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Die Aufholjagd in der Forschung

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MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015 • WWW.WIRTSCHAFTSBLATT.AT
urgenland
Ö ST ER R E I CHS
ZEITUNG FÜR WIRTSCHAF T UND FINANZEN - REGIONALAUSGABE
◆ Jagdausstatter Einsparungen und mehr Umsatz bringt Kettner wieder Gewinn. 10 ◆ Tourismus Hohe
Löhne belasten die Branche. 25 ◆ Therme Bad Waltersdorf wird um bis zu fünf Millionen € erneuert. 30
Die Aufholjagd in der Forschung
Bloomberg
Neue Strategie. Das Burgenland hat eine neue Strategie für Forschung, Technologie und Innovation. Eine eigene
GmbH, ein Expertengremium und auch die Unternehmen selbst ziehen alle an einem Strang, damit die Umsetzung
rasch voranschreitet. Denn noch ist das Burgenland österreichweit Schlusslicht: Die Forschungsquote liegt nur bei
0,75 Prozent. Bis 2025 soll sie auf 1,7 bis 2,2 Prozent mehr als verdoppelt oder gar verdreifacht werden. Dazu braucht
2-4/16
es Geld: von EU, Bund und Land, auch als Risikokapital für Start-ups.
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Kunsthandwerk aus dem Burgenland erzielt zwar gute
22
Preise, der Nachwuchs bleibt aber aus.
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MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
THEMA
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
THEMA
|3
Bloomberg, FH Burgenland
FORSCHUNG
Der steinige Weg zum
burgenländischen
Sillicon Valley
Eine lange Liste von Wünschen hat das Burgenland in der neuen Forschungsstrategie vermerkt. Die Umsetzung wird von Unternehmern unterstützt, aber auch mit Argusaugen kontrolliert. Die FTI Burgenland GmbH startet zumindest ambitioniert.
VON MARTINA MADNER
E
inige burgenländische
Unternehmer sind guter Hoffnung. Das
Land hat eine neue
Strategie für Forschung, Technologie
und Innovation(FTI), und die
wird nun auch vorangetrieben.
Die Vorgabe, die es bis 2025 zu erfüllen gilt, ist sehr ambitioniert.
Demnach sollen die Forschungsund die Entwicklungs-Quote dahin auf 1,7 bis 2,2 Prozent mehr als
verdoppelt oder gar verdreifacht
werden.
Walter Mayrhuber macht sich
als Geschäftsführer der FTI Burgenland GmbH folglich mit großem Einsatz ans Umsetzen. 25
konkrete Ziele wurden aus der
Strategie extrahiert, zum Teil
auch Maßnahmen ausgearbeitet
und sogenannte Fahnenträger dafür gefunden: Mehr Bewusstsein
für FTI möchte Mayrhuber zum
Beispiel mit dem Ausbau der Langen Nacht der Forschung oder
mit Innovationspreisen schaffen.
Der Ausbau der Human-Ressourcen beginnt bei den Kleinsten in
den Kindergärten, die zu „Kleinen
Forschern“ werden sollen. Das beginnt bei Mädchen, die für MINTFächer (Mathematik, Informatik,
Naturwissenschaft und Technik)
begeistert werden sollen, und
reicht bis hin zu Jobrotationen
zwischen Wirtschaft und Bildungseinrichtungen. Manfred
Gerger, Hella-Geschäftsführer
und Präsident der Industriellenvereinigung Burgenland, sowie
IV-Geschäftsführerin Ingrid Puschautz-Meidl haben sich zum
Beispiel für das FTI-Netzwerken
begeistert und die Fahnenträgerschaft in der Vernetzung mit der
nationalen und internationen Forschung übernommen, mit ersten
Erfolgen. (siehe Interview rechts)
Engagement tut auch dringend
Not, denn das Burgenland ist zwar
nicht mehr die verlängerte Werkbank Österreichs. Die Dichte an
F&E-intensiven Firmen ist aber
nach wie vor geringer als in ande-
Meine Sorge ist, dass
Einzelinteressen großer Betriebe die von
KMU überlagern.
JÜRGEN BEIGLBÖCK
GESCHÄFTSFÜHRER
RMDATA
Mit der neuen
FTI-Strategie
will das Burgenland Standort von mehr
forschungsintensiven Unternehmen werden.
ren Bundesländern. Dazu kommt,
dass die burgenländischen Betriebe im Durchschnitt weniger in
F&E investieren: Mit durchschnittlich 134 € pro Einwohner
und Jahr liegen sie deutlich unter
dem Österreich-Mittel von 420 €
und weitab von Oberösterreich;
dort sind es 614 €.
Erfolgsarme Bemühungen
Zwar gab es bereits FTI-Förderprogramme. Die Innovationsoffensive wirkte allerdings weniger
als jene in anderen Bundesländern. „Eine große Aufbruchstimmung ist nicht entstanden“, sagt
etwa Jürgen Beiglböck, Geschäftsführer des Software-Entwicklers
rmDATA. Tatsächlich ist die F&EQuote im Burgenland von 2002
bis 2011 von 0,56 auf 0,75 Prozent
um ein Drittel gewachsen (siehe
Grafik). Niederösterreich konnte
sich im selben Zeitraum aber um
67 Prozent steigern und Tirol um
57 Prozent.
Beiglböck wünscht sich, dass
mit der Umsetzung der FTI-Strategie nun eine Informatik-Community im Burgenland entsteht,
zum Austausch über internationale Entwicklungen. Seine große
Sorge ist aber, „dass sich Einzelinteressen großer Unterneh-
ZAHL
67
Millionen €
■ Die F&E-Ausgaben sollen sich
laut Forschungsstrategie bis 2025
mehr als vervierfachen: Aus den 52
Millionen € von 2011 sollen bis dahin 176 bis 217 Millionen € jährlich
werden. Konkret sind in der Förderperiode bis 2020 73 Millionen €
an EU-Mitteln für das Burgenland
budgetiert. Dazu kommen Mittel
vom Land und Additionalprogramme des Bundes über 100 Millionen
€. In Summe ergibt das bis 2020
200 Millionen € Fördervolumen.
Ein Drittel, also 67 Millionen €, soll
für Forschung reserviert sein.
Nachgefragt. „Wir brauchen eine schlagkräftige Einheit“
WirtschaftsBlatt: Wozu braucht
man die neu gegründete FTI Burgenland GmbH ?
Walter Mayrhofer: Zweck ist die
Umsetzung der Strategie, außerdem gehört die Beratung der Landesregierung zu unseren Aufgaben. Es braucht eine schlagkräftige Einheit, damit wir unsere Ziele
erreichen: die Verdreifachung der
Forschungsquote.
Reichen die Mittel aus für die Umsetzung dieses Ziels?
Alleine aus eigenen Mitteln
wird das Land das nicht schaffen.
Die Landesförderungen sind gar
nicht so schlecht, wir müssen aber
verstärkt auf Unternehmen und
den Bund setzen, mehr Additionalitätsprogramme machen.
am 27. Februar konstituiert sich
der Rat für Forschung, Technologie und Entwicklung.
Was ist bereits passiert?
Wir haben ein 25-Punkte-Programm erarbeitet, das wir mit
strategischen Partnern umsetzen
wollen. Die Industriellenvereinigung ist zum Beispiel ein solcher
Fahnenträger für das Anknüpfen
an nationale und internationale
Forschungsnetzwerke wie zum
Beispiel an das Kärntner Electronic Cluster. Das ist im Jänner bereits passiert. Am 2. März präsentieren sich die burgenländischen
Opto-Elektroniker in Villach. Und
Warum baut man keine eigenen
Cluster auf?
Das Burgenland ist zu kleinräumig. Damit in einem Cluster Dynamik entsteht, braucht es eine gewisse Größe. Sonst lohnt sich der
Aufwand gegenüber dem Nutzen
nicht. Cluster sind Informationsdienstleister und Networkingplattformen. Man kann aber auch
Aufträge erlangen und gemeinsam
Innovationen vorantreiben.[mad]
Walter Mayrhofer ist Geschäftsführer der neuen FTI-GmbH.
martina.madner@wirtschaftsblatt.at
4|
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
THEMA
REGIONALE FORSCHUNGSQUOTEN
Bruttoinlandsausgaben für F&E
(in % des Bruttoregionalprodukt)
Österreich
Österreich
Durchschnitt
985
gesamt
F&E-Ausgaben pro Kopf (in €)
Bruttoinlandsausgaben für F&E (in Mio. €)
8276,3 Mio. €
1556
971
Oberösterreich
1372,9
560
Vorarlberg
207,6
1018
Tirol
722,2
1437
598
Salzburg
316,3
BEATE KÄLZ
457
NÖ
737,4
Die Infrastruktur
und das Umfeld für
Spin-ups müssen
besser werden.
Wien
2666,5
WERKSLEITERIN
SANOCHEMIA
Sanochemia
0,75
180
836
Steiermark
1737,0
Burgenland
51,7
Kärnten
464,9
WirtschaftsBlatt
Grafik/Cmund
Quelle: Statistik Austria, Erhebung über Forschung und experimentelle Entwicklung 2011. Erstellt am: 16.12.2014
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mer mehr als jene von Startups und KMU durchsetzen“. Und
Beate Kälz, Werksleiterin der Sanochemia Pharmazeutika, hofft
darüber hinaus, dass die Infrastruktur optimiert wird, jene für
Kinderbetreuung, Bildung und
Verkehr genauso wie die konkrete
für Forschung: „Technologiezentren sollten für Forschung reserviert sein und nicht Fitnessstudios
oder Arztpraxen beheimaten.“
Finanzierung sichern
Auf dem Papier jedenfalls ist das
alles vermerkt: Sowohl Gründer
und KMU als auch die Industrie
sollen von besseren (Förder-)Services profitieren: Für Start-ups
will Mayrhofer Business-Angels
finden. Außerdem sind sogenannte Inkubatoren geplant, die zum
Beispiel beim Businessplan, der
Suche nach Geldgebern oder mit
günstigen Krediten unterstützen.
Beides erachtet Bernd Bodiseltisch, Geschäftsführer des Isotopen-Labors Imprint Analytics, das
die Herkunft von Lebensmittel ermitteln kann, für sehr sinnvoll.
Der Standort im Technologiezentrum in Neutal im Burgenland habe zwar mit hoher Lebensqualität, Landesförderungen, vergleichsweise günstigen Miet- und
Personalkosten gepunktet. Aber:
„Ein forschungsintensives Unter-
nehmen wie unseres war den Banken zu risikoreich. Die Investorensuche hat die Gründung um
ein Jahr verzögert. Und: Man ist
damit alleine.“ Letzlich hat Bodiseltisch dann doch 50 Prozent
Fremdkapital von einem amerikanischen Investor und der Bank sowie durch die Beteiligung von
zwei Fonds des Wirtschaftsservice Burgenland zusammenstoppeln können; seit Mai 2013 ist das
Labor operativ tätig.
Markus Bohrer, der schon 2006
die Dr. Bohrer Lasertec in Neusiedl am See gegründet hat, wurde
damals unter anderem von der guten Ausbildung des Personals angezogen, das in seiner Firma nun
Hochleistungslaser für die Herstellung von Druckformen entwickelt: „Es gibt wenig Arbeitsplätze
in forschungsintensiven Betrieben; deshalb ist es leichter, gutes
Personal zu finden.“ Was im Burgenland fehlt, sei ein „Habitat wie
in Sillicon Valley oder Stanford“,
ein riskikobereiteres, rasch reagierendes und innovationsfreundlicheres Umfeld: „Im Burgenland gibt es ein wahnsinnig
kreatives Umfeld für Wein. Das
würde ich mir in der Forschung
auch wünschen.“
Die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter martina.madner@wirtschaftsblatt.at
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INTERVIEW
B
ei der Wirtschaftskammerwahl im Februar sind
im Burgenland 17.500
Unternehmer aufgerufen,
ihre Stimme abzugeben. Der amtierende Präsident, Peter Nemeth,
hat in Eisenstadt von der Wirtschaftskammer aus nicht nur
einen Blick über die Hügellandschaft, sondern auch auf die
Lücken, die es in der Wirtschaft
noch zu schließen gilt. Es brauche
noch mehr Kaufkraft, gepaart mit
neuen Ansiedlungen und Arbeitsplätzen, so Nemeth.
WirtschaftsBlatt: Beim letzten
Urnengang 2005 erreichte der
ÖVP-Wirtschaftsbund im Burgenland 70,3 Prozent der Stimmen.
Wie lautet Ihr Ziel für diese Wahl?
Peter Nemeth: Eine satte Mehrheit, damit der Wirtschaftsbund
nach wie vor die dominierende
Kraft in der Wirtschaftskammer
ist und wir alle Spitzenfunktionen
besetzen.
Im Zuge des Wahlkampfs sind Sie
intensiv im Meinungsaustausch
mit Unternehmern: Wie ist die
Stimmung in den burgenländischen Betrieben?
Grundsätzlich ist die Stimmung
nicht schlecht. Was den Unternehmen zu schaffen macht, sind
die Bürokratie und die tagtägliche
Verunsicherung seitens der
Politik.
Welche Verunsicherung meinen
Sie?
Steuerbelastungen in Form
einer Erbschaftssteuer, Vermögensteuer und Schenkungssteuer
würden Unternehmer massiv belasten. Es gibt sehr anlagenintensive Unternehmen – zum Beispiel
in der Branche, in der ich tätig bin:
Wir sprechen im Autohandel von
unter einem Prozent Rendite.
Wenn man da vom Vermögen
noch ein Prozent zahlen soll, dann
schaut es schlecht aus.
Wie sollte denn eine Steuerreform
aus Ihrer Sicht finanziert werden?
Der eine Teil der Steuerreform
wird sich aufgrund des wachsenden Konsums tragen, wenn
der Eingangssteuersatz gesenkt
wird.
Das heißt, sie finanziert sich selbst?
Ja, sie finanziert sich selbst. Auf
der anderen Seite sollten das
Land, der Bund und die Gemeinden vernünftige Projekte früher
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
Peroutka π
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
INTERVIEW
„Die Lücke
im Wohlstand bleibt
noch 20 Jahre“
Peter Nemeth. Das Burgenland habe nach wie vor wirtschaftlichen Aufholbedarf,
sagt der Präsident der Wirtschaftskammer Burgenland. Bisher waren es EU-Förderungen, in Zukunft sollten Breitband und Gemeindekooperationen für Impulse sorgen.
CLAUDIA PEINTNER
jenseits der Grenze nicht ordentlich weitergeführt wird.
Wir binden im Burgenland immer noch
nicht so viel Kaufkraft wie die anderen Bundesländer.
in Angriff nehmen – ob es der
Ausbau des Internets ist, verschiedene Straßenbauten oder andere
Infrastrukturprojekte.
Sie sprechen die S7 an, die vor allem die Wettbewerbsfähigkeit des
Südburgenlands verbessern soll.
Wann rechnen Sie mit einem Baustart?
Die S7 ist seit 15 Jahren im Gespräch. Wenn sich in 15 Jahren
nichts getan hat, bin ich nicht sehr
hoffnungsfroh, dass das in naher
Zukunft passieren wird.
Woran scheitert es?
Das Problem bei Projekten, die
länderübergreifend sind, ist immer, dass viele Nachbarschaftsrechte, Einspruchsmöglichkeiten
und Bürgerinitiativen mit im Spiel
sind. Es ist auch nicht sinnvoll, die
S7 auszubauen, wenn das Projekt
Welche Maßnahmen muss es alternativ geben, damit wirtschaftlich
schwache Regionen im Burgenland
attraktiver für Firmen und Mitarbeiter werden?
Es gibt genug Unternehmen, für
die der Ausbau des Breitbandinternets oberste Priorität hat und
nicht eine Straßenverbindung.
Bis 2019 soll im Burgenland die
flächendeckende Breitbandversorgung sichergestellt sein. Was erwarten Sie sich davon?
Dass es etwa für Einpersonenunternehmen attraktiv ist, sich im
Südburgenland anzusiedeln, auch
aufgrund der günstigeren Geschäfts- und Wohnungsmieten.
