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Kunst und Handwerk neu gedacht

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MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015 • WWW.WIRTSCHAFTSBLATT.AT
alzburg
ÖSTERREICHS ZEITUNG FÜR
WIRTSCHAF T UND FINANZEN - REGIONALAUSGABE
◆ Interview WK-Präsident Konrad Steindl will sich gegen neue Steuern wehren. 6 ◆ Porträt Der Autohändler
Wolfgang Lindner kämpft für die Region Fuschlsee. 9 ◆ Abwanderung Zaltech plant die Übersiedelung. 11
Kunst und Handwerk neu gedacht
Bloomberg (2)
Branchenreport. Mangel an Nachwuchs, geändertes Kundenverhalten und neue Konkurrenz setzen den wenigen
verbliebenen Salzburger Kunsthandwerkern zu. Grund zum Jammern gebe es aber trotzdem nicht, sagen die Unter26-28
nehmer. Denn für innovative Produkte sind Kunden auch bereit, etwas tiefer in die Tasche zu greifen.
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Einkaufstourismus.
Immer mehr Salzburger zieht es wegen niedriger Preise zum
großen Wocheneinkauf nach Deutschland. Unterm Strich profitiert das Bundesland aber stark von der Grenznähe. Tanktou2
rismus allerdings ist kein Thema mehr.
Retouren an PF 100, 1350 Wien - GZ 13Z039580W - P.b.b. Redaktion: 1030 Wien, Hainburger Straße 33, Tel: 01 60117-0
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wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
THEMA
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
THEMA
|3
EINZELHANDEL
Niedrige Preise locken viele Salzburger
S
über die Grenze
Bloomberg
Der Einkauf in Bayern
erfreut sich großer Beliebtheit. Die Kunden aus
dem Nachbarland, die ihr
Geld in Salzburg ausgeben, wiegen den
Kaufkraftabfluss aber
mehr als nur auf.
Tankstellen.
Weniger
Kunden aus
Bayern
Der Tankstopp im benachbarten Bayern gehörte in den
1980er- und 1990er-Jahren für
viele Stadt-Salzburger, Flachgauer und Pinzgauer fast
schon zum guten Ton. Als von
1999 an die Mineralölsteuer
in Deutschland schrittweise
angehoben wurde, war es damit aber vorbei. Weil die
Treibstoffpreise in Salzburg
plötzlich deutlich niedriger
waren, setzte ein florierender
Tanktourismus aus Bayern
ein, der bis heute anhält.
Branchenkennern zufolge
hat dessen Bedeutung allerdings abgenommen. „Vor ein
paar Jahren hatten wir noch
sehr viele bayerische Kunden.
Seit die Spritpreise annähernd
gleich wie in Deutschland
sind, spielt der Tanktourismus
aber praktisch keine Rolle
mehr für uns“, meint etwa Zivko Ivanoski, der in der Stadt
Salzburg eine Tankstelle in
Grenznähe betreibt.
VON HELMUT MILLINGER
E
ine Familie aus Salzburg, die ihren Wochenendeinkauf in
Freilassing erledigt,
hat gute Chancen,
Verwandte oder Bekannte zu treffen. Der Blick auf
die Kennzeichen der in der Innenstadt oder vor den großen Einkaufszentren abgestellten Pkw
zeigt, dass die Kunden aus Salzburg zahlenmäßig mit jenen aus
Bayern locker mithalten können.
Das bestätigt auch Christof Judenmann, Geschäftsleiter des
Globus-Marktes in Freilassing.
„Wir führen regelmäßig Kundenbefragungen durch und wissen,
dass etwa ein Drittel unserer Kunden aus Österreich kommt. Den
Großteil davon machen natürlich
die Besucher aus der Stadt Salzburg und den Umlandgemeinden
aus.“
Vor allem am Wochenende bevölkern
viele Salzburger
Kunden deutsche
Einkaufszentren.
Salzburg. Wir schätzen, dass sie
für knapp 40 Prozent unseres Umsatzes sorgen“, erklärt Geschäftsleiter Judenmann.
Das Einkaufen in Bayern ist
aber beileibe kein neues Phänomen, es hat in Salzburg jahrzehntelange Tradition, hat aber zuletzt
Wichtiger Umsatzbringer
Für den 2006 eröffneten Supermarkt mit 80.000 Artikeln und
7500 Quadratmetern Verkaufsfläche ist der kleine Grenzverkehr
fast schon überlebenswichtig.
„Der Großteil unseres Einzugsgebietes liegt auf österreichischer
Seite. Um wirtschaftlich erfolgreich zu sein, brauchen wir einen
hohen Anteil von Kunden aus
Die Kunden aus
Salzburg sind für uns
enorm wichtig.
CHRISTOF JUDENMANN
GESCHÄFTSLEITER
GLOBUS FREILASSING
wieder zugenommen. Bereits vor
zehn Jahren betrug der Kaufkraftabfluss in die Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein
laut einer Studie von CIMA Österreich 26 Millionen €.
Bei der Wirtschaftskammer
geht man davon aus, dass dieser
Wert mittlerweile auf mindestens
40 Millionen € jährlich gestiegen
sein dürfte. „Sehr viele Salzburger
kaufen der Preise wegen in Bayern ein. Das gab es schon in der
Vergangenheit und das wird auch
so bleiben. Der Einkaufsraum endet nicht an der Saalach, er reicht
bis nach Traunstein und Rosenheim“, meint Johann Höflmaier,
Geschäftsführer der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer
Salzburg. Einbußen müssten
neben dem Lebensmittelhandel
auch die Drogerien, Parfümerien
und Modegeschäfte in der Landeshauptstadt hinnehmen.
Beim in Salzburg ansässigen
Handelsriesen Spar gibt man sich
gelassen. „So etwas ist schwer zu
messen. Wir gehen aber davon
aus, dass die Märkte in Grenznähe
nicht viel davon spüren“, erklärt
Nicole Berkmann, Sprecherin von
Spar Österreich. Zudem gebe es
speziell im Europark sehr viele
Kunden aus dem bayerischen
Raum. „Deshalb glaube ich, dass
wir in Summe besser aussteigen“,
meint Berkmann.
Tatsächlich ist aufgrund der
enormen Verkaufsflächendichte
im Salzburger Zentralraum der
Kaufkraftabfluss nach Bayern wesentlich geringer als in der Gegenrichtung. Johann Höflmaier bezif-
fert den Überhang zugunsten des
Salzburger Einzelhandels mit
rund 80 Millionen € pro Jahr. Tendenz steigend.
Speckgürtel profitiert
Nutznießer seien vor allem die
Stadt Salzburg und Umlandgemeinden wie Wals-Siezenheim
oder Eugendorf. „Die großen Möbelhäuser und Einkaufszentren
wie das Designer Outlet Center
oder der Europark ziehen natürlich viele Kunden aus Bayern an“,
sagt Höflmaier. Trotz dieser Tatsache sei aber der Kaufkraftabfluss aus Salzburg „für den Wirtschaftsstandort natürlich nicht
positiv, weil er auf die Arbeitsplätze durchschlägt“.
Der Hauptgrund für die ungebrochene Attraktivität der Ge-
schäfte und Supermärkte jenseits
der Grenze sind die (vermeintlich
oder tatsächlich) niedrigeren
Preise. Bei der Salzburger Arbeiterkammer (AK), die seit Jahren
regelmäßig Preiserhebungen
durchführt, spricht man von zum
Teil eklatanten Preisunterschieden speziell bei Markenwaren.
„20 Prozent der erhobenen Lebensmittel, 40 Prozent der erhobenen Reinigungsmittel und 60
Prozent der erhobenen Körperpflegemittel sind in Salzburg teurer als in Bayern“, erklärt Stefan
Göweil, Leiter des AK-Referats
Marktbeobachtung.
Güter des täglichen Bedarfs seien
in Salzburg im Schnitt um etwa
zwölf Prozent teurer als im Nachbarland. Bei Körperpflegeprodukten und hier wiederum speziell
STUDIE
n Der Salzburger Einzelhandel
und seine Verflechtungen mit den
bayerischen Landkreisen Berchtegadener Land und Traunstein wurde zuletzt 2004/05 umfassend
analysiert. Die sogenannte SABE-VStudie kam zu dem Schluss, dass
jährlich insgesamt 26,1 Millionen €
Kaufkraft in das benachbarte Bayern abfließen.
n Die rund 270.000 Konsumenten
auf bayerischer Seite geben im
Gegenzug pro Jahr etwa 100,3 Millionen € in Salzburg aus. Der Saldo
zugunsten des Salzburger Einzelhandels betrug damals 74,2 Millionen € und dürfte auf mehr als 80
Millionen € gestiegen sein.
Preise gleichen sich an
„Der Tanktourismus ist nach
wie vor ein Thema, allerdings
bei Weitem nicht mehr in der
Intensität wie noch vor drei
Jahren“, bestätigt auch Tankstellenbetreiber Michael Huber, der die Branche in der
Wirtschaftskammer vertritt.
„Als es noch Preisdifferenzen
von 20 Cent und mehr gab, haben auch die Tankstellen im
Landesinneren von den Kunden aus Bayern profitiert. Jetzt
sind es eigentlich nur mehr
die wenigen Tankstellen in unmittelbarer Grenznähe“, sagt
Huber.
salzburg@wirtschaftsblatt.at
4|
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
THEMA
 bei Kosmetika betrage die
Preisdifferenz sogar bis zu 100
Prozent. „Es gibt offensichtlich
noch immer Territorialpreise und
-kalkulationen. Das widerspricht
dem Sinn eines Binnenmarktes“,
kritisiert Göweil.
Für Spar-Sprecherin Nicole
Berkmann sind Preisunterschiede
zwischen Salzburg und Bayern dagegen ein Märchen. „Das Preisniveau ist übers Jahr gesehen
gleich, weil es bei uns viel schärfere und häufigere Aktionen gibt.
In Deutschland sind zwar die Nor-
Übers Jahr gesehen
ist das Preisniveau
gleich.
NICOLE BERKMANN
SPRECHERIN
SPAR ÖSTERREICH
malpreise tiefer, dafür gibt es aber
wesentlich weniger Aktionsartikel.“ Die Preiserhebungen der
Arbeiterkammer seien sachlich
falsch, weil die unterschiedliche
Aktionspolitik nicht berücksichtigt werde, so Berkmann.
Handel. Oberndorf profitiert
von der Nähe zu Bayern
beigestellt
Völlig andere Strukturen
Wenig Freude mit den Preisvergleichen hat man auch bei der
Salzburger Wirtschaftskammer.
Spartengeschäftsführer Johann
Höflmaier räumt zwar ein, dass es
in manchen Bereichen eklatante
Unterschiede gebe. Aber: „Man
muss auch fragen, wie diese Preise zustande kommen. Ein gewisser Teil ist sicher dem Umstand
geschuldet, dass die Strukturen
bei uns völlig anders sind als in
Deutschland. Wir haben nicht nur
eine größere Verkaufsflächendichte und mehr Geschäfte pro
Einwohner, sondern auch mehr
Personal und höhere Löhne.“
Den Autor des Artikels erreichen Sie
unter salzburg@wirtschaftsblatt.at
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Karin Gruber ist Obfrau der Werbegemeinschaft Oberndorf und
betreibt das Café Gruber im Oberndorfer Stadtzentrum.
WirtschaftsBlatt: Die Stadt
Oberndorf ist nur durch die
Grenzbrücke vom bayerischen
Laufen getrennt. Ist das für den
Oberndorfer Einzelhandel ein
Vorteil?
Karin Gruber: Ja, auf alle Fälle.
Sehr viele Kunden aus Bayern
kaufen in unseren Geschäften
ein. Man kann zum Beispiel sagen, dass die Metzgerei im
Stadtzentrum fest in deutscher
Hand ist. Das Einzugsgebiet ist
sehr groß und reicht weit über
Laufen hinaus. Teilweise kommen die Leute sogar aus Fridolfing und Tittmoning zu uns.
Auf der anderen Seite werden
vermutlich auch viele Oberndorfer die nahegelegenen Geschäfte in Bayern besuchen.
Natürlich gibt es auch einen
regen Grenzverkehr in Richtung
Bayern. Viele fahren bewusst
von Oberndorf zu den Diskontern in Laufen oder Freilassing. Im Globus-Markt ist jeden
Samstag die Hölle los. Das tut
uns schon weh. Ich glaube aber,
dass mittlerweile mehr Kunden
aus Bayern nach Oberndorf
kommen als umgekehrt. Viele
sagen sogar, dass sie lieber unseren Hofer als den Aldi-Markt in
Laufen besuchen, weil hier alles
besser organisiert ist.
Es fließt also mehr Kaufkraft herein als nach Bayern abfließt?
Summa summarum glaube ich
schon, dass es so ist. In den letzten Jahrzehnten hat sich das
massiv geändert. Die Bayern
müssen sich mittlerweile größe-
re Sorgen über den Kaufkraftabfluss machen als wir. Oberndorf
profitiert allein schon durch den
Tanktourismus stärker als unsere bayerischen Nachbarn von
der Grenznähe.
Für welche Branchen sind die
Kunden aus Bayern besonders
wichtig?
Vor allem für den Einzelhandel und da wiederum speziell für
die Fleischhauereien und die übrigen Lebensmittelgeschäfte.
Und, wie schon gesagt, für die
Tankstellen und die Diskonter.
Die anderen Geschäfte wie zum
Beispiel die Modeboutiquen
spüren nicht so viel davon.
Warum, glauben Sie, ist das Einkaufen in Oberndorf attraktiv für
Kunden aus Bayern?
Bei uns passt nicht nur die
Qualität der Produkte, sondern
auch das Erscheinungsbild. Die
Kunden sagen: „In Österreich ist
alles so schön hergerichtet und
gut arrangiert.“ Hier haben die
Deutschen offensichtlich Nachholbedarf. Die günstigeren
Treibstoffpreise spielen ebenfalls eine sehr große Rolle. Die
Leute kommen zum Tanken
über die Grenze und gehen im
Anschluss aber auch gleich bei
uns einkaufen. Das geht weit
über Laufen hinaus. Außerdem
wählen viele, die nach Salzburg
fahren, die Route durch Oberndorf. Das bringt unseren Geschäften zusätzlich viel Frequenz.
salzburg@wirtschaftsblatt.at
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
ÜBERBLICK
Salzburg
in Zahlen
1,8 Mio.
FLUGGÄSTE
Der Flughafen Salzburg fertigte
im Vorjahr 1,8 Millionen Passagiere ab. Das sind um 9,4 Prozent mehr Fluggäste als 2013.
Der Trend zum Linienverkehr
macht sich bemerkbar: Während
der Linienverkehr um 16,3 Prozent stieg, sank der Charterbereich um rund zehn Prozent. Die
Lufftfracht legte um 10,2 Prozent
auf 200.854 Kilogramm.
+ 1,5 %
BETTENZAHL
Salzburg zählte mit 11.600 Betrieben und 213.100 Betten in
der Saison 2013/14 neben Tirol
zu den nächtigungsstärksten
Bundesländern. Die Zahl der
Betten nahm gegenüber der Vorjahresperiode um 1,5 Prozent zu.
Die Auslastung ging jedoch im
Bundesland mit einem Minus
von 1,7 Prozent im Winter und
0,1 Prozent im Sommer zurück.
Der Salzburger Flughafen meldete 2014 Passagierzuwachs. Bei Nächtigungen liegt Salzburg mit Tirol in
Führung, doch die Auslastung sinkt. Beim Export verzeichnete Salzburg im 1. Halbjahr 2014 ein Wachstum.
- 5,7 %
+3%
23.706
IMMOBILIEN-PREISE
EXPORTWACHSTUM
PKW-ZULASSUNGEN
Die Immo-Preise in Salzburg Stadt und
Land sollen heuer um 5,7 Prozent sinken,
so die Remax Immobilienpreisprognose.
Grund dafür ist eine Angebotserweiterung
von 5,7 Prozent. Speziell im oberen Preissegment bricht die Nachfrage in Salzburg
mit einem Minus von neun Prozent ein.
|5
Beim Export legte Salzburg im 1. Halbjahr
um drei Prozent zu, wie eine Statistik-Austria-Erhebung zeigte. Mit diesem Zuwachs
liegt das Bundesland im Mittelfeld. Doch
wie das Burgenland und Wien wies Salzburg einen negative Handelsbilanz auf. Zu
den Exportsiegern zählte Vorarlberg.
Pkw-Neuzulassungen in Salzburg sind
rückläufig. 2014 wurden 23.706 Personenkraftwagen neu zugelassen. Das ist laut
Statistik-Austria ein Minus von 3,3 Prozent
im Vergleich zu 2013. Österreichweit wurden 303.318 Fahrzeuge angemeldet, das
ist ein Rückgang von 4,9 Prozent.
TRENDS
+5,4 %
Eröffnete Insolvenzen 2014
Veränderung in %
Österreich gesamt
3266
+0,3 %
3275
+13,9 %
+8,6 %
-5,7 %
+4,5 %
-7,6 %
+5,4 %
-16,0 %
'13
'14
+13,7 %
W
NÖ
B
OÖ
S
V
T
St
K
911
960
610 575
131
149
Geschätzte Passiva 2014
Lehrlinge nach Bundesländern 2014
Österreich gesamt
Österreich*
Angaben in Mio. €
184 194
79
90
186 202
526 486
237
199
6255
2899
402 420
W
NÖ
B
OÖ
S
3959 811
589 597
69
128
548 334
118
115
V
T
St
K
73
59
141 123
437 429
321 303
'13
Veränderung zum Vorjahr in %
'14
-4,7 %
7542
-4,1 %
-4,6 %
115.068
-4,9 %
11.490
24.644
-5,2 %
17406
17.693
-4,8 %
8908
*Davon haben 6.475 einen
Ausbildungsplatz in integrativer
Berufsausbildung; Quelle: Lehrlingsstatistik 2014, WKÖ
-4,5 %
-5,1 %
16.737
+1,5 %
2690
-5,2 %
7958
Grafik/Veis
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6|
INTERVIEW
G
ut ein Jahr nach seinem
Amtsantritt muss Konrad Steindl seine erste
Wahl als Salzburger
Wirtschaftskammerpräsident
schlagen. Auf die Frage nach seinen Wahlzielen gibt sich der ehemalige ÖVP-Nationalratsabgeordnete im Gespräch mit dem WirtschaftsBlatt bescheiden. Der
Wirtschaftsbund, der 2010 auf 77
Prozent der Stimmen kam, solle
bei der am 25. und 26. Februar
stattfindenden Kammerwahl
stärkste Kraft bleiben.
WirtschaftsBlatt: Herr Präsident,
nehmen wir einmal an, Sie wären
Wirtschaftsminister und hätten im
Nationalrat eine ÖVP-Mehrheit
hinter sich. Was stünde auf Ihrer
To-do-Liste ganz oben?
