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Leseprobe zum Titel: Süddeutsche Zeitung (28.01.2015)

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„Du darfst keine Zweifel haben“ – Bill Gates im Interview
Wirtschaft
NEUESTE NACHRICHTEN AUS POLITIK, KULTUR, WIRTSCHAFT UND SPORT
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HF1
(SZ) Wann Kunst in Prostitution übergeht,
das wusste die Kunst selbst immer schon
am besten. „Was macht die Kunst?“, fragt
der Prinz in Lessings bürgerlichem Trauerspiel „Emilia Galotti“ den Hofmaler Conti.
Und bekommt zur Antwort: „Prinz, die
Kunst geht nach Brot.“ An welchem Punkt
die Prostitution jedoch in Kunst übergeht,
ist dagegen schon schwieriger zu beantworten. Friedrich Schiller, ein anderer Vertreter der deutschen Klassik, kannte sich in
beiden Halbwelten ganz gut aus. Am
9. März 1789 schrieb er an seinen Freund
Körner: „Könntest Du mir innerhalb eines
Jahres eine Frau von 12 000 Talern verschaffen, die Akademie in Jena möchte
mich dann im Arsch lecken.“ Und noch
wenige Monate vor seiner Hochzeit mit der
mittellosen Charlotte von Lengefeld, wiederholt er die Bitte: „Weißt Du nun übrigens eine reiche Partie, so schreib mir immer.“ Vielleicht war dauernde Geldnot der
Grund, weshalb in Schillers Werken ständig das alte Five-Letter-Word Metze vorkommt, was übrigens nicht heißt, dass zur
Arbeitsplatzbeschreibung der Metze die
Metzelei gehört. Beide Wörter sind so wenig verwandt wie Kunst und Können.
Das Wort Metze hört man aus gutem
Grund nicht mehr so oft. Heute sagt man
eher Sex-Arbeiterin. Echte Romantiker
wie der französische Schriftsteller Michel
Houellebecq, unter den Freunden des ältesten Gewerbes der Welt der gesichtsälteste,
bedauern diese Versachlichung. In seinem
neuen Roman liest der Ich-Erzähler François, selbst Großkunde einer Escort-Agentur, irgendwann ein Buch über die Geschichte der Bordelle und stellt seufzend
fest: Die „sexuellen Spezialitäten“, die zur
Zeit der Belle Époque üblich waren, sind
„aus dem Gedächtnis der Menschheit verschwunden“ wie bestimmte alte Gewerke,
„der Holzschuhmacher oder der Glöckner“. Für ihn ein deutlicher Hinweis auf
den Untergang des Abendlandes, das in
Sachen Erotik nur noch so etwas ist wie ein
Späti für eilige Konsumenten.
Diese Versachlichung bekam nun auch
eine Berliner Prostituierte zu spüren. Sie
war vor Gericht gezogen, weil ihr das Bezirksamt Pankow die Eintragung ihres
Künstlernamens im Personalausweis verweigert hatte. Vergeblich argumentierte
sie im besten Kuratoren-Deutsch, als Kultur- und Erotikbegleiterin arbeite sie mit
ihrem Körper wie eine Tänzerin, schlüpfe
in Rollen wie eine Schauspielerin und löse
Affekte aus wie andere Künstler auch. Unbeeindruckt knipste ihr der Verwaltungsrichter das Rotlicht aus, ihre Tätigkeit sei
als Dienstleistung einzustufen, nicht als
Kunst. Damit folgt das Urteil dem richtigen Gedanken, dass man schlecht beides
sein kann: Ausnahme vom bürgerlichen
Trauerspiel der Normalität und deren spießigste Verfechterin. Gegen das Urteil kann
Berufung beim Oberverwaltungsgericht
Berlin-Brandenburg eingereicht werden.
Sonderlich sexy ist das nicht.