Zurück zum Befinden der burgenländischen Unternehmer: Wo wütet denn die Bürokratie am wildesten?
Es gibt über 150 Beauftragte in
Unternehmen, angefangen beim
Feuerlöscher-Beauftragten. Das
ist für Unternehmen ein bürokratischer Schwulst, der nicht zu bewältigen ist und kostet. Ich weiß,
was man als Unternehmer allein
am Anfang eines Jahres alles zu
überprüfen hat – von der Überprüfung der Tore bis hin zu Ölabscheiderkontrollen.
Was trägt denn die Wirtschaftskammer zum Bürokratieabbau bei?
Die meiste Bürokratie passiert
ja nicht durch das Land, sondern
kommt von Bundesseite. Dort, wo
das Land beteiligt ist, etwa bei Betriebsanlagengenehmigungen,
sind wir dabei, Vereinfachungen
durchzuführen. Wir haben mit
dem Land Ende des Vorjahres
eine Clearingstelle ins Leben gerufen, an die sich Unternehmer
mit Problemen bei Verfahrensabwicklungen wenden können.
Das Burgenland profitierte seit
dem EU-Beitritt durch die Einstufung als „Ziel-1-Gebiet“ enorm von
Förderungen. Kritiker sagen auch,
dass dadurch natürliches Wachstum gehemmt wurde, Investitionen
einseitig erfolgt seien. Wie sehen
Sie das?
Ich weiß nicht, wer das sagt,
wer nicht Wohlstand haben
Wenn es dem Tiroler schlecht geht,
nimmt er etwas vom
Sparbuch. Der Burgenländer muss
zur Bank.
|7
möchte. Die Lücke zwischen dem
Burgenland und den westlichen
Bundesländern ist eine Lücke von
vier Jahrzehnten. Bis zum Fall des
Eisernen Vorhangs ist alles klein
strukturiert gewachsen, es hat
kaum Industriebetriebe gegeben.
Diese Wohlstandslücke aufzuholen ist unmöglich, zumindest
wird sie noch die nächsten 20 bis
30 Jahre bestehen. Der Unterschied zu einem Tiroler Unternehmer ist: Wenn bei uns das Geschäft schlecht geht, müssen
unsere Unternehmen zur Bank
gehen. Wenn es dem Tiroler
schlecht geht, nimmt er etwas
vom Sparbuch. Die Anschubinvestitionen waren für unser Land
sehr hilfreich.
Eine Förderung allein ist aber noch
kein Garant für ein funktionierendes Unternehmen.
Es stimmt, dass auch Unternehmen geschaffen worden sind, die
noch nicht so richtig funktionieren. Das Ziel muss jetzt sein, diese zu festigen und gut durch die
Zukunft zu bringen. Auf der anderen Seite glaube ich, dass es noch
sehr viel Potenzial für neue
Arbeitsplätze und Ansiedlungen
gibt. Denn wir binden immer
noch nicht so viel Kaufkraft wie
die anderen Bundesländer.
Wo sehen Sie Potenzial?
Wenn man genau hinschaut,
sieht man, dass uns in der Elektrobranche unglaublich viel fehlt.
Es fehlen große Elektrohändler im
Bezirk Neusiedl, in Eisenstadt.
Am Kaufkraftabfluss lässt sich beobachten, wo das Geld hinläuft. Es
bleibt nicht im Land. Da könnte
man noch sehr viele Arbeitsplätze
schaffen.
Warum gibt es diese Lücke?
Es gibt einige wesentliche Elektrohändler, die marktdominierend
sind, und die haben auch solche
Kaufstromanalysen wie wir. Und
es liegt an der Attraktivität des
Standorts und an dem, was ihnen
die Gemeinden anbieten. Die Gemeinden sind für mich hier zu
lahm.
Es gibt gerade im Mittel- und
Südburgenland viele Abgangsgemeinden, die durch Gemeindereformen finanzkräftiger und leistungsfähiger werden könnten.
Wie stehen Sie zu Gemeindefusionen?
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wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
INTERVIEW
Peroutka π
Das wesentliche Einsparpotenzial besteht in der Zusammenarbeit der Gemeinden und
nicht in einer Fusionierung. Es ist
sinnvoll, die Bauhöfe zusammenzulegen. Wozu braucht jede Gemeinde eine Kehrmaschine? Vernünftig wäre es, wenn man Regionen stärkt, die schon stark sind,
und dann einen interkommunalen
Finanzausgleich hat. Man muss
bereit sein, mit dem zu teilen, der
darauf verzichtet, statt sich in den
Wettbewerb, der niemandem etwas bringt, hineinzuschmeißen.
Fällt Ihnen dazu ein Beispiel ein?
Parndorf hat unglaublich hohes
Kommunalsteueraufkommen aufgrund des Outlet-Centers. Die
Mitarbeiter kommen aber nicht
aus Parndorf, sondern aus vielen
anderen Orten, wo es dadurch weniger Betriebe gibt. Es wäre vernünftig, wenn man einen Ausgleich mit den Gemeinden finden
würde, aus denen die Mitarbeiter
kommen, damit die auch etwas
von dem Wohlstand haben.
Welche Ansiedlungen schweben
Ihnen als WirtschaftskammerPräsident denn in den nächsten
Jahren vor – Industriebetriebe oder
Kleinstunternehmen?
Man muss sich die Frage stellen:
Warum sollte sich jetzt ein Industriebetrieb im Burgenland niederlassen? Reine Produktionsbetrie-
be, die sehr personalintensiv sind,
brauchen wir uns nicht zu erträumen. Einen Betrieb in der Hightechbranche mit qualifizierten
Mitarbeitern, den hätten wir gern,
den hätten aber alle gern.
Und wie schaut es mit den Kleinstunternehmen und Start-ups aus?
Das Burgenland war bei der
Gründungsintensität in den vergangenen Jahren österreichweit
immer Spitzenreiter. Das hat damit zu tun, dass wir einen großen
Aufholbedarf hatten. Durch die
Ziel-1-Gebietsförderungen sind
große Betriebe entstanden und
viele kleine, die bei denen mitnaschen oder ihnen Dienstleistungen anbieten konnten.
Gerade von den Kleinstunternehmen kommt aber immer die Kritik,
dass ihre Interessen durch die
Wirtschaftskammer zu wenig vertreten werden.
Das sagt vor allem die Opposition. Wenn die Neos, die Grünen
und die Freiheitlichen das Solidarsystem abschaffen, sind die
Verlierer die Einpersonenunternehmer, weil im Solidarsystem die
Großen und Mittleren den Großteil der Beiträge zahlen. Um den
Betrag, den ein Kleinstunternehmer bei uns bezahlt, bekommt er
so viele Leistungen, die ohne
Pflichtmitgliedschaft weit höhere
Kosten verursachen würden.
Im Burgenland sind rund 40 Prozent der Gewerbeschein-Inhaber
Frauen, bei Einpersonenunternehmen liegt der Frauenanteil bei
mehr als 50 Prozent. Im burgenländischen Wirtschaftsparlament
sind aber von 55 Delegierten nur
vier Frauen. Wie wollen Sie dieses
Ungleichgewicht beseitigen?
Mein Wunsch wäre es natürlich, das Familienbild auch unter
den Funktionären abzubilden.
Nur: Was soll ich denn machen,
wenn ich unter den Kfz-Gewerben oder bei den Maschinenschlossern keine Frau habe, aber
die Frauen gerade in anderen Berufen unglaublich dominant sind.
Es werden immer nur die Berufe
abgebildet, nicht die Menge der
Mitglieder.
Die Zahl der Lehrbetriebe ist in
den letzten zehn Jahren im Burgenland um knapp ein Viertel gesunken. Gleichzeitig klagen die Unternehmer, dass ihnen die Fachkräfte
fehlen. Was läuft falsch?
Es liegt einerseits daran, dass
wir weniger Jugendliche zur Verfügung haben. Zum anderen feiern wir immer die höchste Maturantenquote. Wenn diese
steigt, dann bleibt die Zahl jener,
die eine Lehre machen wollen,
niedrig.
Sind auch die Betriebe weniger gewillt, Lehrlinge auszubilden?
Ich gebe Ihnen ein Beispiel dafür,
warum einige nicht mehr so erfreut
sind, Lehrlinge auszubilden. Ein
Lehrling kostet Unternehmen
Geld. Wenn die Politik behauptet,
sie sei der Lehrlingsausbildner
Nummer eins, dann frage ich mich,
warum bilden sie keine Köche oder
Kellner aus? Die Mitarbeiter in den
Bauhöfen der Gemeinden, die Mechaniker beim Land – sie kommen
alle aus der Wirtschaft. Die Wirtschaft bildet jene aus, die sie selbst
braucht. Sie hat kein Interesse daran, für die Gemeinde Eisenstadt
oder das Land Burgenland Mechaniker auszubilden.
Die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
ZUR PERSON
■ Peter Nemeth, geboren 1955 in
Wien, ist seit 2005 Präsident der
burgenländischen Wirtschaftskammer. Parallel dazu fungiert er als
Geschäftsführer der Ing. Nemeth
GmbH. & Co. KG sowie der Nemeth
Autohandel GesmbH. Der ehemalige Eisenstädter Bürgermeister
(2002 bis 2007) absolvierte die Matura an der HTL in Wiener Neustadt
und die Matura an der HAK der
Wiener Kaufmannschaft. Nemeth,
begeisterter Fliegenfischer und
Sammler antiker Wiener Uhren, ist
verheiratet und hat zwei Kinder.
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
ÜBERBLICK
+ 17 %
22,6 %
Burgenland
in Zahlen
NÄCHTIGUNGEN
Eisenstadt verbuchte laut dem
Bürgermeisterbüro im Vorjahr
wieder einen Nächtigungszuwachs. 59.148 Buchungen bedeuteten ein Plus von 17 Prozent
bzw. 8612 Übernachtungen
gegenüber 2013. Das Ergebis
vom Haydn-Jahr 2009 bleibt
aber ungeschlagen. Damals verzeichnete die Landeshauptstadt
61.755 Nächtigungen.
AUSLASTUNG
Das Burgenland legte zwar beim Export zu,
wies im 1. Halbjahr 2014 allerdings eine negative
Handelsbilanz aus. Touristiker konnten sich im Vorjahr
über steigende Auslastungen freuen.
- 2,8 %
EXPORTE
PKW-ZULASSUNGEN
Die Immobilien-Nachfrage im Burgenland
steigt heuer um 2,8 Prozent, das Angebot
um 3,5 Prozent, so die Remax-Immobilienpreisprognose 2015. Das verursacht Preiseinbußen von 2,8 Prozent. Grundstückspreise legen um 1,4 Prozent zu, Einfamilienhäuser geben um 2,1 Prozent nach.
Das Burgenland hatte in der Saison 2013/14 rund 1200 Beherbergungsbetriebe. 24.400 Betten bedeuten ein ein leichtes Minus von 0,6 Prozent. Die Bettenauslastung ist hingegen gestiegen. Im Winter lag sie bei 22,6
Prozent und damit um 0,5 Prozent über der Vorjahressaison,
im Sommer um 0,9 Prozent über
dem Vergleichswert.
+ 3,4 %
10.473
IMMOPREISE
|9
Die burgenländische Handelsbilanz blieb
im 1. Halbjahr 2014 trotz Exportwachstums
von 3,4 Prozent negativ, so Statistik-Austria. Auch Niederösterreich, Salzburg und
Wien wiesen ein negatives Ergebnis auf. In
Österreich stiegen die Ausfuhren um 1,5
Prozent auf rund 63,2 Milliarden €.
Pkw-Neuzulassungen im Burgenland sind
rückläufig. 2014 wurden 10.473 Personenkraftwagen neu zugelassen. Das ist laut
Statistik-Austria ein Minus von rund sechs
Prozent im Vergleich zu 2013. Österreichweit wurden 303.318 Fahrzeuge angemeldet, das ist ein Rückgang von 4,9 Prozent.
TRENDS
+5,4 %
Eröffnete Insolvenzen 2014
Veränderung in %
Österreich gesamt
3266
+0,3 %
3275
+13,9 %
+8,6 %
-5,7 %
+4,5 %
-7,6 %
+5,4 %
-16,0 %
'13
'14
+13,7 %
W
NÖ
B
OÖ
S
V
T
St
K
911
960
610 575
131
149
Geschätzte Passiva 2014
Lehrlinge nach Bundesländern 2014
Österreich gesamt
Österreich*
Angaben in Mio. €
184 194
79
90
186 202
526 486
237
199
6255
2899
402 420
W
NÖ
B
OÖ
S
3959 811
589 597
69
128
548 334
118
115
V
T
St
K
73
59
141 123
437 429
321 303
'13
Veränderung zum Vorjahr in %
'14
-4,7 %
7542
-4,1 %
-4,6 %
115.068
-4,9 %
11.490
24.644
-5,2 %
17406
17.693
-4,8 %
8908
*Davon haben 6.475 einen
Ausbildungsplatz in integrativer
Berufsausbildung; Quelle: Lehrlingsstatistik 2014, WKÖ
-4,5 %
-5,1 %
16.737
+1,5 %
2690
-5,2 %
7958
Grafik/Veis
ANZEIGE
10 |
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MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
UNTERNEHMEN
JAGDAUSSTATTUNG
Kettner gelingt der Turnaround
Erich Hussmann
Dank Einsparungen und
Umsatzsteigerung ist der
Kleidungs- und Jagdausstatter Kettner wieder in
der Gewinnzone. Jetzt will
er den Schwung nützen
und im Ausland neue
Filialen eröffnen.
VON DANIELA SCHUSTER
PÖTTELSDORF. Die Eduard
Kettner GmbH mit Sitz in Pöttelsdorf kehrte 2014 in die Gewinnzone zurück. Das Ziel war schon
2013 angepeilt worden, 2014 wurde es tatsächlich erreicht. Der
Turnaround ist die Folge von
„Maßnahmen auf der Kostenseite“, wie Geschäftsführer Gernot
Krausz sagt. Andererseits stieg
der Umsatz sogar stärker als
Krausz erwartet hatte.
So habe man einen Erlös von 18
Millionen € budgetiert, sagt
Krausz. Doch Kettner setzte 18,5
Millionen € um; 2013 waren es
noch 17,5 Millionen. Krausz: „Obwohl ich mich an kein so schlechtes Textiljahr erinnere wie 2014.“
Waffenabsatz stabil
Denn der extrem milde Winter,
der verregnete August und der
warme Herbst setzten der Branche zu. Dass es bei Kettner besser
lief, hat Krausz zufolge mit dem
JUNGUNTERNEHMER
PORTRÄT
Schmuck aus
den Haaren
der Pferde
Seit Herbst hat Kettner zwei Auslandsfilialen. „Weitere könnten folgen“, kündigt GF Gernot Krausz an.
neuen sogenannten Multichannelsystem zu tun. Das heißt, der Kunde kann online bestellen, die Waren bei Bedarf aber in einer Filiale abholen oder zurückgeben.
Und natürlich half dem Jagdausstatter, dass er neben Kleidung
auch Waffen, Fernrohre und andere Utensilien vertreibt. Schließlich ist die Nachfrage nach Fernstechern weniger stark den Wetterkapriolen unterworfen als die
nach Bekleidung, und die Zahl der
Jäger sei mit rund 130.000 in Österreich stabil.
Die Einsparungen hatte das
Unternehmen schon in den Jahren
davor getätigt. Als die Schmid Industrieholding die Eduard Kettner
GmbH 2008 von der Raiffeisen
Landesbank Oberösterreich übernahm, war das rund 100 Jahre alte
Unternehmen ein Sanierungsfall.
Nach 2008 reduzierte man die
Zahl der Mitarbeiter um rund 20
Prozent. Derzeit zählt Kettner 100
Beschäftigte in elf Filialen.
