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Länderbericht Mexiko
Stand: April 2014
Länderbericht Mexiko
Inhaltsverzeichnis
Länderinformationen und allgemeine wirtschaftliche Lage .............................................. 2
Geographische Eckdaten .......................................................................................................................................................... 2
Allgemeine wirtschaftliche Lage ............................................................................................................................................. 3
Außenhandel ....................................................................................................................................................................... 4
Bevölkerungsentwicklung, Beschäftigungs- und Armutssituation ..................................................................................... 6
Situation in der Land- und Ernährungswirtschaft, der Forstwirtschaft und Fischerei ... 8
Agrarflächennutzung und Agrarproduktion ............................................................................................................................. 9
Kaffeeanbau...................................................................................................................................................................... 11
Zuckerrohranbau und Zuckerproduktion .......................................................................................................................... 12
Weinbau ........................................................................................................................................................................... 13
Tierhaltung und Produktion tierischer Erzeugnisse .......................................................................................................... 13
Forstwirtschaft ....................................................................................................................................................................... 15
Fischerei ................................................................................................................................................................................. 17
Agraraußenhandel .................................................................................................................................................................. 17
Agrarpolitische Maßnahmen .................................................................................................................................................. 18
Rahmenbedingungen für Handel und Industrie ............................................................... 20
Handelshemmnisse................................................................................................................................................................. 20
Zusammenarbeit.................................................................................................................. 21
Kooperationen, Projekte, Messen, Unternehmerreisen, Arbeitsgruppen ............................................................................... 21
Ausblick ............................................................................................................................... 22
Kontakte ............................................................................................................................... 24
Anhänge ............................................................................................................................... 26
Länderprofil Mexiko .............................................................................................................................................................. 26
Abkürzungsverzeichnis .......................................................................................................................................................... 28
Statistiken ............................................................................................................................................................................... 29
Produktion und Außenhandel wichtiger Anbaukulturen Mexikos in 2012 ...................................................................... 29
1
2
Länderbericht Mexiko
Länderinformationen und allgemeine
wirtschaftliche Lage
Geographische Eckdaten
Mexiko ist mit einer Fläche von 1.964.375 km² fast sechs Mal so groß wie Deutschland, wobei 1.959.248 km² auf Land und
1
5.127 km² auf Wasser entfallen. Der größte Teil Mexikos (88 %) ist dem nordamerikanischen Kontinent zuzuordnen,
während der südliche Teil bereits zur Landbrücke Zentralamerikas zählt. In Bezug auf die Fläche nimmt Mexiko weltweit
den 13. Platz ein. Mexiko ist über 3.000 km lang, die Breite des Landes schwankt zwischen 200 km am Isthmus von
Tehuantepec und 2.000 km im Norden. Im Nordwesten befindet sich die Halbinsel Niederkalifornien mit einer Länge von
1.200 km, im Südosten liegt die Halbinsel Yucatán, die zum größten Teil zu Mexiko, im Süden aber auch zu Guatemala und
Belize gehört und in ihrer Gesamtausdehnung den Golf von Mexiko vom Karibischen Meer abgrenzt.
Die Gesamtlänge der Landesgrenze beträgt 4.301 Kilometer, davon entfallen 3.152 km auf die gemeinsame Grenze mit den
USA im Norden des Landes. Weiterhin grenzt Mexiko im Südosten an Guatemala (956 km) und an Belize (193 km). Es
besitzt 11.122 km Meeresküste, davon rund 8.000 km am Pazifik und 3.000 km am Atlantik.
Der höchste Punkt Mexikos ist mit 5.610 Meter der Vulkan Pico de Orizaba. Der tiefste Punkt ist mit 10 Metern unter dem
Meeresspiegel Mexicali, die Hauptstadt des Bundesstaates Baja California.
Mexiko ist eine föderale Republik, die aus 31 Bundesstaaten und einem Bundesdistrikt (Distrito Federal) besteht. Die
Bundesstaaten sind in Municipios (Gemeinden) aufgeteilt, der Bundesdistrikt in 16 Delegaciones. Die Bundesstaaten werden
von Gouverneuren regiert.
Die Bundesstaaten Mexikos
Quelle: http://www.mexicodiplomatico.org/mexico.html
1 Quelle: Anuario Estadístico y Geográfico de los Estados Unidos Mexicanos 2013
Länderbericht Mexiko
3
In Mexiko sind nahezu alle Klimazonen anzutreffen: subtropische und Hochgebirgsklimazonen, aride und semiaride sowie
gemäßigte Klimaregionen. Der Südosten des Landes ist mit 8 bis 10 humiden Monaten dem Übergangsbereich der
sommerfeuchten äußeren Tropen zuzuordnen, die Regionen im Bereich des nördlichen Wendekreises können den ganzjährig
ariden Subtropen zugerechnet werden, während im äußersten Westen (Baja California) das Winterregenklima Kaliforniens
vorherrscht. Während im Süden und Südosten des Landes durchaus ganzjährig Niederschläge fallen können, herrscht in den
sonstigen Regionen, insbesondere in der Mitte des Landes der Wechsel zwischen Trocken- und Regenzeit vor, wobei letztere
sich auf den Zeitraum von Mai bis Oktober konzentriert.
Allgemeine wirtschaftliche Lage
Die mexikanische Wirtschaft hat sich seit der globalen Finanzkrise 2008-09 nach einer deutlichen Kontraktion um -6% in
2009 in den Folgejahren mit realen Wachstumsraten von 5,5% in 2010 und jeweils 3,9% in den Jahren 2011 und 2012
vergleichsweise schnell wieder erholt. Gleichwohl hat sich das Wachstum in 2013 aufgrund der weltweiten Konjunkturlage,
einer schwachen Binnennachfrage und struktureller Defizite in einigen Schlüsselsektoren (insbes. im Energiesektor) deutlich
verlangsamt. Nach Informationen des nationalen Statistikamtes INEGI und der Internet-Datenbank „www.datos.macro.com“
wuchs das BIP Mexikos in 2013 um 1,1% und erreichte umgerechnet einen Wert von 947,6 Mrd. €. Damit liegt Mexiko im
weltweiten Vergleich der größten Volkswirtschaften auf Rang 14 (zum Vergleich: D = Rang 4). Legt man allerdings das
BIP/Kopf (8.003 €) zugrunde, fällt Mexiko auf Rang 63 der Weltrangliste ab (D = Rang 12). Der internationale
Währungsfonds IWF und die OECD gehen rechnen damit, dass sich das Wachstum der mexikanischen Wirtschaft in 2014
und 2015 zwischen 3% und 3,5% bewegen wird.
Der größte Teil des BIP Mexikos wird im Dienstleistungssektor (61%) und in der verarbeitenden Industrie (18%)
erwirtschaftet. Ferner tragen Bergbau (darunter Ölexploration) sowie die Strom-, Wasser- und Gaserzeugung knapp 10%, der
Bausektor 7,5% und der Agrarsektor 3,5% zum BIP bei. Rechnet man den Ernährungssektor und damit die Sparten
Ernährungsindustrie, Getränke- und Tabakerzeugung zum Agrarsektor hinzu, ergibt sich für den Agrar- und
Ernährungssektor ein BIP-Anteil von knapp 9%.
Die mexikanische Wirtschaft wird in zentralen Bereichen von einigen großen Unternehmen dominiert. Darunter sind allen
voran die großen Energieversorger Pemex (Petróleos Mexicanos) und CFE (Comisión Federal de Electricidad – größter
Stromproduzent Lateinamerikas) zu nennen, ferner Telmex (Telekommunikation), Cemex (Zementhersteller), Banamex
(Privatbank), Televisa und TeleAzteca (Medien), Femsa und Grupo Modelo (Getränkeindustrie), Grupo Bimbo
(Lebensmittel) sowie Industrias Peñoles (Bergbau). Im Automobilbereich, der hinter den mineralischen Brennstoffen im
Export eine zentrale Rolle spielt, sind Nissan und Volkswagen die größten Produzenten Mexikos. Die Exporte des
Automobilsektors stiegen 2013 um 10,6% und damit signifikant stärker als die der verarbeitenden Industrie (+4,2%). Mexiko
ist heute der achtgrößte Produzent und viertgrößte Exporteur von Fahrzeugen weltweit. Weitere wichtige Deviseneinnahmen
werden im Export von Flachbildschirmen und Haushaltsgeräten der sog. „weißen Linie“ (Küchengeräte, Waschmaschinen,
etc.), im Tourismus und durch Überweisungen („remesas“) im Ausland (vorwiegend in den USA und Kanada) lebender
Mexikaner erzielt.
Mexiko ist als Schwellenland gleichzeitig Mitglied der OECD und ebenfalls Mitglied der G20, deren Präsidentschaft es 2012
innehatte. Seit Anfang der neunziger Jahre hat sich Mexiko – nicht zuletzt auch durch den Abschluss des
nordamerikanischen Freihandelsabkommens NAFTA in 1994 – zunehmend den Außenmärkten geöffnet. Die stärkere
Freihandelsorientierung zeigt sich allerdings noch nicht allen Bereichen. Einerseits wurden die Ende 2013 beschlossenen
Reformen zur Öffnung des mexikanischen Energiesektors noch nicht umgesetzt, andererseits werden sensible Teile des
mexikanischen Agrarsektors noch durch höhere Zollbarrieren geschützt. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen,
dass sich aufgrund teilweise komplizierter technischer Handelsabwicklungen sowie sanitärer und phytosanitärer
Einfuhrvorschriften der Zugang zum mexikanischen Markt deutlich schwieriger gestaltet als dies bei reiner Betrachtung der
Zolltarife zum Ausdruck kommt. Insofern ist die von Mexiko verfolgte Freihandelspolitik – zumindest für den Agrar-und
Ernährungsbereich – zu relativieren.
4
Länderbericht Mexiko
Außenhandel
Mexiko hat sich über eine Reihe von Handelsabkommen mit wichtigen Absatz- und Bezugsmärkten gut vernetzt und dadurch
seine Absatzmöglichkeiten auf wichtigen Exportmärkten verbessert. Darunter sind insbesondere der 1994 in Kraft getretene
nordamerikanische Freihandelsvertrag NAFTA (USA, Kanada, Mexiko), das 2000 in Kraft getretene Freihandelsabkommen
mit der EU, ferner die Pazifik-Allianz (Mexiko, Kolumbien, Peru und Chile) zu nennen, deren Handelsteil erst mit dem am
10.02.2014 unterzeichneten Zusatzprotokoll in Kraft getreten ist. Darüber hinaus sind Handelsverträge mit Ländern der
2
ALADI-Gruppe , mit der EFTA, ferner mit Japan, Israel und Panama geschlossen worden.
Der mit Abstand wichtigste Handelspartner Mexikos sind – sowohl export- als auch importseitig – die USA. Knapp 80% der
mexikanischen Gesamtausfuhren und knapp 50% der mexikanischen Einfuhren werden mit den USA abgewickelt. Während
sich die Struktur der Zielländer auf Exportseite in den letzten zwanzig Jahren kaum zu Lasten der USA verändert hat, ist bei
den Herkunftsregionen der Importe im selben Zeitraum eine zunehmende Diversifizierung festzustellen. Anfang der 1990er
Jahre lag der Anteil der mexikanischen Importe aus den USA an den Gesamtimporten Mexikos noch bei 65-70%; dieser USAnteil hat sich in den letzten beiden Dekaden sichtbar zugunsten der EU, Chinas, Japans und Südkoreas verlagert. Gemessen
3
am Gesamthandel 2013 sind die bedeutendsten Zielregionen der mexikanischen Exporte (380,2 Mrd. USD):
•
•
•
•
•
•
•
•
•
USA (78,8%),
EU (5,3%); darunter Spanien mit 1,9% und Deutschland mit 1%,
Kanada (2,7%),
China (1,7%),
Brasilien (1,4%),
Kolumbien (1,2%),
Japan (0,6%),
Venezuela (0,6%),
Chile (0,5%).
Die Importseite des mexikanischen Außenhandels ist wesentlich stärker auf verschiedene Herkunftsregionen verteilt als die
Exportseite. Die mexikanischen Gesamtimporte 2013 (381,2 Mrd. USD) stammten insbesondere aus folgenden
Herkunftsländern/-regionen:
•
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•
•
•
•
•
USA (48,9%),
China (16,1%),
EU (11,3%); darunter Deutschland mit 3,5%, Italien mit 1,5%, Spanien und die Niederlande mit jeweils 1,1%,
Japan (4,5%),
Südkorea (3,5%),
Kanada (2,6%),
Brasilien (1,2%),
Costa Rica (0,8%).
Mit Blick auf das Jahr der Inkraftsetzung des Vertrages zur Errichtung der nordamerikanischen Freihandelszone NAFTA
1994 werden in den nationalen Außenhandelsstatistiken des mexikanischen Wirtschaftsministeriums als Referenz auch die
Handelströme aus dem Jahr 1993, also unmittelbar vor Inkraftsetzung des Vertrages, ausgewiesen. Vergleicht man auf dieser
Grundlage die Außenhandelsstruktur des Jahres 1993 mit der des Jahres 2013, so lässt sich aus mexikanischer Sicht in den
letzten Jahren zwar ein handelsschaffender, aber kein handelsumlenkender Effekt zugunsten des NAFTA-Blocks feststellen.
Von 1993 bis 2013 hat sich der Außenhandel Mexikos zu Lasten der NAFTA-Partner USA und Kanada verschoben. Der
NAFTA-Anteil an den mexikanischen Exporten geht von knapp 86% 1993 auf knapp 82% in 2013 zurück. Bei den
mexikanischen Importen ist diese Verschiebung deutlicher: 1993 kamen noch 71% der mexikanischen Importe aus den USA
und Kanada, 2013 ging dieser Anteil auf 52% zurück. Von dieser Verschiebung haben insbesondere die asiatischen Staaten
China, Japan, Südkorea und Taiwan profitiert, die in Tab. 1 in der „Restwelt-Gruppe“ enthalten sind. Entsprechende
Verlagerungen zeigen sich auch in den jeweiligen Handelsbilanzen. Während die Gesamthandelsbilanz Mexikos knapp
2 ALADI = Asociación Latinoamericana de Integración (Mitgliedsländer: Argentinien, Brasilien, Bolivien, Chile, Ecuador, Kolumbien, Kuba, Mexiko, Panama,
Paraguay, Peru, Uruguay und Venezuela)
3 Quelle: Secretaría de Economía de México, Subsecretaría de Comercio exterior
Länderbericht Mexiko
5
ausgeglichen ist, weist sie in 2013 gegenüber der EU mit -23 Mrd. USD und gegenüber der Restwelt mit – 9 Mrd. USD
deutliche Defizite auf. Deutlich positiv ist die mexikanische Handelsbilanz mit den USA, wozu insbesondere die
Rohölexporte beitragen.
