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Marktreport
30. Januar 2015
Wirtschaft · Finanzen · Edelmetalle
USD per Feinunze Gold
UNSERE TOP-THEMEN
1800
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Die EZB bringt 1.140.000.000.000 neue Euro in
Umlauf (S. 2)
1500
1400
Der Euroraum steht vor einer Politik der Geldmengenvermehrung, die noch
schwindelerregende Dimensionen annehmen könnte.
1300
1200
1100
Jan 12
Jan 13
Jan 14
Jan 15
Die Geldpolitik der ungehemmten Geldmengenvermehrung läuft Gefahr, einen
Vertrauensverlust in die Kaufkraft des Geldes auszulösen.
USD per Feinunze Silber
39
Griechenland: Schrecken ohne Ende (S. 6)
36
Dass Griechenland den Euroraum verlässt, ist noch nicht beschlossen, das Szenario eines „Schreckens ohne Ende“ ist noch nicht vom Tisch.
33
30
27
Von der Schweiz lernen (S. 7)
24
Die Schweizer haben gezeigt, dass eine Politik, die in die falsche Richtung führt,
beendet werden kann. Daraus sollte der Euroraum lernen.
21
18
15
Jan 12
Jan 13
Jan 14
Jan 15
EURUSD
1,35
Edelmetallmarktbericht: Das Interesse der Edelmetall-ETF-Investoren kehrt zurück (S. 10 bis 11)
1,30
1,25
Die Zinssteigerungsphantasien lassen nach – und das sollte insbesondere das
Interesse der institutionellen Investoren an den Edelmetallmärkten stärken.
1,20
1,15
1,10
Jan 12
Jan 13
Jan 14
Jan 15
Quelle: Bloomberg. Tageswerte.
Edelmetallpreise
Aktuell
(Spot)
Veränderungen gegenüber (in Prozent):
2W
3M
12 M
I. In US-Dollar
Gold
1.263,2
3,3
7,6
4,8
Silber
17,0
2,9
5,1
-12,7
Platin
1.224,5
-0,7
-1,0
-10,8
775,8
-3,4
-2,1
8,1
Gold
1.114,5
7,9
19,0
27,5
Silber
15,0
7,7
16,3
6,0
Platin
1.079,3
3,9
9,6
8,4
684,6
1,5
8,3
31,3
17,4
II. In Euro
Palladium
Wirtschaftspolitischer Kommentar: Überzogene
Deflationssorgen (S. 8 bis 9)
Im heutigen ungedeckten Papiergeld ist nicht Deflation, sondern Inflation die
Bedrohung, gegen die sich Sparer und Investoren schützen müssen.
1,40
Palladium
Achtung: Währungskrise (S. 3 bis 5)
III. Goldpreis in anderen Währungen
JPY
148.858,6
2,7
13,0
CNY
7.894,0
4,0
10,1
8,2
GBP
838,0
3,9
13,5
15,2
INR
78.050,4
1,9
8,4
4,7
RUB
87.105,6
15,8
73,3
119,8
Quelle: Bloomberg, eigene Berechungen.
Wirtschafts- und Marktentwicklungen (S. 18)
Der Goldpreis erholt sich. Das könnte auch den Bitcoin-Preis unterstützen. –
Der Euro-Bankenapparat wächst wieder. – US-Bankkredite wachsen kräftig,
Schrumpfung der Euro-Bankkredite lässt nach.
2
30. Januar 2015
1,14 Billionen neue Euro sind vermutlich erst der Anfang
Täglich fällige Verbindlichkeiten der EuroBanken und ihre Kassenguthaben (Mrd.
Euro)
5000
Die EZB bringt 1.140.000.000.000
neue Euro in Umlauf.
Der Euroraum steht vor einer Politik der Geldmengenvermehrung, die
noch schwindelerregende Dimensionen annehmen könnte.
4000
3000
~4.7 Billionen Euro
2000
1000
0
99
03
07
11
Sichtverbindlichkeiten
Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat am 22. Januar 2015 beschlossen, zusätzlich zu Hypothekenpfandbriefen und Bankkrediten auch noch EuroStaatsanleihen aufzukaufen. Ab März 2015 wird die EZB monatlich Kreditschulden in Höhe von insgesamt 60 Mrd. Euro erwerben – die mit neuen, aus dem
Nichts geschaffenen Euro bezahlt werden. Bis September 2016 sollen auf diese
Weise zusätzlich 1,14 Billionen Euro (in Zahlen: 1.140.000.000.000) geschaffen
werden.
15
Kassenhaltung
Quelle: Thomson Financial.
Interview mit Bundesbankpräsident Dr.
Jens Weidmann in der Bild-Zeitung vom
24.01.2015
Frage Bild:
„Ab diesem Jahr verliert die Bundesbank
in einigen Monaten ihr Stimmrecht im
EZB-Rat. Fürchten Sie, dass ausgerechnet
dann noch mehr Entscheidungen gegen
Ihren Willen getroffen werden könnten?“
Antw ort Dr. Jens Weidman:
„Nein - an solchen Winkelzügen wird keiner ein Interesse haben. Im Übrigen bin
ich bei jeder Sitzung dabei und werde mit
Nachdruck meine Argumente vortragen.“
Siehe hierzu „Deutschlands Schwächung
im EZB-Rat“, in: Degussa Marktreport, 20.
Juni 2014, S. 4 ff. Den Report können Sie
hier einsehen.
Doch das ist vermutlich nur der Anfang einer großangelegten Monetisierung der
Euro-Schulden. Die Anleihekäufe wecken politische Begehrlichkeiten, die kaum
mehr beherrschbar sind – vor allem von Seiten der Staaten und Banken. Schon
bald könnte sich zeigen, dass eine zusätzliche Geldmenge in Höhe von 1,14 Billion Euro nicht ausreicht. 1,14 Billion Euro erscheinen in der Tat ein „recht kleiner Betrag“ zu sein, wenn man sich die Bilanz des Euro-Bankenapparates vor
Augen führt. Sie hatte im Oktober 2014 ein Volumen von insgesamt 31,2 Billionen Euro. Die jederzeit fälligen Verbindlichkeiten der Euro-Geldhäuser betrugen
4,9 Billionen (also 4.858 Milliarden Euro), während sich die Kassenguthaben aller
Euro-Banken bei der EZB auf weniger als 200 Milliarden Euro beliefen. Um die
Euro-Banken jederzeit zahlungsfähig zu halten, könnte die EZB also quasi gezwungen sein, bis zu 4,7 Billionen Euro zusätzlich zur Verfügung zu stellen.
Das Ausweiten der Geldmenge wird sich als preistreibend erweisen: Die Preise
werden höher ausfallen im Vergleich zu einer Situation, in der die Geldmenge
nicht ausgeweitet werden würde. Wo der Preiseffekt zuerst in Erscheinung tritt,
lässt sich vorab nicht sagen. Es ist gut möglich, dass zunächst die Preise für Bestandsgüter (wie Aktien, Anleihen und Häuser) in die Höhe gehen, bevor dann
auch die Preise der Lebenshaltung ansteigen. Soviel ist sicher: Die Kaufkraft des
Euro wird durch die EZB-Politik absehbar verringert.
Der Beschluss, Staatsanleihen zu kaufen, sollte allen, die sehen und hören wollen, klar gemacht haben: Der Einheitswährungsraum lässt sich, wenn überhaupt,
nur zusammenhalten, wenn die nationalen Staats- und Bankschulden kollektiviert werden und auch die Kaufkraft des Euro entwertet wird. Ob der Euroraum
dabei in seiner aktuellen Zusammensetzung überlebt, ist ungewiss.
Die EZB-Räte haben keine Allmacht, solange es Märkte gibt. Und genau aus
diesem Grund könnte die Entwicklung eine ungeahnte Wendung nehmen. Das
wäre beispielsweise dann der Fall, wenn die Investoren – angesichts der neuen
Euroflut – die Flucht aus der Gemeinschaftswährung antreten; wenn sie zum
Beispiel ihre Euro-Schuldpapiere verkaufen und nicht mehr bereit sind, fällige
Euro-Kredite, die Staaten und Banken aufgenommen haben, zu erneuern. Dann
stünde vermutlich eine ausgewachsene Währungskrise ins Haus – und diese
Überlegung leitet über zum Aufsatz auf der nachfolgenden Seite.
