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WS 2013
To Do in Wien
Wo gibt‘s die besten
Kaffeehäuser für
die kalte Jahreszeit?
„ES KANN JEDEN TREFFEN“
vom Leben in der Gruft
Vom neoliberalen
Reproduktionszyklus
STUDIEREN
MIT KIND
das
Publizistikfest
im Ost Klub
Wie sieht der typische
Publizistikstudent aus?
radio campus meets hype
IG-,Instituts-,
und Medienwandel
InstItutsgruppe publIzIstIk
von Nina Putz / IG
„Nichts ist so beständig wie der Wandel‘‘ prophezeite schon Heraklit. In einer
sozialwissenschaftlichen Studienrichtung wie der unseren, die von einem ständigen Wandel
und einer kontinuirlichen Weiterentwicklung gezeichnet ist, ist es wenig verwunderlich, dass
sich auch alle Teile dieses Studiengangs ständig mit neuen Veränderungen auseinander
setzten müssen.
unser InstItut
Neben der erstmaligen Durchführung des Aufnahmetests und der optischen Veränderung
durch die Begrünung des Gebäudes Währinger Straße 29, gibt es auch personelle
Veränderungen zu verkünden.
Die Institutsgruppe hat im vergangenen Mai die Wahl zur Studienrichtungsvertretung
erneut für sich entscheiden können. Fünf neue Personen nehmen nun offiziell das Amt als
Studienvertreterin oder Studienvertreter ein. Doch auch darüber hinaus ist es uns gelungen
neue Mitglieder zu gewinnen. Bestehend aus 13 Personen sind wir gut aufgestellt um
unsere Aufgaben zu erfüllen und neue Projekte in Angriff zu nehmen.
Auch die Professur für Medienwandel und -innovation wurde endlich besetzt. Prof. Homero
Gil de Zúñiga aus Texas hat den Ruf aus Wien angenommen und bereichert ab kommendem
Mai unser Institut. Doch wo die einen kommen, gehen die anderen. Die Professoren
Maximilian Gottschlich und Thomas Bauer wurden im Herbst 2013 feierlich verabschiedet.
Und auch der Zündstoff hat sich verändert. Begonnen wurde mit einem ¨Mitteilungsblatt¨
der Studienrichtungsvertretung. Man entwickelte sich hin zu einer Zeitung mit politischem
Inhalt. Vor zwei Jahren haben wir uns dazu entschlossen auch Studierenden außerhalb der
Institutsgruppe die Chance zu geben ihre Texte im Zündi zu veröffentlichen. Und nun sind
wir zu einem Magazin geworden, welches den Studierenden die Möglichkeit gibt, ihre
Studienerlebnisse, ihre Meinungen und ihre Forschung zu präsentieren.
studIerende Forschen
studentIsche stImmen
Auch für die LeserInnen hat sich einiges geändert. Die wohl auffälligsten Neuerungen sind
das neue Layout und der farbige Druck. Die vielfältigen Inhalte bekommen damit den
angemessen optischen Rahmen. Außerdem soll die Aufteilung in verschiedene Ressorts
den Überblick erleichtern. In einer sich verändernden Gesellschaft und Medienwelt ist die
kontinuierliche Weiterentwicklung unumgänglich.
Impressum
MedieninhaberIn, VerlegerIn & HerausgeberIn:
IG / StV Publizistik
MitarbeiterInnen:
Victoria Abulesz, Pascal Attwenger, Miruna Luana Bulik, Claudia Degold, Jutta Doppelreiter, Jana Laura Egelhofer, Esther Greussing, Sabine Haider, Patricia Handrick, Tanja Jesse , Elisabeth Hilgarth, Julia Kernbichler, Phoebe
Maares, Bianca Mayer, Anne Pannrucker, Lydia Pirklbauer, Nina Putz, Raphaela Scharf, Rebecca Scheffauer, Nina
Schoefl, Stephanie Schorsch, Helena Schütte, Hannah Siegl, Christian Simon, Caroline Skrabs, Harald Stoiber,
Katharina Walbert, Denise Waringer, Veronika Wenninger
Redaktion: Nina Putz
Layout: Lydia Pirklbauer
das haben wIr gesehen...
bIs nächstes semester
Die IG stellt sich vor S. 4-6
FAK ultätsvertretung S. 7
Medienestudierenden-Tagung in Berlin S.7
Das IG Publizistik Aufnahmefest S.8
Lauter lustige Tutorien…
Eindrücke einer Erstsemestrigen S. 9
Schön - Er - Leben S.9
Es ist schon 10 und hat eine eigene Festschrift S.10
Teenager Punk und elektronisches Nebelgewitter
Radio Campus meets Hype S.12-13
Mein Weg zum Universitätsfernsehen S.14
Willkommen Homero Gil de Zuñiga
Ein neuer Professor für unser Institut S. 15
Abschied von Prof. Thomas Bauer S. 16
Maximilian Gottschlich emeritiert S. 17
Piloten ist nichts verboten ... S. 18
Big Data S. 18
Migration, Einsamkeit und Medien S. 19
Wenn kindlicher Fernsehkonsum Früchte trägt S. 19
Approaching Viral Marketing S. 20
Gesellschaftlicher Mehrwert aus dem
privatkommerziellen Sektor? S. 20
To Do in Wien. Eine städtische Guideline S. 21-25
Die Medien im Wirbel des Zukunftswandels S. 26
Umbruchsstimmung und Stimmungsumbruch S. 26
Sozial vs. Soziales Netzwerk S. 27
Der typische Publizistikstudent S. 28-29
Vom neoliberalen Reproduktionszyklus S. 30-35
W.U. Campus – Welch Unglaublicher Campus! S. 37
Auf der WU schafft die Wirtschaft das Wissen (an) S. 37
Ein halbes Jahr Studieren in Dänemark! S. 38-39
Lokal Mittendrin S. 40-41
Es kann jeden treffen S. 42-43
Woyzeck im Volkstheater S. 45
Inside WikiLeaks S. 46
Alphabet – Ein kritischer Blick auf
die Bildungsgesellschaft S. 47
Ein kleines Kinoprogramm S. 48-49
Die Tribute von Panem – Buch vs. Film S. 50
Hallo 2014 - Das Jahr der Präventiv-Beratung, kommunikationswissenschaftlicher Abschlussarbeiten und studentischer Projekte S. 51
InstItutsgruppe publIzIstIk
InstItutsgruppe publIzIstIk
Esther – die kluge Wissenschaftlerin.
Die immer lachende Vorarlbergerin
ist aufgrund ihrer, perfekt - unperfekte Art und der absoluten Verlässlichkeit ein nicht mehr wegzudenkender
Teil der IG. Sie ist ein klein wenig liebenswert neurotisch. In ihrer Anwesenheit fühlt man sich absolut wohl
und verstanden. Neben PuKW studiert sie noch Soziologie. Sie ist sehr
engagiert und kann andere durch
ihre motivierende Art schnell für sich
gewinnen.
Hannah - Sonnenschein mit Schnauze. Wenn sie nicht in der Fakultätsvertretung sitzt oder mit ihrem Ersti
– Tutorium die Wiener Christkindlmärkte unsicher macht, studiert sie
neben PuKW noch Sprachwissenschaften. Seit Oktober 2012 dürfen
wir das bunte, toughe Mädel zur IG
zählen. Die "kleine Prinz"essin ist
sich ihrer Sache sicher und punktet
mit ihrer Lebensfröhlichkeit. Sie ist
verantwortungsbewusst und für alle
da und hat ihren eigenen Kopf!
Lubo – der liebenswürdige Chaot.
Nach eigener Aussage ist er " bald
weg" (glaubt ihm allerdings keiner).
Er ist locker und gelassen und sieht
alles von der lustigen, spaßigen Seite. Ein bisschen verplant und chaotisch – trotz allem unterstützt er wo
er nur kann. Auch außerhalb des
Studiums ist er tatkräftig an der Organisation von Projekten wie „FEJS“
beteiligt und lebt sein Studium quasi
in vollen Zügen.
Nina - Engel und Teufel der IG. Ein
Fels in der Brandung, an dem wir uns
alle gern mal festhalten. Sie hat (fast)
immer den Überblick und ist das organisatorische Talent der IG. Durch
ihre angenehme Strenge (jedoch mit
einem Herz aus Schokolade!) ruft sie
die IG so manches Mal zur Ordnung.
Vermutlich wären wir ohne sie schon
des Öfteren im Chaos versunken.
Man erkennt sie aber auch an ihrer
gute Laune und dem breiten Lächeln.
Aus Alt mach Neu!
Die IG nach der Wahl 2013
Simon – der Social Media Lover. Der
für seine Wortwitze bekannte Düsseldorfer ist immer gut drauf und
für jeden Spaß zu haben. Er ist ein
ernsthafter I – Pad Nutzer und kennt
sich eigentlich mit allen technischen
Spielereinen bestens aus. Wenn er
nicht, wie gerade, ein Praktitkum in
Moskau macht, kümmert er sich um
die Homepage und unterhält uns mit
lustigen Geschichten.
Clemens – der (Free)Styler. Der modebewusste PuKW und Philosophie
Student ist sozusagen das „Küken“
der IG. Er ist seit diesem Semester
Teil der IG und durch die Ersti – Tutorien auf den Geschmack der Studienvertretungsarbeit gekommen und hat
nun große Pläne in und mit der IG.
Der Salzburger redet gerne und viel
und ist sehr offen und kontaktfreudig.
Nach der Wahl im Mai 2013 findet man in
der IG – Publizistik einige neue (und natürlich auch einige bekannte) Gesichter, die hier
vorgestellt werden.
Helena - die DJane mit Leidenschaft!
Sie rockt das Pub-Fest! Ihre Haare
sind immer leicht zerzaust, weil sie
immer auf Achse ist. Mit ihrem tollen
Lächeln verzaubert sie nicht nur ProfessorInnen. Motto: Variatio delectat.
Sie schafft es, von allem etwas in ihr
Leben einzubauen, sodass es ihr nie
langweilig wird. Sie ist viel beschäftigt, aber auch sehr engagiert.
4
Julian – der Polit Profi. Der Facebook
– Nerd der IG ist ruhig und hat einen
sehr trockenen Humor. hat fast immer eine Meinung, was ganz gut ist
:) Überlegt und vorausschauend. Hat
immer den Wald im Blick, Bei Julian gilt das Sprichwort: Stille Wasser
sind tief! Er rennt auch mal gern 14
Kilometer Marathon ohne weitere
Bedenken, mit der nüchternen Bemerkung „Dann dauerts halt etwas
länger.“
Anna – die quirlige Oberösterreicherin. Sie ist seit Mai dabei und zaubert
den Menschen durch ihre unglaubliche Ausstrahlung ein Lächeln aufs
Gesicht. Sie ist Teil des Radio Campus Teams und absolut musikbegeistert. Ihre herzliche und offenherzige
Art ist ein Gewinn für die IG. Sie hat
immer einen flotten Spruch auf den
Lippen und nach einer Begegnung
mit ihr schaut der Tag gleich um einiges schöner aus.
5
InstItutsgruppe publIzIstIk
InstItutsgruppe publIzIstIk
FAK ultätsvertretung
Jutta - unser Kino-Nerd ;) Niemand
weiß so viel über Filme wie sie. Das
könnte durchaus der Grund sein, warum sie neben des PuKW – Studiums
noch Theater – Film- und Medienwissenschaften studiert. Sie ist immer
am Strahlen und für ist immer für
eine lustige Idee zu haben. Trotz ihrer
niedlichen und lustigen Art analysiert
sie Sachen kritisch und hinterfragt alles immer ganz genau. Sie trägt gerne und oft Streifen und ohne sie wäre
die IG um einiges ärmer!
von Hannah Siegl / IG
Ein Raum, der von außen nicht auf
den ersten Blick als solcher zu erkennen ist. Eine Gruppe Menschen, die
vom ersten Eindruck her unterschiedlicher nicht sein könnten. Abgegriffene Sofas, die Wände voll mit Plakaten. Alles sehr studentisch.
Ao – unser lieber und kuschliger Bär!
Er ist liebenswürdig, hilfsbereit und
hält im Hintergrund alles am Laufen.
Außerdem beantwortet keiner in so
kurzer Zeit so viele E – Mails wie er.
:D Und das, obwohl er sich eigentlich nie entscheiden kann und seine
Geschichten deswegen gern mal
ewig dauern. Ao ist ein engagierter
Alleskönner, allzeit bereit sich für die
IG oder auch Radio Campus, wo er
ebenfalls fleißig dabei ist, stark zu
machen.
Gucki - die gute Seele. Sie ist nicht
nur das IG – Urgestein, sondern
auch das Gewissen der IG. Sie ist am
Längsten dabei und bringt mit ihrem
Wissen und ihrer Erfahrung Durch
ihre sehr kritische und auch sehr reflektierte Art holt sie uns nicht nur
auf den Boden der Tatsachen zurück,
sondern unterstützt damit auch die
allgemeine Diskussionskultur in der
IG. Sie ist immer für die IG da.
Anne – seit Beginn dieses Semesters
dabei und von Anfang an voll motiviert! Die 23 Jahre alte Luxemburgerin hat ihren Bachelor in Köln gemacht und macht ihr Mag. Studium
jetzt in Wien. Sie ist offen und kommunikativ und war bereits in Köln bei
der Studienvertretung tätig. Anne ist
eine bunte Abenteurerin und hat viiiiiel Potential. Sie geht gerne auf Konzerte und Festivals und mag Sport
und Kuchen.
pläne für 2014/2015
Wie schaut die Zukunft jetzt wohl aus? Genau können wir das natürlich nicht
sagen, aber wir haben große Pläne…!
Altbewährtes soll selbstverständlich bleiben und weiterhin nach bestem Wissen und Gewissen ausgeführt werden – sprich unsere Vernetzungsbestrebungen mit der Studienprogrammleitung, dem Institutsvorstand und unseren
Lehrenden, die Beratungstätigkeiten, sowie die wöchentlich um 18 Uhr stattfindenden Plena. Weiterhin wird es im Winter einen Punsch – im Sommer einen Bowlestand geben und auch das Publizistikfest wird nach wie vor von uns
für euch organisiert! Außerdem findet jeden donnerstag von 11 uhr – 13
uhr der Ig brunch statt, zu dem alle Studierenden herzlich eingeladen sind!
Neue Projekte die uns so vorschweben sind beispielsweise die Gestaltung der
Studierendenzone im Erdgeschoss, die Teilnahmen an „Studieren Probieren“
und natürlich die Optimierung des „Altbewährten“!
Wir befinden uns in den Räumlichkeiten der „HUS“ (Human – und
Sozialwissenschaften) einer übergeordneten Organisation der Fakultätsvertretung der Sozialwissenschaften.
Hier trifft mensch sich, (sprich VertreterInnen der Studienrichtungen Soziologie, KSA, PoWi, Gender Studies,
Doktoratsstudium Philo, PuKW und
alle, die sich sonst der HUS zugehörig
fühlen), jeden Montag ungefähr gegen 19 Uhr zum Plenum. Auf der Tagesordnung finden sich die verschiedensten Punkte – von Vernetzung
der einzelnen Studienvertretungen
über gesellschaftspolitische Themen
bis hin zu finanzieller Unterstützung
diversester Projekte. In erster Linie
versucht die HUS Raum und Hilfe für
die Studierenden zu bieten und zu
unterstützen wo immer sie kann.
Zur HUS kann jede/r jederzeit dazukommen und fleißig mitdiskutieren.
Homepage: http://liab.at/hus/
MedienstudierendenTagung WiSe 2013
in Berlin.
von Nina Putz / IG
Von 28. November bis 1. Dezember 2013 fand die diessemestrige
MedienStudierendenTagung - kurz
MeStuTa statt. Rund 40 Personen
von Universitäten aus Deutschland,
Österreich und der Schweiz reisten
dafür nach Berlin. Auch vier VertreterInnen der IG Publizistik nahmen teil.
Die MeStuTa ist die Tagung der
Fachschaften und Studienrichtungsvertretungen im deutschsprachigen Raum. VertreterInnen aus Deutschland, Österreich
und der Schweiz treffen sich
einmal pro Semester um aktuelle Entwicklungen der Vertretungsarbeit, des Faches und der
Medienlandschaft zu diskutieren und neue Ansätze zu entwickeln.
Neben dem Austausch über die generelle Vertretungsarbeit und mehreren Workshops (z.B. Zum Thema
Gender, Öffentlichkeitsarbeit und
dem Gestalten einer Website) wurde
auch der Verein Medienstudierende
e.v. gegründet. Der Verein hat zum
Ziel die Vernetzung sowie den Erfahrungs- und Informationsaustausch
unter Studierenden der Publizistik-,
Medien- und Kommunikationswissenschaft zu fördern. Zudem soll die
Ausbildung von Medienstudierenden
im deutschsprachigen Raum unterstützt werden.
Den VertreterInnen der IG Publizistik ist es gelungen, die MeStuTa im
Sommersemester 2014 nach Wien zu
holen. Wir freuen uns schon darauf,
die KollegInnen Anfang Mai bei uns
am Institut begrüßen zu dürfen.
6
7
InstItutsgruppe publIzIstIk
unser InstItut
Das iG publizistik Aufnahmefest
von Nina Putz / IG
Lauter lustige
Tutorien…
Eindrücke von der erstsemestrigen Katharina Walbert
Am 13. November fand im Klub Ost das große IG AufnahmeFest statt. Eingeladen waren neue, alte und ehemalige Studierende. Und hier kamen die
Angemeldeten auch.
650 Feierwütige folgten der Einladung und tanzten zu altbekannten Hits wie
Barbie Girl und Mambo Nr. 5 oder zu den Dubstep-Klängen von DJ Hel. Auch
Radio Campus schickte wieder ihre DJs zum Publizistikfest und die brachten
die Tanzfläche zum beben.
Wie immer gab es auch die geliebten wie gefürchteten Welcome-Shots.
Shots, Musik und nicht zuletzt die gut gelaunten Studierenden sorgten dafür,
dass das Aufnahme-Fest ein voller Erfolg wurde.
wir sagen:
ihr seid alle
aufgenommen!
Tutorium… einer von vielen neuen
Begriffen mit denen wir Erstsemestrige konfrontiert wurden. Und Anfangs
ist es gar nicht so leicht sich zurecht
zu finden im Tutoriums-Dschungel.
Da wären erstmals die e-Learning
Tutorien, auf die ich hier nicht näher
eingehen werde, mittlerweile haben
wir wohl alle (mehr oder weniger freiwillig) unsere Erfahrungen mit den
Übungsaufgaben gemacht. Etwas interessanter sind dann schon die Step
1 Tutorien mit Anwesenheitspflicht.
Etwas eingeschüchtert von diesem
Wort sitzen wir alle beim ersten Ter-
min pünktlich auf unseren Plätzen im
Sesselkreis. Schulfeeling kommt wieder auf, was uns genau erwartet weiß
wahrscheinlich keiner so richtig. So
schlimm ist es dann doch nicht, nach
einem Kennenlern-Spiel, das wider
Erwarten sogar mehr lustig als peinlich ist, folgt dann ein Film und eine
Ankündigung für einen Ausflug in die
APA und Gastvorträge. Da kommt
doch Freunde auf! Gegen Ende dann
der Wermutstropfen: Hausaufgaben,
und zwar reichlich. Aber hey, man
kann auch nicht alles haben oder anders gesagt: Das Leben ist kein Ponyhof!
rige sozusagen unter ihre Fittiche.
Eine Idee die ich persönlich sehr nett
finde, weil man viele Leute kennenlernt, lustige Sachen unternimmt und
weil am Anfang das Unileben wirklich
sehr verwirrend sein kann und es toll
ist wenn man jemanden ständig mit
dummen Fragen löchern darf und
er sie auch noch beantworten muss.
Noch dazu passiert das in netter
Atmosphäre, beispielsweise beim
Punschtrinken oder Frühstücken. Und
glaubt mir wenn ich sage: Wenn man
schon über Operationalisierung & Co
nachdenken muss, geht’s mit einem
Punsch in der Hand wirklich leichter.
Und lustiger ist´s sowieso!
Dann gibt es aber noch eine andere
Art von Tutorien. Noch mehr Hausaufgaben? Nein, keine Sorge die
Erstsemestrigen - Tutorien sind etwas
vergnüglicher. Das Prinzip: Studenierende aus höheren Semestern nehmen uns etwas verlorene Erstsemest-
Schön-er-Leben
von Raphaela Scharf
Gehen Studierende neuerdings aufmerksam durch das neue Gebäude
der Universität Wien in der Währinger Straße, das dank der Investition von rund 25 Millionen Euro PublizistInnen und InformatikerInnen
ein neues urbanes zu Hause bietet,
bemerken sie heute- etwa ein Jahr
nach der feierlichen Eröffnung- kleine „Verschönerungen“. Die Rede
ist hier von Bildern und Pflanzen, die
u.a. die Gänge zieren.
Hier stellt sich die Frage, ob das ohnehin architektonisch stilvolle Gebäude
nun auch noch kunstvollendend be8
reichert werden musste? Stehen dem
Institut überhaupt ausreichend finanzielle Mittel für eine „noch schönere“
Gestaltung zur Verfügung? Bieten
denn moderne Hörsäle und Seminarräume, lichtdurchflutete multifunktionale Service- und Kommunikationsbereiche, EDV-Forschungslabors
und eine sich über zwei Geschoße
erstreckende gläserne Bibliothek den
Studierenden unzureichenden Wohlfühlkomfort? Und was soll als nächstes kommen?
Eine weitere Veredelung des Instituts würde populistisches Geschrei
entfachen. „De Uni Wien und eanare
teuren Hüttn“. Sollte dies völlig reaktionslos und unkommentiert bleiben?
Wahrscheinlich bleibt aber alles beim
Alten bzw. Neuen.
Allerdings könnten die Pflanzen, welche dank liebevoller Fürsorge und
Pflege durch eigens engagierte Dritte von außen (!) gedeihen, sich als
Geldbäume (Crassula ovata) manifestieren, ihrer Symbolik nachkommen
und ihrem Besitzer materielles Wohlergehen auf Lebenszeit bescheren.
