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Ein Kapitän geht von Bord

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SAMSTAG | 24. JANUAR 2015
PSI_7
ZEITUNG FÜR DAS SIEGERLAND
B
Ein Kapitän geht von Bord
Eugen Olszowy verabschiedet sich. 24 Jahre Rektor in Dreis-Tiefenbach
Von Steffen Schwab
KOMPAKT
Wilnsdorf: 14 Millionen
Euro verspekuliert?
Wilnsdorf. Eine Aufstellung über
die erhöhten Verluste aus allen
Spekulationsgeschäften soll die
Verwaltung dem Gemeinderat vorlegen. Das hat die Fraktion Bürger
für Wilnsdorf und FDP beantragt.
Kämmerer Ulrich Berghof hatte
mitgeteilt, dass auch Wilnsdorf mit
einem 10-Millionen-Franken-Kredit
von der Kursfreigabe der Schweizer Währung betroffen ist; ein Teilbetrag von 9,14 Millionen Euro
hatte in letzter Minute abgelöst
werden können. Nach Rechnung
der Fraktion hat die Gemeinde allein durch die Franken-Kredite 5,7
Millionen Euro verloren. Hinzu kämen die anderen Derivatgeschäfte,
stellt Fraktionsvorsitzender Andreas Klein fest: „Insgesamt dürften
die Spekulationsverluste auf über
14 Millionen Euro angestiegen
sein.“
Beratung über Konzept
für Niederdielfen
Wilnsdorf. Ein städtebauliches Kon-
zept für die Ortsmitte Niederdielfen ist Thema im Bau- und Umweltausschuss, der am Mittwoch, 28.
Januar, ab 18 Uhr im Ratssaal tagt
Die CDU beantragt, das Konzept
für einen Bebauungsplan vorzulegen und eine Veränderungssperre
zu entlassen, um unerwünschte
Entwicklungen zu verhindern. Im
Hauptausschuss am Donnerstag,
29. Januar, ebenfalls ab 18 Uhr im
Ratssaal geht es um die Neufassung der Rats-Geschäftsordnung
und die Änderung der Hauptsatzung.
„Fitnesstag der Frau“
beim TVE Netphen
Netphen. Der TVE Netphen bietet
Samstag und Sonntag, 7. und 8.
Februar, jeweils von 13 bis 18 Uhr
zum dritten Mal einen Fitnesstag
der Frau an. Das Programm beginnt mit Pilates, Pilates Circle, Body Shape. Nach einer Kaffee- und
Kuchenpause geht es mit Linedance, Yoga und Entspannung weiter.
Anmeldungen bei Renate KölschHarenkamp, 02738/4710,
oder Birgit Stötzel, 02738/2456,
bistoetzel@web.de
i
Vier Spendenschecks
für Jugend und Soziales
Netphen. 1000 Euro für gemeinnützige Projekte hat das Unternehmen Polygonvatro der Stadt Netphen zur Verfügung gestellt. Bürgermeister Paul Wagener begrüßte
jetzt die vier ausgewählten Spendenempfänger im Rathaus, um
Schecks über je 250 Euro zu übergeben. „Im Wesentlichen haben
wir die Spende Vereinen zugewandt, die aus Eltern-Initiativen
hervorgegangen sind oder wo Eltern wesentlich dazu beigetragen
haben, dass ein sozialer oder jugendpolitischer Zweck erreicht
wird,“ erklärte Wagener. Bedacht
wurden die Kinderfeuerwehr Hainchen, die Lebenshilfe in Eschenbach, der Verein VergissMeinNicht
sowie der Autismusverein Siegen,
der eine neue Wohnanlage in Unglinghausen plant.
Dreis-Tiefenbach. Seinen 65. Geburtstag hat er längst gefeiert, am
Donnerstag wird er in den Ruhestand verabschiedet. Weil sein
Herzinfarkt und das Beamtenrecht
ihm das nahe legen. Sonst wäre er
bestimmt noch gerne geblieben an
seiner Grundschule, mit der schönen Adresse „Im Storchennest 1“,
die er 24 Jahre geleitet hat. „Einen
schöneren Arbeitsplatz gibt es
nicht“, sagt Eugen Olszowy.
zowy sieht sich im Rückblick bestätigt. „Man bekommt unheimlich
viel von den Kindern zurück“, sagt
er, aber auch von Eltern und Kolle-
Ein Gespräch
über Schafe
„Ich war zuständig für 20 Schafe.“ Groß geworden ist Eugen Olszowy auf einem
Bauernhof im schlesischen Fröhlichsdorf.
