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Aktuelle Leseprobe KA 2/2015 - DWA

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Sc tark Stur
»S ne ba
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62. Jahrgang · Nr. 2 · Februar 2015 · 10889
Korrespondenz
Abwasser · Abfall
2/15
www.dwa.de/KA
Projekt SYNOPSE:
synthetische
Regenzeitreihen
55 Millionen
produzierte Belüfter seit 1975
Erfahrungsaustausch „Integrierte
Managementsysteme“
Starkregen / urbane Sturzfluten:
Risikomanagement: DWA-M 119
Wassersensitive
Stadtentwicklung
Multifunktionale
Flächennutzung
Entwicklung
kommunaler
Schutzkonzepte
Risikokommunikation
Stadtgebietsweite
Überflutungsbetrachtungen
Rekordniederschläge in Münster
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Energieeffizienz
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KA
15-02- 039
Kunde: Huber
4c
c
m
89
Korrespondenz
Abwasser, Abfall
y
k
Sonderfarbe
Organ der DWA und des Güteschutz Kanalbau
Herausgeber und Verlag:
GFA
Theodor-Heuss-Allee 17, D-53773 Hennef
Postfach
11 65, D-53758 Hennef
gelieferte
PDF
Telefon +49 2242 872-333, Telefax +49 2242 872-1 51
Internet: www.gfa-ka.de
86 x 256 mm
Redaktionsbeirat:
1. Bauass. Dipl.-Ing. Otto Schaaf, DWA-Präsident
2. Ltd. BD Dipl.-Ing. Arndt Bock, DWA-HA
„Gewässer und Boden“
3. Prof. Dr.-Ing. Harro Bode, DWA-Vorstand
4. Prof. Dr.-Ing. Norbert Dichtl, DWA-HA
„Kreislaufwirtschaft, Energie und Klärschlamm“
5. Prof. Dr.-Ing. habil. Andreas Dittrich, DWA-HA
„Wasserbau und Wasserkraft“
6. Ltd. BD Dipl.-Ing. Werner Kristeller, DWA-HA
„Kommunale Abwasserbehandlung“
7. Bauass. Dipl.-Ing. Johannes Loha us,
DWA-Bundesgeschäftsführer
8. Prof. Dr.-Ing. Hubertus Milke, DWA-Vorstand
9. Dr.-Ing. Uwe M ü ller, DWA-HA
„Hydrologie und Wasserbewirtschaftung“
10. Prof. Dr.-Ing. Heribert Nacken, Fachgemeinschaft
Hydrologische Wissenschaften in der DWA
11. Prof. Dr.-Ing. Johannes Pinnekamp, DWA-HA
„Entwässerungssysteme“
12. Prof. Dr.-Ing. Karl-Heinz Rosenwinkel, DWA-HA
„Industrieabwässer und anlagenbezogener Gewässerschutz“
13. Dr. Frank Andreas Schendel, DWA-HA „Recht“
14. StadtDir Dipl.-Ing. Robert Schmidt, DWA-HA
„Bildung und Internationale Zusammenarbeit“
15. Dr. Jochen Ste m plewski, DWA-HA „Wirtschaft“
16. Rolf Usade l , GFA-Geschäftsführer
Redaktion:
Dr. Frank Bringewski (ChR, v. i. S. d. P.), Tel. +49 2242 872-1 90,
E-Mail: bringewski@dwa.de
Dipl.-Volksw. Stefan Bröker, Tel. +49 2242 872-1 05,
E-Mail: broeker@dwa.de
Anzeigen:
Christian Lange, Tel. +49 2242 872-129, E-Mail: anzeigen@dwa.de
Monika Kramer, Tel. +49 2242 872-130
Sekretariat:
Annette Wollny
Tel. +49 2242 872-1 38
E-Mail: wollny@dwa.de
Erscheinungsweise: monatlich
vierteljährliche Beilage KA-Betriebs-Info
Anzeigenpreise: Zurzeit gilt Anzeigenpreisliste Nr. 44
vom 1. Oktober 2014.
Satz, Druck, Bindung: Bonner Universitäts-Buchdruckerei,
Justus-von-Liebig-Straße 6, D-53121 Bonn
Bezugspreis: Der Verkaufspreis ist durch den DWA-Mitglieds­­bei­
trag abgegolten. DWA-Mitglieder, die Mehrexemplare der KA erwerben möchten oder die sich für die Zeitschrift KW – Korrespondenz
Wasserwirtschaft als kostenlose Mitgliederzeitschrift entschieden
haben, können die KA zusätzlich für 109,50 Euro zzgl. Versandkosten bestellen.
Alle Rechte, insbesondere die der Übersetzung in fremde Sprachen, vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages
in ­irgendeiner Form – durch Photokopie, Mikrofilm oder irgendein anderes Verfah­ren – reproduziert oder in eine von Maschinen, insbesondere von Datenverarbeitungsmaschinen verwendbare Sprache übertragen oder übersetzt werden. Von
einzelnen Beiträgen oder Teilen von ihnen dürfen nur einzelne Vervielfältigungsstücke für den persönlichen und sonstigen eigenen Gebrauch hergestellt werden. Die Weitergabe von Vervielfältigungen, gleichgültig zu welchem Zweck sie hergestellt werden, ist eine Urheberrechtsverletzung. – Der Inhalt dieses Heftes wurde sorgfältig erarbeitet. Dennoch übernehmen Autoren, Herausgeber und ­Verlag
für die Richtigkeit von Angaben, Hinweisen und Ratschlägen sowie für ­eventuelle
Druckfehler keine Haftung. Insbesondere unterliegen die Angaben in Industrieund Produktberichten nicht der Verantwortung der Redaktion.
Richtlinien zur Abfassung von Manuskripten können beim Redaktionssekretariat angefordert werden.
Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier mit 100% Recyclingfasern.
