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Lernort - Hessisches Landesmuseum

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Hessisches
Landesmuseum
Darmstadt
Lernort
Titelbild © Samstagsmaler
02
Zur Wiedereröffnung des Hessischen Landesmuseums
Darmstadt stellt die Bildung und Vermittlung ihr umfangreiches Veranstaltungsprogramm für alle öffentlichen
Bildungseinrichtungen vor. Vor allem lenken wir den
Blick auf junge Menschen und bieten ihnen großartige
Möglichkeiten zur Begegnung mit den reichen Beständen
unseres Hauses. Das Museum als »Lernort« kann in einzigartiger Weise durch Betrachtung von Originalen faszinieren, Wissbegier wecken und Kreativität fördern.
Erstmalig ist es gelungen, alle Rundgänge und Workshops
auf die Themen der Museumssammlungen abzustimmen
und mit dem seit 2011 in Kraft getretenen Kerncurriculum
für den Unterricht in Hessen zu verschränken. Allgemeine Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz
lassen sich in konkret formulierte Inhaltsfelder und Kompetenzbereiche gliedern, die den Angeboten zugeordnet
sind. Jedem Vermittlungsprogramm liegt ein methodisches Konzept zugrunde, das Museumspädagoginnen und
-pädagogen entwickelt haben. Neu eingerichtete Pädagogikräume im Untergeschoss des Museumsgebäudes bieten
genügend Platz, sich hier zu entfalten.
Wählen Sie aus der Fülle die für Ihre Gruppen und Klassen
relevanten Veranstaltungen und kommen Sie an einen
außergewöhnlichen Ort.
Auf Ihren baldigen Besuch freuen sich…
Dr. Theo Jülich
Dr. Lutz Fichtner
Museumsdirektor
Leitung Bildung und
Vermittlung
Vorwort
Sehr geehrte Pädagoginnen und Pädagogen,
04
V e r a n s ta lt u n g s p r o g r a m m i m H a u p t g e b ä u d e ,
K i ta u n d V o r s c h u l e ( 5 b i s 6 J a h r e ) 08
K u n s t u n d K u lt u r g e s c h i c h t e Rundgänge mit kreativem Anteil
09
N at u r u n d N at u r g e s c h i c h t e Rundgänge mit kreativem Anteil
10
Grundschule (1.–4. Klasse)
13
K u n s t u n d K u lt u r g e s c h i c h t e Rundgänge mit kreativem Anteil
Workshops
14
N at u r u n d N at u r g e s c h i c h t e Rundgänge mit kreativem Anteil
Workshops
18
Weiterführende Schule
(Hauptschule, Realschule, Gymnasium sowie
Gesamtschule)
22
K u n s t u n d K u lt u r g e s c h i c h t e Rundgänge
Workshops
23
N at u r u n d N at u r g e s c h i c h t e Rundgänge
Workshops
40
Th e at e r i m M u s e u m 50
I n h a lt s v e r z e i c h n i s
F r i e d e n s p l at z 1
V e r a n s ta lt u n g s p r o g r a m m i n d e r Au SS e n s t e l l e
A b t e i l u n g S c h r i f t g u s s , S at z u n d D r u c kv e r fa h r e n , K i r s c h e n a l l e e 8 8
06
K i ta, G r u n d -, W e i t e r f ü h r e n d e S c h u l e Workshops 52
S c h u l d r u c k z e n t r u m (SDZ)
53
Allgemeine Informationen
Lagepläne
Impressum
54
54
55
V e r a n s ta lt u n g e n
im
H au p tg e bäu d e,
F r i e d e n s p l at z 1
© Wolfgang Fuhrmannek, HLMD
Foto © Dagmar Boltze
K i ta u n d V o r schule
5 bis 6 Jahr
08
6
K u n s t u n d K u lt u r g e s c h i c h t e
Rundgänge mit kreativem Anteil
Die Lust an der Farbe
Die Farbe Rot und die Musik
Ist es möglich, Farben mit allen Sinnen wahrzunehmen?
Schnell erkennen die Teilnehmer: »Das ist gar nicht so
einfach!« Sind sie in der Lage, dem Hund Fussel zu helfen?
Zwar kann er sehr gut hören und riechen, aber die
Farbe Rot nicht sehen. Gelingt es, ihn die Farben auf dem
Gemälde »Bildnis in Rot« (1909) von Max Pechstein
mit Musikinstrumenten nachempfinden zu lassen?
Dauer: ca. 90 min
Die Farbe Blau und das Wasser
Unsere Erde wird auch »Blauer Planet« genannt. Warum
ist das wohl so? Das Wasser mit seinen unterschiedlichen Färbungen und Geräuschen in Meeren, Seen und
Flüssen spielt bei dieser Veranstaltung eine bedeutsame
Rolle. Es werden Schwimmtechniken erprobt, seltsam
anmutende Wasserbilder und ein merkwürdig aussehender Frosch entdeckt. Dauer: ca. 90 min
Vorschule
Feuersalamander, Salamandra salamandra
Die Farbe Gelb in der Natur
Gelb ist nicht nur eine besonders schöne, fröhliche Farbe,
sie hat in der Natur auch eine entscheidende Signalfunktion. Viele Blumenblüten leuchten gelb, um Insekten
anzulocken. Der Feuersalamander trägt ebenfalls ein
auffälliges, gelb geflecktes Farbenkleid. Will er damit etwa
andere Tiere anlocken oder abschrecken? Diesen und
anderen Dingen rund um die Farbe Gelb gehen die Teilnehmer hier auf den Grund. Dauer: ca. 90 min
10
Kunstwerke erzählen Geschichten
Ritter Philipp führt etwas im Schilde
Philipp ist mächtig aufgeregt. Bald wird er zum Ritter
geschlagen und darf an seinem ersten Turnier teilnehmen.
Ist er gut genug vorbereitet? Wo sind die Dinge, die er
für diesen Tag benötigt? Nachdem klar ist, was Philipp
»im Schilde führt«, beginnt im Waffensaal des Museums
die Suche nach seiner Ausrüstung. Zum Abschluss
schlüpfen alle in die Rolle der Turnierteilnehmer und
begleiten Philipp an diesem wichtigen Tag.
Dauer: ca. 90 min (max. 12 Kinder)
Rätselhafte Räume –
auf Entdeckungstour im »Block Beuys«
Darf man diese Räume wirklich betreten, oder wird hier
umgebaut?… Alles ist anders im »Block Beuys«. Die
Beschilderung der Werke fehlt. Seltsame Objekte lassen
viel Platz oder stehen im Weg herum. Alle sieben Räume
bieten unerschöpfliche Möglichkeiten des Erkundens.
Ausgerüstet mit einem Plan und dem »Forschungsauftrag«, Tierspuren zu suchen, lüften die Teilnehmer Rätsel
und Geheimnisse. Dauer: ca. 70 min (max. 15 Kinder)
N at u r u n d N at u r g e s c h i c h t e
Rundgänge mit kreativem Anteil
Wilde Tiere vor unserer Haustür
»Ich sehe was, was Du nicht siehst«
– tierische Spurensuche
Durchwühlter Boden, weggeworfenes Bonbonpapier, angenagte Zapfen, Fußabdrücke – das alles sind Spuren,
die viel über ihre Verursacher verraten. Menschenspuren
sind leicht zu erkennen, aber ganz genau hinsehen
muss man bei den Tieren. Gemeinsam begeben sich die
Teilnehmer auf Spurensuche, lernen so verschiedene
Tiere des heimischen Waldes kennen und schreiben am
Ende ihre eigene »Spurengeschichte«. Dauer: ca. 70 min
Flugakrobaten
Nicht nur Vögel können fliegen. Auch Fledermäuse und
viele Insektenarten beherrschen diese Kunst. Was versetzt sie in die Lage, ihr oft fernes Flugziel zu finden sowie
stundenlang in der Luft zu bleiben? Diese und andere
Phänomene rund ums tierische Fliegen werden verständlich erklärt. Danach entstehen eigene Flugobjekte. Ob
sie wohl so gut fliegen können wie die vorgestellten Tiere?
Dauer: ca. 70 min
Tiere der Nacht
Während die Menschen nachts schlafen, sind draußen zahlreiche Tiere unterwegs. Können sie auch ohne Taschenlampe sehr gut sehen? Wie genau orientieren sich z. B.
Eulen und Fledermäuse in der finsteren Nacht? Gemeinsam schwirren die Teilnehmer ins abenteuerliche
Dunkel. Dabei treffen sie seltene Wesen und lernen eine
Menge über die Funktionen ihrer fünf Sinne.
Dauer: ca. 70 min
Reise in die Urzeit
Vorschule
Feldküriss, Flämisch, Brüssel, 1625/26
Der »Panzerfisch« aus der Grube
Mit einer Zeitmaschine reisen die Teilnehmer rund 50
Millionen Jahre zurück und entdecken einen Urzeitfisch.
Sein Schuppenkleid erinnert an die Ritterrüstung in
einem anderen Saal des Museums. Jener »Panzerfisch«
weiß eine Menge aus längst vergangener Zeit (Eozän) zu
erzählen. Er und viele andere Urtiere lebten damals in
einem tropischen Regenwald. Der Ort, ganz in der Nähe
von Darmstadt, ist heute die Fossilienlagerstätte Grube
Messel. Dauer: ca. 90 min
Der Löwe ist los!
Er gilt als besonders stark und mutig. Man nennt ihn auch
den »König der Tiere«. Aber der in der Zoologischen
Sammlung ausgestellte Löwe Panthera leo kann nicht mehr
brüllen oder die Krallen wetzen, denn er ist präpariert
und sitzt hinter Glas. Was bedeutet eigentlich das Wort
»Präpapieren«? Und was hat das alles mit einer gewissen
Familie Seyd zu tun, die auf einem Gemälde zu sehen
ist und vor 150 Jahren im hessischen Michelstadt lebte?
Dauer: ca. 90 min
Reise mit Tieren um die Welt
Kaum zu glauben, dass es hier im Museum ein Tier gibt,
das nachts lebendig wird. Es ist Maki, der kleine Koboldmaki, Tarsius spectrum, der sogar einen Brief geschrieben hat. Darin steht, dass man hier im Museum eine
Weltreise unternehmen kann. Die Teilnehmer besuchen
ferne Kontinente – darunter Afrika, Australien und
den Polarkreis. Gemeinsam erkunden sie dort lebende
Tiere und hören Ungeheuerliches über sie. In Gedanken
reist der Koboldmaki mit. Dauer: ca. 90 min
Naturforscher in vergangener Zeit
Auf Entdeckungsreise
Als das Darmstädter Landesmuseum gebaut wurde, gab
es noch keinen Fernseher oder Computer, geschweige
denn Flugzeuge zum Verreisen. Die einzigen Möglichkeiten, etwas von der Welt zu sehen, waren Bücher,
Zoologische Gärten und Museen. Dort konnten sich alle
Menschen darüber informieren, was Naturforscher in
fernen Ländern unter schwierigen Bedingungen erlebt
und von dort mitgebracht hatten. Zu solch einer Entdeckungsreise in die Vergangenheit brechen die Teilnehmer auf. Ver-gessen dürfen sie auf keinen Fall ihr Forschertagebuch.
