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6. SYMPHONIEKONZERT - Staatskapelle Dresden

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6. SYMPHONIEKONZERT
S AI SO N 2014
2 015
Christian Thielemann Dirigent
Nikolaj Znaider Violine
IHre PremIere
BesuCHen sIe den Ort, an dem autOmOBIlBau eIner
Perfekten kOmPOsItIOn fOlGt: dIe Gl Äserne manufaktur
VOn VOlkswaGen In dresden.
6. SYMPHONIEKONZERT
SA ISO N 2 01 4
2015
Christian Thielemann Dirigent
Nikolaj Znaider Violine
PA R T N E R D E R
S TA AT S K A P E L L E D R E S D E N
+ 49 351 420 44 11
w w w.G l a e s e r n e m a n u fa k t u r . d e
6. SYMPHONIEKONZERT
FR EITAG
6 . 2.15
20 UHR
S A M STAG
7. 2.15
19 U H R
SO N N TAG
8 . 2.15
11 U H R
PROGRAMM
S E M P ER O P ER
DRESDEN
Christian Thielemann
Dirigent
Nikolaj Znaider
Violine
Dmitri Schostakowitsch (1906-1975)
Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 a-Moll op. 77
1. Nocturne. Moderato
2. Scherzo. Allegro
3. Passacaglia. Andante
4. Burleske. Allegro con brio
PAU S E
Pjotr I. Tschaikowsky (1840-1893)
Symphonie Nr. 6 h-Moll op. 74 »Pathétique«
1. Adagio – Allegro non troppo
2. Allegro con grazia
3. Allegro molto vivace
4. Finale. Adagio lamentoso
Symphonische Bekenntnisse
Dem Dresdner Publikum ist Nikolaj Znaider bestens bekannt, nicht
zuletzt aus seiner Zeit als Capell-Virtuos in der Saison 2011 / 2012.
Bei seinem aktuellen Gastspiel ist der Ausnahmemusiker unter der
Leitung von Christian Thielemann als Solist in Schostakowitschs
erstem Violinkonzert zu erleben. Wie dieses Werk ist auch Tschai­
kowskys letzte Symphonie, die »Pathé­t i­q ue«, ein zutiefst persönliches
Stück – es ist, als habe der russische Komponist mit dieser Sechsten
und ihrem so ungewöhnlichen Ausklingen im Finale sein eigenes
Requiem geschrieben.
Kostenlose Konzerteinführungen jeweils 45 Minuten vor Beginn
im Foyer des 3. Ranges der Semperoper
2
3
Das Konzert wird aufgezeichnet und am 10. Februar ab 20.05 Uhr
bei MDR Figaro und MDR Klassik übertragen.
6. SYMPHONIEKONZERT
Christian Thielemann
CHEFDIRIGENT DER
S Ä C H S I S C H E N S TA AT S K A P E L L E D R E S D E N
D
ie aktuelle Saison ist Christian Thielemanns dritte Spielzeit
als Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle. Er begann
seine Karriere 1978 als Korrepetitor an der Deutschen Oper
Berlin, Engagements in Gelsenkirchen, Karlsruhe und Han­nover schlossen sich an. 1985 wurde er Erster Kapellmeister
in Düsseldorf, 1988 Generalmusikdirektor in Nürnberg. Später kehrte
der gebürtige Berliner in seine Heimatstadt als Generalmusikdirektor der
Deutschen Oper Berlin zurück ­(1997-2004), ehe er das gleiche Amt bei
den Münchner Philharmonikern bekleidete (2004-2011). Neben seiner
Dresdner Chefposition ist er seit 2013 Künstlerischer Leiter der Osterfestspiele Salzburg, deren Residenzorchester seither die Staatskapelle ist.
Dem Komponistenjubilar des vergangenen Jahres Richard Strauss
widmete sich Christian Thielemann am Kapell-Pult in einer Reihe von
Konzerten, dazu leitete er Neuproduktionen der »Elektra« in Dresden und
der »Arabella« in Salzburg. Im November dirigierte er bei den StraussTagen der Semperoper die neue »Arabella« und »Capriccio«, im Dezem­ber
übernahm er die Leitung im »Rosenkavalier«. Für seine Interpretation der
»Frau ohne Schatten« bei den Salzburger Festspielen 2011 hatte ihn das
Fachmagazin »Opernwelt« zum »Dirigenten des Jahres« gewählt.
Eine enge Zusammenarbeit verbindet Christian Thielemann mit
den Berliner und Wiener Philharmonikern sowie mit den Bayreuther
Festspielen, die er seit seinem Debüt im Sommer 2000 (»Die Meister­singer von Nürnberg«) alljährlich durch maßstabsetzende Interpretatio­nen prägt; seit 2010 ist er auch musikalischer Berater auf dem »Grünen
Hügel«. Im Zuge seiner vielfältigen Konzerttätigkeit folgte er Einladungen
u.a. der großen Orches­ter in Amsterdam, London, New York, Chicago und
Philadelphia, ebenso gastierte er in Israel, Japan und China.
Christian Thielemanns Diskografie als Exklusivkünstler der
UNITEL ist umfangreich. Im Rahmen seiner zahlreichen Aufnahmen
mit der Staatskapelle erschienen jüngst der gemeinsame Brahms-Zyklus,
Bruckners Symphonie Nr. 5 sowie Strauss’ »Elektra« und »Arabella« auf
CD bzw. DVD. Mit den Wiener Philharmonikern legte er eine Gesamteinspielung der Symphonien Beethovens vor. Er ist Ehrenmitglied der Royal
Academy of Music in London sowie Ehrendoktor der Hochschule für Musik
»Franz Liszt« Weimar und der Katholischen Universität Leuven (Belgien).
4
5
6. SYMPHONIEKONZERT
Nikolaj Znaider Violine
E
r ist seit Jahren ein überaus gern gesehener Künstlergast der
Sächsischen Staatskapelle: Nikolaj Znaider wird rund um den
Globus als einer der führenden Violin-Virtuosen unserer Tage
gefeiert, und auch in seiner zweiten Karriere als Dirigent
genießt er einen exzellenten Ruf im internationalen Musikleben – Einladungen führten ihn in den vergangenen Spielzeiten an das
Pult einer ganzen Reihe namhafter Orchester.
