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AROLINE
C
DAS THEATERMAGAZIN
JANUAR / FEBRUAR 2015
KOSTENLOS
NEU IM SPIELPLAN:
STAATSFEIND KOHLHAAS
STÜCK VON ISTVÁN TASNÁDI NACH HEINRICH VON KLEIST
Premierenvorschau. »Verweile doch! Du
Im Gespräch. Kostüm- und Bühnenbild- Vorgestellt. Geht nicht, gibt's nicht!
bist so schön!« – Gedanken und Fragen zu ner Frank Hänig über seine Arbeit am
Chefmaskenbildnerin Caroline Höpfer
»Faust« S. 3
»Faust« S. 5
stellt ihren Arbeitsplatz vor S. 9
2 AKTUELLES
EDITORIAL
NEU
IM THEATER-SPIELPLAN
Reaktionen zur »Staatsfeind Kohlhaas«-Premiere in der Presse
Grandiose Kohlhaas-Premiere
»Zwei flirtende Pferde und eine
faszinierende Liga des Bösen«, so
überschreibt Ulrike Merkel von der
Ostthüringer Zeitung ihre Kritik
zu »Staatsfeind Kohlhaas«. Die
Journalistin betont die hervorragende
Ensembleleistung und lobt die poetische
und bildgewaltige Inszenierungsidee
von Regisseurin Maya Fanke. »Eine
kluge Inszenierung, sinnlich,
humorvoll, dramatisch und tragisch.«
So lautet das abschließende Urteil von
Ulrike Merkel und fügt hinzu, dass man
für dieses Theatererlebnis auch eine
längere Anreise nicht scheuen sollte.
 Nächste Vorstellungen: 02.01. und 14.02., /
19:30 Uhr / Großes Haus
Liebe Leserinnen und Leser,
sind auch Sie dieses Jahr an Silvester
(erneut) einen Pakt mit Ihrem inneren
Schweinehund eingegangen und
gelobten, mit dem Rauchen aufzuhören?
Oder mehr Zeit in der Natur zu
verbringen? Und falls ja: Sind Sie
standhaft geblieben oder hat Sie der
Teufel Alltag bereits eingeholt? Den
hierzulande wohl bekanntesten Pakt
mit dem Teufel präsentieren wir Ihnen
ab Februar im Großen Haus, wenn
Orchester und Schauspielkunst zu einem
in dieser Form einmaligen Musik_
Theater_Schauspiel verschmelzen:
»Faust. Der Tragödie erster Teil«.
Erleben Sie das rastlose Streben des
berühmten Sinnsuchers Faust, der
Goethes legendäres Lebenswerk - seine
»sehr ernsten Scherze« (Goethe an
Wilhelm v. Humboldt) - im Innersten
zusammenhält. Was es bedarf, um dem
Leben mutig die Stirn zu bieten, wenn
der eigene Bruder mit einer Behinderung
geboren wird, davon erzählt das
Jugendstück »Patricks Trick« (nominiert
für den Deutschen Kindertheaterpreis
2014), das ab Februar auf der Bühne
des theater tumult zu sehen ist und
humorvoll mit manch einem Klischee
aufräumt. Ganz ähnlich wie die Komödie
»Das Glück - Le Bonheur«, die im
Schminkkasten auf unterhaltsame Weise
das Hin und Her des sich Verliebens
im fortgeschrittenen Alter beleuchtet.
Ob also mit oder ohne Vorsätze für das
neue Jahr: Freuen Sie sich mit uns auf
ereignisreiche Theatermomente 2015!
Ihr Udo Eidinger
Schauspieldramaturg
Szene aus »Staatsfeind Kohlhaas« mit Johannes Arpe, Tino Kühn, Markus Seidensticker, Burkhard Wolf,
Anna Oussankina, Marcus Ostberg und Johannes Geißer. Foto: Peter Scholz
WWW-Wer weiß wo? In Rudolstadt,
Saalfeld und Umgebung.
Nun, da es immer kälter und dunkler wird,
enden kurze abendliche Spaziergänge gern
einmal in kleinen Cafés, wo man sich mit heißer
Schokolade wieder aufwärmen kann.
Auf einem dieser Ausflüge ist mir dieser Ort ins
Auge gefallen. Auch in seiner Nachbarschaft
finden sich Häuser mit liebevoll restaurierten
Details.
Sind Sie auch schon einmal dort
vorbeigekommen?
Stephanie Georgi, Mitarbeiterin KBB
SCHAUSPIEL
»VERWEILE
DOCH! DU BIST SO SCHÖN!«
Gedanken und Fragen zum »Faust« – Premiere am 7. Februar im Großen Haus
»Faust« ist ein höchst zwielichtiges Stück.
Alle Versuche, ihn dem Verstand näher zu
bringen, seien vergeblich, warnte Goethe.
Über tausend Äußerungen sind allein vom
Autor selbst zu seinem Werk überliefert. Dazu
kommen Abertausende von Artikeln, Büchern,
Aufführungen, viele Bilder und Faustfilme
sowie eine Flut von Kompositionen. Wer sich
in die Tragödie hineinbegibt, läuft Gefahr, sich
darin zu verlaufen angesichts der disparaten
Sinnschichten und Aufmerksamkeitsebenen.
Goethe hat in sein »Faust«-Fass alle ihm
wichtigen Gedanken hineingeschüttet und wie
ein Magier zu einem geheimnisvollen Gebräu
vermengt.
Was ist der Mensch? Was treibt ihn
an? Hat er die Folgen seines Tuns
im Griff, kann er die Duplizität seiner
physischen und psychischen Natur
meistern?
Die zentralen Fragen, die im »Faust«
verhandelt werden, sind so alt wie die
Menschheit: Was ist der Mensch? Was
treibt ihn an? Hat er die Folgen seines
Tuns im Griff, kann er die Duplizität
seiner physischen und psychischen
Natur meistern? Goethe bleibt uns eine
verlässliche Antwort schuldig.
Faust, dieser Abenteurer des Wissens,
glaubt an nichts mehr, nicht einmal an
sich selbst. Jegliche Sinnhaftigkeit der
Welt, jegliche Daseinsbejahung scheint
ihm abhanden gekommen. Und doch
überrascht er sein teuflisches Gegenüber
– und auch uns - mit dem Verlangen
nach einem ekstatischen Urerlebnis.
Die berühmte Paktformel, die zwischen
ihm und Mephisto in eine Wette
mündet, ist nicht nur eine willkürliche
Selbstermächtigung, sondern kann
im Gegenteil auch als eine utopische
Sehnsucht verstanden werden: »Werd'
ich zum Augenblicke sagen:/Verweile
doch! du bist so schön!/Dann magst du
mich in Fesseln schlagen,/Dann will
ich gern zu Grunde gehen!« Faust will
die Ganzheit und wahrhaftige Fülle des
Lebens im Augenblick des Schönen
erfahren. Dann ist er bereit fürs Sterben,
dann akzeptiert der Mann, der stets nach
dem Unendlichen, dem Absoluten giert,
seine Endlichkeit, seine Relativität. Ist
so ein Augenblick bei Fausts rastloser
Konstitution überhaupt möglich? Wie
lange muss der Augenblick des Schönen
andauern, damit Faust ihn verspürt
und annimmt? Braucht man für diesen
überhaupt den Teufel oder vielleicht
doch eher die Musik – die »Göttermacht
der Töne«? Hat der Dichter auch aus
diesem Grund so viele musikalische
Spuren in sein Werk hineingeschrieben,
weil Worte allein nicht ausreichen für
das Erlebnis der Transzendenz? Fragen
über Fragen.
