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Jahrestreffen 2015

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Queer-Stiftis – Jahrestreffen 2015
Jahrestreffen 2015
14.-17.05.2015 in Goslar (Harz)
www.queerstiftis.org
goslar@queerstiftis.org
Queer-Stiftis – Jahrestreffen 2015
Wer wir sind
Die Queer-Stiftis sind ein Netzwerk von Stipendiat*innen und Alumni*ae, die sich für queere Themen
rund um sexuelle Orientierung/Identität, Gendertheorien und Queeres in den Bereichen Kultur, Politik
und Gesellschaft interessieren. Die Gruppe dient einerseits der Vernetzung ihrer Mitglieder (ob informell, akademisch oder beruflich), andererseits der inhaltlichen Auseinandersetzung. Ziel ist es auch,
allgemein für Diversität, Sichtbarkeit und Präsenz von abweichenden Positionen innerhalb der Studienstiftung ein Forum zu schaffen. Die Gruppe entstand 2002 in einem Münchner Wohnzimmer, hat seitdem
stetigen Zuwachs erfahren, woraus mittlerweile verschiedene Regionalinitiativen erwachsen sind,
und veranstaltet jedes Jahr an wechselnden Orten ein Bundestreffen.
Die Gruppe organisiert sich über einen E-Mail-Verteiler, bei dem man sich
auch anonym anmelden kann (http://groups.yahoo.com/group/queer-stiftis),
bei Facebook (http://facebook.com/groups/lgbtstiftis),
sowie im Alumninet der Studienstiftung.
Aktuelle Informationen sowie das Anmeldeformular zum Treffen sind auf
www.queerstiftis.org zu finden.
www.queerstiftis.org
goslar@queerstiftis.org
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Queer-Stiftis – Jahrestreffen 2015
Einladung: Queer-Stifti-Treffen 2015
Das diesjährige Bundestreffen wird vom 14.-17. Mai 2015 in Goslar (Harz) stattfinden.
Donnerstag, der 14.5., ist ein Feiertag (Christi Himmelfahrt), sodass sich dieses verlängerte Wochenende
als Termin anbietet. Nach dem großen Erfolg des letzten Treffens hat das aktuelle Organisationsteam
dieses Mal einen zusätzlichen Tag und mehr Plätze eingeplant. In Goslar werden sich daher um die 100
Stipendiat*innen und Alumni*ae treffen, um an einem bunten, spannenden und vielfältigen Programm
teilzunehmen.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen: Ob ihr euch selber als queer (lesbisch, schwul, bisexuell,
inter*, trans*, asexuell, questioning...) identifiziert, etwas über Queer-Themen erfahren wollt, oder euch
generell das Thema Diversität in der Studienstiftung anspricht – nehmt teil! Wir wollen in Goslar einen
interessanten Austausch haben, gute Gespräche führen, und vor allem ein spannendes, lustiges und
bereicherndes Wochenende miteinander verbringen.
Wir hoffen, dass die Inhalte des Treffens eine große Bandbreite von Menschen ansprechen werden, und
freuen uns auf neue wie bekannte Gesichter. Auch und gerade wenn ihr ganz neu bei den Queer-Stiftis
dabei seid, oder einfach eure Neugier geweckt ist, ist das Treffen eine tolle Möglichkeit, sich mit neuen
Themen zu beschäftigen sowie Kontakte zu Stipendiat*innen und Alumni*ae mit ähnlichen Interessen zu
knüpfen.
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Queer-Stiftis – Jahrestreffen 2015
Das 14. Jahrestreffen: Programm
Die letzten Wochen und Monate hat das Organisationsteam sich bemüht, ein abwechslungsreiches,
anregendes Programm auf die Beine zu stellen, das die vielfältigen Interessen und Betätigungsfelder der
Queer-Stiftis reflektiert. Hier ein kurzer Vorgeschmack (detaillierte Informationen zu den inhaltlichen
Beiträgen siehe Seite 7):
Nachdem die Teilnehmenden im Laufe des Donnerstagnachmittags anreisen, wird das Treffen am Abend
mit einem Vortrag von Prof. Dr. Elahe Haschemi Yekani, Juniorprofessorin für englische Literatur an der
Universität Flensburg, zum Thema „Modes of Being vs. Categories – Queering the Tools of Intersectionality“
eröffnet.
