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Economic Adviser Feb/2015 (PDF, 665 KB)

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Economic Adviser
Economics & Strategy
23. Januar 2015 • Ausgabe Februar 2015
Themenübersicht
Special: EZBEZB-Ankaufprogramm löst Kettenreaktion
Kettenreaktion aus!
2
USA: Schwächere Zahlen zum Einzelhandel
3
Euroland: EZB kauft nun auch Staatsanleihen
Staatsanleihen
4
Deutschland: Solides Wachstum im Gesamtjahr 2014
6
Frankreich: Anschlag schweißt Franzosen zusammen
7
Italien: Kaum Aussicht auf Stabilisierung
8
Spanien: Wachstumsdynamik nimmt Fahrt auf
8
Schweiz:
Schweiz: Ende des Mindestkurses – SNB schockt Märkte
9
Japan: Zentralbank bleibt auf dem Gaspedal
10
Großbritannien: Zinswende verschoben
11
China: Auch 2014 keine harte Landung
12
Kanada: BoC senkt Leitzins
Leitzins auf 0,75%
13
Total Returns: Draghi hält Renditen niedrig
14
Aktienmärkte: EZB sorgt für Rekordjagd
16
Übersicht Prognosen
17
Special: EZB-Ankaufprogramm löst Kettenreaktion aus!
Die Spatzen pfiffen es bereits seit Wochen von den Dächern, nun ist es amtlich: Die EZB wird weiter massiv Liquidität
in die Märkte spülen und für gut eine Billion Euro zusätzliche Anleihen – vor allem Staatspapiere – ankaufen. Damit
folgt sie dem Beispiel anderer großer Zentralbanken. Auch vom Volumen her erscheint das QEQE-Programm im interinternationalen Vergleich als eher moderat. Dennoch hat die EZBEZB-Maßnahme erhebliche Folgewirkungen für die FinanzFinanzmärkte, die internationale Geldpolitik und das Währungsgefüge. Unsere Einschätzung auf Seite 2.
Wir bitten um Beachtung der besonderen Hinweise auf den letzten Seiten dieser Studie.
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Februar 2015 ______________________________________________________________
______________________________________________________________
Special: EZB-Ankaufprogramm löst
Kettenreaktion aus!
Draghi zieht letzten Trumpf
Wie erwartet hat die EZB auf ihrer ersten Sitzung
im Jahr 2015 eine massive Ausweitung der Anleihekäufe beschlossen. Ab März werden nun auch
Staatsanleihen und Papiere europäischer Institutionen erworben. Das Programm, in dem auch die
bereits angelaufenen Käufe von Covered Bonds
(CBPP3)
und
Asset
Backed
Securities
(ABSPP) aufgehen, sieht ein monatliches Volumen
von EUR 60 Mrd. vor. Da die Maßnahme vorerst bis
September 2016 geplant ist, ergibt sich hieraus
eine Gesamtsumme von mehr als 1 Billion Euro.
Allerdings werden im gleichen Zeitraum auch Anleihen aus dem Altbestand der EZB fällig werden,
so dass der Nettoeffekt etwas geringer ausfällt.
Der Bericht des Generalanwalts beim EuGH Mitte
Januar hatte etwaige rechtliche Bedenken gegen
den Ankauf von Staatsanleihen am Sekundärmarkt
durch die EZB im Vorfeld beiseite gewischt. Die
niedrige Inflation und vor allem die zuletzt deutlich gesunkenen Inflationserwartungen haben der
EZB praktisch keine Wahl mehr gelassen, ihren
letzten Trumpf auszuspielen. Wobei der EZB
selbstverständlich eine weitergehende geldpolitische Lockerung jederzeit offensteht, indem
schlicht das Tempo der Ankäufe oder die Dauer
des Programms erhöht wird. Dennoch wagt sich
die EZB nach langem Zögern nun auf einen Weg
mit ungewissem Ausgang. Sie folgt dabei dem
Beispiel anderer wichtiger Zentralbanken, die
bereits seit Jahren das Instrument der quantitativen Lockerung einsetzen – mit mehr oder weniger
großem Erfolg. Das Volumen von EUR 1,14 Billionen wirkt nur vordergründig groß. Es entspricht
jedoch lediglich 11,3% des BIP der Eurozone, so
dass das Programm im internationalen Vergleich
eher klein dimensioniert ist. Auch die Entwicklung
der Bilanzen der wichtigsten Zentralbanken verdeutlicht, dass die EZB sicher nicht die aggressivste Gangart an den Tag legt (vgl. Abb. auf S. 1).
EZB-Programm hat weitreichende Folgen
Schlagartige Erfolge sind aufgrund des schrittweisen Assetankaufs nicht zu erwarten. So wird die
Inflationsrate nicht schnell in das angestrebte
Terrain zurückkehren. Im Gegenteil: Für die Eurozone steht im ersten Halbjahr ein tieferes Absinken der HVPI-Jahresrate in den negativen Bereich
bevor. Im kommenden Jahr wird die Inflationsrate
zwar mithilfe des QE-Programms und Basiseffek-
ten bei den Energiepreisen wieder klar im positiven Bereich liegen, eine Rückkehr zum EZBZielwert von knapp 2% Y/Y ist aber nicht zu erwarten. Dies könnte bedeuten, dass das Programm
länger laufen wird als derzeit angenommen, was
wiederum die Kapitalmarktzinsen dauerhaft auf
niedrigem Niveau festzurrt. Leicht positive konjunkturelle Impulse sind wahrscheinlich, vor allem
über noch niedrigere Zinsen in Europa und eine
nachhaltige Schwäche des Außenwerts des Euro.
SNB kommt EZB zuvor – Dänemark unter Druck
Die EZB greift somit nun – wie zuvor andere Zentralbanken – deutlich ins Währungsgefüge ein.
Angesichts der jahrelang sehr hohen Bewertung
des Euro kann dies aber nicht als eine Beggar-thyneighbor-policy oder gar als Währungskrieg beschrieben werden. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte eine Woche vor der EZBEntscheidung die Reißleine gezogen und den
Frankenmindestkurs aufgegeben. Zuvor hatte sie
durch Devisenmarktinterventionen ihre Bilanz
aufgebläht und wollte diesen Weg nun nicht weiter gehen. Die Folge war eine massive Aufwertung
des Franken. Die SNB wird nun Mühe haben, die
Parität zum Euro zu halten.
Auch Dänemark geriet unter Druck und senkte
binnen einer Woche zweimal die Zinsen. Seit einiger Zeit musste die Notenbank umfänglich intervenieren, um die Krone in der Spanne von
+/-2,25% um den Zielwert von 7,46 DKK je EUR zu
halten. Ob ein Einlagensatz von -0,35% ausreicht,
wird sich zeigen. Die kleinen Währungsräume sind
offenbar den Vorgaben aus Frankfurt ausgeliefert.
Unerwartet war auch die Zinssenkung der Bank of
Canada, welche allerdings hauptsächlich von dem
Ölpreisrutsch getrieben die Auswirkungen auf die
kanadische Wirtschaft abzufedern sucht.
Zinserhöhung der Fed noch in diesem Jahr?
Bleibt als offenbar letzte Insel der Konjunkturseligen die USA, welche sich ganz im Gegensatz zu
den sonstigen weltweiten Wachstumstendenzen
auf der Überholspur bewegt. Die starken BIPZahlen und die Aufhellung auf dem Arbeitsmarkt
rechtfertigen eine langsame Normalisierung der
US-Geldpolitik – wären da nicht ebenfalls die (ölpreisbedingt) stark rückläufigen Inflationsraten. Es
wird spannend sein, ob sich im Verlauf des Jahres
die geldpolitischen Tauben oder Falken durchsetzen werden. Wir erwarten weiterhin einen ersten
Zinsschritt im Juni oder September.
NORD/LB Economics
Economics & Strategy
Tobias Basse, Dr. Jens Kramer,
Bernd Krampen, Christian Lips
Seite 2 von 20
Economic Adviser
USA
Februar 2015 ______________________________________________________________
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Tobias Basse, Bernd Krampen
•
Schwächere Zahlen vom Einzelhandel
•
Fed bleibt unter Zugzwang
•
EZB hilft Dollar
Schwächere Zahlen vom Einzelhandel
Am Markt haben die schwachen Zahlen zu den
Einzelhandelsumsätzen gewisse Sorgen bezüglich
der US-Wirtschaft ausgelöst. Hier zeigte sich im
Dezember ein fast schon herber Rückschlag. Belastet haben natürlich die durch den niedrigen
Ölpreis bedingten schwachen Umsätze an Tankstellen. Zudem kam es wohl auch zu Problemen
bei der Saisonbereinigung, was an den – trotz
Abwärtsrevision – noch immer ziemlich freundlichen Zahlen im November gelegen haben dürfte.
Wir hatten zwar mit einer gewissen Abschwächung
der US-Einzelhandelsumsätze gerechnet, waren
aber von einer deutlich positiveren Entwicklung im
Segment Elektronik ausgegangen; es hatte bei
den Unternehmen im US-Einzelhandel nämlich
Hinweise auf eine starke Nachfrage nach Ultra-HDFernsehgeräten gegeben. Es hätte aber noch
schlimmer werden können. Entsprechend passen
wir unsere eher pessimistische BIP-Prognose für
das IV. Quartal leicht nach oben an. Kurzfristig
mag der niedrige Ölpreis den Aufschwung am
Arbeitsmarkt nun etwas dämpfen. Die Unternehmen in der Förderindustrie haben mit Entlassungen begonnen, was sich beispielsweise in North
Dakota und Texas zeigen sollte. Generell gibt es
aber weiterhin Grund zum Optimismus. Die anhaltende Aufhellung der Beschäftigungssituation
sollte die Stimmung bei den Konsumenten verbessern und damit einen positiven Effekt auf die
Nachfrage haben.
Fed bleibt unter Zugzwang
Aufgrund der Entwicklungen am US-Arbeitsmarkt
rechnen wir auch weiterhin mit einer ersten Leitzinsanhebung der Fed im Sommer. Die Entscheidung der kanadischen Zentralbank, die jüngst
überraschend eine Leitzinssenkung vorgenommen hatte, sollte keine Signalwirkung für die USA
haben. Man hat in Ottawa offenbar vor allem auf
den gesunkenen Ölpreis reagieren wollen. Kanada
kann sicherlich nicht als einer der Gewinner der
Bewegungen am Ölmarkt gelten. Für die USVolkswirtschaft präsentiert sich eine komplexere
Situation. Sicherlich werden sich in einigen Bundesstaaten Probleme ergeben. Allerdings profitiert das Land in der Summe von den Entwicklungen beim Preis für das schwarze Gold. Interessant
ist in diesem Kontext, dass die aktuellen Zahlen
zur US-Industrieproduktion noch keine Anzeichen
für eine Abschwächung der Förderung der Fracking-Branche zeigen. Insofern kann die Fed unabhängig von den Entscheidungen der Bank of
Canada den Leitzins anheben, was dann auch
Implikationen für das Renditeniveau am USKapitalmarkt haben sollte.
EZB hilft Dollar
Der Dollar konnte zuletzt von der Schwäche des
Euro profitieren. Die unerwartete Entscheidung
der Notenbanker in der Schweiz, die dort bisher
verfolgte geldpolitische Strategie nachhaltig zu
verändern und den Mindestkurs zum Euro aufzugeben, wurde unter anderem auch mit den Abwertungstendenzen der Gemeinschaftswährung aus
Frankfurt gegenüber dem US-Dollar begründet.
Dieser Trend zur Schwäche des Euro hält an. Der
Devisenmarkt hatte zuletzt offensichtlich auf recht
umfangreiche Staatsanleihekäufe der EZB gesetzt.
