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- Ambulanter Hospiz

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Leben bis zuletzt
Aus der Arbeit des
Ambulanten Hospiz- und Palliativdienstes
Infobrief 23
Dezember 2014
Liebe Fördererinnen und Förderer
der ambulanten Hospizarbeit in Herne,
haben Sie schon geklärt, was bei Ihnen an den Weihnachtstagen auf dem Tisch stehen
wird? Fisch, Braten, Würstchen mit Kartoffelsalat oder etwas ganz Ausgefallenes? Immer
wieder ist dies in unseren Familien ein spannendes Thema. Und es macht ja auch Spaß,
sich hier zu entscheiden.
Wie ganz anders sieht es da bei der Frage nach der künstlichen Ernährung aus. Ja oder
nein? Und in welchen Fällen und ab wann? Mit vielen Emotionen und oftmals auch sehr
kontrovers verläuft diese Diskussion, besonders, wenn ein geliebter Mensch betroffen
ist. Da tut es sicher gut, sich bereits im Vorfeld schlau zu machen und sich vorsichtig
eine Meinung zu bilden. Natürlich immer im Wissen darum, dass es dann, wenn es
konkret wird, erneuter Gedanken und Gespräche bedarf. Wir wollen in diesem Infobrief
einen kleinen Beitrag leisten.
Nun aber hoffen wir, dass sich Ihre Gespräche in diesen Tagen doch eher um das Weihnachtsessen drehen und wünschen Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.
Walter Tschirch, Vorsitzender des Fördervereins
Karin Leutbecher, Koordinatorin
Annegret Müller, Koordinatorin
Karola Rehrmann, Koordinatorin
2
Was ist eigentlich...
… ein „FriedWald“?
Als eine Alternative zu den traditionellen
Arten der Bestattung hat in den letzten
Jahren die Beisetzung in der freien Natur
immer mehr Befürworter gefunden. Derzeit bestehen in Deutschland bereits 52
sogenannte „FriedWälder“, in denen die
Asche des Verstorbenen in einer biologisch abbaubaren Urne an den Wurzeln
eines Baumes beigesetzt wird. Ein ständiger Grabschmuck ist nicht vorgesehen.
Der Baum trägt eine Plakette und ist in
einem Baumregister eingetragen und so
leicht zu finden. Eine Grabpflege ist nicht
erforderlich, sie wird durch die Natur vorgenommen.
Es ist möglich, sich schon zu Lebzeiten
einen Baum auszusuchen. Dabei kann
zwischen verschiedenen Möglichkeiten gewählt werden: Ein Familien- oder
Freundschaftsbaum für 10 Personen, die
eine Beziehung zueinander haben, ein
Partnerbaum für 2 Personen, ein Gemeinschaftsbaum-Platz für eine Person
(zusammen mit bis zu 9 anderen). Die
Ruhezeit beträgt 99 Jahre (ab Eröffnung
des Waldes). Daneben besteht die Möglichkeit, einen Basisplatz zu erwerben
für eine Person (zusammen mit bis zu 9
anderen), mit einer Ruhezeit von 15 bis
30 Jahren. In diesem Fall entscheidet der
Förster, an welchem Baum die Urne beigesetzt wird.
Im Mai dieses Jahres haben wir, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des AHPD
und der Palliativstation, den FriedWald
Münsterland in der Nähe von Freckenhorst
besucht, der 2008 in einem Wald des
Grafen von Westerholt eröffnet wurde.
in freundlicher Förster führte uns und
beantwortete bereitwillig alle unsere Fragen. Er zeigte uns auch den zentral gelegenen Platz, an dem unter einem großen
Kreuz ein altarähnlicher Tisch aufgestellt
ist, an dem die Angehörigen von ihrem
Verstorbenen Abschied nehmen können.
Die Beisetzung ist übrigens nicht an eine
Konfession gebunden und steht allen offen, die ihre letzte Ruhe in der friedlichen
Umgebung des Waldes suchen.
Die Kosten für einen Baum richten sich
nach Größe, Art und Standort und können stark variieren.
Ehrenamtlicher Mitarbeiter
Wolf Eckert
Weitere Informationen: www.friedwald.de
3
Am Rande der Gesellschaft
Mit Sterben und Tod unbefangen umzugehen, fällt in unserer Gesellschaft doch
recht schwer. Sterben und Tod in der Szene der Wohnungslosen wird noch stärker
tabuisiert. Ist es da möglich, sterbende
Wohnungslose im Rahmen der Arbeit des
Ambulanten Hospiz- und Palliativdienstes
zu begleiten und einen Raum zu schaffen
für Trauer und Schmerz?
Der AHPD begleitet die meisten Menschen
in ihrer letzten Lebensphase ambulant,
zu Hause. Was ist, wenn der todkranke,
sterbende Mensch kein zu Hause hat?
Wo sterben wohnungslose Menschen?
Rund ein Drittel von ihnen verstirbt in
Unterkünften, jede/r Vierte in einem Krankenhaus, fast jede/r Fünfte stirbt im öffentlichen Raum, also auf der Straße, in
Parkanlagen, unter Brücken.
Unser Gesundheitssystem ist auf Menschen mit eigener Häuslichkeit ausgerichtet: Es setzt voraus, dass kranke Menschen einen
Arzt oder eine Ärztin aufsuchen und ihre Krankheit zu Hause auskurieren können; dass sie in einem Krankenhaus behandelt und
zur Regeneration nach Hause entlassen werden können; dass sie
zu Hause sterben und von einem Hospizdienst versorgt werden
können.