Der Name soll
abfärben: „Immer versuchen,
das Gute zu sehen
— das habe ich
für mein ganzes
Leben
übernommen.“
Zweisprachig
ist er aufgewachsen, in der
polnischen Grundschule trat das Deutsche
zurück. „Der Akzent ist geblieben, in Schlesien wird halt alles
ein bisschen härter ausgesprochen.“
gen: „An keiner anderen Schulform bekommen Lehrer so viel Anerkennung.“ 1974 waren Lehrerstellen knapp. Olszowy half zunächst an der Sonderschule in Littfeld aus, kam dann
zur damals sechszügigen Grundschule an Dreslers
Park in Kreuztal,
wo er 1986 Konrektor
wurde.
1988 wurde er
Rektor in Krombach. Nebenan
in Littfeld war
die Sonderschule ausgezogen,
das
Gebäude
war Flüchtlingsunterkunft.
„Das hat den
Dörflern nicht
geschmeckt“,
sagt Eugen Olszowy, als er von
der Elterninitiative berichtet, die die
Gründung einer evangelischen Grundschule durchsetzte. Auf einmal war Krombach — die
Schule ist heute Kita — zu klein für
einen Rektor. „Plötzlich war ich
Unterbringungsfall.“ Im November 1991 kam Eugen Olszowy nach
Dreis-Tiefenbach.
... über Vielfalt
„Es hat mir sehr geholfen, dass ich
Polnisch und Russisch konnte.“
Keine 25 Jahre nach der eigenen
Übersiedlung öffneten sich die
Grenzen im Osten, danach war
zehn Jahre Bürgerkrieg auf dem
Balkan, heute kommen Flüchtlinge aus Syrien und Nordafrika. Jedes zweite Kind an der Schule hat
einen „Migrationshintergrund“, jedes dritte von ihnen wurde nicht in
Deutschland geboren. Die Sprache
lernen sie in der Kleingruppe. Wer
begabt ist, kommt schnell zurecht.
„Es gibt aber auch immer noch
Kinder, deren Eltern als junge Erwachsene hergekommen sind und
immer noch kein vernünftiges
Deutsch können.“ Für Kinder, sagt
Eugen Olszowy , ist es kein Thema,
dass sie so verschieden sind. „Die
kennen das gar nicht anders. Es
sind eher die Erwachsenen, die
Probleme machen.“
... über das Singen
Singen kann er nicht. Deshalb
wurde der 14-jährige Eugen
nicht auf dem pädagogischen Lyzeum aufgenommen, deshalb wäre er in Polen nie Lehrer geworden, der mindestens das Geigenspiel beherrschen musste. Die
Schlosserlehre machte Eugen Olszowy auch nicht zu Ende. 1965
reiste die zehnköpfige Familie aus.
Durchgangslager Friedland, 50
Quadratmeter Notwohnung in Bochum, dann das Internat. Eugen
Olszowy zog ins Schülerwohnheim, mietete sich später ein möbliertes Zimmer, machte am Hilchenbacher Jung-Stilling-Gymnasium, das einen Aufbauzweig für
jugendliche Aussiedler hatte, sein
Abitur. 1974 war Olszowy nach
dem Studium auf dem Haardter
Berg Grund- und Hauptschullehrer.
Eugen Olszowy mit seiner „BASS“,
der „Bereinigten Amtlichen Sammlung der Schulvorschriften“.
... über die Grundschule
Die Grundschule sollte es sein,
von Anfang an. Und Eugen Ols-
... über Frau Müller
„Ich will da unbedingt rein.“ Den
Film „Frau Müller muss weg“ mit
Anke Engelke über die Grundschuleltern, die der Klassenlehrerin ihrer Kinder an den Kragen gehen, kennt Eugen Olszowy noch
nicht. Aber das Thema: Eltern, die
ihren Kindern am liebsten auch
noch im Unterricht assistieren
würden. „Dabei ist es eine unserer
wichtigsten Aufgaben, Kinder zur
Selbstständigkeit zu erziehen.“
Dennoch: Die Eltern, die sich engagieren, sind dem Pädagogen allemal lieber als solche, die sich gar
nicht für die Schule interessieren.