Schon Goethe plädierte bei den ersten
Inszenierungen für ein enges Zusammenwirken von Schauspielkunst und
Musiktheater.
Für Goethe selbst war die »Erfahrung
des Schönen« ein Urquell des Lebens
und elementar »mit Hoffnung und
Zutrauen verknüpft«. Seine Innovation
des überlieferten Faust-Mythos' bestand
neben der deutlichen Veränderung
der Paktbedingungen zwischen Faust
und Mephisto in der Hinzufügung der
Gretchen-Tragödie. Für Faust wird
das Aufeinandertreffen mit Margarete
zur wichtigsten Begegnung mit dem
Schönen. Es geht dabei keineswegs
nur um das Äußerliche, sondern
Gretchen steht für die Entdeckung
einer ihm bisher verschlossenen
Welt. Der Augenblick der Liebe - eine
Urerfahrung des Schönen - bricht
über Faust hinein mit der Plötzlichkeit
einer Naturkatastrophe, und genauso
zerstörerisch endet die Liebesgeschichte
auch. Ist Faust der Täter seiner Taten
oder reitet ihn ein Dämon in Gestalt
von Mephisto, und das Schöne kann
für ihn nie etwas anderes sein als des
Schrecklichen Anfang?
Mit der Inszenierung von »Faust,
der Tragödie erster Teil« belebt das
3
Theater Rudolstadt eine über viele
Jahrzehnte verschüttete historische
Aufführungspraxis. Schon Goethe
plädierte bei den ersten Inszenierungen
für ein enges Zusammenwirken von
Schauspielkunst und Musiktheater.
Kein Schauspiel zu seinen Lebzeiten
sah eine so vielfältige Mischung aus
Liedern, Melodramen, Chor- und
Instrumentalpassagen vor. Des Dichters
eigener Wunsch war es, Mozart hätte
sein Opus magnum vertont. Dazu kam
es nicht. Auch Beethoven trug sich
ernsthaft mit der Absicht, eine »Faust«Musik zu schreiben. Mittlerweile
existieren zum gesamten »Faust«Stoff von über 650 Komponisten
Vertonungen. Das musikalische
Spektrum reicht dabei von der Oper
bis zum Ballett, vom einfachen Lied
bis zum Musical, von der Ouvertüre
bis zur großen Sinfonie. In unserer
Aufführung erklingen u. a. Auszüge
aus Werken des berühmten russischen
Polystilisten Alfred Schnittke (19341998) und Neuvertonungen des Leipziger
Komponisten Hannes Pohlit.
Michael Kliefert
FAUST
Der Tragödie erster Teil von Johann
Wolfgang von Goethe, Musik u. a. von Alfred
Schnittke und Hannes Pohlit
Eine Gemeinschaftsproduktion von Schauspiel
und Orchester
Regie: Steffen Mensching / Michel Kliefert
Ausstattung: Frank Hänig
Musikalische Leitung: Oliver Weder
Es spielen: Lisa Klabunde, Sibylla Rasmussen,
Annika Rioux, Ute Schmidt, Carola Sigg;
Johannes Arpe, Joachim Brunner, Steffen
Mensching, Marcus Ostberg, Markus
Seidensticker, Günther Sturmlechner,
Matthias Winde; Extrachor und die Thüringer
Symphoniker
 PREMIERE: 07.02. / 19.30 Uhr
4 SCHAUSPIEL
GLÜCK
KENNT
KEIN
ALTER!
»Das Glück – Le Bonheur« von Eric Assous feiert im Februar Premiere im Schminkkasten
Wohnung von Louise als Bühnenbildmodell von Alexander Martynow
Wie nichts anderes hat die Liebe die
Kraft, unsere gesamte Lebenseinstellung zu verwandeln.
»Glück ist Liebe«, behauptet HarvardPsychologe George Vaillant. Der Mann
muss es wissen, schließlich wertete
Vaillant eine groß angelegte Langzeitstudie zur Lebenszufriedenheit von USAmerikanern aus. Wie nichts anderes
hat die Liebe die Kraft, unsere gesamte
Lebenseinstellung zu verwandeln, und
das gilt keineswegs nur für junge Menschen, denn auch im Alter bleiben die
Gefühle intensiv. Warum also sollen
Menschen in der zweiten Lebenshälfte
nicht ihrem Herzen folgen, sich noch
einmal verlieben und mit einem neuen
Partner erfüllte Jahre verbringen? Andererseits: Wie einfach ist es noch, sich auf
einen anderen Menschen einzustellen,
wenn man bereits das halbe Leben hinter
sich hat? Bringt die Alterserfahrung die
nötige Souveränität mit sich, um in einer
Beziehung die eigenen Bedürfnisse zu
behaupten? Ist man schon zu festgefahren in Gewohnheiten und Denkweisen
und eigentlich beziehungsunfähig? Grau
ist alle Theorie! Auf den Versuch kommt
es an, und den zeigt Eric Assous' neue
Liebeskomödie. Am Beginn steht die
Zufallsbekanntschaft zweier Menschen
über Fünfzig. Louise und Alexandre
treffen sich in einer Bar. Er begleitet sie
nach Hause. Sie lädt ihn noch auf ein
Glas in ihre Wohnung ein. Eins kommt
zum anderen. Doch als der aufregenden
Liebesnacht das gemeinsame Frühstück
folgt und sich in den Kaffeeduft die Frage
nach dem Wiedersehen mischt, kriegt
Alexandre Beklemmungen.
Um ihrem Gast in Ruhe auf den Zahn
zu fühlen, schließt sie kurzerhand
ihre Wohnungstür ab und versteckt
den Schlüssel.
Die Ausflüchte, mit denen er seinen
taktischen Rückzug zu verschleiern versucht, reizen Louise zu einem radikalen
Schritt. Um ihrem Gast in Ruhe auf den
Zahn zu fühlen, schließt sie kurzerhand
ihre Wohnungstür ab und versteckt den
Schlüssel. Alexandre findet solche Spielchen überhaupt nicht lustig. Es kommt
zur Kollision zweier gegensätzlicher
Charaktere, die von einem romantischen
Abend zu zweit Unterschiedliches erwartet haben. Sie, kunstsinnige Kinderbuchautorin, kinderlos, er, Restaurantbesitzer
mit Leib und Seele, der ganz für seine
drei Töchter lebt. Er steckt mitten in der
Scheidung, sie lebt seit Jahren allein. Im
Eifer des Gefechts verrutschen die Masken des Vorabends, aus der unvermeidlichen Nähe des Streits entstehen vertrauliche Momente, und auf einmal scheint
es sogar, als sei eine verschlossene Tür
Foto: Lisa Stern
überflüssig … Wie die kleine Geiselnahme ausgeht? An dieser Stelle sei nur so
viel verraten: Die Geschichte von Louise
und Alexandre nimmt noch manche vom
Autor meisterhaft angebahnte Wendung.
