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Leseprobe zum Titel: Badische Zeitung - Lahr (31.01

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Niedergang einer Freiburger Vorzeigebranche – Solar-Fabrik vor Insolvenz (Seiten 4 und 24)
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www.badische-zeitung.de
Lawinen töten
zwei Menschen
im Schwarzwald
Lahr · Samstag, 31. Januar 2015
Nr. 25/05 – 70. Jahrgang E 04394
Montag – Freitag: € 1,70
Samstag: € 2,00
TAGESSPIEGEL
Der Kauf seines Lebens
Endlagersuche
Grenzen sind
vergänglich
FELDBERG (frey). Zwei Menschen sind
am Freitag im Schwarzwald ums Leben
gekommen. Sie starben, weil sich am
Feldberg und am Herzogenhorn Lawinen
lösten. Nach Angaben der Polizei handelt
es sich bei den Toten um einen 20-jährigen Mann und eine 58 Jahre alte Frau. Für
die beiden Verschütteten kam jede Hilfe
zu spät. „Zwei Lawinenabgänge binnen
so kurzer Zeit – ich kann mich nicht erinnern, dass es so etwas in dieser Gegend
schon einmal gab“, sagte David Vaulont
von der Bergwacht Schwarzwald. Am
Feldberg und am Herzogenhorn hatte es
in der Nacht zuvor stark geschneit. Teilweise fielen bis zu 30 Zentimeter Neuschnee. Mancherorts fiel der Strom aus.
Die Polizei warnt im Südschwarzwald vor
weiteren Lawinenabgängen in den kommenden Tagen. Es herrsche akute Gefahr.
Thema des Tages, Seite 2
Freiburg entscheidet
über Stadionbau
FREIBURG (BZ). Knapp 170000 Freiburger sind am Sonntag aufgerufen, über den
Neubau eines Fußballstadions im Stadtteil Wolfswinkel abzustimmen. Befürworter und Gegner des Großprojekts hatten
sich einen harten Wahlkampf geliefert.
Der Bürgerentscheid ist gültig, wenn
mindestens ein Viertel der Wahlberechtigten mit ja oder nein stimmen.
Ergebnisse und Berichte unter:
http://mehr.bz/stadion-ticker
Steuereinnahmen 2014
auf Rekordhöhe
BERLIN (dpa). Der Staat hat im vergangenen Jahr so viele Steuern eingenommen
wie nie zuvor. Bund und Länder verbuchten 2014 ein Aufkommen von 593 Milliarden Euro – 4,0 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte das Finanzministerium mit.
Der Fiskus profitierte von der guten Beschäftigungslage, mehr Privatkonsum
und höheren Firmengewinnen. Seite 5
VOR ORT
Erster Spatenstich für
die Gartenschau 2018
LAHR (BZ). Aus Planung und Papier
wird Wirklichkeit. Im Gebiet des künftigen Seeparks in den Stegmatten, im
südwestlichen Dreieck der Bundesstraßen 3 und 36, ist gestern der symbolische Spatenstich für die Landesgartenschau 2018 vollzogen worden.
Der Spatenstich gilt als historischer
Tag, denn damit werden Bauarbeiten
auf den Weg gebracht, die Lahr einen
neuen westlichen Stadteingang bescheren werden. Gleichzeitig wird die sportliche Infrastruktur im Mauerfeld deutlich verbessert, der Kanadaring erhält
ein neues Gesicht.
Lahr, Seite 25
Kultur
Fernsehprogramm
Sport
Seite 13
Seite 16
Seite 18
FOTOS: COLOURBOX/MAURITIUS
Tod nach der Bergung
Unser Autor hat sich
in Afrika illegal eine
Niere besorgt. Das
neue Organ hat sein
Leben gerettet. Wie lebt
er damit?
