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Gemeindebrief Februar 2015 - Evangelisch

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LUTHERZÜRICH
Gemeindebrief der Evangelisch-Lutherischen Kirche
Zürich, Nordost- und Zentralschweiz
Nehmt einander an
Die Seiten der Finnen
ELKZ – Neues Erscheinungsbild
Kirchgemeindeversammlung 2015
ForumAktiv60+ Filmabend
Kinderseite
Kasan Katharinenkirche
Foto: Vera Markus
Luther trifft Zwingli
Nr. 02 Februar 2015
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Luther trifft Zwingli
Biblische Gestalten: Maria II
Martin-Luther-Bund in Basel
Evangelisch in Mediasch
Bazar 2014 – Dank
Bekanntmachungen
Kollekten & Impressum
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Herzliche Einladung zur Kirchgemeindeversammlung am 15. März 2015
Geistliches Wort
Jahreslosung 2015
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
inspiriert vom Aufruf des Paulus im
Römerbrief (Römer 15,7) malt die
Künstlerin Stefanie Bahlinger einen
Flickenteppich. Er ist aus ganz unterschiedlichem Material zusammengenäht. Man kann edle und grobe Stoffe
entdecken, einige sind fest, andere
eher durchscheinend. Unterschiedliche Muster sind zu sehen und auch
verschiedene Schriftarten und Sprachen. Es gibt Teile mit ähnlichen Farben und Mustern, jedoch gleicht kein
Teil dem andern. Und jedes Stückchen hat seine besondere Schönheit.
So bunt, vielfältig und international ist
unsere Gemeinschaft der Christen.
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Jede und jeder einzelne ein Unikat.
Verbunden sind wir durch Christus.
Sieht man auf den Flickenteppich, so
ergeben die Längs- und Quernähte
Kreuze, selbst wenn einige schief und
krumm verlaufen.
Über dem Teppich schwebt ein Lichtkreis. Ist er ein Symbol für Gott? Oder
ein Heiligenschein? Eine Lupe vielleicht? Der Kreis gilt als uraltes Symbol für Gott, für Vollkommenheit, für
Ganzheit. Aber auch für Vollendung,
Harmonie und für eine ideale Ordnung – ist doch innerhalb des Kreises
jeder Punkt gleich weit von der Mitte
entfernt.
Ich stelle mir vor, wie Gott über mir
wacht, wie er mich immer neu in sei-
LUTHER ZÜRICH 02/2015
Geistliches Wort
nen Kreis ruft und aufnimmt. Seinen
Kreis, wo ich angenommen bin, selbst
dann, wenn ich mit mir unzufrieden
bin. Selbst dann, wenn ich mich
selbst nicht mehr annehmen kann,
bin ich von Gott angenommen und in
seinem Kreis aufgenommen. Und
Gott, in der Mitte des Kreises, ist mir
ebenso nahe wie allen andern. Und in
diesem Kreis Gottes ist es hell und
harmonisch, weil ich angenommen
bin von Gott und sein kann, wer ich
bin. Das lässt mich aufatmen. Es
stellt meine Füsse auf weiten Raum.
Es lässt mich blühen, gedeihen und
Früchte bringen. Und weil das so
wichtig ist, weil es sich in meinem
Leben so gut anfühlt und positiv auswirkt, dass ich angenommen bin, lädt
Gott mich ein, die andern Menschen
um mich herum auch anzunehmen.
Ich stelle mir auch vor, dass Gott
mich einlädt, diesen hellen Kreis als
Lupe zu benutzen, um mir die Menschen, denen ich begegne, genauer
anzusehen. Wie oft passiert es mir
doch, dass mir etwas erzählt wird
über den Jungen, der gerade wieder
so wild ist in der Schule. Oder was ist
nur mit der Frau, die mich so unfreundlich und genervt behandelt,
obwohl sie mich gar nicht kennt. Und
wenn der Mann so verlotterte und
dreckige Kleidung im Bus trägt, kann
ich ja auch nichts Gutes von ihm erwarten.
Und ich erinnere mich an Jesus, wie
er auf Menschen zugegangen ist,
unabhängig davon, was andere sich
dabei gedacht haben. Er hat Menschen in seinen Kreis aufgenommen.
Er ist in den Lebenskreis anderer
getreten, weil er an ihnen Interesse
gezeigt hat. Er hat ihnen Vertrauen
entgegen gebracht und Verständnis.
Er hat sie angenommen, so wie sie
waren. Hat sie respektiert. Und plötzlich fingen diese Menschen an zu
leuchten. Sie blieben nicht diejenigen,
die sie waren.
Ich stelle mir vor, wie ich, mit Gottes
Lupe ausgerüstet, mit dem kleinen
Jungen ein Spieltreffen ausmache.
Und ich entdecke einen süssen und
herzigen Jungen, der sich rührend um
meine kleine Tochter bemüht. Einen
Jungen, der einfach noch nicht so
redegewandt ist und daher in der
Schule eher schubst, um auf sich
aufmerksam zu machen. Und auf
mein ruhiges und freundliches „Sie
hatten wohl keinen einfachen Tag“,
erzählt mir die unfreundliche Frau ihre
Tageserlebnisse, die mich ganz und
gar verstehen lassen, dass irgendwann die Geduld zu Ende ist. Und der
verlotterte Mann im Bus, ich lausche
seinem Bericht am Telefon, ein Computerfachmann. Sein Kunde ist froh,
dass das System nun funktioniert. Er
hatte offenbar vom Keller bis zum
Dachboden auf seinen Knien Kabel
verlegt und schnell geholfen, obwohl
es nicht seine Aufgabe gewesen wäre.
Und ich stelle mir vor, wenn ich die
Lupe Gottes regelmässig bei Menschen anwende, dass ich dann um
mich herum viele wertvolle Unikate
Gottes entdecke, wunderbare, einzigartige Menschen. Und ich stelle mir
vor, dass dann ganz zart und leicht
und nur manchmal wirklich sichtbar,
der Heiligenschein über meinem Kopf
zu leuchten beginnt.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen
ein behütetes Jahr 2015, in dem Sie
viele wunderbare Menschen kennenlernen oder neu entdecken.
