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HANNOVER
| HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG
FREITAG, 30. JANUAR 2015 | NR. 25
Kurt-Schwitters-Gymnasium ist jetzt Kulturschule
Lehrer wollen neue Theaterklasse einrichten und Medienkompetenz fördern / 40 Modellschulen in Niedersachsen
Von SaSkia Döhner
Ein Künstler ist der Namensgeber, und
Kunst ist das Programm der Schule: Das
Kurt-Schwitters-Gymnasium in Misburg
ist eine von 40 Modellschulen im Land,
die jetzt an einem neuen Kulturförderprogramm teilnehmen. In Hannover beteiligen sich außer dem Kurt-SchwittersGymnasium noch die Schillerschule in
Kleefeld und die Integrierten Gesamtschulen Roderbruch, Linden und Bothfeld. Tobias Tiedge und Juliane Seeringer sind jetzt Kulturbotschafter an der
Misburger Schule, und sie haben viele
Ideen, wie sich Kultur durch den Unter-
richtsalltag ziehen könnte. Da ist zum einen der Namensgeber: „Schwitters ist
für uns Programm, das heißt Interdisziplinarität, Offenheit und Demokratie“,
sagt der scheidende Direktor Winfried
Baßmann, der heute in den Ruhestand
verabschiedet wird, Dies gelte für alle
Fächer, und auch für die Arbeitsgemeinschaften, die nicht als Unterricht zweiter
Klasse angesehen werden dürften.
Schwitters war der Ansicht, dass alles, was einem im Leben begegnet, zu
Gestaltungsmaterial werden könnte.
„Für die Schüler kann dies der Ansporn
sein, sich selbst als Kulturschaffende zu
erleben“, sagt Musik- und Französisch-
Kunst selbst gemacht: ein Mosaik im KurtSchwitters-Gymnasium.
Foto: Surrey
lehrerin Seeringer (39). Wichtiger, als
sich Kunst anzugucken, sei es für die
Kinder, selbst Kunst zu machen. Ob beim
Singen oder Theaterspielen auf der Bühne, beim Gestalten eines kunterbunten
Mosaiks oder beim Erkunden der Stadtteilgeschichte: Die Möglichkeiten, Kultur in den Schulalltag zu integrieren, seien groß, sagt auch Musiklehrer Tiedge.
Ein Schwerpunkt soll die kritische Medienerziehung werden. Wie soll man
umgehen mit Facebook, Twitter und Co?
Was darf man und was nicht?
Neben der Chorklasse soll in den
Jahrgängen fünf und sechs auch eine
Theaterklasse eingerichtet werden, und
das möglichst schon zum neuen Schuljahr. „Es müssen nicht alle Schüler später Sänger oder Schauspieler werden“,
sagt Tiedge. Es gehe darum, Kunst und
Kultur als etwas Bereicherndes zu erleben, das bei der Entwicklung der Persönlichkeit hilft.
Als Kulturbotschafter unterstützen
Tiedge und Seeringer nicht nur die Schüler, sondern auch ihre Kollegen. „Ein
neuer Geist soll durch die Schule wehen“, sagt Baßmann. So wie sich Eltern
bewusst für eine Schule mit naturwissenschaftlichem Profil, Französisch oder Latein schon ab Klasse fünf entschieden,
sei auch das Label „Kulturschule“ durchaus ein Standortfaktor. Und einer, der die
Arbeit für Lehrer und Schüler mit viel
Freude versehe, ergänzt Seeringer.
Üstra modernisiert ihre Busflotte weiter
Dickes Lob für das Transplantationszentrum der MHH von der Prüf- und Überwachungskommission der Bundesärztekammer:DieExpertenhaben54Herz-und
18-Herz- und Lungentransplantationen
des international renommierten Spezialisten Professor Axel Haverich unter die
Lupe genommen. 26 Fälle ließen sich die
Prüfer bei einem nur einen Tag im Voraus angekündigten Besuch in der MHH
im Detail vorstellen, bei 24 dieser Fälle
hatte die MHH eine hohe Dringlichkeit
der Operation attestiert. „Die Überprüfung hat ergeben, dass wir unsere Transplantationen hervorragend dokumentiert haben und es keinerlei Grund zu
Beanstandungen gibt“, sagte MHH-Vizepräsident Andreas Tecklenburg.