Magazin
Atomendlager am Hochrhein
In der Schweiz stehen nur noch zwei Standorte zur Debatte: Beide liegen in der Nähe zu Südbaden
Vo n u n s e r e m R e d a k t e u r
Franz Schmider
FREIBURG/BERN. Die Schweiz wird
die Suche nach einem Standort für ein
Atommüll-Endlager auf zwei Regionen
beschränken: Ein Gebiet südlich von
Schaffhausen direkt an der deutschen
Grenze sowie eines am Nordrand des
Bözbergs im Kanton Aargau. Das gaben
die mit der Entsorgung beauftragte Genossenschaft Nagra und das Bundesamt
für Energie am Freitag in Bern bekannt.
Mit dieser Entscheidung beginnt die dritte Etappe der Standortsuche für ein sogenanntes geologisches Tiefenlager für
Atommüll in der Schweiz. Seit 2008 hat
die Schweiz zunächst denkbare Gesteinsvorkommen erkundet und dann sechs
mögliche Standorte für ein Endlager für
schwach- und mittelaktiven sowie hochaktiven Atommüll untersucht. Als bevorzugtes Wirtsgestein hat die Nationale Ge-
nossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) Opalinuston ausgemacht, alternativ Brauner Dogger für die
Einlagerung von schwachaktivem Müll
im Bereich Schaffhausen. Fünf der sechs
Standortregionen liegen in der Nähe der
deutschen Grenze, lediglich der Wellenberg im Kanton Nidwalden liegt in der
Zentralschweiz. Er wurde aber ebenso
ausgeschlossen wie drei weitere Gebiete.
Verblieben sind zwei Regionen, in denen nun weitergehende geologische Untersuchungen stattfinden sollen. Unter
anderem sollen umfangreiche Sondierbohrungen vorgenommen werden. Bis
2020 soll dann die Nagra für beide Gebiete eine provisorische Standortauswahl
treffen und die Rahmenbewilligungen beantragen. Und zwar sowohl für die Einlagerung von hochaktivem Müll aus abgebrannten Brennstäben wie auch für
schwach- und mittelaktiven Atommüll.
Bis 2027 will die Regierung in Bern dann
über die Bewilligung entscheiden, an-
schließend wird sich das Parlament des
Themas annehmen, es folgt eine Volksabstimmung.
In einer ersten Reaktion verlangte die
südbadische SPD-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin im Umweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter, eine
grenzüberschreitende Umweltprüfung
für beide Standortregionen. „Schließlich
liegen die beiden Standortregionen in direkter Grenznähe zu Deutschland.“ Entsprechende Gespräche habe sie bereits in
Bern geführt. Sie betonte zugleich die
Transparenz des bisherigen Verfahrens
und betonte: „Wir werden uns weiterhin
intensiv am Schweizer Verfahren beteiligen, um die Interessen der deutschen Bevölkerung geltend zu machen.“ Ein Sprecher von Landesumweltminister Franz
Untersteller begrüßte die Bereitschaft der
Schweiz, noch im ersten Quartal mit
deutscher Beteiligung ein Workshop zum
Thema zu veranstalten.
Tagesspiegel
Land und Region, Seite 7
Den idealen Standort für Atommüll gibt
es nicht, niemand hat ihn je gefunden –
weil niemand für mehrere zehntausend
Jahre Sicherheit garantieren kann. Somit ist die Suche nach einem solchen
Ort nur eine Annäherung an das Optimum. Eine, die notgedrungen Prämissen folgt. Die erste ist nicht geologischer
oder physikalischer Natur, sondern sie
folgt politischen Realitäten: Jedes Land
ist selbst für die Entsorgung seines
Atommülls verantwortlich. Das mag
man beklagen, aber die Verhältnisse
sind, wie sie sind. In diesem Rahmen
geht ist die Schweiz konsequent: Sie
sucht im eigenen Land nach den technisch besten Voraussetzungen, um die
strahlenden Lasten von ein paar Jahrzehnten Stromerzeugung für die Ewigkeit sicher wegzuschließen. Die Kriterien, nach denen die Suche verläuft, liegen auf dem Tisch. An ihrer Auswahl
gibt es im Detail Kritik von Experten.
