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Dr. Susanne Stadler, Naturschutzabteilung des Landes Salzburg

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Wälder
Hotspots der Biodiversität
für die Tierwelt
Naturschutzfachdienst,,
Amt der Salzburger Landesregierung
Biodiversität
Biodiversität oder biologische Vielfalt bezeichnet gemäß
Ü
Übereinkommen
über die biologische Vielfalt (CBD)
„die Variabilität unter lebenden Organismen jeglicher
Herkunft … und die ökologischen Komplexe,
Komplexe zu denen
sie gehören. Dies umfasst die Vielfalt innerhalb der
Arten und zwischen den Arten und die Vielfalt der
Ökosysteme.“
Biodiversität umfasst folglich

Artenvielfalt

genetische Vielfalt

Vielfalt von Ökosystemen
Risikostreuung durch Biodiversität!
Biodiversität und Biomasse
350 000 Arten
200 000 Arten
Wälder sind komplexe
Ökosysteme
• sie
bestehen nicht nur aus Bäumen
• sie beherbergen nicht nur vom Menschen „nutzbare
„nutzbare“
Organismen
•sie beherbergen Organismen, die nur hier überleben können
• sie benötigen das gesamte Lebensinventar ihres Standortes
zur langfristigen Existenz
Unterschiedlicher
Lebensraumbedarf von Tieren




Eichenbockkäfer (ca. 1.000 m²,
anbrüchige alte Eichen
Osterluzeifalter (ca. 10.000 m²,
Vorkommen der
Osterluzeipflanze))
Osterluzeipflanze
Biber ((>500 m langer
g Abschnitt
an Gewässer pro Revier)
Grauspecht (200 ha
Laubmischwald mit AltAlt-/
Totholzholz,, Lichtungen und
Totholzholz
Ameisenvorkommen)
Viele ökologische Nischen – hohe
Artenvielfalt
30% aller Waldorganismen
g
sind
auf Totholz und Uraltbäume
angewiesen
Warum ist Artenvielfalt wichtig?