Damit kam der Euro deutlich unter Druck, was –
aufgrund der ambitionierten Erwartungshaltung –
allerdings zwischenzeitlich auch das Risiko von für
den Euro stützenden Überraschungen erhöht
hatte.
Die EZB hat nun agiert und ein Ankaufprogramm
mit einem Volumen von 60 Milliarden Euro pro
Monat angekündigt, welches mindestens bis September 2016 laufen wird und bei Bedarf verlängert
werden soll. Der geplante Umfang des Programms
liegt damit bei über 1 Billion Euro. Der Euro kam
nach dieser Meldung unter Druck. Natürlich verfolgen die Notenbanker vom Main offiziell kein
Wechselkursziel. Klar ist aber, dass man die Preisentwicklung in Euroland mit gewissen Sorgen
betrachten; insofern kann ein schwächerer Euro
über steigende Importpreise schon helfen, die von
der EZB offensichtlich als zu niedrig empfundenen
Inflationsraten bei den Konsumentenpreisen in
Euroland anziehen zu lassen. Daneben mag die
Schwäche des Euro noch erwünschte Nebenwirkungen auf die preisliche Wettbewerbsfähigkeit
der Unternehmen in der Euro-Zone haben. Angesichts der weiterhin auf der Agenda der Fed stehenden Leitzinsanhebung in 2015 präsentiert sich
der Euro entsprechend schwach. Kurzfristig sollte
der Wechselkurs zwischen Euro und Dollar daher
nicht nachhaltig über 1,15 USD pro EUR springen
können. Es ist sogar ein Überschießen in Richtung
1,10 USD pro EUR möglich. Perspektivisch sollte
sich die Lage aber wieder beruhigen, was mit Blick
auf die kommenden 12 Monate für einen stärkeren Euro sprechen sollte.
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Economics & Strategy
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Economic Adviser
Februar 2015 ______________________________________________________________
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Fundamentalprognosen USA
Euroland
2014
2015
2016
2,4
2,0
1,0
5,0
4,0
3,5
1,6
6,2
-5,1
-2,3
3,0
2,2
1,0
8,0
5,0
4,5
1,0
5,5
-4,2
-2,2
2,7
2,0
1,0
7,0
3,5
3,5
2,5
5,2
-3,8
-2,3
BIP
Privater Konsum
Öffentl. Konsum
Investitionen
Export
Import
Inflation
Arbeitslosenquote1
Haushaltssaldo2
Leistungsbilanzsaldo2
Veränderung gg. Vj. in %; 1 in % der Erwerbstätigen;
2
in % des BIP
Quartalsprognosen USA
BIP ann.
BIP Y/Y
Inflation Y/Y
I/14
II/14
III/14
IV/14
I/15
-2,1
1,9
1,4
4,6
2,6
2,1
5,0
2,4
1,8
2,5
2,5
1,5
2,6
3,7
0,8
Veränderung in %
Zinsen und Wechselkurs USA
Einlagensatz
3M-Satz
10J Treasuries
Spread 10J Bund
EUR in USD
22.01.
3M
6M
12M
0,25
0,26
1,86
142
1,14
0,25
0,25
2,20
180
1,15
0,50
0,55
2,50
210
1,18
1,00
1,10
2,90
220
1,23
Coming Up…
Datum
Indikator
26.01.
27.01.
27.01.
27.01.
27.01.
30.01.
30.01.
02.02.
02.02.
03.02.
04.02.
04.02.
06.02.
10.02.
12.02.
12.02.
17.02.
Dallas Fed Index
S&P CS 20 City HPI
Richmond Fed Index
Orders langl. Güter m
Verbrauchervertrauen
Chicago PMI
ISM Milwaukee
ISM PMI
ISM Prices Paid
Ward Auto-Umsatz Inland
ISM PMI Non.-Manu.
ADP Beschäftigung
Arbeitslosenquote
NFIB Index
Einzelhandelsumsätze m
Lagerbestände
Empire Strate
m
vorh.
Wert
Jan
Nov
Jan
Dez
Jan
Jan
Jan
Jan
Jan
Jan
Jan
Jan
Jan
Jan
Jan
Dez
Feb
M/M, q Q/Q annualisiert, kursiv: vorl. Ergebnis
Aktuelle Prognosen in unserem Wochenkalender
4,1
173,36
7
-0,7%
92,6
58,8
57,61
55,5
38,5
13,5M
56,2
241K
5,6%
100,4
-0,9%
0,2%
9,95
Christian Lips
• Konjunktur und Inflation fordern EZB
• EZB kauft nun auch Staatsanleihen –
EuGH-Generalanwalt gibt grünes Licht
• Griechenland erneut im Fokus
Konjunktur und Inflation fordern EZB
Die Konjunktur- und vor allem die Preisentwicklung der vergangenen Monate hatte nahegelegt,
dass die EZB im neuen Jahr schärfere Geschütze
gegen sinkende Inflationserwartungen und zur
mittelfristigen Rückkehr der Inflation in die Nähe
des EZB-Zielwerts von knapp 2% Y/Y auffahren
würde. Durch den dramatischen Ölpreisrückgang
ist die Inflationsrate im Dezember auf -0,2% Y/Y
und damit erstmals seit über fünf Jahren in den
negativen Bereich abgetaucht. Wir gehen davon
aus, dass damit das Ende der Fahnenstange noch
nicht erreicht ist. Im ersten Halbjahr wird die Inflationsrate noch weiter absinken und auch im Jahresdurchschnitt wird das Verbraucherpreisniveau
zurückgehen – sofern eine drastische Gegenbewegung bei den Ölpreisen ausbleibt. Das größte
Problem für die EZB stellte aber der Rückgang der
mittel- und langfristigen Inflationserwartungen
dar, was für sich genommen einen Anstieg der
realen Zinsen bewirkt und damit die bisherigen
Bemühungen zur Stimulierung des Wirtschaftsgeschehens konterkariert. Die konjunkturelle Dynamik bleibt zudem vorerst noch verhalten. Im laufenden Jahr dürfte die Jahreswachstumsrate
leicht auf 1,0% steigen, viel mehr ist trotz des
gesunkenen Ölpreises und des günstigeren EuroWechselkurses nicht zu erwarten.
EZB kauft nun auch Staatsanleihen –
EuGH-Generalanwalt gibt grünes Licht
Vor diesem Hintergrund hat der EZB-Rat auf seiner ersten Sitzung im Jahr 2015 eine weitere
deutliche geldpolitische Lockerung beschlossen.
Gemäß Ratsbeschluss sollen nun u.a. auch Anleihen der Zentralstaaten in der Eurozone und von
europäischen Institutionen am Sekundärmarkt
angekauft werden. Hierfür hatte Mitte Januar der
Generalanwalt beim EuGH mit der Vorstellung
seines Gutachtens zur Rechtmäßigkeit von Staatsanleihekäufen durch die EZB den Weg freigemacht. Das neue Programm beinhaltet auch die
bereits laufenden Ankaufprogramme (CBPP3 und
ABSPP). Insgesamt sollen monatlich Käufe im
Volumen von EUR 60 Mrd. erfolgen, die zumindest
bis September 2016 geplant sind. Sie werden aber
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auf jeden Fall solange durchgeführt, bis der EZBRat eine nachhaltige Rückkehr zur Preisniveaustabilität feststellt. Damit ergibt sich ein Gesamtvolumen von deutlich über EUR 1 Billion. Das neue
Kaufprogramm stellt die bisherigen Maßnahmen
der EZB zur quantitativen Lockerung in den Schatten. Die Assets der ersten drei Programme zum
Ankauf von Covered Bonds (CBPP1, 2 und 3), des
ABSPP sowie des beendeten SMP summieren sich
derzeit auf etwas mehr als EUR 200 Mrd.
Eurozone kann niemand ein Interesse haben –
weder Griechenland noch die Gläubiger. Daher
wird Griechenland wohl mit einem gewissen Entgegenkommen der Eurostaaten (impliziter Schuldenschnitt) rechnen dürfen, sobald sich die Aufregung nach der Wahl wieder gelegt hat.
Fundamentalprognosen Euroland
2014
2015
2016
0,8
0,8
0,9
0,5
0,2
0,4
11,6
-2,7
2,5
1,0
1,0
0,7
1,0
0,2
-0,2
11,3
-2,5
2,3
1,4
1,1
0,9
3,5
0,1
1,2
10,9
-2,3
2,1
150
BIP
Privater Konsum
Öffentl. Konsum
Investitionen
Außenbeitrag1
Inflation
Arbeitslosenquote2
Haushaltssaldo3
Leistungsbilanzsaldo3
100
Veränderung gg. Vj. in %; 1 Wachstumsbeitrag;
2
in % der Erwerbstätigen; 3 in % des BIP
EZB kauft für gut 1 Billion EUR weitere Assets
300
in Mrd.
Euro
250
200
Quartalsprognosen Euroland
50
0
2010 2011 2012 2013 2014
CBPP1
CBPP2
SMP
CBPP3
2015
ABSPP
Um der Kritik einer Lastenumverteilung im Falle
eines hypothetischen Ausfalls einzelner Anleihen
zu begegnen, wird nur für 20% der Gesamtsumme
das Risiko geteilt, der Rest wird von den nationalen Zentralbanken zu tragen sein. Die EZB koordiniert aber das Programm. Die Inflationsrate dürfte
im kommenden Jahr wieder deutlich höher liegen,
das Inflationsziel wird aber erneut verfehlt werden.
An der EZB-Ratssitzung nahm wegen des Beitritts
Litauens zum Euroraum erstmals mit Vitas Vasiliauskas auch ein Vertreter der litauischen Zentralbank (Lietuvos bankas) als stimmberechtigtes
Mitglied teil. Im Gegenzug rotieren von nun an die
Stimmrechte. Im Januar durften die Vertreter der
nationalen Zentralbanken aus Spanien, Estland,
Irland und Griechenland nicht mit abstimmen. Die
Entscheidung für Staatsanleihekäufe erfolgte laut
Draghi mit großer Mehrheit, also nicht einstimmig.
Griechenland erneut im Fokus
Mit der Parlamentswahl in Griechenland steht
bereits das nächste wichtige Ereignis auf der
Agenda. Umfragen sagen einen Sieg der SyrizaPartei von Tsipras voraus. Die von ihm angestrebten Verhandlungen mit den europäischen Regierungen – die auch ohne eine Neuwahl nötig geworden wären – dürften zu einem Kompromiss
führen. An einem Austritt Griechenlands aus der
BIP Q/Q
BIP Y/Y
Inflation Y/Y
I/14
II/14
III/14
IV/14
I/15
0,3
1,1
0,7
0,1
0,8
0,6
0,2
0,8
0,4
0,2
0,7
0,2
0,3
0,7
-0,5
Veränderung in %
Zinsen und Wechselkurs Euroland
Tendersatz EZB
3M-Satz
10J Bund
22.01.
3M
6M
12M
0,05
0,06
0,45
0,05
0,05
0,40
0,05
0,05
0,40
0,05
0,05
0,70
Coming Up…
Datum
Indikator
29.01.
29.01.
29.01.
29.01.
29.01.
30.01.
30.01.
03.02.
04.02.
09.02.
12.02.
13.02.
17.02.
18.02.
Geldmenge M3 y
Industrievertrauen
Verbrauchervertr., endg.
Economic Sentiment
Dienstleistervertrauen
Arbeitslosenquote
HVPI Flash Estimate y
Erzeugerpreise y
Einzelhandelsumsätze m
Sentix-Investorenvertr.
Industrieproduktion m
BIP-Wachstum q
ZEW Erwartungen
Bauproduktion m
vorh.
