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Die Erfahrung des Glücks in den Bergen

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Die Erfahrung des Glücks in den Bergen
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Glück würde ich dabei jedoch nicht in die engere Wahl ziehen. Ich würde befürchten, mich durch Unterscheidungen von länger anhaltenden und kürzer währenden, reiferen und unreiferen usw. Glücksarten
durchbei¶en zu müssen p eine drÍge ussicht. Wie nun verhindern, dass der eigene 3eWt ins gleiche
Fahrwasser gerät?
Martin Schwiersch
10 | Bergauf 01-2014
Foto: H. Düringer
Bergauf | Thema
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Glück im Tun
oder im Ergebnis
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Žò…•ˆ—”‘”Ǥ„Die Suche nach dem vollkommenen Glück ist der Totalitarismus des kleinen Mannes“¡–œ–
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–‹‡ˆ‡”ǣ„Du kannst einen geglückten Moment erkennen und auskosten. Mehr geht nicht, mehr
ist nicht im Angebot.“”‡‡
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Glück in
oder auf den Bergen
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‡”Š¡Ž–ǣ„Unter dem Gipfel waren die Verhältnisse
zu schlecht zum Weitergehen, aber es war ein guter Versuch.“ „Zum Durchstieg hat‘s gereicht, aber
ich hab‘ so geschottert.“
Dr. Martin Schwiersch ist Psycholoƒ• ”‡‹‡ –”ƒŠŽ‡ ˜‡”ge, Erlebnispädagoge, Buchautor und
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staatl. geprüfter Berg- und Schiführer. Er
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lebt in Deutschland und arbeitet als niedergelassener Psychotherapeut. Für den
Alpenverein ist er seit Jahren v. a in der
Jugendarbeit aktiv.
01-2014 Bergauf | 11
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zum Autor
Bergauf | Thema
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’”òˆ‡ǣ„Verdammt, wie soll das
bloß gehen!“Ǣ†ƒ•‡”œ’‘…Š–ǡ†‡”
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Zwei verschiedene
„Glücke“
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—•Ǥ‘„‡•…Š”‡‹„–‡•ƒ—…Š•™ƒŽ†YŽœǣ„Das Glück der letzten
Schritte auf einen Gipfel, den man
sich jahrelang gewünscht hat, ist
nicht beschreibbar.“ ” •’”‹…Š–
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ne, dieser unglaublichen, auch
schwer erklärbaren Glücksgefühle beim Erreichen eines Gipfels, keineswegs aber nur auf den
hohen Bergen, sondern einfach
weil das gesteckte Ziel erreicht
wurde. Das kann der „Kitzkopf“
sein und vielleicht auch der Everest. Bei mir sind es einfach alle
Gipfel, die ich erreichen durfte ...
des Glücks
Da es sehr förderlich ist für die
Gesundheit, habe ich beschlossen, glücklich zu sein.
Helma Schimke,
Pionierin
des Frauenbergsteigens
Glücksgefühl wächst aus jeder
Begegnung mit einem Berg, aus
Wind und Wolken, aus dem Duft
der Latschen, aus der Stille, aus
der Berührung eines sonnen-
Übergang und
Intensitätsveränderung
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Voltaire,
Schriftsteller und Philosoph
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gewärmten Steines. Es ist ein
Segen des Altwerdens, in diese
Empfindungswelt immer tiefer
einzutauchen.
Ich erinnere mich an die letzte
Seillänge in einer Granitwand, als
ich mit wunden Handflächen einen Block greife, ich spürte ein
stacheliges Etwas – ein Nest
aus Bergkristallen. Unvergessen bleibt dieser Blütenstrauß,
den der Berg mir schenkte …
Peter Habeler,
Bergsteigerlegende
Wahrscheinlich ist es doch die
Ausschüttung der Endorphi-
Reinhold Messner,
Bergsteigerlegende
Je höher der Gipfel, je größer Anstrengung und Gefahr, umso intensiver ist das Erlebnis, aber da
ist kein Platz für das Gipfelglück.
