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Februar 2015 - Literatur in Hamburg

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Literatur.
in Hamburg
© liebeslakritze: yellow and red/ flickr.com
Stephan Thome
HAM.LIT
LiteraturBrunch der Bücherfrauen
Arno Geiger
„Ziegel“-Fest und Poetry Slam
Nino Haratischwili
Thomas Melle
Jochen Distelmeyer
Rainer Marten
Sam Millar
Sibylle Berg
Februar 2015
Sonntag
Lange Nacht der Weltreligionen
„Religion und Gewalt“ sind das
gegenwärtig vielzitierte Begriffspaar,
das in den Lesungen, Diskussionen und
Vorträgen der Nacht der Weltreligionen
im Rahmen der Lessingtage 2015 in
all seinen Facetten und seiner Komplexität beleuchtet werden soll. Auf dem
Programm stehen die Stereotypen Verknüpfungen des Christentums mit den
Kreuzzügen, des Islams mit dem Jihad,
des Judentums mit dem militanten
Zionismus ebenso wie die vermeintlich
gewaltentsagenden Religionen des Buddhismus oder Hinduismus. Diskutiert
werden dabei insbesondere auch die
Texte der Religionen über Gewalt. Wie
können sie gedeutet werden? Welche
Gegenentwürfe gibt es? Moderiert
wird der Abend von Joachim Lux und
Prof. Dr. Wolfram Weiße. Konzept und
Dramaturgie: Dorothea Grießbach,
Beate Heine. Neben Schauspielerinnen
und Schauspielern des Ensembles
beteiligen sich Gäste aus Wissenschaft
und Religion, u.a. Prof. Dr. Ulrich
Dehn, Bernhard Effertz, Prof. Dr. Hans
Kippenberg, Prof. Dr. Fedor Kosyrev,
Imamin Halima Krausen, Prof. Dr.
Elisabeth Naurath, Prof. Dr. Rolf Verleger, Dr. Mustafa Yoldas. Veranstalter:
Thalia Theater. Alstertor 1, ab 18.00 Uhr.
Eintritt: 25.-/9.- Euro.
2. Montag
„Seitensturm“
Karen Köhler, die im letzten Jahr mit
ihrem Erzählband „Wir haben Raketen geangelt“ das „Debüt des Jahres“
(„Tagesspiegel“) vorlegte, und Florian
Wacker, der ebenfalls im letzten Jahr
mit seinem Erzählband „Albuquerque“
debütierte, lesen je eine neue Erzählung,
die im Anschluss in einem Gespräch mit
Barbara Müller-Wesemann und Paul
Brodowsky diskutiert wird. Moderation:
Jochen Brachmann. Veranstalter: ErnstDeutsch-Theater. Friedrich-Schütter-Platz
1, 19.30 Uhr. Eintritt: 12.-/8.- Euro.
„Die Bleibenden“
Roger Willemsen erzählt von „Begegnungen mit prägenden Menschen“, u.a.
mit großen „Menschenmöglichen“ wie
Yassir Arafat, dem Dalai Lama oder
Margret Thatcher, aber auch mit Unbekannten, die in seinem Leben wichtig
waren. Veranstalter: Komödie Winterhuder Fährhaus. Hudtwalckerstr. 13, 19.30
Uhr. Eintritt: 19.- Euro.
„Die Verteidigung der Träume“
Die Journalistin und ehemalige Chefredakteurin des Hessischen Rundfunks
Luc Jochimsen liest aus ihrer Autobiographie. Veranstalter: Ros e.V. Ort:
Ledigenheim, Rehhoffstr. 1-3, 19.00 Uhr.
3.
Dienstag
„Gegenspiel“
© Heike Steinweg
1.
Stephan Thome.
Als „großen Meister seelischer Zwischentöne“ (Elmar Krekeler, „Die Welt“) feierte
die Literaturkritik Stephan Thome
schon mit seinem Debüt „Grenzgang“,
und auch mit seinem vor zwei Jahren
erschienenen Roman „Fliehkräfte“
sorgte der 1972 im Hessischen geborene
Schriftsteller und promovierte Philosoph
für Furore. Beide Romane brachten es
bis in die Shortlist des Deutschen Buchpreises, entsprechend groß ist nun die
Aufmerksamkeit für den in diesen Tagen
erschienenen Roman „Gegenspiel“. Eine
„bekannte Geschichte“, so verspricht es
der Suhrkamp Verlag, würde hier „neu
und völlig anders“ erzählt, „berührend
und manchmal verstörend“ sei dieser
Roman „über Täuschung und Selbsttäuschung, über Aufbruch und Verantwortung, auch gegenüber dem eigenen
Leben“. Im Mittelpunkt des Romans
steht Maria, die Anfang der Siebzigerjahre mit achtzehn Jahren aus Portugal
nach Berlin kommt, ein Studium
beginnt und eine Beziehung mit einem
rebellischen Theatermacher eingeht, die
jedoch scheitert. Eigentlich hat sie von
einem unabhängigen und emanzipierten
Leben geträumt, doch irgendwann findet
sie sich als Ehefrau und Mutter in der
nordrhein-westfälischen Provinz wieder
und schaut Hartmut, ihrem Mann, beim
Karrieremachen zu. Für viele Jahre
arrangiert sie sich mit den Verhältnissen,
als die Tochter dann aber erwachsen und
auf dem Sprung aus dem Haus ist, trifft
sie eine Entscheidung. Stephan Thome
liest im Literaturhaus aus „Gegenspiel“.
Moderation: Sandra Kegel. Veranstalter:
Literaturhaus. Schwanenwik 38, 19.30
Uhr. Eintritt: 10.-/8.- Euro.
„Weinhebers Koffer“
Nach seiner vielgelobten „Teilacher“Trilogie stellt Michel Bergmann zum
Jüdischen Salon erstmals seinen neuen
Roman „Weinhebers Koffer“ in Hamburg
vor. Bei einem Berliner Trödler entdeckt
der junge Journalist Elias Ehrenwerth
einen alten Lederkoffer mit den Initialen
L.W. Neugierig folgt er dem Schicksal
des Koffers und entdeckt, dass der einem
gewissen Leonard Weinheber, einem
Schriftsteller, gehörte. Nach dem Berufsverbot und Schikanen Anfang 1939, ist
Weinheber gezwungen, sein Vaterland zu
verlassen. Er entscheidet sich, nach Palästina zu emigrieren, wo seine Geliebte
bereits lebt. Schweren Herzens begibt
sich Weinheber in Marseille auf ein
Schiff, um nach Jaffa auszureisen. Doch
lediglich sein Koffer kommt in Palästina
an. Gastgeber des Abends ist Nikolaus
Hansen. Veranstalter: Jüdischer Salon im
Café Leonar. Grindelhof 59, 20.00 Uhr.
Eintritt: 12.-/5.- Euro.
„Briefe an die Stille“
Ein neues Stück des Autors, Regisseurs
und Lichtkünstlers Michael Batz
dokumentiert das nationalsozialistische
„Euthanasie“-Programm am Beispiel der
Pflegeanstalt Hamburg-Langenhorn. Batz
hat für eine Collage mit Auszügen etwa
2500 Krankenakten sowie Briefe von
Angehörigen und Betroffenen gesichtet.
In der Heil- und Pflegeanstalt HamburgLangenhorn hat man von 1941 bis 1945
nicht nur Menschen mit psychischen
Erkrankungen oder Behinderungen
eingewiesen. Die vermeintlichen Pflegeanstalten waren Orte der Ausgrenzung,
Auffangbecken und Abschiebestationen
für Bombenverwirrte, politisch suspekte
oder widersetzliche Zeitgenossen, Kriegsgefangene, Zwangs- und Ostarbeiter.
Deportationen in die Tötungsanstalten
Brandenburg an der Havel, Eichberg
(Rheingau), Meseritz u. a. erfolgten, ohne
dass Angehörige informiert wurden. Nur
in Einzelfällen und unter beharrlichsten Anstrengungen konnten „verlegte“
Patienten wieder zurückgeholt werden.
Aus der Dokumentarcollage lesen: Jantje
Billker, Tim Knauer, Erik Schäffler und
Isabella Vértes-Schütter. Musik: Jakob
Neubauer, Edgar Herzog. Veranstalter:
Bucerius Kunst Forum. Rathausmarkt 2,
20.00 Uhr. Eintritt: 10.-/8.- Euro.
„Wunschsendung“
Auf dem Programm der Reihe NDR Hörspiel im Planetarium steht der sehnliche
Wunsch eines kleinen Mädchens, eine
Fee zu sein. Elisabeth Burchhardt, die
als Autorin, Journalistin und Dramaturgin in Hamburg lebt, hat sich den
Kinderwunsch vor zwei Jahren erfüllt:
Ausgestattet mit einem Zauberstab,
Federboa, Wunderkerzen und natürlich
auch verkabelt mit einem Aufnahmegerät, damit keiner der Wünsche verloren
gehen konnte, hat sie sich auf das harte
Pflaster des Hamburger Kiezes gewagt.
Dort, „wo die Wünsche sonst nur knapp
über dem Boden schweben“, ist sie für
einige Abende die gute Fee gewesen und
hat den Menschen Glück gebracht. Die
Wünsche, die man ihr als Fee aufgetra1
PHILIPP AHMANN DIRIGENT
BARBARA MESSMER VIOLA DA GAMBA
JÖRG JACOBI ORGELPOSITIV
5.
© Matthias Oertel
„La Soirée – Literatur trifft Wissenschaft“
Donnerstag
HAM.LIT
Der Bunker an der Feldstraße in
Hamburg-St.Pauli wird für eine „lange
Nacht der jungen Literatur und Musik“
wieder zur literarischen Flaniermeile: 15
HAMBURG CHRISTUSKIRCHE OTHMARSCHEN 19 UHR
Autoren und Autorinnen lesen parallel
HAMBURG HAUPTKIRCHE ST. NIKOLAI 18 UHR
auf drei Bühnen preisgekrönte und preisverdächtige Literatur. Vom Roman über
WERKE VON
Lyrik, Erzählung und Drama verspricht
Karten unter ndrticketshop.de
SCHÜTZ, MILHAUD, HERSANT, MENDELSSOHN
der Abend einen profunden Einblick
in die junge Literaturszene und auch
einen Ausblick auf wichtige Stimmen im
Frühjahr. Mit dabei sind Karen Köhler,
13622_chor_ABO3_14_15_AZ 1
06.11.14 11:06
me der Gewalt“. Diese finsteren Räume
gen hat, sind, ob toller Sex, Aktiengedie aus ihrem vielgelobten Erzählband
dürfen die Aussicht auf eine kultivierte
winne oder eine siebenspurige Autobahn
„Wir haben Raketen geangelt“ lesen
Gesellschaft nicht verstellen. Was macht
durch St. Pauli, oft vorhersehbar. Doch
wird; Nino Haratischwili liest aus ihrer
den Unterschied? Diese Debatte kann
fast alle der Paare und Passanten haben
opulenten Familiensaga „Das achte
keine nur über Kriege in Syrien oder
sich sehr ernst auf die Illusion und
Leben (für Brilka)“; Verena Güntner
der Ost-Ukraine sein. Den Raum des
Beschwörungskraft des Zauberrituals
Menschenmöglichen vermessen mit Jörg
eingelassen, was nur zeigt, welch großen
Baberowski die Journalistin Elisabeth
Echoraum das Wünschen in uns öffnet.
von Thadden („Die Zeit“) und der
Das Hörspiel ergänzt die Ausflüge
Sozialpsychologe Harald Welzer (diverse
der guten Fee schließlich durch den
Universitäten und Stiftung FuturZwei).
literarischen und kulturgeschichtlichen
Gastgeber der Runde ist Reinhard Kahl.