(Aus: Sterbende Menschen begleiten. Krankheit, Tod und Trauer
in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe, Hamburg 2011)
4
Der achtsame Umgang mit dem
Sterbenden und die Wertschätzung des Einzelnen bis in den
Tod und über den Tod hinaus
müssen auch für Wohnungslose
gelten.
Die Problematik besteht darin, dass sich
wohnungslose Menschen nicht mehr in
der Welt derer zurecht finden, die ein eigenes Dach über dem Kopf haben. Sie
schämen sich ob ihrer Erkrankung. Sie
bemerken, dass ihr äußeres Erscheinungsbild auffällig ist und fürchten die
Missbilligung seitens des Personals eines
Krankenhauses. Sie scheuen die unverständlichen Abläufe innerhalb der medizinischen Einrichtungen und fürchten oftmals eventuelle Entzugserscheinungen.
So kommt es, dass sich kranke Wohnungslose häufig selbst aus der Klinik
entlassen, obwohl sie lange noch nicht
gesund sind.
Das Gesundheitssystem ist auf diese besonderen Bedürfnisse der Wohnungslosen wenig ausgerichtet. Es gilt zwar der
Grundsatz “ambulant vor stationär“ und
soll unnötige Krankenhausaufenthalte
vermeiden, aber bei den Wohnungslosen
(Aus: Sterbende Menschen begleiten.
Krankheit, Tod und Trauer in Einrichtungen
der Wohnungslosenhilfe, Hamburg 2011)
führt das häufig dazu, dass sie sich dann
gar nicht medizinisch versorgen lassen.
Auch die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe, die sogenannten Obdachlosenheime, sind auf diese Situationen nicht
vorbereitet: Es fehlt geschultes Personal,
das in Notfallsituationen Erste Hilfe leisten oder pflegerisch tätig werden könnte.
Die Wohnungslosen haben dort nur ein
geringes soziales Umfeld, so dass sie
5
niemand zum Arzt fahren oder begleiten
kann. Ein Krankentransport in eine Arztpraxis wird in diesem Fall von den Krankenkassen nicht bezahlt.
Die Sozialbestattung
Tritt dann doch der Todesfall ein, sind
die Angehörigen des Verstorbenen,
falls vorhanden, per Gesetz dazu verpflichtet, die Kosten der Bestattung
zu tragen. Da Bestattungen selbst bei
günstiger Ausführung mehrere hundert Euro kosten, gibt es Familien, die
mit der Finanzierung einer Bestattung
überfordert sind. Können die Angehörigen die Kosten einer Bestattung nicht
übernehmen, kann eine Sozialbestattung beantragt werden. In diesem Fall
übernimmt das Sozialamt die Kosten
der Bestattung. Der Bestatter muss
seine Leistungen in diesem Fall nach
einer Kostenordnung abrechnen.
Die wenigsten Obdachlosenheime sind
darauf eingerichtet, ihre Bewohner auch
im Sterben zu begleiten. Es gibt keinen
Ort – weder mental noch physisch – an
dem das Sterben Raum fände. Doch auch
der wohnungslose Mensch möchte in seiner vertrauten Umgebung und meist auch
im Kreise vertrauter Personen sterben.
Ein ambulanter Hospizdienst könnte hier
helfen. Doch gibt es in diesem Bereich
kaum Erfahrungen mit ambulanter Sterbebegleitung. Es ist schwer, mit einem wohnungslosen Kranken Termine und Orte zu
vereinbaren, an denen man sich treffen
und reden könnte. Zwar sind die Ehrenamtlichen des Hospizdienstes geschult
in Sterbe- und Trauerbegleitung, doch
(Quelle: GBV Gesellschaft für Bestattungen
und Vorsorge mbH, Hamburg)
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die besonderen Lebensbedingungen in
den Wohnunterkünften, wie zum Beispiel
Mehrbettzimmer, sanitäre Gemeinschaftseinrichtungen oder die schlechte physische und psychische Verfassung der
Klientinnen und Klienten (wie etwa Verwahrlosung, Drogenkonsum) erschweren
deren Einbeziehung. Auch fehlen oftmals
Pflegedienste und/oder pflegende Angehörige als Ansprechpartner.
Was tun?
Das Fazit einer Tagung am 18. April 2013
in Hamburg unter dem Titel „Gestorben
wird überall – Krankheit, Tod und Trauer
in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe“ lautet: Die Orte, an denen wir leben,
müssen auch die Orte sein, wo wir sterben können (wenn wir es wollen) – darauf müssen Wohnungslosenhilfen und
Hospiz- und Palliativversorgung reagieren. Die deutsche Hospiz- und Palliativstiftung in Berlin und die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit
Hamburg wollen zukünftig verstärkt aufeinander zugehen: Es sollen bundesweit
ehrenamtliche Hospizbegleiter/innen sowohl für die Situation von schwerstkranken wohnungslosen Menschen als auch
für die Gegebenheiten in den Obdachloseneinrichtungen sensibilisiert werden.
Und auch die Mitarbeiter der Wohnungsloseneinrichtungen erhalten vermehrt Informationen über die Angebote der Hospiz- und Palliativarbeit.
Gottesdienst
für Unbedachte
Etwa alle drei Monate wird in Herne in
einem ökumenischen Gottesdienst jener Menschen gedacht, die teil-anonym
durch die Stadt beigesetzt wurden. Für
diese Frauen und Männer aus Herne
und Wanne-Eickel wird im Trauergottesdienst jeweils eine Kerze entzündet.
