter
Schmerzattacken litten. Allerdings wirken weder Botox noch die anderen
vorbeugenden Mittel bei jedem Patienten. Deshalb muss jeder, der häufig unter
Kopfschmerzen leidet, ausprobieren, was ihm hilft. Aber:
Wort-Take 20 - Uwe Reuter:
Sie kommen nicht nur mit Medikament alleine durch. Das ist ein großer Irrglaube! Es
ist immer eine zweischrittige Therapie: Medikament und nicht medikamentöse
Therapie.
ATMO 5: (Biofeedback - Programm starten, Gemurmel, „Machen wir noch
‚zentrieren’“)
Autorin:
Universität Rostock, Institut für Medizinische Psychologie. Der Leiter des Institutes,
der Psychologe und Verhaltenstherapeut Professor Peter Kropp, hat sich auf nicht
medikamentöse Kopfschmerztherapien spezialisiert. In seinem Büro baut er das
Messgerät für eine Biofeedbacktherapie auf und verbindet es über Kabel mit
Sensoren. Die Sensoren klebt er auf Zeige- und Mittelfinger eines Patienten. Sie
ermitteln den Hautwiderstand. Das heißt: Sobald wir uns entspannen, produzieren
die Schweißdrüsen weniger Schweiß, die Haut wird trockener und leitet daher
elektrischen Strom schlechter. Der elektrische Widerstand der Haut zeigt demnach
an, wie gestresst oder entspannt jemand ist. Diese Daten wandelt das Messgerät in
akustische Signale um.
Wort-Take 21 (mit Atmo) - Peter Kropp:
Ich mach mal hier einen Klavierton… (klappert mit der Tastatur)
ATMO 6: (hoher Klavierton, der langsam tiefer wird)
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Wort-Take 22 (mit Atmo) - Peter Kropp:
Je höher der Ton ist, desto aufgeregter sind Sie, je tiefer der Ton ist, desto
entspannter sind Sie. Und jetzt wäre es Ihre Aufgabe, anhand des Tones sich eine
Strategie auszusuchen, wie Sie möglichst entspannt sind. Also damit möglichst der
Ton nach unten geht. (Ton wird tiefer)
Autorin:
Der Patient - der anonym bleiben möchte - probiert mit Hilfe der Töne aus, wodurch
er sich entspannt. Er merkt es daran, dass die Töne nicht nur tiefer, sondern auch
seltener werden. Manchen Menschen helfen Atemübungen oder Selbstsuggestion
wie beim autogenen Training. Andere stellen sich eine ruhige Urlaubssituation vor etwa einen Strandspaziergang am leise plätschernden Meer. Biofeedback macht
körperliche Vorgänge wie Anspannung und Beruhigung sicht- oder hörbar, die sonst
nicht zu erkennen sind. Und wer mit dieser Hilfe gelernt hat, sich zu entspannen,
erreicht das dann auch ohne das Gerät.
Wort-Take 23 - Peter Kropp:
Ich muss das Gerät wieder ausblenden, es muss der Kopf ja auch ohne das Gerät
etwas machen können. Und manchmal reicht es, Biofeedback nur am Anfang einer
Verhaltenstherapie einzusetzen. Es ist ja so, dass Patienten zu uns kommen und
sagen, ich habe eine Schmerzerkrankung. Aber ich soll zum Psychologen. Das
verstehe ich nicht. Da reicht es manchmal, sie kurz an so ein
Hautwiderstandsmessgerät anzuschließen, wo dann ganz deutlich erfahrbar wird wie
Denkinhalte - also das was ich denke - wie sich die auf den Körper auswirken.
Autorin:
Biofeedback hilft etwa 60 Prozent der Patienten und ist damit ähnlich wirksam wie
andere Entspannungsverfahren. Eine aktuelle Studie von Peter Kropp belegt, wie gut
Entspannung hilft. Er untersuchte die Wirkung von progressiver Muskelentspannung
auf Migränepatienten, die täglich trainieren. Ein Aspekt dabei:
Wort-Take 24 - Peter Kropp:
Wir messen die Aufmerksamkeitsfunktionen des Kopfes. Wir wissen nämlich, dass
Migränepatienten besonders aufmerksam sind. Das kann man mithilfe des EEG auch
feststellen. Und das messen wir zu Beginn und am Ende dieser Entspannungsserie.
Autorin:
Die erhöhte „Aufmerksamkeitszuwendung“ - so der Fachbegriff - gilt als besondere
Eigenschaft von Migränepatienten. Das haben Reaktionstests mit vielen Teilnehmern
gezeigt. Bei diesen Versuchen hören die Probanden kurz nacheinander zwei Töne.
Der erste kündigt an, dass gleich, wenn der 2. Ton folgt, der Proband einen Knopf
drücken muss. Migränepatienten waren bei dieser Übung auch noch bei der 30.