Wert
Dez
Jan
Jan
Jan
Jan
Dez
Jan
Dez
Dez
Feb
Dez
Q4
Feb
Dez
3,1%
-5,2
-8,5
100,7
5,6
11,5%
-0,2%
-1,6%
0,6%
0,9
0,2%
0,2%
45,2
-0,1%
m
M/M, q Q/Q, y Y/Y, kursiv: vorl. Ergebnis
Aktuelle Prognosen in unserem Wochenkalender
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Deutschland
Christian Lips
•
Solides Wachstum im Gesamtjahr 2014
•
Gesamtstaat mit deutlichem Überschuss
•
Konjunkturoptimismus nimmt zu
gebremst wurde. Die Bruttoanlageinvestitionen
wuchsen dennoch im vergangenen Jahr um 3,1%
im Vergleich zum Jahr 2013. Die deutsche Wirtschaft hat sich damit insgesamt in einem widrigen
weltwirtschaftlichen Umfeld als recht widerstandsfähig erwiesen.
Solides Wachstum im Gesamtjahr 2014
Gesamtstaat mit deutlichem Überschuss
Die Zahlen zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im IV. Quartal des letzten Jahres werden
zwar erst Mitte Februar veröffentlicht, das Statistische Bundesamt hat aber wie üblich bereits kurz
nach dem Jahreswechsel für das Gesamtjahr 2014
eine erste Schätzung veröffentlicht. Demnach
legte das reale BIP im vergangenen Jahr um 1,5%
und damit deutlich stärker als in den beiden Vorjahren zu. Auf der Basis der jüngsten Zahlen von
Seiten der monatlichen Konjunkturindikatoren
erwarten wir für das IV. Quartal eine etwas höhere
Wachstumsrate als im III. Quartal.
Die verbesserte Konjunkturentwicklung hat zu
einer nochmaligen Verbesserung der Lage der
öffentlichen Haushalte geführt. Der Finanzierungssaldo fiel mit EUR 11,9 Mrd. höher aus als
erwartet, gemessen am nominalen BIP errechnet
sich hieraus eine Quote von +0,4%. Seit der Wiedervereinigung lag die Quote nur im Jahr 2000
höher, allerdings nur aufgrund der damals hohen
einmaligen Sondereinnahmen aus der Versteigerung der UMTS-Lizenzen.
2014: Robustes Wachstum in widrigem Umfeld
PP., Y/Y
5
4 3,0
3
1,7
2
1
0
-1
-2
3,7
1,2
0,7
4,1
3,3
3,6
1,5
1,1
0,4 0,1
0,0
-0,7
-3
-4
-5
-6
-7
-5,6
2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014
Privater Konsum
Staatsausgaben
Bruttoanlageinvest.
Vorräte
Außenbeitrag
BIP-Wachstum
Die wesentliche Konjunkturstütze war im Jahr
2014 erneut der private Konsum. Mit einer Expansion um 1,1% Y/Y trug der private Verbrauch rund
0,6 Prozentpunkte zum BIP-Wachstum bei. Auch
der öffentliche Konsum legte mit 1,0% Y/Y in ähnlicher Größenordnung zu. Der Außenhandel lieferte hingegen nur einen moderaten Wachstumsbeitrag von 0,4 Prozentpunkten. Das Exportwachstum
wurde von der nur schwachen konjunkturellen
Dynamik in der Eurozone gedämpft.
Die Bruttoanlageinvestitionen steuerten nach
zwei Rückgängen in Folge im vergangenen Jahr
wieder zum Wachstum bei, wenngleich die Investitionstätigkeit im Verlauf des Jahres wegen der
Konjunkturschwäche in der Eurozone und den
geopolitischen Konflikten bereits wieder spürbar
Das Bundesfinanzministerium konnte zudem für
das letzte Jahr erstmals seit 1969 das Erreichen
eines ausgeglichenen Haushalts auf Bundesebene
(+EUR 7,3 Mrd.) vermelden. Vor allem das extrem
niedrige Zinsniveau, sprudelnde Steuereinnahmen
und Nachzahlungen der Energiekonzerne (Kernbrennstoffsteuer) machten eine „Schwarze Null“
ein Jahr früher als von der Bundesregierung geplant möglich. Die gute Arbeitsmarktentwicklung
und kräftige Tariflohnsteigerungen stärkten die
Einnahmeseite des Gesamtstaats über höhere
Steuern und Sozialbeiträge. Überschüsse erwirtschafteten zudem erneut die Gemeinden und die
Sozialversicherungen, lediglich die Länder wiesen
insgesamt ein leichtes Defizit aus. Vor dem Hintergrund der schwachen öffentlichen Investitionen
besteht somit inzwischen ein gewisser Spielraum,
damit die Fiskalpolitik ihren Beitrag zur Stärkung
der Wachstumskräfte in Deutschland und der Eurozone über eine Ausweitung öffentlicher Investitionen leistet. Damit könnte auch die inzwischen
überfrachtete – wenn nicht gar überforderte –
Geldpolitik zumindest ein wenig entlastet werden.
Konjunkturoptimismus nimmt zu
Nach der Konjunkturdelle zur Jahresmitte 2014
hat sich der gesamtwirtschaftliche Ausblick zuletzt
wieder spürbar aufgehellt. Vor allem die Geschäfts- und Konjunkturerwartungen der Unternehmen und Finanzmarktexperten sprechen für
ein Anziehen der Dynamik bereits im ersten Halbjahr. So haben sich zum Jahresauftakt die Konjunkturerwartungen der Finanzmarktexperten im
ZEW-Finanzmarkttest auf 48,4 Saldenpunkte und
damit den höchsten Stand seit Februar 2014 verbessert. Auch die Sentix-Umfrage belegt einen
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wachsenden Optimismus. Die bessere Stimmung
dürfte sich auch in den Januarzahlen für den ifoGeschäftsklimaindex
widerspiegeln.
Wachstumssäule bleibt auch 2015 der private Konsum.
Wir prognostizieren für das laufende Jahr ein BIPWachstum in Höhe von erneut 1,5% zum Vorjahr.
Fundamentalprognosen Deutschland
BIP
Privater Konsum
Öffentl. Konsum
Investitionen
Exporte
Importe
Außenbeitrag1
Inflation2
Arbeitslosenquote3
Haushaltssaldo4
Leistungsbilanzsaldo4
2014
2015
2016
1,5
1,1
1,0
3,1
3,7
3,3
0,4
0,8
6,7
0,4
7,1
1,5
1,7
1,3
0,8
5,2
5,5
0,2
0,1
6,5
0,2
7,1
2,1
1,2
1,3
3,5
6,5
6,5
0,5
1,6
6,3
0,2
7,3
Veränderung gg. Vj. In %; 1 Wachstumsbeitrag; 2 HVPI;
3 in % der ziv. Erwerbspersonen (BA-Definition); 4 in % des BIP
Quartalsprognosen Deutschland
BIP Q/Q
BIP (nsb) Y/Y
Inflation Y/Y1
I/14
II/14
III/14
IV/14
I/15
0,8
2,6
1,0
-0,1
1,0
0,9
0,1
1,2
0,8
0,2
1,3
0,4
0,3
0,5
0,0
Veränderung in % ; 1 HVPI
Coming Up…
Datum
Indikator
24.01.
26.01.
27.01.
28.01.
29.01.
29.01.
02.02.
04.02.
05.02.
06.02.
09.02.
09.02.
09.02.
09.02.
12.02.
13.02.
13.02.
17.02.
20.02.
Importpreise y
ifo-Geschäftsklimaindex
Einzelhandelsumsätze m
GfK Verbrauchervertrauen
Arbeitslosenquote, sb
HVPI y, vorl.
PMI Industrie, endg.
PMI Dienstleister, endg.
Auftragseingänge m
Industrieproduktion m
Handelsbilanz (Mrd. €)
Leistungsbilanz (Mrd. €)
Exporte m
Importe m
HVPI y, endg.
BIP-Wachstum q
Großhandelspreise y
ZEW Erwartungen
Erzeugerpreise y
vorh.
Wert
Dez
Jan
Dez
Feb
Jan
Jan
Jan
Jan
Dez
Dez
Dez
Dez
Dez
Dez
Jan
Q4
Jan
Feb
Dez
M/M, y Y/Y, q Q/Q, kursiv: vorl. Ergebnis
Aktuelle Prognosen in unserem Wochenkalender
-2,1%
105,5
0,5%
9,0
6,5%
0,1%
51,0
52,7
-2,4%
-0,1%
17,9
18,6
-1,9%
1,6%
0,1%
-2,3%
48,4
-1,7%
Frankreich
Christian Lips
•
Anschlag schweißt Franzosen zusammen
•
Nur moderates Wachstum zu erwarten
•
Rekordtief bei Staatsanleiherenditen
Frankreich steht noch immer unter Schock nach
den Terroranschlägen zu Beginn des Jahres. Die
Terrorwarnstufe wurde bisher noch nicht gesenkt,
die Gefahr weiterer Attacken wird nach wie vor als
sehr hoch eingeschätzt. Die französische Bevölkerung ist derweil zusammengerückt, wie die Massenkundgebungen eindrucksvoll belegt haben.
Mit ihrer energischen und kompromisslosen Reaktion konnten die französische Regierung und vor
allem François Hollande Sympathien zurückgewinnen. Der Präsident hat sich aus dem Stimmungstief regelrecht nach oben katapultiert, nach
zuvor 19% erhielt er in der jüngsten Umfrage 40%
Zustimmung. Manuel Valls wird gar von 61% der
Befragten unterstützt. Damit hat sich einmal mehr
bewahrheitet: Krisenzeiten sind Zeiten der Administration! Mittelfristig werden die Erfolgsaussichten Hollandes bei der nächsten Wahl aber von
einer Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen
Entwicklung abhängen. Und hier gibt es nach wie
vor keinen Anlass, sich zurückzulehnen. Trotz
einer zu erwartenden leichten Beschleunigung
des Wachstums in diesem und im kommenden
Jahr bleibt die konjunkturelle Dynamik zu
schwach, um nennenswerte Verbesserungen bei
Arbeitslosigkeit und Staatsfinanzen zu bewirken.
Die EZB hilft derweil mit ihrem Ankaufprogramm,
auch die französischen Staatsanleiherenditen
niedrig zu halten. Wir gehen davon aus, dass noch
einmal im Laufe des Jahres ein neues Renditetief
für zehnjährige Papiere erreicht wird. Der Spread
zu deutschen Bunds dürfte sich im Zuge der EZBMaßnahmen mehr und mehr einengen.
Fundamentalprognosen Frankreich
BIP
Inflation (HVPI)
Arbeitslosenquote1
Haushaltssaldo2
Leistungsbilanzsaldo2
2014
2015
2016
0,4
0,6
10,2
-4,4
-1,1
0,7
0,0
10,3
-4,0
-1,0
1,2
1,0
10,0
-3,8
-0,8
Veränderung gg. Vj. in %; 1 in % der Erwerbstätigen;
2
in % des BIP
Zinsen und Spreads Frankreich
22.01.
