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2. Bürgerbühnenfestival - Nationaltheater Mannheim

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Auftritt
volk.
20. – 27. März 2015
2. Bürgerbühnenfestival
ein deutsch-europäisches
Theatertreffen
NATIONALTHEATER MANNHEIM
Rahmenprogramm
Theatercafé
Am Goetheplatz
Fr.
20.03.
Vorstellungen
Cinema
Quadrat
Collinistr. 5
Lobby Werkhaus
Mozartstr. 9 – 11
Schauspielhaus
Am Goetheplatz
Fr.
20.03.
18.30
Festivaleröffnung
ab 22.00
Eröffnungsparty
mit Global Beat
Sa.
21.03.
ab ca. 22.00 | World-Café
Mannheimer Geräusch­
orchester #1,
Qualitätskontrolle,
Alice
Studio
Mozartstr. 9 – 11
19.00 – 20.40 21.00 – 21.50 Rimini Protokoll
Mannheimer Bürgerbühne,
Nationaltheater Mannheim
qualitätskontrolle
mannheimer geräusch­
orchester #1 (S. 10)
(S. 8)
11.00 – 14.00 | Lecture | ICH kann kein anderer.
Aber ICH kann viel.
Sa.
21.03.
14.00 – 14.40 | Vortrag | The authority of the chorus: The
importance of community in amateur theatre
18.00 – 19.40
Rimini Protokoll
qualitätskontrolle
(S. 8)
15.00 – 16.00 | Diskussion | Bürger. Macht. Musik.
20.00 – 21.30
Junges DT,
Deutsches Theater Berlin
Montagehalle
Mozartstr. 9 – 11
(S. 14)
Sa. 17.00 – So. 17.00
alice
16.30 – 17.30 | Diskussion | SWR2 Forum | Ist dabei sein alles?
So.
22.03.
ab ca. 21.30 | World-Café
Baal,
Komm in meinen Wigwam,
100 Dokumente
11.00 – 14.00 | Workshop * | Simulating the irrational.
14.00 – 14.45 | Gespräch | Balance between aesthetics
and politics
15.00 – 16.30 | Diskussion | Christoph Schlingensief – Bürgerbühnen­regisseur avant la lettre?
19.30 – 21.00
Gardenia – Bevor der
letzte Vor­hang fällt
So.
22.03.
19.30 – 21.45
Die große
Passion **
Mo.
23.03.
17.00 – 18.15
Toneelgroep Oostpool (NL)
baal
(S. 16)
Opernhaus
Am Goetheplatz
20.00 – 21.15
Theater Dortmund
Volkstheater, Badisches
Staatstheater Karlsruhe
100 dokumente
(24 h-Performance, S. 12)
komm in meinen
wigwam
(S. 18)
18.30 – 19.30 | Workshop *
Von Kameraden, Heimkehrern u. anderen Helden
Mo.
23.03.
18.30 – 19.30 | Gespräch | Dance for all – The honesty of
movement
ca. 21.00 | Publikumsgespräch Männer
Di.
24.03.
Ballettsaal
Am Goetheplatz
17.00 – 19.00 | Workshop
Body Talk
Mi.
25.03.
18.30 – 19.30 | Diskussion
Dialog statt Fremdheit –
Dialog durch Kunst
15.30 – 16.30 | Projektvorstellung und
Diskussion | Partizipatives Theater im
Spannungsfeld zwischen Kunst und
sozialer Arbeit
Fr.
27.03.
ca. 21.45 | Publikumsgespräch
Hoffnung auf größeres Wohlbehagen
15.30 – 17.00 | Workshop
MICHAEL ESSIEN You
want to play as him …?
16.30 –17.30
Workshop
und Einblick
Flowers of
Carnage
16.30 –17.30
Workshop und
Einblick
XX oder XY
ca. 21.30 | World-Café
Dicke Frauen,
MICHAEL ESSIEN I want to
play as you …
Schauspielhaus
Am Goetheplatz
männer (S. 20)
20.00 – 22.00
18.00 – 19.15
Schauspiel Köln
Borgerscenen, Aalborg Teater (DK)
(S. 24)
(S. 22)
20.00 – 22.00
20.00 – 21.30 | Werkschau | Mannheimer Bürgerbühne
Hoffnung auf größeres Wohlbehagen
die lücke
9220: portræt af en bydel
ca. 19.30 | Publikumsgespräch
9220: Portræt af en bydel
ca. 22.30 | Publikums­
gespräch Die Lücke
Do.
26.03.
Di.
24.03.
Schnawwl
Brückenstr. 2
20.00 – 21.00
Junges Theater Basel (CH)
16.30 – 17.30 | Vortrag | Der Auftritt der Bürger
im zeitgenössischen Theater Teil II
18.00 – 18.45 | Vortrag | Wirtschaft ist eine
Kulturveranstaltung
ab 22.00 | Live-Karaoke und Preisverleihung Bürgerjury (S.36)
* Probebühne B, Treffpunkt Pforte Werkhaus ** anschließend Filmgespräch
19.30 – 21.00
Die
Moskauer
Prozesse
Mi.
25.03.
Schauspiel Köln
die lücke
(S. 24)
Do.
26.03.
Fr.
27.03.
18.00 – 19.05
Ahilan Ratnamohan (AU/BE)
michael essien i want
to play as you … (S. 26)
19.00 – 20.05
Ahilan Ratnamohan (AU/BE)
michael essien i want
to play as you …
(S. 26)
20.00 – 21.15
heißes medium:polylux
dicke frauen
(S. 28)
20.30 – 22.00
Die Bürgerbühne, Staatsschauspiel Dresden
misch­poke
(S. 30)
Grußwort der
Kulturstiftung des Bundes
Grußwort des Schirmherrn
Ministerpräsident Winfried Kretschmann
Die kurpfälzische Industrie- und Universitätsstadt Mannheim hat mit der ostdeutschen Barockstadt Dresden auf den ersten Blick wenig gemein. Anders im Theater:
Beide Städte machen ihren Einwohnern eine ganz besondere „theatrale Offerte“:
Mit ihren Bürgerbühnen laden das Nationaltheater Mannheim und das Staatsschauspiel Dresden dazu ein, die Publikumsrolle an den Nagel zu hängen und als
Mitwirkender im Bühnengeschehen die Durchdringung von Theater und Wirklichkeit
selbst zu erfahren.
Nachdem sich der Schnawwl schon seit langem sehr erfolgreich der Arbeit mit dem
Publikum von morgen widmet, adressiert die 2012 geschaffene Bürgerbühne auch
Erwachsene.
Wer die Bürgerbühne nur als Modell für Audience Development versteht, greift zu
kurz: Spätestens seit Rimini Protokolls „Experten des Alltags“ oder den „Bürgerchören“ von Volker Lösch stellen partizipative Theaterprojekte eine Kunstform dar, die
mit eigener Ästhetik und Produktionsform landauf, landab die Bühnen der Stadttheater erobert. Wir sind Zeuge einer theatralen Volksbewegung geworden, die – wie es
Hans-Thies Lehmann beschrieb – weniger das Ende der Theaterkunst markiert als
vielmehr einen verheißungsvollen „Geländegewinn“.
Dresden und Mannheim haben sich in diesem Projekt zusammengetan, um ihren
Bürgerbühnen-Blick auch ins Ausland zu richten. Nach der sächsischen Premiere
im Mai 2014 geben auf dem 2. Bürgerbühnenfestival zwölf neue Inszenierungen aus
ganz Europa einen lebendigen Überblick, was State of the Art ist in der professionellen Theaterarbeit mit nicht-professionellen Darstellern. Wir danken dem Intendanten
Burkhard C. Kosminski und seinem Team ganz herzlich für diese Initiative und wünschen ihnen allen begeisterte Zuschauer und Mitspieler.
Kunst und Kultur sind für die Menschen von herausgehobener Bedeutung, schließlich
bilden sie unter demokratischen Verhältnissen den Nährboden für eine aufgeklärte
Bürgerschaft und lebendige Gemeinschaft.
Mit der Bürgerbühne bietet das Nationaltheater Mannheim seit 2012 eine Plattform,
die es den Bürgern nicht nur erlaubt, Theater als Kunst- und Ausdrucksform persönlich zu erleben und weiterzuentwickeln, sondern die sich zugleich auch ihre unterschiedlichen Ansichten über das Leben zu eigen macht und sie theatral verarbeitet.
Es ist gerade dieser Wechsel des Blickwinkels, diese kritisch-reflektierte Betrachtung gesellschaftlicher Zustände, die das Theater seit jeher so wichtig macht und der
mit der Bürgerbühne auf ein neues Niveau gehoben wird.
Da sich das Nationaltheater Mannheim in den vergangenen Jahren zu einem Bürgerbühnenzentrum entwickelt hat, ist es so richtig wie naheliegend, dass es 2015 das
2. Bürgerbühnenfestival ausrichtet. Hierüber habe ich sehr gerne die Schirmherrschaft übernommen.
Ich bin überzeugt, dass das Nationaltheater, für das wir im Doppelhaushalt 2015/
2016 den Landeszuschuss um zwei Millionen Euro pro Jahr erhöht haben, als über­
regional herausragende Kultureinrichtung dem noch jungen Festival wichtige Impulse
geben kann.
Allen an der Organisation und Durchführung des Festivals Beteiligten danke ich für
ihr großes Engagement – insbesondere der Kulturstiftung des Bundes für ihre Förderung. Dem 2. Bürgerbühnenfestival wünsche ich den verdienten Erfolg, allen Mitwirkenden erfolgreiche Auftritte.
Winfried Kretschmann,
MdL
Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg
Hortensia Völckers
Vorstand / Künstlerische Direktorin
Alexander Farenholtz
Vorstand / Verwaltungsdirektor
2
3
Grußwort von
Ministerin Theresia Bauer
Theater – wozu haben wir die eigentlich? „Wegweiser durch das bürgerliche
Leben“ sollen sie sein, der „Aufklärung des Verstandes“ dienen – so die Antwort
Friedrich Schillers.
Theater sind sich also nicht selbst genug. Für die Gesellschaft sind sie da, ein
Lernort wollen sie sein und Themen verhandeln, die uns Menschen umtreiben.
Dass immer mehr Bürger die Bühnen erobern, um Stücke mit ihren Erfahrungen,
ihrer Lebenssicht, ihren Fragen „aufzuladen“, ist daher nur konsequent. Authentischer, lebensnäher und ursprünglicher kann Theater kaum sein, als wenn diejenigen, die sonst vor der Bühne sitzen, auch einmal auf ihr stehen.
Dabei geht es nicht um Laientheater im klassischen Sinn. Das „Theater für alle“
wird professionell angeleitet und ausgestattet. Aber: Die „Experten des Alltags“
machen es ihrem Publikum leicht, sich mit ihnen zu identifizieren. Sie erschließen neue Besucherschichten, und sie können Themen aus der Mitte der Gesellschaft auf die Bühne tragen, solange sie noch heiß und kochend sind. Bürgerbühnen helfen dabei, Kultur zu einer Sache aller zu machen.
Daher finde ich es höchst erfreulich, dass wir in Deutschland und in seinen
Nachbarstaaten gerade eine Blüte der Bürgerbühnen erleben. Wie reich, bunt
und kraftvoll diese Blüte ist, das zeigt das 2. Bürgerbühnenfestival am Nationaltheater Mannheim.
Ich wünsche der Veranstaltung gutes Gelingen – und den Bürgerbühnen eine
fruchtbare Vermehrung. Diese Landesregierung war schon immer der Ansicht,
dass Bürger die Hauptrollen spielen sollten. Im Theater – und außerhalb davon.
Grußwort von
Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz
Zum zweiten Mal findet das Bürgerbühnenfestival – Ein deutsch-europäisches
Theater­treffen statt. Es steht unter der Überschrift „Auftritt Volk“ und ich heiße
Sie dazu herzlich willkommen.
Eine Bühne von und für Bürger verschiedenster Herkunft, Identität und Weltanschauung macht unser Theater reicher. Denn begreift sich eben jenes Theater als eine umfassende Situation, als Möglichkeit menschlicher Teilhabe, dann kann es wesentlich
dazu beitragen, Antworten auf die drängenden Fragen nach der Zukunft der Demokratie in hochindividualisierten Stadtgesellschaften zu finden.
Teilhabegerechtigkeit unabhängig von Herkunft und Bildung – darum ging es beim
Aufbau der spartenübergreifenden Bürgerbühne in Mannheim. Sie ist nun eine Möglichkeit geworden, höchst unterschiedliche Realitäten der Stadt kennenzulernen und
ein vertieftes Verständnis für gesellschaftliche Wirklichkeit zu entwickeln.
Das diesjährige Bürgerbühnenfestival zeigt die professionelle Theaterarbeit mit
rund 300 nicht-professionellen Darstellern aus Deutschland, der Schweiz, Belgien,
Dänemark und den Niederlanden. Freuen Sie sich mit mir auf anregende nationale
und internationale Begegnungen und erleben Sie außerdem, wie der Club der Mannheimer Bürgerjury, bestehend aus Jugendlichen und Erwachsenen, das Festival
aktiv begleitet.
Dr. Peter Kurz
Oberbürgermeister der Stadt Mannheim
Theresia Bauer, MdL
Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst
des Landes Baden-Württemberg
4
5
inhalt
Grußwort der Intendanten
des Nationaltheaters Mannheim
Theater von und mit den Bürgern einer Stadt ist eine neue Kunstform, die derzeit immer mehr Bühnen zu einer eigenen Sparte entwickeln. Das Bürgerbühnenfestival, wie
wir es Ihnen präsentieren möchten, soll eine repräsentative Leistungsschau des professionellen partizipativen Theaters sowie einer davon ausgehenden Debatte über
dessen künstlerische Qualität sein.
Mit Freude und Stolz erfüllt es uns, dass nun – nach dem Festivalauftakt letztes Jahr
in Dresden – Mannheim der Austragungsort dieses deutsch-europäischen Theatertreffens ist.
An dieser Stelle möchten wir uns besonders bedanken bei der Kulturstiftung des Bundes, die das Festival maßgeblich unterstützt, sowie bei dem Ministerpräsidenten des
Landes Baden-Württemberg Winfried Kretschmann, der die Schirmherrschaft für das
Festival übernommen hat.
Die Auswahl von zwölf aus hundert in ganz Europa gesichteten Produktionen, die sowohl aus dem Bereich des Stadt- und Staatstheaters als auch aus dem Bereich des
Freien Theaters kommen, wurde von einem Kuratorium getroffen, dem die Vertreter
kontinuierlicher, institutioneller Theaterarbeit mit nicht-professionellen Darstellern
angehören.
Neben den kuratierten Gastspielen zeigen wir die Eigenproduktionen der Kuratoriumsmitglieder des Festivals, des Aalborg Teaters aus Dänemark, des Jungen DT Berlin, des Badischen Staatstheaters Karlsruhe, des Staatsschauspiels Dresden und des
Nationaltheaters Mannheim.
Flankiert wird das umfassende Angebot an Gast- und Heimspielen von weiteren
Programmpunkten. Wir laden Sie herzlich ein zum freien Eintritt in die verschiedenen Workshops, Diskussionsveranstaltungen, Vorträge und musikalischen Veranstaltungen.