LUTHERZÜRICH 02/2015
Ihre Pfarrerin Marion Werner
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Die Seiten der Finnen
Suomalainen kirkko Sveitsissä SKS toimintaa Zürichissä ja ympäristössä
Kotisivu: www.kirkkosveitsissa.com
Aika kuluu.... vuodet vaihtuvat.
Pikku hiljaa olemme oppineet kirjoittamaan uuden vuosiluvun 2015.
Uuden vuoden ydinsanomaksi voisi ottaa:
Ei tarrauduta menneeseen, ei ”sitku” eikä ”mutku” vaan tässä ja nyt,
koska eilinen on mennyttä ja huomisesta ei ole varmuutta.
Näin kirjoitti jo Kaarlo Sarkia (1902-1945) runossaan:
”Älä elämää pelkää, älä sen kauneutta kiellä.
Suo sen tupaasi tulla tai jos liettä ei sulla, sitä vastaan käy tiellä, älä käännä
sille selkää.
Älä haudoille elämää lymyyn kulje: Ei kuolema sinulta oveaan sulje.
Kuin lintu lennä, älä viipyen menneen raunioilla nykyhetkeä häädä.
Suo jääneen jäädä, suo olleen haudassa olla, tulevaa koe vastaan mennä.
Ole vapaa, kahleeton tuulen tavoin: On kuoleman portti aina avoin.
Älä koskaan sano: ”Tämä on iäti minun.”
Elon maljasta juovu, taas siitä, jos tarpeen, kivutta luovu.
On maailman rikkaus sinun, kun mitään et omakses ano.
Elä pelotta varassa yhden kortin: Näet aina avoinna kuoleman portin.“
***
Kuka päättää, kuka pappi kulloinkin tulee Zürichiin pitämään jumalanpalveluksen?
Tätä minulta on nyt useaan otteeseen kyselty.
- Tämä ei ole meidän seurakuntaneuvoston päätettävissä vaan SKS:n
pappi Kaj Engström koordinoi tätä asiaa koko Sveitsin kohdalta ja ilmoittaa sitten meille kuka pappi kulloinkin meille saapuu.
- Seurakuntaneuvoston tehtävänä on järjestää kanttori ja hoitaa muut
käytännön järjestelyt jumalanpalvelusta koskien.
Seurakuntaneuvosto ottaa myös mielellään vastaan ideoita ja ehdotuksia erilaisten tapahtumien järjestämiseksi.
Oletko itse kiinnostunut seurakuntatyöstä tai haluat olla järjestämässä yhteisiä
tapahtumiamme tai sinulla on uusia ideoita toimintamme kehittämiseksi....
Myös jos sinulla on mieltäsi vaivaavia kysymyksiä toimintaamme koskien....
ota yhteyttä satuisotalus@yahoo.com tai 079-663 33 52.
Satu Isotalus, seurakuntaneuvoston pj
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LUTHERZÜRICH 02//2015
Die Seiten der Finnen
Tapahtumat (ev.lut. kirkko, Kurvenstrasse 39, ellei mainita muuta osoitetta)
Su 1.2.2015 klo 15.00 Suomalainen jumalanpalvelus
- Pappina Pia Repo-Leine
Ti 17.2. SenioriFoorum:in järjestämä tapahtuma
- katso erillinen ilmoitus
Ke 4.3. Kulttuuritreffit : aiheena ”Kalevala”
- àpero alkaen klo 18.00
- klo 19.00 ”Kalevala” teemaan alustaa Helena Väisänen,
joka on perehtynyt Kalevalaan suomen kirjallisuuden opinnoissaan
Su 29.3. klo 15.00 Palmusunnuntain jumalanpalvelus
- Pappina Kaj Engström
La 13.6. klo 10-14.00 Kirjapörssi
HUOM! Huomaa muuttunut päivämäärä
- Järjestetään tuttuun tapaan yhteistyössä KFA:n kanssa
Zürichissä kokoontuu kodeissa suomenkielinen raamattupiiri.
Tästä piiristä saa lisätietoja Saija Österlundilta, 078-874 37 67,
saijaniina@hotmail.com
Au-pairit ja opiskelijat. Tervetuloa myös au-pairit suomalaisen kirkollisen
työn pariin! Ota yhteyttä tapahtumista ja/tai apua tarvitessasi Satu Isotalukseen 079-663 33 52, satuisotalus@yahoo.com. Satuun saa yhteyden myös
facebookin kautta.
Paikka: Zürichin ev.lut. kirkko
Aika: laskiaistiistai 17. helmikuuta 2015 klo 12-13
Tarjolla on hernekeittoa ja pannukakkua
. . päivän jatkuessa . .
Paikka: Zürichin ev-lut. kirkko
Aika: 17.02.2015 klo 13:30
Teemailtapäivä: Huumori Raamatussa
Tilaisuuden alustaa
Mika Aspinen
Pastori, raamattuteologian opettaja
Kirkon koulutuskeskus, Järvenpää
Lämpimästi tervetuloa iloiseen iltapäivään!
Järj. SenioriFoorum
Ulla Holzer
LUTHERZÜRICH 02//2015
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ELKZ - Neues Erscheinungsbild
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LUTHER ZÜRICH 02/2015
Kirchgemeindeversammlung
Der Kirchenvorstand
Lädt ein!
125. Ordentliche Kirchgemeindeversammlung
Sonntag, 15. März 2015
9.00 Uhr Gottesdienst, anschliessend Gemeindeversammlung
Liebe Gemeindemitglieder
Wir laden Sie alle herzlich zu unserer Gemeindeversammlung am 15. März
2015 in die Martin-Luther-Kirche ein und freuen uns auf Ihre zahlreiche
Teilnahme.
Ihre Anträge bitten wir bis spätestens 9. Februar 2015 schriftlich an den
Kirchenvorstand zu richten.
Mit den besten Wünschen und Grüssen
Der Kirchenvorstand
Traktanden
1.
Wahl der Protokollführerin / des Protokollführers
2.
3.
