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DIE UNTERBEWUSSTSEINSMETHODE
Jürgen Tatscher
SLIM - DIE UNTERBEWUSSTSEINSMETHODE
2012, Teasermedia e.U. Verlag
© 2012 – Jürgen Tatscher
1.Auflage
ISBN: 978-3-200-02773-2
Herstellung und Verlag:
Teasermedia e.U., 1030 Wien
Alle Rechte liegen beim Autor
Bibliografische Information für Österreich und Deutschland
Österreichische Nationalbibliothek
Josefsplatz 1, A-1015 Wien
MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH
Großer Hirschgraben 17-21, D-60311 Frankfurt am Main
Hinweis
Der Autor hat bei der Erstellung dieses Buches Informationen und Ratschläge mit Sorgfalt
recherchiert und geprüft, dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Autor und Verlag
übernehmen keinerlei Haftung für die Richtigkeit von Ratschlägen sowie eventuellen
Druckfehlern.
Verlag und Autor können keinerlei Haftung für etwaige Schäden oder Nachteile übernehmen, die sich aus der praktischen Umsetzung der aus diesem Buch dargestellten Inhalte
ergeben.
Bitte respektieren Sie Ihre Grenzen und suchen Sie bei Erkrankungen oder Mangelerscheinungen einen erfahrenen Arzt auf.
Umschlaggestaltung & Satz: CHILI Communictions
Inhalt
VORWORT
6
WIE FUNKTIONIEREN WIR?
9
FALLBEISpIELE AUS DEM ALLTAG VOR DER SLIM-METHODE
22
DIE SLIM-METHODE
63
FALLBEISpIELE AUS DEM ALLTAG NACH DER SLIM-METHODE
74
SCHLUSSWORT
112
5
VORWORT
Liebe Leserin, lieber Leser,
Sie sind bereits auf dem richtigen Weg, wenn Sie dieses Buch in Händen
halten. Es wird Sie an Ihr lang ersehntes Ziel, an Ihr Wohlfühlgewicht
heranführen. Sie werden es entspannt erreichen und für den Rest Ihres
Lebens beibehalten.
In diesem Buch übermittle ich Ihnen ein lang gehütetes, altes Wissen,
das seine Wurzeln in der Arbeit mit dem Unterbewusstsein hat. Gleich,
ob Sie nun an ein höheres Wesen oder nur an nackte Tatsachen glauben,
die Methode in diesem Buch wirkt. Auch bei Ihnen. Sie haben nichts zu
verlieren, lassen Sie sich einfach darauf ein — und gewinnen Sie eine
neue Erkenntnis. Nämlich jene, dass Sie den Schlüssel zu Ihrem
Wohlfühlgewicht bereits in sich tragen.
Ich bin weder Arzt noch psychotherapeut, weder Esoteriker noch
Märchenerzähler. Ich bin praktiker und orientiere mich an sichtbaren
und spürbaren Erfolgen. Nun bin ich beinahe Mitte vierzig und habe
viele Jahre unseren tollen planeten bereist und in spannenden Ländern
gelebt. Sehr vieles habe ich lernen und erfahren dürfen, es wurden
mir mündliche Überlieferungen von Geheimnissen offenbart, für die
ich sehr dankbar bin. Das empfangene Wissen, wie man mit dem
6
Unterbewusstsein arbeitet, habe ich mit den Jahren immer mehr
erweitert, vertieft und verfeinert. Wie Sie mit den Erkenntnissen, die
Sie in diesem Buch erhalten, umgehen werden, liegt ganz allein in Ihrem
Ermessen. Ich kann Ihnen nur raten: Nützen Sie diese Chance!
All das mündlich überlieferte Wissen, die Seminare bei Spezialisten
und die vielen Jahre der Erfahrung in der Arbeit mit dem
Unterbewusstsein konzentrierten sich schließlich speziell auf das
Thema Essverhalten und die Arbeit mit „antrainierten Mustern“. Ich
entwickelte eine Methode, mit der meine Klienten und Klientinnen
endlich zu ihrem Wohlfühlgewicht gelangten. Ich nenne diese Methode
die SLIM-Unterbewusstseins-Methode. In weiterer Folge nennen wir sie
in diesem Buch abgekürzt SLIM. Die Methode funktioniert einfach
sensationell gut und es bereitet mir immer wieder große Freude, wenn
ich die Begeisterung der Menschen verspüre, die ihren Zugang zum
Unterbewusstsein wiedergefunden und dadurch ihr Wohlfühlgewicht
erreicht haben. Sie gehen entspannt und glücklich durch den Tag.
Die Arbeit mit dem Unterbewusstsein ist also nichts Neues. Dieses
uralte Wissen ist lediglich in unserer westlichen Zivilisation im Lauf der
Zeit verschüttet worden. Wir haben es wiederentdeckt und
perfektioniert. Teilen Sie mit uns diesen Erfolg. Schieben Sie Ihr
Abnehm-projekt nicht auf die lange Bank und machen Sie sich selbst
das größte Geschenk: das Wohlfühlgewicht erreichen und ein Leben
7
lang beibehalten — ohne Druck und Stress. Mit den Suggestionen, die
Ihr Unterbewusstsein im Alpha-Zustand erreichen, nehmen Sie ab.
Einfach so. Wenn Sie nun ungläubig mit den Schultern zucken, dann
sind Sie in guter Gesellschaft, denn die meisten, die mit SLIM begonnen
haben, konnten sich nicht wirklich vorstellen, was da genau vor sich
gehen sollte. Aber es hat funktioniert — und zwar ganz ohne JojoEffekt. Sie werden den Körper haben, den die Natur für Sie vorgesehen
hat — und der ist garantiert nicht dick!
Für den Erfolg mit SLIM macht es keinen Unterschied, warum Sie an
Gewicht zugelegt haben und wann das war, wir werden uns mit der
Gegenwart und Ihrer Zukunft beschäftigen. Damit Sie wieder die Zügel
Ihres Lebens in die Hand nehmen und ein vitales Leben ohne
Einschränkungen führen können. Und zwar gleich JETZT!
Genießen Sie unser Buch, schmunzeln Sie, fühlen Sie sich verstanden,
gehen Sie in sich und hinterfragen Sie einfach alles. Alles ist erwünscht,
alles ist erlaubt.
Ich wünsche Ihnen nun viel Freude bei der Reise in Ihr Innerstes, der
vielleicht spannendsten Reise, die Sie jemals unternommen haben.
8
Wie funkTiOnieRen WiR?
Die ewigen Gesetze, nach denen wir Menschen funktionieren, sind gar
nicht so kompliziert, wie man vielleicht annehmen würde. Dazu muss
man wissen, dass unser Verstand, mit dem wir unsere alltäglichen
Entscheidungen treffen, relativ jung ist. Es gibt viele verschiedene
Bewusstseinsebenen — wir beschäftigen uns hier mit dem Wach- und
Unterbewusstsein.
Das Wachbewusstsein — der Sitz des Willens
Das Wachbewusstsein entwickelte sich erst im Laufe der Evolution —
parallel mit unserer körperlichen Entwicklung — zu seiner jetzigen
Kapazität. Mit diesem Bewusstsein treffen wir viele AlltagsEntscheidungen: Ob wir um sieben oder um acht in der Früh aufstehen,
ob wir nachmittags ein Museum oder einen Freund besuchen, den
Arzttermin fixieren oder einen neuen Computer kaufen werden. Hier
ist also unser WILLE zu Hause. Manchmal merken wir, dass es sich nicht
gut anfühlt, wenn wir eine Entscheidung gefällt haben. Wir fühlen uns
nicht wohl in unserer Haut, obwohl alles Rationale dafür sprach, so und
genau so zu entscheiden. Wir spüren hier unser Unterbewusstsein und
stoßen auf seine große Macht.
9
Das unterbewusstsein — der Sitz des Glaubens
Seit sich die ersten Menschen der Steinzeit ihre Überlebenskämpfe
lieferten, wurden und werden sie von diesem unglaublich mächtigen
und starken Unterbewusstsein beherrscht und beschützt. In Fachkreisen
wird eher der Begriff des „Unbewussten“ verwendet anstelle des
„Unterbewusstseins“. Wir wollen es Ihnen aber nicht unnötig
kompliziert machen und sprechen in diesem Buch einfach vom
Wachbewusstsein und Unterbewusstsein. Zur Darstellung unserer
Methode reicht das völlig aus.
Seit Ihrer Geburt hinterlassen alle Situationen, die Sie jemals durchlebt
haben, ob Sie sich daran erinnern oder nicht, ihre Spuren darin. Hier ist
Ihr GLAUBE fest verankert. Erst wenn wir fest daran GLAUBEN, was wir
verstandesmäßig entscheiden, können wir erfolgreich sein. Unser WILLE
hat kaum eine Chance, wenn er nicht kohärent mit Ihrem Glauben
verläuft. Wenn sich diese beiden bekriegen, haben Sie das Spiel schon
verloren.
Die Macht des GLAuBenS
Erinnern Sie sich an Momente während Ihrer Diäten, an denen Sie eine
Art innerer Stimme vernahmen? War da nicht die kleine Stimme, die
völlig verzweifelt gemeint hat: „Wir schaffen das schon wieder nicht“?
Daran
können
Sie
erkennen,
dass
Ihre
alten
MUSTER
im
Unterbewusstsein enorme Kraft besitzen. Ihre Gedanken kreisten immer
um dasselbe Thema: „Was darf ich heute essen?“, „Wann darf ich
10
essen?“, „Wie viel darf ich essen?“. Und immer wieder war die Antwort
sehr unbefriedigend und ließ viele Wünsche offen. Dadurch, dass Sie
das Thema Essen so sehr ins Zentrum Ihrer Aufmerksamkeit stellten,
passierte eine ganz teuflische Sache: Je mehr Sie daran dachten, desto
hungriger wurden Sie, desto unzufriedener und unentspannter. Wer
schon beim Aufstehen zehnmal daran denkt, ob er sein Brot mit einem
halben Kaffeelöffel Halbfettbutter oder Diätmargarine bestreichen
wird, darf sich nicht wundern, dass der Appetit immer größer wird. Und
dass die Unzufriedenheit immer mehr ansteigt.
Die gute Nachricht: Das Gedanken-Karussell kann man stoppen. Denn
auch Ihr mächtiges Unterbewusstsein hat ein Ohr. Es kann beeinflusst
werden. Sie haben es in der Hand, die beiden auf eine Linie zu bringen:
Ihren cleveren WILLEN und Ihren mächtigen GLAUBEN.
Wie kann man nun vordringen in die alten Speichersäle? Nur in einem
entspannten Zustand gelangen wir dorthin. Dann öffnen sich die
„Ohren“. Und dort können wir das Unterbewusstsein sozusagen um
vieles „bitten“. In unserem Fall heißt das: wieder zu einem normalen
Essverhalten zurückzufinden. Denn alles, was Sie je gedacht, gefühlt,
gehört, gerochen und gesehen haben, ist in den tausenden von
Schubladen Ihres Unterbewusstseins aufgehoben. Dort hat alles platz:
jedes Fünkchen Emotion, jede erlebte Reaktion, jede geknüpfte
Assoziation. Nichts kann an diesem Speicher vorbei. Auch alle Bilder
aus früheren Zeiten, die mit ESSEN zu tun haben, wandern in diesen
Speicher und bilden die Muster, nach denen wir unseren Alltag leben.
11
Wie fühlt sich „Glauben“ an?
Wir sprechen hier nicht vom religiösen Glauben. Glaube ist, wenn wir
von Dingen überzeugt sind, die wir nicht sehen oder spüren können. Es
spielt bei SLIM keine Rolle, ob Sie an dieses Wissen glauben oder nicht.
Spätestens, wenn sich Ihr Essverhalten in der von Ihnen gewünschten
Weise verändert, werden Sie die Veränderung spüren und spätestens
dann beginnen, diesen Glauben zu begreifen. Der „Glaube“ unseres
Unterbewusstseins spielt eine enorm große Rolle. Sie werden den
Glauben ganz subtil und unterschwellig bemerken, meist im
Nachhinein. Denn Ihr Verhalten wird sich durch diesen gesteuerten
Glauben ebenfalls verändern. Sie werden bemerken, dass sich Ihr neues
Verhalten „richtig“ anfühlen wird. Das tut es immer, wenn Wille und
Glaube endlich wieder miteinander arbeiten statt gegeneinander. Ganz
deutlich werden Sie es wissen, zu welchem Zeitpunkt Ihr
Unterbewusstsein den neuen Zugang zum Thema Essen verinnerlicht
hat — es wird Sie einfach glücklich machen und Sie werden wissen, dass
es Ihr Weg ist. Keine Zweifel werden Sie mehr bedrücken, wenn es um
das Thema Abnehmen geht, sondern eine ruhige Zuversicht wird sich
Ihrer bemächtigen. Und Sie werden nicht nur zu Ihrem Wohlfühlgewicht
finden, sondern auch einen entspannteren Alltag erleben.
Der Alpha-Zustand
Wir sprechen hier salopp von einem einfachen Entspannungs-Zustand,
genauer gesagt handelt es sich um den sogenannten Alpha-Zustand
12
oder auch eine sehr leichte Trance. Seit tausenden von Jahren nutzen
die Menschen diesen Bewusstseinszustand, um „zu sich selbst zu
kommen“.
Sie erleben in Ihrem Alltag immer wieder leichte Trance-Zustände,
ohne es zu wissen oder ohne dass Sie es als solche bezeichnen würden.
Denken Sie an eine lange Autobahnfahrt, am besten an eine Strecke,
die Sie schon sehr oft gefahren sind und in- und auswendig kennen. Sie
gleiten dahin, und wenn kaum nennenswerter Verkehr herrscht,
beginnen Ihre Gedanken zu wandern, Sie entspannen sich hinter dem
Steuer und plötzlich ist eine Stunde um und Sie könnten nicht
genau sagen, was in dieser Zeit eigentlich passiert ist. Sie fuhren
„automatisch“. Ihr Unterbewusstsein hat das Steuer in die Hand
genommen! Es kennt die Strecke, es weiß genau, was zu tun ist. Und
sollte einmal tatsächlich etwas Unvorhergesehenes passieren, sendet
das Unterbewusstsein in Sekundenbruchteilen ein Alarm-Signal und Sie
sind in voller Konzentration und handlungsfähig. Sie sehen an diesem
Beispiel,
wie
wertvoll
es
ist,
wenn
Unterbewusstsein
und
Wachbewusstsein kooperieren.
Auch am Abend, wenn wir zu Bett gehen und langsam in den Schlaf
gleiten, und ebenso beim Aufwachen befinden wir uns in diesem
wohligen Entspannungszustand. Unser Wachbewusstsein darf schon
„ruhen“ und wir befinden uns in einem Raum „zwischen Tag und Traum“.
13
Warum JeTZT?
Sie werden noch feststellen oder haben es bereits bemerkt, dass ich in
diesem Buch das Wort JETZT häufig verwende. Der Grund liegt nicht
darin, dass ich Sie zu etwas drängen möchte, sondern darin, dass Ihr
Unterbewusstsein ausschließlich im JETZT lebt. Sie bereisen
Vergangenheit und Zukunft mit Ihrem Wachbewusstsein. Ihr
Unterbewusstsein kann es aber nicht verstehen, wenn Sie ihm erklären,
dass man besser „nächste Woche“ oder „nächsten Monat“ mit dem
Abnehmen beginnen sollte. Es lebt nur im JETZT! Daher sollten Sie
Änderungen im Essverhalten auch nicht in die Zukunft verschieben,
sondern im HIER und JETZT damit beginnen und JETZT konsequent sein.
Wie entstehen Muster im unterbewusstsein?
Muster entstehen dadurch, dass wir gewisse Dinge immer wieder
wiederholen. Wir „lernen“ sie. Gerade als Kleinkind lernen wir sehr viel
durch das Beobachten. Die Eltern bzw. Großeltern und die
Bezugspersonen, die sich um uns kümmern, dienen uns dabei als
Vorbild. Töchter bevorzugen die Mutter als Vorbild, während sich die
Söhne eher an den Vätern orientieren. So übernehmen sie mit der Zeit
deren Muster, etwa der Sohn den Gang des Vaters, die Tochter das
introvertierte Verhalten der Mutter usw. Besonders im Bereich der
Nahrungsaufnahme sind die Kinder auf das Vorbild der Eltern
angewiesen. Wenn sie bei den Eltern sehen, wie übermäßig
Kohlenhydrate verschlungen werden, Unmengen an Süßigkeiten als
14
Trostpflaster oder Mittel gegen Wut oder Langeweile verdrückt
werden, so werden die Kinder dasselbe negative Muster in ihr
Erwachsenenleben hineinkopieren. Man muss also sehr aufpassen,
welche Verhaltensweisen man den Kindern vorlebt.
Ab dem 14. Lebensjahr beginnt das Kind, seine eigene, ganz individuelle
persönlichkeit zu entwickeln, es wird selbstständig und geht seine
eigenen Wege. Hier kann es besonders leicht zu einem unerwünschten
„Musterwechsel“ kommen. Stellen Sie sich etwa vor, dass ein 14-jähriger
Junge die Schule wechselt. Er hat länger Schule, mehr Lernstoff, die
Nachmittage, die bisher mit Fußballspielen verbracht wurden, müssen
nun zum Lernen verwendet werden. Aber unser Junge ist tapfer und
fleißig. In der Früh kommt er auf seinem neuen Schulweg an einer
Bäckerei vorbei. Mehr aus Langeweile als aus Notwendigkeit heraus
kauft er sich ein paar Mehlspeisen und einen Softdrink. Während des
Lernens isst er die Dinge gedankenlos in sich hinein, es schmeckt ihm,
der Zucker puscht kurz seine Energie, er fühlt sich leistungsfähig und
gut gelaunt. Am nächsten Tag wiederholt er seinen Einkauf und auch
den nächsten und übernächsten Tag. So kommt es schleichend zur
klassischen Musterprägung. Die Wiederholung drückt das Muster
immer tiefer und erfolgreicher ins Unterbewusstsein. Leider wirkt sich
dieses Muster sehr ungünstig auf den Körper des Jungen aus: Die
Fettmasse steigt, die Muskelmasse nimmt ab. Ein fataler Trend Richtung
Dickwanst. Ein häufiges Beispiel für negative Musterprägung finden wir
auch beim Trinken. Viele Menschen kommen abends von der Arbeit
15
nach Hause, zu müde, um sich sportlich zu betätigen, zu ausgepowert,
um sich ein entspanntes Essen zuzubereiten. Ein Glas Rotwein ist
schnell eingeschenkt, der Fernseher oder die Musik-Anlage aufgedreht.
Die Entspannung beginnt. Aus einem Glas werden drei, vier Gläser.
Wenn dies an mehreren, aufeinander folgenden Tagen geschieht, wird
sich trotz Diät-Essens nichts an der Waage tun. Denn Alkohol, das ist
wissenschaftlich bewiesen, bremst die Fettverbrennung. Ob es ein paar
bunte Cocktails in einer Bar oder ein „paar“ Gläser Bier im Beisel sind
— für die Fettzellen eine herzliche Einladung zu bleiben.
Bei vielen Menschen kommt es zu einem rapiden Musterwechsel durch
ein einschneidendes Erlebnis. Stellen Sie sich einen Mann vor, der
immer von seiner Frau bekocht wurde und gerade eine Trennung hinter
sich hat. Nun muss er auf einmal selbst für seine täglichen „Mahlzeiten“
sorgen. Neben seinem anstrengenden Beruf und dem „Liebeskummer“
ist ihm nicht gerade danach, richtig kochen zu lernen. Er beginnt sein
Essen bei Zustelldiensten zu ordern und zumeist fällt die Wahl auf
pizza oder Ähnliches. Nachdem dies ein paar Tage scheinbar „gut
funktioniert“ hat, behält er dieses Muster bei. Er fühlt sich wohl bei
dem knusprigen, stark überwürzten Essen und vermisst weder gesunde
Beilagen noch „vernünftige portionsgrößen“. Im Gegenteil, sein
„Frustessen“ wird so groß, dass er bald zwei pizzen bestellt. Die Folgen
sind Übergewicht und Vitaminmangel. Das „Frustessen“ ist ein
besonders
hartnäckiges
Muster,
das
sich
tief
eingräbt
im
Unterbewusstsein und nur sehr schwer wieder rückgängig zu machen
16
ist. Aber es funktioniert. Wenn man das Unterbewusstsein erreicht.
Warum Diäten meist niCHT funktionieren
Diäten sind eine Qual. Für niemanden ist es angenehm, seinen Alltag
plötzlich ad hoc zu verändern. Man weiß, es kommt mit einer Diät eine
harte Zeit auf einen zu. Das Essen wird anstrengend, denn es müssen
eigene Speisen gekocht werden, verschiedene Werte (Kalorien, GlyxIndex etc.) müssen ermittelt werden, man muss sich wiegen (mit meist
schwankenden Erfolgserlebnissen), man muss Diättagebücher führen
oder bestimmte Übungen ausführen. Man liegt im Kampf mit sich
selbst. Man strengt sich ungeheuer an und hat trotzdem immer den
unangenehmen Gedanken im Hinterkopf: „Das schaff ich nie!“ Man
kämpft gegen das Unterbewusstsein, das trotz eisernem Diät-Willen
noch hartnäckig weiter glaubt: „Diese Schokolade tut mir gut. Ich will
sie haben.“ Wie viele Diäten enden nach einem kurzen Erfolg im
gefürchteten Jojo-Effekt? Fast jede. Daher sind die meisten Diäten
einfach Unsinn. Manche sogar gefährlich, weil allzu einseitig. Und
allesamt Unglücksbringer, weil niemand damit glücklich wird. Diäten
sind zu Recht negativ behaftet. Kein Wunder, denn sie werden stets auf
der kognitiven Ebene entschieden und haben daher zu wenig Kraft. Was
unterscheidet nun die Unterbewusstseins-Methode von all den
anderen herkömmlichen Diäten?
17
Warum SLiM — Die unterbewusstseins-Methode funktioniert
SLIM funktioniert, weil es Ihre perspektive verändert. Sie aktivieren Ihre
eigenen verborgenen Kräfte. Diese Kräfte besitzen Sie in Ihrem
Unterbewusstsein. Sie selbst werden diese Veränderung in die Hand
nehmen. Das Essen wird seine Wichtigkeit verlieren. Sie werden es
lieben, kleinere portionen zu essen. Sie werden ganz einfach auf Ihr
Sättigungsgefühl hören. Sie werden sich gesund und ausbalanciert
ernähren. Denn SLIM ist keine Diät, sondern ein neuer Lebensweg. Sie
werden wieder lernen, Ihren Körper richtig zu verstehen. Sie werden
erreichen, dass Ihr Unterbewusstsein und Ihr Körper wieder im Team
zusammenarbeiten. Auf diese Weise kommen Sie zu Ihrem
Wohlfühlgewicht und können es auch ein Leben lang erhalten.
Die Zeiten der Quälerei mit unsinnigen Diäten sind vollkommen und
endgültig vorbei. Jeder wird mit SLIM erfolgreich abnehmen. Sie
brauchen sich nie wieder so krampfhaft anzustrengen, um abzunehmen,
sondern können entspannt Ihr Wohlfühlgewicht erreichen. Sie werden
bemerken, dass eine gesunde und ausgeglichene Ernährung viel mehr
Freude macht als ein gedankenloses „Hineinfuttern“. Essen wird lustvoll
bleiben, aber nicht mehr zum Ersatz für ihre tatsächlichen, wichtigeren
Bedürfnisse werden. Sie werden bemerken, dass Ihnen Bewegung und
Sport wieder mehr Freude bereiten werden. Der natürliche Zugang zur
Bewegung, nämlich die einfach Tatsache, dass Bewegung Lebensfreude
ist, wird wiederhergestellt. Mit SLIM bringen Sie Körper, Geist und Seele
wieder in einen harmonischen Zustand.