Wir wünschen Ihnen viel Freude und Inspiration beim Schauen und Hören, beim Gestalten, Mitspielen, Analysieren und Diskutieren …
Andrea Gronemeyer, Intendantin Schnawwl
Prof. Dr. Klaus-Peter Kehr, Intendant Oper
Dr. Ralf Klöter, Geschäftsführender Intendant
Burkhard C. Kosminski, Intendant Schauspiel
Kevin O’Day, Intendant Ballett
6
INSZENIERUNGEN
qualitätskontrolle Rimini Protokoll . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
mannheimer geräuschorchester #1 Mannheimer Bürgerbühne,
Nationaltheater Mannheim . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
100 dokumente Volkstheater, Badisches Staatstheater Karlsruhe . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
alice Junges DT, Deutsches Theater Berlin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
baal Toneelgroep Oostpool (NL) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
komm in meinen wigwam Theater Dortmund . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
männer Junges Theater Basel (CH) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
9220: portræt af en bydel Borgerscenen, Aalborg Teater (DK) . . . . . . . . . . . . . . 22
die lücke Schauspiel Köln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
michael essien i want to play as you … Ahilan Ratnamohan (AU/BE) . 26
dicke frauen heißes medium:polylux . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
mischpoke Die Bürgerbühne, Staatsschauspiel Dresden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Rahmenprogramm
Vorträge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
Gespräche und Diskussionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
Workshops . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
Filme – Konzerte – Partys . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
Werkschau Mannheimer Bürgerbühne / Junge Bürgerbühne Mannheim . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
Club der Bürgerjury . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
Welches Stück Sie unbedingt sehen sollten! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
Festivalkuratorium . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
Referenten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
Preise und Spielstätten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
Partner und Förderer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
7
INSZENIERUNGEN
Rimini Protokoll
qualitätskontrolle
Konzept / Text / Regie
Helgard Haug und Daniel Wetzel
Bühne / Licht / Videomapping
Marc Jungreithmeier
Bühne Marco Canevacci (Plastique Fantastique)
Video / Videomapping Grit Schuster
Musik Barbara Morgenstern
Dramaturgie und Recherche Sebastian Brünger
Produktionsleitung Heidrun Schlegel
Mit Maria-Cristina Hallwachs;
Timea Mihályi und Admir Dzinic´
Eine Produktion von Rimini Apparat in
Koproduktion mit dem Schauspiel Stuttgart
Gefördert durch den Regierenden
Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei –
Kulturelle Angelegenheiten
Vor 20 Jahren ist Maria-Cristina Hallwachs in den Pool einer griechischen Ferienanlage gesprungen. Kopfüber, auf der Nichtschwimmerseite: „Das war die letzte Bewegung,
zu der ich meinen Körper antreiben konnte. Seitdem herrscht Funkstille zwischen uns,
von den Schulten abwärts. Ich wurde von meinem Vater am Rand des Pools beatmet.
Ich wurde in der Klinik gefragt, ob ich überhaupt weiterleben wollte. Ich wollte unbedingt. Ich lebe fröhlichen Hauptes.
Ich werde dieses Theaterstück spielen. Es wird davon handeln, wie aus dem Abschluss der Reifeprüfung der Beginn meines Lebensweges wurde. Davon, weshalb
ich meine Schwester für einen besonders glücklichen Menschen halte, obwohl sie im
Alter von zwei Jahren aufgehört hat, sich für andere messbar geistig weiterzuent­
wickeln. Ich werde die Welt bespielen und zeigen, wie sehr ich ein ganzer Mensch bin.
Ich werde mit Frauen sprechen, die ein Kind erwarten, mit Genetikern, die die Qualität entstehenden Lebens testen. Ich werde mein Pflegepersonal bitten, für mich zu
gestikulieren. Ich werde Fragen stellen dazu, was ein Mensch ist. Ich werde meine
Antworten geben. Ich werde ohne technische Hilfe lachen: Ich lächle – oft.“
I have never asked WHY did it happen to to me. Why did I jump into the pool at the re­
sort – head first, into the shallow end, 20 years ago. That was the last time that I could
command my body. Since then the lines of communication have been cut between my
brain and anything south of my shoulders. At the hospital I was asked if I wanted to
live at all. I will steer this piece. I will show the world that I am complete. I will ask my
nurse to gesticulate for me. I will answer questions with my own questions. I will laugh
without the help of technology: I smile – often.
Fr. 20.03. | 19.00 Uhr und Sa. 21.03. | 18.00 Uhr
Schauspielhaus
Dauer 1 Stunde und 40 Minuten, keine Pause | Eintritt € 20,–/ 15,– (erm. € 8,–)
Zu dieser Inszenierung findet ein World-Café am 21.03. um ca. 22.00 Uhr
im Theatercafé statt.
8
Begründung der Jury
Maria-Cristina Hallwachs hat mit Helgard Haug
und Daniel Wetzel so berührende wie witzige
Szenen entwickelt, um ihre eingeschränkte Existenz in ihrer Fülle auf der Bühne nicht darzustellen, sondern zu leben. Die vom Hals abwärts Gelähmte erzählt klug und pointiert über ihren Alltag, der andere Begabungen fordert, als wir Zuschauer sie uns bislang vorstellen konnten. Damit sind wir jenseits von Mitleid auf Glück und
Gefährdung unseres eigenen Lebens geworfen.
Den Regisseuren von Qualitätskontrolle gelingt
eine beispielhafte Arbeit mit Laien – und ein
Stück praktizierte Inklusion.
Rimini Protokoll arbeiten in den Bereichen Theater, Hörspiel, Film und Installation. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Weiterentwicklung der Mittel des Theaters, um ungewöhnliche
Sichtweisen auf unsere Wirklichkeit zu ermöglichen. Mit ihrer Produktion Wallenstein. Eine do­
kumentarische Inszenierung für die Schillertage
2005 wurden sie 2006 zum Theatertreffen eingeladen. Es folgten zahlreiche weitere Auszeichnungen und Preise.
9
INSZENIERUNGEN
Mannheimer Bürgerbühne, Nationaltheater Mannheim
mannheimer
geräuschorchester #1
Szenisches Konzert frei nach Edgar Allan Poes Die Maske des roten Todes
Künstlerische Leitung
Anselm Dalferth u. Johannes Gaudet
Video Thilo David Heins
Probenleitung Zacharias Zschenderlein,
Friedrich Stockmeier, Ashok Nair, Peter Hinz,
Thorsten Gellings und Michael Barrett
Mit Uwe Topmann (Schnawwl-Ensemble) und
N. Albrecht, M. Amend, B. Beck-Dreßler, F. Bell,
M. Bensch, J. Benz, I. Biesinger, A. Biesinger,
U. Büchler, M. Busch, E. Cakmak, H. Dolp,
H. Domröß, V. Emmerling, U. Ernst, T. Friedek,
T. Gallion, E. Garcia-Fernandez, A. Gasten,
K. Gebert, W. Gebert, J. Geiger, R. Geiger,
L. Grau, M. Greisner, F. Guettler, U. Haag-Stoll,
R. Hallstein, S. Hausch, K.-H. Helfert, A. Helmus,
M. Hertel, N. Hildenbrand, H. Holler, N. Humphrey,
W. Huth, M. Imhof, W. Ippich, H. Jacobsen, S. Khan,
A. Klausmann, N. Knerr, A. Kreidemacher,
A. Langbein-Bähr, S. Lanzalaco, G. Libnau,
B. Mayer, S. Mercatoris, A. Meyer, M. Müller,
E. Naydenova, N. Postweiler, C. Probst, M. Reeb,
U. Reutter, F. Rothgängel, G. Rünzi, W. Rünzi,
H. Schäfer, D.Schmitt, H. Schmitt, G. Schneider,
H. Sinnappoo, E. Skorka, K. Stittgen, S. Summer,
A. Szymanski, F. Thomann, K. Topchi, P.-E. Tritsch,
R. Türemis, H. Unger, M. Vazansky, K. Vitt,
J. Wagner, K. Wagner, R. Weindorf, M. Zettler
Die Mannheimer Bürgerbühne wurde in der
Spielzeit 2012 / 2013 auf Initiative der Sparte
Schauspiel am Nationaltheater Mannheim eingerichtet. Ein breit gefächertes Angebot von
Clubs und Workshops in allen Sparten lädt
Mannheimer jeden Alters zum Theatermachen
und zur Auseinandersetzung mit Theater unter
professioneller Anleitung ein. Pro Spielzeit werden außerdem mehrere Inszenierungen für das
Repertoire erarbeitet. Kooperationen und Außenprojekte, z. B. mit dem Jobcenter, der Justizvollzugsanstalt oder einem Betreuten Wohnen, fördern die Vernetzung mit verschiedensten Bewohnern der Stadt Mannheim.
Anselm Dalferth arbeitete als Dramaturg,
Regisseur, Musikvermittler, Instrumentaldarsteller und musikalischer Leiter u. a. für das
Nationaltheater Mannheim und das Stadttheater Freiburg; seit der Spielzeit 2014 / 2015 ist
er Dramaturg und Regisseur in der Oper des
Staatstheaters Mainz.
Johannes Gaudet absolvierte ein künstlerisches und instrumentalpädagogisches Studium, sowie ein Lehramtsstudium mit den Fächern Musik und Deutsch. Nach dem Abschluss
des 2. Staatsexamens trat er die Stelle als
Musiktheaterdramaturg und Pädagoge für die
Junge Oper am Nationaltheater Mannheim an.
Eine außergewöhnliche Klangentdeckungsreise in die Welt der Geräusche, Rhythmen
und Melodien erwartet Sie im Opernhaus des Nationaltheaters. Aus allen Ecken des
Raumes beginnt es zu tönen: Beklemmende Klänge breiten sich aus, kriechen in die
Ohren und gehen unter die Haut. Videosequenzen zucken über die Bühne und ein
Schrei ertönt, aus dem sich live-elektronisch variiertes Gelächter herausschält. Dann
Stille und gleißendes Licht.
Die schmeichelnden Melodien einer Glasharfe treffen auf das Kreischen zerreißenden Papiers und während sich ächzend der eiserne Vorhang hebt, beginnt Edgar Allan
Poes geheimnisvolle Geschichte um den Untergang einer dekadenten Gesellschaft
ihre unheilvolle Wirkung zu entfalten ...
Über mehrere Monate haben Mannheimer Bürger zusammen mit professionellen Musikern und Komponisten Instrumente ausgewählt, Klänge gesucht, Notationsverfahren probiert und gemeinsam ein szenisches Konzertstück entwickelt.
Over several months, different groups of Mannheim citizens and professional musi­
cians and composers chose instruments and went in search of sounds. In this theatri­
cal concert, the power of a single note is combined with Edgar Allan Poe’s haunting
words to create a new cosmos of sound, in which scattered nightmarish sounds creep
into the ear and get under the skin.
Fr. 20.03. | 21.00 Uhr
Opernhaus
Dauer ca. 50 Minuten | Eintritt € 20,– /15,– (erm. € 8,–)
Zu dieser Inszenierung findet ein World-Café
am 21.03. um ca. 22.00 Uhr im Theatercafé statt.
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INSZENIERUNGEN
Volkstheater, Badisches Staatstheater Karlsruhe
100 dokumente
von Gerardo Naumann
Regie Gerardo Naumann, Bonn Park,
Frederik Tidén, Jakob Weiß
Bühne und Kostüme Sebastian Hannak
Mitarbeit Bühne und Kostüme Johannes Fried
Licht Christoph Pöschko
Dramaturgie Michael Nijs
Co-Dramaturgie & Rechercheleitung Ines Wuttke
Recherchemitarbeit Gloria Hasnay,
Heidi Herzig, Laura Morcillo, Natalia Schmidt
Künstlerische Produktionsleitung
Eric Nikodym, Catharina Waschke
Theaterpädagogik Judith Franke
Mit N. Arfmann, M. Bag˘cı, B. Barros, F.-M. Bautista,
N. Benzarti, M. Bögle, F. Bouché, S. Çakar, M. V. Del
Valle Contrera, H. Cooke, J. Delic´, H. Denecken,
J. Diarc, H. Drechsler, J. Dürmeier, M.Eisenbraun,
T. Fischer, E. Fix, F. Frede, A. Galander, T. Geiss,
J. Gemeinhardt, O.-H. Gruschwitz, T. Heintzmann,
M. Hochgesand, J. Huß, G. Iscan-Piliç, J. Jäger,
I. Kadrijaj, S. Kambeck, A. Karasu, S. Keshavarzi,
A. Kist, F. Klappenbach, A. Kohlem, K. Krauss,
G. Lang, Y. Laya, U. Leuchte-Wetterling, C. Löffler,
K. Löffler, P. Lorch, S. Lybeer, G. Maier, E. Mamchur,
H. Martés, N. Mondry, A. Müller, S. Nitka,
T. G. Pfanner, C.-S. Pilling, M. Pöll, P. Rautzenberg,
U. Rothweiler, qwqwi (F. Bierlein, L. Fütterer,
D. Loscher, P. Matthes, M. Zielke), H. Saumer,
J. Saumer, M. Saumer, M. Scheffel, M. Scheffer,
J. C. Scheydt, E. Schlachter, C. Schnapp,
M. Schöppenthau, M. Seekircher, S. Shibaeva,
J. Sinner, F. Skandrani, M. Stein­metz,
T. Stürmer, S. Szillat, L. Voß, S. Wangler, K. Wolle,
T. Wörle, K. Yıldırım, A. Zimmermann
Gerardo Naumann ist Regisseur und Autor. Seine Inszenierungen entwickelt er oft mit nichtprofessionellen Darstellern, die das Publikum
in ihre Arbeitswelt einführen. 2010 erarbeitete er z. B. Die Fabrik, das Konzept wurde u. a. in
Indien, Polen und Singapur umgesetzt; für das
Schauspiel Hannover ließ er in Die Vorstellung
das Theater und seine Mitarbeiter zum Gegenstand seiner Inszenierung werden.
Theater rund um die Uhr, parallel zum Leben der Stadt, die einen 24-Stunden-Rhythmus hat. 100 Karlsruher mit 100 Dokumenten aus ihrem Leben nacheinander auf der
Bühne: Gerardo Naumann und seine Co-Regisseure machen Alltagsgeschichten zur
Theaterfiktion – und aus Szenen Lebensalltag: mit schnell härtendem Sichtbeton,
endlosem Geschlechterkrieg, langen Bärten, Jugendgericht, DDR-Sitten, Jonglage,
Spitzensport, Technikerband, Gassi gehen, nie abgeschicktem Liebesbrief, Raumfahrtbegeisterung, 3000 erotischen Träumen sowie DJ-Party, Übernachten auf der
Bühne und rhythmischem Frühstück für alle. Ausgangspunkt der sechsmonatigen
Recherche- und Probezeit waren persönliche Kriege, doch man muss sich den Karlsruher als friedlichen Menschen vorstellen. Die Zuschauer können jederzeit in diese
Parallelwelt ein- und austreten, sitzend, stehend oder nachts auch liegend.
Theatre around the clock, synchronised with the life of the city and its 24-hour rhythm.
100 people from Karlsruhe with 100 documents from their lives, one after the other on
stage. The German-Argentinian director Gerardo Naumann turns everyday stories into
the fiction of theatre – and theatrical scenes into everyday life: casting of concrete,
the battle of the sexes, beards, court cases, GDR manners, juggling, technician’s tape,
taking the dog for a walk, love letters, space travel and partying. A sleepover on the
stage and breakfast for everyone. Please enter and exit at your convenience.
