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Leseprobe zum Titel: Süddeutsche Zeitung (29.01.2015)

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Milliarden-Gewinne und Mini-Steuern: Apples Rekordbilanz Wirtschaft
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WWW.SÜDDEUTSCHE.DE
HF1
(SZ) Der Tag rückt näher. Diesen Freitag
bekommt Heino den Karl-Valentin-Orden
der Münchner Narrhalla, und nun wartet
alle Welt mit Spannung auf die Veröffentlichung dessen, was Heino an Humorvollem
beziehungsweise Hintergründigem im Sinne Karl Valentins geleistet hat. Aus seinem
an Erfolgen reichen Liedschaffen ist kein
Grund für die Ehrung herzuleiten, denn
dass der Enzian blau blüht und die Haselnuss schwarzbraun ist, kann ja wohl nicht
als humorvoll oder gar hintergründig eingestuft werden. „Schwarzbraun ist die Haselnuss, schwarzbraun bin auch ich“: Das
Lustigste, was daraus je entstand, ist eine
im Deutschen Volksliedarchiv verfügbare
Landserparodie, aufgezeichnet von Oberkanonier Müller: „Vollfett ist die Leberwurst, vollfett bin auch ich. Vollfett muss
mein Madel sein, gerade so wie ich.“
Da die Narrhalla nur schwer zu durchschauen ist, müssen Vermutungen herhalten. Deren stichhaltigste geht dahin, dass
man bei dieser lustigen Gesellschaft das
Valentineske nicht nur hochhält, sondern
auch weit fasst – so weit zumindest, dass
Leute wie Papst Benedikt, Jürgen Möllemann, Til Schweiger und Horst Seehofer
zwanglos darin Platz finden. Das Valentineske als solches ist nie so scharf definiert
worden, dass es sich gegen konkurrierende Nachbardisziplinen hätte abgrenzen lassen. Da es auch die meiste Zeit unbewacht
ist, können Querdenker, Aufmüpfige, Gaudiburschen, Aphoristiker und sonstige freischaffende Tölpel mühelos dort eindringen und von sich behaupten, sie seien Enkel Karl Valentins. In dieser Hinsicht ähnelt das Valentineske dem anderen großen
auf -esk endenden Kulturphänomen: dem
Kafkaesken. Es ist der Zufluchtsort all derer, die düstere Gedanken haben, ohne sie
so klar ausdrücken zu können wie Franz
Kafka, und die sich geben, als wäre es nur
noch eine Frage von Tagen, bis auch sie
sich beim Aufwachen in einen riesigen Käfer verwandelt sähen.
Nach herrschender Lehre wies das aus
dem Französischen übernommene Suffix
-esk zunächst auf Groteskes, Exotisches
und Extravagantes. Das bestätigt die Praxis durch Bildungen wie hoffmannesk, diesen Kratzfuß vor dem pittoresken Dichter
E. T. A. Hoffmann. Er hat es nie so weit gebracht wie Goethe und Schiller. Dafür haben diese es nie zu Derivaten wie goethesk
und schilleresk gebracht, und wenn heute
einer von sich behauptete, er denke goethesk und schriebe schilleresk, so stünde
er bald in dem Verdacht, leicht kafkaesk zu
sein und sich für den Karl-Valentin-Orden
ins Gespräch bringen zu wollen. Apropos
Valentin: Von ihm sagten Leute, die ihn angeblich sehr gut kannten, er sei „a spinnada Uhu“ gewesen. Heino seinerseits sagte:
„Der war ja ein ganz verrückter Kerl.“ Literarisch ist das auf der Höhe von „Vollfett ist
die Leberwurst“, und wenn sich Heino damit auch nicht für Valentin qualifiziert hat,
so jedenfalls für die Münchner Narrhalla.
