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KLINIKUMaktuell 4/2013 - des Klinikums - Ludwig

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01.2015
KLINIKUM
DER UNIVERSITÄT MÜNCHEN
klinikum
aktuell
D a s M a g a z i n d e s K l i n i k u m s u n d d e r M e d i z i n i s c h e n Fa k u l t ä t
Die Tage vor den Tagen
Das hilft wirklich
Palliativmedizin
15 Jahre am Klinikum
Psycho-Studie
Nur schlecht drauf – oder
droht eine Psychose?
Das neue CSD
So sieht die Arbeit am Centrum für
Schlaganfall- und Demenzforschung aus
Gefäßchirurgie
Kalte Füße?
Das passiert
im neuen
Hybrid-OP
Was gegen
dieses Frauenproblem hilft
Ebola
Das bedeutet
die Seuche für
uns
KLINIKUMaktuell 03.2011
BAD GRIESBACH
BAD GÖGGING
INGOLSTADT
NITTENAU
NEUROLOGIE
ORTHOPÄDIE/RHEUMATOLOGIE
GERIATRIE
INNERE MEDIZIN/KARDIOLOGIE
UROLOGIE/ONKOLOGIE
HNO-PHONIATRIE
UNFALLNACHBEHANDLUNG
AHB │ Rehabilitation │ Prävention
Wir begleiten Sie nach dem Krankenhausaufenthalt auf Ihrem ganz persönlichen Weg der Rehabilitation
und Anschlussheilbehandlung. Durch die sorgfältig gestaltete Verbindung von medizinischer Spitzenleistung und Wohlfühlklima schaffen wir für Sie die beste Voraussetzung, um neue Energie zu erleben.
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wir in der Rehabilitation in einigen Bereichen spezialisiert:
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allen Standorten
• MS-Zentrum Ostbayern in Nittenau
• Parkinson-Behandlung in Bad Gögging
• Neurologische Frühreha in Bad Griesbach
und Nittenau
• Ambulante orthopädische Rehabilitation
in Ingolstadt
• Behandlung Schwerbrandverletzter in
Bad Griesbach
• RehabilitationfürpflegendeAngehörige
in Nittenau
2
KLINIKUMaktuell 03.2013
WOHLFÜHLKLIMA
• Komfortables Wohnen für alle, unabhängig
vom Kostenträger
• Auszeichnung mit Kliniksternen für die
hervorragende Servicequalität
• Komfort der Extra-Klasse für Selbstzahler
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pflege-undbetreuungsbedürftigePatienten
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editorial
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
zu Beginn des neuen Jahres schaut man gerne nach
vorne, um sich auf das vorzubereiten, was auf einen zukommt. Mit Spannung erwarten wir das neue Institut für
Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen. Eine neu gegründete Stiftung ist mit dem Aufbau
bereits beauftragt, Ende 2015 soll es dann so weit sein.
Für mich persönlich war und ist Qualität in der Medizin
seit jeher Verpflichtung dem Patienten gegenüber, aber
auch wirtschaftliche Verantwortung. Schließlich sind
wir als Universitätsklinikum Teil der Gesellschaft, tragen
unseren Teil dazu bei, die Medizin in Forschung, Lehre
und Patientenversorgung besser zu machen. Für unsere Leistungen bekommen wir einerseits Gelder von den
Krankenkassen, andererseits vom Freistaat Bayern, von
Stiftungen oder privaten Förderern.
Einer der größten Einzelbeiträge, die in Deutschland je für
eine Klinik gespendet wurden, ist vom Sultanat Oman zur
Verfügung gestellt worden: 17 Millionen Euro für den Bau
des Neuen Hauner (S. 6). Damit können bestimmte Module
noch besser auf die Bedürfnisse der künftigen Patienten abgestimmt werden, etwa hinsichtlich der unterschiedlichen
Altersgruppen oder bezogen auf besondere Krankheitsbilder. Den Grundbetrag von 125 Millionen Euro leistet der
Freistaat Bayern und setzt damit ein deutliches Zeichen für
die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen sowie die Weiterentwicklung der Medizin. Denn nach
wie vor gibt es viele offene Fragen bei Erkrankungen wie
Epilepsie, Mukoviszidose oder Diabetes, die gelöst werden
müssen, um die Betroffenen zu heilen. Auch hierfür möchten wir wieder um private Unterstützer werben, denn Spitzenforschung und Spitzenmedizin sind kein Selbstzweck,
sondern Teil einer verantwortungsvollen Gemeinschaft, die
sich letztlich für alle auszahlt.
Auch an anderer Stelle hat es uns eine großzügige Spende erst möglich gemacht, in einer Einrichtung Ärzte und
Wissenschaftler unter einem Dach zu vereinen. Der Initiative des polnischen Medienunternehmers Zygmunt
Solorz-Zak ist es zu verdanken, dass in diesem Jahr ein
Zentrum zur Erforschung und Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen am Campus Großhadern eröffnet
wird (S. 20). Diese Beispiele zeigen, dass der Freistaat
Bayern, und damit auch der Steuerzahler, eine Menge
beisteuert, um München weiterhin im nationalen und in-
ternationalen Wettbewerb um die besten Medizinstandorte im Rennen zu halten. Damit ist nicht nur Patienten
geholfen, sondern es schafft eine Vielzahl von Arbeitsplätzen im Klinikum, bei lokalen und nationalen Zulieferern und auch in der umliegenden Nachbarschaft.
Im vorliegenden Heft finden Sie weitere Beiträge rund um
das Spektrum Gesundheit und Medizin. Mobile Anwendungen spielen eine immer größere Rolle: In der Bildgebung ermöglicht eine einfache, aber
geniale Idee ganz neue Möglich- »Für mich persönlich
keiten (S. 11). An der Entwicklung
war und ist Qualität in
war ein LMU-Arzt ebenso beteiligt
wie an der des Cardio First Angels, der Medizin seit jeher
eines handlichen „Lebensretters“ Verpflichtung dem
für jedermann (S. 19). Außerdem
greifen wir die Diskussion um die Patienten gegenüber,
Sterbehilfe durch Ärzte auf (S. 22), aber auch wirtschaftliche
widmen uns dem gerade seit Ebola
wieder einmal weltweit beachteten Verantwortung.«
Thema Infektionskrankheiten (S. 12)
und geben Ihnen Tipps und Informationen zum Wohlfühlen und Genießen (S. 42) sowie zum Schutz vor sexuell
übertragbaren Krankheiten (S. 34).
In diesem Sinne wünsche ich allen Patientinnen und Patienten eine rasche Genesung und gute Besserung. Den
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Klinikums danke
ich für ihren engagierten, kompetenten und fürsorglichen Einsatz und wünsche allen ein erfolgreiches und
gutes Jahr 2015.
Herzliche Grüße
Ihr
Prof. Karl-Walter Jauch
Ärztlicher Direktor
KLINIKUMaktuell 01.2015 3
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inhalt
S. 10
S. 17
S. 42
S. 27
S. 34
rubriken
News & Studien
Editorial
Prof. Dr. Karl-Walter Jauch, Ärztlicher Direktor.................... 03
Kann man Depression verhindern?.......................................... 25
Weniger rauchen auf die sanfte Tour....................................... 26
Panorama
PERSPEKTIVE KLINIKUM
Neues aus Klinik und Fakultät............................................ 06
Impressum.................................................................... 45
DIAGNOSE & THERAPIE
l Operieren auf höchstem Niveau
Das leisten die Gefäßchirurgen im neuen Hybrid-OP.............. 08
Ein Eingriff – und dann nach Hause
Parken nur noch mit Ticket
Großhadern: Bald sind Gebühren fällig................................... 27
Personalia
Neue Ordinarien: Prof. Dr. Thomas G. Schulze.
Prof. Dr. Daniel Edelhoff. Prof. Dr. Wolfgang Böcker.............. 28
Ehrungen & Preise.............................................................. 31
Das ambulante OP-Zentrum..................................................... 10
VORSORGE
Mobile Diagnose
Syphilis und Co.
Das neue Ultraschallgerät in Tablet-Größe.............................. 11
l Bedrohung durch Ebola
Titelbild: Dietmar Lauffer, Klinikum der LMU München
S. 22
Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten........................... 34
Wie das Klinikum vorbereitet ist.............................................. 12
HILFE & SELBSTHILFE
Die (un-)heimliche Gefahr
Besseres Image für den Hausarzt
Thrombose, Embolie: So wird heute behandelt....................... 14
Neues Institut für Allgemeinmedizin....................................... 36
l Droht eine Psychose?
l Immer kalte Füße?
PRONIA: ein revolutionäres Vorhersage-Tool.......................... 17
Sprechstunde bei Prof. Dr. Jörg Schelling............................... 38
Ein Wolf mit Schmetterling
Das Schwarze Brett
Hilfe durch die Lupus-Spezialisten.......................................... 18
Termine für Patienten.............................................................. 41
Wiederbelebung duch Laien
WOHLFÜHLEN & GENIESSEN
Der Cardio First Angel macht es einfacher.............................. 19
l Die Tage vor den Tagen
FORSCHUNG & LEHRE
Das hilft beim Prämenstruellen Syndrom................................ 42
l Das neue CSD
Lesen, Rätselspaß............................................................... 45
Neue Strategien gegen Schlaganfall und Demenz....................... 20
l Ein großes Jubiläum
15 Jahre Palliativmedizin.......................................................... 22
Die praktische Seite des Medizin-Nobelpreises
Warum das Navigationssystem im Gehirn so wichtig ist......... 24
Die letzte Seite
Stiftungen, Projekte, Initiativen...................................... 46
Unsere Titelthemen sind mit l gekennzeichnet
KLINIKUMaktuell 01.2015 5
PANORAMA
Engagement
für das neue
Hauner
V. l.: Peter Mey (BMW), Prof. Dr. Karl-Walter Jauch, Prof. Dr. Christoph Klein, Annette
Roeckl (Roeckl Handschuhe & Accessoires),
Wolfgang Fischer (CityPartnerMünchen),
Lorenz Stiftl („Zum Spöckmeier“)
Das neue Campus-Hotel
Im Beisein der bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und
zahlreicher Ehrengäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik eröffnete
im Oktober der neue Campus-Tower.
In modernstem Design wird der
Campus-Tower Wissenschaftler und
Geschäftsreisende aus aller Welt beherbergen. Mit ihren acht Geschossen
bildet die IZB Residence – CAMPUS
AT HOME nun den signifikanten Mittelpunkt des Campus Martinsried und
wird mit der besonderen Architektur
zum unverwechselbaren Wahrzeichen. Sechs Suiten, zwölf Junior-Suiten und 24 Zimmer mit allem Komfort
und modernster Ausstattung laden
die Gäste auch zu längeren Aufenthalten nach Martinsried ein. Das Campus-Hotel auf 4-Sterne-Niveau steht
nur den 14 Instituten auf dem Campus Martinsried und dem Campus
Weihenstephan zur Verfügung. Die
Zimmerpreise liegen weit unter den
üblichen Marktpreisen in München,
Doppelzimmer gibt es ab 85 Euro.
Besuch aus der Ukraine
Seit 2003 klärt Dr. Stefan Zippel, Leiter der Psychosozialen Beratungsstelle an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie,
Teenager in seiner dreistündigen Vorlesung über die Ansteckungsrisiken von HIV und sexuell übertragbaren Krankheiten auf. Im Dezember
besuchte eine Delegation von Ärzten, Sozialpädagogen und Mitarbeitern von Gesundheitsorganisationen
im Rahmen der Städtepartnerschaft
Kiew – München die Dermatologische Klinik und dabei auch Zippels
Vorlesung, ein europaweit einzigartiges Projekt. Außerdem gab es mit
den Gästen aus der Ukraine einen Erfahrungsaustausch zur HIV- und
STI-Prävention. Die Zahlen der HIV-Neuinfektionen steigen in einigen
Regionen Osteuropas, unter anderem in der Ukraine, stärker als im
südlichen Afrika. Hier die Präventionsanstrengungen, aber auch die
Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern, war Ziel des vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziell unterstützten Besuchs.
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KLINIKUMaktuell 01.2015
Seit 1846 bietet das Dr. von Haunersche Kinderspital eine umfassende
Betreuung in allen Bereichen der
Kinder- und Jugendmedizin. Doch
mittlerweile stößt das Gebäude
der Klinik an seine Grenzen. In der
„Hauner-Woche“ im letzten Oktober
machten Münchner Einzelhändler
und Wirte gemeinsam mit dem Klinikum der LMU in der Innenstadt
auf das Projekt „Das neue Hauner“
aufmerksam. „Wir greifen damit die
Tradition bürgerschaftlichen Engagements auf, das auch schon im 19.
Jahrhundert den Bau der Klinik des
Dr. von Haunerschen Kinderspitals
in der Lindwurmstraße ermöglichte“, sagte die Mitinitiatorin Annette
Roeckl zum Auftakt der Aktionstage.
In der Münchner Innenstadt standen
an jedem Tag der Hauner-Woche
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
des Uniklinikums an verschiedenen
Infoständen Rede und Antwort. Beteiligte Einzelhändler legten Informationsmaterial in ihren Geschäften
aus und wiesen mit Roll-up Displays
und Aufklebern auf die Aktion hin.
In Gaststätten gab es Tischaufsteller,
die ebenfalls auf die Notwendigkeit
des neuen Hauner hinwiesen. Auch
Spendenboxen standen bereit. „Wir
sind sehr stolz und dankbar, dass
uns die Münchner Einzelhändler und
Wirte so intensiv unterstützen“, freute sich Prof. Dr. Karl-Walter Jauch,
Ärztlicher Direktor des LMU-Uniklinikums, über die Aktion.
panorama
Ehrendoktor für einen
herausragenden Forscher
Er gehört zu den bedeutendsten
Krebsforschern der Republik: Im Oktober 2014 verlieh die Medizinische
Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München die Ehrendoktorwürde an Prof. Dr. Otmar Wiestler, den
Vorsitzenden des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg
und Sprecher des Deutschen Konsor-
tiums für Translationale Krebsforschung (DKTK). „Die Medizinische
Fakultät möchte damit die herausragenden Leistungen von Herrn Professor Wiestler als Forscher auf dem
Gebiet der molekularen und zellulären Neurowissenschaften und als visionärer und international anerkannter Wissenschaftsmanager würdigen,
Einsatz für die Deutsche
Hochschulmedizin
Das Klinikum der Universität beteiligte sich im November 2014 an
der Aktionswoche der Deutschen
Hochschulmedizin unter dem Motto „Wir leisten mehr: Die Deutsche
Hochschulmedizin.“ Dabei wurde
bundesweit auf die Sonderrolle der
universitären Medizin in Deutschland aufmerksam gemacht. Der Hintergrund: Für das Jahr 2014 erwarten 61 Prozent der Uniklinika (19
Häuser) ein Defizit. Nur noch
fünf Häuser rechnen mit einem positiven Jahresergebnis.
Die Hauptursachen für diese
Defizite sind steigende Kosten für Personal, Medikamente und
Energie, rückläufige Investitionszuschüsse der meisten Länder und die
unzureichende Kompensation für die
Mehrleistung der Uniklinika. Die Besucher des Klinikums wurden vor Ort
über Plakate auf die Aktionswoche
aufmerksam gemacht. Am Campus
Großhadern gab es zudem am Infopoint Broschüren sowie Informationskarten über die VUD-Woche.
der die biomedizinische Forschung in
Deutschland nachhaltig geprägt und
nach vorne gebracht hat“, sagte Prof.
Dr. Maximilian Reiser, Dekan der Medizinischen Fakultät der LMU.
Neue Büste in der
Dermatologie
In der Dermatologischen Klinik ist es Tradition, dass ehemalige Direktoren mit einer Büste geehrt werden.
Das bronzene Konterfei
von Prof. Dr. Gerd Plewig,
Direktor bis 2006, wurde vor
kurzem anlässlich seines
75. Geburtstags enthüllt.
Geschaffen hat sie Künstler Bertrand Freiesleben,
dem schon Bundespräsidenten wie Richard von Weizsäcker
und Roman Herzog Modell saßen. An
drei Wochenenden reiste Professor
Plewig nach Berlin, um dem Bildhauer Modell zu sitzen.
