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Leseprobe zum Titel: Handelsblatt (27.01.2015)

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Stand: 22h00
G 02531 NR. 18 / PREIS 2,60 €
DIENSTAG, 27. JANUAR 2015
DEUTSCHLANDS WIRTSCHAFTS- UND FINANZZEITUNG
2
In der Franken-Falle
Der Drogerie-Milliardär Erwin Müller hat sich mit der Schweizer Währung
verspekuliert. Ihm drohen dreistellige Millionenverluste. Der Unternehmer
ist nur das prominenteste Opfer der drastischen Franken-Aufwertung.
Sönke Iwersen, Holger Alich
Düsseldorf, Zürich
Andreas Körner/WirtschaftsWoche
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A
m 15. Januar brachte die
Schweizer Nationalbank
die Finanzwelt zum Beben.
Sie koppelte den Franken
vom Euro ab. Innerhalb
weniger Stunden wertete die Schweizer Währung rapide auf.
Die Aktion vernichtete Mil- Währungsturbulenzen
liarden: Wer als Nicht- Wechselkurse
Schweizer Kredite in Franken aufgenommen hatte, 1,4
dessen Schulden waren
Euro in Franken
plötzlich um ein Fünftel höher. Unter Geschädigten
waren auch deutsche Kommunen, viele davon aus 0,8
Nordrhein-Westfalen.
Türkischer Lira
Doch wenn es einen
in Franken
Mann gibt, den die Nationalbank an diesem Tag besonders in Bedrängnis 0,2
1.1.2015
26.1.
brachte, dann ist es Erwin Handelsblatt
Quelle: Bloomberg
Müller, der Drogeriemarktkönig aus Ulm. Er war zuvor schon in die Schlagzeilen geraten,
einmal wegen dubioser Steuertricks
(„Cum-Ex-Geschäfte“) und einmal,
weil er Millionen an Steuern am deutschen Fiskus vorbeischleuste.
Hinzu kommt jetzt eine neue Hiobsbotschaft: Nach Handelsblatt-Informationen hatte Müller eine millionenschwere Wette laufen – leider in die falsche Richtung. Wie eine Sprecherin
seiner Unternehmensgruppe bestätigte, hatte er massiv gegen den Franken
spekuliert – und dabei ausgerechnet
auf die Türkische Lira gesetzt. Das ging
völlig schief. Seit Jahren fällt die Lira:
Waren beide Währungen 2008 noch
Drogeriekönig
Erwin Müller:
Gegen den
Franken gewettet
– und verloren.
ungefähr gleich viel wert, so kostete
eine Lira 2014 nicht einmal mehr
einen halben Franken.
Schon in der Vergangenheit hatte
Müllers Familienunternehmen Rückstellungen von mehr als 200 Millionen
Euro bilden müssen, um drohende
Verluste aus der Währungswette aufzufangen – eine stolze Summe, wenn
man sie mit dem zuletzt veröffentlichten Jahresüberschuss von rund
143 Millionen Euro vergleicht. Noch
im November gab die Firma an, man
rechne mit einer Aufwertung der Lira.
Seit dem 15. Januar ist diese Hoffnung Makulatur – denn die türkische
Währung fiel gegenüber dem Franken
noch einmal um mehr als 15 Prozent.
Welche zusätzlichen Verluste Müller
jetzt genau hat, darüber schweigt das
Unternehmen.
Es könnte noch schlimmer kommen: Weil die Guthaben der Geschäftsbanken bei der Schweizer Notenbank
in den letzten Tagen stark stiegen,
sind sich Experten sicher, dass die
Währungshüter den Franken-Kurs
auch jetzt noch künstlich drücken –
um eine stärkere Aufwertung zu verhindern. Der Franken könnte – im Vergleich zu Euro, Lira und anderen Währungen – noch wertvoller werden.
Das trifft gerade Hausbesitzer in
Osteuropa besonders hart – schließlich haben viele von ihnen Kredite in
Franken aufgenommen. In Polen,
Kroatien und Rumänien wollen die
Regierungen jetzt eine Einigung mit
den Banken erkämpfen – um einen
kollektiven Vermögensverfall zu
verhindern.
Müllers Schweizer Fluch Seiten 4, 5
Die Stunde der Scharfmacher
Nach der Griechenland-Wahl wächst die Furcht vor Gegnern der Euro-Rettungspolitik.