In Rudolstadt war bereits sein
Erfolgsstück »Achterbahn« zu sehen.
Der Dramatiker, Drehbuchschreiber
und Regisseur Eric Assous vereint dabei
Einfühlungsvermögen für seine Protagonisten mit Sinn für Situationskomik und
feiner Ironie. In Rudolstadt war bereits
sein Erfolgsstück »Achterbahn« zu sehen.
Regisseur Oliver Trautwein stellt sich den
Abend als romantic comedy vor, erzählt in
sechs Episoden, wie sie auch das Leben
schreiben könnte, mal charmant und gewitzt, mal als spannungsreiches Ringen,
aber immer mit viel französischem Flair.
Johannes Frohnsdorf
DAS GLÜCK – LE BONHEUR
Komödie von Eric Assous
Deutsche Fassung von Kim Langner
Regie: Oliver Trautwein / Ausstattung:
Alexander Martynow
Es spielen: Verena Blankenburg;
Burkhard Wolf
 PREMIERE: 21.02. / 20 Uhr
IM GESPRÄCH
5
DER
UTOPIERAUM
DES
MÖGLICHEN
Ein Gespräch mit Bühnen- und Kostümbildner Frank Hänig über die Arbeit am »Faust«
Was kommt dir als Erstes in den Kopf, wenn
du »Faust« hörst?
Als Erstes fällt mir immer Utopie ein,
der Utopieraum des Möglichen, in dem
die Hoffnung lebt. Für mich ist aber
auch interessant, dass das Stück sich um
einen Mann dreht, der nicht nur literarische Figur ist, sondern ein sehr heutiger,
zeitgenössischer Intellektueller. Es geht
um einen modernen Menschen, der alles
versucht hat, was die Wissenschaft, die
Philosophie, was Religion, was Kunst
und nicht zuletzt Magie betrifft, und er
hat trotzdem nicht gefunden, was die
Welt im Innersten zusammenhält. Das
liegt für mich daran, dass alles nur Kopfkino, nur Theorie war, dass Faust nicht
wirklich gelebt hat. Diese Erkenntnis hat
er, dass das wahre sinnliche Leben draußen, außerhalb seiner Studierstube ohne
ihn abgelaufen ist. Faust ist für mich ein
Symbol dafür, dass eine gute Idee allein
an sich nutzlos ist, man muss diese dann
auch leben.
Was ist aus deiner Sicht das Besondere als
Bühnen- und Kostümbildner an der Arbeit
am »Faust«?
Für die Theaterarbeit brauche ich immer
ein gutes Team. Regisseur, Dramaturg
und Bühnenbildner stehen für mich dabei auf Augenhöhe, sind Partner beim
Suchen und Finden. Als Bühnenbildner
versuche ich, Weltzusammenhänge in
Bilder zu übersetzen. Bei »Faust« gibt
es da unendliche Möglichkeiten, eine
Botschaft über die Optik und den Raum
zu vermitteln, und außerdem einen Aktionsraum für die Schauspieler zu schaffen. Auf der Bühne hat darüber hinaus
alles Mitspracherecht: Licht, Form,
Farbe, Klang, und eine Synthese aus all
diesen Künsten ist gutes Theater.
Du fügst also mit deinem Bühnenbild eine
weitere Deutungsebene hinzu?
Auf jeden Fall. Es geht nicht um die
Illustration dessen, was ohnehin vom
Dichter durch die Schauspieler gesagt
wird, sondern um Interpretation. Das
heißt dann aber auch, wie Goethe es im
Vorspiel anspricht, es nicht immer allen
recht machen zu können. In vielen Gesprächen mit dem Team nähern wir uns
unserer Lesart, und dabei ist mein Part
der des »storyteller in pictures«. Für den
Bühnenbildner ist es das Problem, dass
er sich immer als Erster festlegen muss
und dass das konkret ist und dennoch
verhandelbar bleibt. Aus diesen Diskussionen um eine Konzeption entwickelt
sich dann der Entwurf und am Modell
die Raumlösung, die durch das Kostüm
noch konkretisiert und bildnerisch verstärkt wird.
Wie zeigt sich in deinem Entwurf für das
»Faust«-Bühnenbild deine Interpretation des
Stoffes?
Am Anfang ist der Faust für uns ein
Mensch, der schon lange keinen direkten
Kontakt zur Außenwelt hatte. Diese Isolation wollen wir auch im Raum zeigen,
es ist ein Elfenbeinturm des Rückzuges
vor dem Alltäglichen da draußen, ein Ort
für die innere Immigration. Beim Osterspaziergang sprengt die abgeschlossene
Welt Faustens etwas auf, und er entdeckt
die auferstehende Natur, es ist im Wortsinn auch eine Auferstehung für Faust.
Wir wollten diesen Moment aber nicht
verklärt, romantisch, idyllisch und völlig
unschuldig zeigen, stattdessen stellen
wir auf der Bühne Natur als schon durch
den Menschen verändert dar.
Was ist bei der Inszenierung hinsichtlich der
Kostüme zu beachten?
Das Wichtigste ist, dass das Kostüm für
den Schauspieler eine zweite Haut ist. Es
soll ihm helfen, die Geschichte zu erzählen. Konkret beim Faust ist die
Aufgabe, die Entwicklung vom forschenden, weltfremden, lebensmüden Einsied-
ler bis zum verjüngten lebenshungrigen
Verführer zu zeigen, ohne seine Intellektualität zu verleugnen. Bei Gretchen
haben wir versucht, die Geschichte so
zu erzählen, dass sie nicht nur das naive
Mädchen ist, sondern auch eine Frau,
Verführte und Verführerin zugleich. Im
Kostüm ist nichts Statisches, sondern
es hat eine Entwicklungsgeschichte: von
der traumhaften ersten Begegnung über
rauschhafte Liebesnächte, den Walpurgisnachtalptraum mit Kindstod bis zur
erschütternden Kerkerszene, die »zweite
Haut«, unschuldig bis blutig, erzählt die
Gretchentragödie mit.
Die »Faust«-Inszenierung ist eine Gemeinschaftsproduktion von Schauspiel und
Thüringer Symphonikern. Worin besteht die
Herausforderung, ein Orchester mit auf der
Bühne unterzubekommen?
Das war durchaus eine Aufgabe, denn
die Musik vergrößert das gesprochene
Wort und ist eine immense Herausforderung für jeden Schauspieler. Außerdem
wird de facto die Nähe, die Mephisto und
Faust zum Publikum als Spieler brauchen, durch einen Orchestergraben aufgehoben. Deshalb haben wir eine Raumlösung erdacht, die den Orchestergraben
umschließt und ein Spielen auch direkt
am Zuschauer ermöglicht. Wir haben
quasi eine Klammer um das Orchester
hin zum Zuschauer gebaut, damit Klangkörper und Schauspieler gleichberechtigt agieren können.