Konrad Steindl: Nachdem die
Konjunktur bekanntermaßen
nicht so richtig läuft, wären für
mich Impulsprogramme für die
Wirtschaft vordringlich. Konkret
heißt das: Investitionsfreibeträge
und Investitionsprämien, damit
die Investitionstätigkeit der
Unternehmen, die ja derzeit nicht
sehr hoch ist, wieder angekurbelt
wird. Natürlich braucht es auch
zusätzliche Maßnahmen, um die
Kaufkraft zu stärken. Damit meine
ich eine entsprechende Steuerentlastung, die mittels einer Steuerreform erreicht werden muss.
In wenigen Tagen findet die Wirtschaftskammerwahl statt. Warum
sollen die rund 35.000 Salzburger
Unternehmer ihre Stimme abgeben?
Ich bin fest davon überzeugt,
dass die Wirtschaftskammer gerade in Zeiten wie diesen eine Daseinsberechtigung hat und die
Teilnahme an dieser Wahl sehr
wichtig ist. Davon versuchen wir
die Unternehmer stärker zu überzeugen. Eine Stärkung der Interessensvertretung für die Wirtschaft kann es nämlich nur dann
geben, wenn möglichst viele auch
von ihrem Wahlrecht Gebrauch
machen.
Bei der letzten Wahl 2010 lag Salzburg mit einer Wahlbeteiligung von
51,2 Prozent im Bundesländervergleich an der Spitze. Muss man damit zufrieden sein, oder ist noch
eine Steigerung möglich?
Vor fünf Jahren wurde eine gute Marke erreicht. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir deutlich zulegen können.
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
Neumayr
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
INTERVIEW
„Notfalls
platzt die ganze
Steuerreform“
Konrad Steindl. Der Obmann der Wirtschaftskammer Salzburg lehnt eine Gegenfinanzierung durch neue Steuern kategorisch ab. Sollte die SPÖ darauf beharren,
fordert er die Abgeordneten des Wirtschaftsbundes auf, dagegen zu stimmen.
VON HELMUT MILLINGER
Die Forderungen
der SPÖ sind absurd
und kommen einer
Enteignung gleich.
Ihr Vorgänger Julius Schmalz hat
die Latte für den Wirtschaftsbund
sehr hoch gelegt. Er kam 2010 auf
77 Prozent der Stimmen. Welches
Wahlziel haben Sie sich gesteckt?
Wir wollen wieder die stimmenstärkste wahlwerbende Gruppe werden, um die bestimmende
Kraft in der Wirtschaftskammer
Salzburg zu bleiben und entsprechend weiterarbeiten zu können.
Auf prozentuelle Ergebnisse
möchte ich mich aber nicht festlegen, weil die Konkurrenz größer
geworden ist. 2010 sind vier wahlwerbende Gruppierungen angetreten, diesmal sind es sechs. Dazu kommen einige Namenslisten.
Bis März soll die Steuerreform stehen. Welche Eckpunkte sind hier
für Sie unverzichtbar?
Für die Wirtschaft ist es ganz
entscheidend, dass die Unterneh-
men steuerlich entlastet werden.
Daneben brauchen wir aber zusätzliche Impulse. Ich sage es
noch einmal: Ein Investitionsfreibetrag und Investitionsprämien
wären ganz wichtige Maßnahmen, um die Investitionstätigkeit
der Unternehmer wieder anzukurbeln. An diesem Signal in einer
doch eher schwachen konjunkturellen Zeit führt kein Weg vorbei.
Der Wirtschaftsbund hat sich vehement gegen die Einführung von
Erbschafts-, Schenkungs- und Vermögenssteuern zur Finanzierung
der Steuerreform ausgesprochen.
Gibt es da aus Ihrer Sicht noch Verhandlungsspielraum?
Nein, wir lehnen derartige
Substanzsteuern kategorisch ab,
weil wir der Meinung sind, dass
es zur Gegenfinanzierung noch
ausreichend Möglichkeiten über
die Ausgabenseite gäbe. Wir haben bekanntlich eine Staatsausgabenquote von insgesamt 52,6 Prozent. Damit liegen wir um sechs
Prozent über der Benchmark in
Europa. Wenn wir uns auf diesen
Wert hinbewegen, gäbe es eine erhebliche Entlastungsmöglichkeit
für das Budget von etwa 19 Milliarden €.
Wie hart würde die Einführung von
Substanzsteuern Salzburgs KMU
treffen?
Das würde bedeuten, dass beispielsweise die Betriebsvermögen, die für die Unternehmer ja
ganz entscheidend sind, belastet
werden. Wir hätten in Zukunft
auch bei Liegenschaften die Verkehrswerte anzusetzen. Ein mittelständisches Unternehmen würde bereits bei einem Verkehrswert
von mehr als einer Million €
steuerpflichtig werden. Das ist bei
Liegenschaften rasch der Fall. Für
die Betriebsanlage einer Tischlerei oder eine Hotelanlage ist ein
Verkehrswert von fünf Millionen
€ nichts Außergewöhnliches.
Wie hoch wäre in diesem Fall die
Steuerbelastung?
Ab fünf Millionen € wäre jährlich eine entsprechende Vermögenssteuer zu zahlen. Bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer
sehen die Pläne der SPÖ einen
Steuersatz von 30 Prozent ab fünf
Investitionsfreibeträge und Prämien
wären Maßnahmen,
um die Investitionen anzukurbeln.
|7
Millionen € vor. Und das rückwirkend und dazu soll, wie ich im
Steuerpapier gelesen habe, auch
eine lebenslange Bemessungsgrundlage kommen. Das heißt, es
wird alles zusammengezählt, was
jemals an Schenkungen erfolgt ist.
Diese Forderungen kommen einer
Enteignung gleich und sind in der
derzeitigen Situation wirklich absurd.
Sie haben schon angekündigt, dass
die Abgeordneten des Wirtschaftsbundes im Nationalrat gegen neue
Steuern stimmen werden. Bleibt
diese Drohung aufrecht?
Wir haben uns im Wirtschaftsbund dazu entschlossen, diese
Substanzsteuern kategorisch abzulehnen. Sollten sie dennoch in
irgendeiner Form kommen, werden wir an die Verantwortung
unserer Mandatare appellieren
und vertrauen auf die Kraft unserer Argumente und unserer Spitzenvertreter auf Bundesebene.
Im Extremfall könnte das bedeuten,
dass die Steuerreform als Ganzes
platzt, weil die Koalitionsparteien
keine Mehrheit zustande bringen.
Ja, das könnte der Fall sein.
Dieses Risiko nehmen Sie aber in
Kauf?
Wenn man hört, dass es auf der
Lohn- und Einkommenssteuerseite eine Entlastung von drei oder
vier Milliarden € geben soll, darf
man nicht vergessen, dass die kalte Progression jedes Jahr rund 800
Millionen € kostet. Der Steuervorteil ist also spätestens in fünf Jahren schon wieder aufgebraucht.
Die Einführung einer Vermögens-,
Erbschafts- oder Schenkungssteuer würde eine weitere Erhöhung der Abgabenquote bedeuten. In diesem Fall sage ich: Es ist
mir lieber, es kommt keine Steuerreform, als wenn die Gegenfinanzierung wieder über neue Steuern
erfolgt. Eine Steuerreform muss
nachhaltig über die Ausgabenseite finanziert werden.
Themenwechsel: Das Salzburger
Messezentrum ist wegen eines
Frankenkredits, der sich um zwölf
Millionen € verteuert hat, in die
Schlagzeilen geraten. Die Wirtschaftskammer ist zu 21,4 Prozent
am Messezentrum beteiligt. Werden Sie Geld zuschießen müssen,
oder betrifft das nur das Land, das
für den Kredit haftet?
8|
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
INTERVIEW
Neumayr
Im Gespräch mit WirtschaftsBlatt Salzburg-Korrespondent Helmut Millinger (r.) schließt Konrad Steindl eine Rückkehr in die Politik aus.
Die Wirtschaftskammer ist
davon nicht betroffen, weil wir
mit der Finanzierung des Messezentrums nichts zu tun haben. Das
ist allein Angelegenheit des Landes. Ich gehe auch nicht davon
aus, dass das Messezentrum durch
diesen Kredit in wirtschaftliche
Probleme geraten wird.
Salzburgs Unternehmer blicken
eher skeptisch in die Zukunft. Ist
dieser Pessimismus gerechtfertigt?
Die Konjunkturprognose ist mit
einem österreichweiten Wachstum von 0,4 Prozent nicht besonders gut. Daher ist die Stimmung
auch in Salzburg etwas getrübt.
Allerdings sind wir ein sehr diversifiziertes Bundesland mit hohem
Dienstleistungsanteil und einer
starken Tourismuswirtschaft.
Deshalb hoffe ich doch, dass die
Wintersaison einigermaßen gut
verläuft und wir davon wieder
Rückenwind bekommen. Aber es
ist eben auch notwendig, Impulse
für die Konjunktur zu setzen. Hier
hat sich die Landesregierung dankenswerterweise bereit erklärt,
entsprechende Konjunkturprogramme zu starten, die gerade in
Ausarbeitung sind. Ich bin sicher,
dass diese Programme die erhofften positiven Auswirkungen auf
die Wirtschaft bringen werden.
Die Wirtschaftskammer fordert
seit geraumer Zeit die Verwirkli-
chung einiger großer Infrastrukturprojekte. Welches dieser Projekte
sollte möglichst rasch umgesetzt
werden?
Am wichtigsten wäre es, jene
Dinge voranzutreiben, die keine
Steuergelder kosten. Damit meine
ich vor allem die Erweiterung der
Mönchsberggarage. Das wäre eine
ganz wichtige Maßnahme für die
Stadt Salzburg. Ich hoffe auch,
dass die 380-kV-Leitung endlich
gebaut wird und es grünes Licht
für verschiedene andere Projekte
gibt. Ich denke da zum Beispiel an
Wasserkraftwerke oder Investitionen in erneuerbare Energien, die
der Bauwirtschaft zusätzliche Impulse bringen würden.
Sie sind als Unternehmer in der
Autobranche tätig. Wie beurteilen
Sie hier die Aussichten für 2015 und
darüber hinaus?
In der Autobranche gab es mehrere Jahre hintereinander sinkende Neuwagen-Zulassungen. Vor
allem die private Nachfrage wird
leider Gottes schwächer. Das hat
natürlich die Wettbewerbssituation verschärft und dem Salzburger Autohandel eine schwierige
Situation beschert. Auch die
Werkstätten können ihre Umsätze
aufgrund der hohen Wartungsintervalle, die wir mittlerweile haben, nicht massiv ausweiten. Dennoch hoffe ich, dass die Salzburger nicht auf ihre Mobilität ver-
zichten und weiterhin Autos kaufen, die sie auch benützen und
entsprechend warten lassen.
Wird der sinkende Ölpreis die Verkaufszahlen steigen lassen?
Das Sinken der Öl- und Treibstoffpreise wird sich aus meiner
Sicht positiv niederschlagen, weil
dadurch die Kaufkraft der Autofahrer unmittelbar gestärkt wird.
Sie haben dadurch vielleicht doch
vermehrt die Möglichkeit, wieder
Neuanschaffungen zu tätigen und
mehr Reparaturen und Wartungsarbeiten durchführen zu lassen.
Sie sind jetzt seit etwas mehr als
einem Jahr Präsident der Wirtschaftskammer Salzburg. Wie fällt
Ihre erste Bilanz aus?
Wir haben in den letzten Monaten einiges erreicht, darunter bauliche Maßnahmen für unseren
Standort wie das neue WIFI, das
im übrigen sehr gut angenommen
wird. Es ist uns auch gelungen, in
enger Abstimmung mit der Landesregierung viele Impulse für die
Salzburger Wirtschaft umzusetzen wie etwa den Fairnesskatalog
für die regionale Auftragsvergabe.
Jetzt sind wir dabei, den Talentecheck für 13- und 14-Jährige auszuarbeiten, den wir 2016 gemeinsam starten werden. Wir haben
auch einiges weitergebracht, was
die Entlastung bei der Bürokratie
anbelangt. Derzeit arbeiten wir an
einer schnelleren Abwicklung von
Behördenverfahren.
Wie lange wollen Sie Wirtschaftskammerpräsident bleiben?
Ich trete jetzt bei den Wahlen
für die nächste Funktionsperiode
an und habe auch vor, diese Periode durchzuarbeiten. Wie es dann
weitergeht, wird man nach diesen
fünf Jahren sehen.
Können Sie sich vorstellen, auf
Bundes- oder Landesebene in die
Politik zurückzukehren?
Nein, das schließe ich dezidiert
aus.
Den Autor des Artikels erreichen Sie
unter salzburg@wirtschaftsblatt.at
ZUR PERSON
■ Konrad Steindl ist seit Dezember 2013 Präsident der Wirtschaftskammer Salzburg und Landesobmann des ÖVP-Wirtschaftsbundes.
Der 59-jährige Kfz-Unternehmer
und gelernte Bilanzbuchhalter
gründete 1984 die Steindl-Mayr
OHG. Er ist Mitinhaber und Geschäftsführer von drei Kfz-Betrieben mit Standort in Salzburg,
Oberndorf und Kuchl. Zuletzt saß
Steindl von 2001 bis 2013 für die
ÖVP im Nationalrat. Der zweifache
Familienvater ist verheiratet und
lebt in Plainfeld.
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
|9
UNTERNEHMEN
PORTRÄT
Ein Kämpfer für die regionale Wirtschaft
Über den Tellerrand zu
schauen, das ist für Wolfgang Lindner keine hohle
Phrase, sondern gelebte
Praxis. Der Autohändler
engagiert sich seit fast 20
Jahren für die Wirtschaft
in der Fuschlseeregion.
Beigestellt
VON HELMUT MILLINGER
war zunächst beim „Verein der
Hofer Wirtschaft“ ehrenamtlich
tätig. 2004 rief er dann den „Verein der Wirtschaftsregion Fuschlsee“ ins Leben, dessen Obmann
er seit der Gründung ist. „Ich habe unzählige Stunden in dieses
Projekt gesteckt. Mir ist es wichtig, für die Region zu arbeiten und
den Wirtschaftsstandort zu stärken“, sagt Lindner.
250 Mitgliedsbetriebe
AM RADAR
W
irtschaftskammerpräsident Konrad Steindl bezeichnet Wolfgang Linder als „großartigen Unternehmer, der bei Null gestartet ist und
mit harter Arbeit einen Kfz-Vorzeigebetrieb geschaffen hat“. Tatsächlich hat der 57-jährige Autohändler aus Hof bei Salzburg sein
Handwerk von der Pike auf gelernt: Lindner ist Autospengler
und Mechanikermeister. „Dieses
Wissen brauche ich heute kaum
mehr. Jetzt liegen die Herausforderungen im wirtschaftlichen
und im Marketingbereich“, sagt
der Unternehmer.
Wolfgang Lindner führt in Hof bei Salzburg zwei Autohäuser und ist
Obmann der Wirtschaftsregion Fuschlsee.
Sein Autohaus hat Lindner 1987
gemeinsam mit Ehefrau Brigitte
gegründet. Nach bescheidenen
Anfängen („Wir haben mit sieben
Mitarbeitern begonnen, jetzt sind
es an die 50“) gelang es ihm, den
kleinen Familienbetrieb zu einem
soliden mittelständischen Unternehmen zu formen. Heute verkauft Lindner an den beiden
Standorten in Hof jährlich etwa
500 Neu- und 300 Gebrauchtwagen. Der Jahresumsatz betrug zuletzt etwa 16 Millionen €. „Ten-
denz stark steigend“, sagt der
Autohändler, der alle wichtigen
Entscheidungen in Absprache mit
seiner Frau Brigitte und den Söhnen Alexander und Wolfgang jun.
trifft. „Wir haben die Führungskultur geändert. Es gibt ein vierköpfiges Gremium, in dem unsere
Söhne absolut gleichberechtigt
sind.“
Neben seiner Unternehmertätigkeit macht sich Wolfgang Lindner seit vielen Jahren für die
Wirtschaft in der Region stark. Er
Ziel des Vereins sei es, „dem starken Kaufkraft- und Arbeitskräfteabfluss aus der Region etwas entgegenzusetzen“. Mittlerweile gehören ihm rund 250 Betriebe aus
den acht Gemeinden der Fuschlseeregion an.
In seiner kargen Freizeit geht
der Autohändler bevorzugt sportlichen Hobbys nach. „Ich versuche, mich mit Rad- und Skitouren
fit zu halten und mache mit meiner Frau ein oder zwei Fernreisen
pro Jahr. Da holen wir uns die
Kraft, um die restliche Zeit für
unseren Betrieb und den Wirtschaftsstandort Fuschlsee zu
arbeiten“, sagt Lindner.
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unter salzburg@wirtschaftsblatt.at
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MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
UNTERNEHMEN
KRANKENHÄUSER
Neuer Anbieter: Auf Abruf Pflege
Beigestellt
Neue Gesetze und die anstehende Akademisierung
verändern das Profil des
Krankenpflegeberufs.
Die beiden Salzburger
Firmenchefs von Rent a
Nurse rechnen sich hier
gute Geschäfte aus.
VON DANIELA MÜLLER
J
ohannes Schützinger und
Georg Steger sind ausgebildete Krankenpfleger und seit
Kurzem Firmeninhaber. Rent
a Nurse heißt ihr Unternehmen
mit Sitz in Bruck, das höher qualifiziertes Pflegepersonal etwa für
den OP vermittelt. Diesen Job
machten die beiden bislang
nebenberuflich. Doch nachdem
sich gezeigt hat, dass es viel mehr
Nachfrage als Personal gibt, gründeten Schützinger und Steger eine
GmbH mit dem Ziel, ihr Netzwerk
auszubauen und in ganz Österreich qualifiziertes Pflegepersonal
zu vermitteln. Für Schweizer Spitäler und Sanatorien sind sie
schon jetzt tätig.
Arbeitskräfteüberlasser speziell
für den Pflegebereich gibt es nur
wenige in Österreich. Bedarf sei
insofern gegeben, betont Schützinger, als es durch einen hohen
Spezialisierungsgrad der Pflegefachkräfte in manchen Bereichen
Engpässe gebe. Sobald die Alterung der Gesellschaft merklich
einsetzt, wollen sich Schützinger
und Steger zusätzlich auf den Bereich Geriatrie konzentrieren.
Für 2015 haben die beiden ein
Umsatzziel von 100.000 € angepeilt, der Gewinn soll für künftige
Investitionen im Unternehmen
bleiben. Die von Rent a Nurse vermittelten Personen vereinbaren
mit den Spitälern oder Sanatorien
die Konditionen selbst, abgewickelt wird das Dienstverhältnis
über Werkvertrag.