Dauer: ca. 90 min
Koboldmaki, Tarsius spectrum
12
Tiere von fernen Kontinenten
Foto © Samstagsmaler
Grundschule
1.– 4 . k l a s s
K u n s t u n d K u lt u r g e s c h i c h t e
Rundgänge mit kreativem Anteil
14
Kunstwerke erzählen Geschichten
Von wilden Wellen und großen Walen (interdisziplinär)
Deutsch- und Leseunterricht 1.–4. Klasse / Kunstunterricht 1.–4. Klasse, Collage und Montage, Malerei und
Graphik / Sachkunde 1.–4. Klasse, Naturphänomene
Mehrere Segelschiffe auf dem Gemälde »Seesturm« (um
1640) von Bonaventura Peeters sind in Seenot geraten,
Matrosen gehen über Bord und klammern sich an Holzbalken fest. Warum sind die Menschen vor vielen
hundert Jahren trotz großer Gefahren immer wieder aufs
Meer hinausgefahren? Und drohte aus dem Wasser vielleicht noch eine andere Gefahr? In der Zoologischen
Sammlung wird nach einem möglichen »Seeungeheuer« gesucht. Im separat dazu buchbaren künstlerischpraktischen Teil dürfen die Teilnehmer ihrer Fantasie
freien Lauf lassen und eigene dämonische Wesen gestalten.
Dauer: ca. 90 min; ca. 120 min (mit künstlerisch-praktischem Teil)
Inhaltsfelder: (interdisziplinär):
Geschichte und Zeitverständnis; Kunstbetrachtung; naturwissenschaftliche Kenntnisse über Wale
Kompetenzbereiche: Wahrnehmen sinnlicher Eindrücke;
Verstehen, Begreifen und Erklären von Bildinhalten;
historische und naturwissenschaftliche Zusammenhänge
in Ansätzen verstehen und einordnen; Teamarbeit bei der
bildnerisch-praktischen Umsetzung
Auf Löwenjagd
– das hessische Landeswappen und der Löwe
Sachkunde 3.–4. Klasse
Auf dem hessischen Landeswappen ist ein sonderbares
Wesen abgebildet: ein gestreifter Löwe, der die Zunge
herausstreckt. Zunächst erfahren die Teilnehmer mehr
über die wechselvolle Entstehungsgeschichte des Landeswappens. Vom heutigen Wappen ausgehend führt sie
der Weg in den Waffensaal und damit in die Zeit der
Landgrafen und Ritter. Später begeben sie sich selbst auf
»Löwenjagd« im Museum. Dauer: ca. 90 min
»Die Elster auf dem Galgen«
Deutsch 3.–4. Klasse / Sachkunde 3.–4. Klasse
Das gleichnamige Gemälde gehört zu den bekanntesten
im Museum, auf dem ein kleiner Vogel eine wichtige
Rolle spielt. In einer klassischen Bildbetrachtung nähern
sich die Teilnehmer dem Werk. Danach üben sie selber
Bildaufbau und -komposition und das ganze ohne Zeichenstift. Dauer: ca. 70 min
Johann Conrad Seekatz, Liegender Löwe, um 1755
Inhaltsfelder: Geschichte und Zeitverständnis; Kunstbetrachtung; Vogelsymbolik
Kompetenzbereiche: Verstehen, Begreifen und Erklären
von Bildinhalten; Gestalten mit einfachsten Mitteln
Grundschule
Inhaltsfelder: Interdisziplinäre Verknüpfung von
Biologie und Geschichte; Leitmotive des Löwen und
dessen Attribute
Kompetenzbereiche: Sozial- und Wissenskompetenz
beim selbständigen Arbeiten in Kleingruppen
16
Spitzenkragen und Leinenhemd – wer sind Eduard
und Franz?
Deutsch 1.–4. Klasse / Kunst 1.–4. Klasse / Sachkunde
1.–4. Klasse
Was der Inhalt einer Truhe und eines Beutels nicht alles
über seinen Besitzer verrät! Mit allen Sinnen durchstöbern die Teilnehmer eine Truhe und einen Beutel, in
denen sich Kleidung und Spielutensilien der Kinder
Eduard und Franz befinden. Sie sammeln Indizien, um
die weit in der Vergangenheit liegenden Lebensumstände
der beiden zu verstehen. Mit den zusammengetragenen
Informationen und Geschichten suchen sie Eduard
und Franz in der Gemäldegalerie und lüften dort die wahre
Identität der Porträtierten. Dauer: ca. 70 min
Inhaltsfelder: Historische Kenntnisse über vergangene
Epochen (z. B. Renaissance); erstes Verständnis für Lebensumstände und Ausprägungen von Kindheit
Kompetenzbereiche: Wahrnehmen mit allen Sinnen;
Vorstellungen mittels einfacher Gegenstände entwickeln;
Begreifen, Erklären und Reflektieren von Bildinhalten;
Vergangenes und Gegenwärtiges einordnen und in Beziehung setzen
Workshops
Farben-Land
Wie kommt eigentlich die Farbe in die Tube?
Kunst 1.–4. Klasse, übergreifende Themen
Gemeinsam suchen die Teilnehmer nach dem Geheimnis, das sich hinter der aufwändigen Farbherstellung
verbirgt. Anhand ausgewählter Gemälde blicken sie dafür weit in die Vergangenheit zurück und lernen z. B.
auch, wie unterschiedlich Farbe von Künstlern auf Leinwände aufgetragen wurde. Ihr Wissen über Farben als
einem natürlichen Werkstoff und deren traditionelle
Gewinnung wenden sie bei der Herstellung von Ei-Tempera selbst an und experimentieren damit zur Darstellung von Wald, Wasser und Himmel. Dauer: ca. 120 min
Inhaltsfelder: Malerei aus verschiedenen Jahrhunderten;
Farbpigmentgewinnung und unterschiedliche Varianten
des Farbauftrags
Kompetenzbereiche: Bildnerische Gestaltungsformen
entwickeln und umsetzen; eigene Ergebnisse reflektieren
Collage und Montage
Wolpertinger, Zoologische Sammlung
Inhaltsfelder: Collage, Montage, Assemblage in Malerei
und Graphik; grundlegende Kenntnisse über Anwendung dieser Techniken und Varianten an ausgewählten
Beispielen; Blick in die Graphische Sammlung
Kompetenzbereiche: Bildnerische Gestaltungsformen
entwickeln und umsetzen (Reißen und Schneiden); bildnerische Prozesse und Ergebnisse reflektieren; Bereicherung der eigenen Fantasie
Grundschule
Geschichten vom Wolpertinger, Hasenkatzenfisch
und Erdbeerenschafshai
Kunst 1.–4. Klasse, übergreifende Themen
Hasenkatzenfische und Erdbeerenschafshaie gibt‘s doch
gar nicht – oder etwa doch? Der Workshop bietet
einen umfassenden Einblick in die Techniken der Collage
und Montage, in denen immer Teile eines zuvor bestehenden Ganzen herausgerissen werden, um etwas eigenständig Neues zu schaffen. In der Fantasie ist alles
möglich, da die entstandenen Motive keiner Überprüfung in der Realität standhalten müssen. Jeder kann
seinem Wolpertinger, Mischwesen oder Dämon individuelle Gestalt verleihen. Darüber hinaus erhalten die
Teilnehmer Gelegenheit, den Studiensaal in der Graphischen Sammlung des HLMD kennen zu lernen.
Dauer: ca. 120 min
18
Block Beuys
»Diesen Stein fand ich auf dem Mond«
Kunst 1.–4. Klasse, Plastisches Gestalten / Sachkunde
1.–4. Klasse, Naturphänomene, Naturmaterialien
Merkwürdige Dinge sind unter einem Filzteppich versteckt:
Würste, Glühlampen, Schokolade, Kupferdrähte, Knochen. Was haben sie mit dem Künstler Joseph Beuys zu
tun? Jene Gegenstände verarbeitete er in seinen Werken
– u. a. auch im »Block Beuys«. Warum fügte er sie gerade
hier zusammen? Der Workshop weckt die kreativen
Fähigkeiten der Teilnehmer. Vielleicht finden sie heraus,
was den heutigen Betrachter an Beuys` Arbeiten immer
noch fasziniert? Dauer: ca. 120 min
Inhaltsfelder: Einblicke in die plastische Kunst des 20.
Jahrhunderts; Verknüpfung von Natur, Raum und Kunst
Kompetenzbereiche: Wahrnehmen und Erklären vonästhetischen Eindrücken; Verstehen und Begreifen der
Bezüge von Natur, Raum und Kunst an Werkbeispielen
von Beuys; Erproben einfacher bildkünstlerischer Techniken; bildnerische Prozesse und Ergebnisse reflektieren
N at u r u n d N at u r g e s c h i c h t e
Rundgänge mit kreativem Anteil
Wilde Tiere vor unserer Haustür
Wildnis in Kisten
Sachkunde 1.–4. Klasse, Tiere, Heimische Tierwelt
Wie gut kennen wir eigentlich die wilden Tiere, die direkt
vor unserer Haustür leben? Erstaunlich, dass kleine
Kisten helfen, genau das herauszufinden. Da lassen sich
Felle, Federn, Knochen und Nester erfühlen. Wertvolle
Auskünfte über Nahrung und natürliche Feinde jener Tiere
wollen mit detektivischem Spürsinn im Museum wiederentdeckt werden. Die mit allen Sinnen gewonnenen Eindrücke werden abschließend in einer kleinen Präsentation
zusammengefasst. Dauer: ca. 70 min
Inhaltsfelder: Untersuchen und Beschreiben der heimischen Tierwelt, Ein- und Zuordnen diverser Merkmale
der zu ermittelnden Tiere nach vorgegebenen Kriterien
(z. B. Lebensweise, Lebensraum)
Kompetenzbereiche: Differenziertes Wahrnehmen und
Beobachten; Versprachlichen und Sortieren daraus gewonnener Erkenntnisse; angeleitete Präsentationsübung
Graben, Schwimmen, Fliegen
Sachkunde 1.–2. Klasse, Tiere beobachten und erkennen
Warum verfügt der Maulwurf über seltsame Vorder- und
das Känguru über extrem große Hinterbeine? Die gravierenden Unterschiede in der Ausformung der Extremitäten
beider Tierarten fallen sofort ins Auge. Analysiert man
die verschiedenen Fortbewegungsarten im Tierreich
etwas genauer, wird deutlich, wie eng sie an die jeweiligen
Lebensräume der Arten gekoppelt sind. In kleinen Versuchen erfahren die Teilnehmer, dass u. a. Maulwurf und
Känguru vielleicht doch nicht so grundverschieden sind
wie angenommen. Dauer: ca. 60 min
Gepard, Acinonyx jubatus
Inhaltsfelder: Vielfalt in der Natur am Beispiel der Fortbewegungsarten im Tierreich; Anpassung an verschiedene
Lebensräume; Informationen über den Bauplan der Extremitäten
Kompetenzbereiche: Beobachten und Untersuchen typischer Fortbewegungsarten; Vergleichen und Einordnen
erster Erkenntnisse in kleinen Versuchen
Grundschule
Wie Tiere sich bewegen
20
Ausgestorbene und bedrohte Tiere
»Was für’ n Quark?« – nein, ein Quagga
Sachkunde 3.–4. Klasse, Bedrohung und Schutz der Tierwelt durch den Menschen
Das Quagga, Equus quagga quagga, ein pferdeähnliches
Tier, das vor langer Zeit auf der Erde lebte, wird in diesem Rundgang wiederentdeckt. Quagga und Beutelwolf
sind längst ausgestorben, andere Tierarten, wie z. B. der
Kiwi und das Nashorn, ernstlich davon bedroht. Was
genau bedeutet das für Zoologische Gärten und Museen?
