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Februar/März 2015 - Evangelisch-reformierte Bethlehemsgemeinde

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Gemeindeblatt
der Evangelischreformierten
Bethlehemsgemeinde
Richardstraße 97 · 12043 Berlin
www.bethlehemsgemeinde.de
Februar – März 2015
Gott spricht: Der Mensch sieht, was
vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.
(1. Sam 16,7)
Schon seit einigen Jahren gibt es von der Evangelischen Kirche die
Fasten­aktion „7 Wochen ohne …“ Diese ist Jahr für Jahr eine besonde­
re Herausforderung, denn es geht hierbei in erster Linie nicht darum,
auf Speisen zu verzichten – was ja durchaus schon schwer genug ist –
sondern vor allem darum, einen aufmerksamen Blick auf mich selbst,
mein Verhalten, und auf meine Mitmenschen zu bekommen.
Dieses Jahr werden wir von den Initiatoren eingeladen, das Unver­
wechselbare zu entdecken, das was uns im tiefsten Innern ausmacht.
Du bist schön! Sieben Wochen ohne Runtermachen lautet das Motto. „Wir
wollen die Schönheit suchen, würdigen und feiern, vor allem da, wo sie
sich nicht herausputzt und in Pose wirft. Und wo wir gelegentlich überse­
hen: weil sie nicht den gängigen Maßstäben entspricht oder einfach weil
wir mit der eigenen Selbstoptimierung beschäftigt sind.“ – heißt es dazu
auf der Internetseite (http://www.7wochenohne.evangelisch.de).
Ein lohnendes Anliegen, nicht nur für die sieben Wochen Fasten­
zeit. Immer wieder ertappe ich mich dabei, dass ich mich von Äußer­
lichkeiten beeinflussen lasse, dass ich vorschnell urteile und verurteile.
Die Aktion fordert uns heraus, genauer hinzusehen: hinter die Fassa­
den, hinter den äußeren Schein. Und gleichzeitig werden wir ermun­
— 1 —
tert, uns selbst mehr zu öffnen. Sicher keine leichte Aufgabe. Je mehr,
wir uns einander öffnen, desto verletzlicher werden wir. Und doch ist
gerade dieser Weg der lohnende. Denn wenn wir uns einander öffnen,
dann lassen wir uns teilhaben an unseren Gefühlen, unseren Fragen
und Ängsten, an unserem Glauben, unserer Liebe und unserer Hoff­
nung. Dann kommen wir uns plötzlich nah. Ja, ich glaube, wenn wir
uns mehr trauen, einander offen und vorurteilsfrei zu begegnen, dann
werden wir staunen, wie wundervoll Gott uns geschaffen und be­
schenkt hat.
Mit Worten aus dem 1. Johannesbrief wünsche ich Ihnen „7 Wochen
mit …“ segensreichen Begegnungen und einen liebevollen Blick auf ei­
nander: „Ihr Geliebten, wenn Gott uns so geliebt hat, sind auch wir es
schuldig, einander zu lieben. Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn
wir einander lieben, bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns ans
Ziel gekommen.“ (1. Johannesbrief 4,11.12)
Ihre Carolin Springer
Begreift ihr meine Liebe?
Zum Weltgebetstag von den Bahamas am 6. März 2015
Traumstrände, Korallenriffe, glasklares Wasser: das bieten die 700 In­
seln der Bahamas. Sie machen den Inselstaat zwischen den USA, Kuba
und Haiti zu einem touristischen Sehnsuchtsziel. Die Bahamas sind das
reichste karibische Land und haben eine lebendige Vielfalt christlicher
Konfessionen. Aber das Paradies hat mir Problemen zu kämpfen: ex­
treme Abhängigkeit vom Ausland, Arbeitslosigkeit und erschreckend
verbreitete häusliche und sexuelle Gewalt gegen Frauen und Kinder.
Sonnen- und Schattenseiten ihrer Heimat – beides greifen Frauen
der Bahamas in ihrem Gottesdienst zum Weltgebetstag 2015 auf. In
dessen Zentrum steht die Lesung aus dem Johannesevangelium (13,1–
7), in der Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht. Hier wird für die Frau­
en der Bahamas Gottes Liebe erfahrbar, denn gerade in einem Alltag,
der von Armut und Gewalt geprägt ist, braucht es tatkräftige Nächs­
tenliebe auf den Spuren Jesu Christi. Rund um den Erdball gestalten
–2–
Das Presbyterium lädt alle Gemeindemitglieder ein zu einer
Gemeindeversammlung am Sonntag, 22. Februar 2015
nach dem Gottesdienst (gegen 11.00 Uhr)
in das Gemeindehaus an der Richardstr 97.