Zu den Höhepunkten dieses und des letzten Jahres zählen seine
Auftritte als Solist mit den Wiener Philharmonikern, dem Sympho­n ie­or­
chester des BR und dem Cleveland Orchestra unter Franz Welser-Möst,
Konzerte mit Los Angeles Philharmonic unter Andrey Boreyko sowie
Tourneen mit den Wiener Symphonikern unter Philippe Jordan und dem
Gewandhausorchester Leipzig unter Riccardo Chailly. Als Erster Gastdirigent arbeitet Nikolaj Znaider eng mit dem Orchester des Mariinsky-Thea­
ters in St. Peters­burg zusammen, bei dem er ab der nächsten Saison eine
eigene Abonnementreihe leiten wird. Regelmäßig dirigiert er Orchester
wie das London Symphony Orchestra, die Münch­ner Philharmoniker,
das NDR Sinfonie­or­ches­ter, das Cleveland Orchestra sowie das Swedish
Chamber Orchestra, dessen Erster Gastdirigent er ist.
Mehrfach bereits teilte sich der Ausnahmemusiker – als Solist
und Dirigent – das Podium mit der Sächsischen Staatskapelle. In bester
Erinnerung dürfte die Spielzeit 2011 / 2012 sein, in der Nikolaj Znaider
den Titel des Capell-Virtosen trug. Bei der Staatskapelle wandte sich der
Geiger seit seinem Debüt 2005 u.a. den Violinkonzerten von Mendelssohn, Tschai­kowsky und Sibelius zu, er gastierte mit der Kapelle 2007
in Brüssel und trat 2012 als Solist auf der letzten von Sir Colin Davis dirigierten Kapell-Tournee auf. Als Diri­gent bei der Kapelle zu erleben war er
2009 im Sonderkonzert zum 200. Ge­burts­tag von Mendelssohn oder auch
2011 auf einer China-Tournee. In we­n i­gen Wochen wird er in doppelter
Funktion die Staatskapelle zu den Osterfestspielen Salzburg begleiten.
Unter seinen hochgelobten CD-Alben findet sich auch eine Einspielung
mit der Kapelle: eine Aufnahme des Elgar-Konzertes unter Sir Colin Davis.
Nikolaj Znaider spielt auf der Kreisler-Guarnerius »del Gesù« von
1741, einer Dauerleihgabe des Königlichen Dänischen Theaters mit großzügiger Unterstützung der VELUX Foundation und der Knud-Højgaard-Stiftung.
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7
6. SYMPHONIEKONZERT
Dmitri Schostakowitsch
* 12. September (25. September) 1906 in St. Petersburg
† 9. August 1975 in Moskau
TANZEN UND SPIELEN
GEGEN DEN TOD
Dmitri Schostakowitschs erstes Violinkonzert
Konzert für Violine und
Orchester Nr. 1 a-Moll op. 77
1. Nocturne. Moderato
2. Scherzo. Allegro
3. Passacaglia. Andante
4. Burleske. Allegro con brio
ENTSTEHUNG
BESETZUNG
zwischen 21. Juli 1947 und
24. März 1948; Uraufführung
erst nach Stalins Tod
Piccolo (auch 3. Flöte),
2 Flöten, 2 Obo­en,
Englischhorn (auch 3. Oboe),
2 Klarinet­ten, Bassklarinette (auch 3. Klarinette),
2 Fagotte, Kontrafagott (auch
3. Fagott), 4 Hörner, Tuba,
Pauken, Schlagzeug, 2 Harfen,
Celesta, Streicher
WIDMUNG
David Oistrach, befreundeter
Geiger und Solist der Uraufführung, dem Schostakowitsch
auch sein späteres Violinkonzert Nr. 2 cis-Moll op. 129
zueignete
DAU ER
ca. 40 Minuten
U R AU F F Ü H R U N G
am 29. Oktober 1955 im Großen
Saal der Leningrader Philharmonie durch die Leningrader
Philharmoniker unter der Leitung von Jewgeni Mrawinski
mit David Oistrach als Solisten
8
9
D
mitri Schostakowitsch komponierte sein erstes Violinkonzert
im Juli 1947, nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs.
Die Arbeit ging erstaunlich schnell von der Hand: In nur
fünf Tagen hatte er das Werk skizziert, abgeschlossen wurde
die Partitur im Frühjahr 1948. Doch es dauerte lange, bis das
Konzert zum ersten Mal aufgeführt werden konnte: Im Februar 1948 traf
Schostakowitsch zum zweiten Mal der »Bannstrahl« der sowjetischen
Kulturideologie; durch einen Beschluss des Zentralkomitees der KPdSU
wurde er – wie auch seine Komponistenkollegen Vano Muradeli, Sergej
Prokofjew und Aram Chatschaturjan – öffentlich gebrandmarkt, da seine Musik übermäßig kompliziert, »formalistisch« sei. Bereits 1936 war
Schostakowitsch erstmals öffentlich angegriffen worden, mit dem Artikel
»Chaos statt Musik«, der seine Oper »Lady Macbeth von Mzensk« verurteilte. Wie durch ein Wunder hatte er damals überlebt. Nun verlor er mit
einem Mal alle Lehrämter, seine Werke wurden mit einem Aufführungsverbot belegt. Eine Aufführung des Violinkonzertes rückte in weite Ferne.