Welche Tiere sind tatsächlich nur noch hier zu finden?
Von einer emotional berührenden Geschichte ausgehend,
sammeln die Teilnehmer in kleinen Übungen erste
Kenntnisse über diese komplexe Thematik und lernen
die unermessliche Bedeutung des Tierschutzes kennen.
Dauer: ca. 60 min
Inhaltsfelder: Vielfalt und Wandel in der Natur an Einzelbeispielen ausgestorbener und bedrohter Tierarten;
Bedeutung der Präparation zur Anschauung
Kompetenzbereiche: Untersuchen verschiedener
Ursachen für das Aussterben und die Bedrohung diverser
Tierarten; Erkenntnisse darstellen und formulieren
Naturforscher in vergangener Zeit
Auf der Spur der Tierfamilien
Sachkunde 1.–4. Klasse, Naturphänomene
Forscher in heutiger Zeit nutzen alle Möglichkeiten moderner Technik, um zu genauen Ergebnissen zu gelangen.
Vor Jahrhunderten sah das vollkommen anders aus.
Unter damaligen Bedingungen gelang den Naturwissenschaftlern dennoch Großartiges. Durch Einsatz eines
Zeitstrahls erwerben die Teilnehmer historisches Wissen
und verschaffen sich in der Zoologischen Sammlung
lebendige Eindrücke über die Einschränkungen und
Abenteuer des Forschens in der Vergangenheit. Sogar ein
Bestimmungsschlüssel zur Klassifizierung der Arten wird
ihnen vermittelt. Dauer: ca. 70 min
Inhaltsfelder: Natur, Geschichte und Zeitverständnis mit
Hilfe eines Zeitstrahls, Anwendung eines vereinfachten
Bestimmungsschlüssels als Beispiel zur Grundlagenforschung
Kompetenzbereiche: Temporale und naturwissenschaftliche Zusammenhänge in Ansätzen verstehen; Vergangenes
und Gegenwärtiges gedanklich einordnen und in Beziehung setzen; ggf. Präsentation gewonnener Erkenntnisse
Workshops
Phänomene im Messel-See
Sachkunde 1.–4. Klasse: Naturphänomene
Wie sah es in der Fossilienlagerstätte Messel vor ca. 50
Millionen Jahren aus? Wie entstand der dortige Maarsee?
Welche Tiere lebten dort? Lassen sich ihre Verwandten
und Nachfahren noch heute nachweisen? Eine fiktive
Zeitreise ins Eozän fordert die Teilnehmer zur inhaltlichen
Auseinandersetzung mit den fossilen Schätzen heraus.
Nur wenige Kilometer von Darmstadt entfernt konnten
sie geborgen werden. In Gemeinschaftsarbeit entsteht
eine Collage vom einstigen See und seiner darin eingebetteten Lebensräume. Dauer: ca. 120 min
Quagga, Equus quagga quagga
Inhaltsfelder: Kenntnisse über den Erdzeitabschnitt
Eozän; Entstehungsbedingungen und Lebensverhältnisse
in Messel an ausgewählten Tierbeispielen
Kompetenzbereiche: Ermitteln und Auswerten der Merkmale verschiedener Lebensräume; gemeinschaftliches
Arbeiten, u. a. zur Umsetzung einer Messel-See-Collage
Grundschule
Kleine Fossilienforscher
Foto © © Wolfgang Fuhrmannek, HLMD
Weiterführende
schule
22
K u n s t u n d K u lt u r g e s c h i c h t e
Rundgänge
Alltag im Alten Ägypten
Realschule: Geschichte 6. Klasse, 6.3. Ägypten – Beispiel
einer frühen Hochkultur
Gymnasium: Geschichte 6. Klasse, 6.2. Ägypten – Beispiel
einer frühen Hochkultur
Dank zahlreicher Expeditionen und Abenteuerreisen gelangten unterschiedliche Funde aus dem Alten Ägypten in
die Sammlungen des HLMD. Im Rundgang dienen sie als
Ausgangspunkt, um mehr über das Alltagsleben in einer
frühen Hochkultur zu erfahren. Was bedeuteten den Ägyptern Amulette, Skarabäen und Kanopen? Wie bestatteten
sie ihre Toten? Wieso gaben sie ihnen kleine Figürchen aus
Ton (Uschebtis) mit ins Grab? Wie gliederte sich die ägyptische Gesellschaft? Die gewünschten Themen können vorab
festgelegt werden.
Im separat dazu buchbaren künstlerisch-praktischen Teil
gestalten die Teilnehmer eigene Schutzamulette nach ägyptischen Vorbildern aus Speckstein. Dauer: ca. 90 min;
ca. 120–150 min (mit künstlerisch-praktischem Teil)
Uschebti, Fayence, o.D.
Eignung: Vertiefung oder Zusammenfassung der Stoffeinheit
Inhaltsfelder: Basisnarrativer Epochenbezug Ur- und Frühgeschichte; Herrschaft, Religion und Gesellschaft einer
frühen Hochkultur
Kompetenzbereiche: Darstellungsformen deuten und sachbezogen nutzen; historische Erkenntnisse sammeln, einordnen, ggf. formulieren und bewerten; Analysekompetenz;
künstlerisch-praktische Gestaltungsmöglichkeiten
Schule
Frühe Hochkulturen
Römische Antike
24
Die Römer in Hessen
Hauptschule, Realschule: Geschichte 6. Klasse, 6.3. Den
Römern auf der Spur
Gymnasium: Geschichte 7. Klasse, 7.1. Vom Dorf zum Imperium Romanum
Der Rundgang verfolgt das Ziel, den Teilnehmern ausschnitthaft Alltag und Lebensweisen im Alten Rom näher zu
bringen. Mittels einer Zeitschnur gehen sie u. a. der Frage
nach, inwiefern Rom im Laufe der Jahrhunderte seine
Herrschaft von einem Stadtstaat zu einem riesigen Imperium
ausweitete, das auch Gebiete im heutigen Hessen einbezog.
Das Oceanus-Mosaik (Bad Vilbel) im HLMD sowie andere
römische Fundstücke aus der Region sind bedeutende Zeugnisse aus dieser Vergangenheit, die eingehender betrachtet
werden. Dauer: ca. 90 min
Eignung: Einführung oder Vertiefung in die Stoffeinheit
Inhaltsfelder: Basisnarrativer Epochenbezug Römische
Antike; Herrschaftsformen und Alltagswelten; Ausweitung
des Römischen Imperiums in hessische Regionen
Kompetenzbereiche: Darstellungsformen deuten und sachbezogen nutzen; historische Erkenntnisse sammeln und
einordnen sowie mit ausgewählten Funden analysierend und
beschreibend in Beziehung setzen
Antikenrezeption im 18. und 19. Jahrhundert
Rom ist eine Reise wert
Gymnasium: Kunst 10. Klasse, 10.1.Bedeutung, Erlebnis und
Funktion von Kunst/ Kunst 12. Klasse, Grundlagen der
Architektur/ Literatur 10.–12. Klasse, Literaturepoche Klassik
Johann Wolfgang von Goethe, der mit seiner Italienliebe
und seinen Reiseschilderungen die Antikenrezeption im
ausgehenden 18. Jahrhundert nachhaltig prägte, fungiert als
Leitfigur im Rundgang. Mit Hilfe der ausgestellten Werke
versetzen sich die Teilnehmer zurück in jene Zeit und Geisteshaltung, in der die römische Antike wiederholt Ausgangspunkt der künstlerischen Betrachtung wurde. Literarische Zitate und historische Quellen erleichtern den Zugang.
Anhand dreier, frei wählbarer inhaltlicher Schwerpunkte
werden antike Vorbilder, ihre nachhaltige Rezeption und
Bedeutung für die Kunstgeschichte genauer erklärt:
1. Skulptur, 2. Architektur oder 3. Malerei. Dauer: ca. 90 min
Mittelalter
Das weltliche Mittelalter – aus dem Leben der Ritter
Hauptschule: Geschichte 7. Klasse, 7.1. Menschen und Mächte
– Aspekte mittelalterlichen Lebens
Realschule: Geschichte 8. Klasse, 8.1. Herrschaft, Glaube
und Wirtschaft im Mittelalter
Gymnasium : Geschichte 7. Klasse, 7.2. Leben der Menschen im
Mittelalter
Im Waffensaal ist u. a. eine Auswahl von Rüstungen und
Waffen aus dem Mittelalter zu sehen – ideal, um sich
in das Leben eines Ritters hineinzuversetzen und Mythen
aufzubrechen. War er wirklich wie der Held aus dem Bilderbuch? Als Beschützer seiner Untertanen und Verteidiger
der Christenheit, als gut ausgebildeter Kämpfer und Reiter
bewährte er sich ebenso wie in der Minne, der kunstvollen
Werbung um das weibliche Geschlecht.
Der Ritter war an viele gesellschaftliche Normen gebunden,
sein Leben war oft sehr verschieden von dem verklärten
Bild, das Märchen davon zeichnen. Dauer: ca. 90 min
Eignung: Einführung oder Vertiefung in die Stoffeinheit
Inhaltsfelder: Basisnarrativer Epochenbezug Mittelalter am
Beispiel der Lebenswelt eines Ritters und dessen Einbindung in die damalige Gesellschaft; Einflüsse von Religion
und Weltdeutung
Kompetenzbereiche: Darstellungsformen deuten und sachbezogen nutzen; historische Erkenntnisse über verschiedene
Aspekte aus dem Ritterleben sammeln, einordnen, ggf. formulieren und bewerten
Schule
Eignung: Einführung oder Vertiefung in die Stoffeinheit
Inhaltsfelder: Basisnarrativer Epochenbezug Antike,
Alltagskulturen und Lebensumstände; Rezeptionsgeschichte
Roms im ausgehenden 18. und 19. Jahrhundert (»Grand
Tour«); Zeitverständnis für Architektur, Skulptur, Malerei,
Literatur
Kompetenzbereiche: Darstellungsformen deuten und sachbezogen nutzen; Analyse- und Urteilskompetenz innerhalb
der Kunstbetrachtung; Anwenden architektonischer
Fachtermini; Quellen einordnen und bewerten; Ergebnisse
präsentieren
Eignung: Vertiefung oder Zusammenfassung der Stoffeinheit
Inhaltsfelder: Basisnarrativer Epochenbezug Mittelalter am
Beispiel der Lebenswelt der Mönche und deren Einbindung
in die damalige Gesellschaft
Kompetenzbereiche: Darstellungsformen deuten und sachbezogen nutzen; historische Erkenntnisse über verschiedene
Aspekte aus dem Leben der Mönche sammeln, einordnen
und bewerten; ggf. Erproben bildkünstlerischer Techniken
(Mittelalterliches Skriptorium)
Seite aus dem Evangeliar aus St. Vitus in Mönchengladbach, um 1140
26
Das kirchliche Mittelalter – aus dem Leben der Mönche
Es gibt sie noch – die Mönche. Allerdings sah ihr Alltag vor
Jahrhunderten ganz anders aus. Vieles lässt sich heute über
ihre Religiosität hinter mächtigen Kloster- und Kirchenmauern sagen: Sie befolgten strenge Regeln, verehrten Heilige
in Form von Reliquien in Reliquiaren, hatten hervorragende
Schreibwerkstätten, in denen sie die Kunst der Buchherstellung perfektionierten und kostbar verzierte Evangeliare
schufen. Die kirchliche Schatzkammer des Museums bietet
eine Reihe sakraler Werke, anhand derer sich das Leben
der Mönche nachzeichnen lässt.