Das Zusammenspiel läuft, gemeinsam erreicht haben sie viel über die
Jahre.
... über Donata
Fast 300 Kinder gingen 1991 in
Dreis-Tiefenbach zur Schule, die
gerade einen neuen Anbau bekam
— und der für immer die Turnhalle
fehlen wird, weil der Stadt ein
Kunstturnleistungszentrum unten
im Ort wichtiger war. Heute ist die
Schule mit 180 Kindern immer
noch voll, weil der offene Ganztag
Platz braucht: Dreis-Tiefenbach,
seit 2006 als Dreisbachtalschule
mit Eckmannshausen, hat mittlerweile stadtweit das größte Betreuungsangebot. „Ich bin relativ zuversichtlich, dass das noch eine
Weile weitergeht“, sagt er über seine Sicht auf die kleine Dependance
im Nachbardorf mit 80 Schülern.
Eugen Olszowy wird das als Skipper erleben: Donata heißt sein kleines Schiffchen auf der Bigge, Donata wie Olszowys früh verstorbene Schwester. Ein Kapitän geht von
Bord.
Nachfolge ist noch
nicht geregelt
: Die Entscheidung über die
Nachfolge von Eugen Olszowy
ist noch nicht gefallen. Die Stelle wurde bisher zwei Mal ausgeschrieben. Beim ersten Mal gab
es keine Bewerbung, beim
zweiten Mal eine, die allerdings
von der Schulkonferenz abgelehnt wurde.
: Neue Konrektorin wird Bettina Philipp-Harth, die von der
Förderschule Am Sterndill als
Sonderpädagogin in das DreisTiefenbacher Kollegium gekommen ist.
FOTO: STEFFEN SCHWAB
Am Standort Hellerkopf führt kein Weg vorbei
Nach Netphener Maßstäben sind alle Regionalplan-Vorschläge für Windkraftzonen unbrauchbar
Netphen. Die sechs im Regionalplan
vorgesehenen Windkraft-Vorrangzonen würden durchs Raster fallen,
wenn die Stadt Netphen an die Prüfung dieselben Kriterien anlegt, mit
denen sie ihre jetzt vorgeschlagenen
Standorte am Hellerkopf zwischen
Sieg- und Werthetal ermittelt hat. Alle Flächen, die durchweg auf der
Stadtgrenze zu Siegen und Wilnsdorf liegen, wären von Tabukriterien
getroffen: Eine ist nicht ergiebig genug („Windhöffigkeit“), eine liegt zu
nah am Siedlungsgebiet, vier weitere
sind nicht groß genug, um dort auch
mindestens drei 200 Meter hohe Anlagen zu konzentrieren.
Der Stadtentwicklungsausschuss
steht in seiner Sitzung am Montag,
26. Januar, vor der Wahl, entweder
den Regionalplan zu akzeptieren
und darauf den eigenen Flächennutzungsplan aufzubauen — oder aber
mit dem eigenen Flächennutzungsplan vollendete Tatsachen zu schaffen, bevor der Regionalplan wirksam
werden kann. In ihrer Vorlage weist
die Verwaltung darauf hin, dass die
Stadt mit der Ausweisung der von
Arnsberg vorgegebenen Flächen
längst nicht auf der sicheren Seite ist
— also die Gewissheit hat, dass dann
auch nirgendwo sonst im Stadtge-
biet Windräder gebaut werden dürfen. Dafür müsste nämlich der Nachweis erbracht werden, dass die Stadt
für die Windkraft „substanziellen
Raum“ anbietet: also eine effizient
nutzbare Fläche, die einen angemessenen Anteil am Stadtgebiet hat und
die ausreicht, um dort den Strombedarf aller Haushalte im Stadtgebiet
zu decken. Gelingt der Nachweis
So sähe der Hellerkopf-Windpark aus Haincher Sicht aus.
FOTO: CUBE ENGINEERING GMBH
nicht, muss die Stadt weiter suchen.
„Damit würde auch die Fläche A
(Hellerkopf, d.Red.) wieder ins Verfahren kommen.
