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Grünes Blatt Berlin 01-2015

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Pflanzenschutzamt Berlin
Grünes Blatt Berlin 01-2015
vom 29.01.2015
Fachinformation Pflanzenschutz für den Dienstleistungsgartenbau
Noch herrscht kein Winterwetter in der Region. Der Januar zeigt sich bislang von seiner milden Seite,
mit Tagestemperaturen in der Spitze von 12°C und nur wenigen Frosttagen. Die tiefste Nachttemperatur betrug -5°C. Statt Schnee fielen ergiebige Niederschläge und die Sonne ließ sich nur selten blicken. Im Hinblick auf das Austriebsverhalten vieler Frühblüher verzögert die trübe Witterung das zu
schnelle Austreiben. Bei frühaustreibenden Gehölzen wie z.B. bei Pappel und Spitzahorn kann bereits das Knospenschwellen beobachtet werden.
Auch frühe Blumenzwiebeln schieben bereits ihre Köpfe aus dem Boden.
Überprüfung Winterschutz
Bedingt durch die wechselhaften Witterungsbedingungen ist es ratsam den Winterschutz für Stauden
und Ziergehölze zu überprüfen. Insbesondere dicht mit Laub „eingepackte“ Stauden neigen bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt zu einem vorzeitigen Austrieb. Damit erhöht sich die Gefahr von
Frostschäden im weiteren Verlauf des Winters, wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken. Der Winterschutz sollte daher locker um die Pflanzen angebracht werden.
Samtfußrübling & Co.
Abb. 1: Samtfußrübling an Eschenahorn
Abb. 2: Junge Fruchtkörper an Kastanie
Abb. 3: Fruchtkörper u. Rhizomorphe hinter
der Rinde
Auch während der Wintermonate treten vereinzelt frische, einjährige Pilzfruchtkörper an Gehölzen in
Erscheinung. Zu diesen sog. Winterpilzen zählt z. B. der Gemeine Samtfußrübling (Flammulina velutipes). Dieser holzzersetzende Pilz tritt büschelartig sowohl im Stammbereich (Abb. 1) als auch an
stärkeren Ästen, meist im unteren Kronenbereich auf. Die Größe des rostgelblichen Hutes variiert
zwischen 4-10 cm (Abb. 2). Charakteristisch und daher namensgebend für den Pilz ist sein samtig,
Pflanzenschutzamt Berlin, Mohriner Allee 137, 12347 Berlin
E-Mail: pflanzenschutzamt@senstadtum.berlin.de
Internet: www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz
Weitergabe bitte nur im Original.
Bildnachweis:© Pflanzenschutzamt Berlin
Pflanzenschutzamt Berlin, Grünes Blatt Berlin 01-2015 vom 29.01.2015
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braunfilziger Stiel. Ähnlich wie der Hallimasch ist auch der Samtfußrübling in der Lage dunkle Rhizomorphe unter der Rinde zu bilden (Abb. 3).
Der Pilz kann saprophytisch und parasitisch aktiv sein und erzeugt eine Weißfäule. Er kann daher die
Bruchsicherheit seiner Wirtsbäume (Laubgehölze wie Pappel, Weide, Ahorn, Kastanie, etc., selten
an Nadelgehölzen) beeinträchtigen.
Ein weiterer Vertreter der Winterpilze ist der Austernseitling (Pleurotus ostreatus) der als typischer Wundparasit
und Erstbesiedler von Stammschäden und Astungswunden auffällig ist. Der Austernseitling kann an zahlreichen
Laubgehölzen meist büschelig verwachsend auftreten,
wobei er sehr häufig an Rotbuche vorkommt. Frische
Fruchtkörper sind hellbeige bis hellblau-hellgräulich gefärbt und die Hutoberfläche glänzend. Ältere Exemplare
verblassen zunehmend. Die Hutoberfläche verliert ihren
Glanz und verändert sich zunehmend lederartig. Auch dieser Pilz zählt zu den Weißfäuleerregern und kann daher
die Bruchsicherheit seiner Wirtsbäume, je nach Fäuleumfang, beeinträchtigen.
Abb. 4: Austernseitling an Kastanie
Abb. 5: Austernseitling an Buche
Überprüfung des Pflanzenschutzmittelbestands
Zum Anfang des Jahres bietet es sich an, den Lagerbestand an Pflanzenschutzmitteln hinsichtlich Zulassungsfristen und Einsatzmöglichkeiten zu kontrollieren. Grundsätzlich gilt nach Beendigung der
Zulassung, eine Aufbrauchfrist von 18 Monaten.