Ruhestand im Doppelpack
Im Herbst letzten Jahres gingen gleich
zwei verdiente Klinikdirektoren in den
Ruhestand: Prof. Dr. Wolfgang Gernet,
seit 1990 Direktor der Poliklinik für
Zahnärztliche Prothetik, verabschiedete sich beim Symposium zu seinen
Ehren mit einem sehr persönlichen
Rückblick („Erinnerungen an eine
schöne Zeit“). Prof. Dr. Wolf
Mutschler, seit 1999 Direktor
der Klinik für Allgemeine, Unfall-, Hand- und Plastische Chirurgie, referierte bei seinem
Ausstand augenzwinkernd über
„When a surgeon should retire“
(dt.: Wann ein Chirurg in Rente
gehen sollte).
Prof. Dr. Wolfgang Gernet (l.) und sein
Nachfolger Prof. Dr. Daniel Edelhoff
Prof. Dr. Wolf Mutschler (r.) und Dekan
Prof. Dr. Maximilian Reiser
KLINIKUMaktuell 01.2015 7
diagnose & therapie
Operieren auf
höchstem Niveau
Wie die Gefäßchirurgen am Klinikum den neuen Hybrid-OP nutzen
D
er 74-jährige Patient, den Prof. Dr. Thomas Koeppel im Dezember 2014 auf dem OP-Tisch liegen
hat, muss wegen eines Aneurysmas der Bauchschlagader operiert werden. „Ein Aneurysma ist
eine örtlich umschriebene Erweiterung einer Schlagader,
die dauerhaft bestehen bleibt. Dadurch vergrößert sich der
Querschnitt des Blutgefäßes; die Spannung der Gefäßwand
und die Gefahr, dass das Gefäß einreißt, steigen rapide an“,
erklärt der Chefarzt der Gefäßchirurgie am Klinikum der
Universität München. Bei dem Patienten kommt als Komplikation noch dazu, dass er an Diabetes leidet, seine Nierenfunktion eingeschränkt ist. Prof. Dr. Koeppel und sein Team
sind täglich mit älteren Männern und Frauen konfrontiert,
die an komplexen Gefäßerkrankungen leiden. „In unserem
hochspezialisierten Zentrum bieten wir ein interdisziplinäres Behandlungskonzept an, das durch die Einbeziehung
anderer Fachdisziplinen den Patienten in Diagnostik und
Therapie eine individuell abgestimmte medizinische Versorgung gemäß dem aktuellen Stand der Forschung ermöglicht“, erklärt Koeppel.
Seit der Eröffnung des neuen Operationszentrums arbeiten die Gefäßchirurgen in einem sogenannten Hybrid-OP,
der bislang nur an spezialisierten Kliniken in Deutschland
8
KLINIKUMaktuell 01.2015
installiert ist. Ein solcher OP ist eine Kombination von einer
Hochleistungs-Röntgenanlage in einem OP-Saal mit Maximalausstattung. „Eine spezielle 3D-Software ermöglicht es,
virtuell durch den Patienten zu navigieren. Als Stativ für die
Anlage dient dabei ein Roboterarm, der praktisch jede Position schnell und unkompliziert anfahren kann“, sagt Prof.
Dr. Koeppel. Die neue Röntgenanlage ist dabei so leistungsstark, dass wir nur noch wenig herkömmliches Kontrastmittel benötigen, um dennoch eine exzellente Bildqualität zu
bekommen. „Das ist für Patienten
mit herabgesetzter Nierenfunktion von besonderem Vorteil, da
herkömmliche, jodhaltige Kontrastmittel die Nieren belasten und
außerdem allergische Reaktionen
auslösen können“, erläutert Prof.
Dr. Koeppel. Bei dem 74-Jährigen
Darstellung der Nierenschlagadern:
wird als Alternative zu herkömmli- links mit wenig Kontrastmittel, rechts
chem Kontrastmittel Kohlendioxid mit Kohlendioxid (CO2)
über eine spezielle Maschine (Injektomat) in die Haupt- und Beckenschlagadern gepumpt.
„In der Qualität des Bildes gibt es keine so großen Unterschiede“, sagt Prof. Dr. Koeppel. „Aber die Nieren des Patienten werden dadurch geschont.“
diagnose & therapie
Bei der Operation an diesem Tag braucht der Patient noch
nicht einmal eine Vollnarkose, er bekommt eine Lokalanästhesie und ein Beruhigungsmittel. Sein Aneurysma
wird minimalinvasiv mit einem Stent versorgt. „Der Stent
besteht aus einem Metallgeflecht mit Kunststoffüberzug
und stützt die Gefäßwand von innen. Über sehr kleine
Schnitte in der Leiste schieben wir den zusammengefalteten Stent mit einem Katheter bis zum Aneurysma“,
sagt Koeppel. „Unter Röntgenkontrolle sehen wir zu jeder Zeit genau wo sich der Stent befindet und können
ihn so in der exakten, anatomischen Position freisetzen.“
Etwas mehr als eine Stunde dauert der Eingriff, am Ende
bleiben zwei winzige Schnitte. Der Patient wird auf die
Überwachungsstation gebracht. Nach drei Tagen kann er
die Klinik gesund verlassen.
„Wir bevorzugen in der Regel die minimalinvasive
Stenteinbringung“, betont Koeppel. „Aber dafür müssen
die anatomischen Voraussetzungen stimmen. Gelegentlich ist immer noch eine offene Operation unter Vollnarkose notwendig.“ Und nicht immer ist es mit normalen
Stents getan. Es gibt heute neue, verzweigte Stentprothesen, mit denen auch Aneurysmen versorgt werden,
für die es bisher keine Behandlungsmöglichkeit mit dem
Katheter gab. Lange Zeit galt es als unabdingbare Bedingung für den Einsatz einer Stentprothese, dass ein sogenannter „Hals“ als Verankerungszone vorhanden ist, ein
langer, gesunder und stabiler Aortenabschnitt mit ausreichend Abstand zu größeren Organschlagadern, wie Nieren-, Darm- und Leberarterien. Fehlte dieser Hals, war
die Implantation eines Stents nicht möglich, ohne die
Durchblutung der Organe zu gefährden.
Prof. Dr. Koeppel bei einer Operation mit Katheter
Brustkorb reichen. Denn die neuen Prothesen haben kleine
Fenster oder Seitenarme, mit denen die Organdurchblutung gewährleistet bleibt. Diese Spezialprothesen werden
individuell für jeden Patienten und seine anatomischen Gegebenheiten auf Basis von CT-Aufnahmen vermessen und
in Handarbeit angefertigt.
„Die Gefäßchirurgie am Klinikum der Universität München bietet ein außergewöhnliches Behandlungsspektrum
an, das von komplexen Operationen an der Brust- und
Bauchhauptschlagader bis zur minimalinvasiven Krampfaderverödung durch Radiowellen reicht“, sagt Koeppel.
„Es gibt in der Gefäßchirurgie nur noch sehr wenige Situationen, wo wir nicht eine gute Lösung anbieten können.“
KONTAKT
Mit den neuen Prothesentypen gibt es nun zusätzlich
die Möglichkeit, auch Aneurysmen zu behandeln, die
nahe an abgehenden Gefäßen liegen oder gar bis in den
Prof. Dr. Thomas Koeppel
)089/4400-76510
thomas.koeppe@med.uni*
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KLINIKUMaktuell 01.2015 9
diagnose & therapie
Eine Operation
– und gleich nach Hause
Privatdozent Dr. Helmut Arbogast über
das neue ambulante Operationszentrum
E
ine Operation bedeutete viele Jahre einen mehrtägigen Aufenthalt im Krankenhaus, heute passiert
eine große Zahl von Eingriffen ambulant. Das
heißt, der Patient kommt morgens in die Klinik
und darf am selben Tag wieder nach Hause. KLINIKUM
aktuell sprach mit PD Dr. Helmut Arbogast, seit 27 Jahren
Viszeralchirurg und Leiter der Chirurgischen Poliklinik.
Welche Eingriffe können Sie heute ambulant durchführen?
Sehr viele, das reicht von der Korrektur eines Leistenbruchs über die Entfernung kleinerer Tumore bis zur
Entnahme von Lymphknoten bei der Diagnose z. B. von
Lymphomen. In der Regel dauern diese OPs zwischen 30
Minuten und einer Stunde.
Was geschieht vor der Operation?
Die Patienten stellen sich in der Chirurgischen Poliklinik mit
ihren Beschwerden vor. Dabei wird die Indikation für die ambulante Operation gestellt. Bei diesem Termin besprechen
wir auch den Eingriff und die Anästhesie. So erfährt der Patient, dass
er am OP-Tag nüchtern sein muss,
also sechs Stunden vor dem Eingriff
nichts mehr essen, nicht rauchen
und nicht Kaugummi kauen darf.
Lediglich klare Flüssigkeiten wie
Wasser oder Tee sind erlaubt. Besprochen wird auch, welche Medikamente man vor der OP eventuell absetzen oder ersetzen muss, wie z. B.
blutgerinnungshemmende Präparate,
und welche Voruntersuchungen man
Ein Patient wird nach dem Eingriff
beim Hausarzt machen lassen muss.
in den Aufwachraum gebracht
Und am Operationstag selbst?
Da kommen die Patienten direkt zur Anmeldung ins ambulante Operationszentrum und werden aufgenommen. Eventuell wird noch eine Kontrolluntersuchung durch den Anästhesisten gemacht. Dann wird der Patient in den sogenannten
Holding-Bereich gerufen, wo er eine OP-Liege bekommt und
einen abschließbaren Schrank für seine Privatsachen. Von
dort wird man dann in den OP abgerufen und operiert.
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KLINIKUMaktuell 01.2015
Der Eingang des ambulanten OP-Zentrums
Bekommt man immer eine Vollnarkose?
Das kommt auf den Eingriff an. Wir operieren in Lokal-,
Regional- oder Vollnarkose. Auf jeden Fall wird man nach
der OP in den Aufwachraum gebracht und betreut. Dort
besuche ich die Patienten zusammen mit dem Anästhesisten und schaue, wie es ihnen geht.
Wann darf man nach Hause?
Wenn der Operierte wach, orientiert und schmerzfrei ist
sowie Flüssigkeit zu sich nehmen kann, darf er in Begleitung nach Hause. Dies ist meist zwei bis vier Stunden
nach der OP der Fall. Sollte es unerwartet Komplikationen geben, dann kann der Patient jederzeit stationär aufgenommen werden. Aber das ist die absolute Ausnahme.
Bei der Entlassung erhält der Patient dann ein Rezept für
Schmerzmedikamente, Verhaltensregeln für die nächste
Zeit sowie eine Telefonnummer für Rückfragen.
Wer betreut die Patienten nach der Entlassug?
Es gibt in der Regel einen zeitnahen Termin zur Kontrolle
bei uns. Auf Wunsch kann das natürlich auch der Hausarzt
übernehmen.
KONTAKT
PD Dr. med. Helmut Arbogast
)089/4400-72600
helmut.arbogast@med.uni*
muenchen.de
Fotos: © Philips GmbH
diagnose & therapie
Die neue, mobile
Diagnose
Ein Ultraschallgerät in Tablet-Größe macht Untersuchungen bei Patienten
am Krankenbett einfacher
D
er Stationsarzt ist sich unsicher: Die Schmerzen der Patientin deuten auf einen Harnstau
hin. Aber Sicherheit bringt nur eine Diagnose
mit dem Ultraschall. Die Untersuchung mit
Ultraschallwellen ist schmerzfrei und – im Gegensatz zu
Röntgenstrahlen – vollkommen unschädlich. Mit der Sonografie (so der Fachbegriff) kann man Gefäße und ihre
Durchlässigkeit beurteilen, Flüssigkeit im Bauchraum
oder die Entzündung eines Organs wie zum Beispiel der
Niere oder der Bauchspeicheldrüse erkennen.
Im Klinikalltag spielt die Methode deswegen eine große
Rolle. Im Falle der Patientin mit dem Harnstau ist wenige Minuten später ein Arzt aus dem Interdisziplinären
Sonografie-Zentrum an ihrem Krankenbett: Prof. Dr. Dirk
Clevert, Leiter des Interdisziplinären SonografieRätselAuflösung von s. 45
Zentrums am Klinikum,
klärt in wenigen Minuten,
dass es sich wirklich um
einen Harnstau handelt.
Seit kurzem erprobt er ein
ganz spezielles mobiles
Gerät. Das VISIQ der Firma Philips ist nur so klein
wie ein Tabletcomputer
und bietet trotzdem eine
„sehr gute Bildqualität“, so
Clevert. Bisher hatten der Oberarzt und seine Kollegen
Ultraschall nur in Form eines Gerätewagen-Systems zur
Verfügung. „Auch diese Systeme waren mobil, aber der
Transport sehr umständlich, man brauchte immer einen
Fahrstuhl.“ Jetzt flitzt der Untersucher mal eben ein paar
Treppen zu Fuß ans Krankenbett eines Patienten.
Das Mini-Gerät ist mit einer wiederaufladbaren Batterie
betrieben, der Schallkopf wird wie ein USB-Stick eingestöpselt. „Alle bisherigen Untersuchungstechniken stehen auch darauf zur Verfügung“, erklärt Clevert. Bedient
wird das VISIQ über ein Touchscreen – wie ein modernes Tablet. „Wer sich mit Smartphones auskennt, kommt
auch mit der Touchscreen-Benutzeroberfläche vom VISIQ zurecht“, sagt Clevert. Bis jetzt ist das System noch
als Versuchsobjekt im Einsatz, aber da es sich im Alltag
bewährt hat, ist es in die Budgetplanung aufgenommen
und wird wohl bald angeschafft. Mit einem Preis von
ca. 10.000 Euro auch eine überschaubare Investition in
größere Mobilität.
KONTAKT
Prof. Dr. Dirk André Clevert
)089/4400-73620
dirk.clevert@med.uni-muenchen.de
*
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diagnose & therapie
Ebola & andere
Bedrohungen
Wie die Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin damit umgeht
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as Ebolavirus wurde erstmals 1976 bei zwei
Ausbrüchen entdeckt, die fast gleichzeitig im
Sudan und in Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo, auftraten. Aktuell wütet
in Westafrika seit einem Jahr die bisher verheerendste
Epidemie: Rund 8.000 Menschen sind gestorben, in Sierra Leone, Liberia und Guinea sind knapp 20.000 Menschen an der Seuche erkrankt. Die WHO, die diese Zahlen Weihnachten 2014 veröffentlichte, geht von einer
deutlich höheren Dunkelziffer aus. Das Ebolavirus gehört
zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt – zum
einen, weil es gegen den Erreger derzeit weder ein wirksames Heilmittel noch eine Impfung gibt, zum anderen,
weil die Sterberate extrem hoch ist. Je nach Art des Virus
sterben bis zu 90 Prozent der Erkrankten. In Deutschland
wurden bisher vier Ebola-Patienten, die aus Afrika eingeflogen wurden, behandelt. In Hamburg konnte ein Mann
aus dem Senegal gerettet werden, ein Arzt in Frankfurt
überlebte ebenfalls. Ein dritter Patient, der in Leipzig
12
KLINIKUMaktuell 01.2015
therapiert wurde, starb dagegen. Aktuell wird ein weiterer Patient in Berlin behandelt. „Wir sind gut vorbereitet
auf die Möglichkeit der Einschleppung von Ebolafällen.
Zwar kann man einzelne Kontaktinfektionen nie mit Sicherheit ausschließen, es besteht jedoch keine Gefahr,
dass in Deutschland eine Epidemie ausbricht“, sagt Prof.
Dr. Thomas Löscher, Leiter der Abteilung für Infektions-
So sieht das Ebolavirus unter dem Mikroskop aus
diagnose & therapie
und Tropenmedizin an der Universität München. Seine
Abteilung befasst sich als einzige universitäre Einrichtung dieser Art in Bayern mit tropischen Infektionskrankheiten. Die Abteilung hat auch einen mit der Stabsstelle
Klinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene abgestimmten Hygieneplan zum praktischen Vorgehen und
zum Schutz von Personal und Patienten erarbeitet.