Wahl der Stimmenzähler/innen
Genehmigung des Protokolls der 124. ordentlichen
Kirchgemeindeversammlung vom 9. März 2014 (Abstimmung)
Wahlen in den Kirchenvorstand – die Präsentation der KandidatInnen
erfolgt im nächsten Gemeindebrief
Jahresbericht des Pfarramts und des Kirchenvorstands; Berichte aus der
Gemeindearbeit
Kassenbericht und Vorlage der Jahresrechnung 2014
Revisorenbericht, Beschlussfassung über die Entlastung von Kassenverwaltung, Rechnungsführung und des Kirchenvorstands (Abstimmung)
Wahl der Revisoren (Abstimmung)
Bericht der Planungskommission (Zustand Gemeindehaus und Stand
Planung)
Budget für das Rechnungsjahr 2015 (Abstimmung)
Bekanntgabe der Wahlergebnisse
Vorschläge, Anregungen und Anträge aus der Gemeinde
(Anträge, die bis spätestens 9. Februar 2015 schriftlich an den
Kirchenvorstand gerichtet werden)
Verschiedenes
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13.
14.
LUTHERZÜRICH 02/2015
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ForumAktiv60+ Filmabend
Einladung zum
Filmabend im Kirchgemeindehaus
Mr. Morgan’s Last Love
„Die Liebe am Ende des Weges“
Montag, 23. Februar 2015, 19:00 Uhr
Keine Anmeldung erforderlich
Organisation: Friedrich Heller, Tel. 044 / 945 32 87, E-Mail: heller@mag.ig.erdw.ethz.ch
Nach dem letztjährigen Filmbesuch im Kino „Splendor“ wollen wir dieses Jahr
zum gemeinsamen Besuch des Films „Mr. Morgan’s Last Love“ einladen. Der
etwa 2-stündige Film erzählt – in deutscher Sprache – die Geschichte eines
emeritierten Professors, der um seine verstorbene Frau trauert. Drei Jahre
nach deren Tod macht er die Zufallsbekanntschaft einer jungen Frau, der er
sich bald in platonischer Liebe verbunden fühlt. Seine erwachsenen Kinder
wollen ihm die «unmögliche» Beziehung ausreden, wobei sie freilich vor allem
ihre eigenen Interessen verfolgen, insbesondere mit Blick auf das Erbe...
Regie: Sandra Nettelbeck; Hauptrollen: Michael Caine, Clémence Poésy
Peter Claus (DPA) schreibt im STERN:
„... so ist das Wesentliche im Film die Auseinandersetzung mit der Furcht vor
Alter und Alleinsein. Da werden keine Patentrezepte verteilt. Doch es wird mit
leichtem Erzählton klar gemacht, dass die Pflege von Freundschaften wesentlich zu einem guten Leben auch in späten Jahren beitragen kann. ... Eindringlich wird gezeigt, dass jedes Alter seine Licht- und Schattenseiten hat und dass
enge Beziehungen über Generationen hinweg Jung und Alt gleichermassen
bereichern.
Das feingeistige Spiel von Michael Caine, Clémence Poésy und den anderen
Akteuren, die nie ins Sentimentale abgleitenden klugen Dialoge von Sandra
Nettelbeck und die oft an impressionistische Gemälde erinnernden Bilder von
Kameramann Michael Bertl machen die bittersüsse Tragikomödie zu einem
Ereignis für alle, die es gefühlvoll, aber nicht gefühlsduselig mögen.“
Von Jugendlichen in Mali aus Insektenspraydosen erstellte Krippe
fotografiert in der „Krippenwelt“ Stein am
Rhein beim Forumsbesuch im Dezember
2014
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LUTHER ZÜRICH 02/2015
Die Seite der Kinder
Liebe Kinder,
längst liegen Weihnachten und auch das
Krippenspiel hinter uns. Dennoch heute,
zur Erinnerung, einige Fotos von einer
gelungenen Aufführung.
Dazu ein herzliches Danke an alle, die
mitgespielt und musiziert haben, sowie an
die Eltern und Grosseltern, die sie
begleitet und kräftig unterstützt haben.
Ein allerherzlichstes Danke auch an meine
Mitstreiterinnen Nikola Ihn, Sarah Ihn und
Zoe Stengele,
… und natürlich den Fotografen Carlo
Giorgetta.
Herzliche Grüsse,
Eure Pfarrerin Marion Werner
LUTHER ZÜRICH 02/2015
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Evang. Luth. Kirche Kasan
Wiedereinweihung der
St. Katharinen-Kirche
in Kasan (Republik Tatarstan, Russland)
Seit einer Bazarspende im Jahr 2005 für die Renovation von Kirche und Gemeindezentrum unterstützt unsere Evang. Luth. Kirche in Zürich die Evang.
Luth. Kirchgemeinde in Kasan mit regelmässigen Kollekten für die tägliche
Gemeindearbeit. Die dortigen Gemeindemitglieder sind sehr dankbar für die
Hilfe und das stete Gedenken und haben wie jedes Jahr auch anfangs 2013
durch den sie betreuenden Propst Christian Herrmann aus Ludwigshafen folgendes Dankesschreiben an alle Unterstützer ausrichten lassen:
„Wiederum dürfen wir mit großer Dankbarkeit auf ein segensreiches Jahr zurückblicken. Mit Hilfe Ihrer Gaben konnte ... im Großen wie auch im Kleinen
Wunderbares geschehen, das hat uns sehr bewegt. Die Treue aller unserer
Unterstützer in Gaben und im Gebet ermöglichte es uns, all das dort einzusetzen, wo es dringend benötigt wurde. Auch für die Bewahrung und das stille
Begleiten haben wir vielfach zu danken.“
Am 30./31. August 2014 konnte die evangelisch-lutherische St. KatharinenKirche in Kasan (Tatarstan, Russland) wieder eingeweiht werden – dank der
vielseitigen Unterstützung durch Gustav-Adolf-Werk, Martin-Luther-Bund, verschiedene Kirchgemeinden in Deutschland und in der Schweiz und nicht zuletzt durch den Präsidenten der Republik Tatarstan.
Wie viele Kirchen in der Sowjetunion war die Katharinenkirche im Jahr 1929
vom Staat konfisziert und zweckentfremdet worden. Die Gemeinde wurde zerstreut und versuchte, sich in Privathäusern zu sammeln und zusammenzuhalten. Das lutherische geistliche Leben kam zum Erliegen, die kulturelle Existenz
der deutschen Gemeinde wurde praktisch ausgelöscht. Die Jahre des zweiten
Weltkriegs waren für die deutsche Minderheit eine unaussprechliche Tragödie.