Ihre Namen werden genannt und in einem „Buch des Lebens“ eingetragen,
das jeweils bei den Gottesdiensten
zum Gedenken ausliegt.
Nach dem Gottesdienst besteht die
Möglichkeit zu verweilen und ins Gespräch zu kommen.
Christine Weigelt
Ehrenamtliche Mitarbeiterin
7
Bestattungskultur im Wandel
Geht es Ihnen auch so?
Beim Lesen von Todesanzeigen in der
Zeitung kann man eine wesentliche Veränderung unserer Bestattungskultur bemerken.
Immer häufiger liest man:
„Hat in aller Stille stattgefunden“
„Findet im engsten Familienkreis statt“
Kommt es nun zu einem Todesfall in einer
Familie, wird man plötzlich und unerwartet mit diesen Kontakten konfrontiert.
Das macht unter Umständen Angst und
da ist es einfacher, sich dem durch Mitteilungen in der Todesanzeige zu entziehen.
So vollzieht sich offenbar doch ein Wandel in unserer Bestattungskultur.
„Von Beileidsbekundungen am
Grab bitten wir abzusehen.“
So eine klare Formulierung lässt keine
Nähe mehr zu. Nachbarschaft wird ausgeschlossen und hat dies zu respektieren.
Das musste ich selber erst kürzlich erleben, als einer von meinen Nachbarn ganz
plötzlich und unerwartet verstarb.
Die Familie hatte sich für die Distanz entschieden und wir blieben der Beerdigung
fern; konnten keinen Abschied mehr nehmen.
Immer mehr Urnen statt Sarg; Kolumbarien, Ruhe- oder Friedwälder statt Grab.
Es ist eine Vielfältigkeit entstanden, die
früher gar nicht möglich war.
Sie wird von den Menschen mehr und
mehr genutzt. Das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen, oft schon vor dem
Tod, schafft Klarheit für den Hinterbliebenen.
Bleibt zu hoffen, dass bei all der Wandlung genügend Zeit für die Bewältigung
der Trauer übrig bleibt. Jeder Verlust im
Leben ist ein Abschied. Und Abschiednehmen ist eine Kunst, die man ein Leben
lang lernen muss.
„Die Beisetzung fand im engsten
Familienkreis statt.“
Die Nachbarin lebt seitdem sehr zurückgezogen und man sieht sie nur noch selten.
Aus Nachbarschaft entsteht eine gewollte
Anonymität.
„Die Trauerfeier und Urnenbeisetzung fanden im engsten
Familienkreis statt.“
Ist dies nur in einer Stadt so oder gibt es
einen Wandel in der Bestattungskultur?
Auch durch die Medien, Smartphone,
Tablet u.v.m. bleibt die mitmenschliche
Beziehung auf der Strecke. Worte werden
geschrieben, nicht miteinander gesprochen.
Die Menschen sehen sich im Bild, aber
nicht persönlich. Sie sind sichtbar, aber
nicht zu fassen. Persönliche Kontakte
bleiben auf der Strecke.
„Es kann nur etwas Neues wachsen,
wenn ich vom Alten Abschied genommen
habe.“
Margaritta Kosfeld
Ehrenamtliche Mitarbeiterin
8
Ein schönes Seminarwochenende
Am 23. und 24. Mai 2014 fuhren wir Ehrenamtlichen des Fördervereins, die im
AHPD und auf der Palliativstation eingesetzt sind, zu einem Seminar mit dem
Thema Trauer und Demenz zur Katholischen Landvolkshochschule „Schorlemer
Alst”– einem großen alten Gebäude mitten im Grünen von Freckenhorst. Auch
das Wetter spielte mit.
Wir waren gespannt und neugierig, was
uns erwartete.
Nach dem Abendessen trafen wir uns um
19.00 Uhr zum Kennenlernen im großen
Saal. Unsere Gruppe der Ehrenamtlichen
wird immer wieder größer; an diesem
Wochenende waren wir 30 von knapp 60
Personen, die sich untereinander schon
gesehen hatten, aber noch nicht alle
kannten.
Nach der herzlichen Begrüßung durch
die hauptamtlichen Koordinatorinnen
vertieften wir uns in das Thema Trauer
und Demenz, was immer noch für viele
Menschen ein Tabuthema ist. Der Demenzverlauf zieht Trauer nach sich und
verunsichert auch viele Angehörige und
Freunde der Betroffenen. Wenn das eigene ICH verschwindet, braucht der Demenzerkrankte jemanden, der ihn in Liebe
auffängt und in den Arm nimmt.
Nach dem sehr ernsten Thema ging es
zum gemütlichen Ausklang bei Wein,
Bier, Limo und leckeren Likörchen… in
die „Schorlemer Stuben“, einem Aufenthaltsraum im Keller des Gebäudes. Wir
sprachen über vieles – unser Lachen und
die Fröhlichkeit hatten wir nicht verlernt.
Nach dem Morgenlob am Samstagmorgen in der hauseigenen Kapelle ging es
zum reichhaltigen Frühstück. Gut gestärkt
führten wir unsere thematische Arbeit
fort. In Kleingruppen hatten wir Zeit und
Raum uns auszutauschen und Inhalte
zu vertieften. Einige erzählten von ihrer
Selbsterfahrung anhand von erlebten Beispielen. Trauer und Demenz ist seit langem Bestandteil unserer ehrenamtlichen
Tätigkeit, aber es berührt uns immer
noch. Durch schweigsame Sparziergänge
und dem Besuch des Friedwaldes wurde
uns wieder bewusst, wie ergreifend diese
Themen sein können.