Schmerz und Trauer
Sie hätte dem Komponisten in dieser Situation auch in keiner Weise geholfen, sondern vielmehr die Argumente seiner Kritiker bestärkt. Schos­
takowitsch schrieb mit seinem ersten Violinkonzert ein ausgesprochen
düsteres Werk, erfüllt von Schmerz und Trauer, gehüllt in eine unge-
6. SYMPHONIEKONZERT
heuer dichte, konzentrierte
Musiksprache. Warum fand
er nach dem Krieg keine optimistischeren Töne? Eigentlich
Dmitri Schostakowitsch in den
befand er sich auf dem Höhe»Memoiren« (»Zeugenaussage«)
punkt seiner Karriere, mit seiner
siebten Symphonie, der »Leningrader«, war ihm während des Krieges ein
»Symbol gegen den Faschismus« gelungen. Doch Schostakowitsch wusste,
dass das Leid in seiner Heimat nach dem Krieg keineswegs zu Ende war:
Die stalinistischen Hetzkampag­nen, die schon so viele Opfer g­efordert
hatten, gingen weiter, verstärkt durch das neue Selbstbewusstsein des
Kriegsgewinners Stalin. Und genau dies prangerte Schostakowitsch in
seinem Violinkonzert an. Etwa den Antisemitismus des Stalin-Regimes,
der in diesen Jahren immer grausamere Züge annahm (wie heute bekannt
ist, plante auch Stalin eine »Endlösung«). Schostakowitsch setzte sich
in den vierziger Jahren intensiv mit der jüdischen Musik auseinander,
deren Schwanken zwischen Heiterkeit und Schmerz ihn faszinierte.
1948 kom­ponierte er einen Liedzyklus »Aus jiddischer Volkspoesie«,
und auch im Violinkonzert finden sich Anklänge an die jüdische Folklore.
Insgesamt vier Sätze gab Schostakowitsch dem Werk und knüpfte damit
an sein symphonisches Schaffen an; häufig wurde das Konzert deshalb
auch als »Symphonie mit obligater Violine« bezeichnet, als ein symphonisches Werk, in dem sich ein »Individuum« zu Wort meldet.
»Heutzutage kann kein Mensch,
der den Anspruch auf Anständigkeit erhebt, Antisemit sein.«
Die vier Sätze des Konzertes
Am Beginn des Violinkonzertes steht ein schattenhaftes »Nocturne«.
Dunkel setzen die tiefen Streicher ein, ihre Thematik wird von der
Solovioline aufgegriffen und fortgesponnen. Von Anfang an schwankt
die Musik zwischen Ruhe und einer latenten Spannung, die im weiteren Verlauf immer deutlicher hervortritt. Eine Musik von Qual und
Schmerzen. An einigen Stellen klingt die Tonfolge »d-es-c-h« an, Chiffre
für den Namen Schostakowitschs (D. Sch.): Der Komponist ist Teil des
Geschehens, persönlich betroffen (das »Schostakowitsch-Motiv« begegnet immer wieder in den Werken des russischen Komponisten, so auch
in dem in Gohrisch in der Sächsischen Schweiz komponierten achten
Streichquartett oder der zehnten Symphonie, die wenige Monate nach
Stalins Tod entstand).
Der zweite Satz trägt zwar den Titel »Scherzo«, zeigt aber nur
vordergründig heitere Züge. Sein groteskes Hauptthema wird von tänzerischer Motorik vorangetrieben und mündet am Ende in wilden Lärm.
Zuvor aber stimmt Schostakowitsch im »Trio« ein Thema in jüdischem
10
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Zeitzeuge, Ankläger, Visionär:
Dmitri Schostakowitsch um 1950
6. SYMPHONIEKONZERT
»Ich empfinde unstillbaren Schmerz um alle, die Hitler umgebracht
hat. Aber nicht weniger Schmerz bereitet mir der Gedanke an die
auf Stalins Befehl Ermordeten. Ich trauere um alle Gequälten,
Gepeinigten, Erschossenen, Verhungerten. Es gab sie in unserem
Lande schon zu Millionen, ehe der Krieg gegen Hitler begonnen
hatte. Der Krieg gegen Hitler brachte unendlich viel neues Leid,
neue Zerstörungen. Aber darüber habe ich die schrecklichen
Vorkriegsjahre nicht vergessen. … Zu viele unserer Landsleute
kamen an unbekannten Orten um. Niemand weiß, wo sie begraben
liegen, nicht einmal ihre Angehörigen. … Ich würde gern für jeden
Umgekommenen ein Stück schreiben. Doch das ist unmöglich.
Darum widme ich ihnen allen meine gesamte Musik. Ich denke
ständig an diese Opfer. Und fast in allen meinen großen Arbeiten
geht es mir darum, auch andere an sie zu erinnern.«
David Oistrach mit Musikern der Staatskapelle Dresden in den 1960er Jahren. 1956 spielte er bei einem Gastkonzert der Leningrader Philharmoniker
die Dresdner Erstaufführung des Violinkonzertes.
Tonfall an, das anschließend in einer rasanten Fuge »verarbeitet« wird.
Ein Tanzen und Spielen gegen den Tod.
Dem langsamen dritten Satz legte Schostakowitsch die Form einer
Passacaglia zugrunde – eine strenge Variationenfolge über einem ostinaten, gleichbleibenden Bass. Die ausweglose Situation wird damit deutlich: Freiheit und Entfaltung werden durch einen unerbittlichen Rahmen
eingeengt, zunichte gemacht. Die düsteren Klangfarben sind in diesem
Satz besonders ausgeprägt (im ganzen Werk verzichtete Schostakowitsch
auf Trompete und Posaune). Die Violine setzt mit einem innigen Klagegesang ein, der sich zunehmend steigert; erschütternd ist der Moment,
wenn sie auf dem Höhepunkt das Ostinato-Thema aufgreift.
Unmittelbar darauf folgt die Solokadenz, die sich aus besonnener
Ruhe heraus zu wildem Aktionismus steigert. Alle Themen des Werkes
kehren hier noch einmal wieder, werden abgewogen und schließlich zum
Auslöser für etwas Neues. Dieses Neue ist dann der Finalsatz, wieder ein
Tanzsatz, den Schostakowitsch mit »Burleske« überschrieb. Aber auch
hier ist die Heiterkeit gebrochen – spätestens dann, wenn zu rasenden
Figuren der Solovioline in den Holzbläsern das Passacaglia-Thema
wiederkehrt, als drohende Mahnung im ¾-Takt. Wenn schon kein positives Ende, dann doch zumindest ein Akt der Neubestimmung: »Tanzen
wird hier zu einer Modalität, der Welt zu widerstehen, sich in Harmonie
12
13
Dmitri Schostakowitsch in den »Memoiren«
zu bringen und um sich selbst kreisend einen eigenen Mittelpunkt zu
set­zen«, schrieb die Musikwissenschaftlerin Sigrid Neef.