3M
6M
12M
0,62
17
0,55
15
0,50
10
0,75
5
m
10J
Spread 10J Bund
NORD/LB Economics
Economics & Strategy
Seite 7 von 20
Economic Adviser
Februar 2015 ______________________________________________________________
______________________________________________________________
Italien
Dr. Jens Kramer
Spanien
Dr. Jens Kramer
•
Staatspräsident Napolitano tritt zurück
•
Wachstumsdynamik nimmt Fahrt auf
•
Kaum Aussicht auf Stabilisierung
•
Beschäftigungslage unbefriedigend
•
Renzi hofft auf Draghi
•
Renditen bleiben auf niedrigem Niveau
Im Alter von 89 Jahren hat Staatspräsident Giorgio
Napolitano nun offiziell seinen Rücktritt bekannt
gegeben. Im von schwersten politischen Turbulenzen immer wieder heimgesuchten Italien ist
seine Rolle als Vermittler und Wegbereiter kaum
zu überschätzen. Die Nachfolge ist völlig unkalkulierbar, zumal Ministerpräsident Matteo Renzi sich
wohl ausgerechnet mit dem bis Ende 2011 als
Regierungschef amtierenden Silvio Berlusconi
wird arrangieren müssen. In einem Land, das von
strukturellen Problemen geradezu erdrückt wird,
ist dies keine vielversprechende Aussicht. Derweil
gibt es kaum Indizien für eine Aufhellung der trüben Konjunkturlage. Die Inlandsaufträge sind
zuletzt geradezu eingebrochen und die Industrieproduktion kommt über eine Stagnation nicht
hinaus. Alles sieht danach aus, dass sich die Wirtschaftsleistung im IV. Quartal abermals verringert
hat. Für das Gesamtjahr 2014 rechnen wir mit
einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um
-0,4%. Und für dieses Jahr gehört allerhand Optimismus dazu, auf eine Stabilisierung zu hoffen. Da
wundert es nicht, dass der um blumige Worte
selten verlegene Renzi in Davos auf Wachstumsimpulse aus dem Ankauf von Staatsanleihen
durch die EZB setzt. Mario Draghi wird es schon
richten und Italien hat hier bekanntlich das mit
Abstand größte Volumen am Markt ausstehend.
Der Renditeentwicklung hat es jedenfalls gut getan, ein Spread gegenüber langlaufenden Bundesanleihen von nur noch rund 110 Basispunkten
ist eine merkwürdige Risikoprämie für einen Emittenten, bei dem so vieles falsch läuft.
Vorausschätzungen der Banco de España zufolge
ist die spanische Wirtschaft im vergangenen Jahr
um 1,4% gewachsen. Für das IV. Quartal ergab
sich demnach ein preis- und saisonbereinigtes
Plus von stattlichen 0,6% Q/Q. Sofern sich die
Schätzungen bestätigen sollten (detailliertere
Ergebnisse veröffentlicht das Instituto Nacional de
Estadística am 30. Januar), hat die konjunkturelle
Dynamik damit zum Jahresende sogar noch einmal Fahrt aufgenommen. Der dunkle Fleck in diesem überwiegend sehr freundlichen Bild der von
der Immobilien-, Banken- und Schuldenkrise ehedem so arg gebeutelten Volkswirtschaft bleibt
allerdings die weiterhin unbefriedigende Beschäftigungslage. Im Schlussquartal 2014 ist die Arbeitslosenquote bei 23,7% verblieben, das sind
gerade einmal 3,2 Prozentpunkte weniger als
während des traurigen Höchststandes zum Jahresbeginn 2013. Anlass zur Sorge bereitet überdies die nun schon seit dem letzten Sommer unterhalb der Nulllinie verlaufende Inflationsrate, die
mit -1,0% Y/Y im Dezember sogar noch einmal ein
Stück nach unten gerutscht ist. Demgegenüber
deuten die vorauslaufenden Stimmungsindikatoren nahezu unisono auf eine Stärkung der Auftriebskräfte hin. Wir erwarten in diesem und im
nächsten Jahr ein Wirtschaftswachstum in der
Größenordnung von immerhin 2%. Impulse werden hierbei vom Außenbeitrag, aber auch von der
Investitionstätigkeit ausgehen. Die Rendite langlaufender Staatsanleihen wird sich in diesem Umfeld auf niedrigem Niveau behaupten können,
unterstützt durch das Sovereign QE der EZB.
Fundamentalprognosen Italien
Fundamentalprognosen Spanien
BIP
Inflation (HVPI)
Arbeitslosenquote1
Haushaltssaldo2
Leistungsbilanzsaldo2
2014
2015
2016
-0,4
0,2
12,8
-3,1
1,4
0,6
0,2
12,7
-3,0
1,2
1,1
1,3
12,0
-2,8
1,3
BIP
Inflation (HVPI)
Arbeitslosenquote1
Haushaltssaldo2
Leistungsbilanzsaldo2
2014
2015
2016
1,4
-0,2
24,3
-5,8
0,4
1,9
-0,5
21,3
-4,7
0,8
2,0
1,0
19,0
-3,9
0,8
Veränderung gg. Vj. in %; 1 in % der Erwerbstätigen;
2
in % des BIP
Veränderung gg. Vj. in %; 1 in % der Erwerbstätigen;
2
in % des BIP
Zinsen und Spreads Italien
Zinsen und Spreads Spanien
10J
Spread 10J Bund
22.01.
3M
6M
12M
1,55
110
1,60
120
1,70
130
2,00
130
10J
Spread 10J Bund
NORD/LB Economics
Economics & Strategy
22.01.
3M
6M
12M
1,41
96
1,40
100
1,40
100
1,70
100
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Economic Adviser
Februar 2015 ______________________________________________________________
______________________________________________________________
Schweiz
Christian Lips
•
Ende der Mindestkurspolitik –
SNB schockt Märkte
•
Jordan erwartet mehr Flexibilität für SNB
•
Kalter Entzug dämpft Konjunktur deutlich
Ende des Mindestkurses – SNB schockt Märkte
Den ersten großen Paukenschlag an den Finanzmärkten im neuen Jahr hatte man eigentlich von
der EZB erwartet. Mitte Januar kam ihr aber die
Schweizerische Nationalbank zuvor. Mit einer völlig überraschenden Abkehr von der mehr als drei
Jahre andauernden Mindestkurspolitik hat die
SNB fast alle Marktteilnehmer auf dem falschen
Fuß erwischt. Die SNB scheint nicht mehr an eine
Durchsetzbarkeit der Kursuntergrenze von 1,20
CHF je EUR (zu vertretbaren Kosten und Risiken)
im Umfeld eines umfassenden Ankaufs von
Staatsanleihen durch die EZB geglaubt zu haben –
bereits im Dezember hatte die SNB wieder im
erheblichen Umfang an den Devisenmärkten intervenieren müssen. Daher wählte die SNB nun
das sprichwörtliche Ende mit Schrecken und kehrte zu flexiblen Wechselkursen zurück.
SNB-Präsident Jordan verteidigte den abrupten
Kurswechsel. Der Mindestkurs sei stets als temporäre Maßnahme gedacht gewesen. Auch absehbare Veränderungen in der globalen Geldpolitik wurden als Grund für den Ausstieg angegeben. Eine
Ankündigung wäre selbstredend eine Einladung
an Spekulanten gewesen. Zumindest hätte man
aber nicht noch den Mindestkurs zwei Tage vor
der Abschaffung öffentlich bekräftigen müssen.
Zudem bleibt die SNB eine Erklärung schuldig,
warum der Franken im jetzigen Umfeld nicht
abermals einem übermäßigen Aufwertungsdruck
ausgesetzt sein sollte. Bei einer Zuspitzung des
Konflikts zwischen der Ukraine und Russland
könnte dem sicheren Hafen Schweiz erneut Kapital zufließen. Negativzinsen dürften in Paniksituationen kaum hinreichend abschrecken. Die SNB
könnte daher stärker – auch am Devisenmarkt –
gefordert sein als ihr lieb ist. Da der abrupte Kurswechsel zudem viel Glaubwürdigkeit gekostet hat,
dürften neue Devisenmarktinterventionen weniger
effektiv sein als zuvor. Ob die SNB wie erhofft Flexibilität gewonnen hat, ist alles andere als sicher!
Kalter Entzug dämpft Konjunktur deutlich
1,60
1,8
1,50
1,5
1,40
1,2
1,30
0,9
1,20
0,6
1,10
0,3
Wir vermuten, dass die SNB ein deutliches Absinken des Franken zum Euro unter die Parität vermeiden möchte. Dies dürfte schwer genug werden, wie die ersten Marktreaktionen auf die Verkündung des QE-Programms der EZB verdeutlicht
haben. Eine weitere Zinssenkung könnte notwendig werden. Die Schweizer Wirtschaft wird unter
dem kalten Entzug leiden, die Wachstumsprognose für 2015 haben wir mehr als halbiert. Auch negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind
wahrscheinlich. Eine Deflation sehen wir trotz
einer im Jahr 2015 negativen Inflationsrate nicht.
1,00
0
Fundamentalprognosen Schweiz
SNB: Mindestkurs abgeschafft – Zinsen gesenkt
CHF/EUR
in PP
1,70
2,1
0,90
2008
-0,3
2010
2012
2014
EUR in CHF
2J-Zinsspread (D-Schweiz, r. S.)
10J-Zinsspread (D-Schweiz, r. S.)
Jordan erwartet mehr Flexibilität für SNB
Die Folge war eine massive Aufwertung des Franken gegenüber allen wichtigen Währungen. Zum
Euro rutschte der Kurs gar kurzzeitig unter die
Parität, und schwankt seitdem um diese Marke.
Auch die dramatische Zinssenkung – der Zielsatz
für den 3M-Libor liegt bei nur noch -0,75% –
konnte dies nicht verhindern. In der Folge sanken
die Staatsanleiherenditen mit einer Laufzeit bis zu
10 Jahren deutlich in den negativen Bereich!
2014
2015
2016
1,9
0,0
3,2
-0,2
7,7
0,8
-0,9
3,3
0,2
6,7
1,3
0,6
3,4
0,3
7,5
BIP
Inflation (CPI)
Arbeitslosenquote1
Haushaltssaldo2
Leistungsbilanzsaldo2
Veränderung gg. Vj. in %; 1 in % der Erwerbstätigen;
2 in % des BIP
Zinsen und Wechselkurs Schweiz
LIBOR-Zielsatz
3M-Satz
10J
Spread 10J Bund
EUR in CHF
NORD/LB Economics
Economics & Strategy
22.01.
3M
6M
12M
-0,75
-0,74
-0,22
-67
0,99
-1,00
-1,00
-0,20
-60
0,98
-1,00
-1,00
-0,15
-55
1,00
-1,00
-1,00
-0,10
-80
1,03
Seite 9 von 20
Economic Adviser
Japan
Februar 2015 ______________________________________________________________
______________________________________________________________
Frederik Kunze
•
Zentralbank bleibt auf dem Gaspedal
•
Yen-Schwäche noch immer Thema
•
Regierung Abe muss abliefern
Zentralbank bleibt auf dem Gaspedal
Auf der ersten Notenbanksitzung im Jahr 2015
haben die japanischen Währungshüter kaum nennenswerte Adjustierungen an dem extrem expansiv ausgerichteten geldpolitischen Kurs vorgenommen. In Bezug auf die Beibehaltung des
Geldmengenziels von JPY 80 Bio. gab es nur eine
Gegenstimme. Angepasst haben die Zentralbanker um BoJ-Gouverneur Haruhiko Kuroda allerdings die Projektionen zum Wirtschaftswachstum
und zur Teuerungsrate in der weltweit drittgrößten Volkswirtschaft. Demnach rechnet die Bank of
Japan für das Fiskaljahr 2014 nur noch mit einer
um die aus der Konsumsteuererhöhung resultierenden Sondereffekte bereinigten Inflationsrate
von 0,9% (bisherige Erwartung: 1,2%). Auslöser
für diese deutliche Anpassung ist insbesondere
der niedrige Rohölpreis. Auch auf kurze bis mittlere Sicht sehen die Konjunkturexperten der Notenbank einen spürbar dämpfenden Effekt aus Richtung der Energiekosten. Für das BIP-Wachstum im
gleichen Zeitraum sind die Währungshüter außerdem pessimistischer. So wurde die Prognose von
+0,5% auf -0,5% abgesenkt. Gewichtigster Faktor
war hier sicherlich der unerwartet ausgeprägte
Rückpralleffekt, der durch die Konsumsteuererhöhung ausgelöst wurde. Für das im April beginnende Fiskaljahr 2015 gibt sich die Bank of Japan
hingegen etwas optimistischer und rechnet mit
einer Zuwachsrate der Wirtschaftsleistung um
2,1% (zuvor: 1,5%). Hier wirkt sich der inflationsseitig belastende Rohölpreis hingegen förderlich
aus. Kuroda wies beispielsweise auf der im Nachgang der BoJ-Sitzung abgehaltenen Pressekonferenz darauf hin, dass die aktuellen Ölnotierungen
der japanischen Konjunktur unter die Arme greifen würden.