3
30. Januar 2015
Achtung: Währungskrise
Warum man besser von „Währungskrise“ und nicht von „Währungskrieg“ spricht
Die Geldpolitik der ungehemmenten Geldmengenvermehrung läuft Gefahr, einen Vertrauensverlust in die Kaufkraft des Geldes auszulösen.
Die Erschütterungen in den internationalen Finanzmärkten in 2008/2009 waren
Symptome einer Ursache, und diese Ursache war eine Kreditkrise: Sparer und Investoren fürchteten, dass hoch verschuldete Staaten und Banken ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen könnten.
Erinnern wir uns: Ausgehend von der „Subprime-Krise“ in den USA schwand
das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit vieler Schuldner. Kreditgeber waren nicht
mehr bereit, ihnen neue Kredite zu geben – oder wenn, dann nur zu sehr hohen
Zinsen. Die Kreditnehmer traf das unerwartet. Sie konnten ihre fälligen Kredite
nicht zurückzahlen – weil sie darauf gesetzt hatten, dass sie bei Fälligkeit ihrer
Verbindlichkeiten neue Kredite bekommen würden. Zudem waren die Schuldner
auch nicht willens oder in der Lage, für neue Kredite hohe Zinsen zu bezahlen.
Der drohende Systemkollaps wurde abgewendet, indem die Zentralbanken die
Zinsen drastisch absenkten und die Geldschleusen öffneten. Auf diese Weise gelang es, die Kreditausfallsorgen aus den Finanzmärkten zu vertreiben. Ein
„Kunststück“ war das nicht: Schließlich sind die Zentralbanken ja die Monopolproduzenten des Geldes und können jeden Schuldner mit jeder benötigten
Geldmenge versorgen.
Tiefzins- und Geldmengenausweitungspolitik konnten die Konjunkturen zwar
stabilisieren, aber die eigentlichen Probleme, die zur Kreditkrise geführt haben,
wurden dadurch nicht gelöst, sondern lediglich übertüncht. Vor allem die erdrückend hohen Schulden sind seither vielerorts noch weiter angestiegen. Das gilt
insbesondere für den Euroraum und Japan.
Ausweitung der Basisgeldmengen treibt Aktienkurse
(a) Japan*
(b) Euroraum**
410
380
350
320
290
260
230
200
170
140
110
80
50
22600
2450
20600
2250
18600
2050
16600
14600
12600
10600
8600
6600
07
09
11
13
15
Basisgeldmenge (LS)
Nikkei (RS)
4900
4400
1850
3900
1650
3400
1450
1250
2900
1050
2400
850
1900
650
07
09
11
13
15
Basisgeldmenge (LS)
Euro Stoxx 50 (RS)
Quelle: Thomson Financial. *Basisgeldmenge für Japan in Billionen Yen. Annahme, dass
die monatlichen Anleihekäufe in Höhe von 80 Billionen Yen pro Monat bis September
2016 fortgeführt werden. **Basisgeldmenge für den Euroraum in Milliarden Euro.
Häufig ist in diesen Tagen das Wort
„Währungskrieg“ zu hören und zu lesen.
Gemeint ist damit, dass Länder den Außenwert ihrer Währung schwächen, um
sich dadurch Wettbewerbsvorteile im internationalen Handel zu verschaffen; dass
sie gewissermaßen ihre eigene Wirtschaft
auf Kosten anderer Volkswirtschaften zu
beleben suchen. Doch das Wort „Währungskrieg“ ist aus einer Reihe von Gründen unglücklich.
(1) Es hat nichts mit „Krieg“ zu tun, wenn
ein Anbieter im Markt seine Preise stark
absenkt, um so seine preisliche Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Die gleiche
Überlegung lässt sich auf das Handelsgeschehen zwischen Währungsräumen übertragen. Wenn hier von „Währungskrieg“
gesprochen wird, ist das nicht nur unpassend, es schürt auch ungerechtfertigter
Weise marktfeindliche Ressentiments.
(2) Das Wort Währungskrieg lenkt von der
eigentlichen Ursache ab, die den Außenwert einer Währung – wie etwa aktuell
beim Euro zu beobachten – verringert. Es
ist vor allem die heimische Geldpolitik, die
einen wichtigen Einfluss auf den Außenwert einer Währung nimmt. Vereinfacht
lässt sich (mit Blick auf die aktuelle Lage)
sagen: Die Währung eines Landes wertet
sich ab, wenn ein Land seine Geldmenge
stärker ausweitet als es in anderen Ländern geschieht.
Mit anderen Worten: Es ist die Inflationspolitik der Zentralbank, die den Außenwert der Währung reduziert. Warum man
in diesem Zusammenhang von Währungskrieg sprechen sollte, ist daher nicht einsichtig. Der Hinweis auf Inflationspolitik
wäre in jedem Falle passender, denn es
benennt klar und deutlich die Ursache der
Währungsabwertung.
Wenn nun mehrere Länder die gleiche Inflationspolitik betrieben, wäre auch hier
das Wort „Währungskrieg“ unpassend.
Besser wäre es von „Währungsabwertungswettlauf“ zu sprechen oder davon,
dass alle Länder eine „Inflationspolitik“
verfolgen – für die die heimischen Zentralbanken verantwortlich sind.
4
30. Januar 2015
Außenwert des Euro hat jüngst stark
nachgegeben
Euro gegenüber US-Dollar und allen
Handelswährungen*
110
1,7
1,6
1,5
1,4
1,3
1,2
1,1
1,0
0,9
0,8
105
100
95
90
85
80
75
94 97 00 03 06 09 12 15
EURUSD (LS)
Effektiver Euro-Außenwert (RS)
Quelle: Thomson Financial. Vor 1999 ‚geschätzte Werte‘.
Geldmengenvermehrung
Weil das Wirtschaftswachstum nicht recht in Gang kommen will, hat die Bank
von Japan Ende Oktober 2014 beschlossen, die Ausweitung der heimischen
Geldbasis zu beschleunigen. Am 22. Januar 2015 verkündete dann auch die Europäische Zentralbank (EZB), sie werde bis September 2016 die Basisgeldmenge
um 1,14 Billionen Euro ausweiten, indem sie ab März 2015 nun auch EuroStaatsanleihen kaufen will.
In Japan hat das Ausweiten der Basisgeldmenge dafür gesorgt, dass die Aktienkurse merklich in die Höhe gestiegen sind. Ein sichtbarer „Schub“ für das
Wirtschaftswachstum ist hingegen ausgeblieben. Vor allem scheint die japanische Geldpolitik die Befürchtung zu wecken, dass das „monetäre Experiment“ eine schlimme Wendung nehmen wird.
Das zeigt sich bereits im Verfall des Yen-Außenwertes. Offensichtlich treten
Sparer und Investoren bereits „die Flucht“ an, verkaufen also Yen und investieren ihre Mittel unter anderem in andere Währungen, wie insbesondere
den US-Dollar.
Währungen werten ab als Folge der Ausweitung der Basisgeldmengen
Außenwert des US-Dollar hat sich
merklich aufgewertet
Handelsgewichteter Außenwert des USDollar
150
140
130
120
110
100
90
80
(a) Japan*
410
380
350
320
290
260
230
200
170
140
110
80
50
135
125
115
60
73
79
85
91
97
Quelle: Thomson Financial.
03
09
15
11
13
15
0,8
2250
0,9
2050
1,0
1850
1,1
1650
1450
95
1250
75
09
2450
105
85
07
70
(b) Euroraum**
1,2
1,3
1050
1,4
850
1,5
650
1,6
07
09
11
13
15
Basisgeldmenge (LS)
Basisgeldmenge (LS)
USDJPY (RS)
EURUSD (RS, invertiert)
Quelle: Thomson Financial. *Anzahl der Yen, die für einen US-Dollar zu bezahlen sind.
**Anzahl der US-Dollar, die für einen Euro zu bezahlen sind. Anmerkung: Die Skalierung
der Grafiken soll kein „Punktziel“ für die Wechselkurse als Folge der Basisgeldmengensteigerungen geben, sondern eine Richtungstendenz aufzeigen.