Eigener Nachwuchs
Bei Salzburgs Landeskrankenanstalten (SALK) bestehe kein Bedarf an Personalvermittlung, wie
Schützinger und Steger sie anbie-
In vielen Operationssälen ist es Usus: Pfleger sind nicht im Krankenhaus angestellt, sondern bei einem
Vermittler. Das neu gegründete Unternehmen Rent a Nurse rechnet mit 100.000 € Umsatz.
NEUE AUSBILDUNG
n In Deutschland und der Schweiz
ist die Akademisierung der Krankenpflegeberufe bereits fortgeschritten, in Österreich wird noch
an der Gesetzesnovelle gearbeitet.
Es besteht unter anderem Uneinigkeit darüber, ob es neben dem Bachelorabschluss für den gehobenen Pflegedienstbereich einen
neuen Berufszweig Pflegeassistenz
geben und wie diese Ausbildung
ausgestaltet sein soll.
n An der Fachhochschule Salzburg studieren derzeit rund 120
Personen Gesundheits- und Krankenpflege, etwa hundert haben das
sechs Semester dauernde Studium
mit dem Bachelor of Science in
Health Studies (BSc) abgeschlossen. Darüber, wie und wann die
Ausbildung von der SALK an die
Fachhochschule wechseln wird,
herrscht noch Uneinigkeit.
ten, sagt Sprecherin Mick Weinberger. Man baue den Nachwuchs
selbst auf und investiere zudem
viel in Werbung. Die Maßnahmen
seien bislang erfolgreich, sagt
Weinberger, man sei nun das erste Mal mit zwei Klassen für die
allgemeine Ausbildung gestartet.
Bei kleineren Krankenhäusern ist
die Vermittlung aber bereits üblich, heißt es in der Branche. Denn
gerade bei kleineren Spitälern fallen hoch spezialisierte Pfleger bei
den Kosten stark ins Gewicht. Einige Betreiber setzen hier bereits
auf Einsparungen.
Beruf wird akademisch
Der Beruf ändert sich aber auch
nicht nur durch neue Anbieter.
Mit der angestrebten Akademisierung des Pflegeberufs soll die
Ausbildung des Personals nach
und nach an die Fachhochschulen
wandern. Das bedeutet für die
Auszubildenden nicht wie bisher
eine zehnjährige Schulausbildung,
sondern Matura oder Studienberechtigungsprüfung. Für die
SALK, wo langfristig nur noch
Spezialausbildungen angeboten
werden sollen, wäre dies eine
Kostenersparnis, denn die Studierenden müssen Studiengebühren
zahlen. SALK-Betriebsrätin Christine Vierhauser sieht dies mit gemischten Gefühlen. Und auch,
dass Pfleger nach ärztlicher Anordnung Tätigkeiten durchführen
dürfen, die zuvor Ärzten vorbehalten waren, etwa Arzneimittel
oder Injektionen verabzureichen,
Blut abzunehmen oder Magensonden zu legen. Das bedeutet auf
der anderen Seite, dass Spitäler
Servicedienstleistungen wie das
Servieren des Essens auslagern.
Für Vierhauser wird dadurch der
Pflegeberuf aufgewertet, der medizinische Anspruch könne Interessierte abschrecken.
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MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
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| 11
FÖRDERUNG
Landwirte müssen künftig Bäume zählen
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SALZBURG. Ein neues Förderprogramm verunsichert Salzburgs
Landwirte. Denn mit dem Österreichischen Pramm für umwelt-
SCHWERPUNKT
LANDWIRTSCHAFT
gerechte Landwirtschaft (Öpul
2015–2020) heißt es jetzt für viele
Landwirte, auf ihrer landwirtschaftlichen Nutzfläche Bäume
und Sträucher zählen. Wurden
früher diese sogenannten Landschaftselemente nur vor Ort er-
fasst, gilt es nun, die Bestände im
geografischen Informationssystem (GIS) zu verorten. Dabei können Landwirte die Ersterhebungen von Agrarmarkt Austria
(AMA) als Hilfe für die Überprüfung des Bestandes heranziehen.
Im Bundesland Salzburg beziehen rund 80 Prozent der Landwirte Öpul-Förderungen, sagt Alexandra Meinhart von der Landwirtschaftskammer. Der Bauer erhält
pro Landschaftselement sechs €
Förderung und ist verpflichtet,
den Baum- oder Strauchbestand
zu erhalten. Öpul soll Bauern da-
bei unterstützen, durch nachhaltiges Wirtschaften Natur- und
Umweltschutz zu betreiben. Dabei können die Landwirte zwischen „umweltgerechter und biodiversitätsfördernder Bewirtschaftung“, also konventioneller
Landwirtschaft, und „biologischer
Wirtschaftsweise“ wählen. Die
Einbußen, die durch Pflege und
Erhaltung von Baum- und Strauchbestand entstehen, werden über
Förderungen u. a. aus dem Europäischen Fonds für RegionalentPro Baum oder Strauch gibt es
sechs € Förderung.
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ABWANDERUNG
Zaltech kehrt
Salzburg
den Rücken
Beigestellt
Helmut Gstöhl investiert 25 Millionen in den neuen Standort.
ANTHERING. Der Gewürzhersteller Zaltech wird im Herbst
2016 von Anthering nach Moosdorf in Oberösterreich übersiedeln. Ende des Monats erfolgt unmittelbar hinter der Landesgrenze der Spatenstich für das neue
Headquarter des Unternehmens.
„Wir wären lieber in Salzburg geblieben, haben aber trotz intensiver Bemühungen keine Möglichkeit dazu bekommen“, erklärt Geschäftsführer Helmut Gstöhl, der
auch 90 Prozent der Zaltech-Anteile hält.
In Oberösterreich sei er mit offenen Armen empfangen worden.
„Die Einigung mit vier Grundbesitzern und die Umwidmung von
einem Hektar Grünland sind in
nur zwei Monaten über die Bühne
gegangen. In Salzburg wäre das
undenkbar gewesen“, sagt Gstöhl.
Die niedrigen Grundstückspreise
im Innviertel seien dagegen nicht
ausschlaggebend gewesen. „Wir
hätten in Lamprechtshausen
nicht viel mehr bezahlt als in
Moosdorf. Dort war aber ein
Grundstück in der Lage, die wir
gesucht haben, nicht zu bekommen.“
Helmut Gstöhl investiert rund
25 Millionen € in den neuen Firmensitz auf der grünen Wiese.
„Wir könnten auch um ein Drittel
billiger bauen. Unser Ziel ist aber
ein Musterbetrieb, den es in unserer Branche so noch nicht gibt“,
erklärt der Geschäftsführer. Am
neuen Standort werde man in der
Lage sein, das Produktionsvolumen von derzeit 4500 Tonnen pro
Jahr zumindest zu verdoppeln.
Rasantes Wachstum
Zaltech erzeugt Gewürzmischungen für die Lebensmittelindustrie
und erwirtschaftete im Vorjahr
einen Umsatz von 45 Millionen €.
Wachstumsraten von 20 Prozent
waren laut Gstöhl „in den letzten
Jahren die Regel“.
Der Exportanteil liegt bei stolzen 99 Prozent. Stark präsent ist
Zaltech vor allem in Osteuropa;
die dortigen Kunden werden über
zwei Vertriebstöchter in Polen
und der Ukraine beliefert. Der
Gewürzhersteller beschäftigt 85
Mitarbeiter, davon mehr als 50 am
Standort Anthering.
[mill]
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TOURISMUS
GETRÄNKE
Hogast baut eigene
Jobplattform aus
Brauhaus Gusswerk
investiert in Füllanlage
Brauhaus Gusswerk
ANIF. Kaum ein Touristiker, der
nicht auf die Mitarbeitersuche zu
sprechen kommt, wenn es um die
Lage seines Betriebs geht. Der
einhellige Tenor ist, dass es in den
vergangenen Jahren zunehmend
schwieriger geworden ist, qualifiziertes Personal zu finden. Die
Hogast, die Einkaufsgenossenschaft für das Hotel- und Gastgewerbe, greift ihren Mitgliedsbetrieben dabei mit ihrer Plattform
hogastjob.com unter die Arme.
Und wie sich zeigt erfolgreich,
sagt Hogast-Marketingleiter Dietmar Winkler: „Wir haben dazu
eine Studie in Auftrag gegeben,
und jede vierte Stelle, die die Betriebe ausschreiben, wird über die
Hogast vergeben.“
Neugestaltung
Mit einem Relaunch im Herbst
wurde das Jobportal fit für die mobile Nutzung gemacht. „Die Zugriffe haben sich seither nicht
sehr stark verändert, sie sind Ergebnis langjähriger Aufbauarbeit.
Aber die mobile Nutzung hat
Jede vierte Stelle
wird über die Hogast
vergeben.
DIETMAR WINKLER
HOGAST
MARKETINGLEITER
stark zugenommen. Inzwischen
haben mobile Geräte die Desktopnutzung überholt“, erklärt
Winkler. Denn gerade im Tourismusbereich mit vielen Saisoniers
spielen Smartphone und Tablet
auch bei der Jobsuche eine immer
größere Rolle. Für die Hogast
selbst ist die Jobbörse nur ein Zusatzservice für die Mitgliedsbetriebe. Der Großteil des Geschäfts
läuft nach wie vor im traditionellen Einkaufsbereich. Die Jobbörse,
bei der die Mitgliedsbetriebe 57 €
monatlich für die gesamte Nutzung bezahlen müssen, trägt sich
nicht selbst. Drei Mitarbeiter sind
für das Projekt abgestellt. „Für
uns ist das ein Subventionsprojekt. Doch da kommt der Genossenschaftsgedanke zum Vorschein. Wir sehen, dass das für die
Branche wichtig ist“, sagt Winkler.
Gemeinsame Werbung
Ein weiteres Serviceprojekt für
die Mitgliedsbetriebe hat die Hogast im Oktober gestartet. Mit der
Plattform „We Are Austria“ ist die
Einkaufsgenossenschaft auch ins
Vermarktungsgeschäft eingestiegen. Ziel ist, dass die mehr als
2400 Mitgliedsbetriebe ihre Werbereichweite gemeinsam nutzen
können. Insgesamt beschäftigt die
Hogast 100 Mitarbeiter, der Umsatz inklusive dem Einkaufsvolumen der Mitgliedsbetriebe betrug
im Geschäftsjahr 2013/14 766,5
Millionen €.
[mana]
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Das Brauhaus Gusswerk stößt an die Kapazitätsgrenze.
HOF. Beim Brauhaus Gusswerk
jagt derzeit eine Investition die
nächste. Im Jänner bekam die kleine Bio-Bauerei aus Hof bei Salzburg zwei neue kleine Biertanks.
Diese ergänzen die Lagerkapazität, die erst im vergangenen Sommer mit drei 80 Hektoliter-Tanks
und einer Investition von knapp
100.000 € ausgebaut wurde.
Die nächste große Investition
bei der 2006 von Geschäftsführer
und Braumeister Reinhold Barta
gegründeten Kleinbrauerei steht
aber bereits unmittelbar bevor.
Anfang April soll eine neue Füllanlage im Brauhaus in Betrieb gehen. Kostenpunkt für den Ausbau:
450.000 €.
„Die alte Füllanlage ist am Limit. Geplant war die Erneuerung
für Ende 2016, ich habe sie aber
vorgezogen. Die Zeit für Investitionen ist gut“, erklärt Barta. Er
rechnet damit, dass seine Brauerei
den Wachstumskurs fortsetzen
kann. „Für uns ist das eine sehr
hohe Investition, das geht ans Eingemachte. Daher sollten wir noch
weiter wachsen“, sagt Barta. Die
Voraussetzungen dafür sind gut.
2014 wurde beim Umsatz eine
Million € erstmals überschritten,
nachdem der Umsatz 2013 bei
900.000 € gelegen war.
Klares Wachstumsziel
Freie Stellen im Gastgewerbe werden immer öfter online gesucht.
Die Grenze des Wachstums hat
Barta allerdings schon vorgezeichnet. Sie liegt bei rund 7000
Hektolitern Jahresproduktion. Aktuell produziert das Brauhaus
zwischen 2500 und 3000 Hektoliter jährlich. Die klare Grenze hat
für den Geschäftsführer und
Braumeister zwei Gründe: Einerseits sei dieses Volumen mit einer
Größenordnung von fünf bis
sechs Mitarbeitern in der Produktion noch gut machbar, andererseits stößt dann auch das Brauhaus in Hof an seine Grenzen.
Barta sei außerdem auch kein
Freund des Wachstums um des
Wachstums willen. „Mehr ist, finde ich, auch nicht notwendig. Ich
muss auch dann nur eine Familie
ernähren. Das passt dann so“, sagt
er.
Steigerung im Export
Schon jetzt beschäftigt das Unternehmen Gusswerk sieben Vollzeitmitarbeiter und vier Teilzeitkräfte. Das Wachstum will Barta
mit seinen bisherigen Schwerpunkten erreichen. Das sind der
Bio-Einzelhandel sowie der BierFachhandel.
Zusätzlich gibt es vereinzelt Kooperationen mit Salzburger SparMärkten. „2014 ist auch die Gastronomie aufgewacht, da haben
wir starke Steigerungen“, sagt
Barta. Und obwohl er den Export
nicht forciert, kommen auch aus
diesem Bereich rund fünf Prozent
des Umsatzes. Dabei beliefert
Barta neben mehreren europäischen Ländern auch außergewöhnliche Destinationen wie Japan oder China.
[mana]
salzburg@wirtschaftsblatt.at
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UNTERNEHMEN
NEU IM GESCHÄFT
LG SALZBURG
J.R.Fassadenmontage GmbH,
Raiffeisenstraße 9, 5061 Elsbethen-Glasenbach, FN 427570f. GF:
Josip Raguz. GS: J.R.Fassadenbau
GmbH.
Mario H shoes & more GmbH,
Linzergasse 32, 5020 Salzburg, FN
427442t. GF+GS: Mario Hötzendorfer. GS: Dagmar Olzinger,
Christine Hötzendorfer.
MEIKE OG, Bürgweg 153, 5424
Bad Vigaun, FN 427607i. GS: Thomas Meike, Mag. Michael Meike.
Muster Immobilien OG, Friedensstraße 6b/19, 5020 Salzburg, FN
427576p. GS: Gernot Muster, Elisabeth Muster.
NICAPUR Österreich Gesellschaft mbH, Innsbrucker Bundesstraße 71, 5020 Salzburg, FN
427126b. GF: Dr. Albert Schmidbauer. GS: Biogena Management
Holding GmbH.
P3 gmbh, Warwitzstraße 9, 5023
Salzburg-Gnigl, FN 427303m.
GF+GS: Jascha Popovic.
Philipp McAllister Einzelunternehmen, Raschlstraße 530, 5412
Puch bei Hallein, FN 427356s.
Inh.: Philipp Mc Allister.
PROGRES LOGISTIK und TRANSPORT GmbH, Sylvester-WagnerStraße 5, 5020 Salzburg, FN
427440p. GF: Simo Ilic. GS: Simo
Ilic.
WIEDERKEHR Handels-GmbH,
Membergerstraße 1, 5020 Salzburg, FN 427664v. GF+GS: Dietmar Wiederkehr.
Zöhrer Dach-Bau GmbH, Kugelhofstraße 11A, 5020 Salzburg, FN
427661p. GF+GS: Rudolf Zöhrer.
Hotel Lilienhof Einzelunternehmen, Siezenheimerstraße 62,
5020 Salzburg, FN 427350g. Inh.:
Jiayi Wang.
Quintax Andeßner-Angleitner
SteuerberatungsgmbH, Rainbergstraße 3A, 5020 Salzburg, FN
427305s. GF+GS: Mag. Christian
Andeßner-Angleitner.
Systemplan GmbH, Lehen 34 A,
5621 St.Veit im Pongau, FN
427453h. GF+GS: Hans-Peter
Klausner, Reinhold Klausner.
team Haustechnik GmbH, Kürsingerdamm 4, 5730 Mittersill, FN
427441s. GF+GS: Simon Schratl,
Norbert Seeber.
Top Inkasso Einzelunternehmen,
Lieferinger Hauptstraße 124a,
5020 Salzburg, FN 427575m. Inh.:
Waltraud Brückler.
i-teach-u consulting KG, Fischachstraße 40, 5201 Seekirchen
am Wallersee, FN 427158z. GS: Dr.
Anton Ramsauer. KOMM+Prok.:
Gisela Pschenitschnig.
Reinhard Hofmann Gesellschaft
mit beschränkter Haftung, Wastlgasse 340, 5542 Flachau, FN
427245b. GF+GS: Reinhard Hofmann.
rent a nurse Gesellschaft mbH,
Dr.Franz-Rehrlstraße 3, 5671
Bruck an der Großglocknerstraße,
FN 427359w. GF+GS: Johannes
Schützinger. GS+Prok.: Georg
Steger.
SCPS Einzelunternehmen, Gartenstraße 12, 5081 Anif, FN
427548y. Inh.: Christoph Schaffler.
SCHARBERT KG, Hintersee 26,
5324 Hintersee, FN 427157y. GS:
Walter Scharbert. KOMM: Barbara
Scharbert.
EINSTIEG - Bildung Beratung
Qualifizierung GmbH, Eberhard
Fuggerstraße 7, 5020 Salzburg,
FN 425131v. GF: Dr. Hartwig
Zauner. GS: EINSTIEG- Bildung,
Beratung, Qualifizierung.
Zoll & Logistik Gesellschaft mit
beschränkter Haftung, Münchner Bundesstraße 119, 5013 Salzburg-Liefering, FN 427244a.
GF+GS: Günther Kastner.
EINSTIEG - Einstieg ins Berufsleben Gesellschaft mbH, Eberhard
Fuggerstraße 7, 5020 Salzburg,
FN 425133x. GF: Dr. Hartwig
Zauner. GS: EINSTIEG- Einstieg ins
Berufsleben.
Fischerei Höplinger OG, Weißenbach 86/4, 5350 Strobl, FN
427300h. GS: Benedikt Höplinger,
Elfriede Höplinger.
Raiffeisen Salzburg Karrierecenter eGen, Schwarzstraße 13-15,
5020 Salzburg, FN 426715y Vors:
Dr. Günther Reibersdorfer, Anton
Huttegger, Nikolaus Huber., Mag.
Andreas Derndorfer, MBA MSc.
Saltcreek Offene Gesellschaft für
Softwareentwicklung, Jakob-Haringer-Straße 1, 5020 Salzburg,
FN 427480y. GS: DI Matthias Lackenbucher, DI Sebastian Gumpold.
Ban Thai KG, Brucker Bundesstraße 39, 5700 Zell am See, FN
427239v. GS: Vittavat Weruwanarak. KOMM: Vitti Haumer.
winbusters KG, Saggrabenweg 3,
5422 Heilbad Dürrnberg/Hallein,
FN 427218m. GS: David Gruber.