Großprojekt statt. Angeregt durch die Eröffnung mit 100 Prozent Karlsruhe von Rimini Protokoll, waren dies 2013 Eine (mikro)ökonomische
Weltgeschichte, getanzt von Pascal Rambert und
2014 das 24-Stunden-Stück 100 Dokumente von
Gerardo Naumann. Im Juni 2015 folgt zum Stadtgeburtstag Remote Karlsruhe, eine Audio-Stadtbegehung in Gruppen von Rimini Protokoll.
In der Sparte Volkstheater bringt das Badische Staatstheater Karlsruhe seit 2011 Menschen aus der Stadt und Künstler miteinander
ins Spiel. Alle Sparten entwickeln innovative
partizipative Projekte: Konzerte mit geteilten
Pulten, Tanzprojekte, Opern mit Kindern und Jugendlichen und Volkstheatergruppen für alle Altersstufen. Im Schauspiel findet jedes Jahr ein
Sa. 21.03., ab 17.00 Uhr bis So. 22.03., 17.00 Uhr
| Montagehalle Dauer 24 Stunden, keine Pause | durchgehender Einlass
| Eintritt € 15,– (erm. € 8,–)
Eintritt frei mit einer gültigen Eintrittskarte des Bürgerbühnenfestivals am jeweiligen Tag.
Zu dieser Inszenierung findet ein World-Café am 22.03.
um ca. 21.30 Uhr im Theatercafé statt.
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(Stand der Besetzung:
Premiere am 10.05.14, Badisches Staatstheater
Karlsruhe, Kleines Haus)
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INSZENIERUNGEN
Junges DT, Deutsches Theater Berlin
alice
nach Lewis Caroll
Mit Mauri Bachnick, Felix Böttner,
Elektra Breinl, Emmi Büter, Valentino Dalle Mura,
Mascha Diaby, Luna Jakob, Tamino Köhne,
Antonia Lind, Gynian Machaak, Laszlo Mattern,
Bjarne Meisel, Konrad Muschick,
Chenoa North-Harder, Emil von Schönfels,
Sofia Theodorou
Regie Nora Schlocker
Bühne Jessica Rockstroh
Kostüme Caroline Rössle Harper
Musik Paul Lemp
Choreografie Juli Reinartz
Dramaturgie Birgit Lengers
Mit freundlicher Unterstützung
der Fischer-Stiftung
Wie sonderbar. Alles ist verändert. Ich bin verändert. Ich möchte doch nicht einfach
von jemandem geträumt werden.
Alices Reisen sind abgründig. Das „Wunderland“ wie der Raum „hinter den Spiegeln“
sind befremdliche Paralleluniversen. Absurde Ordnungsprinzipien stellen die Konzepte von Raum und Zeit, Identität und Realität in Frage.
„Die zwei Alice-Bücher sind keine Bücher für Kinder“, schreibt Virginia Woolf. „Sie
sind die einzigen, in denen wir zu Kindern werden. Ein Kind zu werden, ist wörtlich
gemeint. Alles so seltsam zu finden, dass einen nichts überrascht; herzlos zu sein,
skrupellos zu sein, aber auch so leidenschaftlich, dass die kleinste Gemeinheit die
Welt in Düsternis hüllt.“
Motor der Inszenierung ist die Grenzüberschreitung zwischen dem Wunderland, das
16 junge Menschen zwischen 9 und 19 Jahren spielend erschaffen, und den Erwachsenen im Zuschauerraum. Die Spieler spiegeln und irritieren den erwachsenen Blick
auf Kindheit. Sie purzeln durch ein schwarzes Loch auf die Bühne, verwandeln sich in
ein hässliches Baby und dann in ein hübsches Schwein, weinen einen Tränensee, animieren einen fetten Mann, spielen despotisch ohne Regeln, und fragen immer wieder:
„Wer bist du, du Monster?“
“The two Alice books are not books for children,” writes Virginia Woolf, “They are the
only books in which we become children.” They are strange journeys into parallel uni­
verses, where absurd rules question concepts of space and time, identity and reality.
This production crosses over the line between the audience and the wonderland that
16 young people between 9 and 19 playfully create – turning the adult view of child­
hood topsy-turvy.
Sa. 21.03. | 20.00 Uhr
Studio
Dauer ca. 1 Stunde und 30 Minuten, keine Pause
| Eintritt € 15,– (erm. € 8,–)
Zu dieser Inszenierung findet ein World-Café am 21.03.
um ca. 22.00 Uhr im Theatercafé statt.
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Nora Schlocker studierte Regie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Inszenierungen u. a. am Nationaltheater Weimar
und Schauspielhaus Düsseldorf, wo sie Hausregisseurin war, sowie am Maxim Gorki Theater Berlin, Schauspielhaus Wien, Staatstheater
Stuttgart und Bayerischen Staatsschauspiel.
Am Nationaltheater Mannheim inszenierte sie
2012 / 2013 Der zerbrochne Krug. Ab 2015 / 2016
ist sie Hausregisseurin und Teil der künstlerischen Leitung am Schauspiel Basel.
Das Junge DT ist integraler Bestandteil des
Deutschen Theaters Berlin. Es sucht den spielerischen Zugriff auf die Welt. Die Angebote
richten sich an junge Menschen zwischen 12
und 25 Jahren, egal welcher sozialen, nationalen oder kulturellen Herkunft. Unter dem Motto „Rein – Raus“ öffnet sich das DT für die Fragen, Themen, Energien und Kulturen der jungen Menschen; außerdem verlässt das Junge
DT das Theater, es bricht auf zu ästhetischen
Forschungsreisen in den öffentlichen Raum
und initiiert internationale Kooperationen und
interkulturelle Projekte. Das Junge DT erarbeitet pro Spielzeit neben Kooperationsprojekten,
Jugendclubs und der Ferienakademie HERBSTCAMP drei Inszenierungen, die Teil des Repertoires sind.
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INSZENIERUNGEN
Toneelgroep Oostpool (NL)
baal
Regie Timothy de Gilde
Bühne Frank Blommestijn
Musik Lavalu
Lars Jordens, Laura Laarman, Leanne Slütter,
Leonie Schoenmakers, Lieke Tijink, Lot Frings,
Manna Duk, Marieke Hageman, Marijn Bijsterveld,
Marlon Rouw, Maxime Jacobs, Merlijn Oesterholt,
Milan Hendriks, Myrte Blanken, Pam Sikkink,
Robin Schoemaker, Siem Steinmann,
Sterre Bours, Willemijn Smans, Youri Langen u. a.
Mit Amber Rozema, Amber Leentfaar, Anne Kool,
Anne Meffert, Annika Hagen, Carl Boelens,
Claire Jansen Verplanke, Daphne Braafhart,
Emma Baas, Jacob Geurkink, Jurre Popping,
Hab den Mut, allein zu sein.
Baal ist Lebenskünstler. Er frisst, säuft, tanzt, dichtet und lebt. Mittelmaß ist nicht
genug. Baal will das Extreme. Er geht seinen eigenen Weg und entledigt sich aller
Verpflichtungen: seiner Freundin, seiner Mutter, seiner Künstlerfreunde, seiner anderen Freundin, noch einer anderen Freundin, seiner Auftraggeber, seiner selbst. Zum
Erwachsenwerden gehört der Mut, alleine, unabhängig und ungebunden zu sein, Abstand von Vertrautem und den Erwartungen anderer zu nehmen, um das eigene Lebensziel und die eigene Philosophie zu definieren. Dieser Mut beschert Baal ein Leben als Künstler, als Bettler, als Holzhacker, als Nachtschwärmer. Um vielleicht kurz
vor dem Tod erwachsen zu werden und zu einer lebensbereichernden Schlussfolgerung zu kommen; hm …
Brecht schrieb die erste Fassung von Baal mit 20 Jahren.
Baal leaves a life of rigid morals and obligations behind and goes in search of ultimate
freedom. He devours food, drinks, dances, writes poetry and lives. So that he might
finally grow up before he dies and find some life-enhancing conclusion about it all …
Growing up requires courage, breaking with what you know and taking other people’s
expectations on board. Every year, Toneelgroep Oostpool makes a ‘coming of age’
production with young people. Brecht wrote the first draft of Baal when he was just
20 years old.
So. 22.03. | 17.00 Uhr
Schauspielhaus
Dauer 1 Stunde und 15 Minuten, keine Pause
| Eintritt: € 20,– /15,– (erm. € 8,–)
In holländischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Zu dieser Inszenierung findet ein World-Café am 22.03. um ca. 21.30 Uhr
im Theatercafé statt.
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Begründung der Jury
Mit Haut und Haar, mit Gesang, Geschrei und
Schrifttafeln wirft sich das über 30-köpfige Jugendensemble in die Geschichte des asozialen
Grenzüberschreiters Baal. Sie wollen es wissen.
Und sie wollen es uns zeigen. Der Unbedingtheitsanspruch der Jugend, ihre rauschhafte und destruktive Lust sind Katalysator einer emphatischen Spielweise. Es gelingt eine
beste­chende Lesart von Brechts Frühwerk, die
mit ver­schwenderischer Energie und in verletzlichen Momenten zu erzählen weiß vom Sexappeal des Asozialen und dem Schmerz des Erwachsenwerdens.
telligent und berühmt werden – doch vielleicht
müssen wir auch mal nichts tun, damit wir herausfinden können, was wir wollen, anstatt immer nur zu tun, was wir müssen. Auf diesem Weg
zum Erwachsenwerden kann die Kunst einem
„angry young teenager“ eine Hilfestellung sein.
Timothy de Gilde ist Teil des künstlerischen
Teams und Regisseur der Toneelgroep Oostpool Arnhem. Er studierte Theaterwissenschaft am Institute of the Arts in Arnheim und
schloss dort 2003 sein Studium ab. Mit Toneelgroep Oostpool inszenierte er verschiedene
Theaterstücke für junges Publikum, u. a. Coo­
king with Elvis (2010), Dogtooth (2011), und King
Oeboe (2013). Außerdem führte er bei verschiedenen Coming-of-Age-Produktionen mit Jungdarstellern Regie, darunter Eli Eli (2012), Giselle
(2013) und Baal (2014).
Die Toneelgroep Oostpool bringt jede Saison
mit 40 Jugendlichen eine Coming-of-Age-Produktion heraus: Wir müssen zur Schule gehen, wir müssen ehrgeizig sein, wir müssen in-
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INSZENIERUNGEN
Mit Ekkehard Freye, Thorsten Bihegue,
Heinrich Fischer, Jana Katharina Lawrence,
Finnja Loddenkemper, Leon Müller,
Maximilian Kurth, Regine Anacker,
Solveig Erdmann, Lilli Fehr-Rutter,
Margret Kloda, Heike Lorenz, Katrin Osbelt,
Rita Spieker-Thiele, Anette Struck,
Bärbel Göbel, Ulli Wildt, Sabine Kaspzyck,
Birgit Rumpel, Inge Nieswandt
Theater Dortmund
komm in meinen wigwam
Eine Pilgerreise in die wundersame Welt der katholischen
Aufklärungs- und Anstandsliteratur von Wenzel Storch
Regie Wenzel Storch
Bühne und Kostüme Pia Maria Mackert
Licht Rolf Giese
Dramaturgie Thorsten Bihegue
Kaplan Buffo, der älteste Kaplan des Bistums, unternimmt mit seinen kleinen Freunden eine Pilgerreise in die wunderbare Welt der christlichen Sexualmystik. Er führt sie
auf eine blühende Wiese voll schwellender Stengel und nickender Kelche und macht
sie – beim Mondschein am Lagerfeuer – mit dem „Wunderbau“ ihres Leibes vertraut.
Gemeinsam vertieft man sich in die Klassiker der römisch-katholischen Sexliteratur,
doch damit nicht genug: Unterwegs begegnet man Heuschrecken, Krokodilen und Ordensschwestern, und die Messbuben stoßen auf eine geheimnisvolle Filmdose, die
aus den Geheimarchiven der Augsburger Puppenkiste stammt.
Das Stück erinnert – mit einer Fülle von Originalzitaten – an die Blütezeit der katholischen Aufklärungs- und Anstandsliteratur. Im Mittelpunkt steht das Werk des Päpstlichen Ehrenprälat Berthold Lutz (1923 – 2013), der – heute längst vergessen – als
Oswalt Kolle der katholischen Sexuallehre gelten darf. Lutz schuf unterhaltsame
Coming-of-Age-Geschichten wie Die leuchtende Straße und Das heimliche Königreich,
daneben entstanden Benimm- und Trimm-Dich-Fibeln wie Frechdachs lernt Anstand
und Peter legt die Latte höher – Werke, die ihre kleinen Leser verzauberten und die
Fachwelt begeisterten.
In his first theatre production, cult film director Wenzel Storch carries us away into
the mysterious depths of Christian sexual mysticism: lush, budding gardens of swollen
stems and blossoms, intertwined with sacred tapestries, super-8 images from Roman
Catholic ‘propaganda’ and musical sacro-pop pearls from Pater Perne to Heino. In this
playful revue piece, Wenzel Storch traces the works and influences of the honoured
papal prelate Berthold Lutz, author of bizarre books filled with inadvertent filth.
So. 22.03. | 20.00 Uhr
Studio
Dauer 1 Stunde und 15 Minuten, keine Pause | Eintritt € 15,– (erm. € 8,–)
Zu dieser Inszenierung findet ein World-Café am 22.03.
um ca. 21.30 Uhr im Theatercafé statt.
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Begründung der Jury
„Selbst wenn mir alle Heiner Lauterbachs zur
Verfügung stünden – ich würde Jürgen Höhne
nehmen“, sagte „Deutschlands bester Regisseur“ (Titanic) Wenzel Storch einmal über den
Hauptdarsteller seiner Filme, der kein ausgebildeter Schauspieler ist. So stehen auch in
der Dortmunder Inszenierung mit zwei Ausnahmen keine Theaterprofis auf der Bühne. Vor
allem durch die Besetzung der jugendlichen
Darsteller tun sich in den skurrilen Text- und
Bilderwelten immer wieder Abgründe auf. Ein
grandioser Trip!
Wenzel Storch ist ein deutscher Regisseur und
Filmproduzent. Seine phantastischen Filme be­
sitzen eine stark surreal-traumhafte Atmosphäre und neigen zur Kirchenkritik. Sie zeichnen sich
durch eine opulente Ausstattung aus, die mit
sehr kleinen Produktionsbudgets gebaut wird.
Neben seiner filmerischen Tätigkeit verfasst
Storch Kolumnen für die Zeitschrift konkret und
dreht Musikvideos, z. B. 2009 für Bela B. Komm
in meinen Wigwam ist Wenzel Storchs erste Theaterarbeit.
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INSZENIERUNGEN
Junges Theater Basel (CH)
männer
Tanztheater von Ives Thuwis
Choreografie Ives Thuwis
Ausstattung Ursula Leuenberger
Dramaturgie Uwe Heinrich
Assistenz David Speiser
Technik / Licht Heini Weber
Technik / Sound Thomas Frey
Mit Alexander Megert, Anton Baecker,
Dominik Holzer, Jan Degen, Malik Abdi,
Mattia Meier, Thanh Tu Ha
Gemeinsam mit sieben jungen Männern hat sich der Choreograf Ives Thuwis den Fragen gestellt: Wie wird ein Mann ein Mann? Und was ist das überhaupt, ein Mann? Verschiedene genetische, kulturelle und sonstige Dispositionen erzeugen verschiedene
Anforderungsprofile. Während man sich in Mitteleuropa weit von reglementierenden
Bildern entfernt glaubt, ja, manchen sogar ein leichtes Unbehagen über zu viel Gestaltungsfreiheit beschleicht, ist in anderen Kulturen ganz klar, wie ein Mann zu sein
hat. Dass das auch nicht unbedingt nur beglückend ist, steht außer Frage.