Der Außenwert des Euro ist seit etwa August 2014 bis heute ebenfalls stark gefallen – vermutlich vor allem in Erwartung der Basisgeldmengenausweitung
durch die EZB, die ab März 2015 nun Realität wird. Auch die EZB wird Staatsanleihen aufkaufen und sie mit neu geschaffenem Geld bezahlen. Im Zuge dieser
Entwicklung – nimmt man Japan als Erfahrungsbeispiel – könnte der EuroAußenwert vor einer Talfahrt stehen.
Währungskrise
Die Geldpolitiken, die nun in Japan und im Euroraum verfolgt werden, laufen
Gefahr, das Vertrauen in deren Währungen weiter zu schwächen. Sie könnten
sogar eine handfeste Währungskrise auslösen.
In den Währungskrisen der jüngeren Vergangenheit ging es meist darum, dass
5
ein Land seine Währung an eine andere Währung gebunden hatte, und die
Finanzmärkte irgendwann erkannten, dass die gewählte Wechselkursbindung
nicht aufrecht erhalten werden konnte.
Daraufhin setzte eine Spekulation ein, die letztlich bewirkte, dass die Wechselkursbindungen aufgegeben werden mussten. Beispiele dafür sind der Zusammenbruch des Systems von Bretton Woods (1971 – 1973) oder der des
Europäischen Wechselkurssystems (1992 – 1993), Mexikos „Peso-Krise“
(1994 – 1995) oder die Asienkrise (1997 – 1998).
Die Währungskrise, die auf Yen und Euro zukommen könnte, wäre von anderer Natur. Sparer und Investoren könnten nämlich die Werthaltigkeit von Yen
und Euro anzweifeln, wenn sich die Einsicht durchsetzt, dass die Geldmengenvermehrung nicht zum Stillstand kommen wird. Die Folge wäre eine rückläufige Nachfrage nach Yen und Euro. Schuldpapiere, die auf diese Währungen lauten, werden auf den Markt geworfen. Der resultierende Verkaufsdruck
an den Kreditmärkten lässt die Zinsen steigen.
Die Zentralbanken, im Bestreben den Zinsauftrieb zu verhindern, kaufen die
Wertpapiere und bezahlen die Käufe mit neu geschaffenem Geld. Die anschwellenden Geldmengen lassen das Vertrauen in die Währungen weiter
schwinden. Es kommt zu einer „Abwärtsspirale“: Noch mehr Wertpapiere
werden auf den Markt geworfen, die von der Zentralbank gekauft werden
müssen. Die Geldmenge schwillt weiter an, das Vertrauen erodiert.
Warum der Euro gefährdet ist
Der Euro ist in besonderem Maße einem möglichen Vertrauensverlust ausgesetzt – vermutlich stärker noch als der Yen. Anders als beim Yen steht hinter
dem Euro keine einheitliche Nation, sondern eine Nationengemeinschaft. Der
Halter von Euro ist folglich nicht nur einem Geldentwertungsrisiko, sondern
auch einem Aufspaltungsrisiko ausgesetzt.
Die Geldpolitik der EZB, durch die der Euroraum zusammengehalten werden
soll, könnte letztlich Fliehkräfte innerhalb der Nationengemeinschaft freisetzen: Der Aufkauf der Staatsanleihen führt schließlich zu einer Vergesellschaftung der nationalen Schulden und damit zu einer Vermögensumverteilung
zwischen den Nationen – und zwar ohne dass es dafür eine parlamentarische
Legitimation durch die Betroffenen gäbe.
30. Januar 2015
Außenwert des Yen hat bislang deutlich stärker nachgegeben als der des
Euro
USDJPY und EURUSD
130
1,0
120
1,1
1,2
110
1,3
100
1,4
90
1,5
80
1,6
70
1,7
07 08 09 10 11 12 13 14 15
USJPY (LS)
EURUSD (RS, invertiert)
Quelle: Bloomberg.
Goldpreis in Yen und Euro sind stark
gestiegen – ein Zeichen für wachsende
Probleme in diesen Währungen
(a) Goldpreis in Yen pro Feinunze
156000
146000
136000
126000
116000
106000
96000
86000
76000
66000
07 08 09 10 11 12 13 14 15
Quelle: Bloomberg.
(b) Goldpreis in Euro pro Feinunze
1400
In der kurzen Frist mögen die Folgen der EZB-Geldpolitik für die Betroffenen
noch nicht ersichtlich sein, da sie fürs Erste nicht offen in Erscheinung treten.
Früher oder später wird die Rechnung der EZB-Geldpolitik jedoch präsentiert:
In Form schwindender Ersparnisse und einer Entwertung des Geldes. Zeigt
sich dann unmissverständlich, dass der Euro den Wohlstand nicht mehrt, sondern ihn schmälert, wird seine politische Unterstützung schwinden.
1200
Diese polit-ökonomischen Überlegungen sollten deutlich machen, dass das
Vertrauen, das dem Euro noch entgegengebracht wird, sich rasch verflüchtigen könnte – und zwar insbesondere dann, wenn die EZB mit ihrer Geldmengenvermehrung fortschreitet. Ein solcher Vertrauensverlust kann sich zu einer
handfesten Währungskrise auswachsen, die vermutlich nur noch sehr schwer
zu kontrollieren wäre. Angesichts dieser Unwägbarkeiten empfehlen wir Anlegern zu Absicherungszwecken weiterhin, einen Teil ihres Portfolios in Gold
zu halten.
400
1000
800
600
07 08 09 10 11 12 13 14 15
Quelle: Bloomberg.
6
30. Januar 2015
Griechenland: Ein „Boom“ endet im
„Bust“
Nominales Bruttoinlandsprodukt*
Griechenland: Schrecken ohne Ende
Dass Griechenland den Euroraum verlässt, ist nicht sicher; das Szenario
eines „Schrecken ohne Ende“ ist noch nicht vom Tisch.
170
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110
100
Q1
Q1
Q1
Q1
Q1
Q1
1995 1999 2003 2007 2011 2015
Quelle: Bloomberg. *Q1 1995 = 100.
Griechenlands untragbare Schuldenlast
Öffentliche Schulden in Prozent des
Bruttoinlandsproduktes
Einen Schuldenschnitt sollte man nicht leichtfertig einfordern. Schließlich handelt es sich dabei um einen Vertragsbruch, der Schule machen könnte: Andere Schuldner könnten ebenfalls eine Verringerung ihrer Zahlungsverpflichtungen verlangen. Bei nachlassender Vertragstreue gerät der Kreditfluss ins Stocken, und darunter leiden auch gute Schuldner. Ein Schuldenschnitt ist zudem
kein Allheilmittel. Er muss begleitet sein von einer Politik des ausgeglichenen
öffentlichen Haushalts. Sonst entstehen gleich wieder Defizite, und die Schuldenlasten bauen sich erneut auf.
Im Falle Griechenlands erscheint allerdings ein Schuldenschnitt unausweichlich
zu sein. Mit einer Schuldenquote von mehr als 174 Prozent des Volkseinkommens ist das Land schlichtweg überfordert. Zudem sollte man Griechenlands Kreditgeber nicht aus der Verantwortung lassen: Sie haben schließlich
den Griechen sehenden Auges immer mehr Geld geliehen, obwohl erkennbar
war, dass das Land derartig hohe Schulden nicht tragen kann.
Zwei Handlungsoptionen drängen sich jetzt auf. (1) Griechenland steigt aus
dem Euro aus, führt eine neue Währung ein und erhält die Option, zu einem
späteren Zeitpunkt den Euro wieder anzunehmen. Die griechischen Schulden
werden in die neue griechische Währung umgestellt. Den Gläubigern entsteht
ein Verlust in Höhe der Abwertung der Griechenwährung gegenüber dem Euro. (2) Griechenland bleibt im Euroraum, und eine Schuldenreduktion wird mit
den Gläubigern ausverhandelt. Die Verluste sind von den Gläubigern zu tragen – einschließlich der EZB.
180
160
140
120
100
80
60
40
20
Quelle: IWF.
