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Klausur 1602
A. Zulässigkeit der Klage des S gg. den Verein
I.
Ordnungsgemäße Klageerhebung
• Gem. § 253 ZPO (+); kein Anwaltszwang
II.
Sachliche Zuständigkeit
• § 23 Nr. 2a GVG, hier typengemischter Vertrag
• AG gem. § 23 Nr. 1 GVG.
III. Örtliche Zuständigkeit
• § 29a ZPO (-)
• Nach § 29 (Erfüllungsort) bzw. § 32 ZPO
(unerlaubte Hdlg.) Freiburg.
• Wahlrecht nach § 35 ZPO.
IV. Parteifähigkeit
• S = § 50 I ZPO.
• Verein = § 50 II ZPO; der nichtrechtsfähige Verein
wird im Rechtsstreit die wie ein rechtsfähiger Verein
behandelt.
V.
Prozessfähigkeit
• S = geschäftsunfähig gem. § 104 Nr. 1 BGB, damit
auch prozessunfähig gem. §§ 51, 52 ZPO.
Maximilian Müller, LL.B. 1 Vertretung durch gesetzliche Vertreter (V + A), §
1629 I 1, 2 BGB
• Vertretung des Vereins im Prozess durch seinen
Vorstand (A) über § 26 I 2 oder § 54 BGB.
Ergebnis: Die Klage des S gg. den Verein ist
zulässig.
B. Objektive Klagehäufung
• Gem. §§ 495, 260 ZPO.
C. Begründetheit der Klage gg. den Verein
I.
§ 701 BGB (-)
II.
§ 536a I Var. 1 BGB
1.
Wirksamer Mietvertrag
a)
P: Rechtsfähigkeit des Vereins?
• Teilrechtsfähigkeit d. nichtrechtsfähigen Vereins (+)
• Erst-Recht-Schluss zur GbR; hier sogar
körperschaftliche Struktur
• A hatte beim Vertragsschluss Vertretungsmacht; §§,
54, 714, 709 BGB oder § 26 II BGB entsprechend.
b)
P: Inhalt des Vertrages?
Maximilian Müller, LL.B. 2 • Hier typengemischter Vertrag.
• Abgrenzung Absorptions- / Kombinationstheorie.
• Kann hier dahinstehen. Nach beiden Ansichten
Mietrecht.
c)
P: S überhaupt Vertragspartner?
• Echter Vertrag zugunsten Dritter nach § 328 BGB?
Wohl (-)
• Vertrag mit Schutzwirkung für Dritte?
• Allgemein anerkannt!
aa) Leistungsnähe
• Kommt mit den angebotenen Leistungen in Kontakt
wie V selbst daher (+)
bb) Gläubigernähe
• V hat besonderes Interesse am Schutz des S
(„Wohl und Wehe“).
cc) Erkennbarkeit für A (+)
dd) Schutzbedürftigkeit des S
• S hat sonst keine gleichwertigen Ansprüche
(vertraglich), daher (+)
ZE: Wirksamer Mietvertrag zwischen dem Verein und
V, in den S miteinbezogen wird (+)
Maximilian Müller, LL.B. 3 2.
Sachmangel iSd § 536 I BGB
• Subj. Mangelbegriff: Mangel muss der Mietsache in
ihrer Substanz anhaften und den vertragsgemäßen
Gebrauch ganz oder zum Teil aufheben. Bett (+)
• Bei Vertragsschluss (+)
• Kein Ausschluss nach § 536b oder § 536d BGB.
3.
Kausaler Schaden
• Vorliegend Mangelfolgeschäden. Sind nach h.M.
von § 536a BGB erfasst.
a). Arztkosten iHv 400 €
• Gem. § 249 II BGB (+)
• Vorteilsanrechnung würde nach § 843 IV
ausscheiden.
b). Besuchskosten iHv 1500 €
• P: Schäden des S oder der Eltern?
• Nach h.M. Schäden des S als
Heilbehandlungskosten!
• Hier sogar medizinisch notwendig.
• Fahrtkosten unproblematisch.
• P: Unbezahlter Urlaub!
• Im Ergebnis als entgangener Gewinn auch
unproblematisch nach der Differenzhypothese.
Maximilian Müller, LL.B. 4 c). § 254 BGB?
• P: Bei § 536a BGB überhaupt anwendbar?
• Gilt für alle Schadensersatzansprüche!
• § 536b nicht einschlägig.
• P: Im konkreten Fall für S anwendbar?
• (-) S gem. § 828 I BGB nicht deliktsfähig.
ZE: Anspruch des S gegen den Verein aus § 536a
BGB iHv 1900 € (+)
III. § 651f I BGB
• Mangels Veranstaltung einer Reise (-)
IV. §§ 823 I, 31 BGB
A müsste eine unerlaubte Handlung begangen
haben, die dem Verein zugerechnet wird.
1.
Rechtsgutsverletzung (+)
2.
Verletzungshandlung
• Hier kommt nur das Unterlassen des A als
zuständiges Organ in Betracht, das Bett zu
reparieren.
• P: Verkehrssicherungspflicht des Vereins?
• Als Pächter, der über die Sache verfügt (+)
Maximilian Müller, LL.B. 5 3.
Haftungsbegründende Kausalität (+)
4.
Verschulden
• P: Zurechnung? Anwendung von § 31 BGB?
• Spricht § 54 BGB dagegen?
• (-) Anwendung des § 31 BGB auf den
nichtrechtsfähigen Verein mittlerweile anerkannt
(Rechtsfortbildung).
• Vss. § 31 BGB (+)
5.
Rechtswidrigkeit
• Beim Unterlassen immer ansprechen!
• Aufgrund der Verkehrssicherungspflicht (+=
6.
Schaden u. haftungsausfüllende Kausalität (+)
ZE: Haftung aus §§ 823, 31 BGB (+)
V.
§ 823 II BGB iVm § 229 StGB (+)
Ergebnis: Die Klage des S gg. den Verein ist
zulässig und begründet.
D. Zulässigkeit der Klage des S gg. B
• Sachliche Zuständigkeit: AG § 23 Nr. 1 GVG
Maximilian Müller, LL.B. 6 • Örtl. Zuständigkeit: Freiburg, §§ 12, 13 ZPO bzw. §
29 ZPO.
E.
Subjektive Klagehäufung
• Streitgenossenschaft auf Beklagtenseite möglich, §
59 ZPO.
• Kein Fall der notwendigen Streitgenossenschaft, §
62 ZPO.
F.
Begründetheit der Klage des S gg. B
I.
Eigene vertragliche/deliktische Beziehungen
zwischen S und B (-)
II.
Zurechnung d. Ansprüche d. S ggü. dem Verein?
• Zurechnung über § 128 HGB analog? § 54 BGB
verweist auf die GbR, § 128 HGB wird auf die GbR
analog angewendet (ganz h.M.).
• Nach h.M. (-) Unterschiedliche Interessenlage bei
Verein und GbR!
• Ansonsten aber auch Haftungsbeschränkung ohne
ausdrückliche Vereinbarung anzunehmen.
Ergebnis: Mangels Zurechnung ist die Klage des S
gg. B unbegründet.
Maximilian Müller, LL.B. 7 
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