Tab. 1: Struktur des mexikanischen Außenhandels (Gesamthandel 1993 – 2013)
Ziel- und Herkunftsregionen der mexikanischen Ex-/ Importe
Welt
Exporte 2013 (Mio. USD)
Exporte 2013 in %
Importe 2013 (Mio. USD)
Importe 2013 in %
Handelsbilanz 2013
in Mio. USD
Exporte 1993 (Mio. USD)
Exporte 1993 in %
Importe 1993 (Mio. USD)
Importe 1993 in %
Handelsbilanz 1993
in Mio. USD
NAFTA
USA
Kanada
EU
Restwelt
380.188,6
309.980,1
299.528,2
10.451,8
19.767,4
50.441,1
100,0
81,5
78,8
2,7
5,2
13,3
381.210,2
197.109,0
187.261,9
9.847,0
42.693,1
141.408,1
100,0
51,7
49,1
2,6
11,2
37,1
-1.021,6
112.871,1
112.266,3
604,8
-22.925,7
-9.096,7
51.886,0
44.474,4
42.911,5
1.562,9
2.703,8
4.707,8
100,0
85,7
82,7
3,0
5,2
9,1
65.366,5
46.470,0
45.294,7
1.175,3
7.908,0
10.988,5
100,0
71,1
69,3
1,8
12,1
16,8
-13.480,5
-1.995,6
-2.383,2
387,6
-5.204,2
-6.280,7
Quelle: Secretaría de Economía; Exportaciones e Importaciones Totales de México
Gemessen am gesamten Handelsaufkommen Mexikos ist der bilaterale Handel mit Deutschland immer noch vergleichsweise
gering. Gleichwohl ist Deutschland mit einem Anteil von 3,5% an den mexikanischen Importen das bedeutendste Lieferland
innerhalb der EU. Bei den mexikanischen Exporten in die EU liegt Spanien als Absatzmarkt vorn (1,9% der mex. Exporte),
wobei dieser Anteil zu rd. 90% auf Erdöllieferungen basiert. Deutschland nimmt bei den mexikanischen Exporten in die EU
nach Spanien den zweiten Rang ein. Insgesamt liegt der Anteil Deutschlands an den mexikanischen Exporten aber nur bei
1%. Die wichtigsten Lieferprodukte im bilateralen Handelsaustausch zwischen Mexiko und Deutschland sind:
•
•
Mexikanische Exporte nach D: Kraftfahrzeuge und -Zubehörteile, Maschinen, Speichergeräte, Fototechnische
Produkte, TV-Bildschirme, elektrisches Material, Naturhonig, Spirituosen.
Mexikanische Importe aus D: Kraftfahrzeuge, -teile und -zubehör, Pharmazeutische Produkte, Plastik- und
metallische Materialien.
Mexiko verspricht sich von dem Anfang 2014 unterzeichneten Zusatzprotokoll zur Regelung und weiteren Liberalisierung
des Handels im Rahmenabkommen zur Errichtung der Pazifik-Allianz (Mexiko, Chile, Kolumbien und Peru) weitere
Handels- und Wirtschaftsimpulse. Dieser Allianz dürften zukünftig voraussichtlich noch Costa Rica und Panama beitreten.
Ob dieser neue Handelsblock die von Mexiko erhofften Wirtschaftsimpulse entfalten wird, bleibt abzuwarten. Sie sollten in
jedem Fall nicht überschätzt werden, da der Handelsaustausch Mexikos mit seinen Partnern in der Pazifik-Allianz in 2012
gerade einmal 2,5% (exportseitig) bzw. 0,8% (importseitig) seiner jeweiligen Gesamtexporte bzw. –importe ausmachte und
ferner ein Großteil der als sensibel eingestuften Agrartarifpositionen mit längeren Übergangsperioden (bis max. 2030) beim
gegenseitigen Zollabbau versehen wurde.
Größere Erwartungen hat Mexiko mit Blick auf die Verhandlungen zur Schaffung der Trans-Pacific Partnership (TPP),
zumal zu dieser Gruppe eine Reihe von asiatischen Wachstumsstaaten gehören, mit denen Mexiko bislang noch keine
Handelspräferenzen vereinbart hat und die für den mexikanischen Export sehr interessant sein könnten. Verhandelt wird
zwischen Australien, Brunei, Chile, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur, USA und Vietnam. Die
6
Länderbericht Mexiko
Verhandlungen sind im April 2014 ins Stocken geraten, wofür u.a. gegenläufige US- und japanische Handelsinteressen
verantwortlich sind. Japan hat tendenziell größere Schwierigkeiten bei der Marktöffnung für Agrarprodukte und die USA
ihrerseits im Bereich der Automobilproduktion. Sicherlich dürfte es auch bei den anderen Verhandlungspartnern noch
weitere Marktbefindlichkeiten geben, für die entsprechende Kompromisslösungen auszuhandeln sind.
Bevölkerungsentwicklung, Beschäftigungs- und Armutssituation
Im Unterschied zu Deutschland und anderen Nationen mit vergleichsweise hohem Pro-Kopf-Einkommen, deren langfristiges
Bevölkerungswachstum eher abnimmt und in denen – wie in D – z.T. auch Bevölkerungsrückgänge zu erwarten sind, dürfte
nach vorliegenden nationalen Bevölkerungsprojektionen die mexikanische Bevölkerung bis 2020 jährlich um etwa 1%
zunehmen, anschließend mit leicht abnehmenden Wachstumsraten weiter ansteigen, um in 2050 eine Bevölkerungszahl von
rd. 150 Millionen Menschen zu erreichen. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber der aktuellen Bevölkerungszahl (rd. 119
Mio. Einwohner) um insgesamt 26%. Ungeachtet einer mit ca. 5% vergleichsweise niedrigen Arbeitslosenquote weist
Mexiko schon heute alarmierende Armuts- und Beschäftigungskennziffern auf, wobei die Erwerbssituation durch einen
immer noch sehr hohen Beschäftigtenanteil (rd. 60%) im informellen Sektor geprägt ist und damit weitreichende negative
Effekte (geringe Kaufkraft, keine Sozialversicherung, keine Steuerbeiträge, etc.) für Staat und Gesellschaft zu erwarten und
aufzufangen sind. Erschwerend kommt das allgemein niedrige Schul- und Ausbildungsniveau vieler Mexikaner hinzu, das
nicht zuletzt auch auf defizitäre öffentliche Schul- und Ausbildungseinrichtungen zurückgeht und tendenziell stärker im
infrastrukturell weniger entwickelten ländlichen Raum zum Tragen kommt.
Vor diesem Hintergrund werden entsprechende langfristig orientierte Sozial- und Strukturpolitiken zur Verbesserung der
Bildungs-, Beschäftigungs- und Armutssituation in Mexiko für die weitere nachhaltige Entwicklung des Landes eine zentrale
Rolle spielen. Im Nationalen Entwicklungsplan (2013-2018) der mexikanischen Regierung werden die elementaren
sozialpolitischen Herausforderungen (Verbesserung der Bildungssituation, Verringerung der Armut, etc.) zwar bereits
adressiert, jedoch fehlen bis dato noch die entsprechenden Umsetzungssvorhaben / Strategien, um die unter dem Stichwort
„México Incluyente“ formulierten Sozialziele auch erreichen zu können.
4
Nach Erhebungen des Nationalen Rates für die Evaluierung der Sozial- und Entwicklungspolitik (CONEVAL ) hat sich die
Armutssituation in Mexiko in den letzten Jahren noch nicht wesentlich verbessert.5 Es ist zwar die Zahl der in extremer
6
Armut lebenden Mexikaner von 13 Millionen (11,3% der Bevölkerung) in 2010 auf 11,5 Millionen Menschen (9,8% der
Bev.) in 2012 zurückgegangen. Die Zahl der insgesamt von Armut betroffenen Mexikaner ist im selben Zeitraum jedoch von
52,8 Millionen (46,1% der Bev.) auf 53,3 Millionen (45,5% der Bev.) gestiegen. Die dennoch festzustellende geringfügige
Verringerung der Armutsquote ist demnach auf den Anstieg der Bevölkerung Mexikos von 114,5 Mio. in 2010 auf 117,3
Millionen Menschen in 2012 zurückzuführen.
Bei weiterer Differenzierung der Armutskennziffern in die Kategorien „städtisch (Armutsquote 40,6%) / ländlich
(Armutsquote 61,6%)“, „indigen (Armutsquote 72,3%) / nicht indigen (Armutsquote 42,6%)“ sowie nach Alter und
7
Geschlecht bestätigt sich die Erwartung einer höheren Armutsquote im ländlichen Raum und dort insbesondere bei der
indigenen Bevölkerung.
Direkt verknüpft mit der hohen Armutsquote ist der mangelhafte Zugang zu Nahrung. Rd. ein Viertel der mexikanischen
Bevölkerung leidet an Mangel- oder Fehlernährung. Letztere beinhaltet zunehmend auch das Problem der Adipositas, mit
wachsender Tendenz auch bei Kindern unter 5 Jahren. Bereits für 2008 weist die FAO hinsichtlich der über 20-jährigen
Mexikaner eine Adipositas-Rate von 33% aus, was deutlich über dem regionalen Durchschnitt für Lateinamerika und der
Karibik (23%) liegt.
4 CONEVAL = Consejo Nacional de Evaluación de la Política de Desarrollo Social
5 An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die von CONEVAL ermittelten nationalen Armuts- und Nahrungszugangs-Kennziffern mit der FAO-Methodik zur
Erfassung von Hunger und Unterernährung nicht vergleichbar sind.
6 Nach der hier zugrundeliegenden Erfassungsmethodik sind jene Personen von extremer Armut betroffen, die bei mindestens 3 Sozialindikatoren Defizite
aufweisen sowie deren Gesamteinkommen niedriger ist als die ermittelten Referenzkosten für den Warenkorb bei Grundnahrungsmitteln. Als Sozialindikatoren
werden berücksichtigt: Bildungsstand, Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen, Zugang zur sozialen Sicherung, Qualität und Größe des Wohnraums, Zugang
zu haushaltsbezogenen Versorgungsdienstleistungen, Zugang zu Nahrung.
7 Zur ländlichen bzw. ruralen Bevölkerung werden die Menschen gerechnet, die in Orten mit weniger als 2.500 Einwohnern leben.
Länderbericht Mexiko
7
Die mexikanische Regierung hat im März 2013 eine Strategie (Kreuzzug) zur Bekämpfung des Hungers (Cruzada
Nacional contra el Hambre - CNCH) verabschiedet, in der 400 Schwerpunktgemeinden mit gezielten Sozial- und
Strukturmaßnahmen zur Linderung von Armut und Hunger unterstützt werden sollen. Darüber hinaus sollen hierfür im
Agrarbereich die Nahrungsmittelproduktion und Einkommen der Kleinbauern erhöht und die Nachernteverluste verringert
werden. Es bleibt noch abzuwarten, mit welchen der zahlreichen hierfür vorgesehenen Unterstützungsprogrammen diese
Ziele am ehesten und vor allem dauerhaft erreicht werden können. CONEVAL hat in einem ersten im Oktober 2013
vorgelegten Evaluierungsbericht eine Reihe von Teilaspekten der CNCH kritisiert. So sei nicht hinreichend deutlich
dargelegt worden, wie die o.g. Aspekte „Erhöhung der Einkommen von Kleinbauern“ und „Verringerung von
Nachernteverlusten“ in der Gesamtstrategie überhaupt berücksichtigt werden sollten. Das Hauptproblem dürfte in der
Koordinierung, Dosierung, regionalen Implementierung und im Monitoring zahlreicher Einzelmaßnahmen liegen, zumal die
von Hunger besonders betroffenen Zielgemeinden infrastrukturell schwer zugänglich sind. Aufgrund dieser besonderen
Problematik scheint es trotz aller bisher vorgetragenen Kritik, u.a. auch an der Errichtung und Funktionsweise regionaler
„Suppenküchen“, verfrüht, die Wirksamkeit der CNCH als Gesamtstrategie zu bewerten.
Tab. 2: Armutssituation in Mexiko – Vergleich zwischen 2010 u. 2012
Indikatoren
Bev.-Anteil in %
Bev.-Zahl (in Millionen)
1. Armut
2010
2012
2010
2012
Bevölkerung in Armut
46,1
45,5
52,8
53,3
darunter:
Bevölkerung in extremer Armut
11,3
9,8
13,0
11,5
20,7
19,2
23,7
22,6
Mangelhafter Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen
29,2
21,5
33,5
25,3
Mangelhafter Zugang zur sozialen Sicherung
60,7
61,2
69,6
71,8
Mangel an Wohnraumgröße u. -qualität
15,2
13,6
17,4
15,9
Mangelhafter Zugang zu wohnraum-bezogenen
Versorgungsdienstleistungen
22,9
21,2
26,3
24,9
Mangelhafter Zugang zu Nahrung
24,8
23,3
28,4
27,4
19,4
20
22,2
23,5
52
51,6
59,6
60,6
2. Defizite im Sozialbereich
Bildungsdefizite
3. Einkommen
Bevölkerung mit Einkommen unterhalb der
Kosten für den Warenkorb für
Grundnahrungsmittel
Bevölkerung mit Einkommen unterhalb der
Kosten für den Warenkorb für Nahrungsmittel u.
sonst. notwendige Konsumgüter
Quelle: Presseerklärung des CONEVAL v. 29.07.2013 zur Berechnung der Armutskennziffern für das Jahr 2012
8
Länderbericht Mexiko
Situation in der Land- und Ernährungswirtschaft,
der Forstwirtschaft und Fischerei
Trotz vergleichsweise geringer Anteile am BIP (Anteil 3,5%), an der Gesamtbeschäftigung (Anteil rd. 12%) und am
Außenhandel (Anteil rd. 7%) ist der Agrarsektor im ländlichen Raum Mexikos nach wie vor die zentrale Einkommens- und
Nahrungsgrundlage für rd. 24 Mio. Menschen und damit für ein Fünftel der mexikanischen Bevölkerung. Bei einer
weitergehenden Disaggregation des mexikanischen Agrarprodukts (2013) lässt sich feststellen, dass mit 64% der
Schwerpunkt in der Pflanzenproduktion liegt, gefolgt von der Tierproduktion mit 31%, dem Forstsektor mit 3% und der
Fischerei/Aquakultur mit 2%.
Im Unterschied zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die seit 2009 deutliche Erholungstendenzen aufwies und sich in
2013 etwas verlangsamte, wurde die Entwicklung des mexikanischen Agrarsektors durch singuläre Einflussfaktoren
überlagert. Zu nennen sind hier insbesondere witterungsbedingte Ertrags- und Einnahmeverluste (bis 2011 in erster Linie
Dürreeinflüsse) sowie stärkere Preisschwankungen auf den internationalen Agrarmärkten. Im Ergebnis sind im Agrarsektor
Mexikos reale Wachstumsraten von +2,9% in 2010, -2,6% in 2011, +6,7% in 2012 und ein schwach negatives Wachstum in
2013 zu verzeichnen. Der im Vergleich zur Gesamtwirtschaft in 2013 zu beobachtende stärkere reale Wachstumseinbruch im
Agrarsektor dürfte z.T. den vielerorts aufgetretenen Sturm- und Überschwemmungsschäden infolge der im September 2013
herrschenden Tropenstürme „Ingrid“ und „Manuel“ geschuldet sein.