MÜNCHEN, DONNERSTAG, 29. JANUAR 2015
71. JAHRGANG / 5. WOCHE / NR. 23 / 2,40 EURO
Pegida-Spitze
zerbricht
Fünf Vorstandsmitglieder treten
zurück, Montags-Demo abgesagt
Dresden – Eine Woche nach dem Rücktritt
von Pegida-Gründer Lutz Bachmann wegen ausländerfeindlicher Äußerungen
steht das islamkritische Bündnis ohne klare Führung da. Das Pegida-Organisationskomitee teilte am Mittwoch im Internet
mit, dass Sprecherin Kathrin Oertel ihr
Amt niedergelegt habe. Sie habe eine „Auszeit“ wegen massiver Anfeindungen, Drohungen und beruflicher Nachteile genommen, hieß es. Außer Oertel zogen sich vier
weitere Mitglieder aus der Pegida-Führung zurück. Pegida-Mitbegründer Lutz
Bachmann sagte der Süddeutschen Zeitung, Oertel sei zurückgetreten, weil sie
aus Antifa-Kreisen massiv bedroht worden sei. Weder Oertel noch er stünden für
Vorstandsposten zur Verfügung. Eine für
Montag angemeldete Kundgebung in Dresden sagte die Bewegung nach Angaben der
Stadt ab. dpa, sz
Seiten 4 und 5
Kinder haben Recht auf
Vaterschafts-Auskunft
Am Tag danach
Das Leben kehrt langsam nach Kobanê zurück. Seit September haben Kurden und IS-Dschihadisten um die Vorherrschaft in der syrischen Stadt gekämpft. Jetzt ist der IS vertrieben, und die Kurden feiern den Sieg mit bunten Flaggen, doch die Spuren des Kriegs können sie kaum verdecken. Autos ohne Windschutzscheiben, zerschossene Fassaden, aufgerissene Straßen: Kobanê ist zerstört. Noch
warten viele Flüchtlinge darauf, zurückzukehren. Am Tag zwei der neuen Zeitrechnung ist es dafür noch zu früh. FOTO: BULENT KILIC/AFP
Tsipras setzt auf Konfrontation
Griechenlands neuer Premier kündigt an, man wolle sich den Geldgebern nicht unterwerfen. Beamte
werden wieder eingestellt, Privatisierungen gestoppt. Auch den Russland-Kurs der EU lehnt Athen ab
von daniel brössler
und christiane schlötzer
Athen/Brüssel – Nur zwei Tage nach ihrem Amtsantritt hat die neue griechische
Regierung die Partner in der Europäischen
Union mit einem rasanten Politikwechsel
aufgeschreckt. So stoppte die Regierung
mehrere Privatisierungsvorhaben. Der
linksgerichtete griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras distanzierte sich überdies von einer EU-Erklärung zum UkraineKonflikt und ging damit auch in der Außenpolitik auf Konfrontationskurs zu Brüssel.
Tsipras will mit den internationalen
Geldgebern schnell über einen neuen Umgang mit dem 320 Milliarden Euro großen
Schuldenberg reden. Griechenland wünsche „keinen Bruch“ mit seinen Geldgebern, werde aber auch „keine Unterwer-
fung“ akzeptieren, sagte er am Mittwoch
bei der ersten Sitzung seines Ministerrates. Tsipras’ Regierung begann umgehend
mit der Einlösung von Wahlversprechen.
So stoppte sie die volle Privatisierung des
Hafens von Piräus. Auch von der halbstaatlichen Elektrizitätsgesellschaft DEI sollen
keine weiteren Anteile verkauft werden.
Auf Eis gelegt wird auch der Verkauf
von Regionalflughäfen, für die das deutsche Unternehmen Fraport mit einem griechischen Partner bereits ein Angebot abgegeben hatte. Die Privatisierung von Staatseigentum war eine wichtige Forderung der
internationalen Geldgeber Griechenlands.
Auch entlassene Beamte sollen wieder eingestellt sowie Mindestrenten und Mindestlohn wieder aufgestockt werden.
Der für Wachstum zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Jyrki Katainen,
mahnte die neue griechische Führung,
aber auch die anderen EU-Staaten, zur Besonnenheit. „Wir haben nur ein Europa,
wir haben nur eine Euro-Zone und wir müssen einander respektieren“, sagte er.
Manchmal sei es besser, sich gemeinsame
Ziele zu setzen. Der Weg dorthin könne
auch verschieden sein.
Als beunruhigendes Zeichen wurde in
Brüssel der offene Streit um eine am Dienstag veröffentlichte Erklärung der 28
Staats- und Regierungschefs der EU zum
Raketenangriff auf die ukrainische Hafenstadt Mariupol gewertet. Die Erklärung sei
ohne Zustimmung von Tsipras veröffentlicht worden, hieß es am Mittwoch aus seinem Büro. Bedenken gegen einige Formulierungen habe die EU ignoriert.