Die Prüfungskommission hat bei ihrer
Untersuchung der 72 Transplantationen
aus dem Zeitraum zwischen 2010 und
2012 nach MHH-Angaben außerdem
das Vorurteil entkräftet, Privatpatienten
würden bei Transplantationen bevorzugt. „Unter unseren 72 Herztransplantierten war nur ein einziger Privatpatient“, sagte Haverich. Die Prüfungen
geschehen vor dem Hintergrund des
jüngsten Manipulationsskandals bei Lebertransplantationen unter anderem an
den Universitätskliniken von Göttingen,
Regensburg sowie dem Münchner Klinikum Rechts der Isar.
An der MHH ist unterdessen die Zahl
der Transplantationen gegen den Bundestrend im Jahr 2014 von 381 auf 409
gestiegen.
wie
■ Finale am Sonnabend: Am Sonnabend
Mit dem Strom: Die Üstra präsentiert auf dem Opernplatz drei Hybridbusse, die ein Drittel weniger Kraftstoff verbrauchen – und die Umwelt weniger belasten.
Fotos: Wallmüller (2)
Der Neue ist auf den Stadtbahngleisen unterwegs
Mitfahren ist noch nicht erlaubt, aber
man kann ihn schon sehen – den neuen
Stadtbahnwagen der Üstra vom Typ
TW 3000. „Er ist derzeit im gesamten
Netz für Fahrschulfahrten unterwegs“,
sagt Unternehmenssprecher Udo Iwannek. Gestern fuhr der TW 3000 durch die
Oststadt, die List und Lahe nach Altwarmbüchen.
Wegen seiner hochgezogenen Form
und den großen Fenstern fällt der Neue
durchaus auf – schon im Vergleich zum
Silberpfeil, erst recht aber gegenüber
den älteren grünen Stadtbahnen, denen
die Schwierigkeiten bei der Produktion
des TW 3000 ja eine längere Verweildauer im Üstra-Betrieb beschert haben,
als ursprünglich geplant war. Pfusch bei
Schweißarbeiten an tragenden Teilen
hatte dazu geführt, dass die neue Stadtbahn im März vergangenen Jahres zwar
in recht pompösem Rahmen vorgestellt
wurde, dann aber nach Entdeckung der
Mängel erst einmal stillgelegt werden
musste. Die für das Malheur verantwortliche Zulieferfirma hat den Auftrag verloren. Die Kosten für die Verzögerung
muss nicht die Üstra tragen, sondern die
Produzenten.
Mittlerweile
haben sich Hersteller, Verkehrsunternehmen und Aufsichtsbehörde über einen Sanierungsplan für die insgesamt
18 schadhaften Fahrzeuge geeinigt.
Auch läuft die Auslieferung von Wagen,
bei denen keine Schäden aufgetreten
sind. Derzeit sind insgesamt drei der
50 im ersten Lieferpaket vorgesehenen
Stadtbahnen zum Stückpreis von 2,5 Millionen Euro einsatzfähig. Die Üstra will
sie von April an im regulären Fahrbetrieb einsetzen, und zwar auf der Linie 7
Richtung Misburg.
se
Gestern steuerte der TW 3000 die Endhaltestelle in Altwarmbüchen an.
Marokkaner zieht deutsche Haft der Heimat vor
Gericht verurteilt drei Trickdiebe aus Nordafrika / Mögliche Abschiebung ist Sache der Ausländerbehörde
Von Michael Zgoll
Kriminelle Ausländer schneller abschieben – bei Stammtischgesprächen ist das
ein Dauerbrenner, und auch das Bundeskabinett stimmte vor wenigen Wochen
einem entsprechenden Gesetzentwurf zu.
