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KIT Lehramt an Gym Allgem Teil Feb 2015

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Lehramt an Gymnasien
Allgemeiner Teil
am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
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dem
2015
/16
Zentrum für Information und Beratung (zib)
KIT – Universität des Landes Baden-Württemberg und
nationales Forschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft
Adresse des Karlsruher Instituts für Technologie
Postzustellung:
Besucheradresse:
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Campus Süd
Postfach 6980
76049 Karlsruhe
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Kaiserstr. 12
76131 Karlsruhe
Internet: http://www.kit.edu
Impressum
zib-Information
Lehramt an Gymnasien. Änderungen vorbehalten.
Stand:
Februar 2015. Die zib-Informationen werden in der Regel jährlich
überarbeitet. Die aktuelle Fassung ist jeweils im Internet unter
http://www.sle.kit.edu/vorstudium/informationsbroschueren.php als
PDF-Datei abrufbar.
300
Auflage:
Verfasser:
Christoph Müller (zib)
E-Mail: c.mueller@kit.edu
Copyright:
zib Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit Genehmigung
Inhaltsverzeichnis
1
Was diese Schrift (nicht) enthält
1
2
Das Wichtigste in Kürze
2
3
Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
7
4
Die Lehramtsfächer am KIT
8
4.1
Fächer und Kombinationen
8
4.2
Das Studium eines dritten Faches
9
5
Bewerbung, Zulassung und Einschreibung
11
5.1
Zulassungsvoraussetzungen
11
5.2
Sprachkenntnisse
12
5.3
Zulassungsbeschränkungen und Fristen
13
5.4
Bewerbergruppen und Bewerbungsadressen
15
5.5
Spezielle Hinweise für die Bewerbung zum Lehramtsstudium
17
5.6
Zulassung, Einschreibung, Gebühren, Zeitplan
18
6
Auswahlverfahren in beschränkten Fächern
20
6.1
Allgemeine Hinweise
20
6.2
Beschreibung der Auswahlverfahren
21
7
Zulassungsergebnisse in beschränkten Fächern
28
7.1
Grenzwerte
28
7.2
Bewerbungs- und Zulassungsstatistik
33
8
Studienumfang und Studienbereiche
38
8.1
Regelstudienzeit, keine Höchststudienzeit
38
8.2
Studienumfang und -bestandteile
38
8.3
Leistungspunkte in unterschiedlichen Konstellationen
40
8.4
Modularisierung und Modulbeschreibungen
42
9
Prüfungen: Das Wichtigste im Überblick
44
9.1
Prüfungsordnungen
44
9.2
Orientierungs- und Zwischenprüfung
45
9.3
Erste Staatsprüfung
46
10
Studien- und Prüfungsplanung: Details
51
10.1
Grundstudium (1. - 4. Semester)
51
10.2
Hauptstudium und 1. Staatsprüfung (5. bis 10. Semester)
53
10.3
Wechsel eines Faches, zeitversetztes Studium zweier Fächer
56
11
Nicht-Fachwissenschaftliche Studienanteile
57
11.1
Fachdidaktik
57
11.2
Bildungswissenschaftliches Begleitstudium (Pädagogik)
58
11.3
Ethisch-Philosophisches Grundlagenstudium (EPG)
60
11.4
Module Personale Kompetenzen (MPK)
61
12
Praxissemester und Betriebs-/Sozialpraktikum
63
12.1
Praxissemester
63
12.2
Betriebs- oder Sozialpraktikum
69
13
Verhältnis von Lehramts- zu Bachelor- und Master-Studium, Promotion
71
13.1
Grundsätzliches
71
13.2
Fachspezifische Details
72
14
Vorbereitungsdienst/Referendariat
75
15
Hinweise Künstlerisches Lehramt
78
15.1
Studienstruktur
78
15.2
Hinweise zur Studienplanung
81
16
Hochschulwechsler von anderen Universitäten
85
17
Wechsel in andere Bundesländer
88
18
Berufsaussichten
90
19
Persönliche Eignung
94
20
Lehrergehälter
97
21
Informationsmaterial zum Lehramt
102
21.1
Wahl des Lehrerberufs
102
21.2
Lehramtsstudium in Deutschland
102
21.3
Lehramtsstudium in Baden-Württemberg
102
21.4
Lehramtsstudium am KIT
103
21.5
Sonstiges
105
22
Beratung
106
22.1
Übergreifende Beratung zum Lehramtsstudium
106
22.2
Bewerbungsformalitäten
108
22.3
Beratung in den Fächern
108
22.4
Beratung in Pädagogik, EPG, MPK
111
22.5
Anerkennung von Studienleistungen
112
22.6
Praxissemester , Orientierungspraktikum, Referendariat
113
22.7
Betriebs- und Sozialpraktikum
113
22.8
Erstes Staatsexamen
114
Fragen?
●
Nutzen Sie das Inhaltsverzeichnis.
●
Lesen Sie zuerst Kapitel 2: „Das Wichtigste in Kürze“.
1
1 Was diese Schrift (nicht) enthält
Diese Schrift enthält:
•
Fächerübergreifende Informationen zum Studium des Gymnasialen Lehramts
am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) einschließlich Bewerbung und
Zulassung in den einzelnen Fächern.
•
Fächerübergreifende und Fachspezifische Informationen zu den für Auskunft
und Beratung zuständigen Personen.
Diese Schrift enthält nicht:
•
Informationen zum Studium der einzelnen Lehramtsfächer (Studienaufbau, inhalte, -prüfungen). Diese fächerspezifischen Informationsschriften sind
gesondert anzufordern oder abzuholen im Zentrum für Information und Beratung
(zib) bzw. abzurufen im Internet unter:
http://www.sle.kit.edu/vorstudium/informationsbroschueren.php
•
Informationen über die technischen Gewerbelehrer-Studiengänge am KIT:
Ingenieurpädagogik in Bautechnik, Elektrotechnik, Maschinenbau.
Außerdem
a) Änderungen, insbesondere im Bewerbungs- und Zulassungsverfahren, sind möglich.
b) Die aktuellen Zulassungsergebnisse sind auch zu finden in der zib-Informationsschrift
"KIT ALLGEMEIN Zulassungsergebnisse":
http://www.sle.kit.edu/vorstudium/informationsbroschueren.php
Falls in dem folgenden Text nicht immer dem Grundsatz der Gleichbehandlung von Frau
und Mann auch in den sprachlichen Formulierungen gefolgt werden sollte, hat dieses
seinen Grund in der besseren Lesbarkeit. In allen Zusammenhängen mit Studium und
Beruf sind Männer und Frauen gleichermaßen gemeint.
2
Das Wichtigste in Kürze
2 Das Wichtigste in Kürze
Angebotene Fächer, Zulassungsbeschränkungen, Bewerbungsfristen
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über das Angebot an Fächern des Lehramts für
Gymnasien am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) (Bitte „Stand“ dieser
Informationsschrift beachten!, siehe Umschlag vorn, innen):
Fach
Biologie
Chemie
Deutsch
Geographie
Mathematik
Naturwissenschaft und Technik
(NWT)
Physik
Sport
(Eingangsprüfung erforderlich.
Anmeldefrist: 15.05.)
Details siehe Kapitel 4, 5, 6, 7.
Zulassungsbeschränkung
Studienbeginn
Bewerbungsfrist
Ja
Wintersemester
15. 07.
Ja
Wintersemester
15. 07.
Nein
Wintersemester
30. 09.
Nein
Wintersemester
30. 09.
Nein
Wintersemester
30. 09.
Nein
Wintersemester
30. 09
Nein
Wintersemester
30. 09
Ja
Wintersemester
15. 07.
3
!!! Wichtiger Hinweis !!!
Die Einführung und Abschaffung von Zulassungsbeschränkungen für einzelne Fächer
kann relativ kurzfristig erfolgen. Erkundigen Sie sich über den aktuellen Stand auf:
http://www.sle.kit.edu/downloads/Sonstige/Tabelle_Studiengaenge.pdf
Hinweis zu weiteren Lehramtsstudiengängen am KIT
Das
Studienangebot
des
KIT
in
den
Bachelor-Master-Studiengängen
„Ingenieurpädagogik“ (früher: „Gewerbelehrer“) mit
den Fächern Bautechnik,
Elektrotechnik und Maschinenbau wird an anderer Stelle dargestellt.
Zulassungsvoraussetzungen und Bewerbung
Zulassungsvoraussetzung ist die allgemeine Hochschulreife (Fach Deutsch) oder die
fachgebundene Hochschulreife (die anderen Fächer). Die Absolvierung eines
und
eines
zweiwöchigen
Orientierungstests
(http://www.bw-cct.de)
Orientierungspraktikums (www.orientierungspraktikum-bw.de) sind bei der Bewerbung
nachzuweisen.
Die Bewerbung erfolgt online über:
http://www.sle.kit.edu/vorstudium/bewerbung.php
Details siehe Kapitel 5.1.
Zwei-Fächer-Kombination
Grundlage des Studiums sind immer zwei Fächer, nur bei Kombinationen mit
Erziehungswissenschaft (als Lehramtsfach) ist ggf. die Wahl eines dritten Faches
erforderlich.
Eine Zulassung zum Lehramtsstudium kann nur erfolgen, wenn eine Bewerbung und
Zulassung in zwei Fächern erfolgt ist. Details siehe Kapitel 4.
Einstufiger Studiengang: Abschluss Staatsexamen
Das Lehramt an Gymnasien ist weiterhin ein einstufiger Studiengang, der mit dem ersten
Staatsexamen abgeschlossen wird. Eine zweistufige Bachelor-Master-Abfolge wurde in
Baden-Württemberg für das Lehramt nicht eingeführt.
Zeitlicher Ablauf des Studiums
Die Abbildung auf der folgenden Seite zeigt – von unten nach oben – die wesentlichen
Stationen der gesamten Ausbildung zur Gymnasiallehrerin. Die anschließenden
Abschnitte dieses Kapitels bieten zusätzliche Erläuterungen.
Praxissemester
4
Das Wichtigste in Kürze
Im Verlauf des Studiums ist – möglichst nach der Zwischenprüfung – ein 13-wöchiges
Praxissemester zu absolvieren, das zwar nicht benotet wird, aber bestanden werden
muss. Die meisten Lehramtsfächer am KIT empfehlen, das Praxissemester nicht in einem
Stück, sondern in zwei Teilen in den Semesterferien zu absolvieren. Details siehe Kapitel
12.1.
Regelstudienzeit / Leistungspunkte / Anwesenheitszeiten
Die Regelstudienzeit – das ist die Zeit, in der das Studium „in der Regel“ zu bewältigen
sein soll – beträgt bei zwei wissenschaftlichen Hauptfächern 10 Semester. Die
Regelstudienzeit
ist
vor
allem
für
die
Förderungshöchstdauer
nach
Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAFöG) von Bedeutung.
Der Arbeitsaufwand für das gesamte Studium beträgt 300 Punkte nach dem „European
Creditpoint Transfer System“ (ECTS). Andere Ausdrücke für diese Punkte „ECTS-Punkte“,
„Kreditpunkte“, „Leistungspunkte“. Ein ECTS-Punkt soll etwa einem Arbeitsaufwand von
25 bis 30 Stunden (einschließlich häuslicher Arbeit) eines durchschnittlich begabten
Studierenden entsprechen.
Es kann davon ausgegangen werden, dass eine Studentin des Lehramts pro Semester
ca. 30 ECTS-Punkte erwerben soll und dabei mit ca. 18 bis 20
Semesterwochenstunden à 45 Minuten Anwesenheit in Lehrveranstaltungen an der
Universität zu rechnen hat. Gerade die Anwesenheitszeiten können in Fächern mit vielen
Praktika (z.B. Biologie oder Chemie) aber auch deutlich höher sein. Details siehe Kapitel
8.
Quelle der Abbildung: Zentrum für Lehrerbildung der Universität Freiburg i. Br.
5
Hauptbestandteile des Studiums
Die Hauptbestandteile des Studiums bei zwei wissenschaftlichen Fächern sind
•
die Fachwissenschaften der beiden Hauptfächer (ca. 63 %)
•
die Fachdidaktik der beiden Hauptfächer (ca. 7 %)
•
die pädagogischen, philosophischen, kompetenzfördernden Lehrveranstaltungen
(ca.17%)
•
Mündliche Abschlussprüfungen in den beiden Hauptfächern (ca. 13 %) .
Details siehe Kapitel 8.2 und Kapitel 11.
Prüfungen und Prüfungsfristen
Im Verlauf des Studiums bei zwei wissenschaftlichen Hauptfächern sind folgende
Prüfungen abzulegen:
Prüfungsfrist
Überschreitungsfrist
Prüfungsordnung
Orientierungsprüfung
Nach dem
2. Semester
1 Semester
SPO
Zwischenprüfung
Nach dem
4. Semester
2 Semester
SPO
Erstes
Staatsexamen
Keine Frist (Keine Höchststudiendauer)
GymPO I
Abkürzungen:
GymPO I:
Verordnung des Kultusministeriums über die Erste Staatsprüfung für das
Lehramt an Gymnasien (Gymnasiallehrerprüfungsordnung I)
SPO:
Studien- und Prüfungsordnung des Karlsruher Instituts für Technologie
für den Studiengang Lehramt an Gymnasien
6
Das Wichtigste in Kürze
Gewichtung der Prüfungsleistungen
Bei einem Studium mit zwei wissenschaftlichen Hauptfächern gehen die Noten der
unterschiedlichen Studien- und Prüfungsleistungen mit folgenden Gewichtungsfaktoren in
die Endnote des Staatsexamens ein:
Studienbegleitende, fachwissenschaftliche Prüfungsleistungen in den beiden 16
Hauptfächern
Mündliche Prüfungen in den beiden Hauptfächern am Ende des Studiums
10
Studienbegleitenden, fachdidaktische Studienleistungen in den beiden
Hauptfächern
2
Bildungswissenschaftliches Begleitstudium und Ethisch-Philosophisches
Grundlagenstudium
3
Wissenschaftliche Hausarbeit
3
Details siehe Kapitel 9.
Verhältnis zu Bachelor-Master-Studiengängen
Die fachwissenschaftlichen Lehrveranstaltungen sind in den meisten Fächern
weitgehend identisch mit den entsprechenden Lehrveranstaltungen des entsprechenden
Faches
im
Bachelor-Master-Studiengang.
Jedoch
ist
der
Studienumfang
(Lehrveranstaltungen bzw. Leistungspunkte) im Lehramtsstudium pro Fach deutlich
geringer als im Bachelor-Master-Studium. Ein Umstieg vom Lehramts- auf das BachelorMaster-Studium ist möglich, doch ist normalerweise ein Umstieg in der umgekehrten
Richtung eher zu empfehlen. Details siehe Kapitel 13.
Informationsschriften zu den einzelnen Fächern:
http://www.sle.kit.edu/vorstudium/informationsbroschueren.php
7
3 Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Das Karlsruher Institut für Technologie ist der deutschlandweit bisher einzigartige
Zusammenschluss
einer
Universität
mit
einer
außeruniversitären
Großforschungseinrichtung. Der Weg für diese weitreichende Kooperation wurde geebnet,
nachdem die Universität Karlsruhe (TH) im Oktober 2006 siegreich aus der
Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder hervorgegangen war. Bereits im
Dezember 2007 unterzeichneten der Rektor der Universität Karlsruhe, Prof. Dr. Horst
Hippler, sowie der Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums Karlsruhe, Prof. Dr.
Eberhard Umbach, den KIT-Gründungsvertrag. Damit bekannten sich beide Partner zum
KIT-Prozess mit dem Ziel der Verschmelzung beider Einrichtungen. Im Juli 2009
untermauerten sowohl der Bund als auch das Land Baden-Württemberg diesen Prozess
durch gesetzliche Regelungen. Ab 01. Oktober 2009 existiert das KIT offiziell als eine
Institution mit zwei Missionen: der Mission einer Landesuniversität mit Forschung und
Lehre sowie der Mission einer Großforschungseinrichtung der Helmholtz-Gemeinschaft
mit Programmforschung zur Zukunftssicherung. Mit der Fokussierung auf
zukunftsweisende Forschungsrichtungen, etwa in der Nanotechnologie, im
Energiebereich, für Klima und Umwelt sowie für Mobilitätssysteme, möchte das KIT zu
den weltweit führenden Wissenschaftseinrichtungen aufschließen. Rund 9000 Mitarbeiter
und ein Jahresbudget von etwa 730 Millionen Euro bilden die personelle wie finanzielle
Grundausstattung zum Erreichen dieses Ziels.
Auch Studierende können am KIT auf Neuerungen und Verbesserungen hoffen. So
stehen künftig in der Lehre mehr Dozenten zur Verfügung, was eine bessere Betreuung
in kleineren Gruppen zur Folge hat. Das House of Competence (HoC) setzt Akzente auf
dem Gebiet der Kompetenzforschung. Ergebnisse dieser Forschung fließen in ein
umfassendes Angebot von überfachlichen Schlüsselqualifikationen, welche für eine
stärkere Betonung der Berufsqualifizierung innerhalb der Studiengänge sorgen.
Studierende können aus zahlreichen Veranstaltungen zu Kultur, Politik, Wissenschaft,
Technik, Fremdsprachen oder persönlicher Fitness und emotionaler Kompetenz individuell wählen, aber auch an Kompetenz- und Kreativitätswerkstätten teilnehmen.
Die besondere Forschungssituation am KIT führt schließlich nicht nur zu einer
verbesserten Lehre, in die aktuelle Forschungsergebnisse einfließen, sondern umfasst
weit mehr Möglichkeiten für Studierende, etwa wenn es um Bachelorarbeiten oder
Master- bzw. Promotionsprojekte geht. Gerade Doktoranden können durch das
Karlsruher House of Young Scientists (KHYS) profitieren, bietet es doch eine
Kommunikations- und Interaktionsplattform für alle Nachwuchswissenschaftler des KIT,
über die KHYS diese nicht nur während ihrer Promotion begleitet, sondern auch bei ihrer
weiteren Karriereplanung unterstützt.
8
Die Lehramtsfächer am KIT
4 Die Lehramtsfächer am KIT
4.1 Fächer und Kombinationen
Am KIT werden folgende Lehramtsfächer angeboten:
Lehramtsfach
Angeboten von der
Fakultät für
Entsprechender
Bachelor-MasterStudiengang existiert
Biologie
Chemie und Biowissenschaften
Ja
Chemie
Chemie und Biowissenschaften
Ja
Deutsch
Geistes- und
Sozialwissenschaften
Ja (Germanistik)
Geographie
Bauingenieur-, Geo- und
Umweltwissenschaften
Nein
Mathematik
Mathematik
Ja
Naturwissenschaft und
Technik (NwT)
Chemieingenieurwesen und
Verfahrenstechnik
Nein
Physik
Physik
Ja
Sport1
Geistes- und
Sozialwissenschaften
Ja
Das Lehramtsfach Informatik wird seit dem Jahr 2011 nicht mehr angeboten.
Das
Lehramtsfach
Pädagogik
(zu
unterscheiden
vom
Begleitstudium
Erziehungswissenschaft in jedem Lehramtsstudium, siehe Kapitel 11.2) wird formell nicht
1
Sporteingangsprüfung erforderlich - Anmeldeschluss 15. Mai.
9
angeboten. Interessenten wird empfohlen, ggf. neben dem Lehramtsstudium noch ein
Bachelor-Studium in Pädagogik zu absolvieren.
Für die Fächer Philosophie/Ethik und Neuere und Neueste Geschichte bestehen am
KIT zwar Bachelor-, aber keine Lehramtsstudiengänge.
Kombinationen
Grundlage des Gymnasialen Lehramts sind immer zwei Hauptfächer. Die oben
genannten Fächer sind am KIT ohne Einschränkung miteinander kombinierbar.
Ausnahmen:
Naturwissenschaft und Technik (NWT) kann als Hauptfach nur in Kombination mit
Physik, Biologie oder Chemie als zweitem Hauptfach studiert werden. Als Beifach (siehe
folgendes Kapitel 4.2) kann Naturwissenschaft und Technik als drittes Fach in
Kombination mit zwei Hauptfächern aus Physik, Biologie oder Chemie studiert werden.
Wer nur eines dieser Fächer als Lehramtsfach vorweisen kann, kann mit NWT als
Beifach ausnahmsweise aufgrund einer Einzelfallprüfung zugelassen werden, wenn
ausreichende naturwissenschaftliche Kenntnisse vorliegen.
Empfehlung zu Physik:
Da dieses Fach nur mit soliden und ausgedehnten Kenntnissen in der Höheren
Mathematik erfolgreich studiert werden kann, wird empfohlen, Physik mit Mathematik als
Zweitfach zu kombinieren. Wird Mathematik nicht als Zweitfach gewählt, dann müssen
Studierende der Physik zu Beginn des Studiums zusätzliche Lehrveranstaltungen in
Höherer Mathematik besuchen im Umfang von 16 Semesterwochenstunden bzw. 20
ECTS-Punkten und hierin auch Klausuren bestehen.
4.2 Das Studium eines dritten Faches
1. Das Studium eines dritten Faches ist freiwillig und nicht vorgeschrieben. Nur falls
Erziehungswissenschaft oder Philosophie/Ethik als Lehramts-Hauptfach gewählt
wird (am KIT nicht möglich), ist die Wahl eines dritten Faches vorgeschrieben.
2. Das
dritte
Fach
kann
mit
den
Anforderungen
eines
Beifaches
(Unterrichtsbefähigung bis zur 10. Klasse, Regelstudienzeit: 3 Semester) oder
eines Hauptfaches (Unterrichtsbefähigung bis zum Abitur, Regelstudienzeit: 4
Semester) studiert werden. Hinweis: Diese Regelstudienzeit ist eine rein
rechnerische Annahme, die in etwa auf folgende Frage antwortet: „Wie lange würde
ich das Fach X studieren, wenn alle benötigten Lehrveranstaltungen in jedem
Semester angeboten würden und ich nichts anderes zu studieren hätte?“ Die hier
genannten Rahmenbedingungen sind häufig nicht gegeben, weshalb es sich ggf.
empfiehlt, mit dem Studium eines dritten Faches schon im Verlauf des Studiums
der beiden anderen Fächer zu beginnen, siehe unten Nr. 6. Zur unterschiedlichen
Anforderungen beim Erwerb von ECTS-Punkten, siehe das folgende Kapitel 4.3.
3. Die Prüfung im dritten Fach findet als so genannte „Erweiterungsprüfung“ statt, und
diese Erweiterungsprüfung kann in Verbindung mit der Prüfung in den beiden
10
ersten Fächern oder aber auch zu einem späteren Zeitpunkt abgelegt werden, d.h.:
Für die Prüfung im dritten Fach besteht kein Zeitdruck.
4. Im dritten Fach braucht keine Zwischenprüfung abgelegt zu werden – auch dann
nicht, wenn man das dritte Fach mit den Anforderungen eines Hauptfaches studiert.
5. Es steht im Belieben des/der Studierenden, welches der drei Fächer in einer
studierbaren Drei-Fächer-Kombination als drittes Fach bestimmt wird.
6. Aus universitärer Sicht wird empfohlen, mit dem Studium eines dritten Faches erst
zu beginnen, nachdem man die Zwischenprüfung (nach dem 4. Semester, siehe
Kapitel 9.2) in seinen beiden ersten Fächern abgelegt hat. Das bedeutet allerdings,
dass man in dem vorgeschriebenen Schulpraxissemester das dritte Fach nicht
unbedingt einbeziehen kann. Das hat prüfungstechnisch aber keinerlei negative
Auswirkungen.
7. Selbstverständlich kann eines der zahlreichen Lehramtsfächer, welches das
Karlsruher Institut für Technologie nicht anbietet (z.B. Englisch, Französisch), als
drittes Fach auch an einer anderen Universität studiert werden. Es empfiehlt sich in
diesem Falle allerdings, zunächst das Studium mit zwei Fächern am Karlsruher
Institut für Technologie abzuschließen und erst dann an die andere Universität zu
wechseln. Eine parallele Einschreibung an zwei Hochschulen wird im
wissenschaftlichen Lehramt vom Karlsruher Institut für Technologie nicht akzeptiert.
8. Schulpraxissemester: Es ist nicht notwendig, dass man das dritte Fach schon
studiert hat, wenn man das Schulpraxissemester absolviert. Anders im
Vorbereitungsdienst/ Referendariat:
Wer im dritten Lehramtsfach später
unterrichten will, muss im Referendariat auch Lehrproben etc. in diesem dritten
Fach ablegen.
9. Zur Bewerbung und zu Zulassungsbeschränkungen im dritten Fach siehe Kapitel 5,
6 und 7.
Zur unterschiedlichen Zahl der Leistungspunkte, die beim Studium eines dritten Faches
jeweils zu erwerben sind, siehe Kapitel 8.3
11
5 Bewerbung, Zulassung und Einschreibung
5.1 Zulassungsvoraussetzungen
Hochschulreife
Die Allgemeine Hochschulreife ist Zulassungsvoraussetzung für das Fach Deutsch.
Fachgebundene
Hochschulreife
(oder
Allgemeine
Hochschulreife)
ist
Zulassungsvoraussetzung für die Fächer Biologie, Chemie, Geographie, Mathematik,
Naturwissenschaft und Technik (NwT), Physik, Sport. Die Fachgebundene Hochschulreife
kann an einer Technischen oder an einer Wirtschaftsoberschule in Baden-Württemberg
erworben worden sein.
Fachhochschulreife
Hiermit kann man in Baden-Württemberg für den Studiengang
Gymnasien“ nicht zugelassen werden.
„Lehramt an
Selbst-Test für Lehramtsstudierende (Orientierungstest)
Seit dem Wintersemester 2010/2011 wird als Zulassungsvoraussetzung für ein
Lehramtsstudium in Baden-Württemberg der Nachweis verlangt, dass der Test zur
persönlichen Eignung für den Lehrerberuf absolviert wurde, welcher in BadenWürttemberg schon unter folgender Adresse im Internet online angeboten wird:
http://www.bw-cct.de
Nur die Tatsache der Testteilnahme ist zu belegen, nicht das Ergebnis des Tests.
Dieser Test ersetzt bei einer Bewerbung für ein Lehramtsstudium den allgemeinen
Orientierungstest, welchen Bewerber für andere Studiengänge in Baden-Württemberg
nachzuweisen haben.
Siehe auch Abschnitt 5.1 und 21 in dieser Schrift zum Orientierungspraktikum.
Orientierungspraktikum
Studienanfänger
Das zweiwöchige Orientierungspraktikum ist Voraussetzung für die Zulassung zum
Studiengang „Lehramt an Gymnasien“ zum 1. Semester (Studienanfänger). Das
Praktikum ist vor Studienbeginn, spätestens bis zum Beginn des dritten Semesters an
einem allgemein bildenden Gymnasium oder einer beruflichen Schule zu absolvieren;
Schulen, die der Praktikant selbst besucht hat, sind ausgeschlossen. Informationen
darüber sind zu finden und die Online-Anmeldung ist möglich über
http://www.orientierungspraktikum-bw.de
Praktikumsplätze werden von den baden-württembergischen Gymnasien vor allem in
der Zeit Juni bis Juli und von Februar bis April bereit gehalten. Die Bereiche, welche im
12
Orientierungspraktikum von den PraktikantInnen kennen gelernt werden sollen, sind in
einer eigenen Handreichung des Kultusministeriums „Hinweise zum Ablauf des
Orientierungspraktikums“ dargestellt, die an der oben genannten Internet-Adresse als
PDF heruntergeladen werden kann.
Bewerber aus anderen Bundesländern können das Praktikum auch an Gymnasien ihrer
Bundesländer ableisten, allerdings ebenfalls nicht an der eigenen Schule. Damit eine
solche Praktikumsbescheinigung akzeptiert wird, MUSS sie enthalten:
•
Die Bestätigung einer mindestens zweiwöchigen Dauer (10 Schultage).Des
Weiteren SOLL die Bestätigung enthalten
◦ Angabe exemplarischer Bereiche, die der Praktikant/die Praktikantin
kennen gelernt hat (z.B. Bildungsplan und Unterrichtsplanung;
Unterrichtshospitation, Elternabend, Konferenzen, Schulausflug ).
◦ Bestätigung eines Abschlussgesprächs über die persönlichen Einblicke in
die Anforderungen des LehrerInnen-Berufs.
◦ Liegt der Nachweis über das abgeleistete Orientierungspraktikum nicht bis
zum Ende des 2. Semesters vor, verweigert das Studienbüro die
Rückmeldung zum 3. Semester.
Höhere Semester
Bewerber, die in ein höheres Semester einsteigen wollen (z.B. als Hochschulwechsler
oder
als
Quereinsteiger
aus
anderen
Studiengängen),
brauchen
das
Orientierungspraktikum nicht nachzuweisen.
„Spezialfragen“ zu diesem Praktikum und zu Anerkennungsfragen richten Sie bitte an das
Staatliche Seminar für Didaktik und Lehrerbildung? (Adresse siehe Abschnitt 22.6 ).
Beratungsnachweis bei Studiengangwechslern
Alle Bewerber, die in einem anderen Studiengang mehr als zwei Semester studiert haben
und nun in einen Lehramtsstudiengang wechseln wollen (oder nach mehr als zwei
Semestern ein Lehramtsfach wechseln wollen), müssen für die Zulassung einen
schriftlichen Nachweis über eine auf den Studiengang Informatik bezogene
studienfachliche Beratung erbringen. Die Beratung kann bei den Studienfachberatern
an der jeweiligen Fakultät erfolgen (siehe Abschnitt 22.3) oder auch im Service-Zentrum
Information und Beratung (zib) (siehe Abschnitt 22.1).
5.2 Sprachkenntnisse
Bei den Lehramtsfächern, die am Karlsruher Institut für Technologie studiert werden
können, ist nach der Gymnasiallehrerprüfungsordnung I (GymPO I) nur für das Fach
Deutsch der Nachweis bestimmter Sprachkenntnisse erforderlich, nämlich des
Englischen „und einer weiteren Fremdsprache.“ Diese Sprachkenntnisse werden
normalerweise durch das Abitur nachgewiesen. Anderenfalls sind sie spätestens bei der
Meldung zum Staatsexamen vorzuweisen. Der Nachweis des Latinums ist nicht
vorgeschrieben.
13
5.3 Zulassungsbeschränkungen und Fristen
Bewerbungssemester
Für Studienanfänger (Bewerbung zum ersten Fachsemester) ist die Bewerbung und
Zulassung zum Studium des Lehramts an Gymnasien am KIT grundsätzlich nur zum
Wintersemester möglich.
Für Studienfortsetzer ist die Bewerbung zum Wintersemester und zum
Sommersemester möglich. Eine solche Bewerbung und Zulassung für ein höheres
Semester setzt voraus, dass schon so viele anrechenbare Studienleistungen vorliegen,
dass die Einstufung in ein Semester größer 1 möglich ist.
Zulassungsbeschränkungen
Ob ein Lehramtsfach zulassungsbeschränkt ist oder nicht, hängt auch davon ab, in
welcher Kombination es studiert wird. Dabei sind drei Fälle zu unterscheiden:
•
als Zwei-Hauptfach-Kombination mit einem anderen wissenschaftlichen
Hauptfach
Beispiel: Biologie (1. Hauptfach) & Chemie (2. Hauptfach)
Fach
Zulassungsbeschränkung
1. Semester
Hauptfach
Höheres Semester
Hauptfach
Biologie
JA
JA
Chemie
JA
NEIN
Deutsch
NEIN
NEIN
Geographie
NEIN
NEIN
Mathematik
NEIN
NEIN
Naturwissenschaft u. Technik (NWT)
NEIN
NEIN
Physik
NEIN
NEIN
JA
JA
Sport (Eingangsprüfung erforderlich)
•
als drittes (viertes …) Fach
im Rahmen einer Erweiterungsprüfung (siehe Kap. 4.2) Für alle Fächer gilt: keine
Zulassungsbeschränkung. Das dritte Fach ist zulassungsfrei - unabhängig
davon, ob das dritte Fach im Umfang eines Hauptfaches oder im reduzierten
Umfang eines Beifaches (s. Kap. 8.3) studiert wird.
Beispiel:
Biologie (1. Hauptfach) & Chemie (2. Hauptfach) & Sport (3. Hauptfach)
Sport ist in diesem Fall (als drittes Fach) auch dann nicht zulassungsbeschränkt,
wenn es im Rahmen einer Zwei-Fächer-Kombination (siehe oben Nr. 1)
zulassungsbeschränkt ist.
•
als wissenschaftliches Fach in Kombination mit Kunst oder Musik (s. Kapitel
15) Es gelten die Regelungen der Zwei-Hauptfach-Kombination (siehe oben unter
1) – unabhängig davon, ob das wissenschaftliche Fach im Umfang eines
14
Hauptfaches oder eines Beifaches studiert wird (s. Kap. 8.3)
Beispiel:
Kunst (Hauptfach) & Biologie (Beifach): Biologie (Beifach oder Hauptfach) ist
dann zulassungsbeschränkt, wenn es im Rahmen einer Kombination zweier
wissenschaftlicher Hauptfächer (siehe oben Nr. 1) zulassungsbeschränkt ist.
!!! Wichtiger Hinweis !!!
Die Einführung und Abschaffung von Zulassungsbeschränkungen für einzelne Fächer kann
relativ kurzfristig erfolgen. Erkundigen Sie sich über den aktuellen Stand auf:
http://www.sle.kit.edu/downloads/Sonstige/Tabelle_Studiengaenge.pdf
Vorwegauswahl von Dienstleistenden
Allen Bewerbern für zulassungsbeschränkte Fächer, die den Bundesfreiwilligendienst
oder einen 2-jährigen Dienst als Entwicklungshelfer oder ein Freiwilliges Soziales bzw.
Ökologisches Jahr absolvieren, wird geraten, sich schon vor oder während des Dienstes
zu bewerben. Wenn sie eine Zulassung erhalten, den Studienplatz aber nicht antreten
können, werden sie im nächsten Verfahren den anderen Bewerbern vorgezogen. Um den
Anspruch auf Vorwegauswahl zu verwirklichen, müssen sich die Bewerber nach
Dienstende erneut für denselben Studiengang bewerben und den erhaltenen
Zulassungsbescheid der neuen Bewerbung beilegen. Der Anspruch auf Vorwegauswahl
erlischt, wenn die Zulassung nicht spätestens zum zweiten auf die Beendigung des
Dienstes folgenden Bewerbungsverfahren beantragt wird. Diese Regelung gilt auch für
diejenigen, die ein Kind unter 18 Jahren oder einen pflegebedürftigen sonstigen
Angehörigen bis zur Dauer von drei Jahren betreuen.