Wäre doch gut angelegt, also das
Geld. Oder?
9
unser InstItut
"Es ist schon 10 und
hat eine eigene Festschrift"
Das Fachtutoriumsprojekt feiert Geburtstag
von Harald Stoiber
Geburtstage sind da um gefeiert
zu werden. Runde umso mehr. Das
Fachtutoriumsprojekt, als fester Bestandteil des Curriculums, erblickte
im Wintersemester 2003/04 das Licht
der Welt. Deshalb taten sich zwei
Hände voll TutorInnen und Interessierte zusammen um diesem Projekt
ein Geschenk zu bereiten. Eine Festschrift sollte es sein, die das Projekt
näher erläutert, den Gewinn für die
Studierenden, TutorInnen und Lehrenden sowie die Forschung hervorhebt und den letzten zehn Jahren ein
Gesicht gibt.
Bemisst mensch die bisherige Lebensdauer in Menschenjahren, müsste das kleine Fachtutoriumsprojekt
wohl, geht es nach den Vorstellungen
konservativer Schul- und BildungsverhandlerInnen eine Aufnahmeprüfung für das Gymnasium absolvieren.
So fern es später reüssieren und erfolgreich sein will, so die etwas "hatscherte" Überlegung. Fakt ist aber,
dass das Tutoriumsprojekt durch seine Treffsicherheit und Ganzheitlichkeit besticht. Jahr für Jahr werden
Studierende, egal welchen Background sie haben (Erst- oder Zweitstudium, nach der Schule, nach dem
Zivildienst oder nach einer Lernunterbrechung, berufstätig oder nicht),
zusammengefasst, in kleine Subeinheiten gesteckt und bekommen ein
Gefühl des Gemeinsamen vermittelt.
Gemeinsam im selben Boot, gemeinsam studieren und dabei Spaß
haben. Und wenn schon nicht all zu
10
viel Spaß, weil unter Umständen die
falsche Studienwahl getroffen wurde,
dann hat mensch die Zeit im Tutorium
als Orientierungsmöglichkeit mit Hilfe persönlicher Anknüpfungspunkte
genutzt. Dieses gemeinsame Überwinden der ersten Hürden und arbeiten an wissenschaftlichen Themen
schafft Verbindung und Verbindlichkeit. Ellbogen kommen früh genug
zum Tragen. In den ersten Semestern soll aber, durch das Engagement
und Herzblut motivierter TutorInnen
noch ein anderer Wind wehen. Entgegen dem Zeitgeist und den betriebswirtschaftlichen Vorstellungen
von Wissensvermittlung. Eine kleine
Revolution wenn mensch so will. Das
gallische Dorf der Universität Wien.
Das ist zwar recht viel Pathos für so
wenig Kerzen auf der Torte, aber diese Atmosphäre hat sich herum gesprochen.
Dies unterstrich am Donnerstag,
den 14. November im Rahmen der
Festschriftpräsentation und quasi
Geschenkübergabe auch die Festrednerin Charlotte Zwiauer, Leiterin
des Center of Teaching and Learning
der Uni Wien (zuständig für Lehrentwicklung), bei ihrer Präsentation.
Nach Eingangsworten von Studienprogrammleiter Klaus Lojka, die den
(historischen) Rahmen des Projektes,
Danksagungen und den einen oder
anderen Schmunzler zu verzeichnen hatten, sprach Zwiauer die gute
Stimmung unter den Studierenden
der Publizistik an, welche sie auf die
Sozialisation durch das Fachtutorium
in den ersten Semestern zurückführt.
Dieses Willkommen sein und bald
auch Daheim-Gefühl wird durch die
Arbeit der TutorInnen befördert und
schafft ein kollegiales Miteinander.
Studien bestätigen, was eigentlich
auch Obelix weiß. In der Gruppe
studiert es sich einfach leichter. Austauschmöglichkeiten über das Fach
oder Privates haben positive Auswirkungen auf die Studiumserfolg. Auch
unter den TutorInnen ist "Gemeinsam statt einsam" mehr als ein Motto. Ansonsten wäre es nicht möglich
gewesen, neben den vielen Aufgaben, die auf Studierende einprasseln
(Lebensunterhalt verdienen, Studium
vorantreiben, forschen und Persönlichkeiten werden um nur ein paar
zu nennen), diese Festschrift zu gestalten. Keine ECTS-Punkte und kein
Entgelt hätten motivierender wirken
können. Partizipation der Sache wegen. Der guten Sache.
Fast 70 Gäste nahmen am Treiben
rund um die Feierlichkeiten teil und
bildeten eine schöne Kulisse für das
Geburtstagsfest. Eben der guten
Sache wegen. Ein Hinkelstein befand sich nicht am Geschenkstisch
und Wildschweinbraten wurde auch
nicht serviert. Aber eine Festschrift
kurz vor der 5. Schulstufe ist ja auch
nicht schlecht. Mehr als angemessen,
so der einhellige Tenor. Ich bin schon
gespannt auf die Maturazeitung.
unser InstItut
unser InstItut
Teenager punk
und
elektronisches Nebelgewitter
radio campus meets hype! im
Fluc von phoebe maares
Am 8. Oktober war Radio Campus
zum ersten Mal offline zu hören und
zwar live im Fluc Kaffee. Die Punkrock-Band Joey läutete den Abend in
der Tradition von Garagebands der
90er ein und versetzte das Publikum
damit in längst vergessene und teils
verdrängte Teenager-Tage. Anschließend entführte die experimentelle
Rockband Neonstream in mysthische
Sphären mit elektronischen Elementen, Hall-Effekten und Verzögerungen. In der Fluc-Reihe Club Hype!
werden junge Bands aus Österreich
vorgestellt. Das Event korrespondiert damit mit Sendungen von Radio
Campus, die den Musikmarkt von unten abseits des Mainstreams durchstöbern.
12
So wurden Joey und Neonstream
schon in der Sendung der Veranstalterin Anna Woldrich (Die Harry Show
und Anna) vorgestellt.
wir durch diese Aufmerksamkeit auch
Leute zu uns ins Boot holen, die sich
auch fürs Radiomachen interessieren.
wie lief die organisation ab?
was steckt hinter radio campus meets hype? was ist die
idee?
Anna Woldrich: Prinzipiell versuchen
wir mit dieser Idee bzw. diesen Events,
unseren Hörerkreis zu erweitern und
den Sender bekannter zu machen.
Campus Radio basiert ausschließlich
auf Voluntariaten, das heißt, alles was
es zu hören gibt, alles was man auf
der Plattform bzw. im Internet generell findet, ist dem Interesse der Campus-Crew und deren Engagement
zum Radiomachen zu verdanken.
Wir alle sehen keinen einzigen Cent
für unsere Arbeit. Und so finde ich,
sollte das schon ein bisschen geehrt
werden, indem die Leute das sehen
und anerkennen. Außerdem können
Der Gedanke zu dem Ganzen kam
im Zuge anderer Veranstaltungen,
wie zum Beispiel den Lesungen, die
ja auch stattfinden. Wir sind ja auch
im Bereich Literatur, Theater u.a.
engagiert und versuchen, da auch
Events auf die Beine zu stellen. Da
gabs dann mehrere Gruppen, jeder
aus der Redaktion konnte sich, sofern er/sie interessiert daran war, für
eine Gruppe eintragen. Und so kam
es, dass wir, ursprünglich zu viert,
nun mehr zu zweit das Event organisierten. Da gabs im Vorfeld mehrere
Sitzungen, wo das wer, wo, wie oft,
wann etc. besprochen wurden. Danke an dieser Stelle an David Hausbacher, der zwischen Peter vom Fluc
und Campus Radio vermittelte. So
konnten die ersten beiden Events
von HYPE! meets Campus Radio im
Fluc gesichert werden.
geht an Paul, unseren DJ, der nach
den Bands noch tolle Beats zum besten gab!
und wie ist dann euer erstes Event abgelaufen? gab es
schwierigkeiten?
wird es radio campus meets
hype weiterhin geben? wann
wird es das nächste Event geben?
Unser erstes Event hat alle Erwartungen (zumindest die meinen) gesprengt: Obwohl das Event an einem
Dienstag statt fand, war das Fluc gut
gefüllt, doppelt bis dreimal so viele
Besucher waren da. Auch konnten
durch die zahlreichen freiwilligen
Spenden (danke an die Besucher!!)
der Tontechniker und andere bezahlt werden, sodass sogar noch etwas Geld für die beiden Bands Joey
und Neonstream raussprang. Dritter
Punkt, der mich sehr stolz macht:
Neonstream, die ja bereits ein grandioses Debütalbum, Fokus, veröffentlicht hatten, standen in Verhandlungen mit einem Plattenlabel zwecks
Publikation einer zweiten Platte, hatten aber noch keine fixe Zusage oder
ähnliches. Als wir da nun unser Event
hatten, mischten sich zwei Leute des
Labels unters Publikum. Nachdem
Neonstream ihren Gig fertig gespielt
hatten, bekamen sie prompt die Zusage für ein weiteres Album. Alles in
allem: Das Event lief besser ab, als
geplant! Ein weiteres Dankeschön
Natürlich werden weitere Events folgen! Das ist ja erst der Anfang vom
Anfang sozusagen. Geplant ist, dass
wir einmal im Quartal ein Event machen werden. Wenn die Nachfrage
steigen sollte bzw. das zweite Event
genauso erfolgreich sein wird wie das
erste, dann kann man ja mal darüber
brüten, ob man das nicht doch öfter
machen könnte... Das nächste HYPE!
meets Campus wirds am Dienstag,
21. Jänner geben.
woher hattest du die Bands?
Das mit den Bands war ein wahrer
Glücksgriff: Matthias von Neonstream
kenne ich schon länger, ich habe auch
die Aktivitäten der Band verfolgt und
so haben Harry und ich die Band mal
zu uns in die Sendung eingeladen. So
führte eines zum anderen. Mit Vro,
der Sängerin von Joey, bin ich auch
privat befreundet. Wir machten auch
zwei Semester lange ein Erstsemestrigentutorium gemeinsam. So erfuhr
ich von ihrer noch sehr jungen Band
Joey. Ich hab mir mal einen Auftritt
von ihnen angesehen, dann hab ich
die Band auch einmal in die Sendung
eingeladen. Ich dachte mir dann,
dass Joey sich super als Appetizer für
Neonstream machen würden, und so
bat ich die Band, beim Event aufzutreten.
wer wäre dein traumact bei einer nächsten Veranstaltung?
Schön wäre es, wenn wir durch die
Events mal so bekannt werden würden, dass wir "namhafte Künstler"
bekommen könnten und so im Zuge
dessen große Halllen bespielen
könnten. Aber bis dahin ist es noch
ein weiter Weg. Ein Traumact wären
sicherlich Bands wie Muse, die Chili
Peppers, aber auch gegenüber DJs
sind wir nicht abgeneigt. Prinzipiell
gilt aber: Wenn eine Band Talent und
das gewisse Etwas hat, gehört das
auch gefördert. Und das merkt man
am Besten, wenn man sich die Musiker bei einem Livegig anhört.
das nächste
radio campus
meets hype! Event
findet am 21. Januar 2014 statt.
13
unser InstItut
unser InstItut
Mein Weg zum Universitätsfernsehen
von Julia Kernbichler
Es war 21:00 Uhr. Ich saß vor meinem
Computer und zerbrach mir den Kopf
über mein nächstes Semester als Publizistik Studentin. Ich checkte meine Mails - UTV Informationsabend neugierig las ich mir die Mail durch.
Stichwörter wie jung, filminteressiert,
Spaß und unabhängig sprangen mir
entgegen. Mein Gedanke: Davon
muss ich mich selbst überzeugen.
Ehe ich mich versah, saß ich jeden
Montagabend in der "berüchtigten"
Resi (Abkürzung für Redaktionssitzung) und schleppte bei Schneeregen und Minusgraden eine Kamera in einem großen, orangenen
Koffer quer durch Wien. Und jeder,
der schon einmal eine Kamera vom
Institut ausgeliehen hat, weiß wovon
ich spreche, wenn ich sage: Ich hasse
alte Straßenbahnen!
das motto meiner drei Kolleginnen und mir beim ersten dreh?
Probieren geht über studieren. Also,
Kamera einschalten, SD-Karte nicht
vergessen, Mikro anstecken und auf
geht's. Drei Interviews, fünf Locations
Ein neuer Professor für unser Institut
von Jutta Doppelreiter / IG
und gefühlte tausend Stunden am
Schnittplatz später war unsere erste
kurze Reportage fertig.
ob probleme auftauchten?
So gut wie keine... Außer: Ton kaputt, weil Mikro zu laut, Computer
am Schnittplatz abgestürzt und Beitrag nicht gesaved oder verwackelte
Bilder. Aber genau durch Fehler, die
man selbst macht, lernt man ja bekanntlich am meisten.
Ihr werdet euch jetzt wahrscheinlich
fragen, was denn jetzt eigentlich
der Unterschied zwischen einer TVÜbung am Institut und UTV sein soll?
Bei UTV hat man die Chance und die
Zeit alles auszuprobieren - ob Kurzfilm, Reportage oder Musikvideo - alles ist erlaubt. Die ein oder anderen
UTV Mitglieder wirkten im letzten Semester auch schon bei einer Live- Regie eines Events mit. Und gerade weil
man kontinuierlich, das ganze Jahr
über, Beiträge produziert, hat man
die Möglichkeit alles Theoretische in
die Praxis umzusetzen und somit sicherer und geübter zu werden.
warum ich bei utV bin?
Weil ich unabhängig Beiträge oder
Filme produzieren kann, ohne Druck
und ohne Zwang. Bei UTV hat man
die Chance zu experimentieren, man
lernt neue Leute kennen, mit denen
man Ideen entwickelt, sie umsetzt
und auf das fertige Werk mit einem
Bier anstoßt. So verschieden wir
auch alle sein mögen, der Spaß an
der gemeinsamen Arbeit verbindet
uns schließlich. Denn ohne ein gutes
Team können selbst die besten RegisseurInnen oder RedakteurInnen
keine guten Beiträge oder Filme machen.
Ihr wollt mehr über
UTV wissen und sehen?
Infos und Beiträge
findet ihr unter
www.utv.at.
Der nächste Informationsabend findet im
März 2014 statt.
14
homero Gil de Zuñiga
Ende letzten Jahres wurden insgesamt drei neue Professuren am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft ausgeschrieben.
Unter anderem jene für „Medienwandel und Medieninnovation“. Wer die
Mühlen der Uni Wien kennt, weiß, sie
mahlen langsam. Bevor die tatsächliche Berufung eines Professors oder
einer Professorin stattfinden kann,
müssen viele Schritte durchlaufen
werden. Zunächst wird eine Kommission erstellt, in die VertreterInnen aus
allen Ebenen des Unibetriebs bestellt
werden (ProfessorInnen, Mittelbau,
Studierendenschaft sowie Gleichstellungsbeauftragte). Als Vertretung
der Studierenden wurden in die insgesamt drei Kommissionen jeweils
2 Studierende aus der IG-Publizistik
bestellt. In dieser Funktion haben wir
versucht die Interessen aller Studierenden im Auge zu behalten.
Am Beginn des Auswahlprozesses
werden alle eingegangenen Bewerbungen gesichtet. Aus diesen
werden dann die auf die jeweilige
Professur thematisch und fachlich relevanten BewerberInnen gefiltert. In
einem nächsten Schritt werden diese
Bewerbungen dann externen GutachterInnen geschickt, die wiederum
bewerten, ob die notwendige Kompetenz und fachliche Passung gegeben ist.
Nachdem die Gutachten an die Kommission übermittelt wurden trifft sich
diese nochmals um auszuwählen welche KandidatInnen dann zu den Hearings eingeladen werden. Bei diesem
auch „Vorsingen“ genannten Prozess
stellen sich die BewerberInnen persönlich vor und halten einen kurzen
Vortrag zu Forschung und Lehre. Die
„Vorsingen“ sind öffentlich und können von Interessierten besucht werden. Nach den Vorträgen gibt es die
Möglichkeit Fragen zu stellen. Danach muss das Publikum den Raum
verlassen und es wird noch eine ver-
trauliche Fragerunde zwischen KanditatIn und Kommission eingeleitet.
Nachdem alle BewerberInnen gehört
wurden entscheidet die Kommission
sich für einen sogenannten „Dreiervorschlag“ der dann an das Rektorat übermittelt wird. Dieses nimmt
schließlich Verhandlungen mit den
KandidatInnen auf.
Soweit, so kompliziert. Denn es kann
immer noch passieren, dass keine/r
der KandiatInnen berufen wird, weil
man sich nicht einigen konnte.
Was die Professur für „Medienwandel und Medieninnovation“ angeht
gab es aber ein gutes Ende. Homero Gil de Zuñiga hat den Ruf an die
Universität Wien angenommen und
wird ab dem Sommersemester 2014
die Professur für „Medienwandel und
Medieninnovation“ antreten. Seit
mehr als 13 Jahren lehrt und forscht
Zuñiga in den USA. In den letzten
Jahren war er Associate Professor
an der University of Texas in Austen
Seine thematischen Schwerpunkte
liegen auf allen Formen von neuen
Medien und ihrem Einfluss auf die
Gesellschaft. Besonderen Fokus legt
er auf die Nutzung des Internets im
täglichen Leben und die damit einhergehenden Auswirkungen auf den
demokratischen Prozess. Zuñiga
arbeitet sowohl qualitativ als auch
quantitativ und versucht auch innerhalb seiner Lehrveranstaltungen neue
Medien zu integrieren. So hat er beispielsweise während einer seiner Vorlesungen einen Twitterfeed mitlaufen
lassen über den die Studierenden in
Echtzeit Fragen stellen konnten, die
wiederum an die Wand projiziert wurden. Mit seiner internationalen Erfahrung in Forschung und Lehre hoffen
wir, dass er eine große Bereicherung
für das Institut und seine Studierenden sein wird.
15
unser InstItut
unser InstItut
Beide Professoren emeritieren
und wurden im Herbst feierlich verabschiedet.
Zum Abschied widmen wir ihnen diese Doppelseite.
von Helena Schütte / IG
„Kommunikation ist ein weites Feld:
Es gibt mehr zu tun als man denkt.
Es gibt mehr zu denken als man tut.“
von Helena Schütte / IG
Prof. Bauer war stets bemüht, nicht
nur anzuklagen, was in unserer
„Kommunikationsgesellschaft“
alles so schief läuft, sondern eben die
Hintergründe zu beleuchten, neue,
innovative Wege der Medienkompetenz aufzuzeigen und zu ermahnen,
die Probleme im Keim zu ersticken.
Diesbezüglich spiegelt sich seine
Tätigkeit als Kommunikationstrainer,
wozu er in Graz und Zürich an der
Akademie für Medien- und Kommu16
nikationstraining diplomierte, beeindruckend wieder.
Thomas Bauers Engagement, die
Kommunikation auf eine pädagogisch wertvolle Weise zu optimieren,
beschränkt sich allerdings nicht nur
auf österreichische Bildungsinstitutionen. Er war mitbeteiligt an der Konzeption und Gründung der „Balkan
Media Academy“, beteiligt an dem
EU- TEMPUS-Projekt “JetiC”, - eine
nachhaltlige Journalismusausbildung
in Kroatien in Kooperation mit ICEJ
Opatija, EJS Lille und Universität Zagreb. Er entwickelte und koordinierte
das Double Degree Programm “Media and Communication Management” mit der Fudan University in
Shanghai, China und der Universität
Salzburg. Er war Gastprofessor in
Brasilien, Spanien, den USA, in Italien, der Slowakei, Kroatien und Slowenien. Neben vielen Positionen in
Vorständen und Präsidentschaften
kommunikationswissenschaftlicher
Institutionen und Organisationen,
der Tatsache, dass er u-TV und OKTO
mit ins Leben rief, ist er momentan
(u.a.) tätig als Chefredakteur von
“deScripto. A Journal of Media in
South East Europe”, 1. Präsident der
European Society for Education and
Communication” (ESEC), Obmann
der Österreichischen Gesellschaft für
Bildung und Kommunikation und als
Mitglied der Expertenkommission
zur Beratung der Bundesministerin
für Unterricht, Kunst und Kultur zur
Neuorganisation der Schule.
Maximilian
Gottschlich
Ein Professor wie man
sich ihn vorstellt
Thomas Bauer
Neben dem Studium der Philosophie
und Theologie, widmete sich Prof.
Bauer anschließend der Publizistikund
Kommunikationswissenschaft,
als auch der Kulturwissenschaft und
Soziologie. Dass ein so vielfältige
Wahl an Studien ein Zeichen einer
längst vergangenen Zeit sind, finde
ich zu bedauern. Aber gerade dieses
weite Wissensspektrum spiegelt sich
in Professor Bauers Vorlesungen wieder. Mit einem beachtlichen Repertoire an Kenntnissen und Wortschatz
hat er die vergangenen Jahre beeindruckt. Medienpädagogik zählte mit
Sicherheit zu den anspruchsvollsten
Einheiten des Studiums. Dauerhafte
Aufmerksamkeit waren für die kompletten 1 ½ Stunden gefordert. Ließ
man sich dann doch dazu verführen,
mal mit dem Handy abzuchecken,
was sonst so geht, gestaltete sich
ein wieder Aufspringen auf den Zug
eine „Mission Impossible“. Seine Prüfungen erwiesen sich, entgegen der
Panikspams in verschiedenen Webforen, jedoch als besonders fair.
Problemen und betrachtet sich selbst
als Grenzgänger zwischen jüdischer
und christlicher Identität. Laut eigener Aussage auf seinem Blog, fordert
er ein neues christliches Selbstverständnis, welches der Vorgeschichte
mit der Rolle des Judentums gerecht
wird. Eine Aussöhnung solle statt finden und das bitte nicht erst in weiteren 2000 Jahren.
Das Credo eines Mannes, der so beeindruckend viel in seinem Leben auf
die Beine gestellt und geleistet hat,
lautet wie folgt: „Kommunikation ist
ein weites Feld: Es gibt mehr zu tun
als man denkt. Es gibt mehr zu denken als man tut.“.