2004: Katharinenkirche als Turnhalle mit Second-Hand-Laden zur Betreuung von Bedürftigen.
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LUTHERZÜRICH 02/2015
Evang. Luth. Kirche Kasan
Die Wiedererstehung der deutschen lutherischen Gemeinde begann während
der Jahre der Perestroika in der Sowjetunion. 1990 wurde die lutherische Gemeinde in Kasan erneut gegründet und offiziell registriert. Am 11. Dezember
1996 erhielt sie das Gebäude der lutherischen Kirche als historisches Erbe zur
unbefristeten und unentgeltlichen Nutzung zurück.
Am festlichen Einweihungsgottesdienst am 31.8.2014 nahmen neben dem
Erzbischof, Pröpsten und Pastoren der Evang. Luth. Kirchen des europäischen
Russlands (ELKER) auch Vertreter des Präsidenten der Republik, der Stadt
Kasan, der Moslems Kasans und des deutschen Botschafters teil. Erzbischof
Dietrich Brauer vollzog die Einweihung, die er unter das Wort stellte: „Der
Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden“ (Mk
12,10). Die Teilnehmenden empfanden den Akt als eine Geschichte der Gnade und der Wundertaten Gottes.
2004
2014
Katharinenkirche Kasan
Katharinenkirche Kasan festlich renoviert
2014
2014
Quellen: u.a. V. Dietz (Deutsches Haus Kasan), E. Reder (Moskau)
Bericht: Friedrich Heller
LUTHERZÜRICH 02/2015
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Luther trifft Zwingli
1517 Wittenberg -­‐ 1529 Marburg -­‐ 1973 Leuenberg -­‐ 2014 Zürich Am 14. November 2014 kamen 15+17 „Lutherbotschafter“ des Nürnberger Projekt-­‐
künstlers Ottmar Hörl nach Zürich, um die Stadt auf „500 Jahre Zürcher Reformation“ einzustimmen. Aus verschieden-­‐
farbigem Kunststoff hergestellt erinnern diese Figuren überall auf der Welt an die Reformation Luthers, deren 500-­‐jähriges Jubiläum wir nun feiern. Das Kunstprojekt in Zürich wurde von der Ev.-­‐Luth. Kirche Zürich, der Ev.-­‐Ref. Kirche des Kantons Zürich und der Grossmünstergemeinde sowie dem Bund der Evangelisch-­‐Lutherischen Kirchen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein (BELK) installiert. Aus allen lutherischen Kirchen der Schweiz – Basel, Bern, Genf – reisten Konfirman-­‐
dengruppen nach Zürich, um am Abend mit den Konfirmanden der Ev.-­‐Luth. Kirche Zürich und der Ev.-­‐Ref. Gemeinde des Grossmünsters zusammenzutreffen. Die Konfirmandeneltern aus Zürich hatten für die rund 50 Personen ein üppiges Nachtessen vorbereitet. Die Jugendlichen bereiteten sich am Abend auf die Kunstaktion am folgenden Tag vor und feierten eine berührende Abendandacht in der nur mit Kerzen beleuchteten Martin-­‐Luther-­‐Kirche. Am Morgen des 15. November begaben sich alle zur Wasserkirche und trugen die 32 metergrossen Lutherfiguren aus der Kirche auf den Platz vor dem Zwingli-­‐Denkmal. Zunächst erstellten die Konfirmandinnen und Konfirmanden der lutherischen Kirchen und des Grossmünsters mit Hilfe der Figuren mehrere Jahreszahlen auf dem Platz: 1517 in Erinnerung an den Thesenanschlag, 1529 in Erinnerung an das Treffen Luthers 12
LUTHERZÜRICH 02/2015
Luther trifft Zwingli
und Zwinglis in Marburg, 1973 in Erin-­‐
nerung an die Leuenberger Konkordie und schliesslich das Jahr 2014. Danach wurden die Figuren in immer neuen, künstlerisch inspirierten, musikalisch begleiteten Konstellationen aufge-­‐
stellt. Gemeindeglieder aus Zürich waren den ganzen Tag über anwesend, um über die Kunstaktion Auskunft zu geben. Viele Passanten blieben stehen, betrachteten das Kunstwerk, machten Fotos. An die Passanten wurden Flyer, Luther-­‐Zwingli-­‐Brötchen und Getränke verteilt. Dabei ergaben sich viele Gespräche. Abgeschlossen wurde der Tag mit einem sehr gut besuchten Abend-­‐
mahlsgottesdienst, der von Pfarrer Sigrist vom Grossmünster und Pfarrer Johannes Lehnert in der Wasserkirche gehalten wurde. Ein grosser Dank gilt Pfr. Lehnert und allen beteiligten Zürcher Gemeinde-­‐
gliedern für das grosse Engagement rund um diese Kunstaktion sowie der reformierten Kirche für die finanzielle Unterstützung. Bericht: Pfr. Jörg Winkelströter, Friedrich Heller Fotos: Vera Markus, Pfr. Johannes Lehnert
LUTHERZÜRICH 02/2015
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Biblische Gestalten: Maria
Pfarrerin Dr. Marion Werner
„Maria (Teil 2)
Die Kindheitsgeschichte des
Lukas
(Lk)
ist
wohl
die
bekannteste. Hier steht Maria im
Mittelpunkt. Maria wird vom Engel
Gabriel besucht (Lk 1,26-38),
welcher ihr die Schwangerschaft
und Geburt eines königlichen
Sohnes ankündigt. Maria wundert
sich darüber, wie das geschehen
könne, da sie doch „von keinem
Manne weiss“, und wird in der
Antwort des Engels auf den Geist
verwiesen. „Der heilige Geist wird
auf dich kommen, die Kraft des
Höchsten wird dich überschatten;
darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden“.
Am Ende stimmt Maria zu, wobei sie sich selbst „Sklavin“ Gottes nennt.