Hilfsanträge
Es ist möglich, im Bewerbungsformular außer dem Hauptantrag (= 1. Präferenz) noch bis
zu zwei Hilfsanträge für Studienwünsche zweite und dritte Präferenz) zu stellen. Das
macht nur Sinn, wenn mindestens eines der Fächer im Hauptantrag
zulassungsbeschränkt ist – weil bei zulassungsfreien Fächern im Zulassungsantrag die
Zulassung sicher ist. Bei Hilfsanträgen ist allerdings folgendes zu berücksichtigen:
Werden dort wiederum zulassungsbeschränkte Fächer angegeben, dann sind die
Zulassungschancen normalerweise nicht besonders gut. Denn in einem
zulassungsbeschränkten Fach werden zunächst jene Bewerber zugelassen, die dieses
Fach im Hauptantrag angegeben haben, und nur, wenn aller derartigen Bewerber
zugelassen worden sind und dann noch Studienplätze frei geblieben sind, werden diese
an Bewerber mit Hilfsanträgen vergeben. Es empfiehlt sich also normalerweise, im
Hilfsantrag zulassungsfreie Fächer anzugeben. Dafür kann man sich aber auch gegen
Ende der Bewerbungsfrist ggf. erneut bewerben.
Beschreibung der Auswahlverfahren: siehe Kapitel 6.
Zulassungsergebnisse: siehe Kapitel 7.
15
Bewerbungsfristen
Die Bewerbungsfrist beginnt normalerweise Anfang Juni für das Wintersemester.
Wichtiger ist das Datum, bis zu dem die Bewerbung (genauer: der unterschriebene
Ausdruck der Online-Bewerbung mit allen Unterlagen) beim KIT eingegangen sein muss.
Dieser Termin hängt davon ab, ob der Studiengang zulassungsbeschränkt ist oder
zulassungsfrei (nicht zulassungsbeschränkt).
Die vollständige Bewerbung muss im Studienbüro eingegangen sein:
Für das Wintersemester
in zulassungsbeschränkten Studiengängen und Chemie:
in zulassungsfreien Studiengängen:
bis zum 15. Juli
bis zum 30. September
Für das Sommersemester (betrifft nur höhere Semester, siehe oben)
in zulassungsbeschränkten Studiengängen: bis zum 15. Januar
in zulassungsfreien Studiengängen:
bis zum 31. März.
5.4 Bewerbergruppen und Bewerbungsadressen
Deutsche und ausländische Studienbewerber aus Staaten der Europäischen Union und
Ausländer mit deutschem Abitur (Bildungsinländer)
Für diese Bewerbergruppe erfolgt die Bewerbung beim Studienbüro des KIT.
Für die Bewerbung ist ein Antrag auf Zulassung erforderlich. Der Antrag wird online
ausgefüllt, der Zugang ist zu finden über:
http://www.sle.kit.edu/vorstudium/bewerbung.php
Die Online-Bewerbung wird Anfang Juni freigeschaltet. Das ausgedruckte und
unterschriebene Online-Formular („Kontrollansicht“) muss zusammen mit der
beglaubigten Kopie der Hochschulzugangsberechtigung und allen anderen im
Zulassungsantrag genannten Nachweisen und Unterlagen zu den vorgesehenen Fristen
(siehe unten)
beim Studienbüro eingegangen sein. Bewerbungsfristen sind
Ausschlussfristen. Auch die postalischen Einsendungen der Unterlagen müssen bis zur
Ausschlussfrist im Studienbüro eingegangen sein. Die Adresse lautet:
KIT Campus Süd
Studienbüro
76049 Karlsruhe (Postadresse)
Kaiserstraße 12, Geb. 10.12 (Besucheradresse)
16
Der Bewerbung ist der Nachweis über die Teilnahme am Lehrer-Orientierungstest und
zum Orientierungspraktikum (siehe Kapitel 5.1) beizulegen.
Deutsche Staatsangehörige mit ausländischer Hochschulzugangsberechtigung
können sich nur bewerben, wenn das ausländische Zeugnis als einem deutschen
Hochschulreifezeugnis gleichberechtigt anerkannt ist. Bewerber mit einem Wohnsitz in
Baden-Württemberg oder einem Wohnsitz im Ausland wenden sich an das
Regierungspräsidium Stuttgart
Abt. 7 Schule und Bildung
Zeugnisanerkennungsstelle
Postfach 103642
70031 Stuttgart
(Tel.: 0711/904-40-700)
Deutsche und Ausländer, die keine deutsche Hochschulreife erworben haben, müssen
noch vor Aufnahme des Studiums die Prüfung zum Nachweis deutscher
Sprachkenntnisse (aktuelle Kurzbezeichnung: DSH) ablegen. Informationen zum
Nachweis der deutschen Sprachkenntnisse finden sich auf den Internet-Seiten des
International Students Office unter
http://www.intl.kit.edu/istudent/3167.php#Sprachkenntnisse
Ausländer
Alle ausländischen Studienbewerber, mit Ausnahme derer aus EU-Staaten und derer mit
deutschem Abitur (Bildungsinländer) richten ihre Bewerbung für das erste Semester
(Wintersemester) an das
KIT
International Students Office
(ehem. Akademisches Auslandsamt)
Adenauerring 2
76131 Karlsruhe
Für diese Gruppe gibt es eigene Zulassungsquoten. Über das Auswahlverfahren für
ausländische Studienbewerber informiert das International Students Center. Den Zugang
zum Online-Bewerbungsportal finden Sie über
http://www.intl.kit.edu/istudent/3361.php
Ausländische Bürger aus EU-Staaten und Bildungsinländer bewerben sich wie Deutsche.
Alle ausländischen Bewerber, die nicht in der Bundesrepublik Deutschland die
Hochschulreife erworben haben, müssen noch vor Aufnahme des Studiums die Prüfung
zum Nachweis deutscher Sprachkenntnisse (aktuelle Kurzbezeichnung: DSH) ablegen.
Der Prüfungstermin wird im Zulassungsbescheid genannt.
17
5.5 Spezielle Hinweise für die Bewerbung zum Lehramtsstudium
Bewerbung und Zulassung für zwei Fächer
Die Bewerbung erfolgt im Normalfall für zwei Hauptfächer, Ausnahmen siehe folgender
Absatz. Infolgedessen kann eine Zulassung zum Studium auch nur erfolgen, wenn die
Zulassung in beiden Fächern erfolgt ist. Beispiel: Jemand hat sich für die
Fächerkombination Mathematik / Biologie beworben. In Mathematik bekommt die Person
einen Studienplatz, in dem hart zulassungsbeschränkten Fach Biologie jedoch nicht.
Folge: Diese Person bekommt überhaupt keinen Studienplatz.
Doppelte Einreichung der Bewerbungsunterlagen
Da im Falle der Bewerbung für zwei Fächer an zwei Fakultäten über die Zulassung
entschieden werden muss, falls die beide Fächer zulassungsbeschränkt sind, sind in
diesem Falle die Bewerbungsunterlagen einschließlich der Kontrollansicht in doppelter
Ausfertigung einzureichen.
Bewerbung für ein einziges Fach
Die Bewerbung und Zulassung für ein einziges, wissenschaftliches Lehramtsfach ist nur
ausnahmsweise möglich in folgenden Fällen:
•
Das wissenschaftliche Lehramtsfach wird als zweites Fach zu Kunst oder Musik
(jeweils Lehramt) studiert, siehe Kapitel 15, dort „Bewerbung“;
•
Es liegt schon ein erstes Staatsexamen im Lehramt an Gymnasien vor, und es soll nun
noch ein weiteres Fach studiert werden;
•
Dem Bewerber / Der Bewerberin ist vom Landeslehrerprüfungsamt auferlegt worden,
aus Gründen der Anerkennung bisheriger Studienabschlüsse noch bestimmte
Studienleistungen in einem Fach nachzuholen.
Die Möglichkeit einer „Ein-Fach-Bewerbung“ ist im Online-Bewerbungsformular bislang
nicht vorgesehen. Technisches Vorgehen: Man füllt das Bewerbungsformular für zwei
Fächer aus, druckt es aus, streicht das zweite (nicht gewünschte) Fach handschriftlich
wieder durch und verweist auf ein Begleitschreiben („Siehe Begleitschreiben“). In dieses
Begleitschreiben erläutert man sein Anliegen, siehe am Ende dieses Unterkapitels.
Bewerbung für unterschiedliche Fachsemester
Es kommt vor, dass sich jemand im Erstfach für das erste Semester bewirbt, im
Zweitfach aber für ein höheres Semester (z.B. weil er dort schon Studienleistungen
vorzuweisen hat). Diese Konstellation ist im Formular für die Online-Bewerbung so nicht
vorgesehen. In diesem Fall wählt man das Formular für Erstsemester und korrigiert dann
handschriftlich im Ausdruck den Eintrag für das Zweitfach in ein höheres Semester und
verweist handschriftlich auf ein beizulegendes Begleitschreiben, siehe am Ende dieses
Unterkapitels.
Sonstige Probleme mit dem Formular für die Online-Bewerbungsform
18
Es können weitere Probleme mit den Formularen für die Online-Bewerbung entstehen,
die ursprünglich für Ein-Fach-Studiengänge konzipiert worden sind. Beispiele:
•
Jemand
will
sich
für
ein
zulassungsbeschränktes
und
ein
nicht
zulassungsbeschränktes Fach bewerben – für beide gibt es aber unterschiedliche
Formulare. Man nehme dann das Formular für das zulassungsbeschränkte Fach.
•
Jemand will von Anfang an drei Fächer studieren. Ein drittes Fach ist aber im Formular
überhaupt nicht vorgesehen.
Wenn es in diesen und ähnlichen Fällen zu Problemen mit dem Online-Formular kommt,
dann sollte man folgendermaßen vorgehen: Das Formular so gut wie möglich ausfüllen;
dann dass Formular ausdrucken und handschriftlich korrigieren und am Rand auf ein
Begleitschreiben hinweisen.
Hinweise zum Begleitschreiben
Im Begleitschreiben schreiben Sie, dass Sie aus formulartechnischen Gründen Ihren
Wunsch im Online-Formular nicht korrekt angeben konnten und deshalb hier noch einmal
angeben, wofür Sie sich bewerben. Das Begleitschreiben sollte enthalten:
Datum; Name; Anschrift; Begehrter Studienbeginn (normalerweise „Wintersemester
20...“), welches Fach/welche Fächer; jeweils ob Hauptfach, ob Beifach, welches
Semester (z.B.: Mathematik, Hauptfach, 3. Semester und Chemie, Hauptfach, 1.
Semester). Ggf. noch eine Begründung bzw. Erläuterung, warum Sie sich so bewerben
wollen, wie Sie es tun. Das gilt insbesondere, falls Sie sich nur für ein einziges
Lehramtsfach bewerben.
5.6 Zulassung, Einschreibung, Gebühren, Zeitplan
Zulassungs- oder Ablehnungsbescheid
Der Bewerbung folgt entweder eine Zulassung zum Studium oder eine Ablehnung. Es
sei noch einmal darauf hingewiesen: Eine Zulassung zum Lehramtsstudium in zwei
Hauptfächern kann nur erfolgen, wenn für beide Fächer zugelassen worden ist,
anderenfalls erhält man eine Absage.
Einschreibung
Ist die Zulassung erfolgt, dann ist sie bei zulassungsbeschränkten Fächern mit der
Aufforderung verbunden, sich in einer vorgegebenen Frist einzuschreiben. In
zulassungsfreien Fächern erfolgt diese Aufforderung ohne Fristsetzung. Mit der
Einschreibung wird der Bewerber bzw. die Bewerberin zu einem Mitglied des Karlsruher
Instituts für Technologie. Er/Sie ist dann Studentin.
Die Einschreibung (Immatrikulation) erfolgt schriftlich. Persönliches Erscheinen ist nur
noch für Ausländer notwendig.
19
Gebühren
Zur endgültigen Immatrikulation, über die das Studienbüro die Bewerber schriftlich
informiert, sind der Studentenwerksbeitrag in Höhe von derzeit 72,70 € und der
Verwaltungskostenbeitrag in Höhe von derzeit 60,00 € zu überweisen. Die Studiengebühren wurden im Baden-Württemberg zum Sommersemester 2012 abgeschafft.
KIT-Card und Zugang zum Rechenzentrum
Nach der Einschreibung wird allen Studienanfängern die KIT-Card zugeschickt. Auf
dieser ist die Matrikelnummer angegeben, unter welcher der Studierende während seiner
gesamten Studienzeit am Karlsruher Institut für Technologie geführt wird. Die KIT-Card
begleitet jeden Studierenden von Beginn an. Sie dient als Bezahlkarte in der Mensa und
in Cafeterien, für Zutrittskontrollen, als Bibliotheksausweis, als Kopierkarte und als
Stammkarte für das Semesterticket des Karlsruher Verkehrsverbund (KVV). 2
Mit gesonderter Post erhalten die Neu-Immatrikulierten vom Rechenzentrum außerdem
ihre Daten für den Zugang zum elektronischen Studierendenportal, wo man sich u.a. zu
Lehrveranstaltungen anmelden kann. Hier kann man sich auch eine
Immatrikulationsbescheinigung ausdrucken lassen.
Zeitlicher Ablauf des Zulassungsverfahrens (zum Wintersemester)
Das Studienbüro übersendet in nicht zulassungsbeschränkten Studiengängen umgehend
die Zulassungsbescheide. In Studiengängen, in denen ein Auswahlverfahren stattfindet,
werden die meisten Zulassungsbescheide zurzeit im Verlauf des Augusts (für das
Wintersemester) im Zusammenhang mit dem so genannten „Hauptverfahren“ versandt.
Nachrückverfahren und Ablehnungsbescheide
Sollten in zulassungsbeschränkten Studiengängen im Hauptverfahren nicht alle
Studienplätze besetzt worden sein, finden noch Nachrückverfahren statt, in denen noch
weitere Zulassungsbescheide verschickt werden - üblicherweise im September. Erst
nach Abschluss dieser Nachrückverfahren werden gegen Ende September die
Ablehnungsbescheide verschickt.
Vorlesungsbeginn
Die Vorlesungen beginnen im Wintersemester Mitte Oktober, im Sommersemester Mitte
April. In der ersten oder zweiten Oktoberwoche finden üblicherweise schon die Orientierungsphasen für die Erstsemester statt.
2
Die Studierenden am KIT können mit ihrer KITCard wochentags von 18:00 bis 5:00 Uhr und am
Wochenende rund um die Uhr das gesamte KVV-Netz gratis befahren, sofern sie zusätzlich eine KVVBescheinigung mit sich führen. Diese kann über das Studienrendenportal ausgedruckt werden. Wer
durchgehend freie Fahrt haben möchte, kann für 122,10 € die Studikarte erwerben, die zur ganztägigen Fahrt
im KVV-Netz berechtigt. Sie ist unter Vorlage der KITCard, der KVV-Bescheinigung und einer aktuellen
Immatrikulationsbescheinigung (ausgedruckt am Studierendenportal) bei den KVV-Kundenzentren oder im
International Student Center im Mensa-Foyer erhältlich.
20
Auswahlverfahren in beschränkten Fächern
6 Auswahlverfahren in beschränkten Fächern
6.1 Allgemeine Hinweise
Welche Lehramtsfächer zuletzt zulassungsbeschränkt waren und welche nicht, ergibt
sich aus der Tabelle in Kapitel 5.3.
Was ist „Zulassungsbeschränkung“?
Zulassungsbeschränkung (Numerus Clausus) für einen bestimmten Studiengang
bedeutet: Die Zahl der Studienplätze für diesen Studiengang ist definiert, und wenn es
mehr Bewerber als Studienplätze gibt, wird unter diesen Bewerbern nach bestimmten
Regeln ausgewählt. 90 Prozent der Studienplätze werden nach bestimmten
Leistungskriterien vergeben (zu deren Berechnung siehe weiter unten) und 10 Prozent
der Studienplätze werden nach der Wartezeit vergeben, welche die Bewerber
vorzuweisen haben. Als Wartesemester gelten die Semester, die jemand seit dem Erwerb
des Abiturs nicht in Deutschland studiert hat.
Um eine Zulassung im Lehramtsstudium zu erhalten, muss die Zulassung in beiden
Fächern erfolgt sein. Eine Zulassung ausschließlich in einem Fach ist nur in seltenen
Ausnahmefällen möglich, siehe Kapitel 5.5 und Abschnitt „Hinkende Zulassung“ in Kapitel
15.
Auswahlsatzungen
Im Folgenden wird in sehr zusammengefasster Form dargestellt, nach welchen Kriterien
in dem jeweiligen Fach die Leistungspunkte berechnet werden. Die ausführlichen und
vollständigen Satzungen zu den erwähnten Zulassungsverfahren sind als Amtliche
Bekanntmachung der Universität Karlsruhe bzw. des Karlsruher Instituts für Technologie
im Internet veröffentlicht, Fundstelle siehe Kapitel 21.4.1.
Zur Vorwegauswahl von Dienstleistenden: Siehe Kapitel 5.3.
21
6.2 Beschreibung der Auswahlverfahren
In allen hier genannten Fächern werden – nach Abzug bestimmter „Vorabquoten“ (z.B. für
Ausländer und Zweitstudienbewerber) 90 % der Studienplätze nach Leistungspunkten
und 10 % der Studienplätze nach Wartezeit vergeben.
Biologie
Die Berechnung der Leistungspunkte in Biologie (Hauptfach) erfolgt nach folgendem
Schema:
1) Gesamtpunktzahl Abitur
2) Summenpunktzahl der Fächer
Deutsch + Mathematik + Beste
Fremdsprache + Biologie + weitere
Naturwissenschaft über vier
Halbjahre (nicht: mündliche oder
schriftliche Prüfung im Abitur)
Geteilt durch 56*
= maximal 15 Punkte
Geteilt durch 20**
= maximal 15 Punkte
3) Sonstige Leistungen
(Berufsausbildung, prakt. Tätigkeit,
außerschul. Leistungen)
= maximal 15 Punkte
4) Summe von 1), 2) und 3)
= maximal 45 Punkte
*Bei älteren Abiturzeugnissen mit einer maximal zu erreichenden Punktzahl von 900 Punkten wird
durch 60 geteilt, bei neueren Abiturzeugnissen mit einer maximal zu erreichenden Punktzahl von
840 Punkten wird durch 56 geteilt.
**Der Teiler verringert sich ggf. um die Anzahl der Halbjahre, für die keine Halbjahrespunktzahlen
ausgewiesen worden sind.
Zur Bewertung der „Sonstigen Leistungen“ (im obigen Schema Nr. 3) heißt es in § 7 der
Zulassungssatzung Biologie (Lehramt):
„Die Mitglieder der Auswahlkommission bewerten die sonstigen Leistungen gesondert auf einer
Skala von 0 bis 15 Punkten. Dabei werden unter anderen folgende Kriterien berücksichtigt, sofern
sie über die Eignung für das angestrebte Studium besonderen Aufschluss geben:
•
•
•
abgeschlossene Berufsausbildung in einem einschlägigen Ausbildungsberuf (z.B.
Biologisch-Technische(r) Assistent/-in) und bisherige, für den Studiengang
einschlägige Berufsausübung (auch ohne abgeschlossene Ausbildung),
praktische Tätigkeiten und besondere Vorbildungen,
außerschulische Leistungen und Qualifikationen, z.B. Preise und Auszeichnungen.
Aus der Summe der von den einzelnen Mitgliedern vergebenen Punktzahlen wird das
arithmetische Mittel bis auf zwei Dezimalstellen hinter dem Komma berechnet (max. 15 Punkte).
Es wird nicht gerundet.“ Fundstelle der vollständigen Satzung für das Auswahlverfahren: siehe
Kap. 21.4.1.
22
Zur Bewertung der außerschulischen Leistungen im Bachelor-Studiengang Biologie wurde von
Seiten des Instituts eine Liste veröffentlicht, die im Internet zu finden ist unter:
http://www.biologie.kit.edu/downloads/Bachelor_Kriterien.pdf
Diese Liste soll aber nicht gelten für den Lehramtsstudiengang, ohne das die Bewertung für den
Lehramtsstudiengang andernorts konkretisiert worden wäre. Immerhin ist für den
Lehramtsstudiengang festzuhalten, dass dort auch Praktika mit sozialem Bezug berücksichtigt
werden können, während im Bachelor-Studiengang
nur Praktika mit fachlichem Bezug
berücksichtigt werden.
Zur Bewertung der „Sonstigen Leistungen“ vergleiche auch den „Allgemeinen Hinweis“ am Ende
dieses Unterkapitels.
Chemie (Zulassungsbeschränkung erstmals zum WS 2013/2014)
Die Berechnung der Leistungspunkte in Chemie (Hauptfach) soll nach folgendem
Schema erfolgen:
1) Gesamtpunktzahl Abitur
2) Summenpunktzahl der Fächer
Mathematik + Chemie (alternativ:
beste Naturwissenschaft)(nicht:
mündliche oder schriftliche Prüfung
im Abitur)
Geteilt durch 56*
Geteilt durch 8**
maximal 15 Punkte,
multipliziert mit 3
= Maximal 45 Punkte
maximal 15 Punkte,
multipliziert mit 3
= Maximal 45 Punkte
3) Sonstige Leistungen
(Berufsausbildung, prakt. Tätigkeit,
außerschul. Leistungen)
maximal 15 Punkte,
multipliziert mit 2
= Maximal 30 Punkte
4) Summe von 1), 2) und 3)
= Maximal 120 Punkte
*Bei älteren Abiturzeugnissen mit einer maximal zu erreichenden Punktzahl von 900 Punkten wird
durch 60 geteilt, bei neueren Abiturzeugnissen mit einer maximal zu erreichenden Punktzahl von
840 Punkten wird durch 56 geteilt.
**Der Teiler verringert sich ggf. um die Anzahl der Halbjahre, für die keine Halbjahrespunktzahlen
ausgewiesen worden sind.
Zur Berücksichtigung der sonstigen Leistungen werden in der Zulassungsatzung folgende
Bereiche genannt:
•
•
eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem einschlägigen Ausbildungsberuf (z.B.
CTA oder PTA) und bisherige, für den Studiengang einschlägige Berufsausübung auch
ohne abgeschlossene Berufsausbildung,
praktische Tätigkeiten und besondere Vorbildungen,
23
•
außerschulische Leistungen und Qualifikationen (z.B. Preise und Auszeichnungen,
besonderes soziales, politisches oder sportliches Engagement).
Fundstelle der vollständigen Satzung für die Aufnahmeprüfung: siehe Kap. 21.4.1.
Geographie
Die Berechnung der Leistungspunkte in Geographie (Hauptfach) erfolgt nach folgendem
Schema:
1) Gesamtpunktzahl Abitur
2) Summenpunktzahl der Fächer
Deutsch + Mathematik + Beste
Fremdsprache + Beste
Naturwissenschaft über vier
Kurshalbjahre
(nicht: mündliche oder schriftliche
Prüfung im Abitur)
Geteilt durch 56*
= maximal 15 Punkte
Geteilt durch 16**
= maximal 15 Punkte
3) Sonstige Leistungen
(Berufsausbildung, prakt. Tätigkeit,
außerschul. Leistungen)
= maximal 15 Punkte
4) Summe von 1), 2) und 3)
= maximal 45 Punkte
*Bei älteren Abiturzeugnissen mit einer maximal zu erreichenden Punktzahl von 900 Punkten wird
durch 60 geteilt, bei neueren Abiturzeugnissen mit einer maximal zu erreichenden Punktzahl von
840 Punkten wird durch 56 geteilt.
**Der Teiler verringert sich ggf. um die Anzahl der Halbjahre, für die keine Halbjahrespunktzahlen
ausgewiesen worden sind.
Zur Bewertung der „Sonstigen Leistungen“ (im obigen Schema Nr. 3) heißt es in § 6 der
Zulassungssatzung Geographie:
„Die Mitglieder der Auswahlkommission bewerten die sonstigen Leistungen gesondert auf einer
Skala von 0 bis 15 Punkten. Dabei werden unter anderen Folgende Kriterien berücksichtigt, sofern
sie über die Eignung für das angestrebte Studium besonderen Aufschluss geben:
•
•
•
abgeschlossene Berufsausbildung in einem einschlägigen Ausbildungsberuf und bisherige,
für den Studiengang einschlägige Berufsausübung (auch ohne abgeschlossene
Ausbildung),
praktische Tätigkeiten und besondere Vorbildungen,
außerschulische Leistungen und Qualifikationen, z.B. Preise und Auszeichnungen.
Danach wird aus der Summe der von den einzelnen Mitgliedern vergebenen Punktzahlen das
arithmetische Mittel bis auf zwei Dezimalstellen hinter dem Komma berechnet (max. 15 Punkte).
Es wird nicht gerundet.“
Fundstelle der vollständigen Satzung für das Auswahlverfahren: siehe Kap. 21.4.1. Beachten Sie
24
bitte auch den „Allgemeinen Hinweis“ am Ende dieses Unterkapitels.
Sport
Die Berechnung der Auswahlpunkte in Sport (Hauptfach) erfolgt nach folgendem Schema:
1) Gesamtpunktzahl Abitur
Geteilt durch 56*
= maximal 15 Punkte
2) Summenpunktzahl der Fächer
Geteilt durch 20**
= maximal 15 Punkte
Geteilt durch 2
= maximal 15 Punkte
Deutsch + Mathematik + beste
moderne Fremdsprache + beste
Naturwissenschaft + Sport über vier
Halbjahre (mündl./ schriftliche
Abiturprüfung nicht berücksichtigt)
3) Zwischensumme 1) + 2)
4) Sonstige Leistungen
•
•
•
abgeschlossene Berufsausbildung in einem der
folgenden Ausbildungsberufe: Krankengymnast,
Physiotherapeut oder vergleichbare Berufe sowie
bisherige, für den Studiengang einschlägige
Berufsausbildung (auch ohne abgeschlossene
Ausbildung) und praktische Tätigkeiten,
= maximal 15 Punkte
sonstige besondere Leistungen und
Qualifikationen, z.B. Preise und Auszeichnungen
bei nationalen und internationalen
Sportmeisterschaften, Landesmeisterschaften etc.,
besondere Vorbildungen. " (zitiert aus § 7 der
Zulassungssatzung)
Bewertungsschema für diese Leistungen: siehe folgende
Seite
Endsumme 3) + 4)
= maximal 30 Punkte
25
*Bei älteren Abiturzeugnissen mit einer maximal zu erreichenden Punktzahl von 900 Punkten wird
durch 60 geteilt, bei neueren Abiturzeugnissen mit einer maximal zu erreichenden Punktzahl von
840 Punkten wird durch 56 geteilt.
**Der Teiler verringert sich ggf. um die Anzahl der Halbjahre, für die keine Halbjahrespunktzahlen
ausgewiesen worden sind.
Fundstelle der vollständigen Satzung für das Auswahlverfahren: siehe Kap. 21.4.1.
Sporteingangsprüfung ist nicht gleich Hochschulzulassung
Das hier dargestellte Auswahlverfahren hat nichts zu tun mit der „Sporteingangsprüfung“ (Anmeldefrist: 15. Mai), die jeder Bewerber zuvor abgelegt haben muss.
Diese Sporteingangsprüfung dient nur der Feststellung der grundsätzlichen Eignung zum
Sportstudium und ihr Ergebnis geht nicht in das Auswahlverfahren ein.
Bewertungsschema für die „sonstigen Leistungen“ im Auswahlverfahren
Zur Bewertung der sonstigen Leistungen (s. Nr. 4 im obigen Kasten) wurde vom Institut
für Sport und Sportwissenschaften des KIT eine Liste veröffentlicht, die im Folgenden
abgedruckt wird.
ZITAT Anfang
Bewertung von außerschulischen Leistungen bei der Bewerbung für den
Studiengang Bachelor Sportwissenschaft und Lehramt Sportpädagogik Stand
01.02.2012
In der Regel erfolgt die Beurteilung der außerschulischen Leistungen im Rahmen des
Auswahlverfahrens um die Studienplätze im Fach Sportwissenschaft (BA) und
Sportpädagogik (LA) nach folgender Auflistung:
Mit 13-15 Bonuspunkten werden bewertet:
•
Zugehörigkeit zum A-/B-Kader des DOSB
•
Zugehörigkeit als Spieler/in zur höchsten Spielklasse (Lizenzliga) in Sportarten
des DOSB (z.B. 1. u. 2. Bundesliga)
•
Erfolge bei nationalen (DM: 1.-5. Platz) und internationalen (1.-10. Platz)
Meisterschaften
•
Inhaber der Trainer-Lizenzstufe A in Sportarten des DOSB
Mit 9-12 Bonuspunkten werden bewertet:
1. Zugehörigkeit zum C-Kader des DOSB
2. Erfolge bei nationalen Meisterschaften (DM: 6.-12. Platz)
3. Zugehörigkeit als Spieler/in zur höchsten Amateurliga in Sportarten des DOSB
(z.B. 3. Liga, Regionalliga)
26
4. Einschlägige, mehrjährige Berufspraxis (z.B. Physiotherapeut, Fitnesskaufmann,
Rettungsassistent, Arzthelfer, Krankenpfleger, Rettungssanitäter)
5. Inhaber der Lizenzstufe B in Sportarten des DOSB
Mit bis zu 8 Bonuspunkten werden bewertet:
1. Abgeschlossene,
Fitnesskaufmann,
Krankenpfleger)
einschlägige
Ausbildung
(z.B.
Physiotherapeut,
Rettungsassistent,
Rettungssanitäter,
Arzthelfer,
2. Erfolge bei Landesmeisterschaften (1.-3. Platz)
3. Zugehörigkeit als Spieler/in zur Spielklasse bis Oberliga und Verbandsliga in
Sportarten des DOSB (z.B. 3. Liga, Regionalliga)
4. Mit bis zu 5 Bonuspunkten werden bewertet
Nicht abgeschlossenes, aber einschlägiges Studium (z.B. Medizin, Biologie)
Abgeschlossene Ausbildung, die nicht einschlägig ist (z.B. Bankkaufmann)
Inhaber der Lizenzstufe C in Sportarten des DOSB
Einschlägige Praktika: in der Summe Mindestdauer 3 Monate
Einschlägige Preise (z.B. Alfred-Maul-Gedächtnismedaille)
Zugehörigkeit als Spieler/in bis zur Spielklasse der Landesliga in Sportarten des
DOSB (z.B. 3. Liga, Regionalliga)
Mit bis zu 2 Bonuspunkten werden bewertet:
•
Engagement kirchlicher oder sozialer Art
•
E-net Stipendien, Travel Work Reisen/Arbeiten
•
Wehr-oder Ersatzdienst, Freiwilliges Ökologisches Jahr oder Freiwilliges Soziales
Jahr (ebenso: Katastrophenschutz und Entwicklungsdienst)
•
Übungsleiter und Schülermentoren im Bereich Sport
•
Teilnahme an der Endrunde „Jugend trainiert für Olympia“
•
einschlägige Berufserfahrung (z.B. Veranstaltung und Betreuung von Sportevents)
Mit 0 Bonuspunkten werden bewertet:
•
Kurzpraktika von unter 6 Wochen Dauer
•
Teilnahme an den ersten zwei Runden „Jugend trainiert für Olympia
•
Berufserfahrung, die nicht einschlägig ist (z.B. Jobben im Gastronomiegewerbe)
•
Preise im Bereich von Musik oder Kunst (z.B. „Jugend musiziert“)
27
•
Buchpreise oder Abiturpreise, die für gute Abiturnoten erteilt werden (da der
Abiturschnitt ja ohnehin schon gewertet ist)
Sonstige Leistungen, die nicht hier aufgeführt wurden und keine Sportaffinität aufweisen,
werden nicht bei der Beurteilung außerschulische Leistungen im Rahmen des
Auswahlverfahrens für einen Studienplatz im Fach Sportwissenschaft/Sportpädagogik
berücksichtigt. Des Weiteren werden nur Leistungen berücksichtigt, die nicht länger als 4
Jahre bis zur Bewerbung zurückliegen. Alle Leistungen müssen tabellarisch aufgelistet
und mit Bestätigungen des jeweiligen Vereins, Verbandes oder Organisation
nachgewiesen werden.
gez.
Prof. Dr. Ulrich Ebner-Priemer, Leitung Lehre Sportwissenschaft, KIT
Dr. Gunther Kurz, Studiengangsleitung Sportwissenschaft (BA), KIT
Berthold Kremer, Studiengangsleitung Sportpädagogik (LA), KIT
ZITAT Ende
Können in Sport mehrere Leistungen addiert werden?
Wenn jemand für das Fach Sport mehrere, anrechenbare Leistungen vorzuweisen hat,
wird folgendermaßen gewertet: Innerhalb ein und derselben Bewertungskategorie wird
nur einmal gewertet. Mehrere Leistungen dort können nicht addiert werden. Von
Leistungen aus verschiedenen Bewertungskategorien wird nur die höchste gewertet.
Auch diese Leistungen können nicht addiert werden.
Beispiel 1: Jemand hat eine abgeschlossene, einschlägige Ausbildung und einen 1. Platz
in einer Landesmeisterschaft erreicht (beides in der Kategorie: Bis zu 8 Bonuspunkte).
Er/Sie erhält einmal maximal 8 Punkte.
Beispiel 2: Jemand hat Wehrdienst geleistet (Kategorie: Bis zu 2 Bonuspunkte) und ist
Inhaber der Lizenzstufe B in einer Sportart des DOSP (Kategorie: 9-12 Bonuspunkte). Er
/Sie erhält Bonuspunkte ausschließlich aus der höheren Kategorie, also 9-12 Punkte. Der
Wehrdienst schlägt sich in der Bewertung nicht nieder.
Allgemeiner Hinweis zur Bewertung der „Sonstigen Leistungen“
Bei der Bewertung der „sonstigen Leistungen“ bestehen Ermessensspielräume in den
einzelnen Fächern und Fakultäten. Es liegen noch keine langjährigen Erfahrungen
darüber vor, wie eine Fakultät welche außerschulischen Leistungen bewertet. Das
Zentrum für Information und Beratung (zib) kann daher leider keine weiteren und noch
detaillierteren Angaben zur Bewertung dieser „sonstigen Leistungen“ machen. Bitte
wenden Sie sich mit möglichen Fragen in dieser Angelegenheit ggf. gleich direkt an die in
Abschnitt 22.3 angegebenen Fachstudienberater.