Yen-Schwäche noch immer Thema
Während der Rohölpreis vor allem dem japanischen Binnenmarkt Hilfestellung gibt, stützt ein
vergleichsweise schwacher Yen hingegen den
Exportsektor. Wenig überraschend profitierten
zuletzt von der Schwäche der japanischen Währung insbesondere die Aktien von exportorientierten Unternehmen. Im Zusammenhang mit der
Kurskorrektur am chinesischen Aktienmarkt hat
sich allerdings einmal mehr gezeigt, dass der Safe
Haven Status dem Yen vergleichsweise schnell
wieder Auftrieb verleihen kann. Grundsätzlich
sehen wir den Yen aber nicht allzu schnell in eine
Aufwärtsbewegung einschwenken. Was hier den
Ausfuhren nützt, verteuert andererseits die Importe. Obwohl hohe Energiekosten derzeit wohl eher
kein Thema sein sollten, gilt dies dennoch für im
Ausland produzierte End- und Zwischenprodukte,
was letztlich der Binnenaktivität zusetzt.
Regierung Abe muss abliefern
Insgesamt sollte die japanische Volkswirtschaft
mittelfristig wieder etwas besser in Tritt kommen.
So rechnen wir mit einer moderaten aber durchaus robusten konjunkturellen Dynamik in den
kommenden Quartalen. Gleichwohl erfordert ein
nachhaltiger Wachstumspfad mehr als nur eine
aggressive Geldpolitik und großspurige Konjunkturprogramme. Nachdem die Regierung Abe auch
nach den vorgezogenen Neuwahlen im Dezember
weiterhin die Mehrheit der Wähler hinter sich versammelt sieht, erhöht sich nun der Druck, endlich
vorzeigbare Erfolge in Bezug auf den dritten Pfeil
der Abenomics – also den Strukturreformen – zu
vermelden. Im Gegensatz zu den ersten beiden
Pfeilen, also der expansiven Geldpolitik sowie den
fiskalischen Maßnahmen, könnten die strukturellen Anpassungen auf deutlich mehr Ablehnung in
der Industrie stoßen. Dies gilt vor allem im Kontext der geplanten Reform der Unternehmensbesteuerung. Insofern wäre die Regierung Abe gut
beraten, den unmittelbaren Rückenwind aus dem
erneuerten Wählervotum auszunutzen.
Fundamentalprognosen Japan
BIP
Inflation
Arbeitslosenquote1
Haushaltssaldo2
Leistungsbilanzsaldo2
2014
2015
2016
0,2
2,8
3,6
-10,0
0,2
0,7
2,3
3,5
-7,5
1,0
0,8
1,8
3,8
-7,1
1,0
Veränderung ggü. Vj. in %; 1 in % der Erwerbstätigen; 2 in %
des BIP
Zinsen und Wechselkurs Japan
Call rate
3M-Satz
10J
Spread 10J Bund
EUR in JPY
USD in JPY
NORD/LB Economics
Economics & Strategy
22.01.
3M
6M
12M
0,10
0,17
0,30
-15
135
118
0,10
0,19
0,43
3
141
122
0,10
0,19
0,45
5
145
123
0,10
0,20
0,50
-20
153
125
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Economic Adviser
Februar 2015 ______________________________________________________________
______________________________________________________________
•
Konjunkturmotor läuft rund
vom Inflationsziel zu erklären hat. Die Begründung
dürfte ihm in Anbetracht des Preisverfalls beim Rohöl allerdings nicht sonderlich schwer fallen.
•
Rohölpreisentwicklung dämpft Inflation
Zinswende verschoben
•
Zinswende verschoben
Großbritannien
Mario Gruppe
Konjunkturmotor läuft rund
Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Großbritannien bleibt intakt. Im IV. Quartal dürfte das
reale BIP erneut ordentlich zugelegt haben, so
dass sich für das Gesamtjahr 2014 ein Wirtschaftswachstum von knapp 3% ergeben sollte.
Auch für das laufende Jahr stehen die Chancen
gut, dass der konjunkturelle Erholungsprozess
anhält, wenngleich das Wachstum etwas an Dynamik verlieren sollte. Hierauf deuten zumindest
die einschlägigen Stimmungsindikatoren unisono
hin. Die Einkaufsmanagerindizes hatten zuletzt
einhellig nachgegeben, halten sich aber nach wie
vor deutlich über der Wachstumsschwelle von 50
Indexpunkten. Vor allem im Bausektor ist mittlerweile eine deutlich verhaltenere Dynamik festzustellen. Stützen sollte allerdings auch in 2015 die
Binnenkonjunktur. Die positive Entwicklung am
Arbeitsmarkt hat sich im Dezember fortgesetzt.
Die ILO-Arbeitslosenquote ist mit 5,8% zum Jahresende auf den niedrigsten Stand seit der Finanzkrise gefallen. Seit längerem geht dieser Prozess einher mit spürbaren Nominallohnzuwächsen, was – vor dem Hintergrund der niedrigen
Inflationsrate – zumindest temporäre Reallohnzuwächse zur Folge hat. Im Zusammenhang mit dem
niedrigen Zinsniveau dürfte dies der Konsumneigung der Briten durchaus zuträglich sein und den
privaten Konsum stützen. Zudem sollten die positiven Anreize für eine offensivere Investitionstätigkeit bleiben. Hier ist sicher noch Nachholbedarf,
wobei die Kreditvergabebereitschaft der britischen Banken nach dem Abschluss des Stresstests
der Bank of England nun wieder etwas ausgeprägter sein sollte.
Rohölpreisentwicklung dämpft Inflation
Der Einbruch der Rohölpreisnotierungen hat den
Inflationsrückgang in Großbritannien weiter beschleunigt. Der Verbraucherpreisanstieg lag im Dezember bei nur noch 0,5% Y/Y, was einer Halbierung
der Teuerungsrate im Vergleich zum Vormonat
gleichkommt. Das Abrutschen der Inflationsrate
unter die Marke von 1% Y/Y hat zur Folge, dass Mark
Carney erstmals in seiner Funktion als Chef der Bank
of England einen offenen Brief an Schatzkanzler
Osborne schreiben muss, in dem er die Abweichung
Unter Berücksichtigung der Entwicklung des Rohölpreises seit Jahresbeginn zeichnet sich allerdings ein weiteres Absinken der Teuerungsrate
ab, wobei auch die Nulllinie zumindest temporär
erreicht werden könnte. Erst das allmähliche Auslaufen der inflationsdämpfenden Basiseffekte ab
der Jahresmitte sollte dann zu einer höheren Teuerungsrate führen, wenngleich die Zielinflation der
Bank of England von 2% im laufenden Jahr wohl
nicht erreicht werden wird. Diese Entwicklung vor
Augen hat die Bank of England in ihrer Januarsitzung die Bank Rate bei 0,50% bestätigt. Das zwischenzeitlich veröffentlichte Sitzungsprotokoll
zeigt allerdings, dass sich das Abstimmungsverhältnis verändert hat. Auch die beiden Falken im
Entscheidungsgremium, Martin Weale und Ian
McCafferty, dies sich seit August des vergangenen
Jahres immer für eine Zinsanhebung ausgesprochen hatten, votierten nun für eine Seitwärtsbewegung. Auch dies spricht dafür, dass die Zinswende in Großbritannien auf der Zeitachse weiter
nach hinten rutscht. Vor allem die sich abzeichnende längere Phase niedriger Inflationsraten
dürfte dazu beitragen, dass die Bank of England
erst zum Jahresende 2015 an der Zinsschraube
dreht. Hinzu kommt, dass die Nominallohnzuwächse vor dem Hintergrund der niedrigeren Inflation im Jahresverlauf wohl auch etwas stagnieren
werden, so dass die Reallohnentwicklung weniger
kritisch beurteilt werden dürfte.
Fundamentalprognosen Großbritannien
2014
2015
2016
2,9
1,5
6,4
-5,3
-4,0
2,5
0,8
5,7
-4,3
-3,5
2,5
1,8
5,5
-3,1
-3,4
BIP
Inflation (CPI)
Arbeitslosenquote1
Haushaltssaldo2
Leistungsbilanzsaldo2
Veränderung ggü. Vj. in %; 1 in % der Erwerbstätigen nach ILOKonzept; 2 in % des BIP
Zinsen und Wechselkurs Großbritannien
Reposatz
3M-Satz
10J
Spread 10J Bund
EUR in GBP
GBP in USD
NORD/LB Economics
Economics & Strategy
22.01.
3M
6M
12M
0,50
0,56
1,52
107
0,76
1,50
0,50
0,56
1,60
120
0,77
1,49
0,50
0,60
1,70
130
0,77
1,53
0,75
0,90
1,90
120
0,75
1,64
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Economic Adviser
Februar 2015 ______________________________________________________________
______________________________________________________________
China
Frederik Kunze
•
Auch 2014 keine harte Landung
•
Neuer Kurs in Peking?
•
Was macht die PBOC?
Auch 2014 keine harte Landung
Im Jahr 2014 ist Chinas Wirtschaftsleistung um
7,4% gewachsen, was den schwächsten Wert seit
mehr als 20 Jahren markiert. Gleichzeitig wurde
die offizielle Wachstumsvorgabe von 7,5% knapp
gerissen. Nach dem Inflationsziel, welches mit
einer Teuerungsrate von 2,0% ebenfalls deutlich
verfehlt wurde (angepeilt waren in 2014 3,5%),
wurde somit auch die zweite öffentlichkeitswirksame Richtgröße nicht getroffen. Tatsächlich
scheint dieser vermeintliche Misserfolg in Peking
vergleichsweise gelassen aufgenommen worden
zu sein. Dies dürfte insbesondere darauf zurückzuführen sein, dass Marktbeobachter längst nicht
mehr ausschließlich auf krude Vorgaben der Zentralregierung fokussieren. Die Situation am Arbeitsmarkt, die allgemeinen Lebensbedingen,
aber auch die Entwicklung an den Finanzmärkten
(hier vornehmlich am Aktienmarkt und bei den
Vermögenspreisen) stehen mindestens genauso
im Fokus wie das BIP-Wachstum. Und auch hier
blieb im Jahr 2014 eine harte Landung aus. Dennoch sind die Abwärtsrisiken für die konjunkturelle
Dynamik bisher kaum gelöst. So konnte die Regierung beispielsweise zwar die aufgeheizte Stimmung am Immobilienmarkt etwas runterköcheln.
Die Tatsache, dass die politischen Entscheidungsträger hier jüngst die Zügel wieder ein wenig gelockert haben zeigt allerdings, dass man in Peking
momentan noch nicht bereit ist, allzu viel Wachstum zu opfern. Zum Jahresabschluss präsentierten sich somit auch wichtige Konjunkturindikatoren – wie die Industrieproduktion oder Flash PMI
für Manufacturing – spürbar freundlicher.
Neuer Kurs in Peking?