Der allgemeine Aufbruch und Abschied
am Spätnachmittag war herzlich und von
einem guten Gemeinschaftsgeist getragen. Ich merke in ehrlichen Gesprächen,
dass auch wir als Ehrenamtliche Zuwendung brauchen, um die Fröhlichkeit nicht
zu verlieren. Darum war es für mich ein
schönes Wochenende.
Inge Reinholdt
Ehrenamtliche Mitarbeiterin
9
Ehrenamtliche Begleitung im Tandem
von links: Barbara Günther, Hilke Hamel und Doris Deyna.
Frau Deyna und Frau Günther, Sie beide
haben gemeinsam eine Begleitung im
sogenannten „Tandem“ durchgeführt.
Erklären Sie doch kurz, was das ist.
Barbara Günther: Das bedeutet, dass wir
beide einen Patienten begleitet haben
und uns auch zu zweit über ihn ausgetauscht haben.
Doris Deyna: Weil das eine schwierige
Begleitung war und wir das Gefühl hatten, dass der Patient uns beide braucht,
haben wir das zusammen gemacht.
Koordinatorin Frau Leutbecher entschieden, die Begleitung ab nun zu zweit fortzuführen. Das bedeutete, ihn im Wechsel
zu besuchen, so dass öfter jemand bei
ihm war.
Wen haben Sie begleitet und in welchen
Zeitraum?
Barbara Günther: Wir haben einen ca
40-jährigen Mann, nennen wir ihn Martin Meier (*) mit einer Körperbehinderung
und einer langen Krankheitsgeschichte
mit vielen Operationen begleitet. Nach
einer Lungenentzündung, und einem längeren Aufenthalt im Krankenhaus mit vielen Komplikationen fiel er ins Koma und
wurde kurz darauf mit einem Beatmungsgerät in ein Heim verlegt. Die Begleitung
dauerte etwa 5 Wochen.
Wie haben Sie diese Tandembegleitung
gestaltet? Wie hat man sich das vorzustellen?
Doris Deyna: Frau Günther hat die Begleitung alleine begonnen. Als sie in den
Urlaub fuhr, habe ich die Begleitung zunächst als Urlaubsvertretung übernommen. Aufgrund der Verschlechterung des
Zustands unseres Patienten haben wir
nach Frau Günthers Urlaub mit unserer
(*) Name und persönliche Daten geändert
10
Was denken Sie, warum war eine Begleitung im Tandem gerade für diesen jungen Mann wichtig? Inwiefern haben auch
seine Angehörigen davon profitiert?
Doris Deyna: Es war so, dass die Eltern
des jungen Mannes schwerwiegende Therapieentscheidungen treffen mussten. Sie
wussten, dass ihre Entscheidungen richtig und notwendig waren und doch war
es schwer, damit umzugehen. Martin gab
doch noch so viele Zeichen von sich. Wir
wussten alle, dass es nicht mehr lange
dauern konnte, bis er sterben würde. Und
darum war es für ihn wichtig, dass immer jemand da war. Das hat uns auch das
Pflegepersonal immer wieder bestätigt.
Barbara Günther: Ich denke, er brauchte
wirklich menschliche Nähe und Wärme.
Es war sehr gut, wenn man bei ihm war.
Da ist noch ganz viel, was ein Mensch in
so einer Situation spürt und mitbekommt.
Das wird häufig unterschätzt. Von daher
war es uns wichtig, dass wir ganz häufig
da waren. Eigentlich jede von uns jeden
Tag am Schluss. Und manchmal auch jede
von uns zwei Mal am Tag.
Doris Deyna: Eine Woche vor seinem Tod,
da waren wir fast durchgängig bei ihm.
Barbara Günther: Und ich war auch bei
ihm als er starb.
Was war für Sie beide an dieser Begleitung besonders bewegend?
Doris Deyna: Dass es so ein junger
Mensch war. Außerdem hatte ich mir einen Komapatienten ganz anders vorgestellt; jemanden, der ganz still im Bett
liegt. Aber bei diesem jungen Mann war
das nicht so. Er bewegte die Augen. Er
hat die Schulter nach oben gezogen. Er
hat zum Teil auch gekrampft. Es kam
auch Speichel aus seinem Mund.
Barbara Günther: Es war insgesamt eine
ganz besondere Situation. So kurz vor
dem Tod und so wenige Möglichkeiten
zur Kommunikation und dadurch immer
wieder berührt zu werden. Ich musste lernen, damit umzugehen. Aber ich empfinde es als gut. Das Sterben ist etwas Besonderes, fast etwas Heiliges. Ja, … und
der junge Mann hätte ja auch mein Sohn
sein können. Und auch deiner.
Doris Deyna: Ja. Ich habe sehr viel darüber
nachgedacht, was wäre, wenn ich selber in
so eine Situation hineinkomme. Aber dann
geht der Gedankengang auch irgendwie
nicht weiter, weil man darüber natürlich
nicht wirklich nachdenken möchte.
Wie haben Sie sich von ihm verabschiedet, nachdem Ihr Patient verstorben ist?