Auf der Tagesordnung steht:
1. Bericht: Ein Jahr Bethlehemsgemeinde mit neuer Pfarrerin;
2. Wie häufig soll in der Richardstraße Gottesdienst gefeiert werden?
wöchentlich oder vierzehntägig?
Frauen am Freitag, den 6. März 2015 Gottesdienste zum Weltgebetstag.
Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche sind dazu herzlich eingela­
den. Alle erfahren beim Weltgebetstag von den Bahamas, wie wichtig
es ist, Kirche immer wieder neu als lebendige und solidarische Ge­
meinschaft zu leben. Ein Zeichen dafür setzen Gottesdienstkollekten,
die Projekte für Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt unterstüt­
zen. Darunter ist auch eine Medienkampagne des Frauenzentrums „Ba­
hamas Crisis Center“ (BCC) , die sexuelle Gewalt gegen Mädchen be­
kämpft.
Gemeinsamer Seniorenkreis
Die beiden Seniorennachmittage finden in Köpenick (Freiheit 14)
statt: am Dienstag, dem 17. Februar um 14.30 Uhr und am Mittwoch,
dem 11. März um 14.30 Uhr. Bei diesem Treffen geht es um den öku­
menischen Weltgebetstag (siehe nebenstehenden Artikel).
Wenn Sie zu den Treffen gerne abgeholt werden möchten, oder
sogar selbst eine Mitfahrgelegenheit anbieten können, dann
melden Sie sich doch bitte telefonisch im Büro der Schlosskirchen­
gemeinde: 030 / 655 70 32.
– 3 –
Um uns ist es kalt geworden: Religiöser Fanatismus, Hass und Gewalt mit
extremer Brutalität trafen Frankreich. Der Anschlag auf die Redaktions­
mitglieder der unverschämt schamlosen Satirezeitung Charlie Hebdo, auf
Polizisten und Menschen, die einfach nur einkaufen wollten, entsetzen
uns.
Werte wie Meinungsfreiheit, Gewissensfreiheit und Religionsfreiheit
gehören zu unseren westlichen Demokratien seit der Französischen Revo­
lution. Wir glaubten uns sicher – trotz New York, Madrid, London, Tou­
louse. Politikverdrossenheit, die Suche nach einfachen Antworten durch
extreme Parteien und Rassismus verbreiteten sich in vielen Ländern Euro­
pas und sind nicht nur in Frankreich salonfähig geworden.
Und jetzt, die Barbarei, mit einer Kalaschnikow frontal Menschen
abzuschießen, um angeblich den Propheten zu rächen. Danach weitere
Anschläge. Nun gibt es viele Verletzte und 20 Tote: 17 Opfer, drei Tä­
ter, alle unvergleichliche Menschen.
Mich hat die laufende Berichterstattung über die Fahndung nach
den Terroristen erschüttert. Es wurde uns fast wie in einem ActionFilm eine Menschenjagd vorgeführt. Die Hatz als öffentliches Spekta­
kel. Mir schien, als riefen wir gemeinsam „Kreuzigung! Kreuzigung!“
Genau diesen Drang nach Rache in uns aber müssen wir sorgsam
wahrnehmen und überwinden.
Die ganze Welt reagiert mit Entsetzen und mit großer Anteilnahme.
Die Bürgerinnen und Bürger – les citoyens – sind aufgewacht: Ihre freiheit­
liche, offene Gesellschaft, ihre Demokratie und ihre Werte – Liberté, Egalité, Fraternité – sind in Gefahr. #Je suis Charlie wurde zum Symbol des
Willens, die Freiheit zu verteidigen, den Terrorismus zu verurteilen und
sich diesem brutalen Angriff nicht zu beugen und zu ergeben. Überall ver­
sammelten sich spontan Menschen. Dabei wurde eins klar: Nur der Zu­
sammenhalt der Gesellschaft kann helfen, diese tiefe Wunde zu heilen.
