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Privat Genuss-Serie - Teil 3: Zigarren
Edle Rollen für besondere Momente
Churchill und Che taten es. Altkanzler Schröder tut es, Arnold Schwarzenegger ebenso. Und spätestens seit Madonna ist es
auch in der Mitte der Gesellschaft angekommen: Zigarrenrauchen steht für Genusskultur der besonderen Art.
E
ine Zigarre zum abendlichen Rotwein oder
Malt-Whiskey: Für Tabak-Connaisseure
bedeutet das Genuss in Vollendung – kein
Vergleich zu gewöhnlichen Zigaretten, die eher
mechanisch nebenher geraucht werden. Lange
Zeit war die Zigarre vor allem ein Statussymbol, das die Mächtigen und Prominenten dieser
Genussmittel
SERIE
Teil 1: Kaffee/Tee – September
Teil 2: Spirituosen – Oktober/November
Teil 3: Zigarren – Januar/Februar
Teil 4: Schokolade/Pralinen – März
Teil 5: Home-Wellness – April
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Welt gerne öffentlich zur Schau trugen: Man
denke nur an den ehemaligen britischen Premierminister Winston Churchill, an den Vater
des deutschen Wirtschaftswunders, Ludwig
Erhard, oder an den kubanischen Revolutionär Ernesto Che Guevara und Regierungschef
Fidel Castro. Auch einige berühmt-berüchtigte
Damen haben sich bewusst mit dem edlen Genussmittel in Szene gesetzt, darunter Marlene
Dietrich, Katharina die Große oder Madonna.
Längst ist die edle Rolle aber nicht mehr den
oberen Zehntausend vorbehalten, sondern in
der Mitte der Gesellschaft angekommen. Sie ist
Ausdruck von Unabhängigkeit, Individualität
und Genussfreude in einer immer hektischeren
Welt. Wir haben die Zigarrenwelt genau unter
die Lupe genommen und wollten wissen, welchen Weg das feine Kraut vom Feld bis zum fer-
tigen Produkt zurücklegt, wie man eine Zigarre
richtig genießt und welche Trends im Zigarrenmarkt zu beobachten sind.
Tabakanbau und Ernte –
eine Wissenschaft für sich
Grundsätzlich kann Zigarrentabak auf
allen Kontinenten angebaut werden. Zu den
wichtigsten Anbauländern gehören natürlich
Kuba und seine karibischen und mittelamerikanischen Nachbarn, die USA und Mexico,
Brasilien, Kolumbien und Ecuador, Indonesien, Kamerun und auch Deutschland. Die besten Bedingungen für die recht anspruchsvolle
Tabakpflanze – und da sind sich die Experten
einig – herrschen allerdings auf Kuba, Sumatra
Genuss-Serie - Teil 3: Zigarren Privat
Peter Wörmann,
Vorsitzender des
Bundesverbandes der
Zigarrenindustrie.
und in Brasilien: eine durchschnittliche Temperatur von 27 Grad Celsius, hohe Luftfeuchtigkeit, ausreichend Regen und sandhaltiger
Boden. Diese Faktoren bestimmen die Qualität des Tabaks und entscheiden darüber, ob er
mild oder voll schmeckt. Die Anbaumethoden
sind teilweise sehr unterschiedlich: Während
man in Brasilien die Tabakpflanzen auf kleinen
Parzellen in Gartenkulturen anlegt, haben die
Felder auf Sumatra Plantagenausmaße. Wenn
der Anbau bereits eine große Herausforderung darstellt, kann man die Tabakernte als
eine Wissenschaft für sich bezeichnen: Ihrem
individuellen Reifegrad entsprechend werden
die einzelnen Blätter der Tabakpflanze auf den
Tag genau gepflückt – üblicherweise in den rentabaken. Aufgrund des tropisch-schwülen
frühen Morgenstunden, da man sie zu diesem Klimas auf Kuba sind die Blätter des HavanZeitpunkt am besten brechen kann. Die unte- na-Tabaks hocharomatisch und nikotinreich,
ren Blätter, die zuerst reifen, sind meist aroma- die kostbarste Variante „Vuelta Abajo“ gilt als
reicher als die oberen, die wiederum deutlich besonders elastisch und weist kleine Flecken
kräftiger sind. Bei
auf. Bei den indomaschinengemachten
„Ich verzichte auf den Himmel, wenn ich dort nesischen Tabaken
Zigarren sind diese
wird zwischen Sumakeine Zigarren rauchen darf.“ (Mark Twain)
unteren Blätter, auch
tra- und Java-Tabaken
Sandblätter genannt, besonders begehrt als unterschieden. Das Sumatra-Sandblatt gilt als
einwandfreie Hülle – als Deckblatt.