Sehr geehrter Herr Prof. Bauer,
im Namen der Studierendenvertretung darf ich sagen, wir sind sehr
stolz, dass ein so engagierter und
kompetenter Lehrkörper an unserem
Institut gelehrt hat. Wir bedanken
uns für die jahrelange Inspiration und
wünschen Ihnen das Beste für Ihre
Zukunft.
Drittes Semester, die STEP’s waren erfolgreich abgeschlossen, jetzt
konnte das Studium so richtig beginnen. Erste Einheit THEO. -Wie viele
andere Studierende wartete ich bei
einer Zigarette vor dem Audimax
die letzten Minuten vor Beginn der
Vorlesung ab, als sich zwischen den
Menschen, die den Innenhof füllten,
plötzlich eine Schneise aufmachte. Ein großer Mann, weißes Haar
und Rauschebart, edel gekleidet in
schwarz, schreitete mit einem selbstbewusstem Lächeln an mir vorbei in
Richtung Hörsaal. –Genau so hatte
ich mir immer einen richtigen Professor vorgestellt! Die Vorlesung hielt,
was sein Erscheinungsbild versprach.
Im Nachhinein zähle ich THEO und
KOMET als eine der interessantesten
Vorlesungen meines Bakk-Studiums.
Ich weiß, dass mir an diesem Punkt
vielleicht viele von euch widersprechen wollen. Der Positivismusstreit,
als auch „viel zu viel Theorie“, waren
für einige von euch eine regelrechte Zumutung. Dem Studium unserer
Wissenschaft hat diese Vorlesung allerdings eine äußerst angebrachte,
theoretische Grundlage geboten.
Professor Maximilian Gottschlich ist
nun mehr seit über 40 Jahren bei uns
am Institut tätig, angefangen ’71 als
wissenschaftliche Hilfskraft, sieben
Jahre später in der selben Position,
wie sie jetzt von Assoc.-Prof. Mag.
Dr. Görtzenbrucker und Univ.-Prof.
Dr. Matthes ausgeführt werden: Als
stellvertretender
Institutsvorstand,
für über 16 Jahre. Er habilitierte zum
Thema "Journalismus und Orientierungsverlust. Grundprobleme öffentlich-kommunikativen Handelns".
Die Gründung und wissenschaftliche
Leitung der Europäischen Journalismus Akademie (EJA) über zehn Jahre
danach, erscheint mir eine logische
Konsequenz, die sich aus seiner Pro-
blemperspektive ergab. Ebenso sein
besonderes Engagement bezüglich
der Versöhnung zweier Weltreligionen, dem Juden- und dem Christentum.
Neben Politikverdrossenheit als Zeichen der Zeit, zeichnet sich meine
Generation mit ziemlicher Sicherheit
wohl auch durch Religionsverdrossenheit aus. Ein kurzes Weltreligionen-Einmaleins: Das Christentum ist
dem Judentum entsprungen. Für das
Judentum ist Jesus kein Gott, lediglich ein Messias. Jemand, der von
Gott mit einer bedeutenden Aufgabe
auf die Erde gesandt wurde. Jesus ist
im christlichen Verständnis der Dreifaltigkeit allerdings als Gott anzusehen. Der Vater, Sohn und der Heilige
Geist eben. Als sich diese Trennung
irgendwann vor über 2000 Jahren
vollzog, lebten Christen und Juden
noch friedlich miteinander. Problematisch wurde es, als hohe Vertreter
der christlichen Kirche ihre Anhänger
versuchten, gegen das Judentum
aufzubringen.
Im Laufe der Aufklärung bildeten sich
viele Bewegungen, deren Interesse
darin lag, einen Dialog beider Religionen zu ermöglichen und sie miteinander zu versöhnen. Der Nationalsozialismus machte alle Bemühungen
zunichte und begrub sie unter dem
Antisemitismus.
Prof. Gottschlich, motiviert durch seine jüdische Großmutter, beschäftigt
sich seit Jahrzehnten mit eben diesen
Religion ist ein Thema, welches ich
persönlich immer sehr weit von mir
weg zu stoßen versuche. In Anbetracht dieses neu errungenen Verständnisses dieser Spannungsverhältnisse, wird mir die Bedeutung
der Verbindung zu den großen politischen Problemen, im Nahe Osten
beispielsweise, erst bewusst. Zumal
mein Wissen über den Ursprung des
Antisemitismus, zu meinem Bedauern, nicht viel weiter als über den
Nationalsozialismus hinaus geht. Innerhalb dieser komplexen, gesamtgesellschaftlichen Probleme, sei es
nun Journalismus-Forschung in Tradition des Konstruktivismus oder Antisemitismus in Österreich und der
Welt, kommt dennoch der Aspekt
der zwischenmenschlichen Kommunikation innerhalb seiner universitären
Lehre und Forschung nicht zu kurz.
In KOMET wird gebührend Platz eingeräumt, um die Schlüsselfunktion
von Kommunikation bezüglich der
menschlichen Existenz zu diskutieren.
Wir existieren nur „im Hinblick auf
andere“, unsere (individuelle) Identität bestimmt sich erst durch andere. Ich habe gelernt, warum Lügen
überhaupt so verwerflich ist, was es
bedeutet und bei anderen anrichtet,
ganz gleich mit Mobbing bzw. dem
Ignorieren von Mitmenschen, dass
ihnen, kurz und eindringlich gesagt,
dadurch ihrer Würde geraubt, ihre
Existenz und Identität abgesprochen wird. Dem folgen noch weitere Erkenntnisse. Ich hoffe, dass die
Mehrheit so aufrichtig sich selbst gegenüber gewesen ist, die kindliche
Abwehr und diese Hipster-Mentalität
der absoluten Gleichgültigkeit abzulegen, um zur Abwechslung mal
etwas von Studium „mit nach Hause zu nehmen“, anstatt dem ständig
wiederkehrenden Bolemie-Lernen zu
frönen.
17
studIerende Forschen
studIerende Forschen
Piloten ist nichts
verboten ...
darum kümmert sie wenig was
andere sagen! Lebt es sich
wirklich so unbeschwert in
einer mediengeprägten Welt?
Haider Sabine
STEP 5 Proseminar
Big Data
und die Auswirkungen des
Datenjournalismus auf die
journalistische Arbeit.
Am Beispiel von WikiLeaks.
Claudia Degold /
Elisabeth Hilgarth
FOSE
Migration,
Einsamkeit und
Medien
Wenn kindlicher
Fernsehkonsum
Früchte trägt
Eine qualitative Untersuchung
über den Zusammenhang
zwischen Einsamkeit und
Mediennutzung von Wiener
Migrantinnen und Migranten.
Ein Pilotprojekt
Prosoziale Fernsehinhalte
und deren Auswirkungen
auf kindliches Verhalten
Anne Pannrucker / IG
Bachelorarbeit/ Uni Köln SS 2013
Denise Waringer
PRAK
Vorrangig wird in dieser Arbeit untersucht ob lokale Krisenberichterstattung der österreichischen (Qualitäts-)
Medien den Kriterien eines mediativen Journalismus nach Wetzstein (vgl
Wetzstein 2011) entsprechen.
In Bezug auf internationale Krisenberichterstattung wird die Wichtigkeit
der Medien zur Meinungsbildung betont, doch fehlt es an Untersuchungen in Bezug auf deren Einfluss zu nationalen / lokalen Krisen. Als Autorin
der vorliegenden Arbeit gehe ich davon aus dass Medien, und deren Berichterstattung, auch auf lokale Konfliktparteien Einfluss haben, selbst
wenn die "Nähe" dieser Parteien
eine Vermittlung durch die Medien
überflüssig erscheinen lässt.
Ein erster Schritt dazu erfolgt über
eine qualitative Inhaltsanalyse der
Berichterstattung am Beispiel zum
Konflikt zwischen Austrian Airlines
und deren fliegendem Personal.
Grundsätzliche
Zusammenhänge
über Länge und Qualität konnten bestätigt werden, wenngleich eine valide Beantwortung aller Forschungsfragen aufgrund der mangelnden
Länge der Artikel kaum möglich war.
Die Analyse von allgemeinen Daten,
vor allem im Vergleich mit den Konfliktphasen, legt den Schluss über
eine mangelnde Erfüllung der mediativen Rolle nahe. Vor allem aber die
Analyse der Schlüsselbegriffe, und
deren Tendenzbeurteilung, wirft umfangreiche Fragen zur Rezeption der
Artikel auf.
18
Der Datenjournalismus hat seit den
anonymen Veröffentlichungen der circa 250.000 US-Botschaftsdepeschen
und den geheimen Militärakten zum
Afghanistan- und Irak-Krieg durch
die Enthüllungsplattform WikiLeaks
eine neue gesellschaftliche wie journalistische Bedeutung bekommen.
Das Potenzial des Datenjournalismus
wurde zwar erkannt, aber nur wenige
Online-Redaktionen verfügen über
personelle und finanzielle Ressourcen. Das Problem dahinter ist die Fülle an Datenmengen, die kontinuierlich weiterwachsen. Um „Big Data“
in seiner Komplexität zu erfassen,
benötigen JournalistInnen ein neues
Set an analytischen Fähigkeiten und
Methoden. Die Arbeit widmet sich
der Frage: „Wie hat sich die journalistische Arbeit im Datenjournalismus
durch WikiLeaks verändert?“
Anhand einer Literaturanalyse wurde
der aktuelle Forschungsstand beleuchtet. Wir kamen zum Ergebnis
das es die technischen Innovationen
oder medialen Umbrüche gewesen sind, die die Entwicklungen im
Datenjournalismus vorangetrieben
haben. Dennoch haben sich der Arbeitsprozess und die Ideale der JournalistInnen kaum verändert. Nur die
Kompetenzen haben sich verschoben und der klassische Journalismus
muss außerhalb seines üblichen Aufgabenbereiches operieren und kooperieren: JournalistInnen bleiben
jedoch Gatekeeper – sie selektieren
relevante Daten und bereiten sie für
die LeserInnen auf. JournalistInnen
informieren und klären auf – ohne sie
würde sich kaum einer den Daten annehmen bzw. die Ressourcen haben,
sie zu bearbeiten.
Diese empirische Untersuchung beschäftigt sich mit dem Thema der
Mediennutzung von Migrantinnen
und Migranten in Wien im Zusammenhang mit deren Einsamkeitsgefühl. Die Frage der Rolle der Medien
bezüglich des Integrationsprozesses
in Österreich steht hierbei im Zentrum sowie die Wirkungsannahme
einer positiven Integrationsleistung
durch Mediennutzung oder einer Integrationsverhinderung durch Migrantenmedien, wie zum Beispiel nicht
deutschsprachiger Sender oder Programme.
Desweiteren thematisiert diese Arbeit den Migrationshintergrund von
66 Probandinnen und Probanden in
Bezug auf die Entwicklung von Identität. Voraussetzung für die Analyse
war die Grundhypothese, dass Migration Einsamkeitserfahrung mit sich
bringt. Mittels der zusammenfassenden qualitativen Inhaltsanalyse von
66 Leitfadeninterviews wird versucht,
einen Zusammenhang zwischen der
Mediennutzung und dem Einsamkeitsgefühl der Migrantinnen und Migranten herzustellen. Die Ergebnisse
zeigen, dass neue Medien zumindest
von etwa der Hälfte der Befragten
(26 von 66) genutzt werden, um Kontakt in die Heimat zu halten sowie
eine steigende Tendenz dazu, dass
Einsamkeit dadurch verdrängt wird.
Die konkrete Fragestellung: Unter
welchen Bedingungen führt der kindliche Fernsehkonsum von prosozialen
Inhalten zu prosozialem Verhalten bei
Kindern?
Die Bachelorarbeit prüft, ob prosoziale Medieninhalte zu höheren prosozialen Verhalten bei Kindern führt.
Smith et al. (2009) definieren soziales
Verhalten als ohne Zwang sich vollziehende Handlungen, die unabhängig
von Motiven, beabsichtigen anderen
Menschen eine Wohltat zu erweisen.
Es wird untersucht, unter welchen Voraussetzungen Medienaufmerksamkeit zu positiven zwischenmenschlichen Verhaltensweisen führt. Dadurch
kann das Medium Fernsehen gezielt
zu Hause oder in der Schule eingesetzt werden, um das prosoziale Verhalten der Kinder zu steigern.
ales Fernsehen mit der Anwesenheit
von inhaltsbezogenem prosozialem
Material, löst positive prosoziale Effekte bei Kindern in der Vorschule
aus.Positive prosoziale Effekte die
von prosozialen Fernsehinhalten bei
Kindern im vierten und fünften Grad
ausgelöst werden, werden durch
einen induktiven Erziehungsstil der
Eltern verstärkt Kinder aus dem dritten und fünften Grad, die häufig Sitcoms für Erwachsene mit prosozialen
Botschaften anschauen, benehmen
sich prosozialer. Der reguläre Fernsehkonsum der Serie „Blue´s Clues“,
erhöht die Prosozialität der Kinder in
der Vorschule. Kinder zeigen im Vorschulalter positive prosoziale Effekte,
wenn ihr Fernsehkonsum von gewalthaltigen Inhalten durch prosoziale
Formate ersetzt wird
Die konkrete Fragestellung lautet:
Unter welchen Bedingungen führt
der kindliche Fernsehkonsum von
prosozialen Inhalten zu prosozialem
Verhalten bei Kindern?
Stichprobenartig werden Studien aus
dem amerikanischen Raum ausgesucht. Ein Auswahlkriterium ist, dass
die Kinder den Kategorien Vorschule,
Kindergarten, erster Grad (der „Elementary School“), zweiter Grad, dritter Grad, vierter Grad oder fünfter
Grad des amerikanischen Schulsystems zugeteilt werden können. Dadurch lassen sie sich in verschiedene
Alterskategorien aufteilen.
de
ird gera
Was w
ht?
geforsc
Ein positives Beispiel in der beliebten Fernsehsendung „Lassie“, veranlasst Kinder im ersten Grad dazu
sich prosozial zu verhalten. Prosozi19
studIerende Forschen
studentIsche stImmen
wien
Gesellschaftlicher Mehrwert
aus dem privatkommerziellen Sektor?
Approaching
Viral Marketing
Miruna Luana Bulik
BAKK 1
The constant changes occurring in
the Internet and the emergence of
different social media platforms, are
changing the ways marketers are advertising their products. Viral Marketing campaigns have played a very
important role in how companies
communicate their products to their
target groups.
This thesis focuses on Viral Marketing which is an intriguing strategy
of communication merely due to the
considerable results it obtains with a
low amount of financial investment. In
this paper, the concept of Viral Marketing is defined and delimitation's
from other terms such as Word-ofmouth and customer referrals are
provided. The paper also discusses different factors of a successful
marketing campaign whilst trying to
identify their influence in such campaigns. Characteristics of individuals
and social networks are also put into
perspective in the paper. A short excursus in the different carriers of viral
messages will aid in putting things
in perspective. Moreover, the thesis
also focuses on 4 case studies in order to understand the characteristics
of this marketing technique. This area
is developing quickly and probably
will experience changes in the future.
Therefore, further research is recommended in order to keep track of the
new developments that will come.
20
Eine Analyse des Programms von ServusTV im Hinblick
auf Qualität, soziale Orientierung und Identität.
Esther Greussing / IG
FOSE
Die Arbeit geht der Frage nach, ob
ServusTV als privatkommerzieller Anbieter mit seinem Programm potentiell gesellschaftlichen Mehrwert generiert und somit zurecht in die Position
eines öffentlich-rechtlichen Senders
gerückt wird, wie des beispielsweise
in der Programmstrukturanalyse der
RTR von 2011 passiert. Gesellschaftlicher Mehrwert wird dabei im Sinne
des Public Value-Ansatzes verstanden und entlang der Dimensionen
demokratische Öffentlichkeit (Information), Kulturgut (Orientierung und
Sinnstiftung) sowie öffentliches Gut
(Kompensation von Marktversagen)
verortet. Als theoretischer Rahmen
dient die Neue Institutionenökonomie und dabei besonders die ökonomische Verfasstheit von medialen
Gütern und ihre Folgen für die Schaffung von gesellschaftlichem Mehrwert als normative Funktion von Medien. Die Forschungsfragen werden
anhand des vorliegenden Literaturbestandes sowie empirischer Daten
beantwortet. Letztere werden großteils der RTR-Programmstrukturanalyse von 2011 entnommen. Wo dies
nicht möglich ist, wird auf selbst erhobenes inhaltsanalytisches Material
zurückgegriffen.
Die Analyse zeigt, dass sich ServusTV
vor allem im Bereich des Kulturguts
auszeichnet, da das Programm Anknüpfungspunkte für die Stiftung von
Identität und Orientierung bietet. Die
Willens- und Meinungsbildung der
BürgerInnen wird jedoch kaum gefördert, da es dafür keine adäquaten
Formate gibt. Ein Vergleich des Senders mit einem öffentlich-rechtlichen
Anbieter kann somit nicht nachvollzogen werden. ServusTV bietet zwar
vor allem im Bereich Wissen und Bildung sehr hochwertiges Programm
und damit meritorische Inhalte, die
wichtig für die Gesellschaft und die
Demokratie sind. In zentralen Punkten wie der Herstellung von Öffentlichkeit und der Freiheit von ökonomischen Zwängen bleibt der Sender
aber in seiner privat-kommerziellen
Organisation verhaftet.
Ein wunderbarer Tag in einer phantastischen Stadt.
von Patricia Handrick
Wir alle haben uns auf die eine oder
andere Weise für Wien entschieden.
Als Publizistikstudierende oder Teil
des Instituts und unserer Uni gibt es
die verschiedensten Wege auf denen unsere grandiose Stadt entdeckt
werden kann, sodass jeder von sich
behaupten kann diese Stadt erlebt zu
haben.
Wien für Erstsemestrige
Als erstes ist es natürlich wichtig ein
Dach über dem Kopf zu finden. Das
gestaltet sich in Wien entweder als
sehr leicht oder sehr schwer. Jeder
sammelt andere Erfahrungen bei
der Wohnungssuche in Wien und
gerade in der Anfangszeit wird die
Wohnungsbesichtigung Gegenstand
der amüsantesten Gesprächsthemen
sein, in der die skurrilsten Geschichten verbreitet werden und jeder versucht den anderen zu übertreffen.
Bei der Suche nach WG Zimmern und
Wohnungen ist der ImmoBazar sehr
hilfreich. Genauso wie die unzähligen Portale auf Facebook oder verschiedene Webseiten. Egal wo man
sucht, jeder sollte sich darüber bewusst sein, dass Anfang Oktober das
Semester für sehr viele Studenten
beginnt und alle ein Dach über dem
Kopf brauchen.
Wenn die Wohnung gefunden und
das ein oder andere Glas Wein mit
den Mitbewohnern oder Gästen getrunken wurde, wird es Zeit das Zimmer einzurichten. Je nach Geschmack
kann in den verschiedenen Shops,
auf den verschiedenen Flohmärkten
oder einigen Vintage Shops nach verborgenen Schätzen gesucht werden.
Im Bananas (Kettenbrückengasse 15)
oder der Glasfabrik (Lorenz-MandlGasse 25) gibt es eine große Auswahl
an Vintage Möbeln, in Caritas Carla
(Mittersteig 10) kann nach verschiedenstem Second Hand gestöbert
werden. Wer Antiquitäten sucht, der
wird im Altwaren Otto (Hippgasse 41)
fündig. Wer lieber online stöbern will,
der sollte dich das Forum von willhaben.at näher anschauen. Dort werden einige Sachen, die meist selbst
abgeholt werden müssen, verschenkt
oder sehr günstig verkauft.
Ist die Wohnung erstmal eingerichtet müssen die einzelnen Standorte der Universität näher untersucht
werden, denn hier wird im Laufe
der folgenden Jahre einige Zeit verbracht werden. Zunächst natürlich
das Hauptgebäude der Universität
(Universitätsring 1), hier finden sich
einige Standorte, die näher ausgecheckt werden können. Ganz in der
Nähe ist das Votiv Café (Reichsratsstraße 17). Hier kann neben Kaffee
auch ein leckerer Burger verdrückt
werden und am Abend trifft man sich
hier auf einen gemütlichen Spritzer
nach dem Tutorium. Wer es vegetarisch mag, der kann im Yamm (Universitätsring 10) vorbeischauen. Hier
wird ein komplettes fleischfreies Buffet präsentiert, an dem man sich nach
Belieben bedienen darf. Zum Schluss
wird der vollgepackte Teller gewogen und bezahlt. Im Café Stein oder
Stein’s Diner (Währinger Straße 6-8)
kann entweder ein Kaffee zwischen
den Vorlesungen oder ein leckeres
Mittagsmenü verlangt werden. Unter der gleichen Adresse findet sich
das Café Français (Währinger Straße
6 – 8), hier kann gegessen, getrunken
und am Abend im Le Club (Währinger Straße 6 – 8) auch gefeiert werden. Außerdem wird im Café Einstein
(Rathausplatz 4) nach den Prüfungen
meist der ein oder andere Obstler mit
einem weißen Spritzer runtergespült.
Etwas „Gesitteter“ geht es in Demmers Teehaus & Teesalon (Mölker
Bastei 5) zu, hier kann nicht nur zwischen mehr als 300 Teesorten ausgesucht werden sondern auch vor Ort
eine Kostprobe genommen werden.
Im nebenan liegendem Testa Rossa
21
studentIsche stImmen
(Dr. - Karl - Lueger - Ring 14) kommen
alle Kaffeefreunde auf ihren Genuss.
