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13 KIRCHgEMEINdEN

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Kirchgemeinden
Kirchenbote
Februar 2015
www.kirchenbote-online.ch
13
Reinach
FASNACHTSZEIT
Humor ist, wenn man trotzdem lacht
Fasnacht wird oft eine närrische Zeit
genannt, und wir wissen: Kinder- und
Narrenmund tun Wahrheit kund und leiten Heiterkeit ein. Es gibt nicht viele
Bibelstellen, die diese Heiterkeit, das
Lachen, Humor willkommen heissen. Wir
kennen Kohelet 3,4 «eine Zeit zum Weinen
und eine Zeit zum Lachen . . .» und dieser
Text scheint Lachen und Weinen gleich zu
werten. Doch schon Kohelet 7,3 zieht das
Schwere dem Leichten vor: «Besser Verdruss/ Unmut als Lachen/ Scherzen . . .»
Da gründet vielleicht die Scheu unserer
Kirche vor der Fasnacht.
Sören Kierkegaard beschreibt eine
Seite des Lachens und erzählt dafür das
alte Märchen von den drei Wünschen,
leicht verändert: In seiner Fassung tritt
keine gute Fee auf, sondern die Götter
Griechenlands, und von drei Wünschen
bleibt nur einer übrig. Kierkegaard erfindet den Mythos neu und wird von Hermes
angesprochen: «Aus besonderer Gnade
wurde dir die Gunst gewährt, einen
Wunsch zu tun. Willst du», sprach Hermes
zu mir, «Jugend oder Schönheit oder
Macht oder ein langes Leben oder das
schönste Mädchen oder eine andere Herrlichkeit von den vielen, die wir in der
Kramkiste haben, so wähle, jedoch nur
eines.» Ich war einen Augenblick überrascht, wandte ich mich dann an die Götter: «Hochverehrte Zeitgenossen, eines
wähle ich, dass ich immer die Lacher auf
meiner Seite haben möge.» Da war auch
nicht ein Gott, der ein Wort erwiderte,
hingegen fingen sie alle an zu lachen. Daraus schloss ich, dass meine Bitte erfüllt
sei, und fand, dass die Götter verstünden,
sich mit Geschmack auszudrücken; denn
es wäre ja doch unpassend gewesen, ernst-
haft zu antworten: «Es sei dir gewährt.» –
Über Lachen kann man nicht reden,
Lachen geschieht.
Der grosse Philosoph Immanuel Kant
hält als Ursache unseres Lachens einen
Mechanismus fest und erklärt ihn mit
dem Witz vom Indianer, der einem Engländer zuschaut, wie er eine Flasche Bier
öffnet. Als der Schaum aus der Flasche
zischt, ist der Indianer derart verwundert,
dass ihn der Engländer fragt, was es denn
da so gross zu staunen gäbe. «Ach», antwortet der Indianer, «ich wundere mich ja
gar nicht, dass es rausgeht. Aber wie habt
ihr es reingekriegt?» – Wir lachen, so
Kant, weil wir gespannt sind, wie die
Geschichte endet, und weil sich unsere
Erwartung selbst im schlechten Witz in
Nichts aufgelöst: Das Lachen sei ein Affekt
aus der plötzlichen Verwandlung einer
gespannten Erwartung in Nichts.
Lassen Sie sich von einer Geschichte
faszinieren
Ein Landstreicher in London richtete
sich hungrig für die Nacht ein. Er
erreichte das Ufer der Themse und im
leichten Nieselregen zog er seinen zerschlissenen Mantel fester um sich. Er
wollte gerade einschlafen, als ein RollsRoyce mit Chauffeur anhielt.
Eine schöne junge Dame stieg aus und
sagte zu ihm: «Sie armer Mann, wollen Sie
etwa die Nacht hier am Ufer verbringen?»
Darauf erwiderte der Landstreicher: «Ja.»
Die Frau entgegnete: «Das werde ich nicht
zulassen. Sie kommen mit in mein Haus
und werden dort bequem übernachten.»
