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Leseprobe zum Titel: Der Tagesspiegel (07.02.2015)

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Zeitung und Zensur: Theodor Wolffs Tagebücher – Mehr Berlin, Seiten 30 + 31
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Buschkowskys Nachfolgerin:
Angepeilt: Tiere sollen
Franziska Giffey zeigt
ihr Neukölln – Berlin, Seite 15
Überwachung am
mit der Raumstation
beobachtet werden – Seite 6 Arbeitsplatz – Seite 7
BERLIN, SONNABEND, 7. FEBRUAR 2015 / 71. JAHRGANG / NR. 22 307
WWW.TAGESSPIEGEL.DE
Alle Berliner
Bäder bleiben
erhalten
— Seite 16
BERLIN / BRANDENBURG 1,60 €, AUSWÄRTS 2,10 €, AUSLAND 2,20 €
Die Reise nach Moskau
Queen of Berlinale
Ein Rest
von Frieden
Von Gerd Appenzeller
W
Foto: Britta Pedersen/dpa
Berlin - Kurswechsel in der Bäderpolitik: Alle 62 Berliner Hallen- und Freibäder sollen erhalten bleiben. Laut „Berliner Bäderkonzept 2025“, das dem Tagesspiegel vorliegt, können Schulen, Kindertagesstätten und Sportvereine die öffentlichen Bäder auch weiterhin unentgeltlich
nutzen. Statt künftig Millionen in die Sanierung von Schwimmbädern zu stecken,
wird der Neubau von multifunktionalen
Kombibädern, die 365 Tage im Jahr nutzbar sind, in einem Standortkonzept geprüft. Damit soll verhindert werden, dass
Bäder wegen „aufwendiger Sanierungen
jahrelang geschlossen“ würden. Laut Konzept können die Berliner Bäderbetriebe
ab 2016 mit mehr Geld als dem jährlichen Zuschuss von bisher 50 Millionen
Euro rechnen. Dem Vernehmen nach will
der Senat das Bäderkonzept am Dienstag
beschließen.
sib
Verräterische Technik:
Großes Staraufgebot bei Werner Herzogs „Queen of the Desert“ mit
Damian Lewis, Nicole Kidman und James Franco – Seiten 17 + 23 – 25
Krieg oder Frieden für die Ukraine
Merkel und Hollande verhandeln mit Putin in Moskau über eine Feuerpause / Am Sonntag soll eine Telefonkonferenz stattfinden
Angesichts einer Verschiebung der militärischen Machtverhältnisse zu Gunsten
der prorussischen Separatisten in der Ostukraine haben Bundeskanzlerin Angela
Merkel und der französische Präsident
François Hollande am Freitag in Moskau
mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ohne jegliche Begleitung unter
sechs Augen über neue Bedingungen für
eine Waffenruhe gesprochen. Es ist das
höchstrangige Treffen seit Ausbruch des
Krieges. Nach einer mehr als vierstündigen Unterredung haben sie sich nach russischen Angaben zu einer Telefonkonferenz verabredet, die voraussichtlich
Sonntag stattfinden soll. Ihre Gespräche
seien konstruktiv gewesen, sagte ein Präsidialamtssprecher am späten Abend. Es
M
ein erster Lieblingssatz dieser
Berlinale stammt aus Werner
Herzogs Wüstendrama „Queen
of Desert“: „Es gibt etwas Gutes an Tränen–wennduvielweinst,musstduweniger pinkeln.“ Viel mehr als diesen Satz
hatte der Film für mich nicht zu bieten.
Nicole Kidman aber ist wunderbar. Was
hatte mannichtallesüber angeblichmissratene Schönheits-OPs gehört! Das war
Quatsch. Falls bei dieser BerlinaleeinRegisseur auftauchen sollte, der seinen Beruf so beherrscht wie der Schönheitschirurg von Nicole Kidman, dann werden
wir ein Meisterwerk sehen.
Zwei weitere Lieblingssätze stammen
aus „Hedi Schneider steckt fest“, im Forum: „Irgendwann stirbt jeder. Ist aber
auch okay.“
Nach „Nobody Wants the Night“, dem
Eröffnungsfilm, regte sich eine Kritikerin wahnsinnig auf. Die zweite Hauptrolle, ein Eskimomädchen namens Allaka, wird von einer Japanerin gespielt.
Das sei respektlos und rassistisch. Zwar
hat die erste Hauptrolle eine Französin
übernommen, Juliette Binoche, die eine
Amerikanerin darstellt. Mit dieser viel
gewagterenEntscheidung schiendie Kritikerin keineProbleme zuhaben. Franzo-
werde an einem gemeinsamen Papier zur
Umsetzung des Minsker Abkommens gearbeitet.
Merkel hatte zuvor Berichte zurückgewiesen, dass sie und Hollande Putin wie
den Separatisten die Kontrolle über mehr
Gebiete anbieten würden, als im Minsker
Abkommen ausgehandelt worden war.