Der Abend versteht sich als Versuchsanordnung. Keine Angst: Das Publikum muss nicht
auf die Bühne. Aber es kann aus der sicheren Besucherposition heraus dem sehr
unterschiedlichen Ringen um Männlichkeit seine Sympathie geben oder verwehren.
Die Arbeiten von Ives Thuwis zeichnen sich durch ungebremste Energie und große
Lesbarkeit aus. Die Choreografien entstehen aus originären Bewegungsangeboten
der jugendlichen Spieler – die vor dem Probenbeginn noch nie auf einer Bühne getanzt hatten. Das Publikum wird also wirklich auf eine formale und inhaltliche Reise
eingeladen, die auch die Beteiligten gemacht haben.
How do you become a man? What is that anyway, a man? Do men still exist or do they
only exist in our minds? What’s better: freedom or structured rules? Because what
can you hold on to if everything is always shifting? Doesn’t everything eventually get
washed away by this tide of freedom? In this dance theatre project, seven young men
between the ages of 17 and 25 present their exploration of these questions using very
few words and focussing on their bodies instead.
Mo. 23.03. | 20.00 Uhr
Studio
Dauer ca. 1 Stunde, keine Pause
| Eintritt € 15,– (erm. € 8,–)
Im Anschluss Publikumsgespräch in der Lobby Werkhaus
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Begründung der Jury
Sieben junge Männer tanzen, was das Zeug hält:
Aus Ritual- und Posinggesten, aus Rangeleien
und Mutproben, aus Wolfsgeheul und Barden­
gesang, aus lauten und leisen Momenten ist
ein mitreißender Abend entstanden, der das
Kon­strukt „Männlichkeit“ hinterfragt.
Mit vollem und unglaublichem Körpereinsatz
sind diese Experten des Mannseins (oder der
Mannwerdung) ganz im Hier und Jetzt, bleiben
trotz aller Ästhetisierung der Choreografie sie
selbst, ehrlich und direkt, mutig und frei.
Ives Thuwis studierte an der Tanzakademie von
Tilburg und war danach einige Jahre aktiv als Tänzer bei verschiedenen Kompanien. In seinem choreografischen Schaffen legt er den Schwerpunkt
auf Choreografien für Jugendliche, in den letzten
Jahren vorwiegend auch mit Jugendlichen.
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INSZENIERUNGEN
Borgerscenen, Aalborg Teater (DK)
9220: portræt
af en bydel
Regie und Konzept Therese Willstedt
Bühne und Kostüm Johanne Eggert
Dramaturgie Kjersti Hustvedt
Licht und Konzept Mårten K. Axelsson
Ton Aske Bergenhammer Hoeg
Video Turpin Djurhuus und Laurits Jensen-Flensted
Filmproduktion Bread and Butter
Mit Jeanet Kaptain, Samir El Omar, Bjarne B.
Kristensen, Sara Diana Fayed, Lise Jerup og
Mette Jeppesen Im Film u. a. Poul, Per, Toma,
Hakan, Ibramhim, Flemming und Preben
Borgerscenen Aalborg Teater wurde im Herbst
2013 als erste Bürgerbühne Dänemarks nach
dem Vorbild der Bürgerbühne Dresden gegründet. Bisher sind zwei Spielzeiten mit insgesamt
vier Produktionen geplant.
In der Arbeit der Borgerscenen gibt es zwei grundlegende Überzeugungen: Auf der Bühne gibt es keine Lüge. Und:
Die Bürger treten immer als sie selbst auf, nicht
als Schauspieler. Alle Menschen sind Experten
in Hinblick auf die eigene Biografie. Sie verfügen
über Alter, Geschlecht und Körper, über Erinnerungen und Leben. Davon können sie als souveräne Experten berichten.
Die Bürgerbühne stellt
einen professionellen und künstlerisch ambitionierten Raum zur Verfügung, in dem die Geschichten und Erfahrungen der Bürger zugespitzt, verdichtet und dramatisiert werden und
auch mal aufeinanderprallen können.
Therese Willstedt studierte Regie an der Danish
National School of Theatre and Contemporary Dance. Bereits während des Studiums machte sie mit radikalen Inszenierungen auf sich
aufmerksam (Die Jungfrau von Orleans, Körber
Studio Junge Regie, 2011 und Invasion!, Aalborg
Teater, 2011). Nach 9220: Portræt af en bydel folgte die ebenfalls dokumentarische Inszenierung
Døden am Kongelige Teater Kopenhagen.
Dieses Projekt ist finanziert mit Unterstützung
der Europa-Kommission.
Jede größere Stadt hat ein Viertel wie Aalborg Øst. Aalborg Øst hat die Postleitzahl 9220, und hier findet man pro Einwohner die meisten Motorroller, die meisten
Hautfarben, die meisten Sozialhilfeempfänger und die meisten Verbrechen in ganz
Nordjylland. Hier wird das schärfste Essen gekocht und der süßeste Kuchen gebacken. Das Publikum wird mittels Filmaufnahmen und persönlichen Erzählungen in
die Wirklichkeit von fünf Bürgern aus 9220 eingeladen – für manche das coolste und
kleinste Ghetto der Welt …
Sind die Schicksale für Aalborg Øst verantwortlich oder ist Aalborg Øst verantwortlich für die Schicksale? Was heißt es, ein sozial benachteiligter Mensch zu sein, und
wann ist man sozial benachteiligt? Hat Aalborg Øst den schlechten Ruf verdient, von
dem viele sprechen? Wann hat man einen schlechten Ruf verdient?
„Es werden eifrig Überwachungskameras installiert, um die Sicherheit zu gewährleisten. Aber mehr Überwachung schafft nicht mehr Geborgenheit. Die Kameras sind
wie ein Thermometer, sie zeigen das Fieber im Gesellschaftskörper an. Aber niemand
wird vom Thermometer gesund. Alle wissen, dass andere Handlungen erforderlich
sind.” (Anna Sjödin und Thomas Hartman im Vem bryr sig? En bok om Sverige, Hjalmarsson & Högberg Bokförlag 2010)
Every big city has a neighbourhood like Aalborg Øst. The postcode for Aalborg Øst is
9220 and it has the most scooters per capita, the most skin colours, the most social
problem cases and the most criminals in all of Nordjylland. This is where the spiciest
food and the sweetest cakes are made. Using film recordings, personal experiences
and stories from 9220, the piece creates a portrait of the area reflecting both its good
and bad aspects. The audience is invited to experience the reality of five people who
live in 9220 – what are their lives like, both inside and outside of the coolest and small­
est ghetto in the world?
Di. 24.03. | 18.00 Uhr
Studio
Dauer ca. 1 Stunde und 15 Minuten, keine Pause | Eintritt € 15,– (erm. € 8,–)
In dänischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Im Anschluss Publikumsgespräch in der Lobby Werkhaus
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INSZENIERUNGEN
Schauspiel Köln die lücke
Ein Stück Keupstraße
von Nuran David Calis
Regie Nuran David Calis
Bühne Anne Ehrlich
Kostüme Amelie von Bülow
Musik Vivan Bhatti
Video Sterntaler Film
Dramaturgie Thomas Laue
Mit Simon Kirsch, Thomas Müller,
Annika Schilling sowie Ismet Büyük,
Ayfer Sentürk Demir, Kutlu Yurtseven
Gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder,
Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW
Am 9. Juni 2004 verletzte eine auf einem Fahrrad montierte Nagelbombe in der Kölner
Keupstraße 22 Menschen zum Teil schwer und zerstörte zahlreiche Geschäfte. Ziel
des feigen Anschlages waren die Menschen, die in der vor allem türkisch geprägten
Straße lebten, und mit ihnen das Lebensmodell einer offenen Gesellschaft. Verübt
wurde der Anschlag, wie sich 2011 herausstellte, vom rechtsterroristischen Nationalsozialistischen Untergrund (NSU), doch Polizei und Politik schlossen sieben Jahre lang
einen fremdenfeindlichen Hintergrund der Tat aus. Stattdessen rückten die Anwohner
selbst ins Zentrum der Ermittlungen: Die eigentlichen Opfer des Anschlages wurden
zu potentiellen Tätern.
Regisseur Nuran David Calis hat ein Jahr lang immer wieder Anwohner und Geschäftsleute getroffen und sie gefragt, wie sie den Anschlag und die Zeit danach erlebt haben. Aber er hat auch nach den Geschichten der Keupstraße von heute gefragt,
und danach, wie sich das Leben im Laufe der Jahre dort verändert hat. So entsteht
ein Bild der Keupstraße aus der Sicht der Menschen, die dort leben. Und es wird erzählt von ihnen selbst: Anwohner und Geschäftsleute stehen gemeinsam mit Schauspielern auf der Bühne.
On 9th June 2004, a nail bomb attached to a bike injured 22 people, some of them seri­
ously, and damaged numerous shops and businesses in Keupstraße in Cologne. Direc­
tor Nuran David Calis met up regularly with its residents and business owners over the
course of a year and asked them how they experienced the attack and the aftermath,
as well as how their lives had changed as a result. This has produced an impression
of Keupstraße from the perspective of the people who live there, who tell their stories
themselves, appearing alongside the actors on stage.
Di. 24.03. und Mi. 25.03. | jeweils 20.00 Uhr
Schauspielhaus
Nuran David Calis ist Autor, Regisseur und Filmemacher. In seinen Stücken und Arbeiten ist
die Frage nach dem Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und die Vorstellbarkeit einer gemeinsamen Zukunft immer
wieder Thema. Viele seiner Texte entstehen aus
den Geschichten der Menschen, mit denen er
zusammenarbeitet. Ein anderer Schwerpunkt
seiner Arbeit als Autor ist das Überschreiben
von Klassikern aus heutiger Sicht. 2011 erschien
sein erster Roman Der Mond ist unsere Sonne.
Begründung der Jury
Auf der Bühne sind drei Schauspieler und drei
Bewohner der Keupstraße. Drei Deutsche sit­
zen neben drei türkischstämmigen Migranten.
Nuran David Calis konfrontiert die Schauspieler der bürgerlichen Mitte mit der Authentizität der Laien und stellt fiktiven Wahrheiten dokumentarische Fakten gegenüber. Eindringlich
erzählen die Betroffenen des Nagelbombenanschlags von tief empfundenem Unrecht und ihrem Misstrauen gegenüber unserem Rechtsstaat. Zwischen der deutschen Mehrheitsgesellschaft und diesen „Experten des Alltags“
klafft seitdem eine Lücke.
Dauer 2 Stunden, keine Pause | Eintritt € 20,– /15,– (erm. € 8,–)
Im Anschluss an die Vorstellung am 25.03. Publikumsgespräch im Theatercafé
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INSZENIERUNGEN
Ahilan Ratnamohan (AU/BE)
michael essien
i want to play as you …
Von und mit Etuwe Bright Junior, Sunday Ibrahim,
Jimmy Nwaoze, Lateef Babatunde,
Aloys Kwaakum, Praise Otito Onubiye,
John Obi Agbo, Wemimo Nosa
Regie Ahilan Ratnamohan
Dramaturgie Kristof Persyn
Produktionsleitung Daisy Wouters
Licht Timme Afschrift
Sound Kris Strijbos / Ahilan Ratnamohan
Eine Auftragsarbeit für Urban Theatre Projects
(Australien)
Ihr kennt uns nicht. Ihr seht uns nicht. Aber wir trainieren. Überall in Europa. Überall
auf der Welt.
Michael Essien I want to play as you … ist kraftvolles und explosives Fußball-TanzTheater. Die Produktion lotet den schmalen Grat zwischen Hoffnung und Verzweiflung
aus, auf dem sich afrikanische Fußballspieler bewegen, die nach Europa kommen,
um einen Profivertrag zu ergattern. Sechs westafrikanische Fußballspieler nehmen
das Publikum mit in ihre Welt aus Training, Politik, Visa und Verträgen.
Die finanzielle Explosion im Fußball gepaart mit dem wachsenden Erfolg afrikanischer Fußballspieler in Europa hat dazu geführt, dass viele Afrikaner im Fußball einen Weg aus der Armut sehen.
Die meisten der afrikanischen Fußballspieler, die wir in den Medien zu sehen bekommen, stehen unter Millionenvertrag. Doch gleichzeitig wächst eine „Unterschicht“ von
Nachwuchsspielern heran, die in ihnen fremden Ländern unter härtesten Bedingungen ihrem Traum vom seriösen Vertrag nachjagt.
Six West-African footballers invite an audience into their world of training, politics,
visas and contracts. Michael Essien I want to play as you ... is a football-dancetheatre performance exploring the thin line between hope and desperation for young
African footballers in Europe.
Do. 26.03. | 18.00 Uhr und Fr. 27.03. | 19.00 Uhr
Schauspielhaus
Dauer 1 Stunde und 5 Minuten, keine Pause | Eintritt € 20,– /15,– (erm. € 8,–)
In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Zu dieser Inszenierung findet ein World-Café am 26.03.
um ca. 21.30 Uhr im Theatercafé statt.
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Ahilan Ratnamohan studierte Film in Sydney.
Nach seinem Abschluss 2005 versuchte er sich
als Profi-Fußballer in Holland, Schweden und
Deutschland. Seit 2007 erarbeitet er Performances in Australien und Europa. Michael Essien I
want to play as you … war seine erste Arbeit als
Choreograf.
Begründung der Jury
Der Traum vom guten und schönen Leben in Europa wird hier mit großer Überzeugung und Virtuosität in einer unerwarteten Variante gezeigt,
und zwar in der Welt des Profi-Fußballs. Die mitwirkenden afrikanischen Fußballer bewegen sich
ständig hin und her zwischen Tanz, Training und
Schatten-Fußball ohne Ball. Und sie berichten
von ihren Begegnungen mit einer Sport-Welt, die
durch und durch kommerzialisiert ist, und in der
Manager und Spieler-Agenten die Spieler hin- und
herschieben zwischen Clubs, Ländern, Verträgen,
Versprechen, Absagen und Abschiebungen. So
wird in dem kurzweiligen Abend nicht nur Sport,
sondern auch Integration kritisch reflektiert.
27
INSZENIERUNGEN
heißes medium:polylux
dicke frauen
Theater über Körperbilder
Eine Produktion von
heißes medium:polylux in Kooperation mit
der KulturFabrik Löseke e.V., dem Theaterhaus
Hildesheim e.V. und der Volkshochschule
Hildesheim/Mehrgenerationenhaus
Künstlerische Leitung Nora Graupner
Dramaturgie Melanie Hinz
Musikalische Betreuung Stephanie Krah
Assistenz / Technik Maria Gebhardt
Produktionsleitung Maike Tödter
Von und mit Tanja Charman, Kristin Dickhoff,
Corina Kumm, Marina Musema, Stefanie Rohr,
Heike Sager, Gertrud Schlote-Henschke
Gefördert durch das Niedersächsische
Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die
Friedrich Weinhagen Stiftung, die Erhard
Friedrich Stiftung, den Landkreis Hildesheim
und den AStA der Universität Hildesheim
Seid ehrlich, was war Euer erster Gedanke, als ich auf die Bühne kam?