kostbarstes und teuerstes Deckblatt der Welt,
Nach der Ernte werden die Tabakblätter während sich Java-Tabake bevorzugt zur Zigarje nach Genussbestimmung luftgetrocknet reneinlage und als Umblatt eignen. Deutscher
(„air-cured“) oder mithilfe offenen Holzfeu- Tabak, der in Baden-Württemberg, der Pfalz
ers getrocknet („fire-cured“). Nachdem die und der Uckermark angebaut wird, zeichnet
Tabakbauern die Blätter nach Qualitätsstufen sich im Gegensatz dazu durch einen geringen
sortiert haben, beginnt die vier bis acht Mona- Nikotingehalt und milden Geschmack aus.
te dauernde Fermentation: Aufgestapelt in rieAuch wenn die Auswahl und die Kombisigen Haufen baut der Tabak durch Erhitzung nationsmöglichkeiten von Tabakblättern nahezu
und verschiedene Vorgänge Eiweiß, Zucker grenzenlos sind, der Aufbau einer Zigarre ist imund Nikotin ab, gleichzeitig entstehen die für mer derselbe: Jedes Exemplar besteht aus Einlage,
das Aroma so wichtigen ätherischen Öle. Hier Umblatt und Deckblatt. Die Einlage, die wesentlich
gibt es nach Region verschiedene Prozessfein- den Geschmack bestimmt, setzt sich aus verschieheiten, die oft ausschlaggebend für den Erfolg densten Tabaksorten zusammen. Die enthaltenen
einer Tabakmarke sind. Ist die Fermentation Tabakblätter können „gerissen“ (Shortfiller) oder
abgeschlossen, werden die Blätter nach Funk- ganz und „entrippt“ (Longfiller) sein. Das besontion, Farbe, Größe und Dicke akribisch sortiert ders elastische und kräftige Umblatt dient zum
und meistens in Ballenform transportiert.
Vom Entrippen, Reißen und
Wickeln – die Herstellung
Die verschiedenen Anbaugebiete generieren eine sehr große Geschmacksvielfalt. Der
rot- bis dunkelbraune Brasil-Tabak etwa ist besonders aromatisch, brennt gleichmäßig und
harmoniert besonders gut mit anderen Zigar-
Zigarillo, ca. 4 1/8 x 29 (106 x 11,5 mm)
Half Corona, ca. 4 x 40 (102 x 15,9 mm)
Robusto, ca. 5 x 48 (127 x 19,8 mm)
Corona, ca. 5 1/2 x 42 (142 x 16,7 mm)
Panatela, ca. 6 x 38 (152 x 15,1 mm)
Torpedo, ca. 6 1/8 x 52 (156 x 20,6 mm)
Lonsdale, ca. 6 1/2 x 42 (165 x 16,7 mm)
Churchill, ca. 7 x 47 (178 x 18,6 mm)
Double Corona, ca. 7 5/8 x 49 (194 x 19,5 mm)
Das Format einer Zigarre wird
durch Länge und Ringmaß
bestimmt (Fotos: BdZ).
Die Geschichte des Zigarrenrauchens geht bis in die
Kultur der Mayas und Azteken zurück, doch auch in
anderen Teilen der Welt war der Tabak- INFO
genuss ein fester Bestandteil sozialer
und religiöser Rituale. Im Oktober 1492 entdeckte
Kolumbus auf einer der Bahama-Inseln die Welt
des Tabakgenusses. 1519 kamen dann die ersten
Tabakblätter nach Europa, wo sie zunächst als Heilmittel in Gebrauch kamen. Großes Renommee als
Tabakheilkundiger genoss seinerzeit der französische
Gesandte am Hofe zu Lissabon: Jean Nicot, der dem
in der Tabakpflanze enthaltenen Alkaloid Nikotin
seinen wissenschaftlichen Namen gab. 1541 nahm
die erste kubanische Zigarrenfabrik den Betrieb
auf, 1720 entstand in Sevilla die erste europäische
Produktionsstätte namens „La Corona“. Von dort aus
schwappte die Welle auch nach Deutschland über, wo
Anfang des 19. Jahrhunderts immer mehr Menschen
auf den Geschmack kamen. In Frankreich hatte unterdessen Ludwig XIV. entdeckt, wie auch der Staat
von der Lust auf die wohlschmeckenden Rauchwaren
profitieren konnte: Er führte im Jahr 1679 erstmals
die Tabaksteuer ein. Der Kaufmann Heinrich Schlottmann, der in Sevilla das Zigarrenmacherhandwerk
als erster Deutscher erlernt, gründet im Jahr 1788 in
Hamburg die erste Zigarrenfabrik Deutschlands. Vor
allem in der Stadt Bünde boomt die Produktion für
die folgenden 100 Jahre. Doch mit dem unter den
Nationalsozialisten eingeführten Maschinenverbot
und dem rasanten Aufstieg der Zigarette setzt ein
Schrumpfungsprozess ein.