Am Freitag teilen wir uns in mehrere Blöcke für parallel stattfindende Workshops auf. Vormittags gibt
es Beiträge zu „Queer Theory – eine Einführung” und „Queer Theory für Fortgeschrittene“, „Intoleranz
und Ausgrenzung innerhalb der queeren Szene“ sowie „Queere Gruppenidentität und Identity Politics“.
Nachmittags gibt es weitere Workshops zu „Queerer Aktivismus im Nahen Osten“, “Queerness und
Hirnfoschung“, „LGBTI Diversity Management“ – gehalten von Sören Landmann, Verbandsreferent und
Pressesprecher bei Völklinger Kreis e.V – , „Queere Comics“ und „Queer im Film“; außerdem gibt es für
Interessierte die Möglichkeit, an einer Stadtführung teilzunehmen. Wir lassen den Freitag ausklingen mit
einer an den „Queer im Film“-Workshop anschließenden Kurzfilmvorführung und einem parallel stattfindenden gemütlichen Grillabend.
Der Samstag wird eröffnet mit einem Vortrag: „Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in Bildung und Erziehung“. Dieser wird gehalten von Dr. Stefan Timmermanns, Vorsitzender der Gesellschaft für Sexualpädagogik. Anschließend geht die Diskussion weiter zum Thema „Die Bildungsplangegner*innen und ihre
Argumente“. Alternativ gibt es Gesprächsrunden zu den Themen „Unterstützung von LSBTIA-Schüler*innen in der Schule“ und „Die Aufklärungsarbeit von SchLAu und die Bildungsplandebatte“ mit Lena
Schimmel von SchLAu Braunschweig. Am Nachmittag werden wir mit einem „Queeren Jahresrückblick“
gesellschaftliche Entwicklungen beleuchten, außerdem werden Workshops zu „Standpunkte und
Perspektiven im theologischen Diskurs zur Homosexualität“ und „Beziehungsstrukturen“ angeboten.
Für Interessierte gibt es die Möglichkeit, an einführenden Workshops zu den Themen „Drag-King“ und
„Drag-Queen“ teilzunehmen. In einem Barcamp können spontan weitere Workshopideen umgesetzt
werden. Das Abendprogramm wird eröffnet durch den musikalischen Beitrag „Glitter and be gay“, der
die verschiedenen Facetten von Queerness in Oper, Musical und Lied aufzeigt. Danach gibt es eine große
Abschlussparty.
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Queer-Stiftis – Jahrestreffen 2015
Das 14. Jahrestreffen: Programm
Der Sonntag, ist dem Ausklang und dem Blick nach vorn gewidmet: In einer Zukunftswerkstatt werden
wir Pläne für die Queer-Stiftis im kommenden Jahr und für das nächste Bundestreffen besprechen; in
der Evaluationsrunde Feedback einsammeln und uns damit auseinandersetzen.
Viele der Beiträge werden von Stipendiat*innen und Alumni*ae organisiert und geleitet; Diskussionsimpulse sind sehr willkommen. Wir freuen uns auf lebhafte Debatten und fachspezifische Perspektiven der
verschiedenen Teilnehmer*innen! Zwischendurch können wir uns beim Kaffee oder abends beim Bier/
Wein/Saft austauschen und besser kennenlernen.
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Queer-Stiftis – Jahrestreffen 2015
Praktisches & Organisatorisches
ANMELDUNG
Das Anmeldeformular ist zu finden auf www.queerstiftis.org. Ab dem 30.01. um 18:00 bis zum 15.02. um
18:00 ist die Anmeldung möglich. Die Plätze werden nach dem „First come, first served“-Prinzip vergeben; Teilnehmende, die am Donnerstag anreisen und somit für die gesamte Dauer anwesend sein können,
werden allerdings bei der Platzvergabe vorgezogen. Es stehen 60 Plätze für Stipendiat*innen und 40
Plätze für Alumni zur Verfügung. Eine quasi anonyme Teilnahme, bei der nur die Studienstiftung sowie
eine Kontaktperson des Organisationsteams deine Identität kennt, ist möglich.
DIE UNTERKUNFT
Wir werden alle in der Jugendherberge Goslar (www.jugendherberge.de/de-de/jugendherbergen/goslar294/portraet)
unterkommen. Wir kommen dort größtenteils in 6-Bett-Zimmern unter. Es wird veganes und omnivores
Essen für die Teilnehmenden angeboten. Auf besondere Bedürfnisse (z. B. barrierefreie Zimmer) werden
wir so weit wie möglich eingehen – teilt uns diese einfach bei der Anmeldung mit.