Im separat dazu buchbaren Mittelalterlichen Skriptorium
stellen die Teilnehmer selbst eine Urkunde in historisch
überlieferten Schreibtechniken her. Dauer: ca. 90 min;
ca. 120 min (mit Mittelalterlichem Skriptorium)
Quer durch die Jahrhunderte
Hauptschule, Realschule, Gymnasium: Geschichte, Deutsch
– übergreifende Themen, vielseitig einsetzbarer Rundgang
Speziell ausgewählte Gemälde und Plastiken, in denen unterschiedliche Alltagssituationen früherer Jahrhunderte
thematisiert werden, stehen im Zentrum der gemeinsamen
Betrachtung. Gegenstände aus dem sog. »Chinesischen
Korb« ermöglichen den Teilnehmern einen assoziativen
Zugang zu den Werken sowie eine inhaltliche Bezugnahme
zur vergangenen und gegenwärtigen Alltagskultur, die sie
entsprechend einordnen. Kombiniert werden die Gespräche
mit kreativen Schreibaufträgen und Präsentationsübungen,
die auf die jeweiligen Schulformen zugeschnitten sind.
Dauer: ca. 90 min
Moritz von Schwind, Die Morgenstunde, um 1857
Eignung: Übergreifender Einstieg in eine neue Stoffeinheit
oder als Zusammenfassung
Inhaltsfelder: Basisnarrativer Epochenbezug zur Alltagskultur in verschiedenen Jahrhunderten mittels Kunstbetrachtung
Kompetenzbereiche: Darstellungsformen deuten und sachbezogen nutzen; historische Erkenntnisse sammeln und
mit der Gegenwart in Beziehung setzen; Weiterentwicklung
der schriftlichen und mündlichen Sprachkompetenz
Schule
Alltag im Bild
Eignung: Übergreifender Einstieg in eine neue Stoffeinheit
oder als Zusammenfassung
Inhaltsfelder: Basisnarrativer Epochenbezug Altertum,
Mittelalter, Neuzeit und Neueste Zeit; Alltagskulturen und
Herrschaftsstrukturen; Stilformen, Ausprägungen und
Funktionen der Porträtmalerei; vergleichende Bildbetrachtung
Kompetenzbereiche: Darstellungsformen deuten und sachbezogen nutzen; historische Erkenntnisse sammeln und
mit der Gegenwart in Beziehung setzen; kreative Schreibanlässe umsetzen und präsentieren
Lucas Cranacher d. Ä., Diptychon mit dem Bildnis Martin
Luthers und seiner Ehefrau Katharina von Bora, 1529
28
Zur Funktion des Porträts
Hauptschule, Realschule: Geschichte, übergreifende Themen, vielseitig einsetzbarer Rundgang
Gymnasium: Geschichte, übergreifende Themen, vielseitig
einsetzbarer Rundgang / Kunst 7. Klasse, 7.1. Unsere Gesichter – Eure Gesichter
Welche Funktion erfüllen Porträts? Ausgehend von dieser
Frage spüren die Teilnehmer Veränderungen nach, denen
diese Bildgattung in verschieden Epochen unterworfen war.
Sie entdecken, was bis heute gleich geblieben ist und untersuchen ihre sensible »Sprache«. Der Rundgang bietet einen
knappen Überblick über die Geschichte des Porträts an
ausgewählten Beispielen aus Malerei und Plastik. Der Schwerpunkt liegt auf der vergleichenden Betrachtung einzelner
Werke. Erworbenes Wissen setzen die Teilnehmer in kreativen Schreibanlässen um. Dauer: ca. 90 min
Hauptschule, Realschule: Kunst / Geschichte, übergreifende
Themen, vielseitig einsetzbarer Rundgang
Gymnasium: Kunst 7. Klasse, Dinge, Körper, Arrangements /
Kunst 8. Klasse, Sinnbild und Deutung
In einem Rundgang quer durch die Jahrhunderte werden
viele Anregungen gegeben, um grundlegend über die »Dinge« im Museum und ihren künstlerischen Wert nachzudenken. Bei der intensiven Betrachtung von Schmuck- und
Gebrauchsgegenständen, gemalten Stillleben sowie modernen Kunstobjekten kommen aufschlussreiche Gespräche in
Gang. Stets sollen dem jeweiligen »Ding« möglichst viele
Informationen entlockt werden. Mit ihren persönlichen
Kenntnissen, Erfahrungen und Einschätzungen bereichern
die Teilnehmer das Erlebte. Dauer: ca. 90 min
Kreiselschneckenpokal, um 3–1608
Eignung: Übergreifender Einstieg in eine neue Stoffeinheit
oder als Zusammenfassung
Inhaltsfelder: Basisnarrativer Epochenbezug Neuzeit und
Neueste Zeit; Alltagskulturen; Ausdrucksmöglichkeiten der
Kunst; Strategien der Bilderfindung durch Einsatz verschiedener Techniken und Verfahrensweisen; vergleichende
Bildbetrachtung
Kompetenzbereiche: Sinnliche Erfahrungen sammeln und
zum Ausdruck bringen; Darstellungsformen deuten und
sachbezogen nutzen; historische Erkenntnisse mit der Gegenwart in Beziehung setzen
Schule
Die Magie der Dinge
Kunst der Moderne
Glanz einer Epoche – europäischer Jugendstilschmuck
Sich zu schmücken ist ein ureigenes Bedürfnis des Menschen. Die Gründe hierfür sind ebenso vielfältig wie die Art
und Weise ihrer Ausübung. Materialien, Verarbeitung und
Motive legen nicht nur ästhetische Vorlieben offen, sondern
können auch als Ausdruck einer geistigen Haltung gelesen
werden. In der Auseinandersetzung mit dem Jugendstilschmuck erfahren die Teilnehmer mehr über den Gebrauch
der Objekte im Spannungsfeld zwischen Mode und Alltagstauglichkeit. In einer spielerischen Form der Kontextualisierung sammeln sie Eindrücke über den tiefgreifenden
Wandel von gesellschaftlichen Normen, insbesondere im
europäischen Konsum- und Rollenverhalten an der Schwelle
zum 20. Jahrhundert. Dauer: ca. 90 min
Eignung: Vertiefende Epochenvermittlung oder am Ende
einer Stoffeinheit
Inhaltsfelder: Basisnarrativer Epochenbezug Neueste Zeit;
Neue Alltagskultur vs. Herrschaftsstruktur (z. B. Quellenstudium); Präsentations- und Repräsentationsfunktion der
Kunst um 1900 in verschiedenen Ausdrucksformen (Musik,
bildende und darstellende Kunst)
Kompetenzbereiche: Bildkünstlerische Darstellungsformen
deuten und sachbezogen nutzen; historische Erkenntnisse
sammeln und richtig einordnen, mit der Gegenwart in Bezug setzen und formulieren; Simulation eines Verkaufsgesprächs
Georges Fouquet, Fuchsienbrosche, um /
30
Gymnasium: Geschichte 8. Klasse 8.5. Das deutsche Kaiserreich zwischen Tradition und Moderne / Kunst 12. Klasse,
12.1. Architektur und Design – Grundlagen und Funktion
Tanzworkshop
Neben der Reformbewegung um 1900 liegt der inhaltliche
Schwerpunkt auf der zeitgleichen Entwicklung des Ausdruckstanzes. Auf der Grundlage einzelner plastischer Arbeiten werden im Workshop körperlich-sinnliche Bewegungsübungen nachempfunden, die u. a. Rudolf von Labans
Bewegungslehre aufgreifen. Weitere einfache Tanzelemente
choreographieren die Teilnehmer unter Anleitung einer
Tanzpädagogin. Ziel ist es, die großen kulturellen Veränderungen in der darstellenden Kunst und Musik jener Zeit in
Ansätzen zu begreifen (max. 15 Teilnehmer).
Der Rundgang kann einzeln gebucht oder mit dem Tanzworkshop kombiniert werden. Dauer: ca. 120 min
Eignung: Vertiefende Epochenvermittlung oder am Ende
einer Stoffeinheit
Inhaltsfelder: Basisnarrativer Epochenbezug Neueste Zeit;
Neue Alltagskultur vs. Herrschaftsstruktur (z. B. Quellenstudium); Präsentations- und Repräsentationsfunktion um
1900 in Musik, bildender und darstellender Kunst
Kompetenzbereiche: Bildkünstlerische Darstellungsformen
deuten und sachbezogen nutzen; historische Erkenntnisse
sammeln und richtig einordnen, mit der Gegenwart in
Bezug setzen und formulieren; ästhetische Analyse; sinnliche
Erfahrungen sammeln und mit dem eigenen Körper zum
Ausdruck bringen
Schule
»Tanzen ist beinahe alles…« – Kunst des Jugendstils und
moderner Tanz
Rundgang
In der bildenden Kunst des Jugendstils sind plastische Darstellungen des Tanzes von herausragender Bedeutung. In
Übungen und Gesprächen nähern sich die Teilnehmer ausgewählten Arbeiten. Dabei stehen Wahrnehmungsschulung
und Bewusstseinsschärfung für Form, Proportion und Bewegungshaltung im Mittelpunkt. Historische Zusammenhänge über die Reformbewegung, die auch den Tanz beeinflusste, ermitteln sie mit Hilfe ihnen zur Verfügung gestellter
Quellen. Dauer: ca. 90 min
32
»Draußen vor der Tür...« – expressionistische Landschaften
Gymnasium: Kunst 8. Klasse, 8.2. Sichtweisen und Wirklichkeit / Geschichte 9. Klasse, 9.1. Der Erste Weltkrieg:
Die Urkatastrophe des 20. Jh., 9.2. Die Weimarer Republik:
Demokratie ohne Demokraten / Kunst 10. Klasse, 10.2.
Erschließung künstlerischer Ausdrucksformen / Kunst 11.