Hohe Opuszahl wider Willen
Schostakowitschs Freund und Kammermusikpartner David Oistrach
spielte am 29. Oktober 1955, acht Jahre nach der Entstehung des
Werkes, in Leningrad die Uraufführung des Konzertes. Stalin war 1953
gestorben – aber sofort frei war der Weg damit für eine Aufführung noch
nicht. Bezeichnend ist die Anekdote, dass Oistrach 1955 eine Einladung
zu einem Gastspiel in New York erhielt, für das man sich die Aufführung des »geheimnisumwitterten« Violinkonzertes von Schostakowitsch
wünschte. Da man auf sowjetischer Seite auf die Devisen aus diesem
Gastspiel nicht verzichten wollte, setzte man kurzerhand in Leningrad
die Uraufführung an, um in den USA eine Nachaufführung zu ermöglichen … Diese war ein großer Erfolg, der Schlusssatz musste wiederholt
werden. Um die zeitliche Kluft zu verschleiern, hatte man das Werk allerdings gegen Schostako­w itschs Willen als Opus 99 angekündigt. Inzwischen trägt es wieder die originale Opuszahl 77.
TOBIAS NIEDERSCHL AG
6. SYMPHONIEKONZERT
17. F E B R UA R 2 015
Abu Dhabi, Emirates Palace
18 . F E B R UA R 2 015
international
Freunde
Wunderharfe
unterstützen
patron
engagement begeistern
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verbinden
gewinnen Staatskapelle
tradition
Dresden
junge Menschen fördern
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Netzwerk
Gesellschaft
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hautnah
Al Ain, Al Jahili Fort
2 2 . F E B R UA R 2 015
Yokohama, Minato Mirai Hall
2 3. & 2 4 . F E B R UA R 2 015
Tokyo, Suntory Hall
2 7. & 2 8 . F E B R UA R 2 015
Hong Kong, Cultural Centre ASIEN-TOURNEE
Christian Thielemann Dirigent
R EP ER TO I R E:
Franz Liszt
»Orpheus«, Symphonische Dichtung Nr. 4
Richard Wagner
»Siegfried-Idyll« für Orchester
Richard Strauss
»Metamorphosen«, Studie für 23 Solostreicher
»Ein Heldenleben« op. 40
Anton Bruckner
GESELLSCHAFT DER FREUNDE DER
S TA AT S K A P E L L E D R E S D E N E . V.
KÖNIGSTRASSE 1
01097 DRESDEN | GERMANY
I N F O @ G F S K D D . D E | W W W. G F S K D D . D E
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Wir freuen uns auf Sie!
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Symphonie Nr. 9 d-Moll
PA R T N E R D E R
S TA AT S K A P E L L E D R E S D E N
6. SYMPHONIEKONZERT
Pjotr I. Tschaikowsky
EIN WAHRHAFTIGES SCHLUSSWORT
* 25. April (7. Mai) 1840 in Wotkinsk, Gouvernement Wjatka (Ural)
† 25. Oktober (6. November) 1893 in St. Petersburg
Pjotr I. Tschaikowskys »Pathétique«
Symphonie Nr. 6 h-Moll op. 74
»Pathétique«
1. Adagio – Allegro non troppo
2. Allegro con grazia
3. Allegro molto vivace
4. Finale. Adagio lamentoso
D
ENTSTEHUNG
BESETZUNG
zwischen dem 4. Februar und
19. August 1893, zum Großteil
in Klin bei Moskau
Piccolo (auch 3. Flöte),
2 Flöten, 2 Oboen,
2 Klarinetten, 2 Fagotte,
4 Hörner, 2 Trompeten,
3 Posaunen, Tuba, Pauken,
Schlagzeug, Streicher
WIDMUNG
Wladimir Lwowitsch Dawydow,
genannt »Bob«, der Neffe Tschaikowskys
DAU ER
ca. 50 Minuten
U R AU F F Ü H R U N G
am 16. Oktober 1893 in
St. Petersburg im Saal der
Adelsgesellschaft durch das
Orchester der Russischen
Musikgesellschaft unter
Leitung des Komponisten
16
17
ie sechste Symphonie ist Pjotr I. Tschaikowskys letztes
Werk. Knapp zwei Wochen nach der Uraufführung, die
am 16. Ok­to­ber 1893 in St. Petersburg stattfand, starb der
Komponist vermutlich an der Cholera. Schnell brachte man
das Werk mit seinem Tod in Verbindung. Schließlich hatte
Tschaikowsky hier die »Todestonart« h-Moll gewählt. Und mit dem
ungewöhnlichen, langsamen Finalsatz so etwas wie einen endgültigen
Abschied komponiert. Die schmerzlich-melancholische Grundstimmung
des ganzen Werkes wurde als Spiegel von Tschaikowskys Seelenlage
verstanden. Kurz: Man glaubte, Tschaikowsky habe mit der »Pathétique« – diesem Beinamen hatte er noch zugestimmt – sein eigenes
»Requiem« geschrieben.
Mehrere Äußerungen Tschaikowskys legen diese Vermutung
nahe. Bereits 1890 teilte er dem Großfürsten Konstantin mit: »Ich habe
übergroße Lust, eine grandiose Symphonie zu schreiben, die den Schlussstein meines ganzen Schaffens bilden soll.« Erst 1893, auf seiner letzten
Konzertreise, begann er dann mit der Komposition der h-Moll-Symphonie.