Horizont, in dem das Wünschen steht,
Veranstalter: Freie Akademie der Künste,
angefangen bei Gedichten Märchen,
Literaturhaus. Ort: Freie Akademie
Aphorismen, über esoterische Wunschder Künste, Klosterwall 23, 19.00 Uhr.
Ratgeber bis zu den Kommentaren einer
Eintritt: 14.-/12.- Euro.
Psychoanalytikerin. Veranstalter: NDRHörspiel, Planetarium. Ort: Planetarium,
„Bagdad Marlboro“
Hindenburgstr. 1b, 19.30 Uhr. Eintritt:
Verena Güntner.
Der seit vielen Jahren in Berlin
10.-/6.- Euro.
lebende, irakische Autor, Journalist und
liest aus „Es bringen“, ihrem „schnellen,
Kulturkorrespondent der bedeutendsten
harten authentischen Debütroman“
arabischen Tageszeitung „Al Hayat“,
(„Neon“); ebenfalls aus seinem Debüt
Mittwoch
Najem Wali, präsentiert zusammen mit
liest Maruan Paschen, der Deutsch„Philosophisches Café Extra“
dem Schauspieler Sven Schelker seinen
Palästinensische Autor, der in Hamburg
Es ist eine große Trias, die in der
Antikriegsroman „Bagdad Marlboro“
aufgewachsen ist, erzählt in „Kai“ eine
Freien Akademie unter dem Titel „Das
(Hanser Verlag), in dem die Geschichte
Internatsgeschichte; Heike Geißler präMenschenmögliche: Die Kriege – der
der ungewöhnlichen Freundschaft
sentiert mit „Saisonarbeit“ einen „radikal
Paradiesglauben – die menschliche
zwischen einem irakischen Dichter und
subjektiven und doch hoch politischen
Ambivalenz“ zur Diskussion steht,
einem Leutnant der US-Armee erzählt
Erfahrungsbericht“ („Börsenblatt“) über
und im besten Fall wird dabei etwas
wird. Beide verbindet die Liebe zur
ihre Zeit bei amazon; mit Erzählungen
begreifbarer, was gegenwärtig geschieht.
Poesie, beide werden zu Mördern. Nach
sind die beiden Open Mike-Gewinner
Das Erschrecken und die Überraschung
der Lesung führt die Literaturkritikerin
Dmitrij Gawrisch und Jens Eisel zu
über die Exzesse des IS in Syrien, die
Gabriele von Arnim ein Gespräch mit
Gast; Alexander Posch liest aus seinem
Nachrichten aus der Ukraine und die
Najem Wali. Veranstalter: Thalia Thewunderbaren Roman „Sie nennen es
grausamen Terroranschläge (fast) vor
ater. Nachtasyl, Alstertor 1, 20.30 Uhr.
Nichtstun“; Szenische Texte präsentiert
der eigenen Haustür waren für viele
Eintritt: 8.- Euro.
die Hamburger Theaterautorin Ulrike
Europäer in den letzten Monaten groß.
Syha gemeinsam mit dem Schauspieler
Obwohl der letzte Krieg in Mitteleuropa
„Salon des Refusés“
Jörn Knebel; Als Dramatiker ist Dirk
noch keine zwanzig Jahre zurückliegt, ist
Zum ersten Mal gibt das Literaturhaus
Laucke bekannt geworden, er feiert die
die Vorstellung, dass wir selbst in einen
an diesem Mittwoch „Texten eine zweite
Premiere seines Romandebüts „Mit soziKrieg hineingezogen werden könnten,
Chance“. Die Idee dazu kommt von
alistischem Grusz“; Mit seinem Roman
erst jetzt und mit den fast schon alltägStudierenden der Universität Hamburg,
„3000 Euro“ lädt schließlich Thomas
lich gewordenen, grausamen Nachrichten die für von Verlagen abgelehnte Texte
Melle an den Rand der Gesellschaft;
zurück. Menschen sind schier zu allem
eine Plattform schaffen wollten, den
Ein weiterer Höhepunkt der Langen
fähig. Das wird schnell vergessen.
„Salon des Revusés“. Dort darf nun
Nacht ist ganz bestimmt auch Kristof
Die meisten Erklärungen der Gewalt
vorgestellt werden, was auch immer
Magnusson, der „klasse Erzähler mit
sehnen auch ihr Ende herbei. „Doch die
eine zweite Chance verdient zu haben
einem klasse Sujet“ (Ursula März) liest
Gewalt war und ist eine für jedermann
glaubt: Egal, ob Vampir-, Liebes- oder
aus seinem „Arztroman“; Aus ihren Lyzugängliche und deshalb attraktive
Reiseromane, Krimis à la Stieg Larsson
rikdebüts lesen Linus Westheuser und
Handlungsoption – und kein `Betriebsoder Sachbücher über die neueste
Carolin Callies; ihren Roman „Mädchenunfall´ oder `Extremfall´“, argumentiert
Diät für Katzen, hier hat jede Textsorte
meute“ hat die Berliner Autorin Kirsten
Jörg Baberowski. Die Forschungen
ihre Daseinsberechtigung, sofern sie
Fuchs im Gepäck. Und natürlich gibt es
des Historikers von der Humboldt
sich eine Absage eingefangen hat. Das
auch Musik: Im Ballsaal und im Terrace
Universität Berlin über den Stalinismus
Publikum wählt an dem Abend seinen
Hill spielen Rakede, Joco und Der
(„Verbrannte Erde“) haben ihn und seine
Lieblingstext. Außerdem werden die
Bürgermeister der Nacht. Ort: Uebel &
Leser in den Abgrund blicken lassen.
Experten Barbara Heine (LiteraturaGefährlich und Terrace Hill, Feldstr. 66,
Demnächst erscheint seine Studie „Räugentin), Katharina Gerhardt (Lektorin)
ab 19.30 Uhr. Eintritt: 17.-/13.- Euro.
© Stefan Klueter
FR, 06.02.2015 |
SO, 08.02.2015 |
4.
Teutsch und Schwitter .
Die Autorin und Schauspielerin
Monique Schwitter und die Literaturkritikerin Katharina Teutsch haben für
die dritte Runde ihres „intellektuellen
Segeltörns auf dem Meer der Gefühle“
wieder ein hochspannendes Thema
vorgegeben: „Ökonomie und Emotion.
Die Wirtschaft entdeckt die Gefühle“.
Zu Gast sind der Soziologe Sighard
Neckel und der Filmemacher, Regisseur
und Autor Andres Veiel. Beide haben
systematisch Gespräche mit Vertretern
des Homo oeconomicus geführt. Sighard
Neckel, der Professor für Soziologie
an der Goethe-Universität in Frankfurt
am Main ist, hat seine Forschungsschwerpunkte u.a. in der „Soziologie des
Ökonomischen“ und in der „Soziologie
der Emotionen“. Andres Veiel hat 2012
für sein Stück „Das Himbeerreich“,
das am Staatstheater Stuttgart und am
Deutschen Theater Berlin uraufgeführt
wurde, Gespräche mit Vorstandsmitgliedern verschiedener Banken geführt. Im
Nochtspeicher diskutieren sie u.a. die
Fragen: Was macht der Kapitalismus mit
unseren Gefühlen? Und: Wie werden sie
von der Wirtschaft benutzt? Veranstalter:
Nochtspeicher. Bernhard-Nocht-Straße
69a, 20.00 Uhr. Eintritt: 9.-/6.- Euro.
6. Freitag
„Finnisch: Liebe“
© Christof Schürpf
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VISIONEN
und Daniel Beskos (Verleger, mairisch
Verlag) ihre Sichtweise auf das Gehörte
erläutern – und gegebenenfalls auch
erklären, warum aus einem Text kein
Buch werden durfte. Veranstalter: Literaturhaus. Schwanenwik 38, 19.30 Uhr.
Eintritt: 8.-/6.- Euro.
Christian Gasser.
Nordlichter, Mitternachtssonne, Lappland, Rudolf, das Rentier, vielleicht auch
noch den echten Weihnachtsmann, der
in Rovaniemi zu Hause sein soll, das
sind so einige der Standards, die wir
mit Finnland verbinden. Doch das mit
fünf Millionen Einwohnern nur dünn
besiedelte Land, das zu einem Drittel
nördlich des Polarkreises liegt, hat noch
so manches mehr zu bieten: „Rakkaus“
zum Beispiel. Es ist ein ziemlich rabiates
Wort, doch auf Finnisch bedeutet es
Liebe. Christian Gasser, ein Schweizer
Journalist und Autor, hat ausgerechnet
im hohen Norden „Rakkaus“ gefunden,
mit ungeahnten Folgen für sein
2
„Ein gutes Leben ist die beste
Antwort“
Friedrich Dönhoff liest aus seinem
im letzten Herbst im Diogenes Verlag
erschienenem Buch „Ein gutes Leben ist
die beste Antwort. Die Geschichte des
Jerry Rosenstein“. Vor ein paar Jahren
hat Friedrich Döhnhoff in Hamburg zufällig einen alten Herrn kennengelernt
– und sich bald darauf mit ihm auf eine
Reise begeben: Im Sommer 2013 fahren
Friedrich Dönhoff (45) und Gerald B.
Rosenstein, genannt Jerry (86), im Auto
von Amsterdam nach Bensheim, auf den
Spuren von Jerrys Kindheit und Jugend.
Wenige Wochen später treffen sie sich in
San Francisco, wo Jerry seit 1949 wohnt.
Denn Jerry will erzählen. Nachdem er
sein Leben lang allen Fragen über seine
Vergangenheit ausgewichen ist, berichtet
er nun, was er als Jude in Deutschland,
Holland und Auschwitz durchgestanden
hat – und wie er später als Schwuler
in den USA zurechtgekommen ist und
seine innere Freiheit fand. In Friedrich
Dönhoff hat er einen aufmerksamen
Zuhörer, der seine Geschichte ganz
ohne Pathos, aber mit viel Feingefühl
erzählt. „Ein gutes Leben ist die beste
Antwort“ sei ein Buch, „das inmitten der
nicht enden wollenden Fülle an Büchern
über die Schoa noch einmal besonders
hervorsticht“, hieß es in der „Jüdischen
Allgemeinen“. Veranstalter: Büchereck
Niendorf-Nord. Ort: Aula Grundschule,
Sachsenweg 74, 19.30 Uhr. Eintritt frei.
7.
Mittwoch
© D. P. Gruffot
„Selbstporträt mit Flusspferd“
Arno Geiger.