Klasse, (E1, E2) Bedeutung, Erlebnis und Funktion von Kunst
/ Kunst 12. Klasse, (Q1) Sprache der Körper und der Dinge
– Historische Positionen von Malerei und Plastik des
19. und 20. Jahrhunderts, Aufbruch in die Moderne / Deutsch
12. Klasse, 12.1. Das Individuum im Spannungsfeld zwischen
Ideal und Wirklichkeit, 12.2. Individuum und Gesellschaft
Was veranlasste Künstler zu Beginn des 20. Jahrhunderts,
mit solcher Vehemenz gegen alle Regeln der Kunst anzumalen, zu rebellieren und damit die Gesellschaft zu kritisieren?
Die Antwort auf diese Fragen findet sich »draußen vor
der Tür«. Handlungsorientierte Betrachtungen ausgewählter
Landschaftsbilder des Expressionismus (z. B. mit literarischen Vorlagen, biographischen und historischen Quellen)
helfen, das individuelle Lebensgefühl jener Künstler von
Ursprünglichkeit und Freiheit nachzuempfinden. Inwieweit
war ihr sprühender Aktionismus auf der Leinwand auch Gegenentwurf zur Existenz in den Großstädten?
Dauer: ca. 70–90 min
Eignung: Übergreifender Einstieg in eine neue Stoffeinheit
oder als Zusammenfassung
Inhaltsfelder: Ausdrucksqualität expressionistischer Kunstwerke als Mittel der Zivilisationskritik; Werteorientierung
und deren Deutung; Aspekte der künstlerischen Naturauffassung; Folgen gesellschaftlicher Entwicklungen zu Beginn
des 20. Jahrhunderts
Kompetenzbereiche: Sammeln, Vergleichen und Ordnen
von Eindrücken über bildnerische Gestaltungsmittel; sinnliche Erfahrungen in Einzel- und Partnerübungen beschreiben
und deuten; bewusstes Reflektieren und Bewerten von
Wirkungsabsichten der Künstler im historischen Kontext
Erich Heckel, Bauernhof, 1909
Eignung: Einstieg oder Abschluss einer Projektphase zum
Thema Plastik
Inhaltsfelder: Techniken und Verfahren des plastischen Gestaltens; Konfrontation mit unterschiedlichen Formensprachen; ästhetische Analyse; Kunstproduktion als subjektive Ausdruckskraft
Kompetenzbereiche: Sinnliche Erfahrungen sammeln und
zum Ausdruck bringen; Darstellungsformen deuten und
sprachlich ausformulieren
Schule
Ein Wald der Skulpturen – Sammlung Simon Spierer
Gymnasium: Kunst 5. Klasse, 5.3. Ausdrucksqualitäten plastischen Gestaltens / Deutsch 11. Klasse, 11.1. Identitätsfindung,
11.2. Lebensentwürfe / Kunst 12. Klasse, 12.2. Innovation
und Abweichung – Zusammenhänge und Ausprägung moderner Kunst
Der einzigartige »Wald der Skulpturen« ist eine Schenkung
des Schweizer Sammlers Simon Spierer an das HLMD. Er
bietet einen umfassenden Überblick über wichtige Positionen der Plastik im 20. und 21. Jahrhundert. Die Teilnehmer
nähern sich z.B. Werken Brancusis, Giacomettis, Arps,
Fontanas und Craggs und erkunden dabei die formalen Kriterien der Stele und des Torsos, die zum klassischen Formenrepertoire bildhauerischen Gestaltens gehören. So sammeln sie unmittelbare Erfahrungen in Bezug auf Raum,
Körpervolumen und Balance, die sie nach Möglichkeit
selbst artikulieren. Dauer: ca. 90 min
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»Out of control« – Wer hat Angst vor moderner Kunst?
Hauptschule Realschule : Kunst ab 8. Klasse, übergreifende
Themen, vielseitig einsetzbare Veranstaltung
Gymnasium: Kunst 8. Klasse, übergreifende Themen, vielseitig
einsetzbare Veranstaltung / Kunst 10. Klasse, 10.1.
Bedeutung, Erlebnis und Funktion von Kunst / Kunst 11.
Klasse, 11.1. und 11.2. Sprache der Bilder / Kunst 12. Klasse,
12.2. Innovation und Abweichung – Perspektiven,
Zusammenhänge und Ausprägungen moderner Kunst
Hip-Hop-Musik im Museum? Wäre Blinky Palermo ein Fan
der Rockmusik von Franz Ferdinand gewesen? Und was
in aller Welt hat das mit moderner Kunst zu tun? »Out of
Control«! Rundgang und Workshop fokussieren als zentrales
Moment ihrer Betrachtung die Funktion bildender Kunst
als Selbstverständnis in der modernen Gesellschaft. Deshalb
verbindet »Out of Control« herausragende Werke aus der
Sammlung des HLMD mit Fragmenten aktueller Pop-Kultur
und eigenständiger bildkünstlerischer Produktion der
Teilnehmer (Gruppencollage). All das vollzieht sich im Spannungsfeld von Wissensvermittlung und dem Versuch,
Vorurteile gegenüber moderner Kunst abzubauen, die kreative
Scheu zu überwinden sowie in der aktuellen Lebenswelt
Künstlerisches zu erkennen und anzunehmen. Der Workshop kann separat dazu gebucht werden. Dauer: ca. 60–70 min;
ca. 120 min (mit Workshop)
Eignung: Übergreifender Einstieg in eine neue Stoffeinheit
oder als Zusammenfassung
Inhaltsfelder: Strategien und Verfahren künstlerischer
Prozesse; Kunstproduktion als subjektive Ausdruckskraft;
Konfrontation mit unterschiedlichen Werken
Kompetenzbereiche: Sehen, Wahrnehmen, Erfahren sinnlicher Eindrücke; Verstehen, Begreifen und Erklären
außergewöhnlicher bildkünstlerischer Umsetzungen; vielfältiger Einsatz der Collagetechnik; Reflektion bildnerischer
Prozesse und Arbeitsergebnisse; Chancen zur Erweiterung
der Sozialkompetenz in gemeinschaftlicher Tätigkeit
Von Mammutjägern und Höhlenmalern – Leben in der
Altsteinzeit
Hauptschule, Realschule: Geschichte 6. Klasse, 6.2. Spuren
aus der Geschichte der Frühzeit der Menschen
Gymnasium: Geschichte 6. Klasse, 6.1. Menschen in der Urgeschichte: Von Sammlern und Jägern
In der fast 2,5 Millionen Jahre währenden Zeitspanne der
Steinzeit erforderten vor allem häufige Klimaveränderungen
zwischen Kalt- und Warmzeiten eine ständige Anpassung
der Jäger- und Sammlerkultur. Ein qualitativer Sprung in
der Werkzeugentwicklung (Faustkeil) stellte sich mit dem
Neandertaler (letzte Eiszeit) ein. In der nachfolgenden Warmzeit schuf der moderne »Cro-Magnon-Mensch« erste
nachweisbare Kunstwerke in Form von Höhlenmalereien,
Skulpturen und Gravierungen. Im Rundgang werden u. a.
erste Arbeits- und Jagdwerkzeuge vorgestellt (Faustkeile)
und von den Teilnehmern ausprobiert. Dauer: ca. 90 min
Homo neandertalensis
Eignung: Einführung oder Vertiefung in die Stoffeinheit
Inhaltsfelder: Basisnarrativer Epochenbezug Ur- und
Frühgeschichte; Werkzeugentwicklung; Menschwerdung in
Auseinandersetzung mit der Natur
Kompetenzbereiche: Darstellungsformen deuten und sachbezogen nutzen; historische Erkenntnisse und Zusammenhänge sammeln, vergleichen und einordnen
Schule
Vor- und Frühgeschichte
Eignung: Einführung oder Vertiefung in die Stoffeinheit
Inhaltsfelder: Basisnarrativer Epochenbezug Ur- und Frühgeschichte; technische Differenzierung in der Werkzeugherstellung; Höherentwicklung des Menschen in Auseinandersetzung mit der Natur
Lernkompetenzen: Darstellungsformen deuten und sachbezogen nutzen; historische Erkenntnisse und Zusammenhänge
sammeln, vergleichen und einordnen.
Kammhelm, Späte Bronzezeit, etwa 1200/1100 v. Chr.
36
Von kostbaren Grabbeigaben und Rennöfen
– Leben in der Bronzezeit
Hauptschule, Realschule, Gymnasium: Geschichte 6. Klasse,
Arbeitsteilung und kulturelle Veränderungen in der Bronzezeit
Um 2200 v. Chr. löste Bronze den Stein als Ausgangsmaterial zur Herstellung von Werkzeugen und Waffen ab. Die
Beherrschung der aufwändigen Arbeitsschritte zur Bronzegewinnung brachte neue Berufsgruppen wie z. B. Bergbauer,
Schmelzer am Rennofen, Bronzegießer und Schmiede hervor. Die Ständeordnung veränderte sich. Adelige ließen sich
prunkvoll bestatten. Kostbare Schwerter, Lanzen und
Schmuckgegenstände legen in der Vor- und Frühgeschichtlichen Sammlung Zeugnis davon ab. Den Teilnehmern
werden die gesellschaftliche Bedeutung jener sozialen Differenzierung sowie die handwerklichen Errungenschaften
nahe gebracht. Dauer: ca. 90 min
Vom Bogenbohrer und Gewichtswebstuhl – Leben in der
Jungsteinzeit
Hauptschule, Realschule: Geschichte 6. Klasse, 6.2. Spuren
aus der Geschichte der Frühzeit der Menschen
Gymnasium: Geschichte 6. Klasse, 6.1. Menschen in der Urgeschichte – Von Ackerbauern und Viehzüchtern
Mit der Klimaerwärmung am Ende der letzten Eiszeit stand
der damalige Mensch vor neuen Herausforderungen. Der
Hausbau und die Rodung von Waldgebieten zur Erschließung
von Ackerflächen begünstigte die Sesshaftwerdung. Jagdwaffen, Bekleidung, Arbeits- und Hausgerät (Bogenbohrer)
entwickelten sich weiter. Am Gewichtswebstuhl wurden
Textilien aus Schafwolle gewebt. In den Gewässerauen fanden
sich formbare Tonablagerungen, die zur bandkeramischen
Gefäßherstellung dienten. Die Teilnehmer lernen die Bedeutung der »Neolithischen Revolution« anhand wichtiger
Funde kennen und erproben dann praktisch das Weben am
Gewichtswebstuhl sowie das Töpfern von Bandkeramik.
Dauer: ca. 120–150 min
Eignung: Einführung oder Vertiefung in die Stoffeinheit
Inhaltsfelder: Basisnarrativer Epochenbezug Ur- und Frühgeschichte; Kultur der Bandkeramiker; Werkzeugentwicklung; Höherentwicklung des Menschen in Auseinandersetzung mit der Natur; Arbeitsteilung und Sesshaftwerdung im
Neolithikum
Kompetenzbereiche: Darstellungsformen deuten und sachbezogen nutzen; historische Erkenntnisse und Zusammenhänge sammeln, vergleichen und einordnen; Anwenden auf
kreativ-praktische Gestaltungsmöglichkeiten (Bandkeramik)
Schule
Workshops
38
Die hohe Kunst des Emaillierens
Einige kostbare Objekte im Museum besitzen Dekore aus
Email. Beim Emaillieren wird eine fein pulverisierte Glasmasse unter hoher Temperatur auf einen Metallgrund wie
Gold, Silber oder Kupfer aufgeschmolzen. Diese seltene
Handwerkskunst, die bereits im Altertum zur Anwendung
kam, beherrschen heute nur noch wenige Spezialisten.