Hervorzuheben bei dieser Szene ist die Tatsache, dass Maria als Jungfrau
angesprochen wird, danach jedoch von Lk nie wieder so genannt wird. Lk ist in
1,35 sehr zurückhaltend in der Art und Weise, wie er die Zeugung beschreibt.
Anders als Mt, der von einem „empfangen“ durch den Geist spricht, versucht
Lk einfach, das Wichtigste zu erfassen: Gott selber wirkt bei dieser Zeugung
mit. Was genau passiert, bleibt unausgesprochen. Wichtig auch hier: Diese
Erzählung darf nicht mit dem Hintergrundwissen der Biologie der Moderne
gesehen werden. In der Antike gab es unterschiedliche Theorien darüber, was
bei einer Empfängnis vor sich geht. Ob es so etwas wie einen weiblichen Anteil
überhaupt gibt, war nicht klar. Die weibliche Eizelle ist erst im 19. Jh. entdeckt
worden! Und die Wirkweise des männlichen Anteils war auch nicht so genau
bestimmt. Ebenso wichtig ist in dieser Szene auch: Maria ist nicht ein passives
Objekt göttlichen Wirkens. Sie
entscheidet sich selber für diese
Schwangerschaft.
Die schwangere Maria besucht
Elisabeth, ihre Verwandte, die mit
Johannes dem Täufer schwanger
ist (Lk 1,39-45). Erfüllt vom Geist
begrüsst Elisabeth Maria mit den
Worten „Gepriesen seist du unter
den Frauen“ und weist darauf hin,
dass sie als Glaubende selig ist:
„selig bist du, die du geglaubt hast,
denn an dir wird vollendet werden,
14
LUTHERZÜRICH 02/2015
Biblische Gestalten: Maria
was dir gesagt ist“. Daraufhin spricht Maria, vom Geist bewegt, der an ihr wirkt,
den sogenannten „Lobgesang der Maria“, das „Magnifikat“, ihre längste
wörtliche Rede im NT. In Lk 1,46–56 beginnt Maria mit Gottes Handeln an ihrer
Person, gewinnt dann aber eine weltgeschichtliche Dimension.
Die bekannte Geburtsgeschichte Jesu in Lk 2, Bethlehem, der Stall, die Engel
und Hirten auf dem Feld – zeichnet Jesus als einen anderen König. Ein
Gegenbild zur kaiserlichen Herrlichkeit der Zeit. Jesus wird hier bereits „Kyrios“
genannt. Diese griechische Bezeichnung für Gott den Herrn, dessen heiliger
Name nicht ausgesprochen werden durfte, sondern mit „HERR“ ersetzt worden
ist, war bei den griechisch sprechenden Juden für Gott reserviert. Der
geborene Jesus ist also von Anfang an der Kyrios. Er ist ganz klar göttlich.
Schön und modern an dieser Geburtsgeschichte: Josef ist als engagierter
Vater bei der Geburt offenbar dabei. Jesus hat von Anfang an liebende Eltern,
die alles, was sie können, für ihr Kind tun, so schwierig und ärmlich die
Situation auch ist. Jesus erfährt von Anfang an Liebe und Geborgenheit.
Die weiteren Geschichten bestätigen die jüdische Tradition: Beschneidung
Jesu (Lk 2,21), Reinigung Marias nach dem Gesetz des Mose (Lk 2,22–24);
Besuch im Jerusalemer Tempel (Lk 2,25–52). Das Besondere bei Lukas – es
werden immer wieder auch Reaktionen der Maria berichtet: Sie bewahrte alle
Worte, die ihr die Hirten über die Engelserscheinung gesagt hatten, und
bewegte sie im Herzen (Lk 2,19); gemeinsam mit Josef wundert sie sich über
das, was Simeon von Jesus sagte (Lk 2,33). Von Simeon empfängt sie als
Mutter einen speziellen Segen, mit der Prophezeiung „auch durch deine Seele
wird ein Schwert dringen“ (Lk 2,35). Auch nach der Gelehrsamkeit des
zwölfjährigen Jesus im Tempel wird Maria erneut Worte behalten und im
Herzen bewegen (Lk 2,51). Die Ausgestaltung der Maria durch Lukas hat sie zu
einem Vorbild im Hören und Glauben
gemacht.
Im Evangelium nach Johannes (Joh) wird
die Mutter Jesu an keiner Stelle genannt.
Sie tritt aber zweimal als „Mutter Jesu“ auf
(Joh 2,1–2; Joh 19,25–27) und wird einmal
erwähnt (Joh 6,42). Wie bei Mk fehlen auch
hier Vor- und Geburtsgeschichten sowie ein
Hinweis auf die Jungfräulichkeit Marias. Der
erste Auftritt Marias wird während der
Hochzeit zu Kana erzählt. Sie macht Jesus
auf den Mangel an Wein aufmerksam. Er
redet sie als „Frau“ und nicht als Mutter an.
„Was geht es dich an, Frau, was ich tue?“
(Joh 2,4). Erneut der harte und distanzierte,
für sie als Mutter sicher verletzende Ton,
den wir bereits von Mk kennen. Maria
ergreift dennoch die Initiative und gibt den
LUTHERZÜRICH 02/2015
15
Biblische Gestalten: Maria
Auftrag an die Bediensteten: „Was er euch sagt, das tut“. Sie vertraut offenbar
dem Wirken ihres Sohnes. Sie traut ihm zu, für die Gäste zu sorgen. Wie eine
gute und liebende Mutter glaubt sie an ihren Sohn, daran, dass er das Richtige
tun wird. Bedenklich ist das Ende der Geschichte. Nur von den Jüngern wird
hier gesagt, dass sie zum Glauben kamen. Nicht aber auch von Maria und den
Geschwistern. Dennoch gehen Jesus und seine Jünger mit Mutter und Brüdern
anschliessend für eine kurze Zeit nach Kapernaum.
Ihren zweiten Auftritt als Mutter Jesu hat sie unter dem Kreuz (Joh 19,25–27).