Jochen Distelmeyer.
„Kafka ist traurig“
„Szenisches Konzert“ über die Aufbruchsstimmung und Melancholie in
den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg
mit u.a. Thomas Niehaus und
Alexander Simon. Regie: Helge
Schmidt. Veranstalter: Thalia Theater.
Nachtasyl, Alstertor 1, 20.00 Uhr. Eintritt: 15.-/8.- Euro.
Samstag
„Ein gutes Leben ist die beste Antwort“
Im Rahmen der Reihe „Kultur im
Contor“ liest Friedrich Dönhoff aus
seiner „Geschichte des Jerry Rosenstein“.
Veranstalter: Buchhandlung Boysen +
Mauke. Große Johannisstr. 19, 15.00
Uhr. Eintritt frei.
„Der kleine Prinz“
Clemens von Ramin präsentiert unter
dem Sternenhimmel des Planetariums
die berühmte Erzählung von Antoine de
Saint-Exupéry, musikalisch begleitet von
Annika Treutler am Klavier. Veranstalter: Planetarium. Hindenburgstr. 1 b,
19.00 Uhr. Eintritt: 18.- Euro.
8.
11.
aus seinen Songs“, hieß es über Distelmeyer in der „taz“, seien „zu Gliedern
der Pop-DNA geworden“, als „begnadet“
feierte ihn „Der Spiegel“. Nach seinem
2009 erschienen Solo-Album „Heavy“
legt Distelmeyer in diesen Tagen mit
„Otis“ im Rowohlt Verlag nun ein
Romandebüt vor. Die Erzählhandlung
erstreckt sich über wenige Tage im
Februar 2012: Der Bundespräsident ist
gerade zurückgetreten, eine Gruppe
barbusiger Feministinnen sorgt in Davos
für Aufsehen, George Clooney gesteht
Schlafprobleme unter denen auch ein
gewisser Tristan Funke leidet. Er ist ein
Schwärmer, dieser Tristan, und gerade
erst nach Berlin gezogen, um eine alte
Liebe zu vergessen und ein Buch über
seine private Odyssee zu schreiben. Zu
der gehören auch seine Geliebten, die
Fotografin Leslie und die Schauspielerin
Stella. Bei einer großen Abschiedsparty
für seinen Freund Ole, der in den USA
einen Neuanfang wagen will, treffen
die beiden Geliebten zum ersten Mal
aufeinander, mit für Tristan ungeahnten
Folgen. Jochen Distelmeyer liest im
Ballsaal des Uebel & Gefährlich aus
„Otis“. Veranstalter. Uebel & Gefährlich.
Feldstr. 66, 20.00 Uhr.
© Frank Zauritz
weiteres Leben. In einem im letzten
Herbst erschienenen Buch erzählt er von
seinen Erfahrungen mit den Finnen und
davon, wie es in einem Land ist, in dem
die Schweige-WM ein Großereignis ist
und die unausweichliche Winterdepression „kaamos“ alles und jeden in den
Standby-Modus stürzt. Im Golem stellt
Christian Gasser seinen „Lesespaß“
(SRF3) über Finnland vor. Veranstalter:
Golem. Große Elbstraße 14, 19.30 Uhr.
Sonntag
Am Anfang war Musik
Als Songwriter und Komponist ist Jochen
Distelmeyer so etwas wie eine Legende,
er war der Kopf der berühmten Hamburger Band „Blumfeld“, die sich 2007
auflöste, durch Alben wie „Ich-Maschine“,
„L‘État et moi“ oder „Testament der
Angst“ jedoch unvergessen bleibt. „Zitate
10.
Dienstag
„Das Zeugenhaus“
Mit großem Einfühlungsvermögen ist
man damals, kurz nach dem Krieg, nicht
vorgegangen: Als den Verbrechern der
NS-Diktatur Ende 1945 in Nürnberg
der Prozess gemacht wurde, brachte
man die Opfer und die Täter - Soldaten,
Prominente, Zivilisten - praktisch Tür
an Tür in einer Villa am Nürnberger
Stadtrand unter, die als Gästehaus
diente. Es ist ein unerhörtes Szenario,
das man so überhaupt nicht erfinden
könnte. Die Journalistin und Schriftstellerin Christiane Kohl hat in ihrem
Buch „Das Zeugenhaus“, erschienen
2005, von diesem „Ort der schreienden
Gegensätze“ („Lyrikwelt“) erzählt, das
Buch wurde schließlich zur Grundlage
für ein Fernsehspiel in der Regie von
Matti Geschonneck, das im November
erstmals im ZDF ausgestrahlt wurde.
Im Literaturhaus stellt Christiane Kohl
ihr Buch „Das Zeugenhaus“ vor. Ein
Gespräch mit der Autorin führt Jutta
Heinrich. Veranstalter: Literaturzentrum. Ort: Literaturhaus, Schwanenwik
38, 19.30 Uhr. Eintritt: 7.-/4.- Euro.
Er ist einer der erfolgreichsten Autoren
der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur: Arno Geiger, 1968 geboren, er lebt in
Wolfurt und Wien, wurde 2005 für seinen
„großen österreichischen Familien- und
Geschichtsroman“ (Tilman Krause)
„Es geht uns gut“ mit dem Deutschen
Buchpreis ausgezeichnet. Vielgelobt
wurden auch sein 2007 erschienener
Erzählband „Anna nicht vergessen“, der
Roman „Alles über Sally“ (2009) und
sein Bestseller „Der alte König in seinem
Exil“ (2011), in dem er, angesiedelt
zwischen reflektierendem Sachbuch
und sehr persönlicher Erzählung, von
der Demenzerkrankung seines Vaters
berichtet. Sein in diesen Tagen im
Hanser Verlag neu erschienenes Buch
„Selbstporträt mit Flusspferd“ ist nun ein
Coming-of-Age Roman, in dem er von
der Suche nach einem Platz in der Welt
erzählt – für Flusspferde und Menschen.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht
Julian, der Veterinärmedizin studiert,
gerade seine erste Trennung erfährt und
erstaunt darüber ist, wie viel Unordnung
ihm dadurch ins Leben rauscht. Um sich
abzulenken, übernimmt er bei Professor
Beham die Pflege eines Zwergflusspferds,
das bald den Rhythmus des Sommers
bestimmt: es isst, gähnt, taucht und
stinkt. Julian verliebt sich unterdessen
in Aiko, die Tochter des Professors,
und verfolgt beunruhigt, wie täglich
Schockwellen von Katastrophen um den
Erdball fluten, während er eine Zeit des
Umbruchs und Neuanfangs durchlebt.
Arno Geiger liest im Literaturhaus aus
„Selbstporträt mit Flusspferd“. Moderation: Alexander Solloch. Veranstalter:
Literaturhaus. Schwanenwik 38, 19.30
Uhr. Eintritt: 12.-/9.- Euro.
„Gottes schöne Augenbrauen“
„Es gibt sie noch“, schrieb Dorothea
von Törne in der „Literarischen Welt“,
jene „Poeten, die sich mit existenziellem
Ernst den Lebensfragen widmen.“
Gemeint war ganz konkret der Hamburger Schriftsteller Mirko Bonné und
seine „anspielungsreichen Verse“, die
„den Diskurs mit Dichtern wie John
Keats, Emily Dickinson oder Johannes
Bobrowski“ suchen. „Traklpark“ heißt
der zuletzt erschienene Gedichtband von
Bonné nach einer stillen Innsbrucker
Grünfläche am Inn – ein Ort, an dem
Georg Trakl oft war, und ein Ort, den
Bonné seit 25 Jahren aufsucht, um sich
zu fragen: Was hast du mit deiner Zeit
angefangen? Was liebst du? Geben
deine Gedichte das wieder? Wozu noch
Gedichte? Und wie sollen sie aussehen,
wenn die Welt kein Aussehen mehr hat?
Mit einem in der Lyrik selten gewordenen Ernst lotet Mirko Bonné in seinen
Gedichten für ihn lebenswichtige Fragen
aus. Gedichte von Reisen durch Europa,
Asien und Amerika spiegeln Kindheitsbilder und Landschaftserkundungen.
Porträts und Anverwandlungen widmen
sich den Vorbildern und Verbündeten in
der Literatur. Und einige Strophen hat
Mirko Bonné auch in Kirchen gefunden,
zum Beispiel in der „Erlöserkirche von
Lohbrügge“, wo „der Herr träumt/ und
redet im Schlaf“ und schließlich „Gottes
schöne Augenbrauen“ aufscheinen. Mit
seinem Gedichtband „Traklpark“ gastiert
Mirko Bonné in der Hauptkirche St.
Nikolai. Es moderieren Hauptpastor
Johann Hinrich Claussen und Peter
Engel. Ort: St. Nikolai, Gemeindesaal,
Harvestehuder Weg 118, 20.00 Uhr.
Eintritt frei, Kollekte erbeten.
12.
Donnerstag
„Ziegel“-Fest und Poetry Slam
Das Hamburger Jahrbuch für Literatur,
der „Ziegel“, in der 14. Ausgabe bei Dölling & Galitz erschienen, hat in seinem
dritten Jahrzehnt noch einmal zugelegt:
Auf über 700 Seiten lädt der opulent
ausgestattete Reader zu einer Bestandsaufnahme der Gegenwartsliteratur
„made in Hamburg“ . Die Lesestrecken
des 14. „Ziegels“ bilden dabei eine Art
Lebensreise: Unter dem Titel „Wünsche,
Träume, Rebellion“ rücken unsere
Hoffnungen ins Zentrum – und die Risse
im Daseinsgefüge, die sich auftun, wenn
allzu glatte Oberflächen Temperaturen
über oder unter dem Normalmaß
ausgesetzt sind. Dann greift „Die höhere
Ordnung“ und ein Herr Plewe erklärt
sich selbst zum Fahrkartenkontrolleur,
dann brennt auf einem Parkplatz
draußen vor der Stadt der Toyota des
Realschullehrers Behnke, dann wird der
rebellische „Bondicus“ zum Mörder.
Traditionell findet zum Erscheinen im
Literaturhaus ein „Ziegelfest“ statt, bei
dem in einer fröhlichen Mischung aus
Poetry Slam und traditioneller Lesung
zehn Autoren Auszüge aus ihrem Beitrag vorstellen. Das Publikum stimmt
schriftlich über die Favoriten ab. Als
Preise verteilt die Kulturbehörde 500.Euro für den ersten, 250.- Euro für den
zweiten und 150.- Euro für den dritten
Sieger. Und der 14. „Ziegel“ liegt natürlich massenhaft zum Kauf aus und darf
gefeiert werden. Veranstalter: Kulturbehörde Hamburg. Ort: Literaturhaus,
Schwanenwik 38, 19.30 Uhr. Eintritt frei.