Die Partitur schloss er wenige Wochen später in seinem Landhaus in
Klin bei Moskau ab. Immer wieder sprach er davon, dass ihn die Stimmung des Finalsatzes an ein »Requiem« erinnere. Konkreter wurde er in
einem Brief an seinen Neffen Wladimir Dawydow, dem er die Symphonie
auch widmete. Dort nannte er sie eine »Programmsymphonie, deren
Programm aber für alle ein Rätsel bleiben soll – mögen sie sich nur die
Köpfe zerbrechen ... Dieses Programm ist durch und durch subjektiv, und
ich habe nicht selten während meiner Wanderungen, sie in Gedanken
komponierend, bitterlich geweint … Der Form nach wird diese Symphonie
6. SYMPHONIEKONZERT
viel Neues bieten, unter anderem wird das Finale kein lärmendes Allegro,
sondern – im Gegenteil – ein sehr lang gedehntes Adagio sein.«
Eine »Programmsymphonie« ohne ein fest umrissenes, außermusikalisches Programm? Die »Pathétique« ist nicht mehr, aber auch
nicht weniger Programmmusik als Tschaikowskys andere Symphonien.
Es handelt sich um ein »autonomes« viersätziges Werk, das jedoch von
konkreten persönlichen Empfindungen inspiriert wurde. Auffallend ist
daher in allen Sätzen die subjektive Erzählhaltung, die im Vergleich zu
Tschaikowskys früheren Werken noch gesteigert erscheint. Und dieser
besondere Charakter verlangte auch eine ungewöhnliche Satzfolge:
Anstelle eines optimistisch-triumphalen Schlusses entschied sich Tschai­
kowsky für einen langsamen Finalsatz. Dieser Einfall, der später von
Gustav Mahler in dessen Dritter, Neunter und im »Lied von der Erde«
aufgegriffen wurde, hatte in der symphonischen Tradition kein Vorbild.
Als Folge daraus ist auch der Kopfsatz nicht mehr nur ein schneller Sonatensatz, er trägt zu gleichen Teilen Züge eines langsamen Satzes. In der
Mitte stehen zwei bewegte »Tanzsätze«: ein Walzer und ein Scherzo.
Symphonischer »Totentanz«
Komponist seines eigenen Requiems?
Pjotr I. Tschaikowsky, kolorierte Fotografie von Alfred Fedecki (1893)
18
19
Die Symphonie beginnt düster. Dem ersten Satz steht eine langsame
Einleitung voran, die von den dunklen Farben des Kontrafagotts und der
tiefen Streicher geprägt ist. Im schnellen Hauptteil stimmen die Streicher
das unruhige Hauptthema an: Vorhalte, Pausen und nervöse Sechzehntelketten machen die innere Zerrissenheit deutlich. Nach einer großen
Steigerung verebbt das Thema im Pianissimo.
Dann hebt das Seitenthema an. In gedämpften Violinen und
Violoncelli erklingt eine sehnsuchtsvolle Melodie, die wenig später
von einem federnden Intermezzo der Holzbläser abgelöst wird. Mit
heftiger Brutalität »explodiert« die Durchführung, die Wirkung wird
durch Fugato-Elemente gesteigert. Auf das dreimalige schmerzliche
Aufbäumen des Hauptthemas folgt der totale Zusammenbruch. Ein
Ausgleich ist danach nicht möglich: Die Reprise bleibt auf das lyrische
Seitenthema beschränkt.
Der zweite Satz bringt die notwendige Entspannung. Im ungewöhnlichen -Takt tragen die Violoncelli ein charmant-beschwingtes
walzerartiges Thema in D-Dur vor, es wird von den Holzbläsern übernommen. Das Trio kehrt wieder zur Grundtonart h-Moll zurück, trübt die
Stimmung vorübergehend ein. Die Melodik weist hier – im Gegensatz zu
den Rahmenteilen – suggestiv abwärts. In seiner rhythmischen Labilität
zeigt der Satz subtile Signale des Untergangs, vom Walzer und der dazugehörigen Gesellschaft. Und dies fast 30 Jahre vor Ravels »La Valse«.
6. SYMPHONIEKONZERT
Ein »Totentanz« auch der dritte Satz. In ihm sind Scherzo- und Marschcharakter miteinander verbunden. Flirrende Streichertriolen zu Beginn,
in den Oboen taucht wenig später hektisch-spitze Marschthematik auf.
In mehreren Anläufen steigert sich die Musik zu bedrohlicher Aggressivität, erst am Schluss kann sich das Marschthema voll entfalten.
Der Satz zeichnet ein Bild vom hektischen Treiben des Lebens. Und doch
handelt es sich nur um einen »Schein«: Trotz der prächtigen Außenwirkung deutet vieles darauf hin,
dass Tschaikowsky eine bewusste
Überzeichnung im Sinn hatte.
Das Finale ist ein abgrundtiefes Lamento. In seiner formalen Schlicht­heit ist der Satz der
emotionalen Extremsituation
angepasst. Zu Beginn stimmen
die Streicher ein schmerzerfülltes
Thema an, die Melodik ist in
seltsamer Weise auf die beiden
Violingruppen verteilt – auch dies
ein Ausdruck der Zerrissenheit.
Wie im Kopfsatz folgt ein lyrisches
Seitenthema, eine versöhnliche
Geste, die nach zwei großen Steigerungswellen in einen bitteren
Schluss mündet. Die Resignation
Programm der Uraufführung, 1893
wird in bewusst »hässlichen«
Tönen deutlich (z.B. dem tiefen Fis
der gestopften Hörner), der Klang des Tamtams und ein dumpfer Posaunenchoral künden vom Verlöschen des Lebens. Spätestens hier wird der
»schöne Schein« aufgegeben zugunsten eines realistischen, wahrhaftigen
Schlussworts. Eine sehr moderne Komposition.
Bei der erwähnten Uraufführung errang die Symphonie nur einen
Achtungserfolg. Tschaikowsky, der die Aufführung dirigierte, bemerkte
enttäuscht: »Ich konnte weder das Orchester noch das Publikum davon
überzeugen, dass dies mein bestes Werk ist und ich nie mehr etwas Besseres als diese Symphonie werde schreiben können. Schade.« Nach seinem Tod, wenige Tage nach den Trauerfeierlichkeiten, wurde das Werk
ein weiteres Mal in St. Petersburg aufgeführt. Diesmal war das Publikum
zutiefst ergriffen. Das geheime »Programm« des Werkes wurde erst verstanden, nachdem es traurige Realität geworden war.