Text & Bild: Tim Bartholomäus
(v.L.) Carola Sigg, Lisa Klabunde und Frank Hänig bei der Konzeptionsprobe zum »Faust«
6 KONZERT
GROSSE
MEISTER UNTER SICH
Vivaldi, Bach, Beethoven, Brahms, Mozart, Schumann und Peter Rösel beim 4. und 5. Sinfoniekonzert
Solist des 4. Sinfoniekonzerts Enrico Casazza
DIE THÜRINGER SYMPHONIKER
ZEIGEN UNS »HARMONISCHE
LAUNEN«
Der erste Teil unseres 4. Sinfoniekonzerts ist ganz der sogenannten »Alten
Musik« gewidmet. Doch alt hat hier
nichts mit verstaubt zu tun – ganz im
Gegenteil: Seit geraumer Zeit erfährt die
historische Aufführungspraxis durch
immer mehr Ensembles und Künstler,
die sich auf die Interpretation dieser,
musikgeschichtlich gesehen, frühen
Werke spezialisiert haben, großen Aufschwung. Da wir unserem Publikum
ein solch besonderes Hörerlebnis nicht
vorenthalten wollen, haben wir für Sie
gleich zwei Experten für »Alte Musik«
eingeladen.
Mit dem Dirigenten und Cembalisten
Gianluca Capuano gastiert bei uns ein
ausgewiesener Interpret »Alter Musik«,
dem die historische Aufführungspraxis
seit vielen Jahren ein wichtiges Anliegen
ist. 2005 gründete der Mailänder Künstler das Vokal- und Instrumentalensemble »Il canto di Orfeo«. Seit 2009
ist Capuano Leiter des Kammerorchesters »Milano Classica«, das auch auf
alten Instrumenten spielt. Unter seiner
fachkundigen Leitung werden sich die
Thüringer Symphoniker auf eine Abenteuerreise in die Welt authentischer Musikpraxis aufmachen. Den Solopart übernimmt der italienische Geiger Enrico
Casazza. Er gilt ebenfalls als Spezialist
für »Alte Musik« und historische Aufführungspraxis.
Die Komponisten des ersten Konzertteils
stehen in unmittelbarem Zusammenhang: Antonio Vivaldi setzte mit seinen
Instrumental- und Vokalkompositionen,
unter anderem mit seinem Konzertzyklus »L’estro armonico« (»harmonische
Laune«), einen Meilenstein des italienischen Barock und zugleich Maßstäbe für die Entwicklung
der konzertanten Musik überhaupt und
studierte beflissen die Werke Arcangelo
Corellis, der wiederum mit Francesco
Geminiani, einem weiteren Komponisten unseres Konzerts, in direktem Kontakt stand. Alle drei Komponisten waren
gleichzeitig hochbegnadete Geiger.
Antonio Vivaldi schrieb eine unglaubliche Vielzahl von Violinkonzerten; eines
davon trägt den Titel »Il favorito« (»Der
Favorit«) und wird - gespielt von Enrico
Casazza und den Thüringer Symphonikern - im 4. Sinfoniekonzert zu erleben
sein. 88 Jahre nach der Komposition dieses Violinkonzerts machte sich der fast
30-jährige Beethoven an die Komposition seiner ersten Sinfonie. Heute gehört
diese zu den Klassikern der Konzert- und
Orchesterliteratur und wird ebenfalls in
unserem 4. Sinfoniekonzert erklingen.
5. SINFONIEKONZERT ZU EHREN
VON PETER RÖSEL
Im 5. Sinfoniekonzert »Spätwerk und
Reife« stehen späte Werke von Robert
Schumann, Wolfgang Amadeus Mozart
und Johannes Brahms auf dem Programm. Auch dafür haben wir uns einen
würdigen Interpreten ans Haus geholt:
Pianist Peter Rösel ist unter anderem
bekannt geworden durch seine Interpretationen von Johannes Brahms, dessen
berühmte 4. Sinfonie an diesem Abend
erklingen wird. Rösel blickt zurück auf
eine ungeheuer produktive Künstlerlaufbahn, die mit einem Studium am Moskauer »Tschaikowsky Konservatorium«
begann und ihn schließlich in die Musikzentren aller Kontinente führte. Der
gebürtige Dresdner – unserem Orchester
und Publikum seit Jahren eng verbunden
– hat gerade einen Mozart– Zyklus auf
CD eingespielt und gibt uns anlässlich
seines 70. Geburtstages die Ehre, seine
Interpretation von Mozarts letztem Klavierkonzert KV 595 – einem der reifsten
Werke der Gattung – live zu genießen.
Dirigent und Cembalist Gianluca Capuano
Unser Konzertabend weist aber auch
schon auf die »Faust«-Inszenierung hin,
die wir gleich mit zwei Sinfoniekonzerten flankieren. Für den Dirigenten Nikolaus Harnoncourt gehören die »FaustSzenen« von Robert Schumann »zum
Größten, das es in der Musik gibt«. In
Dresden geschrieben, standen sie unter
dem Eindruck zunehmenden seelischen
Leidens des Komponisten. »Mephistophelisch« ambivalent reagierten die Kritiker auf Brahms’ 4. Sinfonie. Während
Eduard Hanslick das Gefühl hatte, »den
ganzen Satz über … von zwei schrecklich
geistreichen Leuten durchgeprügelt« zu
werden, urteilte der Geiger Joseph Joachim: Die Sinfonie »hat sich mir und dem
Orchester immer tiefer in die Seele gese
nkt.«
Johanna Muschong
4. SINFONIEKONZERT
Violine: Enrico Casazza / Musikalische
Leitung & Cembalo: Gianluca Capuano
Arcangelo Corelli: Concerto Grosso op. 6
Nr. 4 / Antonio Vivaldi: Violinkonzert
e-Moll op. 11 Nr. 2 RV 277 »Il favorito« /
Francesco Geminiani: Concerto Grosso
Nr. 12 d-Moll »La Follia« / Ludwig van
Beethoven: 1. Sinfonie C-Dur op. 21
 16.01. / 19.30 / Meininger Hof Saalfeld
 17.01. / 19.30 / Theater Rudolstadt
5. SINFONIEKONZERT
Klavier: Peter Rösel / Musikalische
Leitung: Oliver Weder
Robert Schumann: Szenen aus Goethes
»Faust«: Ouvertüre / Wolfgang Amadeus
Mozart: Klavierkonzert B-Dur KV 595 /
Johannes Brahms: 4. Sinfonie e-Moll op. 98
 20.02. / 19.30 / Meininger Hof Saalfeld
 21.02. / 19.30 / Theater Rudolstadt
MUSIKTHEATER
7
ES
TANZT UND SINGT
Im Januar und Februar haben das Ballett »Giselle« und die Oper »Die lustigen Weiber von Windsor« Premiere
»GISELLE« VON ADOLPHE ADAM
»Der Tanz befreit den Menschen von der
Schwere der Dinge« wusste bereits der
spätantike Philosoph Augustinus von
Hippo. »Giselle« gehört neben Klassikern
wie »Schwanensee« und »Nussknacker«
zu den erfolgreichsten Balletten überhaupt. Inspiriert von der Sage der Wilis,
die Heinrich Heine 1835 aufschrieb,
An ihrer Seite erreicht er mit letzter Kraft
den Sonnenaufgang. Sie kehrt ins Grab
zurück und entlässt ihn ins Leben.