KOMM: Christian Gruber, Michael
Levente Csaki.
All in One Apartments Einzelunternehmen, Schmittenstraße
13, 5700 Zell am See, FN 426935x.
Inh.: Christoph Hausegger.
Karosserie und Kfz Technikzentrum Gaißau Weißenbacher &
Schnaitmann OG, Gaißau 398,
5425 Krispl, FN 426912m. GS: Josef Weißenbacher, Christian
Schnaitmann.
Massagefachpraxis
Silvana
Rauch KG, Maximiliangasse 1,
5020 Salzburg, FN 426333k. GS:
Silvana Rauch. KOMM: Patricia Bavart.
Motus Gesellschaft mit beschränkter Haftug, Gutshofweg
12/19, 5071 Wals bei Salzburg, FN
426339w. GF+GS: Jane Petrovic.
GS: Anna Dünstinger e.U.
Neumann Betriebs Gesellschaft
mbH, Seitling 83, 5571 Mariapfarr,
FN 426911k. GF+GS: Johann Georg
Neumann.
SAS FRIEDRICH, Zweigniederlassung Salzburg, Linzer Gasse 72a,
5020 Salzburg, FN 426592t.
Universal Data Einzelunternehmen, Georgenberg 426, 5431
Kuchl, FN 426938a. Inh.: Jens
Reindl.
Wurzerlift GmbH & Co KG, Nr.126,
5522 St.Martin am Tennengebirge, FN 425410d. GS: Wurzerlift
GmbH. KOMM: Georg Quehenberger, Andreas Paul, Rochus Krallinger, Reinhard Gfatterhofer, Rettenbacher KG.
L118 Hagenau Projektentwicklung GmbH, Linzer Gasse 10, 5020
Salzburg, FN 426815w. GF: Dr.
Franz Modrian, Ing. Sebastian
Neumayr. GS: Immobilien Bauträger AG.
Rainer Immobilien OG, Pirzbichl
1, 5771 Leogang, FN 426816x. GS:
Eva Rainer, Mag. Alexander Rainer.
Suchthilfe Klinik Salzburg gemeinnützige Gesellschaft mbH,
Ignaz-Harrer-Straße 88, 5020
Salzburg, FN 426818z. GF: Dr.
Gottfried Jakober. GS: Verein
Suchthilfe Salzburg.
XFL KG, Alpenstraße 107, Burgering House, 5020 Salzburg, FN
426775k. KOMM: Xiao Li. GS: Fuqun Liu.
Beletage Gesellschaft mbH, Söllheimer Straße 16, 5020 Salzburg,
FN 426587i. GF: Michael Mayer.
GS: MM Invest GmbH. GS: AC Invest GmbH.
BrandNeu Einzelunternehmen,
Edtsiedlung 213/01, 5531 Eben im
Pongau, FN 426702d. Inh.: Mag.
Manuela Brandstätter-Promok.
Forsthuber Hausbetreuung Gesellschaft mbH, Christophorusstraße 26, 5071 Wals bei Salzburg,
FN 426278f. GF+GS: Andrea Forsthuber.
E R Ö F F N E T E I N S O LV E N Z E N
LG SALZBURG
Alexander Eberl selbständiger
Handelsvertreter, Adnet 159,
5421 Adnet, Einzelfirma. MV: Dr.
Reinhard Huber, 5450 Werfen. (K)
Zoos Gastronomie Gesellschaft
mit beschränkter Haftung, Hellbrunnerstraße 73, 5081 Anif,
FN327788t. MV: Dr. Karin Wintersberger, 5020 Salzburg.
(K)
Schimek Electronics Vertriebsgesellschaft mit beschränkter
Haftung, Aumüllerweg 16, 5071
Wals, FN64419i. MV: Dr. Walter Aichinger, 5020 Salzburg.
(K)
Health Club Group GmbH, Giselakai 51, 5020 Salzburg, FN357378g.
MV: Dr. Paul Vavrovsky, 5020 Salzburg.
(SVE)
Mihaela Nitu Betreib. eines Reinigungsunternehmens, Kaiserschützenstraße 6/Top 33, 5020
Salzburg, Einzelfirma. MV: Dr.
Christoph KollerRechtsantwalt,
5201 Seekirchen.
(K)
UNSERHAUS Real Estate GmbH,
Griesgasse 2, 5020 Salzburg,
FN261615d. MV: Dr. Walter Aichinger, 5020 Salzburg.
(K)
Nikolaos Kyriakidis Gastwirt,
Gastronom, Hauptstraße 14, 5202
Neumarkt am Wallersee, Einzelfirma. MV: Dr. Michael Schubeck,
5020 Salzburg.
(K)
Michael Färbinger unbeschr.
haft.Ges. der M. Färbinger KG,
Marktstraße 32, 5660 Taxenbach,
Einzelfirma. MV: Dr. Reinhard Huber, 5450 Werfen.
(K)
Mario Feichtlbauer Inh.d.prot.
Fa. Detektiv und Sicherheitsunternehmen condor e.U. (FN
401540a), Stadlerseestraße 3,
5112
Lamprechtshausen,
FN401540a. MV: Dr. Christoph
Koller, 5201 Seekirchen.
(K)
Conergy Austria Gesellschaft
mbH, Nonntaler Hauptstraße 23,
5020 Salzburg, FN191212w. MV:
Dr. Gernot Franz Herzog, 5020
Salzburg.
(K)
SOMA - Systems Gesellschaft
mbH, Katzmoosstraße 26, 5161
Elixhausen, FN332279x. MV: Dr.
Günther Auer, 5110 Oberndorf
Salzburg.
(K)
Ing. Markus Leitner Inhaber
eines technischen Zeichenbüros,
Moosstraße 46D/6, 5020 Salzburg, Einzelfirma. MV: Dr. Gernot
Franz Herzog, 5020 Salzburg. (K)
Gerald Serra Betreiber eines Trockenausbau- und Stuckateurunternehmens, Sparkassenstraße 22, 5600 St. Johann/Pongau,
Einzelfirma. MV: Mag. Friedrich
Kühleitner, 5620 Schwarzach im
Pongau.
(K)
ASSET Liegenschaftsverwaltungs GmbH, Kirchboden 24,
5602 Wagrain, FN282327m. MV:
Dr. Wolfgang Hochsteger, 5400
Hallein.
(K)
Franz Jeßner Elektrotechniker u.
Alarmanlagenbauer, Spitzing 31,
5585 Unternberg, Einzelfirma.
MV: Mag. Markus Stranimaier,
5500 Bischofshofen.
(K)
Gerolf Russ, Markt 304, 5431
Kuchl, Einzelfirma. MV: Dr. Karin
Wintersberger, 5020 Salzburg.(K)
Interior & Co Geselllschaft mbH,
Gaisau 112, 5421 Adnet,
FN365522h. MV: Dr. Walter Aichinger, 5020 Salzburg.
(K)
Juma Group GmbH, Viehhauserstraße 32, 5071 Wals, FN310739w.
MV: Dr. Walter Aichinger, 5020
Salzburg.
(K)
Boban Urosevic Unternehmer,
Leonhard von Keutschachstraße
14/15, 5020 Salzburg, Einzelfirma.
MV: Dr. Wolfgang Kleibel, 5020
Salzburg.
(K)
M. Färbinger Kommandit Gesellschaft, Marktstraße 32, 5660 Taxenbach, FN28896w. MV: Dr. Reinhard Huber, 5450 Werfen.
(K)
SOWITEX Import & Export Handels GmbH, Marktstraße 38, 5660
Taxenbach, FN339592a. MV: Mag.
Alfred Hütteneder, 5630 Bad Hofgastein.
(K)
Gheorghe Ungur Betreiber eines
Trockenbauunternehmens, Ferdinand Porschestraße 3/14, 5020
Salzburg, Einzelfirma. MV: Dr.
Günther Auer, 5110 Oberndorf
Salzburg.
(SV)
Anton Egger Betreiber eines Fitnessstudios, Leopold Lugerstraße 1, 5760 Saalfelden, Einzelfirma. MV: Mag. Christoph Kaltenhauser, 5730 Mittersill.
(K)
RMBau GmbH, Salzachstraße
110a,
5721
Piesendorf,
FN343736w. MV: Dr. Wolfgang
Kleibel, 5020 Salzburg.
(SV)
(K) = Konkurs, (SV) = Sanierungsverfahren, (SVE) = Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung. Forderungen können u.a. beim Kreditschutzverband, 1120 Wien, Wagenseilgasse 7, angemeldet werden.
Tel: 050 1870-1000, Fax: 050
1870-99 1000; www.ksv.at
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MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
KONJUNKTUR
| 15
UMFRAGE
Die Zukunft bringt ...
Jeden Monat bitten wir Unternehmer und Manager aus führenden Betrieben um ihre Einschätzung der wirtschaftlichen Lage. Dieses Konjunkturbarometer bietet einen Einblick in die Entwicklung in Ihrem Bundesland.
CARL GERALD
SELMER
GESCHÄFTSFÜHRER SELMER
GMBH OBJEKTEINRICHTUNGEN
RUDOLF
HUBER
GESCHÄFTSLEITUNG
MASCHIENENRING SALZBURG
ALAIN
FAVEY
VORSTANDSSPRECHER
PORSCHE
AUSTRIA GMBH
BERNHARD
PAST
GESCHÄFTSFÜHRER
OPTIK PAST
GERNOT
BERNERT
MANAGING
DIRECTOR
HAGLEITNER
HYGIENE GMBH
ANDREAS
NEUHOFER
MARKETINGDIREKTOR
ORDERMAN GMBH
HERBERT
SIGL
JUNIOR-CHEF
RELAX
NATÜRLICH
WOHNEN GMBH
Wie schätzen Sie die
Konjunkturentwicklung
in den nächsten drei
Monaten ein?
Wie wird sich das Geschäft
in Ihrem Unternehmen in
den nächsten drei
Monaten entwickeln?
Suchen Sie aktuell
Mitarbeiter? Wenn ja, für
welche Bereiche werden
sie gesucht?
Da es geschneit hat, wird es
der Hotellerie gut gehen. Ein
Konjunkturpaket des Landes
wird die Wirtschaft stimulieren.
Wir schreiben stabil schwarze Zahlen. Wir haben nun aber
eine Werbeoffensive gestartet,
um Aufträge zu gewinnen.
Ein Chaffeur geht nach 20
Jahren Betriebszugehörigkeit
in Pension. Für ihn suchen wir
einen Nachfolger.
l Gleichbleibend auf einem
recht guten Niveau. Die Bäume wachsen nicht in den Himmel.
Die Schneefälle bringen uns
eine gute Auslastung im Winterdienst. Wir hoffen auf weitere Schneetage.
s Im Arbeiterbereich haben
wir immer Bedarf nach Saisonkräften für die Grünraumpflege
und Gartengestaltung.
l Niedrige Zinsen, gesunkene
Treibstoffpreise und weiterhin
geringe Arbeitslosigkeit wirken sich positiv aus.
Wir erwarten einen Neuwagenmarkt, der sich am Vorjahr
orientieren wird. Wir gehen
optimistisch in das neue Jahr.
s In erster Linie suchen wir
zur Zeit Mitarbeiter für den
IT- Bereich in der Porsche Informatik.
t Durch die nicht gelösten
Verkehrsprobleme in der
Stadt wird es Unternehmern
erschwert, Impulse zu sehen.
s Die Nachfrage nach Produkten höchster Qualität und Beratung ist ungebrochen. Das Geschäft wird sich gut entwickeln.
l Zur Zeit sind wir nicht auf
Mitarbeitersuche.
t Nach wie vor liegen Schatten über den Skigebieten. Das
wird der Region Belastungen
und Arbeitslosigkeit bringen.
s Aufgrund der Breite unserer
Märkte, der Innovationskraft,
verbunden mit Akquisitionen,
erwarten wir ein Wachstum.
s Das Job Börse Portal bei
Hagleitner ist voll mit vakanten Stellen. Die Suche ist bei
uns ein stetiger Prozess.
s In manchen Ländern stottert der Konjunkturmotor etwas, aber insgesamt sehe ich
die Entwicklung leicht positiv.
s Sehr positiv. Wir haben gerade die Weltpremiere eines neuen Handhelds gefeiert. Die Reaktionen sind sensationell.
s In ausgewählten Bereichen
ja, vor allem in unserer Forschungs- und Entwicklungsabteilung.
s Für unsere Branche ist die
Entwicklung sehr positiv. Die
Kunden legen ihr Geld vermehrt im eigenenHeim an.
s Mit einem Umsatzwachstum
von 30 Prozent hatten wir den
besten Jänner. Stark wird es auch
weitergehen.
l Im Moment nicht. Jetzt ist
zwar bei uns Urlaubssperre, wir
sind aber gut aufgestellt. Auch
im Vertrieb.
Foltinπ, Peroutkaπ (2), beigestellt (3), Hagleitner
16 |
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
FORUM
ONLINE-UMFRAGE
Gehen Sie im
Februar zu den
WirtschaftskammerWahlen?
6
32
%
62
n = 494 Stimmen; WirtschaftsBlatt
Ja
Nein
Weiß noch nicht
Grafik/Cmund
32 %
62 %
6%
Rund ein Drittel von 494
Lesern gibt vom 23. – 26. Februar bei den WK-Wahlen
seine Stimme ab. 62 Prozent gehen nicht wählen.
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Das Impulspaket
alleine reicht nicht
D
as vergangene Woche von der Landesregierung präsentierte Impulspaket 2015 ist wichtig und notwendig. Ob es ein
großer Wurf ist, wird sich erst zeigen. Das Paket hat ein
Volumen von 110 Millionen € und soll Investitionen von mehr als
350 Millionen € auslösen. Würden diese optimistischen Annahmen
zutreffen, könnte es tatsächlich wesentlich dazu beitragen, der
schwächelnden Konjunktur neuen Schwung zu verleihen.
Freuen darf sich vor allem die Bauwirtschaft. Die Regierungskoalition will nicht nur 40 Millionen € für eine Wohnbauoffensive locker machen. Sie hat sich auch offensichtlich dazu durchgerungen,
einige wichtige Infrastrukturprojekte, über die seit Jahren diskutiert wird, endlich zu verwirklichen. Dazu zählen etwa der Gitzentunnel in Bergheim oder die Verlängerung der Lokalbahn bis in
den Süden der Landeshauptstadt.
T
rotz dieser erfreulichen Aspekte kann das Impulspaket
aber bei weitem nicht alle Probleme des Wirtschaftsstandortes lösen. Mindestens genauso wichtig wie investitionsfördernde Anreize ist ein Abbau der bürokratischen Hürden, die
viele Unternehmer an den Rand der Verzweiflung treiben.
Salzburg ist weit entfernt von einem investitionsfreundlichen
Klima. Dazu nur ein Beispiel: Der Gewürzhersteller Zaltech sucht
jahrelang nach einem neuen Standort in Salzburg. Der Geschäftsführer verhandelt mit Bürgermeistern, der Raumordnung und der
Landespolitik. Vergebens - ein Grundstück in entsprechender Lage
und Größe ist nicht aufzutreiben, weil sich die Raumordnung querlegt. Am Ende bleibt dem Unternehmen nichts anderes übrig, als
nach Oberösterreich zu übersiedeln.
Dieses Beispiel zeigt, dass Salzburg Gefahr läuft, im Vergleich
zu anderen Bundesländern ins Hintertreffen zu geraten. Zu dieser
Entwicklung tragen auch die Genehmigungsverfahren für Betriebsanlagen bei, die speziell in der Landeshauptstadt viel zu lange dauern. Unternehmen, die im Wettbewerb stehen, haben ein Recht auf
faire und rasche Verfahren. Das Engagement und die persönliche Befindlichkeit der zuständigen Beamten dürfen dabei keine Rolle geben. Hier muss die Politik stärker als bisher ihre Verantwortung wahrnehmen.
HELMUT MILLINGER
salzburg@wirtschaftsblatt.at
FORUM
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
| 17
ZITAT
Eine Harmonisierung der Standards mit TTIP würde
nicht nur uns, sondern auch der Industrie viel bringen.
beigestellt
NICK KRAGULJAC
Marketing-Chef Zell-Metall, Wirtschaftbund-Pinzgau
ANGESPITZT
Illustration: Michael Riedler
WIRTSCHAFTSBLATT REGIONAL IHR TEAM
Markus Stingl [mast]
Leitet das Regionalressort im
WirtschaftsBlatt. Berichtet über
Gewerbe- und Wohnimmobilien.
Wolfgang Drucker [drw]
Der WirtschaftsBlatt-Redakteur
berichtet über IT-Themen und
Unternehmen.
Alexander Pfeffer [pepe]
Der Redakteur leitet das Ressort
Business-Talk in allen WirtschaftsBlatt-Publikationen.
markus.stingl@wirtschaftsblatt.at
wolfgang.drucker@wirtschaftsblatt.at
alexander.pfeffer@wirtschaftsblatt.at
Helmut Millinger [mill]
Der Journalist berichtet über
alle wirtschaftlichen Themen in
Salzburg Stadt und Land.
Claudia Peintner [clp]
Die Redakteurin berichtet über
Branchenthemen in den
Bundesländern.
Matthias Nagl [mana]
Der Journalist schreibt über Immobilien sowie Klein- und Mittelbetriebe aus der Region.
salzburg@wirtschaftsblatt.at
claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
salzburg@wirtschaftsblatt.at
Martina Madner [mad]
Die Arbeitsmarktexpertin
schreibt über Bildung, Landespolitik und KMU.
Daniela Müller [dam]
Die Journalistin berichtet über
kleine und mittlere
Unternehmen in Salzburg.
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Karl Schmid ist Ihr Ansprechpartner für Salzburg.
martina.madner@wirtschaftsblatt.at
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regionalverkauf.salzburg@wirtschaftsblatt.at, Telefon: 0676/871 970 363
REDAKTION salzburg@wirtschaftsblatt.at Telefon: 01/60 117-0, DW 305, Fax 259
18 |
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
FAMILIENUNTERNEHMEN
EXPERTENTIPP
ÜBERGABE
Strukturierte
Planung sichert die
Betriebsnachfolge
Unternehmensübergaben, sei es
im Familienkreis oder auch an
Externe, stellen vielfältige Herausforderungen an alle Beteiligte. Dies erfordert eine sorgfältige
und rechtzeitige Nachfolgeplanung. Die in der politischen Diskussion vermehrt vernehmbare
Forderung auf Wiedereinführung der Erbschafts- und Schenkungssteuer verstärkt den zeitlichen Druck, sich mit diesen
Fragen zu befassen.
Ungeachtet dessen sollte am
Beginn eines jeden Übergabeprozesses die Durchführung
einer sorgfältigen Untersuchung
der bestehenden Unternehmenssituation in den Bereichen Finanzen, Steuern, Recht und Geschäftsmodell aus Sicht des
Übergebers stehen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse schaffen mitunter unerwartete und
neue Einblicke in Bestehendes
und schützen vor unliebsamen
Überraschungen.