Seit Herbst gibt es zudem zwei
Standorte in Kroatien. Diese hätten sich „so ergeben“, sagt Krausz,
NECKENMARKT. Die Idee, Schmuck aus Pferdehaaren
anzufertigen, hat eingeschlagen wie die sprichwörtliche
Bombe. „Ich wollte das hobbymäßig machen, aber jetzt
ist es fast ein Vollzeitjob“, sagt Heide Pazelt. Ihre Tochter
Carina brachte die Geschäftsidee aus England
mit, ein Jahr hat die Verwirklichung gedauHeide Pazelt
(re.) und Tochter
ert. Seit August 2014 arbeitet Pazelt
Carina verwandeln
selbstständig. Dabei wäre das Projekt
Pferdehaare in
fast gescheitert. Pazelt: „Wir haben am AnSchmuckstücke.
fang keinen Juwelier gefunden, der Verschlüsse für uns macht.“ Sie hat die Verarbeitung von Pferdehaar in Deutschland gelernt. Derzeit fertigt
sie gemeinsam mit Tochter Carina Armbänder, Halsketten,
Schlüsselanhänger und Glücksbringer.
[ris]
der Partner dort habe Interesse
bekundet. Weitere Auslandsfilialen könnten folgen. Krausz: „Da
wir in der Gewinnzone zurück
sind, möchte ich ein Expansionskonzept erarbeiten.“ Konkretes
verrät er nicht, nur so viel. Krausz:
„Es wird vor allem im Jagdbereich
sein.“ In Österreich sieht er eher
im Nicht-Jagdbereich Potenzial,
etwa bei Outdoor-Ausstattung für
Naturliebhaber.
Die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter burgenland@wirtschaftsblatt.at
Doris Granabetter
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
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| 11
TOURISMUS
Das Burgenland dreht am Elektro-Rad
Maxum
OBERWART. Gerald Ehrenhöfer
und Martin Ochsenhofer radeln
gern. Aus dem Hobby haben sie
jetzt ein Geschäft gemacht. Unter
dem Namen E-Bike-Paradies Südburgenland bieten sie Radtouren
an und haben sich mit lokalen
Produzenten vernetzt.
Seit 2010 bringen Gerald Ehrenhöfer, Heurigenwirt aus Neustift
a. d. Lafnitz, und Martin Ochsenhofer, Geschäftsführer des Reisebüros Foxtours in Oberwart, Radtouristen in das Südburgenland.
Großes Manko: fehlende Infrastruktur und hügelige Landschaft.
So setzten die beiden auf das
damals noch neue E-Bike, Verleihstationen in Leasingvariante und
die Vernetzung mit 40 Betrieben
an den Strecken sowie die Vermarktung durch das Reisebüro
von Ochsenhofer. 2011 zählten sie
Kittsee im Norden bis nach Kalch
im Süden. Im April wird die mittelschwere „Paradies-Route“ mit
einer Länge von 260 Kilometern
im Südburgenland eröffnet.
Diese „Paradies-Route“ soll
nach den Vorstellungen der Organisatoren bei der Bewertung des
ADFC (Allgemeiner Deutscher
Fahrradclub) vier Sterne holen.
Tourismusbetriebe können sich
eine Abstellanlage mit Ladestationen und vier Rädern zum Preis
von 409 € im Monat leasen, inklusive Service. Nach fünf Jahren
wollen nun auch die größeren Hotelbetriebe auf das Rad setzen, erhoffen sie sich dadurch doch eine
Steigerung der durchschnittlichen
Aufenthaltsdauer von zwei Nächten auf mehr als drei.
[ih]
800 Entleihungen. 2014 waren es
dann mehr als 3000 mit einem
Umsatz von 180.000 €. Mittlerweile haben sie 22 Verleihstationen
eingerichtet und setzen 140 Räder
ein.
Punkten wollen die beiden Radverleiher vor allem mit Qualität,
wie den neuesten E-Bikes, und
Service, vom Gepäcktransport bis
zur 24-Stunden-Hotline.
Radrouten durch das Land
Das Burgenland setzt inzwischen
stark auf die neue Spielform des
Tourismus. 2014 flossen mehr als
280.000 € an Landesmitteln in den
Sektor. 2015 sieht das Landesbudget 340.000 € für den Ausbau der
Radinfrastruktur vor.
Radfans können im Burgenland
2500 Kilometer auf Radwegen zurücklegen. Neu ist eine Route von
2014 wurden 3000 E-Bikes im
Südburgenland verliehen.
burgenland@wirtschaftsblatt.at
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OFENBAUER
Hafner profitiert
vom Wunsch
nach Sicherheit
beigestellt
Wolfgang Ivancsics baut Kachelöfen und Kacheln per Hand.
OLLERSDORF. Für den burgenländischen Keramik- und Hafnerbetrieb Ivancsics Ges.m.b.H. verlief das vergangene Geschäftsjahr
laut Geschäftsführer Wolfgang
Ivancsics „besser als gedacht“.
Ivancsics ist auch Bundes- und
Landesinnungsmeister der Hafner, Platten- und Fliesenleger und
Keramiker.
Die Wirtschaftskrise, sagt er, sei
in der Branche zwar spürbar, doch
umweltfreundliches und energieeffizientes Heizen mit Kachelöfen
liege nach wie vor im Trend. Gefragt seien auch Nischenprodukte
wie Pizza- und Brotbacköfen sowie Küchenherde, mit denen
Ivancsics mittlerweile ein Drittel
seines Geschäfts macht. Ivancsics:
„Sie bieten Sicherheit, wenn bei
Vereisungen tagelang der Strom
ausfällt, wie es 2014 der Fall war.“
Bis zu 80 Öfen stellt der Betrieb
pro Jahr her. „Ein Kachelofen
wärmt und ist ein Designstück“,
sagt Ivancsics. Zu seinen Kunden
zählen Private, Hotels und Gastronomiebetriebe. Hafnerbetriebe
in Ostösterreich kaufen seine Kacheln.
Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern fertigt Ivancsics seine
Keramikfliesen in Handarbeit. Im
Vorjahr gut angekommen seien
Raku-Kacheln. Sie werden mit
einer speziellen japanischen
Technik gebrannt, die einen besonderen Effekt erzeugt. Ins nahe
Ungarn exportiert er selten.
Ivancsics: „Für den Markt sind
unsere Arbeitskosten zu hoch.“
Das Familienunternehmen mit
sechs Mitarbeitern steigerte im
Vorjahr den Umsatz um fast zehn
Prozent auf rund 450.000 €. Für
heuer erwartet Ivancsics ein ähnliches Ergebnis.
[fri]
burgenland@wirtschaftsblatt.at
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ÖKOTOURISMUS
HANDEL
Burgenländische
Safari im Aufwind
Outletcenter suchen
Sprachtalente
beigestellt
FRAUENKIRCHEN/ILLMITZ.
Landesförderungen für den Naturschutz kommen auch dem Ökotourismus zugute: 1,3 Millionen € erhält der Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel für seine Personalkosten, 1,4 Millionen € gibt es für
die Sicherung der Grundflächen.
Für Tourismus-Landesrätin Michaela Resetar ist das auch eine indirekte Fremdenverkehrsförderung: „Mehr als 700.000 Besucher
bewegen sich jährlich in den Bewahrungszonen“ – so wird die für
Gäste zugängliche Nationalparkfläche, rund die Hälfte der 97 Quadratkilometer, genannt.
Nationalpark-Touren
Allein in der St.Martins-Therme &
Lodge konnte die Teilnahme an
den Touren mit Nationalpark-Rangern im Vorjahr um 40 Prozent gesteigert werden. 6000 Gäste des
Frauenkirchner Resorts hätten die
„Safari“-Angebote genutzt, so Geschäftsführer Klaus Hofmann:
„Das erfreut sich immer größerer
Beliebtheit, im Durchschnitt führen wir bereits mehr als vier Touren pro Tag durch.“
Elfriede Salzl, Inhaberin des Nationalparkhotels in Illmitz, will dagegen nicht von großen Zuwächsen sprechen, die Ökotouristen
seien eine stabile Gästekategorie.
Die Saison werde auch durch
Klaus Hofmann begrüßt immer
mehr Safari-Gäste in der Therme.
„Ornithologen und Birdwatcher,
die im Frühjahr und Herbst kommen“, verlängert. Salzl sieht vor
allem die Schweiz als wichtigen
Markt, „hier ist der Gast offen für
Naturtourismus und bleibt meist
eine ganze Woche“. Daher investiere man im Nachbarland bewusst in Werbung. Schwieriger zu
vermarkten seien dagegen der
autofreie Urlaub („Mobil mit
Stil“), die Salzls bleiben aber trotzdem dran: „Schließlich wollen wir
als Nationalparkhotel unserem
Namen gerecht werden.“ [graf]
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PARNDORF. Das Wachstum der
Parndorfer Outlets fordert seinen
Tribut: Personal ist aufgrund der
steigenden Anforderungen schwer
zu finden. Das Gros der 3000
Arbeitsplätze in Parndorf entfällt
auf die beiden Outletbetreiber
McArthurGlen und Fashion Outlet. Mit der für März 2015 geplanten Eröffnung des Pado-Fachmarktzentrums (durch die Erlinger
Immobilien GmbH aus Wien)
kommen 300 weitere dazu. Das
dünnt den Arbeitsmarkt im Raum
Neusiedl aus.
AMS-Landesgeschäftsführerin
Helene Sengstbratl reagierte und
startete Postwurfsendungen in den
angrenzenden Bezirken Eisenstadt,
Schwechat und Bruck/Leitha.
Außerdem installierte sie die neue
Internetplattform www.ams.at/
parndorf, die gemeinsam mit den
Outlets konzipiert wurde. Das AMS
stellt dabei über eine Vorauswahl
der elektronisch einlangenden Profile sicher, „dass ausschließlich
Unterlagen von geeigneten Bewerbern an die Unternehmen weitergeleitet werden“, sagt Sengstbratl.
Die Schwierigkeit dabei sind aus
Sicht der Shopbetreiber vor allem
mangelnde Sprachkenntnisse. So
begrüßt der Center-Manager des
McArthurGlen-Designer-Outlets,
Mario Schwann, die Job-Plattform
zwar, skizziert aber auch seine An-
forderungen: „Sprachen wie Slowakisch oder Ungarisch sind auf
jeden Fall ein Plus, aber auch Chinesisch, Russisch oder Serbisch
sind von Vorteil.“ Das BewerberProfil geht über fachliche Qualifikationen regionaler Handelsangestellter hinaus. Auch interkulturelle Trainings, „bei denen Mitarbeiter lernen, wie sie den Ansprüchen
internationaler Gäste gerecht werden“, sind daher laut Schwann Teil
des internen Weiterbildungsprogramms.
Lokale Mitarbeiterbindung
Eine Rolle bei der Personalsuche
– gegenüber den zumeist internationalen Modemarken und lizenzierten Shops – spielt auch die regionale Verankerung der Firmen.
Zumindest sieht man diesen Vorteil bei der Mitarbeiterbindung bei
einem der letzten lokalen Outletmieter, dem Weinshop des Joiser
Winzers Leo Hillinger: „Alle Mitarbeiter stammen aus dem Seewinkel und sind schon lange bei
uns“, sagt die Parndorfer Shop-Managerin Manuela Frischauf. Sie hat
selten mit Nachbesetzungen zu
tun. Aber auch im Weinverkauf
werden Sprachen wichtiger: „Zwei
unserer Mitarbeiter sprechen fließend Slowakisch.“
[graf]
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PORTRÄT
„Weniger ist mehr, auch beim Wein“
Der Jungwinzer Christoph
Wachter folgt einem neuen Trend. Er lässt den
Wein in alten Holzfässern
reifen, damit er seinen
Charakter behält. Das Ergebnis ist einzigartig.
Steve Haider
VON ISABELLA
HOFMANN-MÄHR
AM RADAR
K
ein Winzer hat im vergangenen Jahr so viele
Auszeichnungen eingeheimst wie Christoph
Wachter vom Eisenberg im Südburgenland. Mit 26 wurde er als
Newcomer des Jahres bei den
„Feinschmecker“ Wine Awards
2014 ausgezeichnet sowie zum
Winzer des Jahres bei der Trophée Gourmet à la Carte 2014 gekürt. Wachter-Wiesler produziert
im Jahr 65.000 Flaschen Qualitätswein, davon gehen 20.000 in den
Export.
Die Holzfässer, in denen der
Blaufränkische reift, sind an die
20 Jahre alt. Wachter denkt gar
nicht daran, diese zu tauschen.
durch die Arbeit auf dem Weingut
meiner Eltern und bei Niepoort
kennengelernt. Von da an wusste
ich, was ich will. Weniger ist
mehr – das gilt auch beim Wein.“
Im Jahr 2010 hat ihm sein Vater
Franz die Verantwortung für den
Weinkeller und Weingarten übertragen. Vier Jahre später kürte ihn
das deutsche Magazin „Der Feinschmecker“ zum Newcomer of
the Year.
Kleiner Berg, großer Wein
Christoph Wachter (26) im Weingarten am Eisenberg. Mit 22 Jahren
hat er die Familienwinzerei übernommen, seitdem regnet es Preise.
Also Schluss mit dem typischen
Barrique? Christoph Wachter:
„Der Geschmack des Bodens und
die Lage machen unseren Wein
vom Eisenberg unverwechselbar.
Das alte Holz der Fässer lässt den
Wein so werden, wie er ist.“
Für Wachters Mentor Dirk Niepoort, einen der bekanntesten
Winzer in Portugals Douro-Tal,
steht die Trendumkehr fest. Niepoorts Weingut besteht seit 1842
in der fünften Generation. Nie-
poort: „Man geht weg vom Neuholzfass, so kann man den Wein
besser nach seiner Stilistik unterscheiden.“
Auf dem Weingut der Niepoorts
hat Wachter nach der Weinbauschule in Klosterneuburg bei
einer Ernte im Jahr 2009 „die
Feinheit, die Finesse, die Schönheit“ des Winzerdaseins kennengelernt. Christoph Wachter: „In
der Schule lernt man viel Theorie.
Die Liebe zum Wein habe ich
Reinhold Krutzler (42), der für
seinen Blaufränkisch Perwolff (96
Punkte im „À la Carte Weinguide“
für den Jahrgang 2012) bekannt ist,
versucht wie Wachter, Österreichs kleinstes Weinbaugebiet
am Eisenberg (180 Hektar) über
die Grenzen hinaus „mit seinen
Visionen“ bekannt zu machen.
40 Winzer arbeiten am Eisenberg. Wachter bewirtschaftet 13
Hektar. Im Vergleich zu internationalen Größen ist das wenig, für
das Südburgenland (500 Hektar
mit 1500 Winzern) aber groß. Die
Weine von hier erkennt man an
ihrer mineralischen Note.
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NEU IM GESCHÄFT
LG EISENSTADT
ABSIC Abrechnungs- und Sicherheitssysteme Einzelunternehmen, Waldstraße 27, 7221 Marz,
FN 426857g. Inh.: Kurt Josef Frankolin.
Elektro Radanovits GmbH,
Hauptplatz 16, 7551 Stegersbach,
FN 426932t. GF+GS: Helmut Radanovits.
CBF Anlagenbau AG Niederlassung Österreich, Thomas A.Edison Straße 2, 7000 Eisenstadt, FN
427258x.
CRISS-CROSS GmbH, Eisenstädterstraße 28, 2421 Kittsee, FN
426748x. GF+GS: Christian Windisch.
Harald Sexl GmbH, Hans Tinhof
Straße 9/5, 7000 Eisenstadt, FN
427285k. GF+GS: Harald Sexl.
Majak OG, Kirchberg 1/1/6, 7092
Winden am See, FN 425966x. GS:
Christian Schnelzer, Vladimira
Schnelzer.
Socialsbuy KG, Friedhofgasse 8,
7512 Kohfidisch, FN 426744s. GS:
Kevin Feierfeil. KOMM: Marcel Augustin.
Tripam Handels & Montageservice GmbH, Grafenschachen 223,
7423
Grafenschachen,
FN
427176a. GF+GS: Petra Tripam.
Communications & Media Solutions OG, Siedlungsgasse 61, 7011
Siegendorf, FN 426618f. GS: Susanne Schiessl, Mag.Karl Schiessl.
Grünhof
Immobilienentwicklungs GmbH, Obere Hauptstraße 69, 7100 Neusiedl am See, FN
425569m. GF: Franz Weinzierl. GS:
CAAF GmbH.