MÜNCHEN, MITTWOCH, 28. JANUAR 2015
71. JAHRGANG / 5. WOCHE / NR. 22 / 2,40 EURO
Siemens-Chef
baut Vorstand um
Gewinn des Konzerns
bricht ein
München – Unter dem Eindruck sinkender Gewinne baut Siemens-Chef Joe Kaeser die Konzernspitze weiter um. Der langjährige Medizintechnikchef, Hermann Requardt, scheidet Ende Januar nach fast
neun Jahren aus dem Vorstand aus. Requardt werde dem Unternehmen künftig
beratend zur Verfügung stehen, teilte Siemens mit. Neu in den Vorstand rückt die
bisher für Personalstrategie- und Führungskräfteentwicklung zuständige Janina Kugel auf. Sie ist eine enge Vertraute
von Konzernchef Kaeser und übernimmt
das Personal-Ressort von Siegfried Russwurm, der sich künftig um die Medizintechnik kümmern wird. Der Siemens-Gewinn brach im ersten Quartal ein. Unter
dem Strich verdiente Siemens zwischen
Oktober und Dezember knapp 1,1 Milliarden Euro und damit ein Viertel weniger als
im Vorjahreszeitraum. Der Auftragseingang blieb um 13 Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück. Den Umsatz konnte Siemens um drei Prozent auf 17,4 Milliarden
Euro steigern. sz Seite 4, Wirtschaft
Neue Sanktionen
gegen Moskau geplant
Rückkehr an den Ort des Grauens: An der Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz nahmen auch 300 Überlebende teil, unter
ihnen der Ukrainer Igor Malitsky.
FOTO: ALIK KEPLICZ/AP
„Keine deutsche Identität ohne Auschwitz“
Am 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers mahnt Bundespräsident Gauck Deutsche
aller Kulturen und Religionen zum friedlichen Miteinander: Moralische Pflicht erschöpfe sich nicht im Erinnern
von constanze von bullion
und nadia pantel
Berlin/Oświęcim – 70 Jahre nach der Befreiung des nationalsozialistischen Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote
Armee hat Bundespräsident Joachim
Gauck Deutsche aller Kulturen und Religionen zu einem friedlichen Miteinander aufgefordert. „Die Gemeinschaft, in der wir alle leben wollen, wird nur dort gedeihen, wo
die Würde des Einzelnen geachtet wird
und wo Solidarität gelebt wird“, sagte er
am Dienstag bei einer Gedenkfeier im Bundestag. „Die moralische Pflicht erfüllt sich
nicht nur im Erinnern“ sagte Gauck. Alle,
die Deutschland als ihr Zuhause betrachteten, „tragen Verantwortung dafür, welchen Weg unser Land gehen wird“. Sie stünden in der Pflicht, sich gegen Ausgrenzung
und Gewalt einzusetzen, aber auch für Verfolgte und gegen Genozide in der Welt: „Es
gibt keine deutsche Identität ohne Auschwitz.“
Im polnischen Oświęcim legten Überlebende vor der sogenannten Todeswand
des Konzentrationslagers Blumen nieder
und entzündeten Kerzen. In den Jahren
1940 bis 1945 wurden hier 20 000 Menschen erschossen, im gesamten Lager in
Auschwitz-Birkenau wurden etwa 1,1 Millionen Menschen ermordet, die meisten von
ihnen Juden. Zur Gedenkfeier kamen am
Dienstagnachmittag 300 Überlebende des
Holocaust und zahlreiche Staatsgäste, unter ihnen Gauck, sein österreichischer Kollege Heinz Fischer sowie die Präsidenten
Frankreichs und der Ukraine, François Hollande und Petro Poroschenko. Russlands
Staatschef Wladimir Putin hatte eine Teil-
nahme abgelehnt, da er nicht ausdrücklich
als Ehrengast eingeladen worden war. Polen hatte allerdings keine persönlichen Einladungen ausgesprochen.
Bei der Gedenkfeier im Bundestag hatte
Gauck am Morgen daran erinnert, dass Juden in Deutschland schon vor dem Zweiten
Weltkrieg als angeblich Fremde ausgegrenzt und zur „Projektionsfläche für jede
Art von Ängsten“ gemacht wurden. „Nie zuvor hat ein Staat ganze Menschengruppen
so systematisch stigmatisiert, separiert
und vernichtet.“ Die juristische Aufarbeitung des Holocaust sei nach 1945 im Westen „sehr unbefriedigend“ geblieben, auch
weil viele Richter selbst politisch belastet
gewesen seien. „Im Rückblick ist es beschämend, dass aus den Opfern von einst nun
Bittsteller wurden“, sagte Gauck. In der
DDR habe staatlicher Antifaschismus die
Gesellschaft pauschal von Verantwortung
freigesprochen und das „Verdrängen von
Versagen und Schuld, auch und gerade des
kleinen Mannes“ befördert.