Häufig ist die Sicherung des
Fortbestandes des Familienunternehmens – oft verbunden
mit dem Wunsch der Altersversorgung des Übergebers – das
vorrangige Ziel einer Unternehmensnachfolge. Stehen keine familieninternen Nachfolger zur
Verfügung, ist auch ein Verkauf
an einen Dritten in Erwägung zu
ziehen. In jedem Fall ist es unerlässlich, eine objektivierte Vorstellung vom Wert des Unternehmens zu bekommen: im Verkaufsfall für die Erzielung eines
angemessenen Preises, in der familiären Nachfolge für die Einordnung der Übergabe als unentgeltlich oder entgeltlich, weil
sich daran unterschiedliche
steuerliche Folgen knüpfen.
Auch für die Ermittlung der Abfindungsansprüche weichender
Erben ist eine Unternehmensbewertung in der Regel unerlässlich. Grundlage und damit unverzichtbarer Bestandteil jeder
Unternehmensbewertung ist die
Aufstellung und Plausibilisierung einer integrierten Unternehmensplanung. Erst die aus
einer sorgfältigen Unternehmensbewertung abgeleiteten Erkenntnisse können Ausgangspunkt für eine strukturierte und
steueroptimierte Nachfolgeplanung wie Rentenvereinbarungen, Kaufpreise, Vermögensaufteilung und Abfindungszahlungen sein. Auch der gewählten
Rechtsform ist große Bedeutung
beizumessen.
„Mein Rat ist,
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
FAMILIENUNTERNEHMEN
| 19
rechtzeitig zu beginnen“
beigestellt (3)
Der Generationenwechsel
ist eine der größten Herausforderungen für ein
Familienunternehmen.
Beim Vorarlberger Logistiker Gebrüder Weiss lief
der Übergabeprozess über
sieben Jahre hinweg.
VON MARKUS STINGL
Nichts übereilen
Die Vereinbarung von Rentenansprüchen oder die Einräumung von Fruchtgenussrechten
können im Falle der Wiedereinführung einer Erbschaftssteuer
deren Bemessungsgrundlage reduzieren. Für alle mit der Unternehmensübernahme verbundenen Belastungen muss letztlich
der erwartbare Cash Flow nach
Investitionen eine ausreichende
Finanzierbarkeit gewährleisten
– und zusätzlich sollte auch noch
ausreichend Liquidität für die Finanzierung eines angemessenen
Lebensunterhaltes des Nachfolgers verbleiben.
Zu warnen ist jedenfalls vor
einer überhasteten Unternehmensübergabe im Lichte alter
und in Erwartung neuer Steuern.
Ist das Familienunternehmen
ohne sorgfältige Vorbereitung
einmal übertragen, können die
aus einer nachträglichen Änderung der Struktur oder aufgrund
familieninterner Spannungen resultierenden Kosten die ersparten Steuern um ein Vielfaches
übersteigen.
THOMAS
WALTER
Tax Partner
KPMG
I
n den vergangenen Jahrhunderten war die Betriebsübergabe einfacher,
weil die Vorgänger früher
gestorben sind“, konstatiert Heidi Senger-Weiss
recht sachlich. Sie weiß, wovon
sie spricht: Fast 500 Jahre bevor
sie 1968 mit ihrem Gatten Paul die
Agenden des Vorarlberger Logistikunternehmens übernahm, starteten ihre Vorfahren ein Transportunternehmen: den Mailänder
Boten. 22 Generationen lang ist
die Familie Weiss bereits im Bereich Mobilität und Transport tätig, seit 1823 ausgeflaggt als Gebrüder Weiss.
Ende 2004, nach 36 Jahren in
der operativen Führung, hat sich
das Ehepaar in den Aufsichtsrat
zurückgezogen. „Unser Generationenwechsel war der erste geplante“, sagt Senger-Weiss. Man
habe die Zeichen der Zeit erkannt:
„Wir waren fast zwei Jahrzehnte
immer die Jüngsten in der Branche, plötzlich waren die Ansprechpartner immer öfter
Gleichaltrige. Und wenn sich immer mehr wesentlich Jüngere darunter mischen – dann ist es an
der Zeit!“ Es gehe auch darum, in
Ende 2004 übergab Heidi Sengereiner immer schnelllebigeren Zeit
modern zu bleiben.
Gemischtes Management
„Mein Rat ist, rechtzeitig zu beginnen.“ Bei Gebrüder Weiss hat
der Prozess sieben Jahre gedauert.
Initiiert wurde er 1997 mit einer
Novität: Erstmals in der Unternehmensgeschichte wurde externes Know-how in das Top-Management geholt, die Geschäftsführung von zwei auf vier Personen erweitert. „So konnte sich die
gesamte Organisation daran gewöhnen, dass auch jemand anderer als nur Familienmitglieder
‚dort oben‘ sitzt“, sagt SengerWeiss. „Ab einer gewissen Größe
eines Familienbetriebs finde ich
ein gemischtes Management erstrebenswert.“ Allerdings sollte
zumindest ein Familienmitglied
operativ tätig sein, „sonst ist es
kein echtes Familienunternehmen
mehr“.
Rund fünf Jahre vor dem „Tag
X“, wie ihn Senger-Weiss nennt,
wurden Gespräche mit „der Jugend“ geführt und Aufbau- und
Einarbeitungsprogramme festgelegt. Erfreulicherweise zeigten alle Kinder Interesse am Unterneh-
Weiss das Steuer bei Gebrüder Weiss an die nächste Generation (im Bild rechts mit Vorstandsvorsitzendem Wolfgang Niessner).
men – die finale Entscheidung
über die Nachfolge lag aber beim
Aufsichtsrat. An diesen Prozessen
hatten auch externe Begleiter, ein
Rechtsanwalt und ein Wirtschaftsprüfer, mitgewirkt, „beide Vertrauenspersonen für alle Beteiligten“.
So mancher wird verkaufen müssen, um die
Steuer zu bezahlen.
Nicht mehr aufschiebbar
Vier Jahre vor der Übergabe wurde das gesamte leitende Management darüber informiert. „Dies
hatte auch den Vorteil, dass man
selber nicht mehr nachträglich das
Datum aufschieben kann“, sagt
Senger-Weiss und schmunzelt. Ende 2004 rückten die beiden Söhne
Wolfram und Heinz in die Geschäftsführung. Fazit von SengerWeiss: „Heute, zehn Jahre danach,
können wir sagen, dass wir den
Übergabeprozess gut aufgesetzt
haben und sich das Unternehmen
sehr erfolgreich entwickelt.“
Eine aktuelle Entwicklung ist
ihr ein Dorn im Auge: die Diskussion um die Einführung der Erbschaftssteuer. „Es ist ja schon so
für Familienbetriebe schwierig
genug, geeignete Nachfolger zu
finden und zu motivieren“, ärgert
sie sich. Senger-Weiss fürchtet um
den Fortbestand von Traditions-
HEIDI SENGER-WEISS
AUFSICHTSRATCHEFIN
GEBRÜDER WEISS
Zwei Generationen an einem Tisch (v.l.): Aufsichtsräte Heidi und
Paul mit Vorständen Heinz und Wolfram Senger-Weiss.
unternehmen: „So mancher Nachfolger wird verkaufen müssen, um
die Steuer zu bezahlen. Dann wird
es wohl mehr internationale
Großkonzerne in Österreich geben – mit allen Unsicherheiten bezüglich der Arbeitsplätze.“
Den Autor des Artikels erreichen Sie
unter markus.stingl@wirtschaftsblatt.at
Die Serie „Familienunternehmen“
wird von der WirtschaftsBlatt-Redaktion in völliger Unabhängigkeit
inhaltlich gestaltet und erscheint in
Kooperation mit KPMG.
n
CHRONIK
■ 1330 Die Wizze (Weiss) werden
erstmals in einer Steuerliste des
Stiftes St. Gallen genannt.
■ 1474 wird der Mailänder Bote,
den die Familien Vis (Weiss) und
Spehler betreiben, zur regelmäßigen Einrichtung. 1788 nutzte auch
Dichter Wolfgang von Goethe die
Dienste des Unternehmens.
■ 1823 wird die Spedition Gebrüder Weiss offiziell gegründet.
■ 1969 übernehmen Heidi und
Paul Senger-Weiss die Führung des
Unternehmens. Die beiden sind damals erst 27 Jahre alt.
■ 1997 wird die Geschäftsleitung
erstmals um externe Manager erweitert. Ende 2004 ziehen sich
Heidi und Paul in den Aufsichtsrat
zurück, ihre Söhne Paul und Heinz
rücken in den Vorstand nach. 2011
setzte der Konzern erstmals mehr
als eine Milliarde € um.
20 |
FOKUS
KO M M E R Z I E L L E R T H E M E N S C H W E R P U N K T
FOKUS
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
FORSCHUNG &
ENTWICKLUNG
Colourbox
Österreichs Forschungsquote
unter den Top-fünf in der EU
Unternehmen tragen mit ihren Investitionen maßgeblich dazu bei, dass die heimische
F&E-Quote weiterhin erfreulich hoch bleibt.
VON CHRISTIAN LENOBLE
R
und 9,3 Mrd. € werden die österreichischen Bruttoinlandsausgaben für
Forschung und experimentelle Entwicklung (F&E)
nach der jüngsten Schätzung von
Statistik Austria im Jahr 2014 betragen. Gegenüber 2013 würden
die Gesamtausgaben somit um
2,7 Prozent höher ausfallen. Ein
positiver Befund, der sich auch
in der heimischen Forschungsquote niederschlägt. Mit 2,88
Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt hält der Trend des starken Anstiegs in den letzten zwei
Jahrzehnten an. Im EU-Vergleich
liegt Österreich damit hinter
Finnland, Schweden, Dänemark
und Deutschland an fünfter Stelle, vor allen anderen EU-Staaten
und deutlich über dem Durchschnitt der EU-28 von 2,06 Prozent. „Je höher die Forschungsquote, desto höher sind das
Wachstum und die Krisenresis-
tenz“, bringt Wirtschaftsminister
Reinhold Mitterlehner die Bedeutung dieser zentralen Maßzahl für den F&E-Mitteleinsatz
auf den Punkt.
Um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen, Österreich in
der Spitzengruppe der innovativsten Forschungsländer Euro-
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
pas zu führen, bedarf es gemeinsamer Anstrengungen von öffentlichen und privaten Institutionen, Hochschulen und Unternehmen. Insbesondere letztere
leisten einen entscheidenden
Beitrag, um gerade in Krisenzeiten eine gesunde wirtschaftliche
Basis für die Zukunft zu legen.
Mit mehr als vier Mrd. € Forschungsausgaben (knapp 45 Prozent der gesamten Bruttoinlandsausgaben für F&E) ist der Unternehmenssektor nach wie vor der
quantitativ wichtigste volkswirtschaftliche Sektor für die Finanzierung der Forschung in Österreich. Unternehmen, die in Forschung investieren, sorgen für höhere Beschäftigung und machen
Umsatzeinbrüche schneller wett,
lautet unisono der Tenor von Experten. Gemäß dem Ergebnis
einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO), bei der
600 heimische Betriebe befragt
wurden, erhöhen Unternehmen,
die mehr als fünf Prozent ihres
Umsatzes für Forschung und Entwicklung ausgeben, die Zahl ihrer
Beschäftigten im Schnitt um mehr
als vier Prozent pro Jahr.
Besonders deutlich zeigt sich
die Beschäftigungswirkung bei
den Forschungs- und technologieorientierten Start-up-Unternehmen. Hier wird ein Wachstum der
Beschäftigungszahl verzeichnet,
das um jährlich 30 Prozent liegt.
KO M M E R Z I E L L E R T H E M E N S C H W E R P U N K T
Allgemein gilt für forschungsfreudige Firmen: Umsatzeinbrüche
werden schneller kompensiert
und neue Investitionschancen rascher gefunden, nicht zuletzt aufgrund eines höheren Exportanteils.
SEBASTIAN HUBER
ABTEILUNGSLEITER
LAND SALZBURG
Wissenstransfer
Verschiedene Initativen in den
Bundesländeren verdeutlichen
diese Strategie: „Forschung und
Entwicklung ist nicht nur großen
Unternehmen und Forschungseinrichtungen vorbehalten.
Enormes Potenzial liegt vor allem auch in den innovativen kleinen und mittleren Betrieben“,
bemerkt dazu Sebastian Huber,
Leiter der Abteilung Wirtschaft,
Tourismus und Gemeinden im
Land Salzburg. Mit speziellen
Förderprogrammen des Landes
sowie des Bundes und mit Innovationsberatung durch das ITGInnovationsservice werden
Unternehmen bei der Umsetzung von betrieblichen Innovationsprojekten und beim Einstieg
in F&E-Aktivitäten unterstützt.
„Mit der Förderaktion Trans4Tec
wird beispielsweise den regionalen Betrieben der Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen
und neuesten wissenschaftlichen
Erkenntnissen ermöglicht. Forciert wird dabei der Wissenstransfer vor allem zwischen Salzburger Unternehmen, ForColourbox
Einen wichtigen Bestandteil der Forschung bildet der
Wissenstransfer zwischen Unternehmen und Universitäten.
Forschungspotenzial liegt auch bei innovativen KMU
Land Salzburg
FOKUS
| 21
schungseinrichtungen wie Universitäten oder Fachhochschulen
sowie außeruniversitären Einrichtungen“, erläutert Huber.
Forschungsarbeit
Als Beispiel eines Protagonisten
des erfolgreichen Wissenstransfers kann etwa das unabhängige
Forschungsinstitut Salzburg Research dienen. „Wir unterstützen
Unternehmen bei der Entscheidungsfindung nach dem Stand der
Wissenschaft. Unsere Forschungsarbeit kommt jährlich in
rund 80 europäischen und österreichischen Forschungsaufträgen
und gemeinschaftlichen F&E-Projekten zum Einsatz“, so Salzburg
Research Geschäftsführer Siegfried Reich. Der Forschungsschwerpunkt liegt dabei im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien
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22 |
FOKUS
(IKT). Zum Thema Industrial
Internet wird etwa der aktuelle
Stand, der Nutzen und die Möglichkeiten der österreichischen
Instandhaltungsbranche in Bezug
auf den großen Hype „Industrie
4.0“ hin untersucht. Im Anfang
2015 gestarteten Forschungsvorhaben „ZentrAAL“ geht es um
den Aufbau eine Testregion für
AAL-Technologien in Salzburg.
Ziel ist es, ein erweiterbares Softwaresystem zur Unterstützung
des selbstbestimmten Alterns
über einen längeren Zeitraum zu
testen. Beim europäischen Forschungsvorhaben „Confidence“
wurde wiederum zuletzt ein digitales Assistenzsystem für Smartphones entwickelt, das älteren
Menschen mit Demenz dabei helfen soll, den Alltag möglichst
selbständig zu meistern. „Unsere
besonderen Stärken liegen in der
KO M M E R Z I E L L E R T H E M E N S C H W E R P U N K T
System- und Anwendungskompetenz, mit Fokus auf e-Health, eTourismus, e-Energy und Industrial Internet“, so Reich.
Schnittstelle
Wie im Sinne der Spitzenforschung ein Schulterschluss zwischen Bund, Land und Universitäten aussehen kann, zeigt auch
das steirische Forschungsprojekt
„Zentrum am Berg“ (ZaB). Errichtet wird als Schnittstelle zwischen
Wissenschaft (Montanuniversität
Leoben) und Wirtschaft ein europäisches Forschungs-, Entwicklungs- und Prüfzentrum für den
Bau und Betrieb von Untertageanlagen. Zudem soll das Zentrum
als internationales Trainings- und
Seminarzentrum dienen. Seitens
des Bundes werden dafür sechs
Millionen Euro zur Verfügung gestellt. „Das Research@ZaB ist die
European Core Facility für Forschung und Entwicklung im
Untertagebau“, heißt es im Mission Statement der Montanuni
Leoben.
Salzburg Research
Siegfried Reich, Geschäftsführer
Salzburg Research
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MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
Ziel ist es, Erkenntnisse zu neuen Tunnelbaumethoden oder zur
Verwendung neuer Materialien
ebenso zu bekommen wie Erkenntnisse zu klassischen Infrastruktur-Themen wie Sicherheit
oder Umweltverträglichkeit. „In
einer traditionellen Industrie- und
Bergbau-Region wird HightechForschungsinfrastruktur geschaffen. Hier zeigt sich, dass Forschungspolitik auch Standortpolitik bedeutet“, meint dazu Technologieminister Alois Stöger. Denn
vom ZaB, das Österreichs Rolle als
weltweit führendes Land in Sachen Tunnelbau-Knowhow stärken soll, erhofft sich auch die
Steiermark eine wirtschaftliche
Stärkung. Insbesondere für die Region rund um den steirischen Erzberg sollten vom Zentrum am
Berg regionalpolitische Impulse
gesetzt werden.
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KO M M E R Z I E L L E R T H E M E N S C H W E R P U N K T
FOKUS
| 23
Fakten zu den F&E-Ausgaben in Österreich
Colourbox
WIEN. Laut Schätzung der Statistik Austria erhöhte die öffentliche
Hand 2014 ihre Forschungsfinanzierung um rund zwei Prozent,
während die Unternehmen um 3,6
Prozent zulegten. Im Unternehmenssektor wuchsen die Ausgaben auf rund 5,7 Mrd. € an, im
Hochschulsektor um 8,5 Prozent
auf rund 2,2 Mrd. €. Der öffentliche Sektor finanziert mehr als ein
Drittel (36,4 Prozent)der gesamten
F&E-Ausgaben, auf die Europäische Union entfallen 1,8 Prozent.
Im Unternehmenssektor beruhen die Zuwächse sowohl auf der
wachsenden Zahl forschungsaktiver Unternehmen als auch auf
der gleichzeitigen Intensivierung
von F&E-Aktivitäten bestehender
Unternehmen investierten 2014
rund 5,7 Mrd. € in Forschung
Unternehmen. Trotz dieser Verbreiterung der Forschungsbasis
bleiben die F&E-Ausgaben im
Unternehmenssektor hoch konzentriert. Dieses auch im internationalen Vergleich zu beobachtende Faktum unterstreicht den
Einfluss einer beschränkten Zahl
von Großunternehmen in der
Forschungslandschaft.