Viele, sehr viele sind auf die Straße gegangen. Andere leben in
Angst. Viele, sehr viele sind geprägt von Hass und Ablehnung des An­
deren, des Fremden und bekennen sich in Frankreich offen zum Recht­
extremismus. In diesen Tagen wurden viele Moscheen geschändet. Die
jüdische Gemeinschaft fühlt sich schon lange bedroht. Viele Franzosen,
die selbst oder deren Vorfahren aus arabischen oder afrikanischen Län­
dern oder aus der Türkei stammen, und eine Vielzahl von Ausländern
– gleich, ob sie sich zum Islam bekennen oder nicht – befürchten, zu
Sündenböcken zu werden. Jedoch: Die Terroristen stehen nicht für den
Islam. Unsere muslimischen Mitbürger distanzieren sich von jeglichem
Terror und nennen das den Missbrauch ihrer Religion.
Die Mahnwachen sind wichtig, aber reichen nicht. Nun muss die
Brüderlichkeit im Alltag ankommen. Das verlangt viel Arbeit an uns
selbst: Weg von Abgrenzung und Rassismus. Toleranz ist kein abstrak­
ter netter Wert: Jedes Wort des Hasses, der Ausgrenzung, der Men­
schenverachtung müssen wir anprangern. Nicht nur auf politischen De­
monstrationen, sondern vor allem auch im alltäglichen Leben. Zu jeder
Zeit. Überall.
Als Christen sagen wir: Alle Menschen sind Ebenbilder Gottes. Alle.
Auch die Menschen, die uns fremd sind, die religionsfeindlichen oder
die Menschen, die aus Unwissenheit, Rache oder Frustration sich von
falschen Propheten indoktrinieren lassen.
Allein das Gute kann das Böse überwinden: Unsere Bekundungen
für Toleranz verlangen Engagement für das Miteinander. Begegnungen,
Diskussionen, Konfrontationen mit dem uns Fremden, mit dem Ande­
ren bereichern uns und bringen uns weiter auf dem Weg zu einer wahr­
haft brüderlichen Gesellschaft.
Fangen wir damit in unseren Kirchengemeinden an! Paulus schreibt:
„Hier gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Juden und Griechen,
zwischen Sklaven und freien Menschen, zwischen Mann und Frau.
Denn durch eure Verbindung mit Jesus Christus seid ihr alle zusammen
ein neuer Mensch geworden.“ (Gal 3,28)
Gott schenke uns Kraft an seinem Reich im Heute zu arbeiten. Ein
Reich, das keine Grenze kennt und niemanden ausschließt.
Solange Wydmusch (Französich-reformierte Gemeinde Berlin)
–4–
– 5 –
Liberté, je crie ton nom –
Freiheit, ich schreie deinen Namen.
Mit „dem“ Islam hat der Terror, wie er am 7. Januar 2015 mit der Ermor­
dung von 17 Menschen in Paris (wieder einmal) zuschlug, sicher nichts
zu tun, weil es „den“ Islam so nicht gibt, denn der Islam existiert in un­
terschiedlichen Strömungen, Lehrmeinungen, Schulen. Außerdem di­
stanziert sich die große Mehrheit der Muslime von solchen Terroran­
schlägen, wie die eindrucksvolle Kundgebung auf dem Pariser Platz
am 13. Januar 2015 zeigte, zu der die muslimischen Verbände aufgeru­
fen hatten.
Es gibt allerdings eine Richtung im Islam, auf den sich die Terroris­
ten, wie auch die hinter ihnen stehenden Hassprediger oder diverse
Unterstützergruppen berufen, den Salafismus. Salafiya bedeutet ‚die
Altvorderen‘, d. h. die Salafisten berufen sich auf Leben und Wirken
der ersten drei Generationen im Islam nach dem Propheten Mohammed,
der Koran und die mündliche Überlieferung (Hadithen) aus dieser Zeit
haben absolute Gültigkeit. Alle späteren Lehrmeinungen werden verwor­
fen, wie auch die islamische Mystik (Sufis) und die Heiligenverehrung. Im
13./14. Jahrhundert begründet, wurde die Salafiya durch den aus Innerarbi­
en stammenden und im 18. Jahrhundert wirkenden Theologen Ibn Abdel Wahhab zu einer intoleranten Doktrin im Dienste des saudischen
Herrscherhauses ausgebaut. Seit den 20er-Jahren bezeichnen sich seine
Anhänger als Salafisten; in Saudi Arabien ist die Salafiya als Wahhabis­
mus Staatsreligion. Unter Muslimen und Andersgläubigen wird staatli­
cherseits und von Seiten von Privatleuten eine rege Missionierungstä­
tigkeit entfaltet, finanziert u. a. durch milliardenschwere Erlöse aus der
Erdölförderung. Das Schreckensregime des sogenannten Islamischen
Staates hat natürlich ebenfalls den Salafismus zur ideologischen Grund­
lage und erfreut sich der üppigen finanziellen Überstützung aus Saudi
Arabien und anderen Golfstaaten.