18
Der unterschied der SLiM-unterbewusstseinsmethode
zu einer Diät
Diät
SLiM unterbewusstseinsmethode
Gedanken kreisen ständig
um das Thema ESSEN
Gedanken richten sich auf andere
Dinge, Essen verliert die Wichtigkeit
wird als Qual empfunden
wird als angenehm empfunden
vermehrt negative Gedanken
zunehmend positive Gedanken
Zugang zu ESSEN verspannt
(Ich darf nicht)
Zugang zu Essen entspannt
(Ich will nicht)
Alltag verkrampft erleben
Alltag entspannt erleben
negative Konzentration auf
den Körper (es geht nichts weiter)
positive Konzentration auf
den Körper (es funktioniert)
unter Druck stehen/Stress
das Gefühl der Leichtigkeit erleben
sich zu einseitig ernähren
sich gesund und ausgewogen ernähren
das Gefü̈hl des Mangels haben
das Gefühl der Fülle haben
sich als nicht perfekt empfinden
sich wieder mögen
Hunger haben
angenehmes „Sättigungsgefühl“ erleben
19
Wachbewusstsein und unterbewusstsein im Dialog
Um Ihnen gefühlsmäßig näherzubringen, wie die beiden Bewusstseinsebenen miteinander kommunizieren, wenn es um das Thema
Abnehmen geht, haben wir „ein bisschen gelauscht“:
Wachbewusstsein: „Meine Güte, ich bin viel zu schwer, ich esse viel zu
viel und zu ungesund. Wenn ich noch länger keinen Sport betreibe, wird
mein Körper ernsthaft krank werden! Mein armes Herz, meine
überlasteten Gelenke, meine Beine, ich muss jetzt unbedingt abnehmen.
Ach, ich will es auf jeden Fall. Ich will wieder super aussehen und mich
richtig wohl fühlen. Ich werde es tun. Gleich morgen fange ich an. Egal,
wie schwer es mir fällt. Es MUSS sein!“
Unterbewusstsein: „Was du mir als Wachbewusstsein sagst, das setze
ich auch um. Ich bin ja brav! Ich weiß nicht, was gut oder böse ist, denn
ich mache einfach alles, was du von mir verlangst, und das ist gut so.
Du willst also jetzt abnehmen. Hm, ich muss mich fragen, ob du das
wirklich, wirklich willst? Denn ganz glauben kann ich dir das nicht. Ich
spüre doch, dass dein Wille nicht stark genug ist. Es beeindruckt mich
einfach viel zu wenig, deine Jammer-Tirade. Ich spüre deinen Zweifel,
ob du das überhaupt schaffst und wie sehr dich diese Quälerei
anwidert. Aber gut, probieren wir es mal für eine Weile, wenn du es
möchtest. Wir werden ja sehen, wann dir die puste ausgeht. Ich denke,
das wird gar nicht so lange dauern.“ Und ein paar Wochen später
wettert es noch lauter: „Jetzt reicht es mir, seit Wochen quälen wir uns
von einer Kalorie zur nächsten, von einem Sit-up zum nächsten — und
20
trotzdem zweifelst du die ganze Zeit. Diese Zweifel machen mich noch
ganz verrückt! Mit Zweifeln kann und will ich nicht arbeiten. Das liegt
mir einfach nicht, ich bin ein klares Wesen. Und so fasse ich jetzt auch
einen klaren Entschluss, ganz gleich, was du, liebes Wachbewusstsein,
vor dich hin brabbelst, ICH beende unsere peinliche Dahinquälerei
hiermit! Aus — Ende — basta! Ich mache jetzt das, was wir immer
gemacht haben, es war doch gut so — und sooo gemütlich! Ah, kannst
du dich erinnern, wie schön wir es hatten? Wie ungeheuer angenehm?
Am besten, wir futtern wieder wie früher, dann kommt alles in Ordnung
und du wirst dich wieder sauwohl fühlen. Ein paar Schokobananen, ein
paar Gläser Wein, eine pizza mit Käse und die Welt schaut wieder ganz
anders aus. Ja, das ist die Lösung, das tun wir jetzt, ich GLAUBE, das ist
das Beste für uns! Und du weißt ja: Wenn du Zweifel hast, verlass dich
auf mich, ich regle die Dinge schon. Es gibt nur einen Weg, der mich
jetzt davon abbringen könnte, mit diesem Abnehm-Humbug
aufzuhören: Du müsstest mich wirklich ÜBERZEUGEN. So sehr, dass ich
daran GLAUBEN kann. Wirklich GLAUBEN kann. Alles, was „lauwarm“
ist, interessiert mich nicht. Ich bin ein Winner-Typ und so stark, dass
ich einfach immer den Ton angeben muss, das ist meine Natur. Wie
gesagt, überzeuge mich und du hast den besten partner in mir, den du
dir denken kannst.“
21
Sie kennen derartige Dialoge?
Natürlich kennen Sie solche inneren Gespräche. Wir tun es alle und es
ist sehr sinnvoll. Vielleicht nennen Sie es Bauchgefühl, Intuition, innere
Stimme oder auch den inneren Schweinehund? Ja, es ist Ihr
Unterbewusstsein, mit dem Sie so intensiv in Kontakt stehen. Dieses
mächtige Wesen will nur Ihr Bestes, es will Sie glücklich machen. Es will
mit Ihnen gemeinsam einen Weg finden, zufrieden zu werden. Daher
pflegen Sie am besten noch einen weitaus intensiveren Kontakt mit
Ihrem „Inneren“. Je besser Sie mit Ihrem Unterbewusstsein, Ihrem
„Inneren Kind“, kommunizieren können, desto weniger Selbstzweifel
und Blockaden werden Sie verspüren. Und desto leichter wird Ihr
Wunsch nach dem Wohlfühlgewicht Wirklichkeit werden.
fALLBeiSpieLe AuS DeM ALLTAG
VOR DeR SLiM-MeTHODe
Im Folgenden haben wir für Sie fünf Fallbeispiele aus der praxis
aufbereitet. Es sind die Geschichten von Klienten und Klientinnen, die
mit SLIM erfolgreich ihren Weg gefunden haben. Nach jedem
Fallbeispiel ist ein Kommentar angefügt, um Ihnen nahezubringen,
warum bestimmte personen bestimmte Muster leben. Für unsere Arbeit
mit SLIM ist es in der Regel nicht wichtig, wann und wie ihre
Essensmuster entstanden sind. Es mag dies bei anderen Methoden oder
22
in der psychotherapie sehr wichtig sein, den Auslöser einer Thematik
zu finden, wir wollen damit aber keine Zeit verlieren. Die Dinge sind,
wie sie sind — wir arbeiten mit der Gegenwart und mit der Zukunft.
Die Vergangenheit lassen wir ruhen.
Sabine, 53 Jahre
Der Handywecker läutet. Ich habe mir den aktuellen Sommerhit als
Weckmelodie
eingespeichert,
damit
mich
wenigstens
etwas
Erfreuliches begrüßt. Er wird mir aber zunehmend unsympathisch, weil
das heitere Geträller bedeutet: Raus aus den Federn! Ich öffne die
Augen. Erster Gedanke: Was mach´ ich mir zum Frühstück? Kein
fröhlicher Gedanke, denn zwischen Wunsch und Wirklichkeit liegen
wieder einmal Welten. Ein Schokolade-Croissant, eine heiße
Schokolade mit Schlagobers und Zimt, eine frische, duftende Waffel
mit Erdbeermarmelade und drei Caffè Latte. Vielleicht aber die pikante
Variante? Ein knuspriges Würstchen im Schlafrock (wie passend), fünf
Scheiben Speck, gebraten mit etwas Ketchup und Senf, ein dreistöckiges
Clubsandwich mit heißen pommes und Mayo. Um dem Ganzen einen
gesunden Touch zu geben, würde ich sogar nachher einen Apfel essen.
Ich bin auf Diät. Bin meine eigene strenge Domina, die bei jedem Tupfer
Schlagobers, bei jedem Hauch Fett und bei jedem noch so kleinen
Stückchen Schokolade „Halt!“ schreit. Das ist genauso wenig lustig wie
mein reales Frühstück: ein Knäckebrot mit Halbfettmargarine, gekratzt,
nicht gestrichen!, eine (und nur eine!) dünne Scheibe Schinken, ein
23
fettreduziertes Joghurt, eine halbe Grapefruit und Kräutertee. Das
Knäckebrot kracht. Seltsam, es scheint derselbe Lärm im Mund wie ihn
eine anständige portion Chips veranstaltet, die ich gewöhnlich parallel
zu meiner Lieblingsserie genieße, er befriedigt aber nicht einmal im
Ansatz. Nicht alles, was kracht, macht Spaß. Während ich den schal
schmeckenden Kräutertee trinke, sinniere ich über das Mittagessen.
Meine pause dauert bloß eine halbe Stunde. Ich werde ein Weckerl
essen mit einem mageren Schinken drinnen oder so. Und was kaufe ich
für abends ein? Koteletts für meine Lieben. Ungesund, aber sie lieben
es. Und mich ein bisschen mit, wenn es dazu leckere Kroketten gibt.
Dann essen sie vielleicht sogar ein paar Erbsen und Karotten, wenn ich
sie schön bitte. Und ich? Okay, dann bleib ich also bei den Erbsen und
Karotten. Halb acht, ich muss rasen, der neue Filialleiter hat es sowieso
auf mich abgesehen. Einmal bin ich drei Minuten zu spät zur Arbeit
erschienen und konnte mir eine mächtige Standpauke anhören. Die
Kunden merken zwar nichts von ein paar Minuten Verspätung, weil wir
immer eine halbe Stunde vor Geschäftsöffnung da sein müssen, aber
der Filialleiter war dennoch richtig wütend. Der Job als Kassiererin in
einem Supermarkt ist zwar nicht der Himmel auf Erden, aber ich bin
froh, dass ich ihn habe. Gerade in dieser unsicheren Zeit, in der es so
viele Arbeitslose gibt. Auf der Fahrt zur Arbeit stecke ich im Stau. Ich
rege mich nicht auf wie all die anderen, die mit hochroten Köpfen ihr
Lenkrad umklammern. Da bin ich stolz drauf. Manchmal kann ich sehr
cool sein. Ich drehe den Motor ab, obwohl ich an einer grünen Ampel
24
stehe, weil ich sehe, dass vorne kein platz mehr für mein Auto ist.
Meine Hand greift automatisch in die Innentür, wo griffbereit ein
Säckchen Gummibärchen liegt. Wie der Fresssack für ein Fiakerpferd ist
es bereits geöffnet. Es gibt seit ein paar Monaten eine neue Sorte, die
noch süßer schmeckt. Ist ihm gut gelungen, dem Fabrikanten. Nach der
halben packung schießt es mir durch den Kopf: „Du bist auf Diät, du
Irre!“ Oh weh, die strenge Domina hatte anscheinend ein Nickerchen
eingelegt. Meine Güte, ich muss damit aufhören, mir im Auto ständig
Schokoriegel & Co in den Mund zu schieben. Verärgert schließe ich das
päckchen ins Handschuhfach und wäre dabei beinahe dem Auto vor mir
aufgefahren. Zur Beruhigung knabbere ich eine Tafel Schokolade bis
zum letzten Krümel und bin danach immer noch hungrig. Den ganzen
Vormittag habe ich schlechte Laune, weil ich so kopflos gesündigt habe.
Wenn ich mal so richtig schlechte Laune habe, dann sind plötzlich auch
meine Kunden nervig. Der eine beanstandet dies, der andere das. Die
eine hat ihre Kundenkarte verloren, die nächste regt sich auf, dass sie
zwei Minuten warten muss. Im Fach unter der Kasse steht meine Flasche
Limonade, daneben ein Körbchen mit verschiedenen Naschereien. Ich
habe ganz vergessen, sie wegzuräumen, als ich meine Diät begonnen
habe. Je nerviger die Kunden werden, desto öfter greife ich in den Korb
und gönne mir die eine oder andere Süßigkeit. Das geht so automatisch
vor sich, dass ich es fast nicht bemerke. Nur am Ende meiner Schicht
sehe ich die leere packung und habe dann doch ein schlechtes
Gewissen. Ich probiere eine Reiswaffel von einer packung abgelaufener
25
Ware und könnte genauso gut ein paar Blätter papier essen.
Geschmacklich identisch. Ach ja, ich muss ja noch für abends einkaufen.
Eine Kollegin übernimmt meine Vertretung in der Kasse, während ich
mir einen Einkaufswagen schnappe. Um zu den Koteletts für meine
Lieben zu gelangen, muss ich durch den „lila Gang“ traben. Ich versuche
den riesigen Einkaufswagen mit Scheuklappen da durch zu manövrieren.
Ach ja, meine Tochter Nathalie möchte ein paar Chips, mein Gatte
Erdnüsse und Schokolade. Wie ferngesteuert nehme ich eine packung
Salzstangen für mich — ist ja ganz mager, nur 2,9 % Fett flüstert mir ein
böser Teufel ins Ohr, ist ja fast wie Zwieback. Ich bin nur halbwegs
beruhigt und lenke den Wagen mit schlechtem Gewissen weiter. Ich
weiß ja, dass Salz das Wasser in meinem Körper bindet. Nichts ist
dümmer, als meine harte Diät jetzt mit dem Knabberzeug
auszubremsen. Aber irgendetwas anderes in mir hat gewonnen, die
packung bleibt im Wagen, ich fahre weiter. Eine Großpackung Eis —
Familienpackung, ja, ich habe eine Familie, also muss ich eine
Familienpackung nehmen. Ach ja, und Eiswaffeln dazu. Wie viel Kalorien
hat eine Eiswaffel? Sicher zu viel für mich. Das Eis kann ich sowieso
canceln, aber vielleicht eine halbe Kugel? Oh Gott, die Glastür der
Eisvitrine wirft mein Spiegelbild zurück: Der Spiegel ist sicher verzogen.
Ich sehe aus wie zwei (!) Michelinmännchen. Neben mir greift eine junge
Frau ins Eisregal und zieht ein Magnum Mandel heraus. Ich hasse es,
wenn Size-zero-Frauen das tun. Es ist nicht fair. Ich kämpfe mein halbes
Leben um jedes Gramm Richtung null und verliere am Ende des Tages
26
immer wieder. Nach jeder Diät, sogar nach den grässlichsten,
entbehrungsreichsten, wiege ich zwar kurze Zeit ein bisschen weniger,
aber wenig später hab ich mehr denn je auf den Rippen. Allein das
Gefühl, wenn meine Beine aneinander reiben und sich die Haut
wundreibt. Das kann niemand verstehen, der es nicht selbst erlebt hat.
Das Gefühl, wenn man beim Treppensteigen keine Luft mehr bekommt.
Der Schreck, an den man sich nie gewöhnt, wenn man in den Auslagen
der Geschäfte seine eigene Gestalt sieht. Bin das ich? Ja, das bin ich.
Tatsache. Ist so. Ob´s dir nun gefällt oder nicht. Schau weg, wenn´s
geht! Denk nicht dran, wenn´s geht! Aber bereits beim einfachen Kauf
eines T-Shirts ist das Denken wieder da. XX-Large. Warum bin ich so
dick? Warum kann ich nicht auch schlank und glücklich sein und bunte
Bikinis für den Urlaub kaufen?
Auf dem Nachhauseweg stehe ich wieder im Stau. Die restliche halbe
packung Gummibären wandert wieder in das Seitenfach meines Autos
und ist sehr bald leer. Auch die Rolle Kaubonbons mit Apfelgeschmack
schmeckt nach mehr.
Zu Hause angelangt, hetze ich in die Küche, es ist spät. Während ich
das Abendessen mache, sieht sich mein Mann die Nachrichten im
Fernsehen an, mein Töchterlein stiert in ihr Handy, als würde sich das
wirkliche Leben ausschließlich dort abspielen. Nach einer halben
Stunde steht das Essen dampfend auf dem Tisch.
Mein Mann und meine Tochter grinsen. Sie schmatzen ihre Koteletts,
knuspern die Kroketten und freuen sich aufs Eis. Ich esse Karotten und
27
Erbsen und versuche, die Farben schön zu finden. Geschmacklich lässt
mich das Ganze ziemlich kalt. Ich denke daran, wie schön es wäre, einen
ganz großen Eisbecher mit Schokosauce, Mandeln und Schlagobers zu
essen. Ich bräuchte dann nicht einmal einen Fernseher oder andere
Menschen oder sonst was. Der Riesencoup würde mir genügen. Er und
ich — ganz allein in trauter Zweisamkeit. Dazu drei Schachteln Waffeln
und zwei Glas prosecco. Das Leben könnte so schön sein. Huch, habe
ich jetzt zu viele Erbsen gegessen, ich war ganz abwesend durch diesen
prachtvollen Tagtraum. Ein Krimi im Hauptabendprogramm. Meine
beiden Liebsten lümmeln schon gemütlich am Sofa, die Chips
griffbereit. Ich ziehe meine Soletti-packung hervor und zähle zehn Stück
ab. So, das kann ja der Diät nicht schaden, zehn so dünne Stäbchen.
Nach den ersten zehn zähle ich weitere zehn ab und weil der Film so
spannend ist und weil wir alle gerade so gemütlich zusammen lümmeln,
werden draus schließlich sehr viele Zehner-pakete. Dieses extrem
salzige Gefühl auf der Zunge schreit nach Abwechslung, mein Mann
schickt mich um weitere Erdnüsse und beim Kramen in der
Speisekammer stoße ich auf eine Schachtel pralinen. Das wäre etwas!
Ich esse bloß eine oder zwei. Mit der Schachtel und den Nüssen
zurückgekehrt, fläze ich mich wieder zurück ins Sofa. Diese belgischen
pralinen sind wirklich besonders gut. Wer kann da schon bei einer oder
zwei einfach aufhören? Kein Mensch! Während ich die Schokolade in
meinem Mund zergehen lasse, überlege ich, warum ich dieses Naschen
nicht einfach sein lassen kann. Ja, warum? Man gönnt sich ja sonst
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nichts, oder? Ob ich von den paprika-Chips etwas abhaben will, fragt
mich meine Tochter. „Hey, ich bin auf Diät!“, antworte ich erbost.
Warum hilft mir eigentlich niemand beim Abnehmen? Ständig wird man
sabotiert. Außerdem habe ich Appetit auf — irgendetwas.
kommentar
Sabine hat irgendwann einmal ein bisschen genascht. Es hat ihr
geschmeckt und sie von alltäglichen problemen abgelenkt, es hat sie
beruhigt und in eine gute Stimmung versetzt. Das genügte, um ihrem
Unterbewusstsein das Signal zu geben: „Hey, mir geht´s gut, das machen
wir jetzt öfter! Vielleicht sogar viel öfter, dann geht´s uns beiden
immer super!“ Ein übertriebenes Naschverhalten ist schnell im
Unterbewusstsein verankert und man bekommt es so schnell nicht
wieder aus dem Alltag heraus. Sabine hat schon viele Diäten hinter sich,
leider nur mit mäßigem Erfolg. Sie hat zwar mit viel Willenskraft und
Disziplin abgenommen, dieses Gewicht aber durch den Jojo-Effekt nach
ein paar Monaten des „Wieder-normal-Essens“ wieder zugelegt und
noch mehr darüber hinaus. Die Diäten selbst waren für Sabine eine
permanente Qual, sie musste sich ständig wiegen, fühlte sich erfolglos,
wenn die Waage einmal sogar ein plus anstelle eines Minus anzeigte.
Durch diese Nicht-Erfolge tröstete sie sich mit dem Gedanken, dass die
Diät bald vorbei sei, und dann könne sie wieder „völlern“. So wird es
nie funktionieren, daher tut es gut zu wissen, dass es SLIM gibt.
29
Lars, 45 Jahre
35 Minuten für das Haarewaschen, Zähneputzen, Rasieren, Duschen,
Anziehen und Kaffeetrinken — passt. Ich muss mich beeilen, heute
startet das halbjährliche Führungskräfte-Training. Wenn ich einer der
Ersten bin, kann ich mir einen strategisch günstigen platz reservieren.
Ich hasse es, in einer hinteren Reihe zu sitzen oder gar mit dem Rücken
zum Fenster. Mit der Dusche brause ich die letzten Reste meiner
anstrengenden nächtlichen Träume von den Schultern — ein neuer Tag,
neue Chancen. Oder auch nicht, wir werden sehen. Ich steige aus der
Dusche, wohlweislich den Blick zur Seite gerichtet, denn genau vor der
Dusche hängt ein mannshoher Spiegel. Eine Idee meiner Frau vor
Jahren. Verrückt. Wer will sich so sehen? Im weißen Licht der
Badezimmerlampe, schwabbelig und viel zu dick? Also, Blick starr nach
links gegen das Handtuchregal und rasch abtrocknen. Als ich die
Krawatte um den gestärkten Hemdkragen lege, fühle ich mich
bedeutend besser. Das Sakko sitzt perfekt. Diese asiatischen Schneider
sind wirklich ein Segen. Bei jeder Business-Reise in den Osten lege ich
mir ein paar neue Anzüge und Hemden zu einem Spottpreis zu, das geht
ruck-zuck, Maßnehmen im Hotel, prompte Lieferung ins Hotel — cash
— und fertig. Ich wüsste gar nicht, wie ich das hierzulande machen
sollte, ich kenne seit Jahren keine freien Nachmittage mehr. Als ich die
Hose schließe, bringe ich den Knopf kaum zu. Was ist los? Eingegangen?
Wohl kaum. Jedes Jahr zwei, drei Löcher mehr im Gürtel. Jedes zweite
Jahr eine neue Hosengröße. Dabei esse ich sowieso nicht besonders
30
üppig und das Frühstück habe ich mir auch schon längst abgewöhnt.
Verärgert zwänge ich meinen Bauch in den Hosenbund. So — eine
Kapsel in die Kaffeemaschine — während der Espresso in die kleine
Schale zischt, kontrolliere ich den Inhalt meiner Aktentasche und
schaue rasch meine Unterlagen durch. Ich nehme den Kaffee hastig im
Stehen. Leise ziehe ich die Wohnungstür zu, meine Frau hat einen
leichten Schlaf. 32 Minuten — alles okay. Der Lift bringt mich in die
Tiefgarage zu meinem Wagen. Die Begeisterung über meinen neuen
Wagen ist nicht mehr so euphorisch wie zu Beginn. Man gewöhnt sich
an alles. Als ich mich hinter das Lenkrad hieve, spüre ich eine seltsame
Schwere in meinen Beinen. Ich sollte mich im Fitness-Center
einschreiben. Aber dazu ist keine Zeit. Im Kellerraum stehen eine
Rudermaschine und ein Crosstrainer. Supergeräte. Die meiste Zeit
hängen irgendwelche Kleidungsstücke zum Auslüften darüber. Woher
soll ich die Energie nehmen, nach einem 16-Stunden-Tag noch eine
Stunde Muskeltraining zu absolvieren? Bin froh, wenn ich nach diesem
Wahnsinnsjob noch gerade stehen kann. Eine Schlüsselumdrehung —
die Lichter gehen an. Ich liebe den satten Klang der Autotür und das
Schnurren des Motors. Immerhin — ein paar Reste von Enthusiasmus.
Der obligate morgendliche Stau kommt nur gedämpft an mich heran.
Im CD-player läuft eine Business-Englisch-CD. Nächste Woche geht es
wieder los — Bangkok, Shanghai — das Ostgeschäft. Ich arbeite im
Vertrieb für einen großen Konzern, der Futtermittel verkauft —
weltweit. Blick auf die Uhr — bin in der Zeit.
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Als ich den Workshop-Raum betrete, bin ich, abgesehen vom Leiter, der
Erste. Gut. Begrüßung, Mini-Small-Talk. Ich suche mir den besten platz,
gut abgeschirmt durch eine Mauer, weit vorne, um alles zu überblicken.
Als ich die Toilette aufsuche, um mir noch einmal die Hände zu
waschen, fällt mein Blick in den Spiegel vis-à-vis der Tür. Ist es wirklich
erst fünf Jahre her, dass ich ein schlanker, fescher Kerl war? Ist das
wirklich mein Gesicht? Teigig, aufgedunsen, durch einen akkurat
geschnittenen Bart wenigstens halbwegs ansehnlich? Ich schließe das
Sakko, drehe mich zur Seite und betrachte mein Spiegelbild. Als Frau
könnte ich im neunten Monat sein, so absurd beult sich mein Bauch
nach außen. Ekelhaft. Ich muss etwas dagegen tun. Aber wann? Und
wie? Eine Diät? Unmöglich, dazu bräuchte ich einen eigenen
Assistenten!
Auf dem Gang treffe ich auf ein paar Kollegen. Einer, den ich bereits
seit Monaten nicht mehr gesehen habe, lacht mich an: „Na, du hast aber
auch ganz schön zugelegt, mein Lieber! Das Essen in Shanghai ist wohl
sehr gut?“ Ich patsche mit meiner Hand auf meinen Bauch und lache
lauter als nötig zurück: „Jaja, was glaubst du, was mich der Bursche hier
gekostet
hat?
Ein
wahres
Delikatessen-Lager!
Hahaha!“
Die
Umstehenden lachen ebenfalls — erfreut über die Möglichkeit, etwaige
Nervositäten loszuwerden.