Dem widersprach ein Sprecher von EURatspräsident Donald Tusk. „Wie immer,
wenn eine solche Erklärung vorbereitet
wird, haben wir alle Mitgliedstaaten konsultiert, einschließlich eines Vertreters der
neuen griechischen Regierung“, sagte er.
Die Erklärung, die Russland mit neuen
Sanktionen droht, sei am Montagabend fertiggestellt worden. Bis dahin habe Griechenland keine Einwände vorgebracht,
auch nicht in einem Glückwunschtelefonat Tusks mit Tsipras.
Denkbar ist nun eine griechische Blockade in der Russland-Politik. An diesem Donnerstag kommen in Brüssel die EU-Außenminister zusammen, um über die Verlängerung geltender Sanktionen um neun Monate zu beraten. Tsipras lehnt die Sanktionen
ab. Politiker aus baltischen EU-Ländern
warnten, wenn Griechenland selbst Solidarität erwarte, müsse es Solidarität in der
Russland-Politik zeigen. Seiten 4 und 7
HEUTE
Die Seite Drei
Ein Berliner Imam lebt gefährlich,
denn er predigt: Befreit den Islam
von den Verbrechern
3
Meinung
Apple verdient enorm viel Geld –
und gibt zu wenig an die
Gesellschaft zurück
4
Wirtschaft
Traumhafte Renditen:
Schweizer Uhren
als Geldanlage
21
Reise
Weg vom Rummel –
Skifahren auf der anderen
Seite des Matterhorns
29
Das Wohl und Wehe dieser Region hängt
an zwei sehr unterschiedlichen Flüssigkeiten. Der Preis der einen ist gerade im Keller, bei der anderen hingegen laufen die
Geschäfte gut. In Schottland gibt es viele
Unternehmen, die Öl aus der Nordsee fördern – und nun unter dem rapiden Preisverfall leiden. Und es gibt viele Destillerien, aus deren Brennblasen ein weltweit
populärer Getreideschnaps fließt: Scotch
Whisky. Für die Schotten waren ihre Single Malts immer schon ein Kulturgut,
doch eine neue Studie zeigt, dass die hochprozentigen Tropfen zugleich eine Säule
der heimischen Ökonomie sind.
Umgerechnet 6,5 Milliarden Euro tragen die schottischen Schnapsbrenner zur
britischen Wirtschaftsleistung bei, heißt
es in dem Bericht. Sie beschäftigen im Vereinigten Königreich 10 900 Menschen,
weitere 29 400 Jobs hängen vom Alkohol
ab, etwa bei Lieferanten. Damit sind Johnnie Walker, Ballantine’s und die anderen
Sport
„Wir werden von der Krise
profitieren“ – Interview mit
BVB-Chef Watzke
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Medien, TV-/ Radioprogramm
Forum & Leserbriefe
München · Bayern
Rätsel
Familienanzeigen
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41005
4 190655 802404
Whisky sauer
Schottlands Destillerien sehen sich von London benachteiligt
Scotch Whiskies wichtiger als etablierte
Industrie-Branchen wie Stahl, Mode oder
Computer.
Der Hersteller-Verband Scotch Whisky
Association veröffentlichte die Studie am
Mittwoch – und mitten im Wahlkampf:
Die Briten bestimmen Anfang Mai ein
neues Parlament. David Frost, der Chef
der Lobbygruppe, benutzte die Daten
prompt als Argument, um niedrigere Alkoholsteuern zu fordern: „Mit Blick auf
die Größe und Bedeutung der Whisky-Industrie sollte uns die Regierung ihre Unterstützung zeigen.“ London hat die Abgaben seit 2008 schrittweise erhöht. Inzwischen machten Steuern bei einer Flasche
Scotch vier Fünftel des Preises aus, sagt
Frost. Das zeigt Wirkung. Die Verkäufe
schottischen Whiskys im Königreich sanken im gleichen Zeitraum deutlich.