Die Entwertung des griechischen
Kapitalstocks
Griechischer und deutscher Aktienmarkt
450
400
350
300
250
200
150
100
50
0
98 00 02 04 06 08 10 12 14
Griechenland
Deutschland
Quelle: Thomson Financial. Januar 1998
= 100. Athener Aktienmarkt, deutscher
DAX (Kursindex)
Die Forderung, die EZB müsse von einem Schuldenschnitt ausgenommen
werden, weil das einer „monetären Staatsfinanzierung“ gleichkäme, kann
nicht überzeugen. Denn als die EZB griechische Anleihen gekauft hat, hat sie
dafür neues Geld in Umlauf gegeben. Die monetäre Staatsfinanzierung ist also bereits erfolgt. Daran ändert sich nichts, wenn die EZB jetzt an einem
Schuldenschnitt beteiligt wird. Die entstehenden Verluste in der EZB-Bilanz
wären von den Euro-Steuerzahlern zu tragen.
Wie die Dinge stehen, scheinen die EU-Regierungen weiterhin an ihrer Doktrin
festzuhalten, die Zusammensetzung des Euroraums müsse um jeden Preis erhalten bleiben. Das begünstigt einen neuerlichen „Kuhhandel“. Er könnte darin bestehen, dass den Griechen ihre Schulden (zum Teil) erlassen werden
(etwa indem die Zinszahlungen gesenkt und die Laufzeiten der Schulden gestreckt werden), und im Gegenzug erklärt sich die neue Athener Regierung
doch noch bereit, Reformen durchzuführen beziehungsweise eingeleitete Reformen nicht zurückzudrehen. Eine „Lösung“ des Problems wäre das natürlich
nicht. Es liefe vielmehr auf ein „Schrecken ohne Ende“ hinaus. Für die Griechen, aber auch für alle anderen im Euroraum.
Wird die Bereinigung der Überschuldungssituation verschleppt – und das betrifft nicht nur Griechenland, sondern auch alle anderen Euroraum-Länder –
wird es teuer: Die EZB muss nämlich die Zinsen künstlich herabdrücken und
die Geldmenge ausweiten, und das führt zu Fehlinvestitionen, Spekulationsblasen und Geldentwertung.
7
Von der Schweiz lernen
Die Schweizer haben gezeigt, dass eine Politik, die in die falsche Richtung führt, beendet werden kann. Daraus sollte der Euroraum lernen.
Plötzlich und unerwartet hat am 14. Januar 2015 die Schweizer Notenbank
(SNB) den Wechselkurs des Franken gegenüber dem Euro freigegeben. Offensichtlich hat sich bei ihr die Einsicht durchgesetzt, dass ein Festhalten am Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro für die helvetische Währung ruinös geworden wäre. Denn die EZB will die Euro-Geldmenge ausweiten: Bis September 2016 sollen 1,14 Billionen neue Euro ausgegeben werden. Die Schweiz
wäre – wenn sie am Mindestkurs festgehalten hätte – von einer Eurosturzwelle überrollt worden: Die SNB hätte gewaltige Euro-Beträge kaufen und mit
neu geschaffenen Franken bezahlen müssen, um den Mindestkurs zu halten.
Der Franken wäre zur Weichwährung mutiert – mit all den negativen wirtschaftlichen und politischen Folgen, die inflationäres Geld bringt.
Dass das Ende der Mindestkurspolitik Wirkungen hat, die einigen gefallen und
anderen nicht, liegt in der Natur der Sache. Die Wechselkursbindung der SNB
hat schließlich einige begünstigt, und sie hat andere benachteiligt. Beispielsweise hat sie Exporteuren und Tourismusunternehmen erlaubt, preislich wettbewerbsfähig zu sein, ohne dass sie Produktivitätszuwächse oder Qualitätsverbesserungen erzielen mussten. Dem gegenüber stand, dass viele Schweizer
höhere Preise für Güter zahlen mussten (für beispielsweise Importe und Energie) als sie eigentlich hätten zahlen müssen, wenn der Schweizer Franken
nicht künstlich von der SNB unterbewertet worden wäre.
Die Schweizer Wirtschaft wird sich an die neue Wechselkurslage anpassen.
Denkbar ist beispielsweise, dass Unternehmen die Löhne senken, um im Ausland preislich wettbewerbsfähig zu bleiben. Den Arbeitnehmern entstehen
dadurch jedoch nicht notwendigerweise reale Einkommenseinbußen: Schließlich können sie jetzt mit ihren Franken – der aufgewertet hat – mehr Güter
aus dem Ausland kaufen als bisher. Auch Wohnraum könnte nun für viele
wieder erschwinglicher werden – im Vergleich zur bisherigen Situation, in der
das Aufblähen der Franken-Geldmenge die Miet- und Bodenpreise immer weiter in die Höhe getrieben hat.
Die SNB verdient sicherlich kein Lob für die Politik der letzten Jahre. Denn sie
ist der Schweiz teuer zu stehen gekommen. Allein die Verluste auf den Währungsreserven dürften das Eigenkapital der SNB aufgezehrt haben. Aber letztlich hat die SNB-Führung dann doch verstanden, dass ihre Entscheidung, den
Franken an den Euro zu binden, korrigiert werden musste. Denn mit einer ruinierten Währung lässt sich im wahrsten Sinne des Wortes „kein Staat machen“. Eine solide Währung ist vielmehr unverzichtbare Grundlage für ein
prosperierendes Gemeinwesen.
Das sollten auch die Länder im Euroraum realisieren. Die Politik der Geldmengenvermehrung erscheint zwar aus momentaner Sicht als die Politik des vergleichsweise kleinsten Übels. Doch sie kommt den Volkswirtschaften teuer zu
stehen – und muss früher oder später doch beendet werden, weil sich eine Inflationspolitik nicht endlos fortführen lässt. Je länger sie betrieben wurde, desto größer werden auch die Kosten in Form von Produktions- und Beschäftigungseinbrüchen sein, um sie zu beenden. Die Schweizer haben noch „die
Kurve gekriegt“. Daraus lässt sich lernen.
30. Januar 2015
Franken gewinnt seinen Status als
„sicherer Hafen“ zurück
Goldpreis in CHF pro Feinunze
1700
1600
1500
1400
1300
1200
1100
1000
900
800
700
07 08 09 10 11 12 13 14 15
Quelle: Bloomberg.
Schweizer Zinsen fallen in den
Negativbereich
Schweizer Zinsen in Prozent
4
3
2
1
0
-1
-2
07
09
11
13
Oben
Unten
Zielrate
3-Monate
1-Jahre
5-Jahre
9-Jahre
Quelle: Bloomberg.
Rückschlag für Schweizer Aktien
vermutlich nur vorübergehend
SMI Aktienmarktindex
9700
8700
7700
6700
5700
4700
3700
07 08 09 10 11 12 13 14 15
Quelle: Bloomberg.
15
8
30. Januar 2015
Konsumentenpreise im Euroraum sind
(laut offizieller Statistik) jüngst gefallen
Jahresveränderung in Prozent
5
Der wirtschaftspolitische Kommentar
Übertriebene Deflationssorge
Im heutigen ungedeckten Papiergeldsystem ist nicht Deflation, sondern Inflation die Bedrohung, gegen die sich Sparer und Investoren
schützen müssen.
4
3
2
1
0
99
03
07
11
15
-1
Quelle: Thomson Financial.
»Die Inflation kommt nicht über uns als
ein Fluch oder als ein tragisches Geschick;
sie wird immer durch eine leichtfertige
oder sogar verbrecherische Politik hervorgerufen.«
Ludwig Erhard (2009 [1957]).
Im Euroraum geht die Deflationssorge um, vor allem geschürt von meinungsführenden Ökonomen – und jüngst vermutlich auch zusätzlich befördert
durch den Rückgang der Konsumentenpreise: Im Dezember 2014 fielen sie
um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch ist das schon Deflation, oder
deutet es eine kommende Deflation an? Dazu ist zunächst einmal zu klären,
was unter Deflation zu verstehen ist.