Deren Bedenken müssen in der nächsten Erkundungsetappe ausgeräumt werden. Natürlich weckt es Argwohn,
wenn nun vor allem grenznahe Standorte in die engere Wahl kommen. Das ist
aber kein Indiz dafür, dass sachfremde
Überlegungen die Oberhand gewonnen
hätten. In der Schweiz ist man sich der
Dimension der Herausforderung bewusst und auch der Vergänglichkeit politischer Grenzen angesichts der Zeiträume, um die es geht. Die beste Gewähr für Sicherheit ist, über den Rhein
hinweg sachlich daran zu arbeiten, zumindest das bestmögliche Ergebnis zu
erreichen.
Franz Schmider
Das Wetter
Meist bewölkt, ab und
zu Schnee, am Rhein
Regen. Bis 5 Grad.
Wetterbericht, Seite 11
Die Börse in Kürze
Dax
10694,32
– 0,41 %
Dow Jones
30.01.2015
Euro
17360,44
1,1311 $
– 0,32 % / 20:20 Uhr
+ 0,27 %
Börsenkurse und Wirtschaft, Seite 22
UNTERM STRICH
BZ-SERIE
Frankreichs Kirche wird’s zu bunt
D AS B ES T E KO M M T
Z UM S CHL US S
Älterwerden heißt
auch: mehr Zeit,
mehr Freiheit,
mehr Entscheidungsspielraum.
Warum nicht mal
etwas ganz Neues
ausprobieren? Denn meist bereut man
im Alter nicht die Dinge, die man gemacht hat, sondern die, die man unterlassen hat. Möglichkeiten gibt es
mehr als genug. Wir stellen einige davon
vor.
Seite 48
Eine Bürgermeisterin verpasst einem alten Gotteshaus einen neuen Look / Von Axel Veiel
Wenn es denn nur gotteslästerliche Karikaturen wären, welche die Katholische
Kirche im weltlich ausgerichteten Frankreich hinzunehmen hat: Damit könnte sie
leben. Doch was ihr jetzt im Namen der
Kunstfreiheit zugemutet worden ist, geht
über die von Satirezeitungen wie Charlie
Hebdo oder Le Canard Enchaîné gepflegte Lästerei hinaus – und aus kirchlicher
Sicht entschieden zu weit.
Joelle Ceccaldi-Raynaud, Bürgermeisterin von Puteaux, hat die Maler bestellt
und der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Pfarrkirche der Pariser Vorstadt
ein profanes Äußeres verpassen lassen.
Das Taufbecken leuchtet nun lila, der
Chorraum zinnoberrot. Selbst die Statuen
leuchten. Ein gelblich-beiger Anstrich
macht es möglich. Die Kirche spricht von
Schockfarben. Das Kultusministerium ermittelt wegen Verdachts der Verschandelung eines denkmalgeschützten Gebäudes. Bis zu sieben Jahre Gefängnis und
100 000 Euro Bußgeld stehen darauf.
Sollte sich der Verdacht zur Gewissheit
erhärten, will das Ministerium die Staatsanwaltschaft einschalten.
Nun ist es nicht so, dass die strikte
Trennung von Staat und Kirche dazu geführt hätte, dass weltliche Herrscher in
französischen Gotteshäusern nicht Hand
anlegen dürften. Sie sind in gewisser Weise sogar dazu verpflichtet. Seit Frankreichs Revolutionäre einst die Katholi-
sche Kirche enteigneten, ist der Erhalt
historischer Gebetsstätten Aufgabe des
Staates. Die Bürgermeisterin bestreitet
nicht, dass sie eigenwillig zu Werke gegangen sei und Pfarrgemeinde sowie den
Präfekten des Departements Hauts-deSeine vor vollendete farbliche Tatsachen
gestellt habe. Von Rechts wegen hätte sie
diese ins Bild setzen müssen.
Schon gar nicht hätte die Stadt dem aus
Spenden finanzierten Taufbecken einen
neuen Look verpassen dürfen. Aus Kirchenmauern austretende Feuchtigkeit
hätten entschlossene Renovierungsschritte verlangt, versichert die Bürgermeisterin. Was freilich die Farbwahl betrifft, hüllt sie sich in düsteres Schweigen.
Lahr
62205
4 190439 402004
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Seele and Geist
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