Unser neues Publizistik Institut
(Währinger Straße 29) liegt unweit
des Hauptgebäudes und ist unser
ganzer Stolz. Die Währinger Straße
ist vollgepackt mit studentenfreundlichen Restaurants. Das Culinarium
Cooking (Währinger Straße 21) bietet
bis 15 Uhr ein Mittagsmenü um die 7
Euro an. Alle Studenten, die nach 15
Uhr vorbei schauen, bekommen ein
Studenten Spezial von -15% auf alle
studentIsche stImmen
(Alserstraße 9), in dem vorzügliche
Snacks angeboten werden und ein
Kaffee in gemütlicher Atmosphäre
immer wieder ein Genuss ist. In der
Pie Factory (Alsertraße 15) kann man
sowohl herzhafte als auch süße Küchlein verputzen. Kombiniert mit den
üblichen Trendlimonaden in den verschiedensten Geschmacksrichtungen
kann hier ein sehr leckeres Mittagessen abgehalten werden. Ein paar
Schritte weiter servieren die Coffee
Pirates (Spitalgasse 17) leckeren Kaffee – mit Bohnen aus den entlegens-
Anfänger
WIEn für
Paare
Eltern
Freunde
Speisen und Getränke gutgeschrieben. Im Vinzirast Mittendrin (Währinger Straße 19) gibt es ebenfalls günstige Mittagsmenüs um 6,50 Euro die
eine Vorspeise und die Wahl zwischen zwei Hauptspeisen enthalten.
Zum Trinken ist hier besonders die
Ingwer-Limetten-Limonade zu empfehlen. Hier besteht die komplette
Einrichtung aus recyceltem Material.
Das Ethiopian Restaurant (Währinger
Straße 15) bietet nicht nur leckeres
Essen, sondern auch eine Teezeremonie an. Am Montag ist hier geschlossen, dafür wird am Freitag Kitfo (rohes Rindfleischtatar) serviert.
Das Dreieck der Unistandorte für Publizistik Studierende komplettiert der
Campus (Spitalgasse 2). In unmittelbarer Nähe befindet sich das Edison
22
ten Anbaugebieten. Natürlich kann
auch im Campus ein schneller Einkauf
im Billa oder ein Mittagessen in den
zahlreichen Restaurant erledigt werden.
Um beim Studieren auch wach zu
bleiben, gibt es neben den üblichen
Coffee Shops auch die berühmten
Wiener Kaffeehäuser, die auf keinen
Fall verpasst werden dürfen. Im Kaffee Das Gutruf (Milgasse 1) kann die
Wiener Hautevolee beobachtet werden, wie sie genüsslich eine Melange
trinken und im Café Hawelka (Dorotheergasse 6) trifft sich die Künstlerszene auf einen Braunen.
Will man am Wochenende einige
Freunde zum Brunch treffen, dann
sei hier die HALLE (Museumsplatz
1) empfohlen. Hier können wunderbare Torten und Kuchen genascht
werden. Sollte es dann etwas richtig
Herzhaftes werden kann Wien auf
kulinarischem Wege entdeckt werden. Hier ist die Linke Wienzeile mit
dem leckeren asiatischen Restaurant
Kuishimbo (Linke Wienzeile 40) oder
das Café Drechsler (Linke Wienzeile
22), in dem das Kalbsschnitzel mit
Erdäpfel-Vogerlsalat einige Bekanntheit erlangt hat. Weiter geht es in
der Schönbrunner Straße, in der das
Connolly’s (Schönbrunner Straße
268) und die Halle (Schönbrunner
Straße 30) liegen.
Natürlich gibt es auch ein Leben abseits der Uni. Quer durch die Stadt
verteilt gibt es viele wunderbare Plätze in denen sich zum Drink oder Essen
verabredet werden kann. In der Saint
Charles Alimentary (Gumpendorfer
Straße 33) kann österreichische Küche genossen werden und im Future
Garden (Schadekgasse 6) kann man
am Abend leckere Drinks genießen.
Im Wirr (Burggasse 57) kann beides
kombiniert werden, da hier sowohl
Drink als auch Speisen angeboten
werden und je nach Datum auch Partys stattfinden. Wer ein gemütliches
Glas Wein trinken möchte, der kann
sich im Truksitz (Yppenplatz 7) einfinden. Das berühmt-berüchtigte Charly
P’s (Währinger Straße 3) ist nicht nur
regelmäßige Anlaufstelle von Studenten und Fußballfans, es bietet neben Pints und Ales auch sehr leckeres
und vor allem gutes Essen an. So gut,
dass dem Pub kürzlich eine Haube
verliehen wurde.
Die Passage (Burgring 3), der Volksgarten (Burgring 1) und die Pratersauna (Waldsteingartenstraße 135)
gehören wohl zu den bekanntesten
Clubs in Wien. Daneben gibt es auch
ausgefallene Lokalitäten wie den
Queen Club (Hernalser Gürtel 34)
und das Tanzcafé Jenseits (Nelkengasse 3) die früher oder auch heute
noch dem Klientel des erotischen
Milieus die Pforten öffnen oder Partys für Jedermann veranstalten. Vor
jedem Besuch ist deshalb ein genauer Blick auf die geplanten Events
ratsam, um nicht in überraschende
Situationen zu stolpern. In diese Art
Etablissement reiht sich auch das
Morrison (Rechte Wienzeile 2A) ein.
In der ehemaligen Tabledance Bar,
finden aktuell für den Hunger nach
der Party ist Argos Imbiss (Währinger Straße 10) zu empfehlen, da es
hier bis 5 Uhr in der Früh die besten
Falafel gibt. Für alle Anderen, die am
Morgen nach dem Club Lust auf ein
leckeres Frühstück haben, kann im
Café Francais (Währinger Straße 6 –
8) bis 14 Uhr aus einer langen Liste
ein persönliches Lieblingsfrühstück
ausgewählt werden.
Für einen gemütlichen Tag empfiehlt
sich ein Besuch im MAK (Stubenring 5). Hier kann erst lecker gegessen werden, um danach gut gestärkt
die Ausstellung für
angewandte
Kunst oder die ständig wechselnden
Sammlungen besichtigen zu können.
Wer gern shoppt kann im We Bandits
(Theobaldgasse 14) ausgefallene Kreationen bestaunen und kaufen. Wer
lieber selbst kocht kann nach dem
Shopping im Feinkoch (Theobaldgasse 14) sowohl die passend abgewogenen Zutaten als auch die Schrittweise Anweisung zur Zubereitung
erwerben. Oder aber in der Kurkonditorei Oberlaa (Neuer Markt 16) einen phantastischen Kaiserschmarren
genießen. Zum Shopping kann man
danach ins Pregenzer (Schleifmühlengasse 4) spazieren. Hier bietet Jutta
Pregenzer ihre Kreationen an.
Für Paare.
Wer den Liebsten oder die Liebste zu
Besuch hat, der kann Wiens romantische Seite kennenlernen. Damit ist
nicht ein Besuch im Schloss Schönbrunn oder eine Fahrt mit dem Viehacker ab der Hofburg gemeint. Das
ist alles gut und schön, aber es gibt
noch so viel mehr!
Die wunderschönen Weihnachtsmärkte, die jetzt, wo es kalt wird
überall in Wien aufgebaut und geschmückt werden, können besucht
werden. Der Winter im MQ (Museumsplatz 1), der Weihnachtsmarkt
am Spittelberg (Spittelberggasse
3), auf dem Rathausplatz (FriedrichSchmidt-Platz 1)und zwischen dem
kunsthistorischen (Burgring 5) und
naturhistorischen Museum (Burgring
7) laden zum ausgiebigen schlendern
ein und bei Punsch und Glühwein
kann man sich genüsslich aufwärmen.
Wer gemütliche Kaffeehäuser dem
hektischen Treiben auf den Weihnachtsmärkten vorzieht, der kann sich
im Café Zuckergoscherl (Landstraßer
Hauptstraße 41) in blaue Samtpolster
setzen. Wer ein leckeres Frühstück
mit einem Museumsbesuch verbinden will, der kann im Do&Co (Albertinaplatz 1) erst lecker essen, um danach gemütlich durch die Albertina zu
schlendern. Im Café der Provinz (Maria – Treu – Gasse 3) kann nach dem
Besuch auf dem Weihnachtsmarkt am
Rathausplatz ein kurzer Abstecher in
ein cooles Ambiente gewagt werden.
Die unzähligen Varianten von Galette
und Waffeln werden jedem ein seliges Lächeln auf die Lippen zaubern.
Die Auststellungen in der Galerie
Rauminhalt (Schleifmühlgasse 13)
und dem Lichterloh (Gumpendorfer
Straße 15 – 17) bieten sich zum entspannten Schlendern durch die Kreativität junger Künstler an.
Zur Stärkung kann zur Abwechslung
mal gregorianisch gegessen werden.
Im stylischen Café Ansari (Praterstraße 15) können verschiedene ausgefallene Speisen und Variationen verkostet werden. In unmittelbarer Nähe
unter der gleichen Adresse findet
sich das Mochi (Praterstraße 15) mit
einer ebenso aufregenden Karte mit
asiatischem Touch. Um dieser Umgebung ein drittes Argument zu liefern,
sei das Song (Praterstraße 11 - 13)
genannt, in dieser Designerboutique
kann wunderbare, elegante Mode
bestaunt und gekauft werden.
Zur Verlängerung der Shoppingtour
geht es in die Zollergasse. Hier siedeln sich viele hippe Läden an. Im
Wood Wood (Zollergasse 29) und
im Useabrand (Zollergasse 15) sollten auf jeden Fall Stopps eingelegt
werden. Neben cooler und lässiger
23
studentIsche stImmen
studentIsche stImmen
Mode können hier auch die Kreationen von Nachwunsdesignern und deren unaufgeregte zur-Schau-Stellung
bewundert werden.
Wer entspannt den Abend ausklingen
lassen will, der sollte im Más (Laudongasse 36) vorbeischauen. Hier
kann mexikanisches Essen auf hohem
Niveau, in unglaublich einladender
Atmosphäre genossen werden. Wer
nicht’s essen möchte kann die leckeren Longdrinks und Cocktails ausprobieren. Danach können Partygänger
im Brut im Künstlerhaus (Karlsplatz 5)
oder im Le Club (Währinger Straße 6
– 8) einen angenehmen Abend verbringen.
Für alle, die am Abend nicht ausgegangen sind, kann der nächste
Tag mit dem Einkauf verschiedener
Andenken an Wien beginnen. Der
Niemetz Schwedenbomben Fabriksabverkauf (Rennweg 52) und der
Schnittenabverkauf der Fabrik Manner (Wilhelminenstraße 6) sind dabei
gute Anlaufstellen, um auch nach
dem Besuch in Wien ein paar Erinnerungen zum Naschen mit nach Hause
zu nehmen.
Wer nach dem ganzen Süßkram Lust
auf deftiges bekommt, der kann im
Mandu&Co (Rochusmarkt, Stand 40)
koreanische Teigtaschen essen oder
in der Konditorei Hübler (LorenzBayer-Platz 19) weiter den süßen Versuchungen nachgehen und Kellnern
in adretten Uniformen zusehen, die
große Kuchen glücklichen Kunden
servieren. Am Abend kann dann im
Filmkasino (Margaretenstraße 78) der
Tag bei einem Film und Popcorn abgeschlossen werden.
Für Eltern.
Wenn die lieben Eltern vorbei schauen, wollen sie meist auch etwas geboten bekommen. Und nicht anders
soll es geschehen. Im Blaulicht Design (Vorlaufstraße 1) können schöne
Lampen und Accessoires mit nach
Hause genommen werden und in der
Vintagerie (Nelkengasse 4) können
moderne Nuancen für das Heim der
Eltern oder die eigene Wohnung einfach mitgenommen werden.
Wer seinen Eltern ein bisschen 50er
Jahre Feeling und leckeren Apfelstrudel näher bringen möchte, der sollte
24
auf jeden Fall im Café Korb (Brandstädte 9) vorbeischauen und etwas
verweilen. Im Café Central (Herrengasse 14) kann die Wiener Kaffeehausszene perfekt wiedergegeben
und bei live Musik am Flügel ein Melange mit Kreationen aus der Hauseigenen Patisserie genossen werden.
Im Waldviertel und Granzing außerhalb von Wien können sehr idyllische
Spaziergänge unternommen werden.
Wen es ins Warme zieht, der sollte
die Secession (Friedrichstraße 12)
und die Galerie Tony Subal (Weihburggasse 11) besuchen. Als Museen
bieten sich natürlich das Belvedere
(Prinz-Eugen-Straße 27) und die Albertina (Albertinaplatz 1) an. Sind
noch kleine Geschwister mit, kann
das Figurentheater Lilarum (Göllnergasse 8) besucht werden.
Zum Essen wird im Café Engländer
(Postgasse 2) sehr leckeres Wiener
Schnitzel serviert, im Plachutta (Wollzeile 38) hervorragendes Tafelspitz
und im Schubert (Schreyvogelgasse
6) noch weitere österreichische Klassiker auf hohem kulinarischem Niveau
geboten. Im 1500 Foodmakers (Lerchenfelder Srtraße 1 - 3) trifft modernes Kochen in Wien ein, dabei sollte
der Oktopus und der Salbei – Honig –
Semifredo mit karamelisierten Orangen unbedingt probiert werden.
Wer eine Karte für die Oper (Opernring 2) erwischt, kann die lieben Eltern danach Stilecht auf eine „Eitrige“
am berühmt-berüchtigten Bitzinger
Würstelstand (Augustinerstraße 1)
direkt zwischen Oper und Albertina
einladen. Im Haus des Meeres (FritzGrünbaum-Platz 1) neben den faszinierendes Meeresbewohnern auch
ein Blick von der Terrasse über das
wunderbare Wien gewagt werden.
Oder der Klassiker, der Naschmarkt,
kann besucht werden. Hier kann im
Deli (Stand 421) ausgezeichnet gegessen werden. Am Sonntagabend
kann dann ganz klassisch Tatort im
Top Kino (Rahlgasse 1) geschaut werden. Kostenlos versteht sich. Oder
man gönnt sich Drinks in der roten
Bar (Neustiftgasse 1) um sich zu verabschieden.
Für Freunde.
Kommen die lieben Freunde aus der
Heimat vorbei soll Wien natürlich von
seiner besten Seite vorgestellt werden. Wer es glamourös mag, kann in
der Blauen Bar im Hotel Sacher (Philharmonikerstraße 4) top gestylt Wein
trinken oder sich bei einer Party im
Gartenbaukino (Parkring 12) unter
sehr schöne und sehr schick angezogene Menschen mischen.
Soll die Kaffeehauskultur zelebriert
werden lohnen sich Besuche im Café
Prückel (Stubenring 24) und Joma
(Hoher Markt 10).
Zum kulinarischen entdecken Wiens,
fängt man am besten in der Lerchenfelder Straße an. Hier reihen sich unzählige Restaurants aneinander. In
Nguyens Pho House (Lerchenfelder
Straße 46) gibt es super Sommerrollen auf vietnamesische Art. Das Konoba (Lerchenfelder Straße 66 – 68)
ist ein kroatisches Fischlokal, japanisch geht es im Umami (Lerchenfelder Straße 88 – 90) weiter und endet
im Pars (Lerchenfelder Straße 168)
mit persischem Essen. In der Neubaugasse ist die Restaurantsdichte
ähnlich verteilt. Hier kann das Petit
Maroc (Neubaugasse 84) mit leckerem Essen aus der Tangine empfohlen werden. Weiter geht es im Elephant and Castle (Neubaugasse 45)
in dem neben Curries auch Sandwiches verspeist werden können.
Zum Trinken, bevor es in die Wiener
Clubs geht, gibt es auch hier wieder
eine unglaubliche Auswahl. Das Café
Phil (Gumpendorfer Straße 10 – 12)
lädt zum gemütlichen lesen ein und
ermuntert seine Gäste neben dem
leckeren Essen auch sämtliches Interieur und alle Bücher vor Ort zu erwerben. Unter der gleichen Adresse
im If Dogs Run Free (Gumpendorfer
Straße 10 – 12) und im Eissalon Joanelli (Gumpendorfer Straße 47) kann
in geselliger Atmosphäre der Abend
eingeleitet werden.Weitere Bars sind
die Loos Bar (Kärntner Durchgang 10)
und das Café Espresso (Burggasse
57) die zu leckeren Drinks laden.
11) kann direkt im Zentrum getanzt
werden, in der Grellen Forelle (Spittelauer Lände 12) kann man die
hippsten Wiener treffen und im Fluc
(Praterstern 5) können sich alle Tanzwütigen austoben. Für Kunstbegeisterte ist die Kunsthalle (Treitlstraße
2) am Karlsplatz zu empfehlen. Hier
finden neben Ausstellung auch Partys
in unregelmäßigen Abständen statt.
Wer nach dem Club und wenig Schlaf
ausgiebig brunchen will, dem sei der
Breakfastclub
(Schleifmühlengasse 12 – 14) empfohlen. Hier werden
French Toast, Pancakes und Waffeln
traditionell amerikanisch mit Schinken serviert. Nach dieser fulminanten
Stärkung kann im TBA21 im Augarten (Schwerzergasse 1a) zeitgenössische Kunst bewundert werden. Zum
Shoppen bieten die Stores Elfenkleid
(Margaretenstraße 39/3-4) und Unikatessen (Margaretenstraße 45) coole Stücke an.
Als Marktbesuch sei hier noch der
Brunnenmarkt (Brunnengasse) empfohlen. Das ist nicht nur der älteste
Straßenmarkt Europas, sondern auch
ein Markt der im Yppenplatz endet.
Hier ist die Bäckerei Gül (Yppenplatz
7) mit phantastischen Sesamringen
und vielen anderen Restaurants angesiedelt.
Das war nun eine kleine Auflistung
einiger To Dos in Wien. Natürlich ist
das nur ein klitzekleiner Auszug. Jeder kann Wien auf seine Weise entdecken. Einfach aus der Haustür raus
und loslaufen. So entdeckt man Wien
am besten. Nicht nur in den vermeidlichen Trendbezirken Neubau und
Mariahilf eröffnen neue, trendige
Geschäfte mit schickem Design und
pfiffigen Konzepten. Jeder Bezirk hat
seinen Charme und jeder Bezirk hat
seine schönen und weniger schönen
Ecken. Spätestens, wenn man den eigenen Bezirk gegen den der Kommilitonen verteidigt weiß man, man ist
in Wien angekommen.
Viel Spaß beim Entdecken!
Nach dem ausgiebigen Besuch der
Bars, kann der Clubbesuch anvisiert
werden. Im Platzhirsch (Opernring
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studentIsche stImmen
studentIsche stImmen
Die Medien im Wirbel des
Zukunftswandels
von Stephanie Schorsch
Wenn es in der Kommunikationswissenschaft „Wörter
des Jahres“ geben würde, so wäre der „Medienumbruch“ ein passendes Pendant zum „Selfie“. Allerdings
gab es schon allerhand Medienumbrüche: mit dem Aufkommen des Buchdrucks um 1500 durch Gutenberg
und mit Beginn des 20. Jahrhunderts durch die
Entwicklung elektronischer Medien. Aktuell sind es die digitale Medien,
die traditionelle, wie z.B.
Printmedien, auf eine
Geduldsprobe
stellen.
Umbruchsstimmung
und Stimmungsumbruch
von Pascal Attwenger
Egal, auf welcher Welle man durch die Höhen und Tiefen der Medienlandschaft schwimmt, in einem Punkt sind
sich alle ihre Vertreter einig: Es ist die Zeit des Medienumbruchs, und es ist unsere Aufgabe, damit richtig umzugehen.
Doch was meinen wir wirklich, wenn wir vom „Umbruch“
sprechen? Der Duden definiert ihn als „grundlegende
Änderung, Umwandlung, besonders im politischen Bereich“, laut Wiktionary ist es ein „folgenreicher (insbesondere gesellschaftlicher, technischer) Wandel“, eine
„Umwälzung“. Okay. Hier passiert also etwas, und dieses
etwas wird nicht folgenlos bleiben, nein, es wird die Gesellschaft grundlegend verändern.
Oft wird der Medienwandel in einem Atemzug mit dem
„Zeitungssterben“ genannt, mit der „Abwanderung ins
Internet“. Aber geht es wirklich nur darum? Keine Frage,
den Print- Unternehmen stehen harte Zeiten bevor, und so26
Im Sommersemester 2013 haben wir uns im Fachtutorium diesen und weiteren Themen, wie z.B. der Trend- und
Zukunftsforschung, gewidmet. Als Kreativaufgabe galt
es einen Zeitungsartikel, mit freier inhaltlicher Wahl, für
den „Zündstoff“ zu schreiben. Pascal Attwenger liefert ein Kommentar zum aktuellen Medienumbruch und beleuchtet dabei auch eine
andere wichtige Komponente.
Sozial vs.
Soziales netzwerk
von Rebecca Scheffauer
gar
die TVBranche muss
zusehen, dass sie
ihre Zuseher nicht ans Internet verliert. Doch die Gesellschaft
an sich bleibt davon herzlich unberührt:
Kommt es wirklich darauf an, ob wir den Kasten, der uns die lustigen, bewegten Bilder liefert, nun
„Fernseher“ nennen oder „Computer“? Ob die Zeitung
als totes Holz am Tisch liegt oder als Tablet? Wohl kaum.
Trotzdem gibt es ihn, diesen Umbruch. Man sieht ihn jedes Mal, wenn eine hitzige Diskussion durch eine Google-Suche am Smartphone zum Erliegen kommt. Wenn
Bekundungen von Liebe und Hass, von Freude und Trauer auf Facebook ausgetragen werden, vor den Augen
des gesamten Freundeskreises. Wenn Kinder ein Magazin aufschlagen und sich wundern, warum die Bilder nicht
größer werden, die sie mit zwei Fingern aufziehen.
Kurzum: Die Menschen sind es, die diesen Umbruch am
deutlichsten zu spüren bekommen, nicht die Unternehmen. Die Medien haben sich schon immer stetig an ihre
Rezipienten angepasst, und das tun sie auch jetzt. In einer Welt, in der jegliches Wissen nur ein paar Mausklicks
entfernt ist, wie archaisch erscheint da das Warten auf
die allmorgendliche Zeitungszustellung? Wie unflexibel
ein Fernseher, der nicht pausiert, wenn ich es tue?
Der Umbruch kommt nicht, er ist in vollem Gange. Die
Gesellschaft wandelt sich, wird umgewälzt, nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal. Was wir daraus machen,
bleibt letztlich uns überlassen. Wir können uns sträuben,
unsere Kräfte mit der neuen Dynamik einer ganzen Gesellschaft messen, und am Umbruch zerbrechen. Oder
aber wir nehmen aktiv daran teil und gestalten unsere
Zukunft.