Barbara Günther: Die ganze letzte Woche
war für mich „Abschied reichlich“. Ich
wusste ja nie, wenn ich ging, ob ich ihn
nochmal wieder sehen würde.
Immer wieder wenn man ging…,
Doris Deyna: …war es ein Abschied.
Barbara Günther: Ja, es war jedes Mal
ein Abschied. Denn wir sind oft spontan
zu ihm gegangen und wussten nie, was
uns erwartet. Ich habe natürlich auch
Abschied genommen, als ich bei seinem Sterben dabei war. Rund wurde es
für mich gestern bei dem Gedenkgottesdienst, als sein Name verlesen wurde.
Inwiefern und wie haben Sie beide sich
untereinander über die Begleitung ausgetauscht?
Doris Deyna: Wir haben nach jedem Besuch miteinander telefoniert.
Barbara Günther: Es ging immer darum,
wie sieht es aus, was macht Martin für einen
Eindruck. Wenn eine von uns mit der Mutter
gesprochen hat, haben wir auch das kurz
berichtet. Da gab es manchmal noch Informationen über sein Leben. Und der Mutter
war es wichtig, über ihn, seine Eigenheiten,
Vorlieben und Interessen zu erzählen.
11
Kann man sagen, dass Sie die Begleitung abgeschlossen haben?
Doris Deyna: Ich war bei der Beerdigung
dabei. Und eigentlich habe ich dort auch
einen Abschluss gesehen. Doch in meiner nächsten Begleitung, die ein bisschen
ähnlich war, wurden manche Gefühle und
Erinnerungen wieder lebendig.
Biographisches über die beiden Begleiterinnen
Doris Deyna ist 65 Jahre alt. Sie war vor
ihrer Berentung Einzelhandelskauffrau
und hat in einem großen Bekleidungshaus an der Kasse und im Kundendienst
gearbeitet. Sie arbeitet seit dreieinhalb
Jahren beim AHPD mit.
Welche Auswirkungen hat diese TandemBegleitung auf Sie persönlich und auf
Ihre ehrenamtliche Arbeit?
Doris Deyna: Ich habe Frau Günther sehr
viel besser kennengelernt. Man erfährt
einfach über den anderen so viel, was
man über andere Wege wahrscheinlich
nie erfahren hätte. Das war eine gute Sache und ich würde das jederzeit wieder
machen.
Barbara Günther: Bei mir war es genauso.
Ich finde, die Begleitung im Tandem ist
eine Bereicherung für unsere Arbeit.
Doris Deyna: Eigentlich sollte man eine
Begleitung im Tandem bei schwerstkranken Menschen häufiger machen. Wenn
ich eine Begleitung alleine mache, dann
ist manchmal so viel in mir drin, was ich
in dieser Art gar nicht loswerden und
erzählen kann. Und so hatte ich immer
eine direkte Ansprechpartnerin. Wenn ich
dann darüber reden konnte, ging es mir
hinterher besser.
Barbara Günther ist 66 Jahre alt. Sie ist
von Beruf Medizinisch-Technische Assistentin. Sie arbeitet seit 2002 im AHPD
mit.
(*) Name und persönliche Daten geändert
Hilke Hamel
Ehrenamtliche Mitarbeiterin
„Ein gutes Team beherrscht
die Kombination persönlicher
Wertschätzung und kritischer
Auseinandersetzung.“
Vielen Dank für das Interview.
Peter Siwon
12
Patientenverfügung
und andere Formen der Vorsorge
Viele sprechen über die Patientenverfügung, viele möchten eine verfassen und
das möglichst schnell und „wasserdicht“.
Die Erstellung dieser sehr persönlichen
Vorsorgedokumente ist aber kein einfacher Weg.
Wenn man sich erstmalig mit dem Gedanken an eine eigene Patientenverfügung auseinandersetzt, benötigt man
neben medizinischen und juristischen
Informationen vor allem Bedenkzeit für
sich selbst und durchlebt einen Prozess
der Entscheidungssuche und des Nachdenkens über die eigene Vergänglichkeit. Hierbei hilft es, alle auftauchenden
Fragen mit jemandem durchzusprechen.
Die Unterstützung hin zu einer individuellen Patientenverfügung und die eigenen
Bedenken und Fragen sollten hierbei im
Vordergrund stehen. Bei speziellen juristischen und medizinischen Fragen, müssen immer Fachleute hinzugezogen werden, ebenso falls Beglaubigungen oder
Beurkundungen benötigt werden.
Um dieses Angebot erweitern zu können,
wurden 3 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen
intensiv geschult und können ab Anfang
2015 die Koordinatorin Karin Leutbecher
in dieser Arbeit unterstützen. Das wird
u.a. dazu führen, dass auch Gespräche
in den Abendstunden möglich sein werden. Näheres erfahren Sie dann auf unserer Homepage www.ahpd-herne.de, per
Telefon unter 02323/9882911 oder in der
Presse.
Seit Sommer 2013 findet im AHPD jeden
4. Dienstag im Monat ab 16 Uhr eine Themensprechstunde zu Formen der Vorsorge statt, zu der sich regelmäßig Herner
Bürger anmelden und einfinden. Neben
allen Fragen rund um die Patientenverfügung geht es fast immer auch um die
Bedeutung einer Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Bankvollmacht.
Nicht zuletzt entstehen im Rahmen dieser
Gespräche fast immer Fragen zum AHPD
und zu den Möglichkeiten einer Unterstützung in der letzten Lebensphase.
Karin Leutbecher
Koordinatorin
13
Wollen Sie Ihre Mutter
verhungern lassen?