Ebola ist dabei nicht die einzige Bedrohung, Lassa- oder
Marburgviren sind ähnlich gefährlich. Anders als z. B. Grippeviren übertragen sich diese Erreger nicht durch bloßes Anhusten per Tröpfcheninfektion, sondern nur wenn man mit
einem Kranken oder einem infizierten Tier direkten Kontakt
hat. Was passiert, wenn ein Patient mit Verdacht auf Ebola
sich in einer Ambulanz des Klinikums vorstellt? „Alle Ärzte
und Pflegekräfte sind sensibilisiert und instruiert“, sagt Löscher. „Bei begründetem Verdacht wird der Betroffene sofort
isoliert und mittels Spezialtransport in die Sonderisolierstation im Schwabinger Krankenhaus gebracht.“
den Hochsicherheitslabors nach Hamburg oder Marburg
gebracht. Nach 12 bis 18 Stunden steht ein zuverlässiges
Ergebnis fest. „Die Symptome von Ebola wie Durchfall,
Erbrechen oder Fieber sind sehr unspezifisch, zusätzliches Nasen- oder Zahnfleischbluten könnte auf eine
Infektion mit dem Erreger hindeuten“, so Löscher. Bis
jetzt wurde weder in seinem Institut, noch in einer der
Klinikambulanzen ein Verdachtsfall gesichtet. „Hoffentlich bleibt das auch so“, sagt Löscher. Aus seinem Institut
arbeiten derzeit zwei Mitarbeiter vor Ort in Westafrika:
Ein Arzt ist in Liberia am Aufbau einer Isolierstation für
das Deutsche Rote Kreuz beteiligt und eine medizinischtechnische Laborassistentin trainiert im Auftrag der Bundeswehr in Guinea und Mali einheimische Fachkräfte im
Durchführen von Labortests.
KONTAKT
Nachweisen kann man Ebola-Erreger im Blut, bei einem
Verdachtsfall würde das Blut eines Patienten nicht in
München untersucht, sondern per Kurier in eines der bei-
Prof. Dr. Thomas Löscher
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diagnose & therapie
Die (un-)
heimliche
Gefahr
Venenthrombose und Lungenembolie:
Ein Blutgerinnsel kann jeder von uns
bekommen – und es kann tödlich sein.
Was Sie darüber wissen sollten
K
önnen Sie sagen, was eine Venenthrombose ist?
Oder eine Lungenembolie? Noch nie gehört?
Dann sind Sie in guter Gesellschaft, laut einer
aktuellen Umfrage haben 50 Prozent der Befragten noch nie davon gehört, wie unlängst zum WeltThrombose-Tag festgestellt wurde. Allein in Deutschland
sterben jährlich rund 100.000 Menschen an einer Lungenembolie als Folge einer Venenthrombose (medizinisch:
venöse Thromboembolie, VTE).
Von einer Venenthrombose spricht man, wenn sich in einer
Vene (meist in den tiefen Becken- oder Beinvenen) ein Blut-
Wird ein Thrombus mit
dem Blutstrom aus den
Venen fortgeschwemmt,
kann er die Blutgefäße
in der Lunge blockieren
(siehe Grafik rechts)
gerinnsel bildet. Typischerweise bemerkt der
Patient dann eine Beinschwellung, weil der
Rückfluss des Blutes gestört ist, das Blut sich
zurückstaut. Noch gefürchteter als die Venenthrombose sind ihre möglichen Komplikationen. Wird ein Blutgerinnsel (Thrombus)
mit dem Blutstrom aus den Venen fortgeschwemmt, besteht die Gefahr, dass es
die Blutgefäße in der Lunge blockiert.
Es kommt zu plötzlicher Luftnot und
Brustschmerzen. Dieses Ereignis,
von den Auswirkungen mit einem
Herzinfarkt vergleichbar, wird Lungenembolie genannt. Wird ein größerer
Teil der Lungengefäße durch das abgeschwemmte Gerinnsel blockiert, kann die Lungenembolie
tödlich verlaufen. KLINIKUM aktuell sprach mit Prof. Dr.
Ulrich Hoffmann, Leiter der Sektion Angiologie-Gefäßzentrum an der Medizinischen und Poliklinik IV, Campus Innenstadt, über den aktuellen Stand der Therapie.
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Lungenembolie
Untere Hohlvene
Blutgerinnsel (Thrombus)
Was hilft am schnellsten?
Vor der Therapie steht die Diagnose mit Ultraschall oder Computertomographie. Im akuten Fall ist es wichtig, dass der Patient rasch
antikoaguliert wird, also ein Medikament zur
Hemmung der Blutgerinnung bekommt. Das
wird in der Regel mit dem niedermolekularen Heparin in Form von „Bauchspritzen“
gemacht. Überlappend wird die Therapie dann mit einem sogenannten
Vitamin-K-Antagonisten in Tablettenform fortgeführt. Bei uns ist das in
der Regel das Präparat Phenprocoumon
(als Marcumar bekannt). Diese Medikamente sind die Grundpfeiler der Behandlung der tiefen
Venenthrombose und Lungenembolie. Sie verhindern
Blutverdünnung wegen Thrombose/
Embolie? Studienteilnehmer gesucht
Die Sektion Angiologie-Gefäßzentrum am Klinikum sucht für eine wissenschaftliche Studie
Patienten, die derzeit wegen einer tiefen Venenthrombose und/oder einer Lungenarterienembolie mit Antikoagulantien behandelt werden.
Das kann Marcumar sein oder eines der neuen
Medikamente, den sogenannten NOAKs. In der
Studie geht es um die Frage, wie intensiv Patienten nach den ersten 6-12 Monaten einer Blutverdünnung weiterbehandelt werden müssen. Also
mit der vollen Dosis oder einer halben – oder
ob die tägliche Einnahme von 100 mg ASS als
Schutzwirkung ausreicht. Interessenten werden
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15
diagnose & therapie
hocheffektiv ein Fortschreiten der Thrombose, das Ablösen von Gerinnseln aus den Venen und damit eine Lungenembolie. Wenn bereits eine Lungenembolie vorliegt,
verhindern sie ein erneutes Auftreten mit potentiell tödlichen Folgen.
Wenn schon eine schwere
Lungenarterienembolie
vorliegt, befindet sich der
Patient in einem lebensgefährlichen Zustand, ist
hämodynamisch instabil.
Das ist ein Notfall, der sofortiges
Handeln erfordert.
Bewegung muss sein:
Mit einem Pedometer
Man muss versuchen, das Blutkann man seine Schrit- gerinnsel mit speziellen Medite zählen
kamenten schnellstmöglich aufzulösen (Thrombolyse), um die lebensgefährliche
Situation zu entschärfen.
Und die neuen Medikamente?
Seit einiger Zeit gibt es anstelle des Marcumars neue,
orale Antikoagulantien, NOAK genannt. Im Gegensatz
zum Marcumar braucht man hier keine regelmäßigen
Gerinnungskontrollen und muss auch keine besondere
Vorsicht bei der Auswahl der Lebensmittel walten lassen.
Damit sind sie für Patient und Arzt wesentlich einfacher
zu handhaben als das Marcumar. Die NOAKs sind jetzt
auch für die Behandlung der tiefen Venenthrombose und
bzw. oder der Lungenarterienembolie auf dem Markt.
Diese neuen Substanzen sind nach vorliegenden Daten
in der Behandlung ebenso wirksam wie die Vitamin-K-
Antagonisten, sind aber sicherer, da sie weniger schwere
Blutungen als potentielle Komplikation einer Blutverdünnung aufweisen.
Kann man verschlossene Venen wieder durchgängig
machen?
Bei einer akut aufgetretenen Venenthrombose kann man
in ausgewählten Fällen versuchen, das Gerinnsel mit einem
Medikament über einen Spezialkatheter aufzulösen. Eine
erfolgreiche Therapie gelingt aber nur, wenn der Patient
sind rasch vorstellt und die Thrombose noch frisch ist.
Ist die Thrombose schon mehrere Monate oder Jahre alt,
kann es vorkommen, dass der Rückfluss des Blutes aus
dem Bein so stark beeinträchtigt ist, dass die Patienten
erhebliche chronische Beschwerden wie Beinschwellung
und Schmerzen vor allem beim Laufen beklagen. Dies ist
besonders häufig, wenn die großen Beckenvenen blockiert
sind. In diesen Fällen kann man mit Kathetern versuchen,
die verschlossenen Beckenvenen mit einem Stent wieder
durchgängig zu machen und so den Rückfluss des Blutes
und damit die Beschwerden des Patienten deutlich zu verbessern. Der Stellenwert dieser Methoden wird derzeit in
größeren Studien intensiv untersucht.
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Prof. Dr. Ulrich Hoffmann
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diagnose & therapie
Nur schlecht drauf –
oder droht eine Psychose?
Die ersten Warnzeichen sind schlecht zu
deuten. Im europäischen Forschungsprojekt
PRONIA soll ein innovatives Prognose-Tool
zur Früherkennung von psychotischen
Erkrankungen etabliert werden – eine
Revolution in der Diagnostik
K
onzentrationsstörungen, Leistungsknicks, Ängste, Stimmungsschwankungen – die frühen Warnzeichen einer Psychose sind oft diffus, auch für
Experten schwer zu deuten. Mit den derzeitigen
Standarduntersuchungen bleibt die Prognose eines Patienten weitgehend ungewiss. Doch rechtzeitig erkannt, ließen
sich viele psychotische Erkrankungen gut behandeln.
Mit dem europäischen Forschungsprojekt PRONIA (= Personalised Prognostic Tools for Early Psychosis Management)
verfolgt eine Gruppe von Ärzten und Wissenschaftlern einen revolutionären Ansatz. Ziel: Kolleginnen und Kollegen
in neurologisch-psychiatrischen Praxen sollen mit Sicherheit vorhersagen können, ob Risikopatienten zum Beispiel
eine Schizophrenie entwickeln werden. Projektkoordinator
ist Privatdozent Dr. Nikolaos Koutsouleris von der Klinik für
Psychiatrie und Psychotherapie, Campus Innenstadt. Er sagt:
„Damit ist eine Früherkennung zu einem Zeitpunkt möglich,
zu dem eine Chronizität noch verhindert werden kann.“
Prognostische Sicherheit übers Internet
PRONIA steht für ein neuartiges Prognosesystem auf der
Basis selbstlernender Algorithmen. In dieses diagnostische
Tool werden Patientendaten aus klinischen Untersuchungen und ergänzenden Interviews eingegeben und analysiert. Als telemedizinische Anwendung soll PRONIA Ärzten
und Kliniken in etwa fünf Jahren kommerziell zur Verfügung stehen. Die Europäische Union fördert das Projekt
innerhalb des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms. Hinter
PRONIA steht ein Konsortium mit elf Partnern aus Wissenschaft, Forschung und Industrie.
schen Verlauf. Allein die direkten und indirekten Kosten der
Schizophrenie addieren sich in Europa auf rund 150 Milliarden Euro pro Jahr.
Premium-Diagnostik für Probanden
„Als Arzt und Wissenschaftler ist es für mich eine Herausforderung, etwas anbieten zu können, was den Patienten
wirklich hilft“, sagt Koutsouleris. 1.700 Studienteilnehmer
benötigt das ehrgeizige Projekt in den nächsten fünf Jahren,
um verallgemeinerbare Daten zu erhalten. Ansprechpartner
ist zunächst der niedergelassene Kollege, die niedergelassene Kollegin. Diese können Patienten mit unklarer Symptomatik an die Psychiatrische Klinik der LMU verweisen, wo
sie zwei Tage lang eingehend untersucht werden.
Sollte der Patient dann als Proband in Frage kommen, kann
er in die laufende Studie aufgenommen werden. 18 Monate lang erfolgen verschiedene psychologische Testungen
und klinische Abklärungen. Koutsouleris: „Der behandelnde
Facharzt kann auf diese Weise seinen Patienten eine Premium-Diagnostik anbieten, von der alle Beteiligten profitieren.“
Er rechnet damit, dass das Prognosesystem den späteren
Erkrankungsausbruch mit einer Genauigkeit von bis zu 90
Prozent korrekt erkennen wird.
Psychosen: Jeder Dritte ist betroffen
„Das Interesse an innovativen diagnostischen Möglichkeiten
ist riesig“, unterstreicht PD Dr. Koutsouleris. Untersuchungen der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)
zeigen, dass etwa jeder dritte Erwachsene im Laufe seines
Lebens an einer psychischen Störung erkrankt. Etwa 30 Prozent der psychischen Erkrankungen nehmen einen chroni-
KONTAKT
PD Dr. Nikolaos Koutsouleris
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nikolaos.koutsouleris@med.uni*
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KLINIKUMaktuell 01.2015 17
diagnose & therapie
Der Wolf mit einem
Schmetterling
Wo Patienten mit Systemischem Lupus Erythematodes am Klinikum Hilfe finden
F
ans der US-Serie „Dr. House“ kennen diese Erkrankung aus zahlreichen Episoden: „Ist es Lupus?“,
fragen sich Dr. House und seine Kollegen bei nahezu jedem Patienten mit unklarem Beschwerdebild.
Schmetterlingsartige Rötungen im Gesicht, diffuse Gelenkund Muskelschmerzen, Müdigkeit, Fieberschübe, trocke-
sicht, Gelenkschmerzen und Müdigkeit im Alltag beeinträchtigt. Hier wurde in der Vergangenheit therapeutisch
oftmals großzügig Kortison eingesetzt. Die Folgen einer
dauerhaften Kortisontherapie machen sich allerdings
Jahre später häufig als Osteoporose (Knochenschwund)
mit spontanen Knochenbrüchen bemerkbar.
Die typische Schmetterlingsröte beim Systemischen Lupus
Erythematodes
Da oft junge Menschen vom SLE betroffen sind, kann
dies bereits im mittleren Lebensalter zu schwerwiegenden Schmerzsyndromen und Beeinträchtigungen führen.
Aus diesem Grund ist das Ziel der modernen Lupus-Behandlung, mit möglichst wenig, am besten ganz ohne
Kortison-Dauertherapie auszukommen. Hierzu stehen inzwischen eine ganze Reihe therapeutischer Möglichkeiten
zur Verfügung. Weitere, aus der aktuellen Grundlagenforschung hervorgegangene neue Medikamente werden im
Rahmen internationaler Behandlungsstudien erprobt. Am
Klinikum der Universität München haben sich Spezialabteilungen mehrerer Kliniken wissenschaftlich und klinisch
auf die Behandlung des SLE spezialisiert. Mehrere? Warum nicht ein einziges Zentrum? Bei SLE-Patienten/innen
können die im Vordergrund stehenden Probleme an ganz
unterschiedlichen Organen und Organsystemen auftreten.
Dies erfordert fachärztliche Betreuung auf verschiedenen
Spezialgebieten. So werden am Klinikum Patienten mit
im Vordergrund stehender Hautbeteiligung („Hautlupus“
ne Schleimhäute – die Symptome des Systemischen Lupus
Erythematodes (SLE) sind vielseitig und unterscheiden sich
stark von Patient zu Patient. Eigentlich von Patientin zu Patientin, denn 90 Prozent aller Fälle von SLE sind weiblich.
Der SLE gilt als gefürchtetes Chamäleon unter den internistischen Krankheitsbildern, nicht nur wegen der oft
schwierigen Diagnosestellung, sondern auch wegen der
potenziell lebensbedrohlichen Komplikationen. Etwa 50
Prozent aller SLE-Patienten/innen leiden an einer autoimmunen Entzündung der Nieren, die im schlimmsten Fall
zum Nierenversagen führen kann. Wird diese sogenannte Lupusnephritis zu spät erkannt oder nicht ausreichend
behandelt, können später nur noch Nierenersatzverfahren
wie die Dialyse oder Nierentransplantation das Weiterleben ermöglichen. Seltener, aber nicht weniger bedrohlich
sind die entzündlichen Zerstörungen von Herzklappen
oder Hirnstrukturen, die als Atemnot bei Belastung, Psychose (schwere psychische Störung mit einem weitgehenden Verlust des Realitätsbezugs) oder Epilepsie klinisch in
Erscheinung treten können. Auch Gefäßverschlüsse sind
möglich und führen gelegentlich schon bei jungen Patientinnen zu Schlaganfällen oder Thrombosen.