3
„Stille / in den Felsen dringend“
Performance mit Daria Karmina Iossifova, Hannes Wienert und der Sprecherin Marion Gretchen Schmitz, die 21
vertonte Haiku´s von Basho, Issa Buson
und Sogi vorstellen wird. Zwischen
den Textblöcken kommen u.a. laotische
Mundorgeln, eine Wassertrompete und
Schneckenhörner zum Einsatz. Veranstalter: Christianskirche. Klopstockplatz,
20.00 Uhr. Eintritt: 15.-/10.- Euro.
Im kritischen Augenblick
Für die 49. Ausgabe der Bönschau gehen
Sören Ingwersen, Manfred Beseler und
ihr Gastautor „Auf dem Strich“, um sich
einer Erfahrung auszusetzen, die einst
schon Platon zu seiner Formel „panta
rhei“ inspirierte und besagt, dass „alles
fließt“, dass Grenzen und Übergänge
nur eine Frage der Perspektive sind.
Dennoch gibt es ganz zweifellos ein
Hüben und Drüben, auch wenn es nur
ein schmaler Grat ist, an dem sich klar
und deutlich trennt, was zum Beispiel
lächerlich und was komisch ist, wie ein
Zitat aus der Ostberliner Wochenzeitung
„Sonntag“ vom 6. August 1961 verrät:
„Wenn ein xbeliebiger Mensch sich eine
Zigarette anzustecken versucht, aber
die Streichhölzer nicht brennen, so ist
das lächerlich; komisch aber ist, wenn
derselbe Vorgang den Direktor einer
Streichholzfabrik betrifft, dem die von
ihm selbst hergestellten Hölzer den
Dienst verweigern. Lächerlich, aber
nicht komisch ist, wenn ein Mann seine
Hosen verliert. Komisch ist, wenn, wie
im ungarischen Film ‚Sein eigenes
Opfer‘, einem Mann die von ihm selbst
geschneiderte Hose im kritischen
Augenblick, wo er das Herz einer
Schönen erobern will, herunterfällt.“
Veranstalter: Bürgerhaus in Barmbek.
Lorichsstr. 28 A, 20.00 Uhr. Eintritt:
8.-/6.- Euro.
„Das achte Leben (für Brilka)“
Nino Haratischwili .
Den „Roman des Jahres“ und einen
spannenden „Pageturner“ feierte Thomas
Andre auf „Spiegel Online“ und die NZZ
lobte wie „unsagbar souverän“ die 1983
in Tiflis geborene Nino Haratischwili,
die seit 2003 in Hamburg lebt, den 1300
Seiten umfassenden Stoff ihres Romans
„Das achte Leben (für Brilka)“ meistert.
Euphorische Leserstimmen könnte man
noch viele zitieren, denn nicht nur die
Literaturkritik, sondern auch die Historiker waren von der „akribisch recherchierten und so packend erzählten“ (Max
Moor) Familiensaga begeistert, die im
Georgien des Jahres 1900 mit der Geburt
Stasias einsetzt, der Tochter eines angesehenen Schokoladenfabrikanten. Stasia
wächst in der wohlhabenden Oberschicht
auf und heiratet jung den Weißgardisten Simon Jaschi, der am Vorabend
der Oktoberrevolution nach Petrograd
versetzt wird, weit weg von seiner Frau.
Als Stalin an die Macht kommt, sucht
Stasia mit ihren beiden Kindern Kitty
und Kostja in Tbilissi Schutz bei ihrer
Schwester Christine, die bekannt ist für
ihre atemberaubende Schönheit. Doch
das sind nur die Anfänge des mehrere
Generationen umspannenden Epos, das
von der zaristischen Epoche bis ins Berlin des Jahres 2005 reicht: Nach dem Fall
der Mauer und der Auflösung der UdSSR
herrscht in Georgien Bürgerkrieg. Niza,
Stasias hochintelligente Urenkelin, hat
mit ihrer Familie gebrochen und ist nach
Berlin ausgewandert. Als ihre zwölfjährige Nichte Brilka nach einer Reise
in den Westen nicht mehr nach Tbilissi
zurückkehren möchte, spürt Niza sie
auf. Ihr wird sie die ganze Geschichte
erzählen: von Stasia, die still den Zeiten
trotzt, von Christine, die für ihre Schönheit einen hohen Preis zahlt, von Kitty,
der alles genommen wird, von Kostja,
der den Verlockungen der Macht verfällt
und die Geschicke seiner Familie lenkt,
von Kostjas rebellischer Tochter Elene
und ihren Töchtern Daria und Niza und
von der Heißen Schokolade nach der Geheimrezeptur des Schokoladenfabrikanten, die für sechs Generationen Rettung
und Unglück zugleich bereithält.
Nino Haratischwili stellt „Das achte
Leben (für Brilka)“ zum „LeseFrühstück“
im Literaturhaus vor. Moderation:
Carola Ebeling. Veranstalter: Literaturzentrum. Ort: Literaturhaus,
Schwanenwik 38, Lesung ab 11.30 Uhr.
Eintritt: 7.-/4.- Euro. (Frühstück ab 9.30
Uhr à la carte, Reservierungen unter Tel.
040-2201300.)
15.
Sonntag
„Die Herausforderung, David Grossman zu übersetzen“
Anne Birkenhauer, die Übersetzerin
des israelischen Schriftstellers David
Grossman, erzählt von ihrer Übersetzungsarbeit, für die sie 2010 zusammen
mit dem Autor den Internationalen
Literaturpreis Albatros und 2011 den
Jane Scatcherd-Preis erhielt. Zurzeit
hat Anne Birkenhauer, die seit 1989 in
Israel lebt, die August-Wilhelm-SchlegelGastprofessur für Poetik der Übersetzung an der FU Berlin inne. Gastgeberin
des Abends ist Sonia Simmenauer.
Veranstalter: Jüdischer Salon im Café
Leonar. Grindelhof 59, 20.00 Uhr.
Eintritt: 12.-/5.- Euro.
17.
Dienstag
Am unteren Rand der Gesellschaft
Als ein „bewegendes Werk über Menschen, die sich hart am Rand unserer
Gesellschaft bewegen und sich mit Stolz
und Wut zu behaupten versuchen,“
wurde im Herbst der neue Roman „3000
Euro“ von Thomas Melle gefeiert. Erzählt wird von Denise, die mehr schlecht
als recht mit ihrem Leben klarkommt.
Sie arbeitet bei einem Discounter, ist oft
mit der Erziehung ihrer kleinen Tochter
Linda überfordert und träumt von einer
Reise nach New York. Erfüllen will sie
sich den Trip mit dem Lohn für einen
Pornodreh, doch das Geld lässt auf
sich warten. Immer öfter steht Anton
an ihrer Kasse, ein verschuldeter ExJurastudent, der im Wohnheim schläft.
Vorsichtig kommen sich die beiden näher. Während Denise wütend, aber auch
stolz um ihr Recht und für ihre Tochter
kämpft, während Anton der Privatinsolvenz entgegen bangt, arrivierte frühere
Freunde trifft, mal Hoffnung schöpft und
sie dann wieder verliert, entwickelt sich
eine zarte, fast unmögliche Liebe. Beide
versuchen, sich einander zu öffnen, doch
als Denise endlich ihr Geld bekommen
soll und Antons Gerichtstermin naht,
müssen sie sich fragen, wie viel Nähe
ihr Leben eigentlich zulässt. Thomas
Melle liest zum Yachtclub im Nochtspeicher aus „3000 Euro“. Es moderieren
die beiden Skipperinnen Friederike
Moldenhauer & Tina Uebel. Veranstalter: Nochtspeicher. Bernhard-Nocht-Str.
69a, 19.30 Uhr. Eintritt: 9.- Euro.
Thomas Melle .
Schwanenwik goes Schulterblatt
In der Schanze geht was ab, das hat
sich auch am feinen Schwanenwik
herumgesprochen: Das Literaturhaus
gastiert neuerdings immer mal wieder
am Schulterblatt, in diesem Februar mit
einem Programm, bei dem Chemnitz
„aka Karl-Marx-Stadt aka sächsisches
Manchester aka `Rußchamz´“, wie das
Literaturhausprogramm verrät, eine
gewisse Rolle spielen wird, denn die
beiden Autorinnen Madeleine Prahs
und Kirsten Fuchs und auch die
Moderatorin Antje Flemming kommen
aus der sächsischen Industriestadt am
Rande des Erzgebirges. In erster Linie
geht es jedoch um Literatur: „Nachbarn“ (dtv) ist der Titel des „ganz schön
mutigen“(RBB Kulturradio) Wenderomans, aus dem Madeleine Prahs lesen
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„Lerne lachen ohne zu weinen“
Gunda und Bernhard Weber rezitieren
und singen Texte und Lieder von
Joachim Ringelnatz, Kurt Tucholsky und
Erich Kästner. Veranstalter: Logensaal der Hamburger Kammerspiele.
Hartungstr. 9-11, 20.15 Uhr. Eintritt:
12.-/9.- Euro.
Samstag
© Karsten Thielker
14.
Freitag
© Danny Merz / Sollsuchstelle
13.
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TheaterGemeinde Hamburg
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Harburger Theater
16.01.15 21:02
18.
Mittwoch
© Tobias Bohm
„Bombastic Lyrikwunderland“
Nora Grominger .
„Anlässlich des 20. Geburtstages der
deutschsprachigen Slam Poesie und
Bühnenliteratur“, heißt es in den Ankündigungen allerorten, hätten sich Dalibor Markovic, Bas Böttcher und Nora
Gomringer auf Tournee begeben, um
ein „Boombastic Lyrikwunderland“ vorzustellen. Das ist schön und verspricht
einen unterhaltenden Abend, auch wenn
man anmerken kann, dass die Slamkultur ihre Geburtsstunde in Hamburg eher
vor 25 Jahren erlebte. Und dann ist das,
was heute als „Bühnenliteratur“ oder
„Spoken Word“ so beliebt und verbreitet
ist, natürlich keine Erfindung der Gegenwartsliteratur, sondern lediglich die
sehr publikumsorientierte Ausformung
einer langen Traditionslinie: Der Minnensang, eine hoch ritualisierte Form
der gesungenen Liebeslyrik, wurde vom
westeuropäischen Adel schon im 12. und
13. Jahrhundert gepflegt. Schon sehr viel
näher an den gegenwärtig verbreiteten
Formen der Poetry Kultur sind die
erzählenden Lieder des Bänkelsang, der
vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert
eine gesamteuropäische Erscheinung
und höchst populär war. Die Bänkelsänger stellten sich, um vom Publikum
besser gesehen werden zu können, auf
den Marktplätzen auf eine Holzbank
und trugen Moritaten, Balladen und
Lieder vor, die gleichzeitig auf Schautafeln illustriert wurden. Direkte Vorläufer
des performativen Sprechgesangs auf
den Poetry Bühnen der Gegenwart
sind schließlich die Mitglieder der
Wiener Gruppe, aber auch ein Lyriker
wie Ernst Jandl, dessen Vortragskunst
ebenso legendär ist wie die Auftritte
und Sprachinstallationen des 2005 früh
verstorbenen Thomas Kling. Von der
Bühnenperformance und Show, die heute meist im Vordergrund steht, hat sich
Thomas Kling jedoch stets distanziert,
ihm ging es darum die Tiefenschich-
„Lyrik im Café“
Im Rahmen der Reihe liest Andreas
Greve aus seinen Gedichtbänden „Dichter am Abgrund“ und „Stand der Dinge“.