Unter Einbeziehung der Ernährungsindustrie einschl. der Getränke- und Tabakproduktion liegt der Anteil des Agrar- und
Ernährungssektors am mexikanischen BIP bei rd. 9%. Während die Primärproduktion (Land- und Forstwirtschaft, Fischerei)
von 1994 bis 2010 im jährlichen Durchschnitt real „nur“ um 1,9% zulegen konnte, wuchs die Ernährungsindustrie im selben
Zeitraum um durchschnittlich 2,5% pro Jahr. Das langsamere Wachstum in der Primärproduktion wird in einer vom
8
mexikanischen Landwirtschaftsministerium (SAGARPA) und von der FAO gemeinsam erstellten Studie vor allem auf
folgende Faktoren zurückgeführt:
•
•
•
•
•
•
•
geringer technischer und unternehmerischer Ausstattungsgrad, Bildungsdefizite,
unzureichende technologische Innovationen,
geringes Produktivitätsniveau zahlreicher landwirtschaftlicher Betriebe,
begrenzte Marktorientierung und unzureichende Vermarktungsstrukturen,
begrenzter Zugang zu Finanzkapital,
regional unterschiedliche sanitäre und phytosanitäre Rahmenbedingungen und
ein hohes Produktionsausfallrisiko.
In der o.g. Untersuchung wird darüber hinaus eine Differenzierung sog. ländlicher Wirtschaftseinheiten (Unidades
Económicas Rurales – UER) vorgenommen. Hiernach werden 6 Typen/Gruppen unterschieden:
Zahl der UER
%-Anteil
Gruppe
Ø-Verkaufserlöse
pro Jahr in € *)
1: reine Subsistenz-Landwirtschaft
1.192.029
22,4
---
2: Subsistenzbetriebe mit gewisser lokaler Marktorientierung
2.696.735
50,6
3.247
3: Betriebe im Übergang zur Marktproduktion
442.370
8,3
5.741
4. Marktorientierte Agrarbetriebe mit geringer Rentabilität
528.355
9,9
8.939
5: aufstrebende Agrarunternehmen
448.101
8,4
33.084
6: dynamische Agrarunternehmen
17.633
0,4
688.235
5.325.223
100,0
---
Gruppe
Insgesamt
*) Zur Umrechnung der Verkaufserlöse in € wurde der Wechselkurs 1€ = 17 Peso zugrundegelegt
8 Diagnóstico del sector rural y pesquero de México 2012 (SAGARPA mit Unterstützung der FAO)
Länderbericht Mexiko
9
Von den insgesamt 5,3 Millionen identifizierten ländlichen Wirtschaftseinheiten sind etwa 80% (Gruppen 1-3) nicht bzw.
9
kaum marktorientiert und haben praktisch keinen Zugang zu Agrarkrediten und notwendigen Vorleistungsgütern. Das
Bildungsniveau in diesen Wirtschaftseinheiten ist äußerst niedrig, die Flächenerträge sind gering und die bewirtschafteten
Flächen sind vielfach kleinparzellierte sog. „Ejido“- bzw. Allmend-Flächen, die den früheren Enteignungs- und
Agrarreformschritten insbesondere zwischen 1910 und 1940, aber auch nachfolgenden Zuweisungen von
Landnutzungsrechten entstammen und seit dieser Zeit der ländlichen Bevölkerung zur Landbewirtschaftung überlassen
wurden, ohne den Bewirtschaftern die Eigentumsrechte an den Parzellen zu übertragen. Noch heute sind 51% der Flächen
Mexikos staatliche Ejido-Flächen mit bestimmten Nutzungsrechten und -regelungen. Darunter befinden sich auch Wald-,
Weide- und Siedlungsflächen.
Die Veräußerung dieser Flächen an Private ist zwar grundsätzlich möglich, wird jedoch aufgrund zahlreicher
Zustimmungsnotwendigkeiten und Nutzungsauflagen insbesondere durch die Entscheidungsgremien der „Ejidatarios“ de
facto kaum praktiziert. Dies – und auch die temporäre Übertragung von Landnutzungsrechten an Dritte – betrifft
insbesondere außerlandwirtschaftliche Nutzungsinteressen (z.B. Bergbau, Tourismus, Verkehrsinfrastruktur), wirkt sich aber
nicht zuletzt auch auf die landwirtschaftliche Entwicklung selbst aus, da das Ejido-System den Strukturwandel behindert.
Durch die erbbedingte zunehmende Zersplitterung der Ejido-Parzellen (ursprünglich 10 ha Bewässerungsland bzw. ein
entsprechendes Flächenäquivalent im Trockenfeldbau) ist ein Großteil der mexikanischen Agrarflächen viel zu klein (häufig
nur 4 ha oder weniger), um sie effizient bewirtschaften, damit Kosten senken und darüber hinaus die Flächenproduktivitäten
erhöhen zu können. Auch wenn Letzteres ein zentrales Anliegen der mexikanischen Regierung ist, ist derzeit nicht davon
auszugehen, dass die noch für dieses Jahr angekündigte Agrarreform Vorschläge zu grundlegenden Veränderungen dieser
sensiblen Landnutzungs-, Landeigentums- und Landveräußerungsrechte enthalten wird. Hierfür sprechen auch viele negative
soziale und Umwelt-Effekte infolge umfangreicher Landkäufe, die verstärkt in den letzten zehn Jahren von ausländischen
Investoren in anderen lateinamerikanischen Ländern aus strategischen Erwägungen zur Sicherung der eigenen Rohstoff- und
Ressourcen-Grundlage getätigt wurden und häufig – wenn auch nicht immer sachgerecht – als „land grabbing“ bezeichnet
werden.
Agrarflächennutzung und Agrarproduktion
Von der Gesamtfläche Mexikos (ohne Inseln) mit rd. 196 Mio. ha entfallen (Referenz: 2007)
• 30 Mio. ha (15,3%) auf Ackerflächen einschl. Dauerkulturen, davon rd. 5,3 Mio. ha bewässert,
• 30 Mio. ha (15,3%) auf Grünland,
10
• 65 Mio. ha (33,2%) auf Waldflächen (einschl. degradierte Flächen mit Sekundärvegetation),
• 53 Mio. ha (27,0%) auf sog. Matorral-Flächen (Flächen mit strauchartiger Vegetation),
• 2,6 Mio. ha (1,3%) auf Wasserflächen,
• 1,3 Mio. ha (0,7%) auf Siedlungsflächen und
• 14,1 Mio. ha (7,2%) auf sonstige Flächen.
Für die Einschätzung des Entwicklungspotenzials des mexikanischen Agrarsektors sind die Wasserverfügbarkeit, die Landbzw. Landnutzungsrechte, Fachkenntnisse der Landbewirtschaftung, Tierproduktion und des Futterbaus sowie der jeweilige
Mechanisierungsgrad wichtige Einflussfaktoren. Bzgl. der Wasserverfügbarkeit sei an dieser Stelle erwähnt, dass der Anteil
der Agrarflächen mit Bewässerungssystemen an der gesamten landwirtschaftlichen Flächennutzung in Mexiko in den letzten
11
Dekaden zwar angestiegen ist, in 2007 mit 5,3 Mio. ha aber nicht mehr als 18% der Acker- und Dauerkulturfläche Mexikos
ausmachte. Hier besteht sicherlich noch weiteres Entwicklungspotenzial sowohl quantitativ (Ausweitung der
Bewässerungsfläche) als auch qualitativ (Modernisierung der Bewässerungstechnik).
9 SAGARPA weist im Arbeitspapier „Ier Informe de Labores 2012-2013“ darauf hin, dass weniger als 10% dieser Agrarbetriebe Zugang zu institutionellen
Agrarkrediten hat.
10 Bei den zur bewaldeten Fläche gehörenden Teilflächen mit unterschiedlichen Vegetationstypen und Degradierungsgraden gehen die Definitionen und
Zuordnungen in offiziellen Statistiken und Studien Mexikos sehr stark auseinander. Die mexikanische Forstkommission CONAFOR weist in verschiedenen
Berichten zum Forstsektor mit Bezug auf das Referenzjahr 2007 insgesamt rd. 138 Mio. ha bewaldete Fläche aus. Dies entspräche 70% der Landesfläche
Mexikos. Dabei eingerechnet sind die gesamte o.g. Matorralfläche sowie die sonstigen Flächen ohne Vegetation und mit Sekundärvegetation. Vgl. hierzu auch
die Ausführungen zum Forstsektor.
11
Es liegen in einigen Studien zwar Hinweise für einen weiteren deutlichen Anstieg der Bewässerungsflächen ab 2007 vor, diese Hinweise konnten aber nicht in
offiziellen Statistiken belegt werden.
10
Länderbericht Mexiko
Die wichtigsten Feldfrüchte Mexikos sind Mais, Sorghum, Bohnen, Weizen und Gerste, wobei sowohl mengen- als auch
flächenmäßig der Anbau von Mais – wichtigstes Grundnahrungsmittel der Mexikaner – mit Abstand die größte Rolle
spielt. 2012 wurden auf knapp 7 Mio. ha 22 Mio. Tonnen weißer Körnermais geerntet. Zusätzlich zum Körnermais, der für
die menschliche Ernährung bestimmt ist, wird in größerem Umfang insbesondere aus den USA gelber Mais als Ergänzung
im Futtermittelbereich eingeführt. Mexiko ist mittlerweile bei allen zentralen Feldkulturen auf größere Importmengen
angewiesen. Dies gilt neben Mais als Futtermittel (rd. 9 Mio. t Nettoimporte in 2012) insbesondere für Weizen (4 Mio. t
Nettoimporte), Soja (rd. 3,5 Mio. t Nettoimporte), Sorghum (1,7 Mio. t Nettoimporte) und Reis (0,8 Mio. t Nettoimporte).
Die mexikanische Regierung hat sich u.a. zum Ziel gesetzt, diese zunehmende Importabhängigkeit bei den traditionellen
Feldkulturen zu reduzieren. Sie hat dafür im Rahmen des Agrarsektorprogramms 2013-2018 und in weiteren
Agrarreformschritten eine Reihe von Maßnahmen als Anreiz für entsprechende nationale Produktions- und
Produktivitätssteigerungen angekündigt (vgl. hierzu auch die Ausführungen im Kapitel „Agrarpolitische Maßnahmen“).
Tab. 3: Entwicklung der Produktion pflanzlicher Erzeugnisse in Mexiko von 2008 – 2012
(Angaben in Tsd. Tonnen)
Produktgruppe
2008
Getreide/Körnerpflanzen
2)
2009
2010
1)
2011
2012
37.498
32.323
36.096
28.993
34.878
518
399
608
951
916
54.556
51.633
53.237
52.964
54.204
58.373
54.417
55.524
48.056
59.415
Früchte
16.750
16.281
15.907
16.279
16.136
Gemüse
11.107
10.695
11.477
10.880
12.679
Gesamt
178.802
165.748
172.849
158.123
178.228
Ölsaaten 3)
Industriepflanzen
Futterpflanzen
1)
2)
3)
4)
5)
6)
7)
4)
5)
umfasst 52 Erzeugnisse, die 94% des Produktionswerts der mexikanischen Pflanzenproduktion repräsentieren
umfasst Reis, Gerste, Bohnen, Kichererbsen, Körnermais, Sorghum und Weizen
umfasst Baumwollkerne und Soja
umfasst Agave, Zuckerrohr, Kaffee, Kakao und Kopra
umfasst Alfalfa, Futterhafer, Futtermais und Futterhirse bzw. –sorghum
umfasst 13 Leitkulturen, darunter insbesondere rote Tomaten, grüne Chili, Zwiebeln, Kartoffeln, Möhren, Kürbis und grüne Tomaten
umfasst 17 Leitkulturen, darunter insbesondere Orangen, Bananen, Limetten/Zitronen, Mangos, Wassermelonen und Avocados
Quelle:
SAGARPA 2013; Ier Informe de Labores 2012 - 2013
Tab. 4: Anbauflächen und Produktionsmengen der bedeutendsten Ackerkulturen in Mexiko 2012
Anbaukultur
Prod.-Wert
(in Mio. €)
Prod. (Tsd. t)
Ertrag (t/ha)
Körnermais
6.923,9
22.069,3
3,19
235,9
5.206,2
Körnersorghum
1.820,0
6.969,5
3,83
200,7
1.398,8
Bohnen (Frijol)
1.559,0
1.081,0
0,69
750,2
811,0
Weizen
578,8
3.274,3
5,66
212,2
694,8
Gerste
328,2
1.031,5
3,14
225,0
232,1
Sojabohnen
142,3
247,5
1,74
414,8
102,7
Kichererbsen
133,5
271,9
2,04
622,5
169,3
67,2
1.801,6
26,81
348,7
628,2
Kartoffeln
1)
Preis (€/t)
1)
Erntefläche
(Tsd. ha)
Zur Umrechnung in € wurde der Wechselkurs 1 € = 17 mex. Peso zugrundegelegt
Quelle: Elektronische Datenbank des Servicio de Información Agroalimentaria y Pesquera (SIAP) und eigene Berechnungen
Zusätzlich zu den klassischen einjährigen Feldkulturen sind bzgl. der Ackerflächennutzung noch rd. 2,4 Mio. ha Futtergräser,
1,8 Mio. ha Futtergetreide und 0,4 Mio. ha Alfalfa zu nennen, wobei – wie bereits erwähnt – diese Futtergrundlage durch
umfangreiche Importlieferungen insbesondere aus den USA zur Deckung des Futtermittelbedarfs in der tierischen
Produktion ergänzt werden muss.
Länderbericht Mexiko
11
Im Unterschied zu den klassischen einjährigen Feldkulturen ist Mexiko bei tropischen und subtropischen Früchten sowie bei
Tomaten, Gurken, Melonen, Chilis, Erdbeeren, Walnüssen und kleinfrüchtigen Beeren zunehmend exportorientiert und
generiert in diesen Sparten beachtliche Deviseneinnahmen. Eine große Bedeutung für die mexikanische Agrar- und
Ernährungswirtschaft, nicht zuletzt auch im Hinblick auf saisonale und ganzjährige Beschäftigungsmöglichkeiten im
ländlichen Raum, haben zahlreiche Dauer- und mehrjährige Kulturen wie Kaffee, Kakao, Zuckerrohr und Agave (zur
Tequila-Produktion), Avocados, Weintrauben, Mangos, Zitrusfrüchte, Walnüsse, Bananen, Ananas, Papaya und Brombeeren.
Knapp 40% des Produktionswertes, der in der pflanzlichen Erzeugung erzielt wird, entfallen auf Dauer- und mehrjährige
Kulturen, 37% auf einjährige Feldfrüchte der Frühjahres-/Sommer-Saison und 23% auf Feldfrüchte der Herbst-/
Wintersaison. Unter den Dauer- und mehrjährigen Kulturen wurden 2012 die höchsten Produktionswerte bei Zuckerrohr (rd.