PRA Group Österreich Portfolio
GmbH, Marktstraße 3, 7000
Eisenstadt, FN 426567f. GF: Leif
Henning Dokset, Jan Husby, PRA
Group Österreich Inkasso GmbH.
Jenei Gastronomiebetriebs OG,
Landstraße 11, 7034 Zillingtal, FN
426217s. GS: Bernadett Jenei,
Henrietta Jenei.
Autohandel Kri Einzelunternehmen, Neustiftgasse 20, 7123
Mönchhof, FN 425990g. Inh.:
Christian Peisser.
GPS GASTRO POWER SERVICES
GmbH, Industriezeile 1/5.Stock,
7011 Siegendor, FN 426165p. GF:
Herbert Stelzhammer, Caroline
Wawruschka.
Schöne Sachen liebe Leute
GmbH, Hintergasse 20, 7210 Mattersburg, FN 424943t. GF+GS:
Stefan Mayr, Mag. Martin Vögel.
TELLO
Abdichtungstechnik
GmbH, Hofstatt 11, 7312 Unterpetersdorf, FN 426055b. GF+GS: Recep Ali Düzgün.
elektrohaus.at Handels GmbH,
Marktstraße 3, 7000 Eisenstadt,
FN 426146k. GF: Günther Baumgarten. GS: Franz Pollross.
Helmut Allacher KG, Marktgasse
23, 7122 Gols am Neusiedlersee,
FN 426369p. GS: Helmut Allacher.
KOMM: Ilse Allacher.
MANNA2000 Bau Gesellschaft
mbH, Günserstraße 5/2/4, 7350
Oberpullendorf, FN 426159f
GF+GS: Janos Nagy. GS: Dr. Mandli Karoly.
Service Competencies Management Einzelunternehmen, Dr.
Heinz Janschek Gasse 3, 7034 Zillingtal, FN 426160g. Inh.: DI Andreas Bake.
Taxi H.Bauer KG, Am Vörösdomb
35, 7400 Oberwart, FN 426192d.
GS: Herbert Bauer. KOMM: Katrin
Bauer, Christoph Bauer.
H10 Projektentwicklungs Gesellschaft mbH, Hauptstraße 33a/2.
Stock, 7000 Eisenstadt, FN
425578a. GF: Michael Züger, Mag.
Richard Kroyer. GS: BBIV Fünf
GmbH.
Herbst Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Leithengasse 10, 7344 Stoob, FN 426076h.
GF+GS: Ing. Rudolf Herbst. GF: Rafael Herbst. GS: Rafael Herbst,
Brigitte Herbst.
Hotel Panoramahof Loipersdorf
Einzelunternehmen, Grieselstein-Schaufelberg 54, 8380 Grieselstein-Schaufelberg,
FN
425997t. Inh.: Franz Strobl.
Phenix-Immobilien G.m.b.H,
Hauptstraße 11, 7023 Pöttelsdorf,
FN 425565g. GF: Sabine Wally. GS:
Robert Kotrc.
Schöll & Tremmel OG, Hauptstraße 60, 7341 St.Martin/Bez.Oberpullend., FN 426093h. GS: Marc
Tremmel, Christoph Schöll.
Whole in One Einzelunternehmen, Fölliggasse 23 a, 7035 Steinbrunn, FN 425957h. Inh.: Mag.
Maria Choi.
Windpower EP GmbH, Franziskanerstraße 17, 7132 Frauenkirchen,
FN 425536p. GF: Michael Mascherbauer, MBA, Mag. Lukas Püspök. GS: 4P Envest GmbH, Energie AG Oberösterreich Fair Energy
GmbH.
Christian Benetka Gesellschaft
mbH, Untere Wunkau 83, 7111
Parndorf, FN 425432k. GF+GS:
Christian Benetka.
MARIS Capital Advisors GmbH,
Orangeriegasse 7, 7000 Eisenstadt, FN 425800b. GF+GS: Mag.
Alexander Johann Franta.
Schwarz Baumanagement Einzelunternehmen, Bundesstraße
(Burgauberg) 12, 8291 Burgauberg-Neudauberg, FN 425964v.
Inh.: Ing.Martin Schwarz.
Trummer Immo GmbH, Halmheu
6, 8291 Burgauberg, FN 425805i.
GF+GS: Karl Trummer. GS: Renate
Trummer.
xsource consulting Gesellschaft
mbH, Kreuzjochstraße 14 - 16/6,
7123 Mönchhof, FN 425935a.
GF+GS: Johannes Zwinger.
Carbon Systems Gesellschaft mit
beschränkter Haftung, Wienerstraße 9a, 7442 Lockenhaus, FN
425727w. GF+GS: Andreas Gager.
GS: Gelu Siman, Christian Kappel.
Gerhard Mayer.
EMMVEST IMMOBILIEN Gesellschaft mbH, Fasangasse 15, 7453
Steinberg-Dörfl, FN 425648d.
GF+GS: Johann Emmer, Manuel
Emmer.
Freeeway GmbH, Thomas A.Edison-Straße 2, 7000 Eisenstadt, FN
425395g. GF: Helmut Lehner. GS:
Machine & Voice Communication
GmbH, TRANSPOREON GmbH.
Generalplanung Schwarz Einzelunternehmen, Bundesstraße
(Burgauberg) 12, 8291 Burgauberg-Neudauberg, FN 425440y.
Inh.: Ing. Martin Schwarz.
gentz25 gmbh, Dr.Robert DavyGasse 27, 7000 Eisenstadt, FN
425396h. GF: Mag. Thomas Strubreiter. GS: delphis immobilien
gmbh.
grimm06 gmbh, Dr.Robert DavyGasse 27, 7000 Eisenstadt, FN
425397i. GF: Mag. Thomas Strubreiter. GS: delphis immobilien
gmbh.
Helena Szankovich KG, Schulgasse 2a, 7111 Parndorf, FN 425518m.
GS: Mag. Helena Szankovich.
KOMM: Anton Szankovich.
Metallico Garbelotto Ges.m.b.H,
Nr: 11, 7121 Weiden am See, FN
425289a. GF: Ing. Wolfgang Zuba.
GS: Ingrid Garbelotto, Amadeo
Garbelotto.
MB Franchise GmbH, Obere
Hauptstraße 9, 7100 Neusiedl am
See, FN 425688m. GF+GS: Manuel
Beyer.
Pannonia Sailing GmbH, Seeuferplatz 30, 7121 Weiden am See, FN
425458z. GF: Mathias Florian. GS:
Johann Weiss Gesellschaft m.b.H,
Mathias Florian, ondot solutions
GmbH.
Pici Team Einzelunternehmen,
Weichselfeldgasse 6, 7100 Neusiedl am See, FN 425625w. Inh.:
Tibor Kovacs.
ZK Consulting KG, Kleine Zeile 6,
7361 Kroatisch Geresdorf, FN
425503s. GS: Zsolt Kovacs. KOMM:
Maria Kovacs.
PIK-AS Austria Einzelunternehmen, Hochstraße 140, 7433 Mariasdorf, FN 424669p. Inh.: DI(FH)
Christina Polster.
D54 Projektentwicklungs GmbH,
Hauptstraße 33a/2.Stock, 7000
Eisenstadt, FN 425571s. GF: Michael Züger, Mag. Richard Kroyer.
GS: BBIV Fünf GmbH.
Radinsel Gesellschaft mit beschränkter Haftug, Ruster Straße
13a, 7000 Eisenstadt, FN
425840k. GF+GS: Karoly Samuel
Zügn, Jozsef Rozsas.
EMI Montage Gesellschaft mit
beschränkter Haftung, Weinberggasse 58, 7011 Zagersdorf, FN
425303x. GF+GS: Ruza Milanovic.
Energie Burgenland Biomasse II
GmbH & Co KG, Kasernenstraße 9,
7000 Eisenstadt, FN 418299x. GS:
Energie Burgenland Biomasse
GmbH. KOMM: Energie Burgenland AG.
LHB Technik Einzelunternehmen, Hauptstraße 82, 7444 Mannersdorf an der Rabnitz, FN
424422a. Inh.: Ing.Andreas Böhm.
NEMAS TRADING GMBH, Reitschacher Siedlung 27/1, 7100 Neusiedl am See, FN 425361g. GF+GS:
Christoph Höglinger.
Hubert Hinterleitner Einzelunternehmen, Tatzmannsdorferstraße 51, 7432 Oberschützen, FN
425207f. Inh.: Hubert Hinterleitner.
Wolfshof Immobilien GmbH, Santenweg 9, 7052 Müllendorf, FN
425126k. GF: Dr. Martin Stapf. GS:
Dago GmbH.
CBT Consult GmbH, Dr.Karl Renner Straße 57, 2491 Neufeld an der
Leitha, FN 425112s. GF+GS: DI
Manfred Leser.
Guttmann & Co GmbH, Steinamangerer Straße 7a, 7400 Oberwart, FN 425108i. GF+GS: DI Gerald Guttmann. GS: Dorothea
Guttmann.
KNOI Gesellschaft mbH, Werner
von Siemensstraße 1, 7343 Neutal, FN 425040i. GF+GS: Stanislav
Beyl.
So-Fit Einzelunternehmen, Seestraße 38/9, 7100 Neusiedl am
See, FN 425084z. Inh.: Sonja Reiter.
Transport DOMBAYCI Gesellschaft mbH, Buchenweg 1, 7202
Bad Sauerbrunn, FN 424975p.
GF+GS: Adem Dombayci. Prok.:
Neslihan Dombayci.
delphis immobilien gmbh, Dr.Robert Davy-Gasse 27, 7000 Eisenstadt, FN 424978v. GF: Mag. Thomas Strubreiter. GS: delphis
gmbh.
VERONACH Hoch- und Tiefbau
Gesellschaft mit beschränkter
Haftung, Günserstraße 5/2/4,
7350 Oberpullendorf, FN 424315v.
GF+GS: Janos Nagy. GS: Laszlo Veres. GS+Prok.: Gergö Veres.
E R Ö F F N E T E I N S O LV E N Z E N
LG EISENSTADT
Taxi Gangoly Gesellschaft mit
beschränkter Haftung, Alte Straße 15, 7400 Oberwart, FN333571x.
MV: Mag. Barbara Senninger, 7551
Stegersbach.
(K)
Alfred Cihlar Maler und Anstreicher whft 7322 Lackenbach,
Stoober Allee 27, Stoober Allee
25, 7322 Lackenbach, Einzelfirma.
MV: Dr. Christian Supper, 7350
Oberpullendorf.
(K)
Johann Ecker Landwirt, Augasse
18, 7311 Neckenmarkt, Einzelfirma. MV: Dr. Johann Kölly, 7350
Oberpullendorf.
(K)
Häußle GmbH, Hauptstraße
165/b, 7201 Neudörfl, FN359349f.
MV: Dr. Peter Hajek Jun. MBA,
7000 Eisenstadt.
(K)
Jürgen Kuhn Reinigungsgewerbe, Bachäcker 2, 7361 Kroatisch
Geresdorf, Einzelfirma. MV: Dr. Johann Kölly, 7350 Oberpullendorf.
(K)
Stefan Jankovits Verlassenschaft, Waldgasse 1, 7021 Drassburg, Einzelfirma. MV: Mag. Adalbert Hausmann, 7000 Eisenstadt
(K)
Günter Loschy Montage von Einbaumöb.,Fenstern u. Türen,
535/6, 7412 Wolfau, Einzelfirma.
MV: Mag. Romi Andrea Panner,
7571 Rudersdorf.
(K)
Gartner Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Olbendorf
12, 7534 Olbendorf, FN248215y.
MV: Dr. Elisabeth Hrastnik, 7400
Oberwart.
(K)
(K) = Konkurs, (SV) = Sanierungsverfahren, (SVE) = Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung. Forderungen können u.a. beim Kreditschutzverband, 1120 Wien, Wagenseilgasse 7, angemeldet werden.
Tel: 050 1870-1000, Fax: 050
1870-99 1000; www.ksv.at
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MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
KONJUNKTUR
| 15
UMFRAGE
Die Zukunft bringt . . .
Wir bitten Unternehmer und Manager aus führenden Betrieben um ihre Einschätzung der wirtschaftlichen Lage.
Das Konjunkturbarometer bietet einen unmittelbaren Einblick in die Entwicklungen in Ihrem Bundesland.
WOLFGANG
TUPY
GF
KROMBERG &
SCHUBERT
AUSTRIA
BEATE
KÄLZ
WERKSLEITERIN
SANOCHEMIA
PHARMAZEUTIKA
AG
SILVIA
HEINRICH
WINZERIN
WEINGUT
HEINRICH
JOSEF
UNGER
GESCHÄFTSFÜHRER
UNGER STEEL
GROUP
MATTHIAS
GRÜN
GESCHÄFTSFÜHRER
ESTERHAZY
BETRIEBE
JOACHIM
WOLF
GESELLSCHAFTER
UND GESCHÄFTSFÜHRER
WOLF NUDELN
JOHANN
HABERL
INHABER & GF
LARIMAR HOTEL
GMBH
Wie schätzen Sie die
Konjunkturentwicklung
in den nächsten drei
Monaten ein?
Wie wird sich das Geschäft
in Ihrem Unternehmen in
den nächsten drei
Monaten entwickeln?
Suchen Sie aktuell
Mitarbeiter? Wenn ja, für
welche Bereiche werden
sie gesucht?
s Wir prognostizieren eine
stabile Entwicklung des Marktes.
s Wir erwarten eine sich
kaum verändernde, positive
Geschäftslage.
s Ja, im Bereich Kunststofftechnik, Prüfmittelbau und
Qualitätssicherung. Info:
www.kromberg-schubert.com
l Gleichbleibend. Russland
wird weiterhin unsicher bleiben.
s Die Bestellungen sind gegenüber dem Vorjahresquartal nur
leicht angestiegen.
l Nein, aktuell suchen wir
keine Mitarbeiter.
l Der Rohölpreis-Rückgang
stärkt die Konjunktur zwar,
mittelfristig wird sie aber vom
Nachfragemangel dominiert.
s Wir rechnen mit gleichbleibendem Inlandsgeschäft, jedoch steigenden Exportzahlen, vor allem nach Übersee.
s Wir suchen einen Facharbeiter für Weinbau und
Keller sowie Saisonkräfte.
www.weingut-heinrich.at
s In unseren angestammten
Märkten in Zentral- und Osteuropa erwarten wir ein äußerst moderates Wachstum.
s Wir gehen von einer stabilen
Auftragslage aus.
s Wir freuen uns auf Lehrlingsanfragen im Bereich Metall- und Stahlbautechnik.
Info: www.ungersteel.com
s Wir erwarten in den nächsten Monaten eine leichte Steigerung.
s Der Übergang von Winter auf
Frühling verstärkt die Nachfrage in der Land- und Forstwirtschaft und auch bei Immobilien.
s Ja, wir suchen laufend
qualifizierte Mitarbeiter,
insbesondere für Spezialfunktionen. www.esterhazy.at
t Die allgemeine Jammerei
erweckt den Eindruck, dass
die Konjunktur etwas zurückgehen wird.
s Unser Geschäft wird etwas
besser als im Vorjahr verlaufen. Das zeigen die aktuelle
Auslastung und Auftragslage.
l Nein, unsere Mitarbeiterzahl bleibt unverändert. Wir
bauen weder ab, noch stellen
wir zusätzlich ein.
s Wenn die Politik die Rahmenbedingungen verbessert,
rechne ich mit einem Zuwachs, sonst mit Stagnation.
s Gleich wie im Vorjahr, wenn
kein Schnee mehr kommt eher
besser.
s Wir suchen Lehrlinge für
Restaurantfachmann und Küche, Rezeption und Verkauf.
Peroutkaπ (3), beigestellt (4)
16 |
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
FORUM
ONLINE-UMFRAGE
Gehen Sie im
Februar zu den
WirtschaftskammerWahlen?
6
32
%
62
n = 494 Stimmen; WirtschaftsBlatt
Ja
Nein
Weiß noch nicht
Grafik/Cmund
32 %
62 %
6%
Rund ein Drittel von 494
Lesern gibt vom 23. – 26. Februar bei den WK-Wahlen
seine Stimme ab. 62 Prozent gehen nicht wählen.