Moderation: Peter Engel. Ort: Kulturcafé
Chavis, Detlev-Bremer-Str. 41, 19.00 Uhr.
Eintritt frei.
„Niemand kann so lieben wie ich“
Natascha Bub & Ingrid Sattes präsentieren eine literarische Performance mit
Texten von Helen Hessel. Veranstalter:
Logensaal der Hamburger Kammerspiele. Hartungstr. 9-11, 20.15 Uhr.
Eintritt: 12.-/9.- Euro.
19.
Donnerstag
„März & Moritz & 1 Gast“
Im Literaturhaus wird mal wieder
„offenherzig, süffisant, ungerecht“ und
natürlich „brillant“ über Neuerscheinungen diskutiert: Ursula März, Rainer
Moritz und ihr Gast Iris Radisch urteilen über fünf Bücher – und das ganz
unverschämt subjektiv und auch mal
herzlich streitend. Die Bücher, über die
das literarische Trio debattiert, werden
eine Woche vor der Veranstaltung auf
www.literaturhaus-hamburg.de bekannt
gegeben. Veranstalter: Literaturhaus.
Schwanenwik 38, 19.30 Uhr. Eintritt:
12.-/9.- Euro.
Klassik & Poesie
Die Schauspielerin Katharina Schütz
erzählt von einem skurrilen Männchen
mit dem Namen Monsieur Croche,
dessen ständiger Begleiter eine Zigarre
ist, die bei langen Monologen auszugehen pflegt. Monsieur Croche ist ein
Phantasiename, den sich der Komponist
Claude Debussy für seine Tätigkeit als
Musikkritiker ersonnen hat. Kompositionen von Claude Debussy spielt Per
Rundberg. Veranstalter: Logensaal der
Hamburger Kammerspiele. Hartungstr.
9-11, 20.15 Uhr. Eintritt: 12.-/9.- Euro.
„Geschichten von Nähe und Distanz“
Katja Kraus liest aus ihrem neuen Buch
„Freundschaft“. Moderation: Giovanni
di Lorenzo. Veranstalter: Abaton Kino.
Allendeplatz 3, 20.00 Uhr.
„Gloria – Liebe, Wahnsinn und
Leichen im Schuhschrank“
Für ihr „Valentins-Special“ versprechen
Sabrina Schauer, Johanna Wack
und Liefka Würdemann eine geballte
Portion „Hardcore-Romantik“ und Texte
über massiv erschwerte Lebensbedingungen durch die skurrilen Versuche,
das Single-Dasein zu beenden, die
eigene Persönlichkeit zu überleben und
Zweifel als treibende Kraft zu verstehen.
Veranstalter: Mathilde Bar Ottensen.
Kleine Rainstraße 11, 20.15 Uhr. Eintritt:
20.15. Eintritt: 5.- Euro.
20.
Freitag
„Herzlich willkommencic“
Im Rahmen des „Krass – Kultur
Crash Festival“, das vom 11. bis zum
21. Februar auf Kampnagel in einer
genreübergreifenden Mischung aus
Theater, Film, Konzerten, Installationen
und Performances dem „nicht sichtbaren
und schlecht bezahlten Bodenpersonal
der Gegenwart“ eine Plattform geben
will, präsentiert der Radiomoderator
und Musiker Danko Rabrenovic sein
soeben neu erschienenes Buch „Herzlich
willkommencic“ (DuMont) mit autobiografischen „Heimatgeschichten“, die den
Alltag zwischen zwei Welten – Deutschland und dem Balkan – beleuchten.
Rabrenovic, der 1969 in Zagreb als Sohn
einer Kroatin und eines Serben geboren
wurde und seit 1991 in Deutschland
lebt, spielt in seinen Geschichten mit
kulturellen Gegensätzen und Klischees,
zeigt aber auch, wie eine Symbiose aus
beiden Welten aussehen kann. Heimat
ist in seinen Geschichten keine geografische Koordinate mehr, sondern ein
Gefühl: „Eine Haftpflichtversicherung
abzuschließen, widerspricht irgendwie
unserer Mentalität. Wir hoffen immer,
dass alles gut geht und nichts Schlimmes passiert. Und wenn doch etwas
passiert, dann verfluchen wir einfach die
ganze Welt.“ Gleichzeitig mit dem neuen
Buch hat Danko Rabrenovic mit seiner
Band Trovaci ein neues Album vorgelegt, das nach der Lesung vorgestellt
wird. Zum krönenden Abschluss des
Abends steht schließlich auch noch der
berühmte bosnische Anarcho-Liberalist
und Post-Punk-Poet Damir Avdic auf
dem Programm. Veranstalter: Kampnagel. Jarrestraße 20, 21.30 Uhr. Eintritt:
8.-/6.- Euro (Festivalpass 35..-/18.- Euro.).
„Hammer & Veilchen“
Mirko Bonné, Wolfgang Denkel,
Gunter Gerlach, Carsten Klook,
Andreas Münzner und Alexander
Posch lesen ihre Beiträge aus der im
letzten Jahr erstmals in zwei Ausgaben
erschienenen digitalen Flugschrift
„Hammer + Feilchen“. Moderation:
Peter Engel. Die Flugschrift gibt es
kostenlos als pdf-Datei zum Download
unter www.Hammer-und-Veilchen.de.
Veranstalter: Kulturcafé Chavis. DetlevBremer-Str. 41, 19.00 Uhr. Eintritt frei.
21.
Samstag
„Go Ost!“
Der „Ex-DDR-Provinz-Punk“ Alexander
Pehlemann präsentiert zusammen mit
Felix Kubin in einer „performativen
Lesung mit anschließendem Liveset“
zum „Krass – Kultur Crash Festival“
sein im Ventil Verlag erschienenes Buch
über seine „Reisen in die Subkulturzonen Osteuropas“, bei denen er in den
ehemaligen Provinzen des Sowjetreiches
und Ex-Jugoslawiens u.a. eine Polski
Punky Reggae Party erlebte, den tschechischen Prog-Punk-Sonderweg und
jüdische Konzeptkunstpunks in Ungarn
kennenlernte. Veranstalter: Kampnagel.
Jarrestraße 20, 21.00 Uhr. Eintritt: 12./8.- Euro
© Simone Scardovelli
„Zwischen den Zeilen“
Die Schauspielerin Kornelia Kirwald
liest Stories des Hamburger Schriftstellers Hans Herbst. Veranstalter: Mathilde
– Literatur und Café. Bogenstr. 5, 20.15
Uhr. Eintritt: 5.- Euro.
ten der Sprache freizulegen, er wollte
„Sprach-Räume mit Stimme gestalten“,
wie er selbst einmal sagte. Ein Meister
darin ist natürlich auch Bas Böttcher,
der als Deutschlands bekanntester SlamPoet und Mitbegründer der SpokenWord-Szene gilt. Seine Texte sind Klassiker des zeitgenössischen Sprechgesangs,
sie verbinden den Rhythmus des Rap
mit der großen Tradition der deutschsprachigen Lautpoesie. Böttcher ist in
den letzten Jahren international bekannt
geworden und tritt weltweit auf. Mit der
von ihm erfundenen „Textbox“, einer
Sprecherkabine aus Plexiglas, in der das
Publikum die Texte des Vortragenden
über Kopfhörer in Studioqualität hört,
ist er sogar in Taiwan, Indien und
Brasilien auf Tour gewesen. Als „König,
Kaiser und Kanzler unter den deutschen Spoken-Word-Künstlern“ („Neue
Szene Augsburg“) wird auch Dalibor
Markovic gefeiert, er ist ein Meister
des „Beatboxing“ und des „szenischen
Gedichts“. Nora Gomringer schließlich
durchmisst, wie es in der Ankündigung
heißt, in ihren Auftritten „das sprachliche Universum vom Gesang bis zum
Flüsterton“. Sie wurde für ihre Arbeiten
2012 mit dem Jacob-Grimm-Preis und
2013 mit dem Joachim-Ringelnatz-Preis
ausgezeichnet. Im Literaturhaus präsentieren Bas Böttcher, Dalibor Markovic
und Nora Gomringer unveröffentlichte
Stücke, Sprachexperimente, Slam-Hits
und Auftragsarbeiten. Ihre persönliche
Definiton der Begriffe Slam-Poesie und
Bühnenliteratur steht ebenfalls auf dem
Programm. Veranstalter: Literaturhaus.
Schwanenwik 38, 19.30 Uhr. Eintritt:12.-/9.- Euro.
© Dejan Saric
wird. Kirsten Fuchs, die vermutlich
bekannteste und beliebteste Autorin der
Berliner Lesebühnenszene, hat ihren
Roman „Mädchenmeute“ dabei, in dem
sie von der 15-jährigen Charly Nowak
und ihren Freundinnen erzählt, die mit
einem geklauten Hundefängerauto samt
Hunden ins Erzgebirge fahren, wo sie
auf eine brisante DDR-Hinterlassenschaft stoßen und irgendwie erwachsen
werden. Veranstalter: Literaturhaus. Ort:
Kulturhaus 73, Schulterblatt 73, 20.00
Uhr. Eintritt: 8.-/6.- Euro.
Felix Kubin .
22. Sonntag
„Wenn Vergangenes nicht vergeht“
Zwei autobiografische Recherchen über
Kriegserlebnisse und ihre Spätfolgen
stehen auf dem Programm des traditionellen „LiteraturBrunch“ der Bücherfrauen an diesem Sonntag: Als „großes
Prosawerk“ („Der Standard“) über Krieg,
Flucht und Vertreibung wurde Ulrike
Draesners Roman „Sieben Sprünge vom
Rand der Welt“ in der Literaturkritik in
den vergangenen Monaten gefeiert. In
ihrem Roman verschränkt Ulrike Draesner die Lebenswege der schlesischen
Grolmanns mit dem Schicksal einer aus
Ostpolen nach Wrocław vertriebenen
Familie. Vier Generationen kommen in
einem Kaleidoskop der Erinnerungen zu
Wort, die sich zu immer neuen Bildern
fügen. Sie zeigen, wie die durch Flucht
und Vertreibung ausgelösten Traumata
weiterwirken und wie sich seelische
Landschaften von einer Generation in
die nächste weitervererben. Ulrike Draesner, 1962 in München geboren, gilt
als eine der profiliertesten deutschsprachigen Autorinnen der Gegenwart. Mit
ihrem Debüt, der im letzten Herbst
Danko Rabrenovic .