Der Vormittag geht glatt über die Bühne. Das Mittagsbuffet besteht
aus kleinen Wiener Schnitzeln, Backhendl, Mayonnaise-Salat und
dergleichen. Die Schnitzel sind so winzig, dass ich mindestens vier
32
davon auf meinen Teller lade, um halbwegs das Gefühl zu haben, satt
zu werden. Als Nachspeise gibt es eine undefinierbare, aber feine
Schoko-Creme, kleine Kuchen und Obst. Zu spät fällt mir ein, dass ich
statt der Creme einen der Äpfel hätte nehmen können. Wäre gesünder
gewesen. Außerdem mag ich Äpfel. Sind nur kompliziert zu essen bei
einem Stehbuffet. Erstens sieht´s komisch aus, wenn man so kindlich
an einem Apfel herumnagt, und dann: Wohin mit dem Apfelbutzen? In
eine Serviette — unappetitlich. Auf den Tellerrand — unappetitlich.
Aufessen — unappetitlich. Nun, egal. Es gibt Wichtigeres zu tun heute.
Nachmittags treffe ich auf einen sehr wichtigen Kollegen, der mir
vielleicht ein paar Informationen über Internes in der Firma geben kann.
Ich habe davon gehört, dass ein Sanierungsmanager erwartet wird. Das
hat
immer
unangenehme
prämienkürzungen
oder
im
Konsequenzen.
schlimmsten
Gehaltskürzungen,
Fall
Entlassungen.
Sanierungsmanager müsste man sein — dann ist man auch in der Krise
auf der sicheren Seite. Ich versuche, den Tag trotzdem positiv zu sehen.
Es muss ja nicht zum Schlimmsten kommen. Wir stehen also beim
Kaffee-Buffet und trinken kleine Braune. Guglhupfstücke und Brownies
liegen auf großen platten. Während des Gesprächs verdrücke ich eine
ziemliche Menge davon, ohne mitzuzählen. Sie schmecken gut und
machen satt. Ja klar, zu viel Zucker, zu viel Weißmehl, ich weiß, aber
schließlich steht hier nirgendwo eine Schüssel mit Bananenchips und
getrockneten papayastückchen. Im Workshop wird auf das Thema
Entspannung fokussiert — müde und hellwach gleichzeitig durch fünf
33
Tassen Kaffee kann ich mich nicht wirklich gut konzentrieren. Ich hab
ein ungutes Gefühl im Magen. Der ganze Bauch fühlt sich aufgebläht
an. Vielleicht sollte ich mal zum Arzt? Vielleicht habe ich ja irgendeine
Krankheit? Entspannung! Die haben leicht reden. Ich bin viel zu gestresst
dafür, hab einfach keinen platz in meiner Agenda für solche Dinge. Klar
würde ich viel lieber am Strand von Belize liegen, mit einem Mojito in
der Hand. Vielleicht später, in der pension, sollte es so etwas dann noch
geben. Ha, wohl kaum. Heute muss man selbst dafür sorgen, dass man
später was auf der Kante liegen hat. Die Zeiten sind zu unsicher.
Wahrscheinlich habe ich zu viel von diesen Brownies gegessen. Warum
muss ich auch immer so viel im mich hineinstopfen? Das passiert ganz
automatisch, fast zwanghaft. Eine Stimme im Hirn schreit: „Nein, lass
das jetzt!“ und eine andere antwortet: „Ach was, nur eines noch, ist ja
nur so klein. Reg dich ab!“ Und ich steh in der Mitte, machtlos. Es ist zu
dumm. Ich sollte endlich was unternehmen in der Richtung. Das gehört
auf meiner To-do-Liste ganz nach oben — mit Rufzeichen.
Nach dem Workshop und dem obligaten Geplauder mit Vertriebskollegen aus den anderen Abteilungen fahre ich nach Hause. Die
erhofften Insider-Informationen von meinem Kollegen sind leider
ausgeblieben, er weiß auch von nichts. Wir können nur abwarten und
weiterarbeiten. Am Weg ruft mich meine Frau an und bittet mich, eine
Flasche Wein vom Supermarkt mitzubringen. Als hätte ich nicht genug
um die Ohren. Um einer Diskussion aus dem Weg zu gehen, halte ich
bei einem Laden. Als ich mit einer Kiste Wein wieder herauskomme, ist
34
der platz, wo vor 15 Minuten mein Auto stand, leer. Gestohlen — mein
erster Gedanke. Aber eine Frau, die vor einer Trafik wartete, sagte
mitleidig, er wäre abgeschleppt worden, da wäre eine Bushaltestelle,
ob ich das übersehen hätte? Ich spüre, wie sich Wut und Müdigkeit
vermischten und eine eigenartige Gefühlswelle über mich ausleeren. Es
sind bloß fünf Minuten bis zu meiner Wohnung. Ich beschließe also, zu
Fuß zu gehen. Mitten auf dem Weg fallen die ersten Tropfen. Dicke,
kühle Gewitterregentropfen. Die Blitze zucken, ich beginne zu laufen.
Gleich bin ich zu Hause, verspreche ich mir. Die Kiste wird immer
schwerer. Ich bekomme kaum noch Luft. Ein heißer, stechender Schmerz
in der Brust verblüfft und erschreckt mich. Jeder Atemzug schmerzt.
Wie ein Wal auf dem Trockenen japse ich vor mich hin. Ein lächerliches
Bild — mitten in der Stadt, in aller Sicherheit fühle ich mich plötzlich
so hilflos. Ich muss das Laufen verlangsamen, stehen bleiben in dem
platzregen, als stünde ich in einer Dusche. Mein Gewand saugt sich voll
und hängt schwer an mir. Ich, der ich im Sportgymnasium durch meine
tollen Leistungen aufgefallen war, ich, der ich früher so leicht und
elastisch meine Laufrunden durch den park gezogen habe, ich, der ich
leidenschaftlich gerne Segeln ging, stehe im platzregen und schnappe
nach Luft — hoffend, dass sich die stechenden Schmerzen legen. Das
tun sie auch, langsam. Dankbar, dass „es“ kein Herzinfarkt war, sondern
bloß ein komplettes Konditions-Manko, trete ich ganz langsam den
Heimweg an. Die Kiste Wein hat gefühlte 30 Kilo. 30 Kilo — was für eine
magische Zahl! Wenn ich 30 Kilo abnehmen könnte, dann hätte ich
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mein gewohntes Gewicht, das ich bis zu meinem vierzigsten Geburtstag
ohne jede Mühe halten konnte: 70 Kilo und kaum ein Gramm Fett. Nun,
das war also der preis für eine Karriere, die auf sehr wackeligen Beinen
stand? Für eine halb abbezahlte Doppelhaushälfte, Frau, Kind und ein
„ganz normales“ Leben? Mehr als zwei Drittel der Zeit bin ich auf
Geschäftsreisen. Ich esse zwischendurch, irgendetwas, irgendwo, im
Hotel, im Restaurant, an der Tankstelle. War es das? Ich konnte mich
kaum mehr wirklich an das Gefühl erinnern, wie es war, mit einem
schlanken Körper durch die Welt zu gehen. Dabei waren es nur fünf
Jahre! Und außerdem bedeutet mir das Essen gar nicht so viel. Diese
ganze Sache hat sich schleichend zu einem Riesenproblem
ausgewachsen. Vielleicht soll ich mir doch ein Magenband einsetzen
lassen? Würde man mich in genau diesem Augenblick fragen, was ich
dafür geben würde, um diese verdammten 30 Kilo los zu sein, in einem
Ruck! Es wäre sehr — sehr viel.
kommentar
Lars steht unter starkem beruflichem Druck und muss viel unterwegs
sein. Leider ist es bei sehr vielen Jobs so, dass man ständig unter Stress
steht und dabei auf sich selber vergisst, weil man einfach andere
prioritäten hat. Somit schleicht sich schnell ein neues, negatives Muster
ein und festigt sich: Man isst, wenn man gerade Zeit hat, schlingt
Fastfood hinunter und ist trotzdem nach wenigen Stunden wieder
hungrig. Fastfood gibt wenig aus, das Weißmehl verwandelt sich schnell
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in Zucker, puscht also kurzfristig die Energiezufuhr, doch rasch sinkt der
Blutzuckerspiegel wieder ab und der Heißhunger ist da. Wieder wird
schnell und ohne viel Nachdenken das nächstbeste Essen
hinuntergeschlungen. Auch hier gilt, dass man sich selbst und seinen
Körper wieder wichtig nimmt und einen perspektivenwechsel
vornimmt. Denn auch in stressigen Zeiten ist es möglich, sich die Zeit
für die nötigen drei Hauptmahlzeiten einzuteilen. Dann ist man auch
mit der notwendigen Energie für den anstrengenden Job versorgt. Mit
SLIM haben Sie eine prima Lösung für Ihren perspektiven-Wechsel in
der Hand.
Silke, 32 Jahre
„Ich brauche einfach mehr Ruhe“, denke ich, als ich gegen sechs Uhr
morgens die Augen öffne. Ein seichter und wenig erfrischender Schlaf
liegt hinter mir. Die präsentation, die ich heute Nachmittag vor einem
der wichtigsten Kunden der Firma halten muss, hängt mir im Nacken.
Ich mache diesen Job im Marketing seit über 10 Jahren und immer noch
bekomme ich Lampenfieber, wenn ich vor einer großen Runde sprechen
muss. Eine Rede vor 200 Leuten — kein problem. Aber wenn ich mit
fünf bis zehn Leuten um den großen Konferenztisch sitzen muss,
werden meine Hände feucht. Es ist merkwürdig. Während des Duschens
fällt ein Sonnenstrahl durchs Badezimmerfenster und lässt die gläserne
Duschtür zum Spiegel werden. Meine Oberschenkel sehen aus wie die
eines preisboxers — der seit Jahren kein Muskeltraining mehr hatte.
37
Schwabbelige Dellen breiten sich darauf aus wie ein Algenteppich. Ich
creme mir ein Mandelpeeling über die Beine. „Trotzdem könnt ihr
zumindest etwas streichelweicher werden, das peeling wird euch schon
auf Vordermann bringen“, flüstere ich ihnen zu. „Für wen?“ antwortet
mein Innerstes schnippisch und ich muss wohl oder übel zustimmen.
Ja, für wen? Mein Mann hatte sich in seine Sekretärin verliebt und mich
vor zwei Jahren verlassen — über Nacht sozusagen. Eines Morgens
standen zwei Koffer im Vorzimmer und ich fragte noch naiv: „Wem
gehören die Koffer? Haben wir Besuch?“, bis ich sein trauriges Gesicht
sah und er für immer ging. Bis heute ist mir das alles unerklärlich. Was
war ihm bloß abgegangen, wir hatten doch alles? Ein großes Haus,
Superjobs, zwei Katzen, leider keine Kinder, aber immerhin. „Wenn du
ein bisschen weniger perfekt gewesen wärest, dann wäre alles leichter
gewesen, Schatz“, hatte er noch gesagt, als er zur Tür hinaus
verschwand. perfekt? Versteh´ einer die Männer!
Ich drücke mir einen Espresso aus der Maschine und schiebe ein
Croissant in den Backofen. Noch warm bestreiche ich es mit Butter und
beiße hinein. Hmm, himmlisch. Nichts beruhigt mich so herrlich wie ein
warmes Croissant! Und weil heute Nachmittag mit einigem Hin und Her
zu rechnen ist, schiebe ich noch ein zweites nach. Sheila, meine
Kartäuserkatze, schmiegt sich bettelnd um meine Fußgelenke. Ich fülle
ihr Schälchen mit Milch. Sie leckt gierig. Apropos gierig: Und wenn ich
mir noch ein drittes Kipferl gönne? Davon wird die Welt nicht
untergehen, oder? Und schon ist das hübsche Gebäck im Ofen und drei
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Minuten später auf meinem Teller. Das dritte schmeckt eigentlich
immer noch so gut wie der erste Bissen, stelle ich erfreut fest. Aber als
der letzte Zipfel des Kipferls aufgegessen ist, wird mir doch etwas
mulmig: „Wer isst drei(!) Croissants zum Frühstück?“ Die Glocke läutet,
es ist Karin, die mit mir zu Arbeit fährt. Wir fahren mal mit ihrem Auto,
mal mit meinem, wir wohnen ums Eck und es ist spaßiger, zu zweit zu
fahren, und billiger. „Du hast noch Krümel auf deinem Kinn, Silke“, sagt
sie und kichert. Das sollte wirklich nicht passieren. Wäre mir früher
auch nicht passiert — bevor mein Mann mich verlassen hat. Seitdem
ist alles eine Spur anders, langsam läuft so einiges aus dem Ruder. Ich
war immer sehr sportlich gewesen und hatte eine tolle Figur, um die
mich alle beneideten. „Ich kann alles essen“, sagte ich damals, „ich
nehme einfach nicht zu!“ — und die meisten meiner Freundinnen waren
grün vor Neid. Mit dem Sport habe ich fast ganz aufgehört, es war mir
einfach nicht mehr danach. Ich verkroch mich lieber in meinen vier
Wänden und versuchte, den ehelichen Misserfolg zu verarbeiten. Und
nach ein paar Monaten ging ich schon gar nicht mehr ins Fitness-Studio,
weil ich mich für meine Speckröllchen zu schämen begann. Ich und
Speckröllchen! Was ist aus meiner Welt geworden? Ich bin nicht fett,
langsam aber sicher werde ich jedoch ein richtiger „Moppel“ mit einem
Bäuchlein, ausladenden Hüften, Schwabbel an den Oberarmen und
heute habe ich im Spiegel entdeckt, dass sogar mein Rücken Fett
ansetzt. Ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt! Es sind mindestens
sieben oder acht Kilo, die ich loswerden muss. Leider habe ich so gar
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keine Übung im Maßhalten. Es war ja nie nötig. Mit meinen vielen
Fitness-Einheiten hab ich alle überschüssigen Kalorien einfach
abtrainiert. Ich habe keine Ahnung, warum das jetzt nicht mehr geht.
Mir geht langsam die Kraft aus, insgesamt. Dabei hat mir essen immer
so viel Vergnügen bereitet. Wie oft waren mein Mann und ich
ausgegangen und hatten herrliche französische Enten nebst Crème
brulée verspeist und dazu ein, zwei Flaschen Bordeaux. Wir waren so
glücklich gewesen. Dachte ich zumindest, ich Schaf. Mein Mann war ein
echter Feinschmecker und hat mir vieles über die Welt des Lukullischen
erklärt. Mit ihm war es ein Fest, zu essen! Jetzt esse ich meistens allein.
Das schmeckt zwar nicht so gut, aber der Fernseher ist ein Tischpartner,
der wenigstens nicht zurückredet oder mir sonst wie den Abend
verdirbt. Ich esse sehr gesund, viel Fisch und Gemüse und wenig
Kohlenhydrate vor dem Schlafengehen. Vielleicht ein kleines Baguette,
die sind ja so knusprig und lecker. Und passen so gut zum Rotwein. Den
gönn ich mir, wenn schon sonst nichts. Zugegeben, ab und zu werden
es ein paar Gläser mehr, aber die Gläser sind recht zierlich und es geht
nicht so viel hinein wie im Restaurant, Erbstücke meines Mannes.
Fette Desserts meide ich auch, höchstens ein paar Rippen
Zartbitterschokolade, wie es die Französinnen tun — und die sind doch
gertenschlank. Also daran kann´s nicht liegen. Karin reißt mich aus
meinen Gedanken, die wie so oft um mein Abendessen kreisen: „Und
bist du fertig mit der präsi?“, fragt sie. „Klar, ist doch ein Klacks!“,
antworte ich und seufze. Wenn die wüsste, wie nervös ich bin.
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Äußerlich wirke ich ja cool wie Jack Nicholson, immer Frau der Lage.
Muss ich auch, wenn ich diesen panzer auch noch verliere, dann weiß
ich nicht mehr weiter.
Wir sind da. Ich knote mein Seidentuch noch einmal sorgfältig, straffe
meine weiße Bluse und prüfe den Sitz meiner Nylonstrümpfe. Alles
bestens. Gut so. Wir betreten fröhlich plaudernd das Foyer. Aus dem
Augenwinkel sehe ich einen Kollegen aus der Gruppe, der heute
Nachmittag dabei sein wird — bilde ich mir ein, dass er grinst? Und
warum? Wer weiß, was die Typen schon wieder ausgeheckt haben. Ich
muss auf der Hut sein. Mein Job ist begehrt. Karin und ich teilen uns
nicht nur die tägliche Fahrt, sondern auch das Büro. Nur eine pappwand
trennt unsere beiden Schreibtische voneinander. Wenn eine von uns
aufsteht, kann sie der anderen auf den Scheitel sehen. Während Karin
telefoniert, versuche ich mich in aller Ruhe auf die präsentation
vorzubereiten. Ich brauche dringend einen Kaffee. In der Kantine
bestelle ich mir einen Caffè Latte und einen der kleinen Donuts mit
Vanilleglasur. Er schmeckt nicht besonders gut, dieser Kringel, irgendwie
industriell, chemisch, nach nichts, aber er befriedigt mich trotzdem
irgendwie. Nach zwei Stunden Korrekturen hier und dort ruft Karin:
„Gehen wir essen?“
„Na klar“, sage ich und hab schon meine Tasche geschultert. Wir gehen
ins „Le Sol“, wie meistens. Wir mögen diese französischen Speisen. Das
Menü klingt gut — Zwiebelsuppe, Huhn provençale und Mousse au
Chocolat. Bisschen üppig für einen flotten Mittagstisch, meint Karin,
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aber wir lassen uns nicht beirren. Und mir kann ein wenig Schokolade
jetzt nicht schaden — um 14 Uhr ist es so weit.
Die Mousse beendet das Mahl auf angenehme Weise, obwohl ich sicher
bin, dass der Koch etwas Orangenlikör verwendet hat, das ist nicht sehr
französisch, wie ich finde. Aber was soll´s? Wie immer hat mich die
Schokolade auf seltsame Weise friedlich gestimmt, und so gehen wir
wieder zurück ins Büro. Als ich die präsentation eröffne, merke ich, wie
meine Nervosität verfliegt, und der Nachmittag endet zu größter
Zufriedenheit meines Chefs. Er drückt mir die Hand und sagt: „Sie sind
einfach die Beste, machen Sie weiter so.“ Sogar Karin hat das
mitbekommen und schneidet Grimassen, als wir wieder allein im Büro
sind. „Was machst du für Faxen?“, sag´ ich.
„Nichts“, antwortet sie, „du bist halt einfach großartig.“
Mich friert ein wenig und ich möchte die Kostümjacke schließen und
— es geht nicht! Sie ist nicht „eine Spur“ zu eng. Da klaffen gute fünf
Zentimeter, die vor zwei Monaten noch nicht da waren!
„Ich glaub, ich werde noch wahnsinnig“, raune ich und Karin hat nichts
Besseres zu tun, als mir eine packung Schokopralinen hinzuhalten. „Da,
beruhigt die Nerven“, sagt sie lakonisch. „Karin“, sage ich laut und
streng. Sie dreht mir ihr schmales Gesicht zu; „Ja? Was ist? Ist doch nur
ein bisschen Schoki. Davon hast du nicht zugenommen.“
„Ich hab zugenommen?“, frage ich.
„Ja“.
„Sieht man es arg?“
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„Hm. Du bist eben über dreißig. Hm ...“
„Antworte!“
„Ein bisschen ...“
Ich muss etwas unternehmen, denke ich. Weniger essen? Niemals. Ich
liebe essen. Mehr Sport? Wann? Wie? Warum?
„Mach dir doch nicht so viel draus“, beschwichtigt mich Karin, „das
hast du im Nu wieder unten. Ich kenne dich doch, du bist ja eine
Sportskanone! Ist doch kein Drama. Und viele Männer stehen auf
weibliche Rundungen, das ist wirklich wahr.“
„Ist ein dicker Bauch eine weibliche Rundung?“, ächze ich.
„Hm, das weiß ich nicht“, gibt Karin kleinlaut zu.
„Ich versuche schon seit Mo-na-ten abzunehmen, Karin. Aber es
funktioniert einfach nicht. Ich mache sogar Dinner-Cancelling ab und
an. Ein Glas Rotwein und das war´s. Und nichts tut sich!“
„Ein Glas?“ Karin schmunzelt, „ich kenn doch meine Silke, du bist doch
keine Zwangsnatur! Es sind sicher mehrere und dann kannst du dir das
ganze Dinner-Cancelling wieder abschminken, dann nutzt das nämlich
genau gar nichts.“
Ich kann es nicht leiden, wenn mich Karin durchschaut als wäre ich eine
Fensterscheibe. Trotzdem, warum bin ich nicht so wie früher, was ist da
passiert? Kann mir das mal jemand erklären? Ich glaube, ich geh erst
mal auf ein Eis und dann analysiere ich die ganze Sache noch einmal.
Wäre doch gelacht, wenn ich da nicht dahinterkäme. Schließlich bin
ich doch die Beste — haben wir ja heute alle gehört!
43
kommentar
Silke hat kein „großes Gewichtsproblem“, sondern lediglich ein paar
Kilo zu viel, von denen sie sich aber auch unter Anstrengung nicht
trennen kann. Hier scheint das Thema neben der allzu kalorienreichen
Nahrungsaufnahme und wenig Bewegung vor allem das bisschen Zuviel
an Alkohol zu sein. Alkohol behindert nicht nur die weitere
Fettverbrennung, sondern hat auch noch pro Gramm so viel an Kalorien
wie Milchschokolade. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie zwar wenig
esse aber trotzdem Alkohol konsumieren — und dabei nicht abnehmen.
Es gibt auch keinen guten oder bösen Alkohol. Wenn möglich,
verzichten Sie während einer Ernährungsumstellung so viel wie möglich
auf Alkohol.
nathalie, 14 Jahre
Während ich mich mühsam Stufe für Stufe hinaufkämpfe, hüpft vor mir
ein gleichaltriges Mädchen die Treppe des Kreuzfahrtschiffes hinauf.
Die kann leicht hüpfen, mit ihren 40 Kilo. Hinter mir drängeln ein paar
kleine Buben und kreischen nach ihrer Mutter. Der eine ruft dem
anderen zu: „Sag der Dicken, sie soll mal einen Zahn zulegen!“ Ich hasse
die Welt. Ich würde so gerne eines Tages aufwachen und total dünn
sein. Warum sprühe ich mir haufenweise Deo unter die Achseln, wenn
es dann sowieso nichts hilft? Der Schweiß rinnt mir hinunter und lässt
mein T-Shirt klatschnass am Rücken kleben. Die Oberschenkel reiben
aneinander und ich habe vergessen, sie mit puder einzustäuben. Sie
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werden sicher rot und wund werden. Das Schiff ist riesig,
furchteinflößend. Dennoch habe ich mich wahnsinnig auf diese Fahrt
gefreut — all die Städte sehen und jeden Tag das Meer schon beim
Aufwachen. Einfach genial. Wenn ich nur mich selbst oder wenigstens
20 Kilo von mir zu Hause lassen könnte. Dann würde ich mich wohler
fühlen. Mit Schaudern denke ich an die Anprobe der Bikinis im Kaufhaus
zurück. Im bläulich grellen Licht der Umkleidekabine sah ich mich durch
gemein aufgestellte Spiegel von allen Seiten und in entsetzlicher
Deutlichkeit. Die Speckrollen quollen über das Bikini-Höschen, der
Bauch hing schlaff über dem fröhlichen Wellenmuster, die Brüste waren
grotesk zerteilt von den Bändern des Oberteils. Kein einziger Bikini
hatte gepasst, auch kein Tankini, das sind Mitteldinger zwischen Bikini
und Badeanzug, wo sofort jeder weiß, dass du dich wegen deines fetten
Bauchs unglaublich schämst. Der Badeanzug, den ich schließlich nahm,
war eben auch nur eine traurige Lösung. Unbequem, eng — und das Fett
wabbelte gleich an der Saumkante munter in alle Richtungen. Gottlob
hatten sie ein großes Flattertuch und eine Tunika im gleichen Muster.
Okay, mit der Tunika kann ich eventuell zum pool gehen. Nachts.
Meine Eltern warten oben auf Deck 10 auf mich und winken lachend.
Nach einem Willkommens-Cocktail beziehen wir unsere Kabinen. Dem
Himmel sei Dank, ich habe eine eigene mit einer Verbindungstür zu
jener meiner Eltern. Mit 14 schläft man nicht mehr so gerne im Zimmer
der Oldies. Und einen eigenen Flat-TV — damit war das Wichtigste
einmal abgedeckt. Ruhe und ein Fernseher. Ich packe meinen Koffer aus,
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als Erstes die mobile playstation, die ich an den TV montieren kann,
sodass ich mir meine Lieblingsserien auf DVD reinziehen kann. Egal, was
sonst noch auf mich zukommen soll, im schlimmsten Fall ziehe ich mich
hierher zurück und lasse mich in die Welten von „Rich & Beautiful“
fallen. Chips habe ich auch eingepackt — und ein paar Schokoriegel,
Geleefrüchte und dergleichen. Man weiß ja nicht, was die hier für
seltsames Zeugs an Bord haben. Ich räume die bunten packungen in
meinen Kasten nach hinten — meine Geheimwaffe gegen Langeweile.