Am Amtsgericht Hannover gab es gestern Anschauungsunterricht, wie und warum manche Ausländer in Deutschland
straffällig werden, welche persönlichen
Schicksale sich dahinter verbergen und
an welche Grenzen Justiz und Sozialstaat
stoßen. Letztendlich verurteilte ein Jugendschöffengericht unter Vorsitz von
Ino Augenreich zwei Algerier und einen
Marokkaner wegen mehrerer Trickdiebstähle zu Freiheitsstrafen, zwei davon auf
Bewährung. Die Perspektiven der Flüchtlinge, in Deutschland Fuß zu fassen, tendieren gegen null. Doch ungewiss ist
auch, ob und wann sie in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden.
Sami S. aus Marokko ist einer der Verurteilten. Der 20-Jährige, der schon länger
unter psychischen Problemen leidet, flehte
das Gericht an, in Haft bleiben zu dürfen.
Der Aufenthalt in einem deutschen Gefängnis ist für ihn offenbar erträglicher als
ein Leben als Illegaler auf deutschen Straßen. Oder als ein Leben in seinem Heimatland. Das Gericht erfüllte ihm seinen
„Wunsch“, verurteilte ihn zu 14 Monaten
Jugendstrafe ohne Bewährung. Als kleines
Kind, erzählte S., habe er mit seiner Mutter
in Spanien gelebt. Als er zwölf war, schob
sie ihn zu einer Tante nach Brüssel ab.
Ohne Schul- und Ausbildung zog S. durch
Europa, hauste in leer stehenden Fabriken
und Wohnungen, beging kleine Diebstähle, um über die Runden zu kommen. Doch
auch in Deutschland, so steht zu befürchten, wird der Flüchtling nicht heimisch
werden. In wenigen Tagen wartet ein weiteres Verfahren auf ihn, es geht um einen
Taschenraub im Rotlichtviertel.
Gestern, vor Gericht, gaben die drei
Angeklagten alles zu, was ihnen die
Staatsanwaltschaft vorwarf. Im Laufe des
Jahres 2014 hatten sie etliche Menschen
bestohlen. Gewerbsmäßig, in wechselnder
Besetzung und mit weiteren Bekannten,
die untergetaucht oder unbekannt sind.
Auf Gleis 11 /12 im Hauptbahnhof sprechen sie einen wartenden Fahrgast an, lenken ihn ab, stehlen seine Aktentasche mit
Laptop und Kamera. In der Eingangshalle
des Bahnhofs wird eine Frau auf diese
Weise ihre Handtasche los, einem Mann
kommt sein Rucksack abhanden. Als der
Algerier Ismail R. einem vor einem Steakhaus in der Georgstraße sitzenden Geschäftsmann seine Tasche mitsamt wichtiger Papiere und Notebook wegschnappt,
kommt es zu einer wilden Verfolgungsjagd. Nach kurzer Hatz lässt der Dieb die
Tasche fallen. Eine Autofahrerin lenken
die Täter mit einem Schlag aufs Blech ab
und greifen sich blitzschnell ihre Handtasche vom Beifahrersitz. In einem CityKaufhaus sacken sie eine Jacke ein, im Supermarkt stibitzen sie eine Flasche Wodka
oder nutzen die Bahn, ohne zu zahlen. Einen Gutteil des Erlöses aus ihrer Beute geben sie für Alkohol aus.
Der 20-jährige Ismail R. und Lofti M.,
vier Jahre älter, sind Asylbewerber aus Al-
Foto: Wallmüller
Prüfer loben
Transplanteure
der MHH
Die Kollektion von Lea Heite wird von
den Dozenten genau geprüft. Foto:Wallmüller
Die Anspannung ist ihr ins Gesicht geschrieben. Verunsichert wie bei einer
Matheprüfung steht Lea Heite neben ihrem Dozent Rafael Erfurth. Bei der Passformkontrolle präsentieren die Studenten
der Modeschule M3 ihre selbst entworfenen Kleidungsstücke an einem Model.
Kritisch prüft der Dozent jede Naht und
deutet auf Fehler hin. „Hier kannst du
den Stoff noch ein bisschen raffen“, sagt
Erfurth.
Bis zu der großen M3-Werkschau müssen die Outfits an den Models perfekt sitzen. Jeder Student hat zwischen fünf und
sieben Garderoben designt. Am Tag der
finalen Modenschau werden diese präsentiert – der erste Teil der Prüfungsleistungen zur Modedesignerin.