2 Mrd. €), Avocados (977 Mio. €), Rohkaffee (509 Mio. €), Weintrauben (417 Mio. €), Orangen (354 Mio. €), Bananen (340
Mio. €), Limetten (289 Mio. €), Walnüssen (281 Mio. €), Mangos (242 Mio. €), Brombeeren (228 Mio. €), Äpfel (177
Mio. €), Papayas (156 Mio. €) und Ananas (133 Mio. €) erzielt.
Kaffeeanbau
Der Kaffeeanbau ist in Mexiko zwar bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts eingeführt worden, wurde aber erst gegen Ende
des 19. Jahrhunderts wirtschaftlich bedeutend. Regionale Anbauschwerpunkte sind die südlichen bzw. südöstlich gelegenen
Bundesstaaten Chiapas, Veracruz, Oaxaca und Puebla mit einem heutigen Anbauflächenanteil von 84% (Nationale
Erntefläche in 2011/12 = 688 Tsd ha, davon 97% Arabica- und 3% Robusta-Sorten). Die Entwicklung des Kaffeeanbaus in
Chiapas (Anbauflächenanteil: 40%) wurde seinerzeit maßgeblich durch deutsche und spanische Einwanderer sowie durch
Engländer aus Guatemala vorangetrieben. Noch heute werden die größeren und produktiveren Kaffeeplantagen in Chiapas
von deutsch-stämmigen Familien betrieben. Allerdings ist der Kaffeeanbau in Mexiko überwiegend durch kleinbetriebliche,
kaum wettbewerbsfähige Strukturen geprägt. Im ganzen Land dürften etwa 500-600 Tsd. Kleinbauern u.a. vom Kaffeeanbau
leben. Hinzu kommen saisonale Erntehelfer aus den Anbauregionen selbst bzw. aus dem benachbarten Guatemala, um für
mehrere Monate im Süden Mexikos Kaffee zu pflücken (Haupterntezeit: Januar bis März).
Aufgrund der stark zersplitterten Anbauflächen, die von Kleinbauern in Ejido-Gemeinden bewirtschaftet werden, reicht eine
Kaffeeanbaufläche unter 5 ha bei Kaffeepreisniveaus der Jahre 2012/2013 nicht aus, um ausschließlich davon leben und
darüber hinaus strukturverbessernde Investitionen tätigen zu können. Häufig wird der kleinbetriebliche Kaffeeanbau ergänzt
durch andere Kulturen wie etwa Bananenstauden, Kakao- und Mangobäume, die auf derselben Fläche auch zur Beschattung
der Kaffeepflanzen dienen, sowie durch die Hausgartenproduktion und die Haltung von Hühnern und Schweinen mit dem
Ziel der Selbstversorgung. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass 66% der Kaffee-Kleinbauern indigenen Ursprungs
sind und auf entlegenen Marginalstandorten leben.
Der in den letzten drei Jahren in Mittelamerika verstärkt aufgetretene Kaffeerost (Befall mit dem Pilz “Hemileia vastatrix”)
hat zu beachtlichen Ertragseinbußen geführt und damit die wirtschaftliche Situation der Kaffeebauern erheblich erschwert. In
der Folge konzentrieren sich die Bauern entweder auf den Anbau der kostengünstigen Kaffeerost-resistenten, aber aus
Qualitäts- und geschmacklichen Gründen geringere Preise erzielende Kaffeesorte „Robusta“ (vorzugsweise in niedrigeren
Lagen unter 600 m) oder sie versuchen, schrittweise die hochwertigeren Arabica-Sorten durch neue rost-resistente ArabicaSorten zu ersetzen. Letzteres ist angesichts kleiner Anbauflächen, des höheren Investitionsaufwands und der ertragslosen
Phase in den ersten 4-5 Jahren nach der Neuanpflanzung aber für viele Kleinbauern wirtschaftlich nicht realisierbar.
Erschwerend kommt hinzu, dass Kleinbauern mit Ejido-Flächen kaum Zugang zu Agrarkrediten haben und diese mit
Zinssätzen von 15-20% und zu kurzen Laufzeiten überdies wenig attraktiv sind.
Eine stärkere genossenschaftliche Organisation oder zumindest die ersten Aufbereitungsschritte (Schälen, Fermentieren,
Trocknen, etc.) in gemeinsamen größeren Verarbeitungsanlagen vorzunehmen, scheitert vielerorts am mangelnden Vertrauen
in die Verlässlichkeit der jeweiligen Partner. Eine weitere Option ist der in jüngster Zeit zunehmend in Anspruch
genommene Kaffee-Vertragsanbau, der insbesondere durch den Nestlé-Konzern im Süden Mexikos verstärkt praktiziert und
beworben wird, um sich homogene und kontinuierliche Mengen an Rohkaffee für die Herstellung von Instant- bzw.
Industriekaffee zu sichern (die bevorzugte Sorte hierfür ist Robusta). Die Abnehmer des Rohkaffees stellen die Inputs und
geben z.T. auch die Bewirtschaftungs- und Erntepraktiken vor, dafür verpflichten sich die Kleinbauern, die vereinbarten
Produktionsmengen zu einem bestimmten Preis an den Vertragspartner abzuliefern. Weitere Optionen – allerdings eher in
besser organisierten Kaffee-Erzeugergemeinschaften realisierbar – könnte die Umstellung auf organischen Anbau oder auch
„Fair Trade-Kaffee“ sein, wofür die entsprechenden Vermarktungswege und verlässliche Zertifizierungsprozesse jedoch
12
Länderbericht Mexiko
noch zu etablieren wären. Auch ist mit der Umstellung auf organischen Anbau nicht automatisch eine bessere
Wirtschaftlichkeit garantiert, da höhere Produktionskosten aufzufangen sind.
Ob und inwieweit der Kaffeeanbau in Mexiko weiterhin in kleinbetrieblichen Strukturen aufrecht erhalten werden kann,
hängt zwar nicht zuletzt auch von der weiteren Entwicklung der Kaffeepreise ab, dürfte aber maßgeblich vom Willen der
Kleinbauern selbst sowie von strukturpolitischen Maßnahmen der mexikanischen Regierung bestimmt werden, Kaffeeanbau
und Erstverarbeitung stärker genossenschaftlich zu organisieren und diesen Umstrukturierungsprozess – ggf. gekoppelt mit
Programmen zur Anbaudiversifizierung – mit staatlichen Mitteln längerfristig zu flankieren. In 2011/12 exportierte Mexiko
rd. 203 Tsd t Kaffee, davon 76% Rohkaffee (café verde), 23% Industrie- bzw. löslichen Kaffee und nur 1%
gerösteten/gemahlenen Kaffee. Letzteres zeigt, dass die Kaffee-Röstung und damit ein bedeutender Teil der Wertschöpfung
des Exportkaffees nicht in Mexiko selbst, sondern im Ausland generiert wird, wobei u.a. die Kaffee-Röstereien in
Deutschland eine wichtige Rolle spielen. Verschiedene Rohkaffee-Produzenten in Chiapas beurteilten ein mögliches
stärkeres Engagement im Bereich der Kaffeeröstung für Exportzwecke aber eher skeptisch, da dieses Segment ein hohes
Maß an Know how, Technologie und nicht zuletzt auch den Zugang zu zahlreichen Rohkaffee-Sorten verschiedener
Erzeugerregionen erfordere, um die Kaffeemischungen permanent an sich ändernde Konsumpräferenzen anpassen zu
können.
Zuckerrohranbau und Zuckerproduktion
Die mexikanische Zuckerwirtschaft gehört zu den ältesten Agroindustrien des Landes und beschäftigte lt. Angaben von
SAGARPA in 2011/12 direkt rd. 450.000 Personen. Im Erntejahr 2011/12 wurden auf 704 Tsd. ha 46,2 Mio. t Zuckerrohr
geerntet und auf dieser Grundlage rd. 5 Mio. t Zucker in gut 50 Zuckerfabriken produziert. Die bedeutendsten regionalen
Produktionsstandorte sind Veracruz (37% der Zuckerproduktion), San Luis Potosí und Jalisco (jeweils 11%) sowie Oaxaca
und Chiapas (mit jeweils 6%). Bis einschließlich 2008 konnte die Zuckerrohrproduktion tendenziell ansteigen, in 2009 fiel
sie aufgrund unzureichender Niederschlagsmengen auf 42 Mio. t zurück und hat erst in 2012 wieder die vergangenen
Höchststände um rd. 50 Mio. t erreicht. Die relativ langsame Erholung der Produktion wird von SAGARPA neben den
unzureichenden Niederschlägen bis 2011/12 auch auf höhere Düngemittelpreise und damit eine unzureichende Düngung
sowie auf eine ungünstige Altersstruktur mit zu geringen Neuanpflanzungen zurück geführt. Ungeachtet dessen konnte aber
schon ein Jahr später insbesondere aufgrund ausreichender Niederschlagsmengen eine Zuckerrohr-Rekordernte erzielt und
rd. 7 Mio. t Zucker produziert werden. Davon wurden 2,7 Mio. t bzw. 166% mehr als im Vorjahr exportiert. Die ersten
Vorschätzungen für die Ernte 2013/14 deuten ebenfalls auf eine gute Zuckerrohrproduktion hin. Die außergewöhnlich hohen
Zuckerexportmengen Mexikos in 2013 (2,62 Mio. t) wurden zu knapp 90% in die USA geliefert und lösten damit u.a. einen
bilateralen Handelsstreit zwischen beiden Ländern aus, der bis dato noch nicht beigelegt ist. Die USA werfen Mexiko
Zuckerlieferungen zu Dumping-Preisen vor.
Selbst wenn die jüngsten Produktions- und Exportdaten des mexikanischen Zuckersektors in Bezug auf seine
Wettbewerbsfähigkeit einen positiven Eindruck vermitteln, so werden von der mexikanischen Regierung dennoch eine Reihe
von Maßnahmen für erforderlich gehalten, um die Produktivität des Zuckerrohranbaus in Mexiko nachhaltig zu steigern:
•
•
•
•
•
•
Verstärkter Anbau mit Bewässerung (bislang 60% im Trockenfeldanbau);
Vermehrter Einsatz verbesserter Zuckerrohr-Sorten;
Beseitigung von Infrastrukturdefiziten;
Verbesserung der fachlichen Praxis;
Zugang zu und Bereitstellung von angemessenen Agrarkrediten;
Verbesserung des Ernte-Managements.
Es ist davon auszugehen, dass die für dieses Jahr (vorauss. zweite Jahreshälfte) angekündigte Agrarreform u.a. Maßnahmen
zur Erhöhung der Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit des mexikanischen Zuckersektors enthalten wird.
Länderbericht Mexiko
13
Weinbau
Der mexikanische Weinanbau hat zwar eine vergleichsweise lange Tradition – erster Weinanbau bereits im 16. Jhd. – ,
12
gleichwohl wird das nationale Weinangebot zu rd. 70% durch Importe bestimmt, darunter in erster Linie aus Chile,
Spanien, Italien, Argentinien, USA, Frankreich und Deutschland. In 2012 wurden in Mexiko auf rd. 27 Tsd. ha 375 Tsd. t
Wein- und Tafeltrauben geerntet. Der durchschnittliche Hektarertrag lag bei knapp 14 t. Auf dieser Grundlage wurden - lt.
13
einer aktuellen Marktstudie des ICEX - in 2013 rd. 18 Mio. Liter Wein produziert. Der mexikanische Weinsektor ist durch
die Aktivitäten von über 100 Weinkellereien geprägt, die zusammen gut 1.000 verschiedene Weinetiketten herausgeben. Die
wichtigsten Weinanbaugebiete sind Sonora (70%) und Baja California (13%), hauptsächlich gefolgt von Zacatecas (12%),
Aguascalientes (3%), Coahuila (1%) und Querétaro (1%). Die bedeutendsten Rebsorten sind:
• Rotweine:
Barbera, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Claret, Grenache, Merlot, Misión Nebbiolo, Petite Sirah,
Ruby Cabernet, Tempranillo und Zinfandel.
• Weißweine: Chardonnay, Chenin Blanc, Fumé Blanc, French Colombard, Sauvignon Blanc und Semillion.
Obwohl im Bundesstaat Sonora der größte Teil der Rebfläche liegt, konzentriert sich die Weinproduktion vor allem auf Baja
California (Ensenada) und Coahuila (Parras). In diesen Regionen konnten die Ernteerträge und Mostmengen aufgrund des
Einsatzes moderner Technologien deutlich gesteigert werden.
Mit einem Weinkonsum von ca. 0,75 l/Kopf der Bevölkerung ist Mexiko noch weit von den Weinkonsum-Niveaus
Frankreichs (48 l), Italiens (37 l), Spaniens (20 l) und Deutschlands (20 l) entfernt. Gleichwohl ist die Tendenz ansteigend,
was auch in wachsenden Importmengen insbesondere in 2013 zum Ausdruck kommt. Nach der bereits zitierten ICEX-Studie
ist Mexiko zwar ein Land, in dem deutlich mehr Bier als Wein konsumiert wird, aber gerade in den größeren städtischen
Zentren (Weinkonsum pro Kopf wird dort auf 8 l geschätzt) scheint Wein zunehmend auch für jüngere Generationen
interessant zu werden. Bei einer Differenzierung des Weinkonsums in Rot- und Weißweine zeigt sich mit 56% eine klare
Präferenz für Rotweine, Weißweine liegen bei 14% und Schaumweine bei 12%. Die restlichen Weine sind insbesondere
Likör- und Dessertweine; Rosé-Weine werden bislang kaum nachgefragt.
Bei zu erwartendem weiter anziehenden Weinverbrauch in Mexiko ergäben sich auch für deutsche Weine zusätzliche
Absatzchancen und dies – trotz vergleichsweise niedrigerer Nachfrage – evtl. sogar eher im Weißwein-Segment, das derzeit
im unteren und mittleren Preisband sehr stark von chilenischen Weinen bedient wird. Im Weinhandel mit Mexiko ist
allerdings zu beachten, dass sich durch Sondersteuer (IEPS - Impuesto Especial sobre Producción y Servicios)14 und MWSt
(16%) der Preis für Weine ab Zolllager um fast 50% erhöht. Insofern sind die Spielräume für qualitativ höherwertige und
teurere Importweine begrenzt und kommen eher für Konsumenten mit höheren Einkommen in Frage.
Tierhaltung und Produktion tierischer Erzeugnisse
In der mexikanischen Tierhaltung sind in den letzten 10 Jahren nur kleinere Verschiebungen festzustellen. Während der
Rinderbestand mit knapp 32. Mio. Tieren in 2012 nur geringfügig über dem Bestand von 2003 (31,5 Mio. Tiere), aber
immerhin deutlich unter dem Bestandsniveau des Vorjahres (rd. 33 Mio. Tiere) liegt, haben sich Schaf- und Hühnerbestände
im selben Zeitraum (2003-2012) durchschnittlich um +2,3%/Jahr (Schafe) bzw. um +2,5%/Jahr (Hühner) erhöht. Bei
Schweinen lag die durchschnittliche jährliche Bestandsänderung bei +0,9%. Dem gegenüber waren die Bestandszahlen bei
Puten, Ziegen und Bienenstöcken leicht rückläufig. Insbesondere der Rinderbestand und auch die wirtschaftliche Situation
der Rinderhalter waren durch Dürreinflüsse insbesondere in 2011 und 2012 stark betroffen. Aufgrund der mangelhaften
Futtergrundlage ging der Bestand an Fleischrindern in Weidehaltung in 2012, insbesondere im Norden Mexikos, um rd.