28
Zulassungsergebnisse in beschränkten Fächern
7 Zulassungsergebnisse in beschränkten Fächern
Jeder Bewerber wird auf zwei Listen geführt. Auf einer Liste werden die Bewerber
geordnet nach den erreichten Leistungspunkten geführt. Nach dieser Liste werden 90
Prozent der Studienplätze besetzt. Auf der anderen Liste werden die Bewerber geordnet
nach Wartezeit aufgeführt. Nach dieser Liste werden 10 Prozent der Studienplätze
besetzt. Es wird der Reihenfolge nach zugelassen, also nach der Höhe der erreichten
Punkte bzw. der vorliegenden Wartezeit. Im Folgenden geben wir einerseits die in den
Zulassungsverfahren erreichten „Grenzwerte“ (des letzten zugelassenen Bewerbers) an.
Danach präsentieren wir die Bewerbungs- und Zulassungsstatistik.
7.1 Grenzwerte
In den Zulassungsverfahren ist bis zu folgenden Grenzwerten zugelassen worden:
Biologie
Zulassung nach
Wintersemester
Punkten (90 % der Plätze)
(Maximal erreichbare
Punktzahl: 45)
Wartezeit (10 % der Plätze)
2006/07
25,79 / 00
08 / 2,7
2007/08
28,7 / 00
04 / 1,7
2008/09
24,5 / 00
04 / 2,4
2009/10
26,5 / 00
10 / 2,4
2010/11
26,5 / 00
16 / 1,9
2011/12
26,9 / 00
10 / 2,5
2012/13
26,4 / 02
10 / 2,6
2013/14
26,9 / 00
10 / 2,6
2014/15
24,5 /
7 / 2,1
Erläuterung der Tabelle siehe am Ende dieses Abschnitts.
29
Chemie
Zum WS 2013/2013 Einführung eines Numerus Clausus
Zulassung nach
Wintersemester
Punkten (90 % der Plätze)
(Maximal erreichbare
Punktzahl: 45)
Wartezeit (10 % der Plätze)
2013/14
Alle Bewerber zugelassen
2014/15/
Alle Bewerber zugelassen
30
Zulassungsergebnisse in beschränkten Fächern
Deutsch
Die Zulassungsbeschränkung wurde zum WS 2013/2014 wieder abgeschafft.
Geographie (Zulassungsbegrenzung seit Wintersemester 2007/2008)
Zulassung nach
Wintersemester
2007/08
Punkten (90 % der Plätze)
(Maximal erreichbare
Punktzahl: 45)
Wartezeit (10 % der Plätze)
13,91 / 00
03 / 3,2
2008/09
Alle Bewerber zugelassen
2009/10
15,7 / 00
02 / 1,9
2010/11
18,42 / 00
04 / 2,8
2011/12
18,16 / 00
03 / 2,9
2012/13
17,27 / 00
04 / 2,7
2013/14
11,80 / 00
02 / 3,0
2014/15
Alle Bewerber zugelassen
31
Sportpädagogik (Lehramt)
Zulassung nach
Wintersemester
Punkten (90 % der Plätze)
Wartezeit (10 % der Plätze)
2003/04
10,3 / 00
03 / 3,2
2004/05
15,5 / 00
(von maximal 45 Punkten)*
04 / 3,3
2005/06
18,0 / 00
(von maximal 45 Punkten)*
02 / 1,7
2006/07
13,0 / 00
(von maximal 45 Punkten)*
04 / 2,6
2007/08
20,17 / 00
(von maximal 45 Punkten)*
03 / 3,2
2008/09
Alle Bewerber zugelassen
2009/10
19,65 / 00
(von maximal 30 Punkten)*
04 / 2,5
2010/11
22,25 / 02
(von maximal 30 Punkten)*
04 / 2,5
2011/12
22,1 / 00
(von maximal 30 Punkten)*
04 / 2,7
2012/13
13,2 / 00
(von maximal 30 Punkten)*
04 / 2,7
2013/14
14,4 / 00
(von maximal 30 Punkten)*
04 / 2,8
2014/15
Keine Angabe
Keine Angabe
*Bis zum WS 07/08 waren maximal 45 Punkte erreichbar, seit dem WS 08/09 sind maximal 30
Punkte erreichbar.
32
Zulassungsergebnisse in beschränkten Fächern
Erläuterungen:
Am Beispiel Sportpädagogik, Zulassung zum Wintersemester 2005/06, seien die hier
genannten Grenzwerte erläutert:
„18,0 (von maximal 45) / 00“ bedeutet:
Im Zulassungsverfahren zum WS 05/06 konnten maximal 45 Punkte erreicht werden. In
der Zulassungsquote nach Punkten hat derjenige noch einen Studienplatz erhalten, der
im Verfahren der Endauswahl mehr als 18,0 Punkte von diesen maximal 45 Punkten
gehabt hat. Unter denjenigen Kandidaten, die genau 18,0 Punkte gehabt haben, würde
derjenige zum Zuge kommen, der die längere Wartezeit gehabt hat. Dieses nachrangige
Kriterium brauchte allerdings nicht hinzugezogen werden, daher der Zusatz: "00": Auf die
Wartezeit als nachrangiges Kriterium ist es nicht angekommen.
„02 / 1,7“ bedeutet:
In der Zulassungsquote nach Wartezeit hat diejenige Person noch einen Studienplatz
erhalten, die eine Wartezeit von mehr als 02 Semestern vorzuweisen hatte. Unter
denjenigen, die genau 02 Semester vorzuweisen hatten, ist diejenige zugelassen worden,
die die bessere Durchschnittsnote im Abitur vorzuweisen hatte (nachrangiges Kriterium),
in diesem Fall: 1,7.
Die Grenzwerte sind also Ergebnisse aus dem Ablauf eines Zulassungsverfahrens und
stehen nicht etwa vor Beginn des Zulassungsverfahrens fest. Aus diesen Grenzwerten
vergangener Zulassungsverfahren lassen sich nur höchst unsichere Prognosen für die
Zukunft ableiten.
Seit der Einführung von Zulassungsverfahren, in denen nicht mehr nur die
Durchschnittsnote im Abitur eine Rolle spielt, sondern auch fächerspezifische Noten,
Tests u.ä., ist es für die Studierwilligen teilweise nur noch schwer nachzuvollziehen oder
zu prognostizieren, wie viele Punkte sie bekommen würden. Daher wird hier auch noch
eine Statistik zu Bewerbungen, Zulassungen und Einschreibungen gegeben.
33
5. Zulassungsquote
(der Bewerber in Nr.2)
6. Einschreibungen
7. Einschreibungsquote
(der Zugelassenen in Nr.4)
10
153
15,3
18
12%
8
44%
05/06
10
164
16,4
22
13%
12
55%
06/07
10
249
24,9
21
8%
11
52%
07/08
10
247
24,7
19
8%
11
58%
08/09
10
139
13,9
25
18%
16
64%
09/10
10
278
27,8
26
9%
10
38%
10/11
10
309
30,1
25
8%
7
28%
11/12
10
327
30,3
30
9%
8
25%
12/13
10
338
33,8
29
9%
8
28%
13/14
10
249
24,9
25
10%
8
32%
14/15
10
187
18,7
48
26%
5
10%
4. Zulassungen
04/05
1. Studienplätze
3. Bewerbungen pro
Studienplatz
Biologie
Wintersemester
Fach
2. Bewerbungen
7.2 Bewerbungs- und Zulassungsstatistik
Chemie
Deutsch
Geografie
12/13
-
100
13/14
32
84
14/15
32
11/12
12/13
7. Einschreibungsquote
(der Zugelassenen in Nr.4)
6. Einschreibungen
5. Zulassungsquote
(der Bewerber in Nr.2)
4. Zulassungen
3. Bewerbungen pro
Studienplatz
2. Bewerbungen
1. Studienplätze
Fach
Zulassungsergebnisse in beschränkten Fächern
Wintersemester
34
67
67%
22
33%
2,6
84
100%
25
30%
79
2,5
79
100%
75
268
3,6
125
47%
50
40%
77
227
2,9
110
49%
25
23%
13/14
Keine Zulassungsbeschränkung
14/15
Keine Zulassungsbeschränkung
07/08
68
203
3,0
113
56%
61
41%
08/09
68
126
1,85
126
100%
56
44%
09/10
68
182
2,7
158
87%
43
27%
10/11
68
237
3,5
120
51%
58
48%
11/12
68
278
4,1
140
50%
64
46%
12/13
68
243
3,6
153
63%
28
18%
13/14
68
168
2,3
120
71%
49
41%
14/15
68
149
2,2
Alle zugelassen
Sport
7. Einschreibungsquote
(der Zugelassenen in Nr.4)
6. Einschreibungen
5. Zulassungsquote
(der Bewerber in Nr.2)
4. Zulassungen
3. Bewerbungen pro
Studienplatz
2. Bewerbungen
1. Studienplätze
Fach
Wintersemester
35
03/04
30
99
3,3
76
77%
34
45%
04/05
30
89
3,0
46
52%
26
57%
05/06
30
127
4,2
51
40%
24
47%
06/07
30
126
4,2
51
40%
32
63%
07/08
30
123
4,1
70
57%
31
44%
08/09
30
62
2,1
62
100%
31
50%
09/10
30
102
3,4
68
67%
21
31%
10/11
30
145
4,8
60
41%
26
43%
11/12
30
171
5,7
60
35%
32
53%
12/13
20
109
5,6
40
37%
24
60%
13/14
20
106
5,3
40
38%
20
50%
14/15
20
Keine Angaben
36
Zulassungsergebnisse in beschränkten Fächern
*Die endgültige Zahl der Neueinschreibungen lag Drucklegung dieser Schritt noch nicht vor.
Erläuterungen: s. folgende Seite
a) Die wichtigste Kennzahl aus Bewerbersicht bietet die Spalte 5. Hier wird
angegeben, wie viele der Bewerber prozentual eine Zulassung erhalten
haben. Man kann diese Prozentzahl auch als die nachträglich ermittelte
Zulassungswahrscheinlichkeit eines Bewerbers interpretieren, wie sie in
dem Zulassungsverfahren bestanden hätte, wenn die Studienplätze unter
den Bewerbern nach dem Zufallsprinzip ausgelost worden wären und jeder
Bewerber daher dieselbe Zulassungschance gehabt hätte.
b) Als Bewerbungen (Nr. 2) wurden nur die Hauptanträge von Deutschen,
EU-Ausländern und Bildungsinländern gezählt. Nicht mitgezählt wurden
die Bewerbungen von Ausländern von außerhalb der EU sowie
sogenannte „Hilfsanträge“. Hilfsanträge sind Bewerbungen um einen
Studienplatz mit zweiter Priorität für den Fall, dass man in seinem
Hauptantrag keine Zulassung erhält. Hilfsanträge werden allerdings
absolut nachrangig behandelt, d.h. sie werden allenfalls dann
berücksichtigt, wenn alle derjenigen, die eine Zulassung erhalten haben,
die den Studiengang im Hauptantrag genannt hatten.
c) Auch die Zahlen für die Zulassungen (Nr. 4) betreffen nur Deutsche, EUAusländer und Bildungsinländer. Die Zahl der Zulassungen
(Hauptverfahren und Nachrückverfahren) übersteigt die Zahl der
Studienplätze, weil nicht alle Bewerber ihre Studienplätze annehmen. In
dann nachfolgenden Nachrückverfahren erhalten zunächst abgelehnte
Bewerber als „Nachrücker“ Zulassungen für die nicht angenommenen
Studienplätze.
d) Die Zahl der Einschreibungen (Nr. 6) umfasst alle Einschreibungen, also
auch die von Ausländern, die nicht aus der EU kommen.
e) Die hier dargestellten statistischen Verhältnisse haben für die Zukunft nur
einen sehr begrenzten Prognosewert, da sich die Bewerberzahlen stark
ändern können und mit einer wachsenden Zahl an Mehrfachbewerbungen
zu rechnen ist. Damit wird voraussichtlich auch die Quote derjenigen
Bewerber zunehmen, die einen Studienplatz nicht annehmen.
Ergänzende Hinweise zu den Auswahlverfahren:
a) Das Ergebnis eines Auswahlverfahrens lässt sich nicht für ein späteres
Auswahlverfahren „aufheben“ und dort wieder geltend machen. Andererseits kann
man zu jedem Zulassungstermin erneut am Auswahlverfahren teilnehmen. Im
Fach Deutsch kann man allerdings nur beliebig häufig an dem
Eignungsfeststellungsverfahren teilnehmen, wenn man jeweils mindestens 50
37
Punkte erreicht hatte, d.h. als geeignet eingestuft wurde. Erreicht man diese 50
Punkte nicht, ist nur eine einmalige Wiederholung möglich.
b) Wie aus der Gewichtung der Leistungskriterien deutlich wird, ist es sehr sinnvoll,
den Bewerbungsunterlagen solche Unterlagen in beglaubigter Kopie beizulegen,
welche „außerschulische Leistungen“ belegen, die im Rahmen des
Auswahlverfahrens in dem jeweiligen Fach berücksichtigt werden können, z.B.
Zeugnisse über Berufsausbildungen, Tätigkeiten in Vereinen, Preise in
Wettbewerben und dergleichen.
c) Für die Teilnahme an den oben genannten Auswahlverfahren ist keine gesonderte
Antragsfrist zu beachten (wie z.B. die Antragsfrist 15. Mai für die Teilnahme an der
Sporteignungsprüfung). Wichtig ist allein die Bewerbungsfrist 15. Juli.
38
Studienumfang und Studienbereiche
8 Studienumfang und Studienbereiche
8.1 Regelstudienzeit, keine Höchststudienzeit
Die Regelstudienzeit, d.h. die Zeit, innerhalb derer man das Studium normalerweise
abgeschlossen haben sollte, beträgt für ein Zwei-Hauptfach-Studium einschließlich
Prüfungszeitraum 10 Semester.
Eine Frist, bis zu der das Staatsexamen abgeschlossen sein muss, besteht allerdings
nicht. Das heißt: Wenn man die Zwischenprüfung fristgerecht abgelegt hat (siehe Kapitel
9.2), kann man das Studium durchaus auch zeitlich über 10 Semester strecken.
An der Regelstudienzeit orientiert sich die Dauer, mit der das Studium ggf. nach dem
Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAFöG) gefördert wird. Allerdings erhöht sich die
Förderungszeit nach BAFöG nicht bei dem zusätzlichen Studium eines dritten Faches.
8.2 Studienumfang und -bestandteile
ECTS-Punkte
Der Gesamtumfang des Lehramtsstudiums beträgt laut Gymnasiallehrerprüfungsordnung
I (GymPO I) beim Studium von Hauptfächern 300 ECTS-Punkte (ECTS = European
Credit Transfer and Accumulation System), inklusive Prüfungen. Andere Bezeichnungen
für diese ECTS-Punkte sind auch „Leistungspunkte“ oder „Kreditpunkte“. Die ECTSPunkte stellen keine Noten dar, sondern sie sollen helfen, den Arbeitsaufwand eines
Studiums insgesamt (einschließlich häuslicher Arbeit) zu quantifizieren und auch
zwischen unterschiedlichen Studiengängen vergleichbar zu machen. Dabei wird als
Richtgröße angesetzt, dass ein durchschnittlich begabter Student 30 Arbeitsstunden aufzuwenden hat, um einen ECTS-Punkt zu erwerben. Man muss allerdings eine
Lehrveranstaltung mit Erfolg besucht haben, um dafür ECTS-Punkte zu bekommen.
Semesterwochenstunden
Eine Semesterwochenstunde bezeichnet folgende Zeitmenge: Ein Semester lang eine
(Unterrichts-)Stunde pro Woche. Wenn die Vorlesungszeit eines Semesters 13 Wochen
umfasst und eine Vorlesung ein Mal pro Woche mit 45 Minuten gehalten wird, führt ein
regelmäßiger Besuch dieser einstündigen Vorlesung zu einer Anwesenheit von 13 x 0,75
= 9,75 Stunden in der Universität = 1 Semesterwochenstunde.
In der neuen Prüfungsordnung (GymPO I) taucht die Messgröße der
Semesterwochenstunde nicht mehr auf, sie ist abgelöst worden durch die präzisere
Größe der ECTS-Punkte (siehe oben). In den Studienplänen der einzelnen Fächer und in
der Studienorganisation spielen die Semesterwochenstunden aber weiterhin eine
bedeutende Rolle. Für den/die Studierenden ergibt sich daraus, wie häufig und wie lange
er/sie an der Universität anwesend sein soll. Hier sei eine grobe Richtgröße genannt, um
diesen Zeitaufwand abzuschätzen. Zieht man von der Regelstudienzeit von 10
Semestern ein Semester für das Praxissemester und 1 Prüfungssemester ab, ist grob
damit zu rechnen, dass für das reine Studium rund 160 SWS aufgewendet werden
müssen auf die restlichen 8 Semester, das sind dann rund 20 Stunden Anwesenheit für
39
Lehrveranstaltungen auf dem Campus pro Semester. In einzelnen (vor allem
experimentellen) Fächern kann diese Anwesenheitszeit aber auch deutlich höher sein.
Teilbereiche des Studiums
Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Bereiche des Lehramtsstudiums, welche
man grob in fachwissenschaftliche und nicht-fachwissenschaftliche Bereiche unterteilen
kann. Außerdem werden in der Übersicht die quantitativen Verhältnisse dargestellt, also
welchen Umfang der jeweilige Bereich im Verhältnis zu den anderen Bereichen einnimmt.
Studienbereich
Leistungspunkt
LP nach Studienbereichen
e (LP)
Erstes Hauptfach: Pflichtmodule
80
Erstes Hauptfach: Wahlmodule
14
Zweites Hauptfach: Pflichtmodule
80
Zweites Hauptfach: Wahlmodule
14
Erstes Hauptfach Fachdidaktik
10
Zweites Hauptfach Fachdidaktik
10
Ethisch-Philosoph.
Grundlagenstudium
12
Bildungswissenschaftliches
Begleitstudium (Pädagogik)
18
Module Personale Kompetenz
6
Schulpraxissemester
16
Wissenschaftliche Arbeit
20
Mündliche Prüfung 1. Hauptfach
10
Mündliche Prüfung 2. Hauptfach
10
Summe Leistungspunkte:
300
Fachwissenschaften
188 LP
(ca. 63 %)
Fachdidaktik
20 LP (ca. 7 %)
Philosophie/
Pädagogik/
Praxis
52 LP
(ca. 17 %)
Abschlussprüfung
40 LP
(ca. 13 %)
40
Rechnet man auch die abschließenden Prüfungen zu den fachwissenschaftlichen
Bestandteilen des Studiums, dann besteht das gesamte Studium zu gut drei Vierteln aus
einem fachwissenschaftlichen Studium und die nicht fachwissenschaftlichen Anteile
(Erziehungswissenschaft, Praxis usw.) machen ca. knapp ein Viertel aus.
8.3 Leistungspunkte in unterschiedlichen Konstellationen
Hinweis: Dieses Kapitel ist ohne Interesse für diejenigen, die ausschließlich zwei
wissenschaftliche Fächer studieren wollen – das ist der Normalfall. Von Bedeutung ist
dieses Unterkapitel vor allem für Personen, die ggf. ein drittes Lehramtsfach studieren
wollen und für Studierende des Künstlerischen Lehramtes (siehe Kapitel 15).
Nach der Gymnasiallehrer-Prüfungsordnung I variiert die Zahl der zu erbringenden
ECTS-Punkte nicht nur danach, ob ein solches Fach mit den Anforderungen eines
Hauptfaches
(Unterrichtsbefähigung
bis
zum
Abitur)
oder
Beifaches
(Unterrichtsbefähigung bis zur 10. Klasse) studiert wird, sondern auch danach, ob ein
solches Haupt- oder Beifachstudium in Verbindung mit einem künstlerischen Fach erfolgt
oder im Rahmen einer Erweiterungsstudiums (zusätzliches Studium eines dritten oder
vierten Faches), siehe Kapitel 4.2.
Die verschiedenen Möglichkeiten werden in der Tabelle dargestellt.
41
Tabelle: Erforderliche ECTS-Punkte im Bereich Fachwissenschaften
Paragraph der § 5 Abs. 3
GymPO I
§ 6 (Kunst)
und § 7
(Musik)
§ 30 Abs. 3,
oberer Teil der
Tabelle
drittes Fach
(„Erweiterungs-studium“)**
Wiss. Beifach
wird studiert als
zweites Fach zu Kunst
oder Musik
drittes Fach
(„Erweiterungsstudium“)**
eines von zwei wiss.
Hauptfächern
zweites Fach zu Kunst
oder Musik*
Wissenschaftl. Hauptfach
wird studiert als
§ 6 (Kunst) § 30 Abs. 3,
und § 7
unterer Teil
(Musik)
der Tabelle
Pflichtmodule
80
80
80
60
60
Wahlmodule
14
8
14
3
9
Fachdidaktikmodule
10
10
10
5
5
Ergänzende
Module***
0
0
6
0
6
104
98
110
68
80
Summe
Jeweils +10 ECTS-Punkte für die mündliche Prüfung
* Wird zu Kunst das wissenschaftliche Fach freiwillig mit den Anforderungen eines Hauptfaches
studiert, reduzieren sich die Wahlmodule in Bildender Kunst von 36 auf 6 ECTS-Punkte, die
Gesamtpunktzahl von 360 Punkten und die Regelstudienzeit von 12 Semestern bleibt unverändert.
Wird zu Musik das wissenschaftliche Fach freiwillig mit den Anforderungen eines Hauptfaches
studiert, erhöht sich die Gesamtpunktzahl von 330 auf 360 Punkte, und entsprechend erhöht sich
die Regelstudienzeit von 11 auf 12 Semester.
42
**Zum Erweiterungsstudium und zur Erweiterungsprüfung siehe Kapitel 4.2.
***Diese ergänzenden Module können stammen aus der Fachwissenschaft, Fachdidaktik oder
dem Bereich der Personalen Kompetenz.
8.4 Modularisierung und Modulbeschreibungen
Wie aus der obigen Übersicht schon zu entnehmen, ist ein wesentlicher Begriff der
Studienorganisation das Modul.
Die kleinsten Lehreinheiten sind die einzelnen Lehrveranstaltungen, z.B. eine
bestimmte Vorlesung oder ein Praktikum oder eine Exkursion. Mehrere solcher,
thematisch zusammengehöriger Lehrveranstaltungen sind zu so genannten Modulen
zusammengefasst, die auch aus Modulteilen bestehen können.
In manchen
Studiengängen gibt es über den Modulen noch eine weitere Einheit, die insbesondere
„Fach“ oder auch „Teilbereich“ heißen kann.
Man hat dann schematisch z.B folgende Gliederung
Studiengang
Fach
Modul
Modulteil
Lehrveranstaltung
Vorlesung Klimatologie
Atmosphäre
Übung Klimatologie
Physische
Geographie
Atmosphäre Hydrosphäre
Vorlesung Hydro- und
Ozeanographie
Hydrosphäre
Geographie
Übung Hydro- und
Ozeanographie
Usw.
Humangeographie
43
In vielen Fächern sind derartige Gliederungen sinnvoll, in manchen Fächern (vor allem
der Geisteswissenschaften) erscheint die Modulstruktur im Sinne einer thematischen
Zusammenfassung mitunter etwas künstlich. Gleichwohl ist und bleibt das Modul in
jedem Fall eine wichtige Einheit der Studienorganisation. Für das Lehramtsstudium gilt:
Die Noten der einzelnen Lehrveranstaltungen gehen nicht direkt in die Endnoten des
Staatsexamens ein, sondern nur als „Modulprüfung“.
Modulprüfungen
Das Studium einzelner Module wird mit jeweiligen Modulprüfungen abgeschlossen.
Diese Modulprüfungen bestehen in den meisten Fällen im Ablegen der Prüfungen zu den
einzelnen Lehrveranstaltungen dieses Moduls, also aus mehreren Modul-Teilprüfungen.
Zumeist handelt es sich dabei um Klausuren oder um Seminararbeiten. Die
Modulprüfungen werden durchweg studienbegleitend (das heißt: im Verlauf des Studiums)
erbracht.
Zur Verwendung des Wortes „Modul“
Leider wird das Wort „Modul“ an den Hochschulen durchaus mehrdeutig verwendet.
Mitunter besteht ein Modul nur aus einer einzigen Lehrveranstaltung. In diesem Fall
bezeichnet „Modul “ sowohl eine Menge, wie das einzige Element dieser Menge (=
Lehrveranstaltung). Im konkreten Sprachgebrauch kann man an den Hochschulen häufig
nicht mehr sicher sein, ob mit „Modul“ eine Menge bezeichnet wird oder ein Element
dieser Menge - also die Zusammenfassung von mehreren Lehrveranstaltungen oder eine
einzelne Lehrveranstaltung. Man braucht dann Modulpläne, um zu wissen, wovon jeweils
die Rede ist. Entsprechendes gilt von „Modulprüfungen“. Vielfach wird eine Prüfung als
„Modulprüfung“ bezeichnet (z.B. eine Klausur zu einer bestimmten Lehrveranstaltung),
obwohl es sich eigentlich um eine Modul-Teilprüfung handelt, da zur gesamten
Modulprüfung noch weitere Prüfungsteile gehören.
Modul-Beschreibungen
Die
Studieninhalte
der
einzelnen
Module
sollen
in
so
genannten
„Modulbeschreibungen“ und „Modul-Handbüchern“ beschrieben werden, d.h.: Für jede
Lehrveranstaltung des jeweiligen Moduls soll angegeben werden, welche Inhalte in der
Lehrveranstaltung vermittelt und welche Anforderungen dort gestellt werden. Teilweise
existieren derartige Modul-Handbücher, teilweise aber auch nicht. Falls derartige ModulHandbücher existieren, dann sind sie diese in den Infomationsbroschüren über die
jeweiligen Internet-Seiten der Fakultäten (www.kit.edu => „Forschung“ => „Fakultäten“)
beim Unterpunkt „Studium und Lehre“ zu finden.
44
Prüfungen: Das Wichtigste im Überblick
9 Prüfungen: Das Wichtigste im Überblick
Das Studium jedes der beiden (oder ggf. drei) Lehramtsfächer ist unterteilt in ein Grundund ein Hauptstudium. Im Grundstudium werden die Grundlagen des jeweiligen Faches
vermittelt. Es ist zeitlich befristet und endet nach der Orientierungsprüfung mit der
Zwischenprüfung. Das Hauptstudium dient der fachwissenschaftlichen Vertiefung und
endet mit dem ersten Staatsexamen.
9.1 Prüfungsordnungen
GymPO I
Die Gymnasial-Lehrer-Prüfungsordnung I (GymPO I) vom Juli 2009 regelt landesweit
einheitlich das erste Staatsexamen für Studierende, die mit dem Studium seit dem
Wintersemester 2010/2011 begonnen haben, Fundstelle siehe Abschnitt 21.3. Es ist eine
Besonderheit solcher Staatsexamina, dass es dafür eigene Prüfungsämter außerhalb der
Universitäten gibt, auch wenn die Prüfungen selbst natürlich von den Dozenten der
Universitäten abgenommen werden. Die GymPO I hat einen allgemeinen Teil, in
welchem die fächerübergreifenden Regelungen stehen und „Anlagen“, welche die im
Studium zu erwerbenden „Kompetenzen“ und „verbindlichen Studieninhalte“ für die
Teilbereiche des Lehramtsstudiums beschreiben, nämlich:
a) Anlage A: Prüfungsfächer, betreffend die wissenschaftlichen Studienfächer.
b) Anlage B: Bildende Kunst
c) Anlage C: Musik
d) Anlage D: Ethisch-Philosophisches Grundlagenstudium (EPG)
e) Anlage E: Bildungswissenschaftliches Begleitstudium
f)
Anlage F: Module Personale Kompetenz (MPK)
g) Anlage G: Fächer, die nur in einer Erweiterungsprüfung gewählt werden können3,
nämlich: „Andere lebende Fremdsprachen“ (neben Englisch, Französisch,
Italienisch, Russisch und Spanisch); Astronomie; Geologie; Griechisch-Römische
Archäologie; Hebräisch; Kunstwissenschaft; Musikwissenschaft; Psychologie; Urund frühgeschichtliche Archäologie.
Gemäß der GymPO I wird der gesamte schriftliche Teil des Staatsexamens bereits
während des Studiums (also „studienbegleitend“) abgelegt in Form der ModulTeilprüfungen und Modulprüfungen (siehe voriges Kapitel). Diese Form der
Studienorganisation bringt den Nachteil, dass schon die Studien- und Prüfungsleistungen
der ersten Semester für das Staatsexamen zählen, und zugleich den Vorteil, dass der
Stress am Ende des Studiums reduziert wird.
Download der GymPO I: Siehe Abschnitt 21.03!
3
Also als drittes, viertes … Lehramtsfach
45
SPO des KIT
Nach den Rahmenbedingungen der GymPO I erlassen die einzelnen Hochschulen
eigene Studien- und Prüfungsordnungen, die insbesondere die Orientierungs- und
Zwischenprüfung allgemein und speziell für jedes Fach regeln. Am KIT ist dieses die
„Studien- und Prüfungsordnung des Karlsruher Instituts für Technologie für den
Studiengang Lehramt an Gymnasien“ (SPO), Fundstelle siehe Abschnitt 21.4.3. Auch
diese SPO hat einen allgemeinen Teil mit fachübergreifenden Regelungen (z.B. zu
Prüfungsfristen) und fachspezifische Teile, welche die einzelnen Modul-Teilprüfungen und
Modulprüfungen definieren. Die SPO ist vor allem wichtig für die Orientierungs- und die
Zwischenprüfung im ersten Studienabschnitt, weil diese Prüfungen nicht in der GymPO I
geregelt sind. Es gilt mithin: Zu Beginn des Studiums ist die SPO wichtiger als die
GymPO I.
Download der SPO: Siehe Abschnitt 21.4.3!
9.2 Orientierungs- und Zwischenprüfung
Orientierungsprüfung (§ 18 SPO)
Nach 2 Semestern ist eine „Orientierungsprüfung“ (nur in einem der beiden
Hauptfächer) abzulegen, die spätestens nach dem 3. Semester abgelegt worden sein
muss. Diese Orientierungsprüfung ist studienbegleitend, d.h. sie besteht darin, dass
bestimmte Lehrveranstaltungen des Faches erfolgreich absolviert worden sein müssen.
Bei Nichtbestehen darf eine solche Prüfung nur einmal wiederholt werden. Die Prüfungsfrist verlängert sich infolge einer Wiederholungsprüfung allerdings nicht.
Zwischenprüfung (§ 19 SPO)
Das Grundstudium wird beendet mit einer Zwischenprüfung, die in beiden
Hauptfächern abzulegen ist.. Die Leistungsnachweise Prüfung „sind bis zum Ende des
vierten Fachsemesters zu erbringen“ die Prüfung und muss zu Beginn des 7.
Fachsemesters abgelegt worden sein. Auch die Zwischenprüfung wird studienbegleitend
abgelegt. Man hat die Prüfung bestanden, wenn man während des Studiums die vorgesehenen „Modulprüfungen“ (meistens Klausuren) erbracht hat.
Die in der Orientierungs- und in der Zwischenprüfung geforderten Prüfungsleistungen
umfassen ausschließlich fachwissenschaftliche Gegenstände der gewählten Lehramtsfächer.
Ergänzende Hinweise
Verhältnis von Orientierungs- und Zwischenprüfung
Die Noten der Modulprüfungen aus der Zwischenprüfung gehen in die erste
Staatsprüfung ein (siehe Kap. 9.3). In den folgenden Fächern sind laut SPO des KIT die
Prüfungen der Orientierungsprüfung zugleich eine Teilmenge der Prüfungen in der
Zwischenprüfung und gehen infolgedessen in die erste Staatsprüfung ein: Biologie,
Geographie, Mathematik, Physik.
46
Prüfungen: Das Wichtigste im Überblick
In den folgenden Fächern sind die Modulprüfungen der Orientierungsprüfungen nicht Teil
der Zwischenprüfung und gehen deshalb auch nicht in die Note des Staatsexamens ein:
Chemie, Deutsch, Sport.
Im Fach Naturwissenschaft und Technik (NwT) ist die Orientierungsprüfung zwingend im
anderen Hauptfach abzulegen.
Eine Prüfung, zwei Fristen
Wie aus den oben gemachten Angaben ersichtlich, werden sowohl für die Orientierungswie für die Zwischenprüfung jeweils zwei Fristen genannt. Die entsprechenden
Formulierungen der SPO (§ 18, Abs. 3 und § 19, Abs. 4) werden mitunter wie folgt
interpretiert: „Wenn ich bis zur ersten Frist nicht zur Prüfung angetreten bin, dann wird
dieses als ein erster Fehlversuch gewertet.“ Diese Auffassung ist unzutreffend. Richtig ist
vielmehr: Man sollte jeweils in der ersten Frist einen ersten Versuch unternommen haben,
damit man die zweite Frist (= Nachfrist) noch für einen Wiederholungsversuch nutzen
kann. Denn: Bei Überschreitung der zweiten Frist ist stets ein Verlust des
Prüfungsanspruchs gegeben,
auch wenn man keinen einzigen Prüfungsversuch
tatsächlich unternommen hat – es sei denn, der/die Studierende hat die Überschreitung
der Frist nicht selbst zu vertreten.
Anmeldung zur Prüfung / Nachweis der Prüfung
Zu den einzelnen Modulprüfungen muss der Student/die Studentin sich selbst anmelden.
Das geschieht online über das Studierendenportal. Dort kann der/die Studierende auch
einen Kontoauszug mit dem Nachweis der abgelegten Prüfungen ausdrucken. Sind alle
Prüfungsleistungen für die Orientierungs- und die Zwischenprüfung erbracht worden, so
wird dieses mit einem Eintrag im Kontoauszug vermerkt. Für offizielle Zwecke (z.B. zur
Vorlage an anderen Universitäten) kann sich der Student/die Studentin diesen
Kontoauszug als „Transcript of Records“ im Studienbüro (s. Abschnitt 22.2) ausstellen
lassen. Dieses Transcript dient dann auch als offizieller Nachweis der Zwischenprüfung.
Weitere Details zur Prüfungsplanung: Siehe Kapitel 10.1
Informationen
Fragen zur Studien- und Prüfungsordnung (SPO) des KIT und Anträge können an den
Vorsitzenden des Prüfungsausschusses gerichtet werden, siehe Abschnitt 22.5.2.