Zweifel am Verfahren
Lauter werden derweil die Zweifel,
ob der Regionalplan so kommt, wie
er vorgeschlagen wird. Umweltminister Johannes Remmel hat unlängst bei einer Veranstaltung des
WDR in Schmallenberg mehrfach
betont, dass ihm das Vorgehen der
Bezirksregierung Arnsberg missfällt:
Besser wäre es gewesen, die in den
Kommunen erarbeiteten Standorte
zur Grundlage der Planung zu machen — so, wie es Kreistag, Landrat
und Bürgermeister im Kreisgebiet
fordern. Federführend im landesplanerischen Verfahren ist allerdings
nicht Remmels Umweltministerium,
sondern die Staatskanzlei.
sw
„3­Länder­Eck“
geht auch ins
Leader­Rennen
Konzept wird in
Wilnsdorf präsentiert
Wilnsdorf. Rosenmontag ist Einsendeschluss für die Bewerbung der
Leader-Region „3-Länder-Eck“. Bevor das Konzept auf den Weg geht,
wird das gemeinsam mit vielen Akteuren aus Burbach, Wilnsdorf,
Neunkirchen und Herdorf erarbeitete Papier im Rahmen einer Abschlusspräsentation vorgestellt. In
drei Themenfeldern sind Projekte
zur Entwicklung der ländlichen
Wirtschaft dargestellt worden, mit
denen sich die Region gute Chancen
ausrechnet, den Zuschlag zu bekommen. „Außerdem möchten wir beispielhaft skizzieren, wie mit modellhaften Ansätzen Hürden im kleinen
Grenzverkehr überwunden werden
können“, sagt Dr. Frank Bröckling
vom beauftragten Büro Planinvent.
„Länderübergreifende Zusammenarbeit auf bürgerschaftlicher Ebene
ist daher ebenfalls ein Thema, das in
der Bewerbung skizziert wird.“
Es geht um 2,3 Millionen Euro
Gemeinsam mit Wilnsdorfs Bürgermeisterin Christa Schuppler sowie
Christoph Ewers, Burbacher Bürgermeister, und den Kollegen Bernhard
Baumann (Neunkirchen) und Uwe
Erner (Herdorf) lädt Dr. Frank Bröckling am Montag, 9. Februar, 18
Uhr in die Festhalle Wilnsdorf ein.
Die Entscheidung, ob die Bewerbung zum Zuge kommt, wird voraussichtlich im zweiten Quartal des Jahres 2015 veröffentlicht. Sollte die Region ausgewählt werden, winken
Landesfördermittel in Höhe von
rund 2,3 Millionen Euro, die zusätzlich noch aufgestockt werden durch
private Geldgeber oder die Kommunen. Voraussetzung für die Förderung ist eine so genannte lokale Entwicklungsstrategie (LES). Sie enthält die Ziele und Projektideen der
Region und umfasst dabei mehrere
thematische Schwerpunkte.
i
Weitere Informationen auf den
Internetseiten der Kommunen
Burbach, Herdorf, Neunkirchen und
Wilnsdorf und auf www.dreilaendereck-leader.blogspot.de
Burbacher DRK
ehrt langjährige
Blutspender
Burbach. 1115 Blutspender sind im
vorigen Jahr zu den neun Blutspendeterminen des DRK-Ortsvereins in
Burbach und Würgendorf gekommen, 36 von ihnen waren Erstspender. 63 Männer und Frauen mit „runden“ Spendenzahlen wurden jetzt
zur zentralen Blutspenderehrung
ins DRK-Heim eingeladen. Unter ihnen waren Matthias Schöllchen und
Horst-Otto Brücher (je 100 Spenden), Jürgen Weiel und Wolfgang
Klein (je 110), Roman Mohs, Manfred Pfeiffer, Margret Co und Sonja
Reimann (je 120), Rüdiger Richter
(125), Kurt Stücher, Karl-Heinrich
Ortelbach und Cornelius Schmidt
(je 130), Hans-Walter Ginsberg und
Bruno Braun (je 140) und Adrian
Gontermann (150). Den Spendenrekord hält Herbert Jäppche mit 160
Spenden.
Blutspendebeauftragte
Hiltrud
Schmidt übergab zusammen mit der
Vorsitzenden der Frauenarbeitsgemeinschaft, Tilla-Ute Schöllchen,
die Urkunden, Nadeln und Präsente. Eingeladen waren auch weitere je
sieben Blutspender mit 40, 50 und
60 Spenden, fünf mit 70 , neun mit
75 sowie je sechs mit 80 und 90
Spenden.
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Seele and Geist
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