1 Mio. Tiere zurück.
12 Chile ist nur mengenmäßig auf Rang 1 der Weinexporteure nach Mexiko; wertmäßig ist Spanien mit Abstand führend, womit auch deutlich wird, dass
Spanien ein qualitativ höherwertiges Weinsegment (insbesondere Rotweine aus dem Rioja- und Duero-Anbaugebiet) in Mexiko bedient.
13 ICEX: El mercado del vino en México; Februar 2014
14 Die IEPS liegt bei alkoholischen Getränken bis 14% Alkoholgehalt bereits bei 26,5%, bei Alkoholgehalten zwischen 14% und 20% liegt die IEPS bei 30% und
für Alkoholgehalte über 20% liegt sie bei 53%.
14
Länderbericht Mexiko
Tab. 5: Entwicklung der Tierbestände in Mexiko von 2003 bis 2012 (Anzahl der Tiere in Tsd.)
Tierart
Rinder
2003
31.476,6
2007
31.395,9
2011
32.936,3
2012
31.925,2
Veränd.
2012/11
-3,1%
davon:
- Fleischrinderbestand
- Milchviehbestand
29.306,9
2.169,7
29.091,3
2.304,6
30.553,9
2.382,4
29.526,5
2.398,6
-3,4%
0,7%
Schweine
14.625,2
15.273,7
15.547,3
15.857,9
2,0%
Schafe
6.819,8
7.478,5
8.219,4
8.405,9
2,3%
Ziegen
8.991,8
8.885,1
9.004,4
8.743,9
-2,9%
Geflügel
418.721,0
491.539,1
514.210,6
520.726,4
1,3%
davon:
- Hühner (Fleischprod.)
- Legehennen
- Puten
259.372,0
154.542,7
4.806,3
305.959,8
181.289,8
4.289,5
324.686,7
185.446,0
4.077,9
329.917,2
186.793,4
4.015,8
1,6%
0,7%
-1,5%
1.727,2
1.741,0
1.847,7
1.898,2
2,7%
Bienen (B.-Stöcke in Tsd.)
*)
*)
vorläufige Zahlen
Quelle: Servicio de Información Agroalimentaria y Pesquera (SIAP) und eigene Berechnungen
Längere aussagefähigere Zeitreihen der nationalen Fleisch-, Milch- und Eierproduktionsdaten deuten allerdings auf eine
wesentlich dynamischere Entwicklung hin als es o.a. Tierbestandsdaten vermuten lassen. So stiegen von 1993 bis 2013 die
Rindfleischerzeugung durchschnittlich um +1,8%/Jahr, die Schweinefleischerzeugung um +2,2%/Jahr, die
Schaffleischproduktion um +3,6%/Jahr und die Hühnerfleischerzeugung sogar um +5,2%/Jahr. Die Kuhmilchproduktion
erhöhte sich in den letzten 20 Jahren um durchschnittlich +2%/Jahr, die Erzeugung von Eiern um jährlich um +3,6%.
Lediglich die Erzeugung von Honig und Ziegenfleisch war im Beobachtungszeitraum leicht rückläufig. Bei Putenfleisch
(Zeitreihe erst ab 2003 verfügbar) deutet der Trend der letzten 10 Jahre ebenfalls nach unten.
Tab. 6: Entwicklung der Produktion tierischer Erzeugnisse in Mexiko von 1993 bis 2013
Produkt
Rindfleisch
Schweinefleisch
Ø jährl.
Veränd.
1993-2013
1993
(in Tsd. t)
2003
(in Tsd.t)
2012
(in Tsd. t)
2013
(in Tsd. T)
1.256,5
1.503,8
1.820,5
1.808,3
1,8%
821,6
1.035,3
1.238,6
1.280,9
2,2%
Schaffleisch
28,7
42,2
57,7
58,1
3,6%
Ziegenfleisch
41,5
42,2
41,5
40,2
-0,2%
Hühnerfleisch
1.040,0
2.155,6
2.791,6
2.837,8
5,2%
Putenfleisch
n.v.
25,4
20,6
18,9
Kuhmilch
7.404,1
9.784,4
10.880,9
10.926,8
2,0%
Eier
1.233,6
1.872,5
2.318,3
2.516,1
3,6%
62,0
57,1
58,6
54,5
-0,6%
Honig
---
Quelle: Confederación Nacional de Organizaciones Ganaderas (CNOG); Información Económica Pecuaria 23
Insgesamt hat sich die Produktion tierischer Erzeugnisse in Mexiko in den letzten 20 Jahren deutlich erhöht und damit auch
eine größere Nachfrage nach Futtermitteln geschaffen. Diese wurden zunehmend importiert. Aufgrund der nur allmählich
zunehmenden Binnennachfrage der breiten Bevölkerungsschicht mit geringerem Einkommen dürfte ein beachtlicher Teil
dieser Angebotszunahme im Fleischbereich auf den Exportmärkten abgesetzt worden sein. Dies gilt insbesondere für
Rindfleisch, ferner für Schweinefleisch- und Milchprodukte, aber weniger für Geflügelfleisch, das aufgrund des niedrigeren
Preisniveaus sehr stark auf dem mexikanischen Binnenmarkt abgesetzt wird. Entsprechendes gilt auch für Eier und
Länderbericht Mexiko
15
Eiprodukte. In Mexiko liegt der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch bei Hühnerfleisch mittlerweile bei etwa 30 kg, bei Rindfleisch
ist er leicht rückläufig und liegt derzeit (2013) bei 16 kg, bei Schweinefleisch liegt er bei 16,5 kg und bei Putenfleisch bei 1,5
kg.
Selbst wenn die Pro-Kopf-Verbrauchsmengen bei tierischen Erzeugnissen in den kommenden Jahren nicht weiter ansteigen
sollten, müssten dennoch die Eigenproduktion oder alternativ die Importe von tierischen Erzeugnissen in den nächsten Jahren
signifikant erhöht werden, um – nach vorliegenden Bevölkerungsprognosen – in 2050 rd. 150 Millionen mexikanische
Verbraucher zu versorgen. Unter diesen Annahmen ergäbe sich bei Rindfleisch eine Inlandsnachfrage von rd. 2,4 Mio. t
(+34% über Prod.-Niveau 2013), bei Schweinefleisch von rd. 2,5 Mio. t (+93% über Prod.-Niveau 2013) und bei
Hühnerfleisch von rd. 4,5 Mio. t (+59% über Prod.-Niveau 2013). Allein dieses Sektorbeispiel deutet die Dimension der
künftigen Herausforderungen an die Agrar- und Ernährungswirtschaft und an die Agrar- und Handelspolitik für eine
nachhaltige Ernährungssicherung an, nicht nur in Mexiko (vgl. hierzu auch die Ausführungen im Kapitel „Ausblick“).
Forstwirtschaft
Die mexikanische Forstwirtschaft ist mit einem Anteil von knapp 3% am Agrarprodukt 2013 wirtschaftlich zwar wesentlich
weniger bedeutend als der Ackerbau und die Tierproduktion, spielt aber im Hinblick auf die Erhaltung der Biodiversität und
der natürlichen Lebensräume sowie mit Blick auf den Klimawandel eine zunehmend wichtige Rolle. Hinzu kommt, dass mit
rd. 60% der größte Teil der mexikanischen Naturwald- und Forstflächen analog zur Agrarlandnutzung den „Ejidos“ und
„Comunidades“ (kleine Dorfgemeinschaften) unter Auflagen zur Bewirtschaftung überlassen wurden. Unter diesen
Kleinbauernfamilien befinden sich zahlreiche indigene Bevölkerungsgruppen, die sehr stark auf Subsistenzproduktion
ausgerichtet sind und daher auch die Naturwald- und Forstflächen – neben Ackerbau und Viehhaltung – traditionell mit
nutzen (Holzentnahme für Bau- und Energiezwecke, Jagd, etc.).
Tab. 7: Wald- und sonstige Ökosystemflächen in Mexiko 2007
Ökosystem
Forsten
(Bosques)
Vegetationstyp/
Differenzierung
Buschsavannen
(Matorral)
Sonst. Naturflächen
Sekundär-Veg.
2.286,1
Insgesamt
7.783,5
Anteil an Naturfläche insg.
Nadelwälder
Primär-Veg.
5.497,4
Mischwälder
8.840,6
4.034,3
12.874,9
9,3%
Laubwälder
6.955,5
4.163,3
11.118,8
8,1%
feuchte Bergwälder
Naturwald
(Selva)
Fläche (Tsd. ha)
5,6%
844,5
858,2
1.702,6
1,2%
Naturwälder (Bergland)
3.557,9
10.504,3
14.062,2
10,2%
Naturwälder (Tiefland)
7.254,5
8.615,3
15.869,7
11,5%
Mangrove-Wälder
826,9
59,7
886,6
0,6%
Galeriewälder, nat.
Palmwälder, etc.
574,8
6,3
581,1
0,4%
semi-aride Zonen
18.181,2
2.475,1
20.656,3
14,9%
aride Zonen
33.555,5
2.717,4
36.272,9
26,3%
Nat. Weiden, Veg. mit
Salzpflanzen, etc.
12.118,7
4.113,9
16.232,6
11,8%
98.207,5
39.833,8
138.041,3
100%
Naturflächen insgesamt
Quelle: CONAFOR (2013); Propuesta de Actualización – Programa Estratégico Forestal para México 2025, S. 14
Nach einer in 2011 durch die mexikanische Forstbehörde CONAFOR vorgenommenen Kategorisierung der Nutzflächen und
der nicht bzw. nur begrenzt nutzbaren Naturschutzflächen werden 38,7 Mio. ha bewaldete Fläche als schützenswerte Fläche
mit Nutzungsverbot bzw. mit beschränkter Nutzung ausgewiesen. Dazu gehören u.a. 175 Naturschutzgebiete mit einer
Fläche von 25,3 Mio. ha. In die Kategorie „nutzbare Flächen“ fallen 119,6 Mio. ha. Davon sind 15,9 Mio. ha bewaldete
Flächen mit hohem forstwirtschaftlichen Produktionspotenzial, da diese Wälder durch Überschirmungsgrade von mindestens
50% und mittlere Baumgrößen von mindestens 16 m gekennzeichnet sind. Ferner werden 14,7 Mio. ha degradierte
Waldflächen mit Sekundärvegetation und Erosionsschäden ausgewiesen, in denen Renaturierungs- und
16
Länderbericht Mexiko
Erneuerungsmaßnahmen durchzuführen sind. Bei Addition dieser drei Flächenkategorien ergibt sich eine Gesamtfläche von
173 Mio. ha. Berücksichtigt man die bereits aufgeführten Acker-, Grünland- und Matorral-Flächen, können diese 173 Mio.
15
ha keinesfalls nur bewaldete Flächen umfassen, sondern dürften sowohl gewisse Matorral- als auch Grünlandflächenanteile
enthalten. Insofern sollte man die Naturwald- und Forstflächen im engeren Sinne hinsichtlich ihrer Dimension nicht
überschätzen. In diesem Zusammenhang spielt auch die zunehmende Flächennutzungskonkurrenz zur ackerbaulichen und
viehwirtschaftlichen Nutzung eine wichtige Rolle. Nach Angaben eines in 2013 durch CONAFOR erstellten Arbeitspapiers
(Quelle siehe Tab. 7) erhöhte sich beispielsweise von 1993 bis 2007 die agrarische Flächennutzung in Mexiko um 5,4 Mio.
ha, während im selben Zeitraum die Waldfläche um 6,2 Mio. ha zurückging.
Mit Blick auf eine nachhaltige Forst- und Holznutzung weist CONAFOR auf eine Forstgrundlage von rd. 8,4 Mio. ha hin,
von der über den Zeitraum 2003 bis 2012 durchschnittlich rd. 6,5 Mio. Festmeter/Jahr (Tendenz fallend) gewonnen wurden.
In 2012 lag die Holzernte bei 5,9 Mio. Festmeter. Die bedeutendsten regionalen Holzproduktionsstandorte sind Durango mit
einem Anteil von 33% an der nationalen Holzproduktion, Chihuahua mit rd. 18%, Michoacán mit 8%, Oaxaca mit 7% und
Veracruz mit 5%. Geschlagen werden vor allem Kiefern (80%), ferner native Bergtannen (Oyamel) mit knapp 3%,
Steineichen mit knapp 9%, Edelhölzer mit 0,2% und gewöhnliche tropische Hölzer mit 4%. Die nationale Rohholzernte
(5.910 Tsd. Festmeter) verteilte sich 2012 auf folgende Verwendungsbereiche:
•
•
•
•
•
•
Sägeholz einschl. Schwellen
Zellulose/Papier
Holzkohle
Platten, Furniere
Scheitholz
Rundholz /Pfosten
4.375 Tsd. m3 (74,0%)
495 Tsd. m3 (8,4%)
400 Tsd. m3 (6,8%)
331 Tsd. m3 (5,6%)
248 Tsd. m3 (4,2%)
61 Tsd. m3 (1,0%)
Diesem Rohholzangebot steht eine Holznachfrage von knapp 28 Mio. Festmetern gegenüber, womit deutlich wird, dass
Mexiko auf dem Holzmarkt strukturell defizitär und auf größere Importmengen angewiesen ist, obwohl die Forstgrundlage
eigentlich groß genug wäre, um diese Binnennachfrage stärker oder sogar vollständig durch die mexikanische
Holzproduktion zu decken. Experten von CONAFOR führen die geringe nationale Holzproduktion auf mangelhafte
Forstpflege und unzureichendes Forstmanagement zurück, das wiederum sehr stark mit dem bereits erwähnten hohen Anteil
an Forst- und Naturwaldflächen in Ejido-Gemeinden in Zusammenhang steht. Kennzeichnend sind Subsistenzproduktion,
Mangel an Finanzkapital, unzureichende Fachkenntnisse, niedriger Bildungsstand, unzureichende Ausstattung mit
Erntetechnik, schwierige Zugänglichkeit/Infrastrukturdefizite und mangelhafte genossenschaftliche Organisationsstrukturen.
Um die genannten Strukturdefizite zu beheben und nachhaltige Produktivitätssteigerungen im mexikanischen Forstsektor zu
erzielen, werden im Arbeitspapier von CONAFOR (2013) zur Forststrategie 2025 insgesamt 7 Strategiebereiche, 39
Einzelstrategien und 350 Aktionslinien aufgeführt, die zusammenfassend folgende Schwerpunkte adressieren:
•
•
•
•
•
•
Verbesserung der Bildung/Fachkenntnisse in betroffenen lokalen Gemeinden,
Erhöhung der Forstproduktion (Förderung der Anpflanzung kommerzieller Baumarten, Verbesserung der
Finanzierungsinstrumente, der Forstwege, der forstlichen Pflege- und Erntetechnik, etc.),
Diversifizierung der Produktion (u.a. Förderung der Waldweidewirtschaft, des Agroforst-Tourismus, der Nutzung
von Waldnebenerzeugnissen),
Stärkere Partizipation von Frauen, Jugendlichen und Indigenen bei Forstaktivitäten und forstwirtschaftlichen
Einkommensquellen,
Verbesserung der Kontroll- und Monitoring-Mechanismen zur Reduzierung des illegalen Holzeinschlags, der
Waldbrände und zur Vermeidung nicht-nachhaltiger Forstpraktiken,
verstärkte Koordinierung der Wald-/ Forst-bezogenen staatlichen Fördermaßnahmen zugunsten der ländlichen
Bevölkerung.