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Privat Genuss-Serie - Teil 3: Zigarren
Gerade der Zigarren-Anfänger, der ob dieser
Vielfalt den Überblick verliert, kann sich zunächst
an den gängigen Formaten orientieren. Diese führen meist spanische Namen und werden nach
ihrer Länge und Dicke kategorisiert. Je nach Geschmack, Zeit und Anlass kann der Interessierte
unter den gebräuchlichen Grundformen Corona,
Panatela, Robusto, Churchill, Torpedo, Lonsdale
und Zigarillo wählen; darüber hinaus gibt es noch
weitere, jedoch weniger gebräuchliche Formate.
Richtiger Genuss –
nicht nur für Einsteiger
Einwickeln der Einlage, beide Elemente zusammen
sind das „Wickel“. Die etwas billigere Umblatt-Variante ist der sogenannte Bandtabak: kleingemahlene Tabakteilchen, die mit Bindemitteln versehen
zu Bändern ausgewalzt werden. Die Krönung folgt
am Schluss: Einlage und Umblatt werden vom
Deckblatt umhüllt. Dieses muss eine einwandfreie
Farbe aufweisen und fehlerfrei sein – schließlich ist
es maßgeblich für das Aussehen und die Glimmfähigkeit der Zigarre verantwortlich.
„Totalmente hecho a mano“
oder maschinell?
Das Wickeln, das Zusammenfügen von
Einlage und Umblatt und das Rollen des Deckblattes erfolgten jahrzehntelang ausschließlich per Hand – eine zeitintensive Prozedur
Die erste Regel beim Zigarrengenuss ist so
einfach
wie essenziell: Man sollte sich genug Zeit
Marc Benden ist Geschäftsführer
des Düsseldorfer Tabakfachhandels Cigarworld. nehmen! Da große Zigarrenformate einer gewissen Raucherfahrung bedürfen, sollten Neulinge
mit entsprechend geringer Ausbeute: etwa 30 mit kleineren Exemplaren anfangen und dann
Stück schafften die Roller in den Fabriken pro nach und nach ein möglichst breites Spektrum
Stunde. Heute ist die maschinelle Produktion ausprobieren, um ihre persönlichen Vorlieben
verbreitet, die besten Zigarren sind jedoch zu entdecken. „Im Gegensatz zur Zigarette wird
nach wie vor „totalmente hecho a mano“, also eine Zigarre immer maßvoll genossen. Sie sollte
nicht inhaliert werden,
vollständig handgeferda nur Gaumen und
tigt. „Ein Vorteil neben
„Der Genuss einer guten Zigarre lässt uns
der
Beschleunigung
an Zeiten zurückerinnern, die es gar nicht Nase die feinen Nuancen der Tabakaromen
des Herstellungsprogegeben hat.“ (Oscar Wilde)
ausloten können – das
zesses ist die gleichmäßige Qualität der Zigarren – so wie bei den fällt gerade Zigarettenrauchern sehr schwer“,
maschinell produzierten deutschen Zigarren“, erklärt Peter Wörmann. „Zigarren sind im Gesagt Peter Wörmann, Vorsitzender des Bun- gensatz zu Zigaretten auch nicht aromatisiert.
desverbandes der Zigarrenindustrie. Zigarren- Ex-Zigarettenrauchern empfehle ich daher auch,
genießer, die auf den individuellen – vielleicht rund ein halbes Jahr zu warten, um die unaromaauch überraschenden – Geschmack setzen, tisierte Zigarre auch richtig genießen zu können.“
greifen dagegen eher zu manuell produzierten Optimal entwickelt sich der Geschmack, wenn
Sorten. Geschmäcker sind bekanntlich ver- der Genießer nur einmal pro Minute zieht. Auch
ein zu heißes Rauchen ist dem Geschmack abschieden.