© GFA
D-53773 Hennef ISSN 1866-0029
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deren Eutrophierung
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90
Inhalt
2/2015
Seite 122
Unterirdisch verlegte Kanalisationen sind den
unberechenbarer
und stärker werdenden Niederschlägen nicht
immer gewachsen. Vor diesem
Hintergrund
­bekommt der
Begriff der „wassersensitiven Stadtentwicklung“ zunehmende Aktualität. Stadtentwässerung und Stadtplanung sind
­gemeinsam gefordert, Wasser wieder als strukturell-formgebende Kraft anzuerkennen und die räumliche Organisation
der Stadt zu optimieren.
Seite 130
Als ein möglicher Baustein
der Überflu­
tungs­vorsorge
wird immer wieder die „multifunktionale“
Nutzung von
Freiflächen als
urbane Re­ten­
tionsräume genannt. Der vorrangige Nutzungszweck der
Flächen soll dabei nicht eingeschränkt, sondern nur um die
temporäre Zwischenspeicherung von Regenwasser bei Stark­
regen erweitert werden.
Beiträge in
KW – Korrespondenz Wasserwirtschaft 2/2015
Schwerpunkt Starkregen/urbane Sturzfluten
H. Grüning und M. Grimm: Unwetter mit Rekordniederschlägen in Münster
M. Krüger, A. Pfister, B. Teichgräber, S. Niehüser, J. Jensen
und C. Mudersbach: Vorstellung eines Tools zur Analyse
von Starkregen an einem Beispiel im westlichen Emschergebiet
B. Tyrna, A. Assmann und K. Fritsch:
Starkregen-Risikomanagement in der Praxis
J. Stemplewski, G. Johann, P. Bender und B. Grün:
Das Projekt „Stark gegen Starkregen“
A. Pfister, A. Treis und B. Teichgräber: Der Einsatz von
­Radardaten für wasserwirtschaftliche Zwecke bei
­Emschergenossenschaft und Lippeverband
KA Korrespondenz Abwasser, Abfall · 2015 (62) · Nr. 2
Editorial
Starkregen – (k)ein neues Phänomen? . . . . . . . . . . . . . . . 93
Theo G. Schmitt (Kaiserslautern)
Berichte
Mit SYNOPSE auf Starkregen und urbane Sturzfluten
vorbereiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100
Sophia Rohde (Hamburg), Hannes Müller (Hannover),
Kai Schroeder (Berlin), Andreas Kuchenbecker (Hamburg)
und Uwe Haberlandt (Hannover)
Infrastruktur- und Energiemanagement
9. Rostocker Abwassertagung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 102
Boris Richter (Rostock)
Integrierte Managementsysteme in Abwasserbetrieben
15. Internationaler Erfahrungsaustausch in München . . . 105
Henning Heidermann (Bergheim)
Deutschlands Spitzenreiter
der Nachhaltigkeit ausgezeichnet . . . . . . . . . . . . . . . . . . 109
Wasser 2014
Jahrestagung der Wasserchemischen Gesellschaft
in Haltern am See . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 110
Frank Bringewski
Starkregen / urbane Sturzfluten
Risikomanagement in der kommunalen
Überflutungsvorsorge
Werkstattbericht zum Merkblatt DWA-M 119 . . . . . . . . . 114
Theo G. Schmitt (Kaiserslautern)
Starkregenereignisse als Motor
einer wassersensitiven Stadtentwicklung . . . . . . . . . . . . . 122
Antje Stokman (Stuttgart), Holger Hoppe (Erkrath),
Christian Massing (Wuppertal), Fabian Brenne
und Lisa Deister (Stuttgart)
Multifunktionale Flächennutzung als Beitrag
zur urbanen Starkregenvorsorge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 130
Jan Benden (Köln)
Rubriken
Spektrum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 94
Güteschutz Kanalbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112
Güteschutz Kanalbau – Gütezeicheninhaber . . . . U3
DIN-Normen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 163
Personalien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 167
Rechtsprechung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 170
www.dwa.de/KA
91
Vorbereitet sein auf urbane Sturzfluten
Verfahren zur Entwicklung kommunaler Schutzkonzepte
auf Basis der 2D-Modellierung mit HYDRO_AS-2D . . . . . 138
Oliver Buchholz, Fritz Hatzfeld, Robert Mittelstädt
und Alpaslan Yörük (Aachen)
Möglichkeiten der Risikokommuni­kation im Rahmen
eines präventiven Risikomanagements für Starkregen
und urbane Sturzfluten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 145
Klaus Krieger (Hamburg)
und Theo G. Schmitt (Kaiserslautern)
Extreme Regen im urbanen Raum
Stadtgebietsweite Überflutungsbetrachtungen
und Detailanalysen in Bremen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 150
Dietmar Gatke, Katharina Thielking (Bremen),
Holger Hoppe, Nora Kirschner (Erkrath), Michael Koch
und Katrin Behnken (Bremen)
Seite 150
Foto: hanseWasser Bremen GmbH
Korrespondenz
Abwasser, Abfall
Durch stadt­
gebietsweite
Analysen des
Oberflächenabflusses lassen
sich unter
anderem
Potenzialkarten
zur wassersensiblen Stadtentwicklung und
Klimaanpassung erarbeiten. An Überflutungsschwerpunkten
können mit gekoppelten Kanalnetz-Oberflächen-Modellen
Maßnahmen geplant, bewertet und kommuniziert werden.
Dieses Vorgehen wird in Bremen erprobt.
Unwetter mit Rekordniederschlägen in Münster . . . . . . . 157
Helmut Grüning und Michael Grimm (Münster)
DWA
Foto: Westfälische Nachrichten, Münster
Regelwerk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 164
Landesverbände . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 167
Seite 157
Seite 138
Um die Gefährdung durch urbane Sturzfluten zu analysieren
und Vorsorgemaßnahmen zu treffen, wurde ein zweistufiges
Vorgehen auf Basis von GIS-Daten, hydrodynamischen
Untersuchungen und Kanalnetzmodellen entwickelt.