Aufgrund der schwierigen strukturellen, aber auch sozio-ökonomischen Gegebenheiten ist nicht zu erwarten, dass diese
Strategie- und Maßnahmebündel – unabhängig davon, wie effizient und mit welchen Finanzmitteln sie adressiert werden –
15 Anderenfalls läge die Summe der ausgewiesenen Teilflächen deutlich über der Landesfläche Mexikos mit 196 Mio. ha (ohne Inseln).
Länderbericht Mexiko
17
schon in naher Zukunft spürbare Erfolge zeitigen werden. Grundlegende Veränderungen in der Bewirtschaftung von
Naturwäldern und Forsten werden erst langfristig sichtbar.
Fischerei
Trotz rd. 11.000 km Küstenlinie und ausgedehnter Aquakulturanlagen zur Garnelenproduktion im Nordwesten des Landes,
tragen Fischerei und Aquakultur nur 2% und damit den kleinsten Anteil zum mexikanischen Agrarsektorprodukt bei. Nach
16
Angaben der SAGARPA belief sich die Eigenproduktion von Fisch und Meeresfrüchten in Mexiko in 2012 auf rd. 1,7 Mio.
Tonnen. Davon stammten 85% aus Fischereiaktivitäten und 15% aus Aquakulturanlagen. Mit einem Anteil von 83% wird
der mit Abstand größte Teil des Produktionsvolumens aus Fischgründen des Pazifik, 15% aus dem Golf von Mexiko und der
Karibik und nur 2% aus der Binnenfischerei generiert. Die mexikanische Fischereiflotte bestand in 2011 aus 82.069
Fischereifahrzeugen, davon 3.181 in der Hochseefischerei und 78.888 in der Küstenfischerei. Insgesamt waren in 2011
271.431 Personen im mexikanischen Fischerei-/Aquakultursektor beschäftigt, davon 82% in der Fischerei und 18% im
17
Aquakultursektor.
Die bedeutendsten Produktionsregionen im Bereich der Aquakultur (fast ausschließlich Garnelen) und in der Meeresfischerei
sind (Stand: 2012):
Aquakultur
• Sonora (23%),
• Sinaloa (18%)
• Veracruz (13%),
• Tabasco (7%),
• Nayarit (5%) und
• Michoacán (4%).
Meeresfischerei
● Sonora (42%),
● Sinaloa (19%),
● Baja California Sur (12%) und
● Baja California (8%).
Die in der mexikanischen Fischerei/Aquakultur am stärksten vertretenen Fischarten/Krustentiere sind: Garnelen, Thunfische,
Mojarras (barschartige Fische), Langusten, Tintenfische und Sardinen. Der Kopf-Kopf-Verbrauch an Fisch und
Meeresfrüchten liegt derzeit bei 9,3 kg. Das Pro-Kopf-Verbrauchsniveau bei Fisch und Garnelen ist seit Anfang der
neunziger Jahre relativ konstant und schwankt zwischen 8 kg und 10 kg. Konsumiert werden vor allem Garnelen, Sardinen,
Thunfisch und Mojarra. In 2012 exportierte Mexiko Fische und Garnelen im Wert von rd. 1,1 Mrd. US-Dollar. Davon
gelangten 50% auf den US-Markt, 14% auf den chinesischen Markt (davon Hongkong 9%), 8% nach Spanien und 6% nach
Japan. Im Fischereibereich ist Mexiko seit Jahren Nettoexporteur, wobei die Entwicklung des stark schwankenden
Handelsbilanzsaldos der letzten 20 Jahre keinen klaren Trend erkennen lässt.
Agraraußenhandel
Im Unterschied zum Gesamthandel, der in 2013 mit nahezu ausgeglichener Handelsbilanz schloss, ist der Agrarhandel
Mexikos seit Jahren durch höhere Importmengen geprägt. In 2013 exportierte Mexiko Agrar- und Ernährungsgüter weltweit
im Wert von 24,1 Mrd. USD und importierte Agrar- und Ernährungsgüter im Wert von 26,4 Mrd. USD. Die bedeutendsten
regionalen Zielmärkte der mexikanischen Agrarexporte (2013) sind:
•
•
•
•
•
•
die USA mit 77%,
die EU mit 4,4%,
Japan mit 3,2 %,
Kanada mit 1,9%,
Venezuela mit 1,7% und
Guatemala mit 1,4%.
16 SAGARPA: Atlas Agroalimentario 2013
17 Comisión Nacional de Acuacultura y Pesca (CONAPESCA); Anuario Estadístico de Acuacultura y Pesca 2011
18
Länderbericht Mexiko
Auf Agrarimportseite ist die Verteilung nach Herkunftsregionen ebenfalls stark auf die USA konzentriert. Die wichtigsten
Herkunftsländer der mexikanischen Agrarimporte (2013) sind:
•
•
•
•
•
•
•
die USA mit rd. 74%,
Kanada mit 7,3%,
die EU mit 5,7%,
Chile mit 2%,
Brasilien mit 1%,
Guatemala mit 1% und
Argentinien mit 0,9%.
Bei einer Differenzierung des mexikanischen Agraraußenhandels nach Warenpositionen lassen sich exportseitig folgende
Schwerpunkte identifizieren: Gemüse (Zoll-Kap. 07) mit 23%, Obst (Kap. 08) mit 17%, Getränke (Kap. 22) mit 15%,
Zucker und Süßwaren (Kap. 17) mit 8%, Mehle und Backwaren (Kap. 19) mit 6%, Obst- und GemüseVerarbeitungserzeugnisse (Kap. 20) sowie Fleisch (Kap. 02) mit jeweils 5%. Während der Fleisch- und Zuckerexport
überwiegend auf den NAFTA-Partner USA, der Fleischexport ferner auf Japan und China ausgerichtet ist, spielen bei den
Obst- und Gemüseprodukten, Getränken, Honig (aus Kap 04) und diversen Verarbeitungserzeugnissen auch die EU und
andere Länder als Absätzmärkte eine größere Rolle. Bei einem Vergleich der Exportmengen zwischen 2003 und 2013 lassen
sich bei allen genannten Schwerpunktbereichen deutliche Wachstumstendenzen feststellen: die mexikanischen
Fleischexportmengen (überwiegend Rind- und Schweinefleisch) stiegen durchschnittlich um +17%/Jahr, Gemüseprodukte
um +5%, Früchte um +8%, Zucker um +21% (wegen Rekordernte 2013) und Getränke (in erster Linie Tequila und Bier) um
+3%/Jahr. Unter den mexikanischen Agrarimporten in 2013 sind insbesondere Getreide- und Ölsaaten (Kap. 10 u. 12) zu
nennen, die zusammen knapp 30% der wertmäßigen Agrarimporte auf sich vereinigen (vorzugsweise für den
Futtermittelsektor), ferner Fleisch mit einem Anteil von rd. 15% am Agrarimportwert, Milchprodukte (Kap. 04) mit 7%
sowie Öle und Fette (Kap. 15) mit 6%.
Deutschland ist innerhalb der EU einer der wichtigsten Agrarhandelspartner Mexikos. In 2013 exportierte Mexiko
Agrargüter im Wert von 1.067,3 Mio. USD in die EU. Davon gingen 20% in die Niederlande, 17% nach Großbritannien,
15% nach Deutschland und 12% nach Spanien. Bei den mexikanischen Agrarimporten aus der EU fällt Deutschland im
Ranking der EU-Lieferregionen etwas zurück. Die wertmäßig bedeutendsten EU-Agrarlieferungen nach Mexiko stammen in
erster Linie aus Spanien (Anteil: 21%), Frankreich (19%), Großbritannien (14%), Niederlande (12%), Italien (9%) und
Deutschland (8%). Im bilateralen Agrarhandel zwischen Deutschland und Mexiko sind vor allem folgende Erzeugnisse zu
nennen:
Aus Deutschland nach Mexiko
Aus Mexiko nach Deutschland
● Naturhonig
● Milchprodukte,
● Spirituosen (Tequila)
● Mehle u. Backwaren,
● Rohkaffee
● Getränke (Bier, Wein, Spirituosen),
● tropische Früchte
● Div. Lebensmittelzubereitungen der Ern.-Industrie.
Agrarpolitische Maßnahmen
Die mexikanische Regierung führt seit Jahren eine Reihe von Programmen zur Unterstützung der Agrarwirtschaft und des
ländlichen Raums durch. Darunter insbesondere auch nachstehende Programme, die direkt und indirekt die nationale
Strategie zur Bekämpfung des Hungers (CNCH) unterstützen:
•
•
•
•
•
•
Programm „PROCAMPO Productivo“
Programm zur nachhaltigen Tierproduktion (PROGAN)
Strategisches Programm zur Ernährungssicherung (PESA)
Programm zur Unterstützung von Subsistenzbauern mit weniger als 3 ha
Programm zur Unterstützung der Aktivitäten in ariden Zonen (PRODEZA),
Programm zur Unterstützung der Kaffee-Kleinbauern
809 Mio. €,
200 Mio. €,
176 Mio. €,
29 Mio. €,
27 Mio. €,
20 Mio. €.
Länderbericht Mexiko
19
Ende 2013 kündigte Staatspräsident Peña Nieto an, im Anschluss an die Reformen im Energiesektor und Steuerbereich auch
im Agrarsektor Mexikos in 2014 umfassendere Reformschritte durchführen zu wollen. Initialpunkt dieser
Reformankündigung ist das am 13.12.2013 veröffentlichte Agrarentwicklungsprogramm 2013- 2018, das in den größeren
Planungsrahmen des Nationalen Entwicklungsplans von 2013 bis 2018 eingebettet ist.
In diesem Agrarentwicklungprogramm werden unter dem Begriff „Die Säulen des Wandels“ insgesamt folgende 10
Entwicklungsziele definiert:
1.
Erhöhung der Produktivität der Klein- und Kleinstbetriebe durch verstärkte Organisation in
Erzeugergemeinschaften (Agrar-Cluster, Genossenschaften) und durch bessere Integration in die
Wertschöpfungsketten;
2.
Wasser: Technifizierung, optimale und nachhaltige Nutzung;
3.
Förderung der nationalen Produktion strategischer Vorleistungsgüter: Düngemittel und verbessertes Saatgut;
4.
Verstärkte Anreize für Innovationen, angewandte Technologien und technische Unterstützung mit einem neuen
praxisorientierten Beratungsansatz;
5.
Management und Prävention von Klima- und Marktrisiken;
6.
Förderung der Produktion gesunder und unbedenklicher Lebensmittel;
7.
Förderung einer angemessenen und wettbewerbsfähigen Agrarfinanzierung;
8.
Verstärkte Anreize für Regionalentwicklung, Agrarparks und strategische Projekte;
9.
Schaffung eines Kontrollmechanismus zum Ausgleich von Angebot und Nachfrage;
10. Einrichtung einer neuen innovativen und flexiblen Koordinierungs- und Durchführungsstelle.
Neben diesen eher strukturellen Zielgrößen werden im nationalen Agrarentwicklungsprogramm zusätzlich auch Mengenziele
für 2018 formuliert, um insbesondere die Importabhängigkeit bei Getreide und Ölsaaten von bisher durchschnittlich 42% auf
25% in 2018 zu senken. Dem entsprechend soll die nationale Produktionsmenge bei Getreide und Ölsaaten bis 2018 um +8
Mio t auf knapp 42 Mio t gesteigert werden. Darunter sollen in 2018 bei weißem Mais 25 Mio. t (Steigerung ggü. 2012 um
+24%), bei gelbem Mais 3 Mio. t (+67%), bei Weizen 3,6 Mio. t (+9%), Bohnen 1,3 Mio. t (+18%), Körnersorghum
8,2 Mio. t (+17%), bei Reis 0,27 Mio. t (+50%) und bei Soja 0,39 Mio. t (+56%) erreicht werden.
Im Bereich der Tierproduktion werden für 2018 folgende Zielgrößen genannt:
3,33 Mio. t Geflügelfleisch (+19% ggü. 2012), 2,03 Mio. t Rindfleisch (+12%), 1,47 Mio. t Schweinefleisch (+19%), 2,79
Mio. t Eier (+21%) und 11,8 Mio. t Kuhmilch (+12%). Schließlich werden für den Fischereibereich und die Aquakultur für
2018 Fangmengen in Höhe von 1.500 Mio. t (+4,6% ggü. 2012) und eine Aquakulturproduktion in Höhe von 390 Mio. t
(+54%) angestrebt.
Diesen Mengenzielen auf Einzelproduktebene für 2018 entspricht auf höherem Aggregationsniveau die Erwartung, im
Zeitraum von 2013 bis 2018 durchschnittliche reale Wachstumsraten der Bruttoagrarproduktion (einschl. Fischerei) in Höhe
von +3% pro Jahr zu erzielen. Vor dem Hintergrund des tatsächlichen Trends der vorangegangenen 12 Jahre (reales
Wachstum +1,4% pro Jahr) muss das für die kommenden 5 Jahre angestrebte Agrarwachstum als sehr ambitioniert angesehen
werden. Es schließt sich hier unmittelbar die Frage an, wie bzw. mit welchen Maßnahmen die mexikanische Regierung diese
ehrgeizigen Ziele erreichen will. Zumindest weist das Agrarentwicklungsprogramm 2013-2018 keinen Mangel an
ausgewiesenen Strategien und Aktionslinien zur Erreichung der o.g. Ziele auf. Es werden explizit 17 agrarsektorale
Strategiebereiche mit insgesamt 150 Aktionslinien sowie 25 sektorübergreifende Strategien aufgeführt.
Während die erst genannten Strategiebereiche insbesondere auf Anreize für Produktivitätssteigerungen, die Schaffung von
Erzeugerzusammenschlüssen, eine verstärkte Risikoabsicherung gegen negative Witterungs- und Markteinflüsse, auf eine
nachhaltige Landnutzung und die Bekämpfung der Mangelernährung im ländlichen Raum abstellen, konzentrieren sich
letztgenannte im Kern stärker auf die Erreichung sozialer und umweltbezogener Nachhaltigkeitsziele.