Absatzzahlen innerhalb der Europäischen Union 2011
(gesamte Zigarrenindustrie)
Lettland 1,96%
Finnland 1,59%
Dänemark 0,95%
Portugal 1,06%
Italien
7,07%
Niederlande
5,39%
Belgien/
Luxemburg
6,10%
U.K.
6,53%
Spanien
26,68%
Österreich 1,09%
Griechenland 0,79%
Schweden 0,60%
Frankreich
21,37
Deutschland
15,61%
Irland 0,31%
Tschechien 0,74%
Andere 2,14%
Das Zusammenfügen von Einlage und Umblatt
und das Rollen des Deckblattes erfolgten jahrzehntelang ausschließlich per Hand (Foto: fotolia).
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Nur in Spanien und Frankreich werden noch mehr Zigarren konsumiert als in Deutschland (Quelle: BdZ).
Genuss-Serie - Teil 3: Zigarren Privat
Zigarre als Präsent
Wer überlegt, seinem Geschäftspartner TIPP
eine Zigarre zu schenken, sollte sich
vorher ganz genau kundig machen, welche Vorlieben dieser hat. Am besten im unmittelbaren Umfeld
nachfragen: „Die Chefsekretärin etwa sollte den Geschmack ihres Chefs kennen. Hier sollte man auch
kein Experiment wagen: Ein Kuba-Freak wird eine
Nicaragua vielleicht wegen des schönen Anblicks
schätzen, aber möglicherweise nicht mögen – und
sich in den Schrank stellen“, schildert Marc Benden
litative Speerspitze bilden Vintage-Zigarren,
die aus den besten Tabakblättern eines Jahrgangs hergestellt werden.
Ein edles Genussmittel
braucht edle Begleiter
Ein edles Genussmittel wie die Zigarre braucht auch ein entsprechendes Umfeld.
Das fängt bei der hochwertigen Verpackung
an, die aus Holz (Zeder, Gabun, Pappel), aber
auch aus Blech, Karton, Glas, Keramik oder
Kunststoff bestehen kann. Für Einzelpackungen nutzen die Produzenten häufig Leichtmetallhülsen, sogenannte Tubos oder auch Tubes,
die teilweise mit Zedernholz ausgelegt sind.
lich und ergänzen sich daher sehr gut mit dem
Zigarrengeschmack“, erklärt Benden. Einige
Zigarrengenießer schwören auch auf Kaffee,
Lakritz oder Pastete als Beiwerk. Wenn diese
Leckereien, Aschenbecher und Fidibus bereitliegen, bleibt nur noch eins: Zurücklehnen und
sich vollkommen dem Genuss hingeben!
Trends in der Zigarrenwelt
„Der große Zigarren-Boom, die Renaissance, entstand Ende des letzten Jahrtausends,
als Madonna übertriebenerweise sogar forderte,
Zigarren zu inhalieren – und dieser Boom hält
träglich. Für das notwendige „kühle“ Rauchen
heute noch an“, sagt Peter Wörmann. „Seitdem
wird die Glut durch die Erhaltung der Asche geist Zigarrenrauchen nicht mehr elitär, sondern
schützt – also nicht zu früh abaschen!
in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“ TaWer sich mit diesem
bakfachhändler Marc Benden sieht
Grundwissen direkt an handdas ähnlich: „Die klassische Ziel„Zigarren sind so köstlich wie das Leben. Das Leben bewahrt man sich
gemachte Zigarren heranwagruppe Zigarrenraucher – der ältere
nicht auf. Man genießt es in vollen Zügen.“ (Artur Rubinstein)
gen möchte, für den eignen
Herr von Welt – gibt es nicht mehr.
sich milde Sumatra- oder Brasil-Zigarren Auch die richtige Lagerung der edlen Rollen Mittlerweile ist das – nach wie vor überwiegend
besonders gut. Dunkle Tabake sind übrigens ist wichtig: Zwischen 15 und 20 Grad Celsius männliche – Publikum jünger. Meist junge Ernicht zwingend kräftig und helle nicht unbe- sind ideal – und immer im sicheren Abstand wachsene zwischen 25 und 40 treffen sich zum
dingt leicht. Vielmehr verhält es sich ähnlich zu Heizkörpern. Zigarren-Liebhaber schüt- chilligen Zigarrengenießen“.