Die Choreografie von Jutta Ebnother
macht das Ballett zusammen mit
Elisabeth Stolze-Bleys Bühnenbild und
Adriana Mortellitis Kostümen zu einem
sinnlich-ästhetischen und fesselnden
Ereignis.
Magdalena Pawelec als Giselle und Daisuke Sogawa als Albrecht. handelt das romantische Ballett von Liebe, Leidenschaft zum Tanz, aber auch von
Täuschung, Verlust und Vergebung.
Uraufgeführt im Jahr 1841 in Paris, verdankt die Ballettwelt dem Werk das bis
heute präsente Idealbild einer Primaballerina mit Tutu und Spitzenschuhen.
Giselle, ein anmutiges Mädchen vom
Lande, wird von Albrecht auf das Eifrigste umworben. Sie hält ihn für einen
einfachen Bauern. In Wahrheit ist er ein
Herzog und längst mit Prinzessin Bathilde verlobt. Dennoch entflammt zwischen
beiden eine Leidenschaft, wie sie nur
Frischverliebte kennen. Bis Wildhüter
Hilarion – der selbst seit Jahren ein Auge
auf die Schöne geworfen hat – das Doppelspiel des jungen Adligen aufdeckt.
Zutiefst getroffen durch diesen Verrat,
verliert das Mädchen den Verstand und
tanzt mit gebrochenem Herzen in den
Tod. Sie wird in den Kreis der tanzbesessenen Wilis aufgenommen – der Geister
jener Bräute, die schon vor der Hochzeitsnacht betrogen wurden und daran
zerbrachen. Wer in ihren Bann gerät wird
gezwungen, eine ganze Nacht bis zum
Morgengrauen zu tanzen. Hilarion stirbt
an Erschöpfung, Albrecht aber wird durch
Giselles unendlich starke Liebe gerettet.
Foto: Alfredo Mena
»DIE LUSTIGEN WEIBER VON
WINDSOR«
»Wir locken ihn mit Weiberlist,/In eine
sichre Falle,/Und wenn er drin gefangen
ist,/Verhöhnen wir ihn alle!« – »Ja, ja,
so sei's!« stimmt Frau Reich enthusiastisch Frau Fluths Plan zu, und so ist es
auch: Die beiden verheirateten Damen
bekommen von Sir John Falstaff, einst
sehr beliebt am Hofe, nun verarmt und
verstoßen, gleichlautende Liebesbriefe
zugestellt und wollen den Vielfraß und
Trunkenbold nun mit fiesen Spielchen in
die Enge treiben. So kommt es schließlich, dass ein Mann von Rang und Namen
sich auf einmal in einem Wäschekorb
wiederfindet und allerlei Häme über sich
ergehen lassen muss. Selbst einer der
eifersüchtigen Ehemänner bleibt davon
nicht verschont. Und dann gibt es da noch
Anna, die zwar im heiratsfähigen Alter ist,
aber nur von Versagern umworben wird.
Die Handlung bietet insgesamt reichlich
Unterhaltung und manch bittersüße
Erfahrung für die Akteure. Zwischen kostbaren Arien, populärem Trinklied und
romantischen Elfenmusiken offenbart
das bürgerlich-parodistische Verwirrspiel
ganz nebenbei so manche menschliche
Schwäche. Otto Nicolais »Die Lustigen
Weiber von Windsor« verbindet den
Charme und die Leichtigkeit einer Wiener
Operette, feinen Humor sowie romantische Innigkeit zu einer volkstümlicheleganten Oper.
Erzielte der Komponist zuvor mit italienischen Libretti Erfolge, schuf er mit
»Die lustigen Weiber von Windsor« nach
Shakespeares Vorlage sein musikalisches
Meisterstück in deutscher Sprache. Seit
der Uraufführung 1849 in Berlin zählt das
Werk zu den beliebtesten komisch–fantastischen Opern überhaupt. Mit dieser
Produktion setzen wir unsere Zusammenarbeit mit dem »Lyric Opera Studio
Weimar« fort. Während 1849 in Berlin
der Komponist höchstpersönlich am Pult
stand und seine Oper aus der Taufe hob,
wird in unserer Neuproduktion Musikdirektor Oliver Weder die musikalische
Leitung übernehmen und zusammen mit
Damon Nestor Ploumis, Leiter des »Lyric
Opera Studio Weimar«, sowie Bühnenund Kostümbildner Wilfried Buchholz für
einen unterhaltsamen Abend mit viel Witz
und Charme sorgen.
Johanna Muschong
GISELLE
Fantastisches Ballett in zwei Akten von Adolphe
Adam
Kooperation mit dem Theater Nordhausen
Buch: Vernoy de Saint-Georges, Théophil Gautier,
Jean Coralli / Musikalische Leitung: Oliver Weder
/ Choreografie: Jutta Ebnother / Bühne: Elisabeth
Stolze-Bley / Kostüme: Adriana Mortelliti
Es tanzen: Anja Eisner, Fem Rosa Has, Amelie
Lambrichts, Fumiko Oskusawa, Magdalena
Pawelec, Irene López Ros, Johanna Schnetz;
András Dobi, Kirill Kalashnikov, David
Roßteutscher, Daisuke Sogawa, Auke Swen,
András Virág
 PREMIERE: 10.01. / 19.30 Uhr
DIE LUSTIGEN WEIBER VON
WINDSOR
Komisch-fantastische Oper von Otto Nicolai
Libretto von Salomon Hermann Mosenthal
Musikalische Leitung: Oliver Weder / Bühne und
Kostüme : Wilfried Buchholz /
Inszenierung: Damon Nestor Ploumis
Es singen die Mitglieder des »Lyric Opera Studio
Weimar«
 PREMIERE: 28.02. / 19.30 Uhr
8 JUNGES THEATER
ES IST NORMAL, VERSCHIEDEN ZU SEIN!
Sieh dich einmal am Spielplatz oder in der Schule um! Wie sehen die Kinder denn so aus?
Richtig! Die sehen alle ganz unterschiedlich aus - naja -außer da sind vielleicht zufällig Zwillinge dabei. Wir Kinder, ob groß oder klein, haben alle ganz verschiedene Haare und Augen.
Unsere Gesichter und Körper sind anders gebaut. Manche von uns lernen sehr schnell, andere
brauchen dafür etwas länger. Manche von uns sind sportlich, andere lesen lieber Bücher.
Manche von uns sind mutig, andere eher schüchtern. Wir sind alle einzigartig. Wir müssen
nicht alle gleich sein, um gemeinsam zu sein, um Freunde zu sein und Schulkameraden.