Sieben Frauen mit Körpern weit entfernt von Konfektionsgröße 38 setzen sich dem
Blick des Publikums aus: Sie reden Klartext über Diskriminierungen bei der Arbeitssuche, über die Lust am Essen und das Einnehmen von Schlankheitspillen bis zum
Darmstreik, über Männer, die auf Rubensfiguren stehen, über die Vorteile von schwarzer Kleidung und die Erotik von Speckrollen.
„Fett gedisst“ titelt die taz am 6. Mai 2012 und schreibt weiter, dicke Menschen seien
„die letzte Minderheit, die ungestraft diskriminiert werden darf“. Schönheit und vor
allem Gesundheit werden sowohl in den Medien als auch im Alltag gegen jene dicken
Körpermodelle ins Feld geführt, welche mit beängstigender Selbstverständlichkeit
pathologisiert werden. Dicke Frauen zeigt autobiografische Geschichten von Stigmatisierung und Klischees, aber auch von Ermächtigung und Emanzipation. Sieben Frauen
mit sieben Biografien werden zu einem Theaterstück. Als Chor ermächtigen sie sich
gegen Gewichtsstandards, The Biggest Loser und Schönheitsdiktate. Ein Theaterabend
mit Expertinnen des Alltags über die Vielfalt von Lebensgeschichten und Körpern.
Be honest, what was your first thought when I walked on stage?
Seven women with bodies far from a size ten expose themselves to the audience’s
gaze: they talk straight about discrimination when looking for a job, their enjoyment
of food, taking slimming pills, men who like Rubenesque figures and how rolls of fat
can be erotic. As a chorus, together they stand up to weight standards and the dictates
of beauty. An evening about the diversity of life stories and bodies.
Do. 26.03. | 20.00 Uhr
Studio
Dauer 1 Stunde und 15 Minuten, keine Pause | Eintritt € 15,– (erm. € 8,–)
Zu dieser Inszenierung findet ein World-Café am 26.03.
um ca. 21.30 Uhr im Theatercafé statt.
28
Nora Graupner ist Regisseurin, Performerin,
Kulturvermittlerin. In ihren Arbeiten finden
sich immer wieder „Expert_innen des Alltags“
sowie popkulturelle, identitätsstiftende und
subversive Themen wieder. Zwischenstop am
Staatsschauspiel Dresden; Arbeiten mit heißes
medium:polylux und proxy body, Leitung der
Theatergruppe HOWEI, die sich ausschließlich
aus Menschen mit Behinderung zusammensetzt. Entwickelt und leitet soziokulturelle,
inklusive Stadtraumtheaterprojekte. Lebt und
arbeitet (meistens) in Hildesheim.
Begründung der Jury
Eine Besetzung, wie man sie wohl selten auf einer Theaterbühne zu sehen bekommt: Sieben
Frauen unterschiedlichen Alters setzen sich mit
dem auseinander, was sie tagaus, tagein begleitet: Sie sind dick. Oder empfinden sich so. Oder
werden so wahrgenommen. Ihre Lebenserfahrungen liefern das Material, das mit einer großen Vielfalt in Mitteln und Formen umgesetzt
wurde; dokumentarische und schmerzhafte
Szenen finden sich in der Inszenierung genauso wie absurde und humorvolle Momente. Die
sehr souveränen Performerinnen hinterfragen
das Schönheitsideal unserer Gesellschaft und
ertappen den Zuschauer bei seinen Vorurteilen
– ein äußerst unterhaltsames und wichtiges
Statement gegen Gewichtsdiskriminierung.
29
INSZENIERUNGEN
Die Bürgerbühne, Staatsschauspiel Dresden
mischpoke
Eine jüdische Chronik von damals bis heute
Regie David Benjamin Brückel
Text und Dramaturgie Dagrun Hintze
Bühne und Kostüm Jeremias Böttcher
Musik Ketan Bhatti, Vivan Bhatti
Mit Nataliya Berinberg, Nichame Eselevskaya,
Thomas Feske, Joshua Lautenschläger,
Faina Lyubarskaya, Felix Lehle, Thomas Pfüller,
Ehud Roffe, Katja Schindler, Guliko Zimmering
Die Bürgerbühne ist seit der Spielzeit 2009/
2010 eine feste Sparte des Staatsschauspiels Dresden. Jedes Jahr treten hier ca. 400
Bürger aus Dresden und der Region auf. Die
fünf Inszenierungen pro Saison werden wie
jede andere reguläre Produktion des Hauses konzipiert, organisiert und finanziert,
d. h. professionelle Regieteams übernehmen
die künstlerische Leitung und sämtliche Ab­
teilungen des Hauses unterstützen die Planung
und Durchführung. Die Inszenierungen sind fest
im Repertoire verankert. Daneben gibt es an der
Bürgerbühne Spielclubs, bei denen theaterpädagogische und psychosoziale Aspekte so­wie die Vermittlung von Kunst im Zentrum der
Aufmerksamkeit stehen. Sonderformate wie z. B.
Culture Clash – Das Bürger Dinner ergänzen die
Palette der Produktionen. Im Mai 2014 fand das
1. Bürgerbühnenfestival in Dresden statt.
Woran denken wir, wenn wir das Wort „Jude“ hören? An den Schrecken des Holocausts.
Den scheinbar unlösbaren Nahost-Konflikt. Vielleicht auch an antisemitische Parolen
aus jüngster Zeit. Doch jüdisches Leben in Deutschland lässt sich nicht auf die Erfahrung von Verfolgung und Gewalt, von erzwungener Migration und zerrissenen Bio­grafien
reduzieren. Auch nicht auf Klezmer-Konzerte oder Schtetl-Folklore.
Zehn Dresdner Juden aus verschiedenen Generationen und Herkunftsländern gehören zur Mischpoke, die sich unterm Dach der Bürgerbühne zusammengefunden hat.
Der Begriff stammt aus dem Jiddischen und bedeutet „Familie“, „Clan“ oder „eingeschworene Gemeinschaft“.
In Form einer Chronik der etwas anderen Art bringen ihre Mitglieder die Vielfalt und
Widersprüchlichkeit jüdischer Identität auf die Bühne. Autorin Dagrun Hintze und
Regisseur David Benjamin Brückel haben zu diesem Thema recherchiert und zahlreiche Interviews geführt. Auf Grundlage des so gewonnenen Materials entstand
ein Theaterstück, das die jüdische Redensart „Zwei Juden, drei Meinungen“ im Hier
und Heute bestätigt: Religiös und weltlich zeigt sich jüdische Identität in Mischpoke,
politisch engagiert und anarchistisch, schrill und melancholisch, konvertiert und
kabbalistisch. Masel tov!
“Two Jews, three opinions”, goes the Jewish saying. Ten Jewish men and women from
different generations and countries of origin belong to the mischpocha (extended fam­
ily) of the Bürgerbühne Dresden. Going against the usual stereotypes, they bring the
multiplicity and contradictions of Jewish life and identity throughout history to the
stage: they are both religious and secular, politically engaged and anarchic, loud and
melancholic, converted and cabbalistic. Mazel Tov!
Fr. 27.03. | 20.30 Uhr
Studio
Dauer ca. 1 Stunde und 30 Minuten, keine Pause | Eintritt € 15,– (erm. € 8,–)
30
David Benjamin Brückel ist Regisseur und
arbeitete u. a. am Schauspiel Hannover, am
Staatsschauspiel Dresden, am Saarländischen
Staatstheater Saarbrücken, am Stadttheater
Bern und am Heimathafen Neukölln. Seit der
Spielzeit 2013 / 2014 ist er Dramaturg und Produktionsleiter an der Bürgerbühne Dresden.
Dort inszenierte er bereits 2009 die Uraufführung Alles auf Anfang! Fünf Dresdner lassen sich
neu erfinden.
31
RAHMENPROGRAMM
RAHMENPROGRAMM
Vorträge
Gespräche und Diskussionen
ICH kann kein anderer. Aber ICH kann viel.
Lecture von Daniel Wetzel (Rimini Protokoll)
Der Auftritt der Bürger im zeitgenössischen
Theater Teil II
Vortrag von Prof. Dr. Jens Roselt
Die Daimler-Hauptversammlung als eigene
Inszenierung, die Welt-Klimakonferenz in
der Verantwortung der Zuschauer und ein
Mannheimer CDU-Wallenstein, dem man anmerkt, dass er sich persönlich meint, wenn
er „ich“ sagt …
Rimini Protokoll haben Ende der 90er die
Arbeit mit „Experten des Alltags“ für sich
entdeckt. Seitdem versuchen sie permanent,
neue Möglichkeiten für Theater zu erfinden.
Wetzel zeigt Ausschnitte aus jüngeren Produktionen und gibt Ausblicke auf kommende
Projekte.
Welche Formen, welche Darstellungsweisen
zeichnen das professionelle Theater mit nichtprofessionellen Darstellern aus? Und was bedeutet dies für die Rezeption? Anknüpfend an
seinen Vortrag des letzten Bürgerbühnenfestivals in Dresden wird Prof. Dr. Jens Roselt die
ein­zelnen Gastspiele des aktuellen Festivals
analysieren, nach übergreifenden Kriterien
fragen und die beim letzten Festival erarbeiteten Ergebnisse auf den Prüfstand stellen.
Fr. 27.03. | 16.30 −17.30 Uhr | Lobby Werkaus
Eintritt frei
Sa. 21.03. | 11.00 − 14.00 Uhr | Lobby Werkaus
Eintritt frei
The authority of the chorus: The importance
of community in amateur theatre
Vortrag von François Matarasso
Seit der griechischen Antike setzt das euro­
päische Theater die Machtverhältnisse
zwischen Herrschenden und Beherrschten
in Szene. Bei der Neubestimmung dieser Ver­
hältnisse im krisengeprägten Europa des
21. Jahrhunderts nimmt Community Theatre
einen unersetzlichen Platz ein, indem es
Sicht­weisen „von unten“ zur Sprache bringt.
Im Theater, wenn nicht sogar im Leben, ist
der Held gezwungen, den Chor zu hören, dessen Erfahrung ein entscheidendes Gegen­gewicht in der Suche nach ethischen Antworten auf unsere Probleme sein kann.
Sa. 21.03. | 14.00 – 14.40 Uhr | Lobby Werkaus
Eintritt frei
in englischer Sprache
32
Wie kann eine aktive Beteiligung von Laien
in dem teils als artifiziell empfundenen
Genre Musiktheater aussehen? Wo führt die
Einbindung von Bürgern zu neuen Formaten?
Wie komponiert man für Nicht-Profis? Und
welche Rolle kann ein Bürger-Musiktheater
innerhalb des Stadttheaters spielen?
Seine Karriere führte den ungarischen Regisseur
Árpád Schilling an die großen Schauspiel- und
Opernhäuser u. a. in Berlin, München, Wien
und Mailand. Seit einigen Jahren konzentriert
sich der Künstler auf didaktische Pro­jekte
und Crossover-Erfahrungen. 2008 wandelte er
seine Theatergruppe Krétakör in eine „aktivistische Eingreiftruppe“ um, die seitdem bestrebt
ist, basisdemokratische Initiative zu fördern.
Krétakör steht in Ungarn auf der schwarzen
Liste. Árpád Schilling reflektiert im Gespräch
mit Florian Malzacher über die Möglichkeiten
des Theaters als gesellschaftliches Instrument
vor dem Hintergrund der politischen Polarisierung und des Rechtskurses in Ungarn.
Mit Juliane Klein, Alvaro Schoeck und
Hans-Georg Wegner
Moderation Prof. Dr. Klaus-Peter Kehr
Sa. 21.03. | 15.00−16.00 Uhr | Lobby Werkhaus
Eintritt frei
Wirtschaft ist eine Kulturveranstaltung
Vortrag von Prof. Götz W. Werner
SWR2 Forum
Ist dabei sein alles?
Wie Bürgerbühnen das Stadttheater verändern
Für den Gründer von dm-drogerie markt Götz
W. Werner ist es die „Gretchenfrage unserer
Gesellschaft: Ist der Mensch Mittel oder
Zweck?“ Denn, so diagnostiziert der Unternehmer, „wird das Geld zum Zweck, entsteht
menschliches Leid. Wird dagegen der Mensch
zum Zweck, hat das Kapital eine dienende
Funktion.“ Lese man Geschäftsberichte oder
Wirtschaftszeitungen sei es jedoch leider
immer so, dass der Mensch Mittel, nie Zweck
sei. Welche Wege gibt es aus der Krise und
was hat das mit Theater zu tun?
Mit Bürgerbühnen öffnen sich die Theater:
Menschen, die sonst im Publikum sitzen, treten als Experten ihres Alltags selbst auf.
Die Stadtbevölkerung bekommt einen öffent­
lichen Raum, ihre aktuellen Themen zu dis­
kutieren. Manchmal werden daraus politische
Aktionen.
Zur Debatte steht damit auch die Rolle des
Theaters. Was bringt diese Form der Parti­
zipation, der „Komplizenschaft“, wie solche
Projekte auch genannt werden?
Fr. 27.03. | 18.00−18.45 Uhr | Lobby Werkaus
Eintritt frei
vorherige Reservierung bei der Theaterkasse
unter Tel. +49 (0) 621 1680 150 oder
nationaltheater.kasse@mannheim.de
Balance between aesthetics and politics
Florian Malzacher im Gespräch mit
Árpád Schilling
Bürger. Macht. Musik.
Über die Bürgerbühne im Musiktheater
So. 22.03. | 14.00−14.45 Uhr | Lobby Werkaus
Eintritt frei
in englischer Sprache
Christoph Schlingensief – Bürgerbühnen­
regisseur avant la lettre?
Schlingensief arbeitete mit Behinderten, Neonazis, Asylbewerbern, Arbeitslosen, Obdach­
losen. Fixpunkt war stets die erlebte Wirklichkeit außerhalb des Theaters. Unter anderem
das Spiel mit Authentizität, die Frage „echt
oder nicht echt?“ provozierte vielfach das Publikum. Aber was ist eigentlich echt? Haben
wir von sogenannten nicht-professionellen
Schauspielern mehr „Echtheit“ zu erwarten?
Was heißt Schauspielen?
Mit Björn Bicker, Viola Hasselberg
und Daniel Wetzel
Gesprächsleitung Dietrich Brants (SWR2)
Sa. 21.03. | 16.30−17.30 Uhr | Lobby Werkhaus
Eintritt frei
Mit Carl Hegemann, Matthias Lilienthal u. a.
So. 22.03. | 15.00−16.30 Uhr | Lobby Werkhaus
Eintritt frei
33
RAHMENPROGRAMM
RAHMENPROGRAMM
Gespräche und Diskussionen
Workshops
Publikumsgespräch World Café
Partizipatives Theater im Spannungsfeld
zwischen Kunst und sozialer Arbeit
Projektvorstellung und Diskussion
Mehrere Vorstellungen eines Festivaltages
werden im „World-Café“ nachbesprochen. Darsteller, Regieteams und Zuschauer tau­schen
sich in kleinen Gruppen und in lockeren Gesprächen über das Gesehene aus. Pro WorldCafé wird es mehrere Runden geben, so dass
jeder Zuschauer die Gelegenheit hat, die Tische
zu wechseln und mit möglichst vielen Beteiligten der verschiedenen Inszenierungen sowie
anderen Zuschauern ins Gespräch zu kommen.