Insofern rechnen wir auch nicht damit, dass die
Zentralregierung im Jahr 2015 einen drastischen
Kurswechsel vollziehen wird. Wir gehen nach wie
vor davon aus, dass es zu dezenten Reformen
kommen wird. Im Fokus wird einmal mehr der
Finanzmarkt stehen. Die China Banking Regulatory
Commission (CBRC) dürfte demnach mit der Implementierung von Mechanismen zur Einlagensicherung einen weiteren wichtigen Grundstein für
ein marktfähiges Bankensystem und damit für
weitere Liberalisierungen legen. Vor dem Hinter-
grund möglicher Qualitätsverschlechterungen bei
den Bankassets gewinnt dieser Entwicklungsschritt stetig an Bedeutung. Derzeit hat Peking
noch einen gewissen Vertrauensvorschuss, was
den Schutz von Kundeneinlagen anbelangt. Sollten allerdings weitere Bondausfälle – wie zuletzt
beim chinesischen Immobilienentwickler Kaisa –
öffentlich werden, könnte dies durchaus einen
signifikanten Stimmungswandel herbeiführen.
Was macht die PBOC?
Seitens der Zentralbanker um PBOC-Chef Zhou
Xiaochuan rechnen wir vorerst nicht mit einem
Rückgriff auf Zinssenkungen. So gehen wir davon
aus, dass die politischen Vorgaben sowohl für die
Einlage- als auch für die Kreditseite unangetastet
bleiben. Gleichwohl wird die Zentralbank mit den
neuen Maßnahmen – wie z. B. der Standing Lending Facility (SLF) – versuchen für eine ausreichende Liquidität im Bankenmarkt zu sorgen,
ohne neue Kreditblasen herbeizuführen. Mit Blick
auf die Wechselkurspolitik gehen wir weiterhin
von einer nur noch dezenten Aufwertungsbewegung des Renminbi (RMB) gegenüber dem Greenback aus. Zuletzt hat sich die chinesische Währung
allerdings vergleichsweise schwach gegenüber
dem US-Dollar präsentiert, was aber eher Ausdruck der robusten konjunkturellen Dynamik in
den USA ist. Entsprechend wertete der RMB gegenüber dem Euro spürbar auf, was vor allem bei
den Ausfuhren nach Europa Spuren hinterlässt.
Insgesamt ist aber festzuhalten, dass die Zentralregierung beim Schwenk im Wechselkursregime –
Peking steuert derzeit von einem Crawling Peg auf
einen Managed Float um – eine stärkere Volatilität
als logische Konsequenz ansieht.
Fundamentalprognosen China
2014
2015
2016
7,4
2,0
4,3
-2,2
2,1
7,3
1,9
4,3
-2,3
2,0
6,9
2,8
4,2
-2,4
2,0
BIP
Inflation
Arbeitslosenquote1
Haushaltssaldo2
Leistungsbilanzsaldo2
Veränderung ggü. Vj. in %; 1 in % der Erwerbstätigen; 2 in %
des BIP
Zinsen und Wechselkurs China
Einlagensatz
3M-SHIBOR
10J
Spread 10J Bund
EUR in CNY
USD in CNY
NORD/LB Economics
Economics & Strategy
22.01.
3M
6M
12M
2,75
4,90
3,48
303
7,05
6,21
2,75
4,40
3,51
311
7,14
6,20
2,75
4,15
3,56
316
7,30
6,19
2,75
4,10
3,65
295
7,57
6,15
Seite 12 von 20
Economic Adviser
Februar 2015 ______________________________________________________________
______________________________________________________________
Kanada
Tobias Basse, Bernd Krampen
•
BoC senkt Leitzins auf 0,75%
•
Fallender Ölpreis dominierendes Thema
•
Renditen und Loonie fallen massiv
Änderungen
Wegen der überraschenden Abkehr der SNB von
der FrankenFranken-Mindestkurspolitik haben wir unsere
Prognosen für die Schweiz deutlich angepasst.
Die Bank of Canada hat am 21. Januar überraschend den Leitzins auf 0,75% gesenkt. Sie reagierte damit auf Befürchtungen, der deutlich gefallene Ölpreis könne sowohl das kanadische
Wachstum belasten, die Inflation weiter drücken
als auch die finanzielle Stabilität gefährden. Tatsächlich haben sich die Aussichten eingetrübt.
Neue Projekte der Förderung aus Ölsand werden
sich teilweise nicht mehr lohnen, wodurch einige
kanadische Provinzen besonders unter Druck geraten werden. Aber auch die gesamtwirtschaftliche
Situation hat sich zuletzt leicht verschlechtert: Vor
allem die Stimmungsumfragen bei Unternehmen
sind gesunken. Auf der anderen Seite erfährt derzeit der Außenhandel Kanadas über den sich deutlich abwertenden kanadischen Dollar Rückenwind.
Eine abwartende Haltung ist bei den privaten Verbrauchern erkennbar, die bei einem stagnierenden Arbeitsmarkt und einer Lageverschlechterung
auf dem Immobilienmarkt nicht mehr die Konsumfreude aufweisen. Die Leitzinssenkung muss deswegen vor allem als Rückversicherung gegen die
Risiken des Ölpreisverfalls aufgefasst werden. Die
BoC wird zunächst einmal weiter abwarten. Die
Rendite zehnjähriger Staatsanleihen ist massiv
gefallen, eine Gegenbewegung nach oben wird im
„Windschatten“ der US-Treasuries nur moderat
ausfallen. Der stark unter Druck geratene Loonie
dürfte in einem langsameren Tempo abwerten.
Fundamentalprognosen Kanada
2014
2015
2016
2,4
2,0
6,9
-2,0
-2,1
2,1
1,7
6,6
-0,2
-2,1
2,3
2,0
6,4
0,1
-1,8
BIP
Inflation
Arbeitslosenquote1
Haushaltssaldo2
Leistungsbilanzsaldo2
Veränderung ggü. Vj. in %; 1 in % der Erwerbstätigen; 2 in %
des BIP
Zinsen und Wechselkurs Kanada
O/N-Zielsatz
3M-Satz
10J
Spread 10J Bund
EUR in CAD
USD in CAD
Hinweise
22.01.
3M
6M
12M
0,75
1,17
1,42
98
1,41
1,24
0,75
0,70
1,50
110
1,43
1,24
0,75
0,70
1,70
130
1,48
1,25
0,75
0,90
2,00
130
1,56
1,27
Alle Finanzmarktzeitreihen (Wechselkurse, Zinsen, Renditen) werden auf Schlusskursbasis
ausgewiesen.
NORD/LB Economics
Economics & Strategy
Seite 13 von 20
Economic Adviser
Februar 2015 ______________________________________________________________
______________________________________________________________
Portfoliostrategien
Zinsstrukturkurve Euroland
Renditen
(in %)
NORD/LB Prognose
auf Sicht von
Prognosen Zinsstrukturkurve
aktuell
3M
6M
12M
3M
0,06
0,05
0,05
0,05
1J
-0,19
-0,15
-0,15
-0,10
2J
-0,18
-0,15
-0,15
-0,10
3J
-0,14
-0,12
-0,12
-0,10
4J
-0,10
-0,10
-0,10
-0,05
5J
-0,01
-0,05
-0,05
0,05
6J
0,01
-0,02
0,00
0,16
7J
0,07
0,07
0,09
0,28
8J
0,15
0,17
0,20
0,41
9J
0,26
0,28
0,30
0,55
10J
0,37
0,40
0,40
0,70
1,00
%
0,75
0,50
0,25
0,00
-0,25
3M
1
2
3
Aktuell
4
5
3M
6
7
8
9
6M
10
12M
Einschätzung: Die letzten Wochen waren von einem weiteren Renditerückgang deutscher Bundesanlei-
hen gekennzeichnet. Auch in anderen Ländern der Eurozone und darüber hinaus war eine ähnliche Bewegung festzustellen. Die Märkte dürften hier in erster Linie das groß aufgelegte EZB-Ankaufprogramm
für Wertpapiere, insbesondere Staatsanleihen, eingepreist haben. In der Summe mehr als eine Billion
Euro will die EZB in den nächsten Monaten (beabsichtigt ist das Programm zu-nächst bis September
2016) hauptsächlich in Staatsanleihen der Eurozone investieren und auf diesem Weg die Konjunktur
stützen und mittelfristig steigende Inflationsraten und -erwartungen erzielen. Auf die Renditen wirkt
dieses Sovereign QE der Notenbank natürlich dämpfend, so dass wir für Bundesanleihen in den kommenden Monaten allenfalls eine Seitwärtsbewegung bei den Renditen sehen. Erst im späteren Jahresverlauf sollte sich ein ganz sanfter Renditeanstieg ergeben. Für die Total Returns bleiben die Aussichten damit sehr überschaubar. Vor allem mit Sicht auf 12 Monate fressen die leichten von uns prognostizierten Kursverluste die restlichen Erträge auf, so dass sich in der Summe (wenn auch überschaubare) negative Total Returns über die gesamte Kurve hinweg ergeben.
Total Returns (in %)
auf Sicht von
3M
6M
12M
Erwartete Total Returns
in %
0,5
3M
1J
-0,12
-0,17
-0,19
2J
-0,10
-0,14
-0,26
3J
-0,06
0,00
-0,21
0,01
0,00
-0,20
5J
0,05
0,05
-0,19
6J
0,09
0,10
-0,17
7J
0,13
0,16
-0,46
8J
0,05
0,09
-0,73
9J
0,15
0,23
-0,82
4J
10J
0,12
0,40
-1,13
0,0
-0,5
-1,0
-1,5
3M
1
2
3
3M
4
6M
5
6
7
8
9
10
12M
Der Total Return misst den absoluten Ertrag einer Anlage im betrachteten Zeithorizont unter Berücksichtigung der zeitanteiligen Rendite
zuzüglich der aufgrund der prognostizierten Zinsstrukturkurvenveränderung zu erwartenden Kursgewinne bzw. -verluste.
NORD/LB Economics
Economics & Strategy
Seite 14 von 20
Economic Adviser
Februar 2015 ______________________________________________________________
______________________________________________________________
Portfoliostrategien
Zinsstrukturkurve international – 3-Monats- und 12-Monatssicht
Auf 3-Monatssicht
Erwartete Total Returns (in %)
in Euro
EUR
USD
GBP
Erwartete Total Returns (in %)
in Landeswährung
JPY
CHF
3M
USD
GBP
JPY
CHF
3M
1J
-0,1
-1,6
-0,9
-4,6
1,0
1J
-0,6
0,7
0,0
-0,1
2J
-0,1
-0,8
-1,6
-4,6
1,1
2J
0,2
0,0
0,0
-0,1
3J
-0,1
-0,6
-1,5
-4,6
1,1
3J
0,4
0,1
0,0
-0,1
4J
0,0
-0,7
-1,4
-4,6
0,9
4J
0,3
0,2
0,1
-0,3
5J
0,0
-1,2
-1,4
-4,5
0,6
5J
-0,2
0,2
0,1
-0,5
6J
0,1
-1,7
-1,5
-4,2
0,7
6J
-0,7
0,1
0,4
-0,5
7J
0,1
-2,2
-1,6
-4,2
0,6
7J
-1,2
0,0
0,4
-0,5
8J
0,1
-2,5
-1,8
-4,2
0,8
8J
-1,5
-0,2
0,4
-0,3
9J
0,1
-2,6
-2,0
-4,2
0,8
9J
-1,6
-0,4
0,4
-0,3
10J
0,1
-3,1
-2,8
-4,4
0,7
10J
-2,1
-1,2
0,3
-0,4
Kurzfristige 3M-Strategie (in Euro): Auf 3-Monatssicht dürften Investitionen in europäische Staatsanleihen
(Bunds) keine signifikant positiven Total Returns abwerfen. Zur Portfoliodiversifizierung bietet sich am
aktuellen Rand im Grunde nur der Schweizer Franken an – und das bei Negativzinsen. Keine lukrativen
Anlagealternativen stellen dagegen der US-Dollar, das britische Pfund und der japanische Yen dar.