Wiederholung aufmerksam und reaktionsschnell, während gesunde
Versuchsteilnehmer da schon längst innerlich abgeschaltet hatten und den Knopf
sehr viel später drückten. Diese erhöhte Aufmerksamkeit von Migränepatienten hat
im Alltag praktische Konsequenzen: Sie können weniger gut abschalten, weil sie es
beispielsweise nicht schaffen, störende Geräusche oder andere Irritationen
auszublenden. Das ändert sich durch tägliche Entspannungsübungen.
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Wort-Take 25 - Peter Kropp:
Interessanterweise sehen wir einen Effekt einmal durch die Entspannung, d. h. die
Migräne geht deutlich zurück in ihrer Anfallshäufigkeit. Und wir können zeigen, dass
die Aufmerksamkeitszuwendung, die wir messen mit der EEG-Technik, auch sich
normalisiert, eben an das, was wir bei normal Gesunden beobachten können.
Autorin:
Weil Entspannungsverfahren auch diese besondere Aufmerksamkeit reduzieren,
wirken sie bei Migränepatienten besonders gut. Auch Lucia Raeck und Anselm
Schnippenkötter von der Berliner Selbsthilfegruppe haben diese Erfahrung gemacht.
Wort-Take 26 - Lucia Raeck:
Ich setz mich hin nach dem Frühstück, das mach ich eigentlich fast jeden Tag und
lasse mich so richtig hängen und sage, es ist jetzt alles egal, und da merke ich eben
auch, dass man die Schultern hängen lassen kann. Man merkt eben, diese große
Anspannung ist weg.
Wort-Take 27 - Anselm Schnippenkötter:
Ich habe sehr schnell erkannt, dass für mich Entspannung und Runterfahren des
inneren Stresses ein ganz wichtiges Thema ist. Und mir hat also Jacobsen, diese
Methode nicht genügt, damit habe ich angefangen, dann habe ich meditieren gelernt.
Und das betreibe ich heute noch. Das hat mir am meisten geholfen.
Autorin:
Viele Menschen, die unter Migräne oder chronischen Spannungskopfschmerzen
leiden, haben die Anlage für diese Krankheit geerbt. Bereits Vater oder Mutter
klagten häufig über Kopfschmerzen. Doch die Veranlagung allein führt nicht zu
regelmäßigen Schmerzattacken. es müssen zusätzlich akute Stressoren
hinzukommen. Was bei dem Einzelnen Kopfschmerzen auslöst, ist individuell
verschieden.
Uwe Reuter von der Berliner Charité nennt bekannte Auslöser:
Wort-Take 28 - Uwe Reuter:
Wir wissen zum Beispiel, dass Hunger Kopfschmerzen machen kann, Schlafmangel,
hormonelle Umstellungen, Reisen von einem Kontinent zum anderen - also
Zeitverschiebung. Das alles kann Kopfschmerzen auslösen, aber nicht bei jedem
Patienten gleichartig.
Autorin:
Manches erklären Ärzte oder Patienten auch zum Auslöser, weil sie falsche
Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung herstellen. Ein Beispiel:
Schokolade gilt als potenzieller Auslöser. Bekannt ist, dass tatsächlich viele
Patienten Migräne bekommen, nachdem sie Schokolade gegessen haben. Der
Rückschluss, dass die Schokolade die Attacke hervorruft, sei dennoch falsch, sagt
Peter Kropp:
Wort-Take 29 - Peter Kropp:
Was man aber herausgefunden hat, ist, dass die Schokolade offensichtlich immer
dann eingenommen wird, wenn der Kopf schon weiß, dass demnächst die Migräne
10
kommt. Und was heißt das für die Migränepatienten? Eine Migräne zu bekommen
heißt, sehr viel Energie zu benötigen. Und Schokolade ist natürlich ein extrem guter
Energielieferant. Der sofort Zucker dem Körper zur Verfügung stellt, der wiederum
auch benötigt wird, um den Migräne-Anfall durchzustehen.
Autorin:
Das heißt, der Appetit auf Schokolade steigt, wenn eine Migräne naht. Doch wer
zwei-, dreimal die Erfahrung macht, dass er nach dem Genuss von Schokolade
Kopfschmerzen bekommen hat, sieht die Schokolode als Ursache. Und erwartet
deshalb generell Kopfschmerzen, wenn er Schokolade isst. Die Konsequenz:
Wort-Take 30 - Peter Kropp:
Das Hirn bereitet sich dann möglicherweise auf einen Kopfschmerz vor, obwohl der
so gar nicht zustande kommen kann. Wir haben aber eine Erwartungskomponente, in
dem Fall nennen wir das die sich selbsterfüllende Prophezeiung. Und es kann sein,
dass beim nächsten Mal tatsächlich dann nach dem Essen der Schokolade dann
eben Migräne auftritt.