Der Unternehmenssektor finanzierte auch 2011 den überwiegenden Anteil seiner F&E-Ausgaben – nämlich rund 3,7 Milliarde Euro (64,8 Prozent) – aus
eigenen Mitteln. Auf das Ausland
entfällt ein im internationalen
Vergleich hoher Finanzierungsanteil von etwa 22 Prozent, der
wiederum zum allergrößten Teil
aus Unternehmen kommt. Einen
wesentlichen Beitrag zur beobachtbaren Dynamik der F&EAusgaben im Unternehmenssektor (wie auch zu deren Stabilisierung in der Krise) leisteten die
unternehmensbezogenen F&EFörderungen: Bei der letzten
Vollerhebung (2011) wurden
rund 13 Prozent (756 Millionen
Euro) der Unternehmens-F&E
durch die öffentliche Hand finanziert, was einer deutlichen Steigerung von gegenüber 2009 entspricht.
Die Ausweitung der Forschungsförderung, hat zu einer
deutlichen Verschiebung des Einsatzes öffentlicher Fördermittel
beigetragen.
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FOKUS
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Heimische Forschung ist
in 61 Clustern organisiert
S
eit vielen Jahren arbeitet
das Halleiner Ingenieurbüro Andata mit Audi und
Volkswagen zusammen. 2009
wurde die Automotive Safety
Technologies GmbH (ASTech)
als gemeinsames Tochterunternehmen gegründet, um Softwarelösungen für die Integrale Fahrzeugsicherheit zu entwickeln und
zur Serienreife zu bringen. Mitarbeiterstand als auch Umsatz
steigen seitdem von Jahr zu Jahr
konstant an. Nur eines von zahllosen Beispielen, die stellvertretend illustrieren, wie erfolgsver-
sprechend Kooperationen von
forschungsbasierten Unternehmen sein können. Die Basis dafür,
firmeneigene Stärkefelder national wie international einbringen
und ausweiten zu können, legen
oftmals branchenübergreifende
Cluster-Netzwerke.
In den letzten Jahren sind in Österreich zahlreiche Cluster- und
Netzwerk-Initiativen zur Stärkung der heimischen Wirtschaft
entstanden. Laut Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung
und Wirtschaft gibt es derzeit 61
Clusterinitiativen, in denen zirka
7000 Unternehmen mitwirken,
die rund 825.000 Mitarbeiter beschäftigen. Die Themenpalette ist
reichhaltig, die Initiativen fokussieren auf die wirtschaftlichen
und technologischen Stärkefelder
in Österreich, wie etwa Mobilität,
Werkstoffe, Mechatronik und Informations- und Kommunikationstechnologien, Umwelt- und
Energietechnologien. Eine besondere Stärke hat sich in den letzten
Jahren zudem im Bereich Life Science herausgebildet. So existieren in fünf Regionen – Wien, Graz,
Tirol, Nieder- und Oberösterreich
– international angesehene Hot
Spots, die unter der Dachmarke
„Life Science Austria“ zusammengefasst sind und intensiv miteinander kooperieren.
Treibende Kraft
Die regionalen Netzwerke erweisen sich dabei als wesentliche
Faktoren für die Wirtschaftskraft
der Länder und ihrer Unternehmen. Als Exempel dient etwa der
steirische HumantechnologieCluster, der vor nunmehr zehn
Jahren ins Leben gerufen wurde.
Mittlerweile hat sich die Branche,
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FOKUS
| 25
Colourbox
Im steirischen Humantechnologie-Cluster wird Spitzenforschung betrieben.
in der aktuell rund 130 Unternehmen mit rund 14.800 Mitarbeitern
einen Jahresumsatz von knapp
drei Mrd. € erwirtschaften, als
eines von drei Leitthemen der
steirischen Wirtschaftspolitik herauskristallisiert.
Und der Zustrom an neuen Cluster-Mitgliedern hält an. Ein Beispiel dafür ist des Salzburger Ingenieurbüro Catra Health Care Technology mit Fokus auf Medizin- und
Pharmatechnik neu. „Wir wollen
uns im Bereich des Pharmaceutical
Engineering positionieren. In
Europa gibt es dafür nur eine Expertengruppe und die ist das K1Kompetenzzentrum RCPE in
Graz“, meint Catra CEO Karl Gruber, der mit seinem Unternehmen
soeben einen Standort in Graz eröffnet hat und dort in den nächsten
beiden Jahren zehn zusätzliche
Mitarbeiter beschäftigen wird.
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26 |
BRANCHENREPORT
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MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
BRANCHENREPORT
| 27
colourbox.de, beigestellt
KUNSTHANDWERK
Innovationen halten
die Branche trotz
Problemen am Leben
Die Zahl der Uhrmacher und Goldschmiede ist zuletzt zurückgegangen. Dennoch
haben Kunsthandwerksbetriebe keinen Grund zu jammern. Vorausgesetzt, es
gelingt, mit innovativen Produkten und Services die Kunden anzusprechen.
VON WOLFGANG DRUCKER
P
robleme gebe es in der
Branche genügend,
sagt Hartwig Rinnerthaler, Salzburgs Innungsmeister für
Kunsthandwerker. Die
neue Konkurrenz durch viele kleinere und Nebenerwerbsschmuckhersteller ist dabei noch das
kleinste. Es werde zwar nicht gerne gesehen, wenn beispielsweise
bei Advent- oder Ostermärkten
auch viele Private Schmuck verkaufen, heißt es. Die großen Probleme der Branche sind das allerdings nicht. „Das Kaufverhalten
hat sich völlig geändert“, sagt Rinnerthaler. Schmuck und Kunsthandwerk werde immer häufiger
aus dem Urlaub mitgebracht: Die
Kunden seien hier besonders
spendabel und achteten weniger
auf Qualität. Zu Hause werde
dann eher gespart, sagt Rinnerthaler. Und dennoch: Grund zum
Jammern sei das nicht. Das sehen
auch Unternehmer wie Andrea
Kratzwald, Christian Fuchs oder
Klaus Messerklinger so.
Die Umsätze der Branche waren zuletzt immerhin relativ stabil. Österreichweit haben Kunsthandwerker – zur Branche zählen
neben Goldschmieden auch Uhrmacher, Musikinstrumenten-
bauer, Buchbinder und Hersteller
von kunstgewerblichen Gegenständen – im vergangenen Jahr
nach Angaben der KMU-Forschung Österreich rund 541 Millionen € erwirtschaftet.
Weniger Betriebe
Zurückgegangen ist bei einigen
Berufsgruppen der Branche aber
die Anzahl der Betriebe. So hat
vor allem die Zahl der Goldschmiede und Uhrmacher in den
vergangenen fünf Jahren abgenommen. Gab es im Bundesland
2009 noch 74 Goldschmiede und
32 Uhrmacher, waren es im vergangenen Jahr noch 68 und 28.
„Nicht jeder Juwelier leistet sich
noch einen Goldschmied“, sagt
Rinnerthaler. Große Händler greifen bei Reparaturen eher auf
selbstständige Meister zurück.
Und gehen Handwerker in Pension, werden die Unternehmen
kaum übernommen. Kaum ein
Jungunternehmer bekomme noch
einen Kredit, um das teure Warenlager eines Juweliers oder eines
Uhrmachers zu übernehmen, sagt
der Innungsmeister.
Positiver fällt die Einschätzung
der Branche bei den Salzburger
Unternehmen aus. Als sich die
Goldschmiedin Andrea Kratzwald
mit einer Geschäftspartnerin vor
zwölf Jahren selbstständig machte,
habe sie gehofft, dass Umsatz und
Gewinn für zwei Personen ausreichen. Zu den Zahlen möchte die
Unternehmerin keine Angaben
machen: Zuletzt seien die Umsätze
leicht rückläufig gewesen.
Dieses Jahr sei aber gut angelaufen und ihr Team ist mittlerweile auf insgesamt sechs Personen angewachsen. Sie hat auch
selbst Lehrlinge ausgebildet, die
nun im Unternehmen arbeiten.
Mit selbst hergestellten Trachtenund Jagdschmuck hat sich die
Unternehmerin einen Namen gemacht und ein gutes Geschäft aufgebaut. „Tradition wird von der
Jugend wieder mehr gepflegt“,
sagt Kratzwald. In Kombination
mit Handelsware und einem guten Kundenservice, sei die Situation nicht schlecht, sagt die Goldschmiedin. Ausbauen allerdings
möchte sie nicht: „Ein zweites Geschäft ist für uns nicht erstrebenswert“, sagt Kratzwald.
Neue Kunden
Eine Nische hat auch Christian
Fuchs für sich entdeckt. Der
Buchbinder hat vor einigen Jahren
eine eigene Bindung für Speisekarten entwickelt und wurde
Für Goldschmiede wird
die Betriebsübernahme oft
zum Problem.
Kredite für das
Warenlager
sind schwer zu
bekommen.
ZAHL
541
Millionen €
■ Die Umsätze der Kunsthandwerksbetriebe lagen laut KMU Forschung Austria zuletzt bei rund 541
Millionen €.
5223
Betriebe
■ In Salzburg gab es 2014 insgesamt 5223 Kunsthandwerksbetriebe. Rückgänge gab es bei Goldschmieden und Uhrmachern, Zuwächse bei Schmuckherstellern.
Meisterprüfung. Mögliche Abschaffung erhitzt die Gemüter
Seit im Dezember 2012 die Fotografenbranche vom Verfassungsgerichtshof zum freien Gewerbe
erklärt wurde, geht bei österreichischen Branchevertretern die
Angst um: Welche Meisterprüfung fällt als Nächstes?
In Deutschland wurde 2004 in
53 von 94 Handwerksberufen die
Meisterprüfung abgeschafft,
unter anderem für Fliesenleger,
Schneider und Kosmetiker. In
Österreich sprechen sich die
Grüne Wirtschaft sowie die Neos
für die Öffnung einiger handwerklicher Gewerbe aus. Ihr Ansatz: Der Markt regle die Qualität
von selbst. Nach einer Erhebung
Recherchen des WirtschaftsBlatts Regional ergeben haben. In
der Wirtschaftskammer will man
von einer Abschaffung des Meisters nichts hören. „Wir sind der
Meinung, dass wir Qualität nur
mit den bestehenden Meisterprüfungen halten können“, sagt Bundesinnungsmeister Hans Joachim
Pinter. Man dürfe den Handwerksmeister nicht mit dem akademischen Titel Bachelor gleichsetzen, denn der Meister stehe
stärker für handwerkliche Qualität. Das sei längst ein wichtiges
Verkaufsargument. [tasp/drw]
im Vorjahr liegt Österreich mit
265 reglementierten Berufen EUweit auf Platz acht vor Deutschland mit 245. Die meisten Reglementierungen gibt es in Polen
(640), die wenigsten in Estland.
Qualität halten
Hinter vorgehaltener Hand ist
bereits davon die Rede, dass einige Meisterprüfungen bald
schon wegfallen könnten. Österreich müsse einer EU-Verordnung entsprechen, heißt es in Gesprächen. Auf EU-Ebene werden
die österreichische Gewerbeordnung und die Meisterprüfungen
derzeit aber nicht diskutiert, wie
Innungsmeister Hans Joachim
Pinter: „Müssen Qualität halten.“
teresa.spari@wirtschaftsblatt.at
28 |
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
BRANCHENREPORT
Beigestellt (4)
Das Kaufverhalten der Kunden
hat sich völlig verändert.
Schmuck wird nun zumeist im
Urlaub gekauft.
Tradition wird von der Jugend
wieder mehr gepflegt. Jagdschmuck und regionale Produkte
werden stärker nachgefragt.
Ich sehe große Chancen für das
Handwerk. Die große Depression
ist vorbei. Es gibt wieder einen
Gegentrend zur Nachhaltigkeit.
HARTWIG RINNERTHALER
ANDREA KRATZWALD
CHRISTIAN FUCHS
LANDESINNUNGSMEISTER
GESCHÄFTSFÜHRERIN SCHMUCKKASTL
GESCHÄFTSFÜHRER BUCHBINDEREI FUCHS
damit in die Listung eines Gastronomiegroßhandels aufgenommen. Wirtschaftlich habe sich das
ausgezahlt. Heute beschäftigt
Fuchs 25 Mitarbeiter und hat sich
damit zu einem der größeren
europäischen Buchbinder-Handwerksbetriebe entwickelt. Der
Umsatz lag zuletzt bei rund 1,6
Millionen € und war eher konstant, sagt Fuchs: „Ich sehe nun
große Chancen für das Handwerk.
Die große Depression ist vorbei.“
Viel mehr sei jetzt ein Gegentrend
zu Nachhaltigkeit und Regionalität immer stärker. Davon können
auch die Kunsthandwerker stark
profitieren. Vorausgesetzt sie
schaffen es flexibel zu sein und
auf innovative Produkte zu setzen,
sagt Fuchs. Nach den Speisekarten hat er nun eine Lederbindung
für Tablet-PCs entwickelt. Vor allem bei Firmenkunden aber auch
in der Gastronomie sei das Produkt beliebt, sagt der Buchbinder.
Hotels wie das Imperial oder das
Bristol gehören zu den Kunden.
Bei den Uhrmachern hingegen
ist die Situation etwas durchwachsener. Auch sie arbeiten meist als
Selbstständige für Händler, er-
zählt Klaus Messerklinger, Geschäftsführer des Uhrhändlers
Archides. Mit gutem Service gelinge es vielen zwar Kunden zu
binden. Mit Uhren bewege man
sich aber auch oft in einem Luxussegment, das konjunkturellen
Schwankungen unterliegt. Wenn
heuer russische Skigäste auf den
Einkaufstag in der Stadt verzichten, dann sind davon auch die Uhrenhersteller und -verkäufer betroffen. Das sei aber nur ein Thema, das ihn beschäftigt, erzählt
Messerklinger. Denn man habe
gerade ein ganz besonderes Uh-
renprojekt in Planung: Zwölf Uhren sollen auf den Markt kommen,
die mechanisch das Osterdatum
bis ins Jahr 2100 berechnen können. Das Projekt sei eine enorme
Herausforderung. Bei einem Verkaufspreis von rund 300.000 €
könnte es sich aber auszahlen.
Eine Uhr wurde bereits bestellt
und eine weitere wird dem Papst
geschenkt, sagt Messerklinger.
Die Genehmigung dafür gibt es
ebenfalls bereits.
Die Autor des Artikels erreichen Sie
unter wolfgang.drucker@wirtschaftsblatt.at
Nachgefragt. „Für Profis gibt es enorme Wertschätzung“
WirtschaftsBlatt: Sie haben sich
als Trendforscher intensiv mit der
Zukunft von Handwerksbetrieben
beschäftigt. Wie schätzen Sie die
Zukunft des Kunsthandwerks ein,
und was müssen die Betriebe bereits jetzt unternehmen, um erfolgreich zu bleiben?
Thomas Huber: Bereits seit einigen Jahren erleben wir Entwicklungen, die für das Handwerk
sehr positiv sein können. Der Doit-yourself-Ansatz – also der
Trend, dass die Menschen immer
mehr selbst herstellen – wirkt auf
den ersten Blick wie neue Konkurrenz. Er zeigt aber längerfristig auch, dass es wieder ein stärkeres Bedürfnis nach handwerklich produzierten Produkten gibt.
Also gibt es plötzlich nicht nur
neue Konkurrenten, sondern vor
allem auch neue Abnehmer.
Gleichzeitig gibt es eine starke
Individualisierungsentwicklung.
Kunden gehen weg von der Massenware. Da kann man gut ansetzen, denn Individualisierung ist
das Wesen des Handwerks.
Das klingt vielversprechend. Und
dennoch sind viele Kunsthandwerker weniger optimistisch. Die
Zahl ist rückläufig, und die Umsätze stagnieren. Wie kann man
gegensteuern?
Man muss den Weg zum Kunden finden und darf nicht annehmen, dass die Kunden den Weg
finden. Dank Kommunikationsangeboten und Internetplattformen gibt es viele Chancen. Diese
muss man nützen. Denn für Profis gibt es auch hier eine enorme
Wertschätzung. Betriebe müssen
sich deshalb überlegen, wie man
Einblick in die Werkstatt schafft.
Spielt auf Internetplattformen Regionalität eine Rolle?
Bei Schmuck handelt es sich um emotionale Produkte.
THOMAS HUBER
ZUKUNFTSFORSCHER
Die regionale Komponente ist
nicht zu unterschätzen. Eine größere Chance sehe ich aber in der
Meisterschaft. Diese gilt es tatsächlich stärker hervorzuheben.
Man kann Kunden an der Entstehung der Produkte teilhaben lassen, also dabeisein lassen, wie etwa der Ehering entsteht. Handwerker könnten die Entstehung
als Event inszenieren.
Sind Kunden dafür auch bereit,
mehr zu bezahlen?
Ich denke schon. Wenn Produkte mit Emotionalität aufgeladen sind, wird auch bereitwillig
bezahlt. Man sieht, die reine
Preisorientierung ist oft nicht
mehr das Thema. Gerade bei
Schmuck handelt es sich um
emotionale Produkte, das wird
vom Kunden geschätzt. [drw]
wolfgang.drucker@wirtschaftsblatt.at
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
| 29
KARRIERE
LOHNKOSTEN
Hohe Gehälter belasten Touristiker
LOHNKOSTEN IM VERGLEICH (Angaben für unselbständig Erwerbstätige von ausgewählten Branchen)
Personen je Branche
Slbg.
S
ST
T
V
W
B
K
NÖ OÖ
(€/Jahr, brutto)
Salzburg
Steiermark
Tirol
Vorarlberg
Wien
Burgenland
Kärnten
Niederöster. Oberöster.
53.172
0
-13
-5
6
-2
-2
5
42.777 Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
38.246
-11
-9
-11
-15
20
2
41.114 Information und Kommunikation
38.448
-6
-12
-11
-10
4
3
36.444 Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung
36.062
-1
-3
-3
3
6
34.867 Herstellung von Waren
32.558
-7
1
-4
5
3
30.812 Verkehr und Lagerei
30.133
-2
0
-7
-5
-5
28.452 Bau
28.664
1
1
1
11
-12
128.131
99.521
572.553
627.706
202.309
286.157
191.589
46.549
609.881
282.407
105.654
242.356
55.187
305.707
Bruttojahreseinkommen (Median in €/Jahr, brutto)
Österreichdurchschnitt
29.053
3.984.490
Gesamt
4.126.172
Insgesamt
Abweichung vom Österreichwert (in %)
53.328 Energieversorgung
7
6
-4
2
-10
-7
11
-6
0
8
0
-6
-11
-6
0
3
11
0
10
-1
5
1
1
3
26.592 Freiberufliche u. techn. Dienstleistungen (z.B. Steuerberatung, F&E, Werbung...)
25.333
-5
-4
-12
-5
5
2
-12
4
0
22.400 Grundstücks- und Wohnungswesen
20.627
-8
-21
-20
-39
14
4
-26
8
1
22.029 Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen
23.301
6
-6
-5
-3
-3
-1
-5
7
3
21.260 Gesundheits- und Sozialwesen
21.128
-1
-7
9
-9
0
7
22
-7
-2
-60
8
-30
-30
15
24
-20
16
-11
0
1
-12
-23
-11
20
3
15
10
20.616 Erziehung und Unterricht
8158
15.944 Wirtschaftl. Dienstleistungen (z.B. Gebäudebetreuung, Arbeitskräfteüberlasser...) 15.965
14.772 Kunst, Unterhaltung und Erholung
12.374
-16
-15
-23
-16
17
-1
-17
21
-3
10.561 Beherbergung und Gastronomie
11.356
8
-7
14
5
-11
18
-3
-2
-1
24.653
-7
-1
-10
1
-6
6
-3
8
5
✐ KURSE
SALZBURG
Overboarding – neue Mitarbeiter
rasch integrieren, 04. u. 05.03.2015,
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Arbeitsrecht für Personalisten, 15. –
30.04.2015, Mi u. Do 18.15–21.30 Uhr,
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26.395 Branchen-Durchschnitt
25.767 (inkl. Personen mit Nicht-Österr. Meldezettel)
Die Salzburger Beherberger sind mit hohen Löhnen konfrontiert. Weniger
zu zahlen kommt für Spartenobmann Albert Ebner
nicht in Frage, niedrigere
Lohnnebenkosten schon.