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Das gute Forschungsding
braucht zu lange Weile
D
as Burgenland macht sich an die Umsetzung der Forschungsstrategie: Sowohl Unternehmer, die vom Land eingesetzte
FTI Burgenland GmbH, Bildungseinrichtungen wie die Fachhochschule als auch ein eigens geschaffener Rat für Forschung, Technologie und Innovation machen sich ambitioniert an die Sache. Mit
Gabriele Ambros, der Präsidentin der Forschung Austria, als Vorsitzender, dem Verfassungsjuristen Heinz Mayer, Gerald Bast, dem Rektor der Angewandten, Reinhold Schärf, dem Inhaber der Coffee Shop
Company, der Biotechnologin Gi-Eun Kim und anderen bildet der
Rat ein buntes Expertengremium, das frischen Wind in die burgenländische Forschung bringen soll.
Genau den hat sie auch notwendig, denn die Bemühungen gibt es
zwar seit Jahren, auch an Fördermitteln ist bereits einiges geflossen,
von einer wissensbasierten Gesellschaft und Unternehmerlandschaft
ist das Burgenland aber noch immer weit entfernt. Der Unternehmer
Markus Bohrer stellt zum Beispiel fest, dass für ein burgenländisches
Sillicon Valley schlicht das Umfeld fehlt.
G
enau dieses Umfeld sollte im Burgenland auch nicht vergessen werden: Neben der Forschungsinfrastruktur, direkten
Förderungen, Inkubatoren und Investoren braucht es den
gesellschaftlichen Wandel. Und der vollzieht sich zu langsam: Frauen sind zum Beispiel in den Köpfen vieler Burgenländer immer noch
mehr Mütter als Humane Ressourcen. Frauen in die Technik - das
darf sich nicht auf ein bisschen Bewusstseinsbildung beschränken.
Mädchen (wie Buben) vom Kindergarten an zu „kleinen Forschern“
zu machen und die wenigen Frauenkarrieren in forschungsintensiven Unternehmen als Vorbilder zu präsentieren, sind nur ein Teil
des Wegs. Es braucht auch harte, konkrete Taten: mehr und längere
Kinderbetreuung, bewusste Förderung von jungen Frauen an den
Schulen und Unis, Mentoring, fixe, terminierte Zielvorgaben zum
Frauenanteil in der Technik und, falls diese nicht erreicht werden,
eben Quoten. Denn das Selbstbewusstsein der Burgenländerinnen
zu stärken, sie mit der Diskussion um die Rabenmutter aber alleine
zu lassen, reicht nicht aus. Auch Väter arbeiten Vollzeit,
engagieren sich viele Stunden in ihrem Beruf: Zum Rabenvater macht sie deshalb kaum jemand.
MARTINA MADNER
martina.madner@wirtschaftsblatt.at
FORUM
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
| 17
ZITAT
Es kann nicht sein, dass die Weinwirtschaft als
Opferlamm der Landwirtschaft herhalten muss.
Parlamentsdirektion WILKE
JOHANNES SCHMUCKENSCHLAGER
Der Präsident des österreichischen Weinbauverbands lehnt eine Mehrwertsteuererhöhung bei Wein ab Hof ab.
LESERBRIEFE
XUnbrauchbare Regeln
ANGESPITZT
für Lehrherren
Leserbrief zu „Die Burgenländer
kennen ihre Champions nicht“
Gehen Sie zu einem burgenländischen Klein- und Mittelbetrieb
mit zwei bis 15 Mitarbeitern. Sollten Sie einen Termin bekommen
– der Chef muss zu 1000 Prozent
mitarbeiten, damit die Vereinsmeier die Aufwandsentschädigung pünktlich bekommen. Betreffend Lehrstellen: Der Sohn
eines Freundes sucht seit einem
Jahr eine Lehrstelle als Kfz-Mechaniker. Er hat HAK-Matura,
das Bundesheer fertig. Laut AMS
ist er überqualifiziert – er soll ins
Büro – will er aber nicht. Für
Lehrlinge, die nur als Hilfsarbeiter taugen, gibt’s Förderungen –
für ihn nicht. Jeder Lehrherr sagt:
Warum soll ich ihn nehmen? Die
Rahmenbedingungen für die
Lehrherren sind unbrauchbar.
Ein Firmenchef, der die letzten 15
Jahre 20 Lehrlinge ausgebildet
hatte, muss jetzt sechs Tage auf
Schulung gehen und dort überprüfen, ob er die Fähigkeit zur
Ausbildung hat.
Hans Mayer, per E-Mail
Illustration: Michael Riedler
WIRTSCHAFTSBLATT REGIONAL IHR TEAM
Martina Madner [mad]
Die Arbeitsmarktexpertin
schreibt über Bildung, Karriere
und Unternehmen.
Ursula Rischanek [ris]
Berichtet über kleine und mittlere Betriebe in Niederösterreich und dem Burgenland.
Alexander Pfeffer [pepe]
Der Redakteur leitet das Ressort
Business-Talk in allen WirtschaftsBlatt-Publikationen.
martina.madner@wirtschaftsblatt.at
burgenland@wirtschaftsblatt.at
alexander.pfeffer@wirtschaftsblatt.at
Markus Stingl [mast]
Leitet das Regionalressort im
WirtschaftsBlatt. Berichtet über
relevante Themen für KMU.
Wolfgang Drucker [drw]
Der WirtschaftsBlatt-Redakteur
berichtet über IT-Themen und
Unternehmen des Bundeslands.
Christoph Pridun [chp]
Berichtet über wirtschaftliche
Events und Unternehmensveranstaltungen in Ihrem Bundesland.
markus.stingl@wirtschaftsblatt.at
wolfgang.drucker@wirtschaftsblatt.at
christoph.pridun@wirtschaftsblatt.at
Roland Graf [graf]
Der Autor schreibt über Neuigkeiten aus mittelständischen
Unternehmen im Burgenland.
Melanie Manner [man]
Berichtet über Immobilienthemen in Wien, Niederösterreich
und dem Burgenland.
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Edwin Sametz ist Ihr
Ansprechpartner für das
Burgenland. Tel.: 0676/871 970 324
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18 |
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MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
FAMILIENUNTERNEHMEN
EXPERTENTIPP
ÜBERGABE
Strukturierte
Planung sichert die
Betriebsnachfolge
Unternehmensübergaben, sei es
im Familienkreis oder auch an
Externe, stellen vielfältige Herausforderungen an alle Beteiligte. Dies erfordert eine sorgfältige
und rechtzeitige Nachfolgeplanung. Die in der politischen Diskussion vermehrt vernehmbare
Forderung auf Wiedereinführung der Erbschafts- und Schenkungssteuer verstärkt den zeitlichen Druck, sich mit diesen
Fragen zu befassen.
Ungeachtet dessen sollte am
Beginn eines jeden Übergabeprozesses die Durchführung
einer sorgfältigen Untersuchung
der bestehenden Unternehmenssituation in den Bereichen Finanzen, Steuern, Recht und Geschäftsmodell aus Sicht des
Übergebers stehen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse schaffen mitunter unerwartete und
neue Einblicke in Bestehendes
und schützen vor unliebsamen
Überraschungen.
Häufig ist die Sicherung des
Fortbestandes des Familienunternehmens – oft verbunden
mit dem Wunsch der Altersversorgung des Übergebers – das
vorrangige Ziel einer Unternehmensnachfolge. Stehen keine familieninternen Nachfolger zur
Verfügung, ist auch ein Verkauf
an einen Dritten in Erwägung zu
ziehen. In jedem Fall ist es unerlässlich, eine objektivierte Vorstellung vom Wert des Unternehmens zu bekommen: im Verkaufsfall für die Erzielung eines
angemessenen Preises, in der familiären Nachfolge für die Einordnung der Übergabe als unentgeltlich oder entgeltlich, weil
sich daran unterschiedliche
steuerliche Folgen knüpfen.
Auch für die Ermittlung der Abfindungsansprüche weichender
Erben ist eine Unternehmensbewertung in der Regel unerlässlich. Grundlage und damit unverzichtbarer Bestandteil jeder
Unternehmensbewertung ist die
Aufstellung und Plausibilisierung einer integrierten Unternehmensplanung. Erst die aus
einer sorgfältigen Unternehmensbewertung abgeleiteten Erkenntnisse können Ausgangspunkt für eine strukturierte und
steueroptimierte Nachfolgeplanung wie Rentenvereinbarungen, Kaufpreise, Vermögensaufteilung und Abfindungszahlungen sein. Auch der gewählten
Rechtsform ist große Bedeutung
beizumessen.
„Mein Rat ist,
Der Generationenwechsel
ist eine der größten Herausforderungen für ein
Familienunternehmen.
Beim Vorarlberger Logistiker Gebrüder Weiss lief
der Übergabeprozess über
sieben Jahre hinweg.
VON MARKUS STINGL
Nichts übereilen
Die Vereinbarung von Rentenansprüchen oder die Einräumung von Fruchtgenussrechten
können im Falle der Wiedereinführung einer Erbschaftssteuer
deren Bemessungsgrundlage reduzieren. Für alle mit der Unternehmensübernahme verbundenen Belastungen muss letztlich
der erwartbare Cash Flow nach
Investitionen eine ausreichende
Finanzierbarkeit gewährleisten
– und zusätzlich sollte auch noch
ausreichend Liquidität für die Finanzierung eines angemessenen
Lebensunterhaltes des Nachfolgers verbleiben.
Zu warnen ist jedenfalls vor
einer überhasteten Unternehmensübergabe im Lichte alter
und in Erwartung neuer Steuern.
Ist das Familienunternehmen
ohne sorgfältige Vorbereitung
einmal übertragen, können die
aus einer nachträglichen Änderung der Struktur oder aufgrund
familieninterner Spannungen resultierenden Kosten die ersparten Steuern um ein Vielfaches
übersteigen.
EUGEN
STRIMITZER
Tax Partner
KPMG
I
n den vergangenen Jahrhunderten war die Betriebsübergabe einfacher,
weil die Vorgänger früher
gestorben sind“, konstatiert Heidi Senger-Weiss
recht sachlich. Sie weiß, wovon
sie spricht: Fast 500 Jahre bevor
sie 1968 mit ihrem Gatten Paul die
Agenden des Vorarlberger Logistikunternehmens übernahm, starteten ihre Vorfahren ein Transportunternehmen: den Mailänder
Boten. 22 Generationen lang ist
die Familie Weiss bereits im Bereich Mobilität und Transport tätig, seit 1823 ausgeflaggt als Gebrüder Weiss.
Ende 2004, nach 36 Jahren in
der operativen Führung, hat sich
das Ehepaar in den Aufsichtsrat
zurückgezogen. „Unser Generationenwechsel war der erste geplante“, sagt Senger-Weiss. Man
habe die Zeichen der Zeit erkannt:
„Wir waren fast zwei Jahrzehnte
immer die Jüngsten in der Branche, plötzlich waren die Ansprechpartner immer öfter
Gleichaltrige. Und wenn sich immer mehr wesentlich Jüngere darunter mischen – dann ist es an
der Zeit!“ Es gehe auch darum, in
Ende 2004 übergab Heidi Sengereiner immer schnelllebigeren Zeit
modern zu bleiben.
Gemischtes Management
„Mein Rat ist, rechtzeitig zu beginnen.“ Bei Gebrüder Weiss hat
der Prozess sieben Jahre gedauert.
Initiiert wurde er 1997 mit einer
Novität: Erstmals in der Unternehmensgeschichte wurde externes Know-how in das Top-Management geholt, die Geschäftsführung von zwei auf vier Personen erweitert. „So konnte sich die
gesamte Organisation daran gewöhnen, dass auch jemand anderer als nur Familienmitglieder
‚dort oben‘ sitzt“, sagt SengerWeiss. „Ab einer gewissen Größe
eines Familienbetriebs finde ich
ein gemischtes Management erstrebenswert.“ Allerdings sollte
zumindest ein Familienmitglied
operativ tätig sein, „sonst ist es
kein echtes Familienunternehmen
mehr“.
Rund fünf Jahre vor dem „Tag
X“, wie ihn Senger-Weiss nennt,
wurden Gespräche mit „der Jugend“ geführt und Aufbau- und
Einarbeitungsprogramme festgelegt. Erfreulicherweise zeigten alle Kinder Interesse am Unterneh-
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
FAMILIENUNTERNEHMEN
| 19
rechtzeitig zu beginnen“
beigestellt (3)
Weiss das Steuer bei Gebrüder Weiss an die nächste Generation (im Bild rechts mit Vorstandsvorsitzendem Wolfgang Niessner).
men – die finale Entscheidung
über die Nachfolge lag aber beim
Aufsichtsrat. An diesen Prozessen
hatten auch externe Begleiter, ein
Rechtsanwalt und ein Wirtschaftsprüfer, mitgewirkt, „beide Vertrauenspersonen für alle Beteiligten“.
So mancher wird verkaufen müssen, um die
Steuer zu bezahlen.
Nicht mehr aufschiebbar
Vier Jahre vor der Übergabe wurde das gesamte leitende Management darüber informiert. „Dies
hatte auch den Vorteil, dass man
selber nicht mehr nachträglich das
Datum aufschieben kann“, sagt
Senger-Weiss und schmunzelt. Ende 2004 rückten die beiden Söhne
Wolfram und Heinz in die Geschäftsführung. Fazit von SengerWeiss: „Heute, zehn Jahre danach,
können wir sagen, dass wir den
Übergabeprozess gut aufgesetzt
haben und sich das Unternehmen
sehr erfolgreich entwickelt.“
Eine aktuelle Entwicklung ist
ihr ein Dorn im Auge: die Diskussion um die Einführung der Erbschaftssteuer. „Es ist ja schon so
für Familienbetriebe schwierig
genug, geeignete Nachfolger zu
finden und zu motivieren“, ärgert
sie sich. Senger-Weiss fürchtet um
den Fortbestand von Traditions-
HEIDI SENGER-WEISS
AUFSICHTSRATCHEFIN
GEBRÜDER WEISS
Zwei Generationen an einem Tisch (v.l.): Aufsichtsräte Heidi und
Paul mit Vorständen Heinz und Wolfram Senger-Weiss.
unternehmen: „So mancher Nachfolger wird verkaufen müssen, um
die Steuer zu bezahlen. Dann wird
es wohl mehr internationale
Großkonzerne in Österreich geben – mit allen Unsicherheiten bezüglich der Arbeitsplätze.“
Den Autor des Artikels erreichen Sie
unter markus.stingl@wirtschaftsblatt.at
Die Serie „Familienunternehmen“
wird von der WirtschaftsBlatt-Redaktion in völliger Unabhängigkeit
inhaltlich gestaltet und erscheint in
Kooperation mit KPMG.
n
CHRONIK
■ 1330 Die Wizze (Weiss) werden
erstmals in einer Steuerliste des
Stiftes St. Gallen genannt.
■ 1474 wird der Mailänder Bote,
den die Familien Vis (Weiss) und
Spehler betreiben, zur regelmäßigen Einrichtung. 1788 nutzte auch
Dichter Wolfgang von Goethe die
Dienste des Unternehmens.
■ 1823 wird die Spedition Gebrüder Weiss offiziell gegründet.
■ 1969 übernehmen Heidi und
Paul Senger-Weiss die Führung des
Unternehmens. Die beiden sind damals erst 27 Jahre alt.
■ 1997 wird die Geschäftsleitung
erstmals um externe Manager erweitert. Ende 2004 ziehen sich
Heidi und Paul in den Aufsichtsrat
zurück, ihre Söhne Paul und Heinz
rücken in den Vorstand nach. 2011
setzte der Konzern erstmals mehr
als eine Milliarde € um.
20 |
FOKUS
KO M M E R Z I E L L E R T H E M E N S C H W E R P U N K T
FOKUS
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MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
FORSCHUNG &
ENTWICKLUNG
Colourbox
Österreichs Forschungsquote
unter den Top-fünf in der EU
Unternehmen tragen mit ihren Investitionen maßgeblich dazu bei, dass die heimische
F&E-Quote weiterhin erfreulich hoch bleibt.