Die Wahl liegt bei uns.
Heut zu Tage hat so gut wie jeder mindesten einen Account bei einer Social Network Website, allen voran Facebook. Ich habe mir meine Gedanken darüber gemacht,
ob diese Webseiten die Leute wirklich zusammenbringen
oder sie nicht viel mehr entzweien.
Also hab ich mir vor kurzem angeschaut, was auf Facebook
gepostet wird. Nachdem ich mich durch den Newsfeed
gescrollt hatte, begann ich mich zu fragen, was die Leute
dazu bringt alles, was sie tun, auf Facebook zu posten.
„XXX geht shoppen“, dann drei Stunden später „ XXX ist
endlich daheim nach einem langen Shopping-Tag“ und
dann noch „XXX kocht jetzt erst mal was zu essen“. Natürlich wird dann etwas später noch ein Foto vom Essen
nachgereicht. Aber warum sollte mich das interessieren?
Oder noch wichtiger: Was bringt Leute dazu, zu glauben,
dass sich irgendjemand für halbstündliche Updates über
das Leben einer Person begeistert?
Mir ist durchaus bewusst, dass manche einfach ihre
„Freunde“ und ihre Familie an ihrem Leben teilnehmen
lassen wollen und so weiter. Andere wollen einfach nur angeben. „XXX hat jetzt ein super mega tolles neues Auto.“
Trotzdem frage ich mich, warum wird es von machen als
notwendig betrachtet, alles zu posten, was sie tun. Sind
sie überhaupt noch in der Lage auszugehen oder etwas
zu essen ohne es vorher auf Facebook breitzutreten?
Die Websites, die eigentlich dazu dienen sollten, mit Leuten zu kommunizieren, verhindern in Wirklichkeit genau
das. Sie erleichtern vielleicht den Kontakt mit Menschen,
die weit entfernt sind, erreicht bei denen, die uns umgeben, das genaue Gegenteil. Mit einigen Freunden an einem Tisch zu sitzen, heißt unter Leute zu kommen. Wenn
aber fast alle der Beteiligten permanent auf ihr Handy
starren, um Sachen auf Facebook zu posten, geht der
Sinn des „mit-Freunden-Zeit-verbringens“ verloren.
dates posten sind sie so eingespannt, dass ihnen keine
Zeit mehr bleibt mehr bleibt, ihren Hinter hoch zu bekommen und irgendwas zu erledigen.
Ich kenne einige Leute, die keinen Facebook-Account haben. Keiner von ihnen scheint mir weniger glücklich oder
sozial integriert zu sein. Meiner Erfahrung nach sind die
Menschen, die selten Sachen posten, und ihr privates Leben auch privat halten, glücklicher, netter und interessanter. Es ist schwierig mit jemand eine Konversation zu führen, wenn derjenige alles auf Facebook postet. Worüber
soll man sich unterhalten, wenn man bereits alle Details
über das Leben des Gesprächspartners auf Facebook gelesen hat? „Hey, ich muss dir erzählen, was mir gestern
passiert ist!“ – „Ach, das weiß ich schon, ich habe deinen
Post gelesen.“
Was ich aber am allerwenigsten verstehe, ist das Beziehungsverhalten, das manche auf Facebook haben. Sie
posten dem anderen zehn Mal am Tag auf die Pinnwand,
hinterlassen Einträge wie „Ich liebe dich mehr alles andere.“ und garnieren das noch mit einer Tonne Herzchen.
Sie erwecken den Eindruck, die glücklichsten Paare auf
der Welt zu sein aber in Wirklichkeit ist es anders. Wahrscheinlich wird der Beziehungsstatus deshalb zwei Mal in
der Woche von „in einer Beziehung“ auf „es ist kompliziert“ und wieder zurück geändert.
Warum verspüren also manche von uns das Bedürfnis,
ein buntes Bild von sich selbst auf Facebook zu kreieren
anstatt ihr Leben zu leben? Ist es, weil sie Angst haben?
Angst davor, wirklich etwas zu tun? Angst davor, echte
Kontakte mit Menschen zu knüpfen? Angst vor echten
Gesprächen? Angst davor, einfach den Computer abzuschalten und etwas auf die Reihe zu bekommen anstatt
nur darüber zu posten.
Manche Leute sind so damit beschäftigt, ein bestimmtes
Bild ihres Lebens im Internet zu kreieren, dass sie ganz
vergessen, ihr echtes Leben zu leben. Mit Bilder und Up27
studentIsche stImmen
studentIsche stImmen
trieben wie die angezogen sind. Also
mit eine Millionen Accessoires und
zehn Jacken.“ Doch ist sie der Ansicht, dass sich vor allem die Publizistikstudentinnen sehr modisch anziehen. Als ein absolutes No- Go sieht
sie die Kombination von Leggins mit
kurzem T-Shirt. „Also ich finds am
furchbarsten, wenn man eine Leggins
mit einem Oberteil trägt, das nicht
über den Hintern geht.“
der
TypiSChe
giBt Es Für
puBlizistiKstudEntEn
Auf die Frage, ob man einen Publi- stylingtEchnischE
zistikstudenten anhand seines Klei- no-gos?
Publizistikstudent
Erkennt man einen Publizistikstudenten anhand seines
Kleidungsstils? Welches Kriterium spielt Mode überhaupt
bei den Publizistikstudenten?
Ich habe mich vor dem Institut auf die Lauer gelegt und
bin der Sache auf den Grund
gegangen. von Victoria Abulesz
Weit über die Mauern der Universitätsgebäude hinaus hat sich das
Klischee verbreitet, dass sich ein
Student seiner Studienrichtung nach
entsprechend kleidet. So behauptet
man, dass es einer außenstehenden
Person möglich ist, die Studienrichtung eines Studierenden aufgrund
seines Kleidungsstiles zu erkennen.
Demnach tragen WU- Studenten
eher Markenkleidung und bevorzugen einen businessmäßigen Look,
wenn sie ihren Weg zur Vorlesung
beschreiten. Auch auf Studenten,
die am Juridicum studieren, soll dieses Klischee zutreffen. So sollen sich
dort auch eine große Anzahl von sehr
schick, mit Hemd, Bluse und Poloshirt gekleidet, angehende Juristen,
tummeln. Doch kann man überhaupt
auch den Publizistikstudenten an
einigen Kleidungskriterien aus der
Masse herausfiltern?
Stefanie (22) ist im 3. Semester ihres Publizistikstudiums angelangt
empfindet Mode in Bezug auf ein
gepflegtes Auftreten, als wichtig.
„Man muss gepflegt zur Uni gehen.
Ich find das ganz, ganz schlimm,
dass Menschen in Jogginghose und
verwuschelten Haare auf die Uni gehen.“ Sie selbst beweist Mut zur Far28
be und trägt über ihren kobaltblauen
Pullover einen knallroten Mantel und
bietet so einen wahrlichen Kontrast
zu den grauen Wänden des Publizistik und Informatik- Institutes. Bezüglich Trends überlegt sie vorerst
schon, ob sie mit diesem mitgehen
soll, entscheidet sich dann aber meistens schlussendlich dagegen, „weil
sie dann schon jeder hat und dann
ist es schon wieder doof.“ Ihrer Meinung nach, sieht man den Publizistikstudentinnen an, welchen beruflichen
Werdegang sie anstreben: „Es gibt
viele Mädls die wahrscheinlich mal
nachher beim Fernsehen arbeiten
wollen. Die haben dann alle Ombré
hair (wohl gemerkt: Als Ombré Hair
wird der Übergang von dunklem
Oberkopf zu hellen Spitzen bezeichnet) Lederjacken, oder Jacken mit
diesen Lederärmeln. Das hat da momentan wirklich jeder von uns. Doch
sind ihr schon Studenten aufgefallen,
die sich eher alternativ kleiden, oder
ihren Drang zur auffälligen Haarpracht ausleben. „Aber vereinzelnd
gibt’s dann noch diese Schrägen bei
uns. Die mit den bunten Haaren und
Dreadlocks.“
Auch der bereits im 5.Semester angelangte Frederike (23) sieht Mode
als einen nicht unerheblichen Teil. Er
findet es schwer „Mode“ begrifflich
abzugrenzen und trägt nur Dinge,
die ihm selbst gefallen. „Natürlich
lasse ich mich beeinflussen von Modehäusern, Werbung, Menschen auf
der Straße. Aber ich trage auch nur
die Dinge, die mir selbst stehen und
in denen ich mich wohl fühle. Da
mein Geschmack wohl eher zeitlos
ist, ist mir Mode zwar wichtig, aber
ich beschäftige mich nicht zeitinten-
auch nach zwei Jahren, ohne jegliche
Bedenken tragen kann. Besonders
ein Trend ist ihm seit seinem Publizistikstudium ins Auge gestochen: „Zumindest letztes Jahr ist mir vor allem
dieser HolyHoly Style aufgefallen.
Viel Nieten und viel Gold. Aber das
ist auch wieder am abklingen.“
siv damit.“ Allgemein wäre ihm keine
einheitliche Stilrichtung der Publizisitkstudenten aufgefallen, doch fällt
ihm eine Trendbewegung auf: „Die
Publizistik-Studenten sind vielfältig,
allerdings scheint doch immer wieder ein Hang zum „ich wäre gerne
ein hipper Berliner, bin es aber nicht“
durch.
Christina (24), Masterstudentin
trägt über ihren weinroten Pullover
mit Zopfmuster eine ausgewaschene Jeansjacke. Ihre Haare trägt sie
nach oben zu einem lockeren Dutt
gebunden. Sie selbst holt sich ihre
modische Inspiration nicht aus Zeitschriften oder diversen Modemagazinen, sondern orientiert sich in Sachen
Trends eher an ihren Freunden, mit
denen sie in ihrer Freizeit gerne Secondhand- und Vintageläden durchstöbert. Bewusst wäre ihr bis jetzt
noch keine bestimmte Stilrichtung
der Publizistikstudenten aufgefallen
und spielt dabei auf die angeblichen
modischen Extreme am Juridicum,
der Angewanten oder an der WU,
an. Sonst sieht sie das Thema Mode
an sich locker, doch brachte auch
sie eine schräge Begegnung zum
Schmunzeln: Ich bin eher so: „Leben
und leben lassen. aber einmal habe
ich am Campus einen Typen in einem
rosa Bademantel gesehen. Das hat
sogar mich erstaunt.“
Lisa (22) gibt zu, dass sie Mode zwar
gerne verfolgt, aber die Trends nicht
umsetzt. Für sich selber bevorzugt sie
Kleidung, die sie trendunabhängig
und immer tragen kann. Stilidole hat
sie keine, da sie die Stylings von den
meisten Stars zu überladen findet: „
Ich find das meistens immer zu über-
dungsstil erkennt, äußert sich Sina
(26), die Masterstudentin wie folgt:
„Ganz am Anfang von meinem Studium haben wir uns im Freundeskreis
öfters darüber unterhalten. Dass das
ganze schon eher in die WU Richtung, ein bisschen ins tussihafte geht.
Jetzt ist wieder alles mehr so in die
Hipsterrichtung, gestrickt mit Jutetaschen. Jeder hat einen Applelaptop.
Jetzt sieht man am Institut wieder
eher einen Alternativen- trendigen
Stil.“ Eine lustige Erfahrung machte
sie gleich zu Beginn ihres Studiums in
einer der STEP- Vorlesungen: „Ganz
am Anfang im Audimax hab ich mich
mal umgedreht und da ist hinter mir
eine Mädlsgruppe, alle voll gestylt
mit High Heels, gesessen und die
haben Sekt getrunken. Das war für
mich so mein Schlüsselerlebnis an
der Uni.“
„Einmal haBE ich am
campus EinEn typEn
in EinEm rosa BadEmantEl gEsEhEn.“
Dem 24- jährigen Benedikt, ist
Mode vor allem seit Beginn seines
Studiums wichtig, da er Publizistik
als ein sehr modisches Studium sieht.
Vor allem im Gegensatz zu anderen
Studienrichtungen ist ihm das schon
aufgefallen: „Ich war Ende letztes
Sommersemester auf einer Lehrveranstaltung zum Thema Mietrecht auf
der Hauptuni und da ist mir erst bewusst geworden wie verwöhnt meine
Augen von meinem Studium sind.
Klingt vielleicht ein bisschen oberflächlich, jeder wie er will, aber stiltechnisch sind da Mittlere- bis Totalkatastrophen herumgelaufen.“ Er
kauft sich selber lieber weniger, aber
dafür etwas teurere Kleidung, die
nicht trendbezogen ist und die er
Was nun als modisch gilt oder nicht
über das lässt sich diskutieren. Selbst
Karl Lagerfeld meinte: „Der Mode
entkommt man nicht. Denn auch
wenn Mode aus der Mode kommt, ist
das schon wieder Mode.“ Auch unter
den Publizistikstudentinnen am Institut teilen sich die Gemüter zu diesem
Thema. Den meisten ist Mode zwar
wichtig, sind aber der Meinung, dass
sich der Publizistikstudent nicht aufgrund seines Kleidungsstils festmachen lässt. So könnte man mutmaßen, dass sich die bunt gemischten
Stilrichtungen der Studenten einfach
auf die Interdisziplinarität des Faches
zurückführen lassen. Doch hat sich
mehr oder weniger in letzter Zeit ein
gewisse Trendbewegung zum Hipster- Style abgezeichnet. Es kann natürlich auch sein, dass sich früher
schon mehr Leute so gekleidet
haben, aber dass erst die Modebezeichnung „Hipster“ die passende Definition für diesen
Kleidungsstil bietet und
man momentan deshalb
diese Stilrichtung bewusster wahrnimmt, als
früher. Sonst gilt wohl
eher das Motto „Leben
und Leben lassen“ denn
wohl bekannt sollte man
Leute anhand ihrer Kleidung nicht in Schubladen
stecken. Doch bitte am
Weg zur Uni dann doch den
geliebten rosa Bademantel
gegen eine Jacke, am besten
gegen eine dicke Daunenjacke, tauschen. Statt Sekt in
der Vorlesung würde sich
jetzt Punsch oder Glühwein
anbieten. Wir haben ja Winter. 
"ich wärE gErnE
Ein hippEr BErlinEr,
Bin Es aBEr nicht."
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studentIsche stImmen
studentIsche stImmen
Vom neoliberalen Reproduktionszyklus
Zwischen Nietzsche Seminar und Kinderkrippe
von Bianca Mayer
Längere Ausbildungszeiten, befristete Arbeitsverhältnisse und unbezahlte Praktika sorgen dafür, dass
die Geburt des ersten Kindes weiter
nach hinten verschoben wird. Für viele StudentInnen gilt die gesellschaftlich bereits erprobte Reihenfolge als
erstrebenswert: Zuerst das Studium
abschließen, dann oder bereits währenddessen für eine Zeit ins Ausland
gehen, einen passenden Job finden.
Im Idealfall einen, der zumindest so
viel Geld abwirft, dass die monatlichen Fixkosten abgedeckt sind und
die Selbstverwirklichung samt den
eigenen ethischen und moralischen
Mindestanforderungen nicht komplett über Bord geworfen werden
muss. Mit der Familienplanung wird
im Anschluss begonnen, sofern es
sich ergibt.
Im Sommer nach dem 6. Semester hat Michael erfahren, dass seine
Freundin schwanger ist. ,,Wir haben
genau das Gegenteil von dem gemacht, was vielleicht vernünftig gewesen wäre“, sagt er mir während
unseres Gesprächs. Interrail statt Bachelor in Mindestzeit. Schließlich war
den werdenden Eltern klar, dass nach
der Geburt des Kindes vorerst keine
spontanen Reisen mehr möglich sein
würden.
Michael studiert seit 12 Semestern
Mathematik. Vor zwei Jahren wurde
er in die ÖH gewählt, nebenbei arbeitet er pro Semester 7-10 Wochenstunden als Fachtutor am Institut für
Mathematik. Die lange Studiendauer
korreliert zusätzlich zu den beruflichen Verpflichtungen sehr stark mit
seinem Kind. Finanzielle Unterstützung von zuhause bekommen sowohl
er als auch die Mutter des Kindes, mit
der er mittlerweile nicht mehr zusammen ist. ,,Der Trennungsgrund hatte
30
nichts mit dem Kind zu tun“, verrät
Michael aufgrund meines Nachfragens. Ihre Woche ist so aufgeteilt,
dass jeweils ein Elternpart das Kind
vier Tage und Nächte bei sich hat
und der andere drei. Danach wird
gewechselt. Für Michael als auch die
Mutter seines Sohnes war von Anfang
an klar, dass sie nicht beim Studium
aussetzen werden und weiterhin Kurse besuchen würden. ,,Letztendlich
nimmt es wohl mehr Zeit weg, wenn
beide gleichzeitig weiterstudieren
wollen, als wenn man sich abwechseln würde – sie zuerst zwei Jahre
nicht studieren würde, während ich
mein Studium beende und dann
umgekehrt.“ Während mir Michael
eine Tasse Tee einschenkt, sehe ich
mich in seiner Wohnung um. An den
Wänden hängen unzählige Polaroidaufnahmen. Als mein Blick an Michaels Sohn Isaak hängen bleibt, muss
er grinsen. ,,Da hatte er noch kurze
Haare.“ Dass Michael stolz auf seinen
Sohn ist, merkt man sofort.
An der Fakultät kann Michael mit Verständnis rechnen. Wenn er einen Kurs
zwanzig Minuten früher verlassen
muss, um seinen Sohn vom Kindergarten abholen zu können, stellt das
für die ProfessorInnen kein Problem
dar. Dass man allerdings als Student
mit Kind mehr Zeit hat als berufstätige Eltern, könne er so nicht unterschreiben. ,,Man hat wenig Schlaf,
außer dem Kind noch weitere Interessen und gleichzeitig den allseits bekannten Bachelor-Master Leistungsdruck.“
Österreich bietet jungen Eltern mehr
finanzielle Unterstützung für das Kind
als beispielsweise Deutschland. Zwar
wäre der österreichische Staat für
das in Österreich geborene Kind zuständig, da jedoch beide Elternteile
deutsche StaatsbürgerInnen sind und
der österreichische Staat aufgrund
der finanziellen Unterstützung aus
dem Elternhaus von einem Lebensmittelpunkt in Deutschland ausgeht,
übernimmt Deutschland das Elterngeld. ,,Was man nicht vergessen darf:
Wenn du als Studierender Kinder
bekommst, hast du kaum finanzielle
Unterstützung“, so Michael. Wenn
man nicht gearbeitet hat, bekommt
man in den ersten zwölf Monaten
300 Euro Elterngeld ausgezahlt, wobei man die Beträge natürlich staffeln
kann. Isaaks Kinderbetreuungsplatz
kostet pro Monat 110 Euro. ,,Wenn
unsere Eltern nicht gewillt wären
so viel zu zahlen, dann müsste man
noch mehr arbeiten als ich es schon
tu – dann würde man noch langsamer
studieren. Rein von finanzieller Sicht
ist es ein absolutes Desaster im Studium ein Kind zu bekommen“, kritisiert
Michael.
Jungen Eltern steht nachweislich weniger Geld zur Verfügung als älteren.
Laut Studien des ÖIF (Österreichisches Institut für Familienforschung)
sind unter dem Begriff „frühe Eltern“
Frauen gemeint, die ihr erstes Kind
vor dem 25. Lebensjahr bekommen
und Männer, die beim ersten Kind
nicht älter als 29 Jahre sind. Frauen, die bei der Geburt ihres ersten
Kindes jünger als 25 Jahre alt sind,
verdienen seltener als ältere Mütter
selbstständig Geld. Auch lebt ein
Viertel der frühen Mütter und Väter
vom anderen Elternteil getrennt. Es
scheint, als wären die Argumente klar
auf Seiten der späten Elternschaft.
Beruflich etabliert und häuslich angekommen, könnte auf den ersten Blick
der risikoärmere Weg zum eigenen
Familienglück sein. Ist es ratsam aus
karrieretechnischen Gründen auf Kinder zu verzichten? Oftmals bleiben
31
studentIsche stImmen
Akademikerinnen später nicht freiwillig kinderlos. Doch was wäre die
Alternative?
Anders als Michael bekommt Barbara personale Unterstützung von der
in Niederösterreich lebenden Familie. ,,Es ist machbar, wenn du genug
Unterstützung hast.“, meint die junge Mutter. Wegen des Kindes nicht
in Lehrveranstaltungen gehen zu
können, sei bei ihr ebenfalls kein Problem gewesen. ,,Notfalls kannst du
das Kind mitnehmen, wenn es noch
klein ist.“ Ob sie Ludwig mitgenommen hat? ,,Ja, ganz am Anfang.“ Als
der Kleine unruhig geworden ist, hat
Barbara das Seminar aus Rücksicht
auf andere TeilnehmerInnen verlassen.
Wie es mit Barbaras privatem Familienglück aussieht? Ihr Freund ist vor
einem Jahr mit seinem Studium fertig
geworden. Als Ludwig sechs Monate
alt war, hat er mit dem Schreiben seiner Diplomarbeit angefangen. ,,Er ist
zu Mittag an die Uni gefahren und hat
den ganzen Tag dort verbracht. Oft
hat er auch abends weitergeschrieben und ich war den ganzen Tag mit
dem Kleinen zuhause. Umgekehrt hat
er mich jetzt auch unterstützt, als ich
meine Arbeit geschrieben habe. Das
studentIsche stImmen
geht gut, wenn man sich gegenseitig
helfen kann“, erklärt sie mir. Während
der ersten Monate hat Barbara lediglich ein Seminar besucht, um sich
Ludwig widmen zu können.
Von 9 bis 15 Uhr ist Ludwig mittlerweile bei einer Tagesmutter, das
kostet pro Monat 60 an Essensgeld,
den Rest zahlt die Stadt Wien. Barbara und ihr Freund haben sich für
die Variante 20 + 4 entschieden: ,,Die
ersten 4 Monate hat mein Freund bezogen, das Geld bekommen wir noch
bis Juni. 644 � sind das, 20,80 � pro
Tag. Egal welche Variante du nimmst,
es ist immer die gleiche Menge Geld,
nur anders aufgeteilt“, so Barbara.