Politisch ist der Salafismus eine rückwärtsgewandte Utopie, indem
er die Frühzeit des Islams als idealen gesellschaftlichen Zustand ansieht,
den es überall auf der Welt zu verwirklichen gilt. Dabei wissen wir gar
nichts genaues über diese Zeit, denn die schriftliche Überlieferung setzt
erst 150 Jahre nach Mohammeds Tod im Jahr 632 ein.
Die Salafisten „sehen im Islam eine reine Gesetzesreligion; ihre
Lehrmeinungen basieren auf einem wortwörtlichen Verständnis islami­
scher Quellen ohne nach dem inhaltlichen Sinn dieser Texte zu fragen.
Jeder Einsatz von Vernunft als eigenständige Quelle der Erkenntnis
wird von ihnen verworfen. Eine zeitgemäße Interpretation dieser Quel­
len wird genauso wie eine historische Kontextualisierung strikt abge­
lehnt“ (Mouhanad Khorchide). Der Islam wird so zu einer „Karikatur
seiner selbst“ (Navid Kermani) gemacht.
Das heilige Buch des Islams, der Koran, ist nicht nur die Offenba­
rung des einen Gottes, Allah, der sich selber als der „Erbarmer“, der
„Barmherzige“ vorstellt (Sure 1,1), sondern enthält auch Anweisungen,
die zur Selbstbehauptung eines mittelalterlichen Gemeinwesens (bei­
spielsweise Sure 5,33 oder Sure 9,5) oder mittelalterlicher „Rechtspfle­
ge“ (beispielsweise Sure 5,38) dienen. Wer sich daraus ein Hassideolo­
gie zusammenbaut, verdunkelt die eigentliche Botschaft des Korans,
wie sie sich beispielsweise in Sure 5,32 ausdrückt – „… haben wir den
Kindern Israels angeordnet, dass wer einen Menschen tötet … wie ei­
ner sein soll, der die ganze Menschheit tötet. Und wer ein Leben erhält
soll sein, als hätte er die ganze Menschheit am Leben erhalten.“
Viele Muslime fordern deshalb heute, die heiligen Texte in ihrem
historischen Zusammenhang zu lesen und zu trennen zwischen den ei­
gentlichen Glaubensinhalten und zeitbedingten Aussagen. Der Müns­
teraner Professor für islamische Relgionspädagogik Mouhanad Khor­
chide unterscheidet beispielsweise zwischen den mekkanischen und
den medianischen Suren im Koran, den Suren, die vor und denen, die
nach der sog. hidğra, der Flucht Mohammeds von Mekka nach Medina
im Jahr 622, verkündigt wurden. Vor 622 ging es um den „reinen Monothe­
ismus, die Attribute Gottes sowie die Ankündigung des Jüngsten Ge­
richts“, „Ziel … in dieser Phase war … der Bruch mit den (barbarischen
G. M.) Stammes­traditionen und dem Polytheismus. In Medina konnte
Mohammed die islamische Gemeinschaft (umma) begründen. „Neben spi­
rituellen und ethischen Aspekten wurden jetzt Gesetze und Regelungen
vorgeschrieben, die das gesellschaftliche Leben prägen sollten.“
–6–
–7–
Hat der Terror nichts mit dem Islam zu tun?
Gehorsam zu fordern – „gehorcht Gott, gehorcht seinem Gesandten
und den Verantwortlichen für euch“ (Sure 4,59) – mag in dieser Phase der
Konsolidierung notwendig gewesen sein, später wurde eine solche An­
weisung zur Legitimierung politischer Macht instrumentalisiert und auf sie
eine Pädagogik der Angst und der Furcht vor Strafe gegründet.