Die Euphorie kommt nachher,
wenn ich wieder unten bin, zurück aus der menschenfeindlichen Welt der Extreme. Das Zurückkommen ist wie eine Wiedergeburt und mit nichts sonst
zu vergleichen.
Anna Stöhr,
Sportkletterin (Bouldern)
Ein letzter Griff in den Chalkbag,
das Magnesia kitzelt in der Nase
– ich bin kurz davor, in meinem
Projekt alles zu geben. Ich drehe
mich noch einmal um und nicke
meinem Seilpartner zu – ich grinse die Wand an, weil ich weiß,
dass jetzt nur noch eines zählt,
nämlich Vollgas – der erste Griff
an den Fels: Jetzt geht‘s los!
Yvonne Markl,
Landesteamleiterin der
Alpenvereinsjugend Tirol
Für mich ist einer der herausragendsten Momente das „Drü-
Bergauf | Thema
—Ǯ•–ƒ–‡‡–Š‡”ƒ—•ǣ„Wenig
Momente sind so ganz voller Befriedigung wie jene, unmittelbar
nachdem man sicheren Boden erreicht hat.“
ber-Stehen“. Besonders beeindruckend erlebe ich das bei
einer imposanten Inversionswetterlage, wenn das Tal mit einem wallenden Nebelmeer ausgefüllt ist und schließlich noch
vom Vollmond beleuchtet wird.
Über meinem Kopf die funkelnden Sterne, unter meinen Füßen
der glitzernde Schnee. Für mich
gehört dieser Anblick zum lohnendsten und befriedigendsten
Erlebnis beim Bergsteigen.
so fokussiert, dass kaum
Glücksgefühle aufkommen –
auch nicht am Gipfel. Wirklich
glücklich bin ich erst, wenn
ich mit meinem Partner wieder zurück im Basecamp bin
und von unten begutachten
kann, was entstanden ist. Ein
gelungenes Projekt ist immer
die Umsetzung einer Vorstellung. Eine Vorstellung, wie ich
sie zum Beispiel am Cerro Torre hatte oder wie ich sie jetzt
in Hinblick auf die noch undurchstiegene NO-Wand des Masherbrum in mir trage. Erinnerungen
von solchen Projekten Revue
passieren zu lassen, löst auch
Jahre nach deren Gelingen noch
Glücksgefühle in mir aus.
David Lama,
Sportkletterer
und Extrembergsteiger
Bei meinen Alpinprojekten bin
ich während der Kletterei meist
Der Türspalt
der Reflektion
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Hansjörg Auer,
Alpinist aus Leidenschaft, Extremkletterer
Ich glaube, man muss zwischen zwei Dingen unterscheiden. Um „glücklich zu
sein“ reicht es für mich, generell in den Bergen zu sein, um
Klettereien, Abenteuer und Erlebnisse mit meinen Freunden
zu teilen. Jedoch für das „be-
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sondere Glücksgefühl“ müssen
sich meine Erwartungen, die ich
für ein bestimmtes Projekt habe,
bestmöglich erfüllen. Ich nehme mir ein klares Ziel vor, gib
persönlich alles, was ich habe, und wenn dann die Waage
im Gleichgewicht steht, dann
passt´s. Man kann um den Brei
herumreden`, wie man will, aber
der Moment des Erfolges ist es
eben, der dieses besondere
Gefühl ausmacht, wenngleich
es oft erst viele Tage später
emotional sichtbar wird.
Die Tür zum Glück
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entsteht und macht das erfahrene
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Naturgewalten und den Objekten, die ich begehe, verschmelze. Der Moment, wo
ich eine Highline zum ersten
Mal begehe, mich auf sie einstelle und mich dann von ihr
tragen lasse. In diesen Momenten bin ganz bei mir und
alle vorausgegangenen Anstrengungen in der Vorbereitungsphase sind wie weggewischt. Nur dieser Moment
zählt und bringt mir ein unbeschreibliches Glücksgefühl.
Christian Waldner,
Extremslackliner
Für mich ist Glück der eine
Moment, wenn ich mit den
01-2014 Bergauf | 13
Fotos: Wikimedia Commons, T. Federico, C. Rich/Red Bull, C. Huber, Habeler/Markl/Auer/privat
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