Nie wieder Auschwitz – mit diesem Versprechen verbinde sich heute nicht nur die
Verpflichtung zu einem gewaltfreien Miteinander, sagte Gauck. Es stelle sich auch
die Frage, wie Verbrechen gegen die
Menschlichkeit und Genozide künftig zu
verhindern seien, etwa in Syrien oder im
Irak. „Sind wir denn bereit und fähig zur
Prävention, damit es gar nicht erst zu Massenmorden kommt?“, fragte der Bundespräsident. „Sind wir überhaupt im Stande,
derartige Verbrechen zu beenden und sie
zu ahnden?“ Nie wieder, das lasse sich
nicht überall erfüllen. „Aber als moralisches Gebot, als innerer Kompass, bleibt es
dennoch unverzichtbar.“ Seiten 4 und 7
HEUTE
Meinung
An Auschwitz muss jegliche
Selbstsicherheit scheitern, es kann
keinen Schlussstrich geben
4
Feuilleton
Die Neuinszenierung von Donizettis
Oper Lucia di Lammermoor
ist in München misslungen
13
Wissen
61 Zeichen: Eine Spezialkamera
macht erstmals Ötzis
Tätowierungen sichtbar
16
Wirtschaft
Wie sich „Mensch ärgere Dich nicht“
gegen die digitale
Konkurrenz behauptet
21
Medien
Fernsehen für Hunde: Seit
November ist Dog TV auch in
Deutschland auf Sendung
TV-/ Radioprogramm
Forum & Leserbriefe
München · Bayern
Rätsel & Schach
Familienanzeigen
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31005
4 190655 802404
Sie kleben Tüten, polstern Sessel oder
bauen Faltkartons zusammen. Zehntausende Häftlinge müssen in deutschen Gefängnissen arbeiten. Für die Bundesländer lohnt sich das, 150 Millionen Euro haben sie 2013 so eingenommen, die Häftlinge profitieren weniger: Sie verdienen zwischen sieben und 16 Euro – am Tag. Viele
Insassen wollen sich das nicht mehr gefallen lassen, immer mehr schließen sich zu
einer Knast-Gewerkschaft zusammen. Es
begann vergangenen Sommer in Berlin,
nun breitet sich die Idee in NordrheinWestfalen aus: Von der Justizvollzugsanstalt (JVA) Willich aus koordiniert der Gefangene André Schmitz, der wegen Drogenbesitzes einsitzt, die Arbeit im Westen. 100 Mitglieder hat er in kurzer Zeit gewonnen, bundesweit sind es bereits gut
400 aus 30 Gefängnissen.
„Wir kämpfen gegen Ausbeutung“,
sagt Schmitz. Zwei Ziele hat die Gruppe:
Der neue Mindestlohn von 8,50 Euro pro
IG Knast
Häftlinge kämpfen mit eigener Gewerkschaft für Mindestlohn
Stunde soll auch für arbeitende Häftlinge
gelten. Und der Staat soll für sie in die Rentenversicherung einzahlen. Denn für die
Zeit der Knastarbeit fehlt den Gefangenen im Alter die Rente.
Viele Gefangene halten ihre Arbeit
durchaus für sinnvoll. Sie hilft gegen die
psychischen Folgen des Eingesperrtseins. Strafrechtlern gilt sie als entscheidend für die Resozialisierung. Aber was
ist die Arbeit im Gefängnis wert? Nicht so
viel, finden manche Länder. Ein Sprecher
des Justizministeriums in Düsseldorf
sagt, Arbeit im Gefängnis könne man
nicht mit Jobs in Freiheit vergleichen. Viele Gefangene müssten betreut werden. Zudem seien ja „Kost und Logis frei“. Der Berliner Justizsenat sieht das ähnlich.