Im Juli 2014 wurde die Stadt Münster von einem unwetterartigen Ereignis betroffen, das in vergleichbarer Intensität
im Stadtgebiet bislang nicht vorgekommen ist. Derartige
Ausnahmeereignisse zeigen, dass technische Anlagen nur
einen begrenzten Schutz gegen Naturphänomene bieten
können.
Bücher . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 172
Veranstaltungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 173
Industrie und Technik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 173
Stellenanzeigen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 175
Adressenbörse für die Abfallwirtschaft . . . . . . . . . 179
Beratende Ingenieure . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 179
KA 3/2015
Erscheinungstermin: 27. Februar 2015
Anzeigenschluss: 2. Februar 2015
Beilagenhinweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 104
www.dwa.de/KA
KA Korrespondenz Abwasser, Abfall · 2015 (62) · Nr. 2
Editorial
Starkregen – (k)ein neues Phänomen?
Überflutungen durch lokale Starkregen
sind in den letzten Jahren verstärkt in
den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt. Sie sorgen für griffige
Schlagzeilen in den Medien und die
Abendnachrichten liefern einprägsame
Bilder in unsere Wohnzimmer. Dabei
wird der Begriff „Jahrhundertregen“ mitunter mehrmals jährlich „missbraucht“.
Und allzu schnell wird die vermeintliche
Häufung derartiger Ereignisse als Folge
des Klimawandels interpretiert. Tatsächlich belegen aktuelle Schadensberichte
der Versicherungswirtschaft die volkswirtschaftliche Relevanz von Überflutungsschäden durch Starkregen. Sie unterstreichen die Notwendigkeit, das Phänomen Starkregen fachlich fundiert zu
beleuchten. Da ist es folgerichtig, dass
KA und KW der Thematik Starkregen jeweils ein Schwerpunktheft widmen.
Dabei bedürfen Starkregen und die
dadurch verursachten Überflutungen einer begrifflichen Präzisierung und Abgrenzung von Hochwasserereignissen.
Letztere werden durch hohe Abflüsse
größerer Fließgewässer verursacht, die
wiederum auf zeitlich und räumlich ausgedehnte Starkniederschläge zurückzuführen sind, oftmals in Verbindung mit
regenreichen Großwetterlagen; zuletzt
waren Elbe und Donau im Juni 2013 davon betroffen.
Im Fokus der vorliegenden Schwerpunkthefte stehen lokale Starkregen, typischerweise mit Dauern von wenigen
Stunden und räumlicher Ausdehnung
von wenigen Kilometern. Besonders markante Ereignisse bleiben mit den von
Überflutungen besonders betroffenen
Orten verknüpft: Dortmund im Juli 2008
mit knapp 200 mm Regenhöhe in zwei
Stunden und Münster im Juli 2014 mit
fast 300 mm in sieben Stunden sind zu
Referenzereignissen geworden, die sich
allerdings der üblichen Charakterisierung mittels statistischer Wiederkehrzeiten entziehen. Auch wenn es aus Sicht
der Überflutungsgeschädigten sarkastisch erscheint, der Fachdiskussion und
der öffentlichen Wahrnehmung geben
diese außergewöhnlichen Regenereignisse wichtige Impulse. Sie fördern die Einsicht, dass derartige Starkregen nicht
durch noch so großzügig dimensionierte
www.dwa.de/KA
Entwässerungsanlagen, zumal unterirdische Kanalisationen, beherrscht werden
können. Zudem unterstreichen die Kennzahlen dieser Starkregenereignisse, dass
eine starre Festlegung von Zielvorgaben
zum Überflutungsschutz über statistische
Wiederkehrzeiten fragwürdig erscheint.
Und so ist für die Siedlungsentwässerung die Einsicht gereift, dass zukünftig
ortsbezogene Bewertungen der Überflutungsgefährdung und des Schadenspotenzials vorrangige Kriterien für die Festlegung von „Schutzzielen“ für Siedlungsgebiete sein müssen. Die Ermittlung und
konkrete Berücksichtigung örtlicher Überflutungsrisiken, aber auch die Information der betroffenen Öffentlichkeit, bilden
zentrale Bestandteile des Risikomanagements in der kommunalen Überflutungsvorsorge. Hier haben die laufenden Arbeiten zur Umsetzung der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie wie auch die Diskussion um die mögliche Zunahme von
Starkregen infolge des Klimawandels zusätzliche Denkanstöße geliefert.
Mit den unterschiedlichen Facetten
der vielschichtigen Aufgabenstellung des
kommunalen Überflutungsrisiko-Managements befassen sich die Beiträge der
beiden Schwerpunkthefte. Sie verdeutlichen als Perspektiven:
●● Radarniederschlagsmessungen lie-
fern wichtige Informationen zur
räumlich ungleichen Verteilung aufgetretener Starkregen für ein besseres
Verständnis daraus resultierender
Überflutungen
●● Hochaufgelöste, digitale Höhenmodelle und Oberflächendaten und ihre
Aufarbeitung als digitale Geländeoder Oberflächenmodelle bilden eine
flächendeckend verfügbare Datengrundlage zur ortsbezogenen Bewertung der Überflutungsgefährdung
und -risiken
●● Als topografische Analyse oder detaillierte hydraulische Überflutungsberechnung stehen methodisch fundierte Ansätze unterschiedlicher Detaillierung und Aussagekraft zur Verfügung
Die Beiträge unterstreichen die guten
Chancen für eine erfolgreiche Umset-
zung der Überflutungsvorsorge als kommunale Gemeinschaftsaufgabe:
●● in der erkennbaren Aufgeschlossen-
heit der Stadt- und Freiraumplanung
für eine wassersensible Stadtentwicklung
●● mit überzeugenden planerisch-interdisziplinären Ansätzen zur Verknüpfung notwendiger Klimaanpassungen
der Siedlungsgestaltung mit Erfordernissen der Überflutungsvorsorge
●● in der Entwicklung einer „Kultur“ der
Risikokommunikation durch systematische Aufarbeitung der Ergebnisse
zur Überflutungsgefährdung und angemessenen Information der Betroffenen
●● mit der hervorgehobenen Verbindlichkeit des kommunalen Risikomanagements durch Implementierung
im DWA-Regelwerk
Bleibt als persönliche Hoffnung, dass
die Fixierung der „berechnenden“ IngenieurInnen der Siedlungsentwässerung
auf Zahlenwerte der Bemessungs- und
Nachweisrechnungen durch die Kooperation mit den „planerischen“ Disziplinen zugunsten qualitativer, auf Lebensqualität ausgerichteter Bewertungskriterien etwas in den Hintergrund gedrängt wird.