Sie könne „nie über den Kopf eines anderes Landes hinweg, in diesem Fall der
Ukraine“ territoriale Zugeständnisse machen, sagte sie. „Das schließt sich aus.“
Ihr und Hollande gehe es darum, „dass
das Blutvergießen möglichst schnell beendet wird“.
John McCain, der Vorsitzende des
Streitkräfteausschusses im US-Senat, verglichMerkels Ablehnung von Waffenlieferungen an die Ukraine in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“ mit der Appeasement-Politik gegenüber Nazi-Deutsch-
MARTEN
STEIN
DIE DRITTE
5. bis 15. FEBRUAR
SICHERHEITSKONFERENZ
D
Türkei sagt ab
Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat einen geplanten Besuch
der Münchner Sicherheitskonferenz
nach eigenen Angaben wegen anhaltender Spannungen mit Israel abgesagt.
Grund sei die angekündigte Anwesenheit eines Vertreters Israels im Saal gewesen, sagte Cavusoglu nach einer Meldung der offiziellen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag. Die Entscheidung solle nicht als Affront gegenüber Deutschland gewertet werden, betonte der Minister. Die Beziehungen zwischen den beiden früheren Verbündeten
Türkei und Israel sind seit Jahren sehr
angespannt.
AFP
sen und Amerikaner unterscheiden sich
doch viel stärker als Inuit und Japaner.
Das sind beides Völker, die Fisch essen.
Ich hatte Mitleid mit der Regisseurin
Isabel Coixet.Inihrem FilmwirdderRespekt vor indigenen Kulturen und Allmutter Natur gepredigt. Coixet macht politisch alles richtig, und dann dieser eine
Fehler. Sie nimmtals Eskimoeine Japanerin. Javier Bardem hat doch auch einen
Gelähmten gespielt, obwohl er in Wirklichkeit gar nicht gelähmt ist! Wenn als
nächstes ein junger Schwede es schafft,
überzeugend eine 90-jährige Afrikanerin zu spielen, dann würde ich das nicht
respektlos nennen, sondern oscarreif.
Allakas Sprüche sollten als Buch herauskommen. Es klingt, als habe Paulo
Coelho es verfasst, aber vor dem Schreiben den einen, entscheidenden Caipirinha zu viel getrunken. People don’t understand world. People just understand
people. Oder: Allaka versteht nicht, was
Leute suchen, wenn Leute haben alles.
Sobedeutend wird da dieganze Zeit geredet, und das am Nordpol nachts um halb
eins. Einmal heißt es: Kann irgendein
Dach unsere innere Leere bedecken?
Was für eine Frage. Die Schädeldecke tut
das doch die ganze Zeit.
land. „Wenn man sich die Haltung der
deutschen Regierung anschaut, könnte
man meinen, sie hat keine Ahnung oder es
ist ihr egal, dass Menschen in der Ukraine
abgeschlachtet werden", sagte er. US-Vizepräsident Joe Biden sagte bei einem Besuch in Brüssel, Russland verschärfe den
Konflikt, indem es die Separatisten mit
„Söldnern und Panzern“ unterstütze. Im
Gebiet um den strategisch wichtigen Eisenbahnknotenpunkt Debalzewo drohte
tausenden ukrainischen Soldaten die Einkesselung. Diese Entwicklung soll Merkel
und Hollande zu ihrem Vermittlungsversuch veranlasst haben. Dort einigten sich
die Konfliktparteien am Freitag auf eine
mehrstündige Waffenruhe.
Parallel zu den Bemühungen begann in
München die 51. Sicherheitskonferenz
mit der Frage, ob die internationale Ordnung noch Schutz bietet gegen unerklärte
C
BUNDESLIGA
Schalke – Mönchengladbach
......
4 /-1
— Seiten 2 und 3
Bundesrat
stellt sich gegen
Dobrindts Maut
1:0
WIRTSCHAFT & BÖRSEN . . . . . . . . . . . 9–11
Der Dax
Dax
rutscht ab.
Der Leitindex
verliert 0,5 Prozent
auf 10 846 Punkte.
WETTER
Kriege wie in der Ukraine und die Ausbreitung von Terrorgruppen wie dem „Islamischen Staat“. Merkel und Biden sollen dort Sonnabendvormittag sprechen.
Bundesverteidigungsministerin
Ursula von der Leyen sprach sich in ihrer
Eröffnungsrede in München gegen Waffenlieferungen an die Ukraine aus. Die
Separatisten könnten mit einem „potenziell unbegrenzten Nachschub“ an Waffen aus Russland rechnen. Sie fragte
zweifelnd, ob Nato-Staaten im selben
Umfang mithalten könnten und ob die
ukrainische Armee mit umfangreichen
Waffenlieferungen den Krieg gewinnen
könne. „Waffen allein sind ein Brandbeschleuniger.“ Sie fügte hinzu: „Im Moment ist das meine Ansicht.“ Wirksamer seien Sanktionen.
D
INDEX
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2
Es zieht Bewölkung auf.