Auf 12-Monatssicht
Erwartete Total Returns (in %)
in Euro
EUR
USD
GBP
1J
-0,2
-7,8
2J
-0,3
3J
4J
Erwartete Total Returns (in %)
in Landeswährung
JPY
CHF
USD
GBP
JPY
CHF
6,6
-12,1
-4,7
1J
-0,4
4,2
0,0
-1,0
-6,5
4,7
-12,2
-4,9
2J
1,0
2,8
-0,1
-1,2
-0,2
-5,9
1,8
-0,2
-5,4
2,2
-12,2
-5,0
3J
1,7
0,8
-0,1
-1,3
-12,1
-5,2
4J
2,2
1,1
0,0
-1,5
5J
-0,2
-5,6
2,6
-12,1
-5,5
5J
1,9
1,4
0,0
-1,8
6J
-0,2
7J
-0,5
-6,4
3,6
-12,0
-5,7
6J
1,1
2,3
0,1
-2,0
-7,5
3,4
-12,0
-5,7
7J
-0,1
2,3
0,1
-2,0
8J
-0,7
-8,5
1,9
-12,3
-5,6
8J
-1,2
1,0
-0,2
-1,9
9J
10J
-0,8
-9,3
2,1
-12,7
-5,4
9J
-2,1
0,9
-0,6
-1,7
-1,1
-10,1
2,3
-13,0
-5,2
10J
-2,9
-0,2
-1,1
-1,5
3M
3M
Langfristige 12M-Strategie (in Euro): Auf längerfristige Sicht sind die Aussichten auf positive Total Returns in
Euroland nochmals schlechter. Für eine anzuratende Portfoliodiversifizierung bietet sich ausschließlich das
britische Pfund mit recht hohen positiven Total Returns an. Der Schweizer Franken, der US-Dollar und der
japanische Yen kommen dagegen im derzeitigen Umfeld angesichts zu erwartender negativer Total Returns
nicht in Betracht.
NORD/LB Economics
Economics & Strategy
Seite 15 von 20
Economic Adviser
Februar 2015 ______________________________________________________________
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Portfoliostrategien
Aktienmarktstrategie – 3-Monats-, 6-Monats- und 12-Monatssicht
Wert am
22.01.2014
Vormonat
Stand
Jahresbeginn
Performance seit
Vormonat
Jahresbeginn
DAX
10.435,62
9.805,55
9.805,55
6,43%
6,43%
MDAX
18.294,34
16.934,85
16.934,85
8,03%
8,03%
EuroSTOXX50
3.322,65
3.146,43
3.146,43
5,60%
5,60%
STOXX50
3.186,97
3.003,95
3.003,95
6,09%
6,09%
STOXX600
364,05
342,54
342,54
6,28%
6,28%
Dow Jones
17.554,28
17.823,07
17.823,07
-1,51%
-1,51%
S&P 500
2.032,12
2.058,90
2.058,90
-1,30%
-1,30%
Nikkei
17.329,02
17.450,77
17.450,77
-0,70%
-0,70%
Einschätzung: Die Aktienmärkte profitierten von der Ankündigung umfangreicher Staatsanleihekäufe durch
die EZB. Neben der höheren Liquidität hilft der schwächere Euro, welcher die Exportchancen der Unternehmen in Euroland erhöhen würde. In diesem Umfeld kann der DAX seine Rekordjagd fortsetzen – und sich
entsprechend oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 10.000 Zählern stabilisieren. Der Markt ist
allerdings nervös. Dies zeigte sich jüngst zum Beispiel bei der Reaktion auf das Ende des Mindestkurses der
schweizerischen Währung zum Euro. Der DAX fiel kurz nach der Verkündung der überraschenden geldpolitischen Maßnahme der SNB zunächst unter 9.700 Punkte, konnte sich dann aber wieder sehr schnell erholen.
Interessant ist, dass der SMI noch immer unter Druck steht und nur knapp oberhalb der Marke von 8.000
Punkten pendelt. Die durch das QE der EZB inzwischen ausgelösten kontroversen Diskussionen um mögliche
Bubbles bei Vermögenspreisen haben das Potential, die Nervosität am Aktienmarkt noch zu erhöhen. Zudem
könnten Sorgen um die Lage in der Ukraine und Ängste bezüglich denkbarer politischer Turbulenzen in Griechenland die Kurse belasten. Weiterhin sollte es zu Gewinnmitnahmen kommen. Entsprechend erwarten wir
kurzfristig etwas Druck auf die Kurse. Der durch das niedrige Zinsniveau ausgelöste Anlagenotstand dürfte
das Risiko von Rückschlägen jedoch dämpfen. In Asien wurde zuletzt zunächst die Meldung wohlwollend
aufgenommen, dass die chinesische Volkswirtschaft im IV. Quartal 2014 im Rahmen der Erwartungen gewachsen ist. Für dämpfende Effekte sorgte allerdings die Maßnahme der Wertpapierregulierungsbehörde
CSRC gleich mehreren Brokern zu untersagen, ihren Kunden kreditfinanzierte Wertpapierkäufe zu ermöglichen. Der Shanghaier Aktienmarkt quittierte dies mit Kursverlusten, ohne aber die Rallye der vergangenen
Wochen gänzlich auszumerzen. Die Bank of Japan blieb unterdessen auf expansivem Kurs. Der Nikkei kann
sich in diesem Umfeld auf seinem Niveau halten. Vom schwachen Yen profitieren sollten zudem insbesondere
exportorientierte Unternehmen. Unter dem Strich ist damit auch der Ausblick für den Nikkei solide.
Index
NORD/LB Prognose
auf Sicht von
3M
6M
12M
3400
2200
3300
2100
3200
2000
3100
1900
DAX
10.100
10.300
10.800
3000
MDAX
17.700
18.100
18.900
2900
EuroSTOXX50
3.250
3.300
3.450
2800
STOXX50
3.125
3.175
3.300
2700
STOXX600
355
360
375
2600
1500
Dow Jones
17.700
18.000
18.500
2500
1400
S&P 500
2.045
2.100
2.150
Nikkei
17.700
17.800
18.000
2400
23.01.2014
1800
1700
1600
EuroSTOXX50
200-Tage-Linie
S&P 500 (r.S.)
200-Tage-Linie (r.S.)
1300
22.01.2015
Weitere aktuelle Informationen finden Sie im wöchentlich erscheinenden Strategy Weekly.
NORD/LB Economics
Economics & Strategy
Seite 16 von 20
Economic Adviser
Februar 2015 ______________________________________________________________
______________________________________________________________
Übersicht
Übersicht Prognosen
Fundamentalprognosen
BIP-Wachstum
in %
2014
2015
2016
2014
USA
2,4
3,0
2,7
Euroland
0,8
1,0
1,4
Deutschland
1,5
1,5
Frankreich
0,4
0,7
Italien
Arbeitslosenquote1
Inflationsrate
2015
2016
2014
1,6
1,0
2,5
6,2
0,4
-0,2
1,2
11,6
2,1
0,8
0,1
1,6
6,7
1,2
0,6
0,0
1,0
2015
Haushaltssaldo2
2016
2014
2015
2016
5,5
5,2
-5,1
-4,2
-3,8
11,3
10,9
-2,7
-2,5
-2,3
6,5
6,3
0,4
0,2
0,2
10,2
10,3
10,0
-4,4
-4,0
-3,8
-0,4
0,6
1,1
0,2
0,2
1,3
12,8
12,7
12,0
-3,1
-3,0
-2,8
Spanien
1,4
1,9
2,0
-0,2
-0,5
1,0
24,3
21,3
19,0
-5,8
-4,7
-3,9
Japan
0,2
0,7
0,8
2,8
2,3
1,8
3,6
3,5
3,8
-10,0
-7,5
-7,1
Großbritannien
2,9
2,5
2,5
1,5
0,8
1,8
6,4
5,7
5,5
-5,3
-4,3
-3,1
Schweiz
1,9
0,8
1,3
0,0
-0,9
0,6
3,2
3,3
3,4
-0,2
0,2
0,3
China
7,4
7,3
6,9
2,0
1,9
2,8
4,3
4,3
4,2
-2,2
-2,3
-2,4
Kanada
2,4
2,1
2,3
2,0
1,7
2,0
6,9
6,6
6,4
-2,0
-0,2
0,1
Veränderung ggü. Vj. in %; 1 in % der Erwerbstätigen (Deutschland: BA-Definition); 2 in % des BIP
Leitzinsen
in %
Wechselkurse
EUR
3M
6M
USD
EUR
JPY
GBP
CHF
CNY
22.01.15
0,25
0,05
0,10
0,50
-0,75
2,75
0,25
0,05
0,10
0,50
-1,00
2,75
0,50
0,05
0,10
0,50
-1,00
2,75
12M
1,00
0,05
0,10
0,75
-1,00
2,75
CAD
0,75
0,75
0,75
0,75
in...
22.01.15
USD
JPY
GBP
CHF
CNY
CAD
1,14
135
0,76
0,99
7,05
1,41
3M
6M
1,15
141
0,77
0,98
7,14
1,43
12M
1,18
145
0,77
1,00
7,30
1,48
1,23
153
0,75
1,03
7,57
1,56
Zinsen (Staatsanleihen)
3M-Sätze
Renditen 2J
22.01.
3M
6M
12M
22.01.
3M
6M
USD
0,26
0,25
0,55
1,10
0,52
0,65
EUR
0,06
0,05
0,05
0,05
-0,17
-0,15
JPY
0,17
0,19
0,19
0,20
-0,02
-0,01
0,00
Renditen 5J
12M
22.01.
3M
0,70
1,00
1,36
-0,15
-0,10
0,02
0,01
0,06
0,03
Renditen 10J
6M
12M
22.01.
3M
6M
12M
1,60
1,80
2,10
1,86
2,20
2,50
2,90
-0,05
-0,05
0,05
0,45
0,40
0,40
0,70
0,05
0,07
0,30
0,43
0,45
0,50
GBP
0,56
0,56
0,60
0,90
0,36
0,40
0,50
0,90
0,98
1,00
1,10
1,40
1,52
1,60
1,70
1,90
CHF
-0,74
-1,00
-1,00
-1,00
-1,14
-1,05
-1,00
-0,85
-0,70
-0,70
-0,65
-0,55
-0,22
-0,20
-0,15
-0,10
CNY
4,90
4,40
4,15
4,10
3,22
3,16
3,25
3,28
3,38
3,37
3,40
3,45
3,48
3,51
3,56
3,65
12M
22.01.
3M
12M
22.01.
3M
6M
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220
Spreads (Bp)
3M EURIBOR
22.01.
3M
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2J Bund
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5J Bund
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USD
20
20
50
105
69
80
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205
142
180
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JPY
12
14
14
15
15
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11
4
8
10
2
-15
3
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-20
GBP
51
51
55
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53
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96
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130
120
CHF
-80
-105
-105
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-97
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-75
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CNY
485
435
410
405
339
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340
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NORD/LB Economics
Economics & Strategy
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Economic Adviser
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Ihre Ansprechpartner
NORD/LB Economics & Strategy
Tobias Basse (USA, Kanada, Strategy): Tel. 0511/361-9473, E-Mail: tobias.basse@nordlb.de
Dr. Stefan Große (Japan): Tel. 0511/361-2365, E-Mail: stefan.grosse@nordlb.de
Mario Gruppe (Euroland, Deutschland, UK, Strategy): Tel. 0511/361-6379, E-Mail: mario.gruppe@nordlb.de
Dr. Jens Kramer (Euroland, Deutschland, Italien, Spanien, Strategy): Tel. 0511/361-6083, Mail: jens_b.kramer@nordlb.de
Bernd Krampen (USA, Kanada, Strategy): Tel. 0511/361-9472, E-Mail: bernd.krampen@nordlb.de
Frederik Kunze (China, Strategy): Tel. 0511/361-5380, E-Mail: frederik.kunze@nordlb.de
Christian Lips (Euroland, Deutschland, Frankreich, Schweiz, Strategy): Tel. 0511/361-2980, E-Mail: christian.lips@nordlb.de
Redaktionsschluss: 23. Januar 2015
Der nächste Economic Adviser erscheint am 20.02.2015.