Prof. Dr.-Ing. Theo G. Schmitt
Technische Universität Kaiserslautern
KA Korrespondenz Abwasser, Abfall · 2015 (62) · Nr. 2
93
94
Spektrum
Schadstoffgrenzwerte
bei bodenbezogener Verwer­
tung von Bioabfällen und
Klärschlämmen
Die Übergangsregelungen des § 10 Absatz 3 der Düngemittelverordnung bezüglich der bodenbezogenen Verwertung
von Bioabfällen und Klärschlämmen sind
zum 31. Dezember 2014 ausgelaufen.
Daran erinnert das Bundesumweltministerium (BMUB) in einem Schreiben. Aufgrund dieser Übergangsregelung galten
die Grenzwertfestlegungen der Bioabfallverordnung (BioAbfV) und Klärschlammverordnung (AbfKlärV) vorrangig vor
den Bestimmungen der Düngemittelverordnung (DüMV) für die Schadstoffparameter, die sowohl in den abfallrechtlichen Vorschriften wie auch in der DüMV
geregelt sind. In der Folge gelten seit
dem 1. Januar 2015 die Schadstoffbestimmungen der abfallrechtlichen und
düngerechtlichen Verordnungen nebeneinander. Das Schreiben des BMUB steht
zum Download im Internet bereit:
www.gfa-news.de/gfa/
webcode/20150113_007
A
Startschuss für umfassende
Reform des Vergaberechts
Die Bundesregierung hat am 7. Januar
2015 die „Eckpunkte zur Reform des Vergaberechts“ des Bundesministeriums für
Wirtschaft und Energie im Kabinett beschlossen. Bis April 2016 müssen nach
Angaben von Bundeswirtschaftsminister
Sigmar Gabriel drei neue EU-Richtlinien
zur Vergabe öffentlicher Aufträge und
Konzessionen umgesetzt werden. Diese
Gelegenheit soll nun genutzt werden,
um das Vergaberecht modern, einfach
und anwenderfreundlich zu machen. Die
Vergabeverfahren sollen effizienter und
schneller werden. Zudem wird die Möglichkeit der öffentlichen Hand gestärkt,
unter anderem auch soziale oder ökologische Aspekte bei der Vergabe zu berücksichtigen. Die Eckpunkte zur Reform
des Vergaberechts sehen eine Vereinfachung der komplexen Struktur des deutschen Vergaberechts vor. Bislang waren
die Vorschriften zur Vergabe von Lieferungen und Dienstleistungen über verschiedene Regelwerke verteilt. Künftig
sollen sie im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) und in Rechtsverordnungen zusammengeführt und
vereinheitlicht werden. Den Besonderheiten bestimmter Leistungen trägt die
neue Struktur weiterhin Rechnung. Das
gilt insbesondere für Bauleistungen.
Kommunale Handlungsspielräume im
Bereich der Daseinsvorsorge bleiben erhalten. Künftig soll gesetzlich klargestellt
werden, unter welchen Voraussetzungen
Kommunen zentrale Leistungen der Daseinsvorsorge selbst oder gemeinsam mit
anderen Kommunen erbringen können.
Dadurch erhalten Kommunen ein hohes
Maß an Rechtssicherheit, so das Bundeswirtschaftsministerium in einer Pressemitteilung.
Wer sich wegen Wirtschaftsdelikten
strafbar gemacht hat, soll nicht von öffentlichen Aufträgen profitieren. Im Zusammenhang mit der Umsetzung der EUVergaberichtlinien soll dafür die Einführung eines zentralen bundesweiten Registers geprüft werden, um den Ausschluss unzuverlässiger Bieter sicherzustellen.
Mit den Eckpunkten zur Reform
zeichnet die Bundesregierung die Konturen des Gesetzentwurfes vor, den sie im
Frühjahr vorlegen wird. Die Regierung
plant, dass das Gesetz im April 2016 in
Kraft tritt. Der Beschluss des Bundeskabinetts steht zum Download im Internet
bereit:
www.gfa-news.de/gfa/
webcode/20150116_002
A
Sondergutachten zum
„Stickstoffproblem“ vorgelegt
– nationale „Stickstoff­
strategie“ gefordert
Der übermäßige Eintrag von Stickstoff in
Böden, Luft und Wasser ist ein drängendes Umweltproblem. Eine umfassende
Analyse der Ursachen und Handlungsempfehlungen, wie der Eintrag wirksam
gesenkt werden kann, enthält ein neues
Gutachten des Sachverständigenrates für
Umweltfragen (SRU), das Bundesumweltministerin Barbara Hendricks am 14.
Januar 2015 entgegengenommen hat.
In seinem Sondergutachten mit dem
Titel „Stickstoff: Lösungsstrategien für
ein drängendes Umweltproblem“ erkennt der SRU an, dass die Stickstoffeinträge in vielen Bereichen bereits gemindert worden seien. Um jedoch zu einer
wirksamen Begrenzung auf ein nachhaltig tragfähiges Maß zu kommen, empfiehlt der SRU der Bundesregierung, ge-
KA Korrespondenz Abwasser, Abfall · 2015 (62) · Nr. 2
meinsam mit den Ländern eine „nationale Stickstoffstrategie“ zu entwickeln, die
ein differenziertes Zielsystem und anspruchsvolle, effiziente und aufeinander
abgestimmte Maßnahmen zum Erreichen dieser Ziele enthalten solle. Neben
Emissionen insbesondere aus der Verbrennung fossiler Energieträger in den
Sektoren Verkehr und Energiewirtschaft
spiele die Landwirtschaft darin eine
Schlüsselrolle.