9.3 Erste Staatsprüfung
Das Lehramtsstudium wird abgeschlossen mit der „Ersten Staatsprüfung für das Lehramt
an Gymnasien“ (Erstes Staatsexamen). Wie der Name „Staatsprüfung“ schon andeutet,
handelt es sich hierbei nicht um eine Prüfung, die unmittelbar von der Universität
abgenommen wird und bei deren Bestehen ein akademischer Grad der Universität
verliehen wird (z.B. das Master-Examen). Es ist vielmehr eine Prüfung, die nach einer
landeseinheitlichen Prüfungsordnung von einem eigenen, staatlichen und nichtuniversitären Prüfungsamt durchgeführt wird. Die Prüferinnen und Prüfer sind allerdings
Professorinnen und Dozentinnen der Universität, der/die Prüfungsvorsitzende sind
Schulaufsichtsbeamte. Das Landeslehrerprüfungsamt in Stuttgart hat in den vier
47
Regierungsbezirken Baden-Württembergs eigene Außenstellen, eine davon in Karlsruhe.
Die Außenstelle Karlsruhe des Landeslehrerprüfungsamtes ist damit auch für die
Anmeldung und für die Durchführung der Prüfungen von Lehramtsstudierenden des
Karlsruher Instituts für Technologie zuständig, Adresse etc. siehe Abschnitt 22.8.
Der gesamte Ablauf des Staatsexamens wird hier nicht dargestellt, sondern es werden
nur die wichtigsten Termine genannt.
Meldetermine
a) Für die Prüfung im Herbst des gleichen Jahres: 01. bis 30. April
Diese Prüfungen finden etwa in der Zeit von Mitte Oktober bis Mitte November
statt.
b) Für die Prüfung im Frühjahr des darauf folgenden Jahres: 01. bis 31. Oktober
Diese Prüfungen finden etwa in der Zeit vom Mitte April bis Mitte Mai statt.
Bestandteile der Staatsprüfung
1. Schriftliche Prüfungen während des Studiums. Dieser Teil der Prüfung wird in Gestalt
von Modulprüfungen bzw. mit „Scheinen“ zu einzelnen Lehrveranstaltungen
studienbegleitend abgelegt. Infolgedessen gibt es am Ende des Studiums keine
„Abschlussklausuren“ mehr. Diese studienbegleitenden, schriftlichen Prüfungen
betreffen
2. die Modulprüfungen in den Fachwissenschaften und in den Fachdidaktiken.
• die
Studienund
Prüfungsleistungen
im
Ethisch-Philosophischen
Grundlagenstudium (EPG), im Bildungswissenschaftlichen Begleitstudium und
in den Modulen Personale Kompetenz (MPK). Außerdem muss das Praxissemester
absolviert und bestanden worden sein (als Zulassungsvoraussetzung für die
Prüfung.)
• Die Wissenschaftliche Arbeit ( § 16 GymPO I). Mit dieser umfangreichen Hausarbeit
soll der Kandidat/die Kandidatin nachweisen, dass er/sie ein Thema mit den
Methoden und Hilfsmitteln des Fachs sachgerecht bearbeiten kann. Die Arbeit kann
in jedem der studierten Hauptfächer geschrieben werden, nicht aber in Bildender
Kunst, wo die „Künstlerische Arbeit“ an die Stelle der wissenschaftlichen Arbeit tritt.
Bearbeitungszeit: 4 Monate. Früheste mögliche Themenvergabe: Nach der
Zwischenprüfung. Späteste Themenvergabe: Vor Beginn der mündlichen Prüfung
im betreffenden Fach. Das Thema der Wissenschaftlichen Arbeit wird dem
Kandidaten vom Landeslehrerprüfungsamt nach dem Vorschlag des Prüfers (den
der Kandidat gewählt hat) gestellt. Entsprechend früh sollte dieser Vorschlag beim
Landeslehrerprüfungsamt eingegangen sein – mindestens 4 Wochen vor Beginn
der mündlichen Prüfung.
Späteste Anmeldetermine für die schriftliche Arbeit: Wenn die schriftliche Arbeit im
Fach X geschrieben werden und dann die mündliche Prüfung in diesem Fach X im
Frühjahr abgelegt werden soll und die mündliche Prüfung entsprechend angemeldet
worden ist (siehe oben: Meldetermine), dann ist der späteste Termin für die Anmeldung
der schriftlichen Arbeit der 15. März.
Analog ist der späteste Anmeldetermin für die wissenschaftliche Arbeit für die mündliche
Prüfung im Herbst der 15. September.
48
Prüfungen: Das Wichtigste im Überblick
Wird das Thema der Wissenschaftlichen Arbeit nicht fristgerecht bis zum Beginn der
mündlichen Prüfung angemeldet, ist diese nicht bestanden – es sei denn, die Kandidatin
hat die Fristversäumnis nicht zu vertreten.
Ausnahme: In den Fächern Biologie, Chemie, Geographie und Physik kann auf
begründeten Vorschlag des Faches die wissenschaftliche Arbeit auch noch spätestens im
Anschluss an die mündliche Prüfung des zweiten Faches angefertigt werden.
Bei Fächerverbindungen mit Musik wird die Arbeit im Fach Musik angefertigt.
In Erziehungswissenschaft kann die Arbeit nur geschrieben werden, wenn dieses Fach
als wissenschaftliches Hauptfach studiert worden ist. Das Bildungswissenschaftliche
Begleitstudium reicht dafür nicht aus.
3. Mündliche Prüfungen (§ 18 GymPO I) Es findet jeweils eine mündliche Prüfung mit
einer Dauer von 60 Minuten in jedem der beiden wissenschaftlichen Hauptfächer statt.
Soll das Fach mit den Anforderungen eines Beifaches abgeschlossen werden, dauert
die Prüfung nur 45 Minuten. Für die abschließenden Prüfungen in Kunst und Musik
gelten andere Regelungen (§ 19 GymPO I).Gewichtung der Prüfungsleistungen
Die Gewichtung der einzelnen Prüfungsleistungen bei einem Studium mit zwei
wissenschaftlichen Hauptfächern ergibt sich aus der folgenden Tabelle:
Studienbereich
Gewichtungsfaktor
Endnote der Modulprüfungen des ersten Hauptfachs
8-fach
(23,5 %)
Endnote der Modulprüfungen des zweiten Hauptfachs
8-fach
(23,5 %)
Endnote der Fachdidaktik des ersten Hauptfachs
1-fach
(3 %)
Endnote der Fachdidaktik des zweiten Hauptfachs
1-fach
(3 %)
Note der mündlichen Prüfung im ersten Hauptfach
5-fach
(14,5 %)
Note der mündlichen Prüfung im zweiten Hauptfach
5-fach
(14,5 %)
Note der Wissenschaftlichen Arbeit
3-fach
(9 %)
Endnote des Bildungswissenschaftlichen Begleitstudiums
2-fach
(6 %)
Endnote im Ethisch-Philosophischen Grundlagenstudium
1-fach
(3 %)
Summe der Gewichtungsfaktoren
34
Es zeigt sich, dass die beiden einstündigen, mündlichen Prüfungen in den beiden
Hauptfächern am Ende des Studiums mit knapp 30 Prozent der Summe aller
Gewichtungsfaktoren in die Endnote eingehen, die während des Studiums in den
Fachwissenschaften und Fachdidaktiken erbrachten Prüfungsleistungen mit 53 %. Die
49
Bedeutung der während des Studiums erbrachten Studien- und Prüfungsleistungen für
die Endnote ist also relativ hoch.
Das Bildungswissenschaftliche Begleitstudium und das Ethisch-Philosophische
Grundlagenstudium gehen zusammen mit ca. 9 Prozent der Gewichtungsfaktoren in
Endnote ein.
Beendigung des Studiums
Wenn das Staatsexamen bestanden ist, erfolgt eine entsprechende Rückmeldung des
Landeslehrerprüfungsamtes an das Studienbüro des KIT. Es erfolgt dann eine
automatische Exmatrikulation zum Ende des jeweiligen Semesters bzw. ist eine
Rückmeldung zum folgenden Semester nach bestandenem Staatsexamen nicht mehr
möglich.
Weitere Details siehe Kapitel 10.2
Informationen
Das Zentrum für Lehrerbildung des KIT bietet auf seiner Web-Seite und in individueller
Beratung detaillierte Informationen zum Staatsexamen, siehe Abschnitt 22.1b.
Verbindliche Auskünfte erteilt die Außenstelle des Landeslehrerprüfungsamtes, siehe
Abschnitt 22.8.
50
Prüfungen: Das Wichtigste im Überblick
Was ist mein erstes Staatsexamen wert?
Mitunter kann man folgende Meinung hören: Die Erste Staatsprüfung für das Lehramt an
Gymnasien allein sei wenig wert, weil damit ja die Lehramtsausbildung noch nicht
beendet sei. Andererseits könne man damit auf dem sonstigen Arbeitsmarkt nichts
anfangen, weil man ja keinen akademischen Titel habe wie Diplom oder Master.
Diese Ansicht ist falsch. Das erste Staatsexamen bescheinigt den erfolgreichen Abschluss
des Studiums an einer wissenschaftlichen Hochschule genauso wie ein Masterexamen
oder ein Diplomexamen. Der Absolvent bzw. die Absolventin erfüllt daher beispielsweise
die Voraussetzung dafür,
im Öffentlichen Dienst im sogenannten „Höheren
Dienst“ eingestellt zu werden. Daran ändert die Tatsache nichts, dass jemand mit dem
ersten Staatsexamen ansonsten keinen akademischen Titel hat.
Die wichtigste Konsequenz hieraus ist: Wenn jemand in fortgeschrittenem Studium merken
sollte, dass er oder sie das Berufsziel des Lehrers bzw. der Lehrerin nicht mehr anstreben
will, ist dieses allein keineswegs ein gravierender Grund dafür, das Lehramtsstudium
abzubrechen.
Anders sieht es für den Lehrerberuf aus. In der Tat ist die Lehrerausbildung erst mit dem
Zweiten Staatsexamen nach Absolvierung des Referendariats vollendet. Erst dann ist die
Voraussetzung für eine dauerhafte Verbeamtung und damit für eine Beamtenkarriere
gegeben. Zu den finanziellen Vorteilen einer solchen Verbeamtung siehe Kapitel 25. Tritt
man das Referendariat nicht innerhalb von vier Jahren nach dem Ersten Staatsexamen an,
dann kann für die Zulassung eine erneute Prüfung („Kolloquium“) angesetzt werden.
Grundsätzlich gilt auch für den Vorbereitungsdienst (Referendariat): Die Tatsache allein,
dass man evtl. doch nicht Lehrer werden will, sollte normalerweise kein Grund sein, das
Referendariat abzubrechen. Betrachtet man das Referendariat nämlich als eine Art von
gut bezahltem und zugleich begleitetem Praktikum, ist dieses eine gute Gelegenheit,
didaktische und pädagogische Praxiserfahrung zu sammeln und Qualifikationen zu
erwerben, die auch außerhalb der Schule zumindest in verwandten Kontexten sehr gut
nutzbar sein können.
51
10Studien- und Prüfungsplanung: Details
10.1 Grundstudium (1. - 4. Semester)
Stundenplan erstellen, Prioritäten setzen
Um den persönlichen Stundenplan erstellen zu können, braucht man zunächst einen
Studienplan für die studierten Fächer, in dem steht, welche Lehrveranstaltungen für das
erste, zweite etc. Semester vorgesehen sind oder empfohlen werden. Dazu benutze man
möglichst die Fachspezifischen Informationsschriften des zib (siehe Abschnitt 21.4.2)
oder die Informationen, welche auf den Seiten der Fakultäten zu finden sind:
http://www.kit.edu/forschen/fakultaeten.php
Sodann muss man sich die entsprechenden Lehrveranstaltungen im Vorlesungsverzeichnis heraussuchen. Dieses ist entweder im Buchhandel erhältlich oder man kann
es im Netz finden unter
https://studium.kit.edu/meineuniversitaet/Seiten/vorlesungsverzeichnis.aspx
Bei der Erstellung des persönlichen Stundenplanes kann es vor allem in zweierlei
Hinsicht zu Problemen kommen:
1. Überschneidung von Lehrveranstaltungen
2. Schon nach wenigen Wochen zeigt sich: Alles ist etwas zu viel.
Zu 1): Es kann sein, dass sich wichtige Lehrveranstaltungen in einem Fach zeitlich mit
denen des anderen Faches überschneiden. Man muss sich dann ggf. entscheiden, die
eine Veranstaltung anstelle der anderen zu besuchen.
Zu 2): Gerade zu Beginn des Studiums kann es sein, dass man wegen der zwei zu
studierenden Fächer im Lehramt mehr zu tun hat als in den entsprechenden BachelorStudiengängen. Es ist dann ggf. keine schlechte Strategie: Lieber etwas weniger machen
und sich auf wenige Prüfungen konzentrieren, als Alles machen wollen, sich verzetteln
und am Schluss keine Prüfungen bestehen.
In den beiden Fällen 1) und 2) stellt sich jeweils die Frage nach den Prioritäten: Was lässt
man ggf. mit welchen Konsequenzen weg? Bei dieser Prioritätensetzung sind an erster
Stelle jene Lehrveranstaltungen zu berücksichtigen, die für die entsprechenden
Prüfungen von Bedeutung sind, weil die Orientierungs- und die Zwischenprüfung mit
bestimmten Fristen versehen sind, siehe oben. Eine Nicht-Einhaltung dieser Fristen führt
zur Exmatrikulation.
Da die Orientierungsprüfung nur in einem der beiden Fächer zu absolvieren ist, ist also
ggf. die Priorität zu Gunsten eines der beiden Fächer setzen. Bei der Wahl eines der
Fächer kann auch eine Rolle spielen, ob dort die Lehrveranstaltungen strikt aufeinander
aufbauen oder eher additiv sich ergänzen. Beispielsweise baut in Mathematik Analysis II
(Sommersemester) auf Analysis I (Wintersemester) auf. Wenn ich die Priorität nicht auf
Mathematik lege, bedeutet das, dass ich ggf. nicht sinnvoll im Sommersemester in
52
Analysis II einsteigen kann, ohne Analysis I besucht zu haben. Ein Neueinstieg in
Analysis I ist erst wieder in einem Jahr möglich, da diese Veranstaltung nur im
Wintersemester angeboten wird.
Das nächste Ziel höchster Priorität ist die fristgerechte Absolvierung der Zwischenprüfung.
Die Zwischenprüfung betrifft ausschließlich fachwissenschaftliche Gegenstände der
beiden Lehramtsfächer. Nicht Gegenstand der Zwischenprüfung sind (sondern
müssen erst zum Staatsexamen vorgewiesen werden = Zulassungsvoraussetzung):
•
•
•
•
Schulpraxissemester (muss bestanden werden)
Bildungswissenschaftliches Begleitstudium (Pädagogik)
Ethisch-Philosophisches Grundlagenstudium (EPG)
Module Personale Kompetenz (MPK).
Die Lehrveranstaltungen zu diesen Bereichen haben also bis zur Zwischenprüfung nicht
die oberste Priorität. Sie können auch noch im Hauptstudium (5. bis 10. Semester)
erbracht werden.
Wiederholbarkeit der Prüfungen, Verlust des Prüfungsanspruchs
Die Wiederholbarkeit der während des Studiums zu erbringenden Modulprüfungen richtet
sich nach der „Studien- und Prüfungsordnung“ (SPO) des KIT (siehe oben Kapitel 9.2). In
§ 21 SPO, Abs. 1 ist für schriftliche Prüfungen eine einmalige Wiederholbarkeit
vorgesehen und zwar „in der Regel in dem auf die nicht bestandene Prüfung folgenden
Semester, spätestens jedoch in dem darauf folgenden Semester“. Wird auch diese
Prüfung nicht bestanden, ist der Prüfungsanspruch verloren.
Mündliche Nachprüfung
Ist der Prüfungsanspruch in einer Modul-Teilprüfung bzw. Modulprüfung verloren, findet
aber noch eine mündliche Nachprüfung statt „im zeitlichen Zusammenhang mit dem
Termin der nicht bestandenen Prüfung“, die bestenfalls mit der Note
„ausreichend“ bestanden werden kann. In diesem Fall des Bestehens ist der Prüfungsanspruch wiederhergestellt.
Zweitwiederholung der schriftlichen Prüfung (= Dritter schriftlicher Versuch)
Gemäß SPO (§ 21 Abs. 2) können weitere Wiederholungen von schriftlichen Prüfungen
beantragt werden – allerdings nur „in höchstens zwei Modulen“. Achtung: Diese
Möglichkeit der Zweitwiederholung gilt nicht für Prüfungen der Orientierungsprüfung, des
Ethisch-Philosophischen Grundlagenstudiums (EPG) und des Bildungswissenschaftlichen Begleitstudiums (Pädagogik), siehe § 21 Abs. 2 SPO. Die zweite Wiederholung ist beim Vorsitzenden des Prüfungsausschusses zu beantragen. Konkret: Wer in
einer Modulprüfung oder in einer Modul-Teilprüfung (zum problematischen Sprachgebrauch siehe Kapitel 8.4) zwei Mal eine schriftliche Prüfung nicht bestanden hat und
dann auch in der mündlichen Nachprüfung nicht erfolgreich war, kann noch ein drittes
Mal zu der schriftlichen Prüfung antreten, wenn der Vorsitzende des Prüfungsausschusses (siehe Abschnitt 22.5.2) dieses genehmigt. In diesem dritten schriftlichen
Versuch ist (im Unterschied zur mündlichen Nachprüfung) auch wieder das gesamte
Notenspektrum erreichbar. Eine solche schriftliche Zweitwiederholung ist maximal noch in
53
einer zweiten Prüfung zu einer Lehrveranstaltung in demselben Fach möglich. Bei zwei
Fächern sind daher theoretisch bis zu 2 x 2 = 4 Zweitwiederholungen denkbar, falls der
Vorsitzende des Prüfungsausschusses dem zustimmt.4
Aussteigen aus dem Prüfungsverfahren
Wer aus einer Prüfung „aussteigen“ will (um z.B. an einem anderen Studienort weiter zu
studieren), sollte dieses vor der ersten schriftlichen Wiederholungsprüfung (siehe oben)
machen. Nach dem endgültigen Nicht-Bestehen einer solchen Wiederholungsprüfung ist
der Ausstieg nicht mehr möglich, da der Prüfungsanspruch schon verloren ist und die
Anmeldung zur mündlichen Nachprüfung zwangsweise erfolgt. Wenn man dort nicht
antritt, ist und bleibt der Prüfungsanspruch in diesem Fach verloren – auch an anderen
Hochschulen.
Wechsel des Faches nach verlorenem Prüfungsanspruch
Allerdings: Der Verlust des Prüfungsanspruches betrifft nur den Prüfungsanspruch in
diesem Fach, nicht den gesamten Lehramtsstudiengang. Wer also im Studium der
Fächerkombination A & B den Prüfungsanspruch für die Zwischenprüfung in Fach B
verloren hat, kann das Fach B aufgeben und stattdessen das Fach C studieren in der
Fächer- kombination A & C. Voraussetzung: Der Prüfungsanspruch darf in Fach B nicht in
einer Modulprüfung verloren worden sein, die auch in Fach C vorkommt oder sogar in
Fach C noch anspruchsvoller ist als in Fach B.
10.2 Hauptstudium und 1. Staatsprüfung (5. bis 10. Semester)
Selbstverständlich können hier nicht alle Regelungen der GymnasiallehrerPrüfungsordnung I (GymPO I) dargestellt werden. Für die Studienplanung können aber
einige „Spezialitäten“ der GymPO I von Bedeutung sein, die hier ausdrücklich erwähnt
seien:
Bestandteile der Staatsprüfung und Meldetermine siehe Kapitel 9.3.
Keine Höchststudiendauer
Ist die Zwischenprüfung fristgerecht abgelegt worden, dann existiert für den Rest des
Studiums keine Höchststudiendauer mehr, d.h.: Es existiert keine Frist, bis zu der man
sich für die erste Staatsprüfung angemeldet und sie abgelegt haben muss. Hat man sich
allerdings einmal zur Prüfung angemeldet, dann gibt es ggf. auch bestimmte Fristen zu
beachten (siehe auch das vorhergehende Kapitel).
Anmeldung zur Staatsprüfung
Die Anmeldung und Zulassung zur (mündlichen) Prüfung beim Landeslehrerprüfungsamt
kann erst erfolgen (§§ 12, 13 GymPO), wenn sämtliche Studienleistungen vorliegen, also
4
Diese Interpretation des erwähnten § 21 Abs. 2 der SPO ergibt sich aus der Tatsache, dass in der
vorhergehenden Fassung die Zweitwiederholung von jeweils 2 Modulen in den jeweiligen
fachspezifischen Bestimmungen der SPO ermöglicht wurde.
54
•
•
•
•
•
•
Zwischenprüfung,
sämtliche Modulprüfungen der studierten
Fachdidaktik),
Bildungswissenschaftliches Begleitstudium,
Ethisch-Philosophisches Grundlagenstudium,
Module Personale Kompetenzen
Schulpraxissemester.
Fächer
(Fachwissenschaft
und
Vorgezogene Wissenschaftliche Arbeit
Diese Arbeit ist zwar Teil der Staatsprüfung und geht auch in die Endnote mit ein; man
muss sich aber gesondert anmelden, und diese Anmeldung kann zeitlich durchaus vor
der sonstigen Meldung zur mündlichen Prüfung geschehen, siehe voriges Kapitel. Es ist
also empfehlenswert und sinnvoll, dass man die wissenschaftliche Arbeit schon
erfolgreich abgeliefert hat, bevor man sich überhaupt zur mündlichen Prüfung meldet.
Generell wird vom Landeslehrerprüfungsamt empfohlen, die wissenschaftliche Arbeit vor
Beginn der mündlichen Prüfungen anzufertigen und zu beenden, siehe Kapitel 9.3. Es
kann dann zu keinen Kollisionen und Engpässen in Zusammenhang mit der mündlichen
Prüfung
kommen.
Rücktritt und Unterbrechung
Ist einmal die Anmeldung und Zulassung zur Staatsprüfung erfolgt, dann laufen Fristen
für die nächsten Prüfungstermine. Ein Rücktritt kann nur noch aus einem „wichtigen
Grund“ erfolgen, insbesondere wegen Krankheit (§ 23 GymPO I). Ähnliches gilt für eine
Unterbrechung der Prüfung (§ 24 GymPO I). Wenn man also krank wird oder aus einem
sonstigen wichtigen Grund, den man selbst nicht zu vertreten hat, absehen kann, dass
man die Prüfung nicht ablegen kann, dann sollte man den Rücktritt bzw. die
Unterbrechung rechtzeitig beantragen.
Prüfung an zwei Terminen
Wer sich beim Studium zweier wissenschaftlicher Hauptfächer bis zum Ende des 10.
Semesters (also innerhalb der Regelstudienzeit) zur Prüfung anmeldet, darf die
mündlichen Prüfungen in den beiden wissenschaftlichen Fächern auf zwei aufeinander
folgende Prüfungstermine verteilen (§ 15, Abs. 1 GymPO I).
Die Immatrikulation mit dem Vermerk „1. Hauptfach, 2. Hauptfach“ legt weder die zeitliche
Reihenfolge der beiden Hauptfachprüfungen noch das Fach fest, in dem die
Wissenschaftliche Arbeit geschrieben wird.
Freiversuch
Wird nach einem ununterbrochenen Studium (Beurlaubung aus wichtigem Grund zählt
nicht als Unterbrechung) zweier wissenschaftlicher Hauptfächer die mündliche
Abschlussprüfung in einem einzigen Hauptfach nicht bestanden, dann gilt dieser
Prüfungsversuch als nicht unternommen, wenn man
•
•
spätestens im 9. Semester an der mündlichen Prüfung in seinem ersten
Hauptfach teilgenommen hat und
die mündliche Prüfung im zweiten Hauptfach spätestens im zweiten Hauptfach im
10. Semester begonnen hat.
55
Wer an einer Prüfung im Rahmen eines „Freiversuchs“ teilgenommen hat, kann diese
Prüfung zum Zweck der Notenverbesserung im Rahmen bestimmter Fristen einmal
wiederholen (§§ 26, 27 GymPO I).
Drittes Fach
Die Prüfung in einem dritten Fach wird von der Prüfungsordnung formal als eine
„Erweiterungsprüfung“ gesehen. Die „Erweiterungsprüfung“ (§ 30 der GymPO I) im
dritten Fach ist zunächst von den Fristen für die Prüfung in den beiden ersten
Hauptfächern völlig unabhängig, das heißt: Man kann die Prüfung in dem dritten Fach zu
einem beliebigen späteren Zeitpunkt nach der Prüfung in den beiden ersten
Hauptfächern ablegen oder in Verbindung damit. Allerdings: Wer sich in einem DreiFächer-Studium in allen drei Fächern mit den Anforderungen eines Hauptfaches prüfen
lässt, kann ein Fach in dem er/sie durchgefallen ist, durch die Prüfung in dem dritten
Fach ersetzen, wenn
• in jenem Fach, in dem die Prüfung bestanden worden ist, auch die
Wissenschaftliche Arbeit geschrieben wurde und
• die Prüfung in den drei Fächern an demselben Prüfungstermin stattgefunden hat
(bzw.: falls eine Teilung der Prüfung auf zwei Termine möglich war, die Prüfung in
den drei Fächern an diesen beiden Terminen stattgefunden hat). (§ 21 Abs. 7 der
Prüfungsordnung)
Es ist deutlich, dass durch die Regelungen zur Teilung der Prüfung, zum Freiversuch und
zum Dritten Fach ein zügiges Studium belohnt werden soll.
Einmalige Wiederholung der mündlichen Abschlussprüfung
Eine nicht bestandene mündliche Prüfung (am Ende des Studiums) kann pro Fach
einmal wiederholt werden, und zwar zum nächsten oder übernächsten Prüfungstermin (§
25 GymPO I).
Verlust des Prüfungsanspruches
Wer in der mündlichen Prüfung eines Faches einer Zwei-Fächer-Kombination oder in der
Wissenschaftlichen Arbeit den Prüfungsanspruch endgültig verloren hat, hat den
Anspruch für die erste Staatsprüfung im gesamten Lehramtsstudiengang für Gymnasien
in Baden-Württemberg endgültig verloren, und zwar auch für andere, bisher nicht
studierte Lehramtsfächer. Wer also beim Studium der Fächerkombination A & B im Fach
B endgültig durch die mündliche Prüfung oder beim Schreiben der wissenschaftlichen
Arbeit durchgefallen ist, kann nicht den Prüfungsanspruch wiederherstellen, indem er/sie
auf die Fächerkombination A & C wechselt. Das gilt auch, wenn ein Künstlerisches Fach
(Kunst oder Musik) studiert wurde. Konkret: Wer beispielsweise in Kunst schon den
künstlerischen Teil der Staatsprüfung bestanden hat, dann aber im wissenschaftlichen
Beifach endgültig durch die Staatsprüfung fällt, hat die Staatsprüfung insgesamt nicht
bestanden und den Prüfungsanspruch dafür verloren. Eine ähnlich strenge Regelung gilt
zwar auch in einigen anderen Bundesländern (wie z.B. in Hessen und NordrheinWestfalen), nicht aber in allen: Z.B. in Bayern, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz gilt
die strikte Regel nicht, dass mit endgültigem Durchfallen in einem Fach der Prüfungsanspruch für das gesamte Lehramtsstudium Gymnasien verloren ist. Man kann dort noch
in ein neues Fach wechseln. Das gilt auch für „Zuwanderer“ aus anderen dort noch in ein
neues Fach wechseln. Das gilt auch für „Zuwanderer“ aus anderen Bundesländern.
56
Hinweis
Durch endgültiges Durchfallen in einer studienbegleitenden (meistens schriftlichen)
Modulprüfung im Hauptstudium wird zwar der Prüfungsanspruch in diesem Fach verloren,
nicht aber für die gesamte Staatsprüfung. Konkret: Wer die Fächerkombination A & B
studiert hat, und eine studienbegleitende Modulprüfung im Hauptstudium des Faches B
endgültig nicht bestanden hat, kann mit einem Fach C neu beginnen und also in der
Fächerkombination A & C weiter studieren. Es gilt hier dasselbe wie im Grundstudium,
siehe Kapitel 10.1.
Informationen
Fragen zur Studien- und Prüfungsordnung (SPO) des KIT und Anträge können an den
Vorsitzenden des Prüfungsausschusses gerichtet werden, siehe Abschnitt 22.5.2. Das
Zentrum für Lehrerbildung des KIT bietet auf seiner Web-Seite und in individueller
Beratung detaillierte Informationen zum Staatsexamen, siehe Abschnitt 22.1b.
Verbindliche Auskünfte erteilt die Außenstelle des Landeslehrerprüfungsamtes, siehe
Abschnitt 22.8.
10.3 Wechsel eines Faches, zeitversetztes Studium zweier Fächer
Das Lehramtsstudium besteht aus mindestens zwei Teilstudiengängen, hier: zwei
wissenschaftlichen Fächern. Es kann nun vorkommen, dass jemand in einem Fach in
einem höheren Semester ist, in dem anderen Fach aber in einem niedrigen, z.B. weil er
oder sie ein Fach gewechselt hat oder aus einem Bachelor-Studiengang in den
entsprechenden Lehramtsstudiengang gewechselt ist und dann natürlich ein zweites
Fach dazu nehmen musste. Es stellt sich hier nun die Frage, wonach sich denn die
Prüfungsfristen richten.
Zwischenprüfung
Die Frist für die Orientierungs- und für die Zwischenprüfung richtet sich nach jenen
Semestern, die man in dem jeweiligen Fach studiert hat, d.h. sie wird für jedes Fach
gesondert berechnet („Fachsemester“). Daher kann man die Zwischenprüfung im Fach A
und im Fach B auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten ablegen. Der Verlust des
Prüfungsanspruchs in einem Fach (zum Beispiel A) zieht auch nicht den Verlust des
Prüfungsanspruches im zweiten Fach B nach sich. Man kann vielmehr mit einem dritten
Fach C neu beginnen – falls man das möchte. Diese Möglichkeit, ein Fach B durch ein
Fach C zu ersetzen, nachdem man die Prüfung in B endgültig nicht bestanden hat, gibt
es im Staatsexamen allerdings nicht mehr.
Erste Staatsprüfung
Die Semesterzählung für das Staatsexamen ist insofern von Bedeutung, als von der
Einhaltung bestimmter Fristen die Inanspruchnahme bestimmter Sonderregelungen
(Freiversuch u.ä., siehe oben Kapitel 10.2) abhängt. Hierfür sind die Hochschulsemester
ausschlaggebend, nicht die Semester pro Fach. Die Zahl dieser Hochschulsemester
ermittelt man als arithmetisches Mittel (Durchschnitt) aus den Fachsemestern der beiden
studierten, wissenschaftlichen Fächer. Wer also beispielsweise in Mathematik (Lehramt)
im 10. Semester studiert, Physik (Lehramt) aber im 6. Semester, studiert insgesamt im
Semester (10+6) / 2 = 8. Semester.
57
11 Nicht-Fachwissenschaftliche Studienanteile
11.1 Fachdidaktik
Innerhalb eines jeden Faches ist ein Modul „Fachdidaktik“ mit didaktischen
Lehrveranstaltungen im Umfang von jeweils 10, zusammen also 20 Leistungspunkten
vorgesehen. Die einzelnen Fächer sehen dafür teilweise unterschiedlich viele
Lehrveranstaltungen vor, wie die folgende Tabelle zeigt:
Fach
Zahl der vorgesehenen
Lehrveranstaltungen in Fachdidaktik
Biologie
4
Chemie
3
Deutsch
2
Geographie
4
Mathematik
3
Naturwissenschaft und Technik
2
Physik
2
Sportpädagogik
4
In den fachdidaktischen Veranstaltungen werden Fragen der schülergemäßen
Vermittlung des jeweiligen Faches zumindest exemplarisch angesprochen. Der Besuch
dieser Lehrveranstaltungen ist nicht Voraussetzung oder Teil der Orientierungs- und der
Zwischenprüfung (siehe Kapitel 9.2), die Noten für die Module „Fachdidaktik“ gehen aber
durchaus in die Notenbildung des Staatsexamens ein (siehe oben Kapitel 9.3). Man kann
sich also mit dem Besuch einerseits etwas Zeit lassen, andererseits könnte es sinnvoll
sein, zumindest in einem Fach schon eine solche didaktische Veranstaltung besucht zu
haben, wenn man in das Praxissemester geht (siehe Kapitel 12.1).
58
11.2 Bildungswissenschaftliches Begleitstudium (Pädagogik)
Inhalte und Studienplan
Dieser Teilbereich des Lehramtsstudiums hat einen Umfang von 18 Leistungspunkten,
und es werden insbesondere Einführungsveranstaltungen in Schulpädagogik und
Pädagogischer
Psychologie
besucht.
Es
sollen
laut
Anlage
D
der
Gymnasiallehrerprüfungsordnung
I
grundlegende
Kenntnisse
zu
folgenden
Gegenstandsbereichen vermittelt werden:
•
Lehren, Lernen, Unterricht (u.a. Allgem. Didaktik, Unterrichtsbeobachtung,
Entwicklungspsychologie, Leistungsbeurteilung).
•
Lehrerprofessionalität in der Organisation Schule (u.a. spezifische Anforderungen
und Belastungen, schulische Kommunikation, Schultheorie).
•
Bildungstheoretische und historische Grundlagen des Lehrerberufs.
Am KIT sind im Bildungswissenschaftlichen Begleitstudium fünf Lehrveranstaltungen mit
insgesamt 10 Semesterwochenstunden zu besuchen. Die folgende Tabelle gibt einen
Überblick über die Module und Lehrveranstaltungen.
Lehrveranstaltung
Modul
Titel
Pädagogische
Grundlagen
(mit insgesamt 4 LP)
Psychologische
Grundlagen
(mit insgesamt 4 LP)
Grundlagen der
Didaktik und
Methodik
(mit insgesamt 7 LP)
Organisation Schule
(mit insgesamt 3 LP)
Art
LP
SWS
SL/PL
Pflichtveranstaltung:
Einführung in die Allgemeine
Pädagogik
V
4
2
PL
K
Pflichtveranstaltung:
Einführung in die Pädagogische
Psychologie
V
4
2
PL
K
Pflichtveranstaltung:
Theorie und Praxis der
Unterrichtsvorbereitung
S
4
2
PL
U
1 Wahlpflichtveranstaltung:
Grundfragen des Unterrichts
oder
Die erzieherische Dimension von
Schule
oder
Ästhetische Bildung
S
3
2
SL
1 Wahlpflichtveranstaltung:
Theorie der Schule
oder
Die Bildungsaufgabe des
Gymnasiums
oder
Bildungssysteme im internationalen
Vergleich
S
3
2
SL
59
Abkürzungen:
K Klausur
LP Leistungspunkte (Umfang der Lehrveranstaltung)
P Praktikum
PL Studienbegleitende Prüfungsleistung
PS Proseminar
S Seminar
SL Studienleistung: Referat und/oder Schriftliche Ausarbeitung
SWS Semesterwochenstunden
U Schriftlicher Unterrichtsentwurf
V Vorlesung
Identifikation der Lehrveranstaltungen im Vorlesungsverzeichnis
Da das Lehrangebot des Instituts teilweise durch Lehrbeauftragte abgedeckt wird,
können die Titel und Inhalte der Veranstaltungen insbes. im Modul „Grundlagen der
Didaktik und Methodik“ sowie im Modul „Organisation Schule“ variieren. Grundsätzlich
können alle Lehrveranstaltungen des Instituts von Lehramtsstudierenden besucht werden,
welche in den Vorlesungsankündigungen mit dem Zusatz „LA“ gekennzeichnet sind. Die
jeweilige Modulzuordnung obliegt der Verantwortung der Dozierenden.
