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INTERVIEW MIT ALF MEYER, BEREICHSLEITER MATERIALWIRTSCHAFT

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FIRMENPORTRAITS
CEWE STIFTUNG & CO. KGAA
Meerweg 30-32
26133 Oldenburg
Tel. +49 (0)441 / 4 04 - 0
E-Mail: info@cewe.de
Internet: www.cewe.de
BRANCHE
Fotofinishing und Onlinedruck
BESCHÄFTIGTE
3.200
in 24 europäischen Ländern
FIRMENPROFIL
Der Foto- und Online-Druckservice CEWE ist mit
11 hoch technisierten Produktionsstandorten und
ca. 3.200 Mitarbeitern in 24 europäischen Ländern
als Technologie- und Marktführer präsent. CEWE
lieferte im Jahr 2013 rund 2,37 Milliarden Fotos, 5,8
Millionen Exemplare des CEWE FOTOBUCH sowie
Foto-Geschenkartikel an über 34.000 Handelskunden
und erzielte damit einen Konzernumsatz von 528,6
ANSPRECHPARTNER
Andreas F. L. Heydemann
Vorstandsmitglied
nachhaltigkeit@cewe.de
B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2012
Millionen Euro. CEWE ist in der Fotobranche „First
Mover“ bei der Einführung neuer digitaler Technologien und Produkte. Im neuen Geschäftsfeld Online
Druck werden Werbedrucksachen über die Vertriebsplattformen CEWE-PRINT.de, saxoprint und viaprinto
vermarktet. 1961 von Senator h. c. Heinz Neumüller
gegründet, wurde CEWE 1993 von Hubert Rothärmel als Aktiengesellschaft an die Börse gebracht.
Die CEWE Stiftung & Co. KGaA ist im SDAX gelistet.
INTERVIEW MIT ALF MEYER, BEREICHSLEITER MATERIALWIRTSCHAFT/ZENTRALEINKAUF
Herr Meyer, wo sehen Sie beim Thema „Nachhaltigkeit
in der Lieferkette“ die größten Herausforderungen?
Es ist besonders wichtig, dass bei jeder Maßnahme
die Qualität und die Produktsicherheitsanforderungen durchgängig gewährleistet werden. Darüber
hinaus müssen auch Compliance-Richtlinien, also
Fragen zu Ethik, Korruption, soziale Standards,
Arbeitssicherheit und Arbeitsbedingungen etc.
beachtet werden. Diese maßgeblichen Kriterien auf
allen Ebenen durchgängig sicher zu stellen, ist wohl
die größte Herausforderung bei dem Thema Nachhaltigkeit in der Lieferkette. In der europäischen Union nimmt der Bereich Nachhaltigkeit kontinuierlich
an Bedeutung zu. Dadurch ist die Einhaltung unserer
Standards auch deutlich einfacher umzusetzen als
zum Beispiel in Regionen wie Asien. Deshalb müssen
wir künftig ein besonderes Augenmerk auf die Regionen lenken, in denen der Nachhaltigkeitsgedanke
noch nicht so weit fortgeschritten ist. Aufgabe wird
es hier sein, kontinuierlich auch in diesen Regionen
an Verbesserungen zu arbeiten.
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Mit welchen Maßnahmen begegnen Sie in Ihrem
Unternehmen diesen Herausforderungen?
CEWE arbeitet nur mit Lieferanten zusammen, die
entsprechende Qualifizierungen nachweisen können und die sich auch der Weiterentwicklung des
Nachhaltigkeitsgedankens kontinuierlich in ihrem
Geschäftsfeld widmen. Mitgliedschaften unserer Lieferanten in entsprechenden Vereinigungen/Initiativen
wie zum Beispiel vom BME Code of Conduct, UN
Global Compact, BSCI, Fair Trade erleichtern es uns,
unsere Anforderungen der Einkaufsbedingungen im
täglichen Ablauf zu sichern. Unabhängig davon hat
die eigene Kontrolle der Einkaufsbedingungen und
Lieferketten bei CEWE einen hohen Stellenwert. So
überprüfen wir nicht nur regelmäßig mit eigenen Untersuchungen den Bereich Produktsicherheit, sondern
führen zudem Lieferantenaudits (auch in Fernost) vor
Ort selbst durch. Bei der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten setzen wir auf
gemeinsame Weiterentwicklung und Verbesserung
der Standards.