Der SRU macht in seinem Gutachten
über 40 Handlungsvorschläge. Aktuelle
Handlungsprioritäten sind danach:
●● die Novelle der Düngeverordnung
(DüV), die die Ausbringung von Gülle oder Gärresten regeln soll: Der Referentenentwurf vom Dezember 2014
würde nach Meinung des SRU Verbesserungen bringen, die aber noch nicht
ausreichend sind.
●● die Einführung einer Umweltabgabe
auf Stickstoffüberschüsse aus der
Landwirtschaft als Ergänzung zu ordnungsrechtlichen Vorgaben
●● die Weiterentwicklung der europäischen Luftreinhaltepolitik
An der Novellierung der Düngeverordnung arbeitet die Bundesregierung derzeit. Der Entwurf der Novelle liegt den
Bundesländern und Verbänden zur Stellungnahme vor.
Zusätzlich hatte das Umweltbundesamt (UBA) kürzlich das Positionspapier
„Reaktiver Stickstoff in Deutschland –
Ursachen, Wirkungen, Maßnahmen“ veröffentlicht. Wegen zu hohen Konzentrationen von reaktiven Stickstoffverbindungen in Luft und Gewässern verfehlt
Deutschland vielfach die Vorgaben der
europäischen Umweltpolitik. 27 % der
Grundwasserkörper befinden sich aufgrund einer zu hohen Nitratkonzentration in schlechtem chemischen Zustand,
48 % der natürlichen und naturnahen
Ökosysteme an Land sind von Eutrophierung betroffen (Zahl für das Jahr 2009),
und an etwa 70 % der innerstädtischen,
stark durch den Verkehr beeinflussten
Messstationen wird der Langzeitgrenzwert für Stickstoffdioxid in der Luft von
40 μg/m3 überschritten. Der SRU geht
davon aus, dass mindestens eine Halbierung der Stickstoffeinträge in Deutschland und der EU notwendig wäre, um
nationale und internationale Qualitätsziele zu erreichen.
Das Sondergutachten „Stickstoff: Lösungsstrategien für ein drängendes Um-
www.dwa.de/KA
Spektrum
weltproblem“ und das Positionspapier
„Reaktiver Stickstoff in Deutschland –
Ursachen, Wirkungen, Maßnahmen“ stehen im Internet zum Download bereit:
www.gfa-news.de/gfa/
webcode/20150114_003
A
Kurzstellungnahme
der KLU zur Novellierung
der Düngeverordnung
Die Kommission Landwirtschaft beim
Umweltbundesamt (KLU) hat eine Kurzstellungnahme zur Novellierung der
Düngeverordnung (DüV) abgegeben. Danach teilt die KLU die Auffassung und die
Begründung der Europäischen Kommission, dass die sich derzeit abzeichnende
„moderate“ Novellierung der DüV nicht
ausreichen wird, um den flächendeckenden „guten Zustand“ der Gewässer zu erreichen. Sie ist darüber hinaus der Auffassung, dass es erhebliche Vollzugsdefizite bei der DüV gibt, die deren Wirksamkeit entsprechend herabsetzen und die es
daher zu beheben gilt.
www.gfa-news.de/gfa/
webcode/20141218_001
A
Gesetzentwurf zum Fracking
kommt 2015
Ein Gesetzentwurf zur Regelung der Erdgasförderung nach der Fracking-Methode soll im ersten Quartal des Jahres 2015
in den Bundestag eingebracht werden.
Dies teilte die Regierung in einer Sitzung
des Ausschusses für Wirtschaft und Energie am 17. Dezember 2014 mit. Bei der
Neuregelung werde der Schutz der Natur
und des Trinkwassers an erster Stelle stehen. Im Gebiet von National- und Naturparks soll es ebenso wenig Genehmigungen geben wie in Trink- und Heilwasserreservoiren. Zu den geplanten Neuregelungen gehört auch, dass die Beweislast
für Schäden auf die Unternehmen verlagert werden soll.
In ihrer Stellungnahme zeigte sich die
CDU/CSU-Fraktion erfreut, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung grundsätzlich
vorgeschrieben werden soll. Die SPDFraktion betonte die Bedeutung des
Grundwasserschutzes, verwies jedoch zugleich auf die Chancen der Erdgasförderung. So habe sich die Klimabilanz der
USA verbessert. Schon im Vorfeld ent-
www.dwa.de/KA
täuscht zeigten sich die Oppositionsfraktionen. Die Linksfraktion erklärte, die Bundesumweltministerin habe den weltweit
strengsten Gesetzentwurf angekündigt,
und jetzt sehe es danach aus, dass es zu
einer Freigabe für Fracking kommen werde. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
erklärte, für die Energiewende sei kein
Fracking notwendig. Damit werde nur das
fossile Zeitalter verlängert.
A
haben erweitert. Insbesondere wird dadurch eine umfassende Öffentlichkeitsbeteiligung eingeführt und die Bergschadensvermutung ausgedehnt.
Die Entwürfe sind innerhalb der Bundesregierung noch nicht abschließend
abgestimmt.
Fracking: Länder- und Verbän­
debeteiligung zu Neuregelun­
gen gestartet
„Bundeskonzept Grüne
Infrastruktur“ kommt
Am 19. Dezember 2014 haben das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) und
das Bundesumweltministerium (BMUB)
gemeinsam die Referentenentwürfe zur
Anwendung der Fracking-Technologie
und damit im Zusammenhang stehender
Tiefbohraktivitäten an die Länder und
Verbände versandt. Diese hatten bis zum
23. Januar 2015 Zeit, um zu den Entwürfen Stellung zu nehmen. Konkret geht es
um Änderungen der bergrechtlichen Vorschriften bei der Verordnung über die
Umweltverträglichkeitsprüfung bergbaulicher Vorhaben und der Allgemeinen
Bundesbergverordnung sowie des Bundesberggesetzes und der Einwirkungsbereichs-Bergverordnung. Im Zuständigkeitsbereich des BMUB liegen außerdem
Änderungsentwürfe des Wasserhaushalts-, des Bundesnaturschutzgesetzes
und anderer Umweltregelungen. Am 12.