Zwei Projekte stellen sich vor: 9220: Portræt af
en bydel der Borgerscenen des Aalborg Teater
und Traumfrauen – Club der Experten der Bürgerbühne am Theater der Altmark Stendal. Beide sind in Zusammenarbeit mit sog. „Benachteiligten“ und entsprechenden lokalen Institutionen entstanden. Welche Herausforderungen bergen solche Kooperationen? Wie nachhaltig sind solche Projekte für die Teilnehmer? Und
was ist mit dem Kunstanspruch?
Mannheimer Geräuschorchester #1,
Qualitätskontrolle, Alice
Sa. 21.03. | ca. 22.00 Uhr | Theatercafé
Eintritt frei
Mit Jens Christian Lauenstein Led, David Lenard,
Katrin Schmalenberger-Laukert, Lotte Wagner
und Dorit Wium-Andersen
Moderation Antje Reinhard
Baal, Komm in meinen Wigwam,
100 Dokumente
So. 22.03. | ca. 21.30 Uhr | Theatercafé
Eintritt frei
Di. 24.03. | 15.30−16.30 Uhr | Lobby Werkhaus
Eintritt frei
MICHAEL ESSIEN I want to play as you …,
Dicke Frauen
Do. 26.03. | ca. 21.30 Uhr | Theatercafé
Eintritt frei
Dialog statt Fremdheit – Dialog durch Kunst
„Kultur verbindet, sie ist das eleganteste Instru­
ment der Integration. Ob Ghana oder Gütersloh:
Alle lieben Musik, erzählen von sich und der Welt.
Der Drang, sich schöpferisch auszudrücken, ist
universell. Wenn diese Sehnsucht sich nicht eignet, um einander näherzukommen – was dann?
Die Wahrheit aber ist: Nichts trennt die Menschen
mehr als die Kultur.“, so sueddeutsche.de am
25.01.15. Welche Rolle können Bürgerbühnen bei
der Überwindung von Grenzen, von Schwellen, von
„Lücken“ in un­serer Gesellschaft in Deutschland,
Baden-Württem­berg und Mannheim spielen?
Dance for all – The honesty of movement
Dominique Dumais im Gespräch mit
Jai Gonzales
Jai Gonzales kennt die ganze Bandbreite der
Arbeit mit Laien: Sie initiierte ein Projekt in
Kenia, das afrikanische und europäische Tanzformen in Dialog bringt, sie arbeitete mit
schwer erziehbaren Kindern und tanzte sogar
mit Politikern. Im Gespräch mit der Mannheimer Hauschoreografin Dominique Dumais
wird die Bedeutung des Tanzes mit Laien zwischen sozialem Projekt und Kunst diskutiert.
Mit Ministerin Theresia Bauer, Nuran David
Calis, Talat Kamran und Andreas Schmitt
Moderation Dietrich Brants
Mo. 23.03. | 18.30−19.30 Uhr | Lobby Werkaus
Eintritt frei
in englischer Sprache
Mi. 25.03. | 18.30 – 19.30 | Theatercafé
Eintritt frei
vorherige Reservierung bei der Theaterkasse
unter Tel. +49 (0) 621 1680 150 oder
nationaltheater.kasse@mannheim.de
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Simulating the irrational
Konzepte für Bürgerbühnenprojekte entwickeln
Body Talk
Erkunden Sie die Ausdrucksformen Ihres Körpers
mit Mitteln des zeitgenössischen Tanzes und
Improvisationselementen. Der zweistündige
Workshop mit Gary Joplin verfeinert Ihre Wahrnehmung, Ihre Bewegungstechnik und hilft
Ihnen, Ihren Körper für Sie sprechen zu lassen.
Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, ob und
über welche Art von Tanzerfahrung Sie bereits
verfügen. Teilnahme ab 14 Jahren.
Welche Formate lassen sich in partizipatorischen
Produktionen verwirklichen? Wie erschließt
man sich Inhalte und wie passen Form und
Inhalt zueinander?
Vom Aufblitzen und Verwerfen, vom Improvisieren
und Erkennen, Reduktion und Redundanz, von
Abkürzungen, Labyrinthen und Fluchttunneln.
In drei Stunden ein Katalog der unmöglichen
Projekte, ein unvernünftiges A bis Z der
Projekt­arbeit in der „Public-Private-Partnership“ der Bürgerbühnen.
Mit Gary Joplin
Di. 24.03. | 17.00−19.00 Uhr | Ballettsaal
Treffpunkt Pforte Hebelstraße
Eintritt frei *
Mit Lajos Talamonti
So. 22.03. | 11.00−14.00 Uhr | Probebühne B
Treffpunkt Pforte Werkhaus
Eintritt frei *
MICHAEL ESSIEN You want to play as him …?
Regisseur Ahilan Ratnamohan lädt alle Interessierten zu einem choreografischen Workshop
ein. Sie können gemeinsam mit dem Regisseur
und zweien seiner Darsteller aus MICHAEL ES­
SIEN I want to play as you … erleben, wie diese
ganz besondere Form des biografischen Fußball-Tanz-Theaters entsteht.
Von Kameraden, Heimkehrern und anderen
Helden
In diesem Workshop zeigt Regisseur Clemens
Bechtel anhand von Szenenausschnitten
aus seiner aktuell entstehenden Inszenierung
Soldaten an der Bürgerbühne Dresden unterschiedliche Methoden dokumentarischer
Theater­arbeit. Wie entstehen Szenen auf
Grund­lage von Interviews und Erzählungen der
Spieler? Wie ge­staltet sich der Proben­pro­zess weitgehend ohne Textvorlage? In der
Inszenierung erzählen Soldatinnen und Soldaten aus unterschiedlichen Armeen ihre
Version von Krieg und Soldatsein.
Mit Ahilan Ratnamohan u. a.
Fr. 27.03. | 15.30 − 17.00 Uhr | Schauspielhaus
Treffpunkt Pforte Hebelstraße
Eintritt frei *
Mit Clemens Bechtel und Silke zum Eschenhoff
So. 22.03. | 18.30 – 19.30 Uhr | Probebühne B
Treffpunkt Pforte Werkhaus
Eintritt frei
* vorherige Anmeldung erforderlich unter
Tel. +49 (0) 621 1680 563 oder
nationaltheater.buergerbuehne-festival@
mannheim.de
35
RAHMENPROGRAMM
RAHMENPROGRAMM
Filme – Konzerte – Partys
Werkschau
Mannheimer Bürgerbühne und Junge Bürgerbühne Mannheim
Filmreihe im Cinema Quadrat
Eröffnungsparty mit Global Beat
Werkschau der Jungen Bürgerbühne
Werkschau der Jungen Bürgerbühne
Gardenia – Bevor der letzte Vorhang fällt
Der Film zeichnet ein intensives, warmes Portrait von sechs Travestie-Künstlern, die auf ihre
alten Tage auf einer Theaterbühne noch einmal
einen Welterfolg feierten. Die sechs haben
in ihren Leben viel erlebt: Sie arbeiteten als
Künstler und Prostituierte, ließen ihr Geschlecht
um­operieren, wurden ausgegrenzt und innig
ge­liebt. Auf ihre alten Tage fanden sie noch
einmal den Mut, sich vor einem Weltpublikum
auf die Bühne zu stellen.
Elektronisches DJ-Set von Steffen Dix mit
Live-Percussion von Peter Hinz – spannt den
Bogen von Latin bis Balkan Beat.
Flowers of Carnage
Eine musiktheatrale KungFu-Performance der
Jungen Oper Mannheim
Uraufführung am 27. Juni 2015
XX oder XY
Chromosomen bestimmen choreografisches
Theater
Uraufführung am 6. Juni 2015
Es gilt: KungFu-Choreografien zu entwickeln,
Musik mit Instrumenten und alltäglichen Gegenständen zu erzeugen, ungewohnte Klänge
zu entdecken, Stille wahrzunehmen und Bewegung im Raum zu erproben. Das Ergebnis dieser
musikalisch-szenischen Entdeckungsreise
ist eine musiktheatrale KungFu-Performance
im Schnawwl, bei der musizierend und bewegend ein Wechselspiel aus Angriff, Verteidigung
und Zurückhaltung entsteht.
Fünf Mädchen und fünf Jungen arbeiten seit
Beginn des Jahres an der Genderfrage ihrer
Generation. Nach Geschlechtern getrennt und
gemeinsam erproben sie ihren eigenen Körper
und dessen Ausdruckskraft. Mitten in der
Entwicklungsphase der Inszenierung zeigen
sie einen kurzen Arbeitseinblick und laden zum
gemeinsamen Weiterentwickeln ein.
Fr. 20.03. | ab 22.00 Uhr | Theatercafé
Eintritt frei
Preisverleihung durch den Club der
Bürgerjury
mit Thomas Sifflings Live-Karaoke
Der Club der Bürgerjury aus 18 Jugendlichen
und Erwachsenen hat sich in einer gemein­
samen Theatersehschule seit November 2014
zu versierten Sachverständigen ausgebildet.
Während des Festivals besuchen sie jede Inszenierung und werten die­se aus. In der Preisverleihung präsentieren sie ihre Arbeitsergebnisse
und verleihen die Preise dieses Festivals.
Den musikalischen Rahmen der Preisverleihung
bildet die Live-Karaoke unter Leitung von
Thomas Siffling. Alle Zuschauer sind aufge­
fordert, sich aktiv am musikalischen Rahmen
der Preis­ver­leihung einzubringen. Singen
und musizieren Sie mit Jazz­größen aus der
Metro­pol­region.
So. 22.03. | 19.30 – 21.00 Uhr | Cinema Quadrat
Die große Passion
Vorhang auf für Oberammergau. Seit ihre
Vor­fahren 1633 gelobt hatten, als Dank für
die Ver­­schonung vor der Pest die Passions­
geschichte Christi alle zehn Jahre aufzuführen, wird in Oberammergau Theater mit
den Dorfbewohnern gemacht. Der Film zeigt
das Leben hinter der Schauseite des Bibelspektakels im Spannungsfeld zwischen Kommerz und Kunst, Provinz und großer Welt,
Gott und Menschen.
Fr. 27.03. | ab 22.00 Uhr | Lobby Werkhaus
Eintritt frei
Mo. 23.03. | 19.30 – 21.45 Uhr | Cinema Quadrat
Im Anschluss Filmgespräch mit Frederik Mayet
(Passionsspiele Oberammergau)
Das Projekt „Club der Bürgerjury“ wird
gefördert durch „Wege ins Theater!“, das
Förderprogramm der ASSITEJ im Rahmen von
„Kultur macht stark! Bündnisse für Bildung“.
Die Moskauer Prozesse
Politisches Theater in Moskau – auf der Bühne
stehen dabei Akteure aus dem realen Leben:
professionelle Anwälte, ein Richter, Zeugen
und Experten aller politischen Couleurs. Im Stil
eines Gerichtsdramas mit offenem Ausgang
entsteht so ein verstörendes und widersprüch­liches Bild des heutigen Russlands. Nach drei
Tagen fällt ein Schöffengericht aus sechs Mos­­
kauer Bürgern ihr Urteil: für oder gegen die Demo­
kratie, für oder gegen die Freiheit der Kunst.
Eine Kooperation von
Nationaltheater Mannheim
und Cinema Quadrat
Mi. 25.03. | 19.30 – 21.00 Uhr | Cinema Quadrat
Eintritt: € 8,– (erm. € 6,- / Mitglieder CQ € 5,–)
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Choreografie Luches Huddleston Jr.
und Victoria Söntgen
Dramaturgie Anne Richter
Theaterpädagogik Josefine Rausch Konzeption und Leitung Annesley Black,
Merle Fahrholz, Johannes Gaudet
Mit Jugendlichen des Johann-Sebastian-BachGymnasiums, Mannheim
Mit Noema Diaz Eckrich, Romy Allegra van
Gysel, Sarah Kazakis, Nora Richter, Charlotte
Schröder, Rowan K. Kardogan, Christian
Klassen, Samuel Kirchmer, Nicolas Matthews,
Anton Rieger
25.03. | 16.30 − 17.30 | Schnawwl | Eintritt frei *
Inszenierung der Mannheimer Bürgerbühne
26.03. | 16.30 − 17.30 | Schnawwl
Eintritt frei *
Hoffnung auf größeres Wohlbehagen
„Die Hoffnung auf größeres Wohlbehagen treibt
diese Leute in einen fernen Welttheil“, schrieb
ein pfälzischer Pfarrer vor 200 Jahren über
seine Landsleute, die die Kurpfalz in Richtung
Amerika verließen. Wer verlässt heute seine
Heimat, um woanders sein Glück zu machen?
In dieser Inszenierung untersuchen Mannheimer mit Wurzeln in Bosnien, Rumänien, Peru,
Deutschland, Algerien, Frankreich, der Türkei
und der Slowakei das Phänomen Migration.
Regie Dominic Friedel
Mit Ena Adamaralovic, Diana Bilgic, Bahdja A.
Maria Fix, Ayse Kizilkulak, Natalia Lévano Casas; Stefan Blasko, Ionel Chirita, Michael Huet,
Burak Tuncel, Serdal Yedigöl, Cafer Yilmaz
25.03. | 20.00 – 21.30 | keine Pause | Studio
Eintritt: € 15,– (erm. € 8,–)
* vorherige Anmeldung erforderlich unter
Tel. +49 (0) 621 1680 563 oder
nationaltheater.buergerbuehne-festival@
mannheim.de
37
Club der Bürgerjury
Welches Stück Sie unbedingt sehen sollten!
Ein Test vom Club der Mouseclicker und Face-To-Face-Blicker
Seine Preisverleihung am letzten Abend des
Festivals gestaltet der Club der Bürgerjury
gemeinsam mit Thomas Sifflings Live-Karaoke
(S. 36).
Eine Jury ist laut lexikalischer Definition ein
Kollegium von Sachverständigen, das mit den
unterschiedlichsten Auswahl- und Bewertungsaufgaben betreut werden kann. Der Club der
Bürger­jury ist genau so eine Gruppe von Sachverständigen, die alle eingeladenen Inszenierungen bewerten wird.
Unter Anleitung von Kurator und Kulturjournalist Bernd Mand hat sie seit November 2014 die
lokale und regionale Theaterszene erkundet,
Inszenierungen besucht und gemeinsam analysiert. In dieser Sehschule beschäftigte sie sich
auch mit der Spezifik von Bürgerbühneninszenierungen.
Der selbstentwickelte Kriterienkatalog und die
eigenständig erarbeiteten Parameter, mit denen die eingeladenen Gastspiele untersucht
und im intergenerativen Diskurs eingeordnet
werden, sind Teil der Diskussion, ob an Inszenierungen von Bürgerbühnen andere Kriterien
angelegt werden müssen als an die mit professionellen Darstellern.