Auch wenn solche ernsten Komplikationen selten auftreten, sind viele Lupus-Patienten/innen durch starke
Lichtempfindlichkeit, flammende Hautauschläge im Ge18
KLINIKUMaktuell 01.2015
KONTAKT
Prof. Dr. Hendrik Schulze-Koops
Rheumaambulanz der Medizinischen
Klinik und Poliklinik IV, Pettenkoferstr. 8a
)089/4400-3568
Prof. Dr. Hans-Joachim Anders
Lupusnephritis-Ambulanz der Medizinischen
Klinik und Poliklinik IV, Ziemssenstr. 1
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Dr. Miklós Sárdy
Lupus-Ambulanz der Klinik und Poliklinik
für Dermatologie und Allergologie,
Frauenlobstr. 9-11
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diagnose & therapie
oder „kutaner Lupus“) in der Lupus-Ambulanz der Dermatologischen Klinik in der Frauenlobstraße betreut. Die
Hautbeteiligung des „Hautlupus“ erinnert zwar klinisch an
die typische Hautmanifestation des SLE, der reine Hautlupus unterscheidet sich aber hinsichtlich Ursachen und
Behandlung vom SLE. Patienten mit SLE werden in der
Medizinischen Klinik und Poliklinik IV in der Innenstadt
betreut. Hier stehen für Patienten mit Nierenbeteiligung
die Lupusnephritis-Ambulanz in der Medizinischen Klinik
Ziemssenstraße und für alle anderen Patienten die Rheu-
maambulanz in der Medizinischen Poliklinik in der Pettenkoferstraße als Anlaufstelle zur Verfügung. Die enge Zusammenarbeit dieser Kliniken, zu denen gegebenenfalls
noch Neurologen, Kardiologen und Psychiater hinzukommen, wird den interdisziplinären Anforderungen des SLE
gerecht, was auch durch die gemeinsame Durchführung
klinischer Studien zum Ausdruck kommt. So können Patienten/innen die neuesten Therapien zur Verfügung gestellt werden, wodurch der „Wolf mit dem Schmetterling“
den schlechten Ruf aus der Vergangenheit verloren hat.
Leben retten
mit dem Cardio First Angel
Wie das neue Gerät die Wiederbelebung durch Laien verbessert
J
edes Jahr erleiden bis 100.000 Menschen in Deutsch- durch, wo sie am wirkungsvollsten ist. Dafür sorgt eine
Positionierungshilfe. Das Gerät wird in der Mitte der
land einen Herzstillstand. Das Herz pumpt
Brust aufgesetzt und eine Zeichnung auf der
kein Blut mehr in das Gehirn und den
Oberfläche zeigt an, wie die Hand aufrestlichen Körper. Der Betroffene
gelegt werden muss. Doch wie fest
wird sofort bewusstlos und atmet nicht
soll man drücken? Ist genug Kraft
mehr. Ab sofort zählt jede Sekunde,
aufgewendet, ist der laute Klick eidenn pro Minute, die bis zum Beginn
ner Spezialfeder zu hören und zu
der Reanimation verstreicht, verrinspüren. Lässt man daraufhin nach,
gert sich die Überlebenswahrscheinverdeutlicht ein erneuter Klick, dass
lichkeit des Betroffenen um etwa zehn
man nun wieder neuen Druck aufbauen
Prozent. Der Rettungsdienst benötigt
Das kleine Gerät passt
muss. Der Wechsel der beiden Klick-Laute
meist zu viel Zeit, um rechtzeitig vor Ort zu in jede Handtasche und
hilft dem Lebensretter, exakt den richtigen
sein. Eine schnelle Erste Hilfe durch Laien kostet 69 Euro
Takt zu finden. „Der Cardio First Angel passt
ist also überlebensnotwendig. Doch viele
Männer und Frauen haben seit ihrer Führerscheinprü- in jede Tasche und ist im Ernstfall sofort zur Hand“, sagt
fung keinen Erste-Hilfe-Kurs mehr besucht. Aus Angst Hagl. „Ich denke, dass man damit viele Leben pro Jahr in
etwas falsch zu machen, machen sie lieber gar nichts. Deutschland retten könnte.“
Hier setzt ein kleines Gerät an, das nur 130 Gramm wiegt:
Der Cardio First Angel, der von Prof. Dr. Christian Hagl, Nach Vorstellung der Entwickler hängt der Cardio First
Direktor der Herzchirurgischen Klinik am Klinikum der Angel idealerweise künftig einmal ähnlich wie ein FeuerUniversität, mitentwickelt wurde. In seinen ersten Tagen löscher zu Hause, in Unternehmen, Autos und in öffentim Amt hatte ihn Raimund Mößmer mit einem Prototyp lichen Räumen in einer kleinen Box an der Wand. Seit
des Gerätes besucht und erstmals mit der Idee konfron- Kurzem ist das Gerät für 69 Euro in Apotheken erhältlich.
tiert. „Ich war sehr schnell überzeugt“, sagt Hagl. „Denn
ein sehr großer Teil der Bevölkerung hat nur eine sehr
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vage Vorstellung, wie eine Herzdruckmassage ganz konkret ablaufen sollte.“
Prof. Dr. Christian Hagl
Viele Ersthelfer finden ohne Unterstützung nicht die richtige Stelle für eine Herzdruckmassage. Mit dem Cardio First
Angel dagegen führt man die Massage automatisch dort
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KLINIKUMaktuell 01.2015 19
forschung & lehre
Das neue CSD
So sieht die Arbeit am Centrum für Schlaganfall- und Demenzforschung aus
S
chlaganfälle und neurodegenerative Erkrankungen
zählen zu den drängendsten gesundheitlichen Herausforderungen der alternden Gesellschaft. Weltweit erleiden jedes Jahr etwa 15 Millionen Menschen einen Schlaganfall. Davon sterben ca. 5 Millionen
als direkte Folge des Schlaganfalls, weitere 5 Millionen
bleiben dauerhaft behindert. Die Anzahl dementer Patienten wird Hochrechnungen zufolge von weltweit etwa 25
Millionen in 2005 auf mehr als 80 Millionen in 2040 ansteigen. Das Centrum für Schlaganfall- und Demenzforschung
(CSD), das im Dezember 2014 ein neues Gebäude auf dem
Campus Großhadern bezog, wird im Rahmen eines bundesweiten Netzwerks Erkenntnisse zur Prävention und
Therapie erarbeiten. Unter dem Dach des CSD sind das
Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen
(DZNE) und das Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung (ISD) untergebracht. KLINIKUM aktuell sprach mit
den beiden Leitern Prof. Dr. Martin Dichgans (ISD) und
Prof. Dr. Christian Haass (DZNE).
Was ist so besonders am CSD?
Prof. Dichgans: Wir haben hier einen Verbund von Wissenschaftlern und Ärzten, der in Europa ziemlich einmalig ist. Am CSD arbeiten klinische Wissenschaftler
und Grundlagenwissenschaftler unter einem Dach und
20
KLINIKUMaktuell 01.2015
in unmittelbarer räumlicher Nachbarschaft zusammen.
Ziel des Centrums ist es, Ursachen und Risikofaktoren
von Demenzerkrankungen und Schlaganfällen zu verstehen und neue Therapieansätze zu entwickeln. Durch
die übergreifende und enge Zusammenarbeit soll der
Transfer vielversprechender Behandlungsansätze in die
kontrollierte klinische Anwendung beschleunigt und eine
Fokussierung der Forschung auf klinisch relevante Fragestellungen erreicht werden.
INFO
Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) wurde im September 2009 im
Rahmen einer Initiative der Helmholtz-Gemeinschaft
gegründet. Das DZNE-München ist eines von neun
bundesweiten DZNEs. Darüber hinaus erhielt die
LMU bedeutende Mittel aus einer Stiftung für Schlaganfall- und Demenzforschung. Dies ermöglichte der
Medizinischen Fakultät die Gründung eines Instituts
für Schlaganfall und Demenzforschung (ISD). Beide
Einrichtungen arbeiten zusammen im neuen Centrum für Schlaganfall- und Demenzforschung (CSD).
forschung & lehre
Was haben Patienten konkret von Ihrer Einrichtung?
Prof. Dichgans: Hier wird nicht nur geforscht, wir sehen
Patienten in der Ambulanz. Patienten haben hier eine Anlaufstation, in der sie beraten werden, wo sie behandelt
werden und wo sie direkt Zugang haben zu modernsten
Therapien. Sie können teilhaben am Fortschritt in der
Forschung und sie können beitragen zum Fortschritt in
der Forschung.
Welche Patienten stellen sich bei Ihnen vor?
Prof. Dichgans: Patienten mit Schlaganfallerkrankungen
oder Gefäßerkrankungen, die das Gehirn betreffen. Außerdem Menschen, die Gedächtnisprobleme haben oder
schon eine manifeste Demenz entwickelt haben. Wir beschäftigen uns unter anderem auch mit erblichen Formen von Schlaganfall und Demenz.
Was ist bei den erblichen Formen der Stand Ihres
Wissens?
Prof. Haass: Wir wissen heute, welche Genveränderungen
dazu führen, dass man einmal Alzheimer bekommen wird.
Momentan werden weltweit Patienten registriert, die davon
betroffen sind, um sie in klinische Studien einzuschleusen.
Was können Sie überhaupt für diese Patienten tun?
Prof. Haass: Man muss zuerst einmal sagen, dass das nur
ein sehr kleiner Teil der Betroffenen ist. Im Moment gibt
es kein Medikament, das Alzheimer heilen könnte, aber
wir haben Substanzen, die gute Aussichten haben. Allerdings nur, wenn man sie rechtzeitig, das heißt prophylaktisch gibt. Das ist das ganz gewaltige Problem: Wir wissen bereits, dass die Krankheit sich mindestens 20 Jahre
vor den ersten Symptomen im Gehirn manifestiert. Aber
wenn man die Patienten erst behandelt, nachdem sie die
ersten Symptome zeigen, ist es zu spät. Dann funktionieren Medikamente nicht mehr. Ich bin mir sicher, dass
man bei rechtzeitiger Gabe die Krankheit zwar nicht verhindern, aber den Ausbruch verzögern kann.
Ein Blick ins Erdgeschoss des neuen CSD
Was sind das für Medikamente?
Prof. Haass: Im Moment wird in den USA an Patienten
mit genetisch vererbter Alzheimer-Erkrankung eine Impfung gegen Plaques durchgeführt. Antikörper neutralisieren dabei das Material (Amyloid), aus dem die Ablagerungen im Patienten bestehen. Für diese Studie stehen
Patienten zur Verfügung, die eine Genveränderung tragen, bei denen aber die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist. Da man bei diesen Patienten recht genau weiß,
wann die Krankheit ausbricht, kann hier die Impfung prophylaktisch erfolgen.
Wie sieht im Moment die Diagnose bei Alzheimer aus?
Prof. Haass: Weiterentwicklungen der medizinischen
Bildgebung erlauben heute eine gute Darstellung der
Amyloid-Ablagerungen im Gehirn. Diese Ablagerungen
sind bei Alzheimer die Hauptursache für das Zugrundegehen von Nervenzellen. Neuroradiologen und Nuklearmediziner können sie in einem sogenannten AmyloidPET sichtbar machen.
Prof. Dichgans: Ein nicht unwesentlicher Teil unserer Arbeit ist nicht nur die Diagnose bereits vorhandener Veränderungen, sondern die Prävention. Die spielt besonders
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KLINIKUMaktuell 01.2015 21
forschung & lehre
beim Schlaganfall eine Rolle. Auch wenn das trivial erscheint, aber beim Schlaganfall ist die Kontrolle der Risikofaktoren nach wie vor die beste Vorbeugung. Risikofaktoren sind zum Beispiel Bewegungsmangel, Bluthochdruck,
schlecht eingestellter Diabetes, erhöhte Blutfette. Dahin
gehend beraten wir Patienten, die zu uns kommen.
Was kann man selbst noch tun – außer dem Vermeiden von Risikofaktoren?
Prof. Haass: Unser Gehirn hat eine enorm hohe Reservekapazität. Bei Alzheimer oder auch nach einem Schlaganfall
gehen Teile des Gehirns zugrunde. Ein trainiertes Gehirn
kann das entsprechend kompensieren. Um das Gehirn zu
trainieren, kann man eine neue Sprache lernen oder aber
einfach neugierig bleiben auf das Leben, sich engagieren.
Wie sieht die Zusammenarbeit Ihrer beiden Einrichtungen im Alltag aus?
Prof. Dichgans: Wir befinden uns in einem ständigen Austausch. So analysieren wir gemeinsam mit Herrn Professor
Haass und seinen Mitarbeitern Blutproben oder andere
Biomaterialien und untersuchen sie auf ihre molekularen
und zellulären Eigenschaften, woraus man Schlüsse für
einen neuen Behandlungsansatz ziehen kann. Unsere Mitarbeiter sind in ständigem Austausch und bringen neue
Fragestellungen vom Patienten in die Labors und Ideen
aus den Labors zum Patienten.
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Prof. Dr. Martin Dichgans
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Seit 15 Jahren gibt es Palliativmedizin
am Klinikum der Universität
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efeiert wurden mit einem Festakt und einem
internationalen Symposium im letzten November gleich vier Jubiläen: Seit 15 Jahren wird am
Klinikum der Universität München Palliativmedizin praktiziert, ebenso lange gibt es die Christophorus
Akademie, in der sich Menschen aus dem Arbeitsfeld
Palliative Care qualifizieren und vorhandene Kompetenzen erweitern können. In der Akademie werden jährlich
ca. 800 Kursteilnehmer betreut. Zehn Jahre existiert das
Zentrum für Palliativmedizin, fünf Jahre die Spezialisierte
Ambulante Palliativ Versorgung (SAPV), die Menschen mit
einer weit fortgeschrittenen, unheilbaren Erkrankung die Betreuung zu Hause bei ihrer Familie, in ihrer gewohnten Umgebung ermöglicht. Das Klinikum ist im deutschsprachigen
Raum eines der wenigen Universitätskrankenhäuser, das
ein Komplettangebot in der Palliativmedizin bietet.
Durch die Bevölkerungsentwicklung, die Zunahme von chronischen Erkrankungen mit längerem Überleben und immer
neuen Behandlungsmöglichkeiten kommt der Palliativmedizin eine immer größere Bedeutung zu. „Die Palliativmedizin
ist in den letzten Jahren fester Bestandteil des deutschen
Gesundheitswesens geworden. Immer mehr Menschen mit
fortgeschrittenen Erkrankungen profitieren von den palliativmedizinischen und hospizlichen ambulanten und stationären
Betreuungsmöglichkeiten“, sagt Prof. Dr. Claudia Bausewein, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin.
Palliative Care (deutsch: Palliativmedizin) bedeutet die umfassende Betreuung von Menschen mit einer unheilbaren,
fortschreitenden und zum Tode führenden Erkrankung. „Ziel
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forschung & lehre
Ses Jubiläum
Zuwendung ist wichtig –
am Krankenbett (o.) oder
auch im Raum der Stille (l.)
Patienten durch Kontrolle von Schmerzen und anderen körperlichen Beschwerden wie z. B. Atemnot, Übelkeit, Erbrechen oder Verwirrtheit“, erklärt Prof. Dr. Bausewein. „Außerdem geben wir Unterstützung bei psychischen, sozialen und
spirituellen Belastungen und Hilfestellung bei der Planung
der weiteren Versorgung.“ In den multiprofessionellen Palliativteams im stationären und ambulanten Bereich arbeiten
speziell geschulte Ärzte, Pflegende, Sozialarbeiter, Psychologen, Atemtherapeuten, Physiotherapeuten und Seelsorger
eng zusammen, um ein individuelles Behandlungskonzept
für jeden Patienten und seine Angehörigen zu erstellen.