PATRICKS TRICK
Stück von Kristo Šagor (10+)
Kinder mit Down-Syndrom können
auch anders aussehen. Vielleicht
sprechen sie ein bisschen anders als du
– etwas langsamer oder undeutlicher –
und vielleicht machen sie auch manche
Dinge etwas anders. Zum Lernen
brauchen sie meistens länger. Aber
in fast allen Dingen sind sie uns ganz
ähnlich! Wir alle lachen über lustige
Sachen und wir weinen, wenn wir
traurig sind.
Woher kommen die Unterschiede?
Nachts, hinter der offenen Küchentür,
erfährt der 11-jährige Patrick, dass er
bald einen Bruder bekommen wird.
Aber etwas scheint nicht zu stimmen.
»Es war eine blöde Idee, den Test zu
machen«, meint der Vater. Von Trisomie
ist die Rede. Bald weiß Patrick, dass der
Bruder ein Handicap haben und niemals
so sprechen können wird wie er. Er will
etwas tun und herausfinden, wie man
trotz Hindernissen Sprechen lernen
kann. Auf seiner Suche lernt er viel, vor
allem, was dem Bruder in der Zukunft am
meisten helfen kann: Geduld und viele,
viele Sprachübungen. Als Mamas Wehen
einsetzen, hat Patrick einen tollen
Einfall: Sein Bruder soll nicht Linus oder
Max, nein, Philipp soll er heißen, Philipp
mit »P«, genau wie Patrick.
Es spielen:
Johannes Geißer, Tino Kühn
Regie: Anne-Kathrin Bartholomäus
Ausstattung: Angelika Wedde
theater tumult
05.02 / 18 Uhr (Premiere)
Familienvorstellungen:
15.02. / 15 Uhr
21.03. / 18 Uhr
Dafür müssen wir uns einmal
unseren eigenen Körper ganz genau
ansehen. Denn, wusstest du, dass dein
Körper aus lauter winzigen Zellen
besteht? Die sind so winzig, dass du ein
Mikroskop brauchst, um sie zu sehen.
In diesen Zellen gibt es sogar noch
kleinere Teilchen, und die nennt man
Chromosomen. Diese Chromosomen
bestimmen, wie unser Körper wächst
und aussieht. Sie bestimmen deine
Haarfarbe, deine Größe, ob du schnell
lernst, einfach alles. Es gibt immer zwei
gleiche Chromosomen, insgesamt 23
solche Paare in jeder Zelle. Richtig, 23 +
23 = 46, also genau 46 Chromosomen!
Was verursacht das DownSyndrom?
Menschen mit Down-Syndrom haben
jeweils ein Chromosom mehr, von
Anfang an, also schon die Babys, bevor
sie auf die Welt kommen, und dadurch
wird einiges durcheinander gebracht.
Hier seht ihr die Zeichnung von zwei
Körperzellen, die echten sind natürlich
viel kleiner!
Ungefähr jedes 800. Kind, das auf die
Welt kommt, hat Down-Syndrom überall, auf der ganzen Welt, egal ob
schwarz oder weiß, reich oder arm.
Weshalb dieses Down-Syndrom auftritt,
das ist noch immer nicht bekannt.
LEBEN BRAUCHT VIELFALT
Fotoausstellung
Menschen mit Down-Syndrom
zeigen ihr Gesicht
In Deutschland leben heute etwa 50.000
Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit
Down-Syndrom. In dieser Ausstellung
zeigen 21 dieser Menschen ihr Gesicht. Sie
werben für die Anerkennung ihrer Würde
und ihres Andersseins, auch für ihren
Beitrag zur Vielfalt in unserer Gesellschaft.
Fotografiert hat sie Conny Wenk, eine für
Aufnahmen von Menschen mit DownSyndrom bekannte Stuttgarter Fotografin
und Preisträgerin des »Moritz« 2011.
Die Ausstellung wurde vom Deutschen
Down-Syndrom InfoCenter konzipiert.
Interessierte können dort kompetent
informiert und beraten werden:
www.ds-infocenter.de.

30. Januar bis 26. Februar 2015
KulTourDiele Rudolstadt
SchlafProbe
Arzt Fehler
Englisch Ruf
Herz
Schirm
Gemüse Stück
Mut Abend
Theater Zimmer
Bus Frau
Regen Fahrt
Eltern
Termin
Hilfe Lehrer
Ein Sprachspiel für dich: Suche die Worte,
die zusammen ein neues Wort bilden und
verbinde sie mit einer Linie wie bei unserem
Beispiel GEMÜSE / FRAU.
VORGESTELLT
GEHT NICHT, GIBT'S NICHT!
9
Chefmaskenbildnerin Caroline Höpfner stellt sich und ihren Arbeitsplatz vor
Der Maskenbildner ist Kreativarbeiter, Friseur
und Visagist in einer Person. Wenn Caroline
Höpfner an einen Schauspieler Hand anlegt,
erkennt man diesen hinterher oft nicht wieder.
In dem Arbeitsbereich der Chefmaskenbildnerin
und ihrem Team werden junge Darsteller zu
Greisen, aus Dünnen werden Dicke, aus Menschen Tiere.
»Als Maskenbildner lernt man, den
Charakter einer Person zu verändern.
Der Regisseur erarbeitet die innere
Form der Figur, und wir komplettieren das Äußere gemeinsam mit dem
Ausstatter«
Nach den Figurinen des Bühnen- und
Kostümbildners werden Masken, Perücken, Bärte oder sogar ganze Körperteile
angefertigt. Das alles geschieht noch in
100%-iger Handarbeit und wird individuell auf den späteren Träger angepasst.
Zu Beginn der Anfertigung einer Maske
wird ein Gipsabdruck des Schauspielers
abgenommen. Jedes von den Maskendamen angefertigte Stück ist ein Unikat.
Auch die Perücken werden in mühevoller
Verschiedene Bärte in der Maskenbildnerei
Kleinstarbeit von Hand geknüpft – Haar
für Haar. Eine gute Kommunikation mit
den Regisseuren und Ausstattern ist
da unabdingbar und die Basis für eine
erfolgreiche Zusammenarbeit. Aber
auch den Ansprüchen der Schauspieler
muss man gerecht werden, das gelingt
nicht immer. »Diven habe ich hier am
Haus noch nicht kennengelernt, aber an
anderen Theatern gibt es sie auf jeden
Fall.« Einen Grund dafür sieht Caroline
Höpfner aber auch in der Nervosität
der Schauspieler vor einer Aufführung.
»Manche sind einfach unsicher, und
jeder geht anders damit um.« Die Maske
ist die letzte Station, bevor ein Darsteller auf die Bühne geht, deshalb gibt es
auch manchmal Redebedarf, der von den
Damen der Maske sensibel aufgefangen
wird.
Auch die Perücken werden in mühevoller Kleinstarbeit von Hand geknüpft - Haar für Haar.
Wenn gerade keine Vorstellung auf dem
Plan steht, nutzt das Team die Zeit für
die Produktion. Masken und Perücken
werden über den Tag hergestellt, am
Abend werden die Schauspieler vorbereitet. Nach der Frage, welchen Arbeiten sie
am liebsten nachgehe, konnte Caroline
Höpfer keine pauschale Antwort geben.