KOSTEN
Dank der großzügigen Förderung durch „Stipendiat*innen machen Programm“ beläuft sich der Teilnahmebeitrag für Stipendiat*innen auf 30 €, für Alumni*ae auf 117 €.
Für Übernachtung, Verpflegung und Programm ist damit gesorgt, Fahrtkosten zur Hin- und Rückreise
werden für Stipendiat*innen und Neu-Alumni*ae zusätzlich zu stiftungsüblichen Bedingungen erstattet
(siehe Daidalosnet).
KONTAKT
Bei weiteren Fragen, Wünschen oder Vorschlägen könnt ihr uns gern unter
goslar@queerstiftis.org kontaktieren.
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Queer-Stiftis – Jahrestreffen 2015
Detaillierte Informationen zu den Beiträgen
DONNERSTAG, 14.05.
Modes of Being vs. Categories - Queering the Tools of Intersectionality (Prof. Dr. Elahe Haschemi Yekani)
This talk highlights the difficulties that underlie any research agenda premised on categories of social
inequality. While queer theory’s ‘power evasiveness’ and enchantment with ‘fluidity’ have produced self-reflexive critiques – most prominently in the fields of Queer of Colour and Queer Diaspora Critique –, gender
studies’ fixation on categories has turned the paradigm of intersectionality into a form of methodological
‘fix it all’. While rights-based and transnational critiques of the anti-identitarian queer impetus are relevant
and productive, the turn to stable categories or any form of intersectional matrix of identity categories
remains problematic. The mantra “we need categories to make sense of the world” only highlights the need
to revise our analytical tools with which we can grasp forms of inequality as modes of being rather than
as results of intersectional grids. The talk will provide an overview of such queer intersectional models,
approaches that do not necessarily adhere to the dominantly sociological paradigm of intersectionality in
gender studies, but do take into consideration interdependent und interrelational forms of stratification.
FREITAG, 15.05.
Sind wir nicht alle ein bisschen queer? Queer Theory – eine Einführung (Clio und Nora)
Wer oder was ist eigentlich queer? Dieser Workshop richtet sich an alle, die sich das schon immer gefragt
haben. Gemeinsam werden wir uns mit den Grundlagen der Queer Theory als wissenschaftlicher Disziplin
beschäftigen. Es geht um Sexualität, (Hetero-)Normativität, Dekonstruktion, Macht und Marginalisierung.
Dabei wird schnell klar werden, dass queer weitaus mehr als ein hippes Ersatzwort für homosexuelle
Neigungen ist. Queer steht für das Dynamische, das nicht Eingrenz- oder Fassbare. Und es ist die Bezeichnung für etwas Prozesshaftes, etwas Neues, etwas Verrücktes.
Queer Theory für Fortgeschrittene (Patrick Wielowiejski)
In diesem Workshop betrachten wir zwei aktuelle Entwicklungen der Queer Theory: den sogenannten
affective turn sowie den Versuch, Marxismus und queer stärker zusammenzudenken (und ob zwischen
beiden Entwicklungen Verbindungen bestehen). Es sind alle willkommen, die mit den theoretischen
Grundlagen der Queer Theory vertraut sind. Da die konkreten Inhalte des Workshops auch von der Gruppenzusammensetzung abhängen sollen, freue ich mich besonders auf Leute, die sich bereits mit dem
affective turn und/oder marxistischen Theorien auseinandergesetzt haben!
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Intoleranz und Ausgrenzung innerhalb der queeren Szene (Marlin Frickenschmidt)
Die queere Subkultur hat ihr eigenes Repertoire an Standards, Schubladen und Vorurteilen – und besonders marginalisierte Gruppen innerhalb der Szene wie Bisexuelle, Trans*menschen oder Nichtbinäre
kriegen das öfter zu spüren. Und wie in der „Mehrheitsgesellschaft“ sind Rassismus und Abwertung von
Weiblichkeit (z.B. bei Femmes und Tunten) auch bei uns ein Problem. Lasst uns im Workshop was ändern
– indem wir uns selbstkritisch unserer eigenen Intoleranz stellen, sie sichtbar machen und bekämpfen.