Die Ludwig-Maximilians-Universität war in puncto Palliativmedizin schon immer Vorreiter: Hier wurde schon 1999 die
A
(=
12,3
mm)
Interdisziplinäre
Palliativmedizinische Einrichtung unter der
A (= 12,3 mm)
A (= 12,3 mm)
Leitung von PD Dr. Gian Domenico Borasio, Dr. Antje Beyer
und Prof. Dr. Michael Hallek gegründet – als erste dieser Art
an einer bayerischen Universitätsklinik. 2004 war die LMU
München die erste deutsche Universität, die Palliativmedizin
als Pflichtlehr- und Prüfungsfach in das Medizinstudium integriert hat. Und auch die Forschung hat an der Klinik einen
besonderen Stellenwert: „Palliativmedizinische Forschung
in unserer Klinik umfasst die Themenbereiche Symptomkontrolle, palliativmedizinische Betreuung von Patienten mit
neurologischen und internistischen Erkrankungen, Outcome
Messung, psychosoziale Begleitung und Versorgung im ambulanten Bereich“, sagt Prof. Dr. Bausewein. „Die zum Lehrstuhl für Palliativmedizin gehörende Professur für Spiritual
Care widmet sich besonders Fragen der Spiritualität am Lebensende, Bindungstheorien und dem Umgang unterschiedlicher Religionen mit Sterben und Tod.“
Zum Jubiläumssymposium kamen übrigens 200 Teilnehmer aus der ganzen Welt, die zu Recht eine herausragende Einrichtung feierten.
KONTAKT
Prof. Dr. Claudia Bausewein
)089/4400-74929
claudia.bausewein@med.uni*
muenchen.de
Zum Jubiläums-Symposium im Liebig-Hörsaal kamen 200
Teilnehmer
KLINIKUMaktuell 01.2015 23
forschung & lehre
Die praktische Seite
des Medizin-Nobelpreises
So wirken sich die Erkenntnisse der
Grundlagenforschung im klinischen
Alltag aus
W
o liegt das Navigationssystem im Gehirn
und wie funktioniert es? Für die grundlagenwissenschaftliche Erforschung dieser
Fragen wurde 2014 der Medizin-Nobelpreis
verliehen – an John O‘Keefe, Neurowissenschaftler aus
London, und die norwegischen Hirnforscher May-Britt
und Edvard Moser aus Trondheim. In einigen Medien
wurde gleich spekuliert, ob die Entdeckung wirklich von
„größtem Nutzen für die Menschheit“ sei, wie vom Stifter
Alfred Nobel gefordert. Viele Laien wissen ohnehin nicht
wirklich, was da prämiert wurde. Grund genug, bei Dr. Andreas Zwergal von der Klinik und Poliklinik für Neurologie
nachzufragen. Die Entdeckung der drei Forscher ist Grundlagenforschung. Was
davon ist für die Praxis relevant? „Die
Entdeckung ist nicht
weit weg von der
praktischen Anwendbarkeit am Patienten.
Auch Ärzte und klinische Forscher haben
zunehmend erkannt,
In der Hippocampusformation wird
die räumliche Orientierung gesteuert dass räumliche Orientierungsstörungen
bei Volkserkrankungen wie Demenz oder altersbedingten
Störungen der Sinnessysteme zu den zentralen Leitsymptomen gehören und für die Lebensqualität und Funktionalität der Patienten eine entscheidende Rolle spielen“,
erklärt Dr. Zwergal. Mehrere Millionen Patienten sind in
Deutschland davon betroffen. Die medialen Suchaufrufe
nach herumirrenden älteren Menschen lassen die sozialen
und menschlichen Tragödien dahinter nur erahnen. Die
Grundlagenforschung zum Thema ist längst am Krankenbett angekommen. Einem Forscherteam aus dem Campus
Großhadern gelang 2005 erstmals der Beweis, dass eine
Störung der Gleichgewichtsorgane im Innenohr zu einer
deutlichen Schrumpfung der zentralen Schaltstelle des
Navigationssystems im Gehirn, dem sog. Hippocampus,
führt – verbunden mit einer Störung der Orientierungsfähigkeit betroffener Patienten.
„Die klinische Forschung am Hippocampus zeigt die große Anpassungsfähigkeit dieser Hirnregion und die zen-
24
KLINIKUMaktuell 01.2015
Mit einer blickgesteuerten Kopfkamera gehen Patienten durch
verschiedene Umgebungen. So kann das Orientierungsverhalten
untersucht werden
trale Rolle geistiger und körperlicher Betätigung für die
Erhaltung von dessen Funktion“, so Dr. Zwergal. „In den
letzten Jahren konnten durch bildgebende und neuropsychologische Untersuchungen am Menschen erstaunliche
Parallelen zu den Ergebnissen der Untersuchungen bei
Ratten gefunden werden. Dies liegt daran, dass es sich bei
der räumlichen Orientierung um ein seit Urzeiten im Gehirn eingeprägtes Verhaltensmuster handelt.“
Welche Konsequenz hat das Verständnis der neurobiologischen Grundlagen? „Klinische Tests zur Raumorientierung können einfach und kostengünstig zur Früherkennung
dementieller Erkrankungen eingesetzt werden“, erklärt der
Neurologe. Trainingsprogramme zur gezielten Förderung
von Gedächtnis- und Raumorientierungsfunktionen können
möglicherweise auch beim Menschen im begrenzten Maße
den geistigen Leistungsabfall durch Alterungsvorgänge verlangsamen. Bei Ratten wurde im Hippocampus eine Nervenzellneubildung allein durch vermehrte Bewegung und Orientierungsaufgaben gefunden. Es müssen also nicht immer
aufwändig entwickelte apparative Tests und Medikamente
sein. „Gerade dieser Nobelpreis zeigt, dass Erkenntnisse
aus der Grundlagenforschung manchmal auch zu einfachen
Behandlungsstrategien mit hoher praktischer Relevanz und
großem Nutzen für die Patienten führen“, sagt Zwergal.
„Patientenorientierte Forschung dieser Art wird in Deutschland durchaus gefördert.“ Die erfolgreichen integrierten
Forschungs- und Behandlungszentren – eines davon ist das
Deutsche Schwindel- und Gleichgewichtszentrum am Klinikum Großhadern in München – sind ein gutes Beispiel dafür.
KONTAKT
Dr. Andreas Zwergal
)089/4400-73904
andreas.zwergal@med.uni*
muenchen.de
forschung & lehre
Kann man Depression
verhindern?
S
Ein Präventionsprogramm soll Kinder mit einem an Depression erkrankten
Elternteil schützen. Psychiatrie sucht betroffene Familien
ind Mutter oder Vater depressiv, weisen Kinder und
Jugendliche ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko
auf, selbst an einer depressiven Störung zu erkranken. Untersuchungen belegen, dass Präventionsprogramme dieses Risiko verringern können. Jetzt arbeitet
die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie,
Psychosomatik und Psychotherapie, Campus Innenstadt,
daran, ein derartiges Programm aus den USA auf den deutschen Sprachraum zu übertragen und zu testen. Betroffene
Familien haben in diesem Rahmen die Möglichkeit, ihre Kinder vor Depressionen zu schützen und unterstützenden Programmen für andere betroffene Familien in Deutschland den
Weg zu ebnen (PRODO = Primary Prevention of Depression
in Offspring of Depressed Parents).
Studienleiter ist Klinikdirektor Prof. Dr. Gerd Schulte-Körne.
Er sagt: „Ein Teil des Risikos ist biologisch und deshalb nicht
so einfach zu verändern. Ein anderer Teil ist durch Umgebungseinflüsse bedingt und kann verändert werden. Internationale Studien mit kognitiv-verhaltenstherapeutisch-basierten Familienpräventionsprogrammen zeigen, dass negative
Gedanken und Bewältigungsstrategien verbessert werden
können, um das Auftreten depressiver Störungen bei Kindern
zu verhindern. Hauptziel unserer Forschung ist es, dass Kinder lernen, wie sie mit belastenden Situationen in der Familie
oder in der Schule besser umgehen können, um das Erkrankungsrisiko dieser Kinder und Jugendlichen zu verringern.“
Das kostenlose Therapieprogramm besteht aus zwölf Sitzungen von jeweils 90
Minuten bis zu zwei Stunden. Hauptbestandteile sind Psycho-Edukation, Verbesserung der Bewältigungsstrategien
des Kindes und der positiven Erziehungsfähigkeiten der Elternteile. Familien erhalten 25 Euro am Anfang und am
Ende der Studie. Ein Abbruch ist jederzeit möglich. Alle Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt.
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Kornelija Starman (kjp-prodo@med.uni-muenchen.de) bzw.
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Prof. Dr. Gerd Schulte-Körne
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forschung & lehre
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Um dieses neue Programm zu testen, suchen die Wissenschaftler 160 Probanden. Start ist im Januar 2015,
die Studie läuft bis Februar 2016, einsteigen kann man
bis August 2015, Studiendauer ca. acht Monate. Das
Programm beinhaltet vier Sitzungen in der Gruppe sowie zwei individuelle Telefontermine, verteilt über fünf
Wochen. Teilnehmen können Raucher zwischen 18 und
70 Jahren, die täglich zehn oder mehr Zigaretten konsumieren. Es dürfen keine schwerwiegenden psychiatrischen, neurologischen, Herz-Kreislauf- sowie malignen
Erkrankungen oder die Einnahme von Psychopharmaka
vorliegen. Die Kurse werden von zertifizierten RauchfreiTrainern durchgeführt und finden in der Spezialambulanz für Tabakabhängigkeit, Nußbaumstraße 7, statt.
Wer sich motiviert genug fühlt,
kann dann Ernst machen
V
ölliger Rauchstopp ist nicht jedermanns Sache: Beinahe jeder zweite Entwöhnungswillige möchte zunächst weniger rauchen, bevor
endgültig Schluss sein soll. Das haben verschiedene Studien gezeigt. Für diese Raucher hat die
Tabakambulanz der LMU unter Leitung von Oberarzt
Dr. Tobias Rüther ein neues Rauchreduktionsprogramm
entwickelt. Es heißt „Smoke_less“ (= weniger rauchen)
und ist ein verhaltenstherapeutisches Reduktionsprogramm für alle, die
l ihr Rauchverhalten reduzieren wollen
l sich einen Rauchstopp (noch) nicht zutrauen
l zurück zu einem kontrollierten Konsum wollen
l vor dem Rauchstopp bewusst reduzieren wollen.
Die Teilnehmer müssen Fragebögen zu Rauchen, Raucherberatung/-entwöhnung beantworten, der CO-Gehalt in
ihrer Ausatemluft wird gemessen. Als Aufwandsentschädigung gibt es 100 Euro. Für Studienteilnehmer besteht
die Möglichkeit, während oder nach der Studie kostenlos
an einem Reduktions- oder Rauchfrei-Kurs der Tabakambulanz (Wert 200 Euro) teilzunehmen.
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Dipl.-Psych. Alexa Kiss
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kostenpflichtig
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er Vorstand des Klinikums der Universität hat sich entschlossen, im
Frühjahr 2015 ein professionelles Parkraummanagement gemeinsam mit den Würzburger Verkehrsbetrieben (WVV) einzuführen.
Start ist am Campus Großhadern. Von den ca. 2.045 Parkplätzen
sind etwa 60 Prozent ausschließlich für Mitarbeiter des Klinikums reserviert,
zu vergünstigten Tarifen. Die restlichen Parkplätze stehen Patienten und Besuchern kostenpflichtig zur Verfügung. Die ersten 30 Minuten kosten nichts,
jede weitere Stunde einen Euro, maximale Gebühr sind sieben Euro pro Tag.
Die Kassenhäuschen am Campus
Großhadern
stehen schon.
Die Automaten
nehmen Bargeld
und EC-Karte
Damit soll die angespannte Parksituation erheblich verbessert werden. Derzeit wird der Parkplatz auch von Fremdparkern/Pendlern genutzt, wegen wilden Parkens müssen täglich fünf bis zehn Fahrzeuge abgeschleppt werden.
Der Parksuchverkehr auf dem Gelände soll verringert werden, um die Lärmund Umweltbelastung zu senken. Patienten und Besucher erwartet ein besserer Service, die Parkplätze sind näher am Klinikumsgebäude, beispielsweise
nahe am neuen Operationszentrum. Verfügbare Plätze werden angezeigt.
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Prof. Dr. Thomas G. Schulze
Lehrstuhl für Psychiatrische
Phänomik und Genomik
Der neue Institutsdirektor erforscht
psychiatrisch-genetische Fragestellungen
P
rof. Dr. Thomas G. Schulze (Jahrgang 1969) hat
den Lehrstuhl für Psychiatrische Phänomik und
Genomik sowie die Leitung des gleichnamigen
neugegründeten Instituts (IPPG) an der LudwigMaximilians-Universität (LMU) München übernommen.
Dem Institut ist am Klinikum eine Spezialambulanz zur
Behandlung von Patienten mit bipolarer Störung angegliedert. Der Mediziner und Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie kommt von der Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität. Im Fokus seiner Arbeit stehen die Wechselwirkungen zwischen Genen und
Umwelt mit psychischen Erkrankungen wie der bipolaren
(manisch-depressiven) Erkrankung, der Schizophrenie
oder der Depression. Die Suche nach neuen individuellen
Behandlungsstrategien ist ein erklärter Schwerpunkt.
Der neue Direktor ist gebürtiger Nürnberger, verheiratet,
zwei Kinder. Er hat sein Studium der Humanmedizin an
der Universität Erlangen-Nürnberg, in Barcelona/Katalonien und in den USA absolviert; 1997 promovierte er in
Erlangen. Seit 1997 konzentriert er sich wissenschaftlich
auf psychiatrisch-genetische Fragestellungen. In seinen
bisherigen Positionen hat er maßgeblich an der Etablierung großer Kollektive von Patienten und Kontrollperso-
nen mitgewirkt. Solche Kollektive bieten die Grundlage für
wirklichkeitsnahe Studien und Forschungen.
National wie international ist Professor Schulze als Forscher
umfassend vernetzt. Er ist u. a. Mitglied im Nationalen Genomforschungsnetz (NGFN) des Bundesministeriums für
Bildung und Forschung (BMBF). Im März 2015 beginnt seine Amtszeit als Präsident der American Psychopathological
Association (APPA) – als erster Nicht-Amerikaner.
Professor Schulze: „An den Genen kommt natürlich auch
die moderne Psychiatrie nicht vorbei. Nahezu alle häufigen psychischen Störungen besitzen eine erbliche Komponente. Wir erhoffen uns, psychische Erkrankungen
früher erkennen und individueller behandeln zu können.
So könnte man auch den Erfolg einer Therapie oder Nebenwirkungen von Medikamenten vorab einschätzen.“
Die Erkenntnisse seines Teams in der von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft geförderten Forschergruppe
241 (www.kfo241.de) sollen u. a. klären, warum es zu
Rückfällen kommt.
KONTAKT
Prof. Dr. Thomas G. Schulze
)089/4400-55561 (Sekretariat)
thomas-schulze@med.uni*
muenchen.de
Prof. Dr. Daniel Edelhoff
Lehrstuhl für Zahnärztliche
Prothetik
Der neue Klinikchef ist Spezialist für
metallfreie Versorgungskonzepte und
digitale Zahnheilkunde
P
rof. Dr. med. dent. Daniel Edelhoff (Jahrgang
1959) hat den Lehrstuhl für Zahnärztliche Prothetik und die Leitung der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik am Klinikum Innenstadt der
Ludwig-Maximilians-Universität München übernommen.
28
KLINIKUMaktuell 01.2015
Sein Vorgänger Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Gernet ist
wegen Erreichens der Altersgrenze emeritiert. Mit ihm
hat der neue Chef über acht Jahre als Leitender Oberarzt
und Stellvertretender Klinikdirektor gearbeitet.
Prof. Edelhoff hat mit einem Team aus hoch spezialisierten Ingenieurinnen/Ingenieuren, Zahnärztinnen/-ärzten
und Zahntechnikerinnen/-technikern ein Kompetenzzentrum für computergestützten Zahnersatz geschaffen, das
international eine hohe Reputation erreicht hat.
perspektive klinikum
Der gebürtige Essener ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn. Er ist ausgebildeter Zahntechniker und studierte
Zahnmedizin an der RWTH in Aachen, wo er auch promovierte (1994). Dort begann seine wissenschaftliche und klinische Karriere. Sie schloss einen Forschungsaufenthalt in den
USA ein und führte 2003 zur Habilitation.
