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Düstere Schatten unEI erfolgreiche Damen

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Düstere Schatten unEI erfolgreiche Damen
Kl~viertrio von Mozart und Schubert beim Konzertabend im Reitstadel- Bedeutungsvolle Moll-Einleitung
VON UWE MITSCHING
Ein echter Sonderfall: gerade mal eine
Arie für seine Schwägerin Aloyl'iia und
das h-Moii-Adagio für Klavier damit war Schluss · in diesem März
1788. Sicher war Wolfgang Amadeus
Mozart schon in Gedanken bei den
zusätzlichen Arien, die er für "Don Giovanni" liefern wollte, das machte er im
April, .die Uraufführung war dann im
Mai. Aber dieser März, das war für ihn
offenbar ein M(:inat der Melancholie,
der lyrischen Schwermut, der"pianistischen Seufzer. Klar, dass die Pianisten seither sich für diesen einzelnen
Satz interessiert haben - zu einer vollständigen Klaviersonate wolltel Mozart
ihn nie komplettieren.
NEUMARKT - Alfred Breridel hat
dieses Ad.agi9 immer gerne g~spieit,
jetzt tu~ esMitsu$:'0 1Jsh1da-am "Beginn
.eines ..A:bends bei den "Kenzertfreunden" am 28. Janua:r, 20 Uhr·, für die.
Abonnimten.B und GJh: dessen Mitte1,p4Jlkt st~en ~i,ent;liSl.h zwar Kla,vieitrios (von "MozNt und' SchuQ,ert), ?I ber
Mitsuko Uchida hat sich die bedetrtungsvolle !,lloll-Einleitung. vo:r;behalten.
Si~
gehört zu den bedeutendsten
Pianistinnen der Gegenwart, spielt
unter den wichtigsten Dirigenten, mit
den entsprechenden Or-chestern. von
Cleveland bis zum Gew~dha:u,s'. Sie
kennt Neumarkt bereits: von Scliallplattenaufnahmen her. Da arbeitet
die Uchida so konzentriert, dass sie
sich durch keinerlei Interviewwünsehe ablenken lässt- auch jetzt ilicht
bei den Proben·-z u dem Trioabend, zu
dem auch Veronika: Eberle (Viblilae)
und Xyrarie--Elisabeth Hecker (Violoncello) eit:lgeladen sind: ein Ft-auentrio
mit Leitfigur und zwei jungen erf9Igreichen Dameii.
Diehat man bei früheren Konzerten
in Netl1llrulirt schon schätzen gelernt,
ihre Kiu:rieren s,ind seit gut ein~m
Jabxzehntlängsta~.den ·star:tlö~·
heraus. Und die Plakate sind vo.n prominenter Größe, wenn sie wie derzeit
Veronika Eberles Auftritt in München
ankündigen.
Mari~-J?is~beth H~cker {yioloncello), Pianistin Mit~uko \)~h!d~ Un.<;!_Veronika E]:)erle (Violonie): Das hochkarätige Frauen~rio
w•rd arn M1ttwocH 1mRe•tstadel unter·anderem das KlaVJertno ·m·tomeren.
Fotos: pnvat
Mit Mozat1:s Klaviertrio ·xv 542
bleibt man exU:t in der Zeit dieses
eig~artigßll R:lavi,eradagios, fünf
bedeutende W!erke dieses Trio-Ge,nr"es
'und für diese Besetzung hat Mozart
kompc:miert; 2wischen Juni und Okt(;}oet sind drei d<fvon: entstanden, ~~eh
das E-Dur-Trio. Mazart greift damit
auf ganz frühe Anfäng~ und ·die der
englischen Königin gewidmeten. •~ix
Senates" Zlll'iick:. Dann hat ihn die
Gattüng lan:g~meht mehr interessiert.
Aoer 1786-11&8 plötzlich und ohne
~eziellen
Aul:trag: Stiicl\:e, die
Moza:rt mit seiner Schwester teils
selbst w:aufg~Plhrt: hat, Z\Uläcbst für
den privaten KreiS, bestimmt. Schnell
sind die ,.Tetzette 1' , wie Mozart •;$ie
selbst nannte; aueh die später·nachlo1.genden von iToseph Haydn das Signal
. für die An~ennung als wichtige
Kammermusikgattung
geworden.
Beethovens· Opus 1: das waren ·Sechs abbezahlte - für eine Sommerreise
J.:abre später auch ganz bewusst drei reichte es dann schon nicht mehr.
Klaviertrios.
Vieles, auch dieses Klaviertrio lag
in Schubladen und bei Verlegern herRu"' ckkehr 1·ns L·lcht
um, kein Kritiker hatte das März-Kon:..
Wenn voo Franz Schuberts Musik zert wahrgenommen und für Publiziaus dem "Wintexreisen'LJahr Hi27 tät gesorgt. Immerhin: das zweite diei:tie Rede ist, ·meint man meistens die s~r Klaviertrios (das in Es-Dur) .konndüstereil SChatten über seiner Lebens- te er für 20 Gulden 60 Kreuzer nach
bahn, Melancholie eine von vielen Leipzig verkaufen. Dass es dem VerleN"öten bedl."ängte Existenz. Nichts ger Probs~ gefallen hat, lässt sich bis
davon im Klaviertfio op. 99: eine heute nachvollziehen: mit seiner meloRiickkehl! ins Licht des Trosts, der dischen Schönheit und seinem blüBeschwingtheit, des wiedererwachten hend-pulsierenden Leben.
Lebenswillens.
Robert Schumann charakterisierte
IDs war
übliche Auf un·a Ab.in es acht Jahre später als "leidend, weibseiner Existenz: Im März hatte ein lich, lyrisch", was wohl mehr über
Konzert iin Mus.ikvel'einssaal Beifall Schumai;ID. aussagt als über Schuberts
und. efue Eirinahme von 800 Gulden Stück. Jetzt fühlen sich drei der
bedeutet. Wofür sich Scbubert Ein- berühmtesten Frauen aus der gegentl'i~arten iür ein Paganini-K0nzert wärtigen Musikszene offenbar berukaufte, ein Kl_avier und Scb.ulden fen, es zu spielen: typisch weiblich?
aas
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Seele and Geist
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