Meine Eltern stehen in grellbunten Shorts und hochroten Köpfen im
Türrahmen meiner Kabine und sehen mich grinsend an. „Heiß ist es,
Kleines, hm? Zieh´ dir was Fesches an, komm mit an den pool, Nathalie“,
sagt meine Mutter und klopft nervös gegen ihre überdimensional große,
leuchtend orange plastiktasche mit Leopardenmuster. Was kann an mir
schon „fesch“ aussehen, denke ich resignierend und krame meine
Sachen durch. Ich ziehe mir eine wasserblaue Tunika mit türkisfarbenen
Ziersteinen über den Kopf und schlüpfe in die neuen Sandalen. Die
Lederbänder sitzen etwas eng und scheuern an der Haut. Egal, ich kann
ja später meine Tennisschuhe anziehen. Schön sind sie wirklich, diese
Sandalen, wenn ich nur schmalere Fesseln hätte. So sehen sie aus wie
Miss piggys neueste Kreation. Übellaunig watschle ich meinen Eltern
hinterher. Mein ipod hebt meine Laune mit den neuesten Sommerhits.
Nachdem ich mich auf einer Liege ausgestreckt habe, ein Handtuch
elegant über meine fülligen Formen drapiert, und im Schatten eines
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Sonnensegels ausruhe, beginne ich die Musik zu genießen. Ich lasse
mich wegtreiben und spüre den sanften Wind auf meiner Haut, so zart
und seidig. Die Sonne wärmt meine Muskeln, träge dringen die
Geräusche vom pool herüber, gedämpft und beruhigend. „pfau, schau
dir die an, die geht sicher nicht unter, Fett schwimmt, haha“, grell
schneidet die Stimme eines Burschen durch die Luft und zerfetzt meine
Träume. Ich halte die Augen geschlossen. Es tut immer noch weh,
obwohl ich inzwischen an solche Idioten gewöhnt sein sollte. Ich werde
mich nie daran gewöhnen.
„Nathalie?“, meine Mutter schlägt vor, an die Bar zu gehen. Ich begleite
sie. Dort angekommen sehe ich meinen Vater, der bereits ein paar Biere
und zwei Hamburger verdrückt hat. Er tippt etwas in seinen Laptop, wie
immer. Meine Mutter bestellt bunte Cocktails für uns, meinen ohne
Alkohol. Der weiße Drink schmeckt köstlich, nach Banane, Kokos und
Exotik. „Das ist eine pina Colada ohne Rum, mein Herzchen“, sagt meine
Mutter und lächelt. Sie lächelt fast immer. Findet alles immer
wunderbar und lächelt. Es macht mich rasend. Denn es ist leider nicht
alles immer wunderbar. Und ich weiß, dass sie das auch genau weiß.
Besonders bei uns daheim. Warum also dieses superfröhliche Getue?
Die pina schmeckt nach mehr, ich gönne mir noch eine. Ein paar
Schüsseln mit popcorn stehen auf der Theke — zur freien Entnahme,
ich greife also zu — kommt gut mit der Süße des Drinks. Meine Mutter
ordert die dritte pina mit Rum für sich und plaudert mit papa, der sich
daraufhin noch weiter in seinen Computer vertieft. Er starrt auf
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irgendwelche Balkendiagramme und runzelt die Stirn. Meine Mutter
lässt sich davon nicht beeindrucken und plappert vor sich hin, als würde
ihr tatsächlich jemand zuhören. Ihr Bikini ist superknapp geschnitten
und peinlich. Die vielen goldfarbenen Anhänger auf der Seite können
von ihrem Übergewicht nicht ablenken. Das steht vielleicht einer paris
Hilton, an meiner Mutter sieht es bloß megapeinlich aus. „Du, Nathalie“,
sagt sie, „magst du dich vielleicht beim Yoga morgen früh einschreiben?
Ist gratis und sehr gesund. Ein bisschen Bewegung wäre gut für dich.“
Ich atme lang und tief aus. Was soll ich darauf sagen? Mama, es gibt
keine Yoga-Dressen für Mädchen, die 90 Kilo wiegen? Mama, ich kann
das Geflüstere über mich nicht mehr ertragen? Mama, von Yoga hat
noch
keiner
abgenommen?
Mama,
ich
krieg
schon
beim
Schuhezubinden keine Luft mehr, geschweige denn, wenn ich mich auf
meine Unterschenkel setzen soll? Sie lächelt mich aufmunternd an und
ich nicke nur ein leises „Okay“.
Mein Blick schweift über das Deck, hin zum blauen Horizont. Wie
großartig das aussieht! Und dieser sanfte Wind. Es könnte das paradies
auf Erden — äh, am Wasser — sein. Bilder von Leonardo Di Caprio und
Kate Winslet an der Spitze der Reling geistern durch meinen Kopf, dazu
die Musik von Titanic. Wie glücklich sie war, mit ihrem Liebsten ganz
vorne zu stehen, getragen vom Wind und der Liebe. „Every night in my
dreams I see you, I feel you ...“, ein Lied zum Dahinschmelzen. Und Kate
ist auch nicht so ein grässlicher Hungerhaken, sondern hat einen
normalen Busen und weibliche Rundungen. Schon toll, dass so eine mal
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die Hauptrolle bekommt. Und ihre Frisur! Sie hat ähnlich rote Haare wie
ich, vielleicht sollte ich mal diese Aufsteck-Frisur ausprobieren? Das
könnte schön aussehen zu meiner hellen Haut — so irisch, fast sexy.
Naja, wenn ich ein bisschen abspecken würde? Ein bisschen? Seien wir
ehrlich, das bedeutet wieder monatelange Quälereien, die zwar ein paar
Kilo weniger bringen, am Ende des Tages hab ich aber wieder mehr als
je zuvor. Wieso hat dieser Jojo-Effekt so einen witzigen Namen? Das
ist nicht witzig, wenn man nach so viel Anstrengung immer wieder nur
Misserfolge einfährt, immer wieder Demütigungen erfährt. Ich möchte
auch einmal einen Freund haben, so einen wie Leonardo. Mit einem
hinreißenden Lächeln, unwiderstehlichen Augen, einfach versinken
können in einem Meer aus Leidenschaft. Einmal im Leben von den
anderen beneidet werden, diese eifersüchtigen Blicke spüren dürfen —
meine Güte! Wann kommt mein prinz? „prinzen leider ausverkauft.
Stellen Sie sich hinten an und fragen Sie nächstes Jahr noch mal an —
wenn Sie etwas hübscher aussehen, Sie kleines Walross“, die Stimme in
meinem Inneren war nicht zu überhören und ganz schön gemein.
Wenigstens die pina Colada tröstet mich. Wie viele Kalorien die wohl
hat? Was ist da drin? Ananassaft, okay, Kokossaft, okay, alles Obst und
ein wenig ungeschlagenes Obers — und Zucker. Ich nehm´ noch eine,
dann halte ich mich beim Abendessen ein wenig zurück. Nach ein paar
Stunden auf der Liege fühle ich mich matt und müde, angenehm
kraftlos. Meine Mutter ist bereits in die Kabine abgerauscht, um sich
für das Dinner umzuziehen, papa lehnt an der Bar, verzweifelt bemüht,
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den Bildschirm seines Laptops in den Schatten zu bekommen, um
wenigstens die Silhouetten seiner Balkendiagramme erahnen zu können.
Ich deute ihm, dass ich mich ebenfalls in die Kabine begeben werde.
Treffpunkt 20 Uhr im Restaurant. Er grinst.
In meiner Kabine lege ich eine DVD ein und genieße das Vorbeirauschen
meiner Lieblingsserie. Während ich überlege, was ich anziehen soll,
knabbere ich zwei Kokos-Schoko-Riegel, passend zu der pina. Auf jeden
Fall ein Kleid, das geschickt meine problemzonen überspielt. Endlich
kann ich aus dem peinlichen Badeanzug raus — Tunika hin oder her. Ich
streife ein zebragemustertes, schlicht geschnittenes Kleid über. Eng,
aber es könnte gehen. Mist, der Reißverschluss klemmt. „Mama, bitte
komm mal rüber, hilf mir, alleine schaffe ich das nicht.“ Wer kann sich
auch schon so verrenken, dass er mit den Händen einen
Rückenreißverschluss zubekommt? Allein deswegen muss ich
irgendwann einen Mann finden. Meine Mutter zieht das Kleid zurecht
und will den Zipp hochziehen. „Meine Liebe“, sagt sie mit Bedauern,
„der geht nicht mehr zu. Fünf Zentimeter fehlen. Hast du zugenommen?
Du musst unbedingt Sport betreiben, hörst du? So kann das doch nicht
weitergehen!“
„Hm, du könntest auch mal etwas Sport machen“, flüstere ich und
denke: Was sage ich da?
Meine Mutter blafft leicht hysterisch: „Ich? Warum? Findest du mich
nicht okay so wie ich bin? Also wirklich, du bist ganz schön frech in
letzter Zeit, Nathalie. Bei allem, was wir für dich tun! Welches Mädchen
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darf schon eine Kreuzfahrt genießen? Wie eine prinzessin. Dafür
arbeiten wir beide sehr hart. Und das ist jetzt dein Dank? Sehr nett von
dir, wirklich, die Reise fängt ja gut an. Zieh was anderes an. Ein Zelt oder
so.“ Wütend verlässt sie meine Kabine und schlägt die Verbindungstür
hinter sich zu. Ufff. Ich finde wirklich, etwas Bewegung könnte ihr nicht
schaden. Was ist so frech daran?
Im Kasten entdecke ich eine helle Seidentunika, dazu einen weißen
Leinenrock. Beides passt. Noch. Erleichtert trage ich Wimperntusche
und blassrosa Lipgloss auf und mache mich auf den Weg ins Restaurant.
Die Louis-Vuitton-Tasche, das heiß erbettelte Weihnachtsgeschenk
meiner Eltern, baumelt an meinem Arm — herrlich, Taschen passen
immer, ob man nun ein paar Kilo mehr hat oder nicht. Dafür muss ich
nun bis zur Matura mit dem alten Computer auskommen, da gibt´s
sicher keinen neuen. Ich müsse prioritäten setzen, hatten sie gemeint.
Das tat ich dann auch.
Wir stellen uns zu dritt am Buffet an — gewaltige Mengen an
Gebratenem, Gebackenem, Gesottenem, Frittiertem — Schnitzel,
Fische, Koteletts, Geschnetzeltes, pastagerichte, pizza, alles lacht einem
entgegen und will gegessen werden. Wir starten mit einem kleinen
Vorspeisenteller. Meine Eltern sind gut aufgelegt und die Stimmung
überträgt sich auch auf mich. „Magst du auch Spaghetti Carbonara,
Schätzchen?“, fragt meine Mutter. „Ich sollte etwas zurückschalten, ich
habe vier pina Coladas getrunken und wollte jetzt nur mehr Salat essen,
Mama“, versuche ich, meinen plan beizubehalten. „Aber mein Mausi,
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die waren doch sowieso alkoholfrei, komm, der papa holt dir einen
Teller! Du kannst ja einen Salat dazu essen, das ist gesund, Häschen.“
Mein Vater macht sich auf den Weg, um uns beide „durchzufüttern“,
wie nett. Hm, naja, dann lass ich das eben heute abends sein, diese
Sache mit der Disziplin. Ich mag ja Spaghetti Carbonara sehr gerne —
wer nicht? Schlagobers, Speck, Ei, einfach herrlich! Mein Vater stellt
mir einen ordentlichen Teller auf den Tisch, die Nudeln dampfen und
duften einfach köstlich. Die Leute machen einen Riesenlärm, man
versteht sein eigenes Wort nicht. Also grinsen wir uns bloß an und
essen. Das Nachspeisen-Buffet ist einfach unwiderstehlich —
Schokoladenkuchen, Erdbeertorte, Zitronencreme, Eis, alles, was das
Herz begehrt. Nachdem wir uns zum x-ten Mal durch die Massen zum
Buffet und wieder zurück gekämpft haben, lehnt sich mein Vater mit
einem zufriedenen Seufzer nach hinten und meint: „Ein Schnapserl wäre
jetzt das Richtige!“ und Mama stimmt ein: „Genau! Komm, Nathalie, wir
schauen uns die Bel Ami Bar an und tun etwas für unsere Verdauung.“
Ich zucke die Achseln: „Schnaps?“ „Dann trinkst du einfach einen
prosecco! Oder ein Frappee. Keine Sorge, für dich gibt es sicher auch
was Feines! Aber vergiss nicht, dich vorher noch bei der Rezeption für
das Yoga morgen einzutragen. Schließlich musst du das alles wieder
abtrainieren“, lacht sie. Mir wird leicht übel bei dem Gedanken, was ich
heute wieder alles in mich hineingestopft habe. „Ich komme dann nach
in die Bar, okay?“, frage ich. Die Eltern nicken, haken sich unter und
stapfen heiter Richtung Bel Ami.
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In der Kabine angekommen, lege ich mich kurz auf das Bett. Es ist mit
einer blauen Tagesdecke bezogen und eine Karte mit „Welcome“
liegt obenauf. Dahinter klemmt ein Zettel mit den morgigen
Tagesaktivitäten. Aha, es gibt sogar eine Laufbahn auf dem Schiff. Da
können die Jogger ihre Runden drehen. Toll. Sollte ich das auch mal
probieren? Ich kann nicht mal schnell gehen, ohne dass mir schwindelig
wird. Und meine Füße tun mir schon so weh, ganz ohne Anstrengung.
Ich bewundere sportliche Menschen, sie sehen auch immer so frisch
und gut drauf aus, so elastisch und heiter. Kein Ahnung, wie man so
wird. Ob das genetisch ist? Bei uns sportelt niemand. Nur papa schaut
ab und zu Fußball und Boxen. Irgendwie hatte ich immer das Gefühl,
Mama und papa würden Sport als etwas Unintelligentes ansehen.
Normalen Sport. Die elitären Segelfotos von papa, die hängen schon
im Wohnzimmer. Er tut ja auch noch immer so, als wäre das gestern
gewesen. Meine Mutter hat mir immer abgeraten, mich allzu
kämpferisch zu geben in der Schule und beim Sport. Verletz´ dich bloß
nicht, Häschen, hat sie immer gemeint. Wir waren eher Tretbootfahren
am Fluss oder sind im Winter eislaufen gegangen, aber auch nur für ein
Jahr, dann hat sie sich den Knöchel verstaucht und das Eislaufen
aufgegeben. Ich bin dann auch nicht mehr gegangen. Wir sind dann
stattdessen ins Kino gegangen, das war auch lustig. Manchmal haben
wir gewettet, wer mehr Chips essen kann, und vor dem Hauptfilm
waren die Tüten dann schon leer — das war ein Spaß. Mittlerweile
unternehmen wir nur mehr wenig miteinander, Mama muss sehr viel
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arbeiten und papa sowieso. Während ich so meinen Gedanken
nachhänge und die Sport-programme auf dem Zettel studiere,
verdrücke ich doch noch eine Tafel Schokolade, die auf dem
Nachtkästchen gelegen hatte. Direkt unbewusst. Aber heute ist es eh
schon egal. Mal sehen, ob ich morgen disziplinierter bin.
Wahrscheinlich ist sowieso alles Veranlagung und ich bin eben eine
„Dicke“. Meine Eltern sind ja auch ziemlich stattlich.
kommentar
Den kindern nahrungsaufnahme VORLeBen
Kinder lernen viel durch das, was wir ihnen im Alltag vorleben.
Schlingen wir wie wild ungesunde Lebensmittel in uns hinein, so
werden unsere Kinder diesem Beispiel wohl oder übel nach einiger Zeit
zu folgen beginnen. Auch die „Tröstungen“ seitens der Familie mit
Zuckerkram, wie es lange Zeit üblich war und teilweise auch noch ist,
wirken sich im Erwachsenenalter sehr schädlich aus. Denn wirklichen
Trost hat eine Tafel Schokolade noch nie gespendet. Weder im „Heute“
noch damals, denn in der Vergangenheit tröstete uns eher die liebevolle
Zuwendung der person, von der wir die Schokolade bekamen, und nicht
das Geschenk selbst.
Mike, 9 Jahre
Die Zeit tropft zäh wie Honig. Ich hasse dieses Turnen. Davon hat doch
wirklich niemand etwas! Ben, der Klassensprecher, lehnt lässig an einer
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Sprossenwand und wählt seine Gruppe für den Staffellauf aus. Wir
stehen in einer langen Reihe, geordnet nach der Größe. Immerhin eine
Situation, wo ich im unauffälligen Mittelfeld stehen darf. Wir werden
immer weniger. Das ist immer so, die Dicken bleiben über. Wer will
schon einen von uns in seiner Gruppe? Das hält doch nur alle auf. Ben
schaut zweifelnd zu mir rüber, er überlegt, ob er mich nehmen soll oder
meinen Reihennachbarn. Der hat mindestens zehn Kilo mehr als ich,
hilft ihm aber bei seinen Latein-Hausübungen. Klar, hat ihn schon. Und
jetzt steh´ ich als Letzter da. Es ist peinlich. Warum kann man mir diese
Qual nicht ersparen — Woche für Woche? Der Turnlehrer ist sowieso
ein Sadist, kann gar nicht anders sein. Er muss doch sehen, wie dreckig
es mir dabei geht. Und was tut er? Grinst immer nur blöd und schnippt
mit den Fingern. Wir stellen uns in vier Kolonnen auf. Der Turnsaal
riecht nach Schweiß und alten Socken. Ich bin immer in der Kolonne,
wo alle Beleibteren auch stehen, meistens schauen sie auf den Boden
oder starren imaginäre punkte an der Wand an. Kaum einer spricht mit
mir. Ich hab auch keine große Lust auf Kommunikation. Hab auch nichts
zu sagen. Nicht hier, nicht heute. Wann ist die Stunde endlich um? Erst
eine Viertelstunde, zeigt die riesige Uhr da oben, unglaublich. Der
Staffellauf beginnt, die Ersten rennen los. In der ersten Kolonne startet
gerade Ben mit seinem Staffelholz. Er hat einen coolen schwarz-gelben
Jogginganzug an, kurz geschorene Haare wie ein Soldat und ist drahtig
gebaut. Ben gewinnt alle Wettläufe, ob kurze Sprints oder längere
Dauerläufe. Im Sommer trainiert er mit seinem Vater für den
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Halbmarathon. Die sind alle so dünn in seiner Familie, das ist einfach
eine andere Welt. Die sind anders als wir. Bei uns sind alle irgendwie
gemütlich, auf jeden Fall recht dick, leider. Warum wir so sind, weiß ich
nicht. Das war schon immer so, seit ich denken kann. Schade ist es
schon, aber was soll man tun? Ich wäre gern wie Ben. Dann hätte ich
auch mehr Freunde und so. Niemand lacht über Ben. Alle finden ihn
toll und cool. Aber bei mir — wenn ich nur loslaufe und aus dem
Schnaufen nicht mehr rauskomme, dann höre ich sie schon kichern und
tuscheln hinter mir. Sie finden es ganz normal, wenn sie mir grausliche
Namen geben, und manchmal sagen sie einfach: „Der Blade“ und denken
an nichts dabei. Es ist für sie ganz normal. Nur ich kann mich einfach
nicht daran gewöhnen. Manchmal ist mir nur mehr zum Heulen, aber
ich unterdrücke es mit aller Macht, irgendwie schaffe ich es immer bis
nach Hause oder ich sperre mich auf dem WC ein — und dann lasse ich
die Tränen rinnen. Es tut verdammt weh innen drin.
Während des Laufens komme ich immer mehr außer Atem, der Schweiß
verpickt mein Turnhemd, es klebt an meinem Rücken und fühlt sich
grässlich an. Ich komme kaum von der Stelle, so anstrengend ist es. Der
Turnlehrer brüllt irgendetwas Beleidigendes in meine Richtung, es ist
mir schon fast egal. Ich muss nur die Stange da umkreisen und heil
wieder zurück in meine Gruppe kommen, alles andere ist jetzt
zweitrangig. Ich wische mir den Schweiß von der Stirn, er brennt in
meinen Augen. Ah, jetzt geht´s retour, der Lehrer klatscht in die Hände,
er will mich anspornen, schneller zu laufen, aber ich bin am Limit,
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absolut, meine Lunge tut weh, es sticht und fühlt sich an wie ein panzer.
plötzlich pocht es auch in meinem linken Fußgelenk, ein heller Schmerz
zieht meine Wade hinauf, jetzt bloß nicht aufgeben. Ich beisse die
Zähne zusammen und bringe die letzten Meter hinter mich. Am Ende
der Strecke fange ich einen Blick von dem Jungen auf, der hinter mir
gestanden hatte und jetzt mehr oder minder sehnsüchtig auf das
Staffelholz wartet. Er blickt mich mitleidig an, wissend und traurig. Er
hat auch viel zu viel auf den Rippen, der arme Hund. Ich erwidere den
Blick nicht, sondern drücke ihm das Staffelholz völlig erschöpft in die
Hand und taumle nach hinten, um mich in die Kolonne einzuordnen.
Mein Fußgelenk sticht und es hört nicht auf. Was soll ich tun? Damit
kann ich nicht weiterlaufen, unmöglich, beim besten Willen nicht. Die
Jungs schreien in der Gegend herum, um ihre Mitläufer anzufeuern. Ich
bin bald wieder dran, die Schmerzen wollen nicht aufhören. Ich nehm´
allen Mut zusammen und gehe zum Turnlehrer. „Was hast du? Fußweh?
Du bist ein Simulant, das seh ich doch, klarer Fall. Reih dich ein, reiß
dich zusammen, Mike, ist doch lächerlich. Sei keine Memme!“. Seine
Stimme ist schneidend und überaus laut. Ich humple also zurück und
reihe mich ein. Als ich drankomme und loslaufen will, kippe ich um und
lande mit einem lauten Knall auf dem Holzboden. Die Jungs lachen wie
blöd. Ich kann nicht aufstehen, es tut zu weh. Irgendwann ist es dem
Turnlehrer dann doch zu dumm, dass alle so lange pausieren, und er
kommt kopfschüttelnd auf mich zu: „Mike, das kann doch nicht wahr
sein!“ Er hilft mir auf und hakt mich unter. So humple ich unter dem
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tosenden Gelächter und Geplärr der ganzen Klasse in Richtung
Umkleideraum. Der Turnlehrer sagt gar nichts mehr, sondern schnaubt
nur mehr und verschwindet wieder im Turnsaal. Ich reibe meinen
Knöchel, der schnell anschwillt. Meine Güte, was hab ich mir da wieder
eingehandelt? Und die Mutter wird sich wieder so aufregen. Sie regt
sich wegen allem und nichts auf — immer. Es ist ein Kreuz. Ich öffne
den Spind und ziehe mich um. Duschen werde ich lieber daheim, es
wäre sowieso nur urpeinlich, wenn ich auf dem Weg zu den Kabinen
jemandem begegnen würde. Also nichts wie nach Hause.
Als ich zu Hause ankommen, ist meine Mutter schon da. Das
Nachmittagsturnen endet um halb sieben, gleich wie ihre Schicht im
Drogeriemarkt. Sie bemerkt sofort, dass ich humple, und sieht sich
meinen Fuß an. „Schaaatzi“, kreischt sie, „das ist ja ganz arg
angeschwollen. Wir müssen ins Spital.“ Sie dreht sich zum
Wohnzimmer: „papa, komm´ her!“, ruft sie, „Mike hat eine Unfall gehabt,
schnell, beeil dich, es ist furchtbar!“ Mein Vater kommt mit
gelangweiltem Gesicht ins Vorzimmer. „Was ist los?“, fragt er.
„Turnen. Bin umgekippt“, antworte ich.
„Ah, Sportverletzung. Ja, das kommt vor“, er legt einen Arm um meine
Mutter und lacht: „in den besten Familien, haha, hatte ich auch, eine
Sportverletzung nach der anderen. Das ist ganz normal, meine Beste!
Nix Spital, er soll sich nicht so haben. Wie ein Mädchen. Haha. Na
sowas! Und wann gibt´s Essen? Das Match fängt gleich an!“ Und weg
ist er.
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Meine Mutter steht noch vor mir, schaut mich an, halb mitleidig, halb
hysterisch. Sie zuckt mit den Schultern und geht in die Küche, um das
Essen fertig zu machen. Ich bin also mal kurzfristig entlassen und
vertrolle mich ins Bad. Erst mal duschen, diesen Mief loswerden, diese
ganze ekelige Geschichte herunterduschen. Der Duschstrahl läuft über
meinen Körper, die Tränen vermischen sich mit lauwarmem Wasser.