Ich und meine Homos: queere Gruppenidentität und Identity Politics (Laura)
Queer ist eigentlich ein schwarzes Loch: kein positiver Identitätsentwurf, keine normierten Verhaltensmuster, die eine Gruppe aufrecht erhalten würden; stattdessen radikale Devianz. Trotzdem scheint
„queer“ eine wichtige Kategorie sozialer Identität zu bleiben. Welche Chancen gibt es für queere Subkultur(en), wenn diese nur ein Konglomerat nicht-festgelegter Individuen sind? Und ist politisches Handeln
„der Queers“ unter diesen Voraussetzungen möglich? Wie können sie gemeinsam und geschlossen für
Rechte, Sichtbarkeit und Präsenz eintreten, wenn es sie gar nicht gibt? Diese Fragen wollen wir aus verschiedenen Perspektiven untersuchen und diskutieren.
Queerer Aktivismus im Nahen Osten (Janika)
Dieser Vortrag baut auf meine aktuelle Forschungsreise in Israel und der Westbank auf, wo ich mich für
meine Masterarbeit mit palästinensischem Queer-Aktivismus und seinen Beziehungen zu internationalen und westlichen LGBTI-Netzwerken befasse. Dieses Thema lässt sich zwar nicht behandeln ohne
die Dynamiken des Nahostkonflikts miteinzubeziehen, doch dieser ist nicht Schwerpunkt meiner Arbeit.
Der Vortrag und die Diskussion sollen vielmehr dazu beitragen, ein differenziertes Bild queerer Identitäten in anderen Teilen der Welt zu zeichnen und dazu anregen, kritisch über (inter)nationalen
LGBTI-Aktivismus nachzudenken.
Workshop: “Those who mind don’t matter...” - Queerness und Hirnforschung
(Frederike und Laura)
Obwohl Homosexualität mittlerweile nicht mehr als psychische Krankheit betrachtet wird, ist das Interesse an (biologischen) Erklärungen von nicht-heterosexuellem Sexualverhalten ungebrochen: Gene, Hormone, Gehirnstruktur und -aktivitäten werden herangezogen, um den Ursachen auf den Grund zu gehen.
Theoretische Ansätze aus Gender und Queer Studies hingegen lehnen ein solches essentialistisches,
deterministisches Menschenbild ab. In diesem Workshop wollen wir untersuchen, inwiefern zwischen
Queer Theory und insbesondere Hirnforschung ein produktiver Austausch möglich ist: Was kann die eine
Disziplin ggf. von der anderen lernen? Welche Fragen lohnt es sich zu fragen?
Workshop: LGBTI Diversity Management – teurer Hype oder realer Wettbewerbsvorteil?
(Sören Landmann)
Seit der letzten Bundestagswahl sitzt mit Barbara Hendricks erstmals eine offen lesbische Frau am Kabinettstisch. Tim Cook, CEO von Apple, wurde für sein öffentliches Coming Out vor wenigen Monaten von den
Medien gefeiert. Und in Deutschland verbietet das AGG Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Identität.
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Queer-Stiftis – Jahrestreffen 2015
Also alles in Butter?
Keineswegs. Denn gleichzeitig verbergen noch immer mehr als die Hälfte der LGBTI* ihre sexuelle Identität auf der Arbeit aus Angst vor einem Karriereknick.
Vor diesem Hintergrund und anhand von sowohl aktuellen Studienergebnissen als auch Best-Practice-Beispielen diskutieren wir gemeinsam Fragen wie z. B.:
• Was hat die sexuelle Identität am Arbeitsplatz verloren? Und wieso könnte sich der Arbeitgeber dafür
interessieren?
• Welche Vorteile bietet LGBTI-Diversity-Management? Wo sind Grenzen?
• Lässt sich ein konkreter wirtschaftlicher Nutzen durch ein Engagement für Vielfalt erzielen?
• Was kann ich auch als einzelne_r Mitarbeiter_in tun, wer sind geeignete Partner und wo sind Widerstände zu erwarten?
Queere Comics (Claudia Conrady)
Gibt es schwule oder gar trans-idente Superhelden? Wie sehen gezeichnete Lesben aus? Was sind
eigentlich Comix? In diesem Workshop entdecken wir graphische Erzählungen aus den USA, Europa und
Japan, die von LSBTQ-Themen handeln. In kleinen Gruppen schauen, lesen, vergleichen und diskutieren
wir. Teilnehmx sind herzlich eingeladen, eigenes Anschauungsmaterial mitzubringen.