R
und 9,3 Mrd. € werden die österreichischen Bruttoinlandsausgaben für
Forschung und experimentelle Entwicklung (F&E)
nach der jüngsten Schätzung von
Statistik Austria im Jahr 2014 betragen. Gegenüber 2013 würden
die Gesamtausgaben somit um
2,7 Prozent höher ausfallen. Ein
positiver Befund, der sich auch
in der heimischen Forschungsquote niederschlägt. Mit 2,88
Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt hält der Trend des starken Anstiegs in den letzten zwei
VON CHRISTIAN LENOBLE
Jahrzehnten an. Im EU-Vergleich
liegt Österreich damit hinter
Finnland, Schweden, Dänemark
und Deutschland an fünfter Stelle, vor allen anderen EU-Staaten
und deutlich über dem Durchschnitt der EU-28 von 2,06 Prozent. „Je höher die Forschungsquote, desto höher sind das
Wachstum und die Krisenresistenz“, bringt Wirtschaftsminister
Reinhold Mitterlehner die Bedeutung dieser zentralen Maßzahl für den F&E-Mitteleinsatz
auf den Punkt.
Um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen, Österreich in
der Spitzengruppe der innovativsten Forschungsländer Europas zu führen, bedarf es gemeinsamer Anstrengungen von öffentlichen und privaten Institutionen, Hochschulen und Unternehmen. Insbesondere letztere
leisten einen entscheidenden
Beitrag, um gerade in Krisenzeiten eine gesunde wirtschaftliche
Basis für die Zukunft zu legen.
Mit mehr als vier Mrd. € Forschungsausgaben (knapp 45 Prozent der gesamten Bruttoinlandsausgaben für F&E) ist der Unternehmenssektor nach wie vor der
quantitativ wichtigste volkswirt-
schaftliche Sektor für die Finanzierung der Forschung in Österreich. Unternehmen, die in Forschung investieren, sorgen für höhere Beschäftigung und machen
Umsatzeinbrüche schneller wett,
lautet unisono der Tenor von Experten. Gemäß dem Ergebnis
einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO), bei der
600 heimische Betriebe befragt
wurden, erhöhen Unternehmen,
die mehr als fünf Prozent ihres
Umsatzes für Forschung und Entwicklung ausgeben, die Zahl ihrer
Beschäftigten im Schnitt um mehr
als vier Prozent pro Jahr.
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
Besonders deutlich zeigt sich die
Beschäftigungswirkung bei den
Forschungs- und technologieorientierten Start-up-Unternehmen. Hier wird ein Wachstum der
Beschäftigungszahl verzeichnet,
das um jährlich 30 Prozent liegt.
Allgemein gilt für forschungsfreudige Firmen: Umsatzeinbrüche
werden schneller kompensiert und
neue Investitionschancen rascher
gefunden, nicht zuletzt aufgrund
eines höheren Exportanteils.
Wissenstransfer
Verschiedene Initativen in den
Bundesländeren verdeutlichen
diese Strategie: „Forschung und
Entwicklung ist nicht nur großen
Unternehmen und Forschungseinrichtungen vorbehalten.
Enormes Potenzial liegt vor allem auch in den innovativen kleinen und mittleren Betrieben“,
KO M M E R Z I E L L E R T H E M E N S C H W E R P U N K T
bemerkt dazu Sebastian Huber,
Leiter der Abteilung Wirtschaft,
Tourismus und Gemeinden im
Land Salzburg. Mit speziellen
Förderprogrammen des Landes
sowie des Bundes und mit Innovationsberatung durch das ITGInnovationsservice werden
Unternehmen bei der Umsetzung von betrieblichen Innovationsprojekten und beim Einstieg
in F&E-Aktivitäten unterstützt.
„Mit der Förderaktion Trans4Tec
wird beispielsweise den regionalen Betrieben der Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen
und neuesten wissenschaftlichen
Erkenntnissen ermöglicht. Forciert wird dabei der Wissenstransfer vor allem zwischen Salzburger Unternehmen, Forschungseinrichtungen wie Universitäten oder Fachhochschulen
sowie außeruniversitären Ein-
richtungen“, erläutert Huber.
Forschungsarbeit
Als Beispiel eines Protagonisten
des erfolgreichen Wissenstransfers kann etwa das unabhängige
Forschungsinstitut Salzburg Research dienen. „Wir unterstützen
Unternehmen bei der Entscheidungsfindung nach dem Stand der
Wissenschaft. Unsere Forschungsarbeit kommt jährlich in rund 80
europäischen und österreichischen Forschungsaufträgen und
gemeinschaftlichen F&E-Projekten zum Einsatz“, so Salzburg Research Geschäftsführer Siegfried
Reich. Der Forschungsschwerpunkt liegt dabei im Bereich der
Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Zum
Thema Industrial Internet wird etwa der aktuelle Stand, der Nutzen
und die Möglichkeiten der öster-
FOKUS
| 21
reichischen Instandhaltungsbranche in Bezug auf den großen Hype
„Industrie 4.0“ hin untersucht. Im
Anfang 2015 gestarteten Forschungsvorhaben „ZentrAAL“
geht es um den Aufbau eine Testregion für AAL-Technologien in
Salzburg. Ziel ist es, ein erweiterbares Softwaresystem zur Unterstützung des selbstbestimmten Alterns über einen längeren Zeitraum zu testen. Beim europäischen
Forschungsvorhaben „Confidence“
wurde wiederum zuletzt ein digitales Assistenzsystem für Smartphones entwickelt, das älteren
Menschen mit Demenz dabei helfen soll, den Alltag möglichst selbständig zu meistern. „Unsere besonderen Stärken liegen in der
System- und Anwendungskompetenz, mit Fokus auf e-Health, eTourismus, e-Energy und Industrial Internet“, so Reich.
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22 |
BRANCHENREPORT
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MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
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MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
BRANCHENREPORT
| 23
colourbox.de (2)
KUNSTHANDWERK
Für die Finanzierung
braucht es einen
langen Atem
Die burgenländischen Kunsthandwerker und Instrumentenbauer klagen über
Nachwuchsprobleme und Schwierigkeiten bei der Unternehmensfinanzierung. Es
gibt aber Hoffnung: Das Thema Preis verliert an Bedeutung.
VON WOLFGANG DRUCKER
S
o, wie die Branche aufgestellt ist, so ist auch
das vergangene Jahr gelaufen: „Sehr unterschiedlich“, sagt Hans
Joachim Pinter. Pinter
betreibt ein Goldschmiede- und
Uhrenhandelsunternehmen und
ist auch Bundesinnungsmeister
und Innungsmeister der burgenländischen Kunsthandwerker. Damit steht er nicht nur den österreichischen Goldschmieden, sondern auch den Uhrmachern, Buchbindern, Musikinstrumentenbauern und den Erzeugern kunsthandwerklicher Gegenstände vor.
Die Berufsgruppe Musikinstrumente sei positiv gestimmt, sagt
Pinter. Und auch die wenigen verbliebenen Buchbinder haben sich
in den vergangenen Jahren ein
Stammpublikum aufgebaut. Problematischer sei es hingegen bei
den Goldschmieden und Uhrmachern, sagt Pinter. Trotz leichtem Trend zu mechanischen Uhren setzen Billigprodukte den
Kunsthandwerkern zu. Denn diese werden von den Kunden nicht
mehr zur Reparatur gebracht,
neben dem Verkauf von Neuware
ein wichtiges Geschäft für Handwerker. Zudem habe sich der
wachsende Onlinehandel vor al-
lem bei Uhren zu einem ernsthaften Problem entwickelt, sagt Pinter.
Bei den Zahlen zeigt sich das
Problem hingegen noch nicht. Zuletzt erzielte die Kunsthandwerksbranche nach Angaben der
KMU-Forschung österreichweit
einen Umsatz von 541 Millionen
€. Damit blieb das Ergebnis im
Vergleich zum Vorjahr stabil.
Keine Meisterprüfungen
Ein Problem hingegen zeigt sich
bereits: „Es gibt zu wenigeLehrlinge“, sagt Pinter. Wenige interessieren sich für die komplexen
Berufe der Branche und von den
Interessenten seien nur wenige
auch geeignet. 2010 gab es ingesamt zwölf Lehrlinge in den vier
Berufen der Branche. 2014 waren
es nur noch vier.
Haben die wenigen Lehrlinge
ausgelernt, gibt es für sie auch
kaum Berufsaussichten, sagt Pinter. Noch schlechter sieht es nur
beim Thema Meister aus. In den
vergangenen fünf Jahren gab es
österreichweit im Kunsthandwerk
nach Angaben der Wirtschaftskammer keine einzige Meisterprüfung. Nach Betriebsanzahl liege das Burgenland durchaus im
Österreich-Schnitt, sagt Pinter:
Musikinstrumente werden
von Kunden gut
nachgefragt.
Rückgänge gab
es aber beim
Schmuck, sagt
Innungsmeister
Pinter.
Das Gewerbe ist eher rückläufig.
Einzige Zuwächse gibt es seit Jahren beim freien Gewerbe der Erzeuger kunsthandwerklicher
Gegenstände.
Keine Unterstützung
Das Problem weniger Lehrlinge
kann auch der Blechblasinstrumentenbauer Eduard Kiefl aus Oslip bestätigen. Ab und zu komme
ein Interessent ins Musikgeschäft,
die bürokratischen Vorschriften
für die Lehrlingsausbildung könne
Kiefl aber kaum erfüllen. „Für
einen Lehrling bräuchte ich einen
eigenen Aufenthaltsraum, einen
eigenen Umkleideraum, wo soll
ich das hernehmen“, sagt Kiefl.
Damit habe sich das Thema Ausbildung für ihn vorerst erledigt,
erklärt der studierte Musiker und
Instrumentenbauer.
Probleme gibt es aber auch an
einer anderen Front: Die Vorfinanzierung der Ware wird für den
Unternehmer ein immer größeres
Problem. Nach den strengeren
Eigenkapitalregelungen für Banken, gelinge es immer schwerer,
einen Kredit zu bekommen, und
die internationalen Hersteller verlangen Bezahlung im Voraus. „Bei
einem deutschen Hersteller habe
ich um einen fünfstelligen
ZAHL
541
Millionen €
■ Die Umsätze der Kunsthandwerksbetriebe lagen laut KMU-Forschung Austria zuletzt bei rund
541 Millionen €. Damit bewegte
sich diese Branche seitwärts.
4
Lehrlinge
■ Das Kunsthandwerk hat ein
Nachfolgeproblem. Österreichweit
gab es 2014 nur noch vier Lehrlinge. 2010 waren es immerhin noch
zwölf.
Meisterprüfung. Mögliche Abschaffung erhitzt die Gemüter
Seit im Dezember 2012 die Fotografenbranche vom Verfassungsgerichtshof zum freien Gewerbe
erklärt wurde, geht bei österreichischen Branchevertretern die
Angst um: Welche Meisterprüfung fällt als Nächstes?
In Deutschland wurde 2004 in
53 von 94 Handwerksberufen die
Meisterprüfung abgeschafft,
unter anderem für Fliesenleger,
Schneider und Kosmetiker. In
Österreich sprechen sich die
Grüne Wirtschaft sowie die Neos
für die Öffnung einiger handwerklicher Gewerbe aus. Ihr Ansatz: Der Markt regle die Qualität
von selbst. Nach einer Erhebung
Recherchen des WirtschaftsBlatts Regional ergeben haben. In
der Wirtschaftskammer will man
von einer Abschaffung des Meisters nichts hören. „Wir sind der
Meinung, dass wir Qualität nur
mit den bestehenden Meisterprüfungen halten können“, sagt Bundesinnungsmeister Hans Joachim
Pinter. Man dürfe den Handwerksmeister nicht mit dem akademischen Titel Bachelor gleichsetzen, denn der Meister stehe
stärker für handwerkliche Qualität. Das sei längst ein wichtiges
Verkaufsargument. [tasp/drw]
im Vorjahr liegt Österreich mit
265 reglementierten Berufen EUweit auf Platz acht vor Deutschland mit 245. Die meisten Reglementierungen gibt es in Polen
(640), die wenigsten in Estland.
Qualität halten
Hinter vorgehaltener Hand ist
bereits davon die Rede, dass einige Meisterprüfungen bald
schon wegfallen könnten. Österreich müsse einer EU-Verordnung entsprechen, heißt es in Gesprächen. Auf EU-Ebene werden
die österreichische Gewerbeordnung und die Meisterprüfungen
derzeit aber nicht diskutiert, wie
Der Handwerksmeister setzt
auf das richtige Werkzeug.
teresa.spari@wirtschaftsblatt.at
24 |
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
BRANCHENREPORT
beigestellt (3)
Es gibt zu wenige Lehrlinge.
Unsere Berufe sind sehr komplex.
Nicht alle Bewerber sind dafür
geeignet.
Fehlende Kunden sind nicht das
Problem. Die Vorfinanzierung
wird immer schwieriger. Banken
sind keine Unterstützung.
Der Do-it-yourself-Ansatz schafft
nur auf den ersten Blick mehr
Konkurrenz. Langfristig bringt er
auch neue Abnehmer.
HANS JOACHIM PINTER
EDUARD KIEFL
THOMAS HUBER
BUNDESINNUNGSMEISTER
BLASINSTRUMENTENHERSTELLER
GESCHÄFTSFÜHRER ZUKUNFTSINSTITUT
Eurobetrag im Juni Pauken bestellt“, erzählt Kiefl. Bis Jänner
hatte er die Produkte nicht bekommen. Solange die Ware nicht
verkauft war, gab es allerdings
einen Finanzierungsstopp der
Bank, erzählt der Unternehmer.
„Ich wollte in der Zwischenzeit
wieder einen Container aus Asien
kaufen“, sagt Kiefl. Daraus wurde
vorerst nichts.
Weniger Reparaturen
Deutlich positiver sei das Verhältnis zu den Kunden, sagt Kiefl. In
den vergangenen 30 Jahren hat er
sich einen Namen als Instrumentenbauer erarbeitet. Zahlen verrät
der Unternehmer nicht, aber die
Umsätze seien zuletzt immer gestiegen, sagt er: „Da gab es eine
permanente Steigerung. Beim
Thema Kunden gibt es kein Problem.“ Überleben könne er aber
nur durch die Kombination mit
Musikhandel und Onlineshop.
„Das eine rettet das andere. Es
gibt in ganz Österreich nur einige
wenige Ausnahmen, die nur von
der Produktion leben können“,
sagt Kiefl.
Nicht zuletzt auch deshalb, weil
die Zahl der Reparaturen in den
vergangenen Jahrzehnten immer
stärker zurückgegangen ist. Die
Ursache sind Billigprodukte aus
Asien, die seltener repariert werden. Aber auch eine Qualitätssteigerung bei den Instrumenten und
deutlich besseres Zubehör, das die
Instrumente auch auf Reisen
schützt.
Neue Abnehmer
Trotz der mauen Vorzeichen gab
es allerdings gerade in den vergangenen Jahren einige Entwicklungen, die gerade dem Kunsthandwerk hilfreich sein könnten,
sagt der Trendforscher Thomas
Huber. So könnten vor allem die
Erzeuger von kunsthandwerkli-
chen Gegenständen künftig von
dem sogenannten Do-it-yourselfAnsatz profitieren. Denn immer
mehr Menschen stellen Schmuck
selbst her. Auf den ersten Blick
bringt das gerade für die gewerblichen Hersteller neue Konkurrenz. So entstünden aber auch ein
Bedürfnis nach Handwerkskunst
und dadurch neue Abnehmer.
Ebenfalls spiele den Handwerkern
der Trend zu personalisierten
Produkten in die Hände. „Individualisierung ist das Wesen des
Handwerks“, sagt Huber.
Das einzige Problem: Den
Unternehmern müsse es gelingen,
den Weg zu den Kunden zu finden.
Das physische Geschäft sei auch
für traditionelle Betriebe längst zu
wenig, warnt der Experte. „Es gibt
mit den neuen Kommunikationsmitteln und Internetplattformen
sehr viele Chancen, die richtigen
Kunden zu erreichen“, sagt Huber.
Lässt man Kunden am Entste-
hungsprozess der Produkte teilhaben – egal ob in der Werkstatt oder
über Internetvideos –, könne das
handwerkliche Können ideal beworben werden.