Als wir beim Abendessen sitzen, sieht man nichts mehr davon. Ich habe
mir eine Salbe auf das Gelenk gecremt. Die hat mir letztens der Arzt
verschrieben, als ich eine Entzündung im Kniegelenk hatte. „Wir müssen
ein bisschen abspecken, mein lieber Junge“, hatte er gemeint, „das ist
nicht gut für die Gelenke, wenn man so übergewichtig ist.“ Das war ein
netter Arzt. Wenn nur mein Turnlehrer auch so wäre. Ist er aber nicht.
Mein Vater grölt bei jedem misslungenen Tor seiner Lieblingsmannschaft. Meine Mutter erkundigt sich nach meinem Tag in der
Schule. Sie meint es gut, hat aber keine Ahnung, dass jeder einzelne Tag
in der Schule ein Fegefeuer für mich ist. Wie soll ich ihr erklären, dass
ich für die anderen einfach ein dicke Witzfigur bin und sonst nichts? Es
gibt Schweinsbraten mit Knödel und Krautsalat. Danach Nusspalatschinken. „Du musst mehr Sport machen!“, sagt mein Vater in der
Werbepause, „schau dir an, was die Jungs da im Fernsehen verdienen.
Allein wenn du ein Logo auf deinem Kappl hast, verdienst du ein
Vermögen damit. So geht das nämlich!“ Ich bin froh, dass das Spiel
wieder beginnt, so hab ich wieder Ruhe und sein Interesse verlagert
sich wieder auf den Rasen, das Leder und die Spieler. „Vielleicht solltest
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du doch ein bisschen abnehmen, Schatzilein“, sagt meine Mutter und
legt mir eine zweite Scheibe von dem fetten Fleisch auf den Teller.
„Denn sonst siehst du irgendwann aus wie dein papi“, sagt sie und
deutet auf seinen enormen Bierbauch, auf den er sehr stolz ist. „Von
mir kannst du es nicht haben“, sagt sie, „ich war ja gertenschlank. Erst
als du auf die Welt gekommen bist, hab ich ein bisschen zugelegt.“ Sie
türmt sich noch zwei Knödel auf ihren Teller und isst sie mit großer
Begeisterung. „Na, es wird schon alles gut werden, Schatzilein“,
beschwichtigt sie mich und fragt, ob ich danach auch noch ein Eis
haben möchte.
Am nächsten Tag gehe ich mit zwei Schulkollegen zum Bus und einer
fragt mich: „Gehst du morgen mit ins Wellenbad? Ist echt super.“ Wie
wohl das tut, endlich fragt mich einer einmal, ob ich etwas mit ihm
unternehmen will. Das warme Gefühl breitet sich in mir aus wie
Weihnachten und Ostern zusammen. Und so ganz normal fragt er mich
das, als ob es immer schon so gewesen wäre. Als wenn wir Freunde
wären! Ich schüttle den Kopf: „Nein, hab ich keine Bock drauf“, sage ich
und schäme mich für meinen dicken Körper. Schäme mich für meine
schwabbeligen Beine, den unförmigen Bauch, die schmalen Schultern,
die weiße Haut, mit rötlichen Sommersprossen überzogen. So darf
niemand aussehen, das ist einfach grauenhaft. Um das Unglück perfekt
zu machen, kommt in diesem Moment seine Schwester, die Ulrike, dazu.
Sie sieht wunderbar aus, wie eine kleine Elfe. Blonde, lange Haare, blaue
Augen, ein zartes Lächeln — ganz zart ist sie. Sie hat mich, glaube ich,
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noch nie bemerkt. Doch jetzt sagt ihr Bruder, dass ich nicht zum
Schwimmen mitgehen möchte. „Er hat keinen Bock drauf, der Mike“,
wiederholt er meine Worte. „Na und“, sagt Ulrike, „dann lass ihn doch.
Soll er doch machen, was er will. Wir gehen jedenfalls!“ Und sie
schultert ihren pinkfarbenen Rucksack.
Wäre ich normal, dann würde ich einfach mitgehen können. Ich meine,
normal dünn. Es wäre alles ganz einfach. Warum kann ich nicht morgen
aufwachen und ganz normal sein wie alle anderen auch? Ich kapier´s
einfach nicht. Die zwei Kokoskuppeln von heute Vormittag haben mich
nicht satt gemacht, im Gegenteil, ich hab Hunger. Nachdem ich mich
von Ulrike und ihrem Bruder ruck-zuck verabschiedet habe, steuere ich
den Hamburgerladen an. Ich esse zwei Cheeseburger, eine große portion
pommes, ein Cola dazu und einen Donut. Dann mache ich mich auf den
Heimweg. Meine Eltern sind noch nicht da, sie arbeiten beide den
ganzen Tag und kommen immer erst abends. Ich verbringe den
Nachmittag vor dem Fernseher, dazwischen ein Computerspiel, das
mich aber auch nicht besonders freut. Zum Glück haben wir daheim
eine Naschlade. Da ist immer etwas Leckeres drinnen: Schokoriegel,
Salzbrezeln, Schokolade-Schnitten, Gummischlangen, Nougat, Marzipan
und solche Sachen. Ich lasse eine praline in meinem Mund zergehen
und genieße die warme Süße, die sich in meinem Mund ausbreitet. Mein
Fuß hat sich gebessert. Ich nehme ein Vollbad. Als ich im warmen
Wasser liege, male ich mir aus, wie es wäre, wenn ich ein normales
Gewicht hätte. Wen ich mir als Freund aussuchen würde. Was ich für
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einen Sport machen würde, dass ich beim Völkerball mitspielen könnte
und dass die anderen mich endlich, endlich mögen würden. Das wäre
eine Welt, das wäre das paradies!
kommentar
Mike hat den natürlichen Zugang zum Essen verloren und kennt das
Gefühl der Sättigung nicht mehr. Er ist durch zu große portionen und
falsche Ernährung zu dick geworden. Da ein normales Ausmaß an
Bewegung ihm Schmerzen und Demütigungen vor anderen Mitschülern
einbringt, hat er überhaupt keine sportlichen Ambitionen. Ein
Teufelskreis. Warum aber hat Mike begonnen, so überaus viel zu essen?
Er hat dieses Muster bei seinen Eltern gesehen. Der Vater trank vor dem
Fernseher viele Flaschen Bier, konsumierte Unmengen an Salzgebäck
und fettem Fleisch. Auch die Mutter hat ständig genascht und viel zu
viel gegessen. Die Mutter hatte obendrein einen völlig falschen Zugang
zum Kochen: zu viel Fett, zu viel Gebackenes, kein Gemüse, kein Salat,
zuviele Konserven, zu viele Fertiggerichte. Kinder übernehmen die
Muster der Eltern. Das Unterbewusstsein von Mike hat früh damit
begonnen, diese „Fress-Strukturen“ auszubilden. Erfreulicherweise ist
es gerade bei Kindern sehr schnell möglich, mit SLIM zu erfolgreichen
Ergebnissen zu kommen. Je früher man die Methode anwendet, desto
schneller kehren die Kinder zum natürlichen und normalen Essverhalten
und damit zu ihrem Wohlfühlgewicht zurück.
62
Die SLiM-MeTHODe
In den letzten Jahren haben wir unsere Arbeit, den Menschen beim
Abnehmen zu helfen, immer mehr präzisiert und perfektioniert. Wir
wurden immer erfolgreicher. Wir sind nun so weit, dieses wunderbare
Know-how einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.
SLIM ist keines der vielen Bücher, die wieder einmal eine „neue Diät“
verkünden — daher kommt diesmal auch KEINE harte Zeit auf Sie zu.
Aktivieren Sie die verborgenen Kräfte Ihres Unterbewusstseins und
lernen Sie, wieder in Balance mit Ihrem Körper zu leben. Mit dieser Kraft
lernen Sie, nach den sehr alten Mustern, den gesundheitlich richtigen
Mustern, die Ihrem Körper wohltun, zu leben. Wie bekommt man aber
das Unterbewusstsein dazu, derartige neue Muster anzunehmen? Dieses
uralte Wissen praktizierten bereits die Sumerer und die alten Ägypter.
Damals schon wusste man um die Kraft und Macht des Unterbewusstseins. Leider ist dieses Wissen in der heutigen Zeit immer mehr und
mehr verschwunden. In Wahrheit liegt der Schlüssel für unser
persönliches Glück, auch was das Gewicht anbelangt, in uns selbst. Wir
müssen ihn nur suchen und finden. Wenn wir das Wissen richtig nützen,
passiert eine in Wahrheit recht simple Veränderung, die aber eine so
große Zufriedenheit mit sich bringt, dass unsere Klienten immer wieder
verblüfft sind — sie haben nun einfach die richtige perspektive zum
Thema Essen.
63
Vieles von diesem Wissen, das während der Arbeit mit dem
Unterbewusstsein angewandt wird, kommt aus dem Bereich der
Hypnose. Lassen Sie Ihre Vorurteile und Vorstellungen von
herkömmlicher Hypnose einmal beiseite. Es handelt sich hier um keinen
Hokuspokus, um keine Show-Einlage oder sonstige mysteriöse
Zaubertricks und eigenartige Manipulationsversuche. Die Hypnose hat
in unserer westlichen Welt ein seltsames Image bekommen, zumeist
schwingt etwas vom großen „Unerklärlichen“ und „Abrakadabra“ mit.
Menschen schweben an der Decke, Leute bohren sich Schwerter durch
die Wange, ohne dabei Schmerzen zu fühlen, und Ähnliches. SLIM ist
anders. Sie befinden sich lediglich in einem leichten, entspannten
Zustand, den wir, wie bereits beschrieben, den Alpha-Zustand nennen.
Die Trance ist nur ganz sanft. Ihr Wachbewusstsein hört der Stimme
des Sprechers und der Musik zu, ob Sie nun die Suggestionen als CD
oder während der SLIM Intensiv Coaching WEEK von Ihrem
persönlichen Coach hören.
Der entspannte Alpha-Zustand fühlt sich erstaunlich „normal“ und vor
allem ausgezeichnet an. Sie haben im gleichen Maße wie sonst auch
die Kontrolle über alles, was geschieht. Sie sind bloß angenehm
entspannt. Auf einer Matte ausgestreckt hören Sie die Suggestionen
(entweder während der SLIM Intensiv Coaching WEEK oder per CD) und
versuchen, an nichts Besonderes zu denken. Das ist schwierig genug.
Die Gedanken kommen und Sie lassen Sie kommen und wieder gehen,
allmählich werden Sie immer ruhiger und entspannter. Sie können sich
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tatsächlich einfach fallen lassen und entspannen. Denn genau HIER liegt
der
Schlüssel
zur
Veränderung.
Der
Schlüssel
zu
Ihrem
Wohlfühlgewicht!
unbesorgt loslassen
Sie können ganz beruhigt sein. Es gibt nichts, was Ihrem
Unterbewusstsein mitgegeben wird, was Ihnen nicht guttut. Ihr Wachund Ihr Unterbewusstsein sind clever genug, sich die für Sie heilsamen
Suggestionen anzueignen. In Wahrheit sind Sie es ganz allein, die
Veränderungen herbeiführen. Niemand schreibt Ihnen etwas vor. Es gibt
nur Anweisungen, die von Ihrem Unterbewusstsein angenommen
werden können oder auch nicht. Wir geben Ihrem Unterbewusstsein
nur „Ideen“, „Vorschläge“, auf die es nun reagieren kann oder auch nicht.
Das Faszinierende daran ist, dass es positive Vorschläge sind, die vom
Wachbewusstsein auch als solche erkannt werden - das Unterbewusstsein sagt sozusagen: „Okay, dann machen wir es jetzt gemeinsam, mit
vereinten Kräften.“ Die verborgenen Kräfte werden also endlich
aktiviert. Wille und Glaube laufen gemeinsam auf einer Schiene.
65
Wie läuft es konkret ab?
Unsere Arbeit verläuft in drei Schritten, jede Einheit dauert im Schnitt
etwa 45 Minuten.
Schritt 1:
Sie liegen bequem und hören eine schöne Begleitmusik. Eine
angenehme Stimme begleitet Sie in einen entspannten Zustand, in eine
Entspannung, die einfach guttut und Sie in eine wohlige Stimmung
versetzt.
Schritt 2:
In diesem behaglichen Zustand der Entspannung öffnen wir das
Unterbewusstsein und geben Ihrem Unterbewusstsein viele gute
Begründungen, dass es jetzt an der Zeit ist, Verantwortung für einen
gesunden Körper zu übernehmen. Wir sprechen das Unterbewusstsein
direkt an. Nur in diesem unverkrampften Zustand kann man Dinge, die
man zwar verstandesmäßig gut erfasst, aber nicht umsetzen kann, direkt
an das Unterbewusstsein kommunizieren und verankern. Und sich von
dort die nötige KRAFT dazu holen. Es genügt nicht, kognitiv zu wissen,
dass man sich falsch ernährt. Erst wenn man dem Unterbewusstsein
DIREKT sagt, dass es Zeit ist, sich zu ändern, geraten die
„Veränderungsräder“ in Gang. Dann verändern sich die Muster, die sich
tief in Ihr Unterbewusstsein eingeprägt haben. Wir erklären dem
66
„Inneren Kind“, dass es jetzt an der Zeit ist, zu verstehen, dass es für
viele ungesunde Dinge keinen Grund mehr gibt. Zucker, fettige Speisen
und Ähnliches haben keinen zentralen Stellenwert mehr. Wir lehren das
Unterbewusstsein, wieder auf das Sättigungsgefühl zu hören. Wir
erklären, dass es viel mehr Befriedigung gibt, sich gesund zu ernähren.
Aus einer sehr großen Fülle von Anweisungen bzw. Suggestionen darf
das Unterbewusstsein nun wählen. Und es wird seine Wahl treffen. Und
wissen, dass es Zeit ist, die perspektive zu ändern.
Schritt 3:
Nach dem Teil mit den Anweisungen führt Sie der Coach wieder
langsam zurück in den Wachzustand. Sie werden sich wunderbar
entspannt fühlen. Mit kurzen Worten: Jede Sitzung ist wie Wellness für
Ihre Seele.
Wann bemerke ich erste Auswirkungen?
Jeder Mensch reagiert anders auf die Suggestionen. Bei vielen tritt eine
schnelle Veränderung des Essverhaltens ein, bei anderen wiederum
kann es länger dauern. Das Schöne daran ist, dass sich auch das neue
Essverhalten genauso festigt und gelebt wird wie das alte, negative
Muster zuvor. Die Veränderung kann sich auf ganz phantastische Weise
bemerkbar machen. Sie werden beispielsweise bemerken, dass sich Ihr
Einkaufsverhalten wandelt: Ihr Einkaufswagen enthält nun auf einmal
mehr Gemüse und gesundes Essen und viel weniger Naschkram. Viele
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kleinere Veränderungen ergeben schlussendlich die Möglichkeit zum
Wohlfühlgewicht. Sie wollen natürlich so schnell wie möglich zu Ihrem
Wohlfühlgewicht kommen. Das ist verständlich. Ebenso verständlich
ist es aber auch, dass wir Ihrem Körper einige Zeit geben müssen, um
mit der Umstellung zurechtzukommen.
Es kommt immer darauf an, wie lange Sie Ihr Muster schon im
Unterbewusstsein eingeprägt haben. Genauso, wie Ihr Unterbewusstsein eine bestimmte Zeit gebraucht hat, um sich die schädlichen Muster
in puncto Ernährung einzuprägen, benötigt es nun auch eine bestimmte
Zeitspanne, um diese neuen Muster durch ständige Wiederholung der
„richtigen Handlungen“ in gesunde Bahnen zu bringen.
Sie lernen wieder RiCHTiG zu essen
Wir wollen es noch einmal wiederholen: SLIM ist keine Diät. SLIM wird
Sie lediglich dorthin zurückführen, wo Sie schon einmal waren.
Vielleicht ist das eine lange Zeit her, vielleicht aber auch nur ein, zwei
Jahre. Je nachdem, wann Ihr natürliches Essverhalten durch irgendeinen
Auslöser, ganz gleich welchen, in ein unnatürliches Verhalten gekippt
ist. Sehr viele Menschen ernähren sich nicht mehr natürlich, manche
verspüren keinen Durst mehr, manche verwechseln Durst mit Hunger,
manche wissen nicht mehr, wie sich „satt sein“ wirklich anfühlt. Viele
„benützen“ Essen für andere Bedürfnisse und greifen zu Essen, wenn sie
sich traurig, wütend oder einsam fühlen. Essen beruhigt, lenkt ab, wirkt
als Schutzschicht gegen emotionale Belastungen. Und Essen ist sofort
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verfügbar. Es ist leider beinahe „normal“ geworden, ein ungesundes
Essverhalten an den Tag zu legen.
SLiM und kinder
Sie haben Kinder? Beobachten Sie das Essverhalten Ihrer Kinder. Achten
Sie gut darauf, wie Sie sich selbst ernähren. Welche Einstellung Sie
selbst zum Thema Essen haben. Ihre Kinder übernehmen allmählich Ihre
Muster. Denken Sie daran: Alles, was Sie dürfen, ist auch für Ihre Kinder
erlaubt. Wie wollen Sie Ihren Kindern glaubhaft erklären, dass sie sich
gesund und ausgeglichen ernähren sollen, wenn Sie selbst es nicht tun?
Kinder entlarven diese Unstimmigkeit sofort und reagieren mit Trotz
und Widerwillen. Wenn Sie Ihre Ernährung auf eine gesunde,
ausgeglichene Basis stellen, helfen Sie Ihren Kindern dabei, die richtige
Ernährung beizubehalten. Wenn Ihr Kind bereits ein falsches
Essverhalten zeigt, dann ist es höchste Zeit, dass es wieder einen
normalen Zugang zur Ernährung bekommt.
Wir bieten speziell für Kinder und Jugendliche von 7 bis 14 Jahren SLIMEinheiten an. Sie sind auf das jugendliche Unterbewusstsein
zugeschnitten und erzielen hervorragende Erfolge. Gerade Kinder und
Jugendliche
sprechen
ausgezeichnet
auf
SLIM
an.
Weitere
Informationen zu Terminen für Kinder und Jugendliche finden Sie auf
unserer Homepage www.slim-methode.com.
69
Mit der SLiM-Methode werden vier wichtige Ziele erreicht:
erstens: Sie essen 3 x täglich
Sie werden drei Hauptmahlzeiten zu sich nehmen. Ein gesundes,
sättigendes Frühstück, das Sie für den Tag belastbar werden lässt.
Natürlich soll es Ihnen schmecken, Sie sollen aber auch bedenken, dass
Sie Ihrem Körper wertvolle Nährstoffe zur Verfügung stellen.
Schließlich werden Sie ihn den ganzen Tag über benutzen wollen. Wir
geben Ihnen in diesem Buch keine Ernährungstipps. Sie wissen selbst
am besten, was gesund ist und was Ihnen guttut. Sollten Sie sich mit
Ernährung noch nie richtig beschäftigt haben, so suchen Sie bitte einen
Ernährungsberater auf.
Zweitens: Sie hören auf ihr Sättigungsgefühl
Es ist bedauerlich, dass dieser punkt so wichtig geworden ist. Als kleines
Kind muss Ihnen niemand beibringen, wann Sie satt sind. Der Mensch
weiß dies aufgrund seines Unterbewusstseins. Leider verlieren viele
diesen natürlichen Instinkt und beginnen über das Sättigungsgefühl
hinaus zu essen. Je öfter man darüber „hinaus isst“, desto schwächer
wird das Signal „Ich bin satt“, bis es irgendwann kaum mehr zu hören
ist. Man hört (im besten Fall) auf zu essen, wenn der Teller leer ist, im
schlechteren Fall holt man sich noch einen zweiten oder dritten Teller.
Mit SLIM werden Sie wieder wissen, wann Sie genug gegessen haben.
Es ist keine magische Fähigkeit, das zu wissen, es ist die natürlichste
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Sache der Welt. Und es wird Ihnen enorm bei Ihrer Abnahme helfen.
Drittens: essen verliert die Wichtigkeit
Wie schon oben beschrieben, wird Essen sehr schnell zum Ersatz für
ein anderes Bedürfnis. Wir belohnen uns, wir trösten uns, wir
unterhalten uns, wir besänftigen uns — all das mit Essen. Darüber hinaus
hat Essen einen großen gesellschaftlichen Faktor. Beim gemeinsamen
Essen wird diskutiert und erzählt, die Menschen kommen zusammen,
finden Kontakt. Jedes Fest zeigt durch besondere Speisen, dass es sich
um einen besonderen Tag oder Moment handelt. Viele Zeremonien
drücken durch Essen bestimmte symbolische Werte aus. Das ist auch
gut so. Sie sollen sich dem Essen nicht entziehen, sondern eine normale
pERSpEKTIVE dazu finden. Eine normale perspektive nimmt das Essen
aus der zentralen position in Ihrem Leben. Es wird wichtig bleiben, aber
nur 3-mal am Tag, die restliche Zeit werden Sie mit anderen Dingen, die
Sie interessieren, verbringen. Dadurch wird Sie das Thema Essen nie
mehr blockieren oder verstören. Es macht nichts aus, wenn Sie aufgrund
einer spannenden Arbeit oder eines faszinierenden Spiels einmal auf
eine Mahlzeit vergessen. Das ist sogar ein gutes Zeichen. Ihr Körper wird
sich garantiert mit einem gesunden Hungergefühl bei Ihnen melden.
Sobald Sie dem Thema Essen in Ihrem Leben seine zentrale Rolle
entzogen haben, werden Sie ruhiger, gelöster und entspannter. Und die
Abnahme geht wieder ein Stück leichter voran.
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Viertens: Sie essen gesünder und ausgeglichener
Die Lösung für ein Gewichtsproblem liegt nur zum Teil darin, viel
weniger zu essen. Ihr Körper braucht Lebensmittel, um seinen
Energiehaushalt aufrechtzuerhalten. Daher kamen die Lebensmittel zu
diesem Namen. Sie werden nun erahnen, warum Genussmittel zu ihrem
Namen kamen. Mit SLIM werden Sie dazu zurückkehren, vermehrt
„Lebensmittel“ zu sich zu nehmen und weniger „Genussmittel“. Sie
werden sich gesünder und ausgeglichener ernähren. Genussmittel sind
dabei durchaus erlaubt und erwünscht, aber nur in kleinen Mengen. Ihr
Unterbewusstsein weiß das und es wird sich rasch wieder danach
verhalten, sobald es von uns daran erinnert wird. Sie werden bemerken,
dass Ihnen der Gusto nach allzu viel Süßem und Ungesundem mit der
Zeit einfach vergeht und dass Sie Appetit auf Obst und Gemüse
bekommen.
Sie sind, was Sie denken
Sie hören die Suggestionen zwar in einem entspannten Zustand und
müssen sich nicht krampfhaft darauf konzentrieren, dennoch müssen
wir an Ihre Mitarbeit appellieren. Denn Sie sind, was Sie denken.
Warum? Ihr Unterbewusstsein versucht alles umzusetzen, was Sie von
ihm verlangen. Es versucht also, nach prioritäten geordnet, Ihre
Gedanken real werden zu lassen. Somit trifft der Satz „Du bist, was du
denkst“ den Nagel punktgenau auf den Kopf! Lernen Sie daher, RICHTIG
zu denken.
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Sie können mit Ihren Gedanken wesentlich zu einem raschen Gelingen
der Arbeit mit Ihrem Unterbewusstsein beitragen. Genauso könnten Sie
aber durch negative Gedanken die Arbeit verlangsamen oder gar
unmöglich machen. Achten Sie darauf, sich nicht zu oft mit Ihren
Gedanken in negativen Welten zu bewegen.
Was ist zu tun?
Gehen sie jedes Mal, wenn Sie an Ihr Wohlfühlgewicht denken, mit
positiven Gedanken an die Sache heran. Freuen Sie sich darauf,
visualisieren Sie, wie Sie mit Ihrem Wohlfühlgewicht aussehen werden.
Jedes Mal, wenn sich in Ihrem Kopf negative Gedanken bilden, geben
Sie sich Mühe und ersetzen Sie diese durch positive Gedanken. Geben
Sie diesen negativen Gedanken keinen Raum in Ihrem Bewusstsein.
Sagen Sie sich wiederholt, dass Sie ganz fest daran glauben, dass die
Abnahme möglich ist und dass sie umsetzbar ist. Sie werden mit der
Zeit feststellen, dass diese negativen Bilder und Gedanken vollkommen
aus ihrem Kopf verschwinden. Sie werden mehr und mehr schöne Bilder
in sich tragen und dadurch die Arbeit mit ihrem Unterbewusstsein
massiv unterstützen.