Lea Heite ist 22 Jahre und hat bereits
im Sommer letzten Jahres ihren Abschluss zur Maßschneiderin erworben.
Seitdem arbeitet sie an ihrer eigenen Kollektion, um eine geprüfte Modedesignerin zu werden. „Mein Thema ist Traum –
Traumzeit, Nächte, die verzaubern“, sagt
Lea, deren Outfits aus mehreren Teilen
bestehen: einem langen Rock, Kleidern
und Jäckchen. Alle in cremeweißen, fließenden Stoffen mit goldenen Ornamenten. „Bei dem Rock muss ein ganzes
Stück weggenommen werden, sonst sieht
es so aus, als ob du Schwangerschaftsmode machen möchtest“, sagt Eva Emde,
Schulleiterin der M3.
Die Modeschüler arbeiten Tag und
Nacht an ihrer Kollektion. „Wir haben extra einen Schlüssel, um spätabends noch
in die Werkstatt zu kommen“, sagt die
Schülerin Lea Heite. Wer schön machen
will, muss manchmal auch leiden.
Von BernD haaSe
Mehr Bilder unter haz.li/bus
sowie unter haz.li/tw3000.
Modeschule M3
präsentiert Werkschau
Von Sarah SchuhMacher
Weniger Lärm, weniger Abgase: Sieben neue Hybridbusse fahren durch Hannover
Wenn auf dem Opernplatz Busse stehen,
dann bedeutet das in der Regel, dass die
Verkehrsunternehmen Neuanschaffungen vor ansprechender Kulisse in Szene
setzen wollen. So auch gestern: Die Üstra
präsentierte sieben neue Gelenkbusse
mit Hybridantrieb aus der Fertigung des
polnischen Herstellers Solaris. Hans-Joachim Menn von der Nahverkehrsgesellschaft des Landes ermunterte bei der Gelegenheit Pendler, häufiger das Auto
stehen zu lassen: „Wer in den neuen Hybridbussen mitfährt, erlebt Fahrkomfort
und Umweltschutz hautnah.“
Hybridbusse erzeugen beim Bremsen
Strom und nutzen diesen zum Anfahren,
bevor sie auf Dieselbetrieb umschalten.
Gegenüber reinen Dieselbussen bringt
das eine Spritersparnis von rund einem
Drittel; der Ausstoß von Stickoxid und
Kohlendioxid sinkt entsprechend. Auch
Anwohner an Straßen mit Busverkehr
wissen die Technik zu schätzen. Die Fahrzeuge sind leiser; vor allem entfällt das
lästige Brummgeräusch beim Anfahren.
Die umweltfreundliche Busversion
hat ihren Preis. Der Stückpreis für jeden
der sieben Üstra-Neulinge liegt bei
528 000 Euro; das sind rund 200 000 Euro
mehr, als für Dieselbusse verlangt werden. Finanziert worden sind die Fahrzeuge deshalb zum großen Teil von der Region Hannover, die den Beitrag zum
Klimaschutz honoriert, sowie zu einem
kleineren vom Land Niedersachsen. Insgesamt verfügt die Üstra nun über 36 Hybridbusse von Solaris. Noch im laufenden
Jahr sollen nach Angaben des Unternehmens 26 weitere in den Betrieb gehen;
Hersteller für diese Fahrzeuge ist MAN
in Salzgitter. Dann wird fast die Hälfte
der Üstra-Busflotte aus Hybridfahrzeugen bestehen.
Niedersachsens
Wirtschaftsminister
Olaf Lies sieht in der Anschaffung ein
„erfreuliches und zukunftsweisendes Zeichen für die Stadt Hannover“. Noch mehr
freuen würde er sich, wenn in nicht allzu
ferner Zukunft auch reine Elektrobusse
auf den Straßen unterwegs wären. Im
Frühjahr kommenden Jahres wird dieser
Wunsch in Erfüllung gehen – dann erhält
die Üstra drei Elektrobusse.