In den gängigen Lehrbüchern wird Deflation als ein andauernder Rückgang
der Preise auf breiter Front verstanden. Wenn die Konsumentenpreise fallen,
ist das noch keine Deflation, solange andere Preise – wie zum Beispiel die von
Aktien oder Häusern – weiter ansteigen. Fallende Konsumentenpreise würde
ebenfalls keine Deflation bedeuten, wenn „Einmaleffekte“ (zum Beispiel fallende Rohstoffpreise) am Werke sind, die alle Preise nur zeitlich begrenzt, aber
nicht dauerhaft absenken. Die entscheidende Frage, die es mit Blick auf die
Deflationssorge zu beantworten gilt, lautet daher: Was bestimmt den Verlauf
der Güterpreise in der Volkswirtschaft, also die Entwicklung des Preisniveaus,
im Zeitablauf?
Hier lässt sich eine klare Antwort geben: In einer Geldwirtschaft wird das
Preisniveau durch Geldangebot und Geldnachfrage bestimmt. Übersteigt beispielsweise die nachgefragte Geldmenge die angebotene Geldmenge, so sinken die Güterpreise. Denn steigt die Geldnachfrage, bieten die Marktakteure
vermehrt Güter an. Das steigende Güterangebot senkt die Güterpreise ab. Die
Güterpreise sinken ebenfalls, wenn die angebotene Geldmenge relativ zur
nachgefragten Geldmenge abnimmt. In beiden Fällen sorgen sinkende Güterpreise für einen Ausgleich zwischen der nachgefragten und der angebotenen
Geldmenge.
Bedeutsam ist nun, dass die nachgefragte Geldmenge nicht von der angebotenen Geldmenge unabhängig ist. Schließlich halten die Menschen Geld, weil
die Marktakteure der Meinung sind, dass das Geld Kaufkraft hat. Wenn die
Marktakteure allerdings erwarten, dass die Kaufkraft des Geldes (weiter) abnehmen wird, werden sie ihre Geldnachfrage (weiter) einschränken – und im
Gegenzug ihre Nachfrage nach anderen Gütern ausweiten.
In einem ungedeckten Papiergeldsystem kann die Zentralbank die Geldmenge
jederzeit in jeder gewünschten Höhe ausweiten – und dadurch die Geldnachfrage und damit letztlich auch das Preisniveau der Volkswirtschaft beeinflussen. Die Zentralbank kann die Geldmenge auf vielen Wegen ausweiten. Der
bekannteste ist die Kreditvergabe: Banken erhalten von der Zentralbank
Kredit, die sie in die Lage versetzt, ihrerseits die Kredit- und Geldmenge auszuweiten.
Die Zentralbank kann aber auch die Geldmenge direkt ausweiten, indem sie
zum Beispiel Anleihen und Devisen aufkauft und mit neu geschaffenem Geld
bezahlt. Sie kann des Weiteren „Konsumgutscheine“ ausgegeben, die sich bei
Banken in neu geschaffenes Geld eintauschen lassen. Oder die Zentralbank
9
sorgt dafür, dass sprichwörtlich neu geschaffene Geldscheine über dem Währungsraum abgeworfen werden (dies ist das „Helikoptergeld“). Die Möglichkeiten, im ungedeckten Papiergeldsystem die Geldmenge zu vermehren, sind
schier grenzenlos.
Die Zentralbank kann – und daran sollte kein Zweifel bestehen – die Geldmenge so stark ausweiten, bis die Geldhalter die „Flucht aus dem Geld“ antreten – wie es beispielsweise Anfang der 1920er Jahre in der Weimarer Republik geschehen ist. Die Deutsche Reichsbank weitete die Geldmenge immer
stärker aus, indem sie immer mehr Staatsanleihen monetisierte. Die Menschen
begannen daraufhin, ihre Geldnachfrage einzuschränken, weil sie sahen, dass
die Kaufkraft des Geldes zusehends schwand.
Sie tauschten ihr Geld gegen Güter ein. Die steigende Güternachfrage ließ die
Güterpreise so stark ansteigen, dass die Reichsmark letztlich ihre Kaufkraft
verlor und für die damaligen Reichsmarkbesitzer zum Totalverlust wurde. Ob
es Inflation oder Deflation gibt, ist in einem ungedeckten Papiergeldsystem eine politische Entscheidung. Die Wahrscheinlichkeit, dass es beispielsweise Deflation im Euroraum geben wird, ist denkbar gering.
Zumal die EZB von den Regierungen bereits de facto die Carte Blanche erhalten hat, die Geldmenge nach Gutdünken ausweiten zu können. Es wäre währungsgeschichtlich erstaunlich, wenn sie nicht davon Gebrauch machen würde. Währungsgeschichtlich zeigt sich jedoch leider auch, dass die ungehemmte Macht zur Geldmengenvermehrung früher oder später missbraucht wird,
sodass dem Halter von ungedecktem Papiergeld Inflation, nicht Deflation,
droht.
30. Januar 2015
Über das „Helikopter-Geld“
Der Begriff „Helikopter-Geld“ wurde
vom amerikanischen Ökonomen Milton
Friedman (1912 – 2006) geprägt. Mit
ihm wollte er verdeutlichen, dass die Zentralbank in einem ungedeckten Papiergeldsystem die Geldmenge quasi jederzeit und in jeder beliebigen Menge ausweiten kann – selbst wenn der „herkömmliche Weg“ der Geldproduktion,
die Bankkreditvergabe, versagt.
In einem solchen Fall produziert die Zentralbank neue Geldscheine, lädt diese in
einen Hubschrauber und lässt die Banknoten dann über der Volkswirtschaft abwerfen. Die Bürger werden die vom
Himmel regnenden Geldscheine (wenn
der Geldregen nur heftig genug ausfällt)
einsammeln und gegen Güter eintauschen. Die Folge sind steigende Preise.
Einige Befürworter des „Vollgeldes“ haben sich die Idee des Helikopter-Geldes
zu Eigen gemacht. Sie fordern, dass nur
noch die Zentralbank die Geldmenge
produzieren soll. Die Vermehrung der
Geldmenge soll dadurch erfolgen, dass
die Zentralbank den Bürgern „Geldgeschenke“ macht: Die Zentralbank soll die
Konten der Bürger mehr oder weniger
regelmäßig und „in gerechter Weise“ mit
neuem Geld befüllen.
Auch international wird die Idee des Helikopter-Geldes immer wieder einmal in
die Tat umgesetzt. Im April 2009 etwa
beschlossen die 20 wichtigsten Industrieund Schwellenländer (G20), die finanziellen Mittel des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf 750 Mrd. US-Dollar aufzustocken. Treffend bezeichnete Jürgen
Stark, ehemaliges Mitglied des EZBDirektoriums, das als Schaffen von „Helikopter-Geld für den Globus“.
10
30. Januar 2015
1320
Edelmetallmärkte
1270
Das Interesse der Edelmetall-ETF-Investoren kehrt zurück
Gold (USD pro Feinunze)
1220
1170
1120
31. Okt.
20. Dez.
8. Feb.
Silber (USD pro Feinunze)
19
18
Der Zinsentscheid der amerikanischen Zentralbank (Fed) am 28. Januar 2015
war bedeutsam; schließlich ist die Fed de facto die Welt-Zentralbank. Sie hat
zwar (wie allgemein erwartet) ihren Leitzins unverändert gehalten. Gleichzeitig hat sie aber nun verkündet, dass sie die internationalen Geschehnisse (die
bislang – zumindest offiziell – für ihre Politik keine Rolle gespielt haben) in
ihre Entscheidungen einbeziehen will. Das Resultat dieser Verlautbarung: Die
US-Zinsen sind gefallen, weil Investoren jetzt davon ausgehen, dass die Fed
die Zinsen auf absehbare Zeit nicht anheben wird, und dass Zinserhöhungen,
wenn sie denn überhaupt erfolgen, erst in recht ferner Zukunft zu erwarten
sind.