Denken sie daran, dass Ihr Unterbewusstsein keinen Unterschied
zwischen gut oder böse macht. Es versucht, zu gefallen und setzt alles
um, was Sie wünschen. Es ist eine Tatsache: Sie sind, was sie denken!
73
fALLBeiSpieLe AuS DeM ALLTAG
nACH DeR SLiM-MeTHODe
Sabine
Ich erwache zehn Minuten bevor der Wecker abgeht. Die Sonne scheint.
Ich liege auf meinem schneeweißen Leintuch auf dem Rücken, den
polster in den Nacken gerollt, und spüre den noch kühlen, frischen
Wind, der von der Balkontür hereinweht. Ich strample die Decke ab und
genieße diese Brise, wohl wissend, dass es wieder ein sehr heißer Tag
werden wird. Die Julihitze hat die Stadt seit Tagen fest im Griff. Jetzt
kann ich diese „Hundstage“ genießen. Das war früher nicht so gewesen.
Ich bin sofort in Schweiß ausgebrochen, wenn ich mich an so einem
heißen Tag auch nur im Schildkröten-Tempo bewegt habe.
Mit einem Satz bin ich aus dem Bett und mache rasch meine
Morgentoilette. 20 Minuten pilates sind jeden Tag fix eingeplant. Ist
das einmal zur Routine geworden, dann kann man sich gar nicht mehr
vorstellen, wie es ohne war.
Ich trinke einen Ingwertee mit viel Zitrone und esse ein Vollkornbrot
mit Käse. Dazu ein paar Kirschtomaten und eine halbe Gurke. Und das
mit einem wirklich guten Gefühl. Vor meiner Zeit mit SLIM aß ich
ständig mit schlechtem Gewissen. Bei jedem Stück Essen dachte ich
daran, wie viele Kalorien es hatte, ob es zu fett war oder sonst was. Ich
konnte den Geschmack eigentlich gar nicht mehr richtig genießen. Und
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die vielen Light-produkte, die ich bevorzugte, um wenigstens ein
bisschen abzunehmen, schmeckten immer „halb leer“. Sie waren so ein
„Naja-Essen“. Und obwohl ich mich so auf meine Ernährung
konzentrierte und viele Diäten ausprobierte, nahm ich immer mehr zu,
es war zum Aus-der-Haut-Fahren. Ja, ich naschte unablässig, aber auch
da versuchte ich, Dinge zu kaufen, die nicht so richtig fett waren. Und
so futterte ich meine „Naja“-Lebensmittel während meines „Naja“Lebens und fühlte mich immer mehr „Naja“. An einem Augusttag vor
zwei Jahren war mir aber schon nach viel weniger als „Naja“ zumute.
Und just an diesem Tag erfuhr ich durch eine Bekannte von der SLIMUnterbewusstseins-Methode. Ich dachte zuerst, es wäre eben lediglich
wieder eine neue Diät. Vielleicht würde sie funktionieren und vielleicht
auch nicht, aber eine bestimmte Zeit nachher würde man sowieso
wieder noch mehr wiegen, wie nach all den anderen Diäten. Ist es aber
nicht — SLIM ist KEINE Diät. Mittlerweile weiß ich auch, wieso es bei
vielen Diäten zum gefürchteten Jojo-Effet kommt: Der Körper stellt bei
Mangelernährung — also wenn man plötzlich weniger isst — auf
„Alarm“ um und geht in den Speichermodus. Er gibt also viel weniger
Fett her, als im Normal-Modus. Das tut er dann, bis man wieder normale
Mengen isst. Dann hat sich der Körper aber so daran gewöhnt, das
letzte bisschen Kraft aus der Nahrung zu ziehen, dass er mit der jetzigen
„Normalmenge“ echt überfordert ist, und — setzt Fett an. Für schlechte
Zeiten. Allein aus diesem Grund würde für mich eine Diät nicht mehr
in Frage kommen. Aber ich brauche auch keine mehr. Mit SLIM hab ich
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das in den Griff bekommen. Zuerst bestellte ich einfach auf der
Homepage die CD von SLIM. Super, dass das möglich war!
Ich öffne die Tür zu meiner Speisekammer. Wie unterschiedlich die
Bilder zu früher sind. Die oberen Regalkästchen waren damals bis oben
hin voll mit Schokolade und anderen Naschsachen. Im Winter hatte ich
noch die Schokolade-Osterhasen darin liegen, ich wusste niemals, was
ich eigentlich alles da gestapelt hatte, so viel von diesem Kram war da
hineingezwängt. Jetzt liegen an dieser Stelle ein päckchen Apfelchips,
getrocknete Mangos und ein päckchen Mandeln. Mein Mann und mein
Sohn finden es angenehm, beim Fernsehen gestiftelte Karotten, Gurken
und Rettichstangen, die in Zitronenwasser stehen, zu knabbern. Ich
hätte gedacht, sie würden mich kopfschüttelnd ansehen und nach ihren
Chips brüllen, aber nein, sie waren direkt erfreut über die Abwechslung.
Mir schmeckt´s auch und man hat ein angenehmeres Gefühl im Bauch.
Ich mach das schon automatisch, wenn ein „Fernseh-“ oder „SpieleAbend“ angesagt ist. Durch die SLIM-Methode hat sich auch mein
Einkaufsverhalten komplett verändert. Ich kaufe viel weniger Fleisch
ein, dafür mehr Gemüse und unterschiedliche Getreidesorten. Ich esse
sicher mehr als früher, von der Menge her, aber nur mehr zu den drei
Mahlzeiten am Tag. Dazwischen gibt es nichts, nur Wasser. Und in
meiner Lade unter der Supermarktkasse steht jetzt einfach eine Flasche
Wasser. Wenn ich hungrig bin, trinke ich ein paar Schlucke und fühle
mich wieder gut. Bei drei Mahlzeiten am Tag werde ich aber nie hungrig.
Ich brauche daher dazwischen nichts mehr. Diese Zwischendurch-
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futterei geschah eher aus einer anderen Not heraus und nicht, weil ich
Hunger hatte. Ich kann nicht mehr sagen, was das genau für eine Not
war, ich weiß nur, dass sie vorbei ist, endgültig. Ich kann mich wieder
richtig lieb haben. Und das ist der erstaunlichste Erfolg von SLIM. Ich
gehe viel positiver durch die Welt. Schon am Morgen denke ich an die
vielen Möglichkeiten, die mir der Tag bieten wird. Mein ganzes Leben
ist erfreulicher und viel entspannter geworden. Ich hetze mich nicht
mehr an der Kasse, sondern erledige meine Arbeit so gut ich kann —
und das scheint alle ebenso zufrieden zu machen.
Die Suggestionen erschienen mir anfangs beinahe zu simpel, um
wirksam zu sein. Ich bin ein sehr praktischer, bodenständiger Typ. Ich
mache gerne Nägel mit Köpfen und halte normalerweise wenig von
diesen Heile-Welt/Hilf-dir-selbst-programmen. Aber bei SLIM ist das
anders. Da wird nicht viel Tamtam gemacht. Da erhält man klare
Aussagen und deutliche Erklärungen. Auch wenn die Arbeitsweise von
SLIM aus der Hypnose kommt, hatte ich doch immer ein anderes Bild
von Hypnose. Ich denke da sofort an Wanderzirkus, Zylinder und weiße
Hasen. Tut mir leid, das ist bei mir so eingespeichert, von Kindheit an.
Auch mit autogenem Training konnte ich bisher nicht viel anfangen.
SLIM ist ganz anders, es ist klar und frisch. Auf der Website von SLIM
fand ich auch die Möglichkeit, eine SLIM Intensiv Coaching WEEK zu
machen. Ich habe mich sofort dafür angemeldet, da die Erfolge von der
CD so toll waren. Die Woche verging rasch: Ich bin während der
Suggestionen ganz bequem auf einer Matte gelegen. Alles, was vom
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Coach an Input kam, konnte ich sofort unterschreiben. Es sind clevere
Sätze, sehr einfach, eben so gemacht, dass das Unterbewusstsein damit
auch etwas anfangen kann. Ich war nicht überrascht, dass ich bereits
nach dieser Woche gewisse Veränderungen bemerken konnte, immerhin
war ich durch die CD prima vorbereitet. Dass ich aber den Gürtel so
rasch ein bisschen enger stellen konnte, verblüffte mich. Ich aß anders:
zufriedener, heiterer, langsamer. Ich verzehrte die Mahlzeiten mit dem
Gefühl, das Richtige zu tun. In der Vergangenheit war ich immer im
Zweifel und immer in einer Art Stress. Jetzt weiß ich, was ich will, und
geh die Dinge ruhig an. Ich koche wesentlich gesünder, und das gibt mir
auch ein gutes Gefühl meinem Sohn gegenüber. Mittlerweile
schmecken ihm meine Gemüsebeilagen auch sehr gut. Nur Brokkoli
kann er nicht leiden. Den essen dann nur mein Mann und ich. Auch kein
problem.
Nach pilates und Frühstück bin ich bereit für den Tag. Ich streife mir
Jeans und ein leichtes Seiden-Shirt über. Ein Blick in den Spiegel —
schön. So wird es bleiben. Kein Jojo-Effekt wird mir meinen Erfolg
vermiesen, denn ich esse jeden Tag drei große Mahlzeiten, und das mit
Genuss. Was für ein friedliches, angstfreies Gefühl. Die harten Züge um
meinen Mund sind verschwunden, mein Gesicht wirkt insgesamt zarter,
frischer und weicher. Ich habe das Gefühl, ich habe nicht nur viele Kilos
verloren, sondern auch eine Menge unnötigen Seelenballast. Ich lasse
mein Auto stehen und gehe zu Fuß zum Supermarkt. Auch eine
Angewohnheit, die ich durch SLIM gewonnen habe. Spaziergänge, auch
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die zu meiner Arbeit, sind zu einer Art Leidenschaft geworden. Ich liebe
es, einfach zu gehen. Weit zu gehen, am liebsten in der Natur. Ich
brauche gar nicht zu joggen, auch so wird mein Gehirn allmählich leer,
der Denkapparat hört auf, sich wie wild zu gebärden, alles in mir wird
ruhiger und klarer. Die probleme schrumpfen zu schaffbaren
Herausforderungen. Die Dinge, die mich stören, rücken von mir ab.
Meine damalige Unentspanntheit war nie so groß, dass ich daran
gedacht hätte, mir einen Coach zu gönnen. Wenn ich aber jetzt so
zurückblicke, muss ich zugeben, dass es fein gewesen wäre, ich hätte
schon früher die SLIM-CD und die Infos über die SLIM Intensiv
Coaching WEEK gefunden. Ich hätte mir viele unnötige, graue Tage
erspart. Dass mein Unterbewusstsein so stark ist und beinahe alles in
den Griff bekommt, das habe ich nicht gewusst und auch nicht gespürt.
Ich empfand es in den wenigen Momenten, in denen ich es „gefühlt“
habe, eher als hinderlich. Als würde es einen anderen Weg gehen
wollen als ich. Ich denke, es war auch so. Nun gehen wir zwei sozusagen
Hand in Hand, und das tut mir wunderbar wohl. Es ist viel einfacher,
seinem Unterbewusstsein zu sagen, wie die Dinge laufen sollen, als ich
dachte. Im Grunde wartet es direkt darauf, dass es Anweisungen
bekommt. Oder auch Tipps und Ratschläge. Mir gefällt daher das Wort
Suggestionen nicht so gut, es klingt für mich ein bisschen nach
Manipulation. SLIM fühlt sich auch gar nicht manipulativ an, im
Gegenteil. Mit der CD von SLIM und auf der SLIM Intensiv Coaching
WEEK erhält man ausschließlich positive Anweisungen. Das ist auch mit
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einer der Gründe, warum man sich nachher so gut fühlt. Man glaubt
sich einfach in der Lage, mit den Dingen zurechtzukommen. Auch wenn
es eine Zeit dauert, so weiß man ganz genau, dass man die Abnahme
schaffen wird, kein Zweifel bleibt mehr offen. Was für ein Unterschied
zu den vielen Diäten, durch die ich mich manchmal hindurchgequält
habe — wow! Mittlerweile sind mir andere Dinge wichtiger als Essen.
Meine langen Spaziergänge, mein pilates und mit meiner Familie viel
Zeit zu verbringen. Ich habe wieder mehr Kraft, die anderen zu
verschiedenen Unternehmungen zu motivieren. Wir gehen Kajakfahren,
eislaufen, schwimmen und machen Nordicwalking. Auch das Wandern
auf den Bergen macht uns allen dreien Spaß. Wie herrlich ist es, da
oben auf einem Gipfel zu stehen und herabzublicken auf die Hügel,
Dörfer und Seen. Man fühlt sich einfach frei und unbeschwert. In der
Almhütte habe ich nicht mehr das dringende Bedürfnis nach
Kaiserschmarren und Co. Mir genügt ein Rindfleisch-Salat oder
Ähnliches. Leichtigkeit ist das Motto, das nun mein Leben durchfließt,
und ich genieße es jeden Tag mehr.
Lars
„Ich finde das so toll von dir, Lars“, gurrt meine Frau, „seit du wieder
mit mir frühstückst, habe ich wieder das Gefühl, dass es bergauf geht
mit uns beiden, dass wir wieder etwas gemeinsam tun, so wie am
Anfang.“ Sie bereitet mein Müsli, presst mir ein Glas Orangensaft und
lächelt — eine Bilderbuchgattin. „Alles eine Sache der Einteilung,
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Schatz!“, sage ich.
„Schon, aber früher hast du das nicht so entspannt gesehen.“ Sie
schneidet sorgsam eine Banane in mein Müsli. „Liegt das alles an dieser
SLIM-Methode? Das sind ja Zauberer!“
Also Zauberer gibt es dort wirklich keine. Aber Kerle, die´s echt drauf
haben. Wenn mir das jemand vorher gesagt hätte, ich hätte es nicht
geglaubt. Die Methode scheint einfach, simpel, logisch und dennoch
— ich hatte große Zweifel. Damals stand ich vor zwei Alternativen —
Magenband oder diese Unterbewusstseins-Methode. Zumindest bildete
ich es mir damals so ein. Ein Arbeitskollege hatte mir von dieser SLIM
Intensiv Coaching WEEK erzählt und dass es dabei so hohe
Erfolgsquoten gäbe. Ich ging eigentlich mehr aus Jux hin, denn mir kam
das doch sehr unglaubwürdig vor. Ich halte auch gar nichts von
esoterischen Dingen, ich bin ein Realist. Für mich zählen Fakten. Das,
was ich sehe, das glaube ich auch. Ich erinnere mich noch genau an den
ersten Tag der SLIM Intensiv Coaching WEEK. Was hatte ich nicht für
Bilder im Kopf — von indischen Gesängen, Klangschalen, Räucherstäbchen, düsteren Gemäuern, etcetera - statt dessen öffnete mir eine
Frau die Türe, sie hätte Zahnarzthelferin sein können, frisch, jung,
fröhlich, mit beiden Beinen auf dem Teppich. Alles war hier so frisch
und klar, es war schon beim Betreten ein angenehmes Gefühl. Die
„Behandlungen“ selbst waren direkt unspektakulär. Ich war sehr
enttäuscht nach dem ersten Mal. Das soll es gewesen sein? Ein paar
Sätze, ein paar Takte Musik und dann darf ich wieder heimgehen? Das
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soll wirken? Doch nach dieser Woche änderte sich in meinem Alltag
sehr viel. Wie auch negative Veränderungen oft schleichend kommen,
so war es auch mit dieser positiven Veränderung. Ich bemerkte, wie ich
an der Tankstelle immer öfter eine Banane kaufte anstelle eines
Schokoriegels. Die Energydrinks, die mir oft während langer
Autofahrten die Augen offen hielten, schmeckten mir auch nicht mehr
so richtig, die überzuckerten Fertigprodukte machten mir einfach
keinen Spaß mehr. Ich „sah“ plötzlich viel mehr gesunde Dinge, die ich
essen oder trinken konnte. Und ich trinke nun gerne Leitungswasser. In
Mengen. Klar gönne ich mir ab und zu ein Bier, aber ich brauche es nicht
mehr. Es hat mich gar nicht so beruhigt und entspannt, wie ich das
früher immer geglaubt habe. In Wirklichkeit hat es mich nur müde
gemacht und dick. Das mag sich seltsam anhören, ist aber so. Ich muss,
beruflich bedingt, sehr oft in Lokalen essen. Früher starrten mir die
Zeilen „Wiener Schnitzel“ und „Gebratene Ente“ geradezu magisch
entgegen, je fetter, desto besser. Und wenn mein Gegenüber sich etwas
Derartiges bestellte, dann konnte ich gar nicht mehr anders, als
ebenfalls solche Kalorienbomben zu bestellen. Das lag mir nachts
natürlich schwer im Magen, aber da war es zu spät für reuige Einsichten.
Und wenn du dann so wach liegst im Bett und der Bauch drückt, dann
kommen die Gedanken über die Arbeit wie ungebetene Gäste. Dann
beginnen sich die Gedanken zu drehen und man denkt immer wieder
an das gleiche problem, ohne zu einer Lösung zu kommen. An Schlaf
ist dann auch nicht mehr zu denken. Mit diesem Unfug ist es auch
82
vorbei. Meine großen probleme, im Restaurant etwas Gesundes zu
essen zu bekommen, legten sich in unglaublich entspannter Form — ich
fand und finde beinahe immer etwas, zu dem mein „Ich“ mit ganzem
Herzen ja sagen kann. Und es ist ein Super-Gefühl, sich gesunde
Lebensmittel einzuverleiben. Der ganze Schrott, den ich früher in mich
hineingefuttert habe, kann mir gestohlen bleiben. Ich brauch das nicht
mehr. Es interessiert mich einfach nicht mehr. Dieser Wandel ist auch
nicht vom Himmel gefallen oder im Gehirn eines anderen entstanden,
ich selbst habe mich dazu entschieden. Immer wieder und immer
wieder neu — weil ICH es so will, und das ist ein Super-Gefühl. Meine
Anzüge von früher passen wieder, an den Gürteln merke ich es
besonders stark. Ich stell mich nicht auf die Waage, aber ich denke, so
an die 15 Kilo werden schon unten sein, und ich bin noch nicht fertig
damit. Der Trend geht in die richtige Richtung, ich habe Zeit.
Gesundheitlich geht es mir auch viel besser. Den Crosstrainer hab ich
wieder reaktiviert. Ich glaube, er ist auch froh, dass er nicht mehr als
Kleiderständer herhalten muss. Ich habe ihn ins Wohnzimmer gekarrt.
Meine Frau war nicht begeistert, aber als sie sah, wie diszipliniert ich
die Sache anging, hat sie sogar selbst damit begonnen. Es ist mir
rätselhaft, wieso ich damals in meinem Terminkalender keinen
Zentimeter platz für ein sportliches Training finden konnte. Es ging
einfach nicht. Beim besten Willen. Durch die Suggestionen aber wurde
es möglich. Ich finde immer Zeit dazu, mindestens 4-mal in der Woche
eine Stunde am Crosstrainer zu sporteln. Währenddessen sehe ich die
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Nachrichten oder höre Musik, je nach Lust und Laune. Wenn ich so
richtig verschwitzt bin, merke ich, wie sich mein Körper von all den
Schlacken, die er jahrelang angesammelt hat, befreit, und auch die
beruflichen probleme werden auf normale Dimensionen zurechtgestutzt. Es ist eine Zeit, die ich für mich aufbringe. Ganz egoistisch für
mich. Da fährt die Eisenbahn drüber. Das gibt mir Kraft und gute Laune.
Trotzdem ich beruflich viel unterwegs bin, habe ich gelernt, wie ich
mich gesund ernähre. Ich hätte das damals allein nicht geschafft. Ohne
SLIM. Natürlich habe ich auch damals schon gewusst, dass Weißmehl
keine Vitamine mehr besitzt und daher Semmeln und Mehlspeisen
„leere Kilometer“ sind. Ich wusste, dass Obst und Gemüse sinnvoll
wären. Ich wusste, dass das Naschzeugs mir nicht wirklich guttun
würde. Aber das Wissen allein hat mir herzlich wenig eingebracht. Es
hat mich nur noch mehr unter Stress gesetzt. Ich hatte immer mehr das
Gefühl, wenn ich so weitermache, dann wird mir mein Körper die
Rechnung präsentieren — irgendwann, und zwar auf ziemlich brutale
Weise. Die erste Sache, die ich umgestellt habe, war jene, nicht mehr
bis spät in die Nacht hinein zu arbeiten. Stattdessen erklärte sich meine
Frau damit einverstanden, auch früher aufzustehen und gemeinsam mit
mir zu frühstücken. Wir haben jetzt ein richtiges kleines Morgen-Ritual,
wenn man das so hochtrabend sagen darf. Und es tut mir gut, es bringt
mich runter — mir wird dabei klar, was mir wirklich wichtig ist. Und die
morgendliche Hetzerei ist Geschichte. Auch der Blick in den
Badezimmerspiegel schreckt mich nicht mehr. Im Gegenteil — er ist
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wieder da, der Mann, den meine Frau damals geheiratet hatte. Meinen
Bart habe ich abrasiert, mein Gesicht ist deutlich schlanker, es sieht viel
entspannter aus. Und der Bauch wird flacher und flacher. Das
aufgedunsene Gefühl im ganzen Körper ist einer entspannten Haltung
gewichen. Auch das permanent schlechte Gewissen, das auf mich
einredete, endlich etwas in Richtung Gesundheit und FÜR meinen
Körper zu tun, ist verschwunden. Und obwohl ich während der SLIM
Intensiv Coaching WEEK immer wieder über das Thema Essen zu hören
bekam, rückte es gleichzeitig immer mehr aus meinem Fokus. Klar esse
ich weiterhin gern und mit Appetit, aber es ist nicht mehr so „mein“
Thema. Es hat sich quasi für mich erledigt. Ich weiß, wo der Schlüssel
zu meinem Wohlfühlgewicht liegt, und das werde ich auch in nächster
Zeit erreichen. Und diesen Schlüssel nimmt mir niemand mehr weg. Er
gehört für immer mir. Das ist das Tolle daran. Da gibt´s keinen
überraschenden Jojo-Effekt oder solche Dinge, denn ich war und bin
nicht auf Diät. Ich esse. Sogar mehr als früher, aber eben das Richtige.
Ich habe das deutliche Gefühl, dass ich noch nie so im Einklang mit mir
selbst war wie jetzt. Eigentlich ist verdammt viel passiert in den letzten
zehn Monaten.
Silke
Karin trommelt mit den Fingern nervös aufs Dach ihres roten
Sportwagens. „Komm jetzt, Silke, wir wollen doch heute noch
aufbrechen!“, ruft sie zu mir herauf. Mit einem Klack-Klack ist mein
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Koffer zu und ich packe zufrieden meine Sporttasche. „So weit kommt´s
noch, dass meine Süße die Koffer selber schleppen muss“, lacht Ralph,
der soeben mein Zimmer betritt. Ich grinse und bin froh, dass ich
wenigstens bis zum Auto einen „Dienstmann“ habe. „Ich werde dich
schrecklich vermissen, meine Liebe, aber du mich sicher nicht“, sagt
Ralph, „ein Wochenende Florenz mit der besten Freundin, da kann ich
leider nicht mithalten.“ Ralph ist ein Schatz, seit drei Monaten sind wir
zusammen und noch keinen Tag haben wir uns gestritten. Auf dem
Treppenabsatz entdecke ich das Frühstück, das er noch rasch für uns
gemacht hat — frisches Gebäck, Obst und eine Vase mit einer frischen
Rose drin. Eigentlich ist er ja fast zu perfekt, um wahr zu sein, denke
ich. „Schatz“, sage ich, „ich hab schon ein Brot gefrühstückt, als du noch
schliefst, ich hab zwar keinen Hunger mehr, aber Karin isst sicher noch
einen Happen mit uns.“ Karin trabt auf mein Bitten widerwillig und
grinsend zur Tür herein und schnaubt: „Muss ich mir euer Glück noch
länger ansehen? Das ist ja allzu kitschig.“ „Ein Mini-Frühstück für die
Dame?“, fragt Ralph charmant und rückt ihr den Sessel zurecht. „Hm“,
Karin überlegt und setzt sich: „Ein ganz schnelles!“ Sie schnappt sich
das Buttermesser und streicht etwas Erdbeermarmelade auf ein
Kuchenstück. Während ich Ralph´s berühmten Obstsalat auslöffle,
schnattern die beiden fröhlich dahin. Was für ein Tagesbeginn: meine
Liebsten um mich herum und eine Woche Urlaub vor mir. Herrlich.