Die Workshops bieten neben der Betrachtung ausgewählter
Originale die Möglichkeit, das Verfahren ansatzweise zu
erproben. Zur Wahl stehen:
»Ein besonderes Schmuckstück«
Hauptschule, Realschule, Gymnasium: 5.–9. Klasse, fächerübergreifend (Kunst, Geschichte, Arbeitslehre)
In der Sammlung Jugendstilschmuck befinden sich auch
Exponate, die in Email ausgeführt sind. Unter ihnen lassen
sich zwei Formensprachen (geometrisch und floral)
nachweisen. Davon inspiriert gestalten die Teilnehmer im
Workshop eigene Hals- oder Armamulette in Email
(max 12 Teilnehemer). Dauer: ca. 120–150 min
»Was mir heilig ist…«
Hauptschule, Realschule, Gymnasium: Ab 9. Klasse, fächerübergreifend (Religion, Kunst, Geschichte, Arbeitslehre)
Nach Einführung in die mittelalterliche Reliquienverehrung
und die damit verbundene religiöse Bedeutung eines Reliquiars (z. B. Darmstädter Turmreliquiar) entwerfen die Teilnehmer einen passenden »Schrein« in der alten Emailliertechnik für ihr mitgebrachtes kleines Relikt
(max 12 Teilnehemer). Dauer: 120–150 min
Eignung: Übergreifender Einstieg in eine neue Stoffeinheit
oder als Zusammenfassung
Inhaltsfelder: Basisnarrativer Epochenbezug (z. B. Kirche,
Religion, Mensch und Welt); Ausdrucksmöglichkeiten der
Kunst in kulturellen und gesellschaftlichen Kontexten;
Emaillieren als spezielle bildkünstlerische Technik
Kompetenzbereiche: Sinnliche Erfahrungen sammeln und
zum Ausdruck bringen; bildkünstlerische Technik erproben
und zielorientiert umsetzen; eigene Ergebnisse beschreiben
und bewerten
»Wir treffen uns bei der Hirschjagd« – Werkkomplex
Joseph Beuys
Hauptschule, Realschule: Kunst, übergreifende Themen,
vielseitig einsetzbarer Workshop
Was ist eigentlich eine »Ideen-Material-Plastik«? Nach
Joseph Beuys‘ Vorstellungen vom Umgang mit unterschiedlichen und eigentümlichen Materialien ertasten, hören
und riechen die Teilnehmer dieses Workshops diverse Materialien, die der Künstler in seine Werke einbrachte und
setzen sie mit der Zoologischen Sammlung in Beziehung.
Schlusspunkt bildet die gemeinsame kreative Arbeit an einer
eigenen »Ideen-Material-Plastik«. Dauer: ca. 120–150 min
Das Darmstädter Turmreliquiar, 1190–1210
Eignung: Übergreifender Einstieg in eine neue Stoffeinheit
oder als Zusammenfassung
Inhaltsfelder: Strategien und Verfahren künstlerischer Prozesse; Kunstproduktion als subjektive Ausdruckskraft;
interdisziplinäre Verknüpfung zur Naturgeschichte
Kompetenzbereiche: Erfahren sinnlicher Eindrücke; Verstehen und Erklären außergewöhnlicher bildkünstlerischer
Umsetzungen; Erproben verschiedener Techniken; Reflektieren bildnerischer Prozesse und Arbeitsergebnisse;
Chancen zur Erweiterung der Sozialkompetenz in gemeinschaftlicher Tätigkeit
Schule
Kunst der Moderne
N at u r u n d N at u r g e s c h i c h t e
Rundgänge
40
Tiere aller Art
Vielfalt und Wandel des Lebens
Hauptschule: Biologie 5.–6. Klasse, 5.1., 6.1. Kennzeichen
des Lebendigen
Realschule: Biologie 5. Klasse, 5.1. Kennzeichen des Lebendigen
Gymnasium : Biologie 5. Klasse, 5.1. Grundlagen der Naturwissenschaft Biologie, 5.2. Körperbau und Lebensweise der
Säugetiere
Den Wandel der Arten zeigt eine der größten Vitrinen in
der Zoologischen Sammlung mit ca. 800 nach Tierklassen
geordneten Präparaten. Doch wie entsteht eine solch wissenschaftlich fundierte Ordnung? Zunächst sortieren die
Teilnehmer Alltagsmaterialien nach von ihnen festgelegten
Kriterien und übertragen dann dieses Prinzip auf die Naturwissenschaft. Jedes Lebewesen besitzt verschiedene Merkmale, nach denen eine Eingruppierung in höhere Zusammenhänge erfolgen kann, um die unermessliche Vielfalt zu
ordnen. Durch vergleichende Betrachtung erstellen sie
selbst einen einfachen dichotomen Bestimmungsschlüssel
und ermitteln so diverse Verwandtschaftsbeziehungen unter
den Tieren. Dauer: ca. 90 min
Eignung: Einführung oder Vertiefung in die Stoffeinheit
Inhaltsfelder: Vielfalt, Veränderung und Wandel von Lebewesen; Ordnungsprinzipien in der Naturwissenschaft als
Grundvoraussetzung des Forschens (Morphologie, Genetik)
Kompetenzbereiche: Zielorientiertes Betrachten und Vergleichen bei der Erstellung eines Bestimmungsschlüssels;
Beschreiben wesentlicher Ordnungsmerkmale; Dokumentation und Präsentation der Ergebnisse
Urpferdchen & Co – Fossilienschätze aus der Grube
Messel
Hauptschule, Realschule: Biologie 7. Klasse, 7.2. Evolution
Gymnasium: Biologie 6. Klasse, 6.2. Evolution / Biologie
9. Klasse, 9.4. Vererbung
Wer in Darmstadt nach Fossilien gräbt, wird garantiert nichts
finden. Aber 10 Kilometer entfernt, in der UNESCO-Weltnaturerbestätte Grube Messel, bergen Forscher aus dem
HLMD jedes Jahr neue Schätze: z. B. fossile Krokodile, Fische
und andere tropische Tierarten. Wie kann das sein? Darmstadt liegt weder in Südamerika noch ist ein großer See in
der Nähe. Folglich muss es in hiesigen Breiten einmal ganz
anders ausgesehen haben. Die Teilnehmer tauchen ein in
das Zeitalter des Eozän und versuchen u. a. die Frage zu klären,
warum sich im Maarsee ein solches Massensterben von
Tieren ereignete. In Anlehnung an professionelle Präparationsverfahren gießen die Teilnehmer im dazu buchbaren Workshop Fossilien in Gips und gestalten sie nach Vorlage der
Originale. Der Workshop kann separat dazu gebucht werden.
Dauer: ca. 90 min; ca. 120–150 min (mit Workshop)
Scheinraubtier, Lesmesodon edingeri
Eignung: Vertiefung oder Zusammenfassung der Stoffeinheit
Inhaltsfelder: Entstehung von Fossilien; Verständnis für das
Erdzeitalter Eozän; Bedeutung der UNESCO-Weltnaturerbestätte für die Forschung
Kompetenzbereiche: Zielorientiertes Betrachten und Beobachten der Phänomene; Beschreiben und Vergleichen wesentlicher Merkmale; Ermitteln, Erfassen und Dokumentieren von Datenmaterial; ggf. Entwerfen und Gestalten
eigener Gipsmodelle zur Veranschaulichung von Zusammenhängen
Schule
Tiere in Stein
42
Der lange Weg der Evolution
»Form follows function« – Wirbeltierextremitäten
Hauptschule, Realschule : Biologie 7. Klasse, 7.2. Evolution /
Biologie 9. Klasse, 9.4. Genetik
Gymnasium : 6. Klasse, 6.2. Evolution / Biologie 9. Klasse,
9.4. Vererbung
Folgt die Form der Funktion? Gilt diese Regel der Ästhetik
auch im Reich der Tiere? Im Rundgang identifizieren die
Teilnehmer die auf einen gemeinsamen Grundbauplan zurückzuführenden fünffingrigen Wirbeltierextremitäten bei
Amphibien, Reptilien, Vögeln und Säugern an ausgewählten
Skelettpräparaten in der Zoologischen Sammlung. Darüber hinaus werden sie an die zur Anpassung an die jeweiligen Lebensräume notwendigen Strukturelemente und an
den Homologiebegriff herangeführt. Dauer: ca. 90 min
Eignung: Einführung oder Vertiefung in die Stoffeinheit
Inhaltsfelder: Entstehung der Arten und Wandel des Bauplans am Beispiel der Wirbeltierextremitäten in Abhängigkeit zur Lebensraumanpassung
Kompetenzbereiche: Zielorientiertes Betrachten und Beobachten der Phänomene; Beschreiben und Vergleichen
wesentlicher Bauplanmerkmale, Anwenden entsprechender
Fachtermini
»Form follows function« – Biophysik des Fliegens
Hauptschule, Realschule: Biologie 9. Klasse, 9.4. Genetik
Gymnasium: Biologie 9. Klasse, 9.4. Vererbung
Bei der Anpassung an das Fliegen weisen insbesondere die
Vorderextremitäten der Vögel, trotz gemeinsamen Grundbauplans, spezielle Konstruktionsmerkmale auf. In Demonstrationsversuchen werden die physikalischen Voraussetzungen des Fluges getestet. Außerdem vergleichen die
Teilnehmer Skelettmuster der Vorderextremität an ausgewählten Präparaten in der Zoologie des HLMD. Ihre Ergebnisse halten sie in Grafiken fest. Dauer: ca. 90 min
Eignung: Einführung oder Vertiefung in die Stoffeinheit
Inhaltsfelder: Betrachtung und Analyse des Bauplans von
Vorderextremitäten bei Vögeln als Voraussetzung für das
Fliegen
Kompetenzbereiche: Zielorientiertes Betrachten und Beobachten der Phänomene; Beschreiben und Vergleichen
Vampire auf Galapagos – wie eine Insel die Darwinfinken
prägte
Hauptschule, Realschule: Biologie 7. Klasse, 7.2. Evolution /
Biologie 9. Klasse, 9.4. Genetik
Gymnasium : 6. Klasse, 6.2. Evolution / Biologie 9. Klasse,
9.4. Vererbung
Alles Leben auf unserem Planeten ist ein Produkt der Evolution. Diese Erkenntnis stammt von Charles Darwin, die er
vermutlich ohne seine Reise nach Galapagos im Jahre 1831
nie gemacht hätte. Im Rundgang werden u. a. grundlegende
Begriffe wie Selektion und Anpassung am Beispiel endemisch lebender Arten erläutert. Spannend dabei ist, zu erfahren, dass in der Evolution sogar Vampire nicht wegzudenken und als Exponate im Museum zu bestaunen sind.