20
A
ls Peter Iljitsch am Abend der Uraufführung –
das war am 16. Okto­ber 1893 – das Dirigentenpult
betrat, war sein Gesicht sehr weiß, und seine
weit geöffneten tiefblauen Augen hatten einen
harten Glanz. Das Auditorium klatschte respektvoll: Tschaikowskis Name war, dank den starken Erfolgen im
Ausland und in der Provinz, auch in St. Petersburg erheblich im Kurse gestiegen. Peter Iljitsch hatte als Dank für
den Begrüßungsapplaus eine kurze, ruckhafte Verbeugung.
Beim Dirigieren bewegte er sich ungeschickter, als man es
in der letzten Zeit an ihm gewohnt war: seine Gesten waren
die eines gereizten Hampelmanns, schwerfällig und dabei
zappelnd. Seine Befangenheit, deren er in den Jahren des
häufigen öffentlichen Auftretens ziemlich Herr geworden
war, schien nun wieder ebenso unüberwindlich zu sein wie
damals, als er zum erstenmal ein eigenes Werke – den »Frauenschuh« – dirigiert hatte. Der erste, getragene Satz schien
das Publikum fast zu langweilen; desgleichen das Allegro
con grazia, dessen langsamer Rhythmus enttäuschte. Das
gar zu gehetzte, wild vorwärtsgetriebene Tempo des dritten
Satzes rief im Saale eine gewisse Beunruhigung hervor:
man rückte auf den Stühlen, tauschte verwunderte Blicke.
Der letzte Satz, das Adagio lamentoso, übte auf das Auditorium dieselbe befremdende Wirkung, die es bei der ersten
Orchesterprobe auf die Musiker gehabt hatte. Es wehte ein
Hauch aus diesem schmerzensvollen Finale, der keine Dankbarkeit, keinen Enthusiasmus aufkommen ließ: bei solchem
Abschieds- und Klageton, der schon fast aus einer anderen
Welt zu kommen schien, fröstelte es das kunstverständige
Publikum von St. Petersburg, und manch einem lief es eisig
über den Rücken.
Peter Iljitsch hatte das Podium nach dem letzten Ton
stapfenden Schritts verlassen. Er zeigte sich nicht mehr, um
den spärlichen Applaus entgegenzunehmen. …
Aus: Klaus Mann: Symphonie Pathétique.
Ein Tschai­kowski-Roman, 1935
TOBIAS NIEDERSCHL AG
21
6. SYMPHONIEKONZERT
»WUNDERBAR UND UNWIRKLICH«
Zum 125. Geburtstag von Fritz Busch am 13. März 2015
A
m 10. Dezember 1920 gastierte der damals gerade 30-jährige Fritz Busch erstmals bei der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Arthur Tröber, seit 1919 Violinist im
Orches­ter, erinnerte sich 40 Jahre später: »Fritz Busch traf
am 8. Dezember 1920 vormittags in Dresden zur ersten
Probe ein. Uns allen war er fremd ... Was sich in dieser 3stündigen Probe
abspielte, war so wunderbar und unwirklich, daß ich es nur berichte,
weil ich etwa noch 10 Kollegen als Zeugen habe, die meine Erzählung
bestätigen könnten. In der II. Sinfonie von Brahms, mehr noch aber in
den anschließenden Mozart-Variationen von Reger schienen wir in eine
andere Welt versetzt. Fritz Busch zwang uns dynamische Schattierungen
auf, die uns gänzlich fremd und unbekannt waren. ›Die Abtönung der
Stärkegrade ging ins Fabelhafte‹, wie ein Rezensent nach dem Konzert
schrieb. In der Agogik und Gestaltung entwickelte er so starke sugges­
tive Kräfte, dass wir seiner Stabführung willenlos folgen mußten.« Auch
Busch war begeistert: »Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie die Leute
gespielt haben und wie das Publikum (Generalprobe und Konzert ausverkauft) im Opernhaus mitging. Ich will nicht renommieren, weiss aber,
dass es Dir Freude macht, wenn ich Dir sage, dass alte Musiker mich
auf dem Podium umarmt haben, dass sie geschrien und gerufen haben:
Dableiben, wiederkommen usw.«
Fritz Busch sollte schnell wiederkommen. Der junge Maestro,
zu dieser Zeit Generalmusikdirektor in Stuttgart, brach schon bald
seine Zelte im Württembergischen ab und war von 1922 bis zu seinem
durch Nazi-Schergen erzwungenen Abgang am 7. März 1933 Generalmusikdirektor in Dresden. Buschs hohe Anforderungen führten einerseits zu allseits beachteten musikalischen Ergebnissen (Richard Strauss
übertrug, nach einer Pause von 13 Jahren, der Dresdner Staatsoper die
Uraufführungen seiner Opern »Intermezzo, Die ägyptische Helena«
und, nach Buschs Weggang, »Arabella«, »Die schweigsame Frau« und
»Daphne«). Bereits seit Anbeginn seiner Dresdner Tätigkeit als Operndirigent war Busch eine breite Repertoirepflege wichtig – pro Saison
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6. SYMPHONIEKONZERT
dirigierte er bis 1933 rund 20 Wer­ke von durchschnittlich elf bis zwölf
Komponisten. Jährlich kam er allein als Operndirigent in Dresden auf 73
bis 104 Vorstellungen – mehr als jeder andere Dirigent in vergleichbarer
Position. Die Presse honorierte Buschs Einsatz, schon 1922 war zu lesen:
»Zum ersten Mal seit (Ernst von) Schuchs Tod – das sind nun schon acht
lange Jahre – merkt man, daß wieder ein zielbewußter Wille die künstlerische Arbeit an der Dresdner Oper lenkt.« Die Zahl der Novitäten sowohl
in den Symphoniekonzerten wie der Staatsoper während Buschs Direktorat war beachtlich, unter ihnen Werke von Hindemith, Busoni, Weill,
Braunfels oder Křenek, nicht zuletzt auch die deutsche Erstaufführung
von Giacomo Puccinis »Turandot«. Dabei trafen nicht alle Kompositionen
gleichermaßen auf Buschs Wohlwollen.