Wann werden die Lehrveranstaltungen angeboten?
Die Vorlesung zum Modul "Pädagogische Grundlagen" wird nur im Wintersemester
angeboten, während die Vorlesung des Moduls "Psychologische Grundlagen" unter
wechselnden Titeln sowohl in den Winter- als auch Sommersemestern stattfindet. Die
Pflichtveranstaltungen "Theorie und Praxis der Unterrichtsvorbereitung" wird in jedem
Semester angeboten. Wahlpflichtveranstaltungen der beiden Module "Grundlagen der
Didaktik und Methodik" sowie "Organisation Schule" werden ebenfalls sowohl in den
Winter- als auch Sommersemestern angeboten, wobei die Titel wechseln können.
Studienplanung und Prüfungsrelevanz
Der Besuch dieser Lehrveranstaltungen ist nicht Voraussetzung oder Teil der
Orientierungs- und der Zwischenprüfung (siehe Kapitel 9.2), die Note für diesen Bereich
geht aber durchaus in die Notenbildung des Staatsexamens ein (siehe Kapitel 9.3). Man
kann sich also mit dem Besuch im Grundstudium etwas Zeit lassen.
Eine verbindliche Reihenfolge des Besuchs der Lehrveranstaltungen ist nicht zwingend.
Es empfiehlt sich dennoch, die Pflichtvorlesungen „Einführung in die Allgemeine
Pädagogik“ und „Einführung in die Entwicklungspsychologie“ sowie das Seminar „Theorie
und Praxis der Unterrichtsvorbereitung“ vor Beginn des Praxissemesters zu besuchen.
Die in diesen Veranstaltungen thematisierten Inhalte können als Basisvoraussetzung für
gelingende erste Praxiserfahrungen verstanden werden.
Hinweis:
Eine Zweitwiederholung (= dritter schriftlicher Versuch) ist bei Prüfungen im
Bildungswissenschaftlichen Begleitstudium nicht möglich, siehe Kap. 10.1. Weitere
Informationen zu den Inhalten der Lehrveranstaltungen und zur Notenvergabe siehe die
http://www.paedagogik.uniSeite
des
Instituts
für
Allgemeine
Pädagogik:
karlsruhe.de/415.php
60
11.3 Ethisch-Philosophisches Grundlagenstudium (EPG)
Studierende des Gymnasialen Lehramts müssen ein „Ethisch-philosophisches
Grundlagenstudium“ (EPG) im Umfang von 12 Leistungspunkten absolvieren. Laut
GymPO I Anlage D soll sich EPG 1 mit „Ethisch-Philosophischen Grundfragen“ befassen
und EPG 2 mit „fach- und berufsethischen Fragen“.
Studienumfang und Lehrangebot
Am Karlsruher Institut für Technologie werden diese Vorgaben vom Institut für
Philosophie in der nachfolgend beschriebenen Weise umgesetzt. Das Institut für
Philosophie weist jedes bestimmte Lehrveranstaltungen dieses Instituts als geeignet für
das EPG 1 bzw. EPG 2 aus. Diese Veranstaltungen sind im Vorlesungsverzeichnis unter
den Veranstaltungen der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften zu finden, dort
allerdings nicht bei „Philosophie“, sondern in einer eigenen Abteilung ganz am Ende der
Lehrveranstaltungen der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften.
•
•
EPG 1 (Ethisch-Philosophische Grundfragen) ist eine Vorlesung mit Übung. Zu
dieser Lehrveranstaltung wird eine Klausur geschrieben. Umfang: 2
Semesterwochenstunden. 6 Leistungspunkte.
EPG 2 (Fach- und Berufsethische Fragen) wird in Karlsruhe als ein Seminar
durchgeführt. Die Studien- und Prüfungsleistung besteht in einem mündlichem
Vortrag und einer schriftlichen Ausarbeitung. Umfang: 2 Semesterwochenstunden,
6 Leistungspunkte.
Studieninhalte
Das Institut für Philosophie beschreibt die Inhalte der beiden Lehrveranstaltungen auf
seiner Homepage wie folgt:
„Das EPG 1 behandelt allgemein einführend zeitgenössische Konzepte und
Grundrichtungen der Philosophie und Ethik. Ziel ist es, interdisziplinär relevantes
Basiswissen, grundlegende systematische Zusammenhänge und ein Know-where zu
vermitteln. Aktuelle Aufgaben und Probleme der Philosophie und Ethik sollen neben
Methoden des Argumentierens und der Rechtfertigung philosophischer und ethischer
Urteile im Mittelpunkt stehen. Wissenschaftstheorie, das wissenschaftstheoretische
Selbstverständnis der jeweiligen Fächer im Gesamtgefüge der wissenschaftlichen
Disziplinen, und allgemeine Wissenschaftsethik, die ethischen Dimensionen von
Wissenschaft und Forschung, sind weitere Bausteine vom EPG 1.
Stichwortartig seien hierzu genannt: Erkenntnis und Wirklichkeit, wissenschaftliche und
nicht-wissenschaftliche Erkenntnis, Erkenntnis und Forschungsmethoden, Erkenntnis,
Objektivität und wissenschaftsexterne Faktoren (u.a. ökonomische Interessen, Politik,
Finanzen, Recht), Wissenschaft als Forschungsprozess und forschungsethische Fragen,
Wissenschaft als soziales Subsystem und Verantwortung der Wissenschaftler,
bedeutende Theorien der Ethik (deontologische, teleologische, Strebens- und
Sollensethik, Feministische und ökologische Ethik, Individual- und Sozialethik,
Verantwortungsethik), Grundbegriffe der Ethik wie Freiheit, Verantwortung, Person,
Rechte und Pflichten immer mit Bezug auf die Fächer und mit Fallbeispielen.
61
Im EPG 2 bildet die interdisziplinäre angewandte bzw. anwendungsorientierte Ethik mit
dem Leitwert Humanität den Schwerpunkt. In Anbindung an die jeweiligen
Lehramtsfächer sollen Detailprobleme der modernen Welt, insbesondere der
Wissenschafts-, Technik- und Wirtschaftsethik behandelt werden. Dies soll v.a. anhand
von Fallbeispielen und Fallstudien mit Bezug auf Wissenschaft, Technik, Ökonomie und
Alltag geschehen. Die Anbindung an die Handlungspraxis und der Gegenwartsbezug der
Ethik stehen hier also im Vordergrund. Ethik wird aber immer wieder ergänzt durch
Erkenntnisse der Anthropologie, der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie und der
Sprachphilosophie.
Insbesondere für das EPG 2 soll versucht werden, in gemeinsamen interfakultären stundenweisen - Veranstaltungen Fallbeispiele u.Ä. zu behandeln. Ziel ist es hierbei, eine
gewisse Verzahnung der Studieninhalte, v.a. auch durch die Orientierung an den zu
behandelnden Problemen statt an den einzelnen Fächern und durch die Betonung des
Aspektcharakters von Ethik und Philosophie, zu erreichen.“
Studienplanung
Die Prüfungsordnung verlangt den Nachweis über den erfolgreichen Besuch der
Lehrveranstaltungen in EPG erst als Zulassungsvoraussetzung zum Staatsexamen, also
nicht schon zur Zwischenprüfung. Das Institut für Philosophie empfiehlt, zunächst EPG 1
im Verlauf des Grundstudiums zu besuchen (also bis zur Zwischenprüfung) und EPG 2
im Hauptstudium. Die Noten aus EPG 1 und EPG 2 gehen in die Endnote des
Staatsexamens ein. Zur Notengewichtung siehe Kapitel 9.3.
Hinweis:
Eine Zweitwiederholung (= dritter schriftlicher Versuch) ist bei Prüfungen im EPG nicht
möglich, siehe Kap. 10.1. Weitere Informationen zu den Inhalten der Lehrveranstaltungen
und zur Notenvergabe siehe die Seite des Instituts für
Philosophie
http://www.philosophie.kit.edu/
11.4 Module Personale Kompetenzen (MPK)
Zweck und Gegenstand
Die erstmalige Einführung dieses Studienbestandteils in eine baden-württembergische
Prüfungsordnung für das Höhere Lehramt soll eine positive Bewältigung der
Herausforderungen im Lehrerberuf erleichtern. Deshalb wird in der GymPO I der Besuch
von Lehrveranstaltungen („Modulen“) zur Entwicklung und Förderung „Personaler
Kompetenzen“ (MPK) vorgeschrieben. Die Anlage F der GymPO unterscheidet
„Selbstkompetenz“, „Sozialkompetenz“ und „Handlungskompetenz“.
Umfang und Lehrangebot
Die GymPO I sieht für MPK einen Studienumfang von 6 Leistungspunkten vor, und
überlässt laut Anlage F dem/der Studierenden, nach eigenem Interesse und Bedürfnis
geeignete Lehrveranstaltungen zu folgenden Bereichen auszuwählen:
62
Zitat Anfang
1. Selbstbewusstsein, Durchsetzungsvermögen, Lehrergesundheit, Sprechen und
Stimme, Haltung und Auftreten,
2. Gesprächskompetenz, interkulturelle Kompetenz, Genderkompetenz, Empathie,
wertschätzendes Verhalten, Offenheit, Motivieren, Teamarbeit,
3. Umgang mit Belastungen, Umgang mit Erfolgen und Misserfolgen, Bereitschaft zur
Übernahme
von
Verantwortung,
Zeitmanagement,
Arbeitsorganisation,
Konfliktmanagement, Feedbackkultur.
Zitat Ende
Die geeigneten Lehrveranstaltungen werden am KIT angeboten vom „House of
Competence (HoC)“. Jede Lehrveranstaltung hat dort einen Umfang von 3
Leistungspunkten, also sind dort mindestens zwei Lehrveranstaltungen zu besuchen.
Unter den dort angebotenen Lehrveranstaltungen
Vorbereitungskurse für das Praxissemester zu finden.
sind
regelmäßig
auch
Das Lehrangebot des House of Competence ist zu finden über:
•
Das gedruckte oder elektronische Vorlesungsverzeichnis, siehe Kap. 21.4.4, dort:
„House of Competence – Lehrveranstaltungen für alle Studierenden“ oder über
den
•
Web-Auftritt des HoC, siehe Kap. 21.4.7
Studienplanung und Prüfungsrelevanz
Die Lehrveranstaltungen zur Personalen Kompetenzentwicklung sind Studienleistungen,
keine Prüfungsleistungen. Um eine entsprechende Bescheinigung zu bekommen, ist
regelmäßige Anwesenheit und Mitarbeit in der Lehrveranstaltung notwendig, eine
eigentliche Prüfung erfolgt nicht. Es wird eine Teilnahmebescheinigung ausgegeben ohne
Note. Der Nachweis von MPK muss erst bei der Anmeldung zum Staatsexamen vorliegen.
Es kann deshalb sinnvoll sein, mögliche Lücken im Stundenplan in den vorhergehenden
Semestern durch entsprechende Lehrveranstaltungen aufzufüllen. Ggf. kann das
Lehrangebot auch schon frühzeitig zur Verbesserung des eigenen Studierverhaltens
genutzt werden. Falls man in MPK einen Vorbereitungskurs für das Praxissemester
besuchen will, ist es natürlich sinnvoll, dieses vor dem Praxissemester (siehe unten
Kapitel 12.1) zu machen.
63
12Praxissemester und Betriebs-/Sozialpraktikum
12.1 Praxissemester
Umfang und Prüfungsrelevanz
Alle Studierenden des wissenschaftlichen Lehramts müssen ein 13-wöchiges
(unbezahltes) Praxissemester an einem allgemeinbildenden Gymnasium oder an einer
beruflichen Schule innerhalb von Baden-Württemberg absolvieren. Das (bezahlte)
Referendariat (siehe Kapitel 14) hat sich stattdessen von ehemals zwei Jahren um ein
halbes Jahr auf die Dauer von eineinhalb Jahren verkürzt. Die Absolvierung und das
Bestehen des Praxissemesters ist Voraussetzung für die Zulassung zur ersten
Staatsprüfung, nicht aber für die Orientierungs- oder Zwischenprüfung. Bei
Nichtbestehen kann das Praxissemester einmal wiederholt werden, vgl.
Gymnasiallehrerprüfungsordnung I, § 9 Abs. 6.
Ziele
Dazu heißt es in einer „Handreichung“ des Kultusministeriums vom 17. 06. 2010:
„Im PS arbeiten Schulen und Staatliche Seminare für Didaktik und Lehrerbildung (für
Gymnasien bzw. Berufliche Schulen), ferner auch die Hochschulen in der Ausbildung und
Betreuung der Praktikanten/innen unmittelbar zusammen und ergänzen einander.
Das PS dient der Berufsorientierung und Stärkung des Bezugs zur Schulpraxis bei den
Studierenden für das gymnasiale Lehramt. Es ermöglicht ihnen ein frühzeitiges
Kennenlernen des gesamten Tätigkeitsfeldes Schule unter professioneller Begleitung der
Schulen, Staatlichen Seminare und der Hochschulen. Der Schulalltag mit den
verschiedenen Unterrichtssituationen, mit unterschiedlichen Lehrerprofilen, aber auch
den spezifischen Belastungen des Berufs wird von den Studierenden unmittelbar
erfahren. Gleichzeitig erfolgt der erste Schritt der Qualifizierung für die Schulpraxis, die
im Vorbereitungsdienst fortgeführt wird und mit dem Zweiten Staatsexamen soweit
abgeschlossen wird, dass eine Einstellung in den Schuldienst möglich wird.
Erfahrungen in der Schule und in bis dahin evtl. weniger beachteten Themenfeldern
können zu einer bewussteren Gestaltung des weiteren Studiums beitragen. Angesichts
dieser Ziele ist das 5. Semester der beste Zeitpunkt für die Platzierung des PS im
Studium.
Die Studierenden erhalten eine Beurteilung darüber, ob bei ihnen im Hinblick auf eine
eventuelle spätere Tätigkeit als Lehrkraft die ihrem Ausbildungsstand entsprechenden
Grundlagen didaktisch-methodischer Kompetenzen und vor allem eine sich ausprägende
Lehrerpersönlichkeit in hinreichender Weise erkennbar sind; diese wird im Einvernehmen
von Seminar und Schule erstellt.“
Aufgaben der Praktikanten
Dazu gehören: die Begleitung des Unterrichts (Hospitation, Unterrichtsassistenz, eigene
Unterrichtsversuche; insgesamt in der Regel 130 Stunden, davon mindestens 30
Stunden angeleiteter eigener Unterricht), Teilnahme an schulischen, auch
außerunterrichtlichen Veranstaltungen, Führung eines Berichtsheftes und Erstellen eines
Abschlussberichtes. Die Praktikanten werden von einem Ausbildungslehrer und
Fachlehrern betreut.
64
Normalform (Blockform) oder Modulform
Zum Praxissemester gehört eine Begleitung durch Lehrveranstaltungen am Staatlichen
Seminar für Didaktik und Lehrerbildung, wo später auch die Studienreferendare
ausgebildet werden (siehe Kapitel 14). Diese Begleitveranstaltungen haben in etwa einen
Umfang von 16+16 = 32 Stunden Fachdidaktik für die beiden Fächer und 32 Stunden in
Erziehungswissenschaft. Wegen der deutlich höheren Effizienz und aus Gründen der
Organisation des Praxissemesters durch die Schulen und das Seminar befürwortet die
Schulverwaltung, dass das Schulpraxissemester möglichst in einem Stück (Normalform
=Blockform) absolviert wird.
Vor allem bei den Fächern Physik und Naturwissenschaft und Technik (NwT) kann es zur
Verlängerung der Studienzeit kommen, wenn das Praxissemester im Wintersemester in
Blockform absolviert werden soll. Diese Fächer haben deshalb beantragt, dass
Studierende das Praxissemester auch in Modulform absolvieren können - nämlich in
zwei Teilen in den Semesterferien. Die Inanspruchnahme dieser organisatorisch
aufwändigeren Modulform ist nur möglich, wenn das Kultusministerium einem
entsprechenden Antrag des Faches zugestimmt hat. Einen Überblick über die
gegenwärtige Situation am KIT gibt die folgende Tabelle.
Tabelle:
Blockform bzw. Modulform des Praxissemesters bei den Lehramtsfächern
des KIT (Stand: Januar 2012)
Fach
Blockform (in einem
Stück)
Modulform (in zwei Teilen)
Biologie
Empfohlen
Vom Ministerium genehmigt.
Chemie
Empfohlen
Deutsch
Empfohlen
Geographie
Empfohlen
Mathematik
Vom Ministerium genehmigt.
Naturwissenschaft
und Technik (NwT)
Physik
Vom Ministerium genehmigt.
Sport
Vom Ministerium genehmigt.
Empfohlen
Hinweis:
Die Wahl der Modulform wird von den Schulverwaltung nicht gerade unterstützt wegen
des größeren Verwaltungsaufwandes, siehe den folgenden Abschnitt.
65
Zeitpunkt, Anmeldung, Zeitlicher Ablauf
Als Zeitpunkt wird vom Kultusministerium das Ende des Grundstudiums empfohlen, aus
universitärer Sicht scheint es besonders sinnvoll, das Praxissemester unmittelbar nach
der Zwischenprüfung im fünften Semester zu absolvieren.
Die Anmeldung erfolgt online, siehe Kapitel 21.4.8.
Man kann sich zunächst nur für eine einzige Schule anmelden. Falls dort kein
Praktikumsplatz mehr frei sein sollte, kann man es bei der nächsten Schule probieren.
Hinweise:
Wer das Lehramt an Gymnasien studiert, kann das Praktikum auch an einer beruflichen
Schule absolvieren und sollte diese Möglichkeit durchaus nutzen.
Die Modulform kann als Wunsch auf dem Online-Formular nicht mehr angegeben werden.
Wer diese Form des Praktikums wünscht, muss das gesondert angeben unter dem im
Formular vorgesehenen Punkt: „Sonstige Mitteilungen“. Es ist dann Angelegenheit der
Schule, ob sie einen Praktikanten nimmt, der/die zwei Mal kommt wegen der Modulform.
Die Details sind dann direkt mit der Schule abzusprechen.
Die wichtigsten Stationen des zeitlichen Ablaufs sind die folgenden: Online-Anmeldung:
Erster Montag nach Ostern bis 15. Mai. für das folgende Schuljahr (welches im
September desselben Jahres beginnt). Es ist den Schulen überlassen, wie sie ggf. unter
den Bewerbern auswählen. Eine frühzeitige Bewerbung am ersten Tag nach der Öffnung
des Portals empfiehlt sich.
•
Blockform:
Das Praxissemester wird in der ersten Hälfte eines Wintersemesters absolviert.
Beginn meistens erste Septemberhälfte mit einer Einführungsveranstaltung am
Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (evtl. in der letzten Woche der
Sommerferien), dann Anwesenheit an der Schule mit Beginn des neuen
Schuljahres nach den Sommerferien. Ende meistens etwa Mitte Dezember. Im
September und Oktober jeweils ein Tag pro Woche in den ersten 6 Wochen am
Seminar für Didaktik und Lehrerbildung, dort im Dezember noch ein Nachmittag
zur pädagogischen Reflexion (insgesamt 9 Tage am Seminar).
•
Modulform:
Das Praxissemester wird in den beiden Modulen 1 und 2 absolviert. Modul 1 (=
Herbstmodul: in den Semesterferien vor dem Vorlesungsbeginn des
Wintersemesters): Beginn – wie in der Blockform – meistens erste Septemberhälfte mit Einführungsveranstaltung am Seminar für Didaktik und Lehrerbildung
(evtl. in der letzten Woche der Sommerferien), dann Anwesenheit an der Schule
mit Beginn des neuen Schuljahres nach den Sommerferien bis zum
Vorlesungsbeginn am KIT Mitte Oktober. Begleitveranstaltungen am Seminar wie
in der Blockform (siehe oben). Das Modul 2 (= Frühlingsmodul) wird im auf das
Herbstmodul folgenden Frühjahr in den Semesterferien vor dem Vorlesungsbeginn des Sommersemesters absolviert, spätestens jedoch im Frühjahr des
darauf folgenden Jahres. Der Vorlesungsbetrieb des Wintersemesters endet Mitte
66
Februar und beginnt im Sommersemester erneut Mitte April. Modul 2 findet an
derselben Schule statt, an der auch schon Modul 1 absolviert wurde. Falls nach
Ende des 2. Moduls 13 Wochen noch nicht erreicht sind, wird die fehlende
Schulpraxis in Absprache von Praktikant/in und Schulleitung absolviert. Wegen
der deutlich geringeren Effizienz und erheblicher Terminprobleme ist aus Sicht der
Seminare und der Schule von der Modulform abzuraten. Im übrigen können die
Details der Anwesenheit an der Schule auch mit derselben direkt ausgehandelt
werden.
Zur Organisation der pädagogischen und fachdidaktischen Begleit-Veranstaltungen:
Am Karlsruher Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Gymnasien) finden acht
ganztägige Veranstaltungen statt. Diese beginnen evtl. schon in der letzten Woche der
Sommerferien und werden gemeinsam für die Block- und Modulform im September und
Oktober durchgeführt. Im Dezember gibt es noch eine Abschlussveranstaltung an einem
Nachmittag zur pädagogischen Reflexion mit Scheinausgabe.
In Tabellenform sieht der zeitliche Ablauf des Praxissemesters bei Blockform wie folgt aus:
Zeitpunkt
Maßnahme
Ab 3. Semester
(aus universitärer Sicht: am besten
Planung des Praxissemesters,
Einrichten einer eigenen E-Mail-Adresse.
4. Semester
Evtl. Vorbereitungsveranstaltung zum
Praxissemester innerhalb der Module
„Personale Kompetenzen“, siehe Kapitel 11.4.
Erster Montag nach Ostern
bis 15. 05. jeden Jahres
Online-Anmeldung zum Praxissemester an
einer Schule. Frühzeitige Bewerbung nach
Portalsöffnung ist empfehlenswert.
Innerhalb ca. 3 Tagen nach
Anmeldung
Benachrichtigung durch die Schule per E-Mail
über Annahme oder Ablehnung der
Bewerbung. Ggf. Neubewerbung bei einer
anderen Schule.
Rechtzeitig
Persönliche Vorstellung bei der Schule nach
Einladung per E-Mail.
Zusendung von Informationen über die
Organisation der Begleitveranstaltungen durch
das Seminar für Didaktik und Lehrerbildung per
E-Mail.
67
Zeitpunkt
Schuljahresbeginn im September
(Die Begleitveranstaltungen beginnen evtl.
Maßnahme
Beginn des Praxissemesters an den Schulen
und der Begleitveranstaltungen am Seminar.
schon in der letzten Ferienwoche)
Dezember
Abschlussveranstaltung am Seminar für
Didaktik u. Lehrerbildung und Aushändigung
der Bescheinigung über die erfolgreiche
Teilnahme am Praxissemester mit Testat von
Seminar und Ausbildungsschule.
Hinweis:
Ein detaillierter Zeitplan für das Praxissemester und für die einzelnen BegleitVeranstaltungen wird vom Karlsruher Seminar für Didaktik und Lehrerbildung auf seiner
Homepage unter dem Menüpunkt „Praxissemester“ veröffentlicht, siehe Kapitel 21.4.8 in
dieser Schrift.
Häufige Fragen / FAQ zum Praxissemester
Kann ich das Praxissemester auch in einem anderen Bundesland absolvieren?
Nein. Das ist wegen der erforderlichen Begleit-Veranstaltungen am Staatlichen Seminar
für Didaktik und Lehrerbildung nicht möglich.
Kann ich das Praxissemester im Ausland absolvieren?
Ja, unter bestimmten Umständen. Es muss sich um eine anerkannte, deutsche Schule
oder um eine Europäische Schule handeln; es sind bestimmte Nachweise und
Bescheinigungen über die Art des Praktikums vorzulegen, und die Veranstaltungen am
Seminar für Didaktik und Lehrerbildung müssen vorher besucht oder nachgeholt werden.
Außerdem müssen die letzten 4 der 13 vorgeschriebenen Wochen an einem Gymnasium
in Baden-Württemberg absolviert werden.
Weitere Informationen und eine Liste der zugelassenen Auslandsschulen unter:
http://www.praxissemester-bw.de => Höheres Lehramt an Gymnasien und Beruflichen
Schulen, Nach unten scrollen => „Informationen zu speziellen Fragen“.
68
Kann ich ein gültiges Praxissemester absolvieren, wenn ich eines meiner Fächer
erst wenig oder noch gar nicht studiert habe?
Ja. Diese Konstellation kommt insbesondere vor, wenn jemand
•
•
•
•
im Lehramtsstudium im höheren Semester eines seiner Fächer wechselt;
aus einem anderen Studiengang in den Lehramtsstudiengang wechselt und dort
mit dem Zweitfach neu beginnt;
ein Künstlerisches Fach schon mehrere Semester studiert hat und mit dem
Studium
des wissenschaftlichen Faches erst deutlich später beginnt.
Muss/Kann ich mich für das Schulpraxissemester an der Universität beurlauben
lassen?
Nein. Nach der Zulassungs- und Immatrikulationsordnung des KIT ist eine Beurlaubung
nur für ein freiwilliges Praktikum möglich. Das Schulpraxissemester, das an allgemein
bildenden Gymnasien und an beruflichen Schulen in Baden-Württemberg absolviert
werden kann und der Berufsorientierung und Stärkung des Bezugs zur Schulpraxis dient,
ist nach der GymPO I ein verpflichtendes Praktikum.
Eine Beurlaubung ist allerdings denkbar, wenn ein Praktikum – insbesondere im Ausland
– deutlich über den vorgeschriebenen Mindest-Zeitraum ausgedehnt wird.
Wer entscheidet über die Anrechnung schon erbrachter, schulpraktischer
Tätigkeiten auf das Praxissemester?
Hierüber entscheidet das Landeslehrerprüfungsamt, Außenstelle Karlsruhe, Kontakt
siehe Abschnitt 22.8.
Die Möglichkeit einer solchen Anrechnung kann insbesondere bestehen bei Personen,
die schon an einer Schule gearbeitet haben und/oder als Assistant Teacher oder
Pädagogische Assistenten an einer Schule – auch im Ausland – tätig gewesen sind. Für
den letztgenannten Personenkreis gibt es Hinweise zu den Anrechnungsmöglichkeiten in
der so genannten „Handreichung“ des Kultusministeriums und in einem eigenen
Merkblatt
„Informationen
zur
Anerkennung...“,
beide
zu
finden
unter:
http://www.praxissemester-bw.de
Infos zum Praxissemester und Online-Anmeldung siehe Abschnitt 21.4.8
Beratung siehe Abschnitt 22.6
Hinweis
Wer sich für ein Praxissemester im Ausland interessiert, kann sich gern an den Verfasser
dieser Schrift wenden (Christoph Müller, zib, siehe Kapitel 22.1.1) wegen
eine – auch finanziellen – Unterstützung dieses Vorhabens.
69
12.2 Betriebs- oder Sozialpraktikum
Ein Betriebs- oder Sozialpraktikum mit einem zeitlichen Umfang von vier Wochen (Vollzeit)
ist seit März 2004 eine Zulassungsvoraussetzung für den Vorbereitungsdienst
(Referendariat) ab dem Jahr 2006, nicht dagegen für das erste Staatsexamen. Das
„Informationsblatt zum Betriebs- oder Sozialpraktikum“ des Ministeriums für Kultus,
Jugend und Sport (Stand: März 2005, unverändert gültig im Jahr 2011), zu finden unter
http://www.kultusportal-bw.de/ => Beruf Lehrerin/Lehrer => Lehrerausbildung und prüfung => Vorbereitungsdienste => Gymnasien => dort rechts im Kasten: „Betriebsoder Sozialpraktikum“, heißt es dazu:
ZITAT ANFANG
Ziele
Im Betriebs- oder Sozialpraktikum sollen die zukünftigen Gymnasiallehrerinnen und
Gymnasiallehrer einen Einblick in außerschulische Lebens- und Arbeitsfelder erhalten,
insbesondere solche, in denen sich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene heute
bewegen.
Betriebspraktikum
Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer sollen über eigene Erfahrungen in der
Betriebs- und Arbeitswelt verfügen, damit sie Schülerinnen und Schüler sowie deren
Eltern bei der Schul- und Berufswahl beraten und die Berufswelt bei der Gestaltung ihres
Unterrichts berücksichtigen können.
Durch die Mitarbeit in einem Betrieb lernen die zukünftigen Gymnasiallehrerinnen und
Gymnasiallehrer die sich wandelnden Anforderungen in Wirtschaft und Berufswelt
kennen. Im Kontakt mit der Betriebsleitung und ggf. den für die Ausbildung
Verantwortlichen erhalten sie praktische Einblicke in wirtschaftliche und betriebliche
Zusammenhänge und in die Ausbildung. Im Kontakt mit Auszubildenden und
Erwerbstätigen erfahren sie u.a., wie diese Unterricht in den verschiedenen Schularten
in Bezug auf die Vorbereitung auf ihr künftiges Arbeitsfeld erlebt haben.
Sozialpraktikum
Die zukünftigen Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer erhalten durch das
Sozialpraktikum Gelegenheit, Kinder und Jugendliche und deren Verhalten außerhalb
des schulischen Bereichs zu erleben und lernen die Arbeitsweisen in den
entsprechenden Organisationen kennen.
Für das Sozialpraktikum kommen als Praktikumsorte nur außerschulische Einrichtungen
in Frage, in denen die Arbeit mit Kindern und/oder Jugendlichen im Vordergrund steht, z.
B. Freizeiteinrichtungen wie
• Jugendämter, Jugendeinrichtungen, Berufsberatungsstellen,
• Jugendkammern bei Gerichten,
• Heime (z.B. mit sonderpädagogischer Ausrichtung),
• kirchliche Einrichtungen, die auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
70
ausgerichtet sind.
Zeitlicher Umfang
Das Betriebs- oder Sozialpraktikum muss einen Umfang von insgesamt mindestens vier
Wochen (Vollzeitbeschäftigung) am Stück haben. Der Zeitpunkt des Praktikums ist nicht
festgelegt.
Anerkennung von erbrachten Leistungen
Auf Antrag können mit einem Betriebs- oder Sozialpraktikum als gleichwertig anerkannt
werden:
a) eine abgeschlossene Berufsausbildung oder
b) eine regelmäßige Tätigkeit während längerer Zeit im Umfang von mindestens
200 Stunden (innerhalb höchstens eines Jahres) in einem Betrieb, einer Behörde
oder in einer gemeinnützigen Einrichtung oder
c) eine ehrenamtliche Tätigkeit mit Kindern und Jugendlichen (außerschulischer
Bereich) im Umfang von insgesamt mindestens 25 Tagen oder 200 Stunden.
Der Antrag ist an das Regierungspräsidium zu richten; eine entsprechende
Bescheinigung ist beizufügen.
Zeiten des Wehr- oder Zivildienstes, Au-Pair-Tätigkeiten oder eine Tätigkeit als
Fremdsprachenassistent/in werden grundsätzlich wegen ihrer spezifischen Zielstellung
nicht als gleichwertig anerkannt.
Hinweis für die Betriebe bzw. sozialen Einrichtungen
Die Betriebe und sozialen Einrichtungen werden gebeten, den Praktikantinnen und
Praktikanten Einblick in die verschiedenen Aufgabenbereiche bis hinein in die Leitung zu
geben. Wenn möglich, sollte Gelegenheit zur Mitarbeit in der Ausbildung oder zu eigenen
Angeboten in den sozialen Einrichtungen gegeben werden.
Benennung von Betrieben und sozialen Einrichtungen
Die zukünftigen Referendarinnen und Referendare organisieren ihr Betriebs- oder
Sozialpraktikum eigenverantwortlich. Die Industrie- und Handelskammern, die
Handwerkskammern sowie die Verbände für soziale Einrichtungen wurden gebeten, ihre
Mitglieder dazu aufzurufen, sich als Praktikumsbetriebe zu melden. Die
Studienberatungen und die Lehrerbildungszentren an den Hochschulen können eigene
Listen von empfehlenswerten Betrieben oder sozialen Einrichtungen erstellen.
ZITAT ENDE
Die Ableistung des Betriebs- oder Sozialpraktikums ist auf einem besonderen Formular
von der Praktikantenstelle zu bescheinigen und vom Regierungspräsidium zu bestätigen.
Weitere Informationen und Anerkennungsfragen siehe Abschnitt 22.7
71
13 Verhältnis von Lehramts- zu Bachelor- und Master-Studium,
Promotion
Für Studierende wissenschaftlicher Fächer im Lehramt an Gymnasien stellt sich mitunter
die Frage nach dem Verhältnis zu den Bachelor- bzw. Master-Studiengängen. Dieses ist
besonders dann der Fall, wenn bestimmte Alternativen zum Lehrerberuf in Deutschland
ins Auge gefasst werden und/oder jemand schon definitiv weiß, dass er oder sie
promovieren will.
Beispiel:
Jemand studiert das Lehramt an Gymnasien mit den Fächern Mathematik und Chemie,
ist sich aber nicht sicher, ob er/sie wirklich LehrerIn werden will. Er oder sie zieht vielmehr
durchaus auch eine Tätigkeit als Wissenschaftlerin in Betracht, vor allem auch in der
chemischen Industrie. Es stellen sich dann im Detail u.a. folgende Fragen:
1) Werden mir meine Leistungen aus dem Chemie-Studium Lehramt auf das
Bachelor-Studium angerechnet?
2) Erfülle ich mit dem ersten Staatsexamen Mathematik/Chemie die
Zulassungsvoraussetzungen für das Master-Studium in Chemie?
3) Kann ich mit dem Staatsexamen in Mathematik/Chemie direkt zum
Promotionsstudium zugelassen werden?