Vereinzelt kann es regnen.
Es besteht Glatteisgefahr.
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Foto: Kitty Kleist-Heinrich
Von Christoph von Marschall,
München
Berlin - Der Bundesrat hat erhebliche Bedenken gegen die von Verkehrsminister
Alexander Dobrindt (CSU) geplante PkwMaut. Mit den Stimmen der rot-rot-grünen Mehrheit beschloss die Länderkammer am Freitag eine kritische Stellungnahme zu dem Entwurf für die Infrastrukturabgabe. Ob sie am Ende vom Bundesrat
auch gestoppt werden kann, ist unklar.
Die Bundesregierung ist derAnsicht, dass
der Bundesrat nur ein Einspruchrecht hat,
die Maut also allenfalls verzögern kann.
Die Länderkammer dagegen pocht darauf, es handele sich um ein sogenanntes
Zustimmungsgesetz, was auf ein Vetorecht hinausläuft. In der Sache ist der Bundesrat der Ansicht, Dobrindts Plan sei
nicht mit EU-Recht vereinbar. Zudem hält
die Ländermehrheit die Kosten- und Einnahmerechnung für undurchsichtig. afk
— Seite 4
ie bewahrt man den europäischen Frieden in einem Konflikt, der militärisch für den
Westen nicht zu gewinnen ist, es sei denn
um den Preis eines großen Krieges – und
was bliebe an dessen Ende wohl schon als
„Gewinn“ übrig? Also versucht man zu
verhandeln, der Vernunft eine letzte
Chance zu geben. Wie aber verhandelt
man mit einem Gegenüber, das längst
nicht mehr Partner, vielleicht noch nur
Gegner, vielleicht aber auch schon Feind
geworden ist? Vor dieser nahezu unlösbaren Aufgabe stehen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident
François Hollande bei ihrer Vermittlungsmission in Kiew und Moskau.
Die Kanzlerin hat zur obersten Prämisse erklärt, dass dieser Konflikt militärisch nicht zu lösen ist. Gleichzeitig betont Merkel, dass Hollande und sie nicht
als neutrale Vermittler auftreten, sondern in Verteidigung einer europäischen
Friedensordnung, die durch die Aggression Russlands im Osten der Ukraine massiv gefährdet ist. Es ist so etwas wie der
letzte Versuch einer Beilegung des Konfliktes, den beide vor einer weiteren Eskalation unternehmen. Dass sie ihre Mission am Vorabend der Washingtonreise
von Merkel wagen, ist kein Zufall. Gelingt die europäische Lösung der Krise
nicht, werden sich die USA nicht mehr
nur politisch in der Ukraine engagieren.
Präsident Barack Obama wird getrieben –
von eigenen Beratern und von republikanischen Hardlinern wie Senator John
McCain, der Merkel und Hollande gerade
vorwarf, sie agierten wie der Westen gegenüber Hitler 1938 in der Sudetenkrise.
Waffenlieferungen an die ukrainische
Armee, deren kämpferischer und moralischer Zusammenbruch unmittelbar bevorzustehen scheint, wären dabei noch
der geringste Einsatz. Nicht nur aus der
Sicht des deutschen Außenministers würden sie in der von ihm als „brandgefährlich“ eingestuften Krise wohl als Brandbeschleuniger wirken, denn Merkels These,
wonach dieser Konflikt militärisch nicht
zu lösen ist, bleibt richtig. Im Gegenteil,
die Kämpfe würden nur noch heftiger
und räumlich ausgreifender werden.
Einzig Wladimir Putin bekäme wie in
einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung recht mit seiner These, den USA
gehe es nur um einen Regimewechsel in
Moskau. Freilich verwechselt er auch
hier, wie schon 2007 bei seiner Rede auf
der Münchner Sicherheitskonferenz, Ursache und Wirkung. Damals attackierte
Putin eine angebliche Zusage des Westens aus dem Jahre 1990, die Grenzen
des Nato-Gebiets nicht nach Osten zu verschieben. Dass alle Staaten Mittelosteuropas und des Baltikums in den Folgejahren
so schnell wie möglich aus Angst vor
dem anhaltenden russischen Dominanzanspruch das schützende Dach der Nato
suchten, will – und kann – er bis heute
nicht wahrhaben.
Der Kompromiss, den Hollande und
Merkel in Moskau erreichen können, wird
von der Ukraine einen substanziellen und
von Westeuropa einen wirtschaftlichen
und einen moralischen Preis fordern. Die
Regierung in Kiew wird den Regionen im
Osten größere Autonomie geben, Europa
wird der Ukraine finanziell helfen müssen
undRusslandvielleicht auch nocheine engere Wirtschaftskooperation anbieten.
Könnte damit Frieden in der Ukraine gestiftet werden, wäre der Preis vertretbar.
Den bitteren Beigeschmack, sich letztlich
eben doch einer Erpressung durch Putin
gebeugt zu haben, würde dieser Handel
aber nie verlieren.
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