Gleichzeitig wurden Besetzungsprobleme mehr und mehr offenkundig. Schon 1924 fehlten Gelder, um Sängerpersönlichkeiten von Weltrang in Dresden zu halten, und als die Staatsoper evaluiert wurde, lautete
das Fazit, dass mit dem vorhandenen Etat das bestmögliche Ergebnis
erzielt werde, dass aber Etaterhöhungen dringend geboten seien. Während Busch zunächst enttäuscht war vom sängerischen Niveau in Dresden, insbesondere was die Mozart-Pflege anging, waren in anderen
Bereichen beglückende Resultate möglich. So etwa in »La forza del
destino« in Franz Werfels deutscher Fassung 1926 mit der legendären
Meta Seinemeyer. Um Kosten zu sparen und den Qualitätsstandard zu
garantieren, gründete Busch eine Orchesterschule, regelmäßig hörte er
selbst außerdem insgesamt rund 6.000 angehende Sänger, um das beste
Personal – möglichst kostengünstig – ans Haus zu holen. Zu den Sängern,
die unter Buschs Ägide in Dresden entdeckt wurden, zählen u.a. Maria
Cebotari, Erna Berger, Max Lorenz, Paul Schöffler und Kurt Böhme.
Buschs weitere Karriere ist legendär: Nach einer Zwischenstation
am Teatro Colón in Buenos Aires, an das er ebenso regelmäßig zurückkehrte wie an die Pulte des Rundfunksinfonieorchesters in Kopenhagen
und des Königlichen Orchesters Stockholm, war er 1934 als musikalischer Leiter Mitbegründer der Opernfestspiele in Glyndebourne, das
bald wegen der exzeptionellen Mozart-Pflege als englisches Salzburg
bezeichnet wurde. 1945 wurde er künstlerischer Leiter der Metropolitan Opera New York und kehrte 1950 sogar für wenige Wochen nach
Deutschland zurück. Ab der Saison 1951 / 1952 wollte die Wiener Staatsoper Busch als neuen Generalmusikdirektor verpflichten – sein überraschender Tod unmittelbar nach Dirigaten auf dem Edinburgh Festival
am 14. September 1951 im Alter von erst 61 Jahren vereitelte dies.
J Ü R G E N S C H A A R WÄC H T E R ,
M A X-REGER-INSTITUT MIT BRÜDERBUSCHARCHIV
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Richard Strauss und Fritz Busch vor der Semperoper
6. SYMPHONIEKONZERT
© M. Creutziger
OSTERFESTSPIELE
SALZBURG 2015
CHRISTIAN THIELEMANN
SÄCHSISCHE STAATSKAPELLE DRESDEN
28. März — 6. April
Christian
Thielemann
Staatskapelle
li e
OPER
MASCAGNI/LEONCAVALLO
CAVALLERIA RUSTICANA/
PAGLIACCI
Jonas Kaufmann · Liudmyla Monastyrska · Stefania Toczyska
Ambrogio Maestri · Annalisa Stroppa · Maria Agresta
Dimitri Platanias · Tansel Akzeybek · Alessio Arduini
Liudmyla
Monastyrska
Musikalische Leitung: Christian Thielemann
Inszenierung und Bühnenbild: Philipp Stölzl
Kostüme: Ursula Kudrna
Sächsische Staatskapelle Dresden
Sächsischer Staatsopernchor Dresden
CHORKONZERT
VERDI • MESSA DA REQUIEM
© M. Bothor/DG
Liudmyla Monastyrska · Anita Rachvelishvili
Jonas Kaufmann · Ildar Abdrazakov
Christian Thielemann
Jonas
Kaufmann
Chor des Bayerischen Rundfunks
Sächsische Staatskapelle Dresden
ORCHESTERKONZERTE
TSCHAIKOWSKI · SCHOSTAKOWITSCH
Arcadi Volodos · Nikolaj Znaider • Daniele Gatti
Christian Thielemann
© P. Guerzoni
Sächsische Staatskapelle Dresden
Maria
Agresta
W W W.FACEB O O K .CO M / STA AT SK A PELLE.D R E SD EN
Tel. +43/662/80 45-361
karten@ofs-sbg.at
ONLINE-SHOP:
www.osterfestspiele-salzburg.at
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6. SYMPHONIEKONZERT
6. Symphoniekonzert 2014 | 2015
Orchesterbesetzung
1. Violinen
Matthias Wollong / 1. Konzertmeister
Michael Eckoldt
Thomas Meining
Federico Kasik
Michael Frenzel
Christian Uhlig
Volker Dietzsch
Susanne Branny
Barbara Meining
Birgit Jahn
Wieland Heinze
Henrik Woll
Anett Baumann
Roland Knauth
Anselm Telle
Renate Peuckert
2. Violinen
Heinz-Dieter Richter / Konzertmeister
Matthias Meißner
Annette Thiem
Holger Grohs
Stephan Drechsel
Jens Metzner
Ulrike Scobel
Olaf-Torsten Spies
Alexander Ernst
Mechthild von Ryssel
Emanuel Held
Kay Mitzscherling
Martin Fraustadt
Katharina Schumann*
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Bratschen
Michael Neuhaus / Solo
Andreas Schreiber
Stephan Pätzold
Anya Muminovich
Michael Horwath
Uwe Jahn
Ulrich Milatz
Zsuzsanna Schmidt-Antal
Marie-Annick Caron
Susanne Neuhaus
Juliane Böcking
Uta Scholl
Violoncelli
Norbert Anger / Konzertmeister
Friedwart Christian Dittmann / Solo
Martin Jungnickel
Uwe Kroggel
Andreas Priebst
Bernward Gruner
Johann-Christoph Schulze
Jakob Andert
Matthias Wilde
Titus Maack
Kontrabässe
Andreas Wylezol / Solo
Martin Knauer
Torsten Hoppe
Christoph Bechstein
Fred Weiche
Reimond Püschel
Thomas Grosche
Johannes Nalepa