Strafrechtsexperte Bernd Maelicke
von der Universität Lüneburg hält diese
Argumentation für widersprüchlich. Häftlinge seien bereits in der Arbeitslosenversicherung, warum also nicht auch in der
Rentenversicherung? „Bei lebenslang
sind das schnell mal 15 Jahre, in denen ein
Gefangener arbeitet, aber nichts für seine
Rentenkasse zusammenkommt. Da ist Altersarmut zwangsläufige Folge“, sagt
Maelicke. Das empfänden viele Häftlinge
als doppelte Bestrafung.
Der Mindestlohn allein hilft da nicht.
Rentnern, die gesessen hätten, würden
dennoch 50 bis 100 Euro im Monat fehlen, rechnet Matthias Birkwald vor, Rentenexperte der Linken-Fraktion. Denn
laut Gesetz erwirbt nur derjenige einen
Rentenanspruch, der freiwillig arbeitet.
Doch in 13 der 16 Bundesländer herrscht
hinter Gittern Arbeitspflicht. Deshalb
müssten alle Länder die Arbeitspflicht abschaffen, fordert Birkwald. Eigentlich sollte das Problem seit 37 Jahren gelöst sein:
Das Strafvollzugsgesetz von 1978 sieht eine Sozialversicherung für Gefangene vor
– der Bund hat das nur nie umgesetzt.
Seit der Föderalismusreform kümmern
sich die Länder um die Gefangenen. Sie
müssten den Arbeitgeberanteil zahlen,
die meisten wollen das aber nicht.
Die neue Gewerkschaft lässt derzeit
prüfen, ob Knastarbeiter streiken dürfen.
Sie ahnen, ohne Druck wird nichts passieren. Strafrechtler Maelicke ist jedoch
skeptisch, dass sich die Gruppe so den Status als Tarifpartner der Länder erkämpfen kann. „Ein Streik wäre dann ja zugleich Widerstand gegen die Staatsgewalt. Und Aussperrung macht im Gefängnis wenig Sinn.“
jannis brühl
Radikaler Spar-Gegner wird Finanzminister in Athen
Der Linke Yanis Varoufakis verhandelt schon diese Woche mit der EU. Rechtspopulist Kammenos führt Verteidigungsressort
Athen/Brüssel – Nur einen Tag nach der
Vereidigung des neuen linken Regierungschefs Alexis Tsipras, 40, hat Griechenland
auch eine neue Regierung. In der Koalition
aus Linkspartei und Rechtspopulisten
übernehmen Syriza-Politiker alle wichtigen Wirtschafts- und Finanzressorts. An
die rechten „Unabhängigen Griechen“
(Anel) fällt nur das Verteidigungsministerium, das Anel-Chef Panos Kammenos, 49,
übernimmt. Finanzminister wird der
53-jährige Yanis Varoufakis, ein entschiedener Gegner der griechischen Sparpolitik. Von ihm wird ein hartes Auftreten gegenüber den internationalen Kreditgebern
Griechenlands erwartet. Varoufakis hat
aber auch deutlich gemacht, dass er Griechenland im Euro halten will. Wie es Tsipras vor der Wahl versprochen hatte, ist
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Jegliche
das Kabinett deutlich kleiner als das der
konservativen Vorgängerregierung von Antonis Samaras.
Als erste Gesetzesinitiative der Koalition ist nach Angaben der Zeitung Kathimerini vom Dienstag die Anhebung des Mindestlohns auf das alte Niveau von 751 Euro
geplant. Zudem sollen säumige Steuerzahler bessere Bedingungen für die Begleichung ihrer Schulden beim Staat erhalten.
Gleiches soll für die Sozialversicherung gelten. Für 300 000 Haushalte unter der Armutsgrenze soll es freien Strom bis zu einer gewissen Grenze geben. Versprochen
hat Tsipras auch eine Wiedererrichtung
des staatlichen Radio- und Fernsehsenders ERT, den Samaras geschlossen hatte.
Die Euro-Partner treffen noch in dieser
Woche mit der neuen Regierung zusam-
men. Am Donnerstag wird EU-Parlamentspräsident Martin Schulz bei Tsipras erwartet. Am Freitag reist der Vorsitzende der Euro-Gruppe, Jeroen Dijsselbloem, nach
Athen, um Finanzminister Varoufakis kennenzulernen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte am Dienstag nach einem Treffen der EU-Finanzminister in
Brüssel, er erwarte von Tsipras’ Regierung
die Auskunft, ob sie das laufende Kreditprogramm fortsetzen wolle. An den Regeln
des Programms werde sich nichts ändern.