Leitung Bernd Mand
Mitglieder der Bürgerjury sind Lilly Assmann,
Bernd Becker, Gregory Bowinkelmann,
Lennie Faust, Aylin Hardtke, Johannes Kinzig,
Thorben Klug, Cornelia Niedt, Patricia Rahn,
Christiane Reuthner, Uschi Schmidt-Güthlein,
Patricia Scholz, ErXun Ta, Jutta Timm,
Junyi Wu und Alexander Würthwein
In Zusammenarbeit mit dem TiG7 www.tig7.de
und dem Jugendkulturzentrum FORUM
www.forum-mannheim.de
Das Projekt „Club der Bürgerjury“ wird gefördert
durch „Wege ins Theater!“, das Förderprogramm
der ASSITEJ im Rahmen von „Kultur macht stark!
Bündnisse für Bildung“.
Kreuzen Sie jeweils nur eine Antwort an und addieren Sie schließlich die Zahlen hinter Ihren
gewählten Antworten. Anhand der ermittelten Summe können Sie Ihren Typ bestimmen.
Ich lebe frei nach dem Motto:
Ich mag:
Im nächsten Leben werde ich Indianer. (5)
Fremde Tagebücher (5)
Ich bin eine Kämpfernatur. (1)
Plus Size (1)
Masel tov! (3)
Mannheims „Little Istanbul“ (3)
Trau keinem über 30! (7)
Lebenskünstler (7)
Diese Frage habe ich mir schon mal gestellt:
Wenn ich könnte, würde ich gerne …
Haben Exzesse eine heilsame Wirkung? (7)
meine Nachbarn besser kennen lernen. (3)
Ist der Mensch mehr als nur sein Körper? (1)
fliegen lernen. (7)
Ist Poe ein Fluss? (5)
einen
Blick auf das Konto von Profi­
fußballern werfen. (1)
Gibt
es ein Leben nach der Mittel­straße? (3)
für einen Tag Papst sein. (5)
21 – 24 Punkte | Die Experimentierfreudigen
Schon als Kind haben Sie gerne auf Töpfe geschlagen und Ihre Spielsachen zu einem riesigen Orchester umfunktioniert. Sie sind bereit
für eine Pilgerreise in die katholische Aufklärungs- und Anstandsliteratur. Sie sind ein rastloser Typ und träumen schon lange von Übernachtung mit Frühstück auf den Theaterbühnen dieser Welt. Unsere Empfehlungen für Sie:
Das Mannheimer Geräuschorchester #1 (S. 10),
Komm in meinen Wigwam (S. 18) und 100 Doku­
mente (S. 12).
4 – 14 Punkte | Die Körperbetonten
Sport ist Ihre Leidenschaft und Sie besitzen einen Aktivitätstracker – zumindest theoretisch.
Für Ihren Körper nehmen Sie so einiges in Kauf,
denn er ist Ihr Kapital. Aber was, wenn sich das
Schicksal morgen anders entscheidet? Unsere
Empfehlungen für Sie: Qualitätskontrolle (S. 8),
Dicke Frauen (S. 28), Männer (S. 20) und
MICHAEL ESSIEN I want to play as you … (S. 26).
15 – 20 Punkte | Die Stadtneurotiker
Die Neckarstadt-West und der Jungbusch sind
kein unbekanntes Pflaster für Sie und Sie
flanieren regelmäßig über die „Dönermeile“.
Jeden­falls sind Sie ein typischer Mannheimer
und genießen die Multikulti-Atmosphäre. Wie
Menschen in anderen Städten zusammenleben,
erfahren Sie in Die Lücke (S. 24), Misch­poke
(S. 30) und 9220: Portræt af en bydel (S. 22).
25 – 28 Punkte | Die ewig jung Gebliebenen
Sie sind maßlos in allen Lebenslagen und kennen keine Grenzen. Manchmal macht es fast
den Anschein, als lebten Sie in einem absurden
Paralleluniversum. Erwachsenwerden war eigentlich noch nie Ihr Ding. Auf ins Wunderland!
Unsere Empfehlungen für Sie: Alice (S. 14) und
Baal (S. 16).
#buefest
blog.nationaltheater-mannheim.de
38
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Festivalkuratorium
David Benjamin Brückel studierte Theater-,
Film- und Medienwissenschaft sowie Cultural
Studies an der Universität Wien. Als Regisseur
arbeitete er u. a. am Schauspiel Hannover, am
Staatsschauspiel Dresden, am Saarländischen
Staatstheater Saarbrücken und am Stadttheater Bern.
Seit der Spielzeit 2013 / 2014 ist David Benjamin Brückel Dramaturg und Produktionsleiter
an der Bürgerbühne Dresden. In der Spielzeit
2014 / 2015 übernimmt er außerdem gemeinsam
mit Silke zum Eschenhoff deren stellvertretende Leitung.
Jens Christian Lauenstein Led studierte Dramaturgie und Literaturwissenschaft an der Universität Aarhus. Dort arbeitete er im Anschluss
als Dozent und an einer Promotion über politisches Engagement im deutschsprachigen
Gegenwartstheater. Gleichzeitig arbeitete er
als freier Dramaturg mit dem Autor Christian
Lollike zusammen. Am Maxim Gorki Theater
Berlin war er Dramaturg für Lars von Triers
Breaking the Waves.
Seit 2009 ist er Chefdramaturg am Aalborg
Teater (Dänemark) und seit 2013 Co-Leiter der
dortigen Borgerscenen.
Ingoh Brux studierte Theaterwissenschaften,
Germanistik und Soziologie an der LudwigMaximilian-Universität in München. Als Dramaturg arbeitete er u. a. am Ulmer Theater, Staatstheater Kassel, Theater Dortmund und Düsseldorfer Schauspielhaus.
Seit 2006 ist er am Nationaltheater Mannheim
als Chefdramaturg tätig, seit 2013 ist er dort
auch Stellvertretender Schauspielintendant.
Birgit Lengers studierte Theater- und Kulturwissenschaft/Ästhetische Praxis in Köln und
Hildesheim. 1997 bis 2002 wissenschaftliche
Mitarbeiterin, Universität Hildesheim; 1996 bis
2003 Dramaturgin/Produzentin bei Thorsten
Lensing (THEATER T1); 2005 bis 2008 Konzeption
transatlantische Festivals und Theaterprojekte
bei German Theater Abroad (Berlin/NY). Jurorin beim Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin und beim Heidelberger Stückemarkt; stellvertretende Vorsitzende der Dramaturgischen
Gesellschaft (dg). Seit der Spielzeit 2009 / 2010
Leitung des Jungen DT am Deutschen Theater
Berlin.
Stefanie Bub studierte Theaterwissenschaft
und Französisch und absolvierte eine Ausbildung zur Theaterpädagogin. In der Spielzeit
2008 / 2009 war sie als Theaterpädagogin am
Vorarlberger Landestheater in Bregenz beschäftigt. Von 2009 bis 2012 betreute sie im
Marketing des Nationaltheaters Mannheim den
Bereich „Theater und junge Menschen“, seit der
Spielzeit 2012 / 2013 ist sie Koordinatorin und
Dramaturgin der Mannheimer Bürgerbühne.
Jan Linders studierte Germanistik, Philosophie
und Musikwissenschaft in Hamburg und Baltimore. Theater lernte er bei Andrea Breth, Achim
Freyer, George Tabori, Heiner Müller und Robert
Wilson. Ab 1992 Dramaturg an den Hamburger
Kammerspielen, beim Ludwig Musical in Füssen
und frei in Berlin. Ab 2009 Schauspieldirektor
am Theater Heidelberg, seit 2011 am Staatstheater Karlsruhe. Von 2003 bis 2013 im Vorstand
der Dramaturgischen Gesellschaft, seit 2013 Vizepräsident der Europäischen Theaterkonvention ETC, seit 2014 Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste.
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Referenten
Theresia Bauer, MdL studierte von 1985 bis
1993 Politikwissenschaften, Volkswirtschaft
und Germanistik in Heidelberg und Mannheim.
Zwischen 1993 und 1995 war sie Referentin für
politische Bildung in der Gesellschaft für politische Ökologie, anschließend Geschäftsführerin
der Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg.
Seit 2001 gehört sie dem Landtag von BadenWürttemberg an. Seit Mai 2011 ist sie Landesministerin für Wissenschaft, Forschung und
Kunst.
Annesley Black studierte Jazz und Elektronische
Musik sowie Komposition in Montreal, Köln und
Freiburg. Sie erhielt mehrere Preise und Auszeichnungen, u. a. 2009 den Stuttgarter Kompositionspreis. Ihre Werke werden u. a. vom Ensemble Modern, dem hr-Sinfonieorchester und
dem ensemble mosaik aufgeführt, bei verschiedenen Festivals wie den Darmstädter Ferienkursen, den Wittener Tagen für neue Kammermusik
oder in der Akademie der Künste Berlin und dem
ZKM Karlsruhe.
Clemens Bechtel arbeitet seit 20 Jahren als
freier Regisseur u. a. in Deutschland, Osteuropa und Afrika. Seine Inszenierung Staatssicher­
heiten am Hans Otto Theater in Potsdam, in der
15 ehemalige Häftlinge über die Gefängnisse
der Staatssicherheit berichten, wurde 2009 mit
dem Friedrich-Luft-Preis als beste Inszenierung
in Berlin und Brandenburg ausgezeichnet. In der
vergangenen Spielzeit leitete er am Schauspielhaus Hamburg das globale Theaternetzwerk
„Hunger for Trade“.
Dietrich Brants ist seit 2011 Redaktionsleiter
SWR2 Aktuelle Kultur, seit 1992 Mitglied der
Kulturredaktion des SWR, u. a. als Redakteur
und Moderator von SWR2 Forum und als Feature-Autor. Studium der Philosophie, Soziologie,
Rhetorik und Kommunikationswissenschaften
in Tübingen, München und Paris. Ausbildung an
der Deutschen Journalistenschule (DJS) in München. Geboren in Tübingen.
Merle Fahrholz studierte Musik- und Kulturwissenschaft. Seit 2007 arbeitet sie als Musiktheaterdramaturgin, zunächst in der Schweiz, seit
der Spielzeit 2013 / 2014 in der Sparte Oper des
Nationaltheaters Mannheim. Seit mehreren Jahren engagiert sie sich im Bereich Kulturvermittlung, wobei ihr besonders interdisziplinäre Projekte am Herzen liegen, z. B. Varietà – L’altro Tro­
vatore, ein Jahresprojekt mit über 200 Gymnasiasten.
Björn Bicker arbeitet als freier Autor, Projektentwickler und Regisseur. Er schreibt Theater­
stücke, Hörspiele, Prosa und Essays. Darüber hinaus entwickelt und leitet er künstlerische Projekte, die sich an der Schnittstelle von
Kunst, Politik und sozialer Praxis befinden. Im
Zentrum stehen häufig Themen der deutschen
und europäischen Einwanderungsgesellschaft.
Seine letzten Projekte waren: Nord – Ein Stadt­
teil dreht sich für das Staatstheater Stuttgart
und NEW HAMBURG für das Deutsche Schau­
spielhaus Hamburg.
Dominique Dumais begann mit elf Jahren ihre
Tanzausbildung in Kanada. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie zunächst als Tänzerin und
Choreografin. Später schuf sie als freie Choreografin Werke für zahlreiche Compagnien, bis
sie 2002 als Hauschoreografin an das Nationaltheater Mannheim kam. Sie betreute mehrfach
soziale Schulprojekte mit Kindern ohne Tanz­
erfahrung.
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Referenten
Luches Huddleston Jr. ist seit 2007 freier Choreograf und Leiter des Bewegungschores am
Nationaltheater Mannheim. Er studierte am
Alvin Ailey Dance Center in New York, bevor
er nach Europa kam. Stationen seiner Tänzer­
karriere waren Zürich, Karlsruhe, Kassel und
Monte Carlo, bis er unter Philippe Talard als Solotänzer ins Ballett des NTM eintrat.
Johannes Gaudet absolvierte eine künstlerische
Ausbildung und ein instrumentalpädagogisches
Studium mit Hauptfach Schlagzeug, anschließend studierte er Schulmusik und Deutsch. Er
arbeitete in musikvermittelnden und dramaturgischen Funktionen, als Schlagzeuger, Instrumentaldarsteller und musikalischer Leiter u. a.
für das Stadttheater Freiburg. Seit 2012 / 2013
ist er Musiktheaterdramaturg und -pädagoge
in der Jungen Oper des Nationaltheaters Mannheim.
Gary Joplin erhielt seine Ausbildung an der Illinois Wesleyan University und tanzte in verschiedenen Ballettcompagnien in den USA und Europa. Seit einigen Jahren arbeitet er als Regisseur
und Choreograf beim Theater Freiburg, Theater
Heidelberg, Theater im Marienbad und Theater
Pro mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, vor allem in ambitionierten inklusiven Projekten. Er leitet Workshops für Tänzer, Lehrer
und Laien in Europa, Israel und den USA.
Jai Gonzales ist Tänzerin, Choreografin und
Tanzpädagogin. Nach Stationen in Peru, Paraguay und Schweden kam sie nach Heidelberg.
Sie ist Gründerin mehrerer weltweit angesiedelter Ensembles, organisiert Tanzfestivals sowie
die „Nuit Blanche“ in Lima. 2014 wurde ihr der
Helene-Hecht-Preis für ihr tanzpädagogisches
Engagement verliehen. Außerdem erhielt sie
zahlreiche internationale Auszeichnungen für
ihre choreografischen Arbeiten.
Talat Kamran ist Leiter und Geschäftsführer des
Mannheimer Instituts für Integration und Interreligiösen Dialog. Ziel der Institutsarbeit ist die
Aufklärung über den Islam und der aktive Dialog
zwischen den Religionen.
Viola Hasselberg war Mitglied des freien Theaters ASPIK, Chefdramaturgin am Luzerner Theater und Dramaturgin am Schauspiel Hannover.
Seit der Spielzeit 2006 / 2007 ist sie Schauspieldirektorin und Leitende Dramaturgin am Theater
Freiburg. Sie realisiert auch eigene Inszenierungen mit Laien und Profi-Schauspielern.
Prof. Dr. Klaus-Peter Kehr war ab der Spielzeit
2005 / 2006 Operndirektor am Nationaltheater
Mannheim und ist dort seit März 2013 Opernintendant. Als renommierter Operndramaturg
war er an großen deutschen und europäischen
Opernhäusern tätig. Darüber hinaus tat er sich
als Musikdirektor der Wiener Festwochen und
als künstlerischer Leiter der Schwetzinger Festspiele hervor. Zudem hat er an verschiedenen
Hochschulen gelehrt.
Carl Hegemann studierte Philosophie, Soziologie und Literaturwissenschaft. Er war u. a. Dramaturg an der Volksbühne am Rosa-LuxemburgPlatz in Berlin und arbeitete dort u. a. viel mit
Christoph Schlingensief. Er war bis 2014 Professor für Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“
Leipzig und ist seit 2011 Dramaturg am Thalia
Theater Hamburg.
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Referenten
Josefine Rausch studierte an der Hochschule in Osnabrück Theaterpädagogik und arbeitet seit An­f ang 2014 als Theaterpädagogin am
Schnawwl. Außerdem arbeitet sie in einem
Mannheimer Ensemble für Musiktheater mit.
Juliane Klein studierte Komposition, Klavier und
Musikpädagogik und unterrichtete an der Musikhochschule Berlin in der Abteilung für hochbegabte jugendliche Musiker. Künstler-Stipendien führten sie u. a. nach St. Petersburg, Paris,
Rom und Santiago de Chile. Als Komponistin von
Opern, Orchester- und Kammermusikwerken
umfasst ihr Schaffen ca. 90 Werke. 1999 gründete sie den Musikverlag Edition Juliane Klein.