Der Spezialist für Prothetik (Deutsche Gesellschaft für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien e. V., DGPro):
„Meine Zielsetzung ist es, die Spitzenstellung der Poliklinik
als Zentrum für computergestützten festsitzenden und herausnehmbaren Zahnersatz weiter auszubauen.“
Vielen Experten gilt dies als entscheidender Schritt in die
Zukunft. Für die Entwicklung dieser Konzepte wurden in
den letzten Jahren mit Hilfe von Fördergeldern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und dem
Verein Deutscher Ingenieure e. V. (VDI) zwei Forschungs-
projekte durchgeführt. Ein drittes befindet sich zurzeit in der
Genehmigungsphase. Die Vorteile dieser Technologien sind
eine bessere Vorhersagbarkeit des Behandlungsergebnisses,
kürzere Behandlungs- und Fertigungszeiten sowie eine verbesserte Qualität und Biokompatibilität des Zahnersatzes.
Unsere alternde Gesellschaft stellt auch für die Zahnmedizin eine Herausforderung dar. Professor Edelhoff: „Einen
Schwerpunkt der Patientenversorgung wird zukünftig die
Alterszahnheilkunde bilden. Sie erfordert Zahnersatz, der
einfach zu handhaben und zu pflegen ist.“
KONTAKT
Prof. Dr. med. dent. Daniel Edelhoff
)089/4400-59511
daniel.edelhoff@med.uni*
muenchen.de
Prof. Dr. Wolfgang Böcker
Lehrstuhl für Unfallchirurgie
Der neue Ordinarius ist Experte
für Osteoporose und Wirbelsäulenverletzungen
P
rof. Dr. Wolfgang Böcker (Jahrgang 1967) hat den
Lehrstuhl für Unfallchirurgie und die Leitung der
Klinik für Allgemeine, Unfall-, Hand- und Plastische
Chirurgie am Klinikum der Ludwig-MaximiliansUniversität (LMU) übernommen. Sein Vorgänger Prof. Dr.
Wolf Mutschler, der die Unfallchirurgie maßgeblich weiterentwickelte, wurde in den Ruhestand verabschiedet. Prof.
Böcker kommt von der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Universität Gießen und Marburg.
Der gebürtige Karlsruher ist verheiratet und Vater von zwei
Kindern. Er studierte in Berlin und Toledo (USA) und promovierte am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin (1998). Nach einem Forschungsaufenthalt in
Boston (USA) folgte ein klinischer Aufenthalt in Baltimore
(USA). Der Unfallchirurg war früher schon am LMU-Klinikum tätig und habilitierte sich 2008 an der LMU. Als Spezialist für Arbeitsunfälle sammelte er Erfahrung während eines
einjährigen Aufenthaltes an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Ludwigshafen.
Seine bisherigen klinischen Schwerpunkte: Verletzungen der
Wirbelsäule, insbesondere die Versorgung durch schonende
minimalinvasive Verfahren; alters- und osteoporose-assoziierte Frakturen; große Revisionseingriffe bei periprotheti-
schen Frakturen; komplexe Frakturen der großen Gelenke.
Diese Inhalte stehen auch künftig im Zentrum der Weiterentwicklung der Klinik.
Professor Böcker: „In den letzten Jahrzehnten nahm die Unfallchirurgie an der LMU München immer eine Vorreiterrolle bei Innovationen ein. Beispielhaft ist die Versorgung
polytraumatisierter Patienten, das sind Schwerverletzte in
lebensbedrohlichem Zustand. Heute genießt der Lehrstuhl
für Unfallchirurgie am Klinikum der LMU München einen
exzellenten Ruf. Mein oberstes Ziel ist es, diese Spitzenstellung der Klinik als Maximalversorger weiter auszubauen.“
Wie der Mediziner betont, wird vor allem die Alterstraumatologie deutlich an Bedeutung gewinnen. Bereits jetzt sind
mehr als die Hälfte aller behandelten Frakturen mit Osteoporose assoziiert. Professor Böcker: „Dies verlangt von uns
eine interdisziplinäre Zusammenarbeit. Wir wollen Strukturen mit modernen Behandlungskonzepten weiter ausbauen. Unser höchstes Ziel ist es, die Selbstständigkeit der uns
anvertrauten Patienten zu erhalten.“ Die Spezialisierung
soll durch eine enge Kooperation mit der Orthopädie in einem Verbund gestärkt werden.
KONTAKT
Prof. Dr. Wolfgang Böcker
)089/4400-52501 (Sekretariat)
wolfgang.boecker@med.uni*
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herzlichen glückwunsch!
Dr. Nicole C. Eckert und Prof. Dr. Alfred O. Mueck
Dr. Nicole C. Eckert
Dr. Nicole C. Eckert, Klinik für Anaesthesiologie, Campus Großhadern,
wurde von der Deutschen Menopause
Gesellschaft (DMG) mit dem zweiten
Preis (750 Euro Dotation) ausgezeichnet. Damit wird ihre wissenschaftliche
Arbeit zum Risiko von Gefäßerkrankungen bei Frauen nach der Menopause anerkannt. Ihre Abteilung hat
die Studie in Kooperation mit dem
Hormon- und Kinderwunschzentrum
der LMU durchgeführt.
Dr. Sarah
Geisbüsch
Dr. Sarah Geisbüsch,
Assistenzärztin der
Gefäßchirurgie
am Klinikum,
bekam den WisDr. Sarah Geisbüsch
senschaftspreis
der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG)
überreicht.
wissenschaftlichen Fachgesellschaft
für drei Jahre bis 2017 wiedergewählt.
Der Leiter des Gefäßzentrums am
Klinikum der LMU hatte dieses Amt
schon seit 2012 inne.
werden, sich in der Lehre vermehrt zu
engagieren. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird an staatlichen Universitäten in Bayern vergeben, die Studierenden sind an der Auswahl beteiligt.
Professor Dr. Georg
Marckmann
Professor Dr. Christine
Spitzweg
Professor Dr. Georg Marckmann,
MPH, Vorstand des Instituts für Ethik,
Geschichte und
Theorie der Medizin der LMU,
wurde
erneut
zum Präsidenten der Akademie für Ethik in
der Medizin e. V. Prof. Dr. Georg
(AEM) gewählt. Marckmann
Er leitet damit für weitere zwei Jahre
die interdisziplinäre und interprofessionelle Fachgesellschaft für Medizinethik in Deutschland. Die AEM ist
u. a. Mitglied der Arbeitsgemeinschaft
der Wissenschaftlichen Medizinischen
Fach-gesellschaften (AWMF).
Professor Dr. Christine Spitzweg, Medizinische Klinik und Poliklinik II, Campus Großhadern, Leiterin des Interdisziplinären Schilddrüsenzentrums am
Klinikum (ISKUM) sowie Ko-Leiterin
des Zentrums für Neuroendokrine Tumoren (GEPNET-KUM), hat als erste
nicht in den USA tätige europäische
Forscherin seit 1957 auf dem diesjährigen Jahreskongreß der American
Thyroid Association in San Diego den
renommierten Van-Meter-Award erhalten. Der Preis wird für herausragende
wissenschaftliche Leistungen
auf dem Gebiet
der Schilddrüse
von der American
Thyroid
Association verliehen. Zudem
Prof. Dr. Christine
Spitzweg
wurde sie als
erste nicht in den USA tätige Professorin in das Board of Directors der American Thyroid Association gewählt.
Professor Dr. Martin Reincke
Professor Dr. Ulrich Hoffmann
Prof. Dr. Martin Reincke, Direktor der
Medizinischen und Poliklinik IV, Campus Innenstadt, wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung
und Kultus, Wissenschaft und Kunst
(StMBKWK) mit dem „Preis für gute
Lehre 2013“ ausgezeichnet. Damit
wird die Arbeit der besten bayerischen
Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer gewürdigt. Und es soll an den
Universitäten ein Anreiz geschaffen
Professor Dr. Ulrich Hoffmann,
Leiter der Sektion Angiologie der
Medizinischen Klinik und Poliklinik
IV, Campus Innenstadt, wurde bei der 43.
Jahrestagung
der Deutschen
Gesellschaft für
Angiologie e. V.
(DGA) zum PräProf. Dr. Ulrich Hoffsidenten
der
mann
Prof. Dr. Martin Reincke (l.), Staatssekretär Bernd Sibler
Dr. Michaela Stemberger
Dr. Michaela Stemberger, Hämostaseologische Ambulanz/Hämophiliezentrum des Klinikums, wurde
mit dem Günter
Landbeck
Excellence Award
2013 in der Kategorie „Klinische Arbeiten“ Dr. Michaela
ausgezeichnet. Stemberger
Sie hatte den Einfluss von therapeutischem Klettern auf die Therapiemotivation bei jungen Erwachsenen
mit Hämophilie untersucht und diese
zu mehr Sport ermuntert. Die Aner-
KLINIKUMaktuell 01.2015 31
ehrungen & klinikum
preise
perspektive
Dr. Torsten Olszak, Medizinische Klinik II, Campus Großhadern, wurde
im Rahmen des 33. Symposiums der
Walter-Siegenthaler-Gesellschaft für
Fortschritte in der Inneren Medizin für
seine herausragenden Forschungsarbeiten mit der Ludwig-Heilmeyer-Medaille in Silber (5.000 Euro
© Falk Foundation e.V.
Dr. Torsten Olszak
© Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege
kennung gilt ihren herausragenden
Forschungen im Bereich hämorrhagische Diathesen (Krankheitszustände mit erhöhter Blutungsneigung wie
Hämophilie). Mit dem von der Fa.
Baxter unterstützten Preis (20.000
Euro) soll ihr die Fortführung ihres
Projektes ermöglicht werden.
Privatdozent Dr. Christian J. Steib
Ministerin Melanie Huml, Dr. Stefan Zippel
schaft, Klinik und Lehre essentiell
unterstützt. PD Dr. Steib ist der erste
Ausgezeichnete.
Dr. Stefan Zippel
Dr. Stefan Zippel, Leiter der Psychosozialen Beratungsstelle an der Klinik
©massmedia-fotoservice
Herzenssache: LMU-Mediziner unter Top 50
Dr. Torsten Olszak mit Prof. Dr. Erland Erdmann,
Präsident der Gesellschaft
Dotation) ausgezeichnet. In seiner
im Journal Science veröffentlichten
Studie konnte er den ersten experimentellen Beweis für die sogenannte
Hygiene-Hypothese bei der Entwicklung von Autoimmunerkrankungen
erbringen.
PD Dr. Christian J. Steib
PD Dr. Christian J. Steib, Oberarzt der
Medizinischen Klinik und Poliklinik
II, Campus Großhadern, wurde das
Gustav Paumgartner Liver Research
Fellowship überreicht. Die Förderung
ist nach dem früheren Direktor der
Klinik benannt und wurde zu dessen
80. Geburtstag von der Falk Pharma
und CSL Behring gestiftet. Dadurch
wird die Hepatologie (Erkrankungen
der Leber) an der LMU in Wissen32
KLINIKUMaktuell 01.2015
Die LMU-Mediziner
Professor Dr. Julinda
Mehilli,
Professor
Dr. Stefan Kääb und
Privatdozent Dr. Dirk Sibbing, alle
Medizinische Klinik und Poliklinik I,
Campus Großhadern, sowie Professor Dr. Christian Weber, Direktor des
Instituts für Prophylaxe und Epidemiologie, Campus Innenstadt, gehören auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Forschung zu den Besten ihres
Fachs. Sie werden vom Magazin Laborjournal bei den Top 50 der in den
Jahren 2008-2012 am häufigsten zitierten Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
veröffentlicht. Die Häufigkeit, mit der
eine wissenschaftliche Originalarbeit
zitiert wird, gilt als Gradmesser für
die Bedeutung der vorgestellten Forschungsergebnisse.
Prof. Dr. Julinda
Mehilli
Prof. Dr. Stefan
Kääb
Die Forschungsschwerpunkte von
Prof. Mehilli, Leiterin des Bereichs
Herzkatheter, umfassen unter anderem
die Optimierung des Koronarstent-Designs und der therapeutischen Betreuung vor, während und nach Eingriffen
an Herzkranzgefäßen. Prof. Christian
Weber konzentriert sich auf die zellulären und molekularen Mechanismen,
die der Atherosklerose zugrunde liegen
und so neue therapeutische Optionen
bei koronarer Herzerkrankung (KHK)
eröffnen. PD Dr. Sibbing untersucht
Fragen der optimalen Behandlung von
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, etwa der
personalisierten Therapie von Patienten mit KHK und akutem Koronarsyndrom. Prof. Kääb, Leiter des Campus
Innenstadt der Med. Klinik I, erforscht
Ursachen und Risiken für Herzrhythmusstörungen und insbesondere deren
genetische Grundlagen.
PD Dr. Dirk Sibbing
Prof. Dr. Christian
Weber
ehrungen klinikum
& preise
perspektive
und Poliklinik für Dermatologie und
Allergologie, Campus Innenstadt, bekam von der Bayerischen Staatsministerin für Gesundheit und Pflege,
Melanie Huml, die Bayerische Gesundheits- und Pflegemedaille 2014
verliehen.
Seit 2003 hat der Psychologe über
900 Vorträge gehalten und damit ca.
150.000 Schülerinnen und Schüler der
10. bis 13. Klassen in seiner interaktiven Vorlesung über Risiken der HIVInfektion und sexuell übertragbarer
Krankheiten erreicht und aufgeklärt.
Sein Präventionsprojekt ist bundesweit
einzigartig. Mit der Medaille würdigt
die bayerische Regierung das außerordentliche Engagement von Dr. Zippel,
der auch in seiner Freizeit in der Beratung und Betreuung von Menschen mit
HIV und AIDS tätig ist.
Augenklinik: Preise für beste Leistungen
Dr. Lukas Reznicek, Dr. Florian Seidensticker: Julius-Springer-Preis für
Ophthalmologie (2.500 Euro Dotation), gestiftet von Springer Medizin,
Publikationspreis für ihre Arbeit zur
Uveitis posterior.
©DOG 2014 / Stefan Zeitz
PD Dr. Claudia Priglinger: SenatorHermann-Wacker-Preis (10.000 Euro
Dotation), gestiftet vom HermannWacker-Fonds für herausragende For-
V. l.: Dr. Florian Seidensticker, der den Preis auch für
den verhinderten Dr. Lukas Reznicek entgegennahm,
eine Vertreterin der Gesellschaft, Prof. Dr. Frank Holz
PD Dr. Claudia Priglinger und Susanne
Wacker-Waldmann (Stifterin)
schungsergebnisse zur Proliferativen
Vitreoretinopathie.
PD Dr. Kirsten Eibl-Lindner: Leonhard-Klein-Preis (15.000 Euro Dotation), gestiftet von der Leonhard-KleinStiftung für die Arbeiten zur Wirkung
von chirurgischen Eingriffen auf
die Regulationsvorgänge des Auges
(Nachstarprophylaxe).
© DOG 2014 / Stefan Zeitz
Dr. Ulrich
Brandlhuber
Dr. Ulrich Brandlhuber: bester deutscher Teilnehmer
des FEBO Examens
(Europäische Facharztprüfung für Augenheilkunde, Paris; 453 Kandidaten
aus 28 Ländern)
©DOG 2014 / Stefan Zeitz
Bei der Jahrestagung der Deutschen
Ophthalmologischen
Gesellschaft
wurden Mitarbeiter der Augenklinik,
Campus Innenstadt, ausgezeichnet.
PD Dr. Kirsten Eibl-Lindner und Prof. Dr.
Johann Roider (ehem. Präsident der DOG)
Ausgezeichnete
Lungenforschung
Im Rahmen des Kongresses der Europäischen Pneumologischen Gesellschaft (European Respiratory Society,
ERS) erhielten drei Wissenschaftler des
Münchner Comprehensive Pneumology
Centers (CPC-M) Preise für herausragende wissenschaftliche Leistungen.