18
Zinserhöhungsphantasien geschwunden
US-Zinsen (in Prozent) und Goldpreis (USD/oz)
17
17
16
16
15
31. Okt.
20. Dez.
8. Feb.
3,5
1800
3,0
1700
1600
2,5
1500
2,0
1400
Platin (USD pro Feinunze)
1,5
1300
1300
1,0
1280
1260
1200
0,5
1100
1240
0,0
1220
1000
13
14
15
1200
Fed Funds Rate
2-Jahre T-Bills
1180
10-Jahre Treasuries
Goldpreis (RS)
1160
31. Okt.
20. Dez.
8. Feb.
Diese Zinsmarktentwicklung ist bekanntlich bedeutsam für die Edelmetallmärkte. Steigende Zinsen (beziehungsweise die Erwartung steigender Zinsen) erhöhen die Kosten der Edelmetallhaltung: Dem Investor entgehen
Zinserträge, die er mit dem Halten von Wertpapieren verdienen könnte. Die
jüngsten Signale von den Zinsmärkten deuten nun aber daraufhin, dass die
Zinsen tief bleiben beziehungsweise noch weiter fallen könnten. Das sollte
die Edelmetallpreise unterstützen. Eine Folge dieser Entwicklung ist auch die
Rückkehr der institutionellen Investoren in die Edelmetallmärkte.
Palladium (USD pro Feinunze)
820
810
800
790
780
770
760
750
31. Okt.
20. Dez.
Quelle: Bloomberg.
Quelle: Thomson Financial.
8. Feb.
Institutionelle Investoren bewegen die Edelmetallmärkte in besonderem Maße, weil sie in kurzer Zeit erhebliche Geldbeträge investieren und auch wieder de-investieren können. Sie bauen ihre Positionen insbesondere durch
den Erwerb von Exchange Trade Funds (ETFs) auf – und durch den Verkauf
der ETFs auch wieder ab. Blickt man auf die Volumenentwicklung der ETFs
und den Goldpreis in den letzten Jahren, so zeigt sich ein recht enger Zusammenhang. Allerdings bleibt dabei die „Ursache-Wirkung“-Beziehung
ungeklärt. Es könnte sein, dass ein steigender Goldpreis die Gold-ETFNachfrage speist. Es könnte jedoch auch umgekehrt sein: Eine steigende
Gold-ETF-Nachfrage zieht den Preis nach oben.
11
30. Januar 2015
Eindeutiger ist hingegen der Zinseffekt: Bei Erwartung sinkender Zinsen
steigt die Gold-ETF-Nachfrage, bei Zinssteigerungserwartungen nimmt sie
ab. Angesichts der jüngsten Zinsmarktentwicklungen liegt es folglich nahe,
dass die Gold-ETF-Nachfrage wieder zunehmen könnte – und das würde den
Goldpreis und damit die Edelmetallpreise insgesamt unterstützen.
1160
1110
1060
Institutionelle Investoren haben wieder Interesse am Gold
Goldpreis (USD/oz) und Gold-ETF-Bestände (Mio. Feinunzen)
1900
Gold (Euro pro Feinunze)
1010
90
960
85
1700
80
910
31. Okt.
30. Nov.
30. Dez.
29. Jan.
75
1500
70
65
1300
60
55
1100
50
11
12
13
Goldpreis (LS)
14
15
ETF-Bestände (RS)
Quelle: Bloomberg.
In den vergangenen Wochen hat der Preis des Goldes in vielen nationalen
Währungen wieder zugenommen. Er ist also nicht nur in US-Dollar, sondern
auch in allen anderen Währungen gestiegen. Dies liegt zum einen an der
Aufwertung des US-Dollar, zum anderen am mittlerweile wieder höheren
Goldpreis (in US-Dollar gerechnet). Die Ausnahme ist der Schweizer Franken.
Er hat aufgrund der Wechselkursfreigabe nicht nur gegen Euro, sondern
auch gegenüber dem US-Dollar merklich aufgewertet. Die helvetische Währung sticht hervor: Ihr wird derzeit offensichtlich ein besonders großes Vertrauen entgegengebracht mit Blick auf ihre künftige Stabilität.
Gold ist wieder teurer geworden
Kaufkraft der nationalen Währungen in Gold seit Anfang 2007*
110
USD
90
EUR
CNY
70
JPY
GBP
50
CHF
RUB
30
INR
BRL
10
07
09
11
13
15
Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen. *Die Linien zeigen, wie viele Goldunzen für eine nationale Währungseinheit erworben werden können. Die Serien sind indexiert: Januar 2007 = 100.
Silber (Euro pro Feinunze)
16,5
16,0
15,5
15,0
14,5
14,0
13,5
13,0
12,5
12,0
31. Okt.
30. Nov.
30. Dez.
29. Jan.
Platin (Euro pro Feinunze)
1.130
1.110
1.090
1.070
1.050
1.030
1.010
990
970
950
31. Okt.
30. Nov.
30. Dez.
29. Jan.
Palladium (Euro pro Feinunze)
700
680
660
640
620
600
31. Okt.
30. Nov.
Quelle: Bloomberg.
30. Dez.
29. Jan.
12
30. Januar 2015
Edelmetallpreise und ETF-Bestände
Goldpreis (USD/oz) und ETF-Goldbestände (Mio. oz)
58
1380
57
1330
56
55
1280
54
1230
53
1180
52
51
Jan. 14
1130
Apr. 14
Jul. 14
Mio. Feinunzen (LS)
Okt. 14
Goldpreis (USD/oz, RS)
Jan. 15
Silberpreis (USD/oz) und ETF-Silberbestände (Mio. oz)
655
23
650
22
645
21
640
20
635
19
630
18
625
17
620
16
15
615
Jan. 14
Apr. 14
Jul. 14
Mio. Feinunzen (LS)
Okt. 14
Jan. 15
Silberpreis (USD/oz, RS)
Platinpreis (USD/oz) und ETF-Platinbestände (Mio. oz)
1550
2,9
2,8
1450
2,7
1350
2,6
2,5
1250
2,4
2,3
Jan. 14
1150
Apr. 14
Jul. 14
Mio. Feinunzen (LS)
Okt. 14
Platinpreis (USD/oz, RS)
Jan. 15
Palladiumpreis (USD/oz) und ETF-Palladiumbestände (Mio. oz)
3,2
950
3,0
900
2,8
850
2,6
800
2,4
750
2,2
700
2,0
Jan. 14
650
Apr. 14
Jul. 14
Mio. Feinunzen (LS)
Quelle: Bloomberg, Tagesdaten.
Okt. 14
Palladiumpreis (USD/oz, RS)
Jan. 15
13
30. Januar 2015
Edelmetallpreise und MACD*
Goldpreis (USD/oz) und MACD
1700
190
1600
140
1500
90
1400
1300
40
1200
-10
1100
1000
-60
13
14
Gold (LS)
15
MACD (RS)
MACD-Signal (RS)
Silberpreis (USD/oz) und MACD
35
4
30
25
2
20
0
15
10
-2
5
-4
0
13
Silber (LS)
14
MACD (RS)
15
MACD-Signal (RS)
Platinpreis (USD/oz) und MACD
240
200
160
120
80
40
0
-40
-80
-120
1800
1600
1400
1200
1000
13
Platin (LS)
14
MACD (LS)
15
MACD-Signal (RS)
Palladiumpreis (USD/oz) und MACD
950
900
850
800
750
700
650
600
550
500
450
400
80
40
0
-40
13
14
Palladium (LS)
15
MACD (LS)
MACD-Signal (RS)
Quelle: Bloomberg. Schattierte Flächen: Verkaufssignal, abschattierte Flächen: Kaufsignal. *Steht für „Moving Average Convergence/Divergence“. Tagesdaten.