VON MARTINA MADNER
D
er Tourismus ist zwar
österreichweit keine
Hochlohnbranche. Im
Vergleich zu anderen
Bundesländern aber sind die Salzburger Tourismusunternehmen
mit sehr hohen Lohnkosten belastet: Das Jahreseinkommen eines
Beschäftigten liegt mit durchschnittlich 11.356 € um acht Prozent über dem Österreichdurchschnitt. Die Salzburger Beherberger und Gastronomen landen damit auf dem dritten Platz, hinter
dem Burgenland und hinter Tirol.
Albert Ebner ist nicht nur Inhaber von Ebner‘s Wohlfühlhotel
und dem Gasthof Hintersee, sondern auch Spartenobmann der
Tourismus- und Freizeitwirt-
Quelle: Statistik Austria, 2014. Lohnsteuer- und HV-Daten. Ohne Lehrlinge., WirtschaftsBlatt
schaft in der Wirtschaftskammer
Salzburg. Als solcher stellt er fest,
dass viele Betriebe in den vergangenen 15 Jahren die Saison verlängert und auf Ganzjahresbetrieb
umgestellt haben: „Klassische
Wintertouristiker machen jetzt
auch Angebote im Sommer, andere haben sich auf die Mountainbiker im Herbst gestürzt. Und der
Städtetourismus in der Stadt Salzburg boomt sowieso.“ Laut Ebner
arbeiten 23.000 ganzjährig Vollzeitbeschäftigte im Tourismus. In
Spitzenzeiten erhöhe sich die Mitarbeiteranzahl mit den Saisoniers
auf 28.000 bis 30.000. Viele Vollzeitbeschäftigte steigern das
Durchschnittsjahreseinkommen.
Fachkräftemangel
Zwar arbeiten 14 Prozent aller
Salzburger im Tourismus, nur in
Tirol sind es mit 15 Prozent noch
mehr. Trotzdem gibt es einen zunehmenden Mangel an Arbeitskräften. Um die Gruppe der
15-Jährigen, die mit einer Lehre
beginnen könnte, muss der Tourismus mit weiterführenden Schulen kämpfen. Der Qualitätstourismus mit immer mehr Vier- und
Grafik/Cmund
Fünf-Stern-Betten verlangt laufend mehr hochqualifiziertes Personal. Davon kommt aber immer
weniger nach Österreich. Mit
einem Preisvorteil holt sich
Deutschland viele potenzielle Österreich-Urlauber zurück: „Der
deutsche Markt hat nach der
Mehrwertsteuersenkung auf sieben Prozent mehr Gäste angezogen. Bei uns sind es nach wie vor
zehn Prozent Steuer“, sagt Ebner.
Arbeitskräfte aus Ostdeutschland
finden folglich auch mehr Jobs bei
deutschen Betrieben. Die Folge
sind höhere Lohnkosten bei uns:
„Das ist wie beim Gold, desto rarer das Gut, desto teurer wird es.“
Generell liegt das Salzburger
Einkommensniveau mit 24.653 €
pro Jahr im Durchschnitt unter
dem österreichischen mit 26.395
€. Auffällig ist laut Einkommensbericht auch der Bereich Erziehung und Unterricht. Die Salzburger Einkommen liegen weit unter
dem österreichischen Wert: Der
Grund sind die Skilehrer, die in
diese Gruppe fallen.
Die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter martina.madner@wirtschaftsblatt.at
30 |
FOKUS
KO M M E R Z I E L L E R T H E M E N S C H W E R P U N K T
FOKUS
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MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
BAUEN
MIT HOLZ
CREE
Illwerke Zentrum Montafon
Innovationen machen den
Holzbau wieder attraktiv
Mit der Entwicklung von Brettsperrholz und der industriellen Vorfertigung wurde eine neue
Technologie geschaffen, die das Potenzial zum Exportschlager hat.
VON GERALD POHL
M
itte Jänner wurde im Wiener
Radiokulturhaus
der
Staatspreis für
Architektur und Nachhaltigkeit
verliehen. Ausgezeichnet wurden
Bauten, die es schaffen, Design
und Funktionalität mit Nachhal-
tigkeit zu verbinden. Einer der
Preisträger ist die Ende 2013 fertiggestellte Logistikhalle der Spedition Schachinger in Linz/Urfahr, das größte Hochregallager
Mitteleuropas, das in Holzbauweise errichtet wurde. Intention des
Geschäftsführers Max Schachinger war es, ein „ökologisches
Leuchtturmprojekt“ zu errichten,
das im Bereich Energieeffizienz
neue Maßstäbe in der Logistikbranche setzen soll. Entstanden
ist ein Gebäude, bei dem der
nachhaltige, CO2-neutrale Baustoff Holz eine wesentliche Rolle
spielt. Holz dominiert nicht nur
die Tragkonstruktion und die
Dach- und Wandaufbauten, sondern wurde obendrein als sichtbares Zeichen der Projektphilosophie auch als Fassadenmaterial
eingesetzt. Das Architekturbüro
Poppe*Prehal aus Steyr war für
Planung und Ausführung der Lagerhalle verantwortlich. „Der
Holzbau hat in Österreich in je-
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
KO M M E R Z I E L L E R T H E M E N S C H W E R P U N K T
FOKUS
| 31
ProHolz
3100 Quadratmeter Brettsperrholzelemente nach London, wo
damit in nur zehn Wochen Bauzeit ein Schulzentrum errichtet
wurde.
dem Bundesland eine lange Geschichte“, erklärt Doris Stiksl, Geschäftsführerin von Proholz
Steiermark. „Der Rohstoff liegt
vor der Haustür und lässt Bauherrn aktiv gegen die Klimaproblematik vorgehen, weil im Holz
CO2 gebunden wird.“
Hochhäuser aus Holz
Grazer Entwicklung
Für den Holzbauboom verantwortlich ist auch die neue Brettsperrholz-Technologie, die an der
technischen Universität Graz entwickelt wurde. Erst dadurch können Holzgebäude in der Größe
eines Fußballfeldes (wie das Schachinger Hochregalleger) errichtet
werden. Brettsperrholz, auch
Kreuzlagenholz genannt, ermöglicht Spannweiten, die bisher unvorstellbar waren. Stiksl: „Ein großer Vorteil liegt im hohen Vorfertigungsgrad der einzelnen Holz-
Doris Stiksl, Geschäftsführerin
Proholz Steiermark
elemente, der kurzfristige Aufbauzeiten garantiert. Diese Technologie ist international gefragt,
wodurch wir eine hohe Exportquote erzielen.“ So lieferte zum
Beispiel der obersteirische Brettsperrholzproduzent KLH kürzlich
Dieselbe Technologie kommt
auch beim Bau von Hochhäusern
zum Einsatz: 2009 wurde in der
britischen Hauptstadt ein Holzhaus mit neun Geschossen realisiert. Um den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen, wurden
dabei statische, technische und
konstruktive Maßnahmen gesetzt,
damit der entflammbare, brennbaren Baustoff Holz besser beherrscht wird.
In Dornbirn steht der achtgeschossige Life Cycle Tower (LCT),
der von Cree, einem Tochterunternehmen der RhombergGruppe, ursprünglich als Vorzei-
geprojekt errichtet wurde und
jetzt als Bürohaus dient. Das Neuartige daran ist, dass Kern, Decke,
Fassadenstützen industriell vorgefertigt werden und modulartig
einsetzbar sind. Anwendung fand
diese Art des Bauens auch beim
Illwerke Zentrum Montafon in
Vandans (Vorarlberg). „Aus Holz
vorgefertigte Bauteile sollen in
den Häusern sichtbar sein“, erklärt Cree Geschäftsführer Hubert Rhomberg. „Umso weniger
etwas verbaut ist, umso billiger
wird die Errichtung, der Betrieb
und die Entsorgung am Ende der
Nutzung.“ Zukunftschancen werden für das LCT-System im gewerblichen Bau, zum Beispiel bei
Büros, Hotels oder im Wohnbau
gesehen. Rhomberg: „Interessant
ist auch der Anwendungsbereich
beim Aufstocken von Altbauten in
innerstädtischen Bereich.
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32 |
FOKUS
Und zwar dort, wo aus statischen Gründen übliches Baumaterial wie Beton oder Ziegel nicht
eingesetzt werden können.“ Zurzeit plant Cree ein 20-geschossiges Gebäude, das – so hoffen die
Voralberger – eines Tages in Wien
errichtet wird.
Doch damit nicht genug: Für
den kanadischen Architekten Michael Green ist „der Himmel die
Grenze von Holzbauwerken.“ Pläne für ein 30-geschossiges Hochhaus, das im Zentrum von Vancouver (British Columbia) errichtet werden soll, sind bereits gezeichnet. Das ambitionierte Projekt soll das nachhaltigste Hochhaus der Welt werden. Green:
„Warum baut man Gebäude in
Holz nur ein paar Stockwerke
hoch, wenn die Bäume in ihrem
natürlichen Umfeld bedeutend
höher sind?“
KO M M E R Z I E L L E R T H E M E N S C H W E R P U N K T
Vorgefertigte Holzbauteile sollen auch
sichtbar sein
HUBERT RHOMBERG
GESCHÄFTSFÜHRER
CREE
CREE
Nicht ganz so hoch hinaus geht
es bei dem Appartmenthaus Gemse im Schweizer Feriendorf Andermatt. Dort stehen 19 Ferienwohnungen mit Größen zwischen
35 und 265 Quadratmetern knapp
vor der Fertigstellung. Die Tragkonstruktion wurde in Holzrahmenbauweise mit Geschossdecken aus Brettsperrholzelementen errichtet. Vorgefertigt wurden
die Wand-, Decken- und Dachelemente bei Rubner Holzbau in
Ober-Grafendorf (Niederösterreich).
Lieferung auf Umwegen
Als besondere Herausforderung
stellte sich lediglich der Transport
dar: Dieser erforderte eine Anpassung der Bauteilgrößen an die engen Serpentinen und eine Umleitung durch einen Eisenbahntunnel.
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
ZUR INFO
■ Brettsperrholz
(auch als
Dickholz, Mehrschichtige Massivholzplatte oder Kreuzlagenholz
bezeichnet) ist der Überbegriff für
im Bauwesen verwendete Massivholztafeln, die aus mehreren über
Kreuz flach aufeinanderliegenden
Brettlagen bestehen.
Dieser Aufbau unterscheidet sie
von Brettschichtholz, bei dem die
Lagen längs zur Faser angeordnet
sind. Die industrielle Herstellung
von Brettsperrholz hat, nach der
ersten Pionier- und Entwicklungsphase, eine für die österreichische
Holzwirtschaft relevante Größenordnung angenommen. Der Markt
für Exporte innerhalb Europas,
wird weiter wachsen.
Im Hinblick auf Klimaschutz, Erdbebensicherheit, Vorfertigung und
Serie gibt es weltweit steigenden
Bedarf an neuen Holzbau-Technologien.
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MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
KO M M E R Z I E L L E R T H E M E N S C H W E R P U N K T
FOKUS
| 33
„Neue Technologien für hochwertiges Holz“
Beigestellt
ZUR PERSON
Prof. Roland Gnaiger, Juryvorsitzender des Staatspreises für
Architektur und Nachhaltigkeit,
im FOKUS-Gespräch.
Roland Gnaiger
Professor und Leiter des Ordinariats für Architektur an der
Universität für künstlerische und
industrielle Gestaltung in Linz.
Herr Gnaiger, wie kamen Sie als
Architekt zum Baustoff Holz?
Roland Gnaiger: Bereits in den
1970er Jahren gab es in Vorarlberg
einzelne Häuser, die aus Holz errichtet wurden und die eine frische, heitere Auffassung von Wohnen verkörperten. Das war komplett anders als die überall verbreiteten klobigen Wohnhäuser
und es war obendrein leistbar.
Plötzlich gab es die Möglichkeit,
diese Häuser zu betreten. Seit damals bin ich begeistert von Holzhäusern.
Was war damals die landläufige
Meinung zu Holzhäusern?
Holz war zu dieser Zeit als Baumaterial sehr umstritten und
schlecht beleumundet. Es war das
Baumaterial für die sogenannten
armen Leute, kam bestenfalls für
drittklassige Gebäude wie Bauschuppen und Baracken zum Einsatz. Allmählich gelang man zur
Überzeugung, dass es im Inneren
eines Holzhauses sehr schön, gemütlich und fein ist. Bis sich dies
von unten nach oben durchsprach, dauerte es geraume Zeit.
Mittlerweile hat sich diese Einstellung längst in ganz Österreich
durchgesetzt.
Wie kam es zu dem Imagewandel
von Holz als Baumaterial?
Holz ist heute ein trendiger Baustoff, das ein neues Lebensgefühl
vermittelt. Es ist ein hochwertiges
Material, das für anspruchsvolle
Verwendungszwecke zum Einsatz
kommt. Dazu beigetragen hat der
zunehmende Grad der Industrialisierung: Technologien, die in Österreich entwickelt wurden, machen heute Vieles möglich.
n Gnaiger wuchs in Bregenz und
im Salzkammergut auf. 1991-1977
Architekturstudium an der Akademie der bildenden Künste in Wien
und an der TU Eindhoven/Niederlande, seit 1979 Büro in Doren und
Bregenz, seit 1996 Professor und
Leiter der Meisterklasse Architektur an der Universität für Gestaltung in Linz.
n Zahlreiche Bauten und Projekte
in Vorarlberg, städtebauliche Studien, Innenausbauten und
Möbelentwürfe. 1994 und 1998
wurde ihm der Vorarlberger Landesbaupreis zuerkannt.
Auch die Hotellerie setzt heute auf
Holzbau...
Ja, der heimische Tourismus hat
den Holzbau für seine Zwecke
entdeckt. Das zeigt sehr schön
den Imagewandel: Speziell die
Tourismuswirtschaft ist doch immer sehr sensibel auf ihre Imagewerte. Interessant ist, dass heute
auch Logistikunternehmen beim
Bau einer Lagerhalle auf Holz setzen.
Was halten Sie von Hochhäusern
aus Holz?
Das ist meines Erachtens ein drittrangiges Thema. Es ist lediglich
gut zur Verkörperung des Imagewandels, den der Baustoff Holz
durchgemacht hat. Natürlich war
es ein wichtiger Schritt, dass nun
sechs- bis achtstöckige Häuser gebaut werden können. Die Hauptanwendung wird jedoch bei Gebäuden mit zwei- bis vier Stockwerken liegen. Wichtig hinsichtlich der Nachhaltigkeit mit der
ökologischen Gesamtbilanz wird
sein, dass sich Holz auch im Gewerbebau, wie zum Beispiel bei
Lagerhallen durchsetzt.
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MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
KO M M E R Z I E L L E R T H E M E N S C H W E R P U N K T
FOKUS
| 35
Holzbaupreise als Gradmesser
Beigestellt
Dass Holz als Baumaterial
im Trend liegt, zeigt die
große Anzahl von Holzbaupreisen. Eine Auswahl,
ohne Anspruch auf
Vollständigkeit.
INFORMATIONEN
n Holzbaupreis Tirol 2015
Aus 125 Einreichungen wurden
am 29. Jänner bei einer Veranstaltung in Innsbruck die Preisträger
präsentiert. Es wurden vier Auszeichnungen und sieben Anerkennungen verliehen.
n Deutscher Holzbaupreis 2015
Für Architekten ist es eine besondere Auszeichnung, einen Architekturpreis verliehen zu bekommen. Beim Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkiet stellten
sich deshalb 74 Projekte der Jury.
Zwölf Einreichnungen wurden für
den Staatspreis nominiert, fünf
prämiert. Bei vier der Siegerprojekte spielt der Baustoff Holz eine
entscheidende Rolle. Die Jury bewertete sowohl die architektonische Qualität als auch die ökologische und energetische Ausstattung der Bauprojekte. Die Preisverleihung fand am 13. Jänner im
Wiener Radiokulturhaus statt.
Proholz-Auszeichnung
Proholz Salzburg zeichnete am 28.
Jänner gemeinsam mit der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Oberösterreich und Salzburg außergewöhnliche und beispielhafte Projekte
und Bauten aus Holz aus. Es konnten in Salzburg realisierte Projekte eingereicht werden, bei denen
vorwiegend der Werkstoff Holz
auf materialgerechte, innovative,
wirtschaftlich, ökologisch und
energetisch sinnvolle Weise eingesetzt wurde. Mit mehr als 200
Teilnehmern aus der Holz-, Architektur- und Wirtschaftsszene
wurden fünf Auszeichnungen sowie sechs Anerkennungen vergeben. „Der Holzbau hat in den letzten 15 Jahren einen enormen Aufschwung und eine sehr dynamische Entwicklung genommen“, er-
Der Deutsche Holzbaupreis 2015
ist mit einem Preisgeld von 20.000
€ dotiert. Die Preisverleihung findet am 12. Mai 2015 anläßlich der
LIGNA, Weltmesse für die Forstund Holzwirtschaft, in Hannover
statt.
Der Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit wurde von BM
Andrä Rupprechter (2. v. li. ) und Roland Gnaiger (re.) verliehen
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klärte Friedrich Egger von der
Landesinnung Holzbau in Salzburg.
Schweighofer Prize 2015
Der Schweighofer Prize prämiert
innovative Ideen, Technologien,
Produkte und Services entlang
der gesamten Wertschöpfungskette mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Forstund Holzwirtschaft zu steigern.
Dazu zählen auch innovative
Holzprodukte im Bereich Bauen
und Wohnen. Der Preis wird seit
2003 im zwei-Jahres-Rhythmus
von der Holzindustrie Schweighofer verliehen und ist mit einem
Gesamtbetrag von 300.000 € dotiert. Initiator Gerald Schweighofer will mit dem Preis verstärkt
interdisziplinäre Projekte sowie
die Zusammenarbeit zwischen
Forschung und Industrie fördern
und verzichtet auf rigoros eingegrenzte Themengebiete. Die
Preisverleihung für den Innovationspreis für die europäische
Forst- und Holzwirtschaft findet
am 16. Juni 2015 in Wien statt.