Als Karin und ich im Auto sitzen und losstarten, sehe ich Ralph am
Fenster stehen und winken. „Da hast du einen Lottosechser aufgegabelt
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mit diesem Mann“, stellt Karin erfreut fest, „du bist ja auch wie
ausgewechselt. Ja, die Liebe. Aber nein, das warst du schon vorher. Du
strahlst so eine gewisse Entspannung aus — auch im Job, seit einigen
Monaten schon, was ist denn dein Geheimnis?“
Ich wusste, dass man es mir anmerkt. Es ist aber auch unübersehbar. Ich
sehe an mir hinunter. Die hellblauen Caprihosen sitzen tadellos. Mein
Körper ist wieder straff und muskulös. Mein Bauch fühlt sich gut an,
flach und wohlig.
„Deine ganze Haltung hat sich geändert, du scheinst um ein paar
Zentimeter gewachsen, so gerade spazierst du daher“, meint Karin und
legt den fünften Gang ein. Wie schön, die Autobahn Richtung Süden
zu fahren. Allein das fühlt sich schon wie Urlaub an. Und ich brauche
keine Sorgen zu haben wegen eines Bikinis, der nicht passt. Es passt
einfach wieder alles. Nichts kneift, nichts zwickt, alles sitzt wie eine
zweite Haut.
„Sag mal, wie viel hast du eigentlich abgenommen, Silke?“
„Sieben Kilo.“
„Toll. Du siehst einfach prima aus. So fit. Wie hast du das bloß
hinbekommen? Du warst letztes Jahr so deprimiert. Erinnerst du dich,
damals im Büro, als ich dir die Schokopralinen anbot? Du warst nur
mehr ein Häuflein Elend. Oder hast du damals in Mallorca einen
heimlichen Lover kennengelernt, von dem ich nichts weiß? Schäm dich,
wenn es so sein sollte!“ Sie lacht.
Heimlicher Lover? Nein, viel, viel besser! Es hat mich damals hart
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getroffen, als Karin mich darin bestätigte, dass ich eindeutig etwas zu
viel auf den Hüften hatte. Ein bisschen Hüftgold ist ja ganz nett, aber
das war ja schon etwas zu viel des Guten. Meine Güte, ein Jahr ist das
nun her. Seither hat sich vieles verändert. Ich habe vieles verändert.
Alles hat damit begonnen, dass ich Veronika, eine alte Schulfreundin,
getroffen hatte. Sie war schön braun und hatte merkbar abgenommen.
Über zehn Kilo. Auf meine Frage, wie sie das geschafft hat, sagte sie
bloß: „Ich war auf Mallorca — hab´ eine SLIM Intensiv Coaching WEEK
gebucht“. Nach langem Bitten hat sie mir mehr darüber erzählt. Sie
redete von Entspannung und Suggestionen und gesunder Ernährung und
ich konnte nicht verstehen, wie man durch Entspannung sein
Wohlfühlgewicht erreichen könne. „Ich entspanne mich auch
manchmal und nehme dadurch aber eher zu — und erst recht im
Urlaub“, konterte ich. Veronika aber schwor auf SLIM und präsentierte
sich stolz von allen Seiten. Ich ließ nicht locker, bis ich die URL der
SLIM-Website hatte, und meldete mich gleich für die Reise an. Ohne
viel planung, ohne viel nachzudenken. Es war mir, als hätte eine innere
Stimme gesagt: „Tu´s endlich!“ Und durch eine glückliche Fügung hatten
sie noch einen platz frei, und das gleich eine Woche darauf — super.
Mallorca, das Meer, die Natur, die Sonne genießen und dabei auch noch
abnehmen, das klang alles mehr nach einem Märchen als nach
„Abnehmen“! Trotzdem war es Realität. Jeden Tag hatten wir
Abnehmwilligen eine Suggestions-Sitzung. Bereits nach dem ersten Mal
hatte ich das Gefühl, etwas sehr Sinnvolles beschlossen zu haben. Es
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war mir zwar nicht ganz geheuer, dass Abnehmen so leicht gehen sollte
und dass jemand mit meinem Unterbewusstsein spricht und ich dabei
auch noch zuhören soll. Aber was soll´s? Ich habe schon weitaus
merkwürdigere Dinge getan. Von Tag zu Tag bemerkte ich die
Veränderung, die da vor sich ging. Ich hatte kaum mehr Lust auf fette
Speisen und extrem Süßes — es war nicht so, dass ich mir da etwas
verkneifen hätte müssen, irgendwie schmeckte es mir einfach nicht
mehr so und der prosecco in der Strandbar war nicht mehr so
verlockend. Ich trank Mineralwasser mit Fruchtsaft und genoss den
Sonnenuntergang. Es war eine herrliche Woche und ich hatte so viel
Zeit für mich wie noch nie. Das Hotel, das bei dem gebuchten SLIMpackage dabei war, lag auf einer leichten Anhöhe mit herrlichem
panoramablick aufs Meer. Ich hatte Halbpension und fand es herrlich,
dass ich all diese gesunden, köstlichen Speisen „essen durfte“, denn bei
SLIM darf man drei Mal am Tag eine Mahlzeit zu sich nehmen. Da gibt´s
kein Hungern, keinen Verzicht, kein Opfer. Der Fisch war besonders
lecker. Auf der Hotelterrasse eine knusprige Seezunge zu verspeisen,
war ein „erlaubtes“ Vergnügen. Nachspeise? Brauchte ich nicht. Die
Suggestionen begannen zu wirken.
Am Strand gab es ein offenes Fitness-Studio, das ich immer öfter
besuchte, es machte Spaß, sich dort an der frischen Luft zu bewegen.
Die Geräte waren top und ich probierte eins nach dem anderen aus.
Die Teilnehmerrunde und auch die Trainer waren sehr sympathisch. Das
procedere war einfach: Man legte sich auf weiche Matten und war dann
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für etwa eine Stunde in einem entspannten Zustand. Manchmal spielte
leise Musik. Für mich fühlte sich diese leichte Trance sehr angenehm
an, warm und wohlig. Manchmal hörte ich gar nicht mehr genau zu, was
der Trainer sagte, und döste ein wenig dahin. Aber das wäre ganz in
Ordnung, erklärte mir mein Trainer: „Ich kommuniziere ja mit Ihrem
Unterbewusstsein — und das hört nur dann zu, wenn Sie sich komplett
entspannen. Dann können wir arbeiten.“ Ein Nebeneffekt dieser
Methode lag auch darin, dass ich mich immer besser und schneller
entspannen konnte. Ich bin insgesamt ruhiger und gelassener geworden.
Das fällt auch meiner Umgebung auf. Ich hatte sonst keine „Aufgaben“
auf Mallorca, außer den SLIM-Einheiten. Daher gab´s noch ausreichend
Zeit zum Schwimmen und Schnorcheln. Einfach perfekt. Nachmittags
lag ich oft ein, zwei Stunden am Strand auf einer Liege und träumte in
den Tag hinein. Ich genoss dieses neuartige Gefühl von Sicherheit und
Entspanntheit. Ich sah den Fischern bei ihrer Arbeit zu, den Kindern, die
am Strand spielten, und den Menschen, die ihren Urlaub mit der Familie
verbrachten. Mitte der Woche wusste ich einfach bereits, dass ich es
schaffen werde! Ich habe mir auch noch die CD von SLIM gekauft, damit
ich nach der Urlaubs-SLIM-Woche zusätzliche Einheiten zu Hause
machen kann. Das hat sich bestens bewährt. Die individuelle Betreuung
auf Mallorca mit den anschließenden Suggestions-Einheiten zu Hause
hat´s voll gebracht. Ich ernähre mich komplett anders als vorher, und
das spielend einfach. Sogar am Abend trinke ich nun lieber Wasser statt
der damals geliebten Gläser Rotwein. Das schmeckt ja nach dem
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Training auch nicht wirklich super. Ja, das Training, ich habe wieder
begonnen damit. Es macht einen Riesenspaß. Besonders das Spinning,
das ich seit drei Monaten betreibe. Dort hab ich auch Ralph kennengelernt. Er radelte eines schönen Nachmittags neben mir und wir
plauderten, soweit es unsere puste zuließ, über dieses und jenes und
stellten fest, dass wir vieles gemeinsam hatten. Es ging alles sehr schnell
und doch so selbstverständlich. Vier Wochen später zog er bei mir ein
und ich bin so zufrieden, dass sich wieder alles richtig anfühlt. Die
Suggestionen sind so angenehm, dass ich sie heute noch gerne mache.
Es ist, als würde man immer mehr von seinem ursprünglichen ICH
zurückbekommen. Ich mache nicht nur wieder viel mehr Bewegung,
sondern esse auch wieder normal. Meine portionen waren damals aus
irgendeinem Grund immer größer geworden, ich hatte permanent Lust,
etwas zu essen, und vor allem, wenn ich nervös war. Und dass ich immer
dicker wurde, das machte mich noch nervöser — ein Teufelskreis. Der
ist nun endgültig durchbrochen. Mit SLIM bekommt man das sichere
Gefühl, dass alles einfach wieder gut werden würde. Ich hatte keine
Ahnung von Hypnose oder Suggestion und es war mir eigentlich auch
egal, was mich wieder in die „alte Silke“ zurückverwandeln würde —
Hauptsache, es hilft, dachte ich damals — und das hat es ja dann auch.
Es ging nicht in drei Wochen, sondern dauerte ein halbes Jahr, aber das
war auch gut so. Ich habe mich umgestellt, ich brauche keine
„Beruhigungs-Schokolade“ zwischendurch. Manchmal lasse ich auch
eine Mahlzeit ausfallen, wenn ich besonders viel zu tun habe oder das
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Training lange dauert. Dann reicht mir ein Apfel oder eine Banane und
ein paar Nüsse. Je mehr ich mich bewege, desto weniger Gusto auf
Süßes habe ich. Natürlich esse ich auch ungesunde Sachen wie ein
Stück Malakofftorte oder eine pizza. Aber es bleibt immer bei einem
Stück und ich habe danach nicht das Gefühl, ich bräuchte jetzt noch
mehr davon. Dieses Gefühl von „Es-ist-nie-genug“ ist endlich weg. Das
macht mich sehr froh und ausgeglichen.
„Also, was ist jetzt dein Geheimnis?“, unterbricht Karin meine
Gedanken. „Och, wahrscheinlich Ralph“, lüge ich erheitert. SLIM und
Mallorca bleiben mein kleines Geheimnis.
nathalie
„Ich weiß nicht, du siehst ein wenig aus wie eine Knackwurst in dem
Kleid“, jammert meine Mutter, als ich ihr stolz meine neueste Errungenschaft präsentiere.
„Aber Mama“, ich starre sie an, „es ist Größe 38!“ Ich betone die Ziffern
acht-und-dreißig ganz deutlich, damit diese Tatsache in ihr Gehirn
eindringen kann.
„38, 38, 38!“ Ich wiederhole die Zahl wie ein magisches Mantra vor dem
Spiegel mit dem lächelnden Gesicht der Siegerin.
Ja, natürlich steckt ein Funken Wahrheit in dem, was meine Mutter
gerade gesagt hat. Es ist eine Spur zu eng. Aber wann hatte ich schon
Größe 38? Ich kann es kaum fassen. Was das bedeutet, kann ich kaum
erklären. Ich kann nun einfach wie alle anderen normalen Mädchen in
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meiner Klasse in eine Boutique gehen und mir die Kleider ansehen und
auch eines in meiner Größe anprobieren. Und keine Verkäuferin wird
die Stirn runzeln und irgendetwas von einer anderen Filiale faseln und
vielleicht könne man dort anrufen, und unter Umständen wäre diese
Größe eventuell noch zu finden. Was war das immer für ein MegaAufstand. Und dazu diese mitleidigen Blicke der superschlanken
Verkäuferinnen, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun hatten, als
Kleider zusammenzulegen und in Fächer zu verfrachten, und dabei so
taten, als gehörte ihnen die Welt. Klar waren die immer super
angezogen. Wenn man so dünn ist und Leggings und ein schwarzes TShirt trägt, ist man einfach stylisch angezogen. Wenn ich so etwas
probiert hatte, war das ein absolutes Desaster. Ich sah aus wie eine
Tonne. Meistens verließ ich die Geschäfte, ohne etwas zu kaufen. Und
am liebsten ging ich in die Riesenläden, weil ich da die Chance hatte,
mich ohne Verkäuferin durch das Angebot zu wühlen. Die schönen
Sachen gab es meist in XS, S, M oder L. Aber bei L hörte es meist auf
und auch L drückte und ziepte und war schlicht und ergreifend „zu
klein“. Wenigstens war ich nicht auch noch klein, sondern gehörte mit
meinen 175 zu den eher Größeren. Doch 90 Kilo verteilen sich auch auf
175 äußerst ungünstig. Die Sache mit den „schweren Knochen“ ist wohl
auch eher die Erfindung einer schlagfertigen Dicken. Doch heute war
alles anders. Ich komme gerade von einer dieser Boutiquen in der
Innenstadt. Ich habe mich mit der Verkäuferin mindestens eine
Viertelstunde beraten — und fand es wunderbar. Sie brachte dieses und
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jenes, ein Kleid in pink, eines in Gelb, und eben jenes rote. Die
Verkäuferin war ganz Feuer und Flamme, das richtige Kleid für mich zu
finden. „Eine Kreuzfahrt, sagen Sie?“, flötete sie aufgeregt, „das ist ja
wunderbar! Sie brauchen natürlich schon etwas Elegantes für diese
abendlichen Dinner, das ist ja klar. Wir haben eine große Auswahl und
Ihnen stehen ja kräftige Farben einfach perfekt. Sie Glückliche!“
Wann hatte mir jemals eine Verkäuferin gesagt: „Sie Glückliche!“? Es
war immer das Gegenteil auf deren Mienen zu lesen - diese arme
pummelwurst — das hatten sie immer gedacht.
Ich war also in der Umkleidekabine und zog das rote Cocktail-Kleid
über und betrachtete mich im Spiegel — Wahnsinn. Das ist es. Das will
ich haben. Ich hatte ein enges, rotes Kleid an und ich sah NICHT
lächerlich aus. Wenn das nicht meine Siegesstunde ist. Auch die
Verkäuferin war begeistert. Selten habe ich meinen Bankomat-Code so
fiebrig eingetippt. Jetzt gehörst du mir, du roter Traum von einem Kleid!
Und so stehe ich jetzt daheim vor dem Spiegel und brabble mein
Größe- 38-Mantra vor mich hin.
„Ja, gut, du hast recht, 38 ist eine Supersache. Du hast ja auch viel dafür
getan, nicht wahr?“ Meine Mutter klingt gereizt. Freut sie sich nicht
auch auf die Schiffsfahrt, die wir übermorgen antreten werden? Was
hat sie bloß? Das Schiff wird dieselbe Route fahren wie voriges Jahr —
das östliche Mittelmeer. Wunderschön.
„Na? Aus meinem Entchen ist ein Schwan geworden! Wow, was für ein
Kleid. Darfst du so was überhaupt schon anziehen?“, ruft mein Vater,
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der gerade vom Büro heimkommt.
„Ich muss packen“, grinse ich und verschwinde in meinem Zimmer.
„Aber es gibt gleich Essen“, warnt mich meine Mutter.
„Danke, hab schon gegessen, Mama!“
Ich höre sie noch leise vor sich hin schimpfen, als ich meine Zimmertür
schließe: „Hat sich wieder diese Gemüsepfanne gekocht, typisch. Denkt
nur an sich, die Kleine. Und jetzt steh ich da mit dem Essen. Was soll
ich jetzt mit dem Backhendl machen?“
Ich habe das Kleid immer noch an. Vielleicht geh´ ich heute damit
schlafen? Nein, das wäre doch zu unbequem. Und außerdem sind die
Träger zu fragil, um sich damit hin und her zu wälzen. Aber ein bisschen
lasse ich es noch an, bevor ich schlafen gehe. Zur Feier des Tages. Heute
feiere ich meinen Erfolg. Wie gut das tut.
Voriges Jahr hatte ich noch 20 Kilo mehr. Immer wieder schaue ich mir
Fotos von damals an und kann es kaum fassen, dass ich so auseinander
gegangen war. Wenn man die beiden Fotos von jetzt und damals neben
einander legt, könnte man glauben, das wäre ein anderes Mädchen.
Apropos glauben. Das ist der Schlüssel zu der ganzen Sache gewesen
und ist es noch. Nein, keine Sekte. Ein ganz anderer Glaube hat mir so
geholfen. Es ist der Glaube des Unterbewusstseins. Als ich von SLIM
zum ersten Mal las, sah ich den Slogan „Aktivieren Sie Ihre verborgenen
Kräfte“. Skeptisch bin ich von Natur aus. Und war es auch damals. „Ich
weiß nicht, ob ich noch Kräfte habe, und schon gar nicht im
Verborgenen“, dachte ich damals. Aber ich hatte schon mindestens
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zehn Diäten hinter mir, die letzte war besonders schlimm gewesen —
nur Fisch und ausgesuchtes Gemüse. Sonst nichts. Ich hatte so viel
Hunger, dass ich ganz zittrig wurde. Also buchte meine Mutter eine der
SLIM Intensiv Coaching WEEKs, als sie in der Nähe von uns stattfand.
Wenigstens bin ich dort nicht die einzige Dicke, versuchte ich mich zu
beruhigen. Alles, was danach kam, war einfach nur angenehm und
schön. Die Leute dort haben mich so einfühlsam behandelt, sie wussten
einfach genau, wie es mir geht. Sie haben mir ruhig zugehört, einige
Fragen gestellt und dann durfte ich mich auch schon entspannen. Man
soll sich auf eine Matte legen und ganz ruhig der Musik zuhören.
Anfangs war ich sehr nervös, ich wartete darauf, dass etwas
Aufregendes geschehen würde. Ich überlegte, ob ich vielleicht aktiv
etwas dazu beitragen könnte, damit die leichte Trance auch sicher
klappt. Und je mehr ich überlegte, desto wacher war ich. Als der Coach
meinte, ich könne nun entspannen, sagt ich ganz aufgeregt: „Ich bin
noch nicht in Trance, bitte noch nicht anfangen“... obwohl ich ja wusste,
dass es nur ein leichter Entspannungszustand ist, der einen nicht
besonders beeindruckt. Schließlich erlebt man das sonst ja auch, so
kurz vorm Einschlafen etwa. Die Suggestionen selbst waren
einleuchtend. Lauter kluge Sätze, die ich alle gut verstand. Aber
eigentlich sollte sie ja mein Unterbewusstsein verstehen. Und wie sich
zeigte, hat es das nur allzu gut getan. Ich weiß jetzt, dass man auch ganz
tief drinnen fest daran glauben muss, dass man abnehmen will. Dass
man sich selbst glaubt, die Konsequenzen zu ziehen. Wahrscheinlich
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habe ich das Ganze noch immer nicht wirklich verstanden, aber das
muss man auch nicht. Man MUSS eigentlich sehr wenig. Die
Entspannung ist sehr angenehm und die Suggestionen wirken subtil,
man merkt es kaum, wie das alles so langsam, aber sicher zu „arbeiten“
beginnt. Anfangs fand ich es komisch, dass mein Unterbewusstsein
direkt als solches angesprochen wurde, aber mit der Zeit gewöhnt man
sich daran und findet es schließlich ganz natürlich.
Bald werde ich auf dem großen Schiff sein und es wird alles anders sein
als beim letzten Mal. Ich werde nicht mehr sinnlos bunte Cocktails in
mich hinein leeren und riesige portionen fetter Speisen vom Buffet
holen. Ich freue mich richtig auf die vielen Sorten Gemüse, auf die
Salate und dass ich mir alles ganz allein zusammenstellen kann. Ich weiß
nämlich ganz genau, was ICH will und was mir guttut. Für mich wird
nicht mehr das Buffet das Zentrum dieser Kreuzfahrt sein, sondern die
wunderbare Landschaft, das Meer, die Luft, der Wind, die griechischen
Inseln, Mykonos, Santorin, ich werde das alles einsaugen und genießen,
so sehr ich nur kann. Voller Lebenslust breite ich die Arme aus und
schließe die Augen, ich beginne mich zu drehen, meinen Körper zu
spüren und weiß, dass ich mich wieder pudelwohl fühle in meiner Haut.
Genau so wie ich bin, so bin ich richtig. Ein berauschendes Gefühl. Es
macht ruhig und glücklich. Ich bin 15. Ich kann mein Leben jetzt so
leben, wie ich möchte, leicht und schön. Vielleicht möchte meine
Mutter diese Methode auch einmal probieren. Sie würde sicher auch
abnehmen dabei. Aber das muss sie selbst entscheiden, glaube ich.
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Momentan ist sie wahrscheinlich ein bisschen eifersüchtig, weil das
Abnehmen bei mir so super funktioniert. Das muss ich wohl aushalten.
Das Schöne an SLIM ist auch, dass man nicht hungern muss, nie. Denn
die Abnahme dauert einfach so lange, wie sie dauert, das weiß der
Körper ganz von selbst. Man muss es ihm nicht erst sagen. Das
entspannt einen ja ungemein, weil man keinen Leistungsdruck mehr hat.
Ich hätte nicht gedacht, dass ich so viel abnehmen werde in dieser Zeit.
Aber zum Glück war es so. Während des vergangenen Jahres hatte auch
meine Haut genügend Zeit, elastisch und gut auf die Abnahme zu
reagieren. Da hängt nichts, und nichts ist schlaff. Im Gegenteil, jetzt
erst kann man meine Muskeln sehen — und auf die bin ich auch richtig
stolz. Ich habe wirklich viel geschafft in diesem vergangenen Jahr. Wie
schön, dass ich das auf der Kreuzfahrt gebührend feiern kann. Und ein
bisschen faulenzen werde ich ausnahmsweise auch — denn dazu ist der
Urlaub auch da. Aber trotzdem bin ich schon sehr gespannt — auf den
Fitness-Raum auf dem Schiff. Die haben dort tolle Geräte und ich kann
genauso weitertrainieren wie hier zu Hause in unserer Stadt. Ich gehe
zweimal in der Woche ins Fitness-Center und mache moderates
Krafttraining und pilates. Das fühlt sich nachher total gut an. Man
bekommt köstliches Wasser mit Gurkenscheiben und Zitronenmelisse
— das schmeckt besser als diese picksüßen Limonaden und man ist
nachher nicht mehr durstig. Diese Limonaden machen immer nur noch
mehr Durst. Die trinke ich fast gar nicht mehr. Manchmal zum
„Anstoßen“ ein Glas Cola, aber die meiste Zeit trinke ich Wasser oder
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Tee. Das hat viel beigetragen zu meinem Erfolg. Ich bin so froh, diese
Methode entdeckt zu haben, denn so weiß ich, dass nichts mehr
passieren kann. Wenn ich mich weiter so ernähre — und es schmeckt
sehr gut, ich esse dreimal am Tag und bin angenehm satt — dann werde
ich nie wieder so dick sein. Das ist einfach ein so entspannendes
Gefühl. Auch in der Schule geht es viel besser als vorher. Ich bin in einer
Theatergruppe, was sehr lustig ist, und das Turnen ist auch nicht mehr
so peinlich wie früher. Viele Mädchen in meiner Klasse sind stolz auf
mich. Es ist ja eine ganz andere Sache, ob man mit 90 Kilo über den
Kasten springen soll oder mit 70. Allein die Vorstellung, dass ich das
Gewicht immer „getragen“ habe, jagt mir jetzt noch Schauer über den
Rücken. Ich kann jetzt viele Turnübungen machen, ohne mich dabei zu
verrenken und ohne dass ich furchtbare Atemnot bekomme. Es geht
einfach alles leichter von der Hand. Und ich bin draufgekommen, dass
mir Bewegung Spaß macht. Ich dachte immer, Sport tut automatisch
weh. Sport wäre immer eine Quälerei und Schinderei. Das ist aber gar
nicht wahr. Besonders bei pilates und auch bei Yoga gibt es Übungen,
die sogar angenehm sind. Und wenn man leichter ist und die Gelenke
sich nicht mehr plagen müssen, dann sind diese Sportarten direkt ein
Vergnügen. Ich habe mich so daran gewöhnt, meine Übungen zu
machen, ich würde gar nicht mehr darauf verzichten wollen. Und jetzt
kann ich mir sogar einen tollen Sport-Dress kaufen. Jetzt macht das
Sinn. So vieles in meinem Leben ist erst jetzt so richtig schön. Und das
Essen ist irgendwie aus meinem Interessensfeld gerutscht. Ich denke
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nicht mehr so viel daran — eigentlich erst, wenn ich so richtig Hunger
habe. Dann esse ich. Das ist normal, war es für mich aber lange Zeit
nicht. Ich erinnere mich, letztes Jahr sogar bestimmte Chips-Sorten und
Schokolade für die Kreuzfahrt eingepackt zu haben. Auf so eine
Schnapsidee würde ich heute nicht mehr im Traum kommen. Das muss
man sich einmal vorstellen, jemand nimmt auf eine Kreuzfahrt, wo es
tausend Dinge zu essen gibt, ESSEN mit. Ich muss damals sehr fixiert
gewesen sein. Und ich bin so dankbar, dass ich das jetzt nicht mehr bin.