Autorin:
Solche Effekte gibt es bei anderen vermeintlichen, aber auch tatsächlichen
Auslösern ebenfalls. Denn was Kopfschmerzen hervorruft, wird auch gelernt, sagt
Peter Kropp. Und so kann die Vermeidung von Auslösern dazu führen, dass
Patienten nicht seltener sondern immer häufiger Kopfschmerzen bekommen. Das
legen Studienergebnisse zum Vermeidungsverhalten in anderen psychologischen
Zusammenhängen nahe. So ist bekannt, dass Phobien sich im Laufe der Zeit immer
mehr ausweiten. Ein Beispiel: Wenn jemand Angst vor engen Räumen hat, meidet er
Fahrstühle. Im Laufe der Zeit ängstigen ihn aber immer mehr beengte Räume: Er
fährt dann nicht mehr Bus oder U-Bahn, kann sich nicht in kleinen Zimmern
aufhalten. Sein Handlungsspielraum wird stetig enger. Ähnliches können
Kopfschmerzpatienten erleben. Peter Kropp über Versuche mit dem bekannten
Migräne-Auslöser Rotwein:
Wort-Take 31 - Peter Kropp:
Wir machen sogar bei unseren Patienten die Beobachtung, dass sie auch nur mit
einem Tropfen Wein im Wasser schon einen Migräneanfall auslösen. Was ja
eigentlich gar nicht der Fall sein kann. Hier ist es allein die Überzeugung, das muss
ja die Migräne auslösen. Und dann löst es tatsächlich die Migräne aus.
Es gibt andere Auslöser, die beim Kopf eine ähnliche Reaktion auslösen. Zum
Beispiel, wenn ich Musik höre. Oder mich in Gesellschaft begebe und danach eben
meine Migräne entwickle. Dann würde das für Migränepatienten ja heißen, diese
Situationen in Zukunft zu vermeiden. Wenn man jetzt aber weiß aus der
Angstforschung, dass dieses Vermeiden dazu führt, dass ich immer mehr Situationen
ähnlicher Art vermeide, dann ziehe ich mich immer mehr zurück. Bei den Auslösern
heißt das, dass die Auslöser immer mehr werden und dass ich dadurch natürlich
immer mehr Chancen habe, einen Migräneanfall zu bekommen.
Autorin:
Seit kurzem arbeiten einige Verhaltenstherapeuten deshalb mit Verfahren zur
Desensibilisierung, die bei Angstpatienten sehr gut wirken. Die Therapeuten
gewöhnen diese Patienten zunächst an leicht angstbesetzte Situationen, dann nach
11
und nach an solche, die massivere Ängste ausgelöst haben. Dadurch verschwindet
die Angst schließlich. Bei Kopfschmerzpatienten geht es um Auslöser wie
flackerndes Licht, kreischende Geräusche oder bestimmte Gerüche. Dem Reiz, auf
den sie empfindlich reagieren, werden die Patienten in langsam steigender
Dosierung ausgesetzt. Auch das Team von Peter Kropp hat die Technik der
Desensibilisierung bereits eingesetzt. Sie half zwei Drittel der Teilnehmer. Doch
bisher lassen sich die Ergebnisse nicht verallgemeinern, weil erst wenige Patienten
solche Verhaltenstrainings absolviert haben.
ATMO 7: (Selbsthilfegruppe - leise Musik - Stimmen)
Autorin:
Viele Menschen, die stark unter Kopfschmerzen leiden, erhalten heute effektive Hilfe.
Das heißt, ihre Beschwerden sind nun geringer. Doch heilbar ist die Krankheit nicht,
die Betroffenen bleiben belastet. Oft müssen sie außer diesen Beschwerden auch
noch negative Reaktionen von Familie, Freunden, Kollegen ertragen.
Wort-Take 32 - Lucia Raeck:
Mein Mann hatte kein Verständnis dafür und meine Schwiegermutter hat gesagt,
„was willst Du mit so einer Frau, die was am Kopf hat.“ Die Männer auch in meinem
Bekanntenkreis: „Du mit deiner Migräne, jammerst du schon wieder!“ Und ich habe
mir vorgenommen, ich sage einfach nichts mehr. Und ziehe mich dann eben zurück.
Autorin:
Viele Migränekranke haben sich wie Lucia Raeck und Anselm Schnippenkötter in
Selbsthilfegruppen organisiert. Auch, weil sie dort Verständnis finden.
Wort-Take 33 - Anselm Schnippenkötter:
Ganz wichtig für mich ist, darüber reden zu können und zu erfahren, dass ich nicht
alleine dastehe.
Autorin:
In der Medizin hat ein Umdenken stattgefunden: Kopfschmerzen gelten nicht mehr
als geringfügiges Übel, sondern als Krankheit. Diese Sichtweise muss sich in der
Gesellschaft noch weiter verbreiten. Damit kein Erkrankter mehr neben den
Kopfschmerzen auch noch das Unverständnis der Umwelt zu bewältigen hat.
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