Beispiel:
Zulassungsende des Pflanzenschutzmittels zum 31.12.2014
 Ende der Aufbrauchfrist am 30.06.2016
Sofern die Zulassung eines Pflanzenschutzmittels ruht oder von Amtswegen widerrufen wurde, gelten
keine Aufbrauchfristen und der Einsatz des entsprechenden Mittels ist unzulässig.
Ausnahme hierbei ist der Widerruf der Zulassung durch den Zulassungsinhaber – in diesem Fall gilt
eine Aufbrauchfrist von 18 Monaten.
Weitergabe bitte nur im Original.
Pflanzenschutzamt Berlin, Grünes Blatt Berlin 01-2015 vom 29.01.2015
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Zum Abgleich von Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln steht Ihnen die Online-Datenbank des
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) unter folgendem Link zur Verfügung: https://apps2.bvl.bund.de/psm/jsp/index.jsp?modul=schritt
Pflanzenschutzmittel deren Zulassungsende bereits über 18 Monate zurückliegt, dürfen nicht mehr
eingesetzt werden und müssen sachgerecht entsorgt werden. Dies kann in Berlin z. B. über die
Schadstoffsammelstellen der Berliner Stadtreinigung (BSR) geschehen. Vollständig entleerte, ausgespülte und trockene Großverpackungen und Gebinde können auch über das PAMIRA-System
(PackMittelRücknahmeAgrar) recycelt werden. Weitere Informationen hierzu unter: http://pamira.de/
Sachkundenachweis Pflanzenschutz
Altsachkundige im Pflanzenschutz müssen ihren Nachweis zur Sachkunde bis zum 26.05.2015 beantragen, da diese ansonsten entfällt.
Grundsätzliches zum Sachkundenachweis:
Alle beruflichen Anwender* von Pflanzenschutzmitteln benötigen nach Novellierung des
Gesetzes zum Schutz der Kulturpflanzen (Pflanzenschutzgesetz – PflSchG) vom 6. Februar
2012 einen Sachkundenachweis. Damit reicht die alleinige, bislang gültige Vorlage eines anerkannten Nachweises über eine abgeschlossene Berufsausbildung, ein Studium oder eine
erfolgreich abgelegte Sachkundeprüfung nicht mehr aus.
*Berufliche Anwender sind Personen, die Pflanzenschutzmittel erwerben, beruflich anwenden, andere nichtsachkundige Personen anleiten (Ausbilder) oder beaufsichtigten, Pflanzenschutzmittel in Verkehr bringen
(auch über das Internet außerhalb gewerbsmäßiger Tätigkeiten) oder über Pflanzenschutzmaßnahmen beraten (auch biologische).
Antragstellung:
Der Antrag ist in dem Bundesland zu stellen, in dem sich der Wohnsitz des Antragstellers befindet. Anträge, die
ans Pflanzenschutzamt Berlin gehen, bitte mit Unterschrift versehen und dann per Post, Fax oder gescannt per
E-Mail senden.
Bei der Antragstellung sind folgende Termine zu beachten:
 „*Alt-Sachkundige“, d. h. Personen, die bereits am 14.Februar 2012 sachkundig im Pflanzenschutz waren
(abgeschlossene Ausbildung zum Gärtner, Landwirt, Forstwirt, abgelegte Sachkundeprüfung etc.), müssen
den Sachkundenachweis bis spätestens 26. Mai 2015 beantragen. Wird dieser Termin versäumt, verfällt
die Sachkunde zum 26. November 2015.
 Alle anderen beantragen den Sachkundenachweis nach Abschluss der Aus-, Fort- oder Weiterbildung bzw.
nach bestandener Sachkundeprüfung.
Sachkundefortbildungen:
Nach §9 PflSchG Abs. 4 ist jeder im Pflanzenschutz Sachkundige verpflichtet, innerhalb eines Zeitraumes von 3
Jahren eine anerkannte Fortbildung wahrzunehmen. Für Altsachkundige* hat dieser Zeitraum am 01.01.2013
begonnen und endet zum 31.12.2015.
Weitere Informationen zur Sachkunde unter:
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz/kontrollen/de/sachkunde.shtml
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz/kontrollen/de/download/Info_Antrag_Sachkundenachweis.pdf
Weitergabe bitte nur im Original.
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Gesundheitswesen
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