Trotzdem steht für die Branche kein
kalter Entzug an. Im Gegenteil, seit der
Jahrtausendwende erleben die Schnapsbrenner einen Boom – dank ihrer Exporte. Weltweit entdecken immer mehr Menschen ihre Liebe zu Whisky im Allgemeinen und Scotch im Besonderen. Den müssen die Connaisseure notgedrungen aus
Großbritannien importieren, denn ausschließlich Destillerien in Schottland dürfen ihren Getreideschnaps Scotch Whisky
nennen. Der Wert der Ausfuhren verdoppelte sich zwischen 1999 und 2013.
Die wichtigsten Märkte sind Frankreich vor den USA, Singapur, Indien und
Brasilien. Deutschland folgt auf dem ach-
ten Platz. Im ersten Halbjahr 2014 sanken
die Ausfuhren jedoch leicht, unter anderem, weil die chinesische Regierung nun
stärker gegen Korruption und den ausschweifenden Lebensstil manch ihrer
Funktionäre vorgeht. Und teurer Scotch
gilt in dem kommunistischen Land offenbar als beliebtes Schmiermittel.
Der internationale Getränke-Multi Diageo stoppte deswegen kürzlich den Bau einer neuen Destillerie in den schottischen
Highlands. Zu Diageos illustrer Markensammlung gehört unter anderem Johnnie Walker, der mit Abstand meistverkaufte Scotch. Andere Whisky-Brenner investieren aber kräftig weiter; dem HerstellerVerband sind Pläne für etwa 30 neue Destillerien bekannt. Dieser Boom ermunterte auch Enthusiasten südlich der innerbritischen Grenze – in England und Wales –,
Brennereien zu eröffnen. Der Nachschub
an Hochprozentigem auf der Insel geht also so schnell nicht aus.
björn finke
Mehr Geld für Familien
Die Bundesregierung will Kinderfreibetrag und Kindergeld anheben. Alleinerziehende könnten vorerst leer ausgehen
Berlin – Die Bundesregierung wird die
Leistungen für Familien aufstocken. Auch
das Kindergeld soll erhöht werden. Eine Einigung steht hier aber aus. Umstritten ist
in der Koalition auch noch, ob Alleinerziehende und Geringverdiener ebenfalls bessergestellt werden. Fest steht, dass der
steuerliche Grundfreibetrag für Erwachsene 2015 um 115 Euro im Monat steigen
muss und 2015 um weitere 180 Euro. Der
Kinderfreibetrag, also der Betrag, den der
Fiskus steuerfrei stellt, um das Existenzminimum von Kindern zu sichern, werde
2015 um 144 Euro angehoben und 2016 um
96 Euro, sagte Regierungssprecher Steffen
Seibert am Mittwoch.
Die Änderungen gehen auf den Existenzminimumbericht zurück, den das Kabinett am Mittwoch billigte. Demnach hätte
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Jegliche
der Grundfreibetrag für Erwachsene und
Kinder schon Anfang 2014 erhöht werden
müssen. Ob zu viel gezahlten Steuern nun
rückerstattet werden, ist unklar. Das Bundesverfassungsgericht fällte 1995 zwar ein
entsprechendes Urteil; im Kabinett aber gehen die Meinungen hierzu auseinander.
„Die Bundesregierung kann die Gesetzesänderung rückwirkend in Kraft setzen“,
sagte der Regierungssprecher. Ob sie dies
tue, werde bis Ende März geklärt. Bis dahin soll auch klar sein, wie hoch eine Kindergelderhöhung ausfallen könnte. Berichte, wonach es 2014 und 2015 um je zehn Euros steigen soll, wurden nicht bestätigt.
Seit Monaten verhandelt Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) mit
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble
(CDU) über ein Gesamtpaket für Familien,
zu dem nach Schwesigs Willen nicht nur
mehr Kindergeld und höhere Kinderfreibeträge gehören sollen, von denen besonders
Eltern mit mittleren und höherer Einkommen profitieren. Auch die steuerliche Entlastung für Alleinerziehende, die bei 1308
Euro stagniert, will die Ministerin aufstocken. „Alleinerziehende gehören zu den Familien in Deutschland, die besonders viel
leisten und ihren Alltag meistern. Deshalb
müssen sie gezielt unterstützt werden“,
sagte Schwesig der SZ. „Seit zehn Jahren
wurde der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende nicht erhöht. Jetzt ist der Zeitpunkt, dass wir das konkret angehen.“ So
stehe es im Koalitionsvertrag.