Immer häufiger stehen Söhne und Töchter vor dieser Frage. Der Gedanke, die
Schuld für ein Verhungern des lieben Anvertrauten tragen zu müssen, macht Angehörige hilflos. Der zeitliche Druck und
die Unkenntnis der Fachausdrücke, der
Möglichkeiten und Grenzen macht für sie
die Situation nicht einfacher.
In diesem Teil unseres Infobriefes möchten wir Ihnen zum einen einige medizinische Begriffe erklären, die Sie möglicherweise schon im Zusammenhang mit
künstlicher Ernährung gehört haben. Zum
anderen finden Sie anschließend das Interview mit einem Arzt, der einige durch
Angehörige gestellte Fragen beantwortet.
wird ein Teil der natürlichen Wegstrecke
der Nahrung von der Aufnahme mit dem
Mund bis zur Aufnahme der Nährstoffe
in das Blut ersetzt. Je nachdem welche
Wegstrecke ersetzt wird, wird zwischen
„enteraler“ und „parenteraler“ Ernährung
unterschieden.
Enterale Ernährung bedeutet Ernährung
über den Magen-Darm-Trakt. Der Begriff
wird heute vor allem für die Ernährung
mittels einer Magen- oder Dünndarmsonde oder PEG-Sonde verwendet. Die
Magensonde ist ein Schlauch, der durch
Nase oder Mund, Rachen und Speiseröhre in den Magen oder bis in den Dünndarm führt. Bei der PEG-Sonde (perkutanen endoskopischen Gastrostomie) wird
eine Sonde direkt durch die Bauchdecke
in den Magen gelegt. Nährstofflösungen, in denen die notwendigen Eiweiße,
Kohlenhydrate, Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in optimaler
Zusammensetzung erhalten sind, können
Unter künstlicher Ernährung versteht man
die Ernährung eines Menschen, der nicht
ausreichend essen kann, darf oder will,
unter Einsatz von medizinischen Hilfsmitteln. Gründe können körperliche oder
psychische Erkrankungen, Operationen
oder Alterserscheinungen sein. Dabei
14
so zugeführt werden. Auch Medikamente
können der Nährstofflösung beigemischt
werden.
Parenterale Ernährung bedeutet, Nährstoffe nicht über den Magen-Darm-Trakt,
sondern durch Infusion direkt in die Blutbahn zu bringen (z.B. bei Darmerkrankungen). Diese Ernährungsart erfordert einen
Zugang über die Blutbahn (periphere Venenverweilkanüle, zentraler Venenkatheter oder Port).
von weniger als 2 Wochen geht. Ansonsten ist die PEG viel besser zu ertragen
und sie ermöglicht es, problemlos parallel etwas zu schlucken. Wenn schon
künstliche Ernährung, dann PEG, der Lebensqualität zuliebe.
Wenn ich mich für eine Sonde entscheide, muss mein Vater dann bis zu seinem
Tod künstlich ernährt werden?
Natürlich nicht. Ernährung in der Sterbephase ist nicht indiziert* und sogar eher
schädlich. Sie führt häufig auch über die
PEG zu Aspirationen* und begünstigt das
Todesrasseln*.
*indiziert → angezeigt, *Aspiration →
Eindringen von Nahrung, Sekret, Erbrochenem in die Lunge, *Todesrasseln →
geräuschvolles Atmen von Sterbenden in
den letzten Stunden.
Annegret Müller, Koordinatorin AHPD:
Herr Dr. Freistühler, Sie sind Gastroenterologe, Palliativmediziner, Chefarzt im
Marienkrankenhaus Ratingen und außerdem Leiter der Palliativakademie in
Herne. Die künstliche Ernährung eines
Patienten ist in Ihrem Bereich öfter mit
Angehörigen zu besprechen. Ich möchte
Ihnen gerne einige Fragen stellen, die
Angehörige uns als Hospizdienst in Krisensituationen immer wieder stellen. Sie
brauchen Klarheit, um eine Entscheidung
treffen zu können, die für ihren schwerkranken, dementen und sterbenden Angehörigen die angemessene ist.
Wie schnell muss ich mich entscheiden?
Was kann getan werden, damit ich etwas
Zeit zum Überlegen zu habe?
Es ist immer ein paar Tage Zeit. Diese Zeit
kann mit Infusionen überbrückt werden.
Wenn Ihr Angehöriger trinken kann, haben Sie noch mehr Zeit.
Dr. med. Markus Freistühler
Merke ich, wenn meine Mutter verhungert?
Verhungern ist eine subjektive Empfindung. Die meisten Menschen am Ende
des Lebens haben weder Hunger noch
Appetit. Auch der kommunikativ eingeschränkte Mensch wird sie wissen lassen,
wenn er noch Hunger hat.
Was spricht für eine Magensonde oder
PEG und was dagegen?
Wichtig ist, dass der Betroffene die Behandlung gewollt hätte. Die Magensonde
ist die größere Belastung und sollte nur
erwogen werden, wenn es um eine Zeit
15
Herr Dr. Freistühler herzlichen Dank für
Ihre offenen und verständlichen Antworten. Welche Botschaft möchten Sie als
Arzt allen Angehörigen mit auf den Weg
geben?
Nehmen Sie sich Zeit zur Entscheidung.
Fragen Sie vor allem, ob überhaupt eine
Indikation besteht bzw. welchen Nutzen
die künstliche Ernährung haben soll.