Flöten
Andreas Kißling / Solo
Jens-Jörg Becker
Dóra Varga
Oboen
Céline Moinet / Solo
Sibylle Schreiber
Volker Hanemann
Klarinetten
Wolfram Große / Solo
Egbert Esterl
Matthias Höfer*
Fagotte
Thomas Eberhardt / Solo
Joachim Huschke
Andreas Börtitz
Hörner
Robert Langbein / Solo
David Harloff
Miklós Takács
Eberhard Kaiser
Posaunen
Nicolas Naudot / Solo
Jürgen Umbreit
Frank van Nooy
Tuba
Jens-Peter Erbe / Solo
Pauken
Thomas Käppler / Solo
Schlagzeug
Christian Langer
Jürgen May
Harfen
Astrid von Brück / Solo
Markus Thalheimer**
Celesta
Jobst Schneiderat
Trompeten
Tobias Willner / Solo
Sven Barnkoth
* als Gast
** als Akademist
6. SYMPHONIEKONZERT
Vorschau
7. Symphoniekonzert
ZUM GEDENKEN AN DIE ZERSTÖRUNG DRESDENS
VOR 70 JAHREN, AM 13. FEBRUAR 1945
F R EI TAG 13. 2 .15 2 0 U H R
S A M S TAG 14 . 2 .15 2 0 U H R
S E M P ER O P ER D R E S D E N
Myung-Whun Chung Dirigent
Maija Kovalevska Sopran
Rinat Shaham Mezzosopran
Yosep Kang Tenor
René Pape Bass
Sächsischer Staatsopernchor Dresden
Einstudierung: Jörn Hinnerk Andresen
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Gioachino Rossini
»Stabat Mater« für Soli, Chor und Orchester
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Semperoper
Dresden
4. Kammerabend
S O N N TAG 8 . 3.15 2 0 U H R
S E M P ER O P ER D R E S D E N
Mitwirkende Gäste
Markus Appelt Klavier
Luděk Šabaka Klavier
u.a.
Ausführende
Reinhard Krauss Violine
Federico Kasik Violine
Ralf Dietze Viola
Matthias Wilde Violoncello
Petr Popelka Kontrabass
u.a.
Edward Elgar
Violinsonate e-Moll op. 82
Petr Popelka
Akademische Ouverture für 18 Instrumente
Jan Ladislav Dusík
Klavierquintett f-Moll op. 41
6. SYMPHONIEKONZERT
IMPRESSUM
Sächsische
Staatskapelle Dresden
Künstlerische Leitung/
Orchesterdirektion
Sächsische Staatskapelle Dresden
Chefdirigent Christian Thielemann
Spielzeit 2014 | 2015
H E R AU S G E B E R
Sächsische Staatstheater –
Semperoper Dresden
© Februar 2015
R E DA K T I O N
Dr. Torsten Blaich
Clara-Michal Steinau
G E S TA LT U N G U N D L AYO U T
schech.net
Strategie. Kommunikation. Design.
DRUCK
Christian Thielemann
Chefdirigent
Juliane Stansch
Persönliche Referentin
von Christian Thielemann
Jan Nast
Orchesterdirektor
Tobias Niederschlag
Konzertdramaturg,
Künstlerische Planung
Dr. Torsten Blaich
Programmheftredaktion,
Konzerteinführungen
Matthias Claudi
PR und Marketing
Union Druckerei Dresden GmbH
Agnes Monreal
Assistentin des Orchesterdirektors
ANZEIGENVERTRIEB
Sarah Niebergall
Orchesterdisponentin
EVENT MODULE DRESDEN GmbH
Telefon: 0351/25 00 670
e-Mail: info@event-module-dresden.de
www.kulturwerbung-dresden.de
B I L D N AC H W E I S
Matthias Creutziger (S. 4); George Lange (S. 7);
Lothar Seehaus: Dmitrij Schostakowitsch. Leben
und Werk, Wilhelmshaven 1991 (S. 11); Wolfgang
Wahrig (S. 12); Alfred Fedecki, 1893 (S. 18);
Pjotr Iljitsch Tschaikowski, Leipzig 1978 (S. 20);
BrüderBuschArchiv im Max-Reger-Institut/
Ursula Richter (S. 22); BrüderBuschArchiv im
Max-Reger-Institut (S. 25).
So | 15. Februar | 16 Uhr | Jagdschloss Graupa
Internationales ARD-Preisträgerkonzert
Chi Ho Han (Klavier)
Gewinner des Publikumspreises und 2. Preisträger des Internationalen ARD-Musikwettbewerbes
2014
Matthias Gries
Orchesterinspizient
Agnes Thiel
Dieter Rettig
Notenbibliothek
So | 15. März | 16 Uhr | Jagdschloss Graupa
Liederbuch der Europäischen Romantik
Wolfram Lattke (Tenor) und
Hendrik Bräunlich (Klavier)
T E X T N AC H W E I S
Die Einführungstexte von Tobias Niederschlag
sind Originalbeiträge für die Programmhefte der Sächsischen Staatskapelle Dresden
und erschienen erstmals in den Heften der
Saison 2006 / 2007 (Schostakowitsch) bzw.
2003 / 2004 (Tschaikowsky).
So | 5. April | 16 Uhr | Jagdschloss Graupa
Internationales ARD-Preisträgerkonzert
Florian Mitrea (Klavier)
Preisträger des Internationalen ARD Wettbewerbes 2014
Foto: Wolfram Lattke
Urheber, die nicht ermittelt oder erreicht
werden konnten, werden wegen nachträglicher
Rechtsabgeltung um Nachricht gebeten.
Private Bild- und Tonaufnahmen sind aus
urheberrechtlichen Gründen nicht gestattet.
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Richard-Wagner-Stätten Graupa
W W W. S TA AT S K A P E L L E - D R E S D E N . D E
Richard-Wagner-Straße 6
01796 Pirna/OT Graupa
www.wagnerstätten.de
Tickets unter Tel. 03501 461965-0 oder 03501 556 446 und www.ticket.pirna.de
PA R T N E R D E R
S TA AT S K A P E L L E D R E S D E N
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