Ruth Berschens, Jan Hildebrand
Brüssel, Berlin
I
n Griechenland regiert ab sofort eine Koalition
der Populisten: Nur einen Tag nach der Wahl
ist Alexis Tsipras als neuer Ministerpräsident
vereidigt worden. Im Eiltempo einigte sich der
Chef der linken Syriza mit den rechten „Unabhängigen Griechen“ auf eine Koalition. Beide Parteien
haben wenig gemein – außer der Ablehnung der
bisherigen Rettungspolitik und der Reformvereinbarungen mit den Geldgebern. Sie wollen einen
Schuldenerlass.
Die Durchsetzung dieser Forderungen dürfte
deutlich schwieriger werden und länger dauern
als die Regierungsbildung in Athen. Der Rest Europas sendet eine klare Botschaft. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker erklärt: „Ich glaube
nicht, dass ein Schuldenschnitt jetzt eine dringende Frage wäre.“ Bundesfinanzminister Wolfgang
Schäuble betont: „Die Verpflichtungen gelten.“
Man werde sich nicht erpressen lassen, heißt es
in der Bundesregierung. Zugeständnisse hält
man bei Wachstumsinitiativen für denkbar. In Sachen Schuldenrückzahlung will man hart bleiben. „Herr Tsipras bekommt nichts, was sein Vor-
gänger nicht auch bekommen hätte“, macht man
in Berlin deutlich. In der Bundesregierung fürchtet man, dass ansonsten auch in anderen Ländern Gegner der Euro-Rettungspolitik gestärkt
werden könnten. Die Populisten fürchte man
mehr als Turbulenzen an den Finanzmärkten.
Das schmälert die Bereitschaft, dem neuen Athener Regierungschef entgegenzukommen. Bis Ende Februar muss sich Griechenland mit den Europäern einigen. Ansonsten droht dem Land erneut die Zahlungsunfähigkeit.
Berichte, Kommentar Seiten 8, 9 und 14
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THEMEN DES TAGES
Große Koalition
gegen Lärm
Wenn es um Lärm geht, kennen
Parteien keine Grenzen. Am heutigen Dienstag werden sich 88 der
631 Bundestagsabgeordneten von
CDU, SPD und Grünen zur „Parlamentsgruppe Bahnlärm“ zusammenschließen. Bundesweit fühlt
sich fast jeder Dritte durch den
Schienenverkehr beeinträchtigt.
Der Widerstand wächst. Seite 8
Der Westen verliert
die Geduld mit Russland
Nach dem Blutbad in der ostukrainischen Hafenstadt Mariupol droht
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier Russland mit weiteren Sanktionen. Vor dem für diesen Donnerstag geplanten Treffen
der EU-Außenminister sprach er
von einer qualitativen Veränderung
der Lage, „die uns reagieren lassen
müsste“. Die Ratingagentur S&P
hat die Anleihen des von Sanktionen und Ölpreisverfall gebeutelten
Landes jetzt auf Ramschstatus herabgestuft. Seiten 10, 15, 28
Deutsche Erfolge
im Sog von Apple
Erstaunlich viele deutsche Unternehmen profitieren als Zulieferer
vom Boom der Geräte der kalifornischen Kultmarke Apple. So
macht Dialog Semiconductor aus
der Nähe von Stuttgart drei Viertel
seines Umsatzes mit dem iPhoneKonzern. Aber auch Bosch, Infineon, Osram und Henkel sind mit
Apple gut im Geschäft. Seite 16
Bafin warnt Banken vor
riskanter Renditejagd
Die Finanzaufsicht Bafin zeigt sich
besorgt über die möglichen Folgen
der Liquiditätsschwemme an den
Finanzmärkten. „Die Banken könnten anfangen, riskantere Ertragsquellen zu suchen, um mehr Rendite zu erwirtschaften“, warnt der
für die Bankenaufsicht zuständige
Exekutiv-Direktor Raimund Röseler
im Handelsblatt-Interview. Seite 28
Laboraffäre erreicht
Versicherer Allianz
Der größte deutsche Versicherer
rutscht in den Skandal um das
Blutkartell in Bayern. Jahrelang
sollen Ärzte die Versicherungen
mit zu hohen Abrechnungen für
Laborleistungen betrogen haben.
2009 übermittelte eine Sonderkommission der Allianz 1 000 Namen von Ärzten, die dem Kartell
angehörten und bei der Allianz abrechneten. Doch der Konzern blieb
weitgehend untätig. Seite 30
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