Wer schön
machen will,
muss auch leiden
Ähnlich wie in dieser – gestellten – Szene schlugen die Diebe am Hauptbahnhof zu.
gerien. R. landete mit einem Flüchtlingsschiff in Spanien, schlug sich über Italien,
Frankreich und Belgien bis nach Deutschland durch. Vor einem Jahr lernten sich die
beiden Männer in einer Unterkunft in
Lehrte kennen, wohnten dort bis zu ihrer
Festnahme im September 2014. Kost und
Logis gab es in Lehrte gratis, doch arbeiten
– für das eine oder andere Extra – durften
sie nicht. Schwer beeindruckt, so erzählten
die Algerier, hätten sie die fünf Monate
Untersuchungshaft: Keine Sprachkenntnisse, keine Kontakte, keine Beschäftigung. Sie saßen ihre Zeit ab, im wahrsten
Sinne des Wortes. Gestern verurteilte sie
das Gericht zu einem Jahr Jugendstrafe
und einem Jahr Haft, jeweils auf Bewährung mit drei Jahren Bewährungsfrist.
Keine Perspektive: Diese Vokabel nahmen Jugendgerichtshelfer und Staatsanwältin, die drei Verteidiger und Richter
Augenreich mehrfach in den Mund. Die
Gefahr, dass die drei Diebe wieder straffällig werden, ist hoch – oder entfaltet der
Schrecken der U-Haft doch erzieherische
Wirkung? Ein Recht auf Asyl in Deutschland, so viel ist gewiss, haben die Flüchtlinge aus Nordafrika nicht. Ihre einzige
Chance ist die Duldung, so oft verlängert
wie nur möglich. Die Urteile des Amtsgerichts werden der Ausländerbehörde gemeldet, sie entscheidet über eine Abschiebung. Bislang konnte das Amt geduldete
Ausländer des Landes verweisen, wenn
diese wegen Straftaten zu mehr als drei
Jahren Haft verurteilt wurden. Mit dem
neuen Gesetz ginge das auch schon ab
zwei Jahren Haft – oder wenn man in Asylanträgen falsche Angaben entdeckt.
ist es so weit, dann steigt die finale
M3-Werkschau in der Galerie Herrenhausen. Die Vo rführungen beginnen um
16, 18.30 und 21 Uhr, Karten sind ab
18 Euro erhältlich. Außerdem präsentieren die Modedesignstudenten der Hochschule noch bis Sonntag ihre Abschlusskollektionen zum Thema „Mind the
Gap“. Die Ausstellung zeigt Mode, Entwürfe und experimentelle Unikate. Das
Atrium des Design Centers an der Expo
Plaza 2 ist an beiden Tagen zwischen
12 und 18 Uhr für Besucher geöffnet.
Der Landtag –
bald
oben ohne
Der niedersächsische Landtag präsentiert sich bald oben ohne – für die Sanierung des Plenargebäudes nämlich hievt
in diesen Tagen ein gigantischer Kran
den Dachaufsatz herunter. „Die Dachkonstruktion
wird
häppchenweise
durchgeschweißt“, sagte Landtagssprecher Kai Sommer. Auch unter energetischen Gesichtspunkten sei das nicht
gedämmte Dach nicht mehr zukunftstauglich. Ein 80- und ein 160-TonnenKran kommen zum Einsatz, um die
schweren Bauteile auf den Boden zu befördern und dort in abtransporttaugliche
Stücke zu zerlegen.
Bis 2017 soll das unter Denkmalschutz
stehende Gebäude für 52,8 Millionen
Euro modernisiert werden. Zwar seien
die im vergangenen Sommer gestarteten
Arbeiten weiter in Verzug, die neue Bauleitung arbeite aber bereits an einer verbesserten Planung, erklärte der Landtagssprecher. „Wir sind guter Dinge,
dass wir den Verzug wieder einholen“,
sagte Sommer. Über die Umgestaltung
des Plenarsaals war jahrelang gestritten
worden. Der 60er-Jahre-Bau von Dieter
Oesterlen war in die Jahre gekommen,
die Heizung war defekt, die Belüftung
schlecht, es fehlten Tageslicht und Platz
für Besucher.
Kräne heben Stahlträger vom Dach des
Landtages an.
Foto: Thomas
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