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wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
RECHT & STEUERN
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MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
RECHT & STEUERN
colourbox.de, beigestellt
ARBEITSRECHT
GASTKOMMENTAR
All-in-Verträge
ab 2015 auf
dem Prüfstand
Mitarbeiter
im Auge
behalten
WIEN. Seit Jahresanfang gelten
strengere gesetzliche Bestimmungen bei Lohn- und Sozialdumping. Standen bisher vor
allem Branchen mit einem hohen Anteil an ausländischen
Arbeitnehmern oder Subunternehmen wie Tourismus oder
Bau im Visier der Behörden,
hat das Gesetz nun Auswirkungen auf nahezu alle Betriebe.
„Bisher wurde lediglich der
Grundlohn auf eine gesetzliche
oder kollektivvertragliche
Unterschreitung kontrolliert“,
erklärt die Wiener Rechtsanwältin Sylvia Unger. „Nun wird
die Kontrolle auf das gesamte
Entgelt, also auch auf Urlaubsund Weihnachtsgeld, Zulagen,
Überstundenzuschläge oder
Zahlungen aus Anlass der Beendigung des Dienstverhältnisses ausgeweitet.“ Unger sieht
dadurch vor allem All-in-Verträge auf dem Prüfstand.
Wenn die Krankenversicherungsträger oder das Kompetenzzentrum zur Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfung bei
der Prüfung feststellen, dass
die Zahl der Überstunden nicht
durch die im Vertrag festgelegte Überzahlung gedeckt ist,
werden Betriebe in Zukunft
wohl zur Kassa gebeten. [clp]
claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
Die Möglichkeiten, Mitarbeiter zu überwachen, werden aufgrund der rasanten IT-Entwicklungen im digitalen Zeitalter immer vielfältiger und ausgereifter. Aber nicht alles,
was technisch möglich ist, ist auch erlaubt.
U
nbestritten ist zwar, dass
Arbeitgeber ihre Mitarbeiter
an sich kontrollieren dürfen,
zum Beispiel, um ihr Eigentum zu schützen („Inventurdifferenzen“ in Handelsbetrieben). Durch den Dienstvertrag unterwirft
sich der Mitarbeiter dem Kontrollrecht des
Dienstgebers. Der Arbeitnehmer behält aber
auch am Arbeitsplatz seine Persönlichkeitsrechte und genießt den Schutz seiner Privatsphäre. Überschießende Kontrollen sind daher nicht gestattet. Wo aber liegt die Grenze?
Nach dem
Arbeitsverfassungsgesetz sind Kontrollen, die
die Menschenwürde verletzen, absolut verboten. Kontrollmaßnahmen und technische Kontrollsysteme, welche die Menschenwürde bloß
Zustimmung der Belegschaft.
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No-gos sind
verplichtende
Alkomatentests oder das
Abhören von
Telefonaten.
Durch den Dienstvertrag unterwerfen
sich Mitarbeiter dem Kontrollrecht des
Chefs. Dieser darf etwa die Privatnutzung von Internet oder E-Mails am
Arbeitsplatz zu verbieten.
berühren, sind zwar zulässig – in Unternehmen mit Betriebsrat aber nur mit dessen vorheriger Zustimmung (Betriebsvereinbarung),
in solchen ohne Betriebsrat nur mit Zustimmung jedes einzelnen Mitarbeiters. Aufgrund
seiner Fürsorgepflicht ist der Arbeitgeber ganz
allgemein zur Zurückhaltung aufgerufen: Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiter dürfen nur auf die schonendste, noch
zum Ziel führende Art vorgenommen werden.
Selbstverständlich darf der Unternehmer aber
die Einhaltung zulässiger Vorgaben wie
Arbeitszeiten oder Arbeitsruhe überwachen.
Werden, was nicht selten vorkommt, im Zuge der Kontrolle personenbezogene Daten
verwendet, ist zusätzlich das Datenschutzrecht zu beachten. Zu den Daten mit Personenbezug zählen auch Bild- und Tondokumente (Fotos, Videos, Mikro-Mitschnitte).
Nach dem Datenschutzgesetz ist die Videoüberwachung zum Zweck der Mitarbeiterkontrolle verboten. Für die betriebliche Praxis ist
einiges noch unklar. Die eher spärliche Rechtsprechung der Gerichte hat zwar manches geklärt, vieles ist aber noch in Diskussion bzw.
liegt in einer rechtlichen Grauzone. Dazu zählen elektronische Standortermittlungen durch
Ortungsapplikationen am Firmen-Smartphone von Außendienstmitarbeitern, Anbringen von Chips in Firmenfahrzeugen oder
Dienstkleidung. Fragwürdig sind auch Whist-
leblowing-Hotlines im Unternehmen, vor allem wenn sie verpflichtend vorgesehen und
nicht bloß freiwillig sind.
Kontrolle bei Home-Office. Was die Kontrolle
von Mitarbeitern während dem Home-Office
betrifft, gibt es keine speziellen kontrollrechtlichen Spielregeln. Die Einhaltung der Arbeitszeit (zumeist wohl flexible Arbeitszeit) darf
man überwachen – denkbar wären Kontrollanrufe des Arbeitgebers am Festnetz des
Arbeitnehmers. Kritisch ist hingegen das
(ständige) Speichern von Log-in-Daten oder
Kontrolle mittels „GPS-Koordinaten“ des Firmenhandys, auch wenn sich diese Kontrollen
„nur“ auf die Arbeitszeit beziehen.
Der Arbeitgeber ist berechtigt, seine Betriebsmittel nur zu dienstlichen Zwecken zur
Verfügung zu stellen. Daher darf er die Privatnutzung von Internet und E-Mails am Arbeitsplatz auch gänzlich verbieten oder nur in eingeschränktem Ausmaß erlauben. Eine stichprobenartige Überwachung dieses Verbotes
ist gestattet. Es ist auch zulässig, einzelne Seiten (z.B. Facebook) zu sperren. Erkennbar private E-Mails dürfen jedoch trotz Privatnutzungsverbotes nicht eingesehen werden. Illegal ist auch der Einsatz von Überwachungssoftware („Spyware“).
In der Regel unproblematisch sind bloße
Anwesenheitskontrollen und herkömmliche
Der Einsatz von
Überwachungssoftware am
Arbeitsplatz ist illegal.
Zeiterfassungsanlagen. Biometrische Zeiterfassungssysteme wie Fingerscanner und „intelligente“ Telefonregistrieranlagen hingegen
sind zustimmungspflichtig. Detektive dürfen
zur Abklärung konkreter Verdachtsmomente
eingeschaltet werden. Zu den rechtlichen NoGos gehören im Normalfall: Leibesvisitationen, verpflichtende Alkomatentests, das Abhören von Telefonaten, „verdecktes“ Filmen,
Videoüberwachung intimer Betriebsteile
(WC), Einwegglasscheiben und ähnliches.
Unzulässige Kontrollen können über Klage
(Betriebsrat, Mitarbeiter) gerichtlich unterbunden werden. Das kann Unternehmen teuer zu stehen kommen. Fazit: Dem „big boss is
watching“ sind zwar so gut wie keine technischen, sehr wohl aber rechtliche Grenzen gesetzt.
HERWIG FREI
Herwig Frei ist Partner der Rechtsanwaltskanzlei Greiter Pegger Kofler & Partner in
Innsbruck. Einer seiner Tätigkeitsschwerpunkte liegt im Arbeitsrecht.
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wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
IMMOBILIEN
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
IMMOBILIEN
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Kinderhotel Post (2)
✐ PROJEKTE
SALZBURG
Gemeinde Eben im Pongau, Feuerwehreinsatzfahrzeug LFA, Abgabe:
09.03.2015, 16:00 Uhr
Stadtgemeinde Salzburg, Erneuerung
Hauptkanal samt Hausanschlüssen Hans-Webersdorfer-Straße und Nebenstraßen, Abgabe: 09.02.2015, 14:00 Uhr
Gemeinnützige Salzburger Wohnbaugesellschaft m.b.H., Generalunternehmerarbeiten - Neubau von Wohnungen
in 5110 Oberndorf, Abgabe: 20.02.2015,
11:00 Uhr
Gemeinnützige Salzburger Wohnbaugesellschaft m.b.H., Elektroarbeiten Neubau von Wohnungen und einer Tiefgarage in 5020 Salzburg, Valkenauerstraße, Abgabe: 27.02.2015, 11:00 Uhr
Gemeinnützige Salzburger Wohnbaugesellschaft m.b.H., HKLS - Neubau von
Wohnungen und einer Tiefgarage in
5020 Salzburg, Valkenauerstraße, Abgabe: 27.02.2015, 11:00 Uhr
ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft,
Salzburg - Wörgl Brückenerneuerung,
Abgabe: 05.03.2015, 10:00 Uhr
ASFINAG Bau Management GmbH, A01
West Autobahn Sanierung Brandschaden, Abgabe: 11.02.2015, 12:30 Uhr
VON MATTHIAS NAGL
D
19,8
Salzburg (Stadt)
23,2
Salzburg-Umgebung
12,5
Thermalwasser anzapfen
Alle Bezirke
5,6
Salzburg (Stadt)
4,9
Salzburg-Umgebung
6,1
Unseld hat für seinen Betrieb, das
Kinderhotel Post in Unken, den
nächsten Ausbau im Bereich Wellness bereits eingeplant. Er will das
Thermalwasser aus dem nahen St.
Martin bei Lofer für sein Hotel
nutzen. „Ich war es leid, dass man
Einfach zu öffentlichen Aufträgen
w w w.ve r g a b e p o r t a l . a t
IMMO-TRENDS
GEWERBEIMMOBILIEN
SALZBURG
Miete, Jänner 2015
AngebotsTendenz gg. Dez. '14 Nettopreis
(in €/m²)
Geschäftslokal
Statt auf eine Therme zu
warten, will St. Martin
das Saalachtaler Wasser
Hotels zur Verfügung
stellen. Hotelier Matthäus
Unseld möchte als erster,
damit ein eigenes
Außenbecken betreiben.
Alle Bezirke
OBERÖSTERREICH
Gemeinde Engerwitzdorf, Straßenbauund Asphaltierungsarbeiten, Abgabe:
23.02.2015, 10:00 Uhr
WirtschaftsBlatt
Grafik/Cmund
Quelle: www.immobilien.net
betriebe in Salzburg sind Hotels
mit derartigen Plänen eine zusätzliche Konkurrenz. Schon jetzt
sind die Thermen wirtschaftlich
keine Goldgrube. Eine schwarze
Null ist für den Großteil der Betriebe das höchste der Gefühle.
Auch die Politik hat sich inzwischen vom Thermenboom verabschiedet. Die einstmals großzügigen Förderungen schüttet das
Land heute nicht mehr aus. Un-
Aus Hotels
werden kleine
Thermen
ie Zeit, in der Wellnesshotels mit dem Erholungsangebot ein Alleinstellungsmerkmal hatten, ist vorbei. Wellness ist zum
unabdingbaren Zusatzangebot geworden. „Über eine Basisausstattung braucht man heute nicht
mehr zu reden“, sagt Matthäus
Unseld, Hotelier in Unken. Ohne
Sauna und Ruheraum wird heute
kaum mehr ein Urlaubshotel eröffnet. Das gilt nicht nur für den
gehobenen Bereich.
Alles, was darüber hinausgeht,
ist einerseits beim Gast gerne gesehen, andererseits nirgends genau definiert. „Es ist schwer zu sagen, was Wellness alles ist“, sagt
Unseld. „Für mich gehört dazu
auch ein gutes Glas Wein.“ Gemeinhin verstehe man darunter
aber alles, was aus dem Thermenbereich kommt. „Mittlerweile
nimmt das Dimensionen an, bei
denen man nicht mehr weiß, wie
man das Geld für die Investitionen auftreiben soll.“
Bundesimmobiliengesellschaft
m.b.H., 5020 Salzburg, Rudolfskai 42 Dachsanierung, Spenglerarbeiten, Abgabe: 11.02.2015, 10:00 Uhr
Lager
WELLNESS
das Wasser nicht nutzt.“ Seit vielen Jahren gibt es in St. Martin
Pläne für eine Therme; ein Projekt von sieben Saalachtaler Gemeinden scheiterte an der Finanzierung. Ob im Saalachtal je eine
Therme entsteht, ist ungewiss.
Aktuell konkretisiert eine private Projektgesellschaft um ExFC-Bayern-Kicker Roland Grahammer ihre Pläne für ein Gesundheitsdorf bis Ende März.
Dann entscheiden die Gemeinden, ob das Projekt unterstützt
wird. Schon jetzt will die Gemeinde St. Martin das Wasser an Dritte weitergeben. Unselds Hotel wäre der erste Betrieb, aktuell laufen
die Behördenverfahren.
„In weiterer Folge wollen wir
auch anderen Hotels das Thermalwasser zur Verfügung stellen“,
bestätigt St. Martins Bürgermeis-
MATTHÄUS UNSELD
EIGENTÜMER
KINDERHOTEL
POST
Den Autor des Artikels erreichen Sie
unter salzburg@wirtschaftsblatt.at
WUSSTEN SIE …
Das Kinderhotel
Post in Unken soll
ein eigenes Thermal-Außenbecken
bekommen.
■ Salzburg ist mit sechs Thermen
bestens versorgt. Dazu kommen
zwei Thermen im grenznahen Bayern. Dennoch gibt es im Pinzgau
einen Wettlauf um den siebenten
Standort. In Lend sowie in St. Martin bei Lofer sprudeln noch unerschlossene Thermalquellen.
Lend, vorsichtig: „Ich will dazu keine Angaben machen. Es wird daran
gearbeitet, es liegt aber noch
nichts Konkretes auf dem Tisch.“
Ad acta gelegt sei das Projekt aber
nicht. In St. Martin prüfen die Gemeinden aktuell die Pläne einer Investorengruppe.
■ Der Wettlauf zwischen den zwei
Standorten ist gepflastert mit leeren Versprechungen. Auch deshalb
ist Peter Eder, Bürgermeister von
■ 1,5 Prozent mehr Thermenbesuche als im Vorjahr, nämlich 1,4
Millionen, gab es laut Kreutzer Fischer & Partner 2014 in Salzburg.
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ter Sepp Leitinger. Unseld will das
Thermalwasser mit einem Tankwagen alle drei Wochen aus St.
Martin holen und damit ein Thermal-Außenbecken bei seinem Hotel betreiben. Die Verträge sind
noch nicht unterzeichnet, die Planungen aber weit fortgeschritten.
Baubeginn für das 150 Quadratmeter Außenbecken soll Mitte
März sein.
4,5 Millionen € Investition
Ich war es leid, dass
man das Wasser
nicht nutzt.
seld glaubt dennoch, dass es für
beides Nachfrage gibt. Die Thermen würden sich eher an Tagesgäste aus der Region richten. „Ich
sehe das bei unseren Gästen.
Wenn man schon in einem Hotel
ist, dann macht man keinen Tagesausflug in eine Therme“, sagt der
Hotelier.
Fürs Erste plant Unseld Investitionen von 1,5 Millionen €, in
einem Ausbauschritt will er weitere drei Millionen € investieren.
Der Unkener Hotelier plant, seinen Betrieb mit diesen Investitionen saison- und wetterunabhängiger zu machen. „Wir versprechen uns damit in unserem Einzugsgebiet mit den Ballungsräumen München, Salzburg und Linz
gerade bei Kurzurlaubern einiges.
Damit wären wir schneeunabhängig und könnten mit dem Betrieb
auch im Herbst durchfahren“, erklärt Unseld.
Während die Wellness-Bereiche in den meisten Hotels der Gebirgsgaue ein Zusatzangebot für
Skiurlauber sind, will Unseld seinen Betrieb mit dieser Investition
für den ganzjährigen Betrieb fit
machen. Für die sechs Thermen-
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BUSINESSTALK
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015
Redaktion Alexander Pfeffer
alexander.pfeffer@wirtschaftsblatt.at
GET-TOGETHER


Wildbild (2)
Fit für die
Zukunft
KLESSHEIM. Mehr als 450 Gäste konnten Wirtschaftskammer-Salzburg-Präsident Konrad Steindl
und Direktor Johann Bachleitner beim Neujahrsempfang im Kavalierhaus Klessheim begrüßen. Steindl
forderte in seiner Ansprache die Politik dazu auf,
„mehr vom Richtigen zu tun und das Falsche zu
unterlassen. Und das heißt, den Wirtschaftsstandort Salzburg und Österreich wieder zukunftsfit zu machen.“ Mit dabei: Unternehmer Matthias Moosleitner und
Landeshauptmann Wilfried Haslauer.
 Mozarteum-Vizerektorin Sarah WedlWilson (l.) und Salzburg-AG-Vorstand
Leonhart Schitter.
 Bankhaus-Spängler-Aufsichtsratschef
Heinrich Spängler und Anwältin Christina
Rösslhuber.
EMPFANG
Wien trifft
London
SALZBURG. Eine musikalische Reise im Großen Festspielhaus: Die Bläserphilharmonie Mozarteum Salzburg unter Chefdirigent Hansjörg Angerer präsentierte ein Programm mit dem Titel „Wien trifft London“.
Anschließend hatte Uniqa-Österreich-Chef Hartwig
Löger gemeinsam mit den Vorstandsdirektoren
der Uniqa-Tochter Salzburger Landes-Versicherung AG, Peter Humer und Reinhold
Kelderer, Kunden und Freunde zu
einem Empfang in die Fördererlounge geladen.
Fotocredit
Erst ein Konzert,
dann ein Empfang: Uniqa-Österreich-Vorstandsvorsitzender Hartwig Löger mit Ehefrau
Claudia und Festspiel-Präsidentin
Helga Rabl-Stadler (r.).
beigestellt
Eine köstliche
Zusammenkunft
SALZBURG. Mehr als 200
Mitglieder der internationalen Gourmet-Vereinigung
„Chaîne des Rôtisseurs“,
trafen sich zum Jahresauftakt in Salzburg. Als „Bailli
de Salzbourg“ lud Hotelier
Georg Imlauer zu einem
Empfang in das frisch renovierte „Hotel Crowne Plaza
Salzburg – The Pitter“.
Ihr Event ist unser Business
Ein rundes Jubiläum, das Ihr Unternehmen feiert, eine festliche
Präsentation, zu der Sie Business-Partner laden, oder ein Galaabend,
der mit hochkarätigen Gästen über die Bühne geht: Halten Sie uns auf
dem Laufenden, schicken Sie uns Informationen und mailen Sie uns!
regionaltalk@wirtschaftsblatt.at
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