Das CPC ist ein Forschungsverbund des
Helmholtz Zentrums München mit dem
Klinikum der Universität München, der
LMU und den Asklepios Fachkliniken
München-Gauting. Die Preisträger:
Dr. Kristin Westphalen, Klinikum:
ERS Best Publication
Maurizio
Vignola Award for
Innovation in Pneumology
(18.000
Euro Dotation) für
Dr. Kristin Westphalen
ihre
Publikation
(„Sessile alveolar macrophages communicate with alveolar epithelium to
modulate immunity“) in der Fachzeitschrift Nature
Professor Dr. Matthias Griese, Klinikum: ERS Rare
Pulmonary Disease
Research
Award
2014 (10.800 Euro
Dotation) für seine
Forschung zur kind- Prof. Dr. Matthias
lichen interstitiellen Griese
Lungenerkrankung
und die Etablierung einer europäischen
Vernetzungsplattform.
Dr. Dr. Melanie
Königshoff, Helmholtz Zentrum, ERS
Idiopathic Pulmonary Fibrosis (IPF)
Research
Award
2014 (7.500 Euro
Dotation) für die
Dr. Dr. Melanie
Ergebnisse
ihrer Königshoff
Nachwuchsgruppe
zur Lungenfibrose.
KLINIKUMaktuell 01.2015 33
vorsorge
Interview mit Dr. Markus Reinholz
über HPV-Infektionen und andere
sexuell übertragbare Krankheiten
Eine Spritze
gegen Viren
B
ei sexuell übertragbaren Krankheiten denken die
meisten Menschen an HIV und Hepatitis. Doch
dazu gehört noch eine Vielzahl anderer Leiden, die
an der STD-Ambulanz der Klinik für Dermatologie
und Allergologie am Klinikum der Universität behandelt werden. STD steht dabei für sexually transmitted diseases, also
Krankheiten, die in erster Linie durch Geschlechtsverkehr
übertragen werden. Die Ambulanz ist eines der führenden
Zentren in Bayern, dort werden unter anderem über 800 Patienten mit HPV-Infektionen therapiert, dazu circa 150 Patienten mit Syphilis. Im Jahr 2014 ist gerade bei diesen beiden
Infektionen die Zahl der Patienten sprunghaft angestiegen.
KLINIKUM aktuell sprach darüber mit Dr. Markus Reinholz,
Arzt in der STD-Ambulanz.
Syphilis ist eine Erkrankung, über die wenig in den Medien berichtet wird. Wie erklären Sie sich den Anstieg
der Betroffenen?
Die Erkrankung hatte in den 1970er und 1980er Jahren
schon mal ein Hoch in Ballungszentren wie München, in
den 1990er Jahren ging die Zahl der Infizierten zurück, und
jetzt steigt sie seit den 2000er Jahren stark an. Dies lässt
sich einerseits auf ein geändertes Meldeverfahren zurück-
34
KLINIKUMaktuell 01.2015
führen. Ein weiterer, wichtiger Grund sind jedoch die deutlichen Fortschritte in der HIV- und Hepatitis-Therapie und
der damit verbundene sorglosere Umgang mit Sexualität.
Möglicherweise verschärfen zusätzliche gesellschaftliche
Faktoren wie die Vereinfachung von flüchtigen Sexualkontakten über neue Medien die Situation.
Wie sieht der typische Syphilis-Patient aus?
Die meisten Betroffenen unserer Klinik sind Männer zwischen 20 und 45 Jahren.
Die sich durch Geschlechtsverkehr ohne Kondom
angesteckt haben?
Ein Kondom sollte bei neuen oder wechselnden Sexualpartnern selbstverständlich sein, denn es schützt vor
vielen Infektionen, zum Teil auch vor der Syphilis. Allerdings kann man sich mit dem Bakterium auch beim Küssen oder beim Oralverkehr anstecken.
Was sind die Symptome der Syphilis?
Das Tückische ist, dass sich die Erkrankung oft lange nicht
bemerkbar macht. Das früheste Zeichen ist meist eine
nicht heilende, offene Stelle an der Kontaktstelle. Treten
vorsorge
diese offenen Stellen am Penis oder am weiblichen Genital
auf, so denken viele Ärzte schon eher an die Syphilis. Treten sie aber am Anus oder in der Mundhöhle auf, so wird
oft nicht an die Syphilis gedacht und die Diagnose verzögert. In einem späteren Stadium treten manchmal Ausschläge am Oberkörper oder an den Handflächen auf. Bei
einem unklaren, therapieresistenten Hautausschlag sollte
man eine Syphilis in Erwägung ziehen und ggf. ausschließen. Erst nach Jahren kommt es zu Organbefall. Es geht
einfach darum, dass man für die Erkrankung sensibilisiert
ist und sich testen lässt. Die Infektion kann man z. B. durch
einen einfachen Bluttest nachweisen.
Wie behandeln Sie Syphilis?
Mit einer Penicillin-Therapie, dabei wird der Wirkstoff als
Spritze verabreicht. Besteht die Erkrankung schon länger
und hat das Nervensystem befallen, muss man das Penicillin über eine Infusion geben, da man sonst das Nervensystem nicht ausreichend erreicht.
Einen weiteren Anstieg verzeichnen Sie bei den sogenannten HPV-Viren. Was ist an ihnen so gefährlich?
HPV steht für Humane Papillomaviren. Das sind Viren, mit
denen sich sowohl Männer als auch Frauen infizieren können. Die Übertragung erfolgt am häufigsten durch ungeschützte sexuelle Kontakte. Die Infektion mit HPV verursacht zunächst keine klinischen Symptome. Bei manchen
Frauen kann es jedoch zu einer chronischen Infektion mit
HP-Viren kommen, was im Laufe der Zeit zu Zellveränderungen und in der Folge zu Gebärmutterhalskrebs führen
kann. Es existieren weit über 100 Subtypen von HP-Viren.
Viele tragen nur ein geringes Risiko für eine Krebserkrankung. Diese sogenannten Low-Risk-Typen können allerdings bei Männern und Frauen Genitalwarzen oder gutartige Veränderungen am äußeren Genitoanalbereich und
bei Frauen in der Scheide verursachen.
HP-Viren
empfinden sie als störend und belastend, außerdem werden sie beim Geschlechtsverkehr weiter übertragen. Man
kann sie entweder chirurgisch entfernen oder mit verschiedenen Cremes behandeln, die das Immunsystem stimulieren. Aber am besten ist es, wenn man sich gar nicht
erst mit HP-Viren infiziert. Eine sehr wirksame Prävention
ist die Impfung. Diese ist leider, je nach Impfstoff, nur gegen die zwei oder vier häufigsten Subtypen gerichtet.
Für wen ist sie geeignet?
In Bayern ist sie bisher nur für Frauen zugelassen, bis zum
17. Lebensjahr zahlen die Kassen, und danach muss man
selbst zahlen. Für Männer ist sie bei uns noch nicht zugelassen, während das in Sachsen, den USA, in Österreich
und in Australien längst der Fall ist.
Nutzt diese Impfung nur, wenn man noch keinen
Geschlechtsverkehr hatte, sich also noch nicht angesteckt hat?
Das würde ich so pauschal nicht sagen. Es gibt Berichte
von Patienten, die erst nach einer Infektion geimpft wurden
und bei denen sich eine Stabilität des Befundes eingestellt
hat, die Betroffenen also davon profitiert haben. Ich persönlich befürworte auch die Impfung von Männern. Ich glaube,
dass wir in puncto HPV-Impfung noch großen Informations- und Forschungsbedarf haben.
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Was ist so schlimm an Genitalwarzen?
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Besseres
für den H
Mediziner sollen wieder Lust auf
diesen Beruf bekommen. Darum
bemüht sich an der LMU das neue
Institut für Allgemeinmedizin
Eine typische Situation in der Lehrpraxis: die künftige Ärztin,
hier cand. med. Nora Stigrot von der LMU, im Gespräch mit dem
Patienten. Aufmerksamer Zuhörer ist der erfahrene Ausbilder
Prof. Dr. Jörg Schelling, der in Martinsried bei München eine
große Gemeinschaftspraxis betreibt
A
n der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München wurde das
Institut für Allgemeinmedizin gegründet. Seine
Aufgabe ist es, Lehre und Forschung in diesem
Fach der medizinischen Ausbildung (Medizinisches Curriculum, MeCuM) zu koordinieren und weiterzuentwickeln. An weit über 250 Lehrpraxen in und um München
werden Studierende der Medizin in zahlreichen Pflichtveranstaltungen am Patienten ausgebildet und direkt
mit dem Beruf in Berührung gebracht. Zuständig sind
ehrenamtlich tätige Lehrbeauftragte, das sind aktive und
erfahrene Hausärzte mit besonderem Engagement und
didaktischem Geschick.
Kommissarischer Leiter des Instituts ist der niedergelassene Facharzt für Allgemeinmedizin, Professor Dr. Jörg
Schelling. Er sagt: „In den Lehrpraxen wird der Unterricht unter den Alltagsbedingungen hausärztlicher Praxen durchgeführt. Studierende lernen so die faszinierende Vielfalt der allgemeinmedizinischen Tätigkeit kennen.
Wir müssen den Beruf des Hausarztes für den Nachwuchs
wieder attraktiv machen.“
Das Institut entwickelte sich aus dem Bereich Allgemeinmedizin, der an der Leitung der Medizinischen Poliklinik
Innenstadt angebunden war. Es wurde jetzt als eigenständige Einrichtung innerhalb des Klinikums etabliert. Dies
signalisiert eine deutliche Weiterentwicklung der universitären Allgemeinmedizin an der LMU. Professor Schelling:
„Das sind wichtige Schritte, um den Beruf des hausärztlich tätigen Allgemeinarztes nachhaltig zu fördern.“
Die dringend notwendige Trendwende soll helfen, drohende Versorgungslücken, speziell in ländlichen Gebieten, zu
schließen. Fachleute gehen davon aus, dass bis zum Jahr
2020 jährlich 2.000 Hausärztinnen und Hausärzte ihre Praxen zumachen, Nachwuchs ist Mangelware – immer weniger junge Mediziner haben Lust auf Hausarzt.
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für trockene Augen
Keine Nachfolger für Landärzte
Professor Dr. Schelling: „Schlagzeilen vom Landarzt, der
keinen Nachfolger findet, beunruhigen die Menschen.
Generell werden alle Studierenden der Medizin so früh
wie möglich und durchgängig in allgemeinmedizinischen
Lehrpraxen (mit)ausgebildet. Idealerweise kommen sie
während ihres gesamten Studiums kontinuierlich mit der
Hausarztmedizin in Kontakt. An der LMU geschieht dies
bereits in der Vorklinik und wird dann während der klinischen Semester intensiviert. Neben Fertigkeiten und Erfahrungen in typischen Aufgabenstellungen und
Arbeitsweisen wird die Freude
an diesem abwechslungsreichen Beruf vermittelt.“
Der Arbeitsbereich der Allgemeinmedizin
beinhaltet die
Mobile
Praxis in der
Grundversorgung aller Patienten
Arzttasche
mit körperlichen und psychischen Gesundheitsstörungen in der Notfall-, Akut- und Langzeitversorgung.
Wesentliche Bereiche der Prävention und Rehabilitation
gehören ebenso dazu.
Wichtige erste Anlaufstelle für Patienten
Klinisch tätige Hausärztinnen und Hausärzte fungieren
als erste Anlaufstelle für die Patienten und können auf
ihrer Versorgungsebene die Mehrzahl der an sie herangetragenen Gesundheitsprobleme lösen. Die Allgemeinmedizin in der universitären Lehre versteht sich
als Bindeglied zwischen der ambulanten hausärztlichen
Tätigkeit und der klinischen wissenschaftlichen Hochschulmedizin.
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Spezialisiert auf den ganzen Menschen
Professor Schelling leitet das Institut als kommissarischer Direktor und ist ein äußerst erfahrener Mann der
Praxis. Er sagt: „Die Tätigkeit als hausärztlich aktiver
Facharzt für Allgemeinmedizin ist, wie ich aus meiner
täglichen Praxis in Martinsried bestätigen kann, ungemein interessant und befriedigend. Der Patient wird in
seiner Gesamtheit und in seinem familiären und sozialen
Umfeld wahrgenommen und behandelt – Allgemeinmedizin ist spezialisiert auf den ganzen Menschen.“
3 Monate nach dem
ersten Öffnen verwendbar
KLINIKUMaktuell 01.2015 37
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Immer
kalte
FüSSe?
Sprechstunde
beim Hausarzt
Z
u kalten Füßen kommt es primär durch Durchblutungsstörungen. Die können nervlich bedingt
sein oder durch Gefäßprobleme, durch eine Fehlregulation, durch Stress und Belastung. Das sind
die Hauptursachen, denen wir in der Praxis begegnen.
Doch es treten immer wieder auch Verläufe mit anderen
Ursachen auf. Wenn beispielsweise zu heftigen Bauchschmerzen die Füße sehr schnell sehr kalt werden, dann
haben wir es mit einer akuten körperlichen Problematik
zu tun. Da muss der Arzt nicht versuchen, biopsychosoziale Zusammenhänge zu klären, sondern notfallmäßig
handeln. Kalte Füße können auch, wenngleich selten, im
Zusammenhang mit einer Embolie auftreten.
38
Ein typisches Frauenproblem –
wie der Hausarzt helfen kann und
was man selber unternehmen kann
Gerade zur Winterzeit gehen viele Frauen mit dicken
Socken und einer Wärmflasche ins Bett. Das Wetter ist
eine Erklärung für das Problem. Doch es gibt auch eine
Reihe anderer Gründe für Eisbeine (und oftmals auch
kalte Hände). KLINIKUM aktuell sprach darüber mit
Prof. Dr. Jörg Schelling, kommissarischer Direktor des
Instituts für Allgemeinmedizin an der LMU.
ob eine andere Erkrankung dahintersteckt, ob es eine
familiäre Vorgeschichte gibt. Wobei die Untersuchung
der Schilddrüse immer zur Basisdiagnostik gehören
sollte.
Je nach Ergebnis muss nach schulmedizinischem
Ansatz individuell vorgegangen werden, auch mit
Medikamenten. Der Arzt kann bei organischen und
funktionellen peripheren Durchblutungsstörungen
Kalziumantagonisten verordnen. Das muss
aber abgewogen werden. Wenn der Patient
dies nicht möchte oder wenn die Nebenwirkungen größer wären als die Wirkung,
wenn nichts Gefährliches dahintersteckt,
helfen praktische Verhaltenstipps. Es
gibt auch homöopathische Ansätze,
der Arzt sollte sie nicht ablehnen,
wenn der Patient sich davon Hilfe verspricht. Dann funktionieren
Globuli – wer hilft, hat recht.
Der Allgemeinmediziner sieht ja nicht nur isoliert ein
Symptom, sondern immer den ganzen Menschen. Deshalb wird sein Beratungsansatz stark davon beeinflusst,
was der Mensch mitbringt. Ein älterer Patient mit Vorerkrankungen der Gefäße oder mit Diabetes wird anders
beurteilt als eine junge Frau, die sonst keine Begleiterkrankung hat. Normalerweise weiß der Hausarzt in etwa,
was dieser Patient noch mitbringt, ob er beispielsweise
Raucher ist.
Ein Thema ist auch die Ernährung. Wer
rein vegan lebt oder strikt auf Diät ist, magersüchtig oder sonst wie mangelernährt, leidet
oftmals unter kalten Füßen. Und unter starkem Stress, weil er bestimmte gesellschaftliche Vorgaben erfüllen möchte. Auch das muss
beim hausärztlichen Gesamtblick betrachtet
werden.
Generell raten wir, andere Ursachen auszuschließen.
Wir machen eine Anamnese, erheben also die medizinische Vorgeschichte. Dazu kommt oftmals Diagnostik mit
Messung des Blutdrucks und der Durchblutung, Blutabnahme für Laboruntersuchungen, um Diabetes oder Anämie, also Blutarmut, abzuklären. All dies geschieht in
der Regel beim ersten Besuch. Es muss geklärt werden,
Von meinem Vater, der auch Hausarzt war, Das Blut muss bis in die
habe ich gelernt: Der erste Patient Montag- letzte Zelle hinein ungefrüh und der letzte am Freitagabend können hindert fließen können
genau die sein, die am schwersten krank
sind. Man kann kalte Füße also nicht einfach als Banalität abtun, denn es kann immer eine hochkomplexe
Problematik die Ursache sein.