Emotionale Produkte
Der Ausblick fällt bei Huber positiv aus. Denn kaum ein Produkt
ist emotional so stark aufgeladen
wie ein Schmuckstück oder eine
Uhr. Gelingt es, die Gefühle der
Kunden anzusprechen, dann sei
die Preisorientierung kein Thema
mehr. Verhaltener ist Kiefls Ausblick: Er sei nun der letzte gewerbliche Instrumentenbauer.
Wenn sich die Rahmenbedingungen nicht massiv verändern, wird
es für ihn schwierig, einen Nachfolger zu finden. Seine Berufswahl
bereut er aber nicht: „Es ist der
schönste Beruf der Welt.“
Den Autor des Artikels erreichen Sie
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MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
| 25
KARRIERE
TOURISMUS
Gute Mitarbeiter sind gut bezahlt
LOHNKOSTEN IM VERGLEICH (Angaben für unselbständig Erwerbstätige von ausgewählten Branchen)
Abweichung vom Österreichwert (in %)
Personen je Branche
Bgld.
29.053
128.131
99.521
572.553
627.706
202.309
286.157
191.589
46.549
609.881
282.407
105.654
242.356
55.187
305.707
Bruttojahreseinkommen (Median in €/Jahr, brutto)
Österreichdurchschnitt
3.984.490
Gesamt
4.126.172
Insgesamt
B
(€/Jahr, brutto) Burgenland
53.328 Energieversorgung
52.036
K
NÖ OÖ
S
ST
T
V
W
Kärnten
Niederöster. Oberöster.
Salzburg
Steiermark
Tirol
Vorarlberg
Wien
-13
-5
6
-2
-2
5
7
6
0
42.777 Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
43.479
2
-4
2
-10
-11
-9
-11
-15
20
41.114 Information und Kommunikation
42.465
3
-7
11
-6
-6
-12
-11
-10
4
36.444 Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung
36.600
0
8
0
-6
-1
-3
-3
3
6
34.867 Herstellung von Waren
31.094
-11
-6
0
3
-7
1
-4
5
3
30.812 Verkehr und Lagerei
34.247
11
0
10
-1
-2
0
-7
-5
-5
28.452 Bau
29.966
5
1
1
3
1
1
1
11
-12
26.592 Freiberufliche u. techn. Dienstleistungen (z.B. Steuerberatung, F&E, Werbung...)
26.999
2
-12
4
0
-5
-4
-12
-5
5
22.400 Grundstücks- und Wohnungswesen
23.286
4
-26
8
1
-8
-21
-20
-39
14
22.029 Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen
21.840
-1
-5
7
3
6
-6
-5
-3
-3
21.260 Gesundheits- und Sozialwesen
22.706
7
22
-7
-2
-1
-7
9
-9
0
20.616 Erziehung und Unterricht
25.651
24
-20
16
-11
-60
8
-30
-30
15
15.944 Wirtschaftl. Dienstleistungen (z.B. Gebäudebetreuung, Arbeitskräfteüberlasser...) 19.107
20
3
15
10
0
1
-12
-23
-11
14.772 Kunst, Unterhaltung und Erholung
14.669
-1
-17
21
-3
-16
-15
-23
-16
17
10.561 Beherbergung und Gastronomie
12.489
18
-3
-2
-1
8
-7
14
5
-11
27.878
6
-3
8
5
-7
-1
-10
1
-6
✐ KURSE
EISENSTADT
Konfliktmanagement, 0 6. u .
07.03.2015, Fr u. Sa 09.00–17.00 Uhr,
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Tel.: 03352/389 80, info@bfi-burgenland.
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26.395 Branchen-Durchschnitt
25.767 (inkl. Personen mit Nicht-Österr. Meldezettel)
Die Lohnkosten der burgenländischen Touristiker
sind höher als jene anderer
Bundesländer. Obmann
Helmut Tury würde aber
nicht die Löhne, sondern
die Nebenkosten senken.
VON MARTINA MADNER
N
atürlich belasten die
Lohnkosten unsere Betriebe. Personalkosten
sind Fixkosten“, stellt
Helmut Herbert Tury fest. Er ist
Kirchenwirt in Olbendorf, zugleich Spartenobmann der Tourismus- und Freizeitwirtschaft der
Wirtschaftskammer Burgenland
und auch Lohnverhandler für die
Arbeitgeberseite.
Tatsächlich liegt ein burgenländisches Jahreseinkommen im
Tourismus laut Einkommensbericht mit 12.489 € um 18 Prozent
über dem österreichweiten
Durchschnitt von 10.561 € in dieser Branche (siehe Tabelle). Tury
sagt aber auch: „Gute Mitarbeiter
muss man gut bezahlen.“
Quelle: Statistik Austria, 2014. Lohnsteuer- und HV-Daten. Ohne Lehrlinge., WirtschaftsBlatt
Das vergleichsweise höhere
Einkommen hat Ursachen. Vor
der Arbeitsmarktöffnung für
Ungarn mussten die burgenländischen Touristiker mehr noch als
heute heimische Arbeitskräfte in
die Grenzregionen Österreichs
locken. Tury erklärt, dass die Kollektivverträge im Burgenland in
den unteren Lohnstufen mehr
Einkommen vorsehen als in anderen Bundesländern: „Das ist gut
so, denn die brauchen das. Der
Küchenchef kann sich sein Gehalt
eh selbst aushandeln.“
Ganzjährig geöffnet
Ein weiterer Grund ist die Art der
touristischen Betriebe im Burgenland. Saisonarbeit, wie sie in Skigebieten vorkommt, ist im Burgenland eine Seltenheit. Thermen- und Kurhotels haben ganzjährig geöffnet. Tury schätzt, dass
rund 90 Prozent der Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe
auch im Winter Gäste begrüßen
- und folglich ihre Mitarbeiter
auch ganzjährig entlohnen.
Die hohe Rate an ganzjähriger
Vollzeitbeschäftigung ist auch ein
Grund für vergleichsweise gute
Grafik/Cmund
Einkommen im Burgenland generell. Nach den Niederösterreichern, die im Durchschnitt
28.579 € Jahreseinkommen erhalten, haben die Burgenländer mit
27.878 € die zweithöchsten Jahreslöhne und -gehälter. Im Burgenland sind die Einkommen außerdem relativ gleichmäßig verteilt.
Die Schere zwischen den höchsten und den niedrigsten Einkommen klafft dort österreichweit am
wenigsten weit auseinander.
Der Branchenvergleich zeigt übrigens, dass auch die burgenländischen Touristiker weniger bezahlen als andere: Die Energieversorger müssen zum Beispiel weit
mehr Jahreslohn lockermachen.
Tury ist sich dessen bewusst, sagt
dazu: „Viel mehr geht aber nicht.
Wenn wir für den Spritzer Wein
drei Euro verlangen würden,
nimmt uns den keiner mehr ab.“
Sein Alternativvorschlag sind
niedrigere Lohnnebenkosten:
„Auch wir Arbeitgeber wollen,
dass unseren Mitarbeitern mehr
Geld im Börsel bleibt.“
Die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter martina.madner@wirtschaftsblatt.at
26 |
FOKUS
KO M M E R Z I E L L E R T H E M E N S C H W E R P U N K T
FOKUS
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
BAUEN
MIT HOLZ
CREE
Innovationen
machen den
Holzbau
attraktiv
Illwerke Zentrum Montafon
Mit der Entwicklung von Brettsperrholz und
der industriellen Vorfertigung wurde eine
neue Technologie geschaffen, die das Potenzial zum Exportschlager hat. VON GERALD POHL
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wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
M
itte Jänner wurde im Wiener
Radiokulturhaus
der
Staatspreis für
Architektur und Nachhaltigkeit
verliehen. Ausgezeichnet wurden
Bauten, die es schaffen, Design
und Funktionalität mit Nachhaltigkeit zu verbinden. Einer der
Preisträger ist die Ende 2013 fertiggestellte Logistikhalle der Spedition Schachinger in Linz/Urfahr,
das größte Hochregallager Mitteleuropas, das in Holzbauweise errichtet wurde. Intention des Geschäftsführers Max Schachinger
war es, ein „ökologisches Leuchtturmprojekt“ zu errichten, das im
Bereich Energieeffizienz neue
Maßstäbe in der Logistikbranche
setzen soll. Entstanden ist ein Gebäude, bei dem der nachhaltige,
CO2-neutrale Baustoff Holz eine
wesentliche Rolle spielt. Holz dominiert nicht nur die Tragkonstruktion und die Dach- und Wandaufbauten, sondern wurde obendrein als sichtbares Zeichen der
Projektphilosophie auch als Fassadenmaterial eingesetzt. Das Architekturbüro Poppe*Prehal aus
Steyr war für Planung und Ausführung der Lagerhalle verantwortlich. „Der Holzbau hat in Österreich in jedem Bundesland eine
lange Geschichte“, erklärt Doris
Stiksl, Geschäftsführerin von Proholz Steiermark. „Der Rohstoff
liegt vor der Haustür und lässt
Bauherrn aktiv gegen die Klimaproblematik vorgehen, weil im
Holz CO2 gebunden wird.“
KO M M E R Z I E L L E R T H E M E N S C H W E R P U N K T
vorstellbar waren. Stiksl: „Ein großer Vorteil liegt im hohen Vorfertigungsgrad der einzelnen Holzelemente, der kurzfristige Aufbauzeiten garantiert. Diese Technologie ist international gefragt, wodurch wir eine hohe Exportquote
erzielen.“ So lieferte zum Beispiel
der obersteirische Brettsperrholzproduzent KLH kürzlich 3100
Quadratmeter Brettsperrholzelemente nach London, wo damit in
nur zehn Wochen Bauzeit ein
Schulzentrum errichtet wurde.
Hochhäuser aus Holz
Dieselbe Technologie kommt auch
beim Bau von Hochhäusern zum
Einsatz: 2009 wurde in der britischen Hauptstadt ein Holzhaus
mit neun Geschossen realisiert.
Um den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen, wurden dabei
statische, technische und konstruktive Maßnahmen gesetzt, damit der entflammbare, brennbaren
Baustoff Holz besser beherrscht
wird.
In Dornbirn steht der achtgeschossige Life Cycle Tower (LCT),
der von Cree, einem Tochterunternehmen der RhombergGruppe, ursprünglich als Vorzeigeprojekt errichtet wurde und
jetzt als Bürohaus dient. Das Neuartige daran ist, dass Kern, Decke,
Fassadenstützen industriell vorgefertigt werden und modulartig
ProHolz
Grazer Entwicklung
Für den Holzbauboom verantwortlich ist auch die neue Brettsperrholz-Technologie, die an der
technischen Universität Graz entwickelt wurde. Erst dadurch können Holzgebäude in der Größe
eines Fußballfeldes (wie das Schachinger Hochregalleger) errichtet
werden. Brettsperrholz, auch
Kreuzlagenholz genannt, ermöglicht Spannweiten, die bisher un-
Doris Stiksl, Geschäftsführerin
Proholz Steiermark
einsetzbar sind. Anwendung fand
diese Art des Bauens auch beim
Illwerke Zentrum Montafon in
Vandans (Vorarlberg). „Aus Holz
vorgefertigte Bauteile sollen in
den Häusern sichtbar sein“, erklärt Cree Geschäftsführer Hubert
Rhomberg. „Umso weniger etwas
verbaut ist, umso billiger wird die
Errichtung, der Betrieb und die
Entsorgung am Ende der Nutzung.“ Zukunftschancen werden
für das LCT-System im gewerblichen Bau, zum Beispiel bei Büros,
Hotels oder im Wohnbau gesehen.
Rhomberg: „Interessant ist auch
der Anwendungsbereich beim
Aufstocken von Altbauten in innerstädtischen Bereich. Und zwar
dort, wo aus statischen Gründen
übliches Baumaterial wie Beton
oder Ziegel nicht eingesetzt werden können.“ Zurzeit plant Cree
ein 20-geschossiges Gebäude, das
– so hoffen die Voralberger – eines
Tages in Wien errichtet wird.
Doch damit nicht genug: Für
den kanadischen Architekten Michael Green ist „der Himmel die
Grenze von Holzbauwerken.“ Pläne für ein 30-geschossiges Hochhaus, das im Zentrum von Vancouver (British Columbia) errichtet werden soll, sind bereits gezeichnet. Das ambitionierte Projekt soll das nachhaltigste Hochhaus der Welt werden. Green:
„Warum baut man Gebäude in
Holz nur ein paar Stockwerke
hoch, wenn die Bäume in ihrem
natürlichen Umfeld bedeutend höher sind?“
Nicht ganz so hoch hinaus geht
es bei dem Appartmenthaus Gemse im Schweizer Feriendorf Andermatt. Dort stehen 19 Ferienwohnungen mit Größen zwischen
35 und 265 Quadratmetern knapp
vor der Fertigstellung. Die Tragkonstruktion wurde in Holzrahmenbauweise mit Geschossdecken aus Brettsperrholzelementen
errichtet. Vorgefertigt wurden die
Wand-, Decken- und Dachelemente bei Rubner Holzbau in OberGrafendorf (Niederösterreich).
FOKUS
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RECHT & STEUERN
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
RECHT & STEUERN
| 29
colourbox.de, beigestellt
ARBEITSRECHT
GASTKOMMENTAR
All-In-Verträge
stehen ab 2015
am Prüfstand
Mitarbeiter
im Auge
behalten
WIEN. Seit Jahresanfang gelten
strengere gesetzliche Bestimmungen bei Lohn- und Sozialdumping. Standen bisher vor
allem Branchen mit einem hohen Anteil an ausländischen
Arbeitnehmern oder Subunternehmen wie Tourismus oder
Bau im Visier der Behörden,
hat das Gesetz nun Auswirkungen auf nahezu alle Betriebe.
„Bisher wurde lediglich der
Grundlohn auf eine gesetzliche
oder kollektivvertragliche
Unterschreitung kontrolliert“,
erklärt die Wiener Rechtsanwältin Sylvia Unger. „Nun wird
die Kontrolle auf das gesamte
Entgelt, also auch auf Urlaubsund Weihnachtsgeld, Zulagen,
Überstundenzuschläge oder
Zahlungen aus Anlass der Beendigung des Dienstverhältnisses ausgeweitet.“ Unger sieht
dadurch vor allem All-In-Verträge auf dem Prüfstand.
Erhöhung der Strafen
Wenn die Krankenversicherungsträger oder das Kompetenzzentrum zur Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfung bei
der Prüfung feststellen, dass
die Zahl der Überstunden nicht
durch die im Vertrag festgelegte Überzahlung gedeckt ist,
werden Betriebe in Zukunft
wohl zur Kassa gebeten.
Der neue Strafrahmen beträgt pro Arbeitnehmer 1000
bis 10.000 €; im Wiederholungsfall 2000 bis 20.000 €. Bei
mehr als drei betroffenen
Arbeitnehmern sind zwischen
2000 und 20.000 € bzw. im
Wiederholungsfall 4000 bis
50.000 € zu zahlen.
Bisher galt eine Frist der Verfolgungsverjährung von einem
Jahr – innerhalb dieses Zeitraumes musste die Behörde ein
Ermittlungsverfahren einleiten, um die Verjährung zu hemmen. Seit Anfang 2015 beträgt
diese Frist drei Jahre, die Frist
für die Strafbarkeitsverjährung
fünf Jahre.
[clp]
claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
Die Möglichkeiten, Mitarbeiter zu überwachen, werden aufgrund der rasanten IT-Entwicklungen im digitalen Zeitalter immer vielfältiger und ausgereifter. Aber nicht alles,
was technisch möglich ist, ist auch erlaubt.
U
nbestritten ist zwar, dass
Arbeitgeber ihre Mitarbeiter
an sich kontrollieren dürfen,
zum Beispiel, um ihr Eigentum zu schützen („Inventurdifferenzen“ in Handelsbetrieben). Durch den Dienstvertrag unterwirft
sich der Mitarbeiter dem Kontrollrecht des
Dienstgebers. Der Arbeitnehmer behält aber
auch am Arbeitsplatz seine Persönlichkeitsrechte und genießt den Schutz seiner Privatsphäre. Überschießende Kontrollen sind daher nicht gestattet. Wo aber liegt die Grenze?