Dauer: ca. 90 min
Darwinfink, Cactospiza pallida
Eignung: Einführung oder Vertiefung in die Stoffeinheit
Inhaltsfelder: Alleinstellungsmerkmal endemisch lebender
Tiere auf Galapagos (Darwinfinken); Prinzipien der Evolution in Abhängigkeit von Selektion und Anpassung an
Umweltbedingungen; Theorien der Evolution
Kompetenzbereiche: Zielorientiertes Beobachten, Beschreiben und Vergleichen wesentlicher Prinzipien der Evolution
(z. B. Lemuren); Präsentation der ermittelten Ergebnisse
Schule
wesentlicher Bauplanmerkmale, Anwenden entsprechender
Fachtermini bei der Versuchsdurchführung
Eignung: Einführung oder Vertiefung in die Stoffeinheit
Inhaltsfelder: Vertiefende Theorien der Evolution (Darwin,
Haeckel, Dawkins) im direkten Verhältnis zu den Erkenntnissen der Genetik; Bedeutung homeotischer Gene (HoxGene) auf die Bildung von Extremitäten
Kompetenzbereiche: Zielorientiertes Beobachten, Beschreiben und Vergleichen wesentlicher Inhalte zur Evolutionsgeschichte und zur Genetik; Darstellen ermittelter Ergebnisse
Ernst Haeckel, 1894
44
Gene als Künstler – Theorien der Evolution
Gymnasium: Biologie Leistungskurs
Was genau macht Evolution aus? Neben den vorherrschenden Evolutionstheorien (Darwin, Haeckel) gehen die Teilnehmer folgenden wissenschaftlichen Fragestellungen auf
den Grund: Warum verloren Schlangen ihre Extremitäten?
Hat sich unser Verständnis von der Evolution durch die
Erkenntnisse über die Genetik nachhaltig verändert? Welche Funktion übernimmt in diesem Zusammenhang die
Untersuchung sogenannter Hox-Gene? Dauer: ca. 90 min
Lucy – Rekonstruktion eines Vorfahren
Hauptschule: Biologie 7. Klasse, 7.2. Evolution
Realschule: Biologie 7. Klasse, 7.2. Evolution
Lucy gehört zu den besterhaltenen Skelett-Funden der frühen
Homini-Arten australopithecus afarensis. An diesem außergewöhnlichen Beispiel lernen die Teilnehmer die komplexe
stammesgeschichtliche Erforschung des Menschen kennen,
die oft mit ganz wenigen Funden auskommen muss. In einer
Übung rekonstruieren sie selbst einen Schädel. Eine weitere
Herausforderung bedeutet für sie das Zusammenfügen aller
bislang ermittelten Skelett-Teile von Lucy unter fachkundiger
Anleitung. Dauer: ca. 90 min
Australopithecus afarensis
Eignung: Einführung oder Vertiefung in die Stoffeinheit
Inhaltsfelder: Kenntnisse über Historie und Bedeutung des
Lucy-Fundes; Detailwissen über Untersuchung
fossiler Hominiden-Funde; Unerlässlichkeit naturwissenschaftlicher Experimente zur nachhaltigen Erkenntnisgewinnung
Kompetenzbereiche: Zielorientiertes Beobachten der Phänomene; Beschreiben, Vergleichen und Zuordnen wesentlicher Merkmale; ansatzweises Darstellen ermittelter Ergebnisse
Schule
Der lange Weg der Menschwerdung
Die auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende
Hominiden-Rekonstruktion entstand im Jahr 1998 für das
HLMD. Mit Unterstützung von GEO setzte das Atelier Wildlife
Art inzwischen zehn Vormensch-Büsten um. Sie sind fester
Bestandteil der Schausammlung »Evolution des Menschen«.
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Evolutionärer Vorsprung in der menschlichen
Entwicklung
Realschule: Biologie 7. Klasse, 7.2. Evolution / Biologie
9. Klasse, 9.3. Genetik
Gymnasium: Biologie 9. Klasse, 9.4. Vererbung
Der Mensch hat sich über einen sehr langen Zeitraum vom
Hangelkletterer auf Bäumen zum Sohlenläufer entwickelt.
Die Herausbildung des aufrechten Gangs und die Vergrößerung des Gehirnvolumens brachten ihm einen immensen
evolutionären Vorsprung. Speziell ausgewählte HominidenKöpfe, Schädel und Extremitäten aus der Sammlung des
HLMD werden genauer untersucht und mit denen von Primaten verglichen. In zwei zur Wahl stehenden Schülerversuchen ist erworbenes Wissen praktisch anwendbar. Am
Ende steht u. a. die Einsicht, dass naturwissenschaftliche
Forschung ohne Versuchsreihen nicht auskommen kann,
um zu gesicherten Ergebnissen zu gelangen. Dauer: ca. 90
min
Eignung: Vertiefung der Stoffeinheit oder als Zusammenfassung
Inhaltsfelder: Entwicklungslinien und Abstammungstheorien des Menschen; Detailwissen zur Untersuchung fossiler
und rezenter Hominidenschädel sowie diverser Extremitäten als notwendige Voraussetzung für evolutionären Vorsprung; Unerlässlichkeit naturwissenschaftlicher Experimente zur nachhaltigen Erkenntnisgewinnung
Kompetenzbereiche: Zielorientiertes Beobachten der Phänomene im Versuch; Beschreiben und Vergleichen wesentlicher Merkmale; Anwenden von Fachtermini; Darstellen
ermittelter Ergebnisse
»Out of Africa« – stammesgeschichtliche Ursprünge des
Menschen
Hauptschule: Biologie 7. Klasse, 7.2. Evolution / Biologie
9. Klasse, 9.4. Genetik
Realschule: Biologie 7. Klasse, 7.2. Evolution / Biologie
9. Klasse, 9.3. Genetik
Gymnasium: Biologie 9. Klasse, 9.4. Vererbung / Biologie
Leistungskurs
Wo genau vermuten die Wissenschaftler die »Wiege der
Menschheit«? Tatsächlich stammt ein großer Teil der bislang
bekannten Funde aus Afrika. Der Rundgang durch die Hominiden-Sammlung des HLMD bietet zahlreiche Aufschlüsse
über dieses Phänomen. Die Teilnehmer beschäftigen sich
Eignung: Einführung in die Stoffeinheit oder Vertiefung
Inhaltsfelder: Herkunftsgebiete, Entwicklungslinien und
Abstammungstheorien des Menschen; Detailwissen zur
Untersuchung fossiler Hominiden-Schädel; Unerlässlichkeit
naturwissenschaftlicher Experimente zur nachhaltigen Erkenntnisgewinnung
Kompetenzbereiche: Zielorientiertes Beobachten der Phänomene; Beschreiben, Vergleichen und Einordnen wesentlicher Merkmale; Darstellen der ermittelten Ergebnisse
Paläoanthropologie – der Mensch auf der Suche nach
seinen Ursprüngen
Gymnasium: Biologie Leistungskurs
Im Jahr 1858 veröffentlichte Charles Darwin sein Werk »On
the Origin of Species« und beschrieb darin die evolutive
Verwandtschaft zwischen Affe und Mensch. Seine neue
Ansicht stand im Widerspruch zur christlichen Lehre und
löste heftige Kontroversen aus. Unter evolutionsbiologischen Bedingungen ist der Mensch eine Tierart unter vielen.
Daraus resultieren zahlreiche ethische und philosophische
Fragen über sein Selbstverständnis und das Verhältnis zu
seinen Vorfahren. Sowohl der Rundgang als auch die Übungen widmen sich verschiedenen Theorien der Stammesgeschichtlichen Forschung: darunter Genetik, Erich Haeckels
Systematische Phylogenie und Stammbaumgenerierung.
Dauer: ca. 100 min
Eignung: Vertiefung der Stoffeinheit oder als Zusammenfassung
Inhaltsfelder: Entwicklungslinien und Abstammungstheorien
des Menschen; Einblicke in philosophisch-ethische und
religiöse Fragestellungen über die menschlichen Ursprünge
Kompetenzbereiche: Zielorientiertes Betrachten und Analysieren der ausgewählten Inhalte im Versuch; Beschreiben,
Vergleichen und Einordnen wesentlicher Theorien über die
Herkunft des Menschen; Anwenden von Fachtermini;
Darstellen der ermittelten Ergebnisse
Schule
mit den Herkunftsgebieten der Funde und werden nach
verschiedenen Vorübungen selbst in die Lage versetzt, einen
vereinfachten Hominiden-Stammbaum zu entwerfen.
Dauer: ca. 90 min
Erdzeitalter
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Gigantische Zeitspannen
Hauptschule, Realschule: Geographie 5. Klasse, 5.2. Unser
Planet Erde, Orientierung auf der Erde
Hauptschule: Geographie 8. Klasse 8.1. Die Erde im Überblick, 8.2. Unberechenbarer Planet Erde
Realschule: Geographie 9. Klasse, 9.1. Die Erde im Überblick, 9.2. Unberechenbarer Planet Erde, Naturgeographische Faktoren, endogene Kräfte
Gymnasium: Geographie 8. Klasse, 8.1. Naturfaktoren in
ihrer Bedeutung für den Menschen
Angenommen auf dem Darmstädter »Langen Ludwig« ließe
sich eine Zeitmaschine installieren, mit der man durch die
vierte Dimension, nämlich in der Zeit zurückreisen könnte,
so wäre die Aussicht atemberaubend: In den Eiszeiten
würden Mammutherden vorbeiziehen, gefolgt von Waldelefanten in den Warmzeiten. Vor 30 Millionen Jahren würde
das Meer die Säule umspülen. Weitere 20 Millionen Jahre
zurück käme ein tropischer Urwald hinzu. Im Osten stiege
die Rauchsäule eines Vulkanausbruches auf. Und vor
350 Millionen Jahren würde sich ein Gebirge auftürmen.
Darmstadt ist ein Ort, an dem über Jahrmillionen hinweg
eine Menge Erdgeschichte nachweisbar ist. Mit Unterstützung faszinierender Exponate aus dem HLMD gelingt es, die
Dimensionen dieser ungeheuren Zeitspannen zu erfassen.
Dauer: ca. 90 min
Eignung: Vertiefung der Stoffeinheit oder als Zusammenfassung
Inhaltsfelder: Stellung des Planeten Erde im Weltall; Gestalt
und Weltrekorde der Erde am Beispiel Erdzeitalter (u a.