2010 eröffnete sie eine christlich-wissenschaftliche Praxis in Berlin.
Antje Reinhard studierte Romanistik, klassische
Philologie und ev. Theologie in Heidelberg und
Montpellier und ist Theaterpädagogin (BuT). Sie
arbeitet als Regisseurin und Performerin und ist
Dozentin für Ästhetische Theorie und Praxis an
der Hochschule Ludwigshafen.
David Lenard ist Oberspielleiter am Theater der
Altmark – Landestheater Sachsen-Anhalt Nord.
Anne Richter ist Dramaturgin und stellvertretende Intendantin des Schnawwl. Seit der Spielzeit
1996/1997 hat sie sich ganz dem Theater für und
mit Kindern und Jugendlichen verschrieben.
Matthias Lilienthal ist designierter Intendant
der Münchner Kammerspiele, war Künstlerischer Leiter von Theater der Welt 2014 in Mannheim und leitete davor bis 2012 das HAU Berlin.
François Matarasso arbeitet seit 35 Jahren im
Bereich Community Arts als Autor, Produzent,
Künstler und Wissenschaftler. Er lebt in Großbritannien und ist Honorarprofessor an Universitäten in Schottland und Australien.
Prof. Dr. Jens Roselt ist Theaterwissenschaftler
und Professor für Theorie und Praxis des Theaters an der Universität Hildesheim. Forschungsschwerpunkte: Ästhetik des zeitgenössischen
Theaters und der Performancekunst, Geschichte und Theorie der Schauspielkunst, Regie im
Theater, Aufführungsanalyse.
Publikationen (Aus­wahl): Phänomenologie des
Theaters (Wilhelm Fink Verlag, 2008); Theater
als Zeitmaschine. Zur performativen Praxis des
Reenactments, (transcript Verlag, 2012), Mit­
herausgeber: Ulf Otto; Regie im Theater. Ge­
schichte – Theorie – Praxis, (Alexander Verlag,
2014) hrsg. und mit einer Einführung von Jens
Roselt.
Frederik Mayet wuchs in Oberammergau auf.
Seit 2006 ist er für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Münchner Volkstheater zuständig. Bei den Oberammergauer Passionsspielen
2010 war er in der Rolle des Jesus zu sehen.
Seit 2011 ist er außerdem Geschäftsführer der
Passions­theater GmbH.
Árpád Schilling, geboren in Cegléd/Ungarn,
begann mit 17 Jahren seine Tätigkeit als Schauspieler, wechselte aber bald zum Regiestudium, das er 2000 abschloss. Seitdem inszeniert
er im In- und Ausland und erhielt 2009 den Europäischen Theaterpreis für Neue Realitäten im
Theater.
Florian Malzacher ist freier Kurator, Autor und
Dramaturg sowie Künstlerischer Leiter des Impulse Theater Festivals in Düsseldorf, Köln und
Mülheim/Ruhr. Zu seinen letzten Publikationen
gehört Truth is Concrete. A Handbook for Artis­
tic Strategies in Real Politics (Sternberg Press,
2014).
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Referenten
Hans-Georg Wegner arbeitete von 2000 bis 2007
als Musiktheaterdramaturg und ab 2004 als
stellvertretender Chefdramaturg an der Sächsischen Staatsoper Dresden, Semperoper. Ab
2007 Chefdramaturg am Theater Bremen, von
2010 bis 2012 Leiter der Opernsparte, Mitglied
des Leitungsgremiums sowie künstlerischer
Geschäftsführer. Seit der Spielzeit 2013 / 2014
gehört Hans-Georg Wegner als Operndirektor
zum Leitungsteam am Deutschen National­
theater Weimar.
Katrin Schmalenberger-Laukert ist Beauftragte
für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt SGB II / Koordinatorin im Bündnis für Familie im Landkreis Stendal.
Andreas Schmitt studierte an der Universität
Heidelberg Philosophie, Religionswissenschaft
und Pädagogik Er ist bei der Stadt Mannheim
in der Abt. Beauftragter für Integration und Migration als Koordinator des Mannheimer Aktionsplans für Toleranz und Demokratie tätig.
Prof. Götz W. Werner eröffnete 1973 den ersten
dm-Markt in Karlsruhe. Heute arbeiten mehr als
52.000 Menschen bei dm. Zwischen 2003 und
2010 hatte Götz W. Werner an der Universität
Karlsruhe einen Lehrstuhl für „Unternehmertum“ inne. Er ist Mitglied mehrerer Aufsichts­
räte und Beiräte national und international operierender Unternehmen. Daneben gilt sein Engagement der Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens. Im September 2014 ist Götz W.
Werner der Deutsche Gründerpreis für sein Lebenswerk verliehen worden.
Alvaro Schoeck studierte nach mehreren Inszenierungen und Regieassistenzen im Bereich
Schauspiel von 2005 bis 2010 Musiktheaterregie
an der HfM „Hanns Eisler“ Berlin. Seit 2010 arbeitet er als Regisseur an verschiedenen Theatern in Deutschland und der Schweiz (u. a. Theater Biel Solothurn, Bayreuther Festspiele, Theater Naumburg, Pfalztheater Kaiserslautern).
Victoria Söntgen arbeitet und lebt seit ihrem
Hochschuldiplom 2006 in Frankfurt/Main als
freie Tänzerin und Choreografin. Schon seit 2002
arbeitet sie als Teil ihrer Karriere regelmäßig mit
jugendlichen und erwachsenen Laien.
Daniel Wetzel ist Mitbegründer des Labels Rimini Protokoll für die Projekte von Helgard Haug,
Stefan Kaegi und Daniel Wetzel, die seit 1999
zusammenarbeiten. Sie gelten als „Wegbereiter
eines neuen Dokumentarismus“ (Der Spiegel)
im Theater. Ihre Arbeiten wurden u. a. mit dem
Mülheimer Dramatikerpreis, dem Silbernen Löwen der Theaterbiennale in Venedig und mit dem
Theaterpreis Der Faust ausgezeichnet.
Lajos Talamonti ist freischaffender Regisseur,
Performer und Autor, produzierte u. a. für HAU,
Gorki Theater, das Theater der Stadt Heidelberg, Kampnagel Hamburg und u. a. mit HansWerner Kroesinger, Martin Clausen/Two Fish,
Forced Entertainment, Jacob Wren, Nico and
the Navigators. Er arbeitet regelmäßig mit Kindern und Jugendlichen, Laien und Experten,
gibt Workshops und leitet Laboratorien. An der
Mannheimer Bürgerbühne inszenierte er 2012
Soul City und 2013 Lust for Life.
Silke zum Eschenhoff absolvierte ihr Studium
der Szenischen Künste in Hildesheim und arbeitete anschließend als Produktionsleiterin und
Produktionsdramaturgin am Hebbel am Ufer sowie bei Theater der Welt 2014. Für die Spielzeit
2014 / 2015 übernimmt sie die stellvertretende
Leitung der Bürgerbühne Dresden zusammen
mit David Benjamin Brückel.
Lotte Wagner ist Mitarbeiterin beim „Projekt
9220“.
Dorit Wium-Andersen ist Leiterin beim „Projekt
9220“.
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SERVICE
Preise und Spielstätten
Zentraler Kartenvorverkauf
Weitere Vorverkaufsstellen
Theaterkasse am Goetheplatz
Di. – Fr. 11.00 – 18.00 | Mo. & Sa. 11.00 – 13.00
und an allen Vorstellungstagen von 18.00 bis
20.00 Uhr sowie jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn
Rhein Neckar Ticket-Shops
P 3, 4-5 Fressgasse, 68161 Mannheim
und Willy-Brandt-Platz 5, Bahnhofsvorplatz,
68161 Mannheim
| Tel. +49 (0) 621 1010 11
Sowie in den Vorverkaufsstellen des Mannheimer Morgen in Ladenburg, Schwetzingen
(Schwetzinger Zeitung) und Bensheim.
Tickets können außerdem online unter
www.nationaltheater-mannheim.de
erworben werden.
Telefonzeiten
Mo. – Fr. 9.00 – 19.00 | Sa. 9.00 – 13.00
Kartentelefon +49 (0) 621 1680 150
Kartenfax +49 (0) 621 1680 258
E-Mail nationaltheater.kasse@mannheim.de
Festivalpreise und Ermäßigungen
Opernhaus/Schauspielhaus
Preiskategorie I € 20,–
| Preiskategorie II € 15,–
* Ermäßigt € 8,–
Für die Teilnahme an den Workshops ist eine
Anmeldung im Festivalbüro erforderlich:
Tel. +49 (0) 621 1680 563 oder E-Mail: nationaltheater.buergerbuehne-festival@mannheim.de. Studio/Montagehalle
Regulär € 15,–
| * Ermäßigt € 8,–
Abonnenten erhalten 15 Prozent Ermäßigung
auf allen Plätzen. Es gelten die regulären
Ermäßigungen für Abonnenten im Rhein-MainNeckar-Theaterverbund.
Filmreihe im Cinema Quadrat **
Regulär € 8,– | Ermäßigt € 6,–
Mitglieder CQ € 5,–
Unikate können für alle Vorstellungen in Opernhaus, Schauspielhaus, Studio und Montagehalle eingelöst werden.
Inhaber einer Eintrittskarte für Vorstellungen
am 21. und 22. März erhalten kostenlosen Ein­
tritt zu 100 Dokumente (Volkstheater, Badisches
Staatstheater Karlsruhe) in der Montagehalle.
Mitglieder des SWR 2 Kulturservice sowie Inhaber der Morgencard Premium sowie der Rheinpfalz-Card erhalten 10 Prozent Rabatt auf alle
Vorstellungen.
Schwerbehinderte mit Merkmal
»B« erhalten 50 Prozent Ermäßigung, die Begleit­person freien Eintritt.
Vorträge, Diskussionen, SWR2 Forum und Work­shops sind kostenlos.
Für den Vortrag von Prof.
Götz W. Werner und die Diskussion Dialog statt
Fremdheit – Dialog durch Kunst ist eine Anmeldung über die Theaterkasse erbeten:
Tel. +49 (0) 621 1680 150 oder
E-Mail: nationaltheater.kasse@manheim.de
Planen und Beschriftungen aller Art...
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• Planen Maßanfertigung
• Planen für Nutzfahrzeuge
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* s. AGB § 5c
** Karten nur erhältlich im Cinema Quadrat
Spielstätten
Kontakt
Opernhaus | Schauspielhaus | Theatercafé
Ballettsaal: Am Goetheplatz
Studio | Montagehalle | Lobby Werkhaus
Probebühne B: Mozartstraße 9 –11
Schnawwl: Brückenstraße 2
Nationaltheater Mannheim Festivalbüro
Mozartstr. 9, 68161 Mannheim
Tel. + 49 (0)621 1680 563
nationaltheater.buergerbuehne-festival@
mannheim.de
www.buergerbuehnenfestival.de
Cinema Quadrat:
Collini Center, Collinistraße 5
Cinema Quadrat
Tel. + 49 (0) 621 21242
E-Mail: presse@cinema-quadrat.de
46
Folien + Planentechnik
planTec GmbH • Marie-Curie-Str. 11 • 68219 Mannheim
fon: +49 (0) 621 - 87 55 78 30 • fax: +49 (0) 621 - 87 55 78 33
referenten
Impressum
Partner & Förderer
des 2. Bürgerbühnenfestivals
Veranstalter
Nationaltheater Mannheim
Leitung Organisation Schauspiel
Holger Schulz
Das Bürgerbühnenfestival – Ein deutscheuropäisches Theatertreffen ist eine Kooperation zwischen Nationaltheater Mannheim und
Staatsschauspiel Dresden
Fundraising
Anita Kerzmann, Linda von Zabienski
Gefördert durch die
Presse
Sandra Strahonja
Intendant Oper Prof. Dr. Klaus-Peter Kehr
Intendant Schauspiel Burkhard C. Kosminski
Intendant Ballett Kevin O’Day
Intendantin Schnawwl Andrea Gronemeyer
Geschäftsführender Intendant: Dr. Ralf Klöter
Redaktion
Dramaturgie und Marketing
Redaktionsleitung
Janika Bielenberg, Stefanie Bub,
Christine Klotmann
Festivalleitung Burkhard C. Kosminski
Mit freundlicher Unterstützung von
Gestaltung
Constanze Woltag, woltag@woltagbuffy.de
Festivalkuratorium
David Benjamin Brückel (Die Bürgerbühne,
Staatsschauspiel Dresden),
Ingoh Brux (Nationaltheater Mannheim),
Stefanie Bub (Mannheimer Bürgerbühne,
Nationaltheater Mannheim),
Birgit Lengers (Junges DT Berlin),
Jan Linders (Volkstheater, Badisches
Staatstheater Karlsruhe),
Jens Christian Lauenstein Led (Borgerscenen,
Alborg Teater)
Druck
Asterion Germany GmbH, Viernheim
Stand 04.02.2015, Änderungen vorbehalten!
Bildnachweise
S. 9: Rimini Protokoll, Qualitätskontrolle, © Cecilia
Gläsker | S. 11: Mannheimer Bürgerbühne, Nationaltheater Mannheim, Mannheimer Geräuschorches­
ter #1, © Hans Jörg Michel | S. 13: Volkstheater, Badisches Staatstheater Karlsruhe, 100 Dokumente,
© Felix Grünschloß | S. 15: Junges DT, Deutsches Theater Berlin, Alice, © Arno Declair | S. 17: Toneelgroep
Oostpool (NL), Baal, © Sanne Peper | S. 19: Theater
Dortmund, Komm in meinen Wigwam, © Birgit Hupfeld | S. 21: Junges Theater Basel (CH), Männer, ©
Uwe Heinrich | S. 23: Borgerscenen, Aalborg Theater (DK), 9220: Portræt af en bydel, © Allan Toft | S. 25:
Schauspiel Köln, Die Lücke, © David Baltzer | S. 27:
Ahilan Ratnamohan (BE), MICHAEL ESSIEN I want
to play as you …, © Paulien Verlackt | S. 29: heißes
medium:polylux, Dicke Frauen, © Andreas Hartmann
| S. 31: Die Bürgerbühne, Staatsschauspiel Dresden,
Mischpoke, © David Baltzer
Künstlerische Produktionsleitung
Christine Klotmann
Technische Produktionsleitung
Holger Beckschebe
Projektleitung Club der Bürgerjury
Anne Richter
Projektassistenz
Sarah Weimar
Festivalassistenzen/Künstlerbetreuung:
Tatiana Hetzel, Sofie Anton, Pauline de Groot,
Sylvia Kettner, Janine Kleiber, Saskia Mosler,
Toni Müßgens
Das Projekt „Club der Bürgerjury“ wird gefördert durch „Wege ins Theater!“,
das Förderprogramm der ASSITEJ im Rahmen von „Kultur macht stark! Bündnisse für Bildung“.
Sämtliche personenbezogenen Bezeichnungen, die
in dieser Publikation im Maskulin verwendet werden,
sind geschlechtsneutral zu verstehen. Gemeint sind
alle Geschlechter.
Konzeption Rahmenprogramm
Carolin Auchter, Ingoh Brux, Stefanie Bub,
Merle Fahrholz, Johannes Gaudet,
Christine Klotmann, Burkhard C. Kosminski,
Anne Richter
48
49
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