Gemeinsam mit andern Frauen und dem Lieblingsjünger ist sie Zeugin der
Kreuzigung. Kurz vor seinem Tod kümmert Jesus sich um die Zukunft seiner
Mutter und sagt: „Das ist dein Sohn!“ und zu Johannes: „Das ist deine Mutter!“
(Joh 19,26–27). In der Bibel heisst es „Und von dieser Stunde an nahm sie der
Jünger zu sich.“ Johannes sollte materiell für sie sorgen, und Maria ist damit
wieder Mutter eines Sohnes, den sie aber nicht geboren hat. Durch Jesu Worte
(auch hier die Anrede „Frau“) wird der Lieblingsjünger zum Sohn Marias und
sie zu seiner Mutter. Damit wird der Lieblingsjünger auch familiär in die
Nachfolge Jesu eingeordnet. Das war für die johanneische Gemeinde wichtig
und garantierte die Zuverlässigkeit der Überlieferung des Evangeliums.
Im 12. Kapitel der Offenbarung des Johannes (12,1) ist von einer Frau die
Rede, mit der Sonne bekleidet, mit dem Mond unter den Füssen und um das
Haupt einen Kranz von zwölf Sternen. Sie ist schwanger, und ein Drache droht,
das Kind zu verschlingen, wird aber vom Erzengel Michael besiegt. Vor allem
die katholische Tradition hat in dieser Gestalt Maria, die Mutter Jesu, gesehen,
und besonders durch die bildliche Ausgestaltung dieser Vision grosse
Wirksamkeit erreicht.
Aufgrund dieser biblischen Berichte wurde Maria in der kirchlichen Tradition
und dem Volksglauben zur fürsorglichen Mutter schlechthin. Sie steht zu
ihrer Schwangerschaft, auch wenn sie nicht geplant war. Sie begleitet ihren
Sohn bis zuletzt, bis zum bitteren Ende – sie steht sogar unter seinem Kreuz,
als er stirbt. Sie gehört zur gläubigen Urgemeinde. Maria muss mit manchem
Makel leben, mit mancher öffentlichen Provokation durch ihren Sohn. Die
Geschichte Marias zeigt, wie eine Mutter die Liebe zum eigenen Kind durchhalten kann, auch wenn es schwierig wird. Wenn sie nicht versteht, was vor
sich geht. Wenn Kummer ihr Herz umschnürt. Dann das Vertrauen zu haben:
Dieses Kind wird seinen Weg gehen. Ihm immer wieder sagen: „Ich habe dich
lieb, auch wenn ich dich nicht verstehe.“ Das ist eine wichtige Haltung für
Mütter.
Von keiner anderen biblischen Gestalt, ausser Jesus natürlich, gibt es derart
viele Abbildungen und Darstellungen. Sie reichen von der jungen Mutter, die
den Säugling im Arm hält – das zentrale Symbol für Mutterliebe – bis zu den
Darstellungen als „Pieta“: die Mutter, die den toten Sohn umfasst. Beides sind
Sinnbilder von mütterlicher Liebe und mütterlichem Leid. Viele Mütter haben
sich bis heute von ihrer Geschichte trösten lassen.
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LUTHERZÜRICH 02/2015
Martin-Luther-Bund HV
Einladung an alle Gemeindemitglieder
Die 47. Hauptversammlung des MLB CH+FL wird am 22. Februar 2015 in
Basel stattfinden. Sie beginnt mit dem Gottesdienst in der Kartäuserkirche (im
Waisenhausareal am Wettsteinplatz) um 10:00 Uhr. Der statuarische Teil folgt
im Gemeindehaus in der Friedensgasse 57 nach einem Imbiss gegen 13 Uhr.
Neben Administrativem stehen die Berichte zu den Sammlungen 2014 und den
neuen Projekten für 2015 und 2016 im Vordergrund. Auf Beschluss der letzten
Hauptversammlung in Zürich wurde im 1. Halbjahr 2014 die Arbeit des Diakonievereins Mediasch/Rumänien und im 2. Halbjahr der Aufbau von Kirche und
Gemeindezentrum der Ev.-Luth. Gemeinde in Jekaterinburg unterstützt.
Im 1. Halbjahr 2015 soll
in Addis Abeba die
Behindertenhilfe der Luth.
Kirche Äthiopiens gefördert werden. Die Familien
der Kinder werden unterstützt, den Kindern ein
Schulbesuch ermöglicht,
und in den letzten drei
Schuljahren werden sie
durch ein life and skill
training auf die Zeit nach
der Schule vorbereitet.
Durch die Spenden können die Lehrkräfte speziell geschult und geeignete Unterrichtsmaterialen beschafft werden. In diesem
Patenprojekt der Ev. Luth. Kirche Bern stellen enge persönliche Kontakte die
sachgerechte Verwendung der Spenden sicher.
Alle Mitglieder und Gönner sind an der Versammlung willkommen. Wir bitten
um Ihre Anmeldung bis spätestens 17. Februar im Gemeindebüro der ELKZ,
Kurvenstrasse 39, 8006 Zürich (Tel 044 361 21 50, Fax 044 361 21 05 oder
E-Mail mlb.ch@gmx.ch) und freuen uns auf eine rege Teilnahme.
Im Namen des Vorstands lädt herzlich ein
Torsten Lüddecke
LUTHERZÜRICH 02/2015
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Evangelisch in Mediasch
Pfarrer Gerhard Servatius-Depner
„ Evangelisch in Mediasch
Der evangelische Kirchenbezirk (Dekanat) Mediasch ist eines der fünf
Dekanate der Evangelischen Kirche A.B. (weiter: EKR) in Rumänien. Die
Mitglieder dieser Kirche bilden seit Jahrhunderten in diesem Teil der Erde eine
Minderheit, heute sogar eine dreifache: in der Sprache (deutsch), in der Konfession (evangelisch), da die Mehrheit der Bevölkerung in Rumänien der orthodoxen Kirche angehört, und seit 25 Jahren in der Anzahl – nur 12000 Personen. Die EKR bestand bis vor wenigen Jahrzehnten fast vollständig aus
Siebenbürger Sachsen wie die Deutschen in Siebenbürgen (rum.
„Transsilvania“, ung. „Erdély“) bis heute genannt werden. Sie pflegen, wo
möglich, bis heute noch ihre Mundart, die an ihre Herkunft aus dem Raum Köln
- Luxemburg - Trier - Lüttich erinnert..