4) Wäre es evtl. sinnvoller, zunächst mit dem Bachelor-Studium in Chemie zu
beginnen und von daher sich die Option für einen Lehramtsabschluss offen zu
halten?
13.1 Grundsätzliches
Zu diesen und ähnlichen Fragen lässt sich zunächst grundsätzlich (das heißt
fächerübergreifend) folgendes sagen:
Abkürzungen:
BA:
Bachelor
LA:
Lehramt an Gymnasien
MA:
Master
Dieselben Lehrveranstaltungen im LA- und BA/MA-Studium
In den meisten Fächern besuchen die Lehramtsstudierenden dieselben
Lehrveranstaltungen wie die entsprechenden Studierenden der BA-MA-Studiengänge,
und sie legen zu diesen Lehrveranstaltungen dieselben Prüfungen ab. Insofern steht der
Anerkennung dieser Studienleistungen aus dem Lehramtsstudium nichts im Wege. Diese
grundsätzliche Feststellung gilt jedoch nicht uneingeschränkt. Ausnahmen betreffen
insbesondere in Chemie die großen Praktika am Beginn des Studiums und in Physik
einige Lehrveranstaltungen in Theoretischer Physik.
Geringerer Studienumfang des Faches im Lehramtsstudium
Ein Bachelor-Studium – beispielsweise in Chemie – hat einen Studienumfang von
insgesamt 180 ECTS-Punkten, davon werden 6 in (nicht fachspezifischen)
Schlüsselqualifikationen erworben und 12 werden für die Bachelor-Arbeit angerechnet.
72
Verhältnis von Lehramts- zu Bachelor- und Master-Studium, Promotion
Das rein fachwissenschaftliche Studium ohne Abschlussprüfung hat also einen Umfang
von rund 160 ECTS-Punkten. Für das Master-Studium werden noch einmal
(einschließlich der wissenschaftlichen Masterarbeit) 120 ECTS-Punkte angesetzt, davon
12 für Schlüsselqualifikationen. Hieraus ergibt sich: Ein BA-MA-Studiengang hat einen
Umfang von 300 ECTS-Punkten, davon entfallen auf rein fachwissenschaftliche
Lehrveranstaltungen (einschließlich Master-Arbeit, ohne Abschlussprüfungen) rund 270
ECTS-Punkte.
Zum Vergleich: Ein Lehramtsstudium hat ebenfalls einen Umfang von 300 ECTS-Punkten.
Der rein fachwissenschaftliche Anteil beträgt dort 98 (Fach 1) + 98 (Fach 2) + 20
(Wissenschaftliche Hausarbeit in Fach 1 oder Fach 2) – mithin maximal 118 ECTSPunkte in einem Fach – das sind immer noch rund 40 ECTS-Punkte weniger, als wenn
man dasselbe Fach im BA-Studiengang studiert hätte.
Da die Zulassung zu einem Master-Studiengang den Abschluss eines BA-Studienganges
oder eines gleichwertigen Studienganges voraussetzt, kann es dabei – je nach Fach –
durchaus zu Problemen bei der Zulassung von Lehramtsabsolventen zum MasterStudium kommen.
Parallelstudium
Es ist denkbar und auch praktisch umsetzbar, dass man zunächst mit einem LA-Studium
beginnt und dann – nach frühestens zwei oder drei Semestern – zusätzlich mit dem BAStudium in einem der Fächer beginnt (Parallelstudium). Wenn diese Absicht schon bei
Studienbeginn besteht, ist es aber häufig sinnvoller, die umgekehrte Reihenfolge zu
wählen, also mit dem BA-Studium eines Faches zu beginnen und erst später das LAStudium (und damit ein zweites Fach) hinzuzunehmen. Gründe: 1. Gerade in den
experimentellen Fächern (Biologie, Chemie, Physik) kann es hilfreich sein, sich am
Studienbeginn nur auf ein Fach konzentrieren zu können. 2. Es ist (vor allem in Chemie)
sichergestellt, dass die entsprechenden Lehrveranstaltungen im LA anerkannt werden. 3.
In manchen Fächern ist die Zulassung zum Studium im Bachelor-Studiengang leichter
als im Lehramtsstudiengang (betrifft vor allem Biologie).
13.2 Fachspezifische Details
Auf eine Nachfrage zur Möglichkeit der Zulassung zum Master-Studium in den einzelnen
Fächern im August 2011 haben dieselben wie folgt geantwortet:
Biologie
Lehramtsabsolventen mit dem Fach Biologie erfüllen die formalen Voraussetzungen, um
zum Master-Studium zugelassen werden zu können. Wie gut ihre Chancen sind, im
Auswahlverfahren dann tatsächlich auch ausgewählt zu werden und einen Studienplatz
zu bekommen, hängt vor allem von den Studienleistungen und vom Bewerbungsgespräch ab. Da es normalerweise mehr Bewerber als Studienplätze für MasterStudiengänge gibt, werden Lehramtsbewerber ohne größere praktische Erfahrungen im
Bereich der Biologie kaum Aussichten auf einen Studienplatz haben - es sei denn,
der/die BewerberIn hat schon eine BTA-Ausbildung oder Ähnliches absolviert.
Lehramtsabsolventen mit dem Fach Biologie erfüllen die formalen Voraussetzungen für
die Zulassung zur Promotion, wenn sie auch die wissenschaftliche Hausarbeit in Biologie
73
geschrieben haben. Ob jemand dann tatsächlich als Doktorand angenommen wird, hängt
von den Studienleistungen ab.
Lehramtsstudierenden, die noch einen Master absolvieren wollen oder eine Promotion
anstreben, ist also grundsätzlich anzuraten,
•
•
die wissenschaftliche Arbeit in Biologie zu schreiben und dabei Laborerfahrungen
oder anderweitige praktische Erfahrungen zu sammeln;
und sich zweitens rechtzeitig zu erkundigen, welche zusätzlichen
Studienleistungen (die im Lehramtsstudium nicht vorgeschrieben sind) ggf. die
Chancen erhöhen, im Master-Auswahlverfahren bzw. als DoktorandIn
angenommen zu werden.
Chemie
Die Praktika sind in den Anforderungen für Studierende des Lehramts deutlich reduziert.
Des Weiteren müssten zusätzlichen Studienleistungen (die im Lehramtsstudium nicht
vorgeschrieben sind) nachgeholt werden .Ein Lehramtsstudierender kann daher nicht
zum Master-Studium zugelassen werden. Es ist nicht möglich, als Lehramtsstudierender
die Praktika mit den höheren Anforderungen des Bachelor-Studienganges zu absolvieren.
Andererseits: Für sehr begabte Studierende besteht die Möglichkeit, mit dem ersten
Staatsexamen zur Promotion in Chemie zugelassen zu werden. In diesem Fall muss die
wissenschaftliche Arbeit aber auf jeden Fall in Chemie geschrieben worden und von sehr
guter wissenschaftlicher Qualität sein.
Deutsch
Lehramtsabsolventen mit dem Fach Deutsch können zum Master-Studium in Germanistik
zugelassen werden. Sie müssen allerdings – wie alle anderen Bewerber für ein MasterStudium – an einem Auswahlgespräch teilnehmen. Insofern handelt es sich immer um
eine Einzelfallentscheidung.
Es fragt sich allerdings, was ein Lehramtsabsolvent mit einem zusätzlichen MasterAbschluss in Germanistik anfangen will, da der Abschluss „Staatsexamen“ gleichwertig
ist. Für einen
Lehramtsabsolventen, der/die noch einen weiteren akademischen
Abschluss erwerben will, bietet es sich daher normalerweise eher an, dass er/sie gleich
eine Promotion anstrebt, wofür man auch mit einem Lehramtsabschluss die
Voraussetzungen erfüllt.
Mathematik
Der Master-Abschluss kann für LA-Studierende oder -Absolventen sinnvoll sein, die
einen Job in der Industrie anstreben. Eine Zulassung zum Master-Studium ist möglich,
wenn die wissenschaftliche Arbeit in Mathematik geschrieben wurde.
Für eine Promotion sind wissenschaftlich höhere Ansprüche zu erfüllen als im MasterStudium. Eine Zulassung ist mit einem LA-Abschluss formal möglich, aber es sind dann
in jedem Fall noch Lehrveranstaltungen aus dem Master-Studium nachzuholen.
Außerdem sollte die wissenschaftliche Arbeit des Lehramtsstudiums ebenfalls schon in
Mathematik geschrieben worden sein.
74
Verhältnis von Lehramts- zu Bachelor- und Master-Studium, Promotion
Naturwissenschaft und Technik (NwT)
In diesem schulspezifischen Querschnittsfach ist weder ein Bachelor-, noch ein
Masterabschluss, noch eine Promotion möglich, einzelne Lehrveranstaltungen sind
jedoch anrechenbar.
Physik
Ein Großteil der Lehrveranstaltungen sind für Lehramt und Bachelor identisch – vor allem
zu Beginn des Studiums. Unterschiedlich ist vor allem „Theorie C für Lehramt“ und
„Moderne Experimentalphysik für Lehramt“. Eine direkt Zulassung zum Master-Studium
ist daher nicht möglich, wohl aber unter der Auflage, noch bestimmte Leistungen aus dem
Bachelor-Studium nachzuholen, - auch nicht wenn die wissenschaftliche Arbeit in Physik
geschrieben worden ist. Dasselbe gilt für die Zulassung zur Promotion. Studierende des
Lehramts, welche noch einen Master-Abschluss oder eine Promotion anstreben, sollten
also in jenen Lehrveranstaltungen, die unterschiedlich für Lehramtsstudenten angeboten
werden, gleich die Bachelor- bzw. Master-Version wählen und außerdem die
wissenschaftliche Arbeit in Physik schreiben.
Sport
Es gibt hier keine Lehrveranstaltungen, wo im Lehramt und im Bachelor-Master-Studium
unterschiedliche Anforderungen gestellt werden. Mit dem Lehramtsabschluss ist eine
Zulassung sowohl zum Master-Studium wie zur Promotion möglich. Unabhängig davon
findet allerdings eine Auswahl unter den Bewerbern für das Master-Studium statt und für
die Promotion ist – wie in anderen Fächern auch – die Annahme als Doktorand durch
einen promotionsberechtigten Hochschullehrer erforderlich.
75
14 Vorbereitungsdienst/Referendariat
Nach dem Studium haben die Lehramtsstudierenden noch einen Vorbereitungsdienst/ein
Referendariat abzuleisten, das mit einer zweiten Staatsprüfung (zweites Staatsexamen)
abschließt. Der Vorbereitungsdienst baut auf dem Studium und den Erfahrungen des
Praxissemesters auf. Dieses Referendariat wird von deutschen Staatsbürgern in der
Regel im Beamtenverhältnis (auf Widerruf) abgeleistet. Das zweite Staatsexamen ist
normalerweise die Voraussetzung für eine unbefristete Anstellung als Lehrer im
Beamtenverhältnis auf Lebenszeit.
Zeitpunkt
In den meisten Fällen empfiehlt es sich, das Referendariat möglichst bald nach dem
Studium zu beginnen u.a. aus folgenden Gründen: Erst mit dem Abschluss des
Referendardienstes ist die Berufsausbildung abgeschlossen. Außerdem ist das
Examenswissen noch frisch; Liegt der Abschluss des Studiums schon länger als vier
Jahre zurück, wird die Zulassung zum Referendariat von einem Kolloquium abhängig
gemacht; und schließlich ist für die Lehrereinstellungspolitik folgendes zu bedenken:
Diese gleicht mitunter dem Öffnen eines Schleusentors für eine begrenzte Frist
(insbesondere vor Landtagswahlen); nur wenn man das zweite Staatsexamen hat, ist
man in der Lage, in solchen Öffnungszeiten die Gelegenheit beim Schopf zu fassen, d.h.
eine berufliche Option auszuüben. Sollte man sich hingegen erst jetzt wegen der
verbesserten Berufsaussichten zur Ableistung des Referendariats entscheiden, ist es gut
möglich, dass das Tor sich schon wieder geschlossen hat, wenn man schließlich mit dem
Referendariat fertig ist.
Ein gewichtiger Grund, das Referendariat nicht gleich im Anschluss an das Studium zu
machen, kann ein Promotionsvorhaben sein. Für den direkten Anschluss der Promotion
an das Studium können wissenschaftliche und psychologische Gründe sprechen; denn
mit dem Schuldienst verlässt der Referendar/die Referendarin das „System“ Universität
und Wissenschaft. Nach der Erweiterung der persönlichen Erfahrungen durch Beruf und
Schule kann sich für den Junglehrer/die Junglehrerin der Stellenwert von Universität und
Wissenschaft
erheblich
relativiert
und
eine
gewisse
Entfremdung
vom
Wissenschaftsbetrieb stattgefunden haben.
Dauer
Der Vorbereitungsdienst beginnt am ersten Schultag im Januar und endet mit dem Ende
des darauf folgenden Schuljahres – also etwa Mitte Juli. Die Ausbildung hat i.d.R. eine
Gesamtdauer von 19 Monaten und wird an einer vom Staatlichen Seminar für Didaktik
und Lehrerbildung (Gymnasien) ausgewählten Ausbildungsschule absolviert. Am Seminar
finden wöchentlich an mindestens zwei Tagen Pflichtveranstaltungen statt. Pro Fach sind
dies jeweils 102 Stunden in der Fachdidaktik, 102 Stunden in Pädagogik und 40 Stunden
in Beamten- und Schulrecht.
Ablauf
Dem folgenden kurzen Abriss liegt die „Verordnung des Kultusministeriums über den
Vorbereitungsdienst und die Zweite Staatsprüfung für die Laufbahn des höheren Dienstes
an Gymnasien (APrOGymn) vom 10.März 2004 zugrunde.
76
Vorbereitungsdienst/Referendariat
Erstes Ausbildungshalbjahr
Der Vorbereitungsdienst beginnt mit einer Kompaktphase im Januar am Seminar. Ab
Februar, mit Beginn des 2. Schulhalbjahres, beginnt dann auch die Ausbildung an den
Ausbildungsschulen. An der Schule müssen pro Woche acht bis zehn Unterrichtsstunden
bei den betreuenden Lehrkräften hospitiert und es muss zunehmend selbst Unterricht
erteilt
werden
(angeleiteter
Unterricht).
Insgesamt
müssen
im
ersten
Ausbildungsabschnitt (1. Halbjahr) mindestens 60 Stunden in den verschiedenen
Klassenstufen selbst unterrichtet werden.
In der Regel werden in diesem Ausbildungsabschnitt zwei beratende Unterrichtsbesuche
pro Fachleiter und in jedem Fach ein Schulleiterbesuch durchgeführt.
Zweites Ausbildungshalbjahr
Hier unterrichtet der/die Referendar/in 10 bis 12 Unterrichtsstunden selbstständig und
unter Anleitung. Der durchgängige, selbstständige Lehrauftrag umfasst mindestens 9
Unterrichtsstunden. Es erfolgt i.d.R. mindestens ein weiterer beratender
Unterrichtsbesuch pro Fachleiter. In dieser Phase wird die Prüfung in Schul- und
Beamtenrecht durchgeführt.
Drittes Ausbildungshalbjahr
In diesem Ausbildungsabschnitt finden die vorgeschrieben Prüfungen für die zweite
Staatsprüfung statt: mündliche Prüfung in Pädagogik, in jedem Fach mindestens eine
Prüfungslehrprobe und eine mündliche Prüfung in jeder Fachdidaktik sowie eine
Dokumentation einer Unterrichtseinheit mit anschließender Präsentation.
Mit dem Ende des Schuljahres endet der Vorbereitungsdienst mit der Ausgabe des
Zeugnisses.
Ausbildungsstätten
Baden-Württemberg hat vier Regierungsbezirke und in diesen liegen insgesamt neun
Seminare für Didaktik und Lehrerbildung, denen jeweils bestimmte Ausbildungsschulen
zugeordnet sind. Eines dieser Seminare befindet sich in Karlsruhe. Der Bewerber/die
Bewerberin wendet sich an eines der Regierungspräsidien (dort jeweils Abt. 7) und kann
in dieser Bewerbung einen Wunsch für die Ausbildungsschule wie für das
Ausbildungsseminar äußern. Wünschen sich „zu viele“ Bewerber in einem Fach dasselbe
Seminar, wird nach gewissen Sozialkriterien (insbes. Familienstand, Kinder) entschieden.
Auch der Schulwunsch wird nur unter sozialen Gesichtspunkten berücksichtigt.
Außerdem kann es sein, dass nicht an allen Seminaren genügend Referendare für ein
bestimmtes Schulfach zusammenkommen, und dass deshalb diese Referendare an
einem bestimmten Seminar zusammengefasst werden.
Termine/Bewerbungsadresse
Die Bewerbungsfrist für den Vorbereitungsdienst für das höhere Lehramt an Gymnasien
endet am 15. Juni (Ausschlussfrist!). Die Bewerbung erfolgt online und ist an jenem
Regierungspräsidium, dort Abteilung 7 (Schule) fristgerecht einzureichen, welches für das
gewünschte Seminar zuständig ist, Online-Bewerbung siehe Kap. 21.4.10.
77
Das Referendariat beginnt unmittelbar nach den Weihnachtsferien, in der Regel am 07.
01. oder 08. 01.
Ablauf
Aktuell ist gültig die „Verordnung des Kultusministeriums über den Vorbereitungsdienst
und die Zweite Staatsprüfung für die Laufbahn des höheren Schuldienstes an
Gymnasien“ von 2004. (Diese Verordnung ist am einfachsten zu finden über die Website
des Karlsruher Seminars für Didaktik und Lehrerbildung, siehe Abschnitt 22.6).
„Der Vorbereitungsdienst beginnt mit einer Kompaktphase, die auf der Grundlage der
Inhalte und Erfahrungen des Studiums in die Ausbildung einführt.“ „Der erste
Ausbildungsabschnitt dauert bis zum Ende des laufenden Schuljahres.“ „Der zweite
Ausbildungsabschnitt dauert zwei Unterrichtshalbjahre und umfasst selbstständigen
Unterricht mit eigenem Lehrauftrag sowie zusätzlichen begleiteten Unterricht an der
Schule, außerdem begleitende Veranstaltungen des Seminars und die Prüfung.“ (Aus §
11 der genannten Verordnung). Weitere Regelungen können den §§ 12 und 13 dieser
Verordnung entnommen werden.
Hinweis: Vorbereitungsdienst an Beruflichen Schulen
Absolventen des Wissenschaftlichen oder des Künstlerischen Lehramts an Gymnasien
können ihren Vorbereitungsdienst auch an beruflichen Schulen ableisten. Voraussetzung
für die dortige Zulassung ist allerdings ein dreimonatiges Betriebspraktikum. Nach dem
zweiten Staatsexamen für das Lehramt an Beruflichen Schulen kann durch eine einzige
Lehrprobe an einem allgemein bildenden Gymnasium in ca. 6 Wochen zusätzlich noch
die Lehrbefähigung für allgemein bildende Gymnasien erworben werden.
Weitere Informationen zum Referendariat siehe Abschnitt 21.4.10
Beratung siehe Abschnitt 22.6
78
Vorbereitungsdienst/Referendariat
15 Hinweise Künstlerisches Lehramt
Begriffsbestimmung
Unter „Künstlerischem Lehramt“ soll hier verstanden werden ein Studium des Lehramts
für Gymnasien mit dem Fach Kunst oder mit dem Fach Musik. Bis zur Mitte des Jahres
2010 galt für diese Fächer eine eigene Prüfungsordnung, die „Künstlerische
Prüfungsordnung“ von 2001. Mit der GymPO I (siehe Kapitel 9.1) sind künstlerische und
wissenschaftliche Fächer in eine einheitliche und gemeinsame Prüfungsordnung
einbezogen worden. Auch in dieser GymPO I unterscheiden sich die Regelungen für die
Künstlerischen Fächer allerdings in einigen Punkten von den Regelungen für das
Wissenschaftliche Lehramt, wenn man unter letzterem das Studium zweier
wissenschaftlicher Fächer versteht.
15.1 Studienstruktur
Studieninformationen
Das künstlerische Fach wird in Karlsruhe an der Staatlichen Akademie der Bildenden
Künste (Kunstakademie) oder an der Staatlichen Hochschule für Musik
(Musikhochschule) studiert, das wissenschaftliche Fach in der Regel am KIT. Es kann
aber auch an einer anderen Universität studiert werden, insbesondere falls das
gewünschte wissenschaftliche Fach am KIT nicht angeboten wird (siehe auch weiter
unten „Hinweise zur Studienplanung“). Werden künstlerisches und wissenschaftliches
Fach gleichzeitig studiert, dann ist der Student/die Studentin an zwei Hochschulen
gleichzeitig eingeschrieben. Ggf. muss man sich an beiden Hochschulen gleichzeitig
bewerben (siehe weiter unten „Bewerbung und Einschreibung“).
Informationen zu den Studieninhalten und zum Studienaufbau im Lehramtsstudium der
künstlerischen Fächer nach der Gymnasiallehrerprüfungsordnung sind zu finden für die
Kunstakademie Karlsruhe
auf: http://www.kunstakademie-karlsruhe.de => „Studium“ =>
„Studienbedingungen“ „Studiengänge“ => „Kunsterziehung für das Lehramt an
Gymnasien“
Achtung: An der angegebenen Stelle sind drei verschiedene Links zu Prüfungsordnungen
und Studienplänen zu finden, die äußerlich kaum zu unterscheiden sind.
Musikhochschule Karlsruhe
auf: http://www.hfm.eu/ => „Studiengänge“ => „Schulmusik“: ganz oben auf der Seite:
=> „II. Schulmusik … Staatsexamen | GymPO I“ (nicht: „Staatsexamen | KPO“).
79
Studienfächer
Kunst oder Musik können nur als Hauptfach studiert werden. Als zweites Fach ist ein
wissenschaftliches Fach zu studieren oder aber das „Verbreiterungsfach Intermediales
Gestalten“ an der Kunstakademie Stuttgart bzw. das „Verbreiterungsfach Musik/Jazz“ an
den Musikhochschulen in Stuttgart oder Trossingen.
Außer Erziehungswissenschaft und Naturwissenschaft u. Technik kann jedes
wissenschaftliche Lehramtsfach als wissenschaftliches Zweitfach gewählt werden.
Das wissenschaftliche Fach wird mit den Anforderungen eines Beifaches studiert. Es wird
dadurch die Unterrichtsbefähigung bis zur 10. Klasse in dem wissenschaftlichen Fach
erworben. Freiwillig kann das wissenschaftliche Fach auch mit den Anforderungen eines
Hauptfaches studiert werden. Man erwirbt dann die Unterrichtsbefähigung bis zum Abitur.
Regelstudienzeit, Leistungspunkte
Die Regelstudienzeit für Kunst + Wissenschaftliches Fach (Beifach) umfasst 12
Semester bei einem Studienumfang von 360 Leistungspunkten. Davon entfallen auf
•
•
•
Kunst (einschließlich Künstlerischer Arbeit und mündlicher Prüfung): 230 Punkte
Ethisch-Philosophisches
Grundlagenstudium,
Bildungswissenschaftliches
Begleitstudium, Personale Kompetenzen, Schulpraxissemester: 52 Punkte (siehe
oben Kapitel 11)
das wissenschaftliche Fach (einschließlich 10 für mündliche Prüfung): 78 Punkte,
siehe Tabelle weiter unten.
Wird das wissenschaftliche Fach als Hauptfach studiert, dann reduzieren sich die in
Kunst zu erbringenden Wahlmodule um 30 Leistungspunkte, dafür erhöhen sich die im
wissenschaftlichen Fach zu erbringenden Leistungspunkte um 30 auf 108. Die
Regelstudienzeit von 12 Semestern bleibt dieselbe.
Die Regelstudienzeit für Musik + Wissenschaftliches Fach (Beifach) umfasst 11
Semester bei einem Studienumfang von 330 Leistungspunkten.
Davon entfallen auf
•
Musik (einschl. wissenschaftlicher Arbeit und mündlicher/praktischer Prüfung):
200 Punkte;
•
Ethisch-Philosophisches
Grundlagenstudium,
Bildungswissenschaftliches
Begleitstudium, Personale Kompetenzen, Schulpraxissemester: 52 Punkte (siehe
oben Kapitel 11 und 12);
•
auf das wissenschaftliche Fach (einschließlich 10 für mündliche Prüfung): 78
Punkte, siehe Tabelle weiter unten.
Wird das wissenschaftliche Fach als Hauptfach studiert, dann erhöhen sich die im
wissenschaftlichen Fach zu erbringenden Leistungspunkte auf 108 und die
Regelstudienzeit auf 12 Semester.
80
Vorbereitungsdienst/Referendariat
Hinweis: Regelstudienzeit ist nicht Höchststudienzeit
Nach der „Regelstudienzeit“ richtet sich die Förderdauer nach BAFöG. Eine
Höchststudienzeit, innerhalb derer das erste Staatsexamen absolviert sein muss, gibt es
im Gymnasialen Lehramt in Baden-Württemberg nicht.
In der folgenden Tabelle ist zusammengestellt, wie sich die Studienanteile im
Wissenschaftlichen Fach verteilen, je nachdem, ob dasselbe als Beifach oder (freiwillig)
als Hauptfach zu Kunst oder Musik studiert wird (vgl. auch Kapitel 8.3):
Leistungspunkte im Wissenschaftlichen Fach mit Anforderungen
eines Hauptfaches
eines Beifaches
Pflichtmodule
80
60
Wahlmodule
8
3
Fachdidaktik Module
18
5
Mündliche Prüfung
10
10
108
78
Summe
Praxissemester
Sowohl die Kunstakademie wie die Musikhochschule empfehlen, das Praxissemester im
5. Studiensemester an einem Stück zu absolvieren (Blockform, siehe Kapitel 12.1). Sollte
bis zu diesem Zeitpunkt das Studium des wissenschaftlichen Beifaches noch nicht
begonnen worden sein, stellt dieses dennoch kein Hindernis für die Anerkennung des
Praxissemesters dar.
Prüfungen
Die Orientierungsprüfung (nach dem 2. Semester) und die Zwischenprüfung (nach dem
4. Semester) ist in Kunst bzw. Musik abzulegen. Im wissenschaftlichen Fach entfällt die
Orientierungsprüfung. Wird das wissenschaftliche Fach mit den Anforderungen eines
Beifaches studiert, dann entfällt die Zwischenprüfung im wissenschaftlichen Fach, und
infolgedessen gibt es dort dann auch keine Fristen zu beachten. Wird das
wissenschaftliche Fach allerdings freiwillig mit den Anforderungen eines Hauptfaches
studiert, dann ist dort auch die Frist für die Zwischenprüfung nach dem 4. und spätestens
nach dem 6. Semester (in dem man das wissenschaftliche Fach studiert hat) zu
beachten, siehe folgenden Abschnitt „Studienplanung“.
Die erste Staatsprüfung im künstlerischen Fach kann zeitlich völlig unabhängig von der
entsprechenden Prüfung im wissenschaftlichen Fach abgelegt werden. Das heißt: Man
kann die Prüfung im wissenschaftlichen Fach vor, in Verbindung mit oder aber nach der
ersten Staatsprüfung im künstlerischen Fach ablegen.
81
Zulassungsvoraussetzung für die erste Staatsprüfung auch im künstlerischen Fach ist,
dass die Lehrveranstaltungen im Bildungswissenschaftlichen Begleitstudium, im EthischPhilosophischen Grundlagenstudium und im Bereich der Personalen Kompetenzen
absolviert worden sind (siehe auch Kapitel 11).
Bewerbung und Zulassung: Siehe insbes. Kapitel 5.5
15.2 Hinweise zur Studienplanung
Priorität Künstlerisches Fach
In der Studienplanung hat zunächst das Künstlerische Fach Priorität, weil sowohl die
Kunstakademie als auch die Musikhochschule darauf achten, dass die Studierenden die
Hochschule nach Ablauf der Regelstudienzeit verlassen und Platz machen für die
nachfolgenden Studierenden. Im Zweifel ist also das Studium und die Prüfung im
wissenschaftlichen Fach erst nach der Prüfung im künstlerischen Fach abzuschließen.
Konsekutives Studium der beiden Fächer
Das Studium des wissenschaftlichen Faches kann auch nach abgeschlossenem Studium
des künstlerischen Faches begonnen werden. Dieses ist vor allem dann zu empfehlen,
wenn das gewünschte wissenschaftliche Fach (z.B. Fremdsprachen) in Karlsruhe gar
nicht angeboten wird.
Fristproblem Zwischenprüfung
Wird das Studium des künstlerischen und des wissenschaftlichen Faches gleichzeitig
begonnen, ist mit zeitlichen Überschneidungen von Lehrveranstaltungen zu rechnen. Das
gilt in ganz besonderem Maße für die Kombination Musik + experimentelles,
wissenschaftliches Fach (z.B. Biologie oder Chemie). In den ersten Semestern wird es in
derartigen Konstellationen kaum möglich sein, Studienleistungen im wissenschaftlichen
Fach zu erbringen. Dieses ist dann unproblematisch, wenn das wissenschaftliche Fach
mit den Anforderungen eines Beifaches studiert wird, weil dann die Zwischenprüfung im
wissenschaftlichen Fach entfällt. Probleme kann es geben, wenn das wissenschaftliche
Fach mit den Anforderungen eines Hauptfaches studiert werden soll, weil dann auch die
Zwischenprüfung nach dem 4. (spätestens nach dem 6. Semester) abzulegen ist, siehe
Kapitel 9.2.
Sollte erkennbar werden, dass diese Frist wegen zu hoher Belastung im künstlerischen
Fach nicht eingehalten werden kann, kann es sinnvoll sein, sich vorübergehend im
wissenschaftlichen Fach zu exmatrikulieren (so dass dort die Semester nicht mehr weiter
gezählt werden) und das Studium im wissenschaftlichen Fach erst dann wieder
fortzusetzen, wenn dafür die zeitlichen Kapazitäten vorhanden sind.
Eine andere, grundsätzlich mögliche Lösung für Personen, die das wissenschaftliche
Fach als Hauptfach studieren möchten, ist die folgende: Man beginnt das Studium des
wissenschaftlichen Faches als Beifach (also ohne Frist für die Zwischenprüfung), und
wenn man mit dem Studium so weit vorangeschritten ist, dass man sich dem
wissenschaftlichen Fach hinreichend widmen kann, bewirbt man sich erneut für das
82
Vorbereitungsdienst/Referendariat
wissenschaftliche Fach – nunmehr mit den Anforderungen eines Hauptfaches – bei einer
entsprechenden Zurückstufung der Semesterzahl nach vorheriger Absprache mit jener
Person an der Fakultät, die für die Anerkennung von Studienleistungen zuständig ist,
siehe Kapitel 22.5. Beispiel: Jemand hat Kunst + Mathematik (Beifach) studiert und ist in
beiden Fächern im 7. Semester, hat aber in Mathematik erst wenige Studienleistungen
erbringen können. Nun möchte er/sie Mathematik zum Hauptfach machen. Dafür wäre
die Frist für die Zwischenprüfung aber einzuhalten gewesen. Er/Sie geht zum
Fachstudienberater in Mathematik und klärt, ob bei einer erneuten Bewerbung für
Mathematik (Hauptfach) eine Einstufung in ein niedrigeres Semester (z.B. das dritte)
aufgrund der bisher erbrachten Studienleistungen möglich ist. Stimmt der
Fachstudienberater zu, kann beim Studienbüro eine Neuzulassung zum
Hauptfachstudium mit reduzierter Semesterzahl beantragt werden. Bei der
Neubewerbung für das Hauptfach sollte auf den Bewerbungsunterlagen auf die
Absprache mit dem Fachstudienberater verwiesen werden.
Normalerweise ist es allerdings am sinnvollsten, mit dem Studium des wissenschaftlichen
Faches erst dann zu beginnen, wenn man dafür genügend Zeit hat – also etwas
zeitversetzt, sagen wir nach einem Jahr Studium im künstlerischen Fach. Dieses gilt vor
allem dann, wenn das wissenschaftliche Fach nicht zulassungsbeschränkt ist.
Bildungswissenschaftliches Begleitstudium, Ethisch-Philosophisches Grundlagenstudium, Personale Kompetenzen
Es scheint nicht unbedingt gesichert, dass das Studiengebot in diesem nichtfachwissenschaftlichen Bereich von der Kunstakademie und von der Musikhochschule
Karlsruhe jeweils selbst für eine relativ kleine Anzahl von Studierenden angeboten
werden können. Andererseits existiert das entsprechende Lehrangebot am KIT (siehe
oben Kapitel 11), worauf auch von der Musikhochschule verwiesen wird. Zu diesen
Lehrveranstaltungen haben die Studierenden des Künstlerischen Lehramts Zugang,
wenn sie wegen des wissenschaftlichen Faches am KIT schon eingeschrieben sind.
Unklar ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt, ob irgendeine Regelung gefunden wird, welche
diesen Zugang auch dann erlaubt, wenn das wissenschaftliche Fach noch nicht am KIT
studiert wird oder auch im weiteren Verlauf des Studiums dort gar nicht studiert werden
soll – z.B., weil dieses Lehramtsfach am KIT gar nicht angeboten wird.
Bewerbung und Einschreibung im wissenschaftlichen Fach am KIT
Der frühste mögliche Zeitpunkt für Bewerbung und Einschreibung im wissenschaftlichen
Fach ist normalerweise nach dem ersten oder zweiten Semester des künstlerischen
Studiums gegeben – zumal das Studium am KIT nur im Wintersemester begonnen
werden kann. Denn die Universität verlangt den Nachweis der Immatrikulation an der
Kunstakademie bzw. Musikhochschule, bevor sie selbst den/die Studierende(n) für ein
wissenschaftliches Fach einschreibt. Die Einschreibung an der Kunstakademie oder
Musikhochschule erfolgt aber so spät, dass dieser Nachweis für eine parallele
Bewerbung und Zulassung an der Universität zumindest für zulassungsbeschränkte
Fächer auf keinen Fall rechtzeitig erbracht werden kann.