KLINIKUMaktuell 01.2015
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Frauen sind
Frostbeulen
F
rauen haben häufiger kalte Füße als Männer, und das nicht nur im
Winter. Vermutlich liegt es daran, dass der weibliche Organismus insgesamt weniger Wärme produziert, weil Frauen mit einer geringeren
Muskelmasse und weniger Körpermasse ausgestattet sind als Männer. So bekommen sie Probleme, wenn die Temperaturen fallen. Ein überaktives vegetatives Nervensystem, die Neigung zu niedrigem Blutdruck und eine
Reihe anderer Faktoren können ebenfalls mitverantwortlich sein.
Sinkt die Außentemperatur, ist unser Körper darauf programmiert, vor allem die Körpermitte und mit ihr die lebenswichtigen Organe sowie das Gehirn zu schützen. Dafür entzieht er den äußersten Gliedmaßen, also Fingern, Zehen, Händen und Füßen Wärme. Das geschieht, indem er das
Wärmetransportmittel Blut reduziert. Wir frieren.
Nasse Füße: Durch die kühle Feuchtigkeit auf der Haut bildet sich Verdunstungskälte – der Körper stellt die Blutgefäße enger. Das passiert auch
bei Schweißfüßen.

Das hilft
Banal, aber wirksam: Füße brauchen
Wärme und Schutz vor schlechtem Wetter, vor Nässe und Kälte. Also hinein in
warme Winterstiefel, die wetterfest sind.
Und das Schuhwerk muss passen, darf nicht zu klein und zu eng,
die Absätze dürfen nicht zu hoch sein. Denn wenn es irgendwo
drückt, werden auch kleine Blutgefäße zusammengedrückt, das
spielt oftmals eine Rolle bei schlechter Durchblutung. Ein warmes
Fußbad und dicke Socken heizen den Füßen wieder ein. Generell
für Wärme sorgen, mit heißen Tees. Wichtig: regelmäßig Bewegung und genügend Flüssigkeit trinken, damit der Kreislauf nicht
im Bereich des niedrigen Blutdrucks bleibt.
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Was schuld ist an kalten Füßen
l
Kälte, Nässe
Enge Schuhe, Schweißfüße
l Niedriger Blutdruck, orthostatische Hypotonie
lArteriosklerose
lRauchen
l Durchblutungsstörungen der Extremitäten
(pAVK, periphere arterielle Verschlusskrankheit)
lDiabetes
lHerzerkrankungen
lBlutarmut
lRaynaud-Syndrom: Gefäßerkrankung mit Gefäßkrämp fen und Minderdurchblutung an Fingern und Zehen
lAkrozyanose: führt zu symmetrischen, unterschiedlich
stark ausgeprägten bläulichen Verfärbungen der
Hände und Füße als Folge einer Gefäßstörung, die
durch Unterkühlung verstärkt wird
lAndere Gefäßstörungen, zum Beispiel Frostbeulen
l Stress, psychische Belastungen
lAngststörungen (mit Hyperventilation), Depressionen
lMagersucht
lFibromyalgie
lSchilddrüsenunterfunktion
l Nebennierenrindeninsuffizienz
lMedikamente
l
Bei Problemen sollte der Blutdruck regelmäßig kontrolliert werden
Chronisch gestörtes Kälteempfinden: Mit dem Blut wird
die innere Körperwärme in die weiter vom Herzen entfernten Teile und an die Körperoberfläche transportiert. Funktioniert das an den Füßen nur schlecht, frieren wir – die Füße
fangen an, zu schmerzen, die Haut kann sich verfärben, Gewebe sich verändern. Störungen im gesamten Blutkreislauf
sowie in den Gefäßen vor Ort sind dafür verantwortlich. Nerven und Hormone: Unsere Füße sind hochsensibel.
Feinste Sensoren der Haut und Muskeln melden jeden
Druck, jeden äußeren Reiz. Tausende Nervenbahnen enden in den Zehenspitzen und leiten Informationen weiter. Bestimmte Nervenverbindungen sind maßgeblich
daran beteiligt, dass je nach Bedarf mehr oder weniger
Blut in die einzelnen Körperteile fließt.
Nervenstörungen: vor allem im peripheren Nervensystem, wirken sich auf die Kälte- und Wärmeregulation der
Füße aus. Diabetes zum Beispiel kann über die Jahre zu
solchen Schäden führen (diabetische Neuropathie).
Bitte lesen Sie dazu auch Seite 16, das Thema zur
Venenthrombose
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KLINIKUMaktuell 01.2015 41
wohlfühlen & geniessen
Die Tage
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wohlfühlen & geniessen
ge vor den Tagen
Was die Gynäkologie gegen das Prämenstruelle Syndrom (PMS) tun kann
D
er weibliche Zyklus umfasst die Menstruation, Follikelreifung und Eisprung und dauert im
Schnitt circa 28 Tage. Ein Teil der Frauen klagt
über Beschwerden während der Monatsblutung,
ein großer Teil ist schon in den Tagen vor den Tagen von
Symptomen geplagt. Diese Beschwerden werden unter
dem Begriff „Prämenstruelles Syndrom“ (PMS) zusammengefasst. KLINIKUM aktuell sprach mit Privatdozentin Dr.
Nina Rogenhofer, Stellvertretende Leiterin des Hormonund Kinderwunschzentrums der Klinik und Poliklinik für
Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Campus Großhadern.
Was ist das Prämenstruelle Syndrom genau?
Das Prämenstruelle Syndrom ist ein komplexes Beschwerdebild, das vier bis 14 Tage vor dem Einsetzen der Regel
auftritt. Betroffen sind ein Drittel der Frauen im gebärfähigen Alter. Bei manchen Frauen sind die Beschwerden nur
sehr gering ausgeprägt, bei anderen ist der Leidensdruck
derartig, dass sie nicht zur Arbeit gehen können.
Was sind das denn für Beschwerden?
Wir unterscheiden zwischen physischen und psychischen
Beschwerden. Zu den körperlichen zählen unter anderem
Unterleibsschmerzen, Spannungsgefühl in den Brüsten,
Kreislaufprobleme, Heißhunger, Rückenschmerzen, Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Kopfschmerzen, unreine
Haut, Verstopfung, Blähungen, Völlegefühl, Wassereinlagerungen im Gewebe mit Gewichtszunahme, Konzentrationsprobleme, Müdigkeit, Schwindel, Schlafstörungen. Zu den
psychischen Symptomen zählen depressive Verstimmungen, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen und Ängste.
Wie stellen Sie überhaupt die Diagnose?
Beim PMS handelt es sich um eine Ausschlussdiagnose.
Kommt zum Beispiel eine Patientin mit Wassereinlagerungen, müssen wir zunächst organische Ursachen wie Erkrankungen des Herzens oder der Nieren abklären, oder

Der weibliche Zyklus
Der erste Tag im weiblichen Zyklus ist der, an dem
die Menstruation einsetzt. Die Gebärmutterschleimhaut wird abgestoßen, die Werte von Östrogen und
Gelbkörperhormon sind niedrig. Die Blutung dauert
im Schnitt fünf Tage. Bis zum 12. Tag findet die Follikelreifung statt, gleichzeitig wird in der Gebärmutter
die Schleimhaut aufgebaut, der Östrogenwert steigt
an. Zwischen dem 12. und dem 14. Tag findet der
Eisprung statt. Die ovulierte Eizelle wird vom Eileiter
„aufgefangen“. Danach wäre der ideale Zeitpunkt für
eine Befruchtung durch eine Samenzelle. Die Eizelle (befruchtet oder unbefruchtet) durchwandert den
Eileiter, um am 5. Tag die Gebärmutter zu erreichen.
Die bisherige Hülle des Eis (Follikel) verwandelt sich
zum „Gelbkörper“. Hat keine Befruchtung stattgefunden, wird die Schleimhaut ab circa Tag 25 wieder
abgebaut und das Gelbkörperchen degeneriert. Die
Monatsblutung setzt am 28. Tag ein und ein neuer
Zyklus beginnt. Nicht alle Frauen haben einen 28-tägigen Zyklus. Der Ablauf kann sich verkürzen oder
verlängern.
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wohlfühlen & geniessen
bei Unterleibschmerzen z. B. ein Myom als deren Ursache.
Erst wenn klar ist, dass keine anderen Erkrankungen die
Beschwerden hervorrufen, können wir von PMS sprechen.
Was ist die Ursache für all diese Beschwerden, über
die wir gerade sprachen?
Die genaue Ätiologie der Beschwerden ist tatsächlich bis
heute noch nicht geklärt. Wir wissen aber, dass die Symptome nur in der Zeit zwischen dem Eisprung und dem Einsetzen der Monatsblutung auftreten. Während der Eizellreifung (1. Zyklushälfte) treten diese nicht auf. Auch wenn
wir die genaue Ursache nicht kennen: Wir wissen, dass
bestimmte Faktoren das Syndrom auslösen oder
verstärken können.
Welche Faktoren sind das?
Unter anderem ein Überschuss des Hormons
Prolaktin. Prolaktin ist ein Hormon, das während
der Schwangerschaft und der Stillzeit das Wachstum der Brustdrüse und die Produktion von
Muttermilch ermöglicht. Weitere Faktoren
sind Störungen der Schilddrüse, Pilzinfektionen, aber auch Rauchen, Bewegungsmangel, Stress und zu viel Koffein können die
Beschwerden verstärken. Bei einem Teil der
PMS-Betroffenen werden die Beschwerden
bereits durch Lebensstiländerung gebessert,
z. B. wenn die Frauen regelmäßig Sport treiben oder auf
Nikotin und Koffein verzichten.
Wenn eine Lebensstiländerung allein nicht ausreicht –
welche Therapie können Sie den Frauen anbieten?
Bevor man sich für eine Therapie entscheidet, ist zu klären, welche Symptome im Vordergrund stehen. Stehen
ausgeprägte Depressionen mit hohem Leidensdruck im
Vordergrund, ist eine Betreuung zusammen mit den Kollegen der Psychiatrie sinnvoll, da diese Patientinnen oft
von einem Antidepressivum aus der Klasse der SerotoninWiederaufnahmehemmer (SSRI) profitieren. Manchmal
haben wir gute Erfolge mit der Gabe von Mönchspfeffer,
einem pflanzlichen Präparat, das auch bei Zyklusstörungen hilft. Die einfachste Therapie ist aber, die zyklischen
Hormonschwankungen mittels der Antibabypille auszugleichen, was aber nur bei Frauen möglich ist, bei denen
keine Kontraindikationen vorliegen.
Von Patientinnen mit Kinderwunsch einmal abgesehen – für wen ist denn die Pille nicht geeignet?
Bei Migräne mit Aura ist die Pille kontraindiziert, ebenso
bei starkem Übergewicht. Hauptproblem ist das resultierende erhöhte Thromboserisiko. Wir versuchen auf jeden
Fall, für jede Frau eine individuelle Lösung zu finden. Ein
Trost, den wir unseren Patientinnen geben können, ist,
dass mit dem Ende des Zyklusgeschehens in den Wechseljahren sich auch das Prämenstruelle Syndrom reduziert und letztlich verschwindet.
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Konzeption, Redaktion, Text: Ulrike Reisch, Rosemarie Ippisch
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das Schicksal kranker Kinder und ihrer Eltern zu verbessern.
Wir stellen sie steckbriefartig vor. Sie arbeiten ehrenamtlich,
sind als gemeinnützig anerkannt und auf Spenden sowie Mitgliedsbeiträge angewiesen, um ihre Aufgaben zu finanzieren.
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Am Anfang standen Eltern: Kim, Tochter des amerikanischen
Football-Spielers Fred Hill von den „Philadelphia Eagles“,
erkrankte 1973 an Leukämie. Als es Kim besser ging, startete Hill eine Spendenaktion für ein kliniknahes Elternhaus.
McDonald‘s-Gründer Ray Kroc, der den Verein unter Vertrag
hatte, verdoppelte jeden eingeworbenen Dollar. Heute gibt
es weltweit 342 Ronald McDonald Häuser in 37 Ländern.
Konzept: Die McDonald‘s Kinderhilfe setzt sich seit 1987
für schwerkranke Kinder in Deutschland ein. Die Stiftung
betreibt 21 Häuser in der Nähe von Kinderkliniken. In vier
Ronald McDonald Oasen können sich Familien direkt in
der Klinik zurückziehen. Darüberhinaus fördert die Stiftung
Projekte, die sich dem Wohlergehen von Kindern widmen.
Das Haus am Campus Großhadern wurde 1997 eröffnet – 14
Apartements, Gemeinschaftsküche, Spielbereiche, Abenteuerspielplatz. Bis heute hat es 4.200 Familien beherbergt.
Kontakt: Hausleiterin Judith Wagner,
Max-Lebsche-Platz 15, 81377 München ) 089/74 00 66-0
* info@mcdonalds-kinderhilfe.org
Spendenkonto: IBAN: DE02 7002 0500 0008 8460 02;
BIC: BFSWDE33MUE
www.mcdonalds-kinderhilfe.org
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Stiftung Kindergesundheit e. V.
Wurde 1997 von Professor Dr. Berthold Koletzko, Leiter
der Abteilung für Stoffwechselstörungen und Ernährungsmedizin am Dr. von Haunerschen Kinderspital
in München, ins Leben gerufen. Die Stiftung setzt
sich für den Schutz der physischen und psychischen
Gesundheit von Kindern ein, und zwar durch Forschungsförderung, Modellprojekte und Öffentlichkeitsarbeit.
Schwerpunkte sind beispielsweise Regulationsstörungen in
der frühen Kindheit, Übergewicht, Allergien, ADHS und der
Schutz vor Passivrauch.
Projekte: Die Stiftung hat diverse Projekte initiiert und erfolgreich durchgeführt. Dazu zählen u. a. „Die Rakuns“ – das
gesunde Klassenzimmer für Grundschulkinder, „TigerKids“
zur Vorbeugung von Adipositas im Vorschulalter, „PowerKids“ zur Hilfe von übergewichtigen Kindern. Zusätzlich
unterstützt die Stiftung wissenschaftliche Studien zur verbesserten Ernährung im Säuglingsalter und gegen Allergien.
Kontakt: Stiftung Kindergesundheit, c/o Dr. von Haunersches Kinderspital, Lindwurmstr. 4, 80337 München.
1. Vorsitzender des Stiftungsvorstandes ist Prof. Dr. Berthold
Koletzko.
* info@kindergesundheit.de
Spendenkonto: Stiftung Kindergesundheit, IBAN:
DE41700202700052055520; BIC: HYVEDEMMXXX
www.kindergesundheit.de
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Herz für Herz –
Stiftung für Leben!
Wurde von dem Münchner Unternehmerehepaar Dr. phil. h.
c. Dr. h. c. Erich und Dr. h. c. Irène Lejeune im Jahre 2003 ins
Leben gerufen. Die Stiftung wird von Firmen, Institutionen
und Einzelpersonen unterstützt. Sie ermöglicht u.a. Herzoperationen, Eingriffe am Herzen und diagnostische Maßnahmen bei Patienten, insbesondere bei Kindern aus armen
Regionen der Welt.
Projekte: Die Stiftung unterstützt weltweit die Aus- und Fortbildung von Ärzten und medizinischem Hilfspersonal, die
Entwicklung moderner Verfahren zur Behandlung von Herzund Kreislauferkrankungen, wissenschaftliche Projekte und
Veranstaltungen, die Aufklärung über die Bedeutung von
Herz- und Kreislauferkrankungen und ihre Behandlungen.
Seit mehreren Jahren engagiert sich die Stiftung insbesondere für zwei Projekte in Vietnam und Südafrika, wo herzkranken Kindern geholfen wird.
Kontakt: Denninger Str. 15 / III, 81679 München
) 089/89 30 90 50 821
Spendenkonto: HypoVereinsbank München, IBAN. DE83
700 202 7000 6605 0700; BIC: HYVEDEMMXXX
Luzerner Kantonalbank, BIC/SWIFT: LUKBCH2260A,
IBAN: CH25 077 8018 8551 0240 4
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