Athen hatte erstmals 2010 am Rand eines Bankrotts gestanden und in einem ersten Kreditprogramm 110 Milliarden Euro
erhalten. Das zweite Kreditprogramm begann 2012 und umfasst insgesamt 130 Milliarden Euro. Es sollte 2014 enden. Die Regierung von Samaras hatte es nicht ge-
schafft, die Reformvorgaben zu erfüllen,
sodass nicht alle Kreditraten ausgezahlt
wurden. Das Programm wurde bis Ende Februar verlängert.
Tsipras muss nun entscheiden, ob er
das Kreditprogramm zu Ende bringen will.
Schäuble zeigte in Brüssel „großen Respekt“ vor der schnellen Regierungsbildung. Er schloss kategorisch aus, über einen Schuldenschnitt zu verhandeln. „Dazu
besteht keine Notwendigkeit.“ Nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds werde die griechische Schuldenlast im Jahr 2022 „nur noch bei 112 Prozent“ der Wirtschaftsleistung liegen, vorausgesetzt, Athen erfülle seine Verpflichtungen. Bis 2020 müsse Griechenland
praktisch keinen Schuldendienst leisten,
so Schäuble. csc, gam Seiten 4 und 8
Brüssel – Die EU-Staaten drohen Russland wegen des Ukraine-Konflikts offen
mit weiteren Sanktionen. Die Staats- und
Regierungschefs forderten die EU-Außenminister jetzt auf, bei einem Sondertreffen
zusätzliche Strafmaßnahmen vorzubereiten. „Wir sehen Beweise für die fortgesetzte und wachsende Unterstützung, welche
die Separatisten von Russland erhalten“,
schrieben sie am Dienstag in einer Stellungnahme. Das unterstreiche „Russlands
Verantwortung“. sz
Seite 6
Wehrbeauftragter rügt
Bundeswehr-Missstände
Berlin – Zum Ende seiner Amtszeit hat der
Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut
Königshaus (FDP), vor gravierenden Folgen der Missstände bei der Bundeswehr gewarnt. Wegen mangelhafter personeller
und materieller Ausstattung zeigten sich
„bereits jetzt sichtbare Tendenzen einer
Abwärtsspirale“, sagte Königshaus bei der
Vorstellung seines Jahresberichts in Berlin. Es seien massive Investitionen nötig.
Die bisherigen Mittel seien „allenfalls geeignet, die Dynamik des Verfalls aufzuhalten“. sz
Seite Drei und Seite 4
Heinz Buschkowsky tritt
als Bürgermeister zurück
Berlin – Der langjährige Bürgermeister
des Berliner Problembezirks Neukölln,
Heinz Buschkowsky, tritt ab. Der streitbare 66 Jahre alte Sozialdemokrat habe den
Regierenden Bürgermeister Michael Müller gebeten, ihn zum 1. April aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand zu
versetzen. sz
Seite 6
Große Lohnunterschiede
in der Altenpflege
Berlin – Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU),
hat mehr Geld für Altenpfleger gefordert.
Er berief sich dabei auf eine Studie, wonach die Gehälter für westdeutsche Fachkräfte im Mittel bei monatlich 2568 Euro
brutto liegen. Hilfskräfte erhalten lediglich 1855 Euro. Im Osten Deutschlands
sind die Einkommen der Altenpfleger
noch einmal deutlich niedriger, bei Fachkräften um 620 Euro. gwb
Seite 5
Dax ▼
Dow ▼
Euro ▲
Xetra 17 Uhr
10601 Punkte
N.Y. 17 Uhr
17302 Punkte
17 Uhr
1,1422 US-$
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- 2,13%
+ 0,0164
DAS WETTER
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NACHTS
Überwiegend bewölkt. Im Süden und am
Erzgebirge kann die Sonne hervorkommen. Im Norden und Westen Regen, in den
höheren Lagen auch Schnee, der bis zum
Abend das Flachland erreicht. Ein bis sieben Grad.
Seite 15
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