Parallelbewerbung an zwei Hochschulen
Die Zulassung zum Studium an der Kunstakademie oder Musikhochschule ist wegen der
dortigen Aufnahmeprüfungen ungewiss. Darum überlegen viele Bewerber für das
83
Künstlerische Lehramt, wie sie für den Fall vorsorgen können, dass sie an der Kunstakademie/Musikhochschule nicht zugelassen werden – da ja dort eine erneute
Bewerbung erst nach Ablauf eines halben (Musikhochschule) bzw. ganzen Jahres
(Kunstakademie) wieder möglich ist. Für diesen „Vorsorge“-Fall kommen zwei VerhaltensVarianten in Frage:
•
Variante 1: Mit zwei wissenschaftlichen Fächern an der Universität beginnen
Parallel zur Bewerbung an der Kunstakademie/Musikhochschule bewirbt man sich
für das Studium im wissenschaftlichen Lehramt an der Universität. Bei dieser
Universitäts-Bewerbung muss man dann allerdings auch zwei wissenschaftliche
Hauptfächer angeben. Wird man dann an der Kunstakademie/Musikhochschule
nicht zugelassen, besteht noch die Chance, dass man einen Studienplatz mit zwei
wissenschaftlichen Fächern am KIT bekommt. Ist dieses der Fall, dann kann man
dort mit dem Studium beginnen. Erhält man im nächsten Jahr dann die Zulassung
an der Kunstakademie/Musikhochschule, wendet man sich an das Studienbüro
des KIT, gibt eines der beiden, an der Universität studierten Fächer auf und
studiert nur noch ein Fach als wissenschaftliches Fach im Künstlerischen Lehramt
weiter.
Bei dieser Variante ist folgendes zu bedenken: Ist das wissenschaftliche Lehramt
tatsächlich als eine echte Alternative gedacht, dann muss man dort nach dem
vierten (spätestens nach dem sechsten) Semester auch in beiden Fächern die
Zwischenprüfung absolvieren (siehe Kapitel 9.2). Hat man im ersten Jahr das
zweite wissenschaftliche Fach vernachlässigt, kann es mit den Prüfungsfristen
knapp werden, falls man dort alles nachholen muss, nämlich dann, wenn es auch
beim zweiten Versuch mit einer Zulassung zur Kunstakademie/Musikhochschule
nicht klappt. Will man aber keines der beiden wissenschaftlichen Fächer an der
Universität vernachlässigen, hat man natürlich auch wenig Zeit, fleißig zu malen
bzw. sein Instrument zu üben.
Die Variante 1 empfiehlt sich maximal für die Dauer eines Jahres und nur für
Studierende, die kein BAFöG erhalten und dieses auch nicht zu einem späteren
Zeitpunkt beantragen wollen. Der Wechsel vom wissenschaftlichen zum
künstlerischen Lehramt stellt einen Wechsel des Studienganges dar, und einen
solchen erlaubt das BAFöG-Amt normalerweise nur ein einziges Mal.
•
Variante 2: „Hinkende Zulassung“: Mit einem wissenschaftlichen Fach an der
Universität beginnen. Hier beantragt man am KIT die Zulassung für nur ein
einziges, wissenschaftliches Fach, eine so genannten „hinkende Zulassung“ hinkend, weil man ja normalerweise das Lehramtsstudium mit zwei Fächern
gleichzeitig beginnt. Im Online-Bewerbungsformular gibt man ggf. zwei
wissenschaftliche Fächer an (bislang verlangte dieses Formular jedenfalls
zwingend die Angabe zweier wissenschaftlicher Fächer), streicht dann im
Ausdruck das nicht gewünschte, wissenschaftliche Fach von Hand wieder durch
und verweist auf ein Begleitschreiben, das man der Bewerbung beilegt. In diesem
Begleitschreiben (mit Datum, Namen, Anschrift und möglichst Bewerbernummer)
sollte dann angegeben werden, dass man sich nur für das eine der angegebenen,
wissenschaftlichen Fächer bewerben will - weil man nämlich gleichzeitig die
84
Vorbereitungsdienst/Referendariat
Zulassung an der Kunstakademie/Musikhochschule zum Künstlerischen Lehramt
beantragt hat. Man kann in diesem Fall im Rahmen einer sogenannten
“hinkenden Zulassung” an der Universität für ein einziges wissenschaftliches Fach
im Lehramt zugelassen werden. Ein solches Studium von nur einem
wissenschaftlichen Lehramtsfach ist aber nur für maximal 2 Semester möglich.
Stellt sich nachträglich heraus, dass man auch eine Zulassung an der Kunstakademie
bzw. Musikhochschule für dasselbe Semester erhalten hat, teilt man dieses dem
Studienbüro des KIT mit, und es ist alles in Ordnung. Erhält man aber keine gleichzeitige
Zulassung im künstlerischen Fach, kann man das gewünschte, wissenschaftliche Fach
zunächst zwei Semester lang an der Universität studieren, nebenbei malen oder sein
Instrument üben und es im nächsten Jahr an der Kunstakademie / Musikhochschule
erneut mit einer Bewerbung versuchen. Klappt es im nächsten Jahr wieder nicht mit einer
Zulassung an der Kunstakademie/Musikhochschule, dann sollte man sich entscheiden:
Entweder mit dem Lehramtsstudium ganz aufhören, oder aber mit dem Studium eines
zweiten wissenschaftlichen Lehramtsfaches ernsthaft beginnen, weil es sonst Probleme
mit der Frist für die Zwischenprüfung geben kann (siehe oben Kapitel 9.2).
Diese Variante 2 hat vor allem für BAFöG-Empfänger den Vorteil, dass sie keinen
Studienfachwechsel vor sich haben. Nachteilig ist u.U., dass man die beiden Fächer im
wissenschaftlichen Lehramt zeitversetzt studiert.
85
16 Hochschulwechsler von anderen Universitäten
Bewerbung und Zulassung
Für Bewerbung und Zulassung gelten die in Kapitel 5.3 genannten Fristen. In den nicht
zulassungsbeschränkten Studiengängen ist die Zulassung auch zum höheren Semester
frei, d.h. man bekommt auf jeden Fall einen Studienplatz, wenn ansonsten die formellen
Zulassungsvoraussetzungen gegeben sind. In jenen Studiengängen, die für
Studienanfänger zulassungsbeschränkt sind (siehe Kapitel 5.3), werden auch die
Studienplätze in höheren Semestern nur in dem Umfang wieder besetzt wie solche
Studienplätze frei geworden sind. Gibt es dann beispielsweise mehr Bewerber für eine
Zulassung zum 4. Semester als freie Studienplätze zu diesem 4. Semester, dann muss
unter diesen Bewerbern ausgewählt werden. Kriterien für diese Auswahl sind die
bisherigen Studien- und Prüfungsleistungen, die also dem Antrag auf Zulassung
beigelegt worden sein müssen. Hieraus folgt: Die erfolgreiche Anerkennung von
Studienleistungen impliziert noch nicht die Zulassung zum Studium!
Anerkennung von Studien- und Prüfungsleistungen
1) Anerkennung am KIT
Ein Wechsel von anderen Universitäten empfiehlt sich insbesondere nach der
Zwischenprüfung nach dem 4. Semester, falls an der Herkunftsuniversität im
Bachelor-Studium noch eine solche Prüfung durchgeführt wird. In diesem Fall
besteht die Tendenz, die Zwischenprüfung komplett anzuerkennen, d.h. nicht
unbedingt im Detail nachzuprüfen, ob genau dieselben „Scheine“ in den einzelnen
Fächern gemacht worden sind wie am Karlsruher Institut für Technologie hätten
gemacht werden müssen. Wechselt man vor der Zwischenprüfung, kann es
passieren, dass man an der „alten“ Universität Scheine gemacht hat, die man in
Karlsruhe nicht braucht und umgekehrt, so dass man ggf. zusätzlichen Aufwand
hat. Des weiteren sei hier noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es
in Baden-Württemberg Fristen gibt, bis zu denen die Orientierungsprüfung und die
Zwischenprüfung abgelegt worden sein müssen (siehe Kapitel 9.2). Es ist also
darauf zu achten, dass man in Folge des Hochschulwechsels nicht in Verzug mit
den Prüfungsfristen kommt.
Es wird empfohlen, dass sich Studierende über die Anerkennung ihrer
Studienleistungen formlos bei den zuständigen Fachvertretern (siehe Abschnitt
22.4) informieren. Das formelle Anerkennungsverfahren wird von der Universität
sozusagen von Amts wegen eingeleitet, falls diese Studierenden sich bewerben
und Kopien ihrer Studienleistungen der Bewerbung beilegen. Dieses Verfahren ist
für die Verwaltung das einfachste: Die Unterlagen werden an den
Zulassungsbeauftragten der Fakultät geschickt, welcher die Semestereinstufung
vornimmt. Dann gehen die Unterlagen an das Studienbüro zurück, und der
Bewerber/die Bewerberin erhält ggf. eine Zulassung zum soundsovielten
Semester. Hier besteht allerdings auch die Möglichkeit der unangenehmen
Überraschung, dass man nach der Einschreibung am KIT nachträglich feststellt,
dass einem nicht alle zuvor erbrachten Studienleistungen so anerkannt werden,
wie man sich das vor dem Wechsel vorgestellt hat. Will man den Wechsel also
abhängig machen davon, dass man mit einiger Sicherheit weiß, was einem wie
86
Hochschulwechsler von anderen Universitäten
anerkannt werden wird, dann empfiehlt sich das folgende Vorgehen: Da eine
formelle Anerkennung nicht möglich ist, bevor man in Karlsruhe eingeschrieben
worden ist, muss man sich eben informell erkundigen. Der Student/Die Studentin
wendet sich also direkt an die Personen, die in den von ihnen studierten Fächer
für die Anerkennung von Studienleistungen zuständig sind (siehe Abschnitt
22.5.1). Diese Fachvertreter können dann informell die Äquivalenz der bisher
erbrachten Studienleistungen bescheinigen und können eine informelle
Einstufung in ein bestimmtes Semester vornehmen. Diese informellen
Bescheinigungen der beiden Fächer kann man dann der Bewerbung beilegen. In
diesem Fall sollte man nachträglich keine unangenehmen Überraschungen
erwarten können.
Studierende
mit
abgeschlossener
Zwischenoder
Bachelorprüfung:
Diese wenden sich zwecks Anerkennung der Zwischenprüfung bzw. zur
Feststellung der Äquivalenz der Bachelor-Prüfung mit der Zwischenprüfung gleich
direkt an den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses für das Lehramt (siehe
Abschnitt 22.5.2). Für die Anerkennung von Studienleistungen aus dem
Hauptstudium sind die jeweiligen Fachvertreter (und das Landeslehrerprüfungsamt – siehe unten) zuständig.
Achtung: Studienleistungen, über die die Studierenden an ihrer alten Universität
noch keine Bescheinigung bekommen haben, können bis ca. Mitte August (bei
einer Bewerbung zum Wintersemester) nachgereicht werden.
2) Anerkennung beim Landeslehrerprüfungsamt
Ein großer Teil der in einem Studium abzulegenden Studien- und
Prüfungsleistungen ist zugleich ein Teil des Staatsexamens (siehe Kapitel 9.3).
Das betrifft Studienleistungen sowohl aus dem Grundstudium, wie aus dem
Hauptstudium. Insbesondere gilt dieses auch für die pädagogischen und
philosophischen Studienanteile (siehe Kapitel 11). Für diese Anerkennung von
Studien- und Prüfungsleistungen für das Staatsexamen ist nun aber formell nicht
nur die Universität zuständig, sondern auch das Landeslehrerprüfungsamt
(Kontakt siehe Abschnitt 22.8), welches die Prüfung offiziell durchführt und an
welches man sich also zusätzlich zu wenden hat. Normalerweise wird das
Landeslehrerprüfungsamt zwar wegen der Anerkennung von einzelnen
Lehrveranstaltungen an das KIT zurückverweisen, aber im Konfliktfall liegt die
Entscheidung letztlich beim Landeslehrerprüfungsamt, ob es eine Studien- und
Prüfungsleistung anerkennt oder nicht.
87
Zusammengefasst:
Der Hochschulwechsler hat eine zwei- ggf. dreifache Anerkennung zu betreiben:
1) bei Vertretern seiner Fächer,
2) ggf. beim Vorsitzenden der Zwischenprüfungskommission (Anrechnung auf
Zwischenprüfung) und
3) beim Landeslehrerprüfungsamt, vor allem im Konfliktfall.
!!! Achtung !!!
Anerkennung ist nicht gleich Zulassung
Die Anerkennung von Studienleistungen durch Vertreter der Fächer oder durch den
Vorsitzenden der Zwischenprüfungskommission ist nicht zu verwechseln mit der
Zulassung zum Studium. Die Zahl der Studienplätze kann auch im höheren Semester
beschränkt sein, falls sie auch im ersten Semester beschränkt ist.
88
Wechsel in andere Bundesländer
17 Wechsel in andere Bundesländer
Die Lehrerbildung unterliegt in Deutschland in ganz besonderer Weise der
„Kulturhoheit“ der Bundesländer und ist daher nicht einheitlich geregelt. Bei 16
Bundesländern gibt es 15 Möglichkeiten, aus Baden-Württemberg in ein anderes
Bundesland zu wechseln. Grundsätzlich gibt es in Deutschland 162-16 = 240
Möglichkeiten, zwischen zwei Bundesländern zu wechseln. In den meisten
Bundesländern ist neben dem Kultusministerium (Prüfungsordnung) auch noch ein
eigenes Wissenschaftsministerium (Hochschulen) für die Lehrerbildung zuständig, so
dass in der Bundesrepublik Deutschland 29 Landesministerien und ein Bundesministerium mit der Lehrerbildung befasst sind. Allerdings sind die Unterschiede in der
Ausbildung von Lehrerinnen für das Gymnasium bzw. die Sekundarstufe 2 geringer als in
anderen Lehramtsausbildungen. Ein Wechsel des Bundeslandes ist daher nicht
unmöglich.
Überblick über die Lehrer-Ausbildung in den verschiedenen Bundesländern: s. Kap. 21.2
Innerhalb einer Lehramtsausbildung gibt es drei mögliche Zeitpunkte für den Wechsel
des Bundeslandes, für die jeweils unterschiedliche Regelungen und Zuständigkeiten
greifen:
1. während des Studiums
2. zum Eintritt in das Referendariat
3. zur Einstellung als ausgebildeter Lehrer.
Hier werden nur die ersten beiden Möglichkeiten behandelt.
1. Wechsel während des Studiums
In diesem Fall ist einerseits sicherzustellen, dass die in Baden-Württemberg studierte
Fächerkombination auch in dem Bundesland für das Lehramtsstudium zugelassen ist,
in welches man wechseln will. Die meisten Bundesländer haben inzwischen ihre
Lehrerausbildung auf das Bachelor-Master-Modell umgestellt. Das dürfte gerade in
höheren Semestern (z.B. ab dem 6. Semester) zu Reibungsverlusten bei einem
Wechsel in ein anderes Bundesland führen, da ohne einen Bachelor-Abschluss der
Zugang zu einem dortigen Master-Studium nicht möglich ist. Zur Information über die
Lehrerausbildung in den einzelnen Bundesländern siehe Abschnitt 21.2.
Beim Wechsel in einem niedrigeren Semester – beispielsweise im 4. Semester – wäre
folgendes zu klären:
a) Ist die in Baden-Württemberg studierte Kombination auch in dem aufnehmenden
Bundesland möglich?
b) Ist an der aufnehmenden Universität meine Fächerkombination vertreten?
c) Wie sieht der dortige Studienplan für mein Studium aus?
d) Werden meine bisherigen Studien- und Prüfungsleistungen (z.B.
Zwischenprüfung) in meinen Fächern anerkannt? In Hinblick auf sonstige, schon
erbrachte Leistungen des Lehramtsstudiums – z.B. Praktika – empfiehlt es sich,
die Anerkennungsfrage unmittelbar mit dem für die erste Staatsprüfung
zuständigen Prüfungsamt zu klären.
89
2. Wechsel zum Eintritt in das Referendariat
Hier geht es um die Anerkennung des ersten Staatsexamens insgesamt als
Voraussetzung für die Zulassung zum Referendariat. Die Kultusministerkonferenz
(KMK) hat die „Gegenseitige Anerkennung von Lehramtsprüfungen und
Lehramtsbefähigungen“ grundsätzlich beschlossen (Beschluss vom 22. 10. 1999).
Diese Anerkennung erfolgt aber nur im Rahmen der „von dem aufnehmenden Land
vorgehaltenen Unterrichtsfächer und Fachrichtungen“, d.h. man sollte insbesondere
eine Fächerkombination vorweisen können, die in dem aufnehmenden Land möglich
ist. Außerdem gilt folgendes: Die Länder mögen einen „Beschluss“ in der KMK gefasst
haben – das einzelne Land ist dadurch aber rechtlich nicht gezwungen, sich an diesen
Beschluss auch zu halten. Kurz: Er kann nicht eingeklagt werden. Da es schwierig ist,
sich über die tatsächliche Anerkennungspraxis einen Überblick zu verschaffen, sei hier
folgendes Vorgehen empfohlen: Wer sein Lehramtsstudium im Bundesland A
absolvieren will, um dann im Bundesland B sein Referendariat anzutreten, sollte
möglichst schon bei Studienantritt bei dem Kultusministerium des Landes B schriftlich
anfragen, ob ein Antritt des Referendariats mit einem ersten Staatsexamen aus Land A
dort möglich sein wird. Dieser Hinweis erfolgt auch deshalb, weil sich über die Jahre
hinweg beobachten lässt, dass die Zulassungspraxis der einzelnen Bundesländer
restriktiver oder liberaler sein kann – je nachdem, ob und welche Lehrer sie gerade
brauchen oder nicht brauchen.
90
Berufsaussichten
18 Berufsaussichten
Interessenten für das Lehramtsstudium wünschen häufig in besonderer Weise
zuverlässige Aussagen über ihre „Berufsaussichten“, womit die Wahrscheinlichkeit
gemeint ist, nach Studium und Referendariat auch eine Stelle zu bekommen. Dieses
besonders ausgeprägte Interesse mag u.a. damit zusammenhängen, dass Lehrer sich
einem nahezu monopolistischen Arbeitgeber gegenüber sehen und andererseits in der
Vergangenheit schon Erfahrungen mit Zyklen ausgeprägter Lehrerarbeitslosigkeit
gemacht worden sind. Die Kultusministerien der Länder veröffentlichen in regelmäßigen
Abständen Aussagen zu ihrem Bedarf. Aus dem Merkblatt des baden-württembergischen
Kultusministeriums „Berufsziel Lehrer - Einstellungschancen für den öffentlichen
Schuldienst“ (Stand: Juli 2013) sei hier der Abschnitt zitiert, der die Gymnasien betrifft
(aktuelle Fassung im Internet siehe Abschnitt 21.3):
„Im Lehramt an Gymnasien werden die Einstellungszahlen in den Jahren 2020ff aufgrund
sinkender Schülerzahlen und eines sinkenden Ersatzbedarfs voraussichtlich deutlich
niedriger liegen als heute ….. Die trotz entsprechender Hinweise immer noch sehr hohen
Studienanfängerzahlen müssen daher erneut als deutlich zu hoch bewertet werden.
Insofern werden die künftigen Einstellungschancen für heutige Studienanfänger/-innen
nicht gut sein. Nahezu alle Fächer sind derzeit überbelegt, v.a. Englisch, Geschichte,
Mathematik, Deutsch und Philosophie/Ethik. Eine leichte Zunahme der Studienanfänger/innen ist allein in den Fächern Musik, Bildende Kunst und Physik erwünscht.“
Absolventen/-innen eines gymnasialen Lehramtsstudiengangs können statt des
gymnasialen Vorbereitungsdienstes auch den Vorbereitungsdienst für das höhere
Lehramt an beruflichen Schulen absolvieren, sofern sie eine an beruflichen Schulen
einsetzbare Zwei-Fächer-Verbindung haben. Sie erwerben dadurch die Lehrbefähigung
für berufliche Schulen und können die dort prognostizierten guten Einstellungschancen
nutzen. Durch eine Zusatzprüfung können sie zusätzlich die Lehrbefähigung für
Gymnasien erwerben.
Die Prognose für ganz Deutschland durch die Kultusministerkonferenz aus dem Jahr
2013 kommt zu dem Ergebnis, dass in den allgemein-bildenden Schulen der
Sekundarstufe II in den Jahren 2012 bis 2025 durchschnittlich mit einem sehr deutlichen
Überangebot an Lehrkräften zu rechnen ist. Relativ gute Einstellungsaussichten werden
bundesweit vor allem für die Fächer Mathematik, Chemie, Physik, Informatik
prognostiziert.
Siehe
http://www.kmk.org/statistik/schule/statistischeveroeffentlichungen/lehrereinstellungsbedarf-und-angebot.html
Problematik von Prognosen
Die Prognose von Einstellungschancen eines/einer Studieninteressierten X zum
Zeitpunkt des Studienbeginns setzt voraus, dass man a) für sieben Jahre im Voraus, b)
die Relation von Stellen zu Bewerbern, c) für die jeweils studierten Fächer vorhersagen
kann. Würde dieses der Fall sein, also: könnte man beispielsweise vorhersagen, dass ein
Absolvent mit den Fächern Deutsch/Geographie in sieben Jahren mit einer
Stellen/Bewerber-Relation von 1 : 3,7 zu rechnen hätte, müsste man außerdem noch –
91
zur Prognose der individuellen Einstellungschance von X – wissen, mit welchem Erfolg er
oder sie die Ausbildung absolviert hat (Examensnoten), da die individuellen
Wahrscheinlichkeiten für die Einstellung unterschiedlich sein werden und z.B. ganz
erheblich auch von der Bereitschaft zur Mobilität abhängen. Die Problematik einer
solchen Vorhersage sei insbesondere an der Stellen-Bewerber-Relation erläutert. Dabei
handelt es sich um einen Quotienten:
Offensichtlichgenügtesnicht, nurdiezukünftigeZahlderStellen imZähler#zuprognostizieren dieseZahlistu. a. abhängigvon:Lehrerpensionierungen, Schülerzahlen, Schüler
+ Lehrerrelation, Lehrerarbeitszeit, SchulstundenproKlasse, SchülerübergangsquotenanGymnasien
, TeilzeitundBeurlaubungsquotebeiLehrernetc. #, sondernauchdieZahlderzukünftigen
Bewerber derNenner#istzuprognostizieren ZahlderStudienanfänger, Abbruchsquoten,
UmsteigerquoteninandereStudiengänge, EinsteigerquotenausanderenStudiengängenetc. #.
Des Weiteren ist die Quote der möglicherweise bereits wartenden, schon fertig
ausgebildeten Bewerber abzuschätzen, welche bereit sind, eine angebotene Stelle
tatsächlich auch anzunehmen. Sowohl die Zahl der freien Stellen wie die der Bewerber
hängt also von zahlreichen Variablen ab. Prognosen, die sich nur auf den Zähler
(„steigende Pensionierungszahlen“, „sinkende Schülerzahlen“) oder nur auf den Nenner
beziehen („überfüllte Hochschulen“), sind relativ wertlos. Aber auch eine Prognose, die
sowohl Stellen- wie Studienanfängerzahlen berücksichtigt, ist u.a. aus folgenden,
grundsätzlichen Gründen mit erheblichen Unsicherheiten belastet:
Erstens hängt auch der Lehrerarbeitsmarkt – wenn auch zeitversetzt – mit der
allgemeinen Wirtschaftskonjunktur zusammen, z.B. auf folgende Weise: Läuft die
Konjunktur gut, hat der Staat mehr Geld, um mehr Lehrer einzustellen und die
Arbeitsbedingungen zu verbessern (z.B. kürzere Arbeitszeiten, weniger Schüler pro
Lehrer),
die Stellenzahl (der Zähler) steigt tendenziell. Andererseits haben die
Lehramtsstudierenden mehr Alternativen auf dem sonstigen Arbeitsmarkt: Die
Bewerberzahl (der Nenner) sinkt tendenziell. Das heißt: Bei einer guten
Wirtschaftskonjunktur dürften sich die statistischen Einstellungsaussichten auch für
Lehrer wegen gegenläufiger Tendenzen „im Zähler“ und „im Nenner“ der
Stellen/Bewerberrelation mit einer gewissen Zeitverzögerung verbessern – aber wer
kann sagen, wie die Wirtschaftskonjunktur in sieben Jahren sein wird?
Zweitens: Angenommen, es ließen sich eine eindeutig positive oder negative Prognose
für Einstellungschancen 7 Jahre im voraus geben, dann hätte eine solche Prognose die
Tendenz, sich selbst zu relativieren, weil jetzt wegen dieser Prognose besonders viele
Studenten mit einem Lehramtsstudium beginnen oder dasselbe unterlassen würden.
Derartige Erscheinungen hat es beim Lehramtsstudium durchaus gegeben, weshalb die
Kultusministerien mit der Formulierung ihrer Prognosen auch zunehmend
zurückhaltender geworden sind.
92
Berufsaussichten
Konsequenzen
Aus den obigen Feststellungen folgt gewiss nicht, dass Prognosen wertlos sind. Es sind
durchaus persönliche Konstellationen vorstellbar, in denen Bedarfsprognosen mit
einbezogen werden können. Dieses kann z.B. auch bei der angestrebten
Fächerkombination für das Lehramt an allgemein bildenden Gymnasien bzw. bei einer
Entscheidung für eine Laufbahn am Beruflichen Gymnasium der Fall sein – was natürlich
andererseits nicht bedeuten kann, dass man sich allein aus Bedarfsgründen für ein Fach
entscheidet,
welches
einem
ansonsten
nicht
liegt.
Ansonsten empfiehlt es sich, während des Studiums das Berufsziel Gymnasiallehrer/in
fest im Blick zu haben – aber in zahlreichen Fächern könnte man durchaus auch einen
„Plan B“ ins Auge fassen. Mit dem Studium liegt eine relativ lange Zeit vor einem, in der
man einerseits seine persönlichen Fähigkeiten erproben und entwickeln kann („Ich hätte
gar nicht gedacht, dass mir Organisieren solch einen Spaß macht“), und in der man
auch auf die eine oder andere Idee zu einer beruflichen Alternative stößt. Eine
gesteigerte Selbstkenntnis zusammen mit konkreten, alternativen Ideen zum Lehrerberuf
ist sicher eine bessere Voraussetzung für eine mögliche berufliche Umorientierung, als
wenn eine Alternative während der gesamten Lehramtsausbildung nie auch nur in
Betracht gezogen wurde. Es besteht keine Notwendigkeit, schon als Student oder
Studentin außer „Beamtin auf Lebenszeit“ (s. Kap. 20) keine anderen beruflichen
Möglichkeiten ins Auge zu fassen.
Fasst man allgemeinere gesellschaftliche Trends ins Auge, ist mit einem steigenden
Bedarf für lehrende Tätigkeiten zu rechnen:
1. hat die Bildung eine wachsende Bedeutung in der so genannten
„Wissensgesellschaft“;
2. sind die Akademiker generell eher die „Gewinner“ dieser Entwicklung;
3. werden junge Arbeitskräfte in einer alternden Gesellschaft gebraucht.
Zunahme schulbezogener Stellenausschreibungen, private Gymnasien
Es besteht die Tendenz, die Selbständigkeit der einzelnen Schulen zu stärken – auch in
Hinblick auf eine unmittelbare Mitsprache der Schule bei der Einstellung ihrer Lehrer.
Daher gibt es zunehmend Gründe, sich in Hinblick auf einen potentiellen Arbeitgeber
(Schule) ähnlich zu verhalten wie auch sonst im Berufsleben, nämlich Kontakte
aufzubauen bzw. bestehende Kontakte nicht zu vernachlässigen. Im Zweifel wird man als
Bewerber/-in besser dastehen, wenn man sich „seine“ Schule bewusst ausgesucht hat
und die Schule den/die Bewerber/-in schon kennen gelernt hat. Obwohl die
Privatgymnasien in der Regel kleiner sind als die öffentlichen Gymnasien, besuchten im
Schuljahr 2010/2011 in Baden-Württemberg fast 34.600 Schülerinnen und Schüler ein
privates Gymnasium – das sind rund 11 Prozent aller baden-württembergischen
Gymnasiasten, mit seit Jahren steigender Tendenz. Man beachte im Übrigen die WebAdresse für die Lehrereinstellung in Baden-Württemberg:
http://www.lehrereinstellung-bw.de
93
Fazit
Wer sehr gern und aus Überzeugung Lehrer bzw. Lehrerin werden möchte, sollte eine
Stelle finden, wenn z.B. auch die Bereitschaft gegeben ist, für ein paar Jahre im
Angestelltenverhältnis an einer Privatschule, auch außerhalb Baden-Württembergs, zu
arbeiten. Wer wenig gesuchte Fächer studiert, sollte allerdings auch mögliche
Alternativen schon während des Studiums ins Auge fassen.
94
Persönliche Eignung
19 Persönliche Eignung
Mit
pädagogischen,
individualpsychologischen,
arbeitspsychologischen
und
berufssoziologischen Untersuchungen zum Lehrerberuf lässt sich eine Bibliothek füllen.
Der Beruf des Lehrers bzw. der Lehrerin wird in großer Zahl ausgeübt. So gab es im Jahr
2002 in Baden-Württemberg 126.344 Lehrer an öffentlichen oder privaten Schulen
(davon 60.520 Vollzeit).
Andererseits ist der Anteil der Lehrer, die frühpensioniert werden, höher als in anderen
Beamtengruppen. Bei ca. 30% der vorzeitig pensionierten Lehrer erfolgt der vorzeitige
Ruhestand wegen psychischer oder psychiatrischer Erkrankungen. Hieraus wird deutlich:
Der in großer Zahl ausgeübte Lehrerberuf bringt Belastungen mit sich, denen etliche
Personen jedenfalls nicht bis zum Pensionierungsalter gewachsen sind.
Demjenigen oder derjenigen, welche(r) beabsichtigt, Lehrer/-in zu werden, stellt sich also
die Frage, ob er oder sie von der Persönlichkeit her wohl für diesen Beruf „auf
Lebenszeit“ geeignet ist. Das Interesse an einem relativ hohen Einkommen, Schutz vor
Arbeitslosigkeit und die „vielen Ferien“ (ca. 60 Werktage im Jahr) allein reichen nicht aus,
um in diesem Beruf dauerhaft zu bestehen und zufrieden zu sein. Im Gegenteil: Es hat
sich gezeigt, dass nicht nur ein idealistisches Über-Engagement ein Risiko darstellt,
sondern auch die Vorstellung, man könne sich möglicherweise mit einem geringen
Engagement an der Schule durchlavieren. Die Folge einer solchen Strategie ist eine
dauerhafte Unzufriedenheit.
Selbstverständlich kann hier kein Eignungstest für zukünftige Lehrer/-innen angeboten
werden. Außerdem kann sich jeder Mensch in unterschiedlichen Richtungen
weiterentwickeln. Aber folgende Hinweise zum Lehrerberuf könnten ggf. hilfreich sein bei
der Überprüfung der eigenen Berufswahl:
Vielfalt von Tätigkeiten
Zu den Aufgaben von Lehrern gehören nicht nur das Unterrichten, Erziehen und Beraten
von Schülern, sondern auch die Bereitschaft zur Teilnahme an Veränderungsprozessen
an der Schule und im Schulsystem. Es sind also auch organisatorische Fähigkeiten
gefragt; des Weiteren die Bereitschaft zu moderieren, zu führen und mit anderen zu
kooperieren.
Vielfalt von Bezügen
Der Lehrer bzw. die Lehrerin steht in einer großen Vielfalt von personellen, institutionellen
und normativen Bezügen, die nicht selten widersprüchlicher Art sind.
Das beginnt schon mit der Institution Schule. Hier wird täglich vom Lehrer eine
Dienstleistung für die Schüler erbracht, ohne dass beide Seiten sich normalerweise
ausgesucht
hätten.
Eine
solche
Konstellation
kommt
in
unserer
„Dienstleistungsgesellschaft“ sonst praktisch nicht vor. „Unter einen Hut zu bringen“ sind
außerdem: Lehrplan, rechtliche Vorgaben, unterschiedliche Schüler, Eltern, Kollegen,
eigene Ideale und Werte, und nicht zuletzt: unterschiedliche Ansprüche der Gesellschaft,
aus welcher regelmäßig neue und teilweise geradezu gegensätzliche Forderungen an die
95
Schule gestellt werden. Der Lehrer bzw. die Lehrerin ist in ganz außerordentlicher Weise
ein Vermittler zwischen unterschiedlichen Ansprüchen und Aufgaben.
Aus den hier herausgestellten Mannigfaltigkeiten ergibt sich, dass das Bedürfnis nach
ausgesprochen starker Eindeutigkeit bzw. auch ein Hang zu rigider Einseitigkeit keine
guten Voraussetzungen für den Lehrerberuf sind. Ein guter Lehrer gleicht wohl eher
einem Straßenmusikanten, der fünf Instrumente gleichzeitig spielt, als einem Virtuosen,
der nur ein einziges Instrument perfekt spielt. Entsprechend hätte ein Lehrer, der sich nur
an der „Spitzenleistung“ orientierte, seinen Beruf wohl verfehlt.
Jetzt ließe sich noch viel über die schönen Seiten des Lehrerberufs sagen, aber bei der
gebotenen Kürze sollen hier nur ein paar Sätze hingeschrieben werden, die dazu
anregen mögen, Persönlichkeitseigenschaften aufzuspüren, welche die Wahl des
Lehrerberufs als problematisch erscheinen lassen. Diese Anregungen erreichen ihren
Zweck vollkommen, wenn der eine sich bestätigt fühlt, der andere Anlass findet, den
Berufswunsch Lehrer/-in noch einmal zu überdenken.
•
Am liebsten bin ich für mich allein oder nur mit wenigen Freunden zusammen.
Warum sollte ich mich dann ausgerechnet vor einer Schulklasse wohl fühlen?
•
Kinder und Jugendliche mag ich nicht besonders. Dann sollte ich nicht
Gymnasiallehrer werden.
•
Bei aller Bescheidenheit: Ich bin schon ein kluges Köpfchen. Wenn ich keine
Freude daran habe, andere – auch weniger kluge Köpfe/weniger begabte
Mathematiker/weniger musikalische Personen usw. – voran zu bringen, dann
habe ich den Beruf verfehlt. Ein Lehrer ist kein Coach für Spitzenleistungen –
jedenfalls nicht in erster Linie.
•
Wer keine Geduld hat, dem werden alle „langsamen Lerner“ zur Qual. Das gilt
auch umgekehrt: Ein gutwilliger Schüler, der Angst vor der Ungeduld des Lehrers
hat, lernt nicht gut.
•
Ich schließe mich gern anderen an und übernehme zuverlässig Aufgaben, aber
die Initiative zu ergreifen – das ist nicht meine Sache. Lehrer zu sein ist eine
Führungsaufgabe.
•
Konflikte lassen sich vermeiden, wenn man aushandelt statt vorschreibt. Dann
muss man aber auch dafür Sorge tragen, dass das, was ausgehandelt wurde,
eingehalten wird. Das wird mit Sicherheit von Schülern „getestet“. Konfliktfähigkeit
und Durchsetzungsfähigkeit ist dann gefragt.
