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Meine Zukunft Verrückt nach Stoff

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Meine
Zukunft
Was soll werden? VR-Future
zeigt berufliche Perspektiven und
stellt innovative Projekte vor.
campus Meine Zukunft
Die eine macht Mode, die
andere will darüber schreiben: Hanieh Sabokbar und
Nina Brockmann (rechts)
Hanieh Sabokbars
Mood-Wand mit
Stoffmustern und
Entwürfen zu ihrer
Kollektion
Ein Overall aus Hanieh Sabobkars Kollektion (oben). Blick aus dem AMD-Werkraum
auf die Alster. Rosshaar mit Bergkristallen
als edles Accessoire für ein Top (links)
Verrückt
nach Stoff
Fotos: Jan Reiser (2), Patrick Schwalb (1), Bassi Lichtenberg (2); Text: Nadine Lischick
Design, Mode, Management und Medien – diesen Bereichen hat sich die Akademie
Mode & Design verschrieben. Studentin Nina Brockmann und Absolventin Hanieh
Sabokbar zeigten uns, was die private Hochschule besonders macht.
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E
s ist doch immer wieder schön, hier zu sein“, sagt Hanieh Sabokbar, 34, als sie den großen Werkraum der
Aka­demie Mode & Design (AMD) betritt. Der Blick
aus dem 1951 errichteten fünfstöckigen Bürogebäude
auf die Außenalster Hamburgs ist malerisch, doch die
Stu­dierenden haben Besseres zu tun, als aus dem Fenster zu schauen. Fleißig arbeiten sie an ihren Entwürfen, die Nähmaschinen rattern unermüdlich im Takt. Vor etwa einem Jahr saß Hanieh selbst
noch hier, um die Abschlussarbeit ihres Mode-Design-Studiums
fer­t ig zu stellen: ihre acht Outfits umfassende Kollektion mit dem
Titel „Persistance“. „Generell sollte man neben den Vorlesungen
mindestens noch mal genauso viel Zeit investieren, um in der
Werk­
statt zu arbeiten“, sagt die AMD-Absolventin. „Während
meiner Abschlussarbeit habe ich täglich bis zu 19 Stunden hier verbracht, ich habe hier quasi gelebt. Das war schon anstrengend, aber
es hat auch verdammt viel Spaß gemacht.“
Vor ihrem Studium hat Hanieh Sabokbar 13 Jahre als Hair- &
Make-up-Artist gearbeitet. Doch sie wollte sich umorientieren, bewarb sich an der Akademie Mode & Design – und wurde auf­
genommen. Was gar nicht so einfach ist. Denn ein Abschluss an
der AMD gilt in der Modebranche als Qualitätsgarant. Deswegen
erhält die private, staatlich anerkannte Hochschule je nach Fach
zwei- bis dreimal so viele Bewerbungen, wie für die insgesamt 150
Studienplätze in Hamburg zur Verfügung stehen.
Hanieh hat es in die renommierte Modeschmiede geschafft.
Verschiedene Dozenten haben ihr dort in sieben Semestern alles
beigebracht, was man als Mode-Designerin können muss: das Nähen und die Grundlagen der Schnitttechnik, das Zeichnen von
Ent­w ürfen per Hand oder am Computer sowie Modeästhetik und
Textiltechnologie. 1989 in Hamburg von Olaf Wulf gegründet, ist
die AMD mittlerweile auch in Düsseldorf, München und Berlin
ansässig. Seit 2013 bildet sie den Fachbereich Design der ­Hochschule
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campus Meine Zukunft
Akademie
Mode & Design (AMD)
An der Akademie für Mode &
Design lernt Nina Brockmann,
was es für Modejournalismus und
Medienkommunikation braucht
Typ: Hochschule
Trägerschaft: privat, staatlich anerkannt
Sitz: Hamburg, Düsseldorf, München und Berlin
Gründungsjahr: 1989
Studierendenzahl: 1.500
Studienbeginn: Wintersemester, Mode- & Design­
management auch im Sommersemester möglich
Aufnahmebedingungen: Hoch- bzw. Fachhochschulreife,
bei kreativ-gestalterischen Studiengängen eine Kreativmappe sowie ein Auswahlverfahren. Eine Bewerbung ist
ganzjährig möglich
Studiengebühren: ab 590 Euro pro Monat, unter bestimmten Voraussetzungen werden Förderungen und
Stipendien vergeben
Weitere Informationen: www.amdnet.de
Hanieh Sabokbar kreiert bereits ihre eigene Modelinie
Fresenius – University of Applied Sciences und gehört damit zur
größten privaten Präsenzhochschule in Deutschland. Ihr Bildungs­
angebot hat sich seitdem verdoppelt. Neben Mode-Design (B.A.)
werden auch die Bachelor-Studiengänge Mode- und Design­ma­
nage­ment, Raumkonzept & Design, Design & Innovation Management sowie Marken- & Kommunikationsdesign angeboten. Da­rü­
ber hinaus gibt es auch Styling- und Direktricen-Weiterbildungen
sowie die in Deutschland einzigartige Ausbildung Modejournalismus/Medienkommunikation, die mit dem Bachelor in Creative
Industries ergänzt werden kann.