Kontakt
Dr. Jens Kramer:
Christian Lips:
jens_b.kramer@nordlb.de,
christian.lips@nordlb.de,
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Tel. 0511/361-6083
Tel. 0511/361-2980
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Wichtige Hinweise
Die vorstehende Studie ist erstellt worden von der NORDDEUTSCHEN LANDESBANK GIROZENTRALE („NORD/LB“). Die für die
NORD/LB zuständigen Aufsichtsbehörden sind die Europäische Zentralbank, Kaiserstraße 29, D-60311 Frankfurt am Main, und
die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Graurheindorfer Str. 108, D-53117 Bonn sowie Marie-Curie-Str. 24-28, D60439 Frankfurt am Main.
Diese Studie richtet sich ausschließlich an Empfänger in Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Irland, Frankreich, Belgien,
Luxemburg, Griechenland, den Niederlanden, Spanien, Italien, Österreich, der Schweiz, Norwegen, Estland, Lettland und Litauen (alle vorgenannten Personen werden nachfolgend als „relevante Personen“ bezeichnet). Die in dieser Studie untersuchten
Werte sind nur an die relevanten Personen gerichtet und andere Personen als die relevanten Personen dürfen nicht auf diese
Studie vertrauen. Insbesondere darf weder diese Studie noch eine Kopie hiervon nach Japan, Kanada oder in die Vereinigten
Staaten von Amerika oder in ihre Territorien oder Besitztümer gebracht oder übertragen oder an Mitarbeiter oder an verbundene Gesellschaften in diesen Rechtsordnungen ansässiger Empfänger verteilt werden.
Diese Studie und die hierin enthaltenen Informationen wurden ausschließlich zu Informationszwecken erstellt und werden
ausschließlich zu Informationszwecken bereitgestellt. Es ist nicht beabsichtigt, dass die Studie einen Anreiz für Investitionstätigkeiten darstellt. Sie wird für die persönliche Information des Empfängers mit dem ausdrücklichen, durch den Empfänger
anerkannten Verständnis bereitgestellt, dass sie kein direktes oder indirektes Angebot, keine Empfehlung, keine Aufforderung
zum Kauf, Halten oder Verkauf sowie keine Aufforderung zur Zeichnung oder zum Erwerb von Wertpapieren oder anderen
Finanzinstrumenten und keine Maßnahme, durch die Finanzinstrumente angeboten oder verkauft werden könnten, darstellt.
Alle hierin enthaltenen tatsächlichen Angaben, Informationen und getroffenen Aussagen sind Quellen entnommen, die von
uns für zuverlässig erachtet wurden. Da insoweit allerdings keine neutrale Überprüfung dieser Quellen vorgenommen wird,
können wir keine Gewähr oder Verantwortung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hierin enthaltenen Informationen
übernehmen. Die aufgrund dieser Quellen in der vorstehenden Studie geäußerten Meinungen und Prognosen stellen unverbindliche Werturteile der unserer Analysten dar. Veränderungen der Prämissen können einen erheblichen Einfluss auf die dargestellten Entwicklungen haben. Weder die NORD/LB, noch ihre die Organe oder Mitarbeiter können für die Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der Informationen oder für einen Renditeverlust, indirekte Schäden, Folge- oder sonstige
Schäden, die Personen entstehen, die auf die Informationen, Aussagen oder Meinungen in dieser Studie vertrauen (unabhängig davon, ob diese Verluste durch Fahrlässigkeit dieser Personen oder auf andere Weise entstanden sind), die Gewähr, Verantwortung oder Haftung übernehmen.
Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen. Währungskurse, Kursschwankungen der Finanzinstrumente und ähnliche Faktoren können den Wert, Preis und die Rendite der in dieser Studie in Bezug
genommenen Finanzinstrumente oder darauf bezogener Instrumente negativ beeinflussen.
Die vorstehenden Angaben beziehen sich ausschließlich auf den Zeitpunkt der Erstellung dieser Unterlagen und können sich
jederzeit ändern, ohne dass dies notwendig angekündigt oder publiziert wird. Eine Garantie für die fortgeltende Richtigkeit
der Angaben wird nicht gegeben. Die Bewertung aufgrund der historischen Wertentwicklung eines Wertpapiers oder Finanzinstruments lässt sich nicht zwingend auf dessen zukünftige Entwicklung übertragen.
Diese Studie stellt keine Anlage-, Rechts-, Bilanzierungs- oder Steuerberatung sowie keine Zusicherung dar, dass ein Investment oder eine Strategie für die individuellen Verhältnisse des Empfängers geeignet oder angemessen ist, und kein Teil dieser
Studie stellt eine persönliche Empfehlung an einen Empfänger der Studie dar. Die in dieser Studie Bezug genommenen Wertpapiere oder sonstigen Finanzinstrumente sind möglicherweise nicht für die persönlichen Anlagestrategien und -ziele, die
finanzielle Situation oder individuellen Bedürfnisse des Empfängers geeignet und sollten daher nicht allein aufgrund diese
Studie erworben werden. Diese Veröffentlichung ersetzt nicht die persönliche Beratung. Jeder Empfänger sollte, bevor er eine
Anlageentscheidung trifft, im Hinblick auf die Angemessenheit von Investitionen in Finanzinstrumente oder Anlagestrategien,
die Gegenstand dieser Studie sind, sowie für weitere und aktuellere Informationen im Hinblick auf bestimmte Anlagemöglichkeiten sowie für eine individuelle Anlageberatung einen unabhängigen Anlageberater konsultieren.
Jedes in dieser Studie in Bezug genommene Finanzinstrument kann ein hohes Risiko einschließlich des Kapital-, Zins-, Index-,
Währungs- und Kreditrisikos, politischer Risiken, Zeitwert-, Rohstoff- und Marktrisiken aufweisen. Die Finanzinstrumente können einen plötzlichen und großen Wertverlust bis hin zum Totalverlust des Investments erfahren. Jede Transaktion sollte nur
aufgrund einer eigenen Beurteilung der individuellen finanziellen Situation, der Angemessenheit und der Risiken des Investments erfolgen.
Die Weitergabe dieser Studie an Dritte sowie die Erstellung von Kopien, ein Nachdruck oder sonstige Reproduktion des Inhalts
oder von Teilen dieser Studie ist nur mit unserer vorherigen schriftlichen Genehmigung zulässig.
Dieses Dokument wurde in Übereinstimmung mit den anwendbaren Bestimmungen des Wertpapierhandelsgesetzes und der
Verordnung über die Analyse von Finanzinstrumenten erstellt. Der Bereich Research der NORD/LB ist in organisatorischer,
hierarchischer, funktioneller und örtlicher Hinsicht unabhängig von Bereichen, die für die Emission von Wertpapieren und für
Investment Banking, für den Wertpapierhandel (einschließlich Eigenhandel) mit und Verkauf von Wertpapieren und für das
Kreditgeschäft verantwortlich sind.
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Zusätzliche Informationen für Empfänger im Vereinigten Königreich
Diese Studie wird im Vereinigten Königreich durch NORD/LB London Branch verbreitet. NORD/LB untersteht der Aufsicht
der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und für die Geschäftstätigkeit im Vereinigten Königreich der Aufsicht
durch die Financial Services Authority.
Diese Studie stellt „Financial Promotion“ im Sinne der Regelungen der Financial Services Authority dar. Relevante Empfänger im Vereinigten Königreich sollten sich mit jeglicher Anfrage an NORD/LB’s London Branch, Investment Banking Department, Telephone: 0044 2079725400 wenden.
Zusätzliche Informationen für Empfänger in der Schweiz
Diese Studie wurde nicht von der Eidgenössischen Bankenkommission (die am 1. Januar 2009 mit der Eidgenössischen
Finanzmarktaufsicht („FINMA“) fusioniert wurde) gebilligt.
Zusätzliche Informationen für Empfänger in Estland
Diese Studie wird in Estland durch die NORD/LB verbreitet. Die NORD/LB untersteht der Aufsicht der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Der Empfänger dieser Studie sollte alle maßgeblichen Bedingungen der von der
NORD/LB angebotenen Dienstleistungen vor einer eigenen Entscheidung eingehend überprüfen und, soweit erforderlich,
eigene dritte Berater hinzuziehen.
Zusätzliche Informationen für Empfänger in Griechenland
Die in dieser Studie enthaltenen Aussagen, Meinungen und Bewertungen geben die persönliche Ansicht der erstellenden
Analysten zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Studie wieder und sollten vom Empfänger daher nicht zur Grundlage einer
möglichen Anlageentscheidung gemacht werden, solange dieser sich nicht von der NORD/LB hat bestätigen lassen, dass
die hierin enthaltenen Aussagen, Meinungen und Bewertungen nach wie vor zutreffend und aktuell sind.
Vorkehrungen zur vertraulichen Behandlung von sensiblen KundenKunden- und Geschäftsdaten, zur Vermeidung von InteressenInteressenkonflikten und zum Umgang mit Interessenkonflikten:
Die NORD/LB hat Geschäftsbereiche, die Zugang zu sensiblen Kunden- und Geschäftsdaten haben können (Vertraulichkeitsbereiche), funktional, räumlich und/oder durch dv-technische Maßnahmen von anderen Bereichen (z.B. dem NORD/LBResearch) abgeschottet.
Die Weitergabe vertraulicher Informationen, die Einfluss auf Aktienpreise haben kann, wird durch die von den Handels-,
Geschäfts- und Abwicklungsabteilungen unabhängige Compliance-Stelle der NORD/LB überwacht. Diese neutrale Stelle
kontrolliert täglich die von der NORD/LB und ihren Mitarbeitern durchgeführten Transaktionen, um sicherzustellen, dass
diese den Marktbedingungen entsprechen. Die Compliance-Stelle kann evtl. erforderliche Handelsverbote und beschränkungen aussprechen, um sicherzustellen, dass Informationen, die Einfluss auf Aktienpreise haben können, nicht
missbräuchlich verwendet werden und um zu verhindern, dass vertrauliche Informationen an Bereiche weitergegeben werden die nur öffentlich zugängliche Informationen verwenden dürfen. Um Interessenkonflikte bei der Erstellung von Finanzanalysen zu verhindern, sind die Analysten der NORD/LB verpflichtet, die Compliance-Stelle über die Erstellung von Studien
zu unterrichten und dürfen nicht in die von ihnen betreuten Finanzinstrumente investieren. Sie sind verpflichtet, die Compliance-Stelle über sämtliche (einschließlich externe) Transaktionen zu unterrichten, die sie auf eigene Rechnung oder für
Rechnung eines Dritten oder im Interesse von Dritten tätigen. Auf diese Weise wird die Compliance-Stelle in die Lage versetzt, jegliche nicht-erlaubten Transaktionen durch die Analysten, wie Insiderhandel und Front- und Parallel Running, zu
identifizieren. Bei der Erstellung einer Finanzanalyse, bei der offen zu legende Interessenkonflikte innerhalb der NORD/LB
Gruppe bestehen, werden Informationen über Interessenkonflikte erst nach der Fertigstellung der Finanzanalyse von der
Compliance-Stelle verfügbar gemacht. Eine nachträgliche Änderung einer Finanzanalyse kommt nur nach Einbindung der
Compliance-Stelle in Betracht, wenn sichergestellt ist, dass die Kenntnis dieser Interessenkonflikte das Ergebnis der Studie
nicht beeinflusst. Weitere Informationen hierzu sind unserer Finanzanalyse bzw. Interessenkonflikt-Policy zu entnehmen,
die auf Nachfrage bei der Compliance Stelle der NORD/LB erhältlich ist.
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