Finanziell gesehen war das Kinderbekommen für Barbara und ihren Partner kein Problem. In Österreich sei
dies gut organisiert, neben dem Kindergeld hat sie selbst noch auf Grund
der Schwangerschaft länger Kinderbeihilfe bekommen und zusätzlich
Studienbeihilfe bezogen.
Laut einer Studie des Generations
and Gender Surveys waren 2009 36
% der 35- 39-jährigen Akademikerinnen in Österreich kinderlos. Nichtakademikerinnen sind im Vergleich
dazu lediglich zu 17 % kinderlos geblieben. Der Studie zufolge haben
Fertilität, geburtenentwicklung und Kinderzahl
Österreichische Frauen bekommen im Schnitt
1,43 Kinder; Fertilitätsalter mittlerweile bei 30,0
Jahren
Im Jahr 2011 wurden in Österreich 78.109 Kinder
geboren, das entsprach einer rohen Geburtenrate von 9,3 Lebendgeborenen auf 1.000 der Bevölkerung. DieGesamtfertilitätsrate lag bei 1,43
Kindern je Frau, d.h. dass bei zukünftiger Konstanz der altersspezifischen Fertilität eine heute
15-jährige Frau in Österreich bis zu ihrem 50. Geburtstag statistisch gesehen 1,43 Kinder zur Welt
bringen wird.
Dieser Mittelwert liegt damit deutlich unter dem
„Bestanderhaltungsniveau“ von etwa 2 Kindern
pro Frau; in den letzten 10 Jahren schwankte die
Gesamtfertilitätsrate nur geringfügig zwischen
1,33 (2001) und 1,44 (2010). Zum Vergleich: Im
Jahr 1963 erreichte die Gesamtfertilitätsrate ein
Nachkriegs-Maximum von 2,82 und war damit
doppelt so hoch wie heute.
Statistik Austria
32
im Jahr 2011
78.109 Geburten
30 Jahre alt
1,43 Kinder
40- bis 45-jährige Akademikerinnen
im Schnitt nur 1,3 Kinder, Nichtakademikerinnen gleichen Alters hingegen
1,9 Kinder. Klar ersichtlich wird dadurch, dass Akademikerinnen später
Kinder bekommen, als auch weniger
Kinder haben. Uni-Absolventinnen
tendieren dazu, später Mütter zu werden, da sie aus beruflichen Gründen
die Familienplanung länger hinausgeschoben haben. Fakt ist, dass die
Karriere durch die Schwangerschaft
und die damit einhergehenden Kinderbetreuungspflichten ins Wankeln
geraten kann.
Dass er früh Vater wurde, störe Michael nicht. Er kann sich vorstellen,
dass Paare, die lang genug zusammen sind, bereits ab einem Alter von
24 Jahren eine Schwangerschaft planen wollen. ,,Die sind dann ja auch in
einer anderen Beziehungssituation
wie ich.“ Schwierig sei das Vatersein
in erster Linie wegen dem Studium.
,,Ich hab auch noch mehr Energie
und es ist ja nur noch 16 Jahre hin,
dann hat er sein Abitur“, überlegt er
schmunzelnd.
Wie er sich das Vatersein vorgestellt
hat? ,,Ich hab‘ es auf mich zukommen
lassen. Es war nicht so, dass ich mir
darüber Gedanken gemacht hätte,
wie ich dann auf dem Spielplatz sitze.
Wenn ich nicht die geringste Ahnung
habe, wie etwas sein wird, dann mach
ich mir auch keinen Kopf darüber.“
Kontakt mit jungen Müttern und Vätern hat Michael kaum. Die Eltern
in der Universitätsmitarbeiterkrippe
sind meist schon älter. Negative Auswirkungen auf seinen Freundeskreis
hat das frühe Elterndasein jedoch
nicht gehabt. Zwar habe er schon
öfters gehört, dass alte FreundInnen
den Lebenswandel nicht akzeptieren würden, in der Realität konnte
Michael hingegen positive Erfahrungen machen. ,,Mein Freundeskreis
ist ziemlich tolerant. Die setzen sich
auch mit mir in den Park.“
Familiäre Unterstützung haben Michael und Isaaks Mutter keine. ,,Angenommen man hat Eltern, die relativ viel Zeit aufwenden können, ist
es vermutlich superangenehm während des Studiums Eltern zu werden.
Schließlich könnte man dann auch
gemütlich mit den Freunden Champions League schauen, während der
Kleine bei den Großeltern schlummert. Vermutlich würde ich das Ganze dann auch komplett anders sehen.
Das kann man in keinster Weise mit
dem vergleichen, was wir haben. Hätte, wäre, solle.“
Glücklich sind sowohl Michael als
auch Isaaks Mutter über ihren kleinen
Blondschopf. Er denke nicht daran,
wie es ohne dem Kind wäre: ,,Da
denke ich mir eher, dass ich vielleicht
noch mehr Leistung bringen könnte.
Ich bin schon sehr glücklich über den
Kleinen.“
ExpertInnen zufolge ist Studieren mit
Kind eine gute Strategie, titelte zeit.
de im Artikel „Warum Warten“ über
StudentInnen, die während des Studiums Eltern wurden. ,,Wer mit Kind
in relativ kurzer Zeit zu einem guten
Studienabschluss gekommen ist, der
hat Belastbarkeit bewiesen.“, sagt
Jutta Allmendinger, Leiterin des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der deutschen Bundesagentur für Arbeit. Außerdem fällt
der Karriereknick durch die Schwangerschaft Anfang beziehungsweise
Mitte 30 weg. Zeitliche Flexibilität
durch relativ freie Stundenplangestaltung, das Ausfallen der Babypause zu
Beginn des Berufseinstieges und die
bereits zum Teil abgeschlossene Kinderplanung zählen dabei zu den Vorteilen. Klingt verlockend?
3,5 Tage hat Michael im Durchschnitt
pro Woche Zeit für sein herkömmliches Leben. ,,Da sammelt sich schon
so viel an, was man in der Zeit erledigen möchte. Man hat Hobbies, man
hat Freunde, man hat ja einfach ein
Leben und das konzentriert sich dadurch auf 3,5 Tage. Es ist wirklich anstrengend.“
Wie kann man sich den Alltag vorstellen, wenn man selbst noch keine
Kinder hat? Seine Nachmittage in
Seminarräumen, Bibliotheken und
Kaffeehäusern verbringt? ,,Durch einen langwierigen Planungsprozess
haben wir geschafft, dass der Kleine
nie in Vorlesungen sitzt.“ Durch seinen Job als Tutor hat Michael einen
Platz in der Kinderkrippe für UniversitätsmitarbeiterInnen erhalten: ,,Man
hat kein Anrecht auf einen Platz, nur
weil man an der Uni arbeitet. Wir haben den letzten Platz bekommen.“
Bei getrennt lebenden Elternteilen
fungiert der Kinderbetreuungsplatz
oftmals als Übergabeort. ,,Er ist morgens bei mir aufgestanden, danach
waren wir im Park, haben vielleicht
noch etwas Mittaggegessen. Um
13:30 mussten wir los in die Krippe,
ich bin dann meistens direkt in die
Uni weitergefahren. Nach der Krippe
hat Isaaks Mutter ihn abgeholt und
am nächsten Tag verlief es andersrum.“ Die Planung für ein Semester
samt Kinderbetreuungspflichten dauert in der Regel einen ganzen Tag.
,,Ich war schon immer einigermaßen
planerisch, aber jetzt ist es zur Perfektion getrieben worden. Ich trage
mir auch banale Dinge wie einkaufen
in den Kalender ein.“ Michael übernimmt die Koordination der Stundenpläne gerne. Seit März besucht Isaak
den Vormittagskindergarten. Die
Lage sei dadurch schon entspannter
geworden, weil die Freizeitgestaltung mit dem Sohn auf den Nachmittag verlegt werden konnte: ,,Man
kommt dadurch früher auf, hat aber
den ganzen Tag durchgehend Zeit
wenn die Mutter ihn um 15 Uhr abholt. Zeit, um die Wohnung in Schuss
zu bringen, Isaaks Zimmer aufzuräumen oder einkaufen zu gehen.“
In seinem alltäglichen Leben hat Michael interessante Reaktionen erfahren, wenn er mit seinem Sohn unterwegs war: ,,Mir wird sicher öfters
geholfen, wenn ich in die Straßenbahn einsteige. Wir haben ein sehr
aktives Kind. Es fällt sehr auf, weil es
33
studentIsche stImmen
studentIsche stImmen
goldene, lange Locken hat. Daher
bekommt Isaak auch 100 % der Aufmerksamkeit. Grundsätzlich denke
ich, dass wir mehr Aufmerksamkeit
bekommen, als wenn er mit seiner
Mutter unterwegs ist.“ Das macht
wohl die Kombination Vater mit Kind:
,,Wenn ich ein zweites Mal in ein Café
gehe, kennt man mich schon. Das ist
der junge Vater mit dem Kind.“ Michael findet es beinahe paradox, dass
die Umgebung derartig positiv und
überrascht auf ihn reagiert, sobald
sein Sohn mit dabei ist. ,,Frei nach
dem Motto: Ah ja, Vater kümmert
sich auch mal um’s Kind.“
Neben Cafébesuchen interessiert
mich natürlich auch der Aspekt des
ausschweifenden Feierns, dem manche StudentInnen mehr, manche
wenige Relevanz zuschreiben. ,,Ausgehen sei immer so eine Sache“, erzählt mir Barbara. ,,Da Ludwig auch
von anderen betreut werden kann,
bin ich schon relativ bald wieder
abends fortgegangen und hab mich
mit Freundinnen getroffen.“ Das
Problem ergibt sich nicht am Abend
der Party, sondern am Morgen danach. ,,Du kannst zwar sagen du
stehst auf und ich bleib lieben, aber
das Kind ist trotzdem da. Der Lärm
lässt dich nicht schlafen.“ Gebunden
sei man eigentlich nur während der
Zeit, in der man stillt. Diesen Sommer
fährt Barbara fünf Tage alleine in den
Urlaub. Die Kindesbetreuung übernimmt ihr Partner.
Schwierig sei vor allem Spontanität
im Alltag, die viele kinderlose Paare
schätzen. Zeit, die man gemeinsam
als Paar verbringen möchte, muss
konkret geplant werden. Babysitter
müssen eine Woche im Vorhinein organisiert werden. ,,Wenn wir um halb
7 essen gehen, können wir ihn natürlich mitnehmen. Dann geht er eben
erst um halb 9 ins Bett, das ist auch
noch nicht so spät. Aber viel später
geht einfach nicht, weil er in der Früh
auf muss, wenn er zur Tagesmutter
gebracht wird.“
Generell sei das erste halbe Jahr mit
Kind am anstrengendsten. ,,Die wenigsten würden sagen: Während des
Studiums bekomm‘ ich mein Kind.
Es kommt auch darauf an, wie aufwendig dein Studium ist. Aber im
Nachhinein gesehen war es ein guter
34
fortgehen und viel verreisen möchtest, ist das wohl schwierig mit Kind,
das ist klar. Du verzichtest zum Teil
auf deine Autonomie.“ Für sie war
immer klar, dass sie jung Kinder bekommen möchte: ,,Meine Mutter hat
mich auch sehr jung bekommen und
ich habe das immer als Vorteil gesehen. Dass man viel ungezwungener
ist und Sachen nicht so verkrampft
sieht.“
Barbara und ihr Partner hätten gerne
mehr Kinder, es sei auch nicht komplett ausgeschlossen. Teuer würde es
jedenfalls kommen: ,,Ludwig wächst
zweisprachig auf, daher wird er einen
italienischen Privatkindergarten besuchen. Das kostet Geld, rechne alles
mal zwei“, so Barbara. Wenn sie sich
mit ihren gleichaltrigen Freundinnen
trifft, hören die durch Barbaras frühe Mutterschaft bereits ihre innere
Uhr ticken. ,,Du bist 25, jetzt mach
dir nicht so einen Stress“, meint sie
dann. ,,Du hast schließlich schon ein
Kind“, ist oft die erste Gegenreaktion.
Zeitpunkt.“ Barbara hat ihr Studium
abgeschlossen und fängt kommenden Monat an, Vollzeit zu arbeiten.
Bereits während des Studiums war
sie in ihrer heutigen Arbeitsstelle geringfügig beschäftigt. Als sie schwanger wurde, hat sie weitergearbeitet,
bis der Mutterschutz einsetzte. Da ihr
Arbeitgeber entgegenkommend reagierte, stellte ihre Schwangerschaft
kein Problem dar. Barbara durfte von
zuhause arbeiten: ,,Da hab ich einfach Glück gehabt.“
Was die Alltagsplanung verkompliziert, ist das Unerwartete. Bevor Barbara mit ihrer Diplomarbeit anfangen
wollte, erkrankte Ludwig an einer
Autoimmunerkrankung: ,,Wir waren
ein Monat ständig bei Ärzten, er war
länger im Krankenhaus und daraufhin
hatte ich natürlich Stress mit der Diplomarbeit. Sowas kann dich komplett
aus der Bahn werfen.“
Prinzipiell sieht Barbara das junge
Mutterdasein entspannt: ,,Natürlich
ändert sich dein Leben, aber das ändert sich später auch. Wenn du nur
Was sich seit dem Kind bei Barbara
verändert hat? ,,Es ist fast wie vorher, ich mach auch nicht weniger. Ich
nutze die Zeit nur besser, die ich jetzt
habe. Früher hab‘ ich stundenlang im
Internet gesurft. Sowas macht man
dann halt nicht mehr.“ Während der
Schwangerschaft versuchte Barbara
den ihr bevorstehenden Schlafmangel zu kompensieren: ,,Ich habe die
ganze Schwangerschaft ausgeschlafen, weil ich wusste, das werde ich
dann nicht mehr können. Auf Urlaub
waren wir auch.“ Schade sei lediglich, dass sie genau zu der Zeit, als
sie Erasmus planen wollte, schwanger wurde. Das wäre dann wohl ein
Punkt, den man definitiv zu Gunsten
des Kindes auslassen müsse. Mit dem
Gedanken an ein Auslandssemester
spielte auch Michael. ,,Ich wollte eigentlich immer einmal ein Jahr nach
Spanien.“
Um die aktuelle Debatte rund um
kinderlose AkademikerInnen zu entschärfen, bedarf es neuer Ansätze.
Ist es nicht eher das beschränkte
Denken innerhalb von Wirtschaft und
Politik, das zu Angst vor karrenzbedingtem Ausschluss auf dem Arbeitsmarkt führt? Müssen Frauen ihren Reproduktionszyklus der neoliberalen
Marktwirtschaft unterordnen, um mit
Anfang vierzig Chefredakteurin oder
Konzernmanagerin werden zu können?
Die beiden von mir exemplarisch Befragten scheinen ihr Leben als junge
Eltern auf den ersten Blick gut zu
meistern. Natürlich wäre die Situation eine andere, müsste Michael auf
die finanzielle Unterstützung aus seinem Elternhaus verzichten - ebenso
wie Barbaras Leben ein anderes wäre,
hätte sie keine fürsorglichen Schwestern und Eltern, die gerne auf ihren
Sohn aufpassen. Zwei Menschen in
ähnlichen Situationen, die die Herausforderung der jungen Elternschaft
angenommen haben und auf mich
nicht weniger zufrieden wirken als
meine kinderlosen KommilitonInnen.
Dass es sicherlich beschwerlicher und
finanziell problematischer ablaufen
kann, muss an dieser Stelle angemerkt werden, um nicht fälschlicherweise ein Bild zu vermitteln, das die
Thematik lediglich als eine positive
darstellt.
Elternschaft bedeutet neben vielen Glücksmomenten auch Verzicht,
Verantwortung und Stress. Vorstände sollten ihre MitarbeiterInnen unabhängig davon fördern, ob diese
bereits Eltern sind oder in Zukunft
Eltern werden möchten. Niemand
sollte sich dazu verpflichtet fühlen,
aus strategischen Gründen eine Elternschaft in Betracht zu ziehen. Die
Entscheidung, früh oder spät Eltern
zu werden, kann nur jede/r für sich
selbst entscheiden. Gesellschaftliches Umdenken in Parteien und
Vorstandbüros würde vielen jungen
Männern und Frauen die Frage nach
dem richtigen Zeitpunkt des Elternwerdens ersparen.
wann zahle ich
studiengebühren?
Überschreitet man die Studienzeit an einer Uni oder PH (Pädagogische
Hochschule), zahlt man keine Studiengebühren für jene Semester, in denen
man nachweislich mehr als zwei Monate durch Schwangerschaft am
Studium gehindert war und sich überwiegend der Betreuung von Kindern
bis zum 7. Geburtstag oder einem allfälligen späteren Schuleintritt gewidmet
hat.
kurz zusammengefasst
das Kinderbetreuungsgeld
Man hat unter folgenden Voraussetzungen Anspruch auf KGB:
• Bezug von Familienbeihilfe für das Kind
• Lebensmittelpunkt von antragstellendem Elternteil und Kind in Österreich
• Gemeinsamer Haushalt mit dem Kind (Hauptwohnsitzmeldung)
• Durchführung der Mutter-Kind-Pass Untersuchungen
• Einhaltung der Zuverdienstgrenzen
Seit 1.1.2010 stehen Eltern 2 Systeme mit insgesamt 5 Bezugsvarianten des
KGB zur Verfügung. Die ersten vier Varianten (30+6, 20+4, 15+3, 12+2 Monate) stehen Eltern unabhängig von einer vor der Geburt ausgeübten Erwerbstätigkeit zu. Die 5., einkommensabhängige Variante bietet Eltern, die
gut verdienen und sich nur kurz aus dem Erwerbsleben zurückziehen wollen,
eine Art Einkommensersatz in Anlehnung an ihre vorherige Beschäftigung.
Wählt man eine der ersten 4 Varianten, darf man während des Bezugs von
KBG bis zu 16.200 Euro pro Kalenderjahr dazuverdienen. Einberechnet werden Einkünfte aus selbständiger und unselbständiger Arbeit sowie Einkünfte
aus Gewerbebetrieb oder Land- und Forstwirtschaft. Auch Einkommen aus
geringfügiger Beschäftigung sind in die Berechnung einzubeziehen. Steuerfreie Einkünfte und Einkunftsteile zählen nicht zum Zuverdienst. Dies sind
beispielsweise Alimente, Familienbeihilfe, KBG, Wochengeld, 13. und 14.
Gehalt oder die Studienbeihilfe.
weitere nützliche informationen sind in der Öh-Broschüre
(http://www.oeh.ac.at/fileadmin/user_upload/pdf/Broschueren/2010/studieren_mit_Kind_web.pdf) zu finden.
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studentIsche stImmen
studentIsche stImmen
W.U. Campus – Welch Unglaublicher Campus!
vom neuen Red Bull Hörsall und der Freiheit der Wissenschaft
von Nina Putz / IG
von Veronika Wenninger
Die Wiener Wirtschaftsuniversität ist
umgezogen.Was als Architektenwettbewerb begann, trägt seit Herbst
2013 nun endlich Früchte. Und diese erfreuen nicht nur unsere Augen,
sondern auch unseren Gaumen.
In vier Jahren Bauzeit wurden die
Pläne von sechs verschiedenen Architekturagenturen aus Japan, England,
Spanien, Deutschland und Wien in
die Tat umgesetzt und bilden nun den
90.000 m² großen WU- Campus. Die
davon bebaute Fläche von 35.000 m²
setzt sich aus sechs Gebäudekomplexen zusammen:
Das Zentrum stellt das in weiß gehaltene Learning Center, in dem
sich Bibliothek sowie Lern- und Arbeitsbereiche befinden, dar. Gleich
nebenan befindet sich das Teaching
Center, der Ort an dem die Vorlesungen stattfinden. Wer das Audimax
der Universität Wien gewohnt ist,
kann seinen Sitzknochen in einem der
rot gepolsterten Sitze des kleineren
wirtschaftlichen Pendant eine Runde
Entspannung gönnen. Übrigens ist
dieses Bauwerk das Chamäleon unter
seinen Nachbarn, da es aufgrund seines Baumaterials, Cortenstahl, in den
nächsten Jahren langsam seine Farbe
wechseln wird.
Im Student Center finden sich neben
Seminarräumen auch ein öffentlicher
Kindergarten, eine Buchhandlung,
das USI-Zentrum und die Österreichische HochschülerInnenschaft. Die
weiteren Elemente sind das Administration-Gebäude, das Department
4-Gebäude mit der sozialwissenschaftlichen Spezialbibliothek und
das Executive-Academy-Gebäude.
Beachtenswert ist, dass jeder einzelne Raum über Tageslicht verfügt und
für RollstuhlfahrerInnen zugänglich
ist. Außerdem sind alle Infopoints
mit Blindenschrift und Vorleseservice ausgestattet und die Energieversorgung erfolgt umweltschonend,
hauptsächlich über thermische Nutzung des Grundwassers.
Der Freiraum zwischen den Gebäuden ist mit kreativen Sitz- beziehungsweise Liegemöglichkeiten ausgestattet. Hier können sich die Studenten in
Ruhe für eines der zahlreichen kulinarischen Angebote entscheiden. Der
allgemeine Tenor über die Mensa ist:
„Geschmackvolles Design, tatsächlicher Geschmack durchschnittlich!“
(Menü etwa 5). Aber es gibt ja Alternativen noch und noch. Das Campus
zum Beispiel bietet sowohl den Kulinarik- als auch Designbegeisterten
unter uns, was das Herz begehrt. (In
36
Auf der WU schafft die Wirtschaft das Wissen (an)
meinem Fall ein köstliches Risotto –
Menü erhältlich um etwa 7 - und ein
wahrlich außergewöhnliches RetroIndustrie-Ambiente, sogar im WCBereich).
Wer skandinavische Küche abseits
von Ikea kennenlernen will, ist mit
einem Snack im nykke gut beraten.