Nina Brockmann, 21, studiert Modejournalismus/Medienkommunikation. Im Gegensatz zu Hanieh Sabokbar, deren Studium sich
zu gleichen Teilen aus Theorie und Praxis zusammensetzte, verbringt Nina die meiste Zeit
im Vorlesungssaal oder in den Computerräumen. „Die Inhalte des Studiums sind sehr breit
gefächert“, erklärt sie. „Wir lernen crossme­
dial alle klassischen Darstellungsformen des Online-, TV- und
Print-Journalismus, beschäftigen uns mit Brand Communication,
Modefotografie, Styling, Mediengeschichte, Mode-Design und
auch Kostümgeschichte. Im Bereich Medienkommunikation gehören auch Public Relations und Marketing dazu.“
Seit 1997 bietet die AMD dieses 39-monatige Ausbildungsprogramm an und hat hier schon einige Studentinnen in den Modegazetten-Himmel befördert. Zu den bisherigen Absolventen gehören
etwa „Cosmopolitan“-Chefredakteurin Kerstin Weng, „Vogue“Chefredakteurin Christiane Arp und Jennifer Dixson, Modechefin
der „InStyle“. Deswegen hatte Nina Brockmann auch keine Schwie­
rigkeiten, für ihr sechsmonatiges Praxissemester einen Praktikumsplatz in einer Moderedaktion zu bekommen. „Das war genau
das, was ich beruflich machen will“, schwärmt sie. „Nach meinem
Studium möchte ich gerne fest für ein Modemagazin arbeiten.“
Hanieh Sabokbar hat derweil schon viel erlebt, seit sie ihren Bachelor in Mode-Design in der Tasche hat. Nach der Abschlussmo-
denschau, die die Absolventen der AMD traditionell veranstalten
und die rund 1.500 Gäste sahen, wurden die Stylisten von Superstar Lady Gaga auf Haniehs Kollektion aufmerksam und ließen sie
sich schicken. Wenig später entdeckte Hanieh im Internet Fotos,
die Lady Gaga in ihren Teilen zeigten. „Sie hat zum Bespiel diesen
Man­tel hier getragen“, sagt Hanieh und holt einen bodenlangen,
weißen Mantel aus Alpaka-Wolle hervor. „Aber auch dieses Top
aus Pergamentleder.“ Das steife Material musste Hanieh mit einem
Hammer in Form bringen und verzierte es anschließend mit Ross­
haar aus der Bretagne
und Bergkristallen.
„Gerade kommen
die Teile von einer Stylistin aus Spanien zurück, die damit eine
Stre­cke für das ,Supe­
rior Magazine‘ produziert hat“, so Hanieh
weiter. Außerdem hat die gebürtige Iranerin ihre Kollektion gemeinsam mit ihren Kommilitonen bei der vergangenen Fashion
Week in Berlin gezeigt.
Auf ihr Studium blickt Hanieh nicht nur gerne, sondern auch
zufrieden zurück. „Die Dozenten sind toll, das Niveau ist sehr hoch
und man wird viel gefordert“, sagt sie. „Trotzdem wird nie vergessen, dass man in einem kreativen Bereich studiert. Auch wenn gewisse Studieninhalte festgelegt sind, hat man viel Freiheit, sich
selbst zu entwickeln. Ich war eine schwierige Studentin: Bekam ich
eine Aufgabe, habe ich immer sehr eigenständig gearbeitet. Die
Dozenten haben mich dabei sehr unterstützt und gefördert.“
In Zukunft möchte Hanieh weiter exklusive Kollektionen entwerfen, aber auch eine erschwingliche Modelinie entwickeln, deren
Clou eine auf den Träger anpassbare Größe sein soll. Und wer weiß,
eines Tages schreibt Nina Brockmann als Cheredakteurin einer
gro­ßen Modezeitschrift dann vielleicht über die neue Star-Designe­
rin Hanieh Sabokbar.
Hanieh Sabokbars Mantel aus Alpaka-Wolle (oben) trug bereits Lady Gaga
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Fotos: Jan Reiser (4), Patrick Schwalb (1); Text: Nadine Lischick
„Die Dozenten sind toll, das
Niveau ist sehr hoch und
man wird viel gefordert.“
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