14
30. Januar 2015
Edelmetallpreise, aktuell und Schätzungen (pro Feinunze)
In US-Dollar
Gold
Silber
Platin
Palladium
1.262,0
16,9
1.223,4
774,9
5 Tage
1.275,5
17,6
1.242,9
781,3
10 Tage
1.283,8
17,8
1.259,0
776,2
20 Tage
1.257,0
17,3
1.246,7
783,6
50 Tage
1.220,7
16,7
1.227,2
794,9
100 Tage
1.214,1
16,8
1.244,4
790,1
200 Tage
1.252,7
18,4
1.350,0
820,8
Bandbreite
Bandbreite
Bandbreite
Bandbreite
I. Aktuell
II. Gleitende Durchschnitte
III. Einschätzungen
Unten
Oben
Unten
Oben
Unten
Oben
Unten
Oben
Q1 2015
1.160
1.270
15
18
1.150
1.290
740
840
Q2 2015
1.173
1.300
17
19
1.180
1.320
810
870
Q3 2015
1.199
1.340
18
20
1.210
1.360
800
910
Q4 2015
1.316
1.400
18
22
1.290
1.400
840
950
IV. Jahresdurchschnitte
2012
1678
31,4
1556
648
2013
1396
23,4
1473
725
2014
1252
18,6
1370
805
2015 (geschätzt)
1.270
18,6
1.275
845
In Euro
I. Aktuell
Gold
Silber
Platin
Palladium
1.113,8
15,0
1.079,8
683,9
II. Gleitende Durchschnitte
5 Tage
1.126,3
15,5
1.097,6
689,9
10 Tage
1.126,8
15,7
1.105,0
681,4
20 Tage
1.085,3
14,9
1.076,1
676,1
50 Tage
1.016,9
13,9
1.021,8
661,3
100 Tage
985,6
13,7
1.009,4
641,0
200 Tage
971,1
14,2
1.043,9
636,1
III. Einschätzungen
Bandbreite
Unten
Bandbreite
Oben
Unten
Bandbreite
Oben
Unten
Bandbreite
Oben
Unten
Oben
Q1 2015
1.000
1.095
13
16
991
1.112
638
724
Q2 2015
1.056
1.171
15
17
1.063
1.189
730
784
Q3 2015
1.121
1.252
17
19
1.131
1.271
748
850
Q4 2015
1.265
1.346
18
22
1.240
1.346
808
913
IV. Jahresdurchschnitte
2012
1.299
24,3
1.204
501
2013
1.052
17,6
1.108
545
2014
949
14,1
1.036
611
1.163
17,0
1.168
774
2015 (geschätzt)
Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen. Prognosen der Degussa Goldhandel GmbH (jeweils für das Quartalsende). Schätzungen'gerundet'.
15
30. Januar 2015
Rohstoffpreise im Überblick
Ausgewählte Rohstoffe
Aktueller Preis Veränderungen gegenüber (in Prozent):
Volatilität (in Prozent):
in USD 2 Wochen
1 Monat 3 Monate 6 Monate 12 Monate
30 Tage
90 Tage
I. Energie
NYMEX WTI Rohöl
43,88
ICE Brent Rohöl
48,69
NYMEX Benzin
133,71
NYMEX Heizöl
162,32
ICE Gasoil
473,00
NYMEX Erdgas
2,69
II. Agrarprodukte
Mais
368,75
Weizen
505,25
Soja
970,00
Kaffee
160,45
Zucker
14,94
Baumwolle
59,45
III. Industriemetalle
Aluminium, Future (3M)
1850,00
Kupfer (Future, 3M)
5484,00
Zink
2118,00
Blei
1888,50
Eisenerz
64,20
IV. Edelmetalle
Gold
1263,34
Silber
17,17
Platin
1218,75
Palladium
777,00
V. Edelmetale, rel. Preise
Gold-Silber
73,41
Gold-Platin
1,04
Gold-Palladium
1,63
Palladium-Platin
0,64
Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen.
-17,4
-15,0
-6,7
-9,6
-11,0
-10,4
-50,7
-49,7
-44,0
-39,1
-43,3
-35,3
-56,1
-55,5
-51,1
-46,0
-48,9
-39,8
-56,1
-55,5
-51,1
-46,0
-48,9
-39,8
-51,5
-53,6
-48,5
-45,2
…
-37,6
50,5
41,2
41,5
28,5
23,6
71,7
40,3
33,3
35,0
25,9
23,4
52,9
-6,8
-13,1
-3,7
-0,4
5,4
-0,2
10,6
3,0
4,3
-18,7
-9,2
-1,7
-15,5
-18,4
-17,1
-11,8
-22,3
-20,7
-15,5
-18,4
-17,1
-11,8
-22,3
-20,7
-20,0
-22,1
-15,2
30,4
-15,8
-24,7
23,1
26,6
21,1
36,8
26,9
19,7
24,9
25,7
24,7
37,0
24,4
17,6
1,0
-12,3
-3,9
1,0
0,2
-5,6
-17,7
-7,4
-10,1
-20,5
-2,2
-21,8
-4,5
-13,1
-29,0
-2,2
-21,8
-4,5
-13,1
-29,0
2,8
-25,5
3,1
-14,9
-51,9
20,4
24,8
22,8
26,8
…
17,9
19,3
19,1
19,7
13,6
6,3
9,0
1,4
-2,3
4,5
1,0
-6,4
0,3
-4,2
-17,9
-17,6
-7,8
-4,2
-17,9
-17,6
-7,8
4,8
-11,7
-11,3
8,3
16,2
33,0
17,3
22,8
17,8
33,5
18,8
23,6
-2,2
5,1
8,9
-3,3
3,2
11,7
4,1
7,3
16,4
16,5
4,0
12,1
16,4
16,5
4,0
12,1
18,5
18,0
-3,0
21,8
21,1
8,6
26,0
24,5
20,0
12,0
25,1
21,8
S&P Rohstoffpreisindices (auf US-Dollar-Basis)
260
240
220
200
180
160
140
120
100
80
60
40
07
08
09
Gesamtindex
10
Industriemetalle
Quelle: Bloomberg. Serien sind indexiert (Januar 2007 = 100).
11
12
Energie
13
14
Agrarprodukte
15
16
30. Januar 2015
Comex Gold- und Silberbestände (Millionen Feinunzen)
(a) Gold
(b) Silber
0,19
12
0,18
11
0,17
0,16
10
0,15
0,14
9
0,13
8
0,12
0,11
7
0,10
6
0,09
07
08
09
10
11
12
13
14
07
15
08
09
10
11
12
13
14
15
Quelle: Bloomberg.
Goldleihemarkt
(a) Gold Forward Offered Rate in Prozent
(b) Gold-Lease-Rate in Basispunkten
1,0
100
0,8
80
0,6
60
0,4
40
0,2
20
0,0
0
11
12
13
14
15
-0,2
-20
-0,4
-40
-0,6
-60
1-Monat
3-Monate
6-Monate
12-Monate
11
12
13
14
1-Monat
3-Monate
6-Monate
12-Monate
15
Zur Erklärung: „Gold Offered Forward Rates“ (GOFO) stehen für die Zinsen, die im Goldleihemarkt gezahlt werden, und zwar von der
Partei, die einen Kredit aufnimmt, der mit Gold besichert ist (Goldverleiher), und den die Partei erhält, die einen mit Gold besicherten
Kredit vergibt (Goldleiher). Der Goldverleiher kann den Kreditbetrag, den er erhält, zwischenzeitlich anlegen, und zwar zum Libor-Zins
(London Interbank Offered Rate). Die Differenz zwischen dem Libor-Zins und GOFO wird als „Lease Rate“ bezeichnet. GOFO sind üblicherweise positiv (und lehnen sich in der Regel eng an den Leitzins der US-Zentralbank). Wenn GOFO negativ sind, so bedeutet das,
dass der Kreditnehmer (der Goldverleiher) vom Kreditgeber (dem Goldleiher) belohnt wird: Es kostet ihn also nichts, einen Kredit aufzunehmen, er verdient sogar daran. Das ist natürlich eine „ungewöhnliche“ Situation, und sie tritt i. d. R. in angespannten Marktsituationen auf, in der es zum Beispiel eine starke Nachfrage nach physischem Gold gibt.
17
30. Januar 2015
Wichtige Wirtschaftsdaten, aktuell und Schätzungen
Ausgewählte Einschätzungen
I. Notenbankzinsen (in %)
US Federal Reserve
EZB
Bank von England
Bank von Japan
Schweizer Nationalbank
Aktuell
Q1 15
Q2 15
Q3 15
Q4 15
0,00 - 0,25
0,05
0,50
0,10
-0,75
0,00 - 0,25
0,05
0,50
0,10
-0,75
0,00 - 0,25
0,05
0,50
0,10
-0,75
0,50
0,05
0,50
0,10
-0,75
0,75
0,05
0,50
0,10
-0,75
1,75
0,35
0,30
1,42
-0,03
1,80
0,50
0,28
1,60
-0,05
1,90
0,48
0,25
1,55
-0,05
1,80
0,48
0,20
1,55
-0,05
1,75
0,45
0,20
1,50
-0,05
1,13
133,75
0,75
7,04
1,04
1,11
135,76
0,77
6,97
1,00
1,11
137,79
0,76
6,90
0,95
1,09
139,86
0,75
6,84
0,93
1,05
141,96
0,73
6,77
0,90
46,39
376,73
44
358
42
340
44
360
48
389
II. Staatsanleihen (in %)
USA 10-J
Deutschland 10-J
Japan 10-J
Großbritannien10-J
Schweiz 10-J
III. Währungen
EURUSD
EURJPY
EURGBP
EURCNY
EURCHF
IV. Öl
Ölpreis (Brent, Fass)*
Rohstoffpreise (S&P, USD)
Quelle: Bloomberg, eigene Schätzungen.