Schäuble hat bereits signalisiert, dass eine Besserstellung Alleinerziehender denkbar sei. Allerdings seien die finanziellen
Spielräume eng. Noch größer ist Schäubles
Widerstand offenbar beim Kinderzuschlag, der Geringverdiener vor dem Abrutschen in Hartz-IV bewahren soll. Auch ihn
will Schwesig erhöhen. Die Chancen dafür
gelten aber als schlecht.
Die verschleppte Erhöhung der Familienleistungen sorgte am Mittwoch für Kritik. „Ich erwarte, dass es hier zügig zu einer
Einigung für die Anpassung der Freibeträge und die Anhebung des Kindergeldes
kommt“, sagte der Vize-Fraktionschef der
SPD, Carsten Schneider. Die Grünen wurden noch deutlicher. „Der Kinderfreibetrag ist schon seit Beginn des Jahres 2014
um 72 Euro zu niedrig und damit im gesamten Jahr 2014 verfassungswidrig“, sagte
die finanzpolitische Sprecherin Lisa Paus.
constanze von bullion Seite 4
Karlsruhe – Kinder, die mit einer Samenspende gezeugt worden sind, haben von
Geburt an einen Anspruch auf Auskunft
über die Identität ihres biologischen Vaters. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom Mittwoch ist ihr Recht auf
Kenntnis ihrer Herkunft nicht an ein Mindestalter gebunden. Damit können die Eltern schon nach der Geburt von der Klinik
die Daten des Spenders verlangen – und
selbst entscheiden, zu welchem Zeitpunkt
sie ihre Kinder darüber informieren wollen. Geklagt hatten zwei 12 und 17 Jahre alte Mädchen. Das Landgericht Hannover
muss nun abschließend über den Fall entscheiden.
jan Seiten 2 und 4
Hisbollah greift
israelische Soldaten an
Jerusalem – Die israelischen Streitkräfte
sind am Mittwoch in einem umstrittenen
Grenzgebiet zu Libanon mit Raketen und
Granaten angegriffen worden. Ein Armeesprecher berichtete von mehreren verletzten Soldaten; auch ein UN-Soldat kam ums
Leben. Die schiitische Hisbollah übernahm die Verantwortung. Israels Regierung kündigte an, „mit aller Kraft“ auf Angriffe zu reagieren. sz Seiten 4 und 7
Berlin verhandelt mit
Ankara über IS-Kämpfer
München – Um den Zustrom deutscher
Kämpfer für den Islamischen Staat zu stoppen, bemüht sich die Bundesregierung
nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR um ein GeheimdienstAbkommen mit der Türkei. Hintergrund
der Verhandlungen, die Innen-Staatssekretärin Emily Haber derzeit mit Ankara
führt, ist, dass das Gros der Aus- und Einreisenden nach Erkenntnissen von Verfassungsschützern den Weg über die türkischsyrische Grenze wählt. col
Seite 5
Fußball-Star Luis Figo
will Fifa-Chef werden
Zürich – Ex-Fußballprofi Luis Figo will
Präsident des Fußball-Weltverbands Fifa
werden. Das kündigte der Portugiese am
Mittwoch an. „Ich bin erfreut, meine Kandidatur bekannt zu geben“, schrieb der
42-Jährige bei Twitter. Er wolle die Krise
des Fußball-Weltverbands mit der Ablösung von Joseph S. Blatter beenden. „Wir
müssen das Image der Fifa ändern“, sagte
Figo bei CNN. sz
Sport
Dax ▲
Dow ▲
Euro ▼
Xetra 16.30 h
10678 Punkte
N.Y. 16.30 h
17422 Punkte
16.30 h
1,1323 US-$
+ 0,47%
+ 0,20%
- 0,0058
DAS WETTER
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NACHTS
Meist stark bewölkt, dabei gebietsweise
Schnee- und Regenschauer. Glättegefahr!
Im Norden und Westen kann es auch einzelne Gewitter geben. Nur im Nordosten zeigt
sich auch mal die Sonne. Zwei bis sieben
Grad.
Seite 13
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