Wer sich durch die Wirtschaftskrise
nicht betroffen fühlt, kann im etwas
exklusiveren spanischen Dachterassen-Restaurant Comida y Luz im EAGebäude einen tollen Ausblick über
Wien genießen (Menü etwa 10). Im
Library Café kann man sich mit Kollegen auf sowohl Kaffee und Kuchen,
als auch Tee und Smoothie treffen.
Aber auch Minimalisten kommen
nicht zu kurz: Spar und Anker haben
von Früh bis Abend ihre Pforten für
Hungrige geöffnet.
Doch einige besorgniserregende
Fragen bleiben offen. Zum einen besteht die Diskussion, ob die bekannten Investoren, wie zum Beispiel die
OMV, nach der sogar die Bibliothek
benannt ist, Einfluss auf die Inhalte
der Vorlesung und die durchgeführten Forschungen haben. Zum anderen stellt sich die essentielle Frage,
ob Funktionalität und Preiswürdigkeit unter dem starken Designfokus
leiden.
Der neue WU Campus ist ohne Frage
einen Besuch wert. Architektenbüros aus aller Welt haben sich bei der
Gestaltung der neuen WU-Gebäude
verausgabt. Die futuristischen Räumlichkeiten sind mit Sicherheit ein Designhighlite der akademischen Welt.
Doch zu welchem Preis? Auch in der
Wirtschaftuniversität hängt das uns
altbekannte Schild „Die Wissenschaft
und ihre Lehre ist frei“. Doch wie frei
kann man sein, wenn eine finanzielle
Abhängigkeit so stark geben ist.
Neben einem Red Bull, Siemens und
Erste Bank Hörsaal, gibt es das Raiffeisen Sprachlernzentrum, die Uniqua
Studierenden-Lounge und natürlich
das OMV Bibliothekszentrum.
Auch Henkel, Rauch und Coca Cola
haben fleißig Geld in die WU gesteckt. Es stellt sich also die Frage, ob
der Lehrstoff wirklich so frei gestaltet
werden kann wie es die wissenschaftliche Ethik verlangt, oder ob nicht
doch – frei nach Frank Stronach – der
die Regeln macht, der das Gold hat.
Es wäre höchst bedenklich, wenn sich
Großkonzerne und Bankinstitute den
Einfluss auf den akademischen Nachwuchs erkaufen und den neuen WUCampus zu einer Ausbildungsschmiede für zukünftige ArbeitnehmerInnen
macht.
Freies Denken und kritisches Hinterfragen zu vermitteln sollte ein
Anspruch aller wissenschaftlichen
Einrichtungen sein – nicht nur sozial- und geisteswissenschaftlicher Studien. Wie soll eine Wirtschaftsethik
aufgebaut werden, wenn bereits eine
als „frei“ plakatierte Bildungseinrichtung sich nicht den Zwängen des finanziellen Einflusses entziehen kann?
Wie können wir hoffen, dass zukünftige ManagerInnengenerationen Abstand von Korruption und Freunderlwirtschaft nehmen, wenn sie bereits
in ihrer Ausbildung mit moralisch
Fragwürdigen Vorgängen konfrontiert werden?
Natürlich liegt die Verantwortung hier
nicht nur bei den „Funktionären“ der
Wirtschaftsuni selbst sondern auch in
der Politik. Dass das Bildungssystem
massiv unterfinanziert ist, ist bekannt.
Man beugt sich auch hier dem wirtschaftlichen Druck und gibt die Finanzierung an willige Konzerne weiter, ohne an die Folgen zu denken.
Doch nichts desto trotz hätte man
auch von Seiten der WU auf architektonische Feinheiten verzichten können um stattdessen die Unabhängigkeit und Freiheit der Wissenschaft zu
schützen.
Einen Besuch ist die neue Anlage
auf jeden Fall wert. Am besten bestückt mit einem Meldezettel, falls
man sich die Bibliothek von innen
ansehen will, sowie einem leeren
Magen.
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studentIsche stImmen
studentIsche stImmen
tanja Jesse war ein halbes Jahr
studieren in dänemark.
Zuerst will
man unbedingt
damit fahren und
ist sehr fasziniert
von der Vorstellung,
dann geht es schnell.
Man muss einsteigen
und plötzlich kommen
die ersten mulmigen Gefühle. Danach folgen Hochs
und Tiefs. Aber es wechselt
dann sehr schnell. Am Ende ist
man traurig, dass es schon vorbei ist, stolz, dass man es überlebt hat, erfreut wieder festen Boden unter den Füßen zu haben und
eigentlich würde man am liebsten
sitzen bleiben und nochmal fahren.
Als ich mich dazu entschloss ein
Erasmus Semester einzulegen, war
ich zugegebener Maßen etwas spät
dran, jedoch wusste ich, dass ich es
unbedingt machen will. Nach einiger
Überlegung entschloss ich mich für
den Norden Europas, genauer gesagt für Aarhus in Dänemark.
Zuerst ging es Ende Juli für einen
Monat nach Aabenraa im Süden Dänemarks, um einen Sprachkurs zu absolvieren. Wenn man Dänisch lernen
möchte, muss man im Endeffekt zwei
Sprachen lernen: die Geschriebene
und die Gesprochene. Beides hat
nämlich nicht viel miteinander zu tun.
Im Gegensatz zu meinen Mitschülern
aus dem Osten oder Süden habe ich
mir trotzdem leichter getan, da sich
das Dänische und Deutsche in gewisser Hinsicht doch ähnlich sind.
Nach knapp einem Monat ging dann
es dann mit dem Zug nach Aarhus,
wo mich meine Mentorin vom Bahnhof abgeholt und mir mein neues Zuhause für die nächsten fünf Monate
38
dem waren sie
noch hilfsbereit und konnte auch
nach dem Kurs noch mit ihnen über
Diverses reden.
gezeigt hat.
Ich hatte das
Glück, dass ich in ein
komplett neues Studentenheim direkt am Meer einziehen durfte. Dort
habe ich mir eine kleine Wohnung
mit einer Spanierin geteilt, zusätzlich gab es im 11. Stock noch einen
großen Gemeinschaftsraum und eine
Terrasse. Toll war, dass es pro Stockwerk zwei Wohnungen für Studenten
aus dem Ausland gab, die restlichen
wurden an Dänen vergeben. Somit
war es etwas leichter erstmal mit
Dänen in Kontakt zu kommen, wobei man sagen muss, dass sie doch
etwas mehr Zeit brauchen um aufzutauen.
Eines der ersten Dinge, die man in
Dänemark machen sollte, ist sich ein
Fahrrad zu kaufen! Dänemark ist eindeutig eine Fahrradnation und man ist
einfach
viel schneller
überall im Gegensatz zu den öffentlichen
Verkehrsmitteln, die zusätzlich nicht
gerade billig sind (50 für eine BusMonatskarte!).
Nachdem die Introduction Week zu
Ende war, war es an der Zeit die Kurse an der Universität zu besuchen. Ich
hatte mich für „International News
Flows in an Era of Globalization“
und „Media Studies“ entschieden.
Diese Kurse waren unseren Übungen
ähnlich, es wurden 20-30 Studenten
aufgenommen und man musste regelmäßig Präsentationen in Gruppen halten und eine Abschlussarbeit
abgeben. Der wesentlichste Unterschied waren jedoch die Professoren,
beide waren um die 30 Jahre jung
und sehr unkompliziert, man konnte
sie mit „Du“ anreden, konnte sie mit
vielen Emails „belästigen“ und trotz
Parallel zur Universität habe ich noch
zwei Dänisch Kurse besucht und im
Studentenhaus bei Events mitgeholfen. Das Studentenhaus war ein weiterer Punkt auf der Prolist, es beinhaltete ein Café, eine Bar und mehrere
große Räume, wo regelmäßig verschiedene Events gefeiert wurden.
Eine weiteres Plus waren die „Friday
Bars“, die jede Woche ab 14:00 Uhr
in den verschiedenen Instituten der
Universität stattfanden und von den
Studenten selber organisiert wurden.
Dänen feiern eben gerne und viel!
Es gibt sogar einen eigenen „Weihnachtsbiertag“ Anfang November,
wo die Ankunft des Weihnachtsbieres gefeiert wird.
Alles in allem hatte ich tolle sechs
Monate in Dänemark, so habe zum
ersten Mal die Ankunft des Weihnachtsmannes per Schiff erlebt, Weihnachten und Silvester mit neu gewonnen Freunden gefeiert, die dänische
Kultur und einige neue dänische
Gepflogenheiten kennengelernt und habe
natürlich auch die klassischen
Erasmus Stereotype wie das viele Feiern und Herumreisen erfüllt.
Viele meiner Verwandten und Freunde hatten Vorurteile gegenüber Dänemark, dass es doch so ein teures
Land sei und es im Winter sehr kalt
und bereits früh dunkel werden.
Doch dem war nicht so, natürlich war
es im Winter kalt und nahe dem Meer
öfters auch sehr windig, doch das ist
Wien auch. Dunkel wurde es im Winter auch erst gegen 15:00 bzw. 16:00
Uhr. Im Gegensatz zu Österreich ist
Dänemark schon etwas teurer, ich
habe den Fehler gemacht am Anfang
in einer Bar ein Bier zu bestellen ohne
nach dem Preis zu zahlen und musste
dann 7 zahlen! Aber man lernt eben
nur aus Fehlern.
von Tanja Jesse
Ich würde jedem raten ein Auslandssemester einzulegen, auch wenn man
notfalls ein Semester an der Heimatuniversität verliert - doch glaubt mir, es
lohnt sich definitiv! Man lernt so viele
neue Menschen kennen, zusätzlich
eventuell noch eine neue Sprache
und neue Kulturen, man reist viel herum. Um es kurz zu sagen: Man hat
einfach eine tolle Zeit, die man nie
wieder vergessen wird! Spätestens
in drei Jahren fliege ich wieder nach
Dänemark, denn 2017 ist Aarhus eine
von zwei Kulturhauptstädten Europas!
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studentIsche stImmen
studentIsche stImmen
Ein Lokal ohne viel Schischi
das „mittendrin“
Vom wohlig Bekanntem zur
würzigen Fremde.
2 Melanzani
1 weiße Zwiebel
2 Knoblauchzehen
50g Rosinen
2 EL Tomatenmark
Salz und Pfeffer zum Würzen
Olivenöl
1 Chilischote
¼ l Gemüsebrühe
von Lydia Pirklbauer
Gleich um die Ecke vom Publizistik-Institut befindet sich
das Lokal Mittendrin. 6,50 Euro für ein Mittagsmenü. Damit bietet es eine erschwingliche Anlaufstelle für Studenten. „Paradeiser-Apfelsuppe mit Chili und Koriander“ als
Vorspeise und als Hauptgang „Truthahnbrust mit Honigglasur und englisches Gemüse dazu Rosmarieerdäpfel.“
So schmeckt österreichische Hausmannskost verfeinert
mit persischen und nordafrikanischen Einflüssen. Vom
wohlig Bekanntem zur würzigen Fremde. Unterschiedlichste Berufe und Kulturen kommen unter einem Dach
zusammen und kombinieren die Gerichte werden zu einer stimmigen Melange.
Melanzaniragout mit Rosinen
vorbei. Am Vormittag bekommt man leicht einen Tisch.
Zur Mittagszeit kann es schon mal vorkommen, dass man
an der Bar warten muss. Für Gruppen ist eine Reservierung ratsam.
Chilischoten und Zwiebel klein
schneiden. Knoblauch in dünne
Scheiben schneiden. In Olivenöl kurz
anbraten. Melanzani in kleine Würfel
schneiden. Gemeinsam mit Rosinen
ebenfalls kurz anbraten. Tomatenmark zugeben und mit Gemüsebrühe
ablöschen. Köcheln lassen bis die
Melanzani weich sind. Fertig!
können das
Tipp: Gourmets
mit gerösteten
Melanzaniragout
rfeinern
Pinienkernen ve
Das Mittendrin hat auch einen sozialen Aspekt: Es ist
eine VinziRast-Einrichtung und als solche für die Unterstützung von obdachlosen Menschen da. Der Reingewinn des Lokals kommt dem Verein Vinzenzgemeinschaft
St. Stephan zugute. Das Mittendrin ist Teil eines Wohnprojekts, in dem erstmals Studierende der Universitäten
in Wien, zusammen mit ehemals obdachlosen Menschen
wohnen, arbeiten und voneinander lernen.
Wer allerdings auf Trüffel, Kaviar und co. nicht verzichten
kann, ist hier an der falschen Adresse. Bevorzugt werden einfache Produkte ohne viel Schnickschnack und
am liebsten aus der Region. Nicht zu viele Vorräte, die
verderben können. Keine riesige Karte, wo zuviel übrig
bleibt. Und wenn doch etwas übrig bleibt? Wird weggeworfen. Normalerweise. Wenn es der Koch im Lokal
Mittendrin zu gut meint, freuen sich die Gäste der Notschlafstelle im 12. Bezirk über gutes Essen.
Nicht nur beim Essen spielt Nachhaltigkeit ein bedeutende Rolle. Auch bei der Einrichtung. Obstkisteln an
den Wänden. Jutesäcke zum anlehnen. Türschnallen als
Aufhängemöglichkeit für überflüssige Handtaschen. Und
die Bar wurde aus dem alten Dachstuhl des Gebäudes
getischlert.
Die Einrichtung ist gut gelungen. Ein modernes, sowie
warmes Ambiente erfüllt den Raum. Gerade jetzt, in der
dunklen Jahreszeit, erhellt das hereinströmende Tageslicht die trägen Gemüter. Gute Musik unterstreicht den
gemütlichen Gesamteindruck.
Währingerstraße 19,
1090 Wien, Österreich
Tel.: 0043 1 2350772-14
Mail: lokal.mittendrin@gmx.at
Montag-Freitag 10-22 h
Samstag 18-22 h
Weihnachtsferien:
23. bis 29. Dezember 2013 und 1.
bis 6. Jänner 2014
Der gratis Internetzugang zieht viele Geschäftsleute an.
Doch auch Studenten schauen regelmäßig im Mittendrin
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studentIsche stImmen
studentIsche stImmen
Es kann jeden treffen
Ein Leben im Schatten der
Mariahilferstraße
Viele Leute meinen die Bewohner der Gruft sind freiwillig hier.
Das stimmt aber nicht.
Keiner sucht sich dieses Schicksal aus.
von Nina Schoefl
„Viele Leute meinen die Bewohner der Gruft sind freiwillig hier. Das stimmt aber nicht- keiner sucht sich dieses
Schicksal aus. Es ist wie bei der Rettung, die fragt auch
nicht zuerst wer an dem Unfall schuld ist, sie hilft einfachund so ist es auch bei uns in der Gruft.“ Diese Worte
stammen von Susanne Peter, der Leiterin der SozialarbeiterInnen des Wiener Obdachlosenzentrums „Gruft“. Im
Interview erzählt sie mir die unverblümte Wahrheit über
eine Welt vor der viele Menschen die Augen verschließen, meist weil sie die harten Tatsachen nicht wahrhaben
wollen…
Inmitten der Weltstadt Wien, in einer Seitengasse der bekannten Mariahilferstraße, wo sich vor allem jetzt in der
Weihnachtszeit jeden Tag tausende Menschen tummeln,
um Luxusartikel einzukaufen und hunderte Euros für’ s
Punsch trinken auszugeben, befindet sich die „Gruft“.
„Über uns ist Leben, Stadt und Sonnenschein, unter uns
kommt nichts“, äußert sich Klient Gerhard zu dem Standort. Er ist einer der rund 250 Menschen die täglich das
Betreuungszentrum für Obdachlose aufsuchen- Tendenz
steigend! Selbst im Sommer nutzen immer mehr Menschen die zahlreichen Dienste der engagierten Mitarbeiter. Das Team besteht aus acht Sozialarbeitern, drei
Psychotherapeuten, einem Psychiater, vier Zivildienern,
freiwilligen Helfern wie Köchen oder Frisören und auch
unzählige Betreuer bieten im 24-Stunden-Betrieb ihre
Dienste an.
die Karriere investiert. Sozialkontakte und Familie werden
dadurch oft vernachlässigt. „In unserer Schnelllebigkeit
führt oft eins zum anderen. Ein Burn- Out führt oft zur
Kündigung und in Kombination mit den fehlenden sozialen Kontakten enden viele Menschen auf der Straße“,
weiß die diplomierte Sozialarbeiterin Susanne Peter. Viele Menschen denken, ihnen könne so ein Schicksal nicht
passieren. Doch wie Klient Ernst festgestellt hat: „Es
kann jeden treffen.“ ..und das geht viel schneller als man
denkt. Deshalb wünscht sich Frau Peter mehr Verständnis von der Gesellschaft
für das Schicksal obdachloser Menschen und bis
dahin bietet sie täglich
Betroffenen ihre Hilfe an,
denn wie sie am Ende
des Interviews anmerkt:
Wir helfen da, wo Hilfe nötig ist
und fragen nicht nach einem Schuldigen.
„Wir helfen da, wo
Hilfe nötig ist und
fragen nicht nach
einem Schuldigen.“
Finanziert wird die Einrichtung zur Hälfte von der Stadt
Wien und zum anderen durch freiwillige Spenden. In dem
neu eröffneten Gebäude für den Tagesbetrieb des Zentrums werden den Klienten durch diese Finanzierung drei
Mahlzeiten pro Tag und ein warmer Schlafplatz unter der
Mariahilferkirche angeboten.
Willkommen ist in dem bekannten Obdachlosenzentrum jeder- und das 24 Stunden am Tag. Die Betreuer der
„Gruft“ haben immer ein offenes Ohr für Probleme aller
Art. Sie schauen hin, wenn andere wegsehen und sind für
die Menschen da, wenn alles hoffnungslos erscheint.
Im Gespräch mit Susanne Peter erfahre ich weiters, dass
es den „typischen“ Obdachlosen von früher- Arbeiter
mittleren Alters mit Alkoholproblem- heut’ zu Tage nicht
mehr gibt. In unserer schnelllebigen Zeit trifft es oft auch
Selbstständige oder Firmenchefs. Heute wird viel Kraft in
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43
...das haben wIr gesehen
Woyzeck
Musikalisch
und düster im
Volkstheater
von Jana Laura Egelhofer
Am 22. November feierte „Woyzeck“
im Volkstheater Premiere. Der Klassiker von Georg Büchner wurde von
Direktor Michael Schottenberg nach
dem neueren und musikalischen Konzept von Robert Wilson mit Liedern
von Tom Waits inszeniert.
Franz Woyzeck (Haymon Maria Buttinger) ist ein mittelloser Soldat, der
mit seiner Geliebten Marie (Hanna
Binder) ein uneheliches Kind hat. Um
für die beiden ansatzweise sorgen zu
können, stellt er sich als Versuchsobjekt für die Experimente des Doktors
(Ronald Kuste) der Stadt zur Verfügung. Dieser lässt Woyzeck nur noch
Erbsen essen und untersucht die
Auswirkungen dieser Ernährungsumstellung. Neben den Demütigungen
durch den Doktor und den Hauptmann (Thomas Kamper), muss Woyzeck auch noch erfahren, dass Marie
ihn mit dem Tambourmajor (Christoph F. Krutzler) betrügt.
Die psychischen sowie physischen
Auswirkung des Erbsen-Experiments
und die wachsenden gesellschaftlichen Demütigungen brechen Woyzeck und lassen ihn schließlich zum
Mörder seiner Geliebten werden.
Die Inszenierung strotzt vor dunkler,
bedrückender Atmosphäre. Das Ensemble beeindruckt ausnahmslos mit
seiner gesanglichen Darbietung von
Waits Liedern. Vor allem Hauptdarsteller Buttingers rauer Gesang und
Susa Meyers starke Stimme sorgten
für Gänsehaut. Begleitet wurden die
Schauspieler von einer Band, die
den ganzen Abend für das Publikum
sichtbar auf der Bühne spielte. Die
musikalische Darbietung durch Beatboxing zu bereichern, passte perfekt
zur Atmosphäre des Stücks und zeigt
hervorragend wie Klassiker auf moderne Weise inszeniert werden können.
Das in 90 Minuten inszenierte Theaterstück ist bestimmt keine Zeitverschwendung! Kenntnis der Handlung
des Klassikers ist jedoch von Vorteil.
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...das haben wIr gesehen
inside WikiLeaks
getarnt als dokumentation,
biegt der Film die Fakten für das publikum zurecht.
von Christian Simon
Am Donnerstag, den 21. November,
unternahmen wir, beide Gruppen
des Tutoriums "MIND-Tricks" zur
Vorlesung Step1, eine Exkursion in
das Kino "Actor's Studio" im ersten
Wiener Gemeindebezirk. Gemeinsam sahen wir uns den Film "Inside
WikiLeaks - Die fünfte Gewalt" des
Regisseurs Bill Condon an, der zum
Großteil auf der Autobiographie des
ehemaligen
WikiLeaks-Sprechers
Daniel Domscheit-Berg basiert. Wie
auch Domscheit-Bergs Buch handelt
der Film von der Zeit in der er zusammen mit Julian Assange bei der Enthüllungsplattform tätig war.
Im Film lernt Daniel Domscheit-Berg
Julian Assange kennen, der ihn in
sein Projekt WikiLeaks einführt, dessen Ziel es ist, mit Hilfe von Informanten, sogenannten Whistleblowern,
heikle Daten die von Unternehmen,
Organisationen oder Politikern bewusst unter Verschluss gehalten werden, im Internet zu veröffentlichen
und für die breite Masse zugänglich
zu machen. Ihnen gelingt die Aufdeckung immer größerer Geheimnisse,
womit ihr Projekt rasant an Bekanntheit gewinnt. Bald schon werden sie
von Geheimdiensten beschattet, da
verschiedene Regierungen auf sie
aufmerksam werden und ihr Gefahrenpotenzial erkennen. Als sie dann
ihren mit Abstand größten Fund an
geheimen Dokumenten machen,
geraten Daniel und Julian in Zeitdruck und in einen Konflikt über die
grundlegende Ausrichtung ihres
Projektes. Julian besteht darauf, die
Dokumente unter allen Umständen
zu publizieren, Daniel weigert sich
jedoch, Namen und Adressen in den
geheimen Schriftstücken mit zu veröffentlichen, da sie damit unzählige
Leben gefährden könnten. Da keine
Zeit mehr bleibt, die Unmengen von
Daten zu überarbeiten, trennt sich
Julian von Daniel und lädt die unredi-
Alphabet
Ein kritischer Blick
auf die Bildungsgesellschaft
von Veronika Wenninger
gierten Dokumente auf eigene Faust
ins Internet. Daniel und einige andere WikiLeaks-Mitarbeiter, die sich
auf seine Seite schlagen, schaffen es
danach, die Plattform abzuschalten.