Wie sich der Islam entwickelt, welche Lesart sich durchsetzt, ent­
scheidet darüber, ob Islam mit „Unterwerfung“ unter einen kleinlich
diktatorischen Gott, dem Gehorsam und Äußerlichkeiten über alles
gehen, oder ob Islam mit „Hingabe“ an einen erbarmenden, liebevol­
len Gott übersetzt werden kann.
Günther Matthes
„Islam ist Barmherzigkeit“ lautet der Titel des Buches, in dem Mouhanad Khorchide die „Grundzüge einer modernen Religion“ entwickelt. Jedem, der sich ein Bild
des Islams jenseits von Terror, Bigotterie oder Parallelgesellschaft machen will, sei
dieses Buch empfohlen (Freiburg i. Br. [Herder-Verlag] 2012, 220 S., 18,99 €).
Zu Khorchides Position gibt es von muslimischen Verbänden einige kritische
Stimmen, beispielsweise die von der DITIB-Vertreterin Şeyda Can, zu finden
unter http://www.ditib.de/media/Image/Presse/Diskussionsbeitrag_zu_den_
zentralen_glaubensrelevanten_Thesen_des_Buchs.pdf
Zu den Terroranschlägen siehe auch die Rede von Navid Kermani, gehalten auf
der Trauerkundgebung für die Opfer am 14. 1. 2015 in Köln: Die Zeit (Nr. 3) vom
15. 1. 2015; http://www.zeit.de/2015/03/anschlag-paris-muslime-gegenwehr
Die Ruine der Bethlehemskirche
in zwei historischen Fotografien
Die obige Aufnahme wurde im südlichen Teil der Mauerstraße nicht weit
von der Einmündung in die Friedrichstraße gemacht und stammt vom
Aufstand am 17. Juni 1953. Die untere (Luft-) Aufnahme zeigt den allierten
Kontrollpunkt (Checkpoint Charlie) ein Jahr nach dem Mauerbau 1961.
Die Mauer nahm die ganze Zimmerstraße ein (unteres Drittel), nur der
südliche Bürgersteig gehörte zu Westberlin. Die alliierten Kontrollhäus­
chen sind wegretuschiert; die Ruine der Bethlehemskirche ist oben links.
–8–
Fotos: Internetseite der Bundesregierung
–9–
In der Nacht
Termine im Februar und März 2015
Meine Hände hielt ich hinauf in Qual
Und konnte sie nicht mehr falten.
Da hat mit einemmal
Meine Hand eine andere Hand gehalten.
Es war zur Nacht, und es war kein Schein,
Und Sturm stand über den Gassen.
Ich dachte das eine allein:
Die Hand nur fester zu fassen!
Gustav Schüler (1868–1938)
Gertraud Harmsen
1940–2014
„Wenn ich doch noch einmal reisen könnte…“, das war ihr Wunsch
nach der Diagnose; es musste ja keine Weltreise mehr sein, wie sie sie
so oft in ihrem Leben unternommen hatte. Ein Trip nach Binz auf Rü­
gen mit der Schwester würde doch reichen. Reisen, Kunst, Literatur –
das waren ihre Hobbys. Aber sie war auch sehr engagiert in unserer Ge­
meinde. Nach reformiertem Bekenntnis getauft, war sie froh, vor Jahren
unsere Bethlehemsgemeinde in Neukölln entdeckt zu haben. Hier fühl­
te sie sich zuhause. Sie half im Garten, bei den Gemeindefesten, „schmiss“
den Laden in der Küche … oft brachte sie Sonntags Selbstgebackenes
mit zum Gottesdienst. Sie konnte auf die Menschen zugehen, brachte
jedem Interesse und Wertschätzung entgegen – ihre hervorragende Ei­
genschaft war das Zuhören können. Nun müssen wir ohne sie auskom­
men. Am 29. Dezember 2014 hat Frau Gertraud Harmsen ihre letzte
Reise angetreten. Sie wurde in ihrer Heimat in der Grafschaft Bentheim
nahe der niederländischen Grenze im Familiengrab beigesetzt.