5
„Operation Heimkehr“
Wenn über Bundeswehreinsätze in
Afghanistan oder sonst irgendwo im
Ausland diskutiert wird, ob in einer privaten oder in einer öffentlichen Runde,
verhandeln wir meist nur den Sinn des
Einsatzes und klammern aus, dass es
Menschen aus unserer Mitte sind, die
dann im Kosovo, in Mali oder am Horn
von Afrika stationiert werden. Spurlos
gehen die Auslandseinsätze, wie man
in dem Buch „Operation Heimkehr“,
erschienen im Ch. Links Verlag, nachlesen kann, an den Soldatinnen und Soldaten nie vorbei. Im schlimmsten Fall
entwickeln sie eine posttraumatische
Belastungsstörung (PTBS), andere trauen
sich nicht mehr in den Supermarkt, weil
sie sich die Regel „meide Menschenmengen“ zuerst wieder abtrainieren
müssen, wieder andere werden gewalttätig. Die Fotografin Sabine Würich
und die Journalistin und Historikerin
Ulrike Scheffer lassen in ihrem Buch 70
Soldatinnen und Soldaten zu Wort kommen, wobei sie „die Bewertung“, wie es
in „titel, thesen, temperamente“ in der
ARD hieß, „den Lesern überlassen, und
die merken schnell, dass das Thema uns
alle etwas angeht, ob wir wollen oder
nicht.“ Im Literaturhaus stellen sie ihr
Buch vor. Moderation: Alexander Häusser. Veranstalter: umdenken – HeinrichBöll-Stiftung Hamburg, Literaturzentrum. Ort: Literaturhaus, Schwanenwik
38, 17.00 Uhr. Eintritt: 7.-/4.- Euro.
23.
Montag
„Hafenlichter“
Jens Eisel liest aus seinem Erzählband.
Veranstalter: Ros e.V.. Ort: Ledigenheim
Rehhoffstr. 1-3, 19.00 Uhr.
Literaturhaus kamen, um unverdrossen
weit über 100 Rätselnüsse zu knacken,
gibt es nun eine zweite Auflage des
„Hamburger Literaturquiz“ mit ebenso
kniffligen Fragen und ganz gewiss
erhellenden Lösungen, ausgefeilter Veranstaltungstechnik und hochkochenden
Emotionen, zusammengestellt, organisiert und moderiert von einem pfiffigen
Team von Geisteswissenschaftlerinnen
der Uni Hamburg. Auf dem Programm
stehen von Charlotte Brontë und Alexander Puschkin über Haruki Murakami
bis Christian Kracht und J. K. Rowling,
von der „Unendlichen Geschichte“ bis zu
„Hundert Jahre Einsamkeit“, was Rang
und Namen hat in der Literatur und der
literarischen Welt. Und natürlich gibt es
auch tolle Preise zu gewinnen. Doch vor
allem macht dieses literarische Abenteuer Spaß! Moderation: Ronja Lange und
Katharina Schmidt-Brass. Veranstalter:
Literaturhaus. Schwanenwik 38, 19.30
Uhr. Eintritt: 8.-/6.- Euro.
25.
Mittwoch
„True Crime“
„Mogel“
Im Rahmen der Reihe „Harburger
Auslese“ liest Nils Mohl aus seinem
im Herbst neu erschienenen Roman
„Mogel“ (Rowohlt Rotfuchs). Veranstalter: Kulturwerkstatt Harburg. Kanalplatz
6, 19.30 Uhr. Eintritt: 5.- Euro.
24.
Dienstag
„Der neue Ost-West-Konflikt. Freiheit
und Sehnsucht“
Beim „HörSalon“, der gemeinsamen
Gesprächsreihe von NDR Kultur und
der ZEIT-Stiftung, gastieren zwei der
spannendsten jungen Autorinnen der
deutschen Gegenwartsliteratur: Olga
Grjasnowa, 1984 in Baku, Aserbaidschan geboren, die im Kaukasus
aufwuchs, das Deutsche Literaturinstitut
in Leipzig besuchte und heute Tanzwissenschaften in Berlin studiert, ist mit
ihren Romanen „Der Russe ist einer, der
Birken liebt“ (2012) und „Die juristische
Unschärfe einer Ehe“ (2014) allerorten
gerühmt und mehrfach ausgezeichnet
worden. Katja Petrowskaja, 1970 in der
Ukraine geboren, wurde 2013 mit dem
Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet,
ihr Debüt, der Erzählband „Vielleicht
Esther“, wurde zum Bestseller und in
der Literaturkritik als „große Literatur“
(Volker Hage, „Der Spiegel“) gefeiert.
Im Bucerius Kunst Forum diskutieren
die Schriftstellerinnen, die beide die
Sowjetunion und ihren Zerfall miterlebt
haben und heute in Berlin leben, über
den neuen Ost-West-Konflikt, ihre Freiheitssuche im Westen und die Sehnsucht
nach dem Osten. Moderation: Alexander Solloch. Veranstalter: ZEIT-Stiftung,
NDR Kultur. Ort: Bucerius Kunst Forum.
Rathausmarkt 2, 20.00 Uhr. Eintritt frei.
Da die Kapazitäten begrenzt sind, wird
um Anmeldung unter www.zeit-stiftung.
de/hoersalon oder an der Kasse des
Bucerius Kunst Forums gebeten.
Zweites Hamburger Literaturquiz
Nach der höchst vergnüglichen Premiere, zu der fast 150 Ratewütige ins
Sam Millar.
Er war gerade 18 geworden, als man ihn
1973 zum ersten Mal in einem der in
Irland berüchtigten Diplock Verfahren
zu einer Haftstrafe von acht Jahren verurteilte, von denen er drei absaß. Sam
Millar, der heute als Krimischriftsteller
in Belfast lebt und in diesen Tagen mit
„True Crime“ (Atrium Verlag) eine Autobiographie vorlegt, die sich liest wie ein
Thriller, saß jedoch fast sofort wieder im
Knast. Bis 1984 hat man ihn im Maze
Prison inhaftiert, einem Hochsicherheitsgefängnis in Nordirland. Was der ehemalige IRA Terrorist in diesen Jahren
durchlitten hat, ist grausam und zutiefst
menschenverachtend. Millar schloss sich
den sogenannten „Blanket-Men“ an,
die als politische Häftlinge das Tragen
von Gefängniskleidung verweigerten,
mit der Konsequenz, dass ihnen nur ein
kleines Handtuch blieb, um ihre Scham
zu bedecken. Zum Gefängnisalltag
gehörten regelmäßige Prügel durch die
Wärter bei Freigängen oder Zellenwechseln, mit Kot verschmierte Zellen,
obskure medizinische Untersuchungen
und vieles mehr aus einem ganzen
Kanon sadistischer Grausamkeiten.
Trost in den bitteren Stunden sind
Millar die Comichelden seiner Kindheit
und die Möwe „Stumpy“, die sich auf
dem Gefängnisgelände tapfer mit nur
einem Bein und einem gebrochenen
Schnabel durchschlägt. Eigentlich wäre
das schon genug „True Crime“ für ein
Leben, doch damit ist nur vom ersten
Teil des Buches erzählt: 1984 reist
Millar illegal über Kanada in die USA
ein, er arbeitet in New York, zuerst als
Croupier, dann im Management eines
Spielkasinos. Und er entwickelt eine
tollkühne Idee, die er bald mit seinem
Freund Sam O´Connor in die Tat umsetzt: 1993 überfallen sie das Depot der
Werttransportfirma Brink´s. Sie erbeuten
7,4 Millionen Dollar, es ist einer der
größten Raubüberfälle in der amerikanischen Kriminalgeschichte. Sam
Millar erfüllt sich daraufhin den Traum
eines eigenen Comicladens und hätte
glücklich und zufrieden sein können,
wenn er in dieser Zeit in seinem Pickup
nicht stets sehr viel Geld durch New
York kutschiert hätte. Er weiß einfach
nicht, wohin mit den Millionen und
beschließt irgendwann, einen Bekannten
einzuweihen, einen Priester. Das wird
ihm ganz schnell zum Verhängnis, man
verhaftet ihn, und er muss mit einer
Strafe von mindestens dreißig Jahren
rechnen. Im 3001 Kino stellt Sam Millar
„True Crime“ im Gespräch mit der
Journalistin Margarete von Schwarzkopf vor und erzählt sicher auch, wie er
der langjährigen Gefängnisstrafe in den
USA entging. Vor dem Gespräch zeigt
das 3001 den Spielfilm „Hunger“ von
Steve McQueen aus dem Jahr 2005, der
den Hungerstreik von IRA-Häftlingen
zur Zeit von Millars Inhaftierung im
Maze Prison thematisiert. Veranstalter:
Atrium Verlag, 3001 Kino, Thalia Buchhandlung. Ort: 3001 Kino, Schanzenstraße 75, 19.00 bis ca. 22.00 Uhr. Eintritt:
8.-/5.50 Euro.
„Der Sturm vor der Stille“
Die TV-Journalistin und Autorin Tina
Soliman liest aus ihrem im vergangenen Herbst neu erschienen, vielbeachteten Buch über plötzliche Kontaktabbrüche zwischen Partnern, Freunden und in
der Familie. Veranstalter: Literaturzentrum. Ort: Literaturhaus, Schwanenwik
38, 19.30 Uhr. Eintritt: 7.-/4.- Euro.
© Wernbacher
Literatur-Quickies
Sechs Autoren, ein kurzweiliger Sonntagnachmittag, gute Literatur, ebenso gute
Laune und natürlich auch Kaffee und
Kuchen stehen auf dem Programm der
„Literatur-Quickies“. Es lesen: Katrin
Seddig, Jonis Hartmann, Kilian
Winkelmann, Valentin Moritz und
Monika Mertens. Moderation: Gunter
Gerlach und Lou A. Probsthayn.
Veranstalter: Förderverein kulturelle
Initiativen e.V.. Ort: Das Loft. Ohlsdorfer
Str. 26, 16.00 Uhr. Eintritt: 6.- Euro.
„Auf der Suche nach der verlorenen
Zeit“
Literarischer Salon mit Vera Rosenbusch und Dr. Lutz Flörke, die Marcel
Prousts singuläres Romanwerk „Auf
der Suche nach der verlorenen Zeit“
vorstellen werden, das von 1908/09
bis 1922 entstand und zwischen 1913
und 1927 erstmals publiziert wurde.
Durch Verfilmungen, Hörspiele und
die Veröffentlichung von Auszügen ist
der Romanzyklus auch heute noch ein
populäres Werk der Weltliteratur. Die
vollständige Lektüre des schlappe 4.000
Seiten umfassenden Monumentalwerks
bleibt jedoch auch für erklärte Vielleser
meist ein Leben lang nur guter Vorsatz.
Veranstalter: Monsun Theater. Friedensallee 20, 18.00 Uhr. Eintritt: 14.50/11.Euro.
© privat
vielgelobten Biografie „Diamanten
Eddie“ gastiert schließlich die junge
Autorin Sabine Kray beim LiteraturBrunch. Sie erzählt die Lebensgeschichte
ihres Großvaters Edward Kray, der
mit 15 Jahren bei einem deutschen
Fliegerangriff seine Familie verlor und
als Zwangsarbeiter nach Deutschland
verschleppt wurde. Nach dem Kriegsende bleibt er in Deutschland und
macht Karriere als Hehler und Juwelendieb. Stets elegant gekleidet, charmant
und intelligent, ist er an Spieltischen
und Theken ein gern gesehener Gast. Er
reist quer durch Europa, nach Frankreich, Belgien, Holland und Griechenland, macht keine Pläne, spart nichts
und führt ein Leben ganz im Hier
und Jetzt. Doch mit zunehmendem
Alter quälen ihn die Spätfolgen der
Zwangsarbeit immer deutlicher. Ulrike
Draesner und Sabine Kray lesen im La
Yumba aus ihren Romanen. Veranstalter:
Bücherfrauen. Ort: La Yumba, Kastanienallee 9, Brunch ab 10.00 Uhr, Lesungen
ab 11.30 Uhr. Eintritt: 18.- Euro inkl.