»Ich mache grundsätzlich alles sehr
gern.« Aber ein besonderer Reiz geht für
sie von den plastischen Aufgaben aus.
Leider sind diese relativ selten, doch für
die aktuelle Inszenierung des »Staatsfeind Kohlhaas« konnte sie kreativ werden. Zwei lebensgroße Pferdeköpfe wurden geschaffen aus Materialien, die man
als Laie nicht einmal vom Namen kennt.
Doch das Ergebnis nach zweiwöchiger
Arbeit kann sich sehen lassen. Die Köpfe
stehen der Anatomie des echten Pferdes
in nichts nach, nur ihr gesamtes Erscheinungsbild ist gewollt künstlich. Die filigran, fast papierhaft wirkenden Gestelle
geben den Darstellern Anna Oussankina
und Markus Seidensticker ein völlig neues Gesicht.
Erst seit einigen Jahren gibt es den
staatlich anerkannten Beruf des Maskenbildners. Die duale Ausbildung erfolgt
über einen Zeitraum von drei Jahren.
Derzeit hat das Theater Rudolstadt eine
Chefmaskenbildnerin Caroline Höpfner
Auszubildende in der Maske. Aber auch
studieren kann man die Kunst des Maskenbildens, so wie Caroline Höpfner.
Sie studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Bereits das für
das Studium notwendige Vorpraktikum
absolvierte sie an unserem Haus. Die
gebürtige Jenenserin ist nach einigen
Jahren in Freiberg und freischaffender
Tätigkeit wieder in die Heimat zurückgekehrt.
»Ein Studium des Maskenbildners ist
nicht besser oder schlechter als die Ausbildung, entscheidend ist, dass man mit
gut ausgebildeten Leuten zusammenarbeiten kann. In der Hochschule hat
man tiefgreifender die Möglichkeit, sich
auszutoben, kreativ zu werden. Unsere
Auszubildende, Klara Euler, bekommt
bei uns vor allem die alltäglichen Abläufe
mit, doch es wird versucht, ihr den nötigen Freiraum zu geben, um sich ausprobieren zu können.«
Eine Maske, die Caroline Höpfner unbedingt in ihrer Karriere noch anfertigen
will, gibt es nicht. Doch die plastischen
Arbeiten faszinieren sie immer wieder.
»Was ich noch nicht oft gemacht habe
und gern einmal wieder herstellen würde, ist ein Dummy: ein Ebenbild eines
Kopfes, der abgeschlagen ist oder ähnliches. Da hinein einen zum Beispiel
schreienden Gesichtsausdruck zu bringen, das wäre toll.«
Der Beruf eines Maskenbildners ist
handwerklich und künstlerisch sehr umfangreich und anspruchsvoll, doch er ist
wohl einer der schönsten am Theater.
Foto & Text: Lisa Stern
10 VORGESTELLT
AUF DER THEATERWELLE
Seit 5 Jahren bringt RADIO_AKTIV Neuigkeiten und Wissenswertes rund um das Theater Rudolstadt ins Radio
Mit dem Lied »Video killed the Radio
Star« von The Buggles startete der
amerikanische Musikfernsehsender
MTV am 01. August 1981 sein Programm
und läutete den scheinbaren Untergang
des Mediums Radio ein. Wie so oft
bei prophetischen Vorhersagen und
Liedtexten der Popmusik lohnte sich
aber schon damals ein genaueres
RADIO_AKTIV - Die Sendung des
Theaters Rudolstadt
Wer ist RADIO_AKTIV? Als Moderatoren
für Sie im Studio, am Mikro und im Theater
unterwegs sind: Udo Eidinger, Johannes
Frohnsdorf (beide Schauspieldramaturgen),
Johanna Muschong (Musikdramaturgin)
und Tim Bartholomäus (Leiter der
Öffentlichkeitsarbeit).
Was ist RADIO_AKTIV? Eine knappe Stunde
Unterhaltung und Informationen aus
Ihrem Theater zu Premieren, Konzerten
und besonderen Ereignissen. Aber auch
ein Blick hinter die Kulissen, Interviews
mit interessanten Gästen und ein bisschen
Klatsch und Tratsch.
Zweiwöchentliche Sendetermine:
In jeder ungeraden Woche hören Sie die
aktuelle Sendung und in der Woche darauf
deren Wiederholung.
SRB. Das Bürgerradio im Städtedreieck
Donnerstags um 19.05 Uhr; Wiederholung
freitags um 14.05 Uhr (Kabel auf 107,9 MHZ,
über FM 101,4 MHZ und übers Internet unter
www.srb.fm)
Offener Kanal Jena (OKJ) Freitags um 16 Uhr
(UKW 103,4 MHz , in den Kabelnetzen von
Jena und Stadtroda sowie übers Internet
unter www.radio-okj.de)
Radio Funkwerk. Der offene Hörfunkkanal
der Thüringer Landesmedienanstalt für
Erfurt und Weimar freitags um 14 Uhr (in
Erfurt auf 96,2 MHz und in Weimar auf 106,6
MHz; im Kabel in Erfurt, Weimar, Apolda,
Sömmerda, Gotha und Arnstadt auf 107.9
MHz; im Internet unter
www.tlm-funkwerk.de)
Hinhören jenseits eines eingängigen
Refrains. So thematisiert der Song
nämlich weniger - Ironie der Geschichte
- das Ende des Radios als viel mehr die
drohende Gefahr einer Verflachung
musikalischer Kreativität durch die
visuellen technischen Neuerungen (»We
can't rewind/we’ve gone to far/Pictures
came and broke your heart/Put the blame
on VTR«.
»Wir können nicht zurückspulen, wir
sind zu weit gegangen/Bilder kamen
und brachen dir das Herz/Gib diesem
Videorekorder die Schuld«.
Gerade einmal 28 Jahre später, im
Oktober 2009, wagten schließlich die
Dramaturgen und Mitarbeiterinnen
der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
des Theaters Rudolstadt den scheinbar
anachronistischen Schritt und
begannen eine eigene Radiosendung
zu produzieren (so wie auch dieses
Magazin dem angeblichen Niedergang
des gedruckten Wortes seit einem Jahr
trotzt). Im freien Bürgerkanal des SRB
Saalfeld fanden sie ihre Heimstätte, um
Wissenswertes über die anstehenden
Premieren, Interessantes über die
Menschen auf und hinter der Bühne
zu berichten und Musik aus laufenden
Produktionen oder der eigenen
Liebhaber-Schublade zu präsentieren.
Alle zwei Wochen versammeln sich so
Johanna Muschong und Johannes Frohnsdorf
bei der Moderation im Studio des SRB.
im losen Wechsel die vier Moderatoren
der Sendung im kleinen Saalfelder
Studio und geben Einblicke ins bunte
Theaterleben.
Übrigens: Wir wollen unsere
»Bandbreite« auch in Zukunft erweitern
und planen, die jeweiligen Sendungen
als gekürzten Mitschnitt auf die
Homepage des Theaters zu stellen,
um der Flüchtigkeit der Ausstrahlung
zumindest ein wenig entgegenzutreten
und die interessantesten, skurrilsten
und denkwürdigsten Dialoge festhalten
zu können. Also: Schalten Sie ein und
erleben Sie das Theater Rudolstadt auf
einer weiteren »ansprechenden« Seite!