Wertentwicklung verschiedener Anlageklassen seit Jahresanfang in Prozent
(a) In nationaler Währung
(b) In Euro
-25 -20 -15 -10 -5
S&P 500
Nasdaq
Euro STOXX 50
FTSE 100
DAX
Swiss MI
Nikkei
Hang Seng
Bovespa
Russia
CRB Index
Gold
Silber
Rohöl
EURUSD
EURJPY
EURGBP
EURCHF
USDCAD
USDGBP
USDJPY
US-Staatsanleihe 7-10 J.
US-Staatsanleihe 1-3 J.
Euro-Staatsanleihe 7-10 J.
Euro-Staatsanleihe 1-3 J.
UK-Staatsanleihe 7-10 J.
UK-Staatsanleihe 1-3 J.
Japan-Staatsanleihe 7-10 J.
Japan-Staatsanleihe 1-3 J.
0
5
-2,2
-1,7
-6,1
7,1
3,7
9,5
0,9
4,2
-4,7
17,4
-7,5
-16,2
-13,1
10 15 20
6,1
7,4
-6,5
-7,6
-3,2
Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen.
-1,2
0,0
0,0
1,9
0,5
1,7
0,4
2,2
0,2
0,1
8,7
-25 -20 -15 -10 -5 0
S&P 500
Nasdaq
Euro STOXX 50
FTSE 100
DAX
Swiss MI
Nikkei
Hang Seng
Bovespa
Russia
CRB Index
Gold
Silber
Rohöl
EURUSD
EURJPY
EURGBP
EURCHF
USDCAD
USDGBP
USDJPY
US-Staatsanleihe 7-10 J.
US-Staatsanleihe 1-3 J.
Euro-Staatsanleihe 7-10 J.
Euro-Staatsanleihe 1-3 J.
UK-Staatsanleihe 7-10 J.
UK-Staatsanleihe 1-3 J.
Japan-Staatsanleihe 7-10 J.
Japan-Staatsanleihe 1-3 J.
-1,0
5 10 15 20
4,3
4,8
7,1
6,9
9,5
7,0
8,5
10,8
3,5
11,1
12,7
13,9
-9,7
-6,5
-7,6
-3,2
-13,1
-1,2
0,0
8,7
8,4
7,0
1,7
0,4
5,4
3,4
1,3
1,1
18
30. Januar 2015
Wirtschafts- und Marktentwicklungen
Der Goldpreis erholt sich. Das könnte auch den Bitcoin-Preis unterstützen.
Preis des Goldes (USD/oz) und des Bitcoin (USD pro Stück)
2000
1200
1800
1000
800
1600
600
1400
400
1200
200
1000
0
11
12
13
14
Gold (LS)
15
Bitcoin (RS)
Quelle: Thomson Financial.
Der Euro-Bankenapparat wächst wieder
Jahresveränderungen in Mrd. Euro
4000
3000
2000
1000
0
-1000
-2000
-3000
99
00
01
02
03
04
Anderes Vermögen
Aktien, emittiert von Euroraum-Ansässigen
Wertpapiere von anderen Euroraum-Ansässigen
Kredit an andere Euroraum-Ansässige
05
06
07
08
09
10
11
12
Fixes Vermögen
Geldmarktfonds
Wertpapiere der Zentralregierung
Kredit an Zentralregierung
13
14
15
Externe Aktiva
Wertpapiere von MFIs
Kredite an MFIs
Gesamte Aktiva
Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen.
US-Bankkredite wachsen kräftig, Schrumpfung der Euro-Bankkredite lässt nach
Jahresveränderungen in Prozent
14
12
10
8
6
4
2
0
-2
-4
-6
99
01
03
05
07
Euro-Bankkredite an Euroraum Ansässige
Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen.
09
11
US-Bankkredit
13
19
30. Januar 2015
Beiträge in bisher erschienenen Ausgaben
Ausgabe
Inhalt
30. Januar 2015
Die EZB bringt 1.140.000.000.000 neue Euro in Umlauf
Achtung: Währungskrise
Griechenland: Schrecken ohne Ende
Von der Schweiz lernen
Wirtschaftspolitischer Kommentar: Überzogene Deflationssorgen
Edelmetallmarktbericht: Das Interesse der Edelmetall-ETF-Investoren kehrt zurück
Jahresausblick 2015
16. Januar 2015
19. Dezember 2014
5. Dezember 2014
21. November 2014
7. November 2014
24. Oktober 2014
10. Oktober 2014
26. September 2014
12. September 2014
29. August 2014
Folgen der Russlandkrise
Konjunkturrisiken nehmen zu
Schweiz führt Negativzins ein
Bald ohne Bargeld?
Wirtschaftspolitischer Kommentar: Sorge vor Deflation
Edelmetallmärkte: Zur US-Zinspolitik; Das Gold der Russen
Der „Illiquiditäts-Faktor“ als Krisentreiber
Negativzins im Goldleihemarkt
SNB im Euro-Kaufrausch
Wirtschaftspolitischer Kommentar: Gutes Geld braucht freien Wettbewerb
Edelmetallmärkte: Zum Gold-Silberpreis-Verhältnis
Gold ist Geld
Das „Japanrisiko“ steigt
Der „Ur-Zins“ kann nicht negativ werden
Wirtschaftspolitischer Kommentar: Zur Schweizer-Goldinitiative
Edelmetallmärkte: Institutionelle halten sich (noch) zurück
Öl, Gold und Zins
Was man über die Schuldenwirtschaft wissen sollte
Fed-Abrakadabra
Wirtschaftspolitischer Kommentar: Ich sehe was, was du nicht siehst
Edelmetallmärkte: Wechselkurs- versus Goldpreisbewegungen
Blasenwirtschaft
Sorgen vor „Eurokrise 2.0“
EZB kauft ABS
Wirtschaftspolitischer Kommentar: Ausweg „Währungswettbewerb“
Edelmetallmärkte: Mehr Chancen als Risiken; Schweizer Gold-Initiative
Tiefe Zinsen, hohe Schulden
Mehr Inflation ist nicht besser
Risikofaktor Japan
Zurück zum Goldstandard
Wirtschaftspolitischer Kommentar: Entparlamentarisiert
Edelmetallmarkt-Bericht: US-Dollar und Goldpreis
Der Goldpreis und der Spuk steigender Zinsen
Chinas Wirtschaft schwächt sich ab
Weltbevölkerung steigt stärker an
Wirtschaftspolitischer Kommentar: Kein Entkommen aus der Tiefzinspolitik
Edelmetallmarkt-Bericht: Gegenwind
QE XXL
Schock aus Schottland
Wirtschaftspolitischer Kommentar: Talfahrt des Euro
Edelmetallmarkt-Bericht: Zinserwartungen drücken Edelmetallpreise
Dollar-Dominanz
Zinswende bleibt aus. Gut für Gold.
EZB will mehr Inflation
Wirtschaftspolitischer Kommentar: Kredit und Vertrauen
Edelmetallmarkt-Bericht: Goldanleihe
Der Degussa Marktreport ist zu beziehen unter:
www.degussa-goldhandel.de/de/marktreport.aspx
Alle bisherigen Ausgaben des Degussa Marktreports stehen dort auch zum Download zur Verfügung.
20
30. Januar 2015
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Impressum
Der Marktreport erscheint 14-tägig freitags und ist eine kostenlose Serviceleistung der Degussa
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe: 30. Januar 2015
Herausgeber: Degussa
Goldhandel GmbH, Kettenhofweg 29, 60325 Frankfurt, Tel.: (069) 860068-0, Fax: (069) 860068-222
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Redaktion: Dr. Thorsten Polleit, Julia Kramer
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