Buffet. Es wird um Kartenreservierung
unter Tel. 040 / 47195411 (Rita Wöbcke)
gebeten.
Tina Soliman.
26.
Donnerstag
„Der Tag, als meine Frau einen Mann
fand“
Bei Sibylle Berg weiß man ja irgendwie
schon, was man kriegt, wenn ein neues
Buch von ihr erscheint. Das liegt daran,
dass halt „jeder so sein Zeug“ hat, „was
ihn antreibt“, wie sie selbst meint. Bei
ihr schwärmt die Literaturkritik gern
von „methodischem Pessimismus“
(NZZ) und einem Gipfel an „Nihilismus
und Weltverneinung“ („taz“). Ganz
so schlimm ist es zwar nicht, aber
mindestens so schlimm wie das Leben
im Allgemeinen, das uns im Besonderen
auf der Suche nach Sinn, nach Glück
und Liebe unbedingt enttäuscht oder
eben umgekehrt,
6
aus dem puren Grauen in eine schöne
und langweilige Idylle entlässt. Von
diesem desillusionierenden Mechanismus erzählt Sibylle Berg in Romanen,
Erzählbänden, in ihren Glossen und
Theaterstücken und das so schamlos
und radikal, dass ihre Unbedingtheit
gelegentlich auch mal etwas angestrengt
wirkt. Für ihren neuen Roman „Der
Tag, als meine Frau einen Mann fand“
verspricht der Hanser Verlag „Wirklich
alles, was Sie schon immer über Sex
wissen wollten“ und ja, Sex, vielleicht
besser gesagt: Körperlichkeit in all
seinen Facetten ist in diesem Roman
eine zentrales Motiv. In einer Sammlung
kurzer, melancholischer Etüden über
die Liebe darf, vielleicht sogar muss
das ja auch ganz genau so sein, wollte
man nicht Wesentliches aussparen.
Sibylle Berg lässt abwechselnd Chloe
und Rasmus, später auch einmal den
Liebhaber Benny, in den nicht mehr
als zwei oder drei Seiten umfassenden
Episoden zu Wort kommen. In einem
Steckbrief würde man ihre Lebenskoordinaten so zusammenfassen: Seit über
20 Jahren verheiratet, keine Kinder,
gutsituiert, obwohl die ganz großen
Erfolge ausgeblieben sind, nachdem es
bei Rasmus, einem Theaterregisseur,
immerhin hoffnungsvolle Anfänge gab.
Kurz: Das Leben ist so alltäglich und
langweilig beständig, dass es einen
schon gefährlichen Übermut provoziert. Rasmus will es nämlich nochmal
wissen: Eine neue Welt erobern, weit
weg von zu Hause, zeigen, was er
kann. Ausgerechnet in einem „Billigurlaubsgebiet“ will er ein Theater
aufbauen. Und Chloe ist an seiner Seite.
Schließlich hat sie ihn gern, manchmal
weint sie aus bloßer Sorge um ihren
Rasmus. Nur, leidenschaftlich war ihre
Beziehung halt nie. Chloe masturbiert
jeden Tag unter der Dusche und hofft
ansonsten darauf, dem „biologischen
Ruf der Geschlechtsorgane keine Folge“
leisten zu müssen, jedenfalls nicht mit
Rasmus. Obwohl sie „theoretisch gerne
fickt“. Bei Rasmus verhält es sich ganz
ähnlich. Er sagt, mit Chloe habe er sich
eben „gegen Sex und für die Liebe“
entschieden. Die Konsequenz: „Heute
haben wir Sex, wenn ich morgens hart
bin, weil die Blase auf meine Prostata
drückt“. In dieser Phase zwar innigen,
aber leidenschaftslosen Zugewandtseins
erlebt Chloe fast absichtslos tollen Sex
mit dem Masseur Benny und weiß
plötzlich, dass „irgendetwas kaputt ist“.
Sie verlässt das gemeinsame Hotelzimmer und lässt Rasmus allein zurück. In
der Folge entwickelt sich eine wahrlich
rauschhafte Liebesgeschichte, die in
einer schonungslosen Ménage à Trois
„Das wunderbarste und schrecklichste
Wesen“
Beim „Philosophischen Café“ im
Literaturhaus gastiert der Freiburger
Philosoph Rainer Marten, der kürzlich
seinen 86. Geburtstag feierte. Er ist „aus
dem engsten Kreis um Martin Heidegger
hervorgegangen und amtiert heute als
sein wohl kompetentester Kritiker“
(„Frankfurter Allgemeine Zeitung“),
wobei er in den letzten Jahren insbesondere mit seinem Traktat „Die Möglichkeit des Unmöglichen. Zur Poesie in
Philosophie und Religion“ diskutiert
wurde. Die Philosophie von Marten
ist Weisheit, Lebenskunst und immer
wieder die Entdeckung der Poesie. „Der
Mensch hat mehr in sich, als er im
Alltag auslebt. Die Kunst erlaubt es ihm,
an seine Grenzen zu gehen. Und er geht
mit etwas um, das er nicht in der Hand
hat. In der Religion geschieht in dieser
Weise etwas enorm Poetisches. Da muss
man nicht die Seinsfrage stellen, ob es
den Gott wirklich gibt.“ Und Marten
beschäftigte sich mit Maßlosigkeit. Doch
bei all seinem Wissen blieb ihm der
Mensch ein Rätsel: „Der Mensch ist das
wunderbarste und das schrecklichste
Wesen.“ Und weiter: „Vor nichts hat man
mehr Angst als vor dem Menschen und
auf nichts freut man sich mehr als auf
einen Menschen.“ Gastgeber der philosophischen Vortrags- und Gesprächsrunde
ist Reinhard Kahl. Veranstalter: Literaturhaus. Schwanenwik 38, 19.00 Uhr.
Eintritt: 10.-/8.– Euro.
© Marten
© Katharina Lütscher
Sibylle Berg.
gipfelt. Wie das ausgeht? Nicht gut, wie
immer bei Frau Berg, für den Liebhaber
Benny sogar böse, während Chloe ihren
Frieden findet: „Ich mache mir einen
Tee, lege Klaviermusik auf, GoldbergVariationen, passend zu diesem Tag, der
harmlos, freundlich und ruhig ist, ich
hoffe, dass alles jetzt so weitergehen
wird.“ Sibylle Berg liest zusammen mit
Christian Ulmen aus „Der Tag, als
meine Frau einen Mann fand“, dazu
spielt die Elektro-Band Kreidler. Veranstalter: Kampnagel. Jarrestraße 20, 20.00
Uhr. Eintritt: 19 Euro.
Zu Tisch mit Christoph LiebenSeutter
Die Katholische Akademie lädt zur
„Mittagstischlesung“ und lässt vorlesen:
Es gibt ein einfaches Essen und
Christoph Lieben-Seutter, Generalintendant der Elbphilharmonie, liest vor.
Veranstalter: Katholische Akademie
Hamburg. Herrengraben 4, 12.30 Uhr.
Eintritt: 7.50 Euro inkl. Mittagessen
und Wasser. Um Anmeldung unter
Tel.: 040-36952-0 oder per E-Mail an
Programm@kahh.de wird gebeten.
„Der Kontrabass“
Clemens von Ramin präsentiert den
berühmten Einakter von Patrick
Süskind, musikalisch begleitet von Guido Jäger auf dem Kontrabass. Veranstalter: Spiegelsaal im Museum für
Kunst und Gewerbe in Hamburg. Steintorplatz 1, 19.30 Uhr. Eintritt: 24.- Euro.
28.
Samstag
„Die Literaturkantine – Jour Fixe für
Autoren“
Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus
Norddeutschland sind zu einem Austausch in zwangloser Runde eingeladen.
Zum Jour fixe spricht Verena Rabe zum
Thema „Von der Last und Lust, einen
Roman zu schreiben, und dem Umgang
mit den Freuden und Unwägbarkeiten
des Literaturbetriebes“. Veranstalter:
VS – Verband deutscher Schriftsteller
in Hamburg, Ver.di. Ort: Kulturhaus
Eppendorf, Julius-Reincke-Stieg 13 a,
11.00 Uhr. Eintritt frei.
Vorgeblättert.
5.3. Michael Degen, Abaton Kino, 10.3. Frank Schulz, Literaturhaus, 10.3.
Kristine Bilkau, Cohen & Dobernigg 16.3. Jussi Adler-Ohlsen, Auditorium Maximum, 17.3. Joanna Rakoff, Nochtspeicher, 18.3. Frank Goosen, Fabrik, 18.3.
Matthias Politycki, Literaturhaus, 19.3. Péter Esterházy, Literaturhaus, 20.3.
Peer Steinbrück, Kühne Logistics University – The KLU, 23.3. u. 24.3. Heinz
Strunk, Fabrik, 24.3. Susan Neiman, Literaturhaus, 24.3. Ursula Poznanski,
Wiebke Lorenz und Zoë Beck, Abaton Kino, 25.3. Rainer Moritz, St. Pauli Theater,
31.3. Rachel Kushner, Literaturhaus, 12.4. Achill Moser und Matthias Politycki,
Museum für Völkerkunde, 13.4. Marek Erhardt, Komödie Winterhuder Fährhaus,
21.4. Frank Schulz, Nochtspeicher, 23.4. Herman Koch, Literaturhaus, 7.6.
Reiner Stach, Heine-Haus
Poetry Slams und Lesebühnen.
Weitere Infos: www.literaturinhamburg.de
3.2. Mathilde-Slam, Mathilde – Literatur und Café, Bogenstr. 5, 20.15. Eintritt:
5.-Euro.
3.2. Dichterliga, Molotow. Spielbudenplatz 5, 20.30 Uhr. Eintritt: 5.- Euro.
4.2. Textlabor B, BeLaMi, Holtenklinkerstr. 26, 19.30 Uhr. Eintritt frei.
6.2. Digger Slam, Brakula, Bramfelder Chaussee 265, 20.00 Uhr. Eintritt: 5.- Euro.
9.2. Offene Lesebühne, Bistro Roth, Rothestr. 34, 20.00 Uhr.
10.2. Hamburg vs. Ruhrpott – Poetry Slam Städtebattle, Thalia Theater, Alstertor,
20.00 Uhr. Eintritt: 9.- bis 27. – Euro.
12.2. Best of Poetry Slam, Ernst-Deutsch-Theater, Friedrich-Schütter-Platz 1, 20.00
Uhr.
13.2. Zeise-Slam, Zeise Kino, Friedensallee 7-9, 22.30 Uhr. Eintritt: 6.- Euro.
14.2. Poetry Cup, Ernst-Deutsch-Theater, Friedrich-Schütter-Platz 1, 20.00 Uhr. Eintritt:
13.- bis 21.- Euro.
Rainer Marten.