Sonntag
1. 2. 15 10.00 Gottesdienst und Abendmahl in der Schlosskirche Köpenick
mit Pfrn. Springer
Sonntag
8. 2. 15 10.00 Gottesdienst mit Pfrn. Springer
Sonntag
15. 2. 15 10.00 Gottesdienst in der Schlosskirche Köpenick
mit Pfr. i. R. Ulrich Barniske
Dienstag
17. 2. 15 14.30 Gemeinsamer Seniorenkreis in Köpenick
Samstag
21. 2. 15 9.30 Konfirmandentreff in Köpenick
Sonntag
22. 2. 15 10.00 Gottesdienst und Abendmahl mit Pfrn. Springer
anschließend Gemeindeversammlung (s. S. 3)
Sonntag
1. 3. 15 10.00
14.00
Gottesdienst und Abendmahl in der Schlosskirche Köpenick
mit Pfrn. Springer
Familiennachmittag zum Thema „Du bist schön“
im Gemeindehaus in der Richardstraße 97
Sonntag
8. 3. 15 10.00 Gottesdienst mit Pfrn. Springer
Mittwoch
11. 3. 15 14.30 Ökumenischer Weltgebetstag mit Senioren in Köpenick
Sonntag
15. 3. 15 10.00 Gottesdienst in der Schlosskirche Köpenick mit Pfrn. Springer
mit Gästen von der Straßenkinderinitiative COR aus Uganda
20.–22. 3. 15 Konfirmandenfahrt nach Groß Ziethen in der Uckermark
Sonntag
22. 3. 15 10.00 Gottesdienst
Freitag
27. 3. 15 19.00 Bibelabend zum Thema „Gelitten, gekreuzigt, gestorben“
Sonntag
29. 3. 15 10.00 Gottesdienst und Abendmahl mit Pfrn. Springer
Zum guten Schluss: Leuchtende Krone darf bleiben
Ebenfalls am 29. Dezember 2014 ist Waltraud Krebs gestorben, nach­
dem sie Weihnachten noch im Kreise ihrer Familie verleben konnte.
Die Lichtinstallation des spanischen Künstlers Juan Garaizabal auf dem
Bethlehemkirchplatz soll eine unbefristete Sondergenehmigung erhalten.
Das beschloss die Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Mitte. Vor allem die Gossner Mission hatte sich mit dem Verein Lux Bethlehem
für den Erhalt eingesetzt …
die Kirche, 26. 10. 2014
– 10 –
– 11 –
Namen und Anschriften
Kirchsaal und Gemeindehaus
Richardstraße 97 | 12043 Berlin
Telefon: 030 / 687 25 39 mit Anruf beantworter | Telefax: 030 / 68 10 18 24
E-Mail: info@bethlehemsgemeinde.de
Pfarrerin Carolin Springer – Sprechzeiten nach Vereinbarung
Telefon: 030 / 88 66 75 06 | E-Mail: reformiert@posteo.de
Presbyteriumsvorsitzender Godeke von Bremen | Telefon: 030 / 65 91 99 69
Mitglieder des Presbyteriums
Gisela Hage, Anett Kolaschinsky, Peter Laborenz, Dr. Otmar Liegl
(Ehren­­­­­presbyter), Günther Matthes, Jetta Fritze, Dr. Martin A.Völker,
Dr. Michael Weichenhan, Brigitta Wortmann
Orgel Andreas Hetze, Paul Rossmann
Bankverbindung Kirchliches Verwaltungsamt Berlin Mitte
Ev. Darlehnsgenossenschaft Berlin
IBAN DE19 2106 0237 0000 0636 06 | BIC GENODEF1EDG
Verwendungszweck: Ev.-reformierte Bethlehemsgemeinde
Gastgemeinde
Iranisch-presbyterianische Gemeinde
Pastor Sadegh Sepehri – Telefon: 46 45 69 90
Dipl.-Soz.-Päd. Aziz Sadaghiani – Telefon: 46 45 68 72
Die Evangelisch-reformierte Bethlehemsgemeinde entstammt der Zuwanderung
böhmisch-brüderischer Glaubens­f lüchtlinge im 18. Jahrhundert. Sie gehört als
Personalgemeinde zur Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und ist mit den anderen reformierten Gemeinden in einem Kirchenkreis
verbunden. Mitglied der Gemeinde kann jeder werden, der sich dem evangelischreformierten Bekenntnis zugehörig fühlt.
Herausgeber Presbyterium der Ev.-reformierten Bethlehemsgemeinde
Verantwortlich Carolin Springer, Günther Matthes
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