Text: Udo Eidinger
Foto: Lisa Stern/Tim Bartholomäus
Moderatoren (v.l.) Udo Eidinger, Johannes Frohnsdorf, Johanna Muschong und Tim Bartholomäus
11
»MMM - WAS BIN ICH?« KANTINENGESPRÄCH
MIT WINFRIED GLATZEDER
DIES UND DAS
Ein Stoff – Zwei Komponisten
Mit der Premiere der komisch-fantastischen
Oper »Die lustigen Weiber von Windsor« von
Otto Nicolai am 28. Februar 2015 setzt sich die
erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem »Lyric
Opera Studio Weimar« fort. Markenzeichen
des Weimarer Studios ist eine Sängerausbildung auf höchstem Niveau, engste Verbindung zur Praxis und die Chance, Kontakt zu
renommierten Künstlern der Opernszene zu
bekommen und mit ihnen zu arbeiten – dies
führte in den letzten Jahren junge Leute aus
bisher 22 Nationen und allen Kontinenten in
die Klassikerstadt. In Kooperation mit dem
Theater Rudolstadt und den Thüringer Symphonikern Saalfeld-Rudolstadt entstand zum
wiederholten Mal eine professionelle, sehensund hörenswerte Opernproduktion.
Die Handlung der Oper basiert auf der gleichnamigen Komödie von William Shakespeare.
Sein Schauspiel ist zwar voller Situationskomik und Wortwitz, aber die Charaktere sind
nicht ausgereift und etwas oberflächlich gezeichnet. Auf den heutigen deutschen Bühnen
wird das Stück daher selten gespielt. Doch
mit Otto Nicolais Oper »Die lustigen Weiber
von Windsor«, der Tradition des Singspiels
folgend, hat sich die Geschichte um Falstaff
einen festen Platz auf den Opernbühnen der
Welt gesichert.
Ein weiterer Komponist und Zeitgenosse
Nicolais hat sich ebenfalls dieses Stoffes angenommen. Seine komische Oper »Falstaff«
ist gleichermaßen bei Opernfreunden in aller
Welt beliebt.
Wir möchten nun von Ihnen wissen, aus wessen Feder stammt die Oper »Falstaff«.
A)
B)
C)
Richard Wagner
Albert Lortzing
Giuseppe Verdi
Die Lösung senden Sie uns bitte bis zum
10. Februar 2015.
Theater Rudolstadt, Anger 1,
07407 Rudolstadt
oder per Mail an
presse@theater-rudolstadt.de
Unter den richtigen Einsendungen
verlosen wir 1 mal 2 Freikarten für
einen Besuch in Ihrem Theater Rudolstadt.
(Gilt nicht für Gastspiele und Sonderveranstaltungen)
Die Lösung in unserer Dezemberausgabe lautete:
SAFRAN
Der Gewinner ist Fred Rothermund aus
Ilmenau. Wir wünschen ihm viel Freude beim
Theaterbesuch.
Was haben Sie heute gemacht?
Ich habe mich in mein Auto gesetzt und
bin nach Rudolstadt gefahren. Eigentlich
nutze ich die Zeit gern, um mit meinem
Klapprad die Gegend zu erkunden, aber
aufgrund der Veranstaltung durfte ich
das leider nicht. Sonst hätte man mich ja
gesehen und vielleicht erraten.
Wobei vergessen Sie die Zeit?
Wenn ich eine interessante Arbeit verfolge. Aber auch bei Filmen.
Die letzten 25 Jahre nach dem Mauerfall
kommen mir vor, als wären es weniger
als zehn gewesen. Im Alter verfliegt die
Zeit, und dabei kann man sie eben auch
leicht vergessen.
Wann platzt Ihnen der Kragen?
Wenn Menschen ins Theater gehen,
haben sie natürlich eine Erwartungshaltung an die Schauspieler, sie wollen sehen, dass sie ihr Bestes geben und nicht
halbherzig bei der Sache sind. Ich kann
es nicht ertragen, wenn Kollegen von mir
nur einen Job ableisten und gleichgültig
auf der Bühne agieren.
Welchen Beruf hätten Sie ergriffen, wenn Sie
nicht das geworden wären, was Sie jetzt sind?
Ursprünglich habe ich Maschinenbauer
gelernt und natürlich damit verbunden
ein technisches Verständnis für Fahrzeuge entwickelt. Ich wäre wahrscheinlich Taxi- oder LKW-Fahrer geworden,
damit ich im Falle einer Panne das Auto
selbst wieder in Gang bringen könnte.
Außerdem fand ich an dem Beruf eines
Fernfahrers toll, dass einem nicht permanent jemand über die Schulter schaut.
Als Schauspieler ist das natürlich anders,
jeder sieht sofort, wenn du einen Fehler
machst. Man ist ständig angreifbar.
Was lieben Sie an Ihrem Beruf?
Ich genieße es, in der Öffentlichkeit zu
stehen. Wenn ich auf der Bühne bin und
spüre, dass die Zuschauer einen Überraschungsmoment haben, macht mir das
viel Spaß.
Würden Sie etwas an Ihrem Leben ändern?
Ich bin mit meinem Leben zufrieden,
allerdings möchte ich ihm noch einen
weiteren Sinn geben. Dabei ertappe ich
mich, wie ich meine bisherigen Arbeiten
hinterfrage und überlege, ob ich wirklich
Freude daran hatte. Ein neues Ziel wäre,
etwas völlig anderes zu tun, zum Beispiel
einen Gemüseladen eröffnen.
Was war Ihre letzte gute Tat?
Ich habe eines meiner Hühner von seinem Leiden befreit. Es wurde vom Habicht angegriffen und schwer verwundet.
Anfänglich dachte ich, dass es überleben
könnte, doch es war schließlich aussichtlos, weshalb ich seine Schmerzen
verkürzt habe.
Was würden Sie Kindern heute mit auf den
Weg geben?
Ich habe hoffnungslos versucht, meinen Kindern etwas mit auf den Weg
zu geben. Aber ich habe die Erfahrung
gemacht, dass alle Belehrungen nutzlos
sind. Kinder wollen dies auch gar nicht
hören, für sie ist es wichtig zu wissen,
dass egal, was sie anstellen, immer geliebt werden. Deshalb denke ich, dass
man sich mit altklugen Ratschlägen zurückhalten sollte.
IMPRESSUM
Herausgeber:
Thüringer Landestheater - Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt GmbH
Intendant und Geschäftsführer: Steffen Mensching / Spielzeit 2014/2015
Heft Nr. 1-2015 / Redaktion: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Dramaturgie /
Layout: Hermine Wange, Tim Bartholomäus / Technische Herstellung:
flyeralarm / Satz: Hermine Wange, Tim Bartholomäus
Persönlich. Engagiert. Kompetent.
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Tel.: 03671 5135-0, Fax: 03671 5735-36
info@automueller.de, www.automueller.de
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