Februar 2015 findet im Bundespresseamt
in Berlin eine mündliche Anhörung der
beteiligten Ministerien mit den Verbändevertretern statt.
Die Referentenentwürfe dienen in
erster Linie dem Schutz des Grundwassers und der Umwelt vor den Risiken, die
mit dem Aufbrechen von Gesteinen unter
hydraulischem Druck zur Aufsuchung
oder Gewinnung von Erdgas, Erdöl oder
Erdwärme (Fracking-Technologie) verbunden sind. Gleichzeitig soll in diesem
Zusammenhang auch den Risiken Rechnung getragen werden, die mit der Entsorgung von Rückfluss- und Lagerstättenwasser verbunden sein können, soweit sie bei dem Einsatz der FrackingTechnologie, aber auch bei der herkömmlichen Aufsuchung oder Gewinnung von Erdgas, Erdöl oder Erdwärme
anfallen. Zusätzlich werden die Regelungen zur Durchführung von Umweltverträglichkeitsprüfungen und zur Haftung
für Bergschäden bei den genannten Vor-
www.gfa-news.de/gfa/
webcode/20141219_002
A
In der zweiten Hälfte der Legislaturperiode soll ein „Bundeskonzept Grüne Infrastruktur“ vorgestellt werden. Dies
schreibt die Bundesregierung in ihrer
Antwort
(Bundestags-Drucksache
18/3579) auf eine Kleine Anfrage der
Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. In dem Konzept will die Bundesregierung bestehende Fachkonzepte und
Leitbilder zu Naturschutz und Landschaftspflege zusammenbringen, um
zum Beispiel die Hochwasservorsorge,
die Auenentwicklung, die Bundesverkehrswegeplanung und die Vernetzung
der Biotope in Deutschland besser planen zu können, heißt es weiter.
Die Grünen-Fraktion hatte sich nach
der Vernetzung der Lebensräume erkundigt. Das Ziel aus dem Jahr 2002, ein zusammenhängendes Biotop von mindestens zehn Prozent der gesamten Landesfläche zu schaffen, sei nach Information
der Abgeordneten bis heute nicht erreicht. Die Bundesregierung schreibt dazu, sie verfüge über keine Zahlen über
den derzeitigen Umsetzungsgrad. Es sei
aber bekannt, dass es auf Länder- und
Kommunalebene eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen gebe.
Auf Bundesebene würde die Vernetzung neben dem „Bundeskonzept Grüne
Infrastruktur“ unter anderem mit den
Bundesprogrammen „Blaues Band“ und
„chance.natur – Bundesförderung Naturschutz“ gefördert, teilt die Regierung in
der Antwort mit.
www.gfa-news.de/gfa/
webcode/20150115_001
A
Bundesregierung beschließt
IT-Sicherheitsgesetz
Das Bundeskabinett hat am 17. Dezember 2014 den Entwurf eines Gesetzes zur
KA Korrespondenz Abwasser, Abfall · 2015 (62) · Nr. 2
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Spektrum
Erhöhung der Sicherheit informationstechnischer Systeme (IT-Sicherheitsgesetz) beschlossen. Wie im Koalitionsvertrag vereinbart, enthält der Gesetzentwurf Anforderungen an die IT-Sicherheit
Kritischer Infrastrukturen, also der Einrichtungen, die für das Gemeinwesen
von zentraler Bedeutung sind, wie etwa
die Energieversorgung und den Wassersektor. Die Betreiber Kritischer Infrastrukturen sollen künftig einen Mindeststandard an IT-Sicherheit einhalten und
erhebliche IT-Sicherheitsvorfälle an das
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) melden. Die beim BSI
zusammenlaufenden Informationen werden dort ausgewertet und den Betreibern
Kritischer Infrastrukturen zur Verbesserung des Schutzes ihrer Infrastrukturen
zur Verfügung gestellt.
Der Gesetzentwurf baut die Rolle des
BSI weiter aus und trägt seiner gewachsenen Bedeutung als zentrale Stelle für
die IT-Sicherheit unter anderem durch eine Erweiterung seiner Beratungsfunktion
Rechnung. Um die Sicherheit von IT-Produkten für Kunden transparenter zu machen, soll das BSI die Befugnis erhalten,
auf dem Markt befindliche IT-Produkte
und IT-Systeme im Hinblick auf ihre ITSicherheit zu prüfen, zu bewerten und
die Ergebnisse bei Bedarf zu veröffentlichen. Darüber hinaus sieht das Gesetz eine Erweiterung der Ermittlungszuständigkeiten des Bundeskriminalamts im
Bereich der Computerdelikte vor, insbesondere für den Fall von IT-Angriffen auf
Einrichtungen des Bundes.
www.gfa-news.de/gfa/
webcode/20141217_001
A
Abwasserkanal Emscher:
schon 36 514 Meter verlegt
Der unterirdische Vortrieb des Abwasserkanals Emscher schreitet weiter voran:
Nach Mitteilung der Emschergenossenschaft wurden mit Stand 8. Januar 2015
bereits 36,514 Kilometer von rund 51 Kilometern des neuen Kanals „unter Tage“
verlegt. Dabei wurden allein im Kanalabschnitt zwischen Dortmund und BottropSüd bislang 9240 Kanalrohr-Elemente
mit einem Gesamtgewicht von 167 884
Tonnen durch die Erde geschoben. Im
Bauabschnitt ab Bottrop-Süd in Richtung
Oberhausen kommt ein anderes Bauverfahren zum Zuge, wo nicht ganze Rohre,
sondern einzelne Bausteine direkt vor
Ort im Tunnel zu einem Kanalring zusammengebaut werden. Der Abwasserkanal Emscher soll bis Ende 2017 fertig
gestellt werden und danach das Gewässer Emscher als abwassertechnische
Hauptschlagader des Reviers ablösen.