Also fuhren sie aus London hinaus und
kamen zu einer grossen Villa in einem
weiten Park. Dem Butler, der sie ins Haus
MISCHELI-KONZERT
Chansons à boire, manger,
crier & aimer
führte, sagte die Dame: «James, sorgen Sie
bitte dafür, dass er ein Dienstbotenzimmer bekommt und dass es ihm an nichts
fehlt.» Die junge Dame hatte bereits die
Kleider abgelegt, um ins Bett zu gehen, als
ihr plötzlich wieder ihr Übernachtungsgast einfiel. Also zog sie sich etwas über
und ging zu den Dienstbotenzimmern. –
Unter der Tür des Landstreichers fiel ein
Lichtstreifen hindurch. Sie klopfte an die
Tür, öffnete sie und sah, dass der Mann
noch wach war. Sie sagte zu ihm: «Was ist,
guter Mann, haben Sie kein rechtes Essen
bekommen?» Darauf erwiderte er: «In
meinem ganzen Leben habe ich noch kein
besseres Essen gehabt, meine Dame.» −
«Haben Sie warm genug?» − «Ja, ein schönes warmes Bett.» −«Vielleicht brauchen
Sie ein bisschen Gesellschaft. Wollen Sie
nicht ein Viertelstündchen zu mir herüberkommen?» Dann rückte sie näher zu
ihm, und er rutschte näher zu ihr und fiel
. . . genau in die Themse. – Müssen Sie nicht
auch schmunzeln? Anthony de Mello, der
diese Geschichte vom Landstreicher
geschrieben hat, beabsichtigt unser Aufwachen. Wir sollen das «Gottesgeschenk
Leben» nicht verträumen.
In der Tradition der Basler Fasnacht
finden wir einen eigenen Wert: In Schnitzelbänken und im Intrigieren – lassen wir
uns gerne überraschen. Als Zielscheibe
scharfer Zungen oder als hellhörige Zeugen können wir humorvoll lachen, wenn
wir den Mut dazu haben. Denn das verhaltene Schmunzeln oder das offene Lachen
machen Wahrheit offenbar. Es gibt eine
Zeit zum Weinen und die Zeit zum Lachen.
In der Fasnachtszeit leben wir die –
bedingte – Freiheit des Lachens.
B e n edi kt S c hölly
WIR SUCHEN
Freiwillige
Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen
Für den ökumenischen SeniorenNachmittag im KGZ Mischeli, für
die Geburtstagsfeiern 80plus und
für den Senioren-Spielnachmittag
suchen wir Freiwillige, die unsere
drei bestehenden Teams ergänzen.
Der ökumenische Senioren-Nachmittag am Mittwoch und 80plus am
Donnerstag finden je vier Mal im
Jahr bei uns im ersten Stock des
Mischeli-KGZ statt – der SeniorenSpielnachmittag erfordert die Mitarbeit etwa jeden dritten Montag,
ausser in der Zeit der Schulferien.
Die Arbeitseinsätze dauern in der
Regel von 13.30 bis ca. 17 Uhr.
Wenden Sie sich für Fragen und
Kontakt bitte an Pfarrer Benedikt
Schölly, Tel. 061 712 00 93. Wir
freuen uns, wenn wir zusätzlich
neue Mitarbeiter/innen für Küche
und/oder Service in unserem Kreis
begrüssen dürfen.
Vokalensemble Thélème.
Wir sind gewohnt, klassische Musik immer
in der Stille zu geniessen. Wir trauen uns
nicht, in der Mitte eines Konzertprogrammes zu klatschen und noch weniger in der
Mitte eines Musikstückes. Und wir würden nie während eines Konzerts essen oder
trinken: Dafür warten wir ganz brav auf die
Pause!
Aber wäre das nicht auch in der klassischen Musik möglich? – Das Konzert-Konzept, wie wir es heute kennen, erschien erst
in der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts
und etablierte sich vor allem im Laufe des
neunzehnten Jahrhunderts. Doch die Concerti von Bach wurden in einem Café aufgeführt: Im Café Zimmermann in Leipzig.
Das Vokalensemble Thélème, das uns beim
Mischeli-Konzert am Freitag, 6. Februar,
in die Welt der Renaissancemusik führen
wird, hat sich gefragt, was für eine Beziehung zwischen Musiker und Publikum man
heute schaffen kann und schlägt neue Formen von Konzerten vor. Dabei entwickelt
das Ensemble von Konzert zu Konzert eine
spannende Reflexion über die Rolle der Musiker in der Gesellschaft.
Die Freiheit und die Kühnheit des Ensembles ist schon in seinen Namen angelegt.
Thélème findet sich im Roman «Gargantua»
von François Rabelais und ist eine beschreibende Utopie: Thélème ist ein hexagonales
Renaissanceschloss, d. h. mit dem Grundriss früher Baptisterien oder einer Bienenwabe, mit fünf Etagen, das aus wertvollen
Materialen gebaut ist. – Thélème hat keine
Umfassungsmauer und keine Uhren. Deshalb kann man sich in Thélème um die Zeit
scheren, man ist von der Zeit unabhängig;
man kann selbst entscheiden, wann man
aufstehen, essen, arbeiten oder sich der
Freude der Konversation widmen möchte.
Das Ensemble Thélème wird uns weltliche Chansons der Französische Renaissance vorstellen: Chansons à boire, chansons à manger, chansons à crier, chansons
à aimer . . . im Rahmen des Bistro Glöggli. –
Ihr seid also herzlich eingeladen, diesen besonderen Abend mit Musik, Wein, Käse und
guter Gesellschaft zu erleben!