Ohne klaren Nutzen sollte eine Behandlung unterbleiben. Und denken Sie immer an den geäußerten bzw. mutmaßlichen Willen Ihres Angehörigen. Der ist
entscheidend. Nicht was Sie fühlen, wenn
Sie Ihren Angehörigen mit oder ohne
Sonde leiden sehen, und auch nicht, was
Sie selbst für sich entscheiden würden.
Stirbt meine schwer demente Großmutter schneller, wenn ich mich gegen eine
künstliche Ernährung entscheide?
Es gibt gute Studien, die belegen, dass
künstliche Ernährung in der Spätphase
der Demenz keinen lebensverlängernden
Effekt hat. Auch der Umkehrschluss für das
Unterlassen der Ernährung ist zulässig.
Darf ich als Angehöriger gegen den
schriftlich verfügten Willen meiner Mutter
entscheiden?
Nein, wenn die Situation von der Verfügung erfasst wird, dann gilt sie auch. Ernähren dürfen Sie und wir als Ärzte dann
nicht. Aber es könnte sein, dass z.B. eine
Epilepsie oder Schmerzen die Lebensqualität belasten und dass die Medikamente
am besten über eine Sonde verabreicht
werden. Dann hat die Sonde aber auch
ein ganz anderes palliatives Ziel und
kann dann auch erlaubt sein. Schließlich kann der Patient nicht vorher an alle
Möglichkeiten denken.
Lassen Sie es mich vielleicht so zusammenfassen: Essen ist nicht alles, viel
wichtiger ist es, bei den Angehörigen –
in Liebe und Nähe – zu bleiben.
Annegret Müller
Koordinatorin
16
NEU: ab Januar 2015
jeden 3. Dienstag im Monat
16.00 – 17.30 Uhr
Demenzsprechstunde für pflegende Angehörige
Wenn Sie sich als pflegender Angehöriger
angesprochen fühlen, Sie Fragen haben
und nicht wissen ob es eigentlich noch
zu früh oder schon zu spät ist diese Unterstützung zu Hause zu nutzen, dann
kommen Sie in unsere Demenzsprechstunde. Die Beratung und Begleitung ist
für Sie und ihren Angehörigen kostenfrei.
Pflegende Angehörige von Demenzkranken kommen im jahrelangen Fortschreiten der Demenz an ihre Grenzen. Wenn
der Gang in die Tagespflege nicht mehr
möglich ist, die Mobilität nachlässt, die
Sprache verstummt, die Nahrungsaufnahme sich stetig verschlechtert, sind sie
häufig mit dem Demenzkranken allein zu
Hause. „Wie stirbt mein Angehöriger und
welche Bedürfnisse hat er am Ende seines Lebens?“, „Spürt mein Angehöriger
sein Sterben?“ und „Was kann ich noch
tun, damit es meinem Angehörigen in
seinem Sterben gut geht und mir auch?“
Gedanken wie diese kommen angesichts
des nahenden Todes auf. Wir als Ambulanter Hospizdienst möchten Sie auf die
Zeit des letzten Abschiedes vorbereiten,
Sie beraten, unterstürzen und mit Ihnen
gemeinsam ein Stück dieses Weges gehen.
Bitte vereinbaren Sie einen Termin unter
Telefon 02323/9882913 oder per E-Mail
an a.mueller@ahpd-herne.de.
Ansprechpartnerin:
Annegret Müller
Dipl. Fachfrau für gerontopsychiatrische
Pflege und Betreuung
Koordinatorin Schwerpunkt Demenz
17
Tipps für die kalte Jahreszeit
Blick in Großmutters Hausapotheke
Warme Füße
Fußbäder erfreuen sich nicht nur in der
kalten Winterzeit großer Beliebtheit. Sie
wirken wohltuend auf Körper und Geist
und helfen, die Haut zu pflegen. Gerade
jetzt in der oft nassen Jahreszeit haben
wir schnell kalte Füße und wir fühlen uns
unwohl. Wie gut ist es doch, dass wir auf
altbewährte Hausmittelchen zurückgreifen können, die schon unsere Großmütter
angewendet haben. Und mit Fußbädern
für die kleinen Zipperlein und zum Wohlfühlen kannten sie sich wirklich gut aus.
Vorweg ein paar Tipps zur Herstellung:
Fußbädern, die mit ätherischen Ölen
zubereitet werden, sollte ein Emulgator
zugegeben werden, der das Wasser mit
dem Öl gut vermischt. Dazu können sie
z.B. zwei Esslöffel Sahne oder eine Tasse
Vollmilch verwenden. Dazu mischen Sie
das Öl mit der Milch oder Sahne, dann
mischen sie alles mit dem Wasser. Als
Faustregel werden bei der Beigabe des
Öls etwa 6 – 8 Tropfen bei Erwachsenen
und 3 – 5 Tropfen bei Schulkindern empfohlen.
Ein „ansteigendes Fußbad“ ist vor allem in der kälteren Jahreszeit eine wahre Wohltat. Die kalten Füße erwärmen
sich angenehm, die Blutzirkulation wird
langsam gesteigert (Erhöhung der Temperatur) und ein wohliges Wärmegefühl
breitet sich im ganzen Körper aus. Die
Wassertemperatur wird von dem ursprünglich lauwarmen Wasser (ca. 20°C)
auf eine Temperatur von bis zu 43°C langsam erwärmt. Dabei wird anfangs das
Gefäß (Bottich, Eimer) nur bis über die
Knöchel mit lauwarmem Wasser gefüllt.