Der Fluss kann dann renaturiert werden.
In den Emscher-Umbau investiert die
Emschergenossenschaft über einen Zeitraum von fast 30 Jahren knapp 4,5 Milliarden Euro.
A
Bayern: Abwasser-Innovations­
preis geht nach Nürnberg und
Betzenstein
Das bayerische Umweltministerium hat
den „Abwasser-Innovationspreis 2014“
vergeben. Ausgezeichnet wurden die
Stadtentwässerung und Umweltanalytik
Nürnberg sowie die Verbandsgemeinde
(VG) Betzenstein/Landkreis Bayreuth. In
Nürnberg wird ein Regenrückhaltebecken umgebaut. Ziel ist eine qualitativ
hochwertige Reinigung von belastetem
Regenwasser aus dem städtischen Bereich. Insbesondere sollen damit Nährstoffe, vor allem Phosphor, ausgefiltert
werden. In einem bayernweit einzigartigen Verfahren wird dazu die Regenwasserbehandlung (Sedimentation) in das
Regenrückhaltebecken integriert. Dafür
stellt der Freistaat rund 250 000 Euro zur
Verfügung. Im Landkreis Bayreuth wird
ein innovatives Verfahren zur Energiegewinnung aus gereinigtem Abwasser und
Regenwasser umgesetzt. Durch den Umbau des vorhandenen Schönungsteichs
wird der Ablauf der Kläranlage zwischengespeichert und über eine Turbine
Strom erzeugt. In einem zweiten Schritt
ist die energetische Nutzung der Entlastungswassermengen der Regenbecken
geplant. Die VG Betzenstein erhält dafür
30 000 Euro vom Umweltministerium.
www.wasser.bayern.de
A
BMBF-Förderung für Projekte
der Wasserwiederverwendung
und Aufbereitung
Das Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF) hat Richtlinien zur
Förderung von Forschungsvorhaben auf
dem Gebiet „Zukunftsfähige Technologien und Konzepte zur Erhöhung der Wasserverfügbarkeit durch Wasserwiederverwendung und Entsalzung“ (WavE) des
KA Korrespondenz Abwasser, Abfall · 2015 (62) · Nr. 2
Förderschwerpunktes „Nachhaltiges
Wassermanagement“ (NaWaM) im Rahmen des Förderprogramms „Forschung
für nachhaltige Entwicklungen“ (FONA)
bekanntgemacht. Die Fördermaßnahme
soll einen Beitrag zur Erhöhung der Wasserverfügbarkeit und damit zu einer
nachhaltigen Entwicklung von Regionen
im In- und Ausland leisten, insbesondere
auch in Ländern mit ausreichendem Potenzial für deutsche Technikanbieter. Gefördert werden sollen Vorhaben zur Wasserwiederverwendung durch Nutzung
von behandeltem kommunalem Abwasser, zur Kreislaufführung von industriell
genutztem Wasser sowie zur Aufbereitung von salzhaltigem Grund- und Oberflächenwasser. Die Antragstellung durch
kleine und mittlere Unternehmen wird
ausdrücklich begrüßt. Hierbei sind besonders die im Wassersektor aktiven Ingenieur-, Planungs- und Beratungsbüros
aufgefordert, sich an den Forschungsprojekten zu beteiligen. Bis zum 30. April
2015 können Projektskizzen eingereicht
werden.
www.bmbf.de/foerderungen/25563.php
A
Förderung für Projekt der
Chemischen Fabrik Budenheim
zum Phosphorrecycling aus
Klärschlamm
Mit fachlicher und finanzieller Unterstützung durch die Deutsche Bundesstiftung
Umwelt (DBU) von 390 000 Euro entwickelt die Chemische Fabrik Budenheim
(Rheinland-Pfalz) ein Verfahren, das unter Einsatz von Kohlendioxid Phosphor
aus Klärschlamm zurückgewinnt. Die Laborentwicklung des neuen Verfahrens
der Chemischen Fabrik Budenheim unterstützte zuvor die Investitions- und
Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) im
Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz mit
416 000 Euro. Darauf aufbauend sollen
jetzt umfangreiche Versuche mit einer Pilotanlage an der Kläranlage Mainz-Mombach durchgeführt werden, um Klarheit
über die Wirtschaftlichkeit und die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen des Verfahrens zu bekommen. Die
neu entwickelte Versuchsanlage ist verfahrenstechnisch so kompakt und einfach aufgebaut, dass nicht nur weniger
Chemikalien, sondern auch deutlich weniger Wärme, also Energie, für die Ver-
www.dwa.de/KA
Spektrum
fahrensschritte benötigt wird, sagt FranzPeter Heidenreich, DBU-Referent für Wasserwirtschaft und Bodenschutz. Die gewonnenen Produkte sollen dann untersucht werden, ob sie sich für die Weiterverarbeitung zu Phosphordünger eignen.
Bei dem Verfahren wird unter erhöhtem Druck Kohlenstoffdioxid in das Klärschlamm-Wasser-Gemisch geleitet. So
werden die im Klärschlamm enthaltenen
Phosphate gelöst. Bei diesem „Budenheim-Verfahren“ sollen keine umweltschädlichen Abwasser oder Abluftströme
mehr entstehen. Die nach dem Trocknen
übrigbleibenden Phosphate können dann
zu Düngemittel weiterverarbeitet werden. Das bei dem Prozess entweichende
Kohlendioxid wird aufgefangen und im
Kreislauf erneut für den Reaktionsbehälter genutzt. Ziel des Verfahrens ist es, je
nach Herkunft des kommunalen oder industriellen Klärschlamms bis zu 50 Prozent des Phosphats zurückzugewinnen.
Der phosphatarme Rückstand bzw. Restschlamm soll auf seine wertvollen Inhaltsstoffe analysiert werden, um die
Reststoffe ebenfalls in den Kreislauf zurückzuführen und ressourcenschonend
verwenden zu können.