Bezirksgemeindefest in Mediasch - 2014
Im Laufe der Jahrhunderte und insbesondere im 20. Jahrhundert,
bedingt durch den 2. Weltkrieg, danach im Januar 1945 durch die Deportierung
der deutschen Bevölkerung Rumäniens in die UdSSR, gefolgt von der
Enteignung der deutschen Bauern, danach durch die wachsende Auswanderung bis zum grossen Exodus in Richtung Westen (vorwiegend Deutschland)
nach 1990, hat sich das Gesicht der Kirche stark verändert. Heute zählt die
EKR ca. 12.000 Mitglieder, und noch immer bilden darin die deutschsprachigen
Siebenbürger Sachsen die Mehrheit, d.h. die Kirchensprache ist deutsch.
Trotzdem ist sie eine Kirche, die ihre Türen längst geöffnet hat: die Gottesdienste, besonders in der Diaspora (Landgemeinden) werden oft zweisprachig
gefeiert (deutsch und rumänisch), so auch die Kasualien (Taufe, Konfirmation,
Trauung, Beerdigung). Die Diasporasituation fordert besonders vom
Seelsorger viel Anpassungsfähigkeit, Flexibilität im Handeln wie auch Reden.
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LUTHERZÜRICH 02/2015
Evangelisch in Mediasch
In Mediasch (ca. 44.000 Einwohner) zählt die evangelische Kirchengemeinde 790 Seelen (Stand: 1.01.2015). Das klingt nach wenig und wohl
auch nicht nach einer lebendigen Gemeinde. Die Kirchengemeinde ist zurzeit
jedoch die viertgrösste in Rumänien (die drei grösseren evangelischen
Kirchengemeinden befinden sich in Hermannstadt/Sibiu, Kronstadt/Braşov und
Bukarest/Bucureşti). Auch bietet die lebendige Kirchengemeinde Mediasch
eine Fülle von Angeboten an – teils dank des gut zusammenarbeitenden
Pfarrerteams (zurzeit drei Männer und eine Frau; eine Pfarrerin befindet sich
noch bis März 2016 im Mutterschutz), teils dank des Engagements mehrerer
Ehrenamtlicher. Zu diesen Angeboten gehören: der sonntägliche Kindergottesdienst, das monatliche Kindertreffen, der Konfirmandenunterricht (in zwei
Gruppen oder gar drei, wenn eine rumänischsprachige Erwachsenengruppe
dazukommt), die wöchentlichen Jugendstunden, Morgen- und Abendandachten, Bibelstunden, das monatliche Seniorentreffen, im Sommer die
Kirchenführungen, die von Jugendlichen angeboten werden, und selbstverständlich der sonntägliche Gottesdienst. Dazu auch viele kulturelle und
ökumenische Veranstaltungen in der grössten gotischen Kirche der Stadt, der
evangelischen Margarethenkirche. Ihr schiefer Turm ist das wichtigste Symbol
der Stadt und besitzt eine immense Ausstrahlung – jeder weiss früher oder
später, dass es der Turm der „Kirche der Siebenbürger Sachsen“ ist, und die
sehenswerte Kirche im Kirchenkastell ist die erste touristische Attraktion der
Stadt.
Kindertreffen in Mediasch
LUTHERZÜRICH 02/2015
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Evangelisch in Mediasch
Zum Kirchenbezirk Mediasch gehören noch weitere 41 Kirchengemeinden, von denen die grösste 85 Seelen zählt, alle anderen weniger, bis
hin zu einem einzigen Mitglied! Zusammen zählen alle Evangelischen in allen
41 Kirchengemeinden (ausser Mediasch) nur weniger als 600 Personen! Der
gesamte Kirchenbezirk wird von den gleichen schon erwähnten Pfarrerinnen
(eine) und Pfarrern (drei) betreut. Das erfordert viel Energie und viel Logistik
wie auch viel engagiertes Ehrenamt, das Gott sei Dank noch zu finden ist! Die
Verwaltung der eigenständigen Mediascher Kirchengemeinde obliegt einem
dieser Pfarrer (geschäftsführender Pfarrer), an dessen Seite das Presbyterium
(Kirchenvorstand) mit seinem Kurator steht, dem weltlichen Vertreter der
Kirchengemeinde. Eine sehr gute Zusammenarbeit in vielen Belangen besteht
mit dem Evangelischen Diakonieverein, der 1991 gegründet wurde.
Selbstverständlich kann der Gottesdienst nicht regelmässig und jeden Sonntag
in jeder der 42 Kirchengemeinden des Kirchenbezirks stattfinden. Im Laufe der
Zeit haben sich – je nach Bedürfnis, räumlichen Gegebenheiten vor Ort oder
Entfernung – rund 20 Predigtpunkte gebildet. Jedem Pfarrer steht für den
Predigt- und Seelsorgedienst ein Kleinbus zur Verfügung. An einem Sonntag
können bis zu sechs Gemeinden den Gottesdienst besuchen. Da werden an
einem Sonntag drei Gottesdienste in drei Orten gefeiert, vor jedem
Gottesdienst werden Kirchgänger aus ein bis zwei Nachbargemeinden
abgeholt und nachher nach Hause gebracht. Wenn die Zeit reicht und wenn
nötig, werden zwischen den Gottesdiensten Hausbesuche gemacht. Die
Freude und Dankbarkeit der Menschen ist gross!
Gottesdienst in Petersdorf – 2014
Gottesdienst in Wurmloch - 2014
Diese Dankbarkeit und die Freude der Menschen sind das, was uns
auch Kraft gibt weiterzumachen, trotz schwerer Verhältnisse. Gott hat uns eine
grosse Verantwortung gegeben, und diese tragen wir gerne im Vertrauen, dass
Er uns nach seinem guten Willen führt und trägt und Seine Gemeinde segnet.
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LUTHERZÜRICH 02/2015
Bazar 2014 – Dank
Wetzikon,
2. Januar 2015
Die winterliche Ruhe erlaubt es uns nachzudenken. Dann
kommt in uns wieder Freude und Dankbarkeit hoch, erweckt
durch den grossen Einsatz der Standleute, aller Helfer und
Helferinnen und aller Spender und Spenderinnen von
kleinen und grossen Gaben für unseren Bazar.