Zum Schluss sieht man noch ein gestelltes Interview mit Julian Assange,
der sich zu verschiedenen Vorwürfen
und über den gezeigten Film äußert.
Publizistik und Kommunikation waren
zentrale Themen im Film, was wohl
der Grund war, wieso er ausgewählt
wurde. Julian Assange und Daniel Domscheit-Berg haben mit ihren
Publikationen Inhalte kommuniziert,
die die Geheimhalter eben nicht einem breiten Publikum kommunizieren wollten. Kommunikationswissenschaftlich interessant ist auch, wie
Julian im Film mit verschiedensten
Tricks versucht, die Menschen in seinem Umfeld, vor allem Daniel, von
sich zu überzeugen oder zu überreden. Zusätzlich gewährt der Film
Einblicke, wenn auch fiktive, in Redaktionen verschiedener bekannter
Zeitungen, und in die Zusammenarbeit von Journalisten mit Informanten.
Ich persönlich empfand den Film als
sehr unterhaltsam, obwohl ich beim
Recherchieren im Nachhinein oft auf
scharfe Kritik gestoßen bin. In zahlreichen Kommentaren und Reviews
wird er als höchst unrealistisch beschrieben. Ich habe auch ein Interview der Berliner Zeitung mit einem
Bekannten Assanges gefunden, der
einige Punkte der Handlung klar
als falsch identifizierte. So sind laut
dem Insider beispielsweise die Liebesgeschichte im Film und die Nebenhandlung zur Kindheit Assanges
frei erfunden. Julian Assange selbst
bezeichnet den Streifen als Propaganda gegen ihn. Meiner Meinung
nach waren die schauspielerischen
Leistungen sehr authentisch und gut
umgesetzt. Kamera und Schnitt emp-
fand ich als gut, nicht herausragend,
aber in Ordnung. Dass der Film nicht
zu 100 Prozent der Wahrheit entsprechen wird, habe ich erwartet, es ist
nun einmal ein Hollywood-Streifen
und keine Dokumentation. Und Hollywood-Streifen verlangen, wie man
weiß, nach einer Liebesgeschichte in
der Nebenhandlung und einer klaren Abgrenzung von Gut und Böse,
wie in diesem Fall bei Daniel und Julian. Davon bin ich zwar kein großer
Fan, jedoch hatte ich es wie schon
erwähnt nicht anders erwarten und
kann es dem Film nicht übel nehmen.
Unterhaltsam, trotz scharfer Kritik.
Hier geht es nicht um Ganztags- versus Halbtagsschule – Erwin Wagenhofer befasst sich in seinem Film mit
einem weit umfangreicheren Begriff
der Bildung. Wo fängt sie an und wo
stößt sie an ihre Grenzen?
Seit Oktober 2013 ist Erwin Wagenhofers Dokumentation „Alphabet“ in
den österreichischen Kinos zu sehen.
Sie bildet den letzten Teil der Trilogie, die auch Wagenhofers vorherige Filme „We feed the World“ und
„Let's make money“ miteinschließt.
Thematisiert werden die Bedeutung
von Bildung in verschiedenen Kulturen und Erdteilen, aber auch die
verschiedenen Ansichten über deren
beste Umsetzung. Interviewt werden
Wissenschafter und Pädagogen, die
mit dem Prozess der Bildung auf jeweils andere Weise konfrontiert sind
und demnach das Publikum unterschiedliche Perspektiven entdecken
lassen.
Gleich zu Beginn des Films spricht ein
Professor der technischen Universität
Peking über die besorgniserregenden Zustände im marktwirtschaftlich
so erfolgreichen China. Oberstes
Prinzip ist hier der Wettbewerb, welcher oft auf die Kosten der persönlichen Entwicklung der Kinder und
Jugendlichen geht.
Beeindruckend ist der Auftritt von
Arno Stern, dem deutschen Forscher,
Pädagoge und Erfinder des Pariser
„Malort“. Letzterer ist ein Raum, in
dem Kinder, geschützt von fremden
Einflüssen, ihrer Kreativität freien
Lauf lassen können, ganz ohne Leistungsdruck. Stern will so zum Ausdruck bringen, wie wichtig es ist,
Kinder spielen zu lassen. Das Spielen
ist nämlich ein natürlicher und ernstzunehmender Prozess des Lernens.
Eine heute selten angetroffene Meinung vertritt Sterns Sohn André, indem er sich gegen den allgemeinen
Schulbesuch ausspricht. Der Gitarrenbauer habe sich aus eigener Motivation Lesen und Schreiben beigebracht und die Umwelt spielerisch zu
verstehen gelernt. An dieser Stelle
sei jedoch angemerkt, dass er mit
zwei Professoren als Eltern gesegnet war und seine Situation nicht mit
der der meisten anderen Kinder vergleichbar ist.
Wissenschaftlichen Einblick bietet
der Neuro-Spezialist Gerald Hüther,
der es sich zur Aufgabe gemacht
hat, die Erkenntnisse aus der Hirnforschung in die Praxis umzusetzen
und so bessere Voraussetzungen für
den Bildungsprozess zu schaffen. Er
meint: „Sie können keinen Menschen
zum Lernen zwingen, sie können ihn
nur dazu einladen“.
Abschließend erzählt Pablo Ferrer,
der erste Europäer, der mit DownSyndrom einen Hochschulabschluss
absolviert hat, über sein Bild der
Leistungsgesellschaft, welches er geprägt durch das Konzept der Angst
sieht. Auf berührende Art und Weise
äußert er folgend einen Appell, jenes
strikte Denkmuster, das unsere Gesellschaft beherrscht, fallen zu lassen
und uns wieder darauf zu besinnen,
was die Liebe am Lernen wirklich bedeutet.
Ein empfehlenswerter Film für alle
die sich für ein Werk mit und für Herz
und Hirn begeistern können und eine
Pause vom alltäglichen Wettbewerb
brauchen.
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das haben wIr gesehen...
...das haben wIr gesehen
Ein kleines Kinoprogramm
von Caroline Skrabs
Kaum, dass die Viennale schon wieder vorbei ist, fällt einem auf, wie viele interessante Filme dort doch eigentlich liefen, die man nun leider verpasst hat.
So geht es wahrscheinlich den meisten Studenten und nicht nur einmal im
Jahr, beschäftigt mit Studium und anderen zeitraubenden Beschäftigungen.
Aus diesem Grund möchte ich ein kleines Programm vorstellen, aus welchem
ich den ein oder anderen Film schon gesehen habe und weiterempfehlen
möchte, während ich mich auf andere selbst noch freue. Entweder laufen sie
gerade erst an oder man sollte sie meiner Ansicht nach einfach mal gesehen
haben, und zwar an ein paar der besten Orte Wiens, um Filme zu sehen. Ich
hoffe, damit ein paar Leute begeistern zu können, auch wenn es vorkommt,
dass in Filmen dieser Art „nichts passiert“.
La Vie d'Adèle
Chapitres 1 & 2
(Blau ist eine warme Farbe)
Der auf den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnete Film des
tunesisch-französischen Regisseurs
Abdellatif Kechiche war schon vor seinem Kinostart Gegenstand internationaler Kontroversen. Grund dafür ist
die ausschweifende und explizite Darstellung der Sex-Szenen, gespielt von
den beiden Hauptdarstellerinnen Léa
Seydoux und Adèle Exarchopoulos,
die erstmals in der Geschichte von
Cannes ebenfalls mit dem Preis für
den besten Film geehrt wurden. Dem
Kinobesucher wird allerdings schnell
klar, dass er sehr viel mehr als Erotik
zu bieten hat und vielleicht einer der
schönsten und gleichzeitig grausamten Filme seit langem ist.
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Die Geschichte beruht auf Julie Marohs Graphic Novel „Le bleu est une
couleur chaude“ und zeigt das Leben
der 15-jährigen Adèle und ihre persönliche Entwicklung über mehrere
Jahre hinweg. Der Film dokumentiert
Adèles sexuelle und emotionale Entfaltung sowie ihr stetig steigendes
Interesse für Frauen, insbesondere
für die ältere und emanzipierte Kunststudentin Emma, die ihre erste große
Liebe wird. Dabei werden jegliche
Facetten einer Beziehung wie Verlangen, Lust, Liebe, Enttäuschung, Wut
und Sehnsucht beleuchtet - Empfindungen, die manchmal besser durch
einen Blick, ein Lächeln oder eine
Berührung ausgedrückt werden als
durch Worte. Der Mimik und Gestik
der Figuren kommt hier ein großer
Stellenwert bei und besonders Adèles
Gesicht, in zahlreichen Großaufnahmen festgehalten, wird zur offenen
Projektionsfläche ihrer Emotionen,
welche dem Zuschauer so geradezu
ausgestellt werden.
Die besondere Ästhetik des Films,
auch hervorgebracht durch den sparsamen Einsatz von Musik, dem natürlichen Schauspiel und den Einblick in
die französische Kultur, trägt zu einer
Authentizität bei, die den Zuschauer
zum intimen Beobachter werden und
ihn vergessen lässt, dass es sich immer noch um Fiktion handelt.
Die aus diesen Aspekten hervorgehende Intensität und Explizität betrifft
nicht nur die umstrittenen Szenen,
sondern jeglichen Ausdruck von Emotionen, was den Film zu einer Grenzerfahrung sowohl für die Figuren und
die Schauspielerinnen als auch für die
Zuschauer macht. Nach all dem denkt
man „La Vie d'Adèle“ nicht mehr nur
als einen weiteren Film über Homosexualität, sondern als eine universelle
Liebesgeschichte, die weniger kurzweilige Unterhaltung bietet, als dass
sie ein unbeschreibliches Gefühl und
viel Stoff zur Reflexion hinterlässt.
Satyajit Ray
Das Österreichische Filmmuseum
bietet mit seinem minimalistisch in
schwarz gehaltenem Kinosaal, dem
„Unsichtbaren Kino“ die idealen Bedingungen, in denen die Aufmerksamkeit des Zuschauers dem Film
und nichts als dem Film gelten soll.
Nach diesem Prinzip wurde er im
Jahre 1989 von Mitbegründer Peter
Kubelka eingerichtet und 2003 renoviert. Bemüht, hier die Werke in
ihrem Originalformat zu zeigen, gibt
das Filmmuseum dem filmischen
Material und dessen Aufführung
den größten Stellenwert. Es gestaltet Programme unterschiedlichster
Thematik, konzipiert Filmzyklen, bietet Lehrveranstaltungen an und lädt
Gäste aus der Filmwelt ein. Grundsätzlich kann die Arbeit des Filmmuseums für den gelungenen Versuch
einer Darstellung des Mediums Film
abseits einer kanonischen Filmgeschichtssschreibung gesehen werden.
So 22.12.2013 12:15 Uhr (Filmfrühstück)
So 5.01.2014 12:30 Uhr (Filmfrühstück)
Den thematischen Schwerpunkt im Dezember und Jänner bildet unter anderem das
frühe Schaffen des indischen Regisseurs Satyajit Ray (1921–92), der, vom französischen
und italienischen Nachkriegskino geprägt,
ein vielseitiges Werk geschaffen hat, das sich
keinem bestimmten Genre zuweisen lässt. Äußerst bemerkenswert ist Rays Trilogie, die das
Heranwachsen des kleinen Jungen Apu bis in
seine Adoleszenz begleitet.
im Votivkino
Währinger Str. 12, 1090
votivkino.at
Pather Panchali (Apus Weg ins Leben: Das
Lied der Straße) (1955): Do 5.12.2013 20:15
Uhr // Fr 3.1.2014 20:45 Uhr
ab 20.12.2013
auch im Gartenbaukino
Parkring 12, 1010
gartenbaukino.at
Aparajito (Apus Weg ins Leben: Die Unbesiegten) (1956): Sa 7.12.2013 20:30 Uhr // Sa
4.1.2014 20:45 Uhr
Jeune & Jolie
Woody Allen
François Ozons neuer Film, der ebenfalls in Cannes und auf der Viennale
vertreten war, zeigt die schöne 17-jährige Isabelle, ihre Entdeckung der eigenen Sexualität sowie den Einstieg
in die Prostitution und damit verbundene geheime Doppelleben, für das
sie keinen besonderen Anlass zu haben scheint.
Nachdem vergangenen Monat sein
neuer Film „Blue Jasmine“ in den Kinos lief, ehrt das Gartenbaukino nun
Woody Allens umfangreiches und
äußerst vielfältiges Schaffen in einer
Werkschau. Besonders empfehlenswert ist Allens New York-Trilogie, die
neben dem Hommage-Charakter an
die Großstadt vorallem durch seine
unkonventionelle Erzählweise, den
zynischen Humor sowie den autobiografischen anmutenden Elementen
und eine wunderschöne Ästhetik bestechen. Kenner könnte neben diesen
Klassikern vorallem den zur Retrospektive passenden Dokumentarfilm
von Robert B. Weide reizen, der den
Regisseur fast zwei Jahrzehnte lang
begleitete und nun erstmals auch private Einblicke in dessen Leben sowie
eine umfassende Darstellung seiner
Arbeit bietet.
(Jung & schön)
Dieser Film, der ebenfalls in Cannes
und auf der Viennale vertreten war,
wird sich vermutlich in den sinnlichen
Teil von Ozons Werk einreihen. Hier
neigt er immer wieder zu aufmerksamen Charakterstudien seiner weiblichen Hauptfiguren, die frei von moralischen Urteilen die Komplexität ihres
Verhaltens zu erkunden versucht.
ab 29.11.2013
im Votivkino
Währinger Str. 12, 1090
votivkino.at
und im De France
Schottenring 5, 1010
Retrospektive
Annie Hall (Der Stadtneurotiker) (1977): Fr
6.12.2013 21:00 Uhr // Sa 14.12.2013 17:00 Uhr
Manhattan (1979): So 8.12.2013 20:45 Uhr // So
15.12.2013 15:00 Uhr
Stardust Memories (1980): Mo 9.12.2013 20:45
Uhr // Di 17.12.2013 19:00 Uhr
Woody Allen: A Documentary (2012): Sa
7.12.2013 13:30 Uhr
im Gartenbaukino
Parkring 12, 1010
gartenbaukino.at
Apur Sansar (Apus Weg ins Leben: Die Welt
Apus) (1959): So 8.12.2013 20:30 Uhr // So
5.1.2014 18:30 Uhr
im Filmmuseum
Augustinerstraße 1, 1010
filmmuseum.at
49
das haben wIr gesehen...
bIs nächstes semester
Die Tribute von panem
hallo 2014
Buch vs. Film
das Jahr der präventiv-Beratung, kommunikationswissenschaftlicher abschlussarbeiten und studentischer projekte
von Rebecca Scheffauer
Nina Putz / IG
Bald ist es soweit, der zweite Teil
der dreibändigen „Die Tribute von
Panem“ Buchreihe von Suzanne Collins kommt ins Kino. Anlässlich der
„Catching Fire“ Premiere die bald
ansteht, habe ich die Verfilmung des
ersten Teils mit der Romanvorlage
verglichen.
Ganz kurz zum Inhalt:
Die Tribute von Panem spielen in einer nicht allzu weit entfernten postapokalyptischen Zukunft. Nachdem
Nordamerika durch Kriege und Naturkatastrophen zerstört wurde, entstand aus den Trümmern die Nation
Panem, welche in 13 Distrikte und
das Kapitol, wo die reichen Menschen
und die Regierung ansässig sind, aufgeteilt ist. Als es zu Aufruhren kam,
wurde der 13. Distrikt zerstört.
Zum Gedenken daran und um zu verhindern, dass es noch einmal zu einer
Auflehnung kommt, werden jährlich
die sogenannten „Hungerspiele“
abgehalten. Ein Junge und ein Mädchen (die Tribute) zwischen 12 und 18
Jahren aus jedem Distrikt werden gezwungen, sich in einer Freilichtarena
bis zum Tod zu bekämpfen.
Im ersten Teil der Trilogie werden
Peeta Mellark und Katniss Everdeen, welche sich anstelle ihrer kleinen
Schwester freiwillig gemeldet hat, in
Distrikt 12 ausgelost um zu kämpfen.
Die beiden werden wie die anderen
Tribute ins Kapitol gebracht, wo sie
trainieren und von Stylisten auf das
„Event“ der Hungerspiele vorbereitet werden.
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Teil zwei setzt dann fort wo Teil eins
geendet hat: nach dem Ende der
Hungerspiele.
Kommen wir nun zum Vergleich von
Film und Romanvorlage: Der Roman
ist meiner Meinung nach sehr interessant, da zwar etwas im ersten
Moment absurd Erscheinendes dargestellt wird, was aber bei näherem
Betrachten und längerem Nachdenken vielleicht gar nicht so unwirklich
ist. Suzanne Collins gelang es, ein
faszinierendes Buch zu schreiben, das
fesselt. Nicht umsonst avancierte es
zum Bestseller.
Suzanne Collins schrieb am Drehbuch
des Filmes mit, baute aber ein paar
kleine Änderungen im Vergleich zum
Buch ein, die meiner Ansicht nach
nicht hätten sein müssen. So gehen
ein paar Eindrücke verloren, die das
Gefühl der Geschichte bzw. die aufkeimende Revolution gut transportiert hätten.
Alles in allem ist der Film aber gut
gelungen und auch die Schauspieler
sind gut gewählt. Es sind Gott sei
Dank nur Kleinigkeiten, die geändert
worden sind, so bleibt das meiste,
das ich am Buch geschätzt habe,
auch in der Verfilmung erhalten.
Der Film ist auf jeden Fall sehenswert,
man wird nicht allzu enttäuscht sein,
wenn man ihn mit dem Roman vergleicht. Ich bin schon gespannt, wie
der zweite Film wird, da dieses Buch
meiner Meinung nach das schwächste der Reihe war.
Das Jahr neigt sich zu Ende, und es war für die Institutsgruppe ein recht erfolgreiches. Die Wahl wurde erfolgreich geschlagen und wir haben einige neue IGlis gewonnen. Deshalb starten wir auch mit vollem Elan und
unbändiger Motivation ins neue Jahr.
Wir haben uns viel vorgenommen. Zum einen wollen wir
versuchen, die Präventiv-Beratung zu intensivieren. Die
bedeutet, wir wollen die zukünftigen Studierenden bereits vor Studienbeginn über das Publizistik- und Kommunikationswissenschaftsstudium aufklären. Die MaturantInnen sollen nicht mit falschen Vorstellungen ein Studium
wählen, dass ihnen vielleicht gar nicht gefällt. Zu diesem
Zweck engagieren wir uns bei den Initiativen „Studieren
probieren“ und „Uni Orientiert“. Hier können die SchülerInnen in unser Institut kommen und den Studierendenalltag hautnah miterleben. Wir hoffen, wir können somit
vielen zukünftigen Studis die Wahl ihres Studiums erleichtern.
Aber wir engagieren uns natürlich nicht nur für zukünftigen, sondern auch für aktuelle Studierende. Besonders
wichtig ist uns, dass die wissenschaftlichen Arbeiten der
Studierenden mehr Anerkennung bekommen. Und zwar
nicht nur hier im ZÜNDI (Stichwort: „Schluss mit für die
Schublade produzieren“) sondern auch in Form eines
Symposiums für kommunikationswissenschaftliche Abschlussarbeiten. Magister- und Magistra-Arbeiten können
im Rahmen dieses Symposiums interessierten KollegInnen präsentiert und die Ergebnisse gemeinsam diskutiert
werden.
Doch nicht nur die IG hat viele Pläne für 2014. Auch ihr
habt doch sicher Ideen für Projekte? Oft scheitert die Umsetzung nur am nötigen Kleingeld. Um dieses Hindernis
aus dem Weg zu räumen, arbeiten wir an transparenten
Richtlinien für die Projektunterstützung die ihr beantragen könnt. Wir hoffen, wir können damit eure Kreativität
anregen und freuen uns schon, euch bei der Umsetzung
eurer Ideen unter die Arme greifen zu können.
Und natürlich lassen wir auch alte Traditionen nicht abkommen…Plenum, Brunch, Punsch & Bowle und Fest finden natürlich – und hoffentlich auch so erfolgreich wie
bisher - weiterhin statt. Auch Zündstoff und StuLeif werden weiterhin veröffentlicht und informieren euch über
alle wichtigen Abläufe und Neuerungen am Institut. Und
wir beraten auch weiterhin…während den Journaldienstzeiten, der Inskribtionsberatung und natürlich auch immer wenn ihr bei uns im Kammerl vorbei kommt und mit
uns eine Tasse Kaffee schlürft.
Ein erfolgreiches Semester
wünscht euch die
2014 soll auch das Jahr der MEdienSTUdierendenTAgung
in Wien werden. Die Tagung der Studienrichtungsvertretungen und Fachschaften im deutschsprachigen Raum
finden jedes Semester abwechselnd an unterschiedlichen
Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz
statt. Im Frühling möchten wir sie nach fünf Jahren wieder
nach Wien holen. Hier sollen neue Entwicklungen im Fach
sowie Möglichkeit in der Vertretungsarbeit gemeinsam
diskutiert und neue Wege erarbeitet werden.
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Instutsgruppe Publizistik
Währingerstr. 29 / Raum 3.15
1090 Wien
Tel.: 01 4277 19654
stv.publizistik@univie.ac.at
www.univie.ac.at/stv-publizistik
www.facebook.com/igpublizistik
twitter @igpub
Journaldienstzeiten sind auf
der Website zu finden.
Das Plenum findet jeden
Mittwoch um 18 Uhr statt.
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Seele and Geist
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