17.2. Jägerschlacht, Grüner Jäger, Neuer Pferdemarkt 36, 20.30 Uhr. Eintritt: 4.- Euro.
„Eine jüdische Mutter packt aus“
Die in Berlin lebende Schauspielerin,
Autorin und Regisseurin Adriana
Altaras, deren Roman „Titos Brille“
2011 zu einem Bestseller wurde, hat
nachgelegt und mit „Doitsch“ ein „mit
Witz, Schlagfertigkeit und scharfer
Beobachtung gezeichnetes Familienbild
eines deutsch-jüdischen Haushalts“
(„Der Spiegel“) geschrieben. Im Polittbüro stellt Adriana Altaras ihr Buch
über Familie in all ihren tröstlichen und
irrsinnigen Facetten – und damit das
ganze Tohuwabohu vor. Veranstalter:
Polittbüro. Steindamm 45, 20.00 Uhr.
Eintritt: 15.-/10.- Euro.
18.2. Science Slam, Uebel & Gefährlich, Feldstraße 66, 21.00 Uhr. Eintritt: 7.-/5.Euro.
18.2. Spätlese, Kulturpunkt im Barmbek-Basch, Wohldorfer Str. 30, 19.30 Uhr. Eintritt
frei.
24.2. Hamburg ist Slamburg, Nochtspeicher. Bernhard-Nocht-Str. 69a, 20.00 Uhr. Eintritt:
5.50 Euro.
26.2. Hunting Words-Slam, Mathilde Bar, Kleine Rainstraße 11, 20.15 Uhr. Eintritt:
5.- Euro.
26.2. Bunker-Slam, Uebel & Gefährlich, Feldstraße 66, 20.30 Uhr. Eintritt: 8.- Euro.
27.2. Poetry Slam Wilhelsmburg, Honigfabrik, Industriestraße 125, 20.00 Uhr.
Eintritt: 6.- Euro.
27.2. 8 min Eimsbüttel, Auster Bar. Henriettenweg 1, 20.00 Uhr. Eintritt: 4.- Euro.
27.2. Best of Poetry Slam, Schauspielhaus, Kirchenallee 38, 20.00 Uhr.
7
© Siaka Soppo
News.
„African HipHop – A Lesson for European Democracy“
ist ein Symposium, das am 6. und 7. Februar mit einem großen
Programm auf Kampnagel die Ursprünge des HipHop in den
Traditionen der „Oral History“ Westafrikas und seine Entwicklung
in der Gegenwart thematisiert. Bei dem Symposium treffen Vertreter
der deutschen HipHop-Szene wie die B-boy-Legende Storm auf den
amerikanischen HipHop Aktivisten Bakari Kitwana, die Senegalesen Matador und Djily Bagdad auf die amerikanische Rapperin Akua Naru. Sie diskutieren, wie Kunst politische Positionen
entwickeln kann, ohne selbst Teil von Politik zu werden; wieso die
senegalesische HipHop-Kultur so vielfältig, populär und einflussreich ist und was man in Europa davon lernen kann. Parallel zu
den Vorträgen und Diskussionen werden Workshops angeboten
und im Club finden das Breakdance-Battle Hamburg vs. Dakar und
ein Beatbox-Battle statt. Krönender Abschluss der Veranstaltung ist
am 7. Februar ab 19.30 Uhr das Tanz- und Musikprojekt „Political
Bodies“, in dem die deutsch-mexikanische Choreografin Yolanda
Gutiérrez und der Dramaturg Jens Dietrich gemeinsam mit dem
senegalesischen Musiker Matador, dem afroamerikanischen DJ
Zen Jefferson und den besten Bboys & Rappern der Hip-Hop Szene
Senegals ein „tänzerisches Wörterbuch“ über die Bürgerbewegung
„Y’en a marre“ (deutsch: „Mir reicht’s!“) in Szene setzt, die 2011
im Senegal gegründet wurde. „Urban Poetry Guerilla“ nennen die
Rapper und Breakdancer ihre auf öffentlichen Plätzen inszenierten
Proteste.
„Alles oder nichts ändern“ ist das Wettbewerbsthema
des AstroArt-Literaturwettbewerbs in diesem Jahr. Dotiert ist
der Preis mit 800.- Euro für den ersten Platz, 500.- Euro und
300.- Euro gibt es für den zweiten und dritten Platz. Bewerben
muss man sich mit einem unveröffentlichten Prosatext, der fünf
Normseiten nicht überschreiten darf. Zusätzlich zum AstroArtPreis wird erneut das mit 1500.- Euro dotierte Schloss-SchreiberStipendium vergeben. Für das Stipendium gibt es Residenzpflicht
im September 2015. Eine mietfreie Stipendiatenwohnung steht
ebenso zur Verfügung wie ein Schreibraum im Bergedorfer
Schloss. Einsendeschluss ist der 31. März, die Gewinner werden
bis zum 30. Juni benachrichtigt. Die vollständige Ausschreibung
und den Teilnahmebogen gibt es auf www.literaturinhamburg.de.
Mehrere Arbeitsstipendien
für Hamburger Schriftsteller und Übersetzer schreibt das Literaturreferat der Kulturbehörde Hamburg aus. Bewerben können sich
Autorinnen und Autoren aus Hamburg mit einem kurzen, formlosen Antrag bis zum 31. März 2015 beim Literaturreferat. Als
Stipendienorte stehen von Mitte Juni bis Mitte September eine
einfache Ferienwohnung in einem abgelegenen, historischen
Bauernhof in der Nordpfalz zur Verfügung und ein Apartment auf
einem Gehöft am Meer in Dänemark, wo Aufenthalte im April und
Mai sowie im September und Oktober möglich sind. Ein weiteres
Stipendium ermöglicht das Kurhotel „Laudinella“ in St. Moritz für
den Monat November. Das Stipendium ist bekannteren Autoren
vorbehalten. Erstmals ist vom 4. Mai bis zum 31. Mai 2015 zudem
ein einmonatiges Stipendium im Brecht-Haus in Svendborg in
Dänemark im Stipendiatenprogramm der Kulturbehörde. Die Stipendien werden für eine Aufenthaltsdauer zwischen zwei und vier
Wochen vergeben. Zusätzlich zu den Mieten übernimmt die Kulturbehörde pauschal 200.- Euro Aufwandspauschale pro Woche für
die Stipendiaten. Die Fahrtkosten für die An- und Abreise müssen
selbst finanziert werden. Die vollständige Ausschreibung gibt es als
PDF-Datei hier: www.literaturinhamburg.de/literaturpreise.php.
Political Bodies .
Seminare.
Die Volkshochschule Hamburg
hat im Februar eine ganze Reihe spannender Seminare im Programm:
- „Die eigene Lebensgeschichte“ steht auf dem Programm des neun Termine umfassenden Kurses „Autobiografisches Schreiben“ mit Anne Heisig, der am 12. Februar
von 9.30 bis 11.45 Uhr zum ersten Mal im VHS-Zentrum Ost stattfinden wird. Kosten:
91.- Euro. Kursnummer: 0540ROF15.
- „Ideen auf Papier“ sind bei einem Schreibkurs mit Huug van´t Hoff gefragt, der an
neun Terminen ab dem 19. Februar, jeweils von 19.45 bis 21.15 Uhr im VHS-Zentrum
Bergedorf stattfindet. Kosten: 65.- Euro. Kursnummer: 0550SBE11.
- Das VHS-Zentrum Mitte hat am 21. und 22. Februar ein Wochenendseminar mit
Hilkka Zebothsen im Programm, bei dem alle, die eine längere Textarbeit (Roman,
Novelle, Drehbuch) planen, mit „den zwölf Phasen der Heldenreise“ eine höchst effektive Methode kennenlernen, die ihnen einen leicht anwendbaren und äußerst variablen
Aufbau ihrer Geschichte ermöglicht. Kosten: 68.- Euro. Kursnummer: 0550MMM12.
- „Schreiben macht glücklich“ ist das Motto eines Seminars mit Ulrike Hilgenberg, das
an acht Terminen ab dem 10. Februar, jeweils von 18.30 bis 20.45 Uhr im VHS-Zentrum
West stattfindet. Kosten: 87.- Euro. Kursnummer: 0550WWW15.
- Die Hamburger Schriftstellerin Cornelia Manikowsky leitet am 21. und 22. Februar
ein Wochenendseminar im VHS-Zentrum West, bei dem Texte für Kinder ab fünf Jahren
auf dem Programm stehen. Kosten: 56.- Euro. Kursnummer: 0563WWW15.
- Ein Seminar über das Schreiben von Kurzgeschichten leitet die Hamburger Schriftstellerin Katrin McClean an zehn Terminen ab dem 12. Februar., jew. von 18.45 bis
21.00 Uhr im VHS-Haus Dr. Alberto-Jonas in St. Pauli. Kosten: 114.- Euro. Kursnummer:
0570MMM12.
- „Handwerk, Kritik und Veröffentlichung“ sind Programm einer Schreibwerkstatt mit
dem Schriftsteller Andreas Kollender, die an zwölf Terminen ab dem 9. Februar., jew.
von 20.00-21.30 Uhr im VHS-Zentrum Nord stattfindet. Kosten: 92.- Euro. Kursnummer:
0574ANNN11.
Eine offene Schreibgruppe
trifft sich jeden Mittwoch von 19.00 bis 21.00 Uhr in der Pension Sonntag, Neubertstraße
24a. Auf dem Programm stehen neue Formen des autobiografischen Schreibens. Weitere
Infos gibt es unter www.schreibfertig.com, per E-Mail an info@schreibfertig.com oder
unter Tel.: 040-25329288.
Impressum.
Verlag: Dölling und Galitz Verlag GmbH, Geschäftsführung Dr. Robert Galitz
Re­­­dak­tion: Jürgen Abel. Veranstaltungshinweise für die März-Ausgabe bitte bis
spätes­tens 9.02.2015 (endgültiger Redaktionsschluss) schriftlich an: Jürgen Abel,
Bah­renfel­der Str. 32, 22765 Hamburg. Oder per E-Mail: Juergen.Abel@lithh.de.
Produktion, Druck und Vermarktung: Cult Promotion, Agentur für Kulturmarketing,
E-Mail: lithh@cultpromotion.com, Tel. 040 - 38 03 76 30.
Das ABATON-Kino schickt Ihnen gerne „Literatur in Hamburg“ nach Hause. Sie
können es zusammen mit dem Programmheft des ABATON-Kino für die Postleitzahlen
20... und 22... für 8,- Euro/Jahr, für alle anderen Postleitzahlen für 14,- Euro/Jahr
abonnieren. Bezahlen können Sie direkt an der ABATON-Kinokasse, Allendeplatz 3,
20146 Hamburg, tägl. ab 15 Uhr, oder Sie schicken einen Verrechnungsscheck oder
Briefmarken an das ABATON-Büro. Oder Sie überweisen das Geld auf das Konto des
ABATON-Kinos, versehen mit dem Stichwort „Abo‘“ und Ihrer Anschrift: Hamburger
Sparkasse, IBAN: DE51200505501238123119, BIC: HASPDEHHXXX. Diese Publikation wird gefördert durch die Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg.
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