Die Bazar-Leitung möchte es nicht unterlassen, an dieser
Stelle im Namen der ganzen Gemeinde den Sponsoren der
Tombola herzlich zu danken :
„Bike do it“ Velo- und Sport-Shop von Herrn Stefan
Kipfm üller in Egg, Herr und Frau M anfred Glatt,
Opentec Gm bH von Herrn Lukas Suter in Winkel,
Frau Marjatta Schm itter und Frau Paula Ervasti.
Dieser Dank gilt natürlich auch all unseren treuen
Spenderinnen und Spendern, die Jahr für Jahr unsere
Tombola mit Gaben bereichern.
Das winterliche Weiss und die Frische lassen uns getrost
vorausschauen: Der nächste Bazar findet statt am
13. & 14. Novem ber 2015
– wieder zum gewohnten Termin, 2 Wochen vor dem ersten
Advent.
Mit herzlichen Grüssen
Marsha Haechler und Dieter Gluch
LUTHERZÜRICH 02/2015
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Kollekten und Impressum
Wir danken für die Kollekten:
NOVEMBER UND DEZEMBER 2014
02. November:
Kantatenprojekt
09. November:
16. November:
Eigene Gemeinde
MLB
23. November:
30. November:
07. Dezember:
Hospiz Aargau
Parents Circle
Wochenendtreff Solino
14. Dezember:
21. Dezember:
24. Dezember
MLB
Stadtmission Zürich: Café Yucca
Kinderspital Bethlehem
25. Dezember:
Eigene Gemeinde
28. Dezember:
31. Dezember:
G2W
Evangelisch-Lutherische Kirche Kasan
CHF
€uro
CHF
CHF
€uro
CHF
CHF
CHF
€uro
CHF
CHF
CHF
€uro
CHF
€uro
CHF
CHF
700.–
10.–
225.–
250.–
10.–
440.–
425.40
770.–
10.–
117.–
760.–
3‘716.–
121.73
280.–
5.–
191.–
141.40
KOLLEKTEN IM MONAT FEBRUAR SIND BESTIMMT FÜR:
01. Februar:
08. Februar:
15. Februar:
22. Februar:
Eigene Gemeinde
Diakonieverein Mediasch
Eigene Gemeinde
Wochenendtreff Solino
Herausgeber Kirchenvorstand der Evangelisch-Lutherischen Kirche Zürich, Nordost- und Zentralschweiz
Elektronische Kontaktadresse: kirche@luther-zuerich.ch
Redaktion Friedrich Heller, Gerd Stricker, Oliver von Braun-Dams
Korrekturleserinnen: T. Cordes, H. Nyberg, H. Schröder
Elektronische Kontaktadresse: redaktion@luther-zuerich.ch
Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Gewähr übernommen.
Mit Autorennamen versehene Artikel stellen die persönliche Meinung des/r Verfassenden dar.
Bilder stammen von den angegebenen Autor/inn/en oder von Webseiten wie wikipedia.de etc..
Die Zustimmung zur Veröffentlichung und Namensnennung im Gemeindebrief und im Internet ist
Sache der Autor/inn/en, der Fotograf/inn/en.
Die Termine und der Gemeindebrief sind über unsere Homepage (www.luther-zuerich.ch) als pdfDateien abrufbar.
Erscheinungsweise: 10 x pro Jahr Auflage: 1100
Abonnementspreis: Fr. 15.-- im Jahr
Für Gemeindeglieder ist der Abonnementspreis mit dem Kirchenbeitrag abgegolten.
Postcheckkonto: Zürich 80-5322-3
Redaktionsschluss März: 05.02.15
Druck und Vertrieb: FO Print & Media AG, Egg
LUTHERZÜRICH 02/2015
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AZB
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Postcode 1
Evangelisch-Lutherische Kirche Zürich
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www.luther-zuerich.ch
Gemeindebüro:
Frau Maya Holliger
kirche@luther-zuerich.ch
Tel.: 044 361 21 50 Fax: 044 361 21 05
Sprechzeiten: Montag bis Freitag von 09:00 bis 12:00 Uhr
Pfarramt
Pfarrer Johannes Lehnert
am besten zu erreichen
Montag bis Donnerstag
09:00 bis 10:30
Pfarrerin Dr. Marion Werner
Kurvenstrasse 39
8006 Zürich
Gemeindeteil St. Gallen
Haldenkirche
Oberhaldenstrasse 25
St. Gallen
Buslinie 7: Haltestelle Achslen
Gemeindekreise
Bibelgesprächskreis
044 361 21 04
044 361 21 50
pfarrer@luther-zuerich.ch
079 552 65 75
pfarrerin@luther-zuerich.ch
Pfarrer Johannes Lehnert
044 361 21 04
pfarrer@luther-zuerich.ch
Kirchenvorstand
Die Mitglieder des Kirchenvorstands stehen Ihnen als
Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung:
Dr. Elke Breitenfeldt
Traute Cordes (Schriftführerin)
Dieter Gluch
Edith Kipfmüller (Beitragswesen)
Margot Seidensticker
Juana Vasella (Stellvertretende Vorsitzende)
Barbara von Arx
Ralf Günter Voss (Kassenvorstand)
Andreas Wiede (Vorsitzender)
Mittwoch 10:00 – 11:00
Pfarrer Johannes Lehnert
044 361 21 04
Arbeitskreis für
Gottesdienst und Liturgie
Ursula Kern
044 491 67 76
Diakoniekreis
Lilo Bloesser
044 422 80 63
ForumAktiv60+
Karl-Henning Junghanns
Margot Seidensticker
044 700 16 59
044 748 07 54
Finnische
Gemeindearbeit
Satu Isotalus
satuisotalus@yahoo.com
079 663 33 52
Bazarteam
bazar@luther-zuerich.ch
Marsha Hächler
Dieter Gluch
044 930 58 08
052 242 84 02
Familien- und
Kindergottesdienst-Team
Pfarrerin Dr. Marion Werner
079 552 65 75
Frauennachmittag
Traute Cordes
Pfarrer Johannes Lehnert
044 700 17 34
044 361 21 04
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