Queer im Film (Philipp Schmidt)
La Vie d‘Adèle. Shortbus. Boys don’t cry. – Der Vortrag gibt einen Überblick über queeres Filmschaffen ab
dem New Queer Cinema der frühen 90er Jahre bis zur Gegenwart. Es werden Inhalte und Darstellungen
im ‚queeren Film‘ besprochen, wobei vor allem auf die thematische Auswahl in den Filmen und die Wandlungen in der cineastischen Wiedergabe eingegangen wird. Zudem werden schlaglichtartig einige ästhetische Darstellungsformen hervorgehoben. Der Vortrag will zu Fragen und Diskussionen anregen, für die
es anschließend Zeit geben wird.
SAMSTAG, 16.05.
Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in Bildung und Erziehung (Dr. Stefan Timmermanns)
Der Vortrag gibt Informationen über die Lebenssituation von jungen LSBT, die auch als „vulnerable“
Gruppe bezeichnet werden können. Dann wird der Frage nachgegangen, ob Schule als „homo- und
transnegativer Ort“ bezeichnet werden kann. Es folgen einige ausgewählte Konzepte und Materialien zur
Thematisierung sexueller Vielfalt im pädagogischen Kontext. Zum Schluss wird der Frage nachgegangen,
wer hinter den Bildungsplangegner*innen und „besorgten Eltern“ steckt.
Genderwahn im Bildungsplan? Die Bildungsplangegner*innen und ihre Argumente
(Stefanie Krüger und Julian Scharmacher)
Die Kontroverse um die Verankerung sexueller Vielfalt im baden-württembergischen Bildungsplan hat
auch über die Landesgrenzen hinweg hohe Wellen geschlagen. Es folgten Demonstrationen in Stuttgart
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Queer-Stiftis – Jahrestreffen 2015
und anderen Städten, eine Audienz beim Ministerpräsidenten und ein ähnlich gelagerter Kulturkampf in
Niedersachsen. Wir wollen diese Auseinandersetzungen zum Anlass nehmen, um uns kritisch mit den
vorgebrachten Argumentationen zu befassen, Hintergründe zu beleuchten und einen Umgang mit solchen Debatten zu erarbeiten.
Unterstützung von LSBTIA-Schüler*innen in der Schule (Viktoria Engelke)
Wir nutzen die persönlichen Erfahrungen unserer eigenen Schullaufbahn dafür, konkrete Vorschläge zu
erarbeiten, mit denen wir den Schulalltag für die nächsten Generationen LSBTIA-Schüler*innen verbessern können. Dabei stehen „unsere“ Schüler*innen im Mittelpunkt: Welche Maßnahmen können
ihnen direkt helfen? Wie können wir sie schützen, unterstützen und stärken? Welche Instanz (Schüler*innen – Eltern – Lehrkräfte – Schulleitung etc.) kann was leisten?
Die Aufklärungsarbeit von SchLAu und die Bildungsplandebatte (Lena Schimmel)
Wir Ehrenamtler*innen von SchLAu betreiben in Schulklassen, Jugendgruppen und Unis Aufklärung
zu sexueller Orientierung und geschlechtlicher Vielfalt. In diesem Workshop zeigen wir euch mit einer
kurzen Projektvorstellung und beispielhaften Methoden aus der Praxis unsere Arbeit. Anschließend
möchten wir mit euch diskutieren, wie die Bildungspläne und der Diskurs um die „Frühsexualisierung“
die Arbeit mit Jugendlichen konkret beeinflussen und wie damit umzugehen ist.
Vortrag: Ein queerer Jahresrückblick. (Steven)
Queere Welten sind bunt, laut, inspirierend, anregend und ziemlich unterhaltsam. Das zieht und zeigt
sich unter anderem darin, wie viel öffentlichen Zuspruch und Aufmerksamkeit emotionale Talks einer bekannten Drag-Queen bekommen und welch großen Zulauf die Filme eines jungen Regisseurs des
queeren Kinos haben. Panti Bliss und Xavier Dolan sind nur zwei Namen, die seit dem letzten Bundestreffen im Mai letzten Jahres in Weimar an Bekanntheit in der Mehrheitsgesellschaft gewonnen haben.