•
Ein Lehrer soll kein eitler Selbstdarsteller sein. Dafür muss er/sie aber ein
Darsteller sein: der Sache und der Lehrerrolle, die andere von ihm erwarten.
•
Ich brauche eine deutlich ausgesprochene Anerkennung meines Einsatzes - am
besten von einem starken, väterlichen Chef. Leider ist man an unseren Schulen
96
Persönliche Eignung
meistens noch sehr auf sich allein gestellt. Es gibt da keinen anerkennenden,
väterlichen Abteilungsleiter.
•
Ein böses Wort, eine Gemeinheit, eine Ungerechtigkeit treffen mich so stark, dass
ich das über Monate nicht abschütteln und nicht vergessen kann. Einzelne
SchülerInnen können – vor allem in einem gewissen Alter – nicht nur sehr kritisch,
sondern auch sehr verletzend sein. Das kann auf keinen Fall heißen, dass man
sich das gefallen lässt. Aber man muss es wissen und zu einer angemessenen
Reaktion in der Lage sein. Ach ja: Und die Eltern sind auch nicht immer einfach.
Es lässt sich bei Studienbeginn wohl kaum vorhersagen, ob jemand ein „guter
Lehrer“ bzw. eine „gute Lehrerin“ werden wird. Für denjenigen/diejenige, der/die sich in
dieser Hinsicht erproben will, ist es sinnvoll,
1. unterrichtliche Tätigkeiten auszuprobieren (z.B. Nachhilfeunterricht) und
2. Erfahrungen im Umgang mit Gruppen und Gruppenleitung zu machen
(Jugendarbeit, Ferienlager u.ä.).
Wer in diesen Bereichen gute Erfahrungen gemacht hat, sollte dieses durchaus als eine
starke Bestätigung für die Wahl des Lehrerberufs ansehen.
Tests zur Selbsterkundung siehe Abschnitt 21.1
97
20 Lehrergehälter
Die im Folgenden angegebenen Bezüge sind monatliche Netto-Bezüge
(Auszahlungsbeträge). Alle Angaben auf dieser Seite wurden durchgerechnet vom
Landesamt für Besoldung und Versorgung, Baden-Württemberg.
Am 01. August 2011 hatten in der Stadt Karlsruhe die Bezüge eines verbeamteten
Lehrers bzw. einer Lehrerin mit erstem und zweitem Staatsexamen die unten
angegebene Höhe, wenn der Lehrer/die Lehrerin zu diesem Zeitpunkt 30 Jahre alt, ledig,
ohne Kinder, seit 3 Jahren im Schuldienst tätig war (Lohnsteuerklasse 1, mit
Kirchensteuerabzug):
Lehramt an
Besoldungsgruppe
Bezüge, Netto
Grund- und Hauptschulen
A 12
2.532,35 €
Realschulen
A 13
2.765,56 €
Sonderschulen
Gymnasien, Studienassessor
Berufliche Schulen
wie Realschulen
A 13
2.812,78 €
wie Gymnasien
Zum Vergleich: Angestellter
Ein(e)
Lehrer/-in
im
Höheren
Schuldienst
an
Gymnasien
erhielt
im
Angestelltenverhältnis (Entgeltgruppe E 13) unter ansonsten gleichen Bedingungen
(erstes und zweites Staatsexamen, 1. August 2011, 30 Jahre usw.) für dieselbe Arbeit
netto ausgezahlt: 2027,17 €.
Hinzu kommt eine zusätzliche, einmalige Sonderzahlung im November
(„Weihnachtsgeld“). Zur Differenzierung: siehe weiter unten bei „Erläuterungen“.
Die Arbeitszeit eines Beamten ist zwar um eine Stunde höher als beim Angestellten, die
tatsächliche Unterrichtsverpflichtung an den Schulen (Lehrdeputat) ist aber für beide
Gruppen dieselbe.
98
Lehrergehälter
Die
Netto-Bezüge
eines/einer
Lehreranwärters/
Lehreranwärterin
(Referendars/Referendarin, Beamter auf Widerruf) erreichten am 01. August 2011
folgende Höhe, wenn die Person zu diesem Zeitpunkt 25 Jahre alt, ledig, ohne Kind war:
Lehramt an
Bezüge, Netto
Grund- und Hauptschulen
1.109,57 €
Realschulen
1.135,13 €
Sonderschulen
Gymnasien, Studienreferendar
Berufliche Schulen
wie Realschulen
1.162,98 €
wie Gymnasien
99
1. Vergleich angestellter/verbeamteter Lehrer
Die unterschiedlichen monatlichen Brutto- und Netto-Gehälter des verbeamteten und des
angestellten dreißigjährigen Lehrers entstehen folgendermaßen:
Angestellter E13
Beamter A 13
3639,51 Euro
Grundgehalt +Stellenzulage:
3730,89 Euro
- Lohnsteuer
-683,75 Euro
-808,91 Euro
- Solizuschlag
-37,60 Euro
-44,49 Euro
- Kirchensteuer
-54,70 Euro
-64,71 Euro
- Krankenversicherung
(gesetzlich)
-304,42 Euro
Keine gesetzliche
Krankenversicherung*
Brutto
- Pflegeversicherung
-45,48 Euro
0,00 Euro
- Rentenversicherung
-378,07 Euro
0,00 Euro
- Arbeitslosenversicherung
-57,00 Euro
0,00 Euro
- Zusatzversorgung*
-51,32 Euro
0,00 Euro
2027,17 Euro
2812,78 Euro
Nettoverdienst monatlich
+ Weihnachtsgeld (netto)
umgelegt auf den
Monatsverdienst*
+ 68,53 Euro
Monatlicher Nettoverdienst unter Berücksichtigung des
Weihnachtsgeldes
2095,70 Euro
Differenz monatlicher Netto-Verdienst:
- private Krankenversicherung
einschließlich
Pflegeversicherung (fünfzig
Prozent)* :
- 241,77 Euro
Monatlicher Nettoverdienst
unter Berücksichtigung des
privaten Kranken- und
Pflegeversicherungsanteils:
2571,01 Euro
+ 475,31 Euro
100
Lehrergehälter
* Erläuterungen zur Tabelle:
Angestellter:
Zusatzversorgung: Es handelt sich hier um eine zusätzliche betriebliche Altersversorgung auf
Kapitalbasis, zu der sowohl der Angestellte selbst wie der Arbeitgeber einen Beitrag leisten, um
das Niveau der Altersbezüge aus der gesetzlichen Rentenversicherung anzuheben.
Weihnachtsgeld: Im November 2011 erhielt der Angestellte noch eine einmalige
Jahressonderzahlung („Weihnachtsgeld“) in Höhe von 1.819,76 Euro brutto bzw. 822,35 € netto.
Auf den Einzelmonat umgelegt, sind das 822,35 / 12 = 68,53 Euro.
Arbeitgeberbeiträge: Die Summe der monatlichen Versicherungsbeiträge belaufen sich beim
Angestellten auf: 784,65 (gesetzl. Sozialvers.) + 51,32 (Zusatzversorgung) = 835,97 Euro.
Der Arbeitgeber trägt die andere Hälfte der Sozialversicherung und leistet außerdem einen
deutlich höheren Beitrag als der Arbeitnehmer zur Zusatzversorgung (u.a., weil hier noch einmal
Steuern
fällig
werden).
Der
Angestellte
kostet
den
Arbeitgeber
tatsächlich:
3639,51 Euro Brutto-Gehalt + 742,28 Euro AG-Anteil Sozialvers. + 389,09 Euro AG-Anteil
Zusatzversorgung = 4770,88 Euro Zahlungen des Arbeitgebers pro Monat.
Beamter:
Die Beamten zahlen keine Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung und auch
keine Beiträge zu einer Zusatzversorgung, weil die Pensionen direkt vom Staat (Steuerzahler)
getragen werden und weil sie als Beamte auf Lebenszeit nicht arbeitslos werden können.
Krankenversicherung: Der Arbeitgeber übernimmt über die „Beihilfe“ nur die Hälfte der
Krankheitskosten. Die andere Hälfte müssen Beamte privat versichern. Bei der größten deutschen
Versicherungsgesellschaft kostete diese hälftige Versicherung (einschließlich Pflegeversicherung)
am 24. 01. 2012 für einen dreißigjährigen, verbeamteten Lehrer 241,77 €. Als Privatpatient erhält
dieser Beamte dann deutlich mehr Leistungen als der gesetzlich versicherte Angestellte.
Ergebnis
Ein 30-jähriger, verbeamteter Gymnasiallehrer kam im August 2011 auf ein
monatliches Nettogehalt ( d.h.: nach Steuern, Sozialversicherung und
Zusatzversorgung), das um 475 Euro über dem seines angestellten Kollegen lag.5
Gehen die beiden Personen dann in den Ruhestand, hat der Beamte außerdem
eine höhere Pension, die dann direkt vom Staat (Steuerzahler) bezahlt wird.
Gymnasiallehrer im Vergleich zu anderen Lehrern
Der Gehaltsabstand des Gymnasiallehrers gegenüber Grund-, Haupt- und vor allem
Realschullehrern ist zunächst nicht so groß. Allerdings erhöht sich dieser Abstand im Lauf
der Zeit, da bei Gymnasiallehrern eine Regelbeförderung nach A 14 vorgesehen ist und
weitere Aufstiegsmöglichkeiten bis nach A 16 bestehen. Der Gehaltsabstand zu einem
angestellten Lehrer (Nr. 1) erhöht sich dann noch.
5
Falls beide Lehrer weitere 35 Jahre zu gleichen Konditionen bis zur Pensionierung arbeiten und bei
Annahme eines Kalkulationszinses von 4 Prozent, summiert sich der Einkommensvorteil des Beamten auf
rund 420.000 Euro. Man kann einen wesentlichen Grund für den Unterschied beim ausgezahlten Gehalt
zwischen Beamten und Angestellten auch folgendermaßen erklären: Während ein Angestellter und sein
Arbeitgeber einen relativ hohen (und wachsenden) Anteil des Lohnes für die Versorgung der gegenwärtig
lebenden Rentner aufzubringen hat, beteiligt sich der Beamte nur mit einem sehr geringen Anteil seines
Einkommens (über einen Anteil der von ihm gezahlten Steuern) an der Versorgung der gegenwärtig
lebenden Pensionäre. Die Diskrepanz in der Netto-Entlohnung der beiden Beschäftigungsformen ist das
Ergebnis einer etwa 20-jährigen Entwicklung.
101
Internationaler Vergleich
Aus einer Erhebung der OECD ergibt sich, dass das Jahreseinkommen eines deutschen
Lehrers/einer deutschen Lehrerin (Sekundarstufe 1) im Jahr 2009 – in Dollar gemessen –
weltweit nach Luxemburg und der Schweiz an dritter Stelle lag. Bei Berufseinsteigern ist
das deutsche Lehrergehalt Weltspitze – nur in Luxemburg ist es noch höher.6
Unterschiedliche Arbeitsbelastung
Unter der einheitlichen Bezeichnung „Studienrat/-rätin“ verbergen sich mitunter ganz
erhebliche Unterschiede in der tatsächlichen Arbeitsbelastung. Wer z.B. so genannte
„Korrekturfächer“ (Deutsch, Englisch, Französisch) überwiegend in der Oberstufe
unterrichtet, hat erheblich mehr zu tun, als wer beispielsweise zum zehnten Mal
Mathematik oder Latein vorwiegend in der Unter- und Mittelstufe unterrichtet.
Einmal Lehrer – immer Lehrer“ ???
Die deutsche Sondersituation, dass die Lehrer weitgehend Bildungs-Beamte auf
Lebenszeit sind, macht diesen Beruf für Personen attraktiv, die besonders
sicherheitsbewusst bzw. risikoaversiv sind. In der Vergangenheit hatten außerdem
Beamte, die aus dem Beamtenverhältnis ausschieden, um z.B. als Angestellte einer
anderen Arbeit nachzugehen, erhebliche Einbußen bei der Altersversorgung
hinzunehmen. Es galt daher weitgehend: „Einmal Lehrer – Immer Lehrer“. Die Situation
hat sich seit dem 01. 01. 2011 geändert, weil seit diesem Jahr Beamte in Ba-Wü ihre bis
dahin erworbenen Pensionsansprüche als „Altersgeld“ mitnehmen können, wenn sie
freiwillig das Beamtenverhältnis verlassen und vorher mindestens 5 Jahre darin
gearbeitet haben. Es besteht daher deutlich weniger Anlass, dass sich Interessenten für
den Lehrerberuf davor fürchten, auf Lebenszeit für eine bestimmte Tätigkeit festgelegt zu
sein. Allerdings ist zu vermuten, dass die Bereitschaft, evtl. im Laufe der Zeit auch noch
einmal einen anderen Beruf zu ergreifen, nicht sehr hoch sein wird, so lange die großen
Netto-Gehaltsunterschiede zwischen Angestellten und Beamten bestehen bleiben und
die Pensionsansprüche von Beamten höher sind als die vergleichbarer Angestellter.
Fazit
Wer reich werden will, kann das allein über den Lehrerberuf nicht erreichen. Aber: Das
ausgezahlte Gehalt von baden-württembergischen Lehrer-Beamten am Gymnasium ist
vergleichsweise sehr gut. Das Gehalt eines angestellten Lehrers ist im Vergleich dazu
deutlich schlechter. Der Beamtenstatus ist unter finanziellem und Sicherheitsaspekt
attraktiv. Die Möglichkeiten, aus dem Beamtenverhältnis im Lehrerberuf auszusteigen
und einen anderen Beruf zu ergreifen, haben sich seit dem Jahr 2011 in Ba-Wü unter
finanziellem Gesichtspunkt deutlich verbessert.
6
OECD: Education at a Glance 2011. OECD Indicators. Indicator D3: How much are teachers paid?, S. 406.
Das PDF ist herunterzuladen auf: http://www.oecd.org/dataoecd/61/2/48631582.pdf
102
Informationsmaterial zum Lehramt
21 Informationsmaterial zum Lehramt
21.1 Wahl des Lehrerberufs
Eine Möglichkeit zur Selbsterkundung bietet das von der EU geförderte „Career
Counselling for Teachers“ unter: http://www.cct-germany.de/
Das Land Baden-Württemberg hat diesen Test übernommen und ihn ab dem Jahr 2010
für Studienbewerber für ein Lehramtsstudium verbindlich gemacht. Dafür wurde ein
eigener Web-Auftritt eröffnet, über den auch eine Teilnahmebestätigung für den Test
abgewickelt wird unter: http://www.bw-cct.de/
Eine weitere Möglichkeit der Selbsterkundung bietet der Deutsche Beamtenbund unter:
http://www.dbb.de/fileadmin/pdfs/projekte/lehrerstudie_fragebogen_fit.pdf
21.2 Lehramtsstudium in Deutschland
Einen sehr guten Überblick über die verschiedenen Lehramtsausbildungen in
Deutschland bietet der von verschiedenen Stiftungen initiierte und unterhaltene
http://www.monitor-lehrerbildung.de/
Einen Zugang zu den Servern der Kultusministerien der deutschen Länder bietet:
http://www.bildungsserver.de Dort „Schule“ => „Lehrerbildung“, => „Lehrerausbildung in
den Ländern“
Die schnellste Übersicht über die einzelnen Lehrämter, geordnet nach Bundesländern
bietet: http://www.studienwahl.de Dort „Studieren“ => „Studienfelder“ => “Lehrämter“
Prognosen
zum
Lehrerarbeitsmarkt
in
Deutschland:
http://www.uni-due.de/isa/
Des Weiteren von der Kultusministerkonferenz:
http://www.kmk.org/statistik/schule/statistischeveroeffentlichungenlehrereinstellungsbedarf-und-angebot.html
21.3 Lehramtsstudium in Baden-Württemberg
Informationen über das Studium des gymnasialen Lehramts in Baden-Württemberg sind
zu finden unter: http://www.studieninfo-bw.de
Speziell zum Lehramt sind die Informationen – samt Merkblättern – zu finden auf der
Seite
des
Kultusministeriums:
http://www.kultusportal-bw.de
Dort
„Beruf
Lehrerin/Lehrer“ => „Berufsziel Lehrerin und Lehrer“
Die relevante Prüfungsordnung heißt: Verordnung des Kultusministeriums über die Erste
Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien (Gymnasiallehrerprüfungsordnung I) vom
31. Juli 2009.
103
Die Prüfungsordnungen sind im Internet zu finden unter: http://www.llpa-bw.de Dort
„Ausbildungsund
Prüfungsordnungen“
=>
„Erste
Staatsprüfungen“.
Es ist zu empfehlen, sich die bei Studienbeginn gültige Fassung auszudrucken und
aufzuheben.
21.4 Lehramtsstudium am KIT
21.4.1 Auswahlsatzungen
In Fächern mit Zulassungsbeschränkungen erfolgt die Auswahl der Bewerber teilweise
unter Leistungsgesichtspunkten. Die Kriterien werden festgelegt in einer „Satzung … für
das hochschuleigene Auswahlverfahren in dem Studiengang ...“. Diese Satzungen
werden als Amtliche Bekanntmachung des KIT unter folgender Adresse veröffentlicht:
http://www.sle.kit.edu/amtlicheBekanntmachungen.php
Schneller und einfacher zugänglich sind die jeweils aktuellen Auswahlsatzungen auf
folgendem Weg: Gehen Sie auf die Lehramtsseiten des KIT:
http://www.sle.kit.edu/vorstudium/lehramt.php
Dort gehen Sie zum jeweiligen Fach (z.B. Biologie), dort zum Menü-Unterpunkt „Details“.
Scrollen Sie nach unten bis zu dem Kasten „Dokumente zum Thema“.
21.4.2 Informationsschriften und Studienpläne zu den einzelnen Studienfächern
Ausführliche, gedruckte Informationsschriften des zib liegen zu den meisten Fächern vor
und können über folgende Adresse auch als PDF heruntergeladen werden:
http://www.sle.kit.edu/vorstudium/informationsbroschueren.php
Für das Fach Sport existiert eine derartige Informationsschrift allerdings nicht.
Stattdessen muss direkt auf den Web-Auftritt des Sportinstituts verwiesen werden:
http://www.sport.kit.edu/
21.4.3 Studien- und Prüfungsordnung (SPO) des KIT
Für das Studium nach der GymPO I von 2009 ist eine „Studien- und Prüfungsordnung
des Karlsruher Instituts für Technologie für den Studiengang Lehramt an Gymnasien vom
06. Februar 2012“ (SPO) sowie eine Satzung zur Änderung dieser Ordnung vom 23.
0ktober 2013 veröffentlicht worden. Diese beiden Satzungen sind in elektronischer Form
zu finden bei den „Amtlichen Bekanntmachungen“ des KIT
http://www.sle.kit.edu/amtlicheBekanntmachungen.php
Dort Studien- und Prüfungsordnung: „Jahr 2012“ => „Nr. 02“ oder
http://www.sle.kit.edu/amtlicheBekanntmachungen2012_3827.php
Änderungssatzung:
„Jahr
2013“
=>
„Nr.
http://www.sle.kit.edu/amtlicheBekanntmachungen_4893.php
37“
oder:
104
21.4.4 Vorlesungsverzeichnis des KIT
https://studium.kit.edu/meineuniversitaet/Seiten/vorlesungsverzeichnis.aspx
21.4.5 Ethisch-Philosophisches Grundlagenstudium:
http://www.philosophie.uni-karlsruhe.de/
=>„Studium und Lehre“ => „Studiengänge“ =>„EPG“
Landesweite Koordinierungsstelle EPG:
http://www.izew.uni-tuebingen.de/lehre-ethisch-philosophisches-grundlagenstudiumepg.html
21.4.6 Bildungswissenschaftliches Begleitstudium
Informationen, insbesondere ein lehramtsspezifisches Vorlesungsverzeichnis, sind zu
finden unter: http://www.paedagogik.uni-karlsruhe.de/
=> „Studium und Lehre“
21.4.7 Module Personale Kompetenzen
Die entsprechenden Lehrveranstaltungen werden angeboten vom House of Competence
(HoC): http://www.hoc.kit.edu/
=> Schlüsselqualifikationen => „Lehrangebot“ => „MPK“
21.4.8 Praxissemester
an allgemein-bildenden Gymnasien:
http://www.gym.seminar-karlsruhe.de/ => „Praxissemester“ => „Studierende“
Für Studierende aus Karlsruhe ebenfalls interessant das Seminar in Heidelberg:
http://gym.seminar-heidelberg.de => „Praxissemester“
an berufsbildenden Gymnasien:
http://www.bs.seminar-karlsruhe.de/ => „Praxissemester“
Online-Anmeldung zum Praxissemester:
http://www.praxissemester-bw.de
21.4.9 Erstes Staatsexamen
http://www.llpa-bw.de => „Ausbildungs- und Prüfungsordnungen“
21.4.10 Referendariat
http://www.gym.seminar-karlsruhe.de/ => „Referendariat“
•
•
•
Einstellung in den Referendardienst:
http://www.lehrereinstellung-bw.de
Vorbereitungsdienste
105
21.5 Sonstiges
21.5.1 Unterrichten im Ausland
•
http://www.auslandsschulwesen.de/ (Zentralstelle f. das Auslandsschulwesen
•
http://www.vdlia.de/
•
http://www.kmk.org/pad/home.htm (Pädagogischer Austauschdienst)
(Verband deutscher Lehrer im Ausland)
21.5.2 Privatschulen in Deutschland
•
http://www.privatschulen.de/ (Bundesverband Deutscher Privatschulen)
•
http://www.vdp-bw.de/ (Landesverband Baden-Württemberg)
21.5.3 Lehrereinstellung in Baden-Württemberg
•
http://www.lehrereinstellung-bw.de
106
Beratung
22 Beratung
Für alle im Folgenden genannten Institutionen des Karlsruher Instituts für Technologie gilt
die folgende Postadresse:
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Campus Süd
Name des Instituts
Postfach 6980
76049 Karlsruhe
22.1 Übergreifende Beratung zum Lehramtsstudium
23.1.1 Zentrale Studienberatung (zib)
Allgemeine Studienberatung und Information Das Zentrum für Information und
Beratung (zib) bietet:
•
Einzelgespräche für Studieninteressierte und für Studierende zu Themen wie
Studienfachwahl, Fachwechsel, Bewerbung, Studienfinanzierung und Gestaltung
des Studiums,
•
Besprechung kürzerer Anfragen telefonisch oder per E-mail
•
Informationsveranstaltungen zu bestimmten Studienrichtungen, Workshops
zur Studienentscheidung zum Thema Lernen und Studienorganisation,
siehe Veranstaltungskalender:
http://www.sle.kit.edu/vorstudium/veranstaltungen.php
•
Die Präsenzbibliothek mit ihrer reichhaltigen Literatur zu Studium und Beruf
kann während der Öffnungszeiten des zib in Anspruch genommen werden.
•
Informationsbroschüren zu Studiengängen und allgemeinen Fragen des
Studiums .
Adresse etc. siehe folgende Seite.
107
Die Beratung ist kostenlos und kann auf Wunsch auch anonym erfolgen.
Ort
KIT, Engelbert-Arnold-Str. 2, Gebäude Nr. 11.30,
Postadresse: 76131 Karlsruhe, Kaiserstr. 12
Die Rückseite des Gebäudes grenzt an den „Ehrenhof“.
Telefon
Infothek: Kurzinformationen, Terminvereinbarung: 0721/608-44930
Öffnungszeiten
Mo
Di, Do, Fr
Mi
9.00 - 17.00 Uhr
9.00 - 12.00 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr
kein Publikumsverkehr
Beratungstermine: ca. einstündig, nach Vereinbarung,
auch telefonische Beratungstermine möglich,
Einzelberatung
Beratungstermine: ca. einstündig, nach Vereinbarung, auch
telefonische Beratungstermine möglich,
offene Beratung: ca. 20-minütig, dienstags von 14 – 16.30 Uhr, ohne
Terminvereinbarung
E-Mail
info@zib.kit.edu
Internet
http://www.sle.kit.edu/vorstudium/zib.php
Berater
Für das Lehramt: Christoph Müller
c.mueller@kit.edu
22.1.2 Zentrum für Lehrerbildung (ZLB)
Das Zentrum für Lehrerbildung bietet Beratung und Unterstützung bei
•
•
•
der individuellen Studienorganisation;
Planung der Abschlussprüfung (erstes Staatsexamen), einschließlich Formalitätet
Fragen zum Vorbereitungsdienst und Einstellung in den Schuldienst.
Dr. Axel Schnur, Geschäftsführer
Sprechstunden:
Die aktuellen Sprechstunden entnehmen Sie bitte der Internetseite des ZLB, siehe unten.
House of Competence (HoC), Straße am Forum 3, Geb. 30.96, 1. Stock, Zi. 114
Tel.:
+49 721 608 45750
Fax:
+49 721 608 45434
108
Beratung
zlb@hoc.kit.edu
http://www.hoc.kit.edu/lehrerbildung.php
Mail:
Internet:
22.1.3 Studentische Initiative „Lehramt@KIT – Forum für Lehramtsstudierende"
Im Jahr 2013 hat sich eine Initiative von Lehramtsstudierenden des KIT gegründet, die
auch Studierende berät. Führend sind daran auch die studentischen Mitglieder der
Senatskommission für die Lehrerbildung beteiligt.
Die Mitglieder dieser Initiative treffen sich an jedem zweiten Mittwoch eines Monats um
19.00 Uhr im Studentenzentrum Z 10 ( http://www.z10.info/ )
Internet: http://www.usta.de/wiki/lehramt
Sprechstunde: Mi 13-14 Uhr im Beratungszimmer des AStA (Mensagebäude)
22.2 Bewerbungsformalitäten
Zuständig ist das Studienbüro des KIT.
Über die zuständigen Personen, Öffnungszeiten und Telefonnummern informieren
http://www.sle.kit.edu/imstudium/organisatorisches.php und
http://www.sle.kit.edu/wirueberuns/studierendenservice.php
22.3 Beratung in den Fächern
Biologie
Dr.
Joachim
Bentrop
E-Mail
Telefon
0721/608-
Ort
Zeit
Berater
Fach
Empfehlung: Melden Sie sich zu einer Sprechstunde per Telefon oder Mail an und
überprüfen Sie bei dieser Gelegenheit die hier angegebenen Sprechzeiten!
Siehe
Haid- und Neu-Str.
joachim.bentrop@kit.edu
Webseite 9, im Gebäude des
unten
Max-RubnerInstituts
-43353
Geb.nr. 07.30
Raum 2 o1 027
Chemie
Website: http://www.biologie.kit.edu/21_55.php
Dr. Axel
Gbureck
Prof. Dr.
Michael
Meier
Anorganische
Chemie Geb.nr.
Siehe
30.45
Webseite Organische
unten
Chemie Geb.nr.
30.45
48368
axel.gbureck@kit.edu
m.a.r.meier@kit.edu
-48326
E-Mail
Telefon
0721/608-
Ort
Zeit
Berater
Fach
109
Deutsch
Website Meier:
http://www.ioc.kit.edu/21_262.php oder http://www.meier-michael.com/
Website Gbureck:
https://www.chem-bio.kit.edu/13_173.php
Prof. Dr.
Stefan
Scherer
Siehe
Institut f. LiteraWebseite turwissenschaft
unten
Geb.nr. 30.91
-45395 Stefan.Scherer@kit.edu
Geographie
Website: https://www.geistsoz.kit.edu/germanistik/1387_1456.php
Angelika
Hoppe
Siehe
Institut f.
Webseite Geographie u.
unten
Geoökol. II,
Geb.nr.10.50
Raum 813
-43797 angelika.hoppe@kit.edu
Mathematik
Website: http://www.ifgg.kit.edu/gesellschaft/mitarbeiter_hoppe.php
Grundstudium:
Dr. Ingrid
Lenhardt
Siehe
Allianz-Gebäude
Webseite am Kronenplatz
unten
(Gebäude Nr.
05.20)
Kaiserstr. 89-93
-42728 Ingrid.lenhardt@kit.edu
42050
Kirsch@math.unikarlsruhe.de
Hauptstudium
Prof. Dr.
Andreas
Kirsch
Website: http://www.math.kit.edu/ianm1/~lenhardt/
http://www.math.kit.edu/iag1/~kirsch/
und
Naturwissenschaft und Technik
Dr. Ines
Schulze
Physik
E-Mail
Siehe
Zentrum f. Lehrer- -44739 Ines.schulze@kit.edu
Webseite bildung Raum: 87,
unten
Engesserstr. 6
(geb. 20.52, 3.
OG)
Website: http://www.hoc.kit.edu/personen_2438.php
Dr. Antje Siehe
Gerthsen Hörsaal
Bergmann Webseite Gebäude (30.21),
unten
Raum 2.01
-47643 bergmann@tfp.unikarlsruhe.de
Website. http://www.physik.kit.edu/Studium/Studienberatung/
Berthold
Kremer
Sport
Telefon
0721/608-
Ort
Zeit
Berater
Beratung
Fach
110
Siehe
Sportinstitut
Webseite Zi 216
unten
Geb.nr. 40.40
-43230 kremer@kit.edu
Website: http://www.sport.kit.edu/Personal_Berthold_Kremer.php
111
Module Personale
Kompetenzen
Eth.-phi-los.
Grundlagenstudium
Bildungswissenschaftliches
Begleitstudium
Prof. Dr.
Siehe
Jürgen Rekus Webseite
unten
Institut für
Pädagogik,
Westhochschule, Hertzstr. 16,
Geb. Nr. 06.41
Sportgebäude
40.40, R. -115
E-Mail
Telefon
0721/608-
Ort
Zeit
Berater
Fach
22.4 Beratung in Pädagogik, EPG, MPK
-43393 juergen.rekus@kit.edu
Website: http://www.paedagogik.uni-karlsruhe.de/290_345.php
Prof. Dr.
Matthias
Maring
Siehe
Webseite
unten
Institut f.
Philosophie,
Geb.nr. 20.12
Zi 003.1
-46918 Matthias.Maring@kit.e
du
Website: http://www.philosophie.kit.edu/mitarbeiter_261.php
Prof. Dr.
Ulrich EbnerPriemer
Ort und Zeit über das
Sekretariat vereinbaren
unter:
608-47150
-42610 ulrich.ebnerpriemer@kit.edu
Website: http://www.hoc.kit.edu/personen_ebner-priemer.php
112
Beratung
22.5 Anerkennung von Studienleistungen
22.5.1
Anerkennung
von
Studienleistungen
in den Fächern Biologie, Chemie, Deutsch, Geographie, Mathematik und Sport sind die
Personen, die für die Fachstudienberatung zuständig sind ( Abschnitt 22.3) auch für die
Anerkennung von Studienleistungen zuständig. Dasselbe gilt für die Pädagogischen
Studien und das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium.
Naturwissenschaft u.
Technik
Geographie
Prof. Dr.
Caroline
Kramer
-43728
E-Mail
Telefon
0721/608-4
Ort
Siehe
Institut f.
Webseite Geographie,
unten
Geb.nr.10.50,
Raum 801/802
Caroline.Kramer
@kit.edu
Website: http://www.ifgg.kit.edu/gesellschaft/mitarbeiter_kramer.php
Formal ist zuständig der jeweilige Studiendekan der Fakultät für
Chemieingenieurwesen und Verfahrenstechnik , zu finden über:
http://www.ciw.kit.edu/dekanat.php
nach vorheriger Beratung durch den Fachstudienberater, siehe Abschnitt
22.3.
Prof. Dr.
Günter Quast
Physik
Zeit
Berater
Fach
In den folgenden Fächern gibt es eigene Zuständigkeiten für die Anerkennung von
Studienleistungen:
Siehe
Webseite
unten
Physikhochhaus, - 47036
Geb.nr. 30.23,
Raum 9.5
Website: http://www-ekp.physik.uni-karlsruhe.de/~quast/
g.quast@kit.edu
113
22.5.2 Anerkennung Zwischenprüfung
Prüfungsausschuss für das Lehramt am KIT
Vorsitzender:
Zeit:
Ort:
Tel.:
Mail:
Internet:
Prof. Dr. Andreas Kirsch
Mi 09.00 – 10.00 Uhr u. n. Vereinbarung
Institut f. Algebra und Geometrie,
Allianz-Gebäude am Kronenplatz
(Gebäude Nr. 05.20) Kaiserstr. 89-93, Zi. 4B-05
0721 / 608-42050,
andreas.kirsch@kit.edu
http://www.math.kit.edu/iag1/~kirsch/
22.5.3 Anerkennung für das Staatsexamen
siehe 22.8.
22.6 Praxissemester , Orientierungspraktikum, Referendariat
StD Professor Manfred Berberich
Zeit:
nach Vereinbarung, Anmeldung über: Staatliches
Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Gymnasien) oder
über E-Mail
Ort:
Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung
Jahnstraße 4
76133 Karlsruhe
Tel.:
0721 / 925-5700
Mail:
manfred.berberich@lehrer.uni-karlsruhe.de
Internet:
www.seminare-bw.de => „Gymnasien“
=> Kasten rechts: „Karlsruhe“
22.7 Betriebs- und Sozialpraktikum
Regierungspräsidium Karlsruhe
Abteilung 7 – Schule und Bildung, Referat 73
Besucheradresse: Hebelstraße 2
Postadresse: 76247 Karlsruhe, Postfach
Zuständig sind
für Buchstabe A-D
Frau Manuela Vogel
Tel:: 0721 / 926-4403
E-Mail: manuela.vogel@rpk.bwl.de
für Buchstabe I-Z
Herr Christoph Winter
Tel.: 0721 / 926-4662
E-Mail: christoph.winter@rpk.bwl.de
Web-Seite:
https://www.lehrer-online-bw.de/len/781721
114
Beratung
22.8 Erstes Staatsexamen
Beratung und Anerkennung von Prüfungsleistungen Landeslehrerprüfungsamt des
Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, Außenstelle beim
Regierungspräsidium Karlsruhe
Postadresse
Postfach
76247 Karlsruhe
Besucheradresse
Hebelstraße 2, 3. OG
76131 Karlsruhe
Berater:
StR Patrick Krätz
Tel.:
Zeit:
E-Mail:
0721 / 926 45 10
Nach Vereinbarung
patrick.kraetz@rpk.bwl.de
Internet: http://www.kultusportal-bw.de/servlet/PB/menu/1188056/index.html
Kontakt
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Campus Süd
Zentrum für Information und Beratung
(zib)
Engelbert-Arnold-Str. 2
76131 Karlsruhe
Fon (0721) 608-44930
E-Mail: info@zib.kit.edu
www.zib.kit.edu
Herausgeber
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Campus Süd
Kaiserstraße 12
76131 Karlsruhe
Stand Februar 2015
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