Ressource „intakte
intakte Natur
Natur“ – wichtig für Gesundheit
des Menschen, aber auch wichtiger
Wirtschaftsfaktor
Artenvielfalt vielfältige Bedeutung für Menschen:
Nahrungsgrundlage, Genussmittel, Heilmittel,
ästhetische Aspekte, Indikatoren, Volkskultur
ökosystemare Zusammenhänge
Eigenwert der Natur
Aussterben 1 Pflanzenart 
Aussterben von 15 Tierarten
Vielfalt bringt Stabilität
Je höher die Artenvielfalt und genetische Vielfalt, umso
anpassungsfähiger und widerstandsfähiger sind Ökosysteme gegen
Veränderung, z.B. Klimawandel
Der Schutz natürlicher Ressourcen kommt auch dem Menschen
zugute!
 Nahrungsgrundlage
 Fortpflanzungshabitat
 Entwicklungshabitat
 Vielfältiges Mikroklima
Strukturreichtum
 Generalistische
Arten
 Massenvermehrung
M
h
 Schadanfälligkeit
Monotonie
Biodiversität:
Naturwald:Wirtschaftswald
Probefläche
Fläche
in ha
Hauptbaumarten
Artenzahl
Abudanz
PT/10 ha
• NWR Vorderweißtürchlwald/
Seidlwinkltal (MORITZ 1992 und
2004)
6,3
Lä
Zi
Fi
36
62,3-63,4
• NWR Roßwald/Saalachtal
(STADLER & WINDING 1990,
MORITZ 2008)
50
5,0
Fi
30 35
30-35
55 62 0
55-62,0
• Hochberg, Berner Oberland
(LUDER 1981)
19,7
Lä
Zi
15
24,2
• NWR Gaisberg, Salzburg
(WINDING 1990 und
HOCHRATHNER 1999)
18
Fi
Ta
Bu
44-49
86,7-90,0
• Hasenkopf, Salzburg (STADLER
1991)
24
Fi
17
34,1
Subalpinstufe/Wald
Montanwälder (oberhalb 800 m)
Vergleich von Artenzahlen und Gesamtabundanzen von Vogelgemeinschaften in verschiedenen
Probeflächen der montanen, subalpinen und alpinen Stufe der Alpen.
Anforderungen an den Lebensraum
jede Art stellt spezifische Anforderungen an ihren Lebensraum bzgl.
Deckung Ruhestätten
Deckung,
Ruhestätten, Nahrungssuche,
Nahrungssuche Fortpflanzung,
Fortpflanzung ... (inkl.
(inkl
jahreszeitliche Änderung, Ansprüche versch. Lebenszyklen)
Spezifische Ansprüche/Vögel
Nistplatz
Nahrungssuche
Altholz: Horstbäume
„Marke Eigenbau“
„gebraucht“
Waldumweltmassnahme
Horstschutzzonen:
Temporäre Ruhezonen während der Brutzeit
z.B.
Schwarzstorch: 300 m um Horst; Mitte März - Ende Juli
Uhu: 150 m um Horst, Jänner - Mitte Juli
Alt-- und Totholz: Primärnutzung
Alt
Bruthöhlen
Fraßhöhlen
Ringelungen
Entwicklungs
stätten
Epiphyten
Alt-- und Totholz: Sekundärnutzung
Alt
Höhlenbäume: Sekundärnutzung
Sonderstruktur: abstehende Rinde
Waldfledermäuse
wichtiger Lebensraumbestandteil für alle
heimischen Fledermäuse
unterschiedliche Nutzungsintensität
• Baumquartiere in Wäldern
• Jagdgebiete in Wäldern (rund 20 Arten)
1/3 aller Arten nutzt Baumquartiere als
 Wochenstuben (zB Wasser-, Fransen-,
Bartfledermaus)
7-10 Höhlenbäume/ha
 Zwischenquartier am Zug: Großer Abendsegler
 Winterquartier: Kleiner Abendsegler,
Rauhautfledermaus
Waldfledermäuse
Hochrechnung: Mausohr
9000 Laufkäfer –
Mausohrwochenstube mit 300
Individuen ca. 550 kg Insekten
Jagdgebiet:
• Aufteilung und Nutzung aller Straten vom Luftraum oberhalb der
Baumkronen bis hin zum offenen Waldboden
• je nach Art zwischen wenigen und mehreren 100 ha
• je nach Art tw
tw.. Zuordnung zu einzelnen Waldentwicklungsphasen
möglich
• hohe Insektenproduktion (z.B. in Bestandslücken) gezielt genutzt
Waldfledermäuse
Beispiel
Bechsteinfledermaus
stärkste Abhängigkeit von Wald, durch naturnahe Waldwirtschaft
förderbar
Quartiere und Nahrungshabitate hsl im LaubLaub- und Laubmischwald,
ausgewogene Strukturierung, mehrschichtiger Bestandesaufbau
•
•
•
•
Hohe Ortstreue
in sich geschlossene soziale Einheiten (ca. 20 Ind
Ind.)
.) benötigen ca. 250
ha Wald, kleiner Aktionsradius
hohe Anzahl an geeigneten Quartieren durch häufigen Wechsel
(durchschnittlich alle 2 Tage),
langlebig (bis 20 Jahre)  kolonieorientierter Schutz erforderlich
Waldfledermäuse
„In Wäldern aber müssen sie[die Fledermäuse] als sehr
nützliche Thiere ohne alle Einschränkungen geschont
werden.“
Johann Matthäus Bechstein (1792), Thüringer Forstmann, (nach
ihm wurde die Bechsteinfledermaus benannt)
Fledermausschutz
Aufbau eines Quartierverbundes mit dem Ziel, dauerhaft und
langfristig ca. 25-30 Höhlen pro Hektar Altbestand (d. h. 7-10
Bäume) bereitzustellen
Aufbau von Höhlenzentren
Strukturen im Bodenbereich
Nahrungssuche
Ni t tätt
Niststätten
Balzplatz
Ganzjahreslebensraum
Strukturen im Bodenbereich
Gelbbauchunke
Äskulapnatter
Herpetofauna
Fortpflanzungsstätten
Landlebensraum
F
Feuersalamander
l
d
Erdkröte
Winterquartier/Ruhestätten
Wald--UmlandWald
Umland-Vernetzung
g
(Beispiel Amphibien)
Grafik: Kirnstätter n. Kyek 2010
Waldränder und -lichtungen
Nahrungssuche
Sonnplätze
Brutplatz
Nektarpflanzen
Nebenbestände
Vorratslieferant
Nistplatz
Winterliche Nahrungsquelle
Essentiell für Zugvögel
Sonderstrukturen
Misteln
Lianen
Biodiversitätsorientierte
Waldbewirtschaftung
Baumartenwahl gemäß natürlicher Waldgesellschaften und
Standortsverhältnissen
Naturverjüngung
N
jü
vor künstlicher
kü
li h Verjüngung
V jü
Rückführung nicht standortgemäßer Bestockungen in standortgemäße,
gestufte Wälder
Förderung vielfältiger Waldstrukturen inkl. Nebenbestände sowie
Belassen von Sonderstrukturen
Belassung von Totholzstrukturen/Altholzinseln
Rücksichtnahme auf Tierlebensräume: Erhaltung von Höhlen
Höhlen-, Horst,
Horst
Balzbäumen, Kleinstgewässern, Schonung von Ameisenbauten, usw.
Bei Aufforstung: Genaue Berücksichtigung der Herkunft (Genetik;
Höhenlage)
Entwicklung artenreicher, intakter Waldrandbiotope
Danke für Ihre Aufmerksamkeit!
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