Es ist zu erwarten, dass die im Agrarentwicklungsprogramm enthaltenen Strategiebereiche mit den dazu gehörigen
Aktionslinien in den kommenden Monaten noch stärker mit konkreten Programmen und Maßnahmen unterlegt werden. Dazu
werden derzeit unter der Leitung von SAGARPA eine Reihe von Diskussionsforen mit Beteiligung der Wirtschafts- und
20
Länderbericht Mexiko
Verbandsvertreter aus den jeweiligen Agrarsparten durchgeführt, um sektorspezifische Probleme zu eruieren und
Lösungsvorschläge zu erarbeiten, die sich anschließend im Reformpaket niederschlagen sollen. Der nationale Agrarverband
CNA rechnet nicht damit, dass das Agrarreformpaket vor September/Oktober 2014 vorgelegt werden wird.
Rahmenbedingungen für Handel und Industrie
Nachdem bereits im einleitenden Kapitel zur allgemeinen Wirtschaftslage die handelspolitischen Rahmenbedingungen für
Mexiko skizziert wurden, beschränken sich die folgenden Anmerkungen auf den bilateralen Handel mit Agrar- und
Ernährungsgütern zwischen Deutschland und Mexiko. Hierfür sind die tarifären und sonstigen Agrarhandelsregelungen im
Rahmen des in 2000 in Kraft getretenen Freihandelsabkommens zwischen der EU und Mexiko sowie darüber hinaus die
bilateralen sanitären Einfuhrvorschriften für den Warenaustausch mit lebenden Tieren und tierischen Erzeugnissen,
insbesondere im Fleischsegment, maßgebend. Gerade in diesem Segment gibt es bislang sowohl im EU-Export nach Mexiko
als auch im EU-Import aus Mexiko keine nennenswerten Handelsmengen. Dies liegt auch an den jeweiligen
Einfuhrzollniveaus, ist in erster Linie aber auf sanitäre Anforderungen und bis dato (noch) nicht bilateral abgestimmte
sanitäre Einfuhrregelungen und entsprechende Betriebszulassungen für den Export zurückzuführen. Eine wichtige
Rahmenregelung für den Agrarexport Mexikos in die EU findet sich im Annex I zur Entscheidung Nr. 2/2000 des
Gemischten Rates EU-Mexiko vom 23. März 2000, in dem Zollquoten und quotenbezogene Zollsätze sowie weitere
Sonderregelungen für den Agrarexport Mexikos in die EU aufgeführt sind. Annex II enthält Sonderregelungen für die
Einfuhr bestimmter Agrarprodukte aus der EU nach Mexiko. Darunter befinden sich versch. Thunfischpositionen des
Zollkapitels 16, ferner Präferenzregelungen für Zolltarifpositionen unter Kap. 17 „Zucker und Süßwaren“.
Handelshemmnisse
Das laufende bilaterale Agrarhandelsgeschäft – zumindest für die Exporte nach Mexiko – wird weniger durch tarifäre
Hemmnisse, sondern vielmehr durch die o.g. sanitären Anforderungen, steuerliche Regelungen und teilweise komplizierte
handelstechnische Abwicklungen erschwert. Zu nennen sind hier beispielsweise
•
Komplexe Anforderungen an die Dokumentation bei der Entzollung der Waren im Zolllager,
•
die Verpflichtung zur Einschaltung eines Zollagenten,
•
die Beantragung und das Aufkleben von Steuermarken auf das Einzelprodukt (nicht bei Bier-, aber bei Wein- und
Spirituosenflaschen erforderlich),
•
jährlich zu wiederholende relativ teure Probenahmen zu Bestimmung bestimmter Mindestgehalte an Inhaltsstoffen
(z.B. Kakaogehalt bei Schokoladen, etc.) durch Vorgaben der mexikanischen Gesundheitsbehörde COFEPRIS
(Comisión Federal para la Protección contra Riesgos Sanitarios),
•
teilweise langwierige Registrierungsprozeduren für Produkte aus dem Gesundheitsbereich und der Agro-Chemie
(ebenfalls COFEPRIS),
•
die eingeschränkte Möglichkeit der Bewerbung von Produkten (die mexikanischen Behörden verlangen hier die
Bewerbung bspw. über Plakate, Poster, Informations-Broschüren, etc. ausschließlich in spanischer Sprache);
Vorgaben hierzu erlässt die Verbraucherschutzbehörde PROFECO (Procuraduría Federal del Consumidor);
•
der Missbrauch von geschützten geographischen Angaben etwa nach Art „tipo x“ oder „estilo x“ und damit eine
potenzielle Verdrängung des Original-Importprodukts vom mexikanischen Markt. Beispiele „Jerez“, „Manchego“
oder „Prosciutto di Parma“ und
•
die langwierige Abstimmung bilateraler Gesundheitszertifikate bei lebenden Tieren und Produkten tierischer
Herkunft, wobei sowohl zwischen der EU-Kommission und Mexiko als auch zwischen einzelnen EUMitgliedstaaten und Mexiko Verhandlungen geführt werden bzw. entsprechende Vereinbarungen bereits bestehen.
Hilfreich für eine erste Orientierung über den Status quo handelshemmender Maßnahmen auf potenziellen Drittlandsmärkten
ist auch die in regelmäßigen Abständen aktualisierte „Market Access database“ der EU-Kommission, Generaldirektion
Handel (http://madb.europa.eu/madb/indexPubli.htm).
Länderbericht Mexiko
21
Zusammenarbeit
Mexiko ist ein wichtiger politischer Partner im regionalen und multilateralen Kontext. Dies wird zum Beispiel daran
deutlich, dass Mexiko eine aktive Rolle in internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen und der Organisation
der Amerikanischen Staaten (OAS) spielt. Als G20-Mitglied engagiert sich Mexiko für eine enge internationale Abstimmung
in Fragen der finanziellen, technologischen und umweltpolitischen Zusammenarbeit.
Auch für die Zusammenarbeit im internationalen Klimaschutz ist Mexiko ein wichtiger Partner Deutschlands. Eine große
Herausforderung ist die verbreitete Umweltverschmutzung, verursacht durch das starke Bevölkerungs- und
Wirtschaftswachstum der letzten Jahrzehnte. Vor allem in den urbanen Zentren leiden die Menschen und auch die
ökonomische Entwicklung unter der starken Umweltbelastung. Dabei verfügt Mexiko in Teilbereichen über eine
vergleichsweise fortschrittliche Umweltgesetzgebung und Strategien zur Verbesserung der Umweltsituation. Problematisch
ist vielfach die Durchsetzung und Kontrolle sowie die Sanktionierung von Verstößen, insbesondere auf Ebene der
Bundesstaaten und Gemeinden.
Mexiko ist einer der globalen Entwicklungspartner der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, mit denen Deutschland eine
enge strategische Partnerschaft anstrebt. Das Land übernimmt wichtige Aufgaben bei der Lösung weltweiter und regionaler
Herausforderungen. Schwerpunkte der deutsch-mexikanischen Zusammenarbeit sind der Umwelt- und Ressourcenschutz und
die Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz. Deutschland unterstützt Mexiko außerdem dabei, selbst eine
aktive entwicklungspolitische Geberrolle in Lateinamerika zu übernehmen.
Eine weitere zentrale Herausforderung für die mexikanische Regierung ist die Ernährungssicherung von künftig
voraussichtlich 150 Millionen Menschen in einem Land, das bereits heute erhebliche soziale Probleme zu bewältigen und vor
allem Hunger und Armut zu bekämpfen hat. Dabei spielen der Agrarsektor und die Verbesserung der Bildungssituation und
der Lebensverhältnisse der Menschen im ländlichen Raum eine zentrale Rolle.
Kooperationen, Projekte, Messen, Unternehmerreisen, Arbeitsgruppen
Der mexikanische Agrar- und Ernährungsbereich und die Entwicklung des ländlichen Raums werden von den o.g.
Schwerpunkten der Entwicklungszusammenarbeit mit Deutschland nicht direkt tangiert. Daher erscheint es opportun,
mögliche weitere Kooperationsansätze im Agrar- und Ernährungsbereich anzustoßen und diese dabei mit den bereits
bestehenden Projektaktivitäten der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und mit anderen Projekten – bspw.
mit dem lfd. Beratungsprojekt des DGRV zur Unterstützung ländlicher Produktions- und Absatzgenossenschaften – so weit
wie möglich zu vernetzen, um Synergieeffekte zu nutzen. Thematische und räumliche Überschneidungen ergeben sich
insbesondere bei der nachhaltigen Flächennutzung, der Umsetzung der Biodiversitätsziele unter Berücksichtigung der
Belange der betroffenen ländlichen Bevölkerung sowie bei der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen wie z.B.
Wasser, Naturwälder und Forsten. Grundsätzliche Anknüpfungspunkte gibt es somit insbesondere zu den über das
Bundesumweltministerium (BMUB) geförderten Projekten „Schutz der Biodiversität in der Sierra Madre Oriental“, „Schutz
und nachhaltige Nutzung der Meeres- und Küstenbiodiversität im Golf von Kalifornien“ sowie „Schutz und nachhaltige
Nutzung der Selva Maya“ (Mexikanisch-Deutsches NAMA-Programm) und zu dem o.g. DGRV-Beratungsprojekt.
Beide Fachministerien (BMEL und SAGARPA) haben sich zu Beginn d.J. darauf verständigt, den Erfahrungsaustausch und
die bilaterale Zusammenarbeit im Bereich der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu intensivieren, wobei folgende
Schwerpunktbereiche identifiziert wurden:
•
•
•
•
Agrarforschung und Agrartechnologie,
Ländliches Genossenschaftswesen,
Ökolandbau (Rahmenregelung und Zertifizierung) und
agrarhandelsbezogene Anliegen.
Für diese Bereiche, die im Einzelnen noch detaillierter auszuarbeiten sind, besteht grundsätzlich die Möglichkeit
gegenseitiger Fachdelegationsbesuche zum Informations- und Erfahrungsaustausch über den Stand der Agrartechnik,
Schwerpunkte der Agrarforschung, die Rahmenregelungen und Implementierung von Umsetzungsvorschriften, etc. Konkrete
22
Länderbericht Mexiko
Vorschläge für die Durchführung gemeinsamer Agrarforschungsprojekte (u.a. Vorschläge des Thünen-Instituts) werden
derzeit beraten.
Bei einer Reihe von Forschungsaspekten, nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Ernährungssicherung bei gleichzeitiger
Berücksichtigung der Biodiversität – und darunter auch der Agrobiodiversität – böte sich auch eine engere Zusammenarbeit
mit dem Internationalen Weizen- und Maisforschungsinstitut CYMMIT und SAGARPA an. CYMMIT ist bei einer Reihe
von Programmen und Projekten des mexikanischen Landwirtschaftsministeriums SAGARPA bereits aktiv beteiligt, darunter
insbesondere im nationalen Agrarprogramm „MasAgro“. Da es bereits in der Vergangenheit direkte Kontakte auch zu
deutschen Pflanzenzüchtern und verschiedene Projektvorschläge in diesem Bereich gegeben hat, wäre überlegenswert, diese
Aktivitäten nochmals aufzugreifen und unter dem Schirm der bilateralen Zusammenarbeit zwischen BMEL und SAGARPA
zu berücksichtigen.
Mit Blick auf die Unterstützung des Absatzes deutscher Agrar- und Ernährungsgüter auf dem mexikanischen Markt sind
vorrangig Weine, Biere, diverse länger haltbare Lebensmittelzubereitungen, Milchprodukte (insbesondere Käsespezialitäten),
Süß- und Backwaren von größerer Bedeutung. In diesen Sparten dürfte sich durchaus eine intensivere Marktpflege und die
Vorbereitung und Unterstützung entsprechender Unternehmerreisen auszahlen. Speziell bei Wein und Käse bleibt das
deutsche Engagement bislang deutlich hinter der spanischen, französischen und italienischen Konkurrenz zurück. In der
Hauptstadt Mexiko-City, aber auch an zentralen Urlaubsstandorten wie bspw. in Cancún oder Acapulco ist jedoch eine
potenzielle kaufkräftige Verbraucherschicht (nicht zuletzt auch deutsche Urlauber) vorhanden, die durchaus Interesse an
Spezialitäten aus Deutschland haben dürfte, wenn diese idR teureren Produkte qualitativ und geschmacklich überzeugen und
entsprechend bekannt sind. Deutsche Biere sind bereits gut eingeführt und werden sehr geschätzt. Hierzu tragen auch die
jährlich an verschiedenen Standorten des Landes stattfindenden „Oktoberfeste“ bei. Vom Kauf hält allenfalls der häufig mehr
als doppelt so hohe Preis gegenüber mexikanischem Bier ab, das – bei einer Reihe von Marken – heutzutage ebenfalls hohe
Qualitätsniveaus erreicht.
Deutsche Fleischerzeugnisse dürften in Mexiko ebenfalls gute Absatzchancen haben, allerdings erst nachdem die sanitären
Voraussetzungen dafür gegeben sind. Bis dahin sind mögliche Promotionskampagnen oder die Beteiligung an
entsprechenden Fachmessen in Mexiko wenig sinnvoll. Bislang findet der Verbraucher in den Supermarktregalen allenfalls
deutsche Würstchen im Glas, während Spanien und Italien schon seit geraumer Zeit immerhin luftgetrocknete Schinken und
vergleichbare Erzeugnisse (Lomos, Chorizos, etc.) auf dem mexikanischen Markt anbieten können, weil sie dafür
einzelstaatliche Sanitärzertifikate mit Mexiko abgestimmt haben. Bei frischem Schweinefleisch, das mangels Abstimmung
sanitärer Einfuhrregelungen zwischen der EU und Mexiko bislang von keinem EU-Mitgliedstaat nach Mexiko exportiert
werden darf, dürften sich ebenfalls – insbesondere mittel- bis langfristig – Absatzchancen ergeben, wenn man die
Bevölkerungsentwicklung und die agrarstrukturellen Herausforderungen in Mexiko vor Augen hat. Beim Export von
Schweineschwarten zur Produktion von „Chicharón“ (Chips/Cracker) lag bereits im vergangenen Jahr ein konkretes
mexikanisches Importinteresse vor, das jedoch erst dann weiterverfolgt werden kann, wenn die EU und Mexiko hierfür die
sanitären Regelungen abgestimmt haben.
Ausblick
Mexiko hat aufgrund seiner natürlichen Ressourcenausstattung mit Rohstoffen (insbesondere Erdöl, aber auch Minerale und
Erze) und großen nutzbaren Flächen in nahezu allen Klimazonen, seiner einzigartigen Biodiversität, seiner vielfältigen
Möglichkeiten der Implementierung von erneuerbaren Energien sowie mit seiner günstigen marktstrategischen Lage
exzellente natürliche Voraussetzungen für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Dies gilt nicht zuletzt auch für den
Agrar-und Ernährungssektor. Die in diesem Bericht aufgezeigten strukturellen Defizite (Bildungsstand, mangelnde
Fachkenntnisse, mangelhafte staatliche Bildungseinrichtungen, informeller Sektor, kleinbetriebliche Agrarstrukturen, etc.),
die alle Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche betreffen, sind historisch gewachsen und sehr stark in der mexikanischen
Gesellschaft verankert. Eine grundlegende Umsteuerung durch entsprechende Reformvorhaben gestaltet sich daher schwierig
und dürfte nur langfristig erreichbar sein. Erschwerend kommen die – in diesem Bericht nicht näher beschriebene – in vielen
Regionen und Wirtschaftssektoren Mexikos verbreitete Korruption und organisierte Kriminalität hinzu, die sich auch auf den
Agrarsektor erstrecken.