Freitag, 6. Februar, 18 Uhr im Bistro
Glöggli. Eintritt frei – Kollekte.
persönlich
Bianca maag
Seit 20 Jahren in der
Kirchenpflege
Kirchgemeindepräsidentin feiert
10-Jahr-Jubiläum
Anlässlich der jährlichen Retraite auf dem Leuenberg konnte die Kirchenpflege Bianca MaagStreit zum 10-Jahr-Jubiläum als Präsidentin
unserer Kirchgemeinde gratulieren. Maja Grauwiler-Spichty fand gereimte Dankesworte für
Biancas Engagement und überreichte ihr einen
prächtigen Straus Blumen.
Bianca Maag-Streit suchte 1990, nach einem längeren Auslandaufenthalt, aus Interesse Kontakt
zur 3.-Welt-Gruppe und zur ökumenischen Frauengruppe Reinach und wurde 1994 von den
Reformierten in Reinach als Synodale gewählt.
Rückblickend hat Bianca Maag «20 Jahre, davon
10 als Präsidentin, tolle Zusammenarbeit» erfahren, «mit sehr unterschiedlichen Personen». Die
Kirche «hat viel Pioniergeist und setzt sich für
Menschen ein: So haben die Kirchen Spitäler,
Schulen, Kindergärten gegründet und Anstoss für
die Spitex und z. B. das Netzwerk Rynach gegeben.» Der Glaube ist für sie der Grundwert ihrer
Arbeit, er berührt alles, was wir machen. Der
Sonntag, sagt Bianca Maag im kleinen Interview,
«hat sich als Feiertag verändert – der Kirchgang
ist keine Selbstverständlichkeit mehr», so lädt
die Kirche heute auch im Alltag zur Gemeinschaft
ein, z. B. im neuen Kirchgemeindezentrum mit
dem Bistro Glöggli. Die Kirche sollte mehr über
das Gute reden, das sie tut und erreicht.
www.refk-reinach.ch
gottesdienste
Während des Gottesdienstes
in der Mischeli-Kirche bieten
wir eine Kinderbetreuung im
Bistro Glöggli im KGZ an
Sonntag, 1. Februar
> 9.15 Uhr, Seniorenzentrum
Aumatt, Pfarrerin Florence
Develey
> 10.30 Uhr, Mischeli-Kirche,
Pfarrerin Florence Develey
Freitag, 6. Februar
> 10 Uhr, Mischeli-Kirche,
Krabbelgottesdienst Fiire mit
de Chliine, Pfarrerin Florence
Develey
> 18.30 Uhr, Mischeli-Kirche,
ökumenischer Jugendgottesdienst, Pfarrerin Florence
Develey
Sonntag, 8. Februar
> 9.15 Uhr, Seniorenzentrum
Aumatt, Pfarrer Benedikt
Schölly
> 10.30 Uhr, Mischeli-Kirche,
mit der Kantorei, Pfarrer
Benedikt Schölly
Sonntag, 15. Februar
> 9.15 Uhr, Seniorenzentrum
Aumatt, Pfarrerin Florence
Develey
> 10.30 Uhr, Mischeli-Kirche,
Fasnachtsgottesdienst, Pfarrerin Florence Develey
Sonntag, 22. Februar
> 9.15 Uhr, Seniorenzentrum
Aumatt, Pfarrerin Florence
Develey
> 10.30 Uhr, Mischeli-Kirche,
Eröffnungsgottesdienst der
ökumenischen Kampagne
2015 im Rahmen von «Brot
für alle», Pfarrerin Florence
Develey
WEITERE ANLÄSSE
Spielnachmittag für Seniorinnen und Senioren.
Jeweils am Montag, 14−17
Uhr im KGZ Mischeli, ausser
Schulferien
Singprobe der Kantorei.
Jeweils am Montag, 20−22
Uhr im KGZ Mischeli, ausser
Schulferien
Mittagstisch. Jeweils am
Dienstag, 12−13.30 Uhr im
KGZ Mischeli, ausser Schulferien
Mischeli-Konzert. Freitag,
6. Februar, 18 Uhr im Bistro
Glöggli mit dem Vokalensemble Thélème: «Chansons
à boire, manger, crier &
aimer»
Film, Brot und Chees.
Freitag, 13. Februar, 17−ca.20
Uhr im KGZ Mischeli
Kreativ-Workshop.
16.−21. Februar im Jugendcafé Paradiso, d. h. das
Jugendcafé ist während der
Ferien geöffnet. Beachte
unsere neue Website paradiso-reinach.jimdo.com und
den QR-Code für den Link
dazu
KONTAKT
Sekretariat der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Reinach, Bruderholzstrasse 39, Tel. 061 711
4476, E-Mail: sekretariat@
refk-reinach.ch, Website:
www.refk-reinach.ch
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