wie bei Rot- und Weißweinen: Beide können zen ihre Exemplare häufig in einer speziellen
Zudem zeichnet sich der Zigarrenmarkt
schlank oder voll im Geschmack sein. „Ein- Klimabox – dem Humidor.
durch eine immer stärker wachsende Markensteigern würde ich zunächst deutsche oder
Zwar kann man Zigarren heute in jedem vielfalt aus. „Der Zigarrenraucher ist ein Jäger
europäische Marken empfehlen, weil diese Supermarkt und Zeitungsladen kaufen, aber und Sammler, ständig auf der Suche nach Neunicht so schwer sind und aufgrund der ma- wer Wert auf gute Qualität und Beratung legt, em. Meistens ist er bereits dank Internet bestens
schinellen Produktion eine gleichbleibende sollte sich ein Fachgeschäft suchen. Diese bieten über neue Produkte informiert, wenn er in den
Qualität haben. Mehr Varianz von sehr leicht nicht nur eine große Auswahl hochwertiger Zi- Fachhandel geht“, erklärt Benden. Um eine Probis ganz schwer haben die karibischen Zigar- garren, sondern auch schicke Raucherutensilien duktpalette mit möglichst großer Geschmacksren – eine sehr schwere wird einem Anfänger wie Cutter, Aschenbecher, Feuerzeuge und Hu- vielfalt anbieten zu können, stellt der Händler
aber schlichtweg nicht schmecken“, schätzt midore. So wie etwa Cigarworld in Düsseldorf. „Serien“ mit Exemplaren verschiedener Marken
Wörmann. Ein Qualitätskriterium jeder Zi- Der Tabakfachhändler präsentiert auf mehr als unterschiedlichster Herkunft zusammen. Nach
garre ist eine glatte und feine Struktur sowie 1.000 Quadratmetern mehr als 500.000 Zigar- wie vor der Klassiker – mit einem Anteil von
die gleichmäßige Farbe. Zudem hilft dem ren und 800 verschiedene Marken. In seinem rund 50 Prozent – sind Zigarren aus Kuba. Auf
Laien die Unterteilung in verschiedene Gü- Shop hält Geschäftsführer Marc Benden auch den Plätzen der beliebtesten Produktionsländer
teklassen: So genannte Premium-Zigarren allerlei edle Köstlichkeiten bereit, die sich gut folgen die Dominikanische Republik und Nicabestehen zu 100 Prozent aus Tabak – im Un- mit einer Zigarre kombinieren lassen. „Mei- ragua, wobei das mittelamerikanische Land geterschied zu solchen aus homogenisiertem ner Meinung nach passen Rum, Cognac und rade stark aufholt. „Die Böden haben in diesen
Tabak, einer Mischung aus Tabak, Pflanzen- Portwein sehr gut zu einer Zigarre. Oder auch Ländern eine besonders gute Qualität. Ob dann
fasern und Zellulose. Super Premium-Zigar- Schokolade. Alle diese leckeren Dinge sind süß- Kuba oder Dom-Rep, ist oft eine Geschmacksren zeichnen sich durch eine besonders sorgfrage. Meist gilt: Kuba-Freak bleibt Kuba-Freak“,
fältige Produktion aus, die die Fertigung von
erklärt Benden. Sein Kollege Peter Wörmann
Premium-Zigarren noch übersteigt. Die quabeobachtet, dass der Zigarrenmarkt zunehmend
schwere Sorten hervorbringt: „Das hat den positiven Effekt, dass die Genießer den Qualm
auch wirklich nicht inhalieren.“ Wo wir wieder
bei einem der großen Unterschiede zur Zigarette wären. Dennoch werden Zigarren- und
Zigarettenindustrie beim anstehenden NRWNichtrauchergesetz in einen Topf geworfen. Die
Zigarrenindustrie wehrt sich entschieden dagegen – bleibt abzuwarten, ob es in Zukunft dann
überhaupt noch öffentliche Cigar Lounges
Echte Genießer legen Wert auf ausgewählte
Raucherutensilien (Foto: fotolia).
gibt. Thomas Corrinth | tc@duesseldorf-manager.de
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Seele and Geist
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