FIRMENPORTRAITS
Wie ist die Reaktion Ihrer Lieferanten und Kunden
darauf?
Die Rückmeldungen unserer Lieferanten, auf dieser
Basis zusammen zu arbeiten, ist durchweg sehr positiv
und bietet große Transparenz. Den hohen Anspruch
von CEWE nehmen viele Lieferanten zum Anlass,
ihre Prozesse und Produkte noch weiter zu verbessern. Dieses gehobene Potential und die optimierten
Prozessabläufe können so von Lieferanten auch auf
andere Kunden übertragen werden.
Welche Chancen sehen Sie für Unternehmen, die über
die gesetzlichen Vorgaben hinaus auf Nachhaltigkeit
in der Lieferkette achten?
Lieferanten zeichnen sich heute nicht mehr nur über
Qualität und Preisniveau aus. Zu den Leistungskriterien in der Lieferkette gehören ebenso Innovationskraft, Prozessknowhow und Logistikkompetenz im
Sinne kurzer Lieferwege, nachhaltiger Transporte
zum Beispiel CO2-neutral und entsprechende Verpackungskonzepte. Diese Aufzählung macht deutlich, dass Unternehmen, die über die gesetzlichen
Vorgaben hinaus Verantwortung in der Lieferkette
übernehmen, sich auf dem Markt qualifizieren.
Wie lässt sich erreichen, dass nicht nur einzelne Vorreiter, sondern die Wirtschaft insgesamt Nachhaltigkeitskriterien beim Supply Chain Management stärker
berücksichtigt?
Kleine und mittelständische Unternehmen können
bei einem großen oder weit entfernten Lieferanten
meist nur Maßnahmen bis zu einem vertretbaren
Aufwand durchführen. Daher hat die Unterstützung
von Initiativen und Verbänden bei der Auswahl der
Nachhaltigkeitsaktivitäten eine große Bedeutung.
Bei der Vielzahl von Verbänden und Initiativen ist
die besondere Herausforderung, den geeigneten
Kooperationspartner zu finden.
Wie kommunizieren Sie Ihre Maßnahmen zur Nachhaltigkeit in der Lieferkette?
Für Lieferanten haben wir die Nachhaltigkeitsanforderungen in den allgemeinen Einkaufsbedingungen
formuliert und verwenden sie grundsätzlich als Fragestellung in jeder Ausschreibung. Wir kommunizieren
unsere Anforderungen auf der CEWE-Homepage
und versehen jede Bestellung mit dem BME Code
of Conduct, so dass auch unsere Kunden aufgeklärt
werden. Außerdem sind wir Mitglied in vielen Initiativen und engagieren uns in deren Fachkreisen,
zum Beispiel durch Berichte und Vorträge zu diesem
Thema. Darüber hinaus wird in dem jährlich erscheinenden Nachhaltigkeitsbericht ausführlich auf die
Maßnahmen zur Nachhaltigkeit in der Lieferkette
eingegangen. Intern kommunizieren wir unser Konzept durch spezielle Nachhaltigkeitstage, zum Beispiel
den Gesundheitstag, in unseren Arbeitskreisen und
auch in Mitarbeitermagazinen.
Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie
für die „Nachhaltigkeit in der Lieferkette“ einfordern?
Optimal wäre eine Vereinheitlichung der Standards
und vor allem der „Gütesiegel“. Das schafft Transparenz und verhindert die Verunsicherung der Shareholder und Verbraucher, da so jederzeit erkennbar
ist, welche Maßnahmen in der Lieferkette umgesetzt
und eingehalten werden. Denkbar wäre da etwas
Vergleichbares wie eine DIN- oder ISO-Zertifizierung,
wie zum Beispiel 14001 für Umwelt und 9001 für
Qualitätsmanagement, auf die Initiativen und Verbände wie TÜV, UN-Global-Compact, BSCI, Fair Trade,
Blauer Engel und so weiter zugreifen können.
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