Danke, liebes Unterbewusstsein, das hast du toll gemacht!
Mike
Mike, kommst du nachmittags mit ins Wellenbad?“, Ulrike steht auf der
anderen Straßenseite und winkt zu mir hinüber.
„Ja, klar, um drei?“ Ich bemühe mich, einigermaßen lässig zu wirken.
„Super“, ruft Ulrike, „bis später!“ Sie dreht sich um und läuft in die
andere Richtung weiter. Ihr blonder pferdeschwanz hüpft fröhlich hin
und her. Sie trägt verwaschene Jeans und eine weiße Bluse. Sie sieht
einfach klasse aus, finde ich.
Aufatmend setze ich meinen Weg in die Schule fort. Ein herrlich blauer
Herbsthimmel spannt sich über die Stadt, die ersten Kastanien fallen
auf den Asphalt und schimmern wie kleine Kostbarkeiten. Die erste
hebe ich jedes Jahr auf und reibe sie an meiner Jacke so lange, bis sie
glänzt wie mit Speck eingerieben. Die bringt Glück. So wie die vom
letzten Jahr. Aber so viel Glück war eigentlich gar nicht dabei. Immerhin
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hab ich es ganz allein geschafft, dass mein Leben endlich so ist, wie ich
es mir immer erträumt habe. Das einzige Glück lag darin, dass meine
Mutter im Internet über die SLIM-CD „gestolpert“ war und sie
kurzerhand bestellt hatte.
Sie hat sie mir lächelnd in die Hand gedrückt: „Schatzilein, vielleicht ist
das etwas für dich, hm?“ Die ersten Tage hab ich sie irgendwo verräumt
und dann zufällig beim Aufräumen wieder gefunden. Ich hab mir nichts
erwartet. Wieso sollte das Abnehmen diesmal funktionieren? Und
wieso sollte gerade ich das alles schaffen? Nein, das konnte ich nicht
glauben. Ich bin wahnsinnig froh, dass ich die CD trotzdem eingelegt
hab und sie mal so probeweise angehört habe. Ich habe den Vorhang
zugezogen und mich auf mein Bett gelegt, das Handy stellte ich auf
„lautlos“. Die Stimme des Coachs war erstaunlich angenehm und ich
hörte vieles zum ersten Mal. Mir hat noch nie jemand so viel erzählt
und es war richtig angenehm. Ich weiß schon, dass der Sprecher zu
meinem Unterbewusstsein spricht, aber ich hab trotzdem gern
zugehört. So vieles hat einfach gestimmt und war eigentlich gar nicht
schwierig zu machen. Ich dachte früher immer, es müsste ein riesiges
Wunder geschehen, damit ich mein Wohlfühlgewicht erreichen könne.
Beziehungsweise dachte ich, dass das sowieso unmöglich wäre. Ist es
aber nicht! In einem halben Jahr hab ich zehn Kilo abgenommen und
heute ist alles anders als damals. Ich gehöre plötzlich irgendwie dazu.
Keiner starrt mich mehr an, keiner macht blöde Witze über mich. Im
Gegenteil, ich habe das Gefühl, sie finden das megacool, dass ich es
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geschafft habe — ganz allein. Nachdem ich die SLIM-CD für zwei
Wochen gehört habe und sie ganz toll fand, hat meine Mutter eine
SLIM Intensiv Coaching WEEK in Wien gebucht. Ich hatte fünf SLIMSitzungen an fünf Tagen. Es dauerte immer eine Dreiviertelstunde und
war eigentlich sehr angenehm und einfach zu machen. Wir bekamen
dort individuell auf Jugendliche zugeschnittene Suggestionen und die
Coaches waren ziemlich nett und auch sehr lustig. Ich wohnte in der
Woche bei meiner Tante, denn von uns daheim wäre der Weg zu weit
gewesen. Wir hatten viel Spaß in dieser Woche. Ich hatte sozusagen
„Extra-Ferien“. Wir haben viel unternommen, meine Tante und ich, und
ich habe ihr auch viel erzählt von den SLIM-Stunden. Wie man dort
liegt und relaxt und das Unterbewusstsein den Coaches zuhören lässt.
Meine Tante war erstaunt und auch ein wenig ungläubig. Aber ich habe
schon in der ersten Woche einen Kilo abgenommen und danach
weitere. Das hat sie dann überzeugt. Nach der dichten Woche in Wien
übte ich weiter zu Hause mit meiner CD. Meine Mutter hat sogar den
Kaufpreis der CD zurückbekommen, weil sie diese package-Woche
gebucht hatte. Die kann sich sowieso kaum einkriegen. Sie ist
unheimlich stolz auf mich und wir gehen jetzt oft zum Shoppen in die
Stadt. Dort kauft sie mir neues Gewand, weil mir das alte nicht mehr
passt. Alles schlottert. Lauter coole, sportliche Sachen, eben so Dinge,
auf die auch die Ulrike steht. Meine Mutter ist so froh, dass ich
abgenommen habe, dass sie seit einiger Zeit nur mehr gesunde Sachen
kocht. Weniger Fett, weniger Fleisch, viel Gemüse und Vollkornbrot.
102
Jetzt hat sie auch schon zwei Kilo unten, ein toller Nebeneffekt. Nur
mein Vater ist nicht so begeistert, weil er viel mehr Gemüse serviert
bekommt als früher. Er mag kein Gemüse. Schade, wenn der wüsste, wie
ihm das auch helfen würde, den dicken Bauch loszuwerden. Ohne Obst
und Gemüse wird er das nie schaffen. Ich mochte früher das Gemüse
auch nicht leiden. Karotten, Brokkoli, Spinat, das war mir alles verhasst.
Eigentlich mochte ich nur Süßes und Fettes. Komisch, wie sich alles
ändert. Die Sachen im Burgerladen sind nicht mehr so verführerisch,
manchmal graust mir richtig vor den fertigen Dingern in den
pappkartons. Ab und zu hole ich mir noch einen Donut und esse ein
Viertel davon. Der Rest landet im Müll — es schmeckt mir nicht mehr,
dieser leere pickige Geschmack. Da esse ich lieber einen von Mamas
Kirschkuchen. Ja, das darf ich natürlich. Ab und zu eine Mehlspeise ist
drinn. Dürfen? — ich darf eigentlich alles. Es ist eher eine Stimme in
mir drinnen, die zu vielem jetzt einfach „Nein“ sagt, und ich fühl mich
dabei sehr gut. Ich kann wieder ganz normal laufen, zwar werde ich
keinen Halbmarathon wie Ben laufen, aber im Sportunterricht komme
ich ganz gut mit. Jetzt bin ich nicht mehr der Letzte, der beim
Staffellauf aufgerufen wird. Das Turnen ist sogar ganz lustig, besonders,
wenn wir Völkerball spielen, das taugt mir total. Auch Inline-Skaten ist
eine Supersache. Manchmal gehe ich mit Ulrike und ihrem Bruder an
den Fluss skaten. Ich hab mir zwar schon ein paar blaue Flecken geholt,
aber es ist super witzig. Meine Mutter hat mir einen Crosstrainer
gekauft und das Trainieren drauf macht mir auch Spaß. Das ist ein ganz
103
weiches Laufen, auf einem normalen Boden würde das niemals so
gehen. Also, ich bin ein richtiger Cross-Fan geworden, mindestens jeden
zweiten Tag steige ich auf das Ding und zieh´ ein programm durch. Und
weil ich jetzt so viel draußen bin, ist meine Blässe auch total
verschwunden. Wenn ich jetzt an einem Spiegel vorbeigehe, muss ich
zweimal hinschauen, damit ich mich erkenne. Ich erwarte den dicken,
blassen Mike und sehe einen ziemlich gut aussehenden Burschen. Das
ist total verschärft! Ich finde das so toll, dass es das gibt, dieses SLIM,
und dass mein Unterbewusstsein so brav ist die ganze Zeit. Schließlich
geht das ja nur so klaglos dahin, weil mein Unterbewusstsein solche
Kräfte entwickelt. Vielleicht kann ich ja noch ganz andere Sachen. Man
wird richtig übermütig bei dieser Sache. Früher bin ich morgens ganz
matt aufgewacht. Es war unglaublich anstrengend, aus den Federn zu
kommen. Jetzt springe ich direkt aus dem Bett. Ich kann´s kaum
erwarten, dass der Tag beginnt. Fast jeden Tag höre ich irgendwas
positives über mich, ob in der Schule oder im Verwandtenkreis. Meine
Tante ist so verblüfft gewesen, dass sie sich auch sofort die SLIM-CD
besorgt hat. Ja, alle sind begeistert.
Die Lade mit den Naschereien zu Hause gibt es immer noch, aber ich
schaue nie rein. Es interessiert mich einfach nicht, irgendwas Süßes in
mich reinzustopfen. Ich habe ja auch kaum Zeit, nachmittags bin ich
selten da, irgendwas gibt es immer zu unternehmen. Und abends, da
hab ich auch Besseres zu tun als zu naschen. Klar kaufe ich mir ab und
zu ein Eis, aber eben nur mehr ein kleines und keinen Mega-Becher mit
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Schlagobers und Schokosauce. Ich bin auch viel schneller satt. Ich
kannte das gar nicht mehr, einfach mit dem Mampfen aufzuhören, nur
weil man satt war. Ich schob das Essen in mich rein wie eine Maschine,
wie ein Bagger auf der Baustelle. Keine Ahnung, warum ich das so
gemacht habe. Es ist mir auch egal, das war einmal und wird nie mehr
sein. So viel ist sicher, das lasse ich nie wieder zu, dass ich derart
zunehme. Ich hab aber auch keine Angst davor, denn ich weiß einfach
ganz sicher, dass ich problemlos so bleibe wie ich bin. Eben weil ich
jetzt „normal“ esse, keine Diät oder so was, sondern einfach so, wie ein
„normaler Mensch“ isst. Für mich ist das Thema Essen einfach abgehakt.
Essen ist schön und gut, aber es interessiert mich nicht mehr als Thema.
Es gibt so vieles, was mir einen Riesenspaß macht und was mich echt
glücklich macht, und das hat alles mit Essen gar nichts zu tun.
Manchmal vergesse ich sogar aufs Essen, wenn mir irgendetwas so
richtig taugt. Dann denk ich mir: „Was knurrt da so laut?“ Und dann erst
bemerke ich, dass es mein Magen ist, der da den Hunger meldet. Na
gut, esse ich halt was. Später. Denn vorher lese ich noch dieses Buch
zu Ende. Das ist ein toller Roman über Vampire. Ulrike hat mir den
Wälzer gegeben. Vielleicht gehen wir mal ins Kino und sehen uns einen
dieser coolen Vampirfilme an. Mal sehen. Ich lasse es auf mich
zukommen. Da bin ich jetzt ganz entspannt. Das ist auch ein Neuzugang
in meinem Leben: entspannt sein. Ein ganz tolles Gefühl. Das wünsch
ich jedem, der ein bisschen zu viel auf den Hüften hat. Ich glaube, wenn
man so dick ist, wie ich es war, dann kann man sich gar nicht mehr
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richtig entspannen. Die anderen glauben zwar alle, man wäre so ruhig
und entspannt und freundlich und nichts könne einen aus der Balance
bringen, aber in Wirklichkeit ist man immer angespannt und unglücklich.
So unglücklich, dass man am liebsten beim Weckerklingeln die Decke
über den Kopf ziehen möchte und für immer im warmen Bett liegen
bleiben würde. Mir tun alle leid, die gerne abnehmen wollen und es
einfach nicht schaffen. Die sollten alle so ein Glück haben wie ich —
und sich dann wieder so richtig mögen!
Wie setzen Sie das Wissen von SLiM um?
Liebe Leserin, liebe Leser, Sie haben darüber gelesen, wie wir Menschen
im Grunde funktionieren, wie das Wach- und das Unterbewusstsein
zusammenarbeiten. Sie wissen nun auch, wie die SLIM-Methode
funktioniert und wie wir mit ihr arbeiten. Sie haben alle Informationen,
die für Sie wichtig sind. Jetzt liegt es an Ihnen. Sie können sich freuen,
mit SLIM zu beginnen. Es ist an der Zeit. Schieben Sie es nicht wieder
auf morgen oder auf nächste Woche, sondern beginnen Sie JETZT. Ihr
mächtiges Unterbewusstsein kennt weder Vergangenheit noch Zukunft.
Das einzige Bewusstsein, mit dem Sie in der Zeit herumreisen können,
ist Ihr Wachbewusstsein, Ihr Verstand. Das Unterbewusstsein aber agiert
nur im JETZT. Die Zeit wird nie besser sein als JETZT — leben Sie im
JETZT, entscheiden Sie im JETZT — für das JETZT!
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Hier nun die vielfältigen Möglichkeiten, SLiM anzuwenden:
1. Autosuggestion
2. CD mit unseren SLiM Suggestionen
3. SLiM intensiv Coaching Week (Gruppen bis max. 18 TeilnehmerInnen)
4. SLiM intensiv Coaching ReiSen (Gruppen bis max. 18 TeilnehmerInnen)
5. SLiM einzelsitzungen
1. Autosuggestion
Autosuggestionen kann man sich selbst auf verschiedene Art und Weise
verabreichen. Es ist dabei wichtig, völlig ungestört zu sein. Ob Sie lieber
auf dem Bett oder auf dem Sofa eine entspannte Haltung einnehmen,
bleibt Ihnen überlassen. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Handy ausgeschaltet
oder im „Stumm“-Modus ist. Sie müssen sicher sein, dass Sie die
nächste halbe Stunde nicht gestört werden. Legen Sie Musik auf, die
Sie entspannt, etwa eine Meditations-CD, die Sie mögen. Treten Sie nun
die Reise zu sich selbst an, indem Sie einfach ruhig und entspannt
atmen. Mit jedem Atemzug atmen Sie Ruhe und Entspannung ein, mit
jedem Atemzug atmen Sie Unruhe aus.
Nun können Sie sich zum Beispiel mit folgenden Suggestionen NEU
konfigurieren:
1. Essen verliert immer mehr und mehr die Wichtigkeit.
2. Ich ernähre mich ab jetzt immer gesünder und ausgeglichener.
3. Ich verzichte zwischen den Mahlzeiten auf alles, was mit Nahrung
zu tun hat.
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4. Ich verzichte auch nach dem Abendessen auf alles, was mit
Nahrung zu tun hat.
5. All diese Süßigkeiten und das Salzgebäck verlieren immer mehr
und mehr die Wichtigkeit.
Das sind nur fünf von den vielen Varianten an Suggestionen, die Sie an
Ihr Unterbewusstsein richten können. In dieser Art können Sie weitere
positive Suggestionen gestalten.
Diese Autosuggestionen sind natürlich wertvoll und wirksam, jedoch
in ihrer Treffsicherheit nicht zu vergleichen mit der Wirksamkeit unserer
Suggestionen auf den CDs und jenen, die Sie während der SLIM Intensiv
Coaching WEEK erhalten werden.
2. CD (Der volle kaufpreis wird bei Buchung einer SLiM intensiv
Coaching Week bzw. ReiSe zur Gänze refundiert.)
Wenn Sie ernsthaft mit SLIM starten wollen, klicken Sie sich auf unsere
Homepage www.slim-methode.com und bestellen Sie gleich die SLIMCD. Innerhalb der nächsten 48 Stunden halten Sie die CD und damit
unser Wissen in Händen. Dieses Wissen ist in Form von punktgenauen
Suggestionen festgehalten und steht Ihnen nun mit all seiner Kraft zur
Verfügung. Zögern Sie nicht, lassen Sie keine wertvolle Zeit
verstreichen, sondern nutzen Sie Ihre jetzige positive Energie.
Wir empfehlen Ihnen, sich jeden zweiten Tag die auf der CD
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enthaltenen Suggestionen zu gönnen. Entspannen Sie sich, hören Sie
zu, lassen Sie das Gehörte ruhig in Ihr Unterbewusstsein einfließen. Es
weiß, wie es damit umzugehen hat. Es ist stark und Ihr größter
Verbündeter. Es will nur Ihr Bestes. Halten Sie diese Routine zwei bis
drei Wochen lang durch und beobachten Sie die kleinen Veränderungen
in Ihrem Essverhalten, die Sie jetzt sicher schon feststellen können.
Nichts macht Sie so erfolgreich wie Erfolg. Respektieren Sie Ihre Erfolge
und feiern Sie diese. Es sind die ersten einer langen Reihe.
Der preis der CD mag Ihnen relativ hoch erscheinen. Denn Sie finden
im Internet auch CDs zum Thema Abnehmen, die wesentlich billiger
sind. Hinter unseren CDs stecken allerdings jahrelange, intensive
Entwicklungsarbeiten.
Sind die SLIM-CDs auch wirklich sehr wirksam, so möchten wir Ihnen
dennoch die SLIM Intensiv Coaching WEEK ans Herz legen. Den
persönlichen Coach kann in Bezug auf Schnelligkeit und Wirksamkeit
nichts ersetzen. Am besten ist es, JETZT gleich mit der CD zu starten,
um vieles an Vorarbeit zu leisten und sozusagen die Weichen zu stellen.
Als Anerkennung Ihrer Leistung werden wir den vollen Kaufpreis
anrechnen, sollten Sie eine SLIM Intensiv Coaching WEEK buchen. So
wäre die CD also ein Geschenk für Sie. Das möchten wir für Sie gerne
tun, denn als Coaching-Team wissen wir, wie wertvoll diese Vorarbeit
von Ihnen per CD sein wird. Wir freuen uns, Sie persönlich kennen zu
lernen und Sie auf Ihrem Erfolgsweg zu Ihrem Wohlfühlgewicht
unterstützen zu dürfen.
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3. SLiM intensiv Coaching Week
(Der volle Kaufpreis der CD wird bei Buchung einer SLIM Intensiv
Coaching WEEK zur Gänze refundiert.)
Unsere SLIM Intensiv Coaching WEEK dauert fünf Tage in Gruppen bis
max. 18 TeilnehmerInnen. An jedem Tag genießen Sie eine Einheit, die
45 Minuten dauert. Am ersten Tag erfahren Sie in einem ausführlichen
Vorgespräch alles über SLIM. Unsere SLIM-Coaches werden
genauestens nach unseren Anleitungen ausgebildet und geschult. Es
gibt feste Standards, von denen keinen Millimeter abgewichen wird.
Somit haben Sie die Garantie, in jedem SLIM-Studio die gleiche
Qualität vorzufinden. Der große Vorteil ist die persönliche Ansprache
Ihres Coachs. So werden Sie individuell durch die Zeit Ihrer Abnahme
geführt. Sie werden durchgehend motiviert und mit Kraft und Energie
versorgt. Hier können Sie alles fragen, was Sie interessiert.
professionelle Coaches erklären Ihnen die Welt von SLIM und zeigen
Ihnen, wie Sie Ihre verborgenen Kräfte aktivieren können. Das
Zusammensein mit Gleichgesinnten wirkt zusätzlich motivierend.
Unserer Homepage www.slim-methode.com entnehmen Sie bitte, wo
die Coaching WEEKs in Ihrer Nähe stattfinden. Wir werden den
deutschsprachigen Raum mit der Zeit flächendeckend abdecken, in
allen Bundeshauptstädten werden SLIM Intensiv Coaching WEEKs
starten. Wenn Sie unseren SLIM-Newsletter abonnieren, erfahren Sie
regelmäßig, wann wir wo sind. Für Berufstätige finden die CoachingStunden abends statt, sodass kein Extra-Urlaub notwendig wird.
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4. SLiM intensiv Coaching ReiSe
(Der volle Kaufpreis der CD wird bei Buchung einer SLIM Intensiv
Coaching REISE zur Gänze refundiert.)
Die SLIM Intensiv Coaching REISEN werden auch in südlichen
Destinationen wie Mallorca oder anderen traumhaften Locations
abgehalten. Eine tolle Möglichkeit, um in einer herrlichen Atmosphäre
die Arbeit mit dem Unterbewusstsein und damit Ihre Abnahme zu
beginnen. Ihr package beinhaltet eine Woche Aufenthalt in einem
wunderschönen Hotel mit fünf SLIM-Einheiten, die Sie innerhalb dieser
Woche an fünf Tagen genießen können. Auf unserer Homepage können
Sie diese Reise-packages buchen.
Sie können anschließend an die SLIM Intensiv Coaching WEEK mit der
SLIM-CD die wertvollen Suggestionen auch zu Hause weiter genießen.
Die Wiederholungen sind ein wichtiger Teil der SLIM-Methode. Denn
erst dadurch prägen wir unsere neue pERSpEKTIVE sicher und wirksam
in unser Unterbewusstsein ein.
5. SLiM einzelcoaching
Natürlich bieten wir Ihnen auch Einzelcoachings an. In diesen Sitzungen
wenden wir maßgeschneiderte Suggestionen an, um den maximalen
Erfolg zu erzielen. Weitere Informationen dazu sowie die preise
entnehmen Sie bitte unserer Homepage.
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SCHLuSSWORT
Warnhinweis? Es gibt keinen Warnhinweis! Alle Suggestionen an Ihr
Unterbewusstsein sind pOSITIV und klar formulierte Anweisungen, die
durch professionelle „SLIM-Coaches“ kommuniziert werden. Eine
leichte Trance genügt, damit Ihr Unterbewusstsein die Botschaften hört
und versteht. Sie hören immer mit Ihrem Wachbewusstsein mit und
behalten stets die Kontrolle.
Ihr Unterbewusstsein wählt aus diesen Anweisungen diejenigen aus, die
es umsetzen möchte. Da Ihr Unterbewusstsein klare Sätze mag, reagiert
es sehr schnell darauf. Wir schicken Sie nicht auf bunte Blumenwiesen
und erzählen Ihnen schöne Geschichten. Unser Auftrag an Ihr
Unterbewusstsein ist ganz klar und nachvollziehbar formuliert. Der
Auftrag lautet: in absehbarer Zeit das Wohlfühlgewicht erreichen und
erhalten. SIE selbst werden die Veränderung in die Wege leiten, mit der
Kraft Ihres Unterbewusstseins. Wir formulieren lediglich den Auftrag,
damit Ihr Unterbewusstsein ihn besser verstehen und umsetzen kann.
nebenwirkungen? Ja, das erleben wir immer wieder. Sie können mehr
Lebensfreude empfinden, positiver und entspannter durch den Alltag
gehen, sich auf Ihre Zukunft freuen und das Leben genießen. Es gibt
Schlimmeres, oder?
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„und funktioniert es bei jedem?“, werde ich oft gefragt.
„Nein, natürlich nicht“, lautet meine Antwort immer, „ich kann und will
Ihnen nichts garantieren. Die erste Voraussetzung für den Erfolg ist, dass
Sie selber etwas an Ihrer Situation ändern wollen. Ich werde mich mit
dieser wunderbaren Methode nicht aufdrängen, denn Sie selbst müssen
aktiv daran arbeiten, etwas verändern zu wollen. Sie müssen lernen, Ihr
Unterbewusstsein mit den richtigen Gedanken zu unterstützen, wie wir
es hier in diesem Buch beschreiben. Ihr absoluter Wille ist die
Grundvoraussetzung für ein Gelingen.
Nun ist es an der Zeit, mit der Arbeit an Ihrem inneren Wesen zu
beginnen. Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg und viel Freude.
Denken Sie daran: Ihr Unterbewusstsein will nur Ihr Bestes, es versucht
Ihnen zu gefallen, nützen Sie JETZT diese wunderbaren verborgenen
Kräfte.
Ich freue mich, wenn Sie mir persönlich über Ihre positiven Erlebnisse
berichten.
E-Mail an: tatscher@slim-methode.com
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www.slim-methode.com
Bestellen Sie jetzt online unter www.slim-methode.com die
Suggestions CD und erhalten diese innerhalb der nächsten 48 Stunden,
oder schneiden Sie das Bestellformular aus, stecken es in ein Kuvert
und schicken Sie es uns. Sie erhalten dann via Nachnahme die CD.
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die SLIM-CD zum Preis von € 99,zzgl. Nachnahmegebühr für Österreich € 6,-
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