Vulkanismus, Plattentektonik); Leitfossilien und Gesteine
zur Bestimmung der Erdzeitalter
Kompetenzbereiche: Zielorientiertes Beobachten der Phänomene; Einordnen wesentlicher Merkmale mittels anschaulicher Vergleiche in den Zeitaltern; ggf. Beschreiben
erdgeschichtlicher Vorgänge
Schätze aus dem Odenwald
Hauptschule: Chemie 8. Klasse, 8.2. Stoffe und Stoffeigenschaften
Realschule: Chemie 8. Klasse, 8.2. Stoffe und ihre Eigenschaften, Stoffgemische und ihre Trennung, Geographie
6. Klasse, 6.3. Schätze der Erde – Kräfte der Natur
Gymnasium: Chemie 7. Klasse, 7.1. Stoffe unterscheiden
Anhand der bedeutenden Odenwaldmineralien lässt sich
die Welt der »unbelebten Natur« und ihr alltäglicher Nutzen
für den Menschen besonders anschaulich erklären. Im
Rundgang werden nicht nur wichtige Fundorte direkt vor
der Haustür Darmstadts angesprochen, sondern auch die
erdgeschichtlichen Ursachen für diese reichen Vorkommen
(Odenwald-Relief). Dabei lernen die Teilnehmer, die Oberbegriffe Mineral, Kristall, Erz und die wissenschaftlichen
Methoden ihrer Taxierung zu unterscheiden. Sie bestimmen
einen ihnen zugewiesenen Bodenschatz, dessen Eigenschaften (u. a. Härte, Masse, Farbe, Struktur) und mögliche
Verwendung. Dauer: ca. 90 min
Malachit mit Reichenbachit, Borstein-Reichenbach
Eignung: Einführung in die Stoffeinheit oder Vertiefung
Inhaltsfelder: Region Odenwald; Stoffeigenschaften und
ihre Zustände (Farbe, Glanz, Transparenz, ggf. Oberfläche,
Härte, Dichte); Aufbau der Materie und Modellverständnis
Kompetenzbereiche: Sinnlich wahrnehmbare und messbare
Stoffeigenschaften identifizieren und beschreiben; Anwendung dafür notwendiger Methoden; wesentliche Merkmale
vergleichen; ermittelte Eigenschaften an einem konkreten
Beispiel schriftlich fixieren
Schule
Edelsteine und Kristalle
Th e at e r i m M u s e u m
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Konflikt und Toleranz
»Ich möchte leben. Ich möchte lachen…«
(Selma Meerbaum-Eisinger)
Hauptschule: Geschichte 10. Klasse, 10.3. Konflikte und
Toleranz
Wer bin ich? Wer ist der/die Andere? Wer ist stark, wer
schwach? Wer ist Täter, wer Opfer? Wie entsteht überhaupt
Gewalt? Und welche Alternativen gibt es, sie zu verhindern?
Ausgangspunkte bilden Kunstwerke, die »Gewalt« ganz
unterschiedlich thematisieren – z. B. Ritterrüstungen. Die
Ambivalenz des Ritters, zugleich Beschützer und Angreifer
zu sein, spielt bei der historischen Auseinandersetzung
mit Gewalt eine wichtige Rolle. Ausgewählte Gemälde beleuchten das Verhältnis von Opfer, Täter und Mitläufer.
Nach eingehender Betrachtung übernehmen die Teilnehmer
in szenischen Übungen selbst die Regie. Neben konstruktiver Selbst- und Fremdwahrnehmung werden Gefühle und
Haltungen sowie eigene Sichtweisen über Gewaltpotenziale
und Toleranzgrenzen artikuliert. Dauer: ca. 150 min
Diese Veranstaltung begleiten zwei Theaterpädagogen.
Inhaltsfelder: Analyse Eigenes und Fremdes, Identitäten
und Ideologien; Bereicherung und Bedrohung; Wertevorstellungen und politische Überzeugungen als Ursache für
Konflikte
Kompetenzbereiche: Beobachtungen, Vermutungen, Empfindungen formulieren und in Sprache und Bewegung umsetzen; Übung im Rollenspiel unter fachkundiger Anleitung
(Theaterpädagogen)
V e r a n s ta lt u n g e n
in der
Abteilung Schriftg u s s , S at z u n d
D r u c kv e r fa h r e n ,
Kirschenallee 88
Foto © Wolfgang Fuhrmannek, HLMD
Kita, Grundschule, Weiterführende Schule
Workshops
Verschiedene Drucktechniken
52
Setzen und Drucken
Ihren Text setzen die Teilnehmer selbst mit beweglichen
Lettern. Anschließend binden sie ihn zu einem Satz aus und
schließen ihn in die Druckform. Auf einer der historischen
Handpressen in den Werkstätten der Außenstelle wird der
Text sorgfältig gedruckt.
Holzschnitt herstellen und drucken
Das älteste Hochdruckverfahren lässt sich gewinnbringend
anhand eines selbst gefertigten Druckstocks unter Zuhilfenahme geeigneter Werkzeuge veranschaulichen. Entsprechende
Bildmotive zur Umsetzung werden im Vorfeld abgestimmt.
Der Workshop ist besonders für Kinder von 6 bis 10 Jahren
geeignet.
Radieren
Nach vorheriger Absprache lernen die Teilnehmer eine der
am häufigsten verwendeten Radiertechniken – Kaltnadel
oder Ätzradierung – kennen. Nach der Bearbeitung der
Platten, dem Übertragen der Zeichnung sowie dem Ritzen
und Ätzen in die Radierplatte (u. a. Kupfer, Zink) werden
am Ende mehrere Exemplare gedruckt.
Rund ums Buch
Papierschöpfen
Wer zum ersten Mal erlebt, wie aus einem faserigen Brei ein
Blatt Papier entsteht, ist erstaunt über die Einfachheit dieses
Vorgangs. Der Workshop bietet die Möglichkeit, eigenes
Papier in unterschiedlichen Qualitäten herzustellen (z. B.
Papierdicke, Wasserzeichen, Farbigkeit).
Buchbinden
Der Workshop führt die Teilnehmer in die grundlegenden
Arbeitsschritte des traditionellen Buchbinderhandwerks ein.
Jeder fertigt und bindet ein eigenes kleines Exemplar, das im
Alltag vielseitig verwendet werden kann.
Schuldruckzentrum (SDZ)
Ziele und Bedeutung:
Seitdem die Reformpädagogik das Setzen und Drucken in
der Schule einführte (Celestin Freinet 1896–1966), wird
dieser ganzheitliche Arbeitsprozess bis heute international
angewandt. Bei Kindern und Jugendlichen fördert das Setzen und Drucken vernetztes Denken, die Gruppenarbeit
soziale Interaktion, Eigenständigkeit und Selbstvertrauen.
Im gegenwärtigen Diskurs hat das HLMD ein Schuldruckzentrum in seiner Außenstelle, Kirschenallee 88 eingerichtet,
das die Aufgaben der Bildung und Vermittlung speziell in
diesem Bereich erfüllt. Darüber hinaus bildet das Zentrum
ein Netzwerk für das schulische Drucken in Darmstadt und
der umliegenden Region.
Lehrerin/innen, Referendar/innen, Erzieher/innen,
Sozialpädagog/innnen, Studierende
Angebote:
- Verschiedene Fortbildungsangebote zur Förderung der Fachkompetenzen und optimalen Nutzung des SDZ
- Aktuelle Veranstaltungen des SDZ unter www.hlmd.de
aussenstelle
Kita, Grundschule, Weiterführende Schule
Angebote:
- Praktisches Arbeiten in thematischen Workshops oder fächerübergreifenden Projekten
- Offene Werkstatt: Nachmittagsangebote im Rahmen der verlässlichen Ganztagsschule
- Ausleihstation »Ambulante Schuldruckerei« für alle öffentlichen Bildungseinrichtungen als flexibler Baustein in der pädagogischen Tätigkeit
Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Friedensplatz 1, 64283 Darmstadt
www.hlmd.de
www.facebook.com/HessischesLandesmuseumDarmstadt
Abteilung Schriftguss, Satz und Druckverfahren
Kirschenallee 88, 64293 Darmstadt
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Öffnungszeiten HLMD
Dienstag
10:00–18:00 Uhr, Mittwoch 10:00–20:00 Uhr
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Donnerstag
10:00–18:00 Uhr, Freitag 10:00–18:00 Uhr
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Rü Sonntag 11:00–17:00 Uhr
Samstag und
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Anfahrt HLMD
Haltestelle Schloss, Straßenbahn Linie 2/3/9
Bus Linie F/H/K/L/K55/K56/671/678/681/682/693/5507/5519/
5515, Fußweg von der Haltestelle ca. 5 min
Parken Schloss – Tiefgarage
Vor dem Haupteingang des Museums (für Busse zum Einund Aussteigen)
Landstraße
Anfahrt Abteilung Schriftguss, Satz und Druckverfahren:
Vom Hbf. Linie R (Nordbahnhof) Haltestelle Mainzer
Straße oder Windmühle
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Bildung und Vermittlung
Goethestraße
Dr. Lutz Fichtner, Telefon
0 61 51 . 16 57 110
Dipl. Biol. Astrid Körner, Telefon 0 61 51 . 16 57 112
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Öffnungszeiten
Abteilung Schriftguss, Satz und Druckverfahren:
Dienstag 10:00–12:00 Uhr, Donnerstag 15:00–17:00 Uhr
Freitag 10:00–12:00 Uhr
Servicetelefon:
Telefon 0 61 51 . 16 57 111, Dienstag 10:00–12:00 Uhr
Mittwoch 14:00–16:00 Uhr, Freitag 10:00–12:00 Uhr
Schriftliche Buchungen (Rundgänge / Workshops) über
www.hlmd.de oder E-Mail vermittlung@hlmd.de,
min. 3 Wochen vor dem geplantem Museumsbesuch
Freie Gruppenbesuche (ohne gebuchtes Vermittlungsangebot) sind möglich, Anmeldung max. 2 Wochen im
Voraus direkt über www.hlmd.de oder per E-Mail an
vermittlung@hlmd.de
Kostenbeiträge:
Kostenfreier Eintritt für alle öffentlichen Bildungseinrichtungen (Kita, Grundschule, Weiterführende Schule sowie
Berufsschule, Fachschule, Fachhochschule, Universität der
im HLMD vertretenen Fachrichtungen), Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs
Gruppengröße
Wenn nicht anders angegeben max. 25 Teilnehmer +
Betreungspersonen
Fortbildungen
Aktuelle Angebote im laufenden Schuljahr unter
www.hlmd.de
Redaktion: Lutz Fichtner (Texte), Simone Kaiser
Fotos: wenn nicht anders angegeben Wolfgang Fuhrmannek, HLMD
Gestaltung: holst kommunikationsdesign, Darmstadt
Lithografie: Lasertype, Darmstadt
Herstellung: DRACH Print Media GmbH, Darmstadt
i n f o r m at i o n e n
Gebuchte Rundgänge für alle öffentlichen Bildungseinrichtungen (Kunst, Kultur-, Naturgeschichte) 40,– Euro zzgl.
5,– Euro (Materialpauschale)
Gebuchte Rundgänge für alle öffentlichen Bildungseinrichtungen, fremdsprachig (Kunst, Kultur-, Naturgeschichte)
50,– Euro zzgl. 5,– Euro (Materialpauschale)
Gebuchte Workshops für alle öffentlichen Bildungseinrichtungen (Kunst, Kultur-, Naturgeschichte) 70,– Euro zzgl.
2,50 Euro (Material pro Teilnehmer)
Kindertagesstätte/Vorschule
Grundschule
Weiterführende Schulen
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