Die Verfahrenskosten werden bislang
auf 60 bis 70 Cent pro Kilogramm gewonnenen Phosphor geschätzt und seien
somit deutlich geringer als bei den bisherigen Verfahren, wo die Kosten zwischen
zwei und 25 Euro pro Kilogramm Phosphor lägen, so die DBU.
A
profloxacin ist ein besonders schwer abzubauendes Antibiotikum, das viel verschrieben wird. Es lässt sich im Abwasser
von Krankenhäusern und Kläranlagen
und in Oberflächengewässern sowie in
Gülle und güllebehandelten Böden wiederfinden.
A
gewährt das Land einen Zuschuss. Mit
der Förderung will das Umweltministerium erreichen, dass bis zum 31. Dezember 2015 für alle Haushalte in Rheinland-Pfalz die geordnete Abwasserentsorgung sichergestellt ist.
A
Förderung für innovative
Industrieabwasserreinigungs­
anlage
Schweiz regelt Finanzierung
der Spurenstoffelimination in
Kläranlagen
Das Bundesumweltministerium fördert
mit rund fünf Millionen Euro aus dem
Umweltinnovationsprogramm eine innovative Industrieabwasserreinigungsanlage der Hochwald Foods GmbH in
Hünfeld. Die Hochwald Foods GmbH
plant im hessischen Hünfeld neben dem
Neubau eines Molke-trocken- und Demineralisierungswerks auch die Errichtung
einer modular aufgebauten Industrieabwasserreinigungsanlage. Mit der neuen
Anlage sind eine über die gesetzlichen
Anforderungen hinausgehende Verringerung der abgeleiteten Salzfracht, eine
Rückgewinnung von Phosphor zum Einsatz als Düngemittel in der landwirtschaftlichen Produktion sowie die Erzeugung von Energie aus Biogas geplant.
Mit dem Umweltinnovationsprogramm
wird die erstmalige, großtechnische Anwendung einer innovativen Technologie
gefördert. Das Vorhaben muss über den
Stand der Technik hinausgehen und sollte Demonstrationscharakter haben.
Förderung der DBU für
die Entwicklung umweltfreund­
licher Antibiotika
www.umweltinnovationsprogramm.de/
projekte
A
Die Schweiz regelt die Finanzierung von
Maßnahmen zur Spurenstoffelimination.
Kläranlagenbetreiber sollen hierfür neun
Franken jährlich je angeschlossenen Einwohner erheben dürfen. Das Bundesamt
für Umwelt (BAFU) bereitet derzeit die
entsprechende Novellierung der Gewässerschutzverordnung vor. Einen entsprechenden Novellierungsvorschlag hat das
Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) Ende Dezember des letzten
Jahres in die Anhörung geschickt. Das
UVEK setzt damit die im März 2014 vom
Schweizer Parlament beschlossene Änderung des Gewässerschutzgesetzes
(GSchG) um. Diese sieht die landesweite
Finanzierung der Ausrüstung von rund
100 Abwasserreinigungsanlagen (ARA)
mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe
zur Beseitigung von Spurenstoffen vor.
Durch diesen Ausbau will die Schweiz
rund 50 Prozent der Spurenstoffe aus
dem Wasser eliminieren. Die vorgeschlagenen Änderungen der Gewässerschutzverordnung (GSchV) regeln die Gewährung von Bundesbeiträgen an die Sanierungsarbeiten und die Kriterien, nach
welchen bestimmt wird, welche ARA
ausgerüstet werden sollen. Die ARA sollen neu pro Einwohnerin und Einwohner,
die ihnen angeschlossen sind, eine Abgabe von neun Franken pro Jahr erheben
dürfen. Damit die Kantone die Wirksamkeit der von ihnen getroffenen Maßnahmen in den Oberflächengewässern überprüfen können, wird in der Verordnungsänderung zudem vorgeschlagen, die
Spurenstoffe neu einheitlich aufgrund
ihrer Wirkung auf Wasserlebewesen zu
beurteilen. Darüber hinaus sind weitere
Maßnahmen vorgesehen, darunter eine
Anpassung der Grundwasserschutzzonen
in Karstregionen sowie die Erstellung einer nationalen elektronischen Gewässerschutzkarte durch das Bundesamt für
Umwelt (BAFU). Die Anhörung dauert
bis zum 31. März 2015.
A
Prof. Dr. Klaus Kümmerer, Institut für
Nachhaltige Chemie und Umweltchemie
der Leuphana Universität Lüneburg, will
die Struktur des Antibiotikums Ciprofloxacin mithilfe computergestützter Berechnungen so verändern, dass Ersatzprodukte bei gleicher Wirksamkeit im
menschlichen und tierischen Körper besser abbaubar sind und gar nicht mehr in
die Umwelt gelangen können. Anschließend sollen die aussichtsreichsten „Kandidaten“ im Labor chemisch-synthetisch
hergestellt und mit Blick auf antibiotische Wirksamkeit gegenüber resistenten
Keimen, biologische Abbaubarkeit und
mögliche Nebenwirkungen für Mensch
und Umwelt getestet werden. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt unterstützt
dieses Vorhaben mit 460 000 Euro. Ci-
www.dwa.de/KA
Förderung dezentraler
Kleinkläranlagen spart in
Rheinland-Pfalz 20 Millionen
Euro ein
Das rheinland-pfälzische Umweltministerium sieht in der neu geschaffenen Förderung von Kleinkläranlagen deutliche
finanzielle Vorteile für die Abwasserentsorgung im ländlichen Raum. RheinlandPfalz spare durch dezentrale statt zentrale Lösungen rund 20 Millionen Euro ein,
berichtete Anfang des Jahres 2015 Landesumweltministerin Ulrike Höfken. Die
im Juli 2013 eingeführte Förderrichtlinie
ermöglicht es Kommunen, den Bau und
Betrieb von Kleinkläranlagen auf Private
zu übertragen. Für die Investitionskosten
KA Korrespondenz Abwasser, Abfall · 2015 (62) · Nr. 2
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2015
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