Stellen Sie Ihre Füße hinein und geben
mit einer Tasse langsam heißes Wasser
hinzu bis die Temperatur auf maximal
43°C angestiegen ist. Das Wasser sollte
bis zur Mitte der Waden reichen. Halten
Sie ihre Füße 15 – 20 Minuten im Wasser,
aber auf keinen Fall länger als 30 Minuten. Sie können dem Wasser noch etwa
50 g Meersalz beigeben – das hilft dem
Körper das subjektive Wärmeempfinden
länger zu halten.
Es wird empfohlen, sich im Anschluss
hinzulegen und in Ruhe noch ein wenig
zu entspannen. Menschen mit Herz- oder
Venenproblemen (Krampfadern) sollten
diese Form des Fußbades eher meiden
oder im Zweifelsfall ihren Arzt konsultieren.
Geeignete Öle sind Latschenkiefer, Fichte,
Tanne, Rosmarin, Ingwer. Auch Abkochung
aus Teekräutern wie Scharfgabe, Wermut,
Ingwer, Lavendel und Johanniskraut eignen
sich.
Annegret Müller
Koordinatorin
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Regelmäßige Angebote im AHPD
Sprechstunden: Dienstag
Mittwoch
16.00 – 18.00 Uhr
10.00 – 12.00 Uhr
Themensprechstunden:
Demenzsprechstunde für pflegende Angehörige
jeden 3. Dienstag im Monat, 16.00 – 17.30 Uhr
Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht
jeden 4. Dienstag im Monat, 16.00 – 18.00 Uhr
AHPD-Treff
jeden 1. Dienstag im Monat, 15.30 – 17.30 Uhr
1 x im Quartal mit speziellem Thema (Vorankündigung Tagespresse)
03.02.2015
Hospiz- und Palliativarbeit in Herne
05.05.2015
Depression oder schon Demenz?
Gruppentreffen für Ehrenamtliche des Fördervereins:
Gruppe 1 + 2
jeden 2. Dienstag im Monat von
10.00 – 12.00 Uhr und 14.30 – 16.30 Uhr
Gruppe 3
jeden 2. Donnerstag im Monat von
18.00 – 20.00 Uhr
Gesamte Gruppe
jeden 3. Monat am Donnerstag von
18.00 – 20.00 Uhr
Themenwochenende
11. – 12.09.2015
Qualifizierungskurs „Leben bis zuletzt“
Der neue Qualifizierungskurs „Leben bis zuletzt“ beginnt im Herbst 2015
Informationen im AHPD unter 02323 / 988 29 0
Impressum
Redaktionsteam (ehrenamtlich):
Wolf Eckert, Hilke Harmel, Margaritta Kosfeld, Inge Reinholdt und Christine Weigelt
Redaktionsteam (hauptamtlich): Karin Leutbecher, Annegret Müller, Karola Rehrmann
Gestaltung und Lektorat: Susanne Jacoby, Andrea Wocher
Bildnachweis: Karin Leutbecher (2, 9, 10), Wolf Eckert (3), Volker Beushausen (15 + 20),
fotolia: elavuk81 (4/5), Sascha Burkard (6), Evgenia Smirnova (7), PeJo (13), Sherry Young (14),
Carola Schubbel (16), freshidea (17), nadyatess (18)
19
„Wir betreuen schwerstkranke und
demente Menschen am Lebensende
und ihre Angehörigen in ihrem
häuslichen Umfeld und im Altenund Behindertenheim.“
Karola Rehrmann,
Karin Leutbecher,
Annegret Müller,
Koordinatorinnen AHPD
Aus der Arbeit der Palliativstation entstand 1996 der Ambulante Hospiz- und Palliativdienst (AHPD). Unsere Arbeit wird von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
getragen und drei hauptamtliche Koordinatorinnen geleitet. Die individuell gestalteten
Besuche der Ehrenamtlichen werden durch das Angebot der Beratung von Schwerkranken
und Sterbenden, Angehörigen und Betreuungsteams ergänzt. Darüber hinaus bieten wir
Trauerbegleitung und die Vermittlung von Informationen und Ansprechpartnern zu speziellen Fragen an.
Als aktives Mitglied im Palliativ-Netzwerk Herne, Wanne-Eickel, Castrop-Rauxel arbeiten
wir eng mit den Partnern im Gesundheits- und Sozialwesen zusammen.
Spendenkonto
Palliativstation im Evangelischen Krankenhaus Herne und
Ambulanter Hospiz- und Palliativdienst (AHPD) e.V.
Deutsche Bank Herne
BIC Code DEUTDEDE430
IBAN DE42 4307 0061 0631 3399 00
Volksbank Herne
BIC Code GENODEM1BOC
IBAN DE18 4306 0129 0172 5126 00
Stichwort „Ambulanter Hospiz- und Palliativdienst“
Empfänger „Palliativstation im EvK Herne und AHPD e.V.“
Ambulanter Hospiz- und Palliativdienst
Bahnhofstraße 137, 44623 Herne
Telefon 02323 / 988 29 0
Fax
02323 / 988 29 10
E-Mail
info@ahpd-herne.de
Internet www.ahpd-herne.de
Sprechzeiten:
Dienstag 16 – 18 Uhr
Mittwoch 10 – 12 Uhr
Koordinatorinnen:
Karin Leutbecher, Annegret Müller, Karola Rehrmann
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