Da gibt es aber noch andere. Jene Namen, die mit bestürzenden Ereignissen und irritierenden Entwicklungen in unserer Gesellschaft verbunden sind: der Suizid der 17-jährigen Leelah Alcorn in den USA, die
Kontroverse um Dries Verhoevens Projekt “Wanna Play?” in Berlin und das Zwangs-Outing des stellvertretenden Vorsitzenden des Front National in Frankreich sowie die damit öffentliche Thematisierung des
Homonationalismus. In dieser Retrospektive werden wir aber auch auf die Mumins zu sprechen kommen,
auf das Trio Glenn Greenwald, Laura Poitras und Ed Snowden, den schwulen Imam Muhsin Hendricks und
andere herausragende Menschen und queere Themen.
King! (Nora Nähle)
Schnöde Herrenimitation oder radikaler Akt? In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit der
(De-)Konstruktion von Geschlecht, mit Privilegien und Stereotypen. Wir nähern uns diesen Themen mit
Binder, Bartkleber und viel Augenzwinkern. Ob der Schwerpunkt eher auf theoretischer Reflexion der
kritischen Potenziale von Drag liegen soll oder darauf, das „Passing“ auszuprobieren, richtet sich nach
den Wünschen der Teilnehmenden und der Zusammenarbeit mit dem Drag Queen-Workshop.
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Queer-Stiftis – Jahrestreffen 2015
Drag Queens - Eine Annäherung durch Nachvollzug und Kritik (Andro Dynamo)
Spätestens seit die Fernsehsendung RuPaul’s Drag Race in den USA ausgestrahlt wird, sind Drag Queens
wieder in aller Munde. Sie treten jedoch facettenreich auf und es fällt schwer, ihre Praxis auf nur einen
Nenner zu bringen. Subversives Empowerment oder misogyne Unterhaltung? Die Potentiale und Fallstricke dieser Kulturtechnik wollen wir ausloten indem wir gemeinsam bekannte Queens betrachten,
theoretische Positionen diskutieren und die Transformation in Teilen am eigenen Körper nachvollziehen.
Kreuz und queer – Standpunkte & Perspektiven im theologischen Diskurs zur Homosexualität
(Marius Kneip und Michael Hauber)
In unserem Workshop werden wir verschiedene (christliche) theologische Standpunkte und ihre Argumentationslinien zur Homosexualität anhand exemplarischer Texte kennenlernen: sowohl solche
Stimmen, die homosexuellem Verhalten ablehnend gegenüberstehen, als auch die Stimmen solcher
Theolog*innen, die auf ablehnende Positionen reagieren und/oder eine explizit positive schwullesbische
bzw. queere Theologie entwickeln. Ziel wird es sein, uns gemeinsam eine Art „Landkarte“ theologischer
Positionen zu zeichnen. (Texte in Deutsch, Englisch, Lateinisch mit deutscher Übersetzung)
Schon mal über Beziehungsstrukturen nachgedacht?! Ein Workshop zu Monogamie und Polyamorie
(Stefanie Krüger und Bettina Stošic)
Eine offene Beziehung führen? Zwei oder drei Menschen gleichzeitig lieben? Mit mehreren Menschen in
einem Beziehungsnetz leben? Zu kompliziert und doch lieber ewig monogam? Im Workshop soll es darum
gehen, sich kritisch mit Beziehungsformen auseinanderzusetzen. Eigene Beziehungserfahrungen können
vor dem Hintergrund des im Workshop erworbenen Wissens neu bewertet werden. Erfahrung mit oder
aktuelles Praktizieren von Nicht-Monogamie sind keine Teilnahmevoraussetzungen!
SONNTAG, 17.05.
Zukunftswerkstatt: Projekte, Initiativen, Verantwortung
Die Queer-Stiftis wachsen und verändern sich: Wir sind mehr, jünger, weiblicher,
fachlich diverser geworden und pflegen inzwischen sehr gute Beziehungen mit der Studienstiftung. Was
wollen wir vor diesem Hintergrund aus den Queer-Stiftis machen? Was ist unsere Vision – und welche
konkreten Projekte gehen wir im nächsten Jahr an?
In dieser Zukunftswerkstatt wollen wir Eure Ideen, Ziele und Wünsche an die Queer-Stifits
sammeln – und uns dann gemeinsam auf den Weg machen, einige davon wirklich in die Tat
umzusetzen.
WIR FREUEN UNS AUF EUCH!
Die Organisator*innen des Queer-Stifti-Jahrestreffens 2015:
Marlin, Inga, Laura, Janika, Steven, Kati und Iris
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