Zustimmung der Belegschaft. Nach dem
Arbeitsverfassungsgesetz sind Kontrollen, die
die Menschenwürde verletzen, absolut verboten. Kontrollmaßnahmen und technische Kontrollsysteme, welche die Menschenwürde bloß
berühren, sind zwar zulässig – in Unternehmen mit Betriebsrat aber nur mit dessen vorheriger Zustimmung (Betriebsvereinbarung),
in solchen ohne Betriebsrat nur mit Zustimmung jedes einzelnen Mitarbeiters. Aufgrund
seiner Fürsorgepflicht ist der Arbeitgeber ganz
allgemein zur Zurückhaltung aufgerufen: Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiter dürfen nur auf die schonendste, noch
No-gos sind verplichtende
Alkomatentests oder das
Abhören von Telefonaten.
zum Ziel führende Art vorgenommen werden.
Selbstverständlich darf der Unternehmer aber
die Einhaltung zulässiger Vorgaben wie
Arbeitszeiten oder Arbeitsruhe überwachen.
Werden, was nicht selten vorkommt, im Zuge der Kontrolle personenbezogene Daten verwendet, ist zusätzlich das Datenschutzrecht
zu beachten. Zu den Daten mit Personenbezug
zählen auch Bild- und Tondokumente (Fotos,
Durch den Dienstvertrag unterwerfen
sich Mitarbeiter dem Kontrollrecht des
Chefs. Dieser darf etwa die Privatnutzung von Internet oder E-Mails am
Arbeitsplatz zu verbieten.
Videos, Mikro-Mitschnitte). Nach dem Datenschutzgesetz ist die Videoüberwachung zum
Zweck der Mitarbeiterkontrolle verboten. Für
die betriebliche Praxis ist einiges noch unklar.
Die eher spärliche Rechtsprechung der Gerichte hat zwar manches geklärt, vieles ist aber
noch in Diskussion bzw. liegt in einer rechtlichen Grauzone. Dazu zählen elektronische
Standortermittlungen durch Ortungsapplikationen am Firmen-Smartphone von Außendienstmitarbeitern, Anbringen von Chips in
Firmenfahrzeugen oder Dienstkleidung. Fragwürdig sind auch Whistleblowing-Hotlines im
Unternehmen, vor allem wenn sie verpflichtend vorgesehen und nicht bloß freiwillig sind.
Kontrolle bei Home-Office. Was die Kontrolle
von Mitarbeitern während dem Home-Office
betrifft, gibt es keine speziellen kontrollrechtlichen Spielregeln. Die Einhaltung der Arbeitszeit (zumeist wohl flexible Arbeitszeit) darf
man überwachen – denkbar wären Kontrollanrufe des Arbeitgebers am Festnetz des
Arbeitnehmers. Kritisch ist hingegen das
(ständige) Speichern von Log-in-Daten oder
Kontrolle mittels „GPS-Koordinaten“ des Firmenhandys, auch wenn sich diese Kontrollen
„nur“ auf die Arbeitszeit beziehen.
Der Arbeitgeber ist berechtigt, seine Betriebsmittel nur zu dienstlichen Zwecken zur
Verfügung zu stellen. Daher darf er die Privatnutzung von Internet und E-Mails am Arbeitsplatz auch gänzlich verbieten oder nur in eingeschränktem Ausmaß erlauben. Eine stichprobenartige Überwachung dieses Verbotes
ist gestattet. Es ist auch zulässig, einzelne Seiten (z.B. Facebook) zu sperren. Erkennbar pri-
Der Einsatz von
Überwachungssoftware am
Arbeitsplatz ist illegal.
vate E-Mails dürfen jedoch trotz Privatnutzungsverbotes nicht eingesehen werden. Illegal ist auch der Einsatz von Überwachungssoftware („Spyware“).
In der Regel unproblematisch sind bloße
Anwesenheitskontrollen und herkömmliche
Zeiterfassungsanlagen. Biometrische Zeiterfassungssysteme wie Fingerscanner und „intelligente“ Telefonregistrieranlagen hingegen
sind zustimmungspflichtig. Detektive dürfen
zur Abklärung konkreter Verdachtsmomente
eingeschaltet werden. Zu den rechtlichen NoGos gehören im Normalfall: Leibesvisitationen, verpflichtende Alkomatentests, das Abhören von Telefonaten, „verdecktes“ Filmen,
Videoüberwachung intimer Betriebsteile
(WC), Einwegglasscheiben und ähnliches.
Unzulässige Kontrollen können über Klage
(Betriebsrat, Mitarbeiter) gerichtlich unterbunden werden. Das kann Unternehmen teuer zu stehen kommen. Fazit: Dem „big boss is
watching“ sind zwar so gut wie keine technischen, sehr wohl aber rechtliche Grenzen gesetzt.
HERWIG FREI
Herwig Frei ist Partner der Rechtsanwaltskanzlei Greiter Pegger Kofler & Partner in
Innsbruck. Einer seiner Tätigkeitsschwerpunkte liegt im Arbeitsrecht.
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wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
IMMOBILIEN
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
IMMOBILIEN
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Gery Wolf, OTS Formanek
✐ PROJEKTE
BURGENLAND
Burgenländische Krankenanstalten
Ges.m.b.H., Patientenmonitoring a.ö.
Krankenhaus Oberpullendorf, Abgabe:
17.02.2015, 10:00 Uhr
Marktgemeinde Gramatneusiedl, Erweiterung der ABA und WVA Gramatneusiedl, Abgabe: 11.02.2015, 08:30 Uhr
ASFINAG Bau Management GmbH, A02
Süd Autobahn, Lafnitztal - Hartberg, Sanierung Straße und Brücken, Abgabe:
06.02.2015, 10:00 Uhr
Wasserleitungsverband nördliches
Burgenland, Lieferung von Ersatzmaterialien für die Errichtung von Wasserleitungen, Abgabe: 17.02.2015, 10:00 Uhr
ASFINAG Autobahnen- und Schnellstraßen- Finanzierungs-AG, S31 Burgenland Schnellstraße, Kleinflächen
und Risse Instandsetzung, Abgabe:
16.02.2015, 10:00 Uhr
STEIERMARK
Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Wiederherstellung der Fischpassierbarkeit für Sohlstufen im Bereich von Schutzwasserbauanlagen, Abgabe: 09.02.2015, 11:00 Uhr
Amt der Steiermärkischen Landesregierung, B64 OUF Preding Weiz - Detailplanung für Bauprojekt, Abgabe:
03.03.2015, 11:00 Uhr
Schauspielhaus Graz GmbH, Steuerung
der Bühnenober- und -untermaschinerie des Schauspielhauses Graz, Abgabe:
16.02.2015, 12:00 Uhr
Einfach zu öffentlichen Aufträgen
w w w.ve r g a b e p o r t a l . a t
IMMO-TRENDS
GEWERBEIMMOBILIEN
BURGENLAND
Grundstück, Kauf, Jänner 2015
Tendenz gg. Dez. '14 Angebots-
Nettopreis
(in €/m²)
Gesamt
95,2
Eisenstadt (Stadt)
210,9
Eisenstadt-Umgebung
116,5
THERMEN
Ausbauen,
um am Markt
zu bestehen
Die Heiltherme Bad
Waltersdorf wird heuer für
vier bis fünf Millionen €
erneuert. Im Burgenland
werden nach dem Ausbau
der St. Martins Therme
vor allem Hotel-Spas
erweitert.
VON MELANIE MANNER
Z
um 30. Geburtstag leistet
sich die steirische Therme Bad Waltersdorf
heuer ein Geschenk: ein
Facelifting für vier bis fünf Millionen €. Das Gebäude wird von Ende April an von den Grundmauern
auf komplett erneuert, berichtet
Geschäftsführer Gernot Deutsch.
Die Hauptarbeit findet im Juni
und Juli statt.
Der Eingangsbereich wird größer - war er vor 30 Jahren für 100
Gäste pro Tag konzipiert, sind es
mittlerweile 600 bis 700. Die großen Ruheräume werden unterteilt, zum Beispiel in Schlaf- und
Kommunikationsräume. „Der
Mensch möchte in der Therme ja
nicht nur den Mund halten.“
Ein Panoramarestaurant wird
oben auf das Gebäude gesetzt,
und ein großer Bewegungsraum
und ein Fitnessstudio sollen die
Therme in die Jetzt-Zeit überführen. Nicht verändert wird dagegen
das Quellenhotel mitsamt eigener
Therme, das in den vergangenen
Jahren bereits für fast 15 Millionen
€ erneuert wurde.
Jennersdorf
22,0
Wohnzimmercharakter
Neusiedl am See
107,4
Oberpullendorf
28,7
„Wohnzimmercharakter“ in die
Therme zu bringen, dafür ist
Architekt Gerhard Kreiner aus
Gröbming zuständig, der den
Architektenwettbewerb gewon-
WirtschaftsBlatt
Grafik/Cmund
Quelle: www.immobilien.net
nen hat. Sein Konzept sieht viel
Holz aus heimischen Wäldern
und große Glasflächen vor. „Es
geht um Transparenz. Die Natur
kommt rein, und Innen und
Außen verschmelzen.“
Neue Gäste wird die Investition
wohl nicht bringen. Die jährlichen
Gästezahlen der Therme pendeln
relativ stabil an der 200.000erGrenze. Daran werde sich so
schnell nichts ändern, sagt
Deutsch. „Bei der Gleichung ‚Neues Gebäude ist gleich neue Gäste‘
kann ich nur lachen. Das funktioniert nur kurzfristig.“
Deutsch, zugleich auch Obmann von Thermenland Steiermark, kann das Jammern von
Thermenbetreibern über das
mangelnde Wachstum nicht
nachvollziehen: „Vor zehn Jahren
waren wir die einzige Therme im
Neue Therme ist
gleich neue Gäste? Da
kann ich nur lachen.
GERNOT DEUTSCH
GESCHÄFTSFÜHRER
THERME WALTERSDORF
Quadratmeter im Hof- und Terrassenbereich. So bietet man den
Saunagästen ein neues Thermalbecken im Freien und eine Kaltwassergrotte. Ein neuer Flüsterruheraum und eine Kommunikationszone ergänzen das Angebot.
„Alles wird größer und luxuriöser“, verspricht Haberl, der 1,5
Millionen € investiert. Im Mai soll
der Zubau fertig sein. „Der Markt
geht in Richtung Hotel mit priva-
ter Therme“, sagt Haberl. „Tagesgastthermen werden es schwieriger haben.“ Auch der Gesundheitsschwerpunkt werde immer
wichtiger. Und letztlich müssten
Thermenhotels sich ständig erneuern, um im Markt bestehen zu
können. „Die Attraktivität ist
schnell vorbei.“
Die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter melanie.manner@wirtschaftsblatt.at
WUSSTEN SIE …
Die Heiltherme Bad Waltersdorf ist 30 Jahre alt. Jetzt
wird sie runderneuert.
■ Über mehr Besucher 2014 können sich die Steiermark und das
Burgenland freuen. Das ergab eine
Studie von Kreutzer Fischer & Partner: Die Anzahl der Thermeneintritte in der Steiermark stieg 2014
im Vergleich zum Vorjahr um 3,7
Prozent auf 2,2 Millionen. Im Burgenland stieg die Zahl um 4,9 Prozent auf 1,1 Millionen. Insgesamt
gab es in Österreich ein Plus von
3,3 Prozent auf 9,3 Millionen Besuche – 2013 gab es noch ein Minus.
■ Das unfreundliche Wetter, aber
auch zusätzliche Kapazitäten durch
Ausbauten von Thermen bedingten den Anstieg. Studienautor Andreas Kreutzer geht davon aus, dass
die Auslastung der Thermen in etwa gleich bleibt.
■ „Häuser die sehr gut funktionieren haben einen guten Standort
und eine gute Positionierung wie
St. Martins und die Therme Lutzmannsburg,“ sagt Kreutzer.
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Umfeld. Jetzt sind es im Umkreis
von anderthalb Stunden Fahrtzeit
zwölf Thermen. Ich habe Verständnis dafür, dass sich das aufteilt.“ Er setzt daher auf Stammgäste. Wichtig sei, bei steigendem
Angebot die Menschen in der Region zu Aufenthalten zu bewegen.
Die Therme erzielt einen Umsatz
von zuletzt rund 16 Millionen €.
Von einem Wettrüsten der
Thermen – die St. Martins Therme im Burgenland hat im Vorjahr
erst ihre Erweiterung um 17,5 Millionen € beendet – könne indes
nicht die Rede sein. Die Thermen
bemühen sich, ein spezifisches
Profil zu entwickeln. Das ist auch
ihre einzige Erfolgschance, meint
Marktforscher Andreas Kreutzer
von Kreutzer Fischer & Partner
und Autor einer jährlichen Thermenstudie. „Häuser, die sehr gut
funktionieren haben einen guten
Standort und eine gute Positionierung.“
Spa um 1,5 Millionen €
Indessen bauen die Hotels fleißig
aus. Hotelier Johann Haberl erweitert etwa den Wellnessbereich
im Hotel Larimar. Im Vier-SternSuperior-Hotel im burgenländischen Stegersbach kommen 270
Quadratmeter im Bade-, Saunaund Ruhebereich hinzu, dazu 230
32 |
BUSINESSTALK
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
Redaktion Alexander Pfeffer
alexander.pfeffer@wirtschaftsblatt.at
GET-TOGETHER
Peroutka π
Auftakt der
Industrie
EISENSTADT. „Ich erwarte mir von der Politik, dass
sie den Unternehmen den Rücken freihält, damit sie
arbeiten und Arbeitsplätze sicherstellen können“, so
Manfred Gerger, Präsident der Industriellenvereinigung Burgenland, beim Neujahrsempfang der Interessenvertretung. Über anstehende Herausforderungen diskutierte er u. a. mit Landtagspräsident Gerhard Steier und LH-Stellvertreter
Franz Steindl. Weiters dabei: Ex-Minister Nikolaus Berlakovich und Walter
Mayerhofer von der FTI
GmbH.
Landtagspräsident Gerhard Steier, Industriellenvereinigung-Burgenland-Präsident Manfred Gerger und Geschäftsführerin Ingrid Puschautz-Meidl, Lenzing-Fibers-Chef Bernd Zauner sowie Pet-to-Pet-Geschäftsführer Christian Strasser (v. l.).
VORTRAG
EuropaLektion
EISENSTADT. „Europe: the lost decade or a newfound opportunity?“: Mit dieser Frage befasste sich
Wilhelm Molterer, unter anderem ehemaliger Vizekanzler und aktuell Vizepräsident der Europäischen
Investitionsbank, bei seinem Vortrag an der FH
Burgenland. Zwei Stunden lang stand er allen
Wirtschaftsstudierenden des Masterstudiengangs Europäische Studien und anderen
Interessierten im Rahmen dieser
Open Lecture Rede und Antwort.
FH Burgenland
FH-BurgenlandGeschäftsführer
Josef Wiesler, die
Studenten Marcel Weigl und Lena Otter, Wilhelm
Molterer, Vizepräsident der
Europäischen Investitionsbank,
Irena Zavrl, Studiengangsleiterin
Wirtschaft, und
Studentin Anita
Pasalic (v.l.).
beigestellt
Schulbesuch des
WKÖ-Präsidenten
GÜSSING. „Diese Form der
Ausbildung ist zukunftsweisend und der richtige
Weg“, so WKÖ-Präsident
Christoph Leitl anlässlich
seines Besuchs des Gewerbegymnasiums Güssing.
„Matura und Lehre muss
genauso möglich sein wie
Lehre und Matura“, stellte
er weiters fest.
Ihr Event ist unser Business
Ein rundes Jubiläum, das Ihr Unternehmen feiert, eine festliche
Präsentation, zu der Sie Business-Partner laden, oder ein Galaabend,
der mit hochkarätigen Gästen über die Bühne geht: Halten Sie uns auf
dem Laufenden, schicken Sie uns Informationen und mailen Sie uns!
regionaltalk@wirtschaftsblatt.at
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