Länderbericht Mexiko
23
Für die weitere Entwicklung des mexikanischen Agrarsektors dürfte entscheidend sein, 4 Mio. Kleinbauern sukzessive aus
der Subsistenzproduktion herauszuführen, die Bemühungen um Einkommensalternativen zu unterstützen, marktfähige
Produktions- und Absatzstrukturen zu schaffen und die Kleinbauern dabei mit regional- bzw. zielgruppen-spezifischen
staatlichen Strukturmaßnahmen (finanzielle Unterstützung gekoppelt mit technischer Beratung) längerfristig und verlässlich
zu unterstützen. Ob in diesem Zusammenhang – wie im Agrarentwicklungsprogramm 2013-2018 aufgeführt – unbedingt in
allen Produktbereichen eine Verringerung der Importabhängigkeit bzw. eine Selbstversorgung anzustreben ist, sollte
langfristig eher vor dem Hintergrund komparativer Kostenvorteile beurteilt werden. Entsprechende Planungsziele bewirken
dabei ohnehin wenig, wenn die Wirtschaft diesem staatlichen Wunsch nicht folgt, es sei denn, der Binnenmarkt würde
zusätzlich gegen Importkonkurrenz abgeschottet.
Der bislang überwiegend beschrittene Weg, Einkommenstransfers an sozial bedürftige Zielgruppen ohne Koppelung an
strukturverbessernde Maßnahmen zu gewähren, hat die Armutssituation in ländlichen agrarischen Gebieten Mexikos eher
noch verstärkt. Von dieser Praxis möchte sich die jetzige mexikanische Regierung distanzieren, und zwar weg vom
„asistencialismo“ hin zur Förderung von Produktivitätssteigerungen und Strukturverbesserungen. Es ist Skepsis angebracht,
dass die zu erwartenden Agrarreformvorschläge dieses schwierige und grundlegende Strukturproblem zu lösen vermögen.
Neben der Produktivitätssteigerung insbesondere in kleinen Agrarbetrieben wird für die weitere Agrarentwicklung in Mexiko
auch von großer Bedeutung sein, die Nachernteverluste zu reduzieren, für die Einführung moderner Ernte-, Lager- und
Transporttechniken Anreize zu gewähren und speziell bei den schneller verderblichen Agrarerzeugnissen wie Obst, Gemüse,
Fisch und Fleisch den Auf- und Ausbau einer lückenlosen Kühlkette bis zum Endverbraucher zu forcieren. Dieser Aspekt ist
in den bislang vorliegenden Aktionsprogrammen der mexikanischen Regierung noch nicht hinreichend adressiert, was auch
daran liegen mag, dass zunächst anderen Infrastrukturmaßnahmen Priorität eingeräumt wird.
Im Hinblick auf die bilaterale Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Mexiko im Agrarbereich lässt sich eine Vielzahl
von Themen und möglichen Kooperationsprojekten identifizieren, die für beide Seiten von Interesse sind. Hierzu gehören
neben den bereits genannten Themen auch gemeinsame Überlegungen zu notwendigen Anpassungen in Folge des
Klimawandels, darunter auch die Notwendigkeit, sich auf zu erwartende häufiger auftretende Extremwetter-Phänomene
(Wirbelstürme, stärkere Überschwemmungen, längere Dürreperioden, etc.) besser vorzubereiten und entsprechende
Zerstörungs- und Ernteausfallrisiken angemessen abzusichern.
24
Länderbericht Mexiko
Kontakte
FAO-Vertretung in Mexiko
Farallón No. 130
Col. Jardines del Pedregal
CP 01900, México, D.F.
SAGARPA – Secretaría de Agricultura, Ganadería, Desarrollo Rural, Pesca y Alimentación
Av. Municipio Libre 377. Col. Santa Cruz Atoyac
Del. Benito Juárez
C.P. 03310, México, D.F.
SENASICA – Servicio Nacional de Sanidad, Inocuidad y Calidad Agroalimentaria
Av. Cuauhtémoc No. 1230 piso 12,
Col. Santa Cruz Atoyac
Del. Benito Juárez
C.P. 03310 México, D.F.
ASERCA – Agencia de Servicios a la Comercialización y Desarrollo de Marcados Agropecuarios
Av. Municipio Libre 377, Piso 11 Ala “B”
Col. Santa Cruz Atoyac,
Del. Benito Juárez, C.P. 03310
México, D.F.
Cámara de Senadores
Comisión de Agricultura y Ganadería
Comisión de Pesca
Av. Paseo de la Reforma 135
Hemiciclo Piso 04 Oficina 14
Col. Tabacalera, Del. Cuauhtémoc
Cd. de México, C.P. 06030
Cámara de Diputados
Comisión de Ganadería
Av. Congreso de la Unión No. 66
Col. El Parque, Del. Venustiano Carranza
C.P. 15960, México, D.F.
Centro Internacional de Mejoramiento del Maíz y Trigo (CIMMYT )
km. 45 Carretera México-Veracruz
56130 El Batán, Texcoco, México
Consejo Nacional Agropecuario (CNA)
Xola No. 914 esquina con Juan Sánchez Azcona
Col. Narvarte, Del. Benito Juárez
C.P. 03020, México, D.F.
Confederación Nacional de Organizaciones Ganaderas (CNOG)
Mariano Escobedo # 714, Col. Anzúres
C.P .11590, México, D.F.
Länderbericht Mexiko
Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V. in Mexiko
Leitung: Helmut Pabst
Porfirio Díaz No. 106
Colonia Del Valle
C.P. 03100 México, D.F
Deutsch-Mexikanische Industrie- und Handelskammer(AHK Mexiko)
Av. Santa Fe No. 170, int. 1-4-12
Col. Santa Fe, Del. Álvaro Obregón
01210 México, D.F.
Euro Food, S.A. de C.V.
Herr Charles Peter Hagen
Orizaba No 101 - 106
Col. Roma, CP 06700
México, D.F.
GIZ-Büro Mexiko-City
Torre Hemicor, Piso 11,
Av. Insurgentes Sur No. 826,
Col. Del Valle, Del. Benito Juárez
México. D.F.
PROMEXICO
Camino a Santa Teresa 1679
01900 Col. Jardines del Pedregal, Del. Álvaro Obregón
México. D.F.
Viñedos Alemanes S.A. de C.V.
Frau Margit Hanneder
Lago Xochimilco no. 135 local C1
Col. Anahuac 1º sección
Del. Miguel Hidalgo
11320 México, D.F
25
26
Länderbericht Mexiko
Anhänge
Länderprofil Mexiko
1. Allgemeine Angaben
Gesamtfläche:
Küste:
Grenzen:
1.964.375 km²
11.122 km
4.301 km, davon mit den USA 3.152 km,
mit Guatemala 956 km, mit Belize 193 km.
Hauptstadt:
Staats- und Regierungsform:
Mexiko-Stadt.
Föderalstaat (31 Bundesstaaten und die Hauptstadt als Bundesdistrikt),
Präsidialrepublik.
Parteien:
PRI: Partido Revolucionario Institucional,
PAN: Partido de Acción Nacional,
PRD: Partido de la Revolución Democrática,
PT: Partido del Trabajo,
PVEM: Partido Verde Ecologísta de México,
PMC: Partido Movimiento Ciudadano,
PANAL: Partido Nueva Alianza.
Staatsoberhaupt und Regierungschef:
Seit 01.12.2012 der am 01.07.2012 gewählte Enrique Peña Nieto,
Partido Revolucionario Institucional (PRI).
Mitgliedschaften:
Vereinte Nationen und ihre Sonderorganisationen, Organisation der
Amerikanischen Staaten (OAS), Organisation für Wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Bank für internationalen
Zahlungsausgleich (BIZ), Inter-American Development Bank (IDB),
CELAC, Alianza del Pacífico, Organisation zur wirtschaftlichen
Integration der lateinamerikanischen Staaten (ALADI), Organisation
zum Verbot von Kernwaffen in Lateinamerika und Karibik
(OPANAL), Lateinamerikanisches Wirtschaftssystem (SELA), WTO,
Pazifische Wirtschaftskooperation (APEC), Freihandelsabkommen mit
USA und Kanada (NAFTA) in Kraft seit 01.01.1994, Beobachterstatus
im Europarat seit 04.11.1999, Wassenaar-Arrangement
(Exportkontrollregime) seit 2012.
Bevölkerung:
119.713.203 vorwiegend Mestizen, ca. 12 Millionen Indigene, die 62
ethnischen Gruppen angehören, und ca. 4 bis 5 Millionen europäischstämmige Mexikaner; jährliches Bevölkerungswachstum ca. 1,2%.
Städtische / Ländliche Bevölkerung 78% / 22%
18
18
Consejo Nacional de Población (CONAPO) – www.conapo.gob.mx “Proyecciones de la Población”
Länderbericht Mexiko
27
Größte Stadtzentren:
1. Mexiko-Stadt: 19,3 Millionen Einwohner,
2. Guadalajara: 4,3 Millionen Einwohner,
3. Puebla: 2,3 Millionen Einwohner,
4. Tijuana: 1,6 Millionen Einwohner.
Bevölkerungsdichte (2014):
61 Einwohner pro km².
Erwerbspersonen (1. Quartal 2014):
Erwerbstätige (1. Quartal 2014):
Arbeitslose(1. Quartal 2014):
51.790.637
49.305.839
2.484.798; Arbeitslosenquote 4,8%
Währung:
1 Mexikanischer Peso MXN / 100 Centavos
1 € = 18,05 Pesos (zum 30.04.2014)
100 Peso = 5,54 €
Landnutzung (Basis 196 Mio. ha):
Ackerland und Dauerkulturen: 15%
Grünland: 15%
Wald: 33%
Matorral-Flächen (strauchartige Vegetation): 27%
Wasserflächen: 1,3%
Siedlungsflächen: 0,7%
Sonstige Flächen: 8%
Wassernutzung:
Agrarsektor: 77%
Private Haushalte: 14%
Industrie: 9%
Pro-Kopf-Verbrauch: 700,4m3
19
19 INEGI 2014: Indicadores de ocupación y empleo al primer trimestre de 2014
28
Länderbericht Mexiko
Abkürzungsverzeichnis
ALADI
BMEL
BMUB
CFE
CNA
CNCH
CNOG
COFEPRIS
CONAPO
CONEVAL
FAO
GIZ
ICEX
IEPS
INEGI
IWF
NAFTA
NAMA
OECD
PEMEX
PROFECO
SAGARPA
TPP
TTIP
Asociación Latinoamericana de Integración
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
Comisión Federal de Electricidad
Consejo Nacional Agropecuario
Cruzada Nacional Contra el Hambre
Confederación Nacional de Organizaciones Ganaderas
Comisión Federal para la Protección contra Riesgos Sanitarios
Consejo Nacional de Población
Consejo Nacional de Evaluación de la Política de Desarrollo Social
Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (Food and Agriculture
Organization)
Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit
Instituto Español de Comercio Exterior
Impuesto Especial sobre Producción y Servicios
Instituto Nacional de Estadística y Geografía
Internationaler Währungsfonds
North American Free Trade Agreement
Nationally Appropiate Mitigation Action
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Organización para la
Cooperación y Desarrollo Económico)
Petroleos Mexicanos
Procuraduria Federal del Consumidor
Secretaría de Agricultura, Ganadería, Desarrollo rural, Pesca y Alimentación
Trans-Pacific Partnership
Transatlantic Trade and Investment Partnership
Länderbericht Mexiko
29
Statistiken
Produktion und Außenhandel wichtiger Anbaukulturen Mexikos in 2012
Produkt
Prod.-Menge
(Tsd. t)
Erntefläche
(Tsd. ha)
Prod.-Wert *)
in Mio. €
Ertrag
(t/ha)
Pro-KopfVerbrauch (kg/Jahr)
Handelsbilanzsaldo in Tsd. t
Körnermais
22.069,3
6.923,9
3,2
5.205,3
255,6
-8.695,6
Futtermais
12.063,0
586,7
20,6
417,6
n.v.
-4,6
Körner-Sorghum
6.969,5
1.820,0
3,8
1.398,9
n.v.
-1.726,2
Ackerbohnen
1.080,9
1.559,0
0,7
810,8
11,0
-218,8
Kichererbsen
271,9
133,5
1,4
169,2
0,5
212,2
Gerste
1.031,5
328,2
3,1
232,1
9,2
-70,7
Weizen
3.274,3
578,8
5,7
694,9
61,8
-4.017,6
Reis
178,8
31,8
5,6
39,7
9,4
-847,2
Sojabohnen
247,5
142,3
1,7
102,6
31,8
-3.477,2
1.336,9
695,4
1,9
508,7
1,0
145,0
50.946,5
735,1
69,3
1.988,7
n.v.
0,5
2.838,4
55,2
51,4
773,3
9,9
1.354,6
640,5
15,3
41,8
142,4
4,8
539,2
Grüne Chilis
2.379,7
136,1
17,5
781,4
17,0
363,9
Avocados
1.316,1
130,3
10,1
976,9
6,8
557,5
Süßorangen
3.666,8
323,4
11,3
354,4
30,9
-13,6
Blutorangen
415,5
17,1
24,3
42,2
3,1
17,4
Limetten
2.055,2
149,2
13,8
288,8
12,0
626,2
Mangos
1.465,2
174,7
8,4
241,8
10,3
287,6
Papayas
712,9
14,2
50,1
156,2
4,9
108,4
Guayaba
295,4
21,0
14,1
76,8
2,5
6,2
Pfirsiche
162,9
33,2
4,9
69,9
1,5
-24,7
Bananen
2.203,9
72,6
30,3
340,0
16,2
309,3
Äpfel
375,0
58,5
6,4
177,0
5,2
-236,5
Birnen
21,6
4,1
4,9
3,7
1,0
-96,7
Walnüsse
110,6
69,8
1,6
280,8
0,6
36,3
Erdbeeren
360,4
8,7
41,6
255,1
1,4
228,1
Brom-, Himbeeren,
Heidelbeeren
164,0
13,5
12,2
286,5
0,6
91,0
1.033,5
37,5
27,5
145,2
4,0
562,6
575,0
20,2
28,5
134,4
4,0
115,5
Kaffee (Bohnen)
Zuckerrohr
Rote Tomaten
Gurken
Wassermelonen
Honigmelonen
*) Zugrundeliegender Wechselkurs: 1 Euro = 17 mex. Peso
Quelle: SAGARPA - Atlas Agroalimentario 2013 und eigene Berechnungen
30
Länderbericht Mexiko
Impressum
Herausgeber
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
Abteilung 6 - EU-Politik, Internationale Zusammenarbeit, Fischerei
Wilhelmstraße 54
10117 Berlin
Gestaltung Umschlag
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Text:
Dr. Hans-Jürgen Froese
Bildnachweis
Lorem Ipsum
Druck
BMEL
Weitere Informationen